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Brescia

Zentrum der Musikinstrumente


Brescia und Instrumentenbau

Bereits 1493 erstattet der Botschafter


Bernardino Prospero der kunstliebenden
Isabella d'Este Bericht über eine Auffüh-
rung durch ein vom Papst nach Mailand
entsandtes spanisches Violenensemble:
„Die spanischen Musiker aus Rom spielten
Violen fast so groß wie ich; ihr Spiel war so
süß...“, woraufhin Isabella d'Este eine An-
zahl „viole a la spagnola“ vom renommier-
ten Lautenmacher, Giovanni Kerlino in
Brescia anfertigen läßt. Sie schickt ihren
Lautenlehrer, Giovanni Angelo Testagros-
sa, nach der Anfertigung nach Brescia um
die Violen zu testen. Innerhalb kürzester
Zeit erklingt die Viola da Gamba auf der
ganzen Halbinsel, die sie als neue Heimat
begrüßt.
Es sind zu dieser Zeit, anscheinend, be-
reits 3 Instrumentenbauer (mit Kerlino) in
Brescia in Dokumenten erwähnt. (1498).
Über Giovanni Kerlino weiß man nicht viel, Leonardo da Vinci war wohl ein guter
als das, dass er eben existierte. Diese E- Freund der Familie und Isabellas. Er ent-
xistenz nachgewiesen durch den Schrift- warf 1499 sogar ein Badezimmer für Isa-
verkehr mit Isabella d´Este Gonzaga. bella d´Este. Malte ein Protrait von ihr, zu
hier oben angeführter Skizze und organi-
Isabella d´Este sierte die Heirat von Ludovica Sforza mit
der Schwester Isabellas, Beatrice d`Este.
(geboren 18.Mai.1474 in Ferrara, verstor- Ebenso die Heirat von Alfonso d´Este und
ben 13. Februar 1539 Ebenda) war eine Anna Sforza. Also ist anzunehmen, dass
sehr einflussreiche adlige Frau zu dieser er der Familie d´Este sehr viel mehr war
Zeit. Man nannte sie die „First Lady of the als nur ein Dienstnehmer sondern auch
World“. Sie war Vorbild in Mode für eine Freund.
jede Frau dieser Zeit, welche etwas auf Isabella heiratete im Februar 1490, mit 16
sich hielt. Jahren, Francesco II Gonzaga Marquis
Sie förderte Künstler, Musiker, Maler, Poe- von Mantua welcher auch General der Ve-
ten und Handwerker. Unter Ihnen; Titian, nizianischen Armee war.
Raffaello Sanzio da Urbino, Giovanni Bel-
lini und Leonardo da Vinci.
Sie war eine virtuose Flöten- und Lauten-
spielerin und sehr gebildet.
Sie, sowie ihre Familie, war sehr interes-
siert an neuartigen Musikinstrumenten.
Z.b. Alfonso d´Este II. beauftragte die
weltberühmte Basslautencister (zu be-
wundern im Kunsthistorischen Museum
Wien).
Giovan Giaco-
mo Della Corna
1524 taucht er in den Dokumenten von
Brescia auf als „magisrto a leuttis“. Neue
Nachforschungen in Venedig ergaben, er
sei in einer Händlerzunft gewesen und ha-
be auch mit Waffen und anderen Dingen
gehandelt als lediglich mit Instrumenten. 8 aprile 1524 - Brescia
1524 soll er in etwa 40 Jahre alt gewesen
sein, worauf man schließen kann dass er Regesto: Maestro Gio. Giacomo de la
bereits um (mindestens) bereits 1500, Corna, magistri a leuttis nella città di Bre-
wenn nicht sogar früher, als Instrumenten- scia, creditore di Giovanni Battista Brunelli,
bauer tätig hätte sein können. Das heißt, di lire 70 planette, riceve a saldo un credito
durchaus könnte er einer dieser drei, so di lire 30 da un debitore del Brunelli, per le
früh erwähnten, Instrumentenbauer gewe- restanti lire 40, della terra.
sen sein. Er starb um 1548/1560.
Er wurde zusammen mit Zanetto di Monti- 8. April 1524 - Brescia
chiaro von Giovan Maria Lanfranco in
„Scintille di musica“ Brescia, 1533 veröf- Zusammenfassung: Master Gio Giacomo
fentlicht, als fantastischer Instrumenten- de la Corna, magistri der Laute in der
bauer beschrieben. (siehe Bild: QVARTA) Stadt Brescia, ein Gläubiger von Johannes
1533 - Brescia dem Täufer Brunelli, Lire planette 70, er-
hält ein Guthaben von 30 Pfund von Bru-
«Et sia ciascun diligente nelle sue parteci- nelli eines Schuldners, für die restlichen 40
pationi: partecipando qual istrumenti si vo- Pfund, des Bodens/ der Erde?.
glia, o siano da chorde: come sono Liuti,
Violoni, Lyre, & simili, pulitamente: & riso-
na[n]ti fabricati da i due Bresciani Giovà
Giacobo dalla Corna: & Zanetto Mo[n]ti-
chiaro [...]»
(Joanetto) Zanetto di Montichiaro (Micheli) (de Michae-
lis) 1489-1560
Der mit Giacomo della Corna, in G.M. Lanfrancos „Scin-
tille de musica“, genannte Zanetto di Montichiaro ist der
Gründer der Geigenbaudynastie in Brescia. Sein Ge-
burtsdatum weiß man genau aus einem Dokument
1549-1550 in welchem geschrieben steht, er habe ge-
sagt zu diesem Zeitpunkt 60 Jahre alt gewesen zu sein.
Mit 37 Jahren hat er bereits ein 7 Jähriges Kind, Pere-
grino di Zanetto, was heißt er muss verheiratet gewesen
sein und sein Beruf muss bereits in vollem Gange ge-
wesen sein. Er wird 1527 als „Ioanettus de li violettis“
erwähnt, was klar auf seinen Beruf schließen lässt.
Somit ist anzunehmen das er einer der ersten Geigen-
bauer überhaupt war. Erhalten bzw bekannt ist nur mehr
ein Instrument (zu sehen hier rechts) in einem Museum
in Brüssel.
In der Hausaufzählung taucht ein sehr interessanter
Name auf, der des Andrea. Jedoch sind alle Mitbewoh-
ner nur mit Vornamen genannt. In einem Dokument von
1537 wird von seiner Hohen Produktivität und 5 seiner
Werkzeuge berichtet.

