Sie sind auf Seite 1von 8

Sternbild des Orion / Sternensystem des Orion

Lateinischer Name: ORION


Deutscher Name: Orion
Abkürzung: Ori

Deklination: 11°S - 23°N


Sichtbarkeit: November - April

Das irdische Sonnensystem gehört zu dem „Orion-Arm“ des Spiralnebels,


der unsere Galaxie bildet.

Beschreibung des Sternbilds


Das Sternbild Orion ist zweifelsohne das hellste und vielleicht bekannteste am Himmel.
Es ist vor allem im Winter am Himmel zu sehen. Es erstreckt sich von RA=4h 40m bis
RA=6h 20m und DECL=+23 Grad zu DECL=+8 Grad. Nordöstlich schließt das
Sternbild Gemini an, nordwestlich Taurus, südwestlich Eridanus, südlich Lepus und
östlich Monoceros.

Mit Abstand das auffälligste Merkmal sind die drei hellen Gürtelsterne Alnitak, Alnilam
und Mintaka, die in einer Reihe liegen (diese Sterne werden manchmal auch
Jakobsleiter oder Jabobsstab genannt). Die Gürtelsterne weisen die Richtung zu
Sirius, dem hellsten Stern im Sternbild des Großen Hundes Canis Major, südöstlich
vom Orion. Von diesem Gürtel hängt ein gut sichtbarer Dolch, der wegen eines der
berühmtesten Nebel am Himmel bekannt ist (Großer Orion-Nebel, M42).

Auch die beiden Schultersterne Betelgeuse und Bellatrix, sowie die Fußsterne Saiph
und Rigel sind nicht zu verachten. Sie bilden zusammen mit den Gürtelsternen zwei
auffällige Trapeze. Nördlich der beiden Trapeze liegt ein kleines Dreieck aus drei
Sternen, welches den Kopf des Orion darstellt. Eine Reihe von schwächeren Sternen
und der von bloßem Auge gut erkennbare Orionnebel bilden im südlichen Trapez das
Schwert des Orion. Das Sternbild spiegelt also den idealen Krieger wieder: großer
Körper mit kleinem Kopf. Orion bedeckt am Firmament eine Fläche von 594
Quadratgrad und kulminiert jeweils etwa am 13. Dezember um Mitternacht.

Sterne und andere Objekte

Der Schulterstern alpha Ori, Beteigeuze, ist ein veränderlicher roter Überriese; seine
Helligkeit variiert willkürlich von 0.4 bis 1.3 Magnituden. Damit reiht er sich unter die 20
hellsten Sterne am Himmel ein. Während seiner Pulsationen verändert sich der
Durchmesser des Sternes und schwankt zwischen dem 300- und 400-fachen des
Durchmessers unserer Sonne.

Das Bein des Jägers, beta Ori, Rigel (arab.: der Fuß), ist ein blau-weißer Überriese
mit einer Helligkeit von 0.08 mag. Dies macht ihn zu dem sechsthellsten Stern am
Himmel und dem hellsten im Sternbild Orion.
Bereits mit Teleskopen der mittleren Leistungsklasse ist es möglich, den Begleiter,
einen Stern 7. Größe, von Rigel zu unterschieden (kleinere Fernrohre werden
möglicherweise bei der Auflösung des Begleiters wegen des hellen Glanzes von Rigel
Schwierigkeiten haben).

Dieses Sternbild bietet eine Reihe von weiteren interessanten Doppelsternen an. Für
Ferngläser und kleinere Teleskope sind die nachfolgenden Sterne gut beobachtbar:

