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MASARYK - UNIVERSITÄT

PÄDAGOGICHE FAKULTÄT
DER LEHRSTUHL
FÜR DIE DEUTSCHE SPRACHE UND LITERATUR

DIDAKTISCHE SPIELE IM FREMDSPRACHENUNTERRICHT

DIPLOMARBEIT

Brünn 2011

Betreuerin: PhDr. Alice Brychová Bearbeitet von: Gabriela Dvořáková

1
Hiermit erkläre ich, dass ich die vorliegende Arbeit selbständig verfasst und nur die im
Literaturverzeichnis angegebenen Quellen benutzt habe.
Ich erkläre mein Einverständnis, dass die von mir erstellte Arbeit in der Bibliothek der
Pädagogischen Fakultät der Masaryk- Universität in Brünn hintergelegt wird und zu den
Studienzwecken zugänglich gemacht wird.

Brünn, den 20. April 2011 …………………………………………..

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Ich möchte mich bei Frau PhDr. Alice Brychová für ihre Bereitwilligkeit und wertvolle
Ratschläge, die sie mir bei der Bearbeitung meiner Diplomarbeit gewidmet hat,
bedanken.

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Inhaltverzeichnis

EINLEITUNG ………………………………………………………………..6
I. Der theoretische Teil……………………………………………………………………8
1. Spieldefinition …………………………………………………………………………….8
1.1 Warum spielt der Mensch………………………………………………………...…...9
1.2 Die Grenze zwischen dem Spiel und dem Lernen………………………………...…10
1.3 Was wird im Spiel gelernt………………………………………………………...….11
2. Reale Situation in den Schulen……………………………………………………...….. 12
2.1 Der Spieleinsatz in der Schule………………………………………………………13
2.2 Probleme, die beim Spielen auftreten………………………………………...…… 15
3. Die wichtigsten Hinweise bei der Spielauswahl………………………………..………16
3.1 Der richtige Zeitpunkt für den Spieleinsatz…………………………………...……17
3.2 Plannugsschritte des Spiels…………………………………………………...……18
4. Spielregeln für Spielleiter/innen…………………………………………………...……20
4.1 Die Einführung der Spielregeln……………………………………………….……20
5. Die Einteilung von Spielen…………………………………………………………..…21
5.1 Didaktische Spiele…………………………………………………………………22
5.2 Sprachlernspiele……………………………………………………………………22
5.3 Kreative Spiele………………………………………………………………….….22
5.4 Bewegungsspiele…………………………………..………………………………23
5.5 Interaktionsspiele……………………………………………………………….….24
5.6 Plansspiele……………………………………………………………………....…25
5.7 Erkundungsspiele………………………………………………………….….…….26
6. Tipps für Lehrer…………………………………………………………………...……27
6.1 Der Spielverlauf………………………………………………………………….…28
6.1.1 Der Spielanfang………………………………………………………………..…28
6.1.2 Die Erklärung der Spiele……………………………………………………….…28
6.1.3 Die Spieldynamik………………………………………………………...………28
6.1.4 Dauer und Kreativität eines Spieles………………………………………………28
6.1.5 Akzeptanz…………………………………………………………………………29
6.1.6 Feedback…………………………………………………………………….……29
II. Der Forschungsteil…………………………………………………………………...…31
7. Die Umfrage………………………………………………………………………….…32

4
7.1 Frage Nummer 1…………………………………………………………………....33
7.1.1 Frage Nummer 2 …………………………………………………………………..35
7.1.2 Frage Nummer 3………………………………………………………………...…36
7.1.3 Frage Nummer 4………………………………………………………………...…38
7.1.4 Frage Nummer 5…………………………………………………………………...39
7.1.5 Frage Nummer 6……………………………………………………………...……41
7.1.6 Frage Nummer 7………………………………………………………………...…42
8. Die Zusammenfassung………………………………………………………….………44
III. Der praktischer Teil ……………………………………………………………….…46
9. Rollenspiele………………………………………………………………….…………47
10. Sprech- und Dialogspiele………………………………………………………………48
11. Ratespiele……………………………………………………………………………….49
12. Erinnerungsspiele……………………………………………………………………....50
13. Kartenspiele…………………………………………………………………………….52
14. Schreib- und Zeichenspiele……………………………………………………….……54
15. Bewegungsspiele…………………………………………………………………….....55
16. Pantomimespiele………………………………………………………………………..56
Literaturverzeichnis…………………………………………………………………..…….58
Resümee……………………………………………………………………………….…...60
Anhang…………………………………………………………………………………..….62
Anhangverzeichnis ……………………………………………………………………..…63
ARBEITSBLATT Nr.1………………………………………………………………….….64

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EINLEITUNG

Spiele gibt es in allen Kulturen und schon seit Jahrtausenden. Deswegen erlaube ich mir zu
schreiben, dass Spielen ein gesamtgesellschafliches Phänomen ist. Nicht nur der Mensch spielt,
sondern auch bei Tieren in der Natur kann man vom Spiel sprechen.
Jeder Mensch spielt, aber manchmal ist es schwer zu erkennen, wann die Menschen spielen oder
etwas Anderes tun, z. B. arbeiten, lernen, nachdenken etc.
Das Spielen wird in der Freizeit, im Kindergarten und auch in der Primarstufe gefördert.
Dagegen soll in der Sekundarstufe gearbeitet aber nicht gespielt werden. Übersehen wird hierbei,
dass das Spielen ein fester Bestandteil aller Schulformen sein sollte. So können die Spiele den
Unterricht bereichern und verbessern.
Das Thema meiner Diplomarbeit habe ich bewusst aus folgendem Grund ausgewählt und zwar:
Meiner Meinung nach gehört das Spiel nicht nur zum Fremdsprachenunterricht ( oder zum
Unterricht allgemein ) sondern das Spiel begleitet uns durch das ganze Leben.
Vor 25 Jahren, als ich die Grundschule besucht habe, wurde die russische Sprache als Pflichtfach
unterrichtet. In dieser Zeit wurde der Unterricht von allen Fremdsprachenlehrern mit Methoden
durchgeführt, die sich nicht im geringsten mit den Spielvorschlägen meiner Diplomarbeit
vereinbaren lassen. Der Fremdspracheunterricht hat folgendermassen verlaufen:
- das Lesen des Textes
- neue Vokabeln
- neue Grammatik
und damit zusammenhängende Übungen
Damals war es praktisch unvorstellbar, diese Unterrichtsstereotypen zu ändern oder den
Unterricht mit einem Spiel zu bereichern.
Das Jahr 1989 hat uns grosse Veränderungen nicht nur in der Geselschaft sondern auch im
Schulwesen, was den “BOOM“ im Fremdsprachenunterricht und neue, kreative
Unterrichtsmethoden betrifft, gebracht. Dazu haben auch viele Muttersprachler beigetragen, die
neue Elemente z.B. Spiele, Projekte etc. im Unterricht eingeführt haben.
Ich als Lehrerin verteidige eindeutig die Anwendung der Spiele im Fremdsprachenunterricht und
in meiner Diplomarbeit bemühe ich mich nachzuweisen, warum Spiele zum festen Bestandteil des
Fremdsprachenunterrichts einen festen Bestandteil sein sollten.
Im theoretischen Teil befasse ich mich mit der Spieldefinition, verschiedenen Spieltheorien,
den Gründen, warum die Spiele beim Spracherwerb helfen können und wie die Spielregeln den

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Schülern am besten erklärt werden sollten.
Darauf folgen auch die Probleme, die beim Spielen auftreten können. Danach werde ich die
Frage beantworten, warum man beim Spielen auch lernen kann und damit demonstriere ich, warum
der Einsatz der Spiele in der Schule so wichtig ist. Anschliessend erwähne ich die Rolle des Lehrers
beim Spielen und beschreibe die didaktischen Kriterien für die Spielpraxis.
In dem letzten Kapitel des theoretischen Teils beschreibe ich verschiedene Spielarten und führe
dazu ein paar konkrete Beispiele auf.
Der Forschungsteil bezieht sich auf eine Umfrage, in der 18 Lehrern vor 14 Jahren und heute
die gleichen Fragen gestellt wurden. Aufgrund des Vergleichs der damals und heute gegebenen
Antworten, konnte ich meine Fragen “Werden didaktische Spiele im Fremdsprachenunterricht
heute als ein natürlicher Bestandteil wahrgenommen? Hat sich der Fremdspracheunterricht
nach 14 Jahren in der Benutzung der didaktischen Spiele geändert? Wie können Spiele den
Fremdsprachenunterricht beeinflussen?” belegen. Diese Fragen sollen mir behilflich sein, meine
Hypothese “Didaktische Spiele sind heute ein fester Bestandteil im Fremdsprachenunterricht”
zu untermauern.
Die Lehrer führten ihre beliebtesten Spiele ein, welche ich später noch ausführlich in dem
praktischen Teil beschreiben werde.
Zum Schluss kann ich ehrlich sagen, dass ich mich möglichst intensiv bemühe, spielerische
Aktivitäten in meinen Stunden auszunutzen, um Kommunikationsfähigkeit, Kreativität oder
Motivation bei den Schülern zu verbessern und hoffe, dass meine Diplomarbeit eine Inspiration für
meine Kollegen und Kolleginnen sein wird.
Das Ziel meiner Arbeit war es zu betonen, dass Spiele im Fremdsprachenunterricht eine wichtige
Rolle spielen. Ich versuche die Hypothese zu belegen, dass die Lehrer sie längst als einen
natürlichen Bestandteil des Unterrichts verwenden und verstehen. Ich bin sehr froh darüber, dass
sich die Situation bis heute wesentlich verbessert hat und ich meinen Kollegen nur “Viel Spass
beim Spielen“ wünschen kann.

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II. DER THEORETISCHE TEIL
In dem theoretischen Teil versuche ich zu erklären, was man sich unter dem Begriff “Spiel“ mit
Hilfe verschiedener Spieltheorien vorstellen soll und warum die Spiele eine so wichtige Rolle im
FSU spielen. Ausserdem ergänze ich diese Theorien mit konkreten Tipps für die Lehrer, wie zum
Beispiel: Wann der richtige Zeitpunkt für den Spieleinsatz ist, wie man die Spielregeln den Schülern
erklären soll, worauf man bei der Spielauswahl achtet soll etc.