Juan Giovan Maria da Bressa


Er war allem Anschein nach der Sohn des Giacomo dalla Corna jedoch ist das eine sehr
wagemutige Behauptung denn dazu existieren keinerlei Dokumente.
Es ist sind zwei Instrumente von ihm erhalten, eine Diskant Gambe datiert zwischen 1520-
1575 und eine Lyra von 1525.
Es gibt zweierlei Lebensdatenangaben zu seiner Person:
vor ca.1480-15-- und 1560- 1591 was ja durchaus Verwirrung aufwerfen zu vermag.
Vielleicht handelt es sich hier um Vater und Sohn des gleichen Namens oder einen klas-
sisch schlechten Vuilaume Scherz, ich weiß es nicht.
Eine der Quellen sagt ebenso er sei im späteren Verlauf seines Lebens dann in Venice
tätig gewesen.
Pelegrino
di Zanetto
de Micheli
Peregrino war der Sohn
Zanetto di Montichiaro und
arbeitete vorerst für seinen
Vater und spezialisierte
sich dann auf Streichin-
strumente, baute jedoch
auch Bratschen, Cistern,
Kontrabässe, Violen und
wahrscheinlich mehr.

Es sind nicht viele Instru-


mente erhalten und jene
die erhalten sind, sind
meist verschnitten und
nicht mehr in Originalform.
Erste Aktivitätsdokumenta-
tion 1548 mit 28 Jahren
(nach vermutlich 10 Jah-
ren Lehrzeit), die letz-
te1522.