• delta Ori, auch Mintaka (arab.: oberes Ende des Gürtels), ein blau-weißer
Stern von 2.2 mag mit einen Begleiter 7. Größe.
• iota Ori, ein Stern dritter und ein Stern siebenter Größe bilden ein ungleiches
Paar; im gleichen Umfeld findet man
• Struve 747 ein weites Doppel - ein Paar von 5. und 6. Größe
• lamba Ori, ein enges Paar aus Sternen 4. und 6. Größe
• sigma Ori ist ein atemberaubendes Mehrfachsternsystem; in einem Fernglas
entpuppt sich diese blau-weiße Stern als ein Doppel aus einem Stern 4.
Größe mit einem Begleiter 7. Größe; verwendet man ein kleines Teleskop
kann man zwei weitere, dichtere Begleiter von 7. Größe und 10. Größe
auflösen. Diese Sterne sind so angeordnet, dass man den Eindruck gewinnt,
es handele sich um einen Planeten, der von Monden umgeben ist.
• Wählt man die Auflösung nicht zu hoch kann man im gleichen Umfeld von
sigma Ori den Dreifachstern Struve 761 sehen. Er besteht auch einem
Dreieck von Sternen der 9. und 10. Größe. Zusammen mit sigma Ori ergibt
sich der Anblick eines herrlichen, dichtbesetzten Grüppchens.
• NGC 1981, ein kleiner Sternhaufen mit 10 Sternen, zu denen auch der
Doppelstern Struve 750 gehört - ein Paar bestehend aus einem Stern 6.
Größe und einem Stern 8. Größe.
• Das Mehrfachsternsystem theta1 Ori, der nördliche Stern des Dolches des
Jägers wird auch das Trapez genannt; dieses System befindet sich im
Zentrum des Orion Nebels und hat sich aus dem Gas des Nebels entwickelt,
der nun durch ihr Licht leuchtet. Kleinere Teleskope ab 5 cm zeigen vier,
rechtwinklig angeordnete Sterne, deren Helligkeit von 5 mag bis 8 mag reicht.
Fernrohre mit einer Apertur um die 10 cm zeigen zwei weitere Sterne 11.
Größe in dieser Gruppe.
• Gleich daneben liegt theta2 Ori, ein Paar bestehend aus einem Stern 5.
Größe sowie einem Stern 6. Größe.
• Um den engen Doppelstern zeta Ori (Alnitak) in seine Bestandteile, einen
hellen Stern von 2.02 Magnituden und einen Begleiter 4. Größe, aufzulösen,
werden Fernrohre mit einer Apertur von mindestens 75mm sowie ein hohes
Auflösungsvermögen benötigt. Des weiteren gibt es noch einen entfernteren
Begleiter 10. Größe.
• Eta Ori ist ein schwer aufzulösendes Paar. Man benötigt schon Fernrohre mit
einer Apertur von 10cm oder höher, um die beiden Sterne 4. und 5. Größe zu
trennen.
• Das Sternbild des Orion wurde für seinen Nebel hochberühmt. Die Messier
Datenbank enthält detaillierte Informationen über den Großen Orion Nebel
M42 und M43, den DeMairan Nebel, der strenggenommen ein Teil des Orion
Nebels ist.
Bedeutende Ereignisse

Jedes Jahr vom 11. bis 30. Oktober tritt Restmaterie des Kometen Halley mit einer
Geschwindigkeit von 66'500 m/s in die Erdatmosphäre ein und verglüht dort als
Sternschnuppen. Der Orioniden-Meteorstrom erreicht mit 50 stündlichen Ereignissen
um den 19. Oktober sein Maximum.

Interessante Objekte in der Zusammenfassung

Hellste Sterne:

alpha Orionis, Beteigeuze/Betelgeuse


beta Ori, Rigel (Bein des Riesen)
gamma Ori, Bellatrix (Eroberer)
delta Ori, Mintaka (Gürtel)
epsilon Ori, Alnilam (Perlenkette)
zeta Ori, Alnitak (Gürtel)
eta Ori
theta1 Ori
iota Ori
kappa Ori, Saiph (Schwert)
lamda Ori, Heka
rho Ori
sigma Ori

Offene Sternhaufen:
NGC 1981
NGC 2112
NGC 2141
NGC 2169
NGC 2186
NGC 2194

Planetarische Nebel:
J 320
<>NGC 2022

Dunkelnebel:
B 33: Horsehead Nebula
Helle diffuse Nebel:
NGC 1788
IC 423
M 42, NGC 1976: Orion Nebula
NGC 1977
NGC 1980 (um iota Orionis)
>M 43, NGC 1982
NGC 1990 (um epsilon Orionis)
NGC 1999
IC 426
IC 430
IC 432
IC 434 (hinter Horsehead Nebula)
NGC 2023: Lump Star
NGC 2024: Flaming Tree Nebula
IC 435
M 78 & NGC 2064/67/71
Sh2-276: Barnard's Loop
Sh2-261: Lower's Nebula
NGC 2174-5

