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Ordinarius: Univ.-Prof. Dr.-Ing. habil.

Gerhard Rigoll
Technische Universität München

Prüfung Signaldarstellung
Wintersemester 2013/14
Datum: 14.02.14, 1030 Uhr (90min) Nachname:

Raum: Vorname:

Platz-Nr.: Matr.-Nr.:

Wichtige Hinweise:
• Bitte überprüfen Sie zunächst, ob Ihre Prüfungsunterlagen vollständig sind: Die Prüfung besteht aus 20 Seiten.
Die letzten 2 Seiten sind für Nebenrechnungen freigelassen.
• Füllen Sie die oben stehenden Felder leserlich aus und schreiben Sie auch auf alle anderen Blätter des Aufga-
benheftes oben Ihren Namen und Ihre Matrikelnummer. Blätter ohne diese Angaben können nicht gewertet
werden.
• Bitte legen Sie Ihren Studentenausweis sowie einen Lichtbildausweis bereit.
• Zugelassen zur Prüfung sind außer Schreibutensilien lediglich eine unbeschriebene Klarsichtfolie, das beidseitig
bedruckte Originalmanuskript zur Vorlesung Signaldarstellung. Handschriftliche Ergänzungen auf
den Seiten des Manuskripts sind erlaubt. Weitere Hilfsmittel aller Art (wie z.B. Mobiltelefone, PDAs,
Taschenrechner, Konzeptpapier) sind nicht zugelassen.
• Alle Signale sind zeitnormiert dargestellt.
• Am Ende der Prüfung müssen Sie alle an Sie ausgeteilten Blätter abgeben.
• Teilaufgaben, zu deren Lösung Ergebnisse aus vorangegangenen Aufgaben nicht unbedingt erforderlich sind,
sind mit einem ⋆ gekennzeichnet.
• Ergebnisse können nur gewertet werden, wenn der Lösungsweg klar erkennbar ist.
• Es muss ein dokumentenechter Stift, jedoch kein Rotstift, verwendet werden.
• Analytische Ausdrücke sind soweit zu vereinfachen, wie möglich.

Hiermit bestätige ich, dass ich vor Prüfungsbeginn darüber in Kenntnis gesetzt wurde, dass ich im Falle einer
plötzlich während der Prüfung auftretenden Erkrankung das Aufsichtspersonal umgehend informieren muss. Dies
wird im Prüfungsprotokoll vermerkt. Danach muss unverzüglich ein Rücktritt von der Prüfung beim zuständigen
Prüfungsausschuss beantragt werden. Ein vertrauensärztliches Attest – ausgestellt am Prüfungstag – ist unver-
züglich nachzureichen. Wird die Prüfung hingegen in Kenntnis der gesundheitlichen Beeinträchtigung dennoch
regulär beendet, kann im Nachhinein kein Prüfungsrücktritt aufgrund von Krankheit beantragt werden. Wird
die Prüfung wegen Krankheit abgebrochen, wird die Klausur als nicht erschienen“ gemeldet und – unabhängig

von einem Rücktrittsantrag – nicht bewertet.

München, 14.02.14
(Unterschrift)

Bewertung (vom Prüfer auszufüllen):



Aufgabe 1 2 3 4 5
erreichte Punktzahl
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1. Aufgabe (18 Punkte)


Gegeben sei das folgende, zeitdiskrete LTI-System:

x1 [n] y1 [n]
h1 [n]

Die Signale x1 [n] und h1 [n] sind gegeben:


h1 [n]
1

x1 [n] = u[n + 1] + δ[n − 1] − u[n − 2] n


−1 1 2 3
−1

⋆a) Skizzieren Sie das Signal x1 [n]!

⋆b) Skizzieren Sie das Signal y1 [n]!


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Es seien nun folgende Funktionen gegeben:


 [ [

 −1 für t ∈ −3π; − 3π

 [ [2 ( (
 4
t+1 für t ∈ − 3π ; 0 ))
z1 (t) =

[ 2 ] z2 (t) = z1 3
t− π

 1 für t ∈ 0; 3π 2 2


 0 sonst

⋆c) Skizzieren Sie z2 (t)!

Es sei nun z3 (t) gegeben mit


[ ( ) [ ( ) ]]
3π 3π
z3 (t) = u t + ∗ δ t− − δ(t − 2π) · z2 (t)
2 2

d) Bestimmen Sie z3 (t) und vereinfachen Sie so weit wie möglich!