Peregrino (pelegrino)
hatte 3 Mitarbeiter:
Giovanni 1562-1619
Battista Doneda1568-1615
Francesco 1579-1615

Seine Werksatt bestand


ganze 90 Jahre in Brescia
wovon er 58 führte.
Dann übernahmen die 3
Söhne die Werkstätte.
Peregrino stellte haupt-
sächlich Streichinstrumen-
te her. Aus seinem Testa-
ment an seine Söhne
lässt sich der unsagbare
Reichtum, den die Werk-
stätte Peregrinos erbrach-
te, erahnen.
1547
Bassviole
1540-1560
Kontrabass
Folgende beide In-
strumente von Pere-
grino sahen beide, so
ein englischer Artikel,
einst mal anders aus.

Peregrino Viol

Das hier rechts


zu sehende In-
strument war
damals wohl e-
her ein Art Fidel
Instrument ohne
C-Bügel.
Begründet wird
das mit der Grö-
ße der F-löcher
und dem furcht-
bar schlecht ver-
schnittenen Um-
riss. Ebenso der
Hals ist nicht der
Ursprügnliche.
Folgende beide Instrumente
von Peregrino sahen beide,
so ein englischer Artikel,
einst mal anders aus.

Zanetto Micheli Bratsche

Die hier rechts zu sehende


Bratsche wurde von Pere-
grinos Vater gebaut.

Dieses Instrument scheint


einst mehr Saiten aufge-
wiesen zu haben, dies wird
mit dem Abstand der F-Lö-
cher zueinander begründet
was auf einen breiteren
Steg schließen ließe.

Der Umriss ist


ebenso nicht
mehr im Original-
zustand.
Der Lack ist, wie
scheint wohl noch
original.
Battista D´Ondea
Er kam aus der Familie des Ditto Paolo. Er war Waffen und Goldschmied bis er
Dies geht aus folgender Hausaufzählung wohl in den Beruf des Instrumentenbauers
hervor: bei Zanetto Peregrino trat. Aus einer Last-
schrift geht hervor, er habe Messer für ei-
nen gewissen Jacomo Barocetto gefertigt.
12 gennaio 1562 - Brescia Dies lässt auch vermuten das er auch für
Zanetto eventuell Werkzeug hergestellt
«Die Xii Ianuarii 1562 hat.
Er ist ebenfalls in einem Dokument na-
Quarta Io[annis]
mens „lavorento de instrumenti de cetere“
Poliza di Paulo, quondam di Hieronimo de Oneda, von 1568 als Cistererbauer erwähnt.
abitante Bressa.
Debiti

A maestro Zanetto seu ali soi heredi per refosa fat-


Teste ta al ditto Io. Baptista, suo filiolo, como appar per
uno scritto fatto per messer Io. Iacomo Barocetto L.
Ditto Paulo di età de anni 63, qual è sordo 100

Io. Baptista suo filiolo di anni 33, qual fa di violini A più persone et ancora per talie L. 50»

Anna molie di detto Io. Baptista di anni 37 Die wunderbare Übersetzung:

Isabetta sua filiola di anni 11 Schuldenlast

Bernardì suo filiolo di anni 6 Eine Master Zanetti seu Flügel soi Erben refosa
machte ich die Fingerbreit . Baptista , sein Sohn ,
Hieronimo suo filiolo di anni 4 welcher zu einem Schreiben gehört, das ich für die
Messer gefertigt. Jacomo Barocetto L. 100
Isabella sua filiola di anni 2 Und für noch mehr Menschen für talie L. et 50 ".

Übersetzung:

12. Januar 1562 - Brescia

"Die Xii Ianuarii 1562


Vierte I [ annis ]
Poliza Paulo, den einstigen Hieronimo de Oneda ,
Brescia Einwohner .

