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Themenblätter

im Unterricht
Herbst 2004_Nr. 42

extra
Konjunktur und
Konjunkturpolitik

Staat. Gesellschaft. Wirtschaft. Internationales. Ethik.


2 steht für die männliche und weibliche Form

I N H A LT des vorangehenden Begriffs

Seite 3 – 6 Anmerkungen für die Lehrkraft


Seite 7 – 62 Doppelseitiges Arbeitsblatt im Abreißblock (28fach)
zum Thema: Konjunktur und Konjunkturpolitik
Seite 63 - 64 Literaturhinweise und Internetadressen
. 63/64
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Themenblätter
Zum Autor: D www.bpb.de >Publikationen (dort auch die vergriffenen)
Gerhard Willke,
Nr. 1: Menschliche Embryonen als Ersatzteillager? Bestell-Nr. 5.351 (vergriffen)
geb. 1945, Dr. rer. pol., habilitierte
Nr. 2: Die Ökosteuer in der Diskussion Bestell-Nr. 5.352
sich in Tübingen und ist Professor für Nr. 3: Bundestag/Bundesrat (vergriffen)
Wirtschaftspolitik an der Fachhoch- Nr. 4: Demokratie: Was ist das? Bestell-Nr. 5.354 (vergriffen)
schule Nürtingen. Seine Schwer- Nr. 5: Fleischkonsum und Rinderwahn Bestell-Nr. 5.355
punkte in Forschung und Lehre sind Nr. 6: Deutschland, deine Inländer Bestell-Nr. 5.356 (vergriffen)
Arbeitsmarkt, Beschäftigung und Nr. 7: Neuer Markt: Internet und Copyright Bestell-Nr. 5.357
Nr. 8: Zivilcourage: Eingreifen statt zuschauen! Bestell-Nr. 5.358
struktureller Wandel. Er ist Verfasser
Nr. 9: Pop und Politik Bestell-Nr. 5.359 (vergriffen)
des Schulbuches Wirtschaftspolitik
Nr. 10: Wer macht was in Europa? Bestell-Nr. 5.360 (vergriffen)
(Cornelsen 2003). Weitere Veröffentlichungen: Die Zukunft Nr. 11: Geben und Nehmen im Bundesstaat Bestell-Nr. 5.361 (vergriffen)
unserer Arbeit (Campus 1999), John Maynard Keynes (Cam- Nr. 12: Krieg oder Frieden? Bestell-Nr. 5.362 (vergriffen)
pus 2002), Neoliberalismus (Campus 2003). Bei der Bundes- Nr. 13: Terror und Rechtsstaat Bestell-Nr. 5.363 (vergriffen)
zentrale für politische Bildung: Pocket Wirtschaft (2003); The- Nr. 14: Erinnern und Verschweigen Bestell-Nr. 5.364 (Restauflage)
menblätter im Unterricht Nr. 30 (Herbst 2003): Arbeitslosigkeit Nr. 15: Die Osterweiterung der Europäischen Union Bestell-Nr. 5.365 (vergriffen)
Nr. 16: Mobbing Bestell-Nr. 5.366
(zusammen mit L. Schaechterle);Themenblätter im Unterricht
Nr. 17: Religion und Gewalt Bestell-Nr. 5.367 (vergriffen)
Nr. 35 (Frühjahr 2004): Staatsverschuldung.
Nr. 18: Schule und was dann? Bestell-Nr. 5.368 (vergriffen)
Nr. 19: Familie und Frauen-Rollen Bestell-Nr. 5.369 (vergriffen)
Nr. 20: Der Bundestag – Ansichten und Fakten Bestell-Nr. 5.370 (vergriffen)
wieder lieferbar:
Nr. 21: Hotel Mama – oder die Kunst erwachsen zu werden Bestell-Nr. 5.371
Nr. 22: Lust auf Lernen Bestell-Nr. 5.372 (vergriffen)
Thema im Unterricht extra
Nr. 23: Koalieren und Regieren. Bestell-Nr. 5.373
· Methoden-Kiste
Nr. 24: 17. Juni 1953 und Herbst ’89 Bestell-Nr. 5.374
Karteikarten, 3. Aufl. 2004
Nr. 25: Heimat ist, wo ich mich wohlfühle Bestell-Nr.: 5.375
Nr. 26: Bevölkerungsentwicklung und Sozialstaat Bestell-Nr.: 5.376
· Grundgesetz für Einsteiger und Fortgeschrittene.
Nr. 27: Aktien – Chancen und Risiken Bestell-Nr. 5.377
Arbeitsmappe mit 32 Arbeitsblättern
Nr. 28: Globalisierung – Ängste und Kritik. Bestell-Nr. 5.378
und dem vollständigen Text des Grundgesetzes
Nr. 29: Nationale Symbole Bestell-Nr. 5.379
Nr. 30: Arbeitslosigkeit – Ursachen und Abhilfen Bestell-Nr. 5.380
Nr. 31: Zuwanderung nach Deutschland Bestell-Nr. 5.381
Nr. 32: Familienbande Bestell-Nr. 5.382
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Nr. 42: Konjunktur und Konjunkturpolitik Bestell-Nr. 5.392

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Autor: Gerhard Willke Haftungsausschluss: Die bpb ist für den Inhalt der aufgeführten Internetseiten
Redaktion: Iris Möckel (verantwortlich), Sabine Klingelhöfer nicht verantwortlich.

