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Fachbereich
Deutsch/Deutsch
als
Zweitsprache



Zwölf Merkmale guten Deutschunterrichts

1. Positiven Umgang mit der Standardsprache aufbauen


Die Schülerinnen und Schüler erleben einen sicheren und freudvollen Umgang mit der Standard-
sprache und haben in allen Fächern vielfältige Gelegenheit, sich selbst in dieser zu üben.
2. Sprachkultur fördern
Der Unterricht ist durch eine offene, partizipative und sprachfördernde Gesprächs-, Frage- und
Feedbackkultur gekennzeichnet, so dass alle Schüler/innen ihre Meinungen und Anliegen einbringen
können, ernstgenommen und in ihren argumentativen Kompetenzen gefördert werden.
3. Heterogenität als Chance nutzen
Die sprachliche und kulturelle Heterogenität der Klasse und das mit ihr verbundene Sonderwissen
einzelner Schülerinnen und Schüler wird im Rahmen geeigneter Lernsituationen immer wieder
bewusst als Lernchance für alle genutzt. Im gleichen Sinne werden Genderaspekte in sinnvollen
Zusammenhängen berücksichtigt und thematisiert.
4. Spezifische Lernbedürfnisse erkennen und aufgreifen
Spezielle Lern- und Förderbedürfnisse z.B. von Schülerinnen und Schülern mit nicht deutscher Erst-
sprache werden erkannt; die Lehrperson verfügt über Kompetenzen in den Bereichen För-
derdiagnostik und Individualisierung. Für die betreffenden Schülerinnen und Schüler werden
entsprechende Förderangebote bereitgestellt.
5. Sprachliches Vorbild sein
Die Schülerinnen und Schüler erleben die Lehrperson als sprachliches Vorbild hinsichtlich anschau-
lichen und lebendigen Erzählens/Vorlesens/Schilderns/Vortragens; sie werden ermutigt und
unterstützt, ihre eigene Ausdruckskompetenz systematisch und gezielt in diese Richtung zu ent-
wickeln.
6. Aktives Sprachhandeln unterstützen
Das Sprachhandeln der Kinder und ihr freudvoller, kreativer Umgang mit Sprache wird durch spon-
tane und eingeübte Rollenspiele, durch Sprachspiele verschiedenster Art und durch Formen des
kreativen Schreibens gefördert.
7. Sprachtraining seriös und nachhaltig anlegen
Das sprachformale Training der Schülerinnen und Schüler wird in Bereichen, wo dies nötig ist (z.B.
Rechtschreibung, gewisse Bereiche der Grammatik) durch nachhaltige, transferorientierte Formen
der Übung unterstützt und gesichert.
8. Lesekultur aufbauen und stützen
Die Schülerinnen und Schüler lesen viel und gerne und finden im Unterricht und im Schulzimmer
bzw. Schulhaus vielfältige Impulse zur Nutzung von Büchern und elektronischen Informationsquellen
(information literacy, auch bezogen auf Internet, e-Mails etc.); zugleich wird auch ihr
ausserschulisches Lesen durch Bibliothekskontakte etc. angeregt und gefördert.
9. Schreibkultur auf- und ausbauen
Die Schülerinnen und Schüler kommen im Rahmen vielfältiger und möglichst lebensechter Lern-
situationen und Aufgabenstellungen zum Schreiben und erhalten eine Fülle von Impulsen und
Strategien zur Entwicklung ihrer schriftlichen Ausdrucks- und Kommunikationskompetenz in tradi-
tionellen wie auch in neuen Medien.
10. Sprachreflexion/language awareness stimulieren
Im Rahmen geeigneter sprachreflexiver Lernanlässe lernen die Schülerinnen und Schüler Sprache,
Sprachen, Dialekte, sprachliche Normen und Kommunikation generell als spannendes Terrain für
Untersuchungen, Experimente und Entdeckungen kennen und entwickeln so ihr sprachliches und
sprachreflexives Bewusstsein (language awareness, éveil au langage).

Zürich, November 2010 C. Roth / B. Schader / Th. Dütsch


11. Beurteilung und Bewertung transparent gestalten
Die Schülerinnen und Schüler erleben die Formen der Beurteilung und Bewertung ihrer schriftlichen
und mündlichen Sprachleistungen, als kriterienorientiert, transparent und einsichtig.
12. Die Angebote der Lehrmittel nutzen
Im Unterricht werden die vielfältigen Angebote der Sprachlehrmittel genutzt, welche den Aufbau von
strategischem Wissen und Können der Schülerinnen und Schüler in den verschiedenen Sprach-
verarbeitungsbereichen unterstützen.

Zürich, November 2010 C. Roth / B. Schader / Th. Dütsch

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