Zeuge
Ditto Paulo Alter von 63 Jahren , welcher taub ist

Io . Baptista filiolo seiner 33 Jahre , welcher Violi-


nen macht

Anna molie , die genannt wird Io. Baptista von 37


Jahren

Isabetta seine Tochter von 11 Jahren


Bernardi sein Sohn 6 Jahre
Hieronimo sein Sohn 4 Jahre
Isabella Tochter 2 Jahre
Benedetto Virchi
1520- 1586
Er kam aus deiner Familie von Hufschmie-
den und ist der Bruder des Girolamo. Sei-
Waren
ne Aktivität als Instrumentenbauer kann im Interesse meiner Künste 90 L.
man nur schwer feststellen. Es gibt keine Ein Haus, im Dorf Santo Alexandro, für meinen ei-
wissentlich noch existenten Instrumente genen Gebrauch mit Werkstatt sowie Geschäft, für
von ihm. Pachtung. L.12 L.240

Erwähnt wird er als Gerber, Hersteller von Einige Quellen behaupten sogar Virchi sei
Messern bzw. auch Verkäufer von Fellen. der Schwager Gasparo da Salos. Von ihm
Aber auch Intarsien hatte er mit seinem sind nur mehr wenige Cistern erhalten, je-
Bruder (Girolamo) z.b. für die Passionskir- ne aber sind von seltener Schönheit.
che Christi des heiligen Franziskus Intarsia
gefertigt. Griolamo war auch im Bildhauerischen wie
in Restauration natürlich vertreten, wie
man an den kunstvoll geschnitzten Köpfen
Sein Bruder, Girolamo wird jedenfalls als sehen kann.
fantastischer Musiker genannt.
Hausaufzählung Brescia 1568

Vor Alexandri
Polizia von Hieronimo de mi Virchi quondam Bern-
Girolamo Virchi adino, citeraro
Ich bin 45 Jahre alt Hieronimo
1523- 1574 Ehefra Magdalena 39
Paulo 17
Girolamo war ein, auch heute noch sehr Angelica Nubile
bekannter, fantastischer Cisternerbauer. Piero 14
Aurelia 12
Er wird oft als Meister des Gasparo da Sa- Camilla 6
lo genannt, was jedoch Wiedersprüche Fior 2
Meister Zová , Meister der intalii, den Gehalt von
aufruft. Gasparo baute fast ausschließlich
200 L.
Streichinstrumente jedoch Girolamo nur Meister Battista, desgleichen Meister von 90 L. alle
Zupfinstrumente. Hauskosten abgezogen.
Jedoch ist die enge Beziehung zwischen
den beiden durchaus belegbar. Schuldenlast
Sie scheinen auch miteinander gearbeitet
pago de livello a Malgaritta di Garlini L.16 y 13
zu haben.
L.333 A Maria di (Garlini) L.40
Das Hause Virchi liegt jedoch in einer gro-
ßen Entfernung zu jenem da Salos, jedoch
gibt ein Dokument über die Pachtung ei-
nes Hauses ganz in der Nähe da Salos, zu
dem Besitz des Virchi.

Beni
In nel causia d l´arte mia L.90
Una casa nel borgo di Santo Alexandro con doi
botteghe per mio uso, quale boteghe se fittariano
L.12 L.240
Girolamo Virchi

Cister, undatiert.
Lorenzo Gusnasco
da Pavia Mitte 15. Jhd- 1517/20?

