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Kapitel III Bemessung der Leitungsanlage

7 Bemessung der Leitungsanlage


Weiterentwicklung der Weiterentwicklung der Bemessung
Bemessung
Mit der Überarbeitung zur DVGW-TRGI 2008 wurde ein völlig neu entwickeltes
Bemessungsverfahren für Gasinstallationen bis 100 hPa eingeführt. Das
Bemessungsverfahren wurde an neue Nutzungsbedingungen angepasst und neue
Bauteile und Materialien, wie z. B. Gasströmungswächter, Wellrohrleitungen oder
Kunststoffrohre, wurden in das Berechnungsverfahren integriert. Ziel der
Überarbeitung des Bemessungsverfahrens war es, ein anwenderfreundliches
Berechnungsverfahren zur Verfügung zu stellen. Hierzu wurden ein
Tabellenverfahren und ein Diagrammverfahren entwickelt, die eine einfache und
schnelle Bemessung der Leitungsanlage ermöglichen. Auch sollte die Berechnung
nach der TRGI ohne Software möglich sein.

Dieses Bemessungsverfahren wurde aufgrund der gesammelten Erfahrungen bei


der Anwendung mit der TRGI 2018 weiterentwickelt und soweit möglich vereinfacht.

Änderungen Änderungen

Gegenüber dem bisherigen Verfahren der TRGI 2008 hat sich Folgendes geändert:

 Es wurden die neuen Begriffe Summenbelastung und Spitzenbelastung


eingeführt.
 In der TRGI wird weiterhin grundsätzlich mit einem HI,B von 8.6 kWh/m3
gerechnet. Für eine mögliche Berechnung mit anderen Heizwerten wird auf G 617
verwiesen. Die Vorgehensweise bei der Ermittlung der Druckverluste von
Verteilungsleitungen wurde angepasst.
 Der Ansatz der Gleichzeitigkeit bei mehreren Gasgeräten wurde weiter optimiert
und vereinfacht (Wegfall der bisherigen Tafel 2).
 Die Tafeln der Bemessungstabellen wurden neu strukturiert und angepasst. Sie
enthalten die Druckverluste der Bauteile, dieWiderstandsbeiwerte
(Rohrdruckgefälle).
 Die Tabelle für die Zählergruppe wurde um die Balgenzähler G25 bis G65
erweitert.
 Für Wellrohre wurden allgemein anwendbare Widerstandsbeiwerte als Tabelle
und als Diagramm eingeführt.
 Das Verfahren zum GS-Abgleich wurde weiterentwickelt und ein neues
Verfahren zum „direkten Abgleich des GS“ eingeführt.
 Es wurde ein neues Tabellenformular eingeführt.
 Das Diagrammverfahren zur Bemessung von Einzelzuleitungen wurde
weiterentwickelt.

7.1 Bemessungsgrundlage

Auslegung der Auslegung der Bauteile


Bauteile
Ziel der Bemessung ist es, die Dimensionen der Rohrleitung sowie die Größe der
weiteren einzelnen Bauteile festzulegen. Hierzu erfolgt die Berechnung der
Druckverluste in den einzelnen Teilstrecken und in den weiteren eingebauten
Bauteilen der Leitungsanlage. Die Bestimmung der Druckverluste und die
Bemessung der Leitungsanlage beruhen auf den Grundlagen der allgemeinen
Erstes Ziel – Strömungslehre.
Sicherstellung des
Geräte Erstes Ziel – Sicherstellung des Geräteanschlussdruckes izbaćen dio
anschlussdruckes
Erstes Ziel ist es, nach der Geräteanschlussarmatur einen ausreichenden
Geräteanschlussdruck – siehe dessen Definition in Abschnitt 2.17.10 der TRGI –
sicherzustellen. Rohrnennweiten und Bauteile sind so auszuwählen, dass entlang
des Fließweges vom GasDruckregelgerät bis zum Ausgang
Geräteanschlussarmatur ein zulässiger Gesamtdruckverlust nicht überschritten wird.
Ist keine GasDruckregelung vorhanden („klassischer“ Niederdruck), gilt der
Fließweg ab HAE bis Ausgang Geräteanschlussarmatur. Slicno malo

zulässiger zulässiger Gesamtdruckverlust 300 Pa


Gesamtdruckverlust
300 Pa In der Regel ist der zulässige Gesamtdruckverlust mit 300 Pa vorgegeben. Dieser
Wert ergibt sich aus den im DVGW-Arbeitsblatt G 260 geregelten Anforderungen
zur Gasbeschaffenheit und Versorgungsbedingungen in Deutschland. In G 260 wird
ein Ausgangsdruck des Gas-Druckregelgerätes von 23 hPa (Nennwert) und ein
erforderlicher Gasgeräteanschlussdruck von 20 hPa (Nennwert) vorgegeben.

größerer Druckverlust größerer Druckverlust als 300 Pa


als 300 Pa
Fußnote 23 Fußnote 23

Liegen andere Voraussetzungen vor, z. B. Registrierende-Leistungs-Messung oder


größere Anschlussdrücke bei Gebläsebrennern oder höhere
Regelgeräteausgangsdrücke bei gewerblichen Anlagen, so kann in Abstimmung mit
dem Netzbetreiber ein entsprechend höherer Gesamtdruckverlust für die
Bemessung zu Grunde gelegt werden.

geringerer geringerer Druckverlust als 300 Pa


Druckverlust als 300
Pa Fußnote 24
Fußnote 24
Ist, wie z. B. bei Niederdruckgasnetzen ohne Gas-Druckregelgerät nach der HAE
am Netzanschluss („klassischer Niederdruck), so gilt wie weiter oben angeführt die
HAE als Beginn des zu betrachtenden Fließweges. In diesen Fällen kann der
Netzbetreiber einen geringeren Druckverlust als 300 Pa vorgeben. Dies ist bei der
Bemessung bzw. dem GS-Abgleich zu berücksichtigen. Dazu sind die Grenzwerte
300 Pa bzw. 2300 Pa entsprechend den Vorgaben des Netzbetreibers zu
reduzieren.

Zweites Ziel – Zweites Ziel – Auswahl und Anordnung der GS


Auswahl und
Anordnung der GS Zweites Ziel ist es, durch Auswahl und Anordnung von Gasströmungswächtern
sowie durch die Auswahl der Rohrnennweiten und Bauteile zu erreichen, dass bei
Öffnen des freien Rohrquerschnittes jeder dem Gasströmungswächter
nachgeschalteten Rohrnennweite bzw. jeder Ausgangsverschraubung der
Geräteanschlussarmatur oder vor jeder Gassteckdose der Gasstrom durch den
Gasströmungswächter unterbrochen wird, d. h. der Schließvolumenstrom des
Gasströmungswächters erreicht wird. Bei Leitungen aus Mehrschichtverbundrohr ist
darüber hinaus sicherzustellen, dass der Gasströmungswächter auch anspricht,
wenn bereits eine kleinere Öffnung in der Leitungsanlage als der freie
Rohrquerschnitt entsteht (Darstellung der Brand- und Explosionssicherheit der
Gasinstallation, siehe die Erläuterungen zu Abschnitt 5.3.5 in diesem Kommentar).

Dimensionierung Dimensionierung

Zur Dimensionierung der Leitungsanlage und Ermittlung des Druckverlustes wird die
Leitungsanlage in Teilstrecken aufgeteilt. Sinnvollerweise erfolgt bei Anschluss
mehrerer Gasgeräte diese Aufteilung entsprechend den unterschiedlichen
Spitzenbelastungen(u proslom je možda na ovom mjetu greška ili je možda ovdje).
Gemäß der jeweiligen Spitzenbelastung hat jede Teilstrecke einen bestimmten
Volumenstrom. Bei Teilstrecken, über die mehrere Gasgeräte angeschlossen sind
(Verbrauchs- und Verteilungsleitungen), wird nicht der Summenvolumenstrom aller
Gasgeräte, sondern ein um den Gleichzeitigkeitsfaktor geminderter
Spitzenvolumenstrom angenommen. Daraus ergibt sich der Druckverlust durch
Rohrreibung und ggf. der Druckverlust der in diese Teilstrecke eingebundenen
Bauteile wie Zählergruppe, Gasströmungswächter oderGeräteanschlussarmatur.

In den Tabellen und Diagrammen sind alle die Umrechnungen von Volumenstrom in
Belastung bereits enthalten, sodass der Druckverlust aller Komponenten direkt mit
Hilfe der vorgegebenen Belastung abgelesen werden kann.

Betriebsdruck bis 100 Betriebsdruck bis 100 hPa


hPa
Das Bemessungsverfahren ist im Niederdruckbereich der TRGI also bis 100 hPa
anzuwenden. Hier werden mit ausreichender Genauigkeit inkompressible
Strömungsverhältnisse bei der Berechnung zu Grunde gelegt.

Betriebsdruck > 100 Betriebsdruck > 100 hPa


hPa
Für Anlagen im Betriebsdruckbereich > 100 hPa bis 0,1 MPa der TRGI können die
Grundlagen dem DVGW-Arbeitsblatt GW 303-1 „Berechnung von Gas- und
Wasserrohrnetzen Teil 1: Hydraulische Grundlagen, Netzmodellierung und
Berechnung“ entnommen werden.

Fußnote 25 Fußnote 25s

Mit dem Hinweis in der Fußnote 25 wird dem Umstand Rechnung getragen, dass es
insbesondere bei Einsatz von kleinvolumigen Gaszählern wie z. B.
Drehkolbenzählern oder Turbinenradzählern und bestimmten
Brennerkonstellationen in Einzelfällen Anlagenkonstellationen geben kann, die mit
den „herkömmlichen“ in der TRGI beschriebenen Verfahren nicht ausreichend
berechnet werden können. In diesen Fällen sind zusätzliche Parameter zu
berücksichtigen, was in der Regel nur mit aufwendigen Simulationen und
Bemessungssoftware möglich ist. IZBAĆEN DIO

Tabellenverfahren Tabellenverfahren

Mit dem Tabellenverfahren können alle Arten von Installationen im Bereich kleiner
100 hPa berechnet werden. Es ist modular aufgebaut. So können die einzelnen
Bauteile der Gasinstallation beliebig kombiniert oder unterschiedliche
Gesamtdruckverluste berücksichtigt werden. Der Wertebereich der Tabellen geht
von Fließwegen und Druckverlustbereichen aus, wie sie in der häuslichen
Verwendung üblich sind. Bei sehr langen Fließwegen und großen Druckdifferenzen
stoßen sie an ihre Grenzen. In den Beispielen dieses Kommentars im Anhang C.1
wird auch dieser Grenzbereich aufgezeigt.

gewerbliche, gewerbliche, industrielle Anwendungen – DVGW G 614 -1 (A)


industrielle
Anwendungen – Die Leitungsanlagen in gewerblichen oder industriellen Anlagen liegen oft außerhalb
DVGW G 614 -1 (A) der Grenzen der in der TRGI abgebildeten Belastungsbereiche bis ca. 2 MW. In
solchen Fällen können seit 2012 die in dem DVGW-Arbeitsblatt G 614-1
„Freiverlegte Gasleitungen auf Werksgelände hinter der Übergabestelle; Planung,
Errichtung, Prüfung und Inbetriebnahme“ abgebildeten Tabellen für
Leitungsbemessungen mit Betriebsdrücken bis 100 hPa an- gewendet werden.

Diagrammverfahren Diagrammverfahren

Die Bestimmung der Nennweiten von Einzelzuleitungen und Verteilerinstallationen


kann nach dem vereinfachten Diagrammverfahren erfolgen. In einem Diagramm
wird für eine Leitungsanlage mit vorgegebenen Bauteilkombinationen eine maximal
zulässige Leitungslänge in Abhängigkeit von der Belastung angegeben.

Einzelzuleitung mit Einzelzuleitung mit standardisierten Vorgaben


standardisierten
Vorgaben Hierbei sind bei einer Einzelzuleitung der Gasströmungswächter, die
nzelzuleitung mit Gaszählergruppe und die Geräteanschlussarmatur mit TAE für eine Rohrleitung
sowie der Gesamtdruckverlust von 300 Pa fest vorgegeben. Als Parameter gehen
der Rohrdurchmesser und die Anzahl der 90°-Richtungsänderungen (Winkel /
Bögen) ein.

Bild 7.1 – Beispiel: Einzelzuleitung

praxisgerechtes, praxisgerechtes, einfaches und bundesweit einheitliches Bemessungsverfahren


einfaches und durch Anwendung Heizwert 8,6 kWh/m³
bundesweit
einheitliches Mit der Überarbeitung des Bemessungsverfahrens in 2008 wurde ein
Bemessungsverfahre praxisgerechtes, einfaches und bundesweit einheitliches Bemessungsverfahren
n durch Anwendung eingeführt. Ein Hauptpunkt und damit Vorteil für die Praxisanwendung war die
Heizwert 8,6 kWh/m³
Umstellung von Volumenstrom auf Belastung und die im Verfahren integrierte
Umrechnung von Volumenstrom auf Heizwert. Dabei wurde grundsätzlich, wie auch
in der TRGI 1986/96, einheitlich der Heizwert für Erdgas L mit HI,B = 8,6 kWh/m³
eingesetzt. Dieser Ansatz hat sich bewährt und wird in der TRGI 2018 so fortgeführt.
Auch im Hinblick auf sich evtl. zukünftig ändernde Gasbeschaffenheiten durch z. B.
Wasserstoffeinspeisung oder Biogaseinspeisung wird dies als zielführend erachtet.

andere Heizwerte andere Heizwerte

Es gibt einzelne Versorgungsgebiete, in denen niederkaloriges Erdgas mit einem


HI,B kleiner 8.6 kWh/m3 verteilt wird. Werden dort die Gasgeräte von Hand
(Düsendruckmethode) zur Erreichung der Nennbelastung eingestellt oder
selbstkalibrierende Gasgeräte (Gerätekategorie I2N) eingesetzt, können die
Tabellen und Diagramme der TRGI nicht ohne Korrektur eingesetzt werden. Der
Gesamtdruckverlust könnte größer als 300 Pa werden und der GS bei normalem
Betrieb auslösen. In diesen Versorgungsgebieten ist eine fiktive Nennbelastung zu
ermitteln. Diese fiktive Nennbelastung ergibt sich aus der Nennbelastung Q· NB des
Gasgerätes, multipliziert mit dem Verhältnis WI,B = 10,75 kWh/m3 zu WI,B = 9,48
(niedrigst zulässiger WI,B nach G 260).

Mit diesem Faktor von 10,75/9,48 = 1,134, aufgerundet auf 1,14 (sichere Seite) ist
die Auswahl des GS und die Bemessung der Leitungsanlage durchzuführen.

Fußnote 26 Fußnote 26 Volumenstromtabellen in G 617


Volumenstromtabelle
n in G 617 Für die Berechnung mit anderen Heizwerten als Erdgas L werden im Anhang A von
G 617 Tabellen und Diagramme bezogen auf den Volumenstrom abgebildet. Diese
Tabellen und Diagramme können für optimierte Berechnungen angewendet werden.
Mit den Tabellen von G 617 können auch gewerbliche oder industrielle Anlagen
berechnet werden, die oft außerhalb der Grenzen des in der TRGI abgebildeten
Belastungsbereichs bis ca. 2 MW liegen. Als zusätzlicher Umrechnungsschritt ist es
erforderlich, die Summenbelastung oder Spitzenbelastung über den
Betriebsheizwert auf den Volumenstrom umzurechnen. Ein Beispiel hierzu wird in
Abschnitt 7.3.5.3 aufgeführt.

DVGW G 617 (A) DVGW G 617 (A) liefert die theoretischen Grundlagen
liefert die
theoretischen Ergänzend zu der in der DVGW-TRGI 2008 beschriebenen Anwendung des
Grundlagen Bemessungsverfahrens werden im DVGW-Arbeitsblatt G 617
„Berechnungsgrundlagen zur Dimensionierung der Leitungsanlage von
Gasinstallationen“ die theoretischen Grundlagen zur Dimensionierung der
Leitungsanlage von Gasinstallationen angegeben.

Basierend auf diesen Grundlagen erfolgte die Erstellung der Tabellen und
Diagramme des Bemessungsverfahrens der DVGW-TRGI 2008.

