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Ordinarius: Univ.-Prof. Dr.-Ing. habil.

Gerhard Rigoll
Technische Universität München

Prüfung Signaldarstellung
Sommersemester 2017
Datum: 26.09.17, 1330 Uhr (90min) Nachname:

Raum: Vorname:

Platz-Nr.: Matr.-Nr.:

Studiengang:  Bachelor EI  Informatik  Informationstechnik


 MSE Ingenieurwissenschaften  Wahlfach:

Wichtige Hinweise:
• Die Prüfung besteht aus 20 Seiten. Die letzten drei Seiten sind für Nebenrechnungen freigelassen.
• Füllen Sie die oben stehenden Felder leserlich aus und schreiben Sie auch auf alle weiteren Zusatzblätter oben
Ihren Namen und Ihre Matrikelnummer. Blätter ohne diese Angaben können nicht gewertet werden.
• Bitte legen Sie Ihren Studentenausweis sowie einen Lichtbildausweis bereit.
• Zugelassen zur Prüfung sind außer Schreibutensilien lediglich eine unbeschriebene Klarsichtfolie, das beidseitig
bedruckte Originalmanuskript zur Vorlesung Signaldarstellung. Handschriftliche Ergänzungen auf
den Seiten des Manuskripts sind erlaubt. Weitere Hilfsmittel aller Art (wie z.B. Mobiltelefone, PDAs,
Taschenrechner, Konzeptpapier) sind nicht zugelassen.
• Alle Signale sind zeitnormiert dargestellt.
• Am Ende der Prüfung müssen Sie alle an Sie ausgeteilten Blätter abgeben.
• Teilaufgaben, zu deren Lösung Ergebnisse aus vorangegangenen Aufgaben nicht unbedingt erforderlich sind,
sind mit einem ⋆ gekennzeichnet.
• Lösungen werden nur gewertet, wenn sie eindeutig zugeordnet werden können und der Lösungsweg klar
erkennbar ist.
• Es muss ein dokumentenechter Stift, jedoch kein Rotstift, verwendet werden.
• Lösungen sind so weit zu vereinfachen, wie möglich. Bei Skizzen müssen immer alle Achsen beschriftet werden.
• Punkte sind unverbindlich nach Schwierigkeit gekennzeichnet: (+) leicht, (ohne) normal, (-) schwer.

Hiermit bestätige ich, dass ich vor Prüfungsbeginn darüber in Kenntnis gesetzt wurde, dass ich im Falle einer
plötzlich während der Prüfung auftretenden Erkrankung das Aufsichtspersonal umgehend informieren muss. Dies
wird im Prüfungsprotokoll vermerkt. Danach muss unverzüglich ein Rücktritt von der Prüfung beim zuständigen
Prüfungsausschuss beantragt werden. Ein vertrauensärztliches Attest – ausgestellt am Prüfungstag – ist unver-
züglich nachzureichen. Wird die Prüfung hingegen in Kenntnis der gesundheitlichen Beeinträchtigung dennoch
regulär beendet, kann im Nachhinein kein Prüfungsrücktritt aufgrund von Krankheit beantragt werden. Wird
die Prüfung wegen Krankheit abgebrochen, wird die Klausur als nicht erschienen“ gemeldet und – unabhängig

von einem Rücktrittsantrag – nicht bewertet.

München, 26.09.17
(Unterschrift)

Bewertung (vom Prüfer auszufüllen):


Aufgabe 1 2 3 4 5
Punktzahl
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1. Aufgabe (20 Punkte)


Es sei ein zeitdiskretes System gegeben:

x[n] y[n]
h[n]

