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Nominalisierung

1) Was man über die Nominalisierung wissen sollte.


In der deutschen Sprache gibt es die Möglichkeit, Sachverhalte oder Vorgänge verbal
oder nominal auszudrücken. Hinter dem Wort "verbal" versteckt sich das Wort "Verb".
Verbale Sachverhalte oder Vorgänge werden folglich mit einem Verb ausgedrückt,
entweder in einem Hauptsatz oder in einem Nebensatz.
• Weil Thomas sehr viel Geld hat, liebt Erika ihn.
• Obwohl Thomas sehr arm ist, liebt Erika ihn.
• Als sie 17 Jahre alt war, verliebte sie sich in ihn.

Die verbale Sprache gilt als Standardsprache und wird daher im täglichen Gebrauch als
so genannte Umgangssprache benutzt.
Hinter dem Wort "nominal" versteckt sich das Wort "Nomen". Nominale Sachverhalte
oder Vorgänge werden folglich mit einem Nomen ausgedrückt. Dabei wird der
Sachverhalt immer mit einer Präposition-Nomen-Konstruktion formuliert. Diese
Konstruktionen gehören zum gehobeneren Sprachgebrauch, in denen die grammatischen
Strukturen erheblich schwieriger sind. In der Standardsprache findet der Nominalstil
somit kaum Anwendung. Der Nominalstil wird ausschließlich in der Schriftsprache
benutzt um komplizierte Aussagen und Sachverhalte insbesondere in politischen,
bürokratischen oder wissenschaftlichen Texten zu formulieren. Daher gilt es besonders für
Studienbewerber, sich mit den Umformungsübungen (Verbalisierung ↔
Nominalisierung) vertraut zu machen.
• fahren - die Fahrt
• arm sein - die Armut
• küssen - der Kuss
• studieren - das Studium

Wird ein Verb zu einem Nomen umgewandelt, spricht man von einer Nominalisierung.
Umgekehrt spricht man von einer Verbalisierung, wenn das Nomen zu einem Verb
umgewandelt wird. In der Praxis heißt das, dass Ergänzungssätze und Angabesätze
(temporal, kausal, ...) zu Präposition-Nomen-Konstruktionen umgewandelt werden und
umgekehrt.
Weitere Beispiele siehe: Nominalisierung kausaler Nebensätze, - finaler Nebensätze, -
konditionaler Nebensätze, - konsekutiver Nebensätze, - adversativer Nebensätze, -
modaler Nebensätze, - temporaler Nebensätze (in den jeweiligen Unterordnern)

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Nominalisierung bei Kausalsätzen


Kausalsätze geben einen Grund oder eine Ursache an. Die entsprechenden Fragewörter
lauten: Warum; Weshalb; Weswegen; Wieso; Aus welchem Grund. Ein kausaler
Nebensatz wird mit der Konjunktion " weil " oder " da " eingeleitet.

Nebensätze, die mit " weil " eingeleitet werden, können ausnahmsweise auch alleine
(ohne HS) stehen, wenn die Situation (= W-Frage) deutlich ist.
Die Konjunktion " da " ist gleichbedeutend mit "weil". "Da" wird aber häufiger benutzt,
wenn der NS vor dem HS steht. Oft ist dabei die Handlung, über die gesprochen wird,
bereits bekannt.
• Da das Wetter heute viel schlechter als vorhergesagt ist, grillen wir nicht.
• Da mein Auto kaputt ist, kann ich heute nicht in die Stadt fahren, um Getränke zu
kaufen.
• Da ich nächste Woche einen schwierigen Test schreibe, muss ich jetzt sehr viel
lernen.

- Nominalisierung
Eine kausale Angabe kann auch mit einer Präposition-Nomen-Konstruktionen formuliert
werden. Die passenden Präpositionen lauten: "wegen", "aufgrund", "aus" und "vor":

• Nominale Angaben können auf Position 1 oder im Mittelfeld stehen.


• Die Präpositionen wegen und aufgrund verlangen den Genitiv.
• Die Präpositionen aus und vor (Wechselpräposition) verlangen den Dativ. "Aus" und
"vor" werden vor allem bei Nomen mit Nullartikeln benutzt.