1. Spieldefinition
Bis heute ist es nicht gelungen, vollständig und eindeutig den Begriff “Spiel” zu definieren.
Trotzdem gibt es viele Definitionsversuche, das Spiel zu beschreiben.
In der Literatur finden Sie selten eine so häufig gestellte und dabei so unzureichend beantwortete
Frage wie “Was ist ein Spiel?“
Die neueren Autoren wie J. Lehman und K. Kleppin bemühen sich, auf diese Frage eine
fachwissenschaftliche und zugleich erschöpfende Antwort zu geben.
“J. Lehmann definiert das Spiel als eine Sequenz von Tätigkeiten:
a) an der mindestens 2 Personen beteiligt sind,
b) deren Verhalten teilweise durch ausdrücklich gesetzte oder zu setzende Regeln bestimmt wird,
c) die einen allen bekannten und definierten Zielzustand zu erreichen versuchen, den sie nur durch
Austauschhandeln erreichen können,
d) in denen mindestens einige zentrale Gegenstände verwendet werden, die Substitute von anderen
Gegenständen sind,
e) deren Sequenzierung sich jedesmal im Detail unterscheidet,
f) in denen ständig oder häufig für die anderen manifeste Entscheidungen unter
Unsicherheit zu fällen sind, ohne die Bedrohung durch juristische, ökonomische oder formal
soziale Folgen,
g) die freiwillig fortgeführt werden“ ( H.Behme, 1992, S.11 )

Und noch eine Aussage von H. Retter, dass das “Spielen ein mehrperspektivisches
Handlungssystem ist.“ ( nach H. Behme, 1992, S.11 )
Diese zwei zugrundegelegten Spieldefinitionen sind im Vergleich zum Spielverständnis von den
Transaktionsanalytikern nicht identisch, “weil sie das Spiel als das unbewusste, also durch
“verdeckte Motive beherrschtes“ Tun des Menschen mit “Nutzeffekt” verstehen, das im Grunde
unehrlich ist.“ ( H.Behme, 1992, S.11 )

8
Ich habe hier drei unterschiedliche Aussagen zum Begriff “Spiel“ vorgelegt, um vorzuführen,
wie sich die Spieldefinitionen voneinander unterscheiden.
Wohingegen “Spiel im Unterricht“ eher als didaktisches Spiel bezeichnet werden kann und es
sollte den Lernprozess variieren und beschleunigen. Der Spielzweck liegt im Üben und
Wiederholen sowohl von neuen als auch schon vorhandenen Kenntnissen anhand von z.B.
Zahlenbildern, Ziffern, Bildern, Symbolen etc. Dabei lernt man viel Neues und wiederholt
gleichzeitig bereits Gelerntes.
“Auch ein freier, sponntaner Unterricht mit dem Ziel sich zu unterhalten kann als ein Teil des
didaktischen Spiels angesehen werden. Für H. Rettner ist ebenfalls das Lernspiel der Versuch einer
gezielten Kombination von motivierendem Spielerleben und lerneffektiven Inhalten“
( H. Behme, 1992, S.11 )

1.1 Warum spielt der Mensch

Ähnlich schwierig wie die Definition des Begriffs “ Spiel “ finde ich die Erklärung “ Warum
der Mensch spielt“. Trotzdem versuche ich ein paar wichtige Gründe, warum der Mensch spielt,
meiner Ansicht nach, zu erwähnen.

1 / Kraftüberschusstheorie
Nach dem Buch “Principles of Psychology” aus dem Jahre 1855 von Herbert Spencer, sind alle
Aktivitäten und Energien eines Lebewesens zweckgebunden. Sie dienen der Aufrechterhaltung des
organischen Gleichgewichts und der Arterhaltung. Da höhere Lebewesen ihre Kraft hierfür nicht
mehr ausschließlich benötigen, haben sie einen Kraftüberschuß, den sie mit Hilfe des Spiels
abbauen (Pfeifer, 1990, S.82 )

2/ Entspannungsfunktion
Während des Spiels können sich ermüdete Systeme ausruhen und der Mensch sammelt neue
Kräfte für weitere Arbeit.
Denn im Spiel fühlt man “... sich optimal beansprucht, der Handlungsablauf geht glatt und
flüssig vonstatten, die Konzentration erfolgt von selbst, das Zeiterleben wird weitgehend
ausgeschaltet, und man erlebt sich nicht mehr abgehoben von der Tätigkeit, sondern geht in ihr
auf.” (Oerter, 1995, S.251 )

3 / Probehandeln

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Das Spielen ist sinnvoll, sogar lebensnotwendig für die ganzheitliche Entwicklung des
Menschen. Das Spielen dient unter anderem der Selbstausbildung. Im Spiel, zum Beispiel in einem
Rollenspiel, kann man Selbstdisziplin, soziale Kompetenz erlernen und eigene Fähigkeiten festigen
ohne negative Konsequenzen für das spätere Leben.

4/ Aktivierungszirkel

“Nach dem Motivationspsychologen Heckhausen bezieht das Spiel seinen besonderen Reiz durch
den Aktivierungszirkel, den ständigen Wechsel von Spannung, Abbau der Spannung, Spannung,
Abbau der Spannung, Spannung usw.” (Oerter, 1995, S. 262 - 263).

( vgl. www.spielunterricht.de )

1.2 Die Grenze zwischen dem Spiel und dem Lernen

Spielen contra Lernen, Lernen contra Spielen – seit jeher ein sehr intensiv diskutiertes Thema in
der Spielpädagogik. Die Grenze zwischen dem Spiel und dem Lernen ist meiner Meinung nach
schwer deffinierbar, denn:
“- derartige Spiele erfordern z.B. auch Konzentration, Denken, Regeln, Planen, Empathie,
Ambiguität, Selbstständigkeit, Disziplin, Selbst – und Mitverantwortlichkeit sowie Hör- und
Sprechhandel
- solche Spiele haben zudem Übungswert, und Üben bzw. Lernen wird als eine Art von Arbeit
gesellschaftlich anerkannt
- alle Spiele verfolgen und verzeichnen Lerneffekte, da sie wirklichkeits-, lernstoff-, aktions- und
erfahrungsbezogen sind
- diese Spiele wirken anstrengend, aber auch anregend auf die Teilnehmer
- die Spiele fördern die Selbstbestätigung und Zufriedenheit, die sich als Begleiterscheinungen
auch bei einer gelungenen und akzeptierten Arbeitstätigkeit einstellen“ ( H.Behme, 1992, S.10 )

Das Ziel der Spielpädagogik ist, dass seit jeher Spielen und Lernen miteinander verbunden
wird, um humane und effektivere Unterrichtsmethoden zu erreichen.
Es wurde Friedrich Daniel Ernst Schleiermacher ( 1768 – 1834 ) bewusst, dass fast jede
Spielart bestimmte Fähigkeiten entwickelt.
Obwohl die Theoretiker die Verwendung von Spielen als einen festen Bestandteil des
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Unterrichts bevorzugen, stelle ich fest, dass die Situation an den Schulen noch nicht ideal ist, da die
Lehrer diese Möglichkeiten für eine abwechslungsreichere Unterrichtsgestaltung eher häufiger in
Fächern wie Sport, Musik und in den letzten Tagen vor Weihnachten oder vor den Ferien anwenden.
Leider ist es noch nicht bei allen Lehrern ankommen, Spiele als wichtigen pädagogischen Aspekt zu
integrieren.

1.3 Was wird im Spiel gelernt

“Spielen als “freie, selbstzweckliche” Tätigkeit löst sich nur dem momentanen
Anschein nach in Nichts auf. Die verbreitete Meinung, es sei unproduktive Aktivität,
erweist sich bei wissenschaftlicher Betrachtung als unzureichend. Obwohl zunächst
unbeabsichtigt, zeitigt Spielen früher oder später greifbare Effekte. [...] Da beim
Spielen die Tätigkeit selbst interessiert, weniger ihr eng umschriebener Zweck, ist das
erworbene Wissen auch entsprechend strukturiert. Es ist eher verlaufs- statt
ereignisbezogen, eher dynamisch als statisch-unveränderlich” (Kauke 1992: 128).

Es ist wichtig, sich bewusst zu machen, dass beim Spielen verschiedene Arten von Intelligenz
gebraucht und trainiert beziehungsweise entwickelt werden, die sich je nach den Anforderungen des
Spieles unterscheiden. Der Fremdspracheunterricht bietet uns folgende Lernmöglichkeiten in
didaktischen Spielen von wichtiger Bedeutung:
“Sensibilisierung für und Übung und Anwendung von Unterrichts- bzw. Spielinhalten und -
themen, kognitive (intellektuelle) sowie affektive (emotionale, sinnliche) Lernmöglich-keiten
und interkulturelle Lernerfahrungen.” ( www.ludolingua.de )

A / Kommunikative Kompetenz und Handlungsfähigkeit


Eine sprachliche Kommunikation findet immer beim Spielen statt. Nun gilt es zu unterscheiden,
wann sie abläuft, d.h. vor dem Spiel ( als Regelerklärung oder umfangreiches Aushandeln der
Rollen ) , während ( werden verschiene Aufgaben, Rollen etc. erfüllt ) und nach dem Spiel ( als eine
reflektierende Diskussion )
“In Spielen wird nicht kontextlos, sondern personenbezogen und inhaltsorientiert
kommuniziert. Dadurch wird erstens sprachliches Handeln in einem sozialen und personalen
Kontext miteiner bestimmten Absicht (z.B. eine Rolle darzustellen) ermöglicht”
(www.ludolingua.de )
Diese sprachlichen Handlungen prägen sich wirkungsvoller ins Gedächtnis ein und an erlebte
situationsabhängige Lerninhalte erinnert man sich leichter und sind jederzeit wieder abrufbar.
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B/ Interkulturelles Lernen
Zum Einen erfahren wir beim Spielen mehr über uns selbst und zum Anderen können die
anderen Mitspieler Probleme, welche im Klasseverbund entstanden sind, mit Humor überwältigen.
“Für interkulturelle Kompetenz benötigt man als “Handwerkszeug” eine ausreichende
nonverbale Wahrnehmungsfähigkeit “(vgl. C. Müller 1995: 43). Erlebnisse werden im Spiel in
Gestalten, Symbolen und Gefühlen lebendig bewältigt, z.B. kultur- und persönlichkeitsspezifische
Mimik und Gestik werden beim Spiel vermittelt.
Das Spiel dient nicht nur der Kentnnissevermittlung sondern bietet auch die Möglichkeit
personaler Begegnung. Im Spiel gliedern sich soziale und geistige Verbindungen, d.h. die Schüler
können sich näher sein, wenn das Spiel gelingt und alle hatten Spass daran oder jeder kann seine
eigene Identität darstellen.
Was die Kulturfuntion des Spieles betrifft, können sowohl Unterschiede als auch Vorurteile zum
Thema des Spiels auftreten.