Für dieses System sind das Eingangssignal x[n] sowie die Impulsantwort h[n] bekannt:

x[n] h[n]
2 2

1 1

n n
−3 −2 −1 1 2 3 4 −1 1 2 3 4 5
−1 −1

⋆a) Handelt es sich bei h[n] um ein LTI-System? Begründen Sie kurz! /1+ Pkt

⋆b) Ist h[n] kausal? Begründen Sie kurz! /1+ Pkt

⋆c) Über welches Zeitintervall erstreckt sich das Ausgangssignal y[n] = x[n] ∗ h[n]? /1+ Pkt
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⋆d) Skizzieren Sie die zeitdiskrete Faltung y[n] = x[n] ∗ h[n]! /10 Pkt

⋆e) Skizzieren Sie die Sprungantwort s[n] des Systems im Intervall [−2, 6]! /3+ Pkt
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Für ein unbekanntes Eingangssignal x2 [n] wird am Ausgang des Systems das Signal y2 [n] ge-
messen:

y2 [n]
3

n
−2 −1 1 2 3 4 5
−1

⋆f) Bestimmen Sie das Eingangssignal x2 [n] im Intervall [-2,5]! /4- Pkt
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2. Aufgabe (20 Punkte)


Es sei die periodische Funktion x(t) gegeben:

π ∑

[ ]
x(t) = − x0 (t − 2πr) mit x0 (t) = | t | · u(t + π) − u(t − π)
2 r=−∞

⋆a) Skizzieren Sie x(t) im Intervall [−2π, 2π]! /3+ Pkt

⋆b) Geben Sie die Grundfrequenz ω0 von x(t) an! /1+ Pkt

⋆c) Nennen Sie alle Symmetrien von x(t), welche für die Fourier-Reihe relevant sind! /2+ Pkt

d) Welche Koeffizienten ak und bk der Fourier-Reihe von x(t) sind folglich gleich Null? /2+ Pkt
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e) Bestimmen Sie alle weiteren (nicht-Null) Koeffizienten ak und bk der Fourier-Reihe von x(t)
und vereinfachen Sie so weit wie möglich! /5 Pkt

π
Hinweis: α2 x cos(αx) dx = απ sin(απ) + cos(απ) − 1 ∀ α ∈ R bzw.
0
∫π
α 2
x sin(αx) dx = sin(απ) − απ cos(απ) ∀α ∈ R
0

f) Stellen Sie x(t) anhand Ihrer Lösungen in b) und e) als Fourier-Reihe dar, indem Sie die
Koeffizienten einsetzen! /1+ Pkt
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Im Folgenden sollen die drei Reihen inverser Quadratzahlen untersucht werden:



1 ∑

1 ∑∞
1
A= B= C=
n=1
(2n − 1)2 n=1
(2n)2 n=1
n2

g) Bestimmen Sie den Wert von A anhand Ihrer Lösung in f)! /2 Pkt

⋆h) Schreiben Sie C einmal in Abhängigkeit von B und einmal in Abhänigkeit von A und B!
/2+ Pkt

i) Bestimmen Sie die Werte von B und C anhand Ihrer Lösungen in g) und h)! /2 Pkt
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3. Aufgabe (20 Punkte + 10 Bonus)


Ein Rundfunksystem soll reelle Daten d(t) von einem Sender zum Empfänger möglichst band-
breiteneffizient (und fehlerfrei) übertragen. Die Systeme können wie folgt zusammen geschaltet
werden:
⊗dm (t) x(t) ⊗xm (t) g(t)⊗ gs (t) y(t) ( )
d(t) H1 (ω) H2 (ω) H2 (ω) Re · r(t)


∞ ( )
m(t) = 2 cos(ωm t) m(t) = 2 cos(ωm t) s(t) = δ t−n
n=−∞

FT
⋆a) Schreiben Sie das Amplitudenspektrum von d(t) in Abhängigkeit von D(ω) •−◦ d(t)! /1+ Pkt

FT
⋆b) Welche Eigenschaft besitzt das Spektrum D(ω) •−◦ d(t), wenn d(t) = d∗ (t)? Formulieren Sie
Ihre Antwort als Gleichung! /1+ Pkt

c) Welche Eigenschaft besitzt folglich das Amplitudenspektrum, wenn d(t) = d∗ (t)? Nutzen Sie
Ihre Lösungen aus a) und b)! /2 Pkt