Des Weiteren können anhand der Vorgaben des DVGW-Arbeitsblattes G 617


produktspezifische Dimensionierungstabellen bzw. diagramme, insbesondere für
Rohrleitungssysteme aus Mehrschichtverbundrohr oder andere Bauteile, erstellt
sowie weitere notwendige, über den Rahmen der TRGI-Vorgaben hinausgehende,
Druckverluste bestimmt werden.

Vorgaben für Vorgaben für Mehrschichtverbundrohrsysteme


Mehrschichtverbundro
hrsysteme Mit der DVGW-TRGI 2008 sind Rohrleitungssysteme aus
Mehrschichtverbundrohren eingeführt worden. Bei all diesen Systemen handelt es
sich um Herstellersysteme. Das bedeutet im Gegensatz zum Werkstoffsystem
(Stahl, Kupfer, Edelstahl, Wellrohre), dass die Komponenten dieser Systeme
untereinander nicht austauschbar sind. Dies liegt an der jeweiligen individuellen
Systemkonstruktion bezüglich des Rohraufbaus und der Gestaltung der Verbinder.
Für die Bemessung bedeutet dies, dass es keine herstellerübergreifenden
Auslegungstabellen und Diagramme für Mehrschichtverbundrohre geben kann. Die
bisher in der TRGI 2008 beispielhaft enthaltenen Tabellen und Diagramme wurden
in die TRGI 2018 nicht mehr übernommen. Mittlerweile haben alle auf dem Markt
befindlichen Hersteller im Rahmen der Zulassung ihrer Rohrsysteme ihre
Bemessungsvorgaben entsprechend den Anforderungen der TRGI erstellt, sodass
eine beispielhafte Angabe in der TRGI nicht mehr erforderlich ist.

andere Systeme andere Systeme

Um das Bemessungsverfahren für andere Systeme (z. B. Edelstahlwellrohre) nutzen


zu können, wurde eine Öffnungsklausel eingeführt. Die Hersteller haben für ihre
Systeme oder auch einzelne Produkte die notwendigen Angaben zur
Druckverlustberechnung bereitzustellen.

DVGW G 617 (A) DVGW G 617 (A)

Hierzu wird auf die im DVGW-Arbeitsblatt G 617 beschriebenen theoretischen


Hintergründe des Bemessungsverfahrens hingewiesen.

DVGW G 616 (A) DVGW G 616 (A)

Das DVGW-Arbeitsblatt G 616 „Ermittlung von Zeta-Werten für Form- und


Verbindungsstücke in Rohrleitungen der Gas-Inneninstallation“ ergänzt die
theoretischen Hintergründe und dient als Prüfgrundlage für die Ermittlung der
notwendigen Werte. Dieses Arbeitsblatt wurde in 2017 ebenfalls überarbeitet und
enthält jetzt nur noch die Vorgehensweise zur Ermittlung der Zeta-Werte. In
Zusammenarbeit mit den Herstellern konnten für Wellrohre einheitliche
Randbedingungen zur Erstellung systemunabhängiger Druckverlusttabellen und
Diagramme erarbeitet werden. Diese Tabellen und Diagramme wurden in die TRGI
2018 in Tafel 2, 3 und 4 sowie Diagramm 7.2 aufgenommen.

DVGW G 618 (H) DVGW G 618 (H)

Im Rahmen der Gesamtbearbeitung des Bemessungsverfahrens ist auch der


DVGW-Hinweis G 618 (H) „Messverfahren zur Bestimmung des Volumenstroms für
Bauteile in der Gasinstallation“ zu sehen. Dieser DVGW-Hinweis vereinheitlicht die
Messverfahren zur Ermittlung der Volumenströme und legt Messgenauigkeiten und -
toleranzen fest.

7.2 Nennbelastung und Spitzenbelastung

Nennbelastung Q· NB Nennbelastung Q· NB Summenbelastung Q· SB und Spitzenbelastung Q·


Summenbelastung Q·
SB und Bezüglich der Begriffsdefinitionen wird auf die Kommentierung zu den Abschnitten
Spitzenbelastung Q· 2.15.4, 2.15.5 und 2.15.6 verwiesen.

7.2.1 Nennbelastung Q· NB

Nennbelastung als Nennbelastung als Auslegungsgrundlage


Auslegungsgrundlage
Als Grundlage für die Berechnung dient die angeschlossene Nennbelastung der
Gasgeräte. Diese ist in der Regel bekannt oder dem Typschild oder der
Gerätebeschreibung zu entnehmen. Die Werte sind ganzzahlig zu runden.

Angaben auf Angaben auf Typschild


Typschild

Bild 7.2 – Muster eines Typschildes

höhere Startbelastung höhere Startbelastung oder Belastung zur Kalibrierung müssen in den
oder Belastung zur Produktunterlagen angegeben sein
Kalibrierung
müssen in den Nicht immer wird von Gasgeräteherstellern auch die tatsächlich vorhandene
Produktunterlagen
maximale Belastung angegeben. Dies kann z. B. bei selbstkalibrierenden Brennern
angegeben sein
der Fall sein. Nur wenn hierzu durch den Hersteller in seinen Produktunterlagen
entsprechende Angaben gemacht werden, kann vom Anwender ein entsprechend
anderer Wert für die Bemessung herangezogen werden.

Abweichung Gasherd Abweichung Gasherd – generell 0,9 x Q· NB


– generell 0,9 x Q· NB
Die Auswahl der Nennbelastung der Gasherde wurde an die entsprechenden
Festlegungen in der Produktnorm DIN EN 30-1-1 „Haushalt-Kochgeräte für
gasförmige Brennstoffe – Teil 1-1: Sicherheit – Allgemeines“. Der auf dem Typschild
oder den Geräteunterlagen angegebene Wert der Nennbelastung ist mit 0.9 zu
multiplizieren – unabhängig davon, ob sie fest oder mittels einer
GassicherheitsSchlauchleitung angeschlossen sind. Hierbei wird berücksichtigt,
dass in der Regel nicht gleichzeitig alle vier Kochstellenbrenner und der Backofen
betrieben werden.

Die bisherige Sonderregelung bei größeren Herden, z. B. Herd mit vier Kochstellen
und daneben angeordnetem Wok-Brenner oder mit sechs Flammen, die
Summenbelastung der Brenner mit dem Gleichzeitigkeitsfaktor 0,6 zu multiplizieren,
ist mit der TRGI 2018 entfallen.

Vorgehen bei Vorgehen bei Gassteckdose


Gassteckdose
Über Gassteckdosen können weitere Gasgeräte an die Gasinstallation
angeschlossen werden. Ist die Belastung des anzuschließenden Gerätes bekannt,
so wird diese für die Auslegung zu Grunde gelegt.

Wird eine Gassteckdose installiert, ohne dass die Belastung bekannt ist (freie GSD),
setzt man im Innenbereich 9 kW für Haushaltsgeräte bzw. 13 kW für Gaskaminöfen
und im Außenbereich 13 kW an. Bezüglich der maximal möglichen Nennbelastung
von 13 kW bei GSD wird ergänzend auf die Kommentierung zu Abschnitt 8.1.3.1
verwiesen.

7.2.2 Spitzenbelastung Q·

Gleichzeitigkeit Gleichzeitigkeit

Beim Betrieb von mehreren Gasgeräten innerhalb einer Installationsanlage können


diese gleichzeitig betrieben werden. Unter Beachtung der Betriebstauglichkeit
einerseits und einer kostengünstigen Installation andererseits können
Gleichzeitigkeitsfaktoren festgelegt werden. Jede Festlegung ist „willkürlich“.
Basierend auf den Untersuchungen von Ufer/Brandt aus dem Jahre 1961 und den
Veröffentlichungen von Cerbe „Grundlagen der Gastechnik“ sowie im Sinne der
Zielsetzung der Vereinfachung des Bemessungsverfahrens wurden die
Gleichzeitigkeitsbetrachtungen in der DVGW-TRGI 2008 neu festgelegt.

Dieser Ansatz wird mit der TRGI 2018 weiterentwickelt. Dies geschieht auch um die
nach der Auslegung gemäß TRGI 2008 unter Abschnitt 7.3.5.2 enthaltene
Sonderregelung bei Verbrauchs- oder Verteilungsleitungen mit Gasgeräten mit Q·
NB > 40 kW entfallen lassen zu können.

bei einem Gasgerät – bei einem Gasgerät – Nennbelastung Q· NB


Nennbelastung Q· NB
Bei Teilstrecken mit nur einem angeschlossenen Gasgerät (Einzelzuleitung oder
Abzweigleitung) ist die angeschlossene Nennbelastung gleich der Spitzenbelastung.
Es kommt keine Gleichzeitigkeit bzw. kein Minderungsfaktor zur Anwendung.

bei mehreren bei mehreren Gasgeräten – Spitzenbelastung Q·


Gasgeräten –
Spitzenbelastung Q· Sind an einer Teilstrecke mehrere Gasgeräte angeschlossen (Verbrauchs- und
Verteilungsleitungen), so kann wie bisher ein Gleichzeitigkeitsfaktor angesetzt
werden.

Sinngemäß wie bei der Bemessung von Trinkwasserleitungen kommt bei


Teilstrecken mit mehreren Verbrauchern (Gasgeräten) ein Spitzenvolumenstrom –
hier Spitzenbelastung – zur Anwendung. Diese ist nach der Formel 7-1 in der TRGI
zu berechnen. Mit dieser Spitzenbelastung können dann aus der Tafel 1 die
Druckverluste der Bauteile und aus Tafel 2 das Rohrdruckgefälle für die Leitungen
ermittelt werden.
Durch die Ermittlung der Gleichzeitigkeit nach der neuen Formel, konnte die in der
TRGI 2008 enthaltene Tafel 2 „Druckverluste und Rohrdruckgefälle von Verbrauchs-
und Verteilungsleitungen“ entfallen.

größter Verbraucher – größter Verbraucher – Q· NBmax


Q· NBmax
Vereinfacht formuliert kann die Formel 7-1 folgendermaßen ausgedrückt

werden:
„Die Nennbelastung des an der jeweiligen Teilstrecke angeschlossenen größten
Verbrauchers (Gasgerät) Q· NBmax wird voll angerechnet, die Summe der
Nennbelastungen der restlichen Verbraucher (Gasgeräte) wird zur Hälfte
angerechnet.“

Interessant wird dies, wenn mehrere Gasgeräte angeschlossen sind und sich der
jeweils anzusetzende Q· NBmax im Verlauf des Fließwegs ändert. Als
anschauliches Beispiel kann hierzu das Beispiel 3 im Anhang C.1 der TRGI
herangezogen werden.

Summenbelastung – Summenbelastung – Q· SB
Q· SB
Die Summenbelastung Q· SB (Summe der an einer Teilstrecke angeschlossenen
Nennbelastungen) wurde in der TRGI 2008 noch„Streckenbelastung“ genannt.
Diese ist einerseits zur Ermittlung der Spitzenbelastung entsprechend Formel 7-1
erforderlich, anderseits werden mit Q· SB die Auswahl des GS nach Tab. L.0 (bei
einem Gasgerät ist Q· SB = Q· NB) sowie die Auswahl des Gaszählers nach Tab.
L.2 vorgenommen.

Kessel zur Abdeckung eines Spitzenbedarfs gehen ungemindert in die Berechnung


Kessel zur
ein
Abdeckung eines
Spitzenbedarfs gehen
ungemindert in die Natürlich gibt es weiterhin Fälle, in denen mit der Summenbelastung gerechnet
werden sollte, also auf die Minderung durch den Gleichzeitigkeitsfaktor zu
verzichten ist.

Diese Ausnahme wird in der TRGI 2018 detailliert angeführt. Dienen die Gasgeräte
zur Abdeckung einer Spitzenlast (z. B. Kessel zur Abdeckung der Heizlast des
Gebäudes), gehen diese ungemindert mit der Summenbelastung in die Berechnung
ein.

Ein Beispiel hierzu ist in dem TRGI-Anhang C.1, im Beispiel 3, Leitung ab Punkt „C“
aufgeführt. In der Verbrauchsleitung Bild 3 b, Strecke a–c kommt keine
Gleichzeitigkeit zum Ansatz, da der Doppelheizkessel mit 2 x 100 kW der
Abdeckung der Heizlast des Gebäudes dient. Auch in dem Fließweg zu dem
Doppelheizkessel, Bild 3 a, Strecken A–B und B bis C, sind die 200 kW des
Doppelheizkessels ungemindert, hier als Q· NBmax, in die Berechnung
eingeflossen.

Ein weiteres Beispiel könnte z. B. bei der Anordnung von zwei Gassteckdosen auf
der Terrasse zum gleichzeitigen Betrieb eines Gasstrahlers und eines Gasgrills der
Fall sein.

BHKW und BHKW und Brennstoffzelle


Brennstoffzelle
Explizit als Ausnahme genannt werden die dauerhaft in Betrieb befindlichen
Abschätzung der Anlagen zur Stromerzeugung wie BHKW und Brennstoffzellen.
Gleichzeitigkeit –
Aufgabe des Planers Abschätzung der Gleichzeitigkeit – Aufgabe des Planers
Die Abschätzung der Gleichzeitigkeit innerhalb einer Anlage stellt also
Anforderungen an den Planenden, die ggf. mit dem Auftraggeber abzustimmen
sind.

7.3 Anwendung des Tabellenverfahrens

verschiedene verschiedene Kombinationen möglich


Kombinationen
möglich Das Tabellenverfahren lässt immer mehrere Kombinationen von Rohrnennweiten,
GS-Anordnung, Zählergröße und Geräteanschlussarmaturen zur Einhaltung des
maximal zulässigen Druckverlustes = 300 Pa in jedem der einzelnen Fließwege vom
GasDruckregelgerät bis zu jedem Gasgerät zu. Es gibt also durchaus mehrere
„richtige Lösungen“. Der Planende und Ausführende wählt die technisch
zweckmäßigste Anordnung bzw. Kombination unter wirtschaftlichen
Gesichtspunkten aus.

7.3.1 Übersicht der Arbeitsschritte

Leitungsschema Leitungsschema

Zur Durchführung der Berechnung nach den Verfahren der TRGI ist es zweckmäßig,
ein Leitungsschema anzufertigen. Zur Darstellung der Gasinstallationen können
verschiedene Formen gewählt werden. Dies kann eine Hand- oder Aufmaßskizze
mit den notwendigen Angaben sein. Das Leitungsschema wird dann im Laufe der
Berechnung zur Dokumentation der Ergebnisse benutzt.

räumliche Darstellung räumliche Darstellung str 237

Die räumliche Darstellung gibt einen guten Eindruck der Gesamtanlage. Ihr können
alle für die Leitungsführung und Bemessung notwendigen Angaben, wie z. B.
Anzahl der Richtungsänderungen und T-Stücke sowie deren Strömungsrichtung
(Durchgang oder Abzweig), fallende und steigende Teile der Leitungsstrecken
entnommen werden. Die Anfertigung einer räumlichen Darstellung bedarf gewisser
Übung. Sie wird in der Regel bei der Bemessung nicht vorliegen.
Bild 7.3 – Räumliche Darstellung

schematische schematische Darstellung str 237 nesto


Darstellung
Einfacher ist eine schematische Darstellung. Beispiele hierzu sind in den Bildern
7.4 bis 7.6 aufgeführt. Da hierbei die einzelnen Richtungsänderungen nicht mehr
dargestellt werden, müssen außer der Länge der Teilstrecke (m) noch deren Beginn
als T-Abgang (T) oder T-Durchgang (–) und die Anzahl der 90°-Winkel/Bögen (W)
vermerkt werden. Am Ende der Abzweigleitung werden die Benennung des Gerätes
mit seiner Belastung sowie die Dimension und die Art der Geräteanschlussarmatur
notiert. Zur Bemessung benötigte Höhendifferenzen sind einzutragen (in diesem
Beispiel seitlich vermerkt).

Bild 7.4 – Schematische Darstellung


Bild 7.5 – Schematische Darstellung (isometrisch)

Grundlage Grundlage Aufmaßskizze str 238


Aufmaßskizze
Aus der schematischen Darstellung lassen sich alle für den nachfolgenden
Bemessungsgang notwendigen Informationen ablesen. Eine solche schematische
Darstellung wird in der Regel als Aufmaßskizze an Ort und Stelle angefertigt.

Tabellenverfahren Tabellenverfahren str 238

Für die Durchführung der Bemessung nach dem Tabellenverfahren sind die
einzelnen Ablesewerte zu dokumentieren. Dies kann entweder mittels der
Formblätter oder des Tabellenformulars TRGI oder aber durch die Erweiterung der
schematischen Darstellung zu einer schematischen Darstellung mit Ergebnissen
erfolgen.