Gestaltung: Leitwerk. Büro für Kommunikation, Köln 1. Auflage: Oktober 2004


Titelbild: Iris Möckel ISSN 0944-8357
Druck: Neef + Stumme, Wittingen Bestell-Nr. 5.392 (siehe Bestellcoupon S. 63)

Hrsg.: Bundeszentrale für politische Bildung, 53113 Bonn. Autor: Gerhard Willke. Verantwortl. Redakteurin: Iris Möckel. Gestaltung: Leitwerk, Köln.
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Themenblätter im Unterricht | Herbst 2004_Nr. 42 LEHRERBLATT

Gerhard Willke

Konjunktur und Konjunkturpolitik


Hinweise zur Verwendung dieser Themenblätter:
Zweck des Lehrerblatts ist eine grundlegende Orientierung für Lehrerinnen und Lehrer, insbesondere für jene, die fachfremd
unterrichten. Zunächst werden Konjunktur und konjunkturelle Arbeitslosigkeit in den Zusammenhang des wirtschaftlichen Wachs-
tums gestellt. Ein Blick auf die Ursachen der Konjunktur leitet über zu den Möglichkeiten und Grenzen der Konjunkturpolitik als
Beschäftigungspolitik. Abschließend wird die kurzfristige Nachfragepolitik der mittelfristig orientierten Angebotspolitik gegenüber
gestellt.
Das Arbeitsblatt soll Schülerinnen und Schüler auf die aktuelle Kontroverse über Konjunkturpolitik hinführen. Sie sollen die wich-
tigsten Argumente pro und kontra staatliche Konjunktursteuerung verstehen und einordnen können.

ohne weiteres zu erkennen; eher sieht das nach einer relativ


1. Was ist die Konjunktur beständigen Aufwärtsbewegung aus. Verwendet man jedoch
einen anderen Indikator, nämlich nicht das BIP in absoluten
und welche Auswirkungen hat sie?
Größen (also in Mrd. €), sondern die Veränderungen des BIP,
also die Wachstumsraten, dann treten die Schwankungen
Nichts ist so beständig wie die Veränderung; das gilt beson-
sehr deutlich in Erscheinung (vgl. Abb. 2). Was man sieht, ist
ders auch für das Wirtschaftsleben. Schon in biblischen Zei-
also immer auch eine Frage der Darstellungsform und der
ten folgten auf die sieben fetten Jahre sieben magere – und in
verwendeten Indikatoren.
der heutigen Zeit folgen auf Phasen hohen Wachstums Jahre
mit niedrigem oder gar negativem Wachstum. Damit ist auch
Die Konjunkturschwankungen lassen sich somit erkennen,
schon angedeutet, worum es sich bei der „Konjunktur“ han-
wenn man die Veränderungsraten des BIP beobachtet; es
delt: um zyklische Schwankungen im Tempo des wirtschaftli-
zeigt sich ein gewisses Muster von Auf- und Abschwüngen –
chen Wachstums.
ein Muster, das zwar nicht die Regelmäßigkeit von Sinus-
kurven aufweist, weil das Wirtschaftswachstum von einer Viel-
zahl von politischen, weltwirtschaftlichen, technologischen
und sonstigen Ereignissen beeinflusst wird, das aber gleich-
wohl eine insgesamt erstaunlich rhythmische Abfolge von Auf-
und Abschwungsjahren erkennen lässt. Aufschwünge sind
Jahre mit ansteigenden Wachstumsraten, z.B. die Jahre
1997–98, 2000, 2004 – und Abschwünge entsprechend
Jahre mit abnehmenden oder gar negativen Wachstumsraten,
z.B. 1993, 1995–96 oder 2001–03.
Während die Darstellung der absoluten BIP-Werte das Bild
einer relativ beständigen Aufwärtsbewegung vermittelt
Abb. 1 (Abb. 1), kann man aus der Darstellung der Veränderungs-
raten ablesen, dass seit den 90er Jahren eine Wachstums-
abschwächung vorliegt; der Wachstumstrend hat sich von
knapp zwei Prozent jahresdurchschnittlichem Zuwachs auf ein
Prozent abgeflacht. Dieser Aspekt wird weiter unten
nochmals mit der Unterscheidung zwischen Zyklus und Trend
aufgenommen.

Abb. 2

Die gesamtwirtschaftliche Wertschöpfung (= BIP = Bruttoin-


landsprodukt) wächst nämlich keineswegs gleichmäßig und
stetig, sondern unterliegt zyklischen Veränderungen. Schaut
man sich die Entwicklung des BIP an, wie sie in Abb. 1 dar-
gestellt ist, dann sind die Wachstumsschwankungen nicht
Abb. 3

Hrsg.: Bundeszentrale für politische Bildung, 53113 Bonn. Autor: Gerhard Willke. Verantwortl. Redakteurin: Iris Möckel. Gestaltung: Leitwerk, Köln.
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LEHRERBLATT Themenblätter im Unterricht | Herbst 2004_Nr. 42

