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Historische Informationen über Saint Germain

Saint Germain, der den Titel des „Gottes der Freiheit“ in diesem Weltensystem inne
hält, tritt seit Jahrhunderten als Verteidiger für die Freiheit des Einzelnen und die
Welt ein. Bevor er als Saint Germain inkarnierte, durchlebte er zahlreiche
Inkarnationen, von denen nachfolgend die Wichtigsten aufgeführt sind.

In Atlantis diente er als Hohepriester in einem der Tempel des Lichts. Zudem war er
Lehrer vieler Menschen. Er verband seine Schüler mit den göttlichen Dimensionen
und schloss sie an die höheren Energiequellen an. Leider waren die Menschen
damals schon ziemlich tief gefallen, so dass seine Lehren bei vielen zu spät kamen.
Saint Germain blieb bis zum Untergang von Atlantis dort. Als Atlantis unterging,
schwang er sich in höhere Dimensionen.

Saint Germain war auch der Prophet Samuel, der die Stimme Gottes hörte und
antwortete: „Rede Herr, denn dein Diener hört.“

Als Joseph von Arimathea war er Lehrer und Ratgeber von Jesus. Zugleich war er
auch Beschützer von Maria und Jesus.

Später lebte er als Merlin und war sich seiner göttlichen Aufgabe bewusst. Allerdings
war er damals noch nicht aufgestiegen, sondern stand kurz vor seinem spirituellen
Aufstieg. Schon als Kind konnte Merlin feinstoffliche Dimensionen wahrnehmen. Er
war Mitglied der Bruderschaft der Druiden und wurde seit seiner Jugend von den
Weisen dieser Bruderschaft geschult. Merlin war bekannt als Lehrer des späteren
Königs Artus. Er half ihm den Heiligen Orden der Tafelrunde ins Leben zu rufen und
brachte ihm das Wissen der Druiden bei.

Als Saint Germain als Roger Bacon (1214-1294) inkarniert war, verfasste er
zahlreiche Abhandlungen über Physik, Chemie und Mathematik.

In seiner Inkarnation als Christoph Columbus (1451-1506) entdeckte er Amerika und


brachte die violette Flamme dorthin. Er gilt als der eigentliche Gründer Amerikas.
Saint Germains Ziel war es, einen spirituellen Staat aufzubauen, was jedoch die
„Anderen“ gezielt verhindert haben. Hinweis auf die ehemals spirituelle Seite
Amerikas geben Städtenamen wie „Los Angeles“ (Stadt der Engel) und „San
Francisco“ (Heiliger Franziskus).
In seiner Inkarnation als Francis Bacon (1561-1626) schrieb Saint Germain die
Schauspiele Shakespeares, die verschlüsselt heilige Mysterien und die Geschichte
seines Lebens enthalten. In diesem Leben war er Sendbote der göttlichen Worte.
Nach Vollendung dieser Aufgaben starb er mit seiner üblichen guten Laune, indem er
1626 an seinem eigenen Begräbnis teilnahm (der Körper im Sarg war nicht der von
Francis Bacon).

Offiziell wurde Saint Germain am 28. Mai 1696 als ältester Sohn des ungarischen
Fürsten Franz N. Rakozky und seiner Frau, der deutschen Prinzessin Charlotte
Amalie von Hessen-Rheinfels-Sankt-Goar-Wanfried, geboren. Andere Quellen
sprechen davon, dass er 1660 oder noch früher geboren wurde.
Sein Taufname war Prinz Leopold Georg. Wegen politischer Unruhen wuchs Saint
German außer Landes, bei dem Herzog Giovanni Gaston Medici in der Toscana auf,
der auch sein geistiger Lehrer wurde. Da er für die öffentliche Welt als gestorben
gelten sollte, nahm er in jungen Jahren den Namen Sanktus Germanus an, was
heiliger Bruder bedeutet. So, finanziell unabhängig, reiste er als junger Mann um die
Welt und sammelte politische und kulturelle Erfahrungen.

Um den ständigen Verfolgungen aus dem Weg zu gehen, wechselte er auf seinen
Reisen häufig den Namen. In Venedig nannte er sich Conte Bellamare, in Pisa Graf
Schevenning, in Leipzig Welldone, und in Dresden Rakozky. An sämtlichen Höfen
Europas war er jedoch bekannt unter dem Namen „der Graf von Saint Germain.“

Sein Erscheinen ist von 1710 bis 1822 in verschiedenen historischen Quellen belegt.
So war er unter anderem in Kontakt mit Friedrich II., Voltaire, Marie Antoinette,
Ludwig XV., Ludwig XVI., Maria Theresia und Katharina II.