Lorezno Gusnasco da Pavia war ein wohl altri soggetti di ebano e di avorio, oltre un
sehr gefragter und heute noch sehr unhin- bellissimo gravicembalo."
terfragter Instrumentenbauer.
Wir wissen deshalb nicht sehr viel von Lo- Seine Werkstatt wurde wohl auch nach
renzo jedoch wissen wir um seine Wichtig- seinem Tod weitergeführt fortgeführt, was
keit. auch durchaus üblich war.
Er spielt jedenfalls eine wichtige Rolle im
Leben des Hofes Gonzaga sowie Mantua, Lorenzo ist auch mehrmals im Laufe der
derer der Familie d´Este. Geschichte als guter Freund von Leonardo
Nur um seinen Wohlstand und seine Wich- da Vinci genannt.
tigkeit darzustellen:
Er baute unterandrem auch für die Familie Über eines seiner Instrumente schrieb E-
Sforza sowie für den Papst Leo X, was manuel Winternitz in „a Spinetta for the
hieße er sei in den obersten Kreisen ge- duchees of urbino“.
wandelt.
Die erste Korrespondenz zwischen ihm
und Isabella war 1490 die Bestellung einer
Laute von Ebenholz und Elfenbein, denn
wie Isabella schrieb „... denn Elfenbein
und Ebenholz sind wunderbare Kompa-
nen.“
1495 Erinnert Isabella ihn an ein schönes
Clavichord das er für ihre Schwester Bea-
trice gebaut hatte. Sie wünsche sich eines
der selben Art und der selben Form jedoch
wünsche sie sich einen leichteren An-
schlag der Tasten da ihre Hände grazil und
schwach wären und nach mehr Leichtig-
keit verlangen.
1497 beordert Isabella eine Laute welche
an ihre Stimme angepasst sein solle.
Daraufhin schrieb Gusnasco er wäre dazu
leider nicht fähig aufgrund dessen, dass er
kein Ebenholz fände welches schwarz und
schön genug dafür wäre.
1494 zieht er nach Venice und führt dort
seine Werkstatt fort. Von dieser Zeit weiß
man das er für Isabella wohl sogar einige
Kunstgegenstände beschafft habe für ihre
Sammlung.
1515 geht aus einer Rechnung hervor er
habe eine Lieferung ausgeführt "di liuti,
viole, corone, buccettine, teste di morto ed
Gasparo Bertolotti
Leben
da Salò 1540-1609
Gasparo erhielt seine ersten musikalische
Gasparo da Salò in Salò Ausbildung wohl durch seinen Vanter und
Gasparo da Salò, auch Gasparo Bertolotti seinen Onkel. Oberitalien und besonders
(* 20. Mai 1540 (in manchen Quellen auch Salò und Brescia brachten damals eine
1542) in Polpenazze del Garda nahe Salò; Reihe von hervorragenden Geigenspielern
† 14. April 1609 in Brescia) war ein Gei- und anderen Musikern hervor, die am
genbauer und Kontrabassist. Markusdom sowie an vielen Höfen Euro-
Seine Instrumente sind konservativer im pas seit den frühen 1540er Jahren enga-
Bau als die zur gleichen Zeit in Cremona giert waren.
entstandenen Instrumente der Amati-Fami- Nach dem Tod des Vaters 1562 zog er
lie. Viele seiner erhaltenen Instrumente nach Brescia, wo er in der Contrada An-
sind große Bratschen später oft verkleinert tegnati, in der sich mehrere Instrumenten-
wurden. bauer und Musiker niedergelassen hatten,
Zu seinen Schülern zählte sein Sohn so- ein Haus mit einem Laden erwarb. Wahr-
wie Giovanni Paolo Maggini und höchst- scheinlich führte er dort das traditionelle
wahrscheinlich der polnische Geigenbauer Geschäft der Familie, den Handel mit Sai-
Marcin Groblicz (nach 1540–1609). ten, weiter. Seine Geschäfte liefen so gut,
dass er bereits drei Jahre später Isabetta
Cassetti, die Tochter eines örtlichen Töp-
Herkunft fers und Glasherstellers, heiraten konnte.
Gasparo pflegte freundschaftliche Bezie-
Gasparo wurde in Salò in eine Familie von
hungen zu Girolamo Virchi (1523–1575),
Musikern und Kunsthandwerkern geboren.
damals einer der bedeutendsten Instru-
Sein Großvater Santino besaß Land und
mentenbauer der Stadt, in den Akten als
Schafherden und stellte wohl Saiten für
maestro de musica instrumentis bezeich-
Streichinstrumente aus Schafsdarm her.
net. 1565 wurde Virchi Pate an Gasparos
Sein Vater Francesco († um 1561/1565) erstgeborenem Sohn, dem noch sechs
war Flötist. Sein Onkel Agostino (* 1510),
weitere Kinder folgten. Zwei der Söhne
der auch als Fachmann für Musikinstru-
starben bereits im frühen Kindesalter,
mente gefragt war, war erster Konzert-
Francesco war der einzige überlebende
meister der capella di Salò und hatte in
Sohn, der später wie sein Vater Geigen-
dieser Funktion die Aufgabe, Klerus und
bauer wurde.
Schola cantorum des Doms imGesang zu
Im gleichen Viertel lebten zwei berühmte
unterrichten. Agostino hatte vier Töchter
