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Lernen in Zwei Sprachen

Zurzeit leben in Deutschland circa 15 Millionen Zuwanderer mit ihren Kindern, die unter anderem aus der Türkei, aus
Russland, Italien oder aus Serbien nach Deutschland gekommen sind. In den Großstädten ist ihr Anteil an der
Bevölkerung besonders hoch. In Stuttgart sind es zum Beispiel zirka 40 Prozent der Bevölkerung, in Köln zirka 30
Prozent. Neben der Vielfalt an Kulturen sind diese Städte durch eine Vielfalt an Sprachen gekennzeichnet. In manchen
Stadtteilen kann man außer Deutsch nicht weniger als 10 verschiedene andere Sprachen hören. Es gibt aber auch
Stadtteile, in denen fast nur Zuwandererfamilien aus einem einzigen Herkunftsland leben. Dort ist die Sprache dieses
Landes neben Deutsch die wichtigste Verständigung Aussprachen. Dies ist auch in der Kölner Südstadt der Fall, wo
viele italienische Zuwandererfamilien leben. Auf dem Schulhof der Grundschule. Dort hört man außer Deutsch
hauptsächlich Italienisch. Aber nicht nur auf dem Schulhof spielt die italienische Sprache eine wichtige Rolle, auch als
Unterrichtsfach steht Italienisch an dieser Grundschule vom ersten Schultag an auf dem Stundenplan. Denn an dieser
Grundschule wird ein besonderes Modell praktiziert. Die beiden Sprachen Deutsch und Italienisch sind in den
Grundschulklassen der Kölner Südstadt von Anfang an gleichberechtigte Unterrichtssprache. Seit fünf Jahren wird dort
bilingual, d. h. zweisprachig unterrichtet. Dies soll vor allem den, vor allen Dingen den italienischen Kindern helfen,
und zwar beim Deutschlernen. Einen Zusammenhang zwischen Ernst und zweisprachigen Fähigkeiten haben
Untersuchungen nämlich nachgewiesen Je besser Kinder aus Zuwanderung Familien ihre Muttersprache beherrschen,
desto besser lernen sie auch Deutsch.

Welche Erkenntnisse der Sprachwissenschaft können diese Beobachtung erklären? Auf welchen
sprachwissenschaftlichen Erkenntnissen beruht demnach die Einrichtung von bilingualen Grundschulen? Dies soll im
Folgenden dargestellt werden. Wer in seiner Muttersprache ein umfangreiches Vokabular beherrscht und komplexe
grammatische Strukturen anwendet, kann diese Kompetenzen auf die Zweitsprache übertragen. Er entwickelt ein
sogenanntes meta sprachliches Bewusstsein. Das ist die Fähigkeit, bewusst zu vergleichen. Unterschiede und
Gemeinsamkeiten festzustellen, Strukturen zu analysieren und zu übertragen. Die hohe sprachliche Kompetenz in der
Muttersprache und die Fähigkeit, über Sprachen zu reflektieren, unterstützen somit den Erwerb einer Zweitsprache und
jeder weiteren Fremdsprachen. Allerdings haben Sprachen, die sich Wissenschaftler auch das Umgekehrte
nachgewiesen. Wer seine Muttersprache nur auf einem einfachen, nicht schriftlichen Niveau beherrscht, neigt dazu,
diese einfachen Strukturen auch auf die Zweitsprache zu übertragen. Wenn z.B. Kinder italienischer Zuwanderer nur
die italienische Alltagssprache sprechen, aber nie auf Italienisch schreiben, werden sie nicht die komplexen Formen
lernen, die nur in der Schriftsprache vorkommen. Sie haben dann auch Schwierigkeiten beim Erlernen der
Zweitsprache. Das Ergebnis ist oft das, was Wissenschaftler eine doppelte Halb Sprachlichkeit nennen. Das
Migrantenkinder beherrschen weder die Muttersprache noch die Zweitsprache vollständig, sondern nur in Ansätzen
lückenhaft und auf einem niedrigen Niveau. Diese mangelnde Sprachbeherrschung hat für Migrantenkinder wiederum
schlechte Chancen, im Bildungssystem zu folgen, um die Bildungschancen der Kinder aus Zuwandererfamilien zu
verbessern und eine doppelte Halb Sprachlichkeit zu vermeiden, hat die Kölner Schulbehörde das Modellprojekt einer
bilingualen Grundschule ins Leben gerufen.