Formblätter Formblätter

Bis zu zwei Gasgeräten können die Formblätter aus Anhang C.2 der TRGI
verwendet werden. Es werden alle weiteren notwendigen Informationen den
einzelnen Teilstrecken zugeordnet. Die in den Rechtecken aufgeführten Werte sind
Druckverluste der einzelnen Bauteile. Die in den Kreisen aufgeführten Werte sind
Summenwerte des Druckverlustes bis zum Ende des jeweiligen Fließweges.

Am Ende jeder Abzweigleitung bzw. der Einzelzuleitung wird dann bilanziert.

Bild 7.6 – Formblatt 1.2 aus der TRGI – Darstellung der Werte

 am Ende einer Abzweigleitung oder Einzelzuleitung


 an einer Teilstrecke der Verbrauchs- oder Verteilungsleitung

Darstellung an Darstellung an Teilstrecke bzw. am Ende der Leitung


Teilstrecke bzw. am
Ende der Leitung Die Darstellung der Einzelwerte erfolgt nach dem in der TRGI Abschnitt 7.3.1
aufgeführten standardisierten Prinzip jeweils an der Teilstrecke oder am Ende der
jeweiligen Leitung, Abzweigleitung oder Einzelzuleitung.

Teilstreckenbezeichn Teilstreckenbezeichnungen
ungen
Um die Übersichtlichkeit zu verbessern, ist es hilfreich, die Teilstrecken näher zu
bezeichnen. Hierzu können die Gasgeräte durchnummeriert und die einzelnen
Punkte, die an Teilstrecken beginnen bzw. enden, mittels Buchstaben
gekennzeichnet werden (TS ab, TS c-2).

Bei größeren verzweigten Leitungen können zusätzlich sinnvolle Abzweigpunkte (A,


B, C, …) definiert werden, siehe hierzu die Beispiele 3 a und 4 a in der TRGI
Anhang C.1.

Beispiel 1.2, Anhang Beispiel 1.2, Anhang C.1


C.1
Nachfolgend einige Erläuterungen anhand des Beispiels 1.2 des Anhangs C.1 der
TRGI.
Bild 7.7 – Beispiel 1.2 aus TRGI, räumliche Darstellung

Bild 7.8 – Beispiel 1.2, schematische Darstellung mit Formblatt 1.2

Besonderheiten in Besonderheiten in Beispiel 1.2


Beispiel 1.2
Erläuterungen zu Beispiel 1.2 der TRGI:

 Die Belastung das Gasherdes wurde gemäß TRGI Abschnitt 7.2.1 erster
Aufzählungspunkt mit 0,9 x Q· NB = 0,9 x 11,3 kW = 10,2 kW, gerundet 10 kW
angesetzt (siehe Rundungsregel im Abschnitt 7.2.1 der TRGI).
 Die Spitzenbelastung der Teilstrecke a–b sowie b–c ergibt sich zu:
Q· SB = 28 kW + 10 kW = 38 kW

Q· NBmax = 28 kW

Q· = 0,5 x (Q· SB + Q· NBmax) = 0,5 x (38+28) = 33 kW

Berechnungsgang Berechnungsgang

Die Grundzüge des Berechnungsganges lassen sich kurz wie folgt beschrei - ben:

Aus den Tafeln 1 und 2 werden über die angeschlossene Spitzenbelastung ermittelt:

 der Druckverlust des Gasströmungswächters


 der Druckverlust der Zählergruppe
 das Rohrdruckgefälle der jeweiligen Teilstrecke
 der Druckverlust weiterer Bauteile und
 der Druckverlust der Geräteanschlussarmatur.

Der Rohrdruckverlust der einzelnen Teilstrecken wird ermittelt über die


Berechnungslänge lR, die sich jeweils aus der Länge der Teilstrecke zuzüglich der
Formteilzuschläge (aus Tab. L.10) ergibt, multipliziert mit dem aus den Tabellen
entnommenen Rohrdruckgefälle (Pa/m).

Der Druckgewinn bzw. Druckverlust durch Höhe wird bestimmt.

Die Summe aller Druckverluste darf den zulässigen Gesamtdruckverlust, in der


Regel 300 Pa, nicht überschreiten.

Wirksamkeit des GS Wirksamkeit des GS

Abschließend ist die Wirksamkeit des Gasströmungswächters zu überprüfen.


Diesbezüglich wird auf die Kommentierung zu Abschnitt 7.3.7.5 verwiesen.

7.3.2 Druckdifferenz durch Höhenunterschied (pH)

Druckdifferenz durch Druckdifferenz durch Höhenunterschied – ΔpH


Höhenunterschied –
ΔpH Der Dichteunterschied zwischen Erdgas und Luft führt bei steigenden Leitungsteilen
zu einem Druckgewinn von -4 Pa/m. Im Rahmen der Berechnung werden diese
Druckgewinne berücksichtigt.

Fallende Leitungsteile führen zu zusätzlichen Druckverlusten (negative Höhe).

ganzzahlig runden ganzzahlig runden

Der Hinweis auf die ganzzahlige Rundung wurde als Präzisierung eingefügt.

Steigleitungen in Steigleitungen in Verteilungsleitungen


Verteilungsleitungen
Um bei Steigleitungen in Verteilungsleitungen die Berechnung möglichst einfach zu
gestalten, werden im Abschnitt 7.3.5.2 spezielle Auslegungsparameter definiert. Es
wird auf die Kommentierung hierzu in Abschnitt 7.3.5.2 verwiesen.

7.3.3 Druckverlust-Tabellen

Druckverlust-Tabellen Druckverlust-Tabellen

Die Druckverluste der Bauteile und das Rohrdruckgefälle sind mit der
Spitzenbelastung anhand den in den Tabellen der Tafeln 1 und 2 angegebenen
Werte zu ermitteln. Es wird jeweils der nächsthöhergelegene Wert abgelesen. Eine
Interpolation findet nicht statt. Sie ist in den Werten bereits enthalten. Die
Tabellenwerte sind auf Erdgas L mit einem HI,B von 8,6 kWh/m3 bezogen. Dies
führt in der Praxis bei H-Gas zu Druckreserven.

Gleichzeitigkeit Gleichzeitigkeit

Die bisher in der TRGI 2008 vorhandene Zuordnung der Leitungsarten zu den
Tafeln und Tabellen ist in den Tafeln der TRGI 2018 nicht mehr enthalten. Dies ist
auf die neu eingeführte Vorgehensweise zur Berücksichtigung der Gleichzeitigkeit
zurückzuführen. Siehe hierzu die Kommentierung von Abschnitt 7.2.2.

Einzelzuleitung Einzelzuleitung

Die Einzelzuleitung ist eine vom Gas-Druckregelgerät bis zum Gasgerät führende
Leitung in der gleichen Nennweite und Materialart. Es wird keine Gleichzeitigkeit
berücksichtigt. Sinnvollerweise sollte man zur Bemessung dieser Einzelzuleitung
das Diagrammverfahren verwenden, da damit Zeit und Aufwand gespart werden
kann.

Abzweigleitung Abzweigleitung

Die Abzweigleitung ist eine zu einem einzelnen Gerät führende Leitung. Hier können
Nennweitenänderungen oder Materialwechsel gegeben sein, sodass sich
unterschiedliche Teilstrecken ergeben. Bei Abzweigleitungen wird keine
Gleichzeitigkeit berücksichtigt.

Bild 7.9 – Abzweigleitung, Verbrauchsleitung

Verbrauchsleitung Verbrauchsleitung

Die Verbrauchsleitung führt zu den Abzweigleitungen. Die erste Teilstrecke der


Verbrauchsleitung ist die zum Zähler führende. Somit handelt es sich bei
Verbrauchsleitungen immer um Leitungen für „gemessenes Gas“. Die Bemessung
der Verbrauchsleitung erfolgt unter Berücksichtigung der Gleichzeitigkeit.
Bild 7.10 – Abzweigleitung, Verbrauchsleitung, Verteilungsleitung

Verteilungsleitung Verteilungsleitung

Die Verteilungsleitung ist der Leitungsteil zu mehreren Gaszählern. Sie führt zu den
Abzweig- oder Verbrauchsleitungen. Die Bemessung erfolgt unter Berücksichtigung
der Gleichzeitigkeit.

Reihenzähleranlagen Reihenzähleranlagen

Eine Besonderheit bei den Verteilungsleitungen sind Reihenzähleranlagen. Hier


werden sogenannte Zähleranschlusseinheiten als Montagehilfe für Gaszähler
eingesetzt. Die Verteilungsleitung endet in diesem Fall vor der
Zähleranschlusseinheit.

Bild 7.11 – Abzweigleitung, Verbrauchsleitung, Verteilungsleitung,


Steigleitung

Steigleitung Steigleitung

Die Steigleitung ist nach TRGI-Definition eine senkrecht von Geschoss zu Geschoss
führende Leitung.
Bezüglich der Bemessung werden Steigleitungen in der Verteilungsleitung anders
behandelt als Steigleitungen in Verbrauchs- und Abzweigleitungen. Im Verlauf einer
Steigleitung können sich Nennweitenreduzierungen ergeben. (Hinsichtlich der
Anordnung von Gasströmungswächtern in solchen Fällen siehe auch die
Erläuterungen zu Abschnitt 5.3.6.3.1 in diesem Kommentar).

Sind Gaszähler im Keller installiert, sind die Steigleitungen zu den Wohnungen bei
der Bemessung als Bestandteile der Verbrauchs- bzw. Abzweigleitung zu
betrachten.

Steigleitungen in Verteilungsleitungen sind nach Abschnitt 7.3.5.2 zu bemessen.

Geräteanschlussleitun Geräteanschlussleitungen
gen
Geräteanschlussleitungen, soweit vorhanden, werden bei der Bemessung der
Leitungsanlage nicht berücksichtigt. Der zulässige Druckverlust von 300 Pa wird bis
hinter die Geräteanschlussarmatur bzw. die Gassteckdose betrachtet. Auch der
Abgleich des Gasströmungswächters wird bis zur Ausgangsverschraubung der
Geräteanschlussarmatur bzw. bis zur Gassteckdose durchgeführt.

Einzelzuleitung Einzelzuleitung

Die Einzelzuleitung, die nur zu einem Gasgerät nach dem Gas-Druckregelgerät


führt, kann nach dem vereinfachten Diagrammverfahren bemessen werden. Bei
Abweichungen von den vorgegebenen Rahmenbedingungen des
Diagrammverfahrens ist die Einzelzuleitung nach den Tafeln 1 und 2 zu berechnen.

7.3.4 Berechnungslänge der Teilstrecke (lR)

7.3.4.1 Teilstrecken und Formteile

Längenzuschlag statt Längenzuschlag statt -Wert


-Wert
Im Rahmen der Vereinfachung der Anwendung des Berechnungsverfahrens werden
die Druckverluste für Formteile als Längenzuschlag berücksichtigt. Als
Längenzuschlag wird die sogenannte äquivalente Länge eines Formteiles der
Nennweite des zugehörigen Rohres bezeichnet, welches den gleichen
Strömungswiderstand aufweist wie ein durch den -Wert gekennzeichneter
Einzelwiderstand. Strömungstechnisch sind die Verfahren zur Betrachtung der
Einzelwiderstände gleichwertig und führen in der Praxis zu denselben Ergebnissen.
Bei der Anwendung bringen die als Längenzuschlag zur Rohrlänge zu addierenden
äquivalenten Längen Vorteile. Das Verfahren wird einfacher.

Berechnungslänge lR Berechnungslänge lR

Entsprechend der Formel 7-3 der TRGI ergibt sich die Berechnungslänge aus der
Länge der Teilstrecke (l), evtl. T-Abgang (ITA) zuzüglich der Summe der
Längenzuschläge der Formteile ( lW).

Formteilzuschläge Formteilzuschläge
Zählergruppe bis G65
– neue Tab. L.2 Zählergruppe bis G65 – neue Tab. L.2

Die für die Installation von Balgengaszählern bis zur Größe G65 erforderlichen
Formteile (3 Winkel), die Zählerabsperrarmatur bzw. das
Einstutzenzähleranschlussstück und der Gaszähler wurden als Zählergruppe
zusammengefasst. Diese können der neuen Tab. L.2 entnommen werden. Als
Neuerung mit der TRGI 2018 reicht diese Tabelle der Zählergruppe jetzt bis G65.
Die in TRGI 2008 noch enthaltene Tabelle für Balgengaszähler G25 bis G100 wurde
bis G65 in die Tab. L.2 integriert. Für die Ermittlung der Druckverlustwerte in den
Tabellen wurde die ungünstigste Kombination zu Grunde gelegt.

Ggf. sind weitere Einbauteile wie zusätzliche Winkel oder eine Absperrarmatur auf
der Ausgangsseite des Zweistutzengaszählers mit ihren Längenzuschlägen bzw.
Druckverlusten zusätzlich zu berücksichtigen.

Bild 7.12 – Gaszählergruppe, ungünstigste Kombination

Zähleranschlusseinhe Zähleranschlusseinheit
it
Die Druckverluste der in Bild 7.13 als Beispiel dargestellten Zähleranschlusseinheit
sind ebenfalls in der Gaszählergruppe enthalten bzw.werden vernachlässigt.

Bild 7.13 – Zähleranschlusseinheit, DN 50 x 25 für Zweistutzen-Gaszähler

Einzelbauteile ab Einzelbauteile ab G100


G100
Für Gaszähler ab G100 sind die Druckverlustangaben der Hersteller zu verwenden.
Siehe hierzu auch die Kommentierung unter Abschnitt 7.3.6. Die einzelnen
Einzelbauteile und Richtungsänderungen sind entsprechend der Konstruktion und
Ausführung der Zähleranlage zu berücksichtigen.

Formteilzuschläge Formteilzuschläge

Zur Ermittlung des Druckverlustes einer Teilstrecke wird, wie oben beschrieben,
deren Berechnungslänge lR benötigt. Diese setzt sich aus der Rohrlänge und den
Längenzuschlägen für T-Abgang und Formteile zusammen. Als Zuschläge werden
bei metallenen Systemen nur noch werkseitig gefertigte 90°-Richtungsänderungen
wie Winkel oder Bögen (lW) innerhalb der Teilstrecken (zwei 45° Umlenkungen
werden wie ein 90°-Winkel betrachtet) sowie der T-Stück-Abgang (lTA) am Beginn
der Teilstrecke berücksichtigt.
Längenzuschläge für Längenzuschläge für Formteile – Tabelle L.10
Formteile – Tabelle
L.10 In der Tabelle L.10 von Tafel 2 der TRGI sind die Längenzuschläge für die Formteile
bei metallenen Leitungen angegeben.

da bis 28 35 42 54 64 76,1

88,9
DN bis 25 32 40 50 65
80

ITA
T-Abgang 0,7 1 15 2 2,5 3
[m]

IW
90°-Winkel 0,3 0,5 0,7 1 1,2 1,5
[m]

bei PE-Rohr auch für 90°-Winkel die ITA-Werte zuschlagen

Bild 7.14 – Tab. L.10 aus TRGI – Längenzuschlag für Formteile

Zu beachten ist, dass die Längenzuschläge der jeweiligen Formteile bis


einschließlich da 28 bzw. DN 25 konstant 0,7 bzw. 0,3 betragen. Danach verändern
sich die Formteilzuschläge in Abhängigkeit der Nennweite. Dies ist bei der
Nachrechnung, bei z. B. Vergrößerung der Nennweite der Leitungsanlage, zu
berücksichtigen.

handwerklich handwerklich

hergestellte Bögen Handwerklich hergestellte Bögen werden wie gerades Rohr


betrachtet.

Ausnahmen Ausnahmen

Die Druckverluste von Bauteilen wie T-Durchgang, Überbögen, Reduzierungen,


Übergangsverbinder und Kupplungen/Muffen sind im Verhältnis zu den
vorgenannten Druckverlusten so gering, dass diese vernachlässigt werden können.

Bild 7.15 – Teilstreckeneinteilung und Formteilzuschläge


Beispiel Beispiel

Nach Bild 7.13 ergeben sich folgende Formteilzuschläge:

 TS 1: 1 x lW = 0,3 m
 TS 2: 1 x lTA + 3 x lW = 0,7+3 x 0,3 = 1,6 m
 TS 3: 1 x lTA = 0,7 m

(die handwerklich gebogenen Umlenkungen


werden nicht berücksichtigt).