C/ Werte und Normen im Spiel


Die Spiele befördern Werte und Normen, z.B. ein Kind in “Mensch – ärgere – dich – nicht”
weiss, dass es nach einer sechs noch mal würfeln kann. Nur einer kann im Spiel gewinnen und die
anderen müssen lernen zu verlieren. “Das Kind bekommt also in einem Spiel eine Anzahl von
Werten und bzw. Normen einer konkurrenzorientierten Gesellschaft “spielerisch” vermittelt.”
(www.ludolingua.de )
( vgl. www.ludolingua.de )

2. Reale Situation in den Schulen

Bei den folgenden Behauptungen gehe ich von meinen Erfahrungen und der meiner Kollegen
aus.
Wenn man Spiele für den Unterricht einsetzt, nimmt das für den Unterrichtenden auch
wesentlich längere Vorbereitungszeiten in Anspruch. Der Lehrer sollte sich gut auf die
Spielsituation vorbereiten ( darunter versteht man genug Materialien sammeln, geeignetes Spiel für
sein Ziel auszuwählen, die Spielregeln möglichst einfach zu erläutern etc.) und es sollten möglichst
alle Schüler aus der Klasse an dem Spiel teilnehmen.
Die Konzeption des Unterrichts ist im Prinzip passiv orientiert, d.h. das aktivste Element im

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Unterricht ist und bleibt der Lehrer, dagegen bleiben die Schüler meistens während der ganzen
Stunde passiv und deshalb ist es sehr schwer, die Spiele nachhaltig in den Unterricht einzuführen,
einschliesslich eines spezifischen Grundes: Das Spiel beansprucht den Einsatz des ganzen
Menschen, die Gefühle und der Körper beitreten. Ich würde das so erklären, dass der, der gerade
spielt, sich nicht unter der Kontrolle des Lehrers oder der Schule wähnt.
Sowohl aus der Ansicht des Lehrers als auch der Schüler bin ich eindeutig für die Durchführung
dieser unterhaltsamen und effektiven Form des Unterrichts, denn:
die Schüler simulieren reale Situationen und sie unterhalten sich noch dabei
sie sammeln und benutzen ihre Erfahrungen
das Spiel ermöglicht uns, den Kopf, das Herz und die Hände einzusetzen
das Spiel setzt selbständiges Handel der Schüler voraus
das Spiel kann sehr gut neue oder längst erworbene Kenntnisse vertiefen
durch das Spiel bereichern wir die klassisch konservative Unterrichtsform und die
Aufmerksamkeit der Schüler muss sich nicht die ganze Zeit auf den Lehrer konzentrieren
durch das Spiel hat der Lehrer auch die Möglichkeit, Schülerkenntnisse zu überprüfen

2.1. Der Spieleinsatz in der Schule

Kleine Kinder lernen ihre erste Sprache ( Muttersprache ) sehr einfach und natürlich. Die
Mehrheit der Menschen, die eine Fremdsprache lernen, tun dies meistens aufgrund des
regelmässigen Unterrichts oder in geringerem Umfang von verschiedenen Umständen wie z.B.
Auslandsaufenthalte, um dort zu leben, zu arbeiten oder einen Ausländer zu heiraten.
Aus den oben genannten Aussagen geht hervor, dass beide Lehrarten, nicht nur der regelmässige
Unterricht sondern auch ein natürlicher Spracherwerb, Verbesserungspotenzial bergen.
“ Ein zentraler Grund für die stärkere Einteilung von Spielen in den Unterricht ist, dass die
Schüler sich so intensiver und wirksamer mit dem Stoff auseinandersetzen, sie wenden sich
Probleme eher zu und suchen ausdauernder nach Lösungen.” ( Kaiser / Kaminsky, 1997, S.147 )
Der Schüler sollte z.B. neue Vokabeln lernen. Durch das Spiel steigt seine Interesse und wenn
der Schüler sich damit durch sein Handel identifizieren kann, erhält dieses Spiel einen Sinn und
wird somit besser im Gedächtnis behalten. Wenn dann dazu auch noch möglichst viele sinnliche
Eingangskanäle benutzt werden, erhöht sich die Gedächtnisleistung. “Denn wir behalten 20% von
den was wir hören, 30% von den was wir sehen, 80% von den was wir selbst formulieren, 90% von
den was wir selbst tun.” ( Gudjons, 1994 , S.7-8 )

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Wenn im Spiel als wichtigstes Element ein Schüler auftritt, der selbst handeln soll, ist das Spiel
sehr gut geeignet, um Wissen zu erlernen.
“In der Schule dominiert aber die Lehrerfrage immer noch den Unterricht. “( Rumpf, 1998 ). So
verteilen sich die Unterrichtsformen in den Fächern Deutsch, Gemeinschaftslehre und
Naturwissenschaften nach Kaiser und Kaminsky ( 1997 , S.81 ) folgendermassen:
“Frontalunterricht 76,86%, Einzelarbeit 10,24%, Partnerarbeit 02,88%, Gruppenarbeit 07,43%
und Klassenkooperation 02,59%.”
Aus dieser Übersicht geht eindeutig hervor, dass der lehrerzentrierte Unterricht in den Schulen
bevorzugt wird. Man konzentriert sich vor allem auf :
 kurzfristiges Auswendig lernen, so dass Kenntnisse nicht lange im Gedächtnis bleiben
 keine Entwicklung der Phantasie, nur was richtig oder falsch ist.
 “Es ist nicht unbedingt notwendig, den Gegenstand für eine richtige Antwort richtig zu
verstehen “ ( Rumpf, 1988 )

Ausserdem werden in der Schule Gefühle, bestimmte Gesichtsausdrücke oder Körperhaltungen


unterdrückt. “ Selbst “ Mit – den – Händen – rechnen” ist bei vielen Lehrern verboten.” ( Rumpf,
1988 ).An der ersten Stelle stehen die Fakten, die die Schüler memorieren müssen und subjektive
Vorstellungen sind nicht erwünscht, weil sie nicht objektiv kontrollierbar sind. Die Spiele dagegen
ermöglichen den aktiven Umgang mit dem Unterrichtsgegenstand, wo Gefühle mit den Kentnissen
zusammenauftreten. Die Kinder können ihre Leistungen selbst überprüfen und erleben dabei das
Gefühl des Erfolgs und der Niederlage.
“Die Sozialerfahrungen gehen in der Kinderwelt immer weiter zurück. Ein Grund hierfür ist die
Urbanisierung, die aufgrund der Industrialisierung stattgefunden hat. Infolgedessen haben Kinder
weniger Möglichkeiten, eigene Erfahrungen zu sammeln. Es gibt heute eine Reduzierung der
Sozialerfahrungen, da es heute fast nur Kleinfamilien gibt, die nicht selten nur aus einen Elternteil
mit nur einem Kind bestehen.“ ( Gudjons,1994, S,13 )
Ebenso ist es mit den Umwelterfahrungen. “ Während vor 20 Jahren ein Kind 30 Stunden
draussen spielte, spielt es heute nur 15 Stunden draussen, da 80% der Hobbys im Kinderzimmer
stattfinden.” ( Grefe, 1997 ). Warum? Ein Grund dafür ist, dass die Kinder aufgrund verschiedener
Gefahren ( des Strassenverkehrs, der fremden Personen, der Anziehungskraft des Fernsehens ) die
Wohnung nicht verlassen. Durch geeignete Spiele, wie Rollenspiele, Planspiele können teilweise
diese sozialen Probleme kompensiert werden. Ein neuer Schüler z.B. hat die Möglichkeit, sich in
die Klasse schneller zu integrieren. Oder ein schlechter Schüler kann sich durch Gewinnen sein
Selbsvertrauen stärken.
Das Leben der Kinder wird mehr und mehr von der elektronischen Welt bestimmt. Das Kind
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erlebt die Erfahrung nicht durch eigenes Handeln sondern aus zweiter Hand. “So sitzt z.B. ein
amerikaschines Kind 16.000 Stunden vor dem Fernsehen, bevor es erwachsen wird. Es verbringt so
mehr Zeit vor dem Fernseher als mit seinem Vater.” ( Gudjons, 1994 ).
“So werden heute 90% der Informationen über den Sehsinn aufgenommen, so dass die Nahsinne
verkrümmen.” ( Massen, 1994 ). Aufgrund dieser Tatsache müssen heute die Kinder das Spielen
wieder lernen.

2.2. Probleme, die beim Spielen auftreten

Nachdem ich im vorigen Kapitel Argumente für den Einsatz des Spieles dargelegt habe, möchte
ich jetzt mögliche Probleme bei der Durchführung ansprechen. Hierbei ist zu berücksichtigen, dass
es mehrere Probleme beim Spielen gibt und ich habe die häufigsten ausgewählt und beschrieben.

1/ langatmige Regelerklärungen
Die Spielregeln werden durch einfache, klare und kurze Erklärung statt lange Regelmonologe für
die Schüler akzeptabel. Empfehlenswert wäre an dieser Stelle, Spiele durch Vormachen ( statt
langen Erklären ) einzuführen

2/ Disziplinschwierigkeiten der Schüler


Der Lehrer übernimmt in der Spielsituation eher die Rolle des Beraters und Vermittlers. Er muss
sich auf eventuelle Disziplinsschwierigkeiten der Schüler vorbereiten, vor allem bei den Schülern,
die mit der „ gewonnen „ Freiheit beim Spielen nicht umgehen können. Empfehlenswert ist dabei,
erst mit kleinen Spielen zu beginnen, um die Schüler an das Spielen gewöhnen zu können und
nachher mit z.B. Planspielen, die zahlreiche methodische Kompetenzen verlangen, fortzusetzen.

3/ Wahrnehmungen und Begriffe zusammen zu erklären


“Gedanken ohne Inhalt sind leer, Anschauungen ohne Begriffe sind blind”. ( Zit. Kant nach
Massen, 1994 ) Um Gegenstände zu verstehen, brauchen die Kinder sowohl Wahrnehmung als
auch Begriffe. Alles muss verlangt werden. Der Unterricht, der nur aus Handlung ( hier Spielen
gemeint ) ist genaso wenig sinnvoll wie der Unterricht, wo nur ein Wort im Mittelpunkt steht.

4/ ein grösserer Zeitaufwand


Die Bearbeitung eines Themas mit einem Spiel ( z.B. Planspiel ) nimmt in der Regel mehr Zeit
in Anspruch als die Erklärung eines Themas beim Frontalunterricht. “ Ebenso benötigt das Erklären

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der Spielregeln, die gerade bei den höheren Soiel Formen notwendig sind, sehr viel Zeit. Dieser
Aufwand zahlt sich auch erst nach einem längeren Zeitraum aus, bis die Schüler gelernt haben,
diese Spielregeln selständig anzuwenden.” ( www.spielunterricht.de )

5/ Lärm
Das Spielen im Unterricht ist in der Regel lärmintensiver als beim Frontalunterricht und das
kann andere Klassen beim Unterricht stören. Auch die Mehrheit der Eltern kann einen “ richtigen “
Unterricht verlangen, “ da Frontalunterricht und die Vermittlung von Sachwissen in Teilen unserer
Gesellschaft immer noch als wichtiger erachtet werden als Methodenwissen.”
(www.spielunterricht.de )

6/ höhere Kosten
Spielmaterialien stellen einen kostenintensiven Ausgabenteil dar und der Lehrer muss sich Zeit
nehmen, ein geeignetes Material auszuwählen.