Das Ziel von Saint Germain war – und ist – ein Vereinigtes Europa auf der Grundlage
der göttlichen Gesetze. In seiner unermüdlichen Arbeit für Gott stiftete er immer
wieder Frieden zwischen verfeindeten Nationen und in den Herzen der Menschen. Er
war die Stimme der Gerechtigkeit und der Vernunft. Er zeigte den Menschen,
insbesondere den politischen Herrschern, was sie erwartete, wenn sie die
Selbstverwirklichung geschafft hatten.

Oft erstaunte Saint Germain die Menschen mit seinem Wissen über die tiefsten
Geheimnisse, insbesondere der Alchemie, denn er war Meister der Alchemie und als
solcher fähig, Blei in Gold zu verwandeln bzw. Gold aus dem Urstoff zu
transformieren.

Einen Teil seiner Zeit verbrachte er in höheren Dimensionen, um sein göttliches


Bewusstsein zu schulen. Wenn Gott ihn darum bat, kehrte er in die physische
Dimension zurück, um seine Aufgaben zu erfüllen.

Saint Germain sprach fließend und akzentfrei Französisch, Deutsch, Englisch,


Italienisch, Spanisch, Portugiesisch und Russisch, neben klassischem Griechisch,
Latein, Sanskrit, Chinesisch und Arabisch. Zudem komponierte er auch eigene
Musikstücke und malte Ölbilder mit selbst gemischten und erfundenen Farben. Er
verfügte über ein eigenes alchemistisches Laboratorium, in dem er experimentierte.
Vor ausgewählten Personen entfaltete er Kräfte, die ans Unfassbare grenzten.
Viele dieser Demonstrationen hat Madame d’Adhémar, die Saint Germain etwa ein
halbes Jahrhundert lang kannte, in ihren Tagebüchern aufgeschrieben. Sie berichtet
von Saint Germains Besuchen bei ihr und an den Höfen von Ludwig XV. und Ludwig
XVI., wobei sie seinen glühenden Ausdruck und sein Äußeres als das eines Mannes
von Anfang 40 vermerkte. Sie erwähnte ein persönliches Gespräch mit dem Grafen
im Jahre 1789, bei welchem er „mit dem gleichen Gesicht wie 1760 erschien,
während meines mit Falten bedeckt und vom Alter gezeichnet war.“ In derselben
Unterhaltung sagte Saint Germain die Revolution von 1789, den Fall des Hauses
Bourbon und den Lauf der neueren französischen Geschichte voraus. Saint Germain
war ein Vertrauter von König Ludwig XV. und lebte bei ihm auf Schloss Chambord.

Saint Germain alterte nicht und besaß stets das Aussehen eines Mannes von Mitte
bis Ende 40. Voltaire sagte über Saint Germain in einem Brief an König Friedrich II.
von Preußen: „Er ist ein Mann, der niemals stirbt, und alles weiß.“

Er hatte ungemein kluge, pfiffige Augen, die jeden Menschen bis auf den Grund der
Seele schauten und aus der tiefsten Tiefe des Herzens die geheimsten Gedanken
herauslesen konnten. Sein Gesicht war von leicht gebräuntem Teint. Er hatte
lebhafte, intelligente Züge. Die Menschen glaubten, Saint Germain besäße ein
Lebenselexier, das ihm dabei half, seine Jugend zu bewahren. Sie versuchten
deshalb ständig, dieses Lebenselexier von ihm zu erhalten, aber ohne Erfolg.

Saint Germain liebte es, seine Umwelt über die wirkliche Identität seiner Person und
die damit in Zusammenhang stehenden Aktivitäten im Unklaren zu lassen. Es
bereitete ihm anscheinend immenses Vergnügen, sein wahres Ich zu tarnen und
hinter der Maske anderweitig existierender oder auch von ihm erfundener Charaktere
zu verbergen. Vielfach trat er solcher Art in Erscheinung und präsentierte sich, wenn
es seiner geheimen, diplomatischen Mission nützlich war, als ein gänzlich anderer.
So hatte er eine Vielzahl von verschiedenen Pseudonymen, u.a. Christian
Rosenkreuz oder Abbé von Guasco. Waren diese Pseudonym-Identitäten nicht mehr
für ihn nützlich, so ließ er sie einfach „sterben“.