Geräteanschlussarmatur mit TAE, DN 15 Rohrleitung DN 15, Länge 20 cm,


Lieferung mit Gerät

Bild 7.16 – Sonderfall Gasgeräteanschluss

Sonderfälle Sonderfälle

Wird in einer Teilstrecke aus baulichen Gründen, wie z. B. bei mit dem Gerät
gelieferten vorgefertigten Montageanschlusseinheiten, ein kürzeres Stück der
Rohrleitung um eine Nennweite kleiner ausgeführt als die davorliegende übrige
Strecke, so kann dessen Länge mit ausreichender Genauigkeit mit dem Faktor 3
multipliziert und zu der davorliegenden Länge addiert werden.

7.3.4.2 7.3.4.2 Bewegliche Verbindungen und Kompensatoren

Kompensatoren und Kompensatoren und Ausgleichsverschraubungen


Ausgleichsverschraub
ungen Bewegliche Verbindungen nach DIN 3384, wie Kompensatoren oder
Ausgleichsverschraubungen, werden bis zu einer Länge von 1,5 m mit der
doppelten Installationslänge in die Berechnungslänge mit einbezogen.

7.3.4.3 7.3.4.3 Formteile bei Mehrschichtverbundrohren

Formteilzuschläge bei Formteilzuschläge bei Mehrschichtverbundrohren


Mehrschichtverbundro
hren Bei Leitungssystemen aus Mehrschichtverbundrohr können sich aufgrund der
unterschiedlichen Konstruktionen der Verbindungsteile (Einschnürung) große
Unterschiede bei den Längenzuschlägen ergeben. Auch können weitere
zusätzliche, bei der Ermittlung der Berechnungslänge zu berücksichtigende
Formteile, wie z. B. Doppelmuffen und Übergangsverbinder Metall/Kunststoff, T-
StückDurchgang usw., Bestandteil eines Kunststoffrohrsystems sein. Deshalb muss
ein Hersteller in seinen Produktunterlagen Angaben zu den Druckverlusten der
Formteile machen. Diese herstellerspezifisch unterschiedlichen Werte sind bei der
Auslegung anzuwenden.

7.3.5 Auswahl und Druckverlust der Rohre und Bauteile

Tafeln für häusliche Tafeln für häusliche Verwendung


Verwendung
Die Auswahl der Nennweite der Rohre der verschiedenen Leitungsarten und die
Bestimmung der Druckverluste der Rohre sowie der weiteren Bauteile erfolgen
mittels der Tafeln 1 und 2.

Bei der Entwicklung der Tabellen und der Festlegung der Ablesegrenzen wurden
Anwendungsfälle der häuslichen Verwendung im Geltungsbereich der TRGI zu
Grunde gelegt. Sie wurden auf eine Druckdifferenz von 300 Pa bezogen. Bei den
Nennweiten, Längen und Belastungen wurden die in der häuslichen Verwendung
üblichen Werte berücksichtigt.

Verweis auf DVGW G Verweis auf DVGW G 617 (A) und die Beispiele im Anhang C.1
617 (A) und die
Beispiele im Anhang Die DVGW-TRGI 2018 beschreibt den Umgang mit diesen Tabellen und die
C.1 Anwendung des Verfahrens. Die strömungstechnischen Hintergründe zur Erstellung
der Tabellen sind im DVGW-Arbeitsblatt G 617 ausführlich beschrieben und mit
einer Vielzahl von erläuternden Anmerkungen versehen. Im Rahmen dieser
Kommentierung wird vorrangig die Durchführung des Bemessungsverfahrens
erläutert. Anhand der zusätzlich im Anhang C.1 des Kommentars aufgenommenen
Beispiele werden die einzelnen Schritte des Verfahrens erläutert.

erweiterte Tabellen für Industrie/Gewerbe G 614-1


erweiterte Tabellen
für Industrie/Gewerbe
G 614-1 Für die Bemessung von Leitungsanlagen bis 100 hPa Betriebsdruck in gewerblicher
oder industrieller Nutzung mit über den Anwendungsbereich der Tabellen der TRGI
hinausgehenden Belastungen von über ca. 2 MW oder Rohr bzw.
Bauteilabmessungen größer DN 80 bzw. da 88,9 wird auf das DVGW-Arbeitsblatt G
614-1:2014 „Freiverlegte Gasleitungen auf Werksgelände hinter der Übergabestelle;
Planung, Errichtung, Prüfung und Inbetriebnahme“ verwiesen. In dem Anhang B von
G 614-1 sind (Erweiterungs-) Bemessungstabellen sinngemäß nach dem
Bemessungsverfahren der TRGI mit größeren Belastungen und größeren Bauteile-
und Rohrabmessungen enthalten.

7.3.5.1 Einzelzuleitung, Abzweig- und Verbrauchs- und Verteilungsleitung

Gesamtdruckverlust Gesamtdruckverlust pges


pges
Aus dem in Abhängigkeit von der Spitzenbelastung aus Tafel 2 entnommenen
Rohrdruckgefälle (R) und der Berechnungslänge (lR) ergibt sich der
Rohrdruckverlust ( pR), der sich mit den weiteren Druckverlusten der Einbauteile
(pGS + pZG + pGA) + pH und der Druckdifferenz durch Höhenunterschied zum
Gesamtdruckverlust ( pges) summiert.

pges = pR + pGS + pZG + pGA + pH

Der Gesamtdruckverlust darf nicht größer sein als der zulässige Gesamtdruckverlust
von in der Regel 300 Pa.
Welches Welches Rohrdruckgefälle ist zu wählen?
Rohrdruckgefälle ist
zu wählen? Erstauswahl mit R ≤ 10 Pa/m
Erstauswahl mit R ≤
10 Pa/m Die Erstauswahl mit R ≤ 10 Pa/m für Einzelzuleitungen sowie Verteilungsleitungen,
Verbrauchs- und Abzweigleitungen orientiert sich an Längen der Fließwege, wie sie
üblicherweise in Einfamilienhäusern und Wohnungen in Mehrfamilienhäusern
auftreten.

Etwa die Hälfte des zulässigen Druckverlustes von 300 Pa wird bei
Einzelzuleitungen für die Einzelwiderstände des Gasströmungswächters, des
Gaszählers und der Geräteanschlussarmatur verbraucht. Bei einem
angenommenen Fließweg von 15 m ergibt sich somit Rverfügbar = 150 Pa/
15 m = 10 Pa/m. Diese Erstauswahl bedeutet auch, dass je nach Durchmesser der
Leitung die Geschwindigkeit zwischen 3 m/s und 6 m/s beträgt.
Dieser Wert für die Erstauswahl trifft auch bei Verbrauchs- und Abzweigleitungen in
Wohnungen zu. Hier werden nochmals etwa 50 Pa für die Verteilungsleitung
verbraucht, es bleiben also 100 Pa für den Fließweg. Da aber in Wohnungen die
Längen kürzer sind, ist auch hier eine Erstauswahl mit R ≤ 10 Pa/m meist
zielführend.

Die Erstauswahl mit dem Wert R ≤ 10 Pa/m führt in den meisten Fällen zu einem
passenden Ergebnis, sodass nicht nochmals nachgerechnet werden muss.

sehr lange Fließwege sehr lange Fließwege

Bei sehr langen Fließwegen in Einzelzuleitungen und Verbrauchs- und


Abzweigleitungen ergibt sich mit dieser Erstauswahl ein Gesamtdruckverlust von >
300 Pa. Es muss also korrigiert werden. In der Regel wird dafür die Teilstrecke mit
dem größten R-Wert ausgewählt. Die Nennweite wird vergrößert, dann erneut
gerechnet.

sehr kurze Fließwege sehr kurze Fließwege

Bei sehr kurzen Fließwegen bleiben Reserven, die ggf. die Verkleinerung einer
Nennweite ermöglichen. Eine erneute Rechnung muss dies bestätigen. Wenn die
Nennweite optimiert werden sollte, wird zuerst die Teilstrecke mit dem kleinsten R-
Wert verringert.

Verteilungsleitungen Verteilungsleitungen mit Steigleitungen


mit Steigleitungen
Zu Verteilungsleitungen mit Steigleitungen und Steigleitungen in
Verteilungsleitungen wird auf die Kommentierung zu Abschnitt 7.3.5.2 verwiesen.

Erstauswahl Erstauswahl Mehrschichtverbundrohr


Mehrschichtverbundro
hr R ≤ 8 Pa/m
R ≤ 8 Pa/m
In der TRGI 2018 nicht mehr enthalten, aber weiterhin sinnvoll ist die Erstauswahl
bei Leitungen aus Mehrschichtverbundrohr mit R ≤ 8 Pa/m bei Einzelzuleitungen,
Abzweig-, Verbrauchs- und Verteilungsleitungen vorzunehmen. Dies ist in dem
insgesamt höheren Formteilanteil bei Leitungssystemen aus
Mehrschichtverbundrohr begründet.

keine Vergrößerung keine Vergrößerung der Nennweite im Fließweg


der Nennweite im
Fließweg Innerhalb des Fließweges von der HAE bis zur Geräteanschlussarmatur soll die
Nennweite der Rohre nicht größer werden. Diese Anforderung und die Forderung,
dass die Geräteanschlussarmatur die Nennweite des Rohres aufweisen bzw. eine
Nennweite kleiner sein soll, sind im Hinblick auf die Durchführung des Abgleichs des
Gasströmungswächters notwendig.

Vergrößerung der Vergrößerung der Geräteanschlussarmatur


Geräteanschlussarma
tur Da die Druckverluste der Geräteanschlussarmatur in der Regel erheblich größer
sind als die der Rohrleitung, ist bei nicht eingehaltenem Druckverlust unter
Berücksichtigung der vorgenannten Anforderungen vorrangig eine größere
Nennweite dieser Armatur zu wählen oder statt einer Eckarmatur eine
Durchgangsarmatur einzusetzen.

Auswahl der Auswahl der Geräteanschlussarmatur


Geräteanschlussarma
tur In den Anmerkungen zu diesem Abschnitt der TRGI werden in den
Aufzählungspunkten 2, 3 und 4 Hinweise zur Auswahl der Geräteanschlussarmatur
gegeben. Insbesondere ist bei der Auswahl der Geräteanschlussarmatur die
Mindestnennweite der Geräteanschlussarmatur nach Tab. L.0 zu beachten!

Tab. L.0 – GS-Auswahl und Mindestnennweiten

Mindestnennweiten* bei GS K

ein mehrere Kupfer


GS Stahl- rohr Wellrohr Geräteanschlussarmatur
Gasgerät Gasgeräte Edelst.

Q·NB [kW] Q·SB [kW] da DN DN DN

2.5 bis 17 bis 21

4 18 – 27 22 – 34

6 28 – 41 35 – 51 18 20 20 15

10 42 – 68 52 – 86 22 20 25 20

16 69 – 110 87 – 138 28 25 32 25

* maximal 10 m

Bild 7.17 – Abdruck Tab. L.0 aus TRGI

7.3.5.2 Verteilungsleitungen mit Steigleitungen

Verteilungsleitungen Verteilungsleitungen mit Steigleitungen


mit Steigleitungen
In Mehrfamilienhäusern können in Verteilungsleitungen (Leitungsteil zu mehreren
Gaszählern) auch Steigleitungen zur Überbrückung von Geschossen enthalten sein.
Diese werden vereinfacht ausgelegt. Hier erfolgt keine Längen- und
Druckverlustberechnung. Sie werden bei R ≤ 5 Pa/m (R ≤ 4 Pa/m bei Kunststoff-
Verteilungsleitungen) mit der entsprechenden Belastung ausgewählt. Dadurch wird
R im Mittel unter 4 Pa/m gehalten. So ist sichergestellt, dass der Rohrdruckverlust
durch den Druckgewinn durch Höhe ausgeglichen wird.

Der weitere Vorteil dieses Verfahrens ist, dass an einer Steigleitung angeschlossene
Verbrauchs- und Abzweigleitungen stets den gleichen Eingangsdruck haben und
somit bei gleichen Installationsanordnungen nur einmal berechnet werden müssen,
siehe hierzu auch Beispiel 3 im Anhang C.1 der TRGI.

Verteilungsleitungen Verteilungsleitungen bis zu Steigleitungen


bis zu Steigleitungen
Da in Mehrfamilienhäusern mit Gasgeräten in der Wohnung und Zählern in der
Etage die Verteilungswege stark schwanken, sind diese nicht annäherungsweise zu
standardisieren. Der in der TRGI 2008 enthaltene vergleichsweise komplizierte
Ansatz, hier vorab für die Verteilungsleitungen ein R = 70/lF (LF = Länge Fließweg
ohne Formteile) zu ermitteln, wurde überarbeitet und vereinfacht.

Wie im ersten Absatz der TRGI beschrieben, werden auch die Verteilungsleitungen
bis zu den Steigleitungen bei R ≤ 5 Pa/m ausgewählt (R ≤ 4 Pa/m bei
Verteilungsleitungen aus Mehrschichtverbundrohr). Neu aufgenommen wurde die
Anforderung, dass der Druckverlust auf der Teilstrecke der Verteilungsleitungen zur
Steigleitungen ≤ 70 Pa sein muss. Wird dieser Wert überschritten, ist die
Verteilungsleitung eine Dimension größer zu wählen.

Bild 7.18 – Beispiel Verteilungsleitung bis zu Steigleitungen

In dem in Bild 7.18 dargestellten Beispiel ergibt sich folgende Auswahl:

Stahlrohr, mittlere Reihe, l = 31 m, 6


Umlenkungen, 1 x T-Abgang,
Q· = 150 kW, d. h. Auswahl bei R ≤ 5 Pa/m (nach
Tab. L.7) ergibt DN 40
lR = l + lTA + lW = 31 + 1,5 + 6 x 0,7 = 36,7 m
gerundet 37 m

Bei R = 4 Pa/m (nach Tab. L.7) sind dies: 4 x 37 =


148 Pa – nicht zulässig, da größer 70 Pa. D. h.
Korrektur mit DN 50.

lR = l + lTA + lW = 31 + 2 + 6 x 1 = 39 m. Mit R = 1,4 Pa/m (nach Tab. L.7) ergibt


dies: 1,4 x 39 = 54,6 Pa, gerundet 55 Pa.

Druckdifferenz durch Druckdifferenz durch Höhenunterschied


Höhenunterschied
Die im zweiten Absatz von Abschnitt 7.3.5.2 beschriebene Ausnahme gilt nur für die
Steigleitungen in Verteilungsleitungen. Bei den steigenden oder fallenden Anteilen
der horizontal verlegten Steigleitung ist die Druckdifferenz durch Höhenunterschied
gemäß den Vorgaben von Abschnitt 7.3.2 zu berücksichtigen.

Druckreserven stehen Druckreserven stehen zur Verfügung


zur Verfügung
Oft ist die Leitung zum Zähler vorgegeben und hat eine Nennweite, die größer ist als
die sich aus der Erstauswahl ergebende. Des Weiteren ist häufig ein Gaszähler G4
vorgegeben, wo G2,5 ausreichend wäre. Diese Druckreserven eröffnen dann die
Möglichkeit, im weiteren Verlauf kleinere Nennweiten zu verlegen.

7.3.5.3 7.3.5.3 Sonstige Bauteile

Gasfilter Gasfilter

Gasfilter können aufgrund des sich durch die Abscheidung stets verändernden
Druckverlustes nicht in die Druckverlustberechnung aufgenommen werden.
Insbesondere wäre die Sicherstellung der Funktion des GS nicht in allen
Betriebszuständen gewährleistet.

Deshalb sind Gasfilter entweder vor dem Gas-Druckregelgerät oder nach der
Gasgeräteanschlussverschraubung einzubauen. Sie liegen damit außerhalb des
Betrachtungsbereiches der Bemessung der Rohrleitung. Der zusätzlich auftretende
Druckverlust im Filter hinter der Gasgeräteanschlussverschraubung kann aber den
Betrieb des Gasgerätes beeinflussen. Dies kann ggf. durch die Auslegung der
Leitungsanlage mit einem geringeren Gesamtdruckverlust ausgeglichen werden.

Magnetventile Magnetventile

Aufgrund der unterschiedlichen Bauausführungen der Magnetventile können hierzu


keine allgemeingültigen Druckverlustwerte angegeben werden. Ein Beispiel, wie
nach den Vorgaben von G 617 durch den Hersteller erstellte Tabellen aussehen
können, ist in G 617, Anhang B enthalten und hier als Bild 7.19 abgedruckt.