7/ extreme psychische Belastung


Das betrifft vor allem schwache Schüler, weil sie häufig das Problem haben, als letzte z.B. bei
der Bildung von Spielgruppen ausgewählt zu werden, weil das zu Frustrationen führen kann. Die
Lehrer müssen solche Umstände vermeiden und schwache Schüler mit geeigneten Spielen, bei
denen erfolgreich sein könnten, zu unterstützen.

( vgl. www. spielunterricht. de )

3. Die wichtigsten Hinweise bei der Spielauswahl

Im Inhalt jedes Sprachlernspieles wird meistens eine kurze Charakteristik beigefügt, die dem
Lehrer bei der Spielauswahl helfen soll. Dazu werden auch Tätigkeiten beschrieben, die darin
vorkommen.
“Überlegungen des Lehrers zum didaktisch-methodischen Einsatz von Sprachlernspielen sollten
folgende Gesichtspunkte einbeziehen” ( R.Bohn / I. Schreiter, 1994, S.19 ):

1. Die Auswahl der Spiele muss fachdidaktisch begründbar sein, d.h. der Lehrer weiss mit welchem
Ziel er dieses Spiel in die Stunde einsetzt.
2. Die Spiele sollen für möglichst viele Schüler geeignet sein, um sie daran aktiv zu beteiligen.

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3. Sprachlernspiele müssem dem Alter und Sprachkönnen der Schüler entsprechen.
4. Sprachlernspiele sollten alle Sprachkompetenzen entwickeln, nicht nur das Sprechen / Hören, das
meistens überwiegt sondern auch Schreiben / Lesen.
5. Nicht immer passen die Spiele zur Unterrichtsthematik aber der Lehrer sollte sich bemühen, ein
geeignetes Spiel zu finden.
6. Der Lehrer sollte beim Spielen in den Hintergrund treten. Er tritt als Berater auf und unterstützt
wo es nötig ist.
7. Die Vorbereitung und Durchführung des Spiels muss in einem vetretbaren Verhältnis stehen.
8. Die Sprachlernspiele sollen im Daf Unterricht in hohem Masse durchgeführt werden.
9. Die Spiele können nicht das systematische Lernen und das intensive Üben ersetzen. Benutzt aber
der Lehrer sie geplant, massvoll und zielgerichtet, tut er für seine Schüler das beste.
10. Zuletzt soll man nicht die Faszination von Computerspielen vergessen, denn Computer bietet
uns neue Sprachspielmöglichkeiten. ( vgl.R.Bohn / I.Schreiter, 1994, S.20 )

3.1 Der richtige Zeitpunkt für den Spieleinsatz

In den vorigen Kapiteln habe ich mich bemüht, zu erklären, dass das Spiel nicht nur als “
Belohnung “ oder vor Ferien eingesetzt werden sollte, sondern die Schüler sollten das Spielen als
einen natürlichen Bestandteil des Unterrichts wahrnehmen. Denn durch dieses “zusätzliche“ Lernen
müssen die Schüler etwas lernen und der Spass und die Freude am Spiel sind die Belohnung dafür.
Der Lehrer sollte sich entscheiden, in welchen Unterrichtsphasen sich die Spiele einsetzen lassen.
Auch hier scheint es keine Einschränkungen zu geben. Dem Lehrer sollte es nicht an Phantasie
mangeln, um den Schülern entsprechende Spielmöglichkeiten anzubieten.
Ich habe überlegt, in welchen Situationen ich die Spiele eingesetzt habe und hier biete ich einen
kurzen Überblick an:
wenn sich die Schüler noch nicht kennen ( Kennenlernspiele )
zum Unterrichtsbeginn: spielerisch anfangen, Stress ablegen etc.
zur Einführung eines neuen Themas
als Auflockerung zwischen zwei Lernblöcken
zur Übung / Wiederholung, Vertiefung der gelernten Kenntnisse
zur Erweiterung des Wortschatzes
zur Konzentrationssteigerung
zur Verbesserungs des Gruppenklimas
zum Spass

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3.2 Die Planungsschritte des Spiels

Wie plant man überhaupt ein Spiel? Was sollte der Lehrer alles in Betracht ziehen? Wie sollte
sich der Lehrer während des Spieles verhalten? etc. Ich versuche ein paar Antworten auf diese
Fragen zu geben.
Den Verlauf des Spieles kann man nicht exakt planen. Die Spiele hängen von mehreren Faktoren
ab, die man nicht ganz konkret definieren kann:
a) Beziehungen zwischen den Schülern
b) das Klima in der Klasse
c) Beziehungen zwischen dem Lehrer und den Schülern
d) Gefühle und Symphatien der Schüler

Um diese Faktoren gering zu halten, sollte der Lehrer:


 sich gut auf die Spielsituation vorbereiten ( darunter versteht man: genug Materialien und
Reservespiele in Bereitschaft zu halten …)
 Möglichkeit den Schülern geben
 Eigenaktivität der Schüler fördern
 die Gruppe zur Spielauswahl anregen
 sich auf die schwachen, problematischen Schüler in der Spielsituation konzentrieren.

Aus diesen Punkten kann man schon sehen, das das Spiel eine komplexe Vorbereitung
erfordert. Aber die Spontanität beim Spiel sollte dabei bewahrt werden.
Ulrich Bauer gibt folgende Schritte bei der Spielplanung an:

Die Planungsschritte
1. “ Welche Bedingungen liegen vor?
• Wie ist die Gruppe zusammengesetzt? (Alter, kulturelle Hintergründe,
Schichtzugehörigkeit, Vertrautheit, Beziehungen zu Gruppenleiter/in)?
• Welche Vorerfahrungen hat die Gruppe mit Spiel und dem Thema?
• Welche räumlichen und zeitlichen Möglichkeiten?
• Welche Vorstellungen hat der Schulträger, Jugendverband, Veranstalter, der
Tagungsleiter o. ä.?
• Welche Denk- und Verhaltensgewohnheiten oder aktuellen Konflikte bestehen in der
Gruppe?

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2. Welche Ziele kann ich mit der Gruppe vereinbaren?
• In welchem pädagogischen Kontext steht diese Spiel-Einheit?
• Wem nützt die Erreichung der Ziele tatsächlich?
• Welche Bedürfnisse und Interessen habe ich?
3. Welche Spiele in welcher Reihenfolge?
• Welche Spielformen sind für die einzelnen methodischen Schritte geeignet? Welche
Spiel-Inhalte?
• Welche kann ich eingeben, welche sollen noch ausprobiert werden – mit welchen
Reaktionen ist dabei zu rechnen?
• Was für Material muß bereitstehen?
• Wie gebe ich die Vorschläge und Anregungen ein?
• Welche Gruppierung ist spiel-, gruppen- und ziel-gemäß?
4. Alternativ-Planung
• Was mache ich, wenn Spiele nicht akzeptiert werden oder nicht so verlaufen, wie ich
es mir dachte?
• Welche ,Störfaktoren’ könnten auftreten?
• Welche Reservespiele könnte ich vorschlagen?
• Welche ,Gefahren’ (körperliche und psychische) 19essen die Spiele?
• Mit welchen Mitteln können die Erfahrungen aus den Spieler verbalisiert, vertieft,
ergänzt, verifiziert und geübt werden?
In welchem Projekt können die Themen der Spiele weitergeführt und wieder aufgegriffen werden?”

(http://www.nausnitz.de/schule001/schule010/schule013.html)

19
4. Spielregeln für Spielleiter/innen
Zuerst möchte ich vom www.wikipedia.de zitieren, was wir uns unter dem Begriff des
Spielleiters vorstellen sollen.
“ Ein Spielleiter ist eine Person, die ein Spiel den Spielregeln gerecht leitet und darauf
achtet, dass diese Regel eingehaltet werden. Gegebenenfalls hat der Spielleiter
Regelverletzungen zu sanktionieren.”
Für uns Lehrer ist es klar, dass wir die ganze Spielsituation mit den Regeln, unerwarteten
Momenten etc. bestimmen. Deswegen ist es nötig, sich bewusst zu werden, worauf wir
Rücksicht nehmen sollten. Im Folgenden führe ich ein paar Beispiele an, die ich am
wichtichsten halte:

1) der Lehrer muss an den Spielen selbst Spass haben


2) er ist von dem Spielzweck und dem Ziel überzeugt
3) didaktische Spiele setzt er als Übung ein
4) er plant und bereitet das Spiel vor ( die Regel, den Ablauf, die Zeit, das Material )
5) er sollte das Spiel und die Spielregeln gut aber nicht lange und kompliziert erklären
6) er wählt geeignetes Spiel für die Lerngruppe aus und 20ess angemessene Dynamik an
7) er sollte die Schüler zum Spiel einladen und nicht zwingen
8) das Spiel kann nach Bedarf der Lerngruppe geändert werden
9) ansprechendes Lehrmaterial oder eingebaute Überraschungen erhöhen den Reiz des
Spieles
10) mit den sprachlichen Korrekturen beschäftigt man sich besser nach dem Spiel
11) die Spiele sollte man in den Unterricht fest einplanen ( keine Lückenfüller )

( vgl. www.ludolingua.de )

4.1 Die Einführung der Spielregeln

Wie sollten die Spielregeln in dem Unterricht vor allem bei den Anfängern eingeführt
werden? Eine ganz konkrete Anwort habe ich bei Anne Spier ( 1981, S. 3 ) gefunden :
Es gibt verschiedene Möglichkeiten:
“a) in muttersprachlich homogenen oder heterogenen Gruppen
1. Der Lehrer macht den Anfang und führt das Spiel exemplarisch vor.

20
2. Der Lehrer macht zusammen mit einem Teilnehmer, der schon besser Deutsch spricht, den
Anfang und beide führen das Spiel exemplarisch vor.
3. Der Lehrer macht den Anfang und benutzt eine Handpuppe, die die Rolle des
Dialogpartners mit seiner Stimme übernimmt.

b) in muttersprachlich homogenen Gruppen


1. Der Lehrer macht den Anfang und führt das Spiel exemplarisch vor.
2. Der Lehrer macht zusammen mit einem Teilnehmer, der schon besser Deutsch spricht und
dem er die Regel erklären kann, den Anfang. Evtl. Erklärt dieser Teilnehmer den anderen
die Regel noch einmal in der Muttersprache.
3. Bei komplizierten Spielverläufen kann der Lehrer die Regel von einem Kollegen, der die
Muttersprache der Teilnehmer spricht, übersetzen lassen, und diese Übersetzung wird vor
Beginn des Spiels von einem Teilnehmer vorgelesen.”