Saint Germain sah man niemals in der Öffentlichkeit essen. Er ernährte sich von
universeller, göttlicher Lichtnahrung. So nahm er auch die auf den Veranstaltungen
angebotenen Speisen und Getränke nie an. Giacomo Casanova sagte über Saint
Germain und über das erste Treffen mit ihm: „Er aß nicht, sondern sprach von dem
Beginn der Mahlzeit bis zum Ende und ich hätte es beinahe zum Teil ebenso wie er
gemacht, denn ich aß ebenfalls nichts, sondern hörte ihm mit der größten
Aufmerksamkeit zu.“ Saint Germain war stets der strahlende Mittelpunkt bei
festlichen Veranstaltungen oder Diners. Er war äußerst redegewandt, besaß
exzellente Manieren und war witzig und geistreich.

Saint Germain gehörte verschiedenen Geheimlogen als aktives Mitglied an: Den
Freimaurern, Rosenkreuzern und den Maltesern. Er war in den Logen sehr
angesehen und die Mitglieder sahen in ihm einen spirituellen Meister. Durch seine
Zugehörigkeit zu den Logen hatte er in jeder Stadt Zugang zu höchsten Kreisen. In
späteren Jahren hat sich Saint Germain jedoch von allen Logen distanziert, da sie
seiner Ansicht nach ihre wahren Ideale vergessen hatten.
Am 27. Februar 1784 inszenierte Saint Germain seinen eigenen Tod. Sein
Scheingrab ist noch heute in der Nicolai-Kirche in Eckernförde zu finden. Allerdings
soll sein Grab leer sein.

Nach seinen offiziellen Tod sah man Saint Germain noch mehrmals in der
Öffentlichkeit. So nahm er 1785 an einem Treffen der Okkultisten in Wilhelmsbad teil.
Dort versuchte er vergeblich die verschiedenen Ansichten der Logen in eine
einheitliche Form zu bringen.

Auch warnte Saint Germain 1788 den Adel in Frankreich vor der bevorstehenden
Revolution. So bedauerte die später hingerichtete französische Königin, Marie
Antoinette, Gemahlin des ebenfalls enthaupteten Königs Ludwigs XVI., in ihren
Tagebüchern, dass sie die Warnungen Saint Germains nicht ernst genommen hatte.

Im Jahre 1820 wurde Saint Germain das letzte Mal gesehen, und zwar bei der
Ermordung des Herzogs von Berry. Dort war auch seine französische Vertraute,
Madame d’Adhemar, anwesend, die ihn immer noch für höchstens 45 Jahre
schätzte.

Keiner wusste, wie alt Saint Germain wirklich war. Madame du Hausset wollte eines
Tages unbedingt herausfinden, wie alt der geheimnisvolle Graf wirklich war. Aber
weil die neugierige Hofdame bei dem Betreffenden, wie immer sie es auch
anzustellen vermochte, erfolglos blieb, probierte sie ihr Glück bei dessen
Kammerdiener. Ganz beiläufig und in harmlosem Ton fragte sie ihn, ob sein Herr
auch schon zu Christi Zeiten gelebt habe, wie dies gelegentlich behauptet wurde. Die
Antwort des gräflichen Bediensteten ließ die Dame empört und beleidigt von dannen
rauschen, denn dieser hatte nur lapidar gemeint, dass er das nicht so genau zu
sagen vermöge, weil er doch selbst erst seit 300 Jahren im Sold des Grafen stünde.

Alles in allem war der Graf von Saint Germain eine schillernde Persönlichkeit – von
einigen hochverehrt, von anderen verachtet oder gefürchtet. Nur wenige erkannten
den Meister in ihm, noch wenigere hatten eine Ahnung von seiner großen Mission als
Botschafter für wahre Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit unter den Völkern.

Als spiritueller Meister verbreitet Saint Germain die göttlichen „ICH-BIN-LEHREN“


und ist höchster Meister der Weißen Bruderschaft.

Saint Germain gilt als der Lenker des Neuen Zeitalters. Er wirkt mit dem siebten,
violetten Strahl für die Erde, zusammen mit seiner Zwillingsflamme, Lady Portia, die
als Göttin der Gerechtigkeit dient. Hauptaufgabe des siebten Strahls ist die
Umwandlung und Transformation in das göttliche Bewusstsein mit Hilfe der violetten
Flamme.

Die Erkennungsmelodie von Saint Germain ist der „Wiener Walzer“ von Johann
Strauß.

Saint Germain hat außerdem ein eigenes Energiezentrum in Europa, wo er als


spiritueller Meister des Neuen Zeitalters wirkt. Auch wenn er nur noch höchst selten
physisch erscheint, so wirkt er dennoch gelegentlich auf dieser Ebene. Feinstofflich
ist er jedoch ständig für den Planeten aktiv. Saint Germain ist zweifacher spiritueller
Meister des Lichts und der Alchemie – er befindet sich auf dem Weg zum dreifachen
spirituellen Meister der Neutralität.

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Die Maskeraden des Saint Germain
– historische Berichte

Saint Germain hatte verschiedene Namen und Masken. So hieß er in Italien Gua de
Malva, Gualdo, Gugomos; in Frankreich d’Adhémar, Aymar, Belmar; in Petersburg
Odar, Dodart; auf Malta, in Rom und Paris de Solar.
Zeitweise verbarg er sich auch hinter den Namen der Personen Abbé Algarotti, Abbé
Raynal, Tous-Saint, Dutens u.a. Am Hofe der Zarin Katharina II. nahm er angeblich
die Identität eines schottischen Arztes und Diplomaten namens Dr. Samuel Rogerson
an. Auch mit den Namen Welldone und Chef de Bien wird Saint Germain in
Verbindung gebracht.

1. Saint Germain als d’Adhémar

Saint Germain hielt sich öfters am Hof von Wilhelmine, Markgräfin von Bayreuth-
Ansbach und Schwester von Friedrich dem Großen auf. Dort war er unter dem
wohlklingenden Namen Marquis d’Adhémar bekannt.

Die Markgräfin erhoffte sich durch ihn den Geist des Hofes von Versailles verstehen
zu lernen, mitsamt seiner Vielseitigkeit auf den Gebieten der französischen Bühne,
Musik, Künste und Wissenschaften. Die Markgräfin starb am 14. Oktober 1758. Über
den weiteren Verbleib von Marquis d’Adhémar ist nichts bekannt.

Am 10. Juni 1759 meldete sich ein Gesandter bei Friedrich dem Großen, ein
gewisser „Baron de la Marche Courmont“, Literat, der in Italien, Polen und
Deutschland viel gereist war, mit der Bitte um eine Audienz beim König. Er berief sich
auf die Dienststellung am Hofe dessen Schwester, der Markgräfin Wilhelmine von
Bayreuth-Ansbach. Zudem wurde er vom jungen Baron von Gleichen empfohlen (der
ein guter Freund Saint Germains war).

Friedrich begriff sofort, dass der Fremde niemand anders sein konnte als der Graf
von Saint Germain und antwortete: „Ich bitte Sie, sich ohne Aufsehen hierher (in das
Heerlager; es ist 7-jähriger Krieg) gegen fünf Uhr des Abends zu begeben. Der Rat
Eichel wird Sie zu dem Hauptmann Wendessen geleiten lassen, der den Auftrag hat,
mir Ihre Ankunft anzukündigen, sobald Sie angekommen sind.“

Das Gespräch mit Courmont (=Saint Germain) hat den König offenbar nachdenklich
gemacht, denn schon am 20. Juni schreibt er vertraulich an seinen Bundesgenossen
Georg II. von England: „Ich denke, dass die Menschheit und das Wohl des
menschlichen Geschlechts verlangen, dass wir nicht zu viel Erbitterung mehr haben,
den Krieg fortzusetzen und dass es durchaus nicht gegen unsere Würde wäre,
zusammen den feindlichen Mächten zu erklären, dass man in London und Berlin
geneigt sei zur Eröffnung eines Kongresses in irgendeinem Ort in Holland.“
2. Saint Germain als Odar

Der Leiter des Komplottes, das Katharina II. 1762 auf den Zarenthron Russlands
brachte, war kein geringerer als Saint Germain. Er erschien hierbei unter dem
Namen Odar und wurde für einen piemontschen Abenteurer gehalten, welcher in der
Umgebung von Turin geboren sein sollte.

Odar war der allmächtige Höfling, fügsam, scharfsinnig und überzeugend, welcher,
von dem Kanzler Woronzof empfohlen in die Gemächer Katharinas eingeführt wurde.
Die Zarin schenkte Odar ihr volles Vertrauen und ernannte ihn zu ihrem
Privatsekretär.

Das letzte Lebenszeichen Odars wird von dem sächsischen Gesandten in


Petersburg von Sacken in seinem Brief an Minister Brühl vom 26. Juni 1764
gegeben: „Herr Hofrat Odar teilt mir eben seinen Abgang mit und dass er über
Dresden reisen werde, wo er die Ehre hat, Ihnen die Cour zu machen. Ich habe ihn
gebeten, Ihnen eine naturgemäße Schilderung zu geben von dem Zustand des
Hofes in Petersburg. Obwohl er sehr für uns eingenommen zu sein scheint, ist es
dennoch gut, auf seiner Hut zu sein mit einem solchen Manne, welcher einen
solchen Charakter hat. Sie werden ihm eine freundliche Aufnahme bereiten, welche
ihm schmeicheln kann. Man weiß nicht, ob er wiederkommen wird oder nicht.“

Angeblich wurde Odar einige Zeit später, als er sich in Nizza niedergelassen hatte,
vom Blitz erschlagen. Dies ist auch eine Möglichkeit, um eine nicht mehr benötigte
Maske loszuwerden.

(aus dem Buch "Der Graf von Saint Germain" von L.A. Langeveld, Erstausgabe 1930,
Neuauflage 1993 im Saint Germain-Starczewski Verlag, ISBN 3-925612-22-X))
Saint Germain als Saint Germain

a) Aus der Sicht des Barons von Gleichen


(Freund Saint Germains und ebenfalls Rosenkreuzer)

Der junge Baron Ch. von Gleichen (1733 – 1807) hat in seinen Souvenirs seine
Eindrücke über die erste Begegnung mit dem Grafen von Saint Germain wieder
gegeben.
„Als ich Anfang 1759 nach Paris zurückkam, stattete ich einen Besuch bei der Witwe
des Ritters Lambert ab und sah einen Mann eintreten von mittlerer Größe, sehr
robust, mit einer prächtigen und auserlesenen Einfachheit gekleidet. Verwundert
fragte ich meinen Nachbar, wer jener Mann sei; er teilte mir mit, dass dieser der
berühmte Graf von Saint Germain sei, welcher die seltensten Geheimnisse innehatte,
dem der König ein Appartement in Chambord gegeben hatte, welcher in Versailles
ganze Abende mit Seiner Majestät und Madame de Pompadour zubrachte und dem
jeder Mann nachlief.

Madame Lambert bestimmte mich am folgenden Tage dazu, zu ihr dinieren zu


kommen, indem sie mit einer siegreichen Miene hinzufügte, dass ich mit dem Grafen
von Saint Germain [...] dinieren würde.

Beim Dinner wagte ich einiges zu äußern über die Malerei und äußerte mich über
verschiedene Gegenstände, welche ich in Italien gesehen hatte. Mir begegnete das
Glück vor Saint Germain Gnade zu finden; dieser sagte mir: „Ich bin mit Ihnen
zufrieden und Sie verdienen, dass ich Ihnen sofort ein Dutzend Gemälde zeige wie
Sie derartige in Italien nicht gesehen haben werden.“

Er zeigte mir eine Heilige Familie von Murillo, welche in Schönheit wetteiferte mit
derjenigen Raphaels in Versailles, außerdem eine Anzahl Edelsteine und vor allem
Diamanten von überraschender Farbe, Größe und Vollkommenheit. Es gab unter
anderem einen Opal von einem ungeheueren Umfang und einen weißen Saphir von
der Größe eines Eis, welcher durch seinen Glanz denjenigen von allen Steinen
verwischte. Ich wage mich zu rühmen ein Kenner von Edelsteinen zu sein und ich
kann versichern, dass das Auge nicht eine einzige Ursache entdecken konnte, um
die Feinheit der Steine zu bezweifeln. [...]

Wiewohl die Fabeln und mehrere Anekdoten, welche man sich in Bezug auf das Alter
von Saint Germain erzählte, weder des Glaubens noch der Aufmerksamkeit der
gescheiten Leute verdienen, ist es dennoch wahr, dass die Berichte, die
vertrauenswürdige Personen mir bestätigt haben, in Bezug auf seine lange
Lebensdauer und die Erhaltung seiner Gestalt, etwas Erstaunliches haben. Rameau
und eine alte Verwandte des französischen Ambassadeurs in Venedig haben mir
versichert, Saint Germain dort im Jahre 1710 gekannt zu haben mit dem Aussehen
eines Fünfzigjährigen. Im Jahre 1759 glich er einem Sechzigjährigen. Er lebte streng
diätmäßig, trank nie während des Essens, purgierte sich mit Sennesblättern (aus
Ägypten), welche er selber präparierte. Dies war alles, was er seinen Freunden riet,
welche sich bei ihm befragten, was man tun sollte, um lange zu leben.
Ich habe erzählen hören, dass er außer mehreren deutschen, italienischen und
russischen Namen, unter welchen man ihn in verschiedenen Ländern mit Pracht
erscheinen gesehen hat, auch ehemals denjenigen von Marquis de Montferrat
getragen hat.

Ludwig XV., welcher Saint Germain sehr zugetan war, und ein großes Vertrauen in
seine Fähigkeiten setzte, legte offenbar dessen Wunsch, eine Partei auf dem
diplomatischen Schachbrette Europas zu spielen, nichts in den Weg. Mit
Beglaubigungsschreiben und ausgebreiteten Vollmachten versehen, wurde ihm die
Möglichkeit eröffnet, seine Beschäftigungen selbstständig einzurichten nach den
Anforderungen des Augenblicks, manchmal auf Gebieten, welche die Interessen
seines Meisters nicht berührten.

Ein ähnliches Vertrauen genoss er auch bei dem Malteser Orden, welcher ihm als
Ritter Saint Germain auftrug, ihren Gesandten Bailli de Memes nach Versailles zu
begleiten, um den König Frankreichs von dem Tode des Großmeisters Manuel de
Vilhena und von der Wahl dessen Nachfolgers Raymond Despuig in Kenntnis zu
setzen. [...]“

b) aus der Sicht Friedrich des Großen

Friedrich der Große nannte den Grafen von Saint Germain „ein zweites Phänomen,
einen Mann, welchen man nie hat enträtseln können“.
Nach dem Tod Friedrich des Großen erschien in seinem Nachruf folgende Passage
über Saint Germain: „Dieser Mann spielte die Rolle eines Ministers und mischte sich
in Unterhandlungen ohne offiziellen Auftrag. Er beauftragte den Minister von
Großbritannien in Haag (York), dem Herrn d’Affry, Minister von Frankreich, zu sagen,
dass der König von Großbritannien bereit sei, Frieden zu schließen und dass er der
Versammlung behilflich wäre zu einem Privatkongress, unter der Bedingung, dass
Frankreich annähme. Der Graf von Saint Germain ist ein Graf zum Lachen. Er
wiederholt öfters, dass es die größte Torheit sei, mit Preußen uneinig zu werden und
sich in den Krieg des Kontinents zu mischen. Er rät ohne Zögern Frieden zu
schließen und gibt vor, ein großer Bewunderer des Königs von Preußen zu sein.“

c) aus der Sicht der Madame du Hausset

„Durch seinen Aufenthalt am Hofe von Versailles, welcher wiederholt von kurzen
oder langen Reisen unterbrochen wurde, hatte Saint Germain so viel erlebt, dass er
die Verhältnisse daselbst besser kannte als sonst irgendjemand. Der König ließ sich
von ihm beraten und amüsieren, wenn die Langeweile ihn quälte.

Für Madame de Pompadour war er der Erzieher und der Lehrmeister, auch in der
europäischen Politik, wodurch sie ein Urteil bekommen hatte und die ihr übertragene
Aufgabe mit Würde erfüllen konnte. Anfangs wurde sie mit der Ernennung einiger
Gesandten beauftragt, nach 1757 mit derjenigen der Minister des Inneren und der
auswärtigen Angelegenheiten und des Krieges Choiseul-Stainville und Belle-Isle,
wobei sie von Saint Germain unterstützt wurde. In Zweifelsfällen gab er den
Ausschlag.“
d) aus der Sicht des sächsischen Resident Kauderbach

Am 14. März 1760 schreibt der sächsische Resident Kauderbach an den Minister
Wackerbart-Salmour in Dresden: „Saint Germain sieht aus wie ein kräftiger
Fünfundvierziger, aber er selbst gibt zu verstehen, er habe schon hundert und mehr
Jahre gelebt. Feststeht, dass ein jetzt siebzigjähriges Mitglied der Generalstaaten ihn
im Hause seines Vaters gesehen hat, als er noch ein Kind war. Sein eigenes Haar ist
schwarz und voll, sein Gesicht zeigt keine einzige Runzel. Fleisch isst er nicht, nur
etwas Hühnerfleisch, Fisch und Gemüse. Wenn es mir gelingt, ihm sein Geheimnis
lange zu leben, zu entlocken, so werde ich es dem König (August III., König von
Polen, Kurfürst von Sachsen) nicht verschweigen.
Saint Germain kennt die schönsten Geheimnisse der Natur und weiß Ungläubige zu
bekehren oder zu überzeugen. Er zeigte uns Steine von unschätzbarem Wert, u.a.
einen seiner Opale von makelloser Reinheit und herrlicher Schönheit, von der Größe
eines Taubeneis. Aber um Reichtum und irdische Größe kümmert er sich nicht, es
genügt ihm, wenn er den Titel „Bürger des Staates“ beanspruchen darf. Auch
besprach er das Schicksal Frankreichs: der Ursprung des Übelstandes ist die
Schwachheit des Fürsten und die Uneinigkeit des Hofes. Er behauptet, öfters den
Hof von Dresden besucht zu haben zur Zeit des verstorbenen Königs (August der
Starke, 1649 – 1733). Er spielt ausgezeichnet Geige und Klavier und singt zum
Entzücken. Die Leute rennen ihm die Türe ein, um ihn zu sehen. Er spricht frei über
die Verhältnisse am französischen Hof: vom König bis zur Hanswursterei. [...]

Über Saint Germains Aufenthalt in Holland erzählt van Hardenbroek, er bewohne das
Schloss Ubbergen 1762 (dieses Schloss wurde ca. 1850 niedergerissen). Dort habe
er ein großes Laboratorium und gebe allen erdenklichen Dingen die schönsten
Farben. Der Mann lebe dort wie ein Philosoph und studiere die Natur, sei angenehm
in der Unterhaltung gleich einem spanischen Edelmann. [...]“

f) aus der Sicht des Grafen Karl Cobenzl

Graf Karl Cobenzl schrieb am 8. April 1763 aus Brüssel an den Kanzler Grafen
Wenzel Anton Kaunitz in Wien:
„Vor etwa drei Monaten passierte hier der wunderlichste Mann, welchen ich je in
meinem Leben getroffen habe. Ich vermute, dass er aus einem mächtigen und
berühmten Hause stammt und, obgleich einfach in seinem Leben, sehr wohlhabend
ist. Er weiß alles und tut sich durch Edelsinn hervor. In einer großen Gesellschaft hat
er u.a. durch Experimente nachgewiesen, dass Eisen in ein Metall umzuwandeln ist,
ebenso schön wie Gold, geeignet zu verschiedenen Zwecken und an Farbe, Gewicht
und Zähigkeit dem Golde ähnlich. Aus gemeinem Leder macht er den prächtigsten
Saffian. Seine Farbstoffe zur Färbung von Seide, Wolle und Holz lassen alles hinter
sich, was existiert, und haben den Vorteil billig zu sein; also auch für den Mann aus
dem Volke erreichbar... Er hat Begabung für alle Künste und Wissenschaften, ist
Dichter, Musiker, Literator, Arzt, Physiker, Chemiker, Mechaniker und Kenner von
Gemälden. Er hat eine universelle Bildung, welche selten ist, spricht alle Sprachen
sehr gut, italienisch, französisch und englisch am besten, bereiste die ganze Welt.
[...]“
g) aus der Sicht des Grafen Max Lamberg

Während seines Aufenthalts in Wien (1769) mit dem jugendlichen Algernon Percy,
begegnete Saint Germain dem österreichischen Grafen Max Lamberg, Kaiserlicher
Kammerherr und württenbergischer Geheimrat. Dieser beschrieb Saint Germain als
„höflichen und liebenswürdigen Mann, eines der am edelsten gesinnten Mitglieder
des berühmten BUNDES, welcher Europa das Beispiel der Liebe und der Freiheit
gegeben hat und der als rechtschaffener Patriot und als eifriger Republikaner
gekämpft hat.“

„Saint Germain behauptet, den Perser Thamas Kuli Kann persönlich gekannt zu
haben. In Peking hätte er Zutritt gehabt zu einem Kreis der Mandarinen, ohne dass
nach seinem Beglaubigungsschreiben gefragt wurde. „Überall,“ sagte er, „möchten
die Menschen meinen Namen wissen, aber was liegt daran, ob ich Erbse oder
Bohne, Cicero oder Piso heiße. In Venedig nennen sie mich: „Was geht sie das an?“,
in Hamburg „Mein Herr“, in Rom „Monseigneur,“ in Wien „Pst“, in Neapel pfeifen sie
mir nach, in Paris sah ich sie blinzeln.“

„Aber wenn jemand mich recht anzublicken weiß, rede ich ihn oder sie wohl einmal
an. Solange ich unter ihnen lebe, werde ich mich jedoch als Träger eines erlauchten
Namens benehmen.“

Lamberg schreibt: „Der Mann besitzt tausend Talente; er spielt z.B. vorzüglich Geige
und die Zuhörer glauben fünf Instrumente zugleich zu hören! [...]“

h) aus der Correspondance littéraire von F.M. Grimm

In einem Brief vom 6. Oktober 1783 aus Versailles an jemanden in Berlin wird über
den Graf von Saint Germain gesagt, dass er eine große Rolle in der Welt gespielt
habe und noch am Leben sei, sein Aufenthalt in Paris jedoch sei unbekannt.

In dieser Stadt, so sagt man, kam er einmal an einer Kirche vorbei, trat ein und
wurde ergriffen durch ein prachtvoll gemeißeltes Christusbild. „Ich bin außer mir
durch die Ähnlichkeit dieses Christus mit dem ursprünglichen, den ich sehr gut
gekannt habe. Wahrlich, es ist täuschend ähnlich.“ Er erzählte darauf dessen ganze
Geschichte. Er wurde nun gefragt, ob er es ernstlich meinte. „Oh, sehr ernstlich.“ Die
Erzählung wurde auf eine so neue, interessante und überzeugende Weise gemacht,
dass die Zuhörer die Handlung miterlebten und sich einbildeten, Zeugen zu sein.

Der Briefschreiber behauptet weiter, dass Saint Germain von allen Souveränen von
Europa empfangen werde und man ihm mit Interesse zuhöre; in Berlin sei er sogar
festlich bewirtet worden von Friedrich dem Großen. Georg III. von England nennt ihn
seinen „Freund“. Saint Germain gab viel Geld für nützliche Zwecke aus und
verschenkte mit einer Hand, was er mit der anderen erhalten hatte.

i) aus der Sicht des Landgraf Karl von Hessen

Der Landgraf Karl von Hessen, welcher Saint Germain immer um Rat fragte, musste
ihn im Herbst des Jahres 1783 in Eckernförde zurücklassen, um in Kassel
Familienangelegenheiten zu ordnen. Als er von der Reise zurückkehrte, vernahm er
von Dr. Lossau (dieser Arzt, zugleich Apotheker, war ein eingeweihter Freimaurer
und führte alles aus, was Saint Germain ihm aufgetragen hatte), dass sein bester
Freund am 27. Februar 1784 gestorben wäre und in aller Stille in der Kirche
beigesetzt und begraben worden wäre; für das Glockenläuten wären 12 Mark gezahlt
worden.

Niemand war bei seinem Tode oder bei seinem Begräbnis anwesend, außer Dr.
Lossau, welcher die Eintragung in das Totenregister der St. Nikolaus-Kirche in
Eckernförde besorgte: „Gestorben am 27. Februar 1784 der sich so nennende Graf
von St. Germain und Welldone, in hiesiger Kirche beigesetzt ohne Reden des
Geistlichen. Weitere Nachrichten sind nicht bekannt.“

Zur Fortsetzung dieser Mystifikation wurde der Nachlass aus Mangel an Erben und
Testament am 3. April gerichtlich versiegelt und die Berechtigten im lokalen
Wochenblatt eingeladen, ihre Ansprüche zu beweisen. Da niemand erschien, nahm
der Landgraf als dänischer Statthalter den Nachlass in Besitz und sandte alle
Wertpapiere nach dem Hofe seines Schwagers, Christian, König von Dänemark; nur
diejenigen Dokumente, welche Bezug hatten auf die schottischen Grade, gingen
über nach dem Hauptkapitel in Stockholm, wo sie sich noch befinden müssen.

Im Frühjahr 1784 besuchte Saint Germain als Lefort den Hof von Hessen-Darmstadt
und erhielt vom Landgrafen Christian einen Ernennungsbrief zum Major in einem
seiner Regimenter, mit dem er sich in seinem Gebiet frei bewegen konnte,

Im Sommer reiste er ab nach dem berühmten, im Jahre 1785 abzuhaltenden,


freimaurerischen Kongress der Philalethen in Paris, wo er als Herr Baron Chef de
Bien ankam. Im Süden Frankreichs war er bekannt unter seinem Ordensnamen
„Eques a capite galeato“, Großmeister von Languedoc.

(aus dem Buch "Der Graf von Saint Germain" von L.A. Langeveld, Erstausgabe 1930,
Neuauflage 1993 im Saint Germain-Starczewski Verlag, ISBN 3-925612-22-X))