Tab. V.11 Magnetventile in Leitungsanlagen einfach / doppelt


(Beispiel)

einfach Nennweite DN doppelt Nennweite DN

pMV 15 20 25 32 40 50 pMV 15 20 25 32 40 50

Pa V· [m3/h] Pa V· [m3/h]

5 1,3 2,3 2,9 4,5 6,5 9,7 5 1,1 1,9 2,6 3,9 5,5 8,1

10 1,8 3,0 3,9 6,0 8,6 12,9 10 1,5 2,6 3,4 5,1 7,3 10,7

15 2,1 3,6 4,6 7,2 10,2 15,3 15 1,8 3,1 4,1 6,1 8,7 12,8

20 2,4 4,1 5,2 8,2 11,7 17,5 20 2,1 3,5 4,7 7,0 9,9 14,6

25 2,7 4,5 5,8 9,1 12,9 19,4 25 2,3 3,9 5,2 7,8 11,0 16,2

30 3,0 4,9 6,3 9,9 14,1 21 30 2,5 4,2 5,6 8,5 12,0 17,6

35 3,2 5,3 6,8 10,6 15,2 23 35 2,7 4,5 6,1 9,1 12,9 18,9

40 3,4 5,7 7,3 11,3 16,2 24 40 2,9 4,8 6,5 9,7 13,7 20

45 3,6 6,0 7,7 12,0 17,1 26 45 3,1 5,1 6,8 10,3 14,5 21

50 3,8 6,3 8,1 12,6 18,0 27 50 3,2 5,4 7,2 10,8 15,3 22

60 4,2 7,0 9,0 13,9 20 30 60 3,6 6,0 8,0 12,0 16,9 25

70 4,5 7,5 9,6 15,0 21 32 70 3,9 6,4 8,6 12,9 18,2 27

80 4,8 8,0 10,3 16,0 23 34 80 4,1 6,9 9,1 13,7 19,4 29


einfach Nennweite DN doppelt Nennweite DN

pMV 15 20 25 32 40 50 pMV 15 20 25 32 40 50

Pa V· [m3/h] Pa V· [m3/h]

90 5,1 8,5 10,9 16,9 24 36 90 4,4 7,3 9,7 14,5 21 30

100 5,3 8,9 11,4 17,8 25 38 100 4,6 7,6 10,2 15,3 22 32

120 5,9 9,9 12,7 19,7 28 42 120 5,1 8,5 11,3 16,9 24 35

140 6,4 10,6 13,6 21 30 45 140 5,5 9,1 12,1 18,2 26 38

160 6,8 11,3 14,5 23 32 48 160 5,8 9,7 12,9 19,4 27 40

180 7,2 12,0 15,4 24 34 51 180 6,2 10,3 13,7 21 29 43

200 7,6 12,6 16,2 25 36 54 200 6,5 10,8 14,4 22 31 45

250 8,6 14,3 18,4 29 41 61 250 7,4 12,3 16,4 25 35 51

300 9,4 15,6 20 31 45 67 300 8,0 13,4 17,8 27 38 56

350 10,1 16,8 22 34 48 72 350 8,6 14,4 19,2 29 41 60

400 10,7 17,9 23 36 51 77 400 9,2 15,3 20 31 43 64

500 12 20 26 40 58 87 500 10,4 17,3 23 35 49 72

Anmerkung zur Tab. V.11:

Musterbeispiel Einfach- und doppelt wirkende Magnetventile ohne Armatur und


TAE. Sind die Magnetventile mit einer Absperrarmatur + TAE ausgerüstet
(Regelfall), ist der Druckverlust für die Absperrarmatur + TAE nach Tab. V.3 zu
addieren. Beispiel: Durchgangsarmatur + TAE mit doppelt wirkenden Magnetventil
DN 15 mit bei V = 3,0 m³/h: Druckverlust = pGA + pMV = 45 + 45 = 90 Pa.

Bild 7.19 – Abdruck Tabelle V.11 – Magnetventile in Leitungsanlagen aus G


617

Die Werte von Tab. V.11 der G 617 sind auf den Spitzenvolumenstrom bezogen.
Eine vorhandene Spitzenbelastung kann mit nachfolgender Formel auf den
Spitzenvolumenstrom umgerechnet werden, wobei nach der TRGI für Erdgas L ein
HI,B von 8,6 kWh/m3 anzusetzen ist:

Spitzenvolumenstrom: V· = Q· /HI,B

Bei einer vorhandenen Spitzenbelastung von 43 kW ergibt dies:


43 kW/8,6 kWh/m3 = 5 m3/h

Leitungen vor einem Leitungen vor einem Gas-Druckregelgerät


Gas-Druckregelgerät
Einen Sonderfall stellen Leitungen zu Gas-Druckregelgeräten dar, die im
Druckbereich bis 100 mbar betrieben werden. Die Dimensionierung der Leitung vor
einem Gas-Druckregelgerät, sei es zu einem Haus-Druckregelgerät oder zu einem
oder mehreren Zähler-Druckregelgeräten, kann nicht nach dem
Bemessungsverfahren der TRGI erfolgen. Zu einer exakten Dimensionierung muss
die zur Verfügung stehende Druckdifferenz bekannt sein. Diese kann die sonst
vorgegebenen 300 Pa überschreiten.
Handelt es sich um Betriebsdrücke unter 100 mbar, kann nach DVGW-Arbeitsblatt
G 617 gerechnet werden.

Bild 7.20 – Leitungen vor Zähler-Druckregelgeräten

Richtwerte für Richtwerte für Nennweiten der Leitungen vor den Gas-Druckregelgeräten
Nennweiten der
Leitungen vor den Als Richtwert für die Nennweite von vor den Gas-Druckregelgeräten liegenden
Gas- Verteilungsleitungen können bis 200 kW Belastung da 28 bzw. DN 25 und bis 500
Druckregelgeräten kW Belastung da 35 bzw. DN 32 gewählt werden.

7.3.6 Gaszähler

Gaszähler Gaszähler

Dieser Abschnitt wurde neu eingefügt. Bei den Gaszählern wird unterschieden in
Balgengaszähler bis G65 und in Gaszähler ab G100 und Turbinenradzähler oder
Drehkolbenzähler. Balgengaszähler bis G65 Neu werden die Balgengaszähler bis
G65 als Zählergruppe zusammengefasst (bisher erfolgte dies nur bis G25).

Wesentlich bei einer evtl. Auswahl des Gaszählers ist, dass hierbei, wie auch für
den Gasströmungswächter die Summenbelastung Q·SB heranzuziehen ist, siehe
hierzu auch die entsprechende Fußnote zur Tab. L.2 „Zählergruppe“, welche
nachfolgend als Bild 7.21 abgedruckt ist. Ebenso sind die Einsatzgrenzen der
Balgengaszähler, die der NB für den Messplatz vorgibt, zu beachten.

Bei den in Tab. L.2 im unteren Bereich „kursiv“ dargestellten Werten wird der
Gaszähler bis 100 % ausgelastet.

Tab. L.2 Zählergruppe Balgengaszähler

pZG G 2.5 G4 G 6 G 10 G 16 G 25 G 40 G 65

Pa Q·* [kW]

30 5 8 10 17 25 39 63 103

35 10 14 18 30 44 69 111 180

40 13 18 23 39 57 89 143 233

45 15 21 28 47 68 106 170 276

50 17 24 32 53 77 120 193 314

55 19 27 35 59 85 133 213 347


pZG G 2.5 G4 G 6 G 10 G 16 G 25 G 40 G 65

Pa Q·* [kW]

60 21 29 38 64 92 145 232 377

65 22 31 41 69 99 156 249 405

70 24 33 44 73 106 166 265 431

75 25 35 46 77 112 175 281 456

80 26 37 49 81 118 184 295 480

85 28 39 51 85 123 193 309 502

90 29 40 53 89 128 201 322 523

95 30 42 55 92 134 209 335 544

100 31 43 57 96 138 217 347 564

105 32 45 59 99 143 224 359 583

110 33 46 61 102 148 231 370 601

115 34 48 63 105 152 238 381 619

120 49 65 108 156 245 392 637

125 50 67 111 161 251 402 654

130 51 68 114 165 258 412 670

140 71 119 173 270 432 702

160 78 130 187 293 469 762

180 86 137 201 314 503 818

200 215 335 535 860

* Sofern diese Tabelle auch für die Auswahl des Gaszählers genutzt werden soll,

ist anstatt der Spitzenbelastung Q· die Summenbelastung Q· SB zu verwenden.

Bild 7.21 – Abdruck Tab. L.2 „Zählergruppe“ aus TRGI

Für die Ermittlung des Druckverlustes der Zählergruppe ist die Spitzenbelastung
Q· zu verwenden.

Ablesebeispiel (aus Beispiel 2, Anhang C.1 der TRGI):

Summenbelastung Q· SB = 20 kW + 9 kW + 13 kW = 42 kW, d. h. G4
maximaler Verbraucher Q· NBmax = 20 kW

Spitzenbelastung Q· = 0,5 x (42 + 20) kW = 31 kW, d. h. DpZG = 65 Pa

andere nach DIN EN andere nach DIN EN 1359 zulässige Balgengaszähler


1359 zulässige
Balgengaszähler Gemäß der Fußnote 15 in Abschnitt 5.2.16 der TRGI beruhen die
Bemessungsvorgaben nach Abschnitt 7 bei Gaszählern G2,5 bis G65 auf den nach
G 617, Gleichung 12 für Qmax Zähler berechneten maximalen Druckverlusten. Für
Gaszähler mit anderen nach DIN EN 1359 zulässigen Druckverlusten sind durch die
Hersteller entsprechende Druckverlusttabellen nach den Vorgaben von
DVGWArbeitsblatt G 617 zu erstellen.

Balgengaszähler Balgengaszähler größer G65, Turbinenradgaszählern oder Drehkolbengaszähler


größer G65,
Turbinenradgaszählern Für diese Gaszähler sind die Druckverlustwerte den Produktunterlagen der
oder Hersteller zu entnehmen. Ebenso wird darauf hingewiesen, dass die
Drehkolbengaszähler diesbezüglichen Installationsvorgaben des NB oder MSB zu beachten sind. Hierzu
wird ergänzend auf die Kommentierung zu Abschnitt 7.1, Fußnote 25 hingewiesen.

7.3.7 Gasströmungswächter (GS)

Schutz gegen Eingriffe Unbefugter


Schutz gegen
Eingriffe Unbefugter
Wie bereits in der Kommentierung zu Abschnitt 5.3.6 ausführlich erläutert, erfolgten
zu der Thematik „Schutz gegen Eingriffe Unbefugter“ umfängliche Diskussionen und
Voruntersuchungen in den Jahren 1998 bis 2003. Mit Veröffentlichung der VP 305-
1:12-2002 „Gasströmungswächter für die Inneninstallation“ sowie des DVGW-
Beiblattes G 600-B „Beiblatt zum DVGW-Arbeitsblatt G 600 Technische Regeln für
Gasinstallationen (DVGW-TRGI ’86/96)“; Dezember 2003 wurde der
Gasströmungswächter als Maßnahme zur Erschwerung der Eingriffe Unbefugter
durch das Regelwerk eingeführt.

VP 305-1:2002-12 VP 305-1:2002-12 und Beiblatt G 600-B:2003-12


und Beiblatt G 600-
B:2003-12 Mit der VP 305-1:2002 und dem Beiblatt G 600-B in 2003 wurden
Gasströmungswächter Typ K1, K2 und M1 und M2 (vor dem Gas- Druckregelgerät)
sowie K3 und M3 (hinter dem Gas-Druckregelgerät) eingeführt. Es wurden
entsprechende Auswahltabellen zur Verfügung gestellt. Die Auswahl des GS
erfolgte auf Basis des mit dem Betriebsheizwert ermittelten Summenvolumenstroms
der Gasgeräte, wobei der GS bis zu 100 % seiner Leistungsstufe (heute Nennwert)
ausgelegt wurde. Die Funktion des GS für die Typen M1, M2 und M3 wurde anhand
vorgegebener maximaler Rohrlängen bezogen auf die jeweilige Nennweite
sichergestellt.

DVGW- DVGW-Rundschreiben G 07/2004 geänderte Bemessungstabellen


Rundschreiben G
07/2004 geänderte Aufgrund in der Praxis aufgetretener Betriebsstörungen durch Auslösen des GS bei
Bemessungstabellen Einzelzuleitungen sah man sich veranlasst, die Auswahl/Auslegung des GS
anzupassen. Abhilfe leisteten die Stellungnahme des Technischen Komitees
„Gasinstallation“ des DVGW mit Auslegungshinweisen (siehe DVGW
energie|wasser-praxis Heft 7/8 2004, Seite 57 „Ermöglichung der Auswahl des GS
der nächstgrößeren Leistungsstufe“) und die Vorgabe von geänderten
Bemessungstabellen in dem 2004-11 veröffentlichten DVGWRundschreiben G
07/04. Mit dieser Veröffentlichung wurden neue Auswahltabellen zur Verfügung
gestellt. Die Auswahl des GS wurde auf 80 % der Leistungsstufe reduziert und die
Möglichkeit der Auswahl des nächstgrößeren GS bei Gasgeräten zur
Zentralbeheizung (Kessel, Thermen, Kombigeräte) ermöglicht. Nachteil war, dass
jetzt für alle GS (auch für GS K) die Funktion des GS anhand vorgegebener
maximaler Rohrlängen bezogen auf die jeweilige Nennweite zu überprüfen war.

TRGI 2008 – neues TRGI 2008 – neues Bemessungsverfahren


Bemessungsverfahren
Forschungsvorhaben Forschungsvorhaben begleiteten die Entwicklung
begleiteten die
Entwicklung Weitergehende Untersuchungen des Gaswärme-Instituts Essen im Rahmen
verschiedener DVGW-F&E-Vorhaben wurden während der Entwicklung des
Bemessungsverfahrens der TRGI 2008 durchgeführt. Die Wichtigsten waren:

 „Untersuchungen zur Beurteilung von in der Praxis aufgetretenen Störungen an


Gasgeräten in Gasinstallationen mitGasströmungswächtern“ (G 5/03/04),
 „Absicherung von nichtmetallenen Rohrleitungen und Verbindern in der
Gasinstallation“ (G 5/02/05) sowie
 „Überprüfung der Grundlagen für die Berechnung von Rohrleitungen in der
Gasinstallation mit Gasströmungswächtern“ (G 5/03/05).

Untersuchungsschwer Untersuchungsschwerpunkte
punkte
Weiterhin wurde die Betriebssicherheit von Gasinstallationen mit
Gasströmungswächtern, die nach dem neuen Bemessungsverfahren der TRGI 2008
dimensioniert worden sind, an einer Vielzahl von Musterinstallationen untersucht. Es
wurden weiter gehende Untersuchungen zum stationären Schließvolumenstrom und
zum dynamischen Verhalten von Gasströmungswächtern durchgeführt, um die
Anforderungen, die in der neuen DVGW VP 305-1:2007 bezüglich der
Betriebssicherheit festgeschrieben werden sollten, abzusichern. Die Überprüfung
der Dimensionierung von Rohrleitungen aus Kunststoff in der Gasinstallation mit
Gasströmungswächtern wurde vorgenommen, um die Erfüllung des Schutzzieles
„Brand- und Explosionssicherheit“ nachzuweisen. Abschließend wurden die
Grundlagen des neuen TRGI Berechnungsverfahrens überprüft und bestätigt.

Weitere Untersuchungen im Zusammenhang mit den Störungen bei


Installationsanlagen mit Gasströmungswächtern wurden am EnglerBunte- Institut im
Rahmen des Vorhabens

 „Untersuchung des dynamischen Verhaltens von Gas-Druckregelgeräten in


häuslichen Installationen“ (G 4/01/05)

durchgeführt.

Die Ergebnisse der Untersuchungen sind in die Entwicklung des


Bemessungsverfahrens der TRGI 2008 und die Weiterentwicklung der DVGW-VP
305-1: 2007 „Gasströmungswächter für die Gasinstallation“ eingeflossen.