Wie der zweisprachige Unterricht dort genau aussieht, soll im Folgenden erläutert werden. Eine Klasse besteht etwa zur
Hälfte aus italienischen und deutschen Schülern. Beim Sprachunterricht wird die Klasse in zwei Gruppen geteilt. Die in
zwei Gruppen geteilt, die national gemischt sind, während die eine Hälfte italienisch hat, macht das andere Deutsch. In
der nächsten Stunde geht es umgekehrt weiter. Die Kinder lernen also in beiden Sprachen. Auf dem Fachunterricht wird
teilweise Sprach zweisprachig erteilt, z.B. Unterrichten, die Deutsch und Italienisch Lehrerinnen gemeinsam entziehen.
Das Fach Biologie. Wer dann im Biologieunterricht z.B. nicht verstanden hat, wie der Blutkreislauf funktioniert,
bekommt es noch einmal auf Italienisch erklärt. Die Vorteile dieses bilinguale Modell sind vielfältig Sowohl die
italienischen als auch die deutschen Kinder profitieren davon. Für die italienischen Kinder hat die zweisprachige Schule
folgende positive Auswirkungen. Zum einen werden die italienischen Schüler in der kleinen Gruppe beim Lernen der
deutschen Sprache optimal unterstützt. Da in der kleinen Gruppe mehr Zeit für den Einzelnen zur Verfügung steht, kann
jeder Schüler individuell betreut und gefördert werden. Doch auch die Italienisch Stunden sind für die italienischen
Kinder wichtig, weil sie die Grammatik lernen und sich intensiv mit der Sprache beschäftigen.

Aber nicht nur die Sprachförderung in Deutsch und Italienisch wird als Vorteil der bilingualen Schule betrachtet. Als
weiterer positiver Effekt kann festgestellt werden, dass das Selbstbewusstsein der italienischen Schüler gestärkt wird.
Denn sie fühlen sich anerkannt und werden von den deutschen Klassenkameraden bei Problemen im Italienisch
Unterricht um Hilfe gebeten. Auch die deutschen Schüler profitieren von dem Modell, das ursprünglich vor allem die
Bildungschancen der ausländischen Schüler erhöhen sollte. Sie haben in erster Linie den Vorteil, dass sie sehr früh eine
Fremdsprache lernen. Darüber hinaus zeigten Unterrichts Beobachtungen, dass es ihnen deswegen später leichter fällt,
Englisch oder andere Fremdsprachen zu lernen. Zusammenfassend kann man sagen, dass von der bilingualen
Grundschule deutsch und fremdsprachiger Schüler gleichermaßen profitieren. Allerdings ist die bilinguale Erziehung
keine universale Lösung, mit der alle lernen Probleme von Kindern aus Zuwandererfamilien gelöst werden könnten.
Wie anfangs erwähnt, gibt es zahlreiche deutsche Grundschulen, in denen die Schüler sehr viele unterschiedliche
Muttersprachen sprechen, sodass die Klassen dort sprachlich sehr heterogen sein können. Angesichts dieser
sprachlichen Vielfalt kann nicht nur auf zweisprachige Schulen Modelle gesetzt werden, um die Bildungschancen von
Migrantenkindern zu verbessern. Zwei Maßnahmen werden in diesen Zusammenhang immer wieder vorgeschlagen und
gefordert. Erstens Es müssen mehr Lehrer für Deutsch als Zweitsprache ausgebildet und angestellt werden. Und
zweitens Klassen mit Schülern, die eine bessere Sprachförderung brauchen, müssen verkleinert werden.