Entscheidend für einen guten Spielverlauf ist das Sprachniveau der Teilnehmer. Das gilt
vor allem für sogenannten Nullanfänger. Empfehlenswert ist in diesem Fall die
Rekapitulation/ Wiederholung von Grammatik oder Wortschatz.

5. Die Einteilung von Spielen


Wie Sie sehen, kann der Fremdsprachenlehrer über eine reiche Auswahl von didaktischen
Spielen verfügen. Weil die didaktischen Spiele in den Fachpublikationen und in der Praxis
immer noch wenig präsentiert sind, setzen die Spielvertreter wie z.B. Klippel eine vermehrte
spielerische Lehrerfortbildung durch. “ Für viele Fremdsprachenlehrer gehört das Spiel nicht
zu den selbstverständlichen Unterrichtsverfahren, sie benötigen die Argumente und praktische
Hilfen, um Spiele didaktisch sinnvoll integrieren zu können.” ( Klippel, 1995: 107 )

1. Didaktische Spiele
2. Sprachlernspiele
3. Kreative Spiele
4. Bewegungsspiele
5. Interaktionsspiele
6. Planspiele

21
7. Erkundungsspiele

5.1 Didaktische Spiele ( bzw. Lernspiele )


- sind auf ein bestimmtes Lernziel ( Sprache, Kultur, Inhalte, Konzentration, Erholung )
orientiert
“Immer dann, wenn im Rahmen von Bildungseinrichtungen unter Berücksichtigung der
Gruppenstruktur,-vorerfahrungen und Rahmenbedingungen versucht wird, Spiele
zielorientiert so einzusetzen, dass alle Beteiligten daran Spass haben, kann von didaktischen
bzw. Didaktisch verwendeten Spielen gesprochen werden.” ( www.ludolingua.de , S. 75)
- beinhalten Planung, Regeln, Auswertbarkeit.

5.2 Sprachlernspiele
- sind auf deutliche sprachliche Zielsetzung orientiert.
- sie dienen vor allem der Festigung von Wortschatz, Strukturen, Wendungen und
Sprachfertigkeiten ( sprechen, hören, 22essen, schreiben )
- “ Sie sind meist hochreguliert, d.h. haben recht starre Regeln und ein enges Spektrum an
“richtigen“ Verhaltensweisen.” ( www.ludolingua.de , S. 75)
- Man muss aber bei den engen Regeln aufpassen, dass das Spiel nicht zur Übung mutiert.
Um einen spielerischen Charakter zu haben, empfiehlt man mehr Bewegungsfreiheit
während dem Spiel.

Zu den Sprachlernspielen gehören z.B.


 Brett-, Karten-, Würfelspiele ( z.B. Domino, Bingo, Bilderlotto,Memory … )
 Rate-, Kombinier- und Erinnerungspiele ( z.B. Persönlichkeiten, Berufe,
Gegenstände, Situationen..)
 Sprech-, Lese- und Schreispiele ( z.B. Wort -, Satz-, Assoziationsketten, Briefpuzzle,
Rätsel ….)
 Diskussions- , Enscheidungsspiele ( z.B. “ Was – wäre – wenn – Spiel” ….)
 Reaktionsspiele ( z.B. “Klatschrhytmusspiel” - wenn man Präpositionen, Imperativ
hört, klatscht man. )

5.3 Kreative Spiele


“In kreativen Spielen ist es nicht das Ziel, Lerninhalte zu reproduzieren, eine bestimmte

22
Lösung zu finden oder etwas “richtig” zu machen, sondern aus bekannten Bestandteilen
etwas Neues zu schaffen.” ( www.ludolingua.de, S. 76 )
– Betont werden der Umgang mit der Sprache, kreatives Schreiben, creative
Geschichtenerzähl- und Malspiele sowie die Improvisation.
– Sie fördern Teamarbeit, Beobachtungs- und Ausdrucksqualitäten.

Ich erwähne ein kreatives aber unbekanntes Bespiel, sog. “Akrostichon”


“Das “Akrostichon” ist eine einfache spielerische Methode aus dem “Kreativen
Schreiben”, das u.a. zum Kennenlernen der Gruppe in der ersten Stunde geeignet ist: Der
Vorname ( evt. auch Nachname ) wird untereinander auf ein Blatt Papier geschrieben. Zu
jedem Buchstaben wird ein neues Wort gebildet ( zum eigenen Namen oder die Zettel werden
reihum gegeben und jeder schreibt eine spontane Assoziation pro Zettel hinter einen
Buchstaben). Mit diesen Wörtern wird dann ein kleiner Text geschrieben.”
(www.ludolingua.de, S.77 )
Ich habe dieses Spiel bei den Fortgeschrittenen probiert und sie haben sich dabei richtig
amüsiert, witzige kleine Texte gebildet und auch ich hatte Spass daran. Ich kann jedem
Kollegen dieses Spiel nur empfehlen.

“ J emand
O range
A nanas
N achbar
N ächste

Jemand mag weder Orangen noch Ananas. Zum Beispiel mein Nachbar, der hasst alles
Obst. Vielleicht versucht er Bananen nächste Woche zu essen. “ ( www.ludolingua.de, S. 77 )

5.4 Bewegungsspiele
Die meisten Spielbeschreibungen, die ich schon erwähnt habe, erfordern kognitive
Fähigkeiten, d.h. im Sitzen am Tisch spielen. Es gibt aber mehrere Gründe, im Unterricht
körperliche Bewegung zu berücksichtigen.
Im Unterricht bewegt sich vor allem der Lehrer aber die Schüler dagegen sitzen auf ihren
unergonomischen Stühlen meistens die ganze Stunde lang bis zur Pause.

23
“ Abgesehen von einem gesünderen Umgang mit dem Körper im Unterricht, hängt das
Lernen, das Erfahren, das Entwickeln von Ideen und Lösungen mit Beweglichkeit zusammen.
Die Sprache verdeutlicht den Zusammenhang zwischen körperlichem und geistigem
Verhalten.” ( www.ludolingua.de, S.78 )
Dabei reichen aber schon die Kleinigkeiten, z.B. Sitzordnung zu wechseln, die Stellung
von Tischen und Stühlen zu ändern oder bei schönem Wetter den Unterricht unter freiem
Himmel zu führen etc.
Die Verbindung zwischen dem Körper und dem Gedächtnis erklärt ausführlich Bräuers
“Theorie der Körperweisheit“ ( body wisdom ) :
“( Körper ) Gefühl ( felt sense ) und die damit verbundenen Vorstellungen und
Erinnerungen können in der Konfrontation mit einem bestimmten Problem oder Sachverhalt
neue Einsichten/Kenntnisse hervorbringen. Dieses Zusammenspiel von Intuition und
Kognition kreiert Wissen, das auf Grund seiner persönlichen Bedeutsamkeit Qualitäten
aufweist, die weit über die von Kenntnissen hinausreichen, welche auf vorrangig kognitivem
Wege entstanden sind.” ( Bräuer, 1995, S.18 )
Aus dieser Theorie geht hervor, dass der Körper unter anderem Träger der Sprache ist und
wie wichtig seine Einbindung in den Unterricht ist.
Die Intensität der Körpersprache betonen wir mit der Spiel- und Theaterpädagogik. Ich
hoffe, auch ein paar Spielideen in meinem Praxisteil anzubieten.

5.5 Interaktionsspiele
In diesen Spielen geht es vor allem um die Wechselbeziehungen zwischen Personen, wo
mehrere Fähigkeiten gefordert werden.
Im Mittelpunkt steht das “Miteinanderumgehen” : d.h. Gefühle anderer Menschen
berücksichtigen, verschiedene Reaktionen/Positionen ausprobieren, sich im Kolektiv
durchsetzen oder zusammenarbeiten, Körpersignale verstehen etc.
“Interaktionsspiele können Bewegungs- und Senzibilisierungsübungen, Kennenlern-,
Ausdrucks und Kooperationsspiele sein. “ ( www.ludolingua.de )
“ Die Chancen dieser Spiele liegen darin, dass sie durch Selbsterfahrung zur Verbesserung
der Selbst- und Fremdwahrnehmung führen.“ ( Rademacher, 1991a: 46 )

Im Unterricht können sie in folgenden Situationen verwendet werden:


zum Kennenlernen

24
zur Entspannung, zur Konzentrationssteigerung
zur Planung und Reflexion der Gruppenarbeit
zum Abbau des stereotypen Verhaltens
zur Vorbereitung des Theaterspiels

Die Spielregel von Interaktionsspielen können während des Spiels nach Bedarf der Schüler
verändert werden. Es gibt keine Sieger und Verlierer. Alle Beteiligten sollten ihre Fehler in
der Zielsprache verbessern. Deswegen gibt es keine Konkurrenz zwischen den Schülern. Die
Schüler entscheiden selbst, was sie ins Spiel nach eigener Einschätzung einbringen möchten.

Als Beispiel nenne ich das Spiel “ ZAUBERHASEL“ :


Es ist ein gespieltes Blindenspiel : der Blinde folgt den Anweisungen eines Schülers oder
der Gruppe. Das Ziel ist das Üben eines bestimmten Wortschatzes ( rechts, links, langsam,
schnell..)

5.6 Planspiele
sie sind eher Arbeitsformen, die aber einen spielerischen Charakter haben
sie simulieren und reflektieren die Entscheidungen in den Konfliktfällen
die Schüler versuchen sich zu benehmen und zu handeln wie jene Person, die ihnen
klar beschrieben wurde
die persönliche Handlungsfreihet ist wegen der engen Regel im Gegensatz zu
Rollenspielen begrenzt
“Lernziele, wie z.B. das Erkennen gesellschaftlicher Regeln und ihrer
Veränderungsmöglichkeiten, können sowohl dadurch als auch durch die
unterschwellige Vermittlung bestimmter Werte und Normen verhindert werden.”
( lt. Kraft in Klippel 1980: 100 )
der Spielverlauf und die Kommunikationsstruktur sind aber offen.