DVGW VP 305-1 (P), DVGW VP 305-1 (P), 12/2007 Gasströmungswächter


12/2007
Gasströmungswächter Bei der Überarbeitung der DVGW-VP 305-1:2007 wurden die Erfahrungen in der
Praxis sowie die Ergebnisse der verschiedenen Forschungsvorhaben berücksichtigt
und den Anforderungen der neuen DVGW-TRGI 2008 Rechnung getragen.
Aufgrund der Festlegungen der DVGW-TRGI 2008 werden zukünftig in der
Gasinstallation nur noch Gasströmungswächter der Typen M und K mit dem
Druckbereich 15 bis 100 mbar zum Einsatz kommen. Die Vielfalt der verschiedenen
Gasströmungswächter wurde somit auf zwei Typen reduziert. Der maximale
Druckverlust der GS-Typen M und K wurde auf 0,5 mbar begrenzt. Zur weiteren
Verbesserung der Betriebstauglichkeit wurde ein Mindestschließfaktor von 1,3
eingeführt. Die Prüfungen des Schließverhaltens und der Prüfaufbau wurden
komplett überarbeitet.
Verwendung alter Gasströmungswächter
Verwendung alter
Gasströmungswächter
Produkte, die aufgrund der alten DVGW-VP 305-1:2002 eine Zertifizierung besitzen
und noch im Handel sind, konnten noch zur Absicherung des Schutzzieles „Schutz
gegen Eingriffe Unbefugter“ eingesetzt werden. Aufgrund des höheren
Druckverlustes von 1 mbar der älteren Produkte mussten jedoch die aus den
Tabellen abgelesenen Druckverlustwerte verdoppelt werden.

DIN 30652-1 DIN 30652-1

Mit der DIN 30652-1 „Gasströmungswächter für die Gasinstallation“ wird die VP
305-1:2007 in eine DIN-Norm überführt. Der entsprechende Entwurf der DIN ist in
2018-04 erschienen. Im Wesentlichen handelt es sich bei der Überarbeitung um
eine Fortschreibung/Präzisierung. Die grundlegenden Produktanforderungen des
GS werden dabei nicht verändert.

DIN 33822 DIN 33822

Der Vollständigkeit halber wird darauf hingewiesen, dass auch die Anforderungen
an den GS im Druckregelgerät ehemals DVGW-VP 200:1998, seit 2009 in DIN
33822 „Gas-Druckregelgeräte und Sicherheitseinrichtungen der Gas-Installation für
Eingangsdrücke bis 5 bar“ fortgeschrieben wurden. Die aktuelle Ausgabe der DIN
33822 ist die Fassung 08-2017. Bei der aktuellen Fortschreibung wurden
insbesondere die Anforderungen an das Anlaufverhalten von Gas-
Druckregelgeräten präzisiert.

7.3.7.1 Installationsort des GS

Anordnung GS Anordnung GS

Ein der Belastung angepasster Gasströmungswächter ist nach der HAE oder nach
dem Gas-Druckregelgerät, wenn dieses direkt nach der HAE angeordnet ist,
einzubauen. Die GS-Funktion kann auch im Gas-Druckregelgerät integriert sein.
Dieses ist dann jedoch unmittelbar hinter der HAE anzuordnen (siehe dazu auch die
Ausführungen zu Abschnitt 5.3.6.3 in diesem Kommentar).

GS im Gas- GS im Gas-Druckregelgerät
Druckregelgerät
Gasströmungswächter können auch im Gas-Druckregelgerät integriert sein. In der
entsprechenden Prüfgrundlage für GasDruckregelgeräte, der DIN 33822 wurden für
diese Gas-Druckregelgeräte mit integrierter Strömungswächterfunktion die gleichen
Anforderungen wie in der DIN 30652-1 zu Grunde gelegt.

Sind Gasströmungswächter im Gas-Druckregelgerät integriert oder vor diesem


installiert, gehen die Druckverluste nicht in die Bemessung der Leitungsanlage ein.

GS in Reihe GS in Reihe

Innerhalb eines Fließweges dürfen nicht mehrere Gasströmungswächter gleichen


Nennwerts und gleichen Typs eingesetzt werden. Diese würden nur zusätzliche
Druckverluste erzeugen und keinen Sicherheitsgewinn bringen.

Es ist aber z. B. zulässig, einem Gas-Druckregelgerät mit integriertem GS 4 M einen


GS 4 K nachzuschalten, entweder um den GSAbgleich bei metallenen Leitungen zu
vereinfachen oder um die Absicherung einer Leitungsanlage aus
Mehrschichtverbundrohr vorzunehmen.
7.3.7.2 Auswahl (Nennwert) des GS

belastungsorientierte belastungsorientierte Auswahl der GS


Auswahl der GS
Gasströmungswächter werden nach der Summenbelastung Q·SB aller Gasgeräte,
die ihnen nachgeschaltet sind, ausgewählt.

Während man bei Rohren, Gaszählern (im Rahmen ihrer Messgenauigkeit) und
Armaturen auch größere Nennweiten als erforderlich wählen kann, ist dies
hinsichtlich der Nennwerte bei Gasströmungswächtern nicht zulässig.

neue Tab. L.0 – neue Tab. L.0 – Auswahl des GS


Auswahl des GS
Tab. L.0 GS-Auswahl und Mindestnennweiten

Mindestnennweiten* bei GS K

ein mehrere Kupfer


Geräteanschluss-
GS Stahlrohr Wellrohr
armatur
Gasgerät GasgeräteEdelst.

Q·NB [kW] Q·SB [kW] da DN DN DN

2.5 bis 17 bis 21

4 18 – 27 22 – 34

6 28 – 41 35 – 51 18 20 20 15

10 42 – 68 52 – 86 22 20 25 20

16 69 – 110 87 – 138 28 25 32 25

* maximal 10 m Berechnungslänge

Bild 7.22 – Abdruck Tab. L.0 aus TRGI 2018

80 %-Regel für 80 %-Regel für Einzelgeräte


Einzelgeräte
Wie aus Tab. L.0 der TRGI ersichtlich, werden zwei Anwendungsfälle
unterschieden: Anlagen mit nur einem Gerät (bei Einzelgeräten ist Q·NB = Q·SB.)
und Anlagen mit mehreren Gasgeräten. Neu ist, dass in der Tab. L.0 direkt
ablesbar ist, bis zu welcher Belastung der jeweilige GS eingesetzt werden kann. Bei
Anlagen mit mehreren Geräten wird der Gasströmungswächter bis zum Nennwert
belastet. Bei Anlagen mit Einzelgeräten werden die Gasströmungswächter nur bis
zu 80 % ihres Nennwertes belastet. Dies geschieht aus Gründen der
Betriebstauglichkeit, um im Anfahrzustand (Startverhalten) Einflüsse durch das
Zusammenspiel dynamisches Verhalten GasDruckregelgerät,
Strömungswiderstände der Leitungsanlage und Startverhalten der Gasgeräte
auszugleichen.

Die Umrechnung des Volumenstroms erfolgt mit dem beim Bemessungsverfahren


generell angesetzten HI,B des L-Gases von 8,6 kWh/m3.

Mindestnennweiten Mindestnennweiten bei GS K


bei GS K
Neu aufgenommen in die Tab. L.0 wurde die Anforderung der Mindestnennweiten
bei GS K. Diese ergeben sich ab GS 6 K. Mit der Mindestnennweite ist die maximal
absicherbare Nennweite der Rohrleitung bzw. Geräteanschlussarmatur gemeint.
Kommen in dem den GS nachgeschalteten Fließweg kleinere Nennweiten als in
Tab. L.0 angegeben vor, ist entweder ein Zusatz-GS einzubauen oder ein
GSAbgleich nach dem direkten Verfahren erforderlich, siehe hierzu auch Beispiel
1.3 der TRGI.

Mit Einführung dieser Nennweite wurden sinngemäß auch die Anforderungen der
bisherigen Tab. 13.2.1 – Zusatz GS K (nach dem Gaszähler) der TRGI 2008 in die
jetzige Tab. L.0 überführt.

Fußnote zur Tabelle – Fußnote zur Tabelle – maximale Berechnungslänge bei Mindestnennweite
maximale
Berechnungslänge In der Fußnote der Tabelle wird die maximal zulässige Berechnungslänge der
bei Mindestnennweite Leitung mit Mindestnennweite auf 10 m beschränkt. Dies dient dazu, dass bei der
Berechnung der Leitungsanlagen im Grenzbereich (nahe der 300 Pa Druckverlust)
auch weiterhin die Funktion des GS gegeben ist. Ansonsten müsste in diesen Fällen
der aufwendigere Abgleich des GS mit dem direkten Verfahren erfolgen. Wird die
Berechnungslänge bei Mindestnennweite überschritten, ist entweder die Nennweite
zu vergrößern, ein Zusatz GS einzubauen oder der Abgleich nach dem direkten
Verfahren vorzunehmen. Berechnungen hierzu sind in dem Beispiel 1.3 der TRGI
und in Beispiel 1 dieses Kommentars enthalten.

Kombination eines Kombination eines großen und eines kleinen Gasgerätes


großen und eines
kleinen Gasgerätes In der Regel wird in Verbrauchsleitungen die GS-Größe durch die
Summenbelastung bestimmt.

In einem Grenzbereich, wenn z. B. wie im Beispiel in Abschnitt 7.3.7.2 der TRGI


angeführt an einer Leitung ein KWH von 28 kW und ein Herd von 6 kW
angeschlossen sind, stellt sich jedoch die Frage, wie der GS auszulegen ist. Die
Summenbelastung ist 34 kW, wofür ein GS 4 zu wählen wäre. Für den
störungsfreien Betrieb eines Einzelgerätes von 28 kW muss jedoch ein GS 6
gewählt werden (80 %Regel).

Die Betriebssicherheit des Gerätes ist vorrangig zu betrachten, deshalb ist in diesem
Fall ein GS 6 auszuwählen. Die Auswahl der Druckverluste der Bauteile (Rohr, GS
und Zähler) hat mit der Spitzenbelastung Q· = 31 kW zu erfolgen.

Die Abzweigleitung zum Herd ist dementsprechend entweder in da 18 (Tab. L.0)


auszuführen oder durch einen Zusatz-GS 2,5 abzusichern. Dann kann die Leitung in
da 15 verlegt werden. Solche Fälle sind allerdings selten. Sie entstehen durch die
Kombination eines großen Verbrauchers mit einem sehr kleinen Verbraucher.

7.3.7.3 Einsatzgrenzen und GS Typ bei metallenen Leitungen

Schutzziel „Schutz Schutzziel „Schutz gegen Eingriffe Unbefugter“


gegen Eingriffe
Unbefugter“ Bei metallenen Rohrleitungssystemen werden Gasströmungswächter zur Erfüllung
des Schutzzieles „Schutz gegen Eingriffe Unbefugter“ eingesetzt.

GS M oder GS K ? GS M oder GS K ?

Es können Gasströmungswächter Typ M (Schließfaktor fs max = 1,8) oder Typ K


(Schließfaktor fs max = 1,45) eingesetzt werden. Die Verwendung eines GS K
bringt, wie später aufgezeigt wird, Vorteile bezüglich des GS-Abgleichs.

Grenzen des GS Grenzen des GS


Die Belastungsobergrenzen von 138 kW bei mehreren Gasgeräten bzw. 110 kW bei
Einzelgeräten ergeben sich aus der Umrechnung des Gasvolumenstromes des
größten einsetzbaren GS 16. Größere GS bringen keinen Nutzen im Sinne des
Schutzzieles.

7.3.7.4 Einsatzgrenzen und GS Typ bei Mehrschichtverbundrohr

zusätzliches zusätzliches Schutzziel „Brand- und Explosionssicherheit“


Schutzziel „Brand-
und Bei Mehrschichtverbundrohrleitungen hat der Gasströmungswächter nicht nur das
Explosionssicherheit“ Schutzziel „Schutz gegen Eingriffe Unbefugter“ zu erfüllen; er ist außerdem
Sicherheitselement und zwingend notwendiges Bauteil zur Erreichung des
Schutzzieles der „Brand- und Explosionssicherheit“. Zur Erfüllung dieser Aufgabe
werden ausnahmslos belastungsorientiert ausgewählte Gasströmungswächter
Typ K mit dem Schließfaktor fs max = 1,45 und vorgeschalteter „thermisch
auslösender Absperreinrichtung“ (TAE) eingesetzt.

Grenzen GS bei Grenzen GS bei Leitungsanlagen aus Mehrschichtverbundrohr


Leitungsanlagen aus
Mehrschichtverbundro Für Leitungsanlagen mit Mehrschichtverbundrohren gelten die gleichen Grenzen
hr des GS wie bei metallenen Leitungen. Da es keine größeren Gasströmungswächter
als GS 16 gibt, erklären sich die Einsatzgrenzen von 138 kW bzw. 110 kW
Belastung bei Mehrschichtverbundrohren.

GS 1,6 GS 1,6

Bei Leitungen aus Mehrschichtverbundrohr wird zusätzlich der GS 1,6 zur


Absicherung von Leitungen mit da 16 erforderlich, um das Schutzziel auch bei
diesem kleinsten Rohrdurchmesser zu erreichen.

Auch ist es zwingend notwendig, bei Einsatz von Gassteckdosen ohne GS die
Abzweigleitung zu diesen mit einem GS 1,6 abzusichern.

7.3.7.5 Abgleich des GS

GS-Abgleich GS-Abgleich

Es ist die Wirksamkeit des GS bis zu den Leitungsenden, d. h. bis zur


Geräteanschlussverschraubung hinter der Geräteanschlussarmatur bzw. bis vor die
Gassteckdose, zu prüfen. Dies geschieht mit dem sogenannten „GS-Abgleich“.

Bemessungsschritte Bemessungsschritte

Im ersten Schritt der Bemessung der Leitungsanlage werden die Rohre und
Einbauteile für den zulässigen Gesamtdruckverlust von pges ≤ 300 Pa ausgelegt.

zwingend zwingend notwendiger zweiter Schritt


notwendiger zweiter
Schritt Im zweiten, ebenso wichtigen Schritt, dem GS-Abgleich, wird geprüft, ob bei der sich
ergebenden Rohr-/Bauteilkombination, die den ausreichenden
Geräteanschlussdruck sicherstellt, auch der Schließvolumenstrom des
vorgeschalteten Gasströmungswächters im Falle der Öffnung des freien
Rohrquerschnittes jeder nachgeschalteten Nennweite bzw. der
Ausgangsverschraubung der Geräteanschlussarmatur erreicht wird.

höherer höherer Volumenstrom, anderer Druckverlust


Volumenstrom,
anderer Druckverlust Als Volumenstrom ist der Schließvolumenstrom des Gasströmungswächters,
der sich aus dem Nennwert des GS bezogen auf Gas und dem Schließfaktor ergibt,
anzusetzen. Er ist immer erheblich größer als der Volumenstrom, mit dem die
Druckverlustberechnung durchgeführt wurde. Als „treibende“ zulässige
Druckdifferenz wird beim Abgleich der Ausgangsdruck des Gas-Druckregelgerätes,
in der Regel 2300 Pa, angesetzt. Der Rechengang ist der gleiche wie bei der
Druckverlustberechnung. Die Summe der einzelnen Druckverluste bis zu den
Leitungsenden darf nicht größer als 2300 Pa sein. Ggf. sind auch hierfür zusätzlich
Druckverluste zu senken, d. h. Rohre oder Bauteile zu vergrößern, um die zulässige
Druckdifferenz nicht zu überschreiten.

praktikabler Ansatz praktikabler Ansatz

Um ein in der Praxis anwendbares Verfahren für den Abgleich zu gestalten, wurden
Grenzwertbetrachtungen durchgeführt. Es zeigte sich, dass beim Einsatz eines GS
K nur wenige Rahmenbedingungen eingehalten werden müssen, um die
Wirksamkeit sicherzustellen.

Je nach Leitungsart ergeben sich bei GS K verschiedene Anforderungen.

Alle Einzelzuleitungen mit GS K und Verbrauchsleitungen mit GS 2,5 K und GS 4 K


sind bei entsprechender Auswahl nicht abzugleichen, da die Wirksamkeit bei
ordnungsgemäßer Bemessung (Einhaltung von pges ≤ 300 Pa) als gegeben
vorausgesetzt werden kann.

Ab GS 6 K in Verbrauchsleitungen sind Mindestnennweiten der Abzweigleitungen


einzuhalten, sodass die Schließvolumenströme erreicht werden.

In die Tab. L.0 wurden die für den Abgleich des GS K notwendigen Anforderungen
integriert, dieses sind:

 belastungsangepasste Auswahl nach Q·SB,


 Einhaltung Mindestnennweite und
 Einhaltung der maximal zulässigen Berechnungslänge je Nennweite.