Warum sollte man sich überhaupt mit der Konjunktur befas-


sen? Was ist das Problem? Immerhin könnte man diese 2. Nachfrageschwäche als Ursache
Schwankungen als das normale „Atmen“ der Wirtschaft anse-
der Konjunkturschwäche
hen, als eine Art „Zyklik“ (man spricht auch von „Wachstums-
zyklen“), die schließlich sehr viele natürliche und gesellschaftli-
Ursache der Konjunkturschwankungen und damit auch der
che Phänomene prägt. Das entscheidende Problem der Kon-
konjunkturellen Arbeitslosigkeit sind Schwankungen der
junkturschwankungen besteht darin, dass diese Phasen der
gesamtwirtschaftlichen Nachfrage. Eine „schlechte Konjunk-
Beschleunigung bzw. der Abschwächung des wirtschaftlichen
tur“ ist gekennzeichnet durch eine im Vergleich zum Produkti-
Wachstums negative Auswirkungen haben: In den
onspotential unzureichende Gesamtnachfrage. Diese Nachfra-
Abschwüngen steigt die Arbeitslosigkeit, besonders in Rezes-
geschwäche führt zu Absatzschwierigkeiten bei den Unter-
sionen (also Phasen, in denen das reale BIP schrumpft wie in
nehmen; es wird weniger produziert, die Auslastung der
den Jahren 1993 und 2003); und in den Aufschwüngen kann
Betriebe wie auch des gesamten Produktionspotentials sinkt.
es zu einer Beschleunigung der Inflation kommen, besonders
In dieser Situation sehen sich viele Unternehmen gezwungen,
in Boomphasen (die es allerdings seit längerem nicht mehr
Mitarbeiter zu entlassen: Es kommt zu konjunkturell bedingten
gegeben hat). Diese Auswirkungen der Konjunktur verletzen
„Zugängen in Arbeitslosigkeit“ (vgl. Themenblätter Nr. 30
also wichtige wirtschaftspolitische Ziele, nämlich das Beschäf-
„Arbeitslosigkeit“).
tigungsziel und das Ziel der Preisniveaustabilität (vgl. „magi-
sches Viereck“). Dies ist der Grund, warum Bund und Länder
im Stabilitäts- und Wachstumsgesetz von 1967 darauf ver-
pflichtet wurden, zu einem „stetigen“ (und „angemessenen“)
Wirtschaftswachstum beizutragen.

Abb. 5

Es war der englische Ökonom John Maynard Keynes, der in


Abb. 4 den 30er Jahren des letzten Jahrhunderts die Wirkungszu-
sammenhänge hinter der konjunkturellen Arbeitslosigkeit auf-
Betrachtet man die Entwicklung der Arbeitslosigkeit in
gedeckt hat. Keynes zufolge bestimmt das Niveau der
Deutschland im Zusammenhang mit den Konjunkturschwan-
gesamtwirtschaftlichen Wertschöpfung die Beschäftigung.
kungen (vgl. Abb. 3), dann zeigen sich deutliche Entsprechun-
Wird weniger produziert, dann benötigen die Betriebe auch
gen: In Phasen des Konjunkturabschwungs geht die Beschäf-
weniger Arbeitskräfte. Ob Unternehmen aber viel oder wenig
tigung zurück und die Zahl der Arbeitslosen steigt an; umge-
produzieren, hängt in einer Marktwirtschaft entscheidend von
kehrt nimmt die Beschäftigung in Phasen des konjunkturellen
der „effektiven“ Nachfrage ab, das heißt von der auf dem
Aufschwungs zu, was zu einem Rückgang der Arbeitslosen-
Markt wirksamen, kaufkräftigen Nachfrage. Diese Nachfrage
zahlen führt. Dabei ist zu beachten, dass die Arbeitslosigkeit
wird ihrerseits jedoch bestimmt durch das Einkommen, das
um einen ansteigenden Trend schwankt, und dass dieser
aus der Wertschöpfung entsteht. Es liegt also ein Kreislaufzu-
Trendanstieg bei der Arbeitslosigkeit eine Folge des sich
sammenhang vor. Im Schema der Abb. 6 auf Seite 3 ist dar-
abschwächenden Wachstumstrends ist. Noch deutlicher
gestellt, wie das Beschäftigungsniveau in diesem gesamtwirt-
kommt dieser Zusammenhang in der längerfristigen Darstel-
schaftlichen Kreislauf bestimmt wird.
lung zum Ausdruck (vgl. Abb. 4 und 5): Dem langfristig fallen-
den Wachstumstrend entspricht seit Anfang der 70er Jahre
ein steil ansteigender Trend der Arbeitslosigkeit.
Die Unterscheidung zwischen Zyklus und Trend ist von
beträchtlicher wirtschaftspolitischer Bedeutung. (Das kann
hier allerdings nicht ausgeführt werden.) Im Hinblick auf die
Beschäftigungspolitik ist relevant, dass Konjunkturpolitik allein
die zyklische Komponente der Arbeitslosigkeit bekämpft,
während die Trendkomponente Gegenstand der Wachstums-,
Struktur- und Standortpolitik ist.

Hrsg.: Bundeszentrale für politische Bildung, 53113 Bonn. Autor: Gerhard Willke. Verantwortl. Redakteurin: Iris Möckel. Gestaltung: Leitwerk, Köln.
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Themenblätter im Unterricht | Herbst 2004_Nr. 42 LEHRERBLATT

Gesamt-
wirtschaftliche
Produktion Beschäftigung
Volks-
einkommen

Abb. 6 © G. Willke

dern nur mit einer nachhaltigen Verbesserung der Angebots-


3. Konjunkturpolitik als nachfrage- bedingungen der Wirtschaft. Den Unternehmen sollten durch
Kostenentlastungen, aber auch durch Deregulierung und
orientierte Beschäftigungspolitik
Innovationsförderung Anreize geboten werden, wieder mehr
am Standort Deutschland zu investieren und hier zusätzliche
Bei schwacher Konjunktur und steigender konjunktureller
Arbeitsplätze zu schaffen.
Arbeitslosigkeit besteht das Ziel der Beschäftigungspolitik
Dies ist bis heute dominierende Meinung, auch wenn von eini-
darin, die Konjunktur – und damit das wirtschaftliche Wachs-
gen keynesianisch orientierten Ökonomen und von einigen
tum – wieder anzukurbeln. Die Politik versucht mit geeigneten
Gewerkschaften weiterhin gefordert wird, die Nachfrageseite
Maßnahmen, den Konjunkturabschwung zu bremsen und in
durch höhere Staatsausgaben und/oder durch deutlichere
einen Aufschwung umzulenken. Da es im Abschwung an
Lohnsteigerungen zu stützen. Sie verweisen z.B. darauf, dass
gesamtwirtschaftlicher Nachfrage mangelt, muss Konjunktur-
eine angebotspolitisch begründete Lohnzurückhaltung die
politik die Nachfrage stützen. Zu diesem Zweck kann die
Masseneinkommen schwächt – und damit die Nachfrage und
Regierung eine expansive Haushalts- und Finanzpolitik betrei-
die Konjunktur. Offensichtlich bestehen die Schwierigkeit und
ben, also die Staatsnachfrage erhöhen. Der Staat könnte
die Kunst der Wirtschaftspolitik heute darin, eine mittelfristige
auch die Steuern und Abgaben senken, damit Haushalte und
Strategie der Angebotspolitik (Verbesserung der Investitions-
Unternehmen ihre Konsum- und Investitionsnachfrage stei-
bedingungen für die Unternehmen) zu verbinden mit einer
gern. Doch ist die Wirkung dieser Strategie viel unsicherer als
kurzfristig orientierten Verstetigung der Gesamtnachfrage.
die direkte Erhöhung der Staatsausgaben. In beiden Fällen
kommt es zu Haushaltsdefiziten. Das ist dann – und nur dann
Hinweise zum Arbeitsblatt A
– hinnehmbar, wenn umgekehrt in Phasen guter Konjunktur
Haushaltsüberschüsse erwirtschaftet werden, mit denen die Als Einstieg in das Arbeitsblatt bietet sich die Abbildung „Kon-
Verschuldung wieder getilgt wird. junktur gewinnt an Fahrt“ an. Um die Tabelle bearbeiten zu
Diese Art der Konjunkturpolitik ist antizyklisch angelegt: In der können, wäre es günstig, wenn Schülerinnen und Schüler
Rezession sollen Staat und Zentralbank durch expansive zuvor einen ersten empirischen Eindruck vom aktuellen Kon-
Maßnahmen die Konjunktur stützen, im Boom sollen sie junkturverlauf gewonnen hätten. Bei der Betrachtung der
restriktiv auf die konjunkturelle Entwicklung einwirken, um Abbildung kann die Aufmerksamkeit darauf gelenkt werden,
dadurch die Konjunkturschwankungen insgesamt zu dämp- dass die Konjunktur im letzten Jahr „im Keller“ war – das lässt
fen. Leider hat dieser im Prinzip durchaus überzeugende sich in der Grafik an den niedrigen und negativen Verände-
Ansatz der antizyklischen Konjunkturpolitik in der Praxis rungsraten ablesen. Inzwischen gewinnt die Konjunktur etwas
Schiffbruch erlitten, weil die Staatsausgaben in Abschwung- an Fahrt, und die wirtschaftspolitische Kontroverse dreht sich
phasen zwar munter erhöht und Haushaltsdefizite angesam- folglich um die Frage, was getan werden müsste, um die
melt wurden, aber in den Aufschwungs- und Boomphasen noch schwächelnde Konjunktur zu stützen und einen kräfti-
misslang die Dämpfung der Staatsausgaben. Entsprechend gen Aufschwung zu sichern.
stieg die Staatsverschuldung immer weiter an (vgl. Themen- Die Frage, warum der Staat überhaupt in das Konjunkturge-
blätter Nr. 35: „Staatsverschuldung“). Wegen mangelnden schehen eingreifen soll, rückt die Auswirkungen der schwa-
Erfolgs wurde die keynesianische Nachfragepolitik schließlich chen Konjunktur ins Blickfeld: die anhaltend hohe Arbeitslo-
durch eine stärker marktliberale Angebotspolitik abgelöst. sigkeit (Frage 2 zur Abbildung). Die meisten Schülerinnen und
Schüler kommen sehr schnell darauf, dass die steigende
4. Nachfragepolitik Arbeitslosigkeit eine schwerwiegende Folge der Konjunktur-
flaute ist. Deswegen verlangen auch viele Bürger2/Wähler2,
versus Angebotspolitik
ebenso wie die Gewerkschaften und einige Parteien, dass die
Regierung „etwas“ gegen die Wachstumsschwäche und
Seit Mitte der 70er Jahre zeigte sich (vgl. Abb. 5), dass die
damit gegen die Arbeitslosigkeit unternimmt. Die Regierung
Arbeitslosigkeit weniger ein konjunkturell-zyklisches Problem
soll für mehr Wachstum sorgen, so das Hauptargument, dann
ist als vielmehr ein Trendproblem: Es liegt eine strukturelle
würde auch die Beschäftigung wieder ansteigen. Die Aufgabe
Wachstumsschwäche und ein gesamtwirtschaftlicher Mangel
3 zur Abbildung fragt hier spontane Äußerungen ab, die dann
an Arbeitsplätzen vor. Dem war nach herrschender Meinung
durch das Arbeitsblatt B fundiert und gegebenenfalls revidiert
(z.B. Sachverständigenrat und Bundesbank) nicht mit Kon-
werden können.
junkturpolitik und Nachfragesteuerung beizukommen, son-
Hrsg.: Bundeszentrale für politische Bildung, 53113 Bonn. Autor: Gerhard Willke. Verantwortl. Redakteurin: Iris Möckel. Gestaltung: Leitwerk, Köln.
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LEHRERBLATT Themenblätter im Unterricht | Herbst 2004_Nr. 42

Ausfüllhilfe zur Tabelle: Dabei stößt man unvermeidlich auf die Kernfrage: „Wie sollen
die zusätzlichen Staatsausgaben finanziert werden?“ Durch
Bevor die Lerngruppe mit der Tabelle beginnt, sollte geklärt höhere Steuern und Abgaben (z.B. auf Gewinne, hohe Ein-
sein, dass der Aufschwung als Phase ansteigender Wachs- kommen und große Vermögen) – was in die Problematik der
tumsraten des realen BIP definiert ist, der Boom als eine „Abwanderung“ führt; oder aber durch Kreditfinanzierung der
Phase hoher Wachstumsraten (zwischen 4 und 6 %). Umge- Haushaltsdefizite – was in die Problematik einer weiter stei-
kehrt ist der Abschwung eine Phase sinkender Wachstumsra- genden Staatsverschuldung führt (vgl. Themenblätter Nr. 35).
ten, und die Rezession eine Phase negativer Veränderungsra-
ten (schrumpfendes Sozialprodukt). Die Aufgabe besteht nun Ergänzende Aspekte
darin, wirtschaftliche Tatbestände (ausgedrückt in Begriffen,
die täglich in den Medien vorkommen) diesen beiden kon- Die Regierung kann eine expansive Haushalts- und Finanzpo-
trären Konjunkturlagen zuzuordnen. Die Gruppe soll dadurch litik betreiben, also die Staatsnachfrage erhöhen, am besten
eine gehaltvollere Vorstellung von der Konjunktur und ihren ergänzt durch eine expansive Geldpolitik der Zentralbank
Folgen bekommen. (heute die Europäische Zentralbank, die jedoch in ihren Ent-
Das (allerdings schon recht anspruchsvolle) Verständnisziel scheidungen autonom ist).
könnte darin bestehen, dass Schülerinnen und Schüler die Konkret kann das so aussehen, dass die Bundesregierung
Konjunktur als eine Abfolge von Selbstverstärkungsprozessen zur Belebung der Konjunktur und zur Stärkung der Gesamt-
begreifen lernen. Die zentrale Überlegung in diesem Zusam- nachfrage ein Konjunktur- und Beschäftigungsprogramm
menhang ist die, dass expansive bzw. kontraktive Prozesse beschließt, also zusätzliche Staatsausgaben tätigt. Solche
„sich selbst nähren“. So führt z.B. mehr Nachfrage zu mehr Ausgabenprogramme können z.B. Infrastrukturmaßnahmen
Produktion und Beschäftigung, also zu mehr Wachstum. vorsehen, also zusätzliche oder vorgezogene Aufträge für
„Mehr Nachfrage“ heißt u.a., dass private und öffentliche Straßenbau, Bau oder Renovierung von Schulen, Kranken-
Haushalte höhere Ausgaben tätigen. Die Ausgaben der Haus- häusern etc., und/oder die zusätzliche oder vorgezogene
halte sind die Einnahmen der Unternehmen; wenn die Unter- Beschaffung von Ausrüstungen, Fahrzeugen etc. für Polizei
nehmen mehr verkaufen, dann produzieren sie auch mehr, und Militär.
wenn sie mehr produzieren, dann benötigen sie auch mehr Diese Ausweitung der Staatsausgaben soll als Anstoß wirken,
Arbeitskräfte (vgl. hierzu nochmals Abb. 6). Dies ist der sich von dem weitere, multiplikative Wirkungen ausgehen: Wenn
selbst verstärkende Mechanismus der Konjunktur, der natür- die Unternehmen durch zusätzliche Aufträge besser ausgela-
lich in beide Richtungen wirkt. Die Vorstellung vom Selbstver- stet sind und mehr produzieren, dann benötigen sie ihrerseits
stärkungsprozess ist auch Grundlage der wirtschaftspoliti- mehr Vorprodukte (Aufträge an weitere Unternehmen), und sie
schen Forderung, dass der Staat in der Rezession einen stellen wieder zusätzliche Mitarbeiter2 ein; die Einkommen
„Impuls“ gibt, um die Gesamtnachfrage zu stützen. steigen und werden in steigende Konsumausgaben umge-
setzt. Insgesamt wird dadurch also eine konjunkturelle
Hinweise zum Arbeitsblatt B Abwärtsspirale in eine expansive Aufwärtsspirale umgedreht.
Im Prinzip könnte der Staat auch die Steuern und Abgaben
Jetzt wird die konjunkturpolitische Diskussion eröffnet. Zwi- senken, statt seine Ausgaben zu erhöhen; wenn den Haus-
schen Parteien, Verbänden (z.B. Gewerkschaften und Arbeitge- halten und Unternehmen mehr übrig bleibt, könnten diese ihre
bern) und Experten/Expertinnen gibt es natürlich heftigen Streit, Konsum- und Investitionsnachfrage erhöhen; damit würde
ob und wie der Staat in den Wirtschaftsprozess eingreifen soll. nicht der öffentliche, sondern der private Sektor ausgeweitet.
In eher spielerischer Form könnte man zunächst das Rollen- Die Wirkung dieser alternativen Strategie ist jedoch viel unsi-
spiel "Konjunkturprogramme pro und kontra" durchführen. Die cherer als die direkte Erhöhung der Staatsausgaben.
darin geäußerten Thesen und Argumente können dann in In vielen Darstellungen zur aktuellen Konjunkturlage und zu
einem zweiten Schritt systematisiert und bewertet werden. Als den Aussichten für das Jahr 2005 wird ausgesagt, dass die
Arbeitshilfe wird hier eine Reihe von Argumenten vorgegeben, Konjunktur jetzt „in Fahrt“ komme (so z.B. auch in der Abbil-
die individuell oder gemeinsam an der Tafel zugeordnet und dung des Schüler-Arbeitsblattes). Dabei sollte nicht
kommentiert werden können. unterschlagen werden, dass es sich hier um Projektionen =
„bedingte Prognosen“ handelt, die allenfalls die zur Zeit für
wahrscheinlich gehaltene künftige Entwicklung beschreiben.
Es ist durchaus möglich, dass diese Prognosen durch uner-
wartete Ereignisse wieder über den Haufen geworfen werden,
– z.B. steigende Ölpreise, (wieder) aufflammende Kriege,
Naturkatastrophen und so weiter. Bei der Diskussion der aktu-
ellen und künftigen Konjunkturentwicklung wäre also zu
beachten, dass die jeweiligen Prognosen durch unterschied-
Zeichnung: Högli

liche Einschätzungen und Erwartungen bedingt und beeinflusst


sind.

Hrsg.: Bundeszentrale für politische Bildung, 53113 Bonn. Autor: Gerhard Willke. Verantwortl. Redakteurin: Iris Möckel. Gestaltung: Leitwerk, Köln.
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A
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Gerhard Willke

Konjunktur: was ist das eigentlich?


Im konjunkturellen Aufschwung und in der Hochkonjunktur (Boom) steigen Nachfrage, Produktion, Kapazitätsauslastung, Ge-
winne und – mit einer gewissen Verzögerung – auch Beschäftigung, Löhne und Gehälter sowie der Konsum. Im Abschwung sind
alle genannten Größen dagegen rückläufig, die Nachfrage sinkt, und mit ihr Produktion, Investitionen, Beschäftigung und Unter-
nehmensgewinne. Die Folge ist eine steigende Arbeitslosigkeit in Abschwung und Rezession.

Ordnen Sie die vorgegebenen Stichworte den jeweiligen Konjunkturphasen zu.


Konjunkturphasen D Aufschwung/Boom Abschwung/Rezession
Nachfrage und Produktion
Nachfragerückgang / Produktions-
................................................................... ...................................................................
ausweitung / Anstieg der Netto- ................................................................... ...................................................................
investitionen / sinkende Auslastung ................................................................... ...................................................................
der Maschinen und Produktions-
................................................................... ...................................................................
anlagen / Betriebsstilllegungen /
gutes Konsumklima ................................................................... ...................................................................
Beschäftigung
Entlassungen / unbesetzte offene ................................................................... ...................................................................
Stellen / steigende Arbeitslosigkeit / ................................................................... ...................................................................
Beschäftigungszunahme /
................................................................... ...................................................................
Anstieg der Überstunden /
Einstellungen / Sonderschichten ................................................................... ...................................................................
................................................................... ...................................................................
Einkommen
................................................................... ...................................................................
Abbau übertariflicher Leistungen /
Gewinnexplosion / ................................................................... ...................................................................
Lohnsteigerungen / Mindestlöhne / ................................................................... ...................................................................
Gewinnexpansion / Verluste /
................................................................... ...................................................................
steigende Massenkaufkraft
................................................................... ...................................................................
Konsum und Sparen
Zuversichtliches Konsumklima / ................................................................... ...................................................................
unsichere Zukunftserwartungen / ................................................................... ...................................................................
„Angstsparen“ / hohe Sparneigung /
Zunahme der Kreditnachfrage /
................................................................... ...................................................................
Preisentwicklung/Inflation
Rückläufiges Preisniveau / Zinsen ................................................................... ...................................................................
steigen / Inflationsraten sinken / ................................................................... ...................................................................
anziehende Großhandelpreise / ................................................................... ...................................................................
Konsumgüterpreise nachgebend /
Bundesbank besorgt über Preis-
................................................................... ...................................................................
entwicklung ................................................................... ...................................................................

1. Beschreiben Sie, was die Grafik über die konjunkturelle


Entwicklung seit dem zweiten Quartal 2003 aussagt.
Benutzen Sie dabei auch die Stichworte Bruttoinlandspro-
dukt, Vergleichszeitraum, reales Wachstum, Belebung der
Konjunktur, Zunahme der Wachstumsrate, schrumpfendes
Sozialprodukt.

2. Überlegen Sie, warum sich alle Welt über eine „schlech-


te“ Konjunktur beklagt; was ist daran so schlecht?
Notieren Sie in Stichworten, welche unerwünschten Folgen
es haben kann, wenn die Konjunktur „im Keller“ ist.
Greifen Sie dabei auf Ihre ausgefüllte Tabelle zurück.
3. Was könnte die Bundesregierung tun, um das Wachstum zu fördern und die Konjunktur „anzukurbeln“?
Notieren Sie in Stichworten, welche Maßnahmen Sie für geeignet halten, um Konjunktur und Wachstum anzuregen.
Hrsg.: Bundeszentrale für politische Bildung, 53113 Bonn. Autor: Gerhard Willke. Verantwortl. Redakteurin: Iris Möckel. Gestaltung: Leitwerk, Köln.
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B
ARBEITSBLATT Themenblätter im Unterricht | Herbst 2004_Nr. 42

Konjunktur und Konjunkturpolitik


A Kontroverse: Zwei Vorschläge, um die Konjunktur wieder in Gang zu bringen
Was soll der Staat in der aktuellen Konjunkturlage machen? Darüber gehen die Meinungen
natürlich auseinander. Im Folgenden finden Sie zwei unterschiedliche Vorschläge zur Konjunkturpolitik.
1. Lesen Sie diese beiden Zeitungsausschnitte und vergleichen Sie die unterschiedlichen Positionen:
a) Welche Ziele verfolgen die beiden Verbände?
b) Welche konkreten Vorschläge unterbreiten sie?
c) Inwiefern können die Vorschläge zur Verbesserung der Konjunkturlage beitragen?
d) Worin bestehen die Nachteile der jeweiligen Vorschläge?
Diskutieren Sie die beiden Vorschläge und versuchen Sie, eine eigene Stellungnahme zu formulieren.
Welchen Vorschlag unterstützen Sie? Warum?
Die Forderung der Gewerkschaften Die Forderung der Wirtschaft
DGB*-Vorstandsmitglied Heinz Putzhammer: Berlin (Reuters) - Die Spitzenverbände der deutschen
„Deutschland leidet unter einer Spaltung der Kon- Wirtschaft haben Bundesregierung und Opposition auf-
junktur: Während die Exportkonjunktur boomt, liegt gefordert, noch in dieser Legislaturperiode die
die Binnennachfrage am Boden. Eine Belebung der hei- Steuern und Abgaben für Unternehmen deutlich zu
mischen Investitionstätigkeit und Konsumnachfrage senken... Eine moderate und einfache Besteuerung
ist nicht erkennbar. Die Binnennachfrage braucht würde als eine Initialzündung verstanden, um
deshalb einen finanzpolitischen Impuls. Nur dadurch Deutschland nach vorne zu bringen und einen
kann das Vertrauen der Konsumenten und Investoren Stimmungswechsel zu erreichen.
gestärkt und ein nachhaltiger Aufschwung in Gang Das Bundesfinanzministerium wies die Forderung der
gebracht werden. Verbände zurück und verwies auf die zu erwartenden
Der DGB fordert ein kommunales Investitionsprogramm Steuerausfälle, die das Haushaltsdefizit weiter in
mit den Schwerpunkten Bildung, Verkehrsinfrastruktur die Höhe treiben würden ... „Nationale Alleingänge“,
und ökologische Modernisierung. Auch die Auflage von so ein Sprecher des Ministeriums, „führen in der
Investitionszulagen ist ein richtiges Instrument.“ Steuerpolitik nicht zum Erfolg.“
Pressemitteilung des DGB vom 27.9.2004 Quelle: Reuters.de vom 7.10.2004
* DGB = Deutscher Gewerkschaftsbund