Der Spielverlauf unterscheidet drei Phasen:


1. die Vorbereitungsphase: die Erklärung des Problems, der Spielregel, des Ziels, die
Rollenvorgabe und -verteilung
2. die Spielphase: die Schüler handeln in Gruppen den Spielregeln zufolge
3. die Auswertungsphase: der Spielverlauf, die Fehler, ...werden besprochen

25
Der pädagogische Nutzen liegt nach Baer in der
“Vermittlung einer differenzierten Kenntnis gesellschaflicher Strukturen ( z.B.
Handlungsmotive, Machtinstrumentarien, Medien ), Interaktionen und
Handlungsmöglichkeiten
Übung alternativen Denkens und Handelns im Schonraum ( Simulation von Realität
ohne tatsächliche Sanktionen )
Stärkung der eigenen Interessendurchsetzungsfähigkeit durch reflektiertes
Probehandeln
Erfahrung der Chancen und Grenzen von politischer Veränderung in dieser
Gesellschaft ( Baer 1995: 19 )
und in der Schulung von
 Kooperations- und Kommunikationsfähigkeit in Teamwork
 unterschiedlichen Interaktionstechniken ( Gespräch, Debatte, Vortrag, Schriftverkehr,
Protokol ) und der Nutzung von Medien ( Zeitung, Bibliotheken, Film etc. )
 Toleranz gegenüber anderen Meinungen
 demokratischen Verhaltensweisen” ( Neumann-Mayer 1995: 20 )

Die Planspiele erfordern eine präzise Vorbereitung durch den Lehrer, organisatorisches
Talent und ausreichend Zeit. Das Thema sollte der Realität entsprechen. Die Sprachprobleme
können in den Spielpausen besprochen werden.

5.7 Erkundungsspiele
“ Erkundungsspiele sind Spiele, in denen – möglichst nach Spielregeln, die Spass und
Spannung versprechen – etwas Unbekanntes gesucht, gefunden, beobachtet und erforscht
wird. Die Erfüllung von Aufgaben zu einem Thema bzw. einer noch unbekannten Gegend
stehen im Vordergrund. Die Spieler werden zu Forschern bzw. Detektiven. Gefragt sind
hierbei Bewegung, Orientierung, Kooperation und Kommunikation.“
( www.ludolingua.de, S. 81 )

Die Beispiele für Erkundungsspiele:


 Orientierungsaufgaben ( den Weg zur Post oder einen Mechaniker finden )

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 Suchaufgaben ( Ausweis verloren – was soll ich tun? )
 Sammelaufgaben ( bestimmte Materialien/Gegenstände sammeln und mitbringen )
 Geschicklichkeitsaufgaben ( welche Gruppe/der Schüler findet am schnellsten ein buntes
Handtuch in der Schule )
 kreative Aufgaben ( z.B. eine Fotocollage, Video, ein Gedicht.... produzieren )

Die Erkundungsspiele können sowohl in dem Klassenraum als auch draussen ( in der
Stadt, im Schulgelände...) stattfinden. ( vgl. www.ludolingua.de )

6. Tipps für Lehrer

Wie und wo kann man Spiele finden?


 Jeder von Ihnen hat schon eine Menge von Spielen in seiner Kindheit, mit Freunden,
auf Schulseminaren gespielt. Machen Sie sich eine eigene Spielbiographie zum
späteren Nachschlagen.
 Sie können bei ihren Kollegen nach Spielideen fragen.
 Oder auf Internetseiten, in Büchern und Zeitschriften nach Spielideen suchen.
 Nicht jedes Spiel ist für ihr Unterrichtsthema, die Regeln und Prinzipien kann man
beibehalten und der Inhalt kann ausgetauscht werden. Eigene Spiele zu erfinden,
dass macht Spass!!!!

Welche Spiele nicht:


 die Spiele, die du nicht verstehst und magst.
 Komplizeirte Spiele, die viele Regeln und längere Erklärungen brauchen
 die Spiele, die die Schüler überfordern oder frustrieren und jene, wo ihr Sprachniveau
nicht ausreichend für dieses Spiel ist.

Spielvorbereitung:
- der Lehrer durchgeht zuerst das Spiel im Geiste durch und überlegt, wie das alles ( die
Regel, die Zeitspanne, die Schülerzahl etc. ) zusammen funtioniert.
- Der Lehrer besorgt geeignetes Material oder herstellt eigenes Spielmaterial her.
- Die Räumlichkeiten müssen entsprechend für das Spiel umgestaltet werden ( Tische,
Stühle umbauen )

27
6.1 Der Spielverlauf

6.1.1 Der Spielanfang:


Fragen Sie die Schüler nicht, ob sie Lust haben, an dem Spiel teilzunehmen, sondern laden
Sie sie freundlich und mit Begeisterung zum Spiel ein.

6.1.2 Die Erklärung der Spiele:


Erläutern Sie die Regeln einfach und klar, am besten mit eigenen Wörtern, weil die
Spielerklärungen in den Büchern oft komlizierter sind. Es ist auch möglich, dass die Schüler
die Regeln erstmal nicht verstehen. Dann versuchen Sie mit vielleicht weniger Worten nicht
alle Regeln auf einmal mit Hilfe der Mimik, Gestik zu erklären. Manchmal kommt es vor,
dass nicht jeder vor dem Spielbeginn alles verstanden hat. Es reicht, wenn einige Schüler das
Spiel verstanden haben und diese können dann die anderen durch Vormachen/- spielen in das
Spiel miteinbeziehen.
Greifen Sie in das Spiel erst dann ein, wenn Probleme auftreten, ansonsten verhalten Sie
sich lediglich als aussenstehender Beobachter!

6.1.3 Die Spieldynamik


Wenn man zu lange spielt, wird das Spiel langweilig und der Spieleffekt, den man
erreichen wollte, geht verloren. ( Besser: KURZ UND KNACKIG!!!! )
Nutzen Sie den Spannungsbogen für die nächste Unterrichtseinheit ( Grammatik,
Übungen.. ) aus.
Korrigieren Sie grammatikalische Fehler im Spiel möglichst nicht, weil häufige
Korrekturen das Spiel lähmen und die Dynamik des Spiels damit gestört wird.
Wenn Sie merken, dass sich die Schüler während des Spieles langweilen oder mehrere sich
nicht wohlfühlen, verkürzen Sie oder sogar brechen Sie das Spiel ab. Irgendwie reagieren Sie
darauf.

6.1.4 Dauer und Kreativität eines Spieles:


Die Spieldauer kann man oft nicht einschätzen. Einige Spiele verlaufen schneller als man
dachte und andere sind spannender und kreativer und nehmen mehr Zeit in Anspruch als
vorher geplant. Je mehr Spielerfahrungen der Lehrer hat, desto besser kann er die Zeitspanne
einschätzen.

28
Ausserdem ist es ziemlich wichtig zu wissen, welche Spielarten jede Gruppe ( Klasse )
gerne spielt und welche nicht. Das kann der Lehrer nach ein paar Spielproben ganz leicht und
schnell herausfinden.

6.1.5 Akzeptanz:
Häufig wird das Lernen von den Schülern mit der Arbeit und Anstrengung verbunden.
Man kann auch spielerisch und mit Spass sehr viel lernen.
“Spiele erlangen eine grössere Legitimation, wenn es ersichtlich ist, dass damit gelernt
wird, wenn sie also thematisch auf Unterrichtsinhalte abgestimmt sind bzw. es klar ist, dass
sie etwas mit Spracherwerb zu tun haben.” ( www.ludolingua.de )
Um das Ziel des Spieles ( z.B. Entspannung, Konzentration etc. ) und von den Schülern
eine bessere Akzeptanz zu erreichen, erklären Sie ihnen kurz und logisch, warum sie das jetzt
spielen.
Wenn Sie gleich zu Beginn bei den Anfängern das Spielen als natürlichen Bestandteil in
den Unterricht integrieren, werden die Schüler selbständiger zusammenarbeiten und spielen
als später wenn sie sich erstmal an den Unterrichtsstil ohne Spiele gewöhnt haben. Machen
Sie sich daraus ein Ritual, immer wieder zu Beginn oder zum Schluss in die Unterrichtsstunde
zu integrieren.
Als Grundregel gilt aber: Wenn der Lehrer spielt, weil er glaubt, dass das methodisch für
die Gruppe gut sei, aber er selbst keinen Spass daran findet, sollte der Lehrer lieber bei den
Methoden bleiben, mit denen er sich besser anfreuden kann und die ihm besser liegen. Und
klar sollte sein, dass man niemandem zum Spielen zwingen kann, weil die Freiwiligkeit ein
Grundprinzip vom Spiel darstellt.

6.1.6 Feedback:
Feedback auf Deutsch “kritische Reaktion, die jeder für etwas bekommt, das er gemacht
hat “ ( Langenscheidts Grosswörterbuch 1993, S.323 ) sollte der Lehrer in seinem Unterricht
von den Schülern bekommen. Das heisst aber nicht, dass er oder die Schüler das bei jedem
Spiel verbal kommentieren müssen. Man sieht gerade beim Spiel sehr gut, ob es Spass macht
und intensiv gespielt wird oder nicht. Und Sie sollten den Schülern erst mal die Gelegenheit
geben, “ ihre Art von Spielen und zu spielen kennen zu lernen. Denn der Begriff “ Spiel “ ist
sehr weitreichend und mit vielen Assoziationen, Vorstellungen und Erfahrungen verbunden.
Die Frage “ Wollt ihr im Unterricht spielen?“ würde ich deshalb am Anfang nicht stellen,
sondern erst nach ein paar Spielerfahrungen. “ ( www.ludolingua.de )

29
Zum Schluss: Viel Spass beim Spielen !!!!

( vgl. www.ludolingua.de )

30
III. der Forschungsteil

Bis jetzt hat sich meine Diplomarbeit eher mit der Theorie befasst, aber die Theorie selbst
reicht nicht, wenn sie nicht in der Praxis eingeführt wird.
Vor 14 Jahren, als ich an der Südböhmischen Universität in České Budějovice studiert habe,
habe ich mich mit einem ähnlichen Thema beschäftigt und dieselben Fragen wie jetzt den
Lehrern gestellt. Ich habe nun dank meiner Diplomarbeit die einmalige Gelegenheit, die
gleichen Fragen den selben Lehrern erneut zu stellen, um zu vergleichen, wie sich die
Situationen bei ihnen verändert hat.
Bei dieser Gelegenheit habe ich 18 Lehrer/inen in der Sprachschule “EDUCO” und am
Gymnasium „ Suché Vrbné „ in České Budějovice befragt. Dabei handelte es sich um die
Fremdsprachenlehrer/innen von unterschiedlichem Alter und der Länge der Berufspraxis , die
Deutsch oder Englisch unterrichten. Ich habe sie um ihre Meinungen gebeten.
Für diesen Fall habe ich dieselbe Umfrage wie vor 14 Jahren benutzt, die sich aus 7 Fragen
zusammensetzt. Das Ziel dieser Umfrage ist zu erkennen und anschliessend zu vergleichen:

 ob das Spiel einen natürlichen Bestandteil in ihrem Unterricht vorstellt

 welche Bedeutung die befragten Lehrer auf diese alternative Lernmethode


legen

 wie oft und welche Spiele sie für die Schüler am liebsten vorbereiten

 wie sich die Situation nach 14 Jahren bei ihnen verändert hat.