Die Angaben der Tab. L.0 beruhen auf den oben genannten Vorgaben zum GS-
Abgleich.

Zusatz-GS erst ab GS Zusatz-GS erst ab GS 10 K sinnvoll


10 K sinnvoll
Anstelle von notwendigen Nennweitenvergrößerungen können auch Zusatz-GS
eingesetzt werden. Dies ist aber erst ab einem ersten GS 10 K sinnvoll. Mit einem
Zusatz-GS können sowohl Einzelgeräte als auch Gruppen abgesichert werden. Bei
der Vorauswahl der Nennweite der Rohrleitung ist zu beachten, dass bei einem
gegebenen GS 6 K keine Abzweigleitungen mit da 15/DN 15 verwendet werden
sollten, wenn man den Einbau eines Zusatz-GS vermeiden will.

Bei Verteilungsleitungen mit einem GS 16 K ist eine Mindestnennweite für die


Leitung bis zum nächsten GS zu beachten.

Software-Lösungen Software-Lösungen

Bei Software-Lösungen zur Bemessung stellt dieser zweite Rechengang kein


Problem dar.

7.3.7.5.1 Vereinfachtes Verfahren bei GS K

vereinfachter GS- vereinfachter GS-Abgleich bei GS K


Abgleich bei GS K
Bei dem vereinfachten GS-Abgleich wird überprüft, ob die Anforderungen der Tab.
L.0 eingehalten werden.
Dabei sind zusätzlich die in den Aufzählungspunkten a) bis d) der TRGI genannten
Punkte zu beachten.

Wurde die Druckverlustberechnung ordnungsgemäß durchgeführt, d. h. Einhaltung


von pges ≤ 300 Pa, so ist bei Verwendung eines GS K die Wirksamkeit des GS
unter Beachtung der oben genannten Vorgaben nachprüfbar.

Aufgrund der Einfachheit empfiehlt sich der Einsatz eines GS K.

7.3.7.5.2 Direkter Abgleich GS

direkter GS-Abgleich direkter GS-Abgleich

In der TRGI 2018 wurde das Verfahren zum Abgleich des GS aufwendig
überarbeitet und umgestaltet. Damit ist es möglich, für den Abgleich des GS M als
auch für den bei Mehrschichtverbundrohren notwendigen Abgleich des GS K ein
einheitliches und nachvollziehbares Verfahren, den sog. „direkten GS-Abgleich“
anzuwenden. Natürlich sind bei Mehrschichtverbundsystemen die entsprechenden
Tafeln für den Abgleich GS K der Verbundrohranbieter zu verwenden.

Wie in der TRGI bzw. bereits weiter oben unter 7.3.7.5 beschrieben, tritt an die
Stelle der Spitzenbelastung der Schließvolumenstrom des GS, d. h. entscheidend
ist nicht der sich aus Nennbelastung bzw. Spitzenbelastung und Betriebsheizwert
ergebende „Spitzenvolumenstrom“, sondern der fest vorgegebene
Schließvolumenstrom (Auslösevolumenstrom) des GS.

Der Schließvolumenstrom des GS berechnet sich nach folgender Formel:

V·Smax = fSmax × V·N

Hierbei sind:

V·Smax = Schließvolumenstrom des GS

fSmax = Schließfaktor des GS (GS Typ K fSmax = 1,45, GS M fSmax = 1,8)

V·N = Nennvolumenstrom des GS (Nennwert GS)

Tabelle 7-1 – Schließvolumenstrom GS

Nennwert GS Schließvolumenstrom GS

Typ K Typ M

GS 2,5 3,6 m3 / h 4,5 m3 / h

GS 4 5,8 m3 / h 7,2 m3 / h

GS 6 8,7 m3 / h 10,8 m3 / h

GS 10 14,5 m3 / h 18,0 m3 / h

GS 16 23,2 m3 / h 28,8 m3 / h

Dies zeigt auch, dass für den Abgleich des GS die Gasbeschaffenheit keine Rolle
spielt.
Mit den bei der Druckverlustberechnung ermittelten Nennweiten wird anhand der
Tafeln 3 und 4 der Druckverlust der Bauteile bezogen auf den Schließvolumenstrom
des GS ermittelt.

Der Gesamtdruckverlust bei dem GS-Abgleich muss kleiner sein als der am
Ausgang des Gas-Druckregelgerätes zur Verfügung gestellte Druck von in der
Regel 2300 Pa.

pges = pGS + pZG + pGA + pH + pR ≤ 2 300 Pa

Ablesebeispiele Ablesebeispiele

Bild 7.23 – Auszug Teilstrecke c – 2 aus TRGI Beispiel 1.3.b

Tab. M.5 Tab. M.3

Kupfer-und Edelstahlrohr Geräteanschlussarmatur (mit TAE)

Rohraußendurchmesser da Eckform (E)

GS 15 18 22 28 35 42 GS GSD 15 20 25 32 40

2.5 88 33 13 2.5 36 207 73 26

4 199 74 28 8 4 92 531 188 66 21

6 405 151 57 16 6 6 207 1194 423 148 46 19

10 1000 371 141 39 14 5 10 576 3318 1176 411 129 53

16 2320 855 323 90 31 12 16 1470 8490 3000 1050 329 135

Bild 7.24 – Abdruck Tab. M.5 und M.3 aus TRGI

Ablesebeispiel: Für die Teilstrecke c-2 aus der TRGI Beispiel 1.3 b ergibt sich bei da
22 und GS 6 M nach Tab. M.5 ein R-Wert von 57 Pa/m. Multipliziert mit der
Berechnungslänge von 11 m ergibt dies einen Druckverlust der Teilstrecke c-2 von
627 Pa. Für die GSD wird bei GS 6 M aus Tab. M.3 ein Druckverlust von 207 Pa
abgelesen.
Zusatz-GS Zusatz-GS

Bei Einsatz eines Zusatz-GS wird die Teilstrecke bis zu dem Zusatz GS mit dem
Schließvolumenstrom des vorgelagerten GS abgeglichen. Die Teilstrecke ab dem
Zusatz GS wird mit dem Volumenstrom des Zusatz GS abgeglichen. In der Summe
muss am Ende des jeweiligen Fließwegs ein pges ≤ 2 300 Pa stehen.

Ablesebeispiel Ablesebeispiel

Bild 7.25 – Beispiel 1.3 a aus TRGI mit Zusatz GS-M in Teilstrecke c-2

Tab. M.1 Tab. M.2

Gasströmungswächter Zählergruppe

Balgengaszähler

GS 2.5 4 6 10 16 GS G 2.5 G 4 G6 G 10

2.5 162 63 28 10 2.5 138 86 63 42

4 162 72 26 10 4 306 174 113 60

6 162 58 23 6 652 354 217 97

10 162 63 10 1760 930 550 217

16 162 16 4450 2330 1360 510

Tab. M.3 Tab. M.5

Geräteanschlussarmatur (mit TAE) Kupfer- und Edelstahlrohr


Eckform (E) Rohraußendurchmesser da

GS GSD 15 20 25 32 GS 15 18 22 28

2.5 36 207 73 26 2.5 88 33 13

4 92 531 188 66 21
Tab. M.7
6 207 1194 423 148 46
Stahlrohr mittlere Reihe

10 576 3318 1176 411 129 Nennweite DN

16 1470 8490 3000 1050 329 GS 15 20 25 32

2.5 45 10

Bild 7.26 – Auszüge Tab. M.1, M.2, M.3, M.5 und M.7 aus TRGI

Ablesebeispiel:

Für die Strecke a–c ergibt sich mit dem GS 6 M ein Druckverlust von 627 Pa
(unveränderter Wert aus Beispiel 1.3 a der TRGI). D. h. diese Teilstrecke ist mit GS
6 M abgesichert.

Für die Teilstrecke c–2 ergibt sich mit dem Zusatz GS 2,5 M bei Ablesung bei dem
Schließvolumenstrom GS 2,5 unter Berücksichtigung des gesamten Fließwegs:

pges = pGS6M + pRDN25 + pZG + pRda22 + pGS2,5M + pRda15 + pH + pGSD


[Pa]

pges = 0* + 0 + 86 + 4x13 + 162 + 10x88 − 12 + 36 [Pa]

* Anmerkung: Druckverlust hier 0 Pa, da GS im Gas-Druckregelgerät. Wäre es ein


separater GS 6 M, beträgt der Druckverlust bei Schließvolumenstrom GS 2,5 = 28
Pa (siehe Tab. M.1)

pges = 1204 Pa ≤ 2300 Pa

Dieses Beispiel dient ausschließlich der methodischen Darstellung der


Vorgehensweise zur Ablesung aus den Abgleichtabellen und stellt keine
Praxisempfehlung dar. Es zeigt, wie aufwendig und damit unsinnig der Abgleich bei
Einsatz eines Zusatz-GS M wäre.

Wann ist der direkte Wann ist der direkte GS-Abgleich anzuwenden?
GS-Abgleich
anzuwenden? Es gibt Anlagenkonstellationen, bei denen das vereinfachte Verfahren mit GS K
nicht angewendet werden kann. Nachfolgend noch einzelne Erläuterungen zu den
in der TRGI aufgeführten Anlagenkonstellationen bei denen zwingend der direkte
GS-Abgleich durchzuführen ist:

zwei Gaszähler in zwei Gaszähler in Reihe


Reihe
Da bei Installation von zwei Gaszählern die Belastungszuordnung
Gasströmungswächter und Gaszähler sehr stark differieren können, können die
vereinfachten Rahmenbedingungen für den GS K – Abgleich nicht herangezogen
werden. So hat z. B. ein Gaszähler G2,5 bei der Belastung mit dem
Schließvolumenstrom des GS 10 K einen Druckverlust von 1150 Pa. Beim
Schließvolumenstrom des GS 16 K wären dies bereits 2900 Pa.

Tab. K.2 – Zählergruppe Balgengaszähler

GS G 2.5 G4 G6 G 10 G 16 G 25

2.5 100 67 51 38 34 31

4 209 123 84 49 39 32

6 434 240 151 74 51 34

10 1150 614 367 151 88 54

16 2900 1530 894 341 180 91

Bild 7.27 – Abdruck Tab. K.2 von Tafel 3 der TRGI

Berechnungslänge Berechnungslänge mit Mindestnennweite über 10 m


mit Mindestnennweite
über 10 m Siehe hierzu die Kommentierung zu der Fußnote der Tab. L.0 in Abschnitt 7.3.7.2.

Gesamtdruckverlust Gesamtdruckverlust über 300 Pa


über 300 Pa
Wie bereits weiter oben unter Abschnitt 7.3.7.5 beschrieben, ist die Einhaltung des
Gesamtdruckverlustes von pges ≤ 300 Pa Grundvoraussetzung für die Anwendung
des vereinfachten Verfahrens des GS-Abgleichs. Wird ein größerer zulässiger
Druckverlust, wie

z. B. bei gewerblichen Anwendungen üblich angesetzt, sind bei der


Druckverlustberechnung kleinere Rohrdimensionen möglich. Diese führen zwar bei
dem nun größeren zulässigen Druckverlust bei der Druckverlustberechnung zu
einem positiven Ergebnis, können aberbeim Abgleich des GS zu Problemen führen.
Als Beispiel sei ein zulässiger Gesamtdruckverlust von größer 2500 Pa angeführt,
dieser Wert an sich liegt bereits über den für dem vereinfachten Abgleich des GS K
angenommenen Wert von 2300 Pa.

Liegt der gesamt mögliche Druckverlust für die Druckverlustberechnung der


Leitungsanlage bei 2500 Pa ist dieser Wert zuzüglich des erforderlichen
Geräteanschlussdruckes z. B. 50 hPa (5000 Pa) = 7500 Pa als maximal zulässiger
Druckverlust für den GS-Abgleich anzusetzen.

Mehrschichtverbundro Mehrschichtverbundrohre
hre
Bei Mehrschichtverbundrohren muss der GS bereits ansprechen, wenn der
Leitungsquerschnitt an der Leitungsanlage nur zu einem Teil geöffnet wird
(Darstellung der Brand- und Explosionssicherheit der Gasinstallation). Der maximal
zulässige Druckverlust beim GSAbgleich ist nicht wie bei metallenen Rohren der
gesamte am Beginn des Fließweges zur Verfügung stehende Druck pd (Öffnung
des vollen Querschnittes), sondern es muss am Ende der Leitung noch 900 Pa zur
Verfügung stehen, um den GS auch bei nur teilweiser Öffnung des
Rohrquerschnittes auszulösen. Bei einem Ausgangsdruck am Gas-Druckregelgerät
von pd = 23 hPa ist der maximal zulässige Druckverlust also ≤ 1400 Pa. Bei
„klassischem“ Niederdruck ist ein entsprechend den Vorgaben des Netzbetreibers
reduzierter Wert zu verwenden.

Diese spezifischen Anforderungen führen dazu, dass für den GS K (nur dieser wird
bei Mehrschichtverbundrohren eingesetzt) immer ein GS-Abgleich erforderlich ist.

Mischinstallation mit Mischinstallation mit metallenen Rohren


metallenen Rohren
Die in TRGI 2008 enthaltene Tabelle 21 „Äquivalente Nennweiten bei
Mischinstallationen“ ist in der TRGI 2018 nicht mehr erforderlich, da sowohl die
Druckverlustberechnung als auch der GS-Abgleich mit dem direkten Verfahren nach
der TRGI 2018 materialbezogen erfolgen.

Mischinstallationen Mischinstallationen mit Mehrschichtverbundrohr


mit
Mehrschichtverbundro Mischinstallationen von metallenen Leitungen und Leitungen aus
hr Mehrschichtverbundrohr werden in der TRGI 2018 nicht separat angesprochen, da
hierzu generell auf die Herstellerunterlagen verwiesen wird. Nach G 617, Abschnitt
6.4 ist hierbei Folgendes zu beachten:

 Bei Mischinstallationen Metall/Mehrschichtverbundrohr ist der GS-Abgleich mit


einem maximal zulässigen Druckverlust von ≤ 1400 Pa durchzuführen.
 Bei Mischinstallationen Mehrschichtverbundrohr/Metall ist der GS-Abgleich mit
einem maximal zulässigen Druckverlust von ≤ 1400 Pa (bis zum Ende der
Mehrschichtverbundrohrleitung) und zusätzlich mit ≤ 2300 Pa (bis zum
Geräteanschluss) durchzuführen oder die Mindestnennweiten nach Tab. L.0 der
TRGI sind zu beachten.
 Bei allen anderen Mischinstallationen einschließlich erdverlegter PE-Leitungen
ist der GS Abgleich nach Abs. 6.2 mit 2300 Padurchzuführen.

Mischinstallationen Mischinstallationen mit erdverlegten PE-Leitungen


mit erdverlegten PE-
Leitungen Bei erdverlegten PE-Leitungen (außerhalb von Gebäuden verlegten PE-Leitungen)
ist wie für metallene Leitungen das Schutzziel Erschwerung von Manipulationen zu
erfüllen. Da die PE-Leitungen innerhalb von Gebäuden nicht zulässig sind, werden
keine spezifischen Anforderungen bezüglich Brand- und Explosionssicherheit wie
bei Mehrschichtverbundrohren erhoben. Der Abgleich des GS kann bei
Mischinstallationen von PE-Leitungen und metallenen Leitungen mit 2300 Pa
erfolgen.

7.3.8 Zusammenstellung der Berechnungstabellen in den Tafeln 1 bis 4

Zusammenstellung Zusammenstellung der Tabellen in Tafeln


der Tabellen in Tafeln
Die in den Tafeln 1–4 zusammengestellten Tabellen enthalten alle notwendigen
Angaben zur Ermittlung der Druckverluste eines Leitungssystems und zum Abgleich
der Gasströmungswächter. Es werden Ablesebeispiele zu der Vorgehensweise wie
in 7.3 beschrieben gegeben, sodass die Tabellen selbsterklärend sind.