Organisten der Kathedrale von Brescia,
und einen Sohn, Bernardino (* 1547), der
Fiorenzo Mascara und dessen Nachfolger
Musiker wurde und als Violinist und Po-
Costanzo Antegnati, sowie der Geigenvir-
saunist (trombonista) tätig war, nachei-
tuose Giuseppe Biagini. Mascara spielte,
nander am Hof der Este in Ferrara, damals
wie auch andere seiner Musikerkollegen
eines der Musikzentren Oberitaliens, da-
aus Brescia, mehrere Instrumente, und er
nach in Mantua am Hof der Gonzaga, als
galt als ausgezeichneter Viola- und Gam-
dort Claudio Monteverdi, sowie später am
benspieler. Die Freundschaft mit diesen
päpstlichen Hof in Rom.[1] Gasparos Sohn
Musikern und der häufige nahe Kontakt
Francesco wurde ebenfalls Instrumenten-
mit ihnen, eröffnete Gasparo neue musika-
bauer.
lische Horizonte, vor allem was die Perfek-
tionierung des Klangs und die Verbesse-
rung von Saiten und Bau der Instrumente
da Salòs Instrumente
betrifft. In einem Steuerbescheid von 1568 Gasparo baute Viole da Gamba, Violoni,
Violoncelli, Kontrabässe, Cister und wahr-
wird ein florierendes Geschäft belegt. 1575
scheinlich auch Lire da Braccio und Lironi
kaufte er ein Haus in der Contrada delle
Cossere, das die Wiege einer Instrumen- Nur wenige seiner Musikinstrumente sind
in ihrem vollständigen Originalzustand er-
tenbauer- Werkstatt wurde, deren Bedeu-
halten, die meisten sind durch spätere Zu-
tung in der ersten Hälfte des 16. Jahrhun-
taten ergänzt. Viole da gamba wurden
derts kontinuierlich wuchs und die sich ei-
häufig in Violoncelli umgebaut, einige sei-
ne hervorragenden Ruf in ganz Europa
ner sechsaitgen Bassviolen zu drei- und
erwarb. Hergestellt wurden alle Tpyen da-
viersaitigen Kontrabässen.
mals gefragter Saiteninstrumente.
Außerst selten erhalten sind Violinen.
Mit Gasparo erreichte die Kunst des Gei-
Entstanden in einer Zeit, in der der Gei-
genbaus ein hohes Niveau. Zu seinen
genbau noch nicht standardisiert war, äh-
Schülern, die er in der Kunst des Geigen-
neln sie in Maß und Proportion schon sehr
baus ausbildete, gehören sein Sohn Fran-
modernen Geigen. Während nach dem
cesco, der Franzose Alexandro de Marsili-
is (= Alessandro aus Marseille), Giovanni Urteil von Fachleuten Bertolotti-Geigen
Paolo Maggini aus Botticino in der Nähe denen von Amati und Guarneri in der Qua-
lität unterlegen sind, sind seine Violen bei
von Brescia, Giacomo Lafranchini aus Val-
Bratschenspielern, wegen ihres vollen
le Camonica und ein Geigenbauer, der le-
Klangs, dem Reichtum an Obertönen und
diglich unter seinem Vornamen Baptista
überliefert ist. Seine Geschäfte liefen so ihrer Tiefe sehr begeht. Eine Viola von
Gasparo erzielte bei Christie's 2010 in ei-
gut, dass er ausgedehnte Ländereien bei
ner Auktion 540.000 Dollar.[3] Seine Violen
Calvagese mit einer Villa und Bauernhäu-
sind häufig groß dimentsioniert und kön-
sern erwerben konnte. Gasparo unter-
nen eine Länge von bis zu 44,5 cm errei-
stützte die Familien seiner Geschwister
chen.
und amtete als Vormund für seine drei Nef-
Zettel in einer Viola: Gasparo da Salò In
fen, als deren Eltern, seine Schwester Lu-
Brescia
dovica und deren Ehemann Rocco Cas-
Als herausragend gelten seine Kontrabäs-
setti, 1577 an der Pest starben.
se. Typisch für seine Bässe sind die
Gedenktafel an Gasparo da Salò an der
Schalllöcher in Form lang gezogener Si-
Kirche San Giuseppe in Brescia
nuskurven und schmale Flügel.[4]
Gasparo da Saló starb am 14. April 1609
Holz für die Instrumente wurde auch aus
und wurde in der Kirche San Giuseppe in
Venedig importiert, Darmsaiten aus Rom,
Brescia bestattet. Sein Grab ist nicht erhal-
für beides existieren Dokumente.[5] Das
ten, nur eine Gedenktafel an der Kirche
Holz für seine Saiteninstrumente war in
erinnert an den großen Geigenbauer der
einzelnen Fällen über 200 Jahre gelagert.
Stadt.
Anders als die Amati legte er wenig Wert
Nach seinem Tod arbeiteten Francesco,
auf eine ästhetisch schön gestaltete Zu-
Maggini und Lafranchini weiter zusammen
sammenstellung der Holzmaserung auf
und führten für eine kurze Zeit die Werk-
der Rückseite der Instrumente. Salo ver-
statt weiter.[2]
wendete einen eher weichen rötlichbrau-
nen oder bernsteingelben Lack, der in
Laufe der stark nach dunkelt. Sein Label
lautet Gasparo da Salo, In Brescia oder
Gasparo da Salo.
Gasparo da Salo
Viola 1606
Daniel de Laude 1529-1550

Ein ebenfalls sehr unbeschriebenes Blatt welcher jedoch mit zweierlei Dokumentionen er-
wähnt ist. Keine Instrumente bekannt und erhalten.
Einmal ist sein Wohnort benannt.

„1549 Brescia
Quadra V di s.Faustino
Daniel de Laude magister a violis“

Und in der Nachtwache von Brescia in der er als „Sonator“ beschrieben wird welches viel-
leicht von „sounato“=bekloppt oder „stonato“= unpässlich kommen könnte was aber eben-
so sehr fraglich ist.

William Frigiadi 1558

Von jenem Mannen ist nur ein Eintrag vorhanden und es sind keine Instrumente bekannt
oder erhalten.

Übersetzt:

„7. November 1558 Brescia


Zusammenfassung: Meister Guielmo Sohn des Bartholomeij de Frigadis magistro a violinis
Bürger und Einwohner Brescias, ist Zeuge einer Transaktion zwischen Pegrini Claudio und
Marco Antonio Colombo.“

Tommaso Inverardi 15-16.jhd

Keinerlei Aufzeichnungen existieren über ihn während seiner Lebenszeit als Geigebauer.
Die erste Erwähnung tritt mit seinem Sohn auf als er bereits tot war.
Keinerlei Instrumente erhalten.

„11.Dezember. 1558 Brescia


Zusammenfassung: Meister Francis, Sohn des verstorbenen Meister Tommaso Inverardi,
magistro a violinis, ist Zeuge einer Tat im Stadtteil San Cristoforo zwischen Gio Antonio de
Rosis und Faustino Lizari beurkundet.“
Palanzino und Giacomo Palancini 1540- nach 1570

Beide Brüder arbeiteten zusammen und waren Bogenbauer.

1568 Brescia
„Quinta Faustini
Poliza von mir Palanzino und meinem Bruder Giacomo, Meister der Instrumentenbögen,
verstorbenen Daniel Palancini.
Ich Palanzini 28 Jahre alt
Gio 25 jahre alt
Victoria unverheiratete Tochter
Giulia 12 jahre alt
Giovitta „

„Waren
Ein Haus im Canton dllee Battalie für ein Geschäft unseres eigenen Nutzens zu Mieten.“

Noch zu nennen sei das sie auf dem genau selben Platz wohnen wie Daniel de Laude
sowie das der Name des Vaters Ihrerseits ebenfalls Daniel ist.

Giovita Rodiani ca. 1541-1525

Aus seinem Leben sind einige Umzüge und andere Dinge bekannt jedoch nur wenige über
seinen Beruf und diese auch nur aus dem Buch von Livi.
Er sei Lautenbauer gewesen.