Zu Beginn meiner Arbeit habe ich diese drei Fragen hinsichtlich meiner Untersuchung
gestellt:

“Werden didaktische Spiele im Fremdsprachenunterricht heute als ein natürlicher


Bestandteil wahrgenommen? Hat sich der Fremdspracheunterricht nach 14 Jahren in der
Benutzung der didaktischen Spiele geändert? Wie können Spiele den
Fremdsprachenunterricht beeinflussen?”

Meine Umfrage und die daraus resultierenden Ergebnisse sollen dazu beitragen, meine
gestellte Hypothese ”Didaktische Spiele sind heute ein fester Bestandteil im
Fremdsprachenunterricht.” zu bestätigen.
Zum Schluss möchte ich allen Befragten für ihre Meinungen und aufrichtigen Antworten
danken, auch wenn ich nicht immer damit einverstanden war.
31
7. Die Umfrage

Es handelt sich um 7 vollständige Fragen, bei ihnen man klare und umfassende Antworten
erwartet.

1) Benutzen Sie während des Unterrichts spielerische Aktivitäten?

2) Wenn Sie die Frage Nummer 1 mit „ Ja „ beantwortet haben, nennen Sie bitte ein
paar Beispiele dieser alternativen Verfahren.

3) Verwenden Sie oben genannte Spiele bei jeder Unterrichtsstunde?

4) Wie oft benutzen Sie solche Spiele? a) 2x – 3x pro Woche


b) 1x pro Woche
c) 1x in 2 Wochen
d) 1x in 3 Wochen / Monat

5 ) Wie lange dauert dieses Verfahren ( im Durchschnitt )? a) 10 Minuten


b) 15 Minuten
c) 20 Minuten
d) die ganze Stunde

6) Legen Sie Wert auf solche Lernmethoden im Unterricht? JA – NEIN

7) Mit „Ja„ Antwort an der Frage Nummer 6 erläutern Sie bitte die Vorteile dieses
Verfahrens?

32
7.1 Die Antworten auf die Frage Nummer 1:

Benutzen Sie während des Unterrichts spielerische Aktivitäten?

Das Jahr 1997


Antworten Anzahl der Antworten Anteil in %
ja 10 55%
nein 5 28%
Sehr wenig 3 17%
Ab und zu 0 0%

33
Das Jahr 2011

Antworten Anzahl der Antworten Anteil in %


ja 17 94%
nein 0 0%
Sehr wenig 0 0%
Ab und zu 1 6%

Über die Antwort war ich positiv überrascht, weil jeder von den Lehrer/innen Spiele benutzt,
auch jener Kollege, der sich noch vor 14 Jahren absolute gegen Spiele im
Fremdsprachenunterricht ausgesprochen hat. Er war damals der Meinung, dass er schon 25
Jahre Unterrichtserfahrung hat und sein Unterricht bedarf keine Veränderung. Der Grund
dafür war, dass die aktuellen Fremdsprachen-Lehrbücher automatisch alle schon Spiele im
methodischen Teil beinhalten.

34
7.1.1 Die Antworten auf die Frage Nummer 2:
Wenn Sie die Frage Nummer 1 mit „ Ja „ beantwortet haben, nennen Sie
bitte ein paar Beispiele dieser alternativen Verfahren.
genannte Spielarten Anzahl der Antworten 1997 Anzahl der Antworten 2011
Kartenspiele 2 1
Rollenspiele 0 4
Memospiele 0 1
Kimspiele 0 1
Schreib-Zeichnenspiele 1 2
Bewegungsspiele 5 2
Ratespiele 8 3
Dialogspiele 4 3
Dominospiele 3 0
Kettenspiele 6 3
Pantomimespiele 3 1

Bei dieser Frage habe ich meine Kollegen gebeten, mir die beliebtesten Spiele sowohl
spielerische Tipps und Tricks, welche bei den Schülern am besten ankamen, zu nennen, die
ich dann im praktischen Teil meiner Diplomarbeit ausführlich ( einige mit Bildern )
beschrieben habe. Einige der Spiele sind mir bekannt und andere dagegen waren für mich
völlig neu. Im Gegensatz zu 1997, wo Ratespiele und Kettenspiele dominierten, sind es heute
in erster Linie Rollenspiele. Das liegt daran, dass man heute versucht, den Schülern
Alltagssituationen ( Supermarkt, Restaurant, Wegbeschreibungen etc. ) im Spiel näher zu
bringen. Ein grösseres Spielespektrum führt heute auch zu einem abwechslungsreicheren
Spieleeinsatz. Darüber habe ich mich sehr gefreut, weil ich aus eigener Erfahrung weiss, dass
das den Unterricht auflockert und Schüler wie Lehrer daran mehr Spass und Freude haben.

35
In dem praktischem Teil versuche ich ausführlich die oben genannten Spiele zu beschreiben,
d.h. das Lernziel, die Lerngruppe, der Verlauf und die Lehrmaterialien.

7.1.2 die Antworten auf die Frage Nummer 3:

Verwenden Sie die oben genannten Spiele bei jeder Unterrichtsstunde?

Das Jahr 1997


Antworten Anzahl der Antworten Anteil in %
ja 0 0%

nein 18 100%

Das Jahr 2011


Antworten Anzahl der Antworten Anteil in %
ja 2 11%
nein 16 89%

36
Hier hat mich interessiert, ob die genannte Spielbeispiele bei jeder Unterrichtsstunde mit den
Schülern gespielt wurden. Ich muss zugeben, dass ich hier die gleiche Antwort ( diese lautete
damals „ Nein „ ) erwartet habe, weil ich meiner Erfahrung zufolge weiss, dass es wegen der
Spiellänge beziehungsweise des Unterrichtsthemas nicht in jeder Stunde zu realisieren ist. In
diesem Falle habe ich mich aber völlig geirrt. Zwei der Befragten haben mir erklärt, dass dies
doch möglich ist, nur das erfordert mehr Energie und Engagement des Lehrers. Diese beiden
Lehrer bemühen sich wirklich für jede Stunde zumindest ein kurzes Spiel für die Schüler
vorzubereiten. Laut ihren Worten geht das selbstverständlich, sogar vor oder nach einem
schriftlichen Test, um die Atmosphäre in der Klasse aufzulockern. Dank dieser Umfrage
begann ich mehr darüber nachzudenken und habe mir vorgenommen, ihrem Beispiel zu
folgen.

37
7.1.3 Die Antworten auf die Frage Nummer 4:

Wie oft benutzen Sie solche Spiele?

Das Jahr 1997


Antworten Anzahl der Antworten Anteil in %

2-3x pro Woche 1 7%


1x pro Woche 5 33%
1x in 2 Wochen 5 33%
1x in 3 Wochen/
Monat 4 27%

Das Jahr 2011


Antworten Anzahl der Antworten Anteil in %
2-3x pro Woche 12 67%
1x pro Woche 4 22%
1x in 2 Wochen 1 5%
1x in 3 Wochen/ Monat 1 6%

38
Auf diese Frage habe ich mir keinen so grossen Unterschied ( fast 60% Verbesserung )
vorgestellt. Damit sollte bei den Lehrern festgestellt werden, wie oft sie Spiele im Unterricht
anwenden. 66% aller Befragten äusserten sich bei der Frage nach der Spielhäufigkeit 2 – 3x
pro Woche, im Vergleich zum Jahre 1997 waren es nur 7%. Das ist meiner Ansicht nach ein
positiver Fortschritt für den Fremdsprachenunterricht und es wäre gut, wenn es zu der
Situation wie bei den zwei oben genannten Lehrern kommen würde, dass ein Spiel ganz
gewöhnlich im Fremdsprachenunterricht in jeder Stunde gespielt wird.

7.1.4 Die Antworten auf die Frage Nummer 5:

Wie lange dauert dieses Verfahren ( im Durchschnitt ) ?

Das Jahr 1997


Die Zeit Anzahl der antworten Anteil in %
10 Minuten 0 0%
15 Minuten 1 7%
20 Minuten 9 64%
Die ganze Stunde 4 29%

39
Das Jahr 2011

Die Zeit Anzahl der Antworten Anteil in %

10 Minuten 8 40%

15 Minuten 0 0%

20 Minuten 12 60%

Die ganze Stunde 0 0%

40
Hier zeigt sich, dass weniger als die Hälfte der Respondenten ( 40% ) jeweils nur 10 Minuten
mit dem Spiel verbracht haben. Dem gegenüber hat im Jahre 1997 niemand ein Spiel mit
lediglich 10 Minuten Spieldauer erwähnt. Bemerkenswert ist der Unterschied bei der Variante
20 Minuten-Spiele, wo im Jahre 1997 die Mehrheit von 64% sich dafür ausgesprochen hat.
Im Vergleich dazu ist 2011 eine leicht abfallende Tendenz ( also nur noch 60% ) zu
beobachten. Ins Auge springt auch der Unterschied bei der Angabe „ ganze Stunde Spieldauer
„, wo etwa ein Drittel aller Lehrer im Jahre 1997 angab, dass sie mit dem Spiel ( den Spielen )
eine ganze Unterrichtsstunde verbracht haben. Im Jahre 2011 widmet sich niemand von den
befragten Lehrern den Spielen, die eine ganze volle Unterrichtsstunde dauern. Aus meiner
Statistik geht hervor, dass die Tendenz der Lehrer hetzutage diejenige ist, dass eher öfter aber
dafür kürzer im Unterricht gespielt wird.

7.1.5 Die Antworten auf die Frage Nummer 6:

Legen Sie Wert auf solche Lernmethoden im Unterricht?

Das Jahr 1997


Antworten Anzahl der Antworten Anteil in %
ja 12 67%
nein 6 33%

Das Jahr 2011


Antworten Anzahl der Antworten Anteil in %
ja 18 100%
nein 0 0%

41
Dazu hat mich besonders interessiert, ob die Lehrer dem Spielen allgemein eine Bedeutung
zuschreiben. Wenn man die Angaben im Jahre 1997 mit denen von 2011 vergleicht, ist
festzuhalten, dass heutzutage alle Lehrer/innen vom Spielen im Fremdsprachenunterricht
begeistert sind und dass heute nach 14 Jahren in diesem Bereich eine positive Entwicklung
stattgefunden hat.

7.1.6 Die Antworten auf die Frage Nummer 7:

Mit „Ja“ Antwort an der Frage Nummer 6 erläutern Sie bitte die
Vorteile dieses Verfahrens?