- Kausale Adverbien
Im Kapitel "Satzverbindende Adverbien" haben wir gelernt, dass auch Adverbien Sätze
verknüpfen können. Satzverbindende Adverbien verbinden einen Hauptsatz mit einem
Hauptsatz:
• Verbalstil = Hauptsatz + Nebensatz oder Nebensatz + Hauptsatz
• Nominalstil = Hauptsatz.
• Satzverbindendes Adverb = Hauptsatz + Hauptsatz.
Kausale Adverbien verlangen eine bestimmte Satzstellung:
o "Denn" steht immer auf Position 0. Zwischen den beiden Hauptsätzen steht
ein Komma. "Denn" gehört zu den nebenordnenden Konjunktionen.
o "Nämlich" steht immer auf Position 3. Zwischen den beiden Hauptsätzen steht
ein Punkt.
o "Deshalb, darum, deswegen" und "daher" stehen entweder auf Position 1
oder 3 und verlangen eine inverse Struktur der beiden Hauptsätze!!!
- Übersicht

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Nominalisierung bei Konzessivsätzen


Konzessivsätze geben einen Gegengrund (Vergleiche: kausal = Grund), eine
Einschränkung oder eine Einräumung an. Der Nebensatz formuliert eine Bedingung,
der Hauptsatz eine Folge, die aber nicht oder anders als erwartet eintritt (= nicht logische
Folge).
• Weil sie Peter über alles liebt, will sie ihn heiraten. (kausal = Grund = logische Folge)
• Obwohl sie Peter über alles liebt, will sie ihn nicht heiraten. (konzessiv = Gegengrund,
nicht logische Folge)

Ein konzessiver Nebensatz wird mit der Konjunktion " obwohl " oder " obgleich "
("obschon" = veraltet) eingeleitet.
- Nominalisierung
Eine konzessive Angabe kann auch mit einer Präposition-Nomen-Konstruktionen
formuliert werden. Die passenden Präpositionen lauten: "trotz" und "ungeachtet" (beide +
Genitiv):

• Nominale Angaben können auf Position 1 oder im Mittelfeld stehen.


• Die Präpositionen "trotz" und "ungeachtet" verlangen den Genitiv.

- Konzessive Adverbien
Im Kapitel "Satzverbindende Adverbien" haben wir gelernt, dass auch Adverbien Sätze
verknüpfen können. Satzverbindende Adverbien verbinden einen Hauptsatz mit einem
Hauptsatz:
• Verbalstil = Hauptsatz + Nebensatz oder Nebensatz + Hauptsatz
• Nominalstil = Hauptsatz
• Satzverbindendes Adverb = Hauptsatz + Hauptsatz (inverse Struktur)
Konzessive Adverbien stehen entweder auf Position 1 oder 3. Die beiden
Hauptsätze werden mit einem Punkt voneinander getrennt:
o Die konzessiven Adverbien "trotzdem, dennoch" und "allerdings" verlangen
eine inverse Struktur der beiden Hauptsätze!!!
o "zwar ... aber" (keine inverse Struktur!!!) ist eine Doppelkonjunktion und stellt
ebenfalls eine Verbindung zwischen zwei Hauptsätzen her. Die
Konjunktionen "zwar" kann sowohl auf Position 1 als auch auf Position 3
stehen, die Konjunktionen "aber" auf Position O oder auf Position 3 (oder
Pos. 4, sofern andere Pronomen hinter dem Verb gestellt werden.) Gleiche
Satzglieder (Verb oder Subjekt) werden in der Regel weggelassen.

- Übersicht

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Nominalisierung bei Finalsätzen

Finalsätze geben eine Absicht, einen Zweck oder ein Ziel an. Die entsprechenden
Fragewörter lauten: Wozu?; Zu welchem Zweck?; Mit welcher Absicht?. Es gibt zwei
Möglichkeiten, Finalsätze auszudrücken:
• Infinitivkonstruktion
Ist das Subjekt im Beziehungssatz (=Hauptsatz) mit dem Nebensatz identisch,
wird die Konjunktion " um ... zu " benutzt. In der Infinitivkonstruktion entfällt das
Subjekt. Der Infinitiv steht oft am Ende des Satzes, kann aber auch im Mittelfeld
oder am Satzanfang stehen. " Um " leitet die Infinitivkonstruktion ein, " zu + Infinitiv
" schließt den Satz ab. Beide Sätze sollten mit einem Komma voneinander getrennt
werden.
Wozu braucht man Geld?
- Man kann sich etwas Schönes kaufen. - Man muss Rechnungen begleichen. -
Man möchte in ferne Länder verreisen. - Man möchte es an Hilfsbedürftige
verschenken.

o Die Modalverben "möchten", "sollen" und "wollen" haben eine finale


Bedeutung und können daher nicht in einem Finalsatz stehen. Sie werden
gegen das Modalverb "können" eingetauscht. "Können" kann aber auch
weggelassen werden, ohne das sich die finale Bedeutung ändert.
o Ein Infinitivsatz kann auch auf Position 1 gestellt werden: - Um sich etwas
Schönes kaufen zu können, braucht man Geld.

• Nebensatz Ist das Subjekt im Beziehungssatz (=Hauptsatz) nicht mit dem


Nebensatz identisch, muss die Konjunktion "damit" benutzt werden. Es folgt ein
Nebensatz (mit Subjekt). Ein Finalsatz mit "damit" kann immer gebildet werden,
auch wenn die Subjekte identisch sind. Finalsätze stehen gewöhnlich hinter dem
HS, können aber auch vorgestellt werden. HS und NS werden mit einem Komma
voneinander getrennt.
- Nominalisierung
Eine finale Angabe kann auch mit einer Präposition-Nomen-Konstruktionen formuliert
werden. Die passenden Präpositionen lauten: " zu ", " für ", und " zwecks ":

• Nominale Angaben können auf Position 1 oder im Mittelfeld stehen.


• Die Präposition zwecks verlangt den Genitiv, zu den Dativ und für den Akkusativ.
- Finale Adverbien
Im Kapitel "Satzverbindende Adverbien" haben wir gelernt, dass auch Adverbien Sätze
verknüpfen können. Satzverbindende Adverbien verbinden einen Hauptsatz mit einem
Hauptsatz:
• Verbalstil
o um ... zu = Hauptsatz + Infinitivsatz / Infinitivsatz + Hauptsatz
o damit = Hauptsatz + Nebensatz / Nebensatz + Hauptsatz
• Nominalstil = Hauptsatz.
• Satzverbindendes Adverb = Hauptsatz + Hauptsatz.

Die beiden finalen Adverbien lauten "dazu" und "dafür". Sie stehen entweder auf Position
1 oder 3 und verlangen eine inverse Struktur der beiden Hauptsätze!!!
Die Modalverben "möchten", "sollen" und "wollen" haben eine finale Bedeutung und
können daher nicht in einem Finalsatz (Infinitivsatz oder NS + damit) stehen. Anders
verhält es sich, wenn ein satzverbindendes Adverb zwei Hauptsätze miteinander
verbindet. In diesen Fällen gilt diese Regel nicht.

- Übersicht

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Nominalisierung bei Konditionalsätzen
Konditionalsätze geben eine Bedingung an. Die entsprechenden Fragewörter lauten:
"Wann" und "Unter welcher Bedingung":
• Unter welcher Bedingung heiratest du mich? - Wenn du Millionär bist.
• Wann hilft Joachim Elke? - Wenn er Zeit hat.

Ein Bedingungssatz (= Konditionalsatz) ist ein Nebensatz, der mit "falls", "sofern", oder
"wenn" eingeleitet wird (Fragewort = "wann", Konjunktion = "wenn" / Vokalwechsel a - e
beachten!). Der Nebensatz formuliert die Bedingung, die erfüllt sein muss, damit die
Folge, die im Hauptsatz angegeben wird, realisiert werden kann. Bedingungssätze
können nicht in der Vergangenheit stehen!
Die Konjunktion "wenn" kann auch weggelassen werden. In diesem Fall steht das
konjugierte Verb auf Position 1:

- Nominalisierung
Eine konditionale Angabe kann auch mit einer Präposition-Nomen-Konstruktionen
formuliert werden. Die passenden Präpositionen lauten: "bei" (+Dativ), "mit" (+ Dativ),
"durch" (+ Akkusativ), "ohne" (+ Akkusativ), "im Falle" (+ Genitiv) sowie "im Falle von" (+
Dativ):

• Nominale Angaben können auf Position 1 oder im Mittelfeld stehen.


• Die Präposition "ohne" entspricht immer einer negativen Bedingung.

- Konditionale Adverbien
Im Kapitel "Satzverbindende Adverbien" haben wir gelernt, dass auch Adverbien Sätze
verknüpfen können. Satzverbindende Adverbien verbinden einen Hauptsatz mit einem
Hauptsatz:
• Verbalstil = Hauptsatz + Nebensatz / Nebensatz + Hauptsatz
• Nominalstil = Hauptsatz.
• Satzverbindendes Adverb = Hauptsatz + Hauptsatz.

Die beiden konditionalen Adverbien lauten "sonst" und "andernfalls". Sie stehen entweder
auf Position 1 oder 3. Besonderheit: Einer von beiden Sätzen wird negiert.
- Übersicht

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Nominalisierung bei Konsekutivsätzen

Konsekutivsätze geben eine Folge an, die sich aus einer vorangegangenen Handlung
ergibt. Daher muss der Hauptsatz, in dem die Aussage steht, immer zuerst stehen. Hinter
dem HS folgt der NS (=Konsekutivsatz). Die mögliche Konjunktion lautet: so dass*.
* (Laut der neuen Rechtschreibreform von 2006 sind beide Schreibweisen erlaubt: so dass
oder sodass)

Die Konjunktion "so dass" leitet einen NS ein. "So" kann aber auch vor einem Adjektiv im
HS stehen, dann genügt "dass" als Nebensatz einleitende Konjunktion.
- Nominalisierung
Eine konsekutive Angabe kann auch mit einer Präposition-Nomen-Konstruktionen
formuliert werden. Die passenden Präpositionen lauten: "infolge" (+ Genitiv) oder "infolge
von" (+ Dativ):

• Nominale Angaben können auf Position 1 oder im Mittelfeld stehen.


- Konsekutive Adverbien
Im Kapitel "Satzverbindende Adverbien" haben wir gelernt, dass auch Adverbien Sätze
verknüpfen können. Satzverbindende Adverbien verbinden einen Hauptsatz mit einem
Hauptsatz:
• Verbalstil = Hauptsatz + Nebensatz
• Nominalstil = Hauptsatz.
• Satzverbindendes Adverb = Hauptsatz + Hauptsatz.
Die möglichen Adverbien lauten "also", "daher", "darum", "deshalb", "deswegen",
"folglich" und "infolgedessen". Sie stehen entweder auf Position 1 oder 3. Diese
Adverbien haben keine inverse Struktur, weil die Aussage immer vor der Folge stehen
muss.

- Übersicht
Nominalisierung bei Adversativsätzen

Adversativsätze geben einen Gegensatz oder eine Einschränkung an. Die mögliche
Konjunktion lautet: während:

- Nominalisierung
Eine adversative Angabe kann auch mit einer Präposition-Nomen-Konstruktionen
formuliert werden. Die passenden Präpositionen lauten: "entgegen" (+ Dativ / Sachen)
oder "im Gegensatz zu" (+ Dativ / Personen):

• Nominale Angaben können auf Position 1 oder im Mittelfeld stehen.


- Adversative Adverbien
Im Kapitel "Satzverbindende Adverbien" haben wir gelernt, dass auch Adverbien Sätze
verknüpfen können. Satzverbindende Adverbien verbinden einen Hauptsatz mit einem
Hauptsatz:
• Verbalstil = Hauptsatz + Nebensatz
• Nominalstil = Hauptsatz.
• Satzverbindendes Adverb = Hauptsatz + Hauptsatz.

Die möglichen Adverbien lauten:


• "(zwar) ... aber" = Doppelkonjunktion oder allein / Position 0 (oder 3)
• "doch" = Position 0
• "sondern" im vorhergehenden HS muss eine Negation oder Einschränkung stehen /
Position 0
• "dagegen" (Gegensatz), "jedoch" (Einschränkung) oder "hingegen" (Gegensatz) =
Position 1 oder 3





- Übersicht

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Nominalisierung bei den Modalsätzen

Modalsätze geben Auskunft über die Art und Weise, wie / wodurch / auf welche Art oder
auf welche Weise etwas passiert. Die möglichen Konjunktionen lauten indem und
dadurch, dass...:

- Nominalisierung
Eine modale Angabe kann auch mit einer Präposition-Nomen-Konstruktionen
formuliert werden. Die passenden Präpositionen lauten: "durch" (+ Akkusativ), "unter" (+
Akkusativ), "mit" (+ Dativ) und "mittels" (+ Genitiv).
• Nominale Angaben können auf Position 1 oder im Mittelfeld stehen.
- Modale Adverbien
Im Kapitel "Satzverbindende Adverbien" haben wir gelernt, dass auch Adverbien Sätze
verknüpfen können. Satzverbindende Adverbien verbinden einen Hauptsatz mit einem
Hauptsatz:
• Verbalstil = Hauptsatz + Nebensatz
• Nominalstil = Hauptsatz.
• Satzverbindendes Adverb = Hauptsatz + Hauptsatz.

Die möglichen Adverbien lauten "dabei", "dadurch", "damit" und "so". Sie stehen
entweder auf Position 1 oder 3. Diese Adverbien fordern eine inverse Struktur.

- Übersicht

- Fehlende Begleitumstände
Modalsätze können einen fehlenden Begleitumstand zu einem vorgestellten
Aussagesatz angeben und können anstelle einer Negation benutzt werden.
• "ohne dass" (Nebensatz)
• "ohne ... zu" (Infinitivkonstruktionen: Infinitivkonstruktionen sind subjektlos.)
• "ohne" + Akkusativ (Präposition + Nomen)
• Der Trainer geht über Glasscherben. Er trägt keine Schuhe.
o Der Trainer geht ohne Schuhe über die Glasscherben.
o Der Trainer geht über Glasscherbe, ohne dass er Schuhe trägt.
o Der Trainer geht ohne Schuhe zu tragen über die Glasscherben.
• Der Dompteur geht in den Raubtierkäfig. Er zeigt dabei keine Angst.
o Ohne Angst geht der Dompteur in den Raubtierkäfig.
o Ohne dass der Dompteur Angst zeigt, geht er in den Raubtierkäfig.
o Ohne Angst zu zeigen, geht der Dompteur in den Raubtierkäfig.

- Übersicht

- Alternative Begleitumstände
Modalsätze können einen alternativen Begleitumstand zu einem vorgestellten
Aussagesatz angeben und zeigen eine Alternative oder eine andere Möglichkeit auf.
• "(an)statt dass" (Nebensatz)
• "(an)statt ... zu" (Infinitivkonstruktionen: Infinitivkonstruktionen sind subjektlos.)
• "stattdessen" (Adverb / Position 1 oder 3 / inverse Struktur / HS + HS)
• "(an)statt" + Genitiv (Präposition + Nomen)
o Die Hausfrau müsste eigentlich aufstehen. Sie zieht es aber vor, im Bett liegen
zu bleiben.
Die Hausfrau bleibt im Bett liegen, anstatt dass sie aufsteht.
Die Hausfrau bleibt im Bett liegen, statt aufzustehen.
Die Hausfrau müsste eigentlich aufstehen. Stattdessen bleibt sie im
Bett liegen.
o Heikes Freund sollte Wein kaufen. Er kaufte aber nur Zigaretten und Bier.
Anstatt dass Heikes Freund Wein kaufte, kaufte er nur Zigaretten und
Bier.
Anstatt Wein zu kaufen, kaufte er nur Zigaretten und Bier.
Heikes Freund sollte Wein kaufen. Stattdessen kaufte er nur
Zigaretten und Bier.
Statt Wein kaufte Heikes Freund nur Zigaretten und Bier.
- Übersicht

- Vergleichssätze
Modalsätze können zwei Personen, zwei Sachen oder zwei Aussagen miteinander
vergleichen. Ein Vergleichssatz kann ausdrücken:
• a) Gleichheit
• b) Ungleichheit
• c) Proportionales Verhältnis
o Gleichheit
Eine Gleichheit wird folgendermaßen ausgedrückt:


Martina ist genauso hübsch wie ihre ältere Schwester.
Du bist ebenso faul wie dein Vater.
Unser Chef ist (nicht) so reich wie Billi Gattes.
Morgen wird es genauso kalt wie heute.
Beide Aussagen stehen im gleichen Kasus.

o Ungleichheit
Eine Ungleichheit wird folgendermaßen ausgedrückt:

Martina ist hübscher als ihre ältere Schwester.


Du bist fauler als dein Vater.
Unser Chef ist (nicht) reicher als Billi Gattes.
Morgen wird es kälter als heute.
Beide Aussagen stehen im gleichen Kasus.
o Proportionales Verhältnis
Ein proportionales Verhältnis wird folgendermaßen ausgedrückt:
Je mehr man isst, umso dicker wird man.
Je weniger Geld man hat, desto sparsamer muss man sein.
Je fleißiger man ist, umso besser schreibt man den Test.
Je älter man wird, desto größer wird die Lebenserfahrung.