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Gegeben sei nun das folgende, zeitkontinuierliche LTI-System:

x2 (t) y2 (t)
h2 (t)

Die Signale x2 (t) und h2 (t) sind gegeben:


h2 (t)

1
{ [ ] − π2
cos(t) für t ∈ 0; π2
x2 (t) = π t
0 sonst 2

−1

⋆e) Ist das System h2 (t) stabil? Begründen Sie Ihre Antwort!

⋆f) Geben Sie die einzelnen Bereichsgrenzen für die Faltung y2 (t) = x2 (t) ∗ h2 (t) an!
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g) Bestimmen
∫ Sie das Ergebnis der Faltung y2 (t)!
Hinweis: x cos(x) dx = x sin(x) + cos(x)
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2. Aufgabe (18 Punkte)


Gegeben sei das folgende, zeitkontinuierliche LTI-System:

x(t) y(t)
h(t)

Die Signale X(ω) und y(t) sind gegeben:

X(ω) = 4 · si(ω) + 6 · si(3ω)

y(t)

t
−4 −3 −2 −1 1 2 3 4

FT
⋆a) Bestimmen Sie das Eingangssignal x(t) ◦−• X(ω)!
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b) Skizzieren Sie x(t) in einem geeigneten Zeitintervall!

c) Vergleichen Sie Ihre Skizze für x(t) mit der gegebenen Funktion y(t). Was ist demnach die Impuls-
antwort h(t) des Systems?

FT
⋆d) Bestimmen Sie die Energie von Y (ω) •−◦ y(t)!
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Gegeben sei die Funktion s(t):


4 Λ(t)
s(t) = αi Λ(βi t) = α1 Λ(β1 t)
i=1 1
+ α2 Λ(β2 t) mit
+ α3 Λ(β3 t)
t
+ α4 Λ(β4 t) −1 1

⋆e) Geben Sie geeignete Werte für die Parameter αi ∈ R und βi ∈ R an, sodass s(t) = y(t)!

Gegeben seien die beiden Signale im Zeitbereich:

z1 (t) = si(2πt) · si(2πt) sowie z2 (t) = si(2πt) ∗ si(2πt)

⋆f) Welches der Signale nimmt eine geringere Bandbreite im Frequenzbereich in Anspruch? Begründen
Sie Ihre Antwort!
Hinweis: Es ist keine Rechnung erforderlich.
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⋆g) Geben Sie zwei Beispiele für eine Funktion f (t), die ihre eigene Fourier-Transformierte ist! Formal
soll gelten:

FT
a1 · f (b1 t) ◦−• a2 · f (b2 ω) mit a1 , a 2 , b 1 , b 2 ∈ R

Hinweis: Die Konstanten a1 , a2 , b1 und b2 müssen nicht angegeben werden.


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3. Aufgabe (18 Punkte)


Ein zeitkontinuierliches Signal x(t) wird mit einem Signal s(t) abgetastet. Das daraus resultierende
Signal xs (t) durchläuft das Filter r(t). Daraus entsteht das Signal z(t).

⋆a) Skizzieren Sie das dazugehörige Blockschaltbild inklusive Beschriftung!

Die Signale x(t) und s(t) sind gegeben mit:

(π ) [ ] ∑

x(t) = cos t · u(t + 1) − u(t − 1) sowie s(t) = δ(t − nTs )
2 n=−∞

⋆b) Skizzieren Sie x(t) in einem geeigneten Zeitintervall!

⋆c) Ist x(t) vollständig aus xs (t) rekonstruierbar? Falls ja, geben Sie einen geeigneten Wert für Ts an!
Andernfalls, begründen Sie!
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Im Folgenden gilt:

x(t) = 2 · si(πt)
1
Ts =
2

FT
⋆d) Skizzieren Sie Xs (ω) •−◦ xs (t) im Intervall ω ∈ [−6π; 6π]!

FT
e) Geben Sie ein mögliches Rekonstruktionsfilter R(ω) •−◦ r(t) an, mit dem das Signal x(t) aus dem
Signal xs (t) vollständig rekonstruiert werden kann!

Dem Signal x(t) wird nun vor der Abtastung ein weiteres Signal n(t) additiv überlagert.

x(t) ⊕ xn (t) ⊗ xns (t)

(π )
n(t) = cos(2πt) · si 2
t


s(t) = δ (t − nTs )
n=−∞
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FT
⋆f) Skizzieren Sie N (ω) •−◦ n(t) in einem geeigneten Frequenzintervall!

1
g) Ist die vollständige Rekonstruktion von x(t) aus xns (t) bei Ts = 2 immer noch möglich? Begründung!

