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Ordinarius: Univ.-Prof. Dr.-Ing. habil.

Gerhard Rigoll
Technische Universität München

Prüfung Signaldarstellung
Sommersemester 2015
Datum: 11.09.15, 1200 Uhr (90min) Nachname:

Raum: Vorname:

Platz-Nr.: Matr.-Nr.:

Wichtige Hinweise:
• Bitte überprüfen Sie zunächst, ob Ihre Prüfungsunterlagen vollständig sind: Die Prüfung besteht aus 20 Seiten.
Die letzten 4 Seiten sind für Nebenrechnungen freigelassen.
• Füllen Sie die oben stehenden Felder leserlich aus und schreiben Sie auch auf alle anderen Blätter des Aufga-
benheftes oben Ihren Namen und Ihre Matrikelnummer. Blätter ohne diese Angaben können nicht gewertet
werden.
• Bitte legen Sie Ihren Studentenausweis sowie einen Lichtbildausweis bereit.
• Zugelassen zur Prüfung sind außer Schreibutensilien lediglich eine unbeschriebene Klarsichtfolie, das beidseitig
bedruckte Originalmanuskript zur Vorlesung Signaldarstellung. Handschriftliche Ergänzungen auf
den Seiten des Manuskripts sind erlaubt. Weitere Hilfsmittel aller Art (wie z.B. Mobiltelefone, PDAs,
Taschenrechner, Konzeptpapier) sind nicht zugelassen.
• Alle Signale sind zeitnormiert dargestellt.
• Am Ende der Prüfung müssen Sie alle an Sie ausgeteilten Blätter abgeben.
• Teilaufgaben, zu deren Lösung Ergebnisse aus vorangegangenen Aufgaben nicht unbedingt erforderlich sind,
sind mit einem ⋆ gekennzeichnet.
• Ergebnisse können nur gewertet werden, wenn der Lösungsweg klar erkennbar ist.
• Es muss ein dokumentenechter Stift, jedoch kein Rotstift, verwendet werden.
• Analytische Ausdrücke sind soweit zu vereinfachen, wie möglich.

Hiermit bestätige ich, dass ich vor Prüfungsbeginn darüber in Kenntnis gesetzt wurde, dass ich im Falle einer
plötzlich während der Prüfung auftretenden Erkrankung das Aufsichtspersonal umgehend informieren muss. Dies
wird im Prüfungsprotokoll vermerkt. Danach muss unverzüglich ein Rücktritt von der Prüfung beim zuständigen
Prüfungsausschuss beantragt werden. Ein vertrauensärztliches Attest – ausgestellt am Prüfungstag – ist unver-
züglich nachzureichen. Wird die Prüfung hingegen in Kenntnis der gesundheitlichen Beeinträchtigung dennoch
regulär beendet, kann im Nachhinein kein Prüfungsrücktritt aufgrund von Krankheit beantragt werden. Wird
die Prüfung wegen Krankheit abgebrochen, wird die Klausur als nicht erschienen“ gemeldet und – unabhängig

von einem Rücktrittsantrag – nicht bewertet.

München, 11.09.15
(Unterschrift)

Bewertung (vom Prüfer auszufüllen):



Aufgabe 1 2 3 4 5
erreichte Punktzahl
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1. Aufgabe (15 Punkte)


[ ]
Es sei das folgende Signal gegeben: x(t) = (2 − t) · u(t + 1) − u(t − 1)
LT
⋆a) Geben Sie den Konvergenzbereich von X(s) •−◦ x(t) an! /1 Pkt

LT
⋆b) Bestimmen Sie die Laplace-Transformierte X(s) •−◦ x(t) und vereinfachen Sie so weit wie möglich!
/3 Pkt
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Es sei nun das folgende zeitkontinuierliche LTI-System gegeben:

x(t) y(t)
h(t)

[ ]
Mit h(t) = u(t) − u(t − 1) und weiterhin x(t) = (2 − t) · u(t + 1) − u(t − 1)

⋆c) Bestimmen Sie die Faltung x(t) ∗ h(t) mithilfe des Faltungsintegrals! /5 Pkt
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( )( )
Es sei g(t) = sin π
2
t u(t + 2) − u(t − 2)
⋆d) Skizzieren Sie 2 · g(2t − 2) in einem geeigneten Zeitintervall! /3 Pkt