B Konjunkturprogramme: Pro und Kontra


1. Sortieren Sie die unten stehenden Argumente in zwei Gruppen: Pro: Für zusätzliche Staatsausgaben und für eine
aktive Konjunkturpolitik; Kontra: Gegen zusätzliche Staatsausgaben und gegen eine aktive Konjunkturpolitik.
2. Organisieren Sie anschließend ein Rollenspiel zur Frage: "Was kann der Staat zur Belebung der Konjunktur tun?",
indem sie je eine Pro- und eine Kontra-Gruppe bilden.
· Zusätzliche Staatsausgaben vergrößern den Staatssektor · Staatliche Programme blockieren die Eigeninitiative:
(erhöhen die Staatsquote) zu Lasten des privaten Sektors; Die Wirtschaftssubjekte warten auf staatliche Maßnahmen,
wir brauchen nicht mehr, sondern weniger Staat. statt selbst zu handeln und etwas zu „unternehmen“, um so
Pro Kontra den technischen und strukturellen Wandel voranzutreiben.
Sie warten auf den Staat.
· Wenn der Staat ein Konjunkturprogramm beschließt, also
Pro Kontra
„etwas tut“, hebt das die Stimmung in der Wirtschaft;
das Konsumklima verbessert sich; das nützt der Konjunktur. · Zusätzliche Staatsausgaben müssen finanziert werden;
Pro Kontra eine Finanzierung über Steuern belastet die privaten Haushalte
und die Unternehmen;
· Der Staat hat eine Fürsorgepflicht für die sozial Schwachen; eine Finanzierung über Kredite erhöht die Staatsverschuldung
er muss sich um soziale Gerechtigkeit in der Gesellschaft und die Zinsbelastung der öffentlichen Haushalte.
kümmern.
Pro Kontra
Pro Kontra
· Öffentliche Investitionen sind ohnehin dringend erforderlich
· Konjunkturprogramme bringen nur Unruhe in die Wirtschaft; (z.B. Schulen, Stadtsanierung);
nötig ist eine „Politik der ruhigen Hand“. es ist sinnvoll, sie aus konjunkturellen Gründen vorzuziehen
Pro Kontra und damit einen positiven Konjunkturimpuls zu setzen.
· Das Problem liegt nicht bei der mangelnden gesamt- Pro Kontra
wirtschaftlichen Nachfrage, sondern bei der Verunsicherung · Wenn die Konjunktur wieder läuft, steigen auch die Steuer-
der Konsumenten und Investoren; die brauchen eine einnahmen; damit kann der Staat die Kredite wieder tilgen
verlässliche Politik, keine konjunkturpolitischen Strohfeuer. (jedenfalls größtenteils).
Pro Kontra Pro Kontra
· Zusätzliche Staatsausgaben können einen Selbstverstärkungs- · Zusätzliche Staatsausgaben erhöhen die gesamt-
prozess in Gang setzen; dann erhöhen auch die Unternehmen wirtschaftliche Nachfrage; das ist gut für Konjunktur,
ihre Investitionen, und das stärkt die Konjunktur weiter. Wachstum und Beschäftigung.
Pro Kontra Pro Kontra

Hrsg.: Bundeszentrale für politische Bildung, 53113 Bonn. Autor: Gerhard Willke. Verantwortl. Redakteurin: Iris Möckel. Gestaltung: Leitwerk, Köln.
Internet- und Kontaktadressen Arbeitgeber/Gewerkschaften
· Institut der deutschen Wirtschaft in Köln D www.iwkoeln.de
bringt den Informationsdienst iwd heraus – Informationsdienst des
Institutionen/Organisationen Instituts der deutschen Wirtschaft. Auch online verfügbar unter
· Bundeswirtschaftsministerium: D www.bmwi.de D www.iwkoeln.de/Publikationen > allgemeine Infodienste > iwd
Das BMWI legt regelmäßige Berichte zur Konjunkturlage vor – wobei die Darstellungen die Sicht der Wirtschaft
(auch im Internet abrufbar). bzw. der Arbeitgeber widerspiegeln.

Wirtschaftsforschungsinstitute · Aus der Sicht der Gewerkschaften D www.dgb.de


· DIW – Deutsches Institut für Wirtschaftsforschung, kann man sich in folgenden Broschüren informieren
Berlin D www.diw.de (das aktuelle Heft als download):
· ifo – Institut für Wirtschaftsforschung, München D www.ifo.de - Einblick (Themenübersicht über die Adresse D www.einblick.dgb.de
· IW – Institut der deutschen Wirtschaft, Köln D www.iwkoeln.de - Gewerkschaftliche Monatshefte: Themenübersicht über die Adresse

m
· HWWA – Institut für Wirtschaftsforschung Hamburg D www.gmh.dgb.de
D www.hwwa.de (eine Auswahl von Artikeln der aktuellen Hefte sind online gestellt)
· IFW – Institut für Weltwirtschaft an der Universität Kiel
D www.ifw-kiel.de Allgemein:
· IWH – Institut für Wirtschaftsforschung Halle D www.iwh-halle.de
Bundeszentrale für politische Bildung
Diese Institute legen regelmäßig Untersuchungen zur aktuellen Adenauerallee 86, 53113 Bonn
Konjunkturlage vor; im Frühjahr und im Herbst veröffentlichen sie Tel. 0 18 88/5 15 - 0
Gemeinschaftsgutachten zur wirtschaftlichen Entwicklung. Fax 0 18 88/5 15 - 1 13
D www.bpb.de
· Sachverständigenrat D www.sachverstaendigenrat-wirtschaft.de
Jedes Jahres legt der Sachverständigenrat zur Begutachtung der Deutscher Bundestag, Referat Öffentlichkeitsarbeit
gesamtwirtschaftlichen Entwicklung ein Gutachten vor, das um- Platz der Republik, 11011 Berlin
fassend über die aktuelle und vergangene Wirtschaftsentwicklung Tel. 0 30/2 27 - 2 74 53/ -2 79 69/ -0
informiert. Die aktuellen Jahresgutachten des Rates können im Inter- Fax 0 30/2 27 - 2 65 06
net abgerufen werden. D www.bundestag.de

· Statistisches Bundesamt D www. www.destatis.de


(mit Links zu allen Statistischen Landesämtern)
Wichtige Quelle für Wirtschaftsdaten aus den Bereichen der amtli-
chen Statistik. Mit aktuellen Pressemitteilungen und Grafiken zur
Konjunkturlage.

· Deutsche Bundesbank D www.bundesbank.de > Volkswirtschaft >


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· Wirtschaft heute Hrsg. von der Bundeszentrale für politische Bildung/bpb, Bonn 2004
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