⋆d) Wo verläuft die Grenze zwischen Sender und Empfänger? Nennen Sie das Signal, welches
beide Systeme miteinander verbindet! /1- Pkt
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Für die Systeme sind nun die folgenden Parameter bekannt mit ωm ≫ ωd > 0:

d(t) = si(ωd t) H1 (ω) = u(ω − ωm ) − u(ω − ωm − ωd ) H2 (ω) = u(ω + ωd ) − u(ω − ωd )


⋆e) Um welche Arten von Filtern handelt es sich jeweils bei H1 (ω) und H2 (ω)? /2+ Pkt

FT
⋆f) Berechnen Sie das Spektrum D(ω) •−◦ d(t)! /1+ Pkt

FT
g) Berechnen und skizzieren Sie das Spektrum Dm (ω) •−◦ dm (t)! Kennzeichnen Sie anschließend
FT
X(ω) •−◦ x(t) in Ihrer Skizze, indem Sie den relevanten Bereich schraffieren oder farblich
hervorheben! /4 Pkt
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FT FT
h) Skizzieren Sie das Spektrum Xm (ω) •−◦ xm (t)! Kennzeichnen Sie anschließend G(ω) •−◦ g(t)
in Ihrer Skizze, indem Sie den relevanten Bereich schraffieren oder farblich hervorheben!
/4 Pkt

i) Wie groß darf ωd maximal sein, damit bei der Abtastung mit s(t) kein Alias entsteht? /1 Pkt

⋆j) Ist die Bildung des Realteils ein LTI System? Falls ja, geben Sie die Impulsantwort an! An-
dernfalls, begründen Sie! /2- Pkt
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( ) y(t) + y ∗ (t)
Der Realteil des Signals xs (t) lässt sich berechnen zu r(t) = Re y(t) = .
2
FT FT
⋆k) Bestimmen Sie die Fourier-Transformierte R(ω) •−◦ r(t) in Abhängigkeit von Y (ω) •−◦ y(t)!
/1+ Pkt

Bonus) Nutzen Sie Ihre Lösungen aus b), h) und k) und zeigen Sie, dass 2 · R(ω) = D(ω) und somit
auch 2 · r(t) = d(t) gilt! /10- Pkt
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4. Aufgabe (20 Punkte)


Eine unbekannte, beidseitige Übertragungsfunktion H(z) besitze drei Polstellen:

z∞1 = −1/2 z∞2 = 2/3 z∞3 = 2


⋆a) Nennen Sie drei mögliche Lösungen für den Konvergenzbereich R von H(z)! /3+ Pkt

⋆b) Wie viele mögliche Lösungen für den Konvergenzbereich R von H(z) gibt es? /1 Pkt

Im Folgenden sei bekannt, dass z∞1 durch den rechtsseitigen Anteil von H(z) verursacht wird.
⋆c) Ist es möglich, dass H(z) für kein z konvergiert? Begründen Sie kurz! /2 Pkt

Im Folgenden sei bekannt, dass z∞2 und z∞3 durch den linksseitigen Anteil von H(z) verursacht
werden.
⋆d) Ist der Konvergenzbereich R von H(z) nun eindeutig? Falls ja, geben Sie diesen an! Andern-
falls, begründen Sie kurz! /1+ Pkt
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⋆e) Erläutern Sie kurz, warum H(z) instabil ist! /1+ Pkt

Durch ein zusätzliches rechtsseitiges Stabilisationsfilter S(z) mit Pol z∞s = 1/2 kann eine beliebige
Anzahl der Polstellen von H(z) durch entsprechende Nullstellen kompensiert werden.
⋆f) Welche Polstellen von H(z) müssen mindestens durch S(z) kompensiert werden, damit das
System stabil wird? Geben Sie ein Beispiel für S(z)! /2+ Pkt