( )( )
Nun sei g[n] = sin π
2
n u[n + 2] − u[n − 2]
⋆e) Skizzieren Sie 2 · g[2n − 2] in einem geeigneten Zeitintervall! /3 Pkt
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2. Aufgabe (15 Punkte)


⋆a) Zeigen Sie, dass der bekannte Zusammenhang sin2 (x) + cos2 (x) = 1 gilt, indem Sie auf beide Seiten
der Gleichung die Fourier-Transformation anwenden und im Frequenzbereich die Äquivalenz zeigen!
/4 Pkt

⋆b) Beschreiben Sie mit eigenen Worten in einem kurzen Satz, was das Parseval’sche Theorem der
Fourier-Transformation aussagt! /1 Pkt
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⋆c) Zeigen Sie, dass der Diracimpuls δ(t) unendliche Energie besitzt! /3 Pkt

Über die Koeffizienten der Fourier-Reihe eines Signals y(t) sei folgendes bekannt:


 2 für k=0 {
 1 für k=2
ak = (−1)k für k = 1, 2 bk = ω0 = 2π

 0 sonst

0 sonst
⋆d) Geben Sie y(t) an! /2 Pkt
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Es sei das folgende periodische Signal x(t) gegeben:


x(t)

−3 −2 −1 1 2 3
⋆e) Nennen Sie alle für die Fourier-Reihe relevanten Symmetrien, welche in x(t) auftreten! /1 Pkt

f) Welche Koeffizienten ak und bk der Fourier-Reihe von x(t) sind folglich gleich Null? /1 Pkt

g) Geben Sie alle ak und bk der Fourier-Reihe von x(t) sowie ω0 an! /3 Pkt
∫1
Hinweis: sin(kπt)dt = kπ 2
∀k ∈ vgl. f)
0
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3. Aufgabe (15 Punkte)


Es sei das folgende zeitkontinuierliche LTI-System gegeben:


d1 (t)

⊕ ⊗ r1 (t) r2 (t)
cos(ω0 t) H(ω)


d2 (t) cos(ω0 t − ϕ)

− sin(ω0 t)

Das Ziel dieses Systems ist es, die Orthogonalität zwischen den trigonometrischen Funktionen auszu-
nutzen, so dass jeweils entweder r2 (t) = d1 (t) oder r2 (t) = d2 (t).

⋆a) Erklären Sie kurz in eigenen Worten, was Orthogonalität in diesem Kontext bedeutet! /1 Pkt

⋆b) Bestimmen Sie r1 (t) für ϕ = 0! /1 Pkt

FT
Zunächst sei d2 (t) = 0 und d1 (t) ◦−• D1 (ω) = δ(ω).
FT
⋆c) Bestimmen Sie R1 (ω) •−◦ r1 (t) für ϕ = 0! /2 Pkt
( )
Hinweis: cos2 (x) = 12 1 + cos(2x)
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FT
⋆d) Bestimmen Sie nun R1 (ω) •−◦ r1 (t) für ϕ = π2 !
FT
Es sei weiterhin d2 (t) = 0 und d1 (t) ◦−• D1 (ω) = δ(ω). /2 Pkt
Hinweis: cos(x − π/2) = sin(x) und sin(x) cos(x) = 1
2 sin(2x)

FT
Nun sei stattdessen d1 (t) = 0 und d2 (t) ◦−• D2 (ω) = δ(ω).
FT
⋆e) Bestimmen Sie R1 (ω) •−◦ r1 (t) für ϕ = π2 ! /2 Pkt
( )
Hinweis: cos(x − π/2) = sin(x) und sin2 (x) = 1
2 1 − cos(2x)

FT
⋆f) Bestimmen Sie nun R1 (ω) •−◦ r1 (t) für ϕ = 0!
FT
Es sei weiterhin d1 (t) = 0 und d2 (t) ◦−• D2 (ω) = δ(ω). /2 Pkt
1
Hinweis: sin(x) cos(x) = 2 sin(2x)
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d1 (t) und d2 (t) müssen im Allgemeinen bandbegrenzt sein, damit das System so funktionieren kann,
wie zu Anfang beschrieben.
g) Was ist die maximale Grenzfrequenz ωg von d1 (t) bzw. d2 (t)? /1 Pkt

Es wird im Folgenden angenommen, dass die Grenzfrequenz immer eingehalten wird.


h) Welche Höhe muss das ideale Rekonstruktionsfilter H(ω) haben, so dass r2 (t) = d1 (t) bei ϕ = 0!
/1 Pkt

i) Wie muss ϕ gewählt werden, damit r2 (t) = d2 (t), mit H(ω) wie in h)? /1 Pkt

j) Geben Sie r2 (t) für den Fall ϕ = π4 an! /2 Pkt


Hinweis: Es ist keine Rechnung erforderlich.
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4. Aufgabe (15 Punkte)


ZT
Es sei das Signal H(z) •−◦ h[n] gegeben:

1 + z −1
H(z) = , |z| > 1
1 + z −2

⋆a) Ist das System H(z) kausal? Begründen Sie! /1 Pkt

⋆b) Ist das System H(z) stabil? Begründen Sie! /1 Pkt

⋆c) Existiert die ZDFT von h[n]? Falls ja, geben Sie diese an! Andernfalls, begründen Sie! /1 Pkt

⋆d) Skizzieren Sie das PN-Diagramm von H(z)! Kennzeichnen Sie den Konvergenzbereich R! /2 Pkt
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ZT
⋆e) Lässt sich h[n] ◦−• H(z) eindeutig aus dem PN-Diagramm (inklusive Konvergenzbereich) rekon-
struieren? Begründen Sie! /1 Pkt

⋆f) Skizzieren Sie die Filterstruktur zu H(z)! /2 Pkt

ZT
g) Geben Sie die Impulsantwort h[n] ◦−• H(z) im Intervall [−2, 6] an (Skizze oder Tabelle)! /2 Pkt
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Das System H(z) wird im Folgenden erweitert zu einem Gesamtsystem Hges (z):

x[n] y[n]
H(z) H2 (z)

⋆h) Das Signal x[n] = (−1)n u[n] durchläuft das neue System. Am Ausgang entsteht das Signal y[n] = δ[n].
Bestimmen Sie H2 (z)! /2 Pkt

( )

Am Ausgang des Systems Hges (z) soll nun das Signal y2 [n] = cos 2 u[n] entstehen. Das System
befindet sich zunächst in Ruhe, d.h. x2 [n] = 0 für n < 0.
⋆i) x2 [n] ist periodisch für n ≥ 0. Geben Sie die Periodendauer T von x2 [n] an! /1 Pkt

j) Bestimmen Sie x[n] im Intervall 0 ≤ n < T ! /2 Pkt


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5. Aufgabe (15 Punkte)


Gegeben sei der folgende MATLAB-Code:

A = reshape(1:8,2,4);

⋆a) Skizzieren Sie die Matrix A! /1 Pkt

⋆b) Schreiben Sie MATLAB-Code, der die Summe der Spalten von A berechnet und in dem Vektor s
speichert! Verwenden Sie keine Schleifen! /1 Pkt

⋆c) Schreiben Sie MATLAB-Code, der alle Elemente in der 2. Spalte von A gleich Null setzt! Verwenden
Sie keine Schleifen! /1 Pkt

Gegeben sei der folgende Code in MATLAB:


B = [1, -j; j, -1].';

⋆d) Skizzieren Sie die Matrix B! /1 Pkt


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Gegeben sei der folgende Code in MATLAB:

1: t = 0:0.01:10;
2: x = sin(t);
3: h = e^(-t);
4: produkt = x*h;
5: faltung = conv(x,h);
6: subplot(1,2,1);
7: plot(t,produkt);
8: subplot(1,2,2);
9: plot(t,faltung);

⋆e) Der dargestellte Code enthält drei Fehler, welche die erfolgreiche Ausführung verhindern. Erklären
Sie jeweils kurz in eigenen Worten die Ursache dieser Fehler! /3 Pkt

f) Tauschen Sie die fehlerhafte(n) Zeile(n) aus und verbessern Sie den Code anschließend so, dass kein
Fehler mehr auftritt! /3 Pkt
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Im Folgenden sei die Funktion h[n] gegeben als:

h[n] = 2−n · u[n + 2]

ZDFT
⋆g) Existiert H(Ω) •−◦ h[n]? Begründen Sie! /1 Pkt

ZT
⋆h) Schreiben Sie MATLAB-Code, der die unilaterale z-Transformation H(z) •−◦ h[n] symbolisch be-
rechnet! /2 Pkt

ZT
i) Schreiben Sie MATLAB-Code, der die bilaterale z-Transformation H(z) •−◦ h[n] symbolisch be-
rechnet! /2 Pkt
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Zusatzblätter
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