Gegenüber den Tafeln 1–5 in der TRGI 2008 wurden die Verfahren kombiniert,
optimiert und in den Tafeln 1–4 neu zusammengestellt.

keine Interpolation keine Interpolation

Bei der Ermittlung der Druckverluste in Abhängigkeit von der Nennbelastung wird
der jeweils nächstgrößere Wert zur gerundeten Nennbelastung gewählt. Eine
Interpolation findet nicht statt. Diese ist in den Tabellenwerten bereits enthalten und
würde zu zusätzlichen „Reserven“ führen.
Installationen nach Installationen nach TRGI
TRGI
Die Ober- und Untergrenzen der einzelnen Tabellen der Tafeln orientieren sich an
den im Geltungsbereich der TRGI liegenden Belastungen und Installationsformen
der häuslichen Verwendung.

andere Bauteile andere Bauteile

Werden andere oder weitere Bauteile benötigt, wie z. B. Gaszähler der Größe G1,6,
größere Armaturen als in der Tabelle aufgeführt, Turbinen- oder
Drehkolbengaszähler, weitere Rohrsysteme, so sind die Druckverluste nach
Herstellerangaben zu berücksichtigen oder nach DVGW-Arbeitsblatt G 617 zu
ermitteln. Im modular aufgebauten Berechnungsverfahren ist dann mit den
entsprechenden Druckverlustwerten zu rechnen.

Tafeln Tafeln

Die Zusammenstellung der Bemessungstabellen in den Tafeln wurde komplett


überarbeitet und neu strukturiert. Eine Unterteilung der Tafeln in Einzelzuleitung
bzw. Abzweigleitung und Verbrauchs- bzw. Verteilungsleitung findet mit Einführung
des neuen Gleichzeitigkeitsansatzes mit der TRGI 2018 (siehe hierzu die
Kommentierung zu Abschnitt 7.2.2) nicht mehr statt.

Tafel 1 – Dimension Tafel 1 – Dimension und Druckverlust der Bauteile


und Druckverlust der
Bauteile Tafel 1 enthält die Tabellen für die Auswahl (Dimensionierung) und
Druckverlustermittlung der Bauteile Gasströmungswächter, Balgengaszähler sowie
Geräteabsperreinrichtung mit und ohne TAE. Die Tabellen 14-3 der Tafel 4 von der
TRGI 2008 wurde bis auf Zähler ab G100 in die Tafel 1, Tabelle L.2 integriert. Die
Tabellen 24-1 und 24-2 der Tafel 4 von der TRGI 2008 sind jetzt in Tafel 1 als
Tabellen L.4 enthalten.

Erläuterungen zum Arbeiten mit den Tabellen sind in der Kommentierung zu


Abschnitt 7.3.5.1 beschrieben. GS-Auswahl in Abhängigkeit von den
Mindestnennweiten bezogen auf eine maximale Leitungslänge von 10 m.

Tafel 2 – Tafel 2 – Rohrdimension und Rohrdruckgefälle


Rohrdimension und
Rohrdruckgefälle Tafel 2 enthält die Tabellen für die Auswahl der Rohrdimension und zur Ermittlung
fel 2 – Rohrdimension des Rohrdruckgefälles von Kupfer- und Edelstahlrohr, Wellrohr, Stahlrohr und PE-
Rohren.

Wellrohre Tab. L.6 Wie bereits weiter vorne beschrieben, wurde für die Wellrohre
ein Werkstoffsystem eingeführt. Hierzu wurden in Zusammenarbeit mit Vertretern
der Wellrohrhersteller einheitliche Rauigkeitswerte (k-Werte) festgelegt und eine
entsprechende Tabelle in das DVGW-Arbeitsblatt G 617:2018
„Berechnungsgrundlage zur Dimensionierung der Leitungsanlage von
Gasinstallationen“ aufgenommen.

Tabelle 7-2 – Rauhigkeitswerte Wellrohre aus G 617

Wellrohr DN 15 DN 20 DN 25 DN 32 DN 40 DN 50

k 0,8 1,0 1,2 1,4 1,6 1,8

Damit war es möglich, eine allgemeine Tabelle für das Rohrdruckgefälle von
Wellrohren nach DIN EN 15266 bzw. DVGW-Arbeitsblatt G 616 einzuführen. Die
Tab. L.6 enthält die auf Basis der Vorgaben von G 617 ermittelten Werte für das
Rohrdruckgefälle von Wellrohren.

Für von den in Tabelle 7-2 genannten k-Werten abweichende Wellrohre sind die
unter Beachtung dieses DVGW-Arbeitsblattes G 617 und des DVGW-Arbeitsblattes
G 616 separat zu erstellenden Tabellen oder Diagramme der Hersteller zu
verwenden.

Kormteilzuschläge Formteilzuschläge

Die Tabelle L.10 von Tafel 2 enthält die Längenzuschläge der Formteile.

Erstauswahl Erstauswahl

In der Ergänzungstabelle „Erstauswahl“ rechts unten auf Tafel 2 werden die


Vorgaben für die Erstauswahl aufgeführt. Danach erfolgt die Erstauswahl
grundsätzlich bei ≤ 10 Pa. Ausnahmen davon gelten für Verteilungsleitungen mit
(angeschlossenen) Steigleitungen und Steigleitungen in Verteilungsleitungen, diese
sind bei ≤ 5 Pa auszuwählen. Erläuterungen hierzu können der Kommentierung zu
Abschnitt 7.3.5.2 entnommen werden.

Tafel 3 – direkter Tafel 3 – direkter Abgleich GS K


Abgleich GS K
Tafel 3 enthält die Druckverluste der Bauteile und das Rohrdruckgefälle bei Einsatz
eines GS Typ K. Die Werte in den Tabellen ergeben sich bei Ansatz des
Schließvolumenstroms der jeweiligen GS Typ K. Mit diesen Werten dieser Tabellen
ist bei dem in Abschnitt 7.3.7.5.2 beschriebenen Verfahren des „direkten Abgleichs
des GS“ zu rechnen.

Tafel 4 – direkter Tafel 4 – direkter Abgleich GS M


Abgleich GS M
Tafel 4 enthält die Druckverluste der Bauteile und das Rohrdruckgefälle bei Einsatz
eines GS Typ M. Die Werte in den Tabellen ergeben sich bei Ansatz des
Schließvolumenstroms des jeweiligen GS Typ M. Mit diesen Werten dieser Tabellen
ist bei dem in Abschnitt 7.3.7.5.2 beschriebenen Verfahren des „direkten Abgleichs
des GS“ zu rechnen.

TRGI 2008, Tafel 3 TRGI 2008, Tafel 3

Die in der TRGI 2008 enthaltene Tafel 3 „Kunststoffleitungen aus PE-X –


Druckverluste und Rohrdruckgefälle“ war nur als Beispiel enthalten und wurde in der
TRGI 2018 nicht mehr übernommen. Mittlerweile haben alle der auf dem Markt
befindlichen Hersteller im Rahmen der Zulassung ihrer Rohrsysteme ihre
Bemessungsvorgaben entsprechend den Anforderungen der TRGI erstellt, sodass
eine beispielhafte Angabe in der TRGI nicht mehr erforderlich ist.

TRGI 2008, Tafel 4 TRGI 2008, Tafel 4

Die Tafel 4 der TRGI 2008 wurde in die neuen Tafeln 1 und 2 der TRGI 2018
integriert.

TRGI 2008, Tafel 5 TRGI 2008, Tafel 5

Mit der Einführung des „Direkten Abgleichs GS“ in der TRGI 2018 kann das in der
TRGI 2008, Tafel 5 enthaltene Verfahren zum Abgleich des GS Typ M entfallen.

7.4 Anwendung des Diagrammverfahrens


für Einzelzuleitungen für Einzelzuleitungen
Zur schnellen Bestimmung der Nennweite einer Einzelzuleitung wird das
Diagrammverfahren angewandt. Bei einer vorgegebenen Belastung kann für eine
feststehende Rohr-/Bauteilkombination in Abhängigkeit von der Anzahl der 90°-
Richtungsänderungen die maximal mögliche zu verlegende Leitungslänge für die
verschiedenen Durchmesser ermittelt werden.

Abweichung vom Abweichung vom Standardfall


Standardfall
Wird z. B. die Leitung bis zum Zähler in einer größeren Dimension verlegt oder statt
eines Gaszählers G2,5 ein Gaszähler G4 eingebaut, so kann die Leitung dennoch
nach dem Diagrammverfahren bestimmt werden, da durch die Vergrößerung
zusätzlicher Druck für die anderen Bauteile zur Verfügung steht.

Die hierdurch entstehende Druckreserve kann jedoch nicht im Rahmen des


Diagrammverfahrens berücksichtigt werden.

Obergrenze 110 kW Obergrenze 110 kW

Die Beschränkung des Diagrammverfahrens auf eine Nennbelastung von Q·NB =


110 kW ergibt sich aus den Einsatzgrenzen des Gasströmungswächters bei
Einzelzuleitungen, siehe hierzu die Kommentierung zu Abschnitt 5.3.6.3.1.

Vereinfachungen Vereinfachungen führen zu einem schnellen Ergebnis


führen zu einem
schnellen Ergebnis Für Kupfer und Edelstahl wurde ein gemeinsames Diagramm entwickelt, wobei der
jeweils ungünstigere Innendurchmesser einer Nennweite bei der
Druckverlustberechnung berücksichtigt wurde. Das Diagramm für Stahlrohre gilt für
die mittlere Rohrreihe, die im Bereich der Gasinstallation die gängige ist.

80 % von Qmax beim 80 % von Qmax beim Gaszähler


Gaszähler
Die Gaszähler werden beim Diagrammverfahren mit 80 % ihrer maximalen
Belastung berücksichtigt. Diese Auslegungsobergrenze kommt aus der Praxis und
wird so bei vielen Netz- bzw. Messstellenbetreibern angewandt.

Ablesebeispiel Ablesebeispiel

Im TRGI-Anhang C.1, Beispiel 5 ist ein Ablesebeispiel dargestellt. Hierzu einzelne


ergänzende Anmerkungen:

 Mit dem Diagrammverfahren werden die Mindestbauteilkombinationen und die


Mindestberechnungslänge ermittelt. Größere Bauteilnennweiten, wie in dem Beispiel
vorgegebener G4, führen wie oben be schrieben zu keinen Problemen.
 Für den Einbau einer Geräteanschlussarmatur in Eckform 15 E wäre der
Nachweis mit dem Diagrammverfahren nicht erbracht, da dieKurve dieser
Kombination (da 18 und 15 E) unter dem ermittelten Schnittpunkt von 23 kW und 12
m Berechnungslänge liegt.
 Bei Einsatz einer Gerätearmatur 15 E wäre somit die Leitungsdimension da 22
zu wählen. Die Kurve der Kombination da 22 und E15 liegt oberhalb des ermittelten
Schnittpunkts von 23 kW und 12 m Berechnungslänge.
 Alternativ könnte man für die Kombination da 18 und 15 E auch nach dem
Tabellenverfahren rechnen, da durch den vom NB vorgegebenen G4 Druckreserven
bestehen, siehe hierzu Bild 7.28.
Bild 7.28 – Beispiel 5, Anhang C.1 mit 15 E nach Tabellenverfahren

Längenbegrenzung Längenbegrenzung GS M
GS M
Der Abgleich des GS ist im Diagrammverfahren enthalten. Für den GS M wird die
maximale zu verlegende Länge durch die oberen, waagerechten Linien an den
jeweiligen Kurvenscharen vorgegeben.

Für den GS K ist dies nicht erforderlich, da dieser einen geringeren


Schließvolumenstrom hat und damit bei den Grenzen des Bemessungsverfahrens
die obere, waagerechte Grenzlinie für den GS K immer oberhalb der angegebenen
Kurven für die jeweilige Bauteilkombination liegt.

Druckdifferenz durch Druckdifferenz durch Höhenunterschied


Höhenunterschied
Eine Berücksichtigung des Druckgewinns durch Höhe findet beim
Diagrammverfahren für metallene Leitungen aus Vereinfachungsgründen nicht statt.

7.4.1 Ermittlung der Berechnungslänge

neu max. neu max. Berechnungslänge


Berechnungslänge
Neu eingeführt wurde beim Bemessungsverfahren, dass jetzt anstatt der Kurven für
die maximale Rohrlänge in Kombination mit den Formteilzuschlägen, die maximale
Berechnungslänge verwendet wird. Dadurch reduziert sich die Kurvenanzahl auf
zwei Kurven je Nennweite und Ausführungsart der Geräteanschlussarmatur
(Eckform „E“ oder Durchgangsform „D“). Die Formteilzuschläge sind in der
Ermittlung der Berechnungslänge lR enthalten.

Formel 7-5
Formel 7-5
In der Formel 7-5 wird beschrieben, wie die Berechnungslänge zu ermitteln ist. Die
Längenzuschläge ergeben sich aus Tab. L.10, wobei bei den Diagrammen nur die
Werte bis da 42 bzw. DN 40 relevant sind.

zusätzliche AE hinter zusätzliche AE hinter Gaszähler


Gaszähler
Aus betrieblichen Gründen wird von einigen NB mittlerweile eine zusätzliche
Absperreinrichtung hinter dem Gaszähler gefordert. Damit liegt eine Abweichung
von den Kurven des Diagrammverfahrens der TRGI zu Grunde liegenden
Bauteilkombination vor. In der Zählergruppe nach TRGI, siehe hierzu die
Kommentierung zu Abschnitt 7.3.4.1 ist diese zusätzliche Absperreinrichtung nicht
enthalten. Das Diagrammverfahren kann somit nicht ohne Weiteres angewandt
werden.

Bild 7.29 – Gaszähler mit zwei Zählerabsperreinrichtungen


in Eck- bzw. Durchgangsform

praktikabler Ansatz – praktikabler Ansatz – Längenzuschlag von 3 m


Längenzuschlag von
3m Hierzu wurden im Rahmen der Weiterentwicklung des Bemessungsverfahrens der
TRGI in 2012 Untersuchungen vorgenommen, ob die Toleranzen des
Bemessungsverfahrens diese zusätzliche Absperreinrichtung abdecken. Als
Ergebnis wurde festgestellt, dass die zusätzlichen Druckverluste einer
Durchgangsarmatur vernachlässigt werden können; aber die Druckverluste einer
zusätzlichen Eckarmatur übersteigen die Toleranzen des Bemessungsverfahrens
der TRGI. Aus diesem Grund müssen die Druckverluste einer zusätzlichen
Eckabsperreinrichtung nach dem Gaszähler im Diagrammverfahren berücksichtigt
werden. Als praktikabler Ansatz hierzu wird in der TRGI ein Längenzuschlag von 3
m genannt.

Diese Angabe ist auch in den Legenden zu den jeweiligen Diagrammen 7.1 bis 7.3
der TRGI enthalten.

7.4.2 Zusammenstellung der Diagramme

Diagramme 7.1 bis Diagramme 7.1 bis 7.3


7.3
In diesem Abschnitt sind die Diagramme zur Bemessung von Einzelzuleitungen für
die Rohrmaterialien Kupfer/Edelstahl, Wellrohre sowie Stahlrohre (Stahlrohre nach
DIN EN 10255, mittlere Reihe) abgebildet.

Obergrenze 110 kW Obergrenze 110 kW

Wie bereits unter 7.4 erwähnt, ergibt sich die Beschränkung des
Diagrammverfahrens auf eine Nennbelastung von Q·NB = 110 kW aus den
Einsatzgrenzen des Gasströmungswächters bei Einzelzuleitungen, siehe hierzu die
Kommentierung zu Abschnitt 5.3.6.3.1.

neu: Diagramm 7.2 neu: Diagramm 7.2 für Wellrohre


für Wellrohre
Neu aufgenommen wurde das Diagramm 7.2 für die Wellrohre nach DIN EN 15266
in Verbindung mit G 616. Dies war nur möglich, da man mit dem parallel zur TRGI
überarbeiteten DVGW-Arbeitsblatt G 617 einheitliche Lambda-Werte für diese
Wellrohre zu Grunde legen kann, siehe hierzu auch die Kommentierung zu
Abschnitt 7.3.8.

Mehrschichtverbundrohre Mehrschichtverbundrohre

Da für die Mehrschichtverbundrohre keine einheitlichen Vorgaben bezüglich der


Innendurchmesser bestehen und auch die Druckverluste der Formteile von
Hersteller zu Hersteller stark differieren, sind hierzu die entsprechend den Vorgaben
der TRGI und G 617 erstellten Diagramme der Hersteller zu verwenden. Da
mittlerweile alle auf dem Markt befindlichen Hersteller solche
Bemessungsunterlagen anbieten wurde auf eine weitere beispielhafte Darstellung
wie im bisherigen Diagramm 3 der TRGI 2008 verzichtet.

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