⋆g) Kann das System H(z) durch Kompensation einer oder mehrerer Polstelle(n) rechtsseitig
gemacht werden? Falls ja, geben Sie die Polstelle(n) an, welche mindestens kompensiert
werden müssen und geben Sie ein Beispiel für S(z)! Andernfalls, begründen Sie! /3 Pkt

⋆h) Kann das System H(z) durch Kompensation einer oder mehrerer Polstelle(n) linksseitig
gemacht werden? Falls ja, geben Sie die Polstelle(n) an, welche mindestens kompensiert
werden müssen und geben Sie ein Beispiel für S(z)! Andernfalls, begründen Sie! /3 Pkt
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H(z) besitze im Folgenden eine weitere Polstelle bei z∞4 = 0.


i) Wie ändern sich jeweils Ihre Antworten in d), f), g) und h)? Begründen Sie kurz! /4- Pkt
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5. Aufgabe (20 Punkte)


Es sei der folgende Matlab-Code gegeben:

t = linspace(-5,5,1000);
y = zeros(size(t));
window = abs(t)<=pi;
y(window) = t(window).*sin(t(window));

%%% Aufgabe a) %%% %%% Aufgabe b) %%%


z = <jede Menge Code>; tau = <jede Menge Code>;
subplot(1,2,1); subplot(1,2,2);
plot(t,z); plot(tau,y);
xlabel('t'); xlabel('t');
ylabel('y(-t-1)'); ylabel('y(-t-1)');

⋆a) Schreiben Sie MATLAB-Code für das Signal z, so dass im ersten Subplot das Signal y(−t−1)
dargestellt wird (t darf nicht verändert werden)! /4 Pkt

⋆b) Schreiben Sie MATLAB-Code für das Signal tau, so dass im zweiten Subplot das Signal
y(−t − 1) dargestellt wird (y darf nicht verändert werden)! /2 Pkt

⋆c) Nennen Sie einen Vorteil und einen Nachteil von Ansatz a) gegenüber Ansatz b)! /2 Pkt
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Zwei Spektren X(ω) und H(ω) sollen miteinander gefaltet werden. Der folgende MATLAB-Code
sei bereits gegeben:

syms X H Y w
X = <jede Menge Code>;
H = <jede Menge Code>;
% Die folgende Zeile funktioniert leider nicht!
% Y = conv(X,H);

⋆d) Schreiben Sie MATLAB-Code, der die symbolische Faltung Y von X und H mithilfe der in-
versen Fourier-Transformation (und zurück) berechnet! /3 Pkt

Im Folgenden sei das beidseitige Signal X(s) gegeben:


1
X(s) = 2 mit − 1 < Re(s) < 3
s − 2s − 3
LT
⋆e) Berechnen Sie die inverse Laplace-Transformation x(t) ◦−• X(s) (kein MATLAB)! /4 Pkt
Hinweis: Zerlegen Sie X(s) in einen kausalen und einen nicht-kausalen Teil mithilfe einer
Partialbruchzerlegung.
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LT
f) Schreiben Sie MATLAB-Code, der die inverse (bilaterale) Laplacetransformation x(t) ◦−• X(s)
berechnet! /5- Pkt
Hinweis: Ein möglicher Lösungsweg lautet wie folgt:
1) Zerlegen Sie X(s) in einen kausalen und einen nicht-kausalen Teil, vgl. e)
2) MATLAB: Bestimmen Sie den kausalen Anteil von x(t) durch Rücktransformation
3) MATLAB: Bestimmen Sie x(−t) im Laplace-Bereich (vgl. Skript S. 83)
4) MATLAB: Bestimmen Sie den kausalen Anteil von x(−t) durch Rücktransformation
5) MATLAB: Spiegeln Sie Ihr Ergebnis aus 4) im Zeitbereich wieder zurück
6) MATLAB: Fügen Sie Ihre Ergebnisse aus 2) und 5) zusammen
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Zusatzblätter
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