Ein Sprachsignal d(t) mit einer Grenzfrequenz von fg = 4 kHz wird mit der Frequenz fs abgetastet.
⋆h) Welche Frequenz fs ist mindestens erforderlich, damit das Abtasttheorem erfüllt ist?

In der Praxis ist das Signal d(t) typischerweise mit weißem Rauschen additiv überlagert.
⋆i) Welcher zusätzliche Schritt ist in der Vorverarbeitung nötig, um die Störeffekte nach der Rekon-
struktion zu minimieren?
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4. Aufgabe (18 Punkte)


Gegeben sei folgendes LTI-System mit der rechtsseitigen Impulsantwort h(t):

x(t) y(t)
h(t)

Weiterhin sei die Differentialgleichung gegeben über die das Signal x(t) mit dem Signal y(t) zusam-
menhängt:

ÿ(t) − 2ẏ(t) + 5y(t) = ẍ(t) − x(t)

LT
⋆ a) Berechnen Sie die zugehörige Laplacetransformierte H(s) •−◦ h(t) der Impulsantwort!

b) Zeichnen Sie das Pol-Nullstellen-Diagramm von H(s) und markieren Sie darin den Konvergenzbe-
reich!

c) Ist das System stabil? Begründen Sie Ihre Antwort!


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Nehmen Sie nun an, dass H(s) gegeben sei mit

s+1
H(s) =
s2 + 2s + 5
LT
⋆ d) Bestimmen Sie die zugehörige Impulsantwort h(t) ◦−• H(s)!

e) Skizzieren Sie die Impulsantwort h(t) im vorgegebenen Koordinatensystem im Bereich t ∈ [−π; π]!
Hinweis: e−π ≈ 0.04 und e− 2 ≈ 0.2
π

− 12

− 3π
2 −π − π2 π
2 π 3π
2

1
2

−1

f) Ist dieses System stabil? Begründen Sie Ihre Antwort!


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Weiterhin wird das System nun mit folgendem Eingangssignal beaufschlagt:

x(t) = 2 · e−t · u(t)

LT
⋆ g) Bestimmen Sie die Laplacetransformierte X(s) •−◦ x(t) des Eingangssignals des Systems!

h) Berechnen Sie die Laplacetransformierte Y (s) des Ausgangssignals des Systems!

LT
i) Bestimmen Sie das Ausgangssignal y(t) ◦−• Y (s) des Systems!

⋆j) Für welche s geht die Laplace-Transformation in eine Fourier-Transformation über? Wo befinden
sich diese in der komplexen Ebene?
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5. Aufgabe (18 Punkte)


Gegeben ist folgende Schaltung, bestehend aus zwei kausalen, zeitdiskreten LTI-Systemen:

h[n]

x[n] y[n] z[n]


h1 [n] h2 [n]

ZT
Die z-Transformierte H1 (z) •−◦ h1 [n] ist gegeben mit

1 + z2
H1 (z) = 1
4
z − z3

⋆a) Geben Sie die Differenzengleichung zu H1 (z) im (diskreten) Zeitbereich an!

⋆b) Skizzieren Sie die zeitdiskrete Filterstruktur zu H1 (z)!


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ZT
⋆c) Skizzieren Sie das PN-Diagramm zu H1 (z) •−◦ h1 [n] und kennzeichnen Sie den Konvergenzbereich R!

ZT
d) Begründen Sie, ob das System H1 (z) •−◦ h1 [n] stabil ist oder nicht!

( )n−1
Gegeben ist nun das Eingangssignal x[n] = −2 − 21 u[n − 1].

e) Bestimmen Sie das Ausgangssignal y[n] im Intervall [−1; 5]! Hierbei ist keine explizite Rücktrans-
formation von Y (z) erforderlich.
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Die Impulsantwort des zweiten LTI-Systems ist nun gegeben als:


[ ]
h2 [n] = 2−n (n + 1)u[n] − 8(n − 1)u[n − 2]

ZT
⋆f) Berechnen Sie die z-Transformierte H2 (z) •−◦ h2 [n] unter Angabe des Konvergenzbereiches R!
Hinweis: Hilfreich könnte der im Zeitdiskreten gültige Zusammenhang n · u[n] = n · u[n − 1] sein.

Nehmen Sie nun an, dass gilt:


( )2
z + 12
H2 (z) = 2 mit |z| > 1
z +1
ZT
⋆g) Bestimmen Sie die Impulsantwort des Gesamtsystems h[n] ◦−• H(z)!
Hinweis: Eine Partialbruchzerlegung ist hier nicht erforderlich.
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Zusatzblätter
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