Bildmaterial:

Abbildung 1: Der Große Orion Nebel, M42


Abbildung 2: Sternbild des Orion, Konturen markiert
Abbildung 3: Beteigeuze im Sternensystem Orion, markiert

Daten von Beteigeuze:


Quelle:
http://www.hjp.at/(st_a)/pr/sterne-html/meekorah/lokale_gruppe/milchstrasse/

Position: 0.032 "/a +21 km/s 0.032 "/a +21 km/s


Polar: 5h52 7.5° 272 LJ Terra
Beschreibung: 2070 d (0m4 -- 1m3), 150--300 d 2070 d (0m4 -- 1m3), 150--300 d
Klasse: roter Riese
Durchmesser: > 450E6 km
Temperatur: 2800 K
Anzahl Planeten: 14
Planeten: Beteigeuze III, Aqua, Beteigeuze V
Abbildung 4: Aufnahme des Beteigeuze mittels des Hubble-Teleskops, 15.01.1995

Diese Aufnahme ist die erste eines Sterns außer unserer Sonne, die mit dem Hubble-
Teleskop gelang. Aufgrund der Bedeutung dieser Aufnahme wird nachfolgend der
Originaltext der NASA sowie der exakte Quellennachweis zitiert.
EMBARGOED UNTIL: 2:45 p.m. (CST) January 15, 1996
PHOTO NO.: STScI-PRC96-04

HUBBLE SPACE TELESCOPE CAPTURES FIRST DIRECT IMAGE OF A STAR

This is the first direct image of a star other than the Sun, made with NASA's Hubble Space
Telescope.

Called Alpha Orionis, or Betelgeuse, it is a red supergiant star marking the shoulder of the
winter constellation Orion the Hunter (diagram at right).

The Hubble image reveals a huge ultraviolet atmosphere with a mysterious hot spot on the
stellar behemoth's surface. The enormous bright spot, more than ten times the diameter of
Earth, is at least 2,000 Kelvin degrees hotter than the surface of the star.

The image suggests that a totally new physical phenomenon may be affecting the
atmospheres of some stars. Follow-up observations will be needed to help astronomers
understand whether the spot is linked to oscillations previously detected in the giant star, or
whether it moves systematically across the star's surface under the grip of powerful
magnetic fields.

The observations were made by Andrea Dupree of the Harvard- Smithsonian Center for
Astrophysics in Cambridge, MA, and Ronald Gilliland of the Space Telescope Science
Institute in Baltimore, MD, who announced their discovery today at the 187th meeting of the
American Astronomical Society in San Antonio, Texas.

The image was taken in ultraviolet light with the Faint Object Camera on March 3, 1995.
Hubble can resolve the star even though the apparent size is 20,000 times smaller than the
width of the full Moon -- roughly equivalent to being able to resolve a car's headlights at a
distance of 6,000 miles.

Betelgeuse is so huge that, if it replaced the Sun at the center of our Solar System, its outer
atmosphere would extend past the orbit of Jupiter (scale at lower left).

Credit:
Andrea Dupree (Harvard-Smithsonian CfA), Ronald Gilliland (STScI), NASA and ESA.
Image files in GIF and JPEG format and captions may be accessed on Internet via
anonymous ftp from ftp.stsci.edu in /pubinfo.
PRC96-04 Betelgeuse gif/Btlgeuse.gif jpeg/Btlgeuse.jpg
Higher resolution digital versions (300dpi JPEG) of the release photograph will be
available temporarily in /pubinfo/hrtemp:96-04.jpg.
GIF and JPEG images, captions and press release text are available via World Wide Web
at URL http://www.stsci.edu/pubinfo/PR/96/04.html, or via links in
http://www.stsci.edu/pubinfo/Latest.html and http://www.stsci.edu/pubinfo/Pictures.html.

Quellennachweis des deutschen, auszugsweise und in modifizierter Form genutzten Textes:


C. Kronberg, smil@lrz.uni-muenchen.de, 12.03.1997; und andere