In Bezug auf die Frage Nummer 6 war ich hier auf die Antworten gespannt. Ich habe die
Befragten gebeten, mir auf diese Frage ein paar Gründe stichpunktartig aufzuschreiben,
welche Vorteile Spiele haben und warum sie überhaupt Wert darauf legen. Alle unten
genannten Stichpunkte der Lehrer/innen habe ich wörtlich zittiert und ihre Argumente aus
beiden Befragungen ( 1997 und 2011 ) sind annähernd gleich geblieben.

42
Das Jahr 1997

 … entspannteres Klima in der Klasse

 ... Steigerung der Motivation und des Selbstvertrauens der Lernenden

 … das Gelernte wird einprägsamer, es steigert den Lerneffekt

 … Spiele mit Wettkampfcharakter motivieren die Schüler

 … die Schüler werden zur Kreativität angeregt und die Spiele unterschützen die

Phantasie der Schüler

 … sie unterstützen die Zusammenarbeit unter den Schülern

 … es macht Spass, unbewusst lernen sie etwas Neues und wiederholen die schon
erworbenen Kentnnisse

 … Grundlagen der Fremdsprache werden schneller erlernt

 … Spiele gestalten den Unterricht abwechslungsreicher

 … sie wecken Interesse an und Neugier auf die Fremdsprache.”

Das Jahr 2011


 „…. unterhaltsamere Unterrichtsform

 … das Gelernte wird einprägsamer ( Wortschatzes, Grammatik, Redewendungen

etc. )
 … sie lernen und wiederholen mit mehr Spass

 … das Spiel stellt eine gute Gelegenheit zur Zusammenarbeit vor

 … sie lernen sich selbst besser einzuschätzen

 … lockere und positive Atmosphäre

 … sie fördern den Konkurrenzkampf untereinander

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 … leichteres Merken des Lernstoffes

 … die Spiele lockern den Unterricht auf

 … direkte Überprüfung der erworbenen Kentnnissen auf eine unterhaltsame Form

 … indirekte, spielerische Anwendung des Wortschatzes und der Grammatik

 … durch Spiele wird das Lernen nicht als „ Arbeit „

 … sie erleben reale Situationen im Spiel

 … spielerische Situationen fördern das individuelle Verhalten

 … Stress und Druck werden aus der Unterrichtsstunde herausgenommen

 … die Hemmschwällen werden abgebaut

 … die Entwicklung und Unterstützung der Sprachkommunikation.“

8. Die Zusammenfassung

Wie ich schon in dem theoretischen Teil gezeigt habe, ist das Spielen ein
gesamtgesellschaftliches Phänomen, das z.B. eine Erholungsfunktion besitzt, Sehnsüchte
befriedigt, Selbsteinschätzung fördert und vieles mehr. Unsere Aufgabe ( der Lehrer ) ist es,
die Schüler möglichst gut auf die Zukunft vorzubereiten und dabei stehen uns viele Methoden
zur Verfügung. Heute ist der Einsatz von Spielen im Fremdsprachenunterricht gängige Praxis,
denn Spiele machen Spass und wenn sie zum passenden Zeitpunkt didaktisch richtig und
vernünftig eingesetzt werden, vebessern und erleichtern sie den Schülern den Erwerb der
Fremdsprache.

In meinem Forschungsteil habe ich folgende drei Fragen gestellt:

“Werden didaktische Spiele im Fremdsprachenunterricht heute als ein natürlicher


Bestandteil wahrgenommen? Hat sich der Fremdspracheunterricht nach 14 Jahren in der
Benutzung der didaktischen Spiele geändert? Wie können Spiele den
Fremdsprachenunterricht beeinflussen?”

… mit der Hoffnung, dass sie mir helfen können, meine Hypothese: “Didaktische Spiele sind
heute ein fester Bestandteil im Fremdsprachenunterricht” zu bestätigen.

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Aus meiner Statistik geht hervor, dass sich die Lehrer heute dieser Tatsache durchaus
bewusster sind als vor 14 Jahren und ihren Unterricht mit Spielen, aus den bereits vorher
beschriebenen Gründen, zu bereichern. Daneben hat sich an den Antworten der Lehrer
gezeigt, dass sie Spiele als einen qualitativen Faktor des Fremdsprachenunterrichts
wahrnehmen. Das kann man den Antworten der befragten Lehrer entnehmen. Die häufisten
Argumente waren zum Beispiel: … sie lernen und wiederholen mit mehr Spass, … das
Gelernte wird einprägsamer ( Wortschatzes, Grammatik, Redewendungen etc.), … lockere
und positive Atmosphäre, … die Spiele lockern den Unterricht auf, … sie unterstützen die
Zusammenarbeit unter den Schülern etc.

Ich bin sehr froh, dass sich diese Tatsache aufgrund meiner Umfrage bestätigt hat und
freue mich hierbei darüber, dass sich bei allen Fragen die Ergebnisse zum Positiven verbessert
haben und somit kann ich die Zusammenfassung mit einem guten Ende abschliessen.

Zum Schluss erlauben Sie mir eine kleine Anmerkung. Meine Diplomarbeit behandelt die
Vorteile des Spielens im Fremdspracheunterricht aber damit wollte ich nicht sagen, dass man
in der Schule nur spielen sollte, sondern auch das Sachwissen und die Fakten für das
Verständnis genauso wichtig sind, wie das Spielen. Nach dem Motto von Kant: „Gedanken
ohne Inhalt sind leer, Anschauungen ohne Begriffe sind blind.“

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III. Der praktische Teil

In dem praktischen Teil habe ich vor, mich ausführlich mit den Spielen, die am häufigsten
von meinen befragten Kollegen/innen beschrieben wurden, zu befassen. Bei den Spielen, die
für mich völlig neu waren, musste ich meine Kollegen/innen um die Beschreibung der Spiele
bitten. Damit mein praktischer Teil allen Lesern und Kollegen helfen kann, nenne ich zu
jedem Spiel Lernziele, Lerngruppe ( das Niveau der Lernenden ), Lehrmittel, Verlauf und ihre
Vorbereitung.
Ich bin überzeugt, dass die Mehrheit meiner Kollegen, die Spiele regelmässig in ihren
Unterricht einsetzen oder zumindest meine genannten Spielen schon mal ausprobiert hat und
wenn nicht, dann kann ich wenigstens mit meinem Beitrag neue Spiele oder Spielvarianten
hinzufügen.
Zum Schluss wünsche ich allen Kollegen alles Gute beim Spielen, viel Energie, Geduld,
Erfolg und natürlich viel Spass!!!!!!!

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9. Wer liest?
Rollen und Ratespiel

Lernziele: Rhythmus und Intonation


Verschiedene Sprechweisen üben
Lerngruppe: Fortgeschrittene und weit Fortgeschrittene
Zeit: 15 – 20 Min.
Lehrmittel: mehrere kleine Textausschnitte, siehe Arbeitsblatt Nr.1
die Liste mit Rollen

Verlauf: Die Schüler erhalten einen kleinen Text zum Vorlesen, zugleich auch die Liste mit
möglichen Rollen. Jeder wählt nur für sich eine Rolle, die seiner Vorstellung nach gut zu dem
Text passt. Nach kurzer Vorbereitungszeit liest jeder den Text so vor, wie er glaubt, dass die
von ihm gewählte Rolle/Person ihn vorlesen würde. Die anderen raten, welche Rolle/Situation
er übernommen hat.
( vgl. www.hueber.de/seite/downloads_spiele_daf )

Heirat
Rollenspiel

Lernziel: freies Sprechen


Lerngruppe: Fortgeschrittene
Zeit: 15 Minuten
Lehrmittel: mögliche Kopievorlage mit PRO/CONTRA Argumente, siehe
Arbeitsblatt Nr.2

Verlauf: Der Lehrer bereitet für die Schüler ein Thema vor, damit sie vorher behandeltes
Vokabular zu diesem Thema festigen und anwenden können. An die Tafel schreibt er
PRO/CONTRA Argumente in Stichpunkten, die die Schüler beim Sprechen verwenden sollen.
Man kann entweder zu zweit oder jeweils eine Hälfte der Klasse gegeneinander eine
Diskussion führen.

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10. Stille Post

Kettenspiel/ Sprechspiel

Lernziele: Hörverstehen und Aussprache, Konzentration


Lerngruppe: Anfänger und alle anderen Gruppen
Zeit: 5 Minuten
Lehrmittel: eine Anzahl von 4 – 6 silbigen Wörtern, kurze Sätze

Verlauf: Die Schüler sitzen zum Beispiel im Kreis und der Lehrer ( oder der erste Spieler )
flüstert einen Satz oder ein längeres Wort seinem Nachbarn ins Ohr. Das Wort wird dann
weiter den anderen der Reihe nach zugeflüstert. Bis der letzte Schüler das Wort oder was
davon übriggeblieben ist, laut sagt.

Die möglichen Wörter: 4 – 6 silbigen Wörter, die für die Schüler nicht so bekannt sind.

Zum Beispiel: Buchstabieren Sie dieses Wort, Entschuldigen Sie bitte meinen Fehler, wir
spielen der Reihe nach, es war einmal ein Zauberring, Rechtschreibung, leicht
Fortgeschrittene etc.

( Spier, 1981, S.27 )

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11. Lebensmittel gefragt und gesucht
Dialogspiel

Lernziel: Üben und Festigen vorher eingeführter Strukturen


Lerngruppe: Anfängergruppe
Zeit: 15 Minuten
Lehrmittel: ein Umschlag mit 4 Lebensmittel-Bilder, 4 Lebensmittel-Begriffe

Verlauf: Jeder Schüler bekommt einen Umschlag mit 4 Lebensmittel-Bildern und 4


Lebensmittel-Begriffen, die er suchen soll. Alle Schüler fragen nacheinander und suchen ihre
4 Lebensmittel-Bilder, zum Beispiel anhand der Fragen: Hast du ( haben Sie ) Brot? Der
Schüler fragt solange, bis er an denjenigen gerät, der das Bild mit “Brot” hat. Um einen Mini-
Dialog einzuführen, kann der Gefragte so antworten, z.B.” Ja, ich habe es. Nein, ich habe nur
Zucker!”

11. Galgenbaum/Galgenmännchen

Ratespiel

Lernziele: Buchstabieren oder Rechtschreibung festigen


Lerngruppe: alle Gruppen ab leicht Fortgeschrittene
Zeit: 10 – 15 Min.
Lehrmittel: eine Anzahl von Vokabeln und einen an die Tafel skizzierten
Galgenbaum

Verlauf: Der Lehrer oder ein Schüler denkt sich ein Wort, das für die anderen Teilnehmer aus
vorangegangenem Unterricht bekannt sein sollte. Er schreibt den ersten Buchstabe des Wortes
an die Tafel und die folgenden Buchstaben markiert er durch Striche. Die Mitspieler sollen
dern Reihe nach die fