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Ernst Toller

(* 1.Dezember 1893 in Samotschin (Provinz Posen) – † 22.Mai 1939 in New York City)
„Kann Kunst die Wirklichkeit beeinflussen? Kann der Dichter vom
Schreibtisch her Einfluß auf die Politik seiner Zeit gewinnen? Es gibt
Autoren, die diese Frage verneinen, ich bejahe sie. Alle Kunst
hat magische Wirkung. Kunst erreicht mehr als den Verstand, sie
verankert sein Gefühl. Sie gibt dem verankerten Gefühl geistige
Legitimation. Ich glaube darum, dass der Künstler nicht Thesen
begründen, sondern Beispiele gestalten soll. Kunst gehört zu jenen
seltenen geistigen Mitteln, verschüttete Instinkte zu erhellen, tapfere
Haltungen zu schulen, spontanes Gefühl
für Menschlichkeit, Freiheit und Schönheit zu vertiefen.“

Leben:
ein deutscher Schriftsteller, Politiker und Revolutionär jüdischer Herkunft
Realgymnasium in Bromberg; Sudium (Jura, Literatur und Philosophie) in Grenoble
1914 Kriegsfreiwilliger in München, Unteroffizier
1916 schwere Erkrankung, 1917 nicht mehr kriegsverwendungsfähig
Vortsetzung des Studiums in München, Bekanntschaft mit Thomas Mann, Reiner Maria Rilke
Einladung an die Uni Heidelberg von Max Weber. Mitgliedschaft bei einem Kampfbund für die
friedliche Lösung der Widersprüche des Völkerlebens
1919 Verhaftung und Studium im Militärgefängnis
1920-1924 nach dem Ende der Republik Festung in Niederschönenfelder bei Rain wegen
Hochverrats
Mitgliegschaft der von Kurt Hiller gegründeten Gruppe Revolutionärer Pazifisten
1932 verliebt sich in Christiane Grautoff (Schauspielerin aus Berlin)
1933 Ausbürgerung durch die Nationalsozialisten,
1935 Übersiedlung nach London, anschließend in die USA. Während seiner gesamten Exilzeit
engagiert er sich gegen den Faschismus. 
1939 Trennung von seiner Ehefrau. 
Als letzte große Veröffentlichung erscheint (in englischer Sprache) das Drama "Pastor Hall".
22. Mai: Ernst Toller nimmt sich in New York das Leben.

Landshoff bescheinigt seinem Autor und


Freund große Güte, Hilfsbereitschaft und
neben einem „oft kindlichen Sinn für Humor“ Ehrenburg schildert den
eine „leidenschaftliche Hoffnung auf eine „Dichterpartisanen“ Toller als
bessere Welt“, dazu eine „heimliche Liebe zum „außergewöhnlich sanftmütigen“
Luxus“, großen Charme, vor allem Frauen Menschen, der sich gleichwohl stets den
gegenüber, und ein gerütteltes Maß an Eitelkeit Härten des Lebens gestellt habe.
– Schwächen, über die sich Toller allerdings
selbst auf eine zuweilen „rührende Weise“ im
Klaren gewesen sei.
Werke
Das literarische Schaffen
 Die Wandlung, Drama, 1919
-Vetreter der expressionistischen Literatur.
 Masse Mensch, Drama, 1920 (erste
-In der 1920er Jahren verfasste er Schauspiele und Niederschrift Oktober 1919)
Erzählwerke im Stil der Neuen Sachlichkeit.
 Die Maschinenstürmer, Drama, 1922
-Galt als ein prominenter Vertreter der littérature  Hinkemann, Tragödie, 1923
engagée (Tendenzlliteratur) der Weimarer Republik  Der entfesselte Wotan, Komödie, 1923
der mit literarischen Texten zugleich politisch
 Das Schwalbenbuch, neue durchges.
werken wollte.
Auflage, Gustav Kiepenheuer, Weimar
1924
 Hoppla, wir leben!, Drama, 1927
 Justiz. Erlebnisse, 1927
 Quer Durch, 1930
 Feuer aus den Kesseln, 1930
 Die blinde Göttin, 1933
 Eine Jugend in Deutschland,
Autobiographie, Amsterdam 1933
(Querido)
 Nie wieder Friede, 1934
 Briefe aus dem Gefängnis, 1935
 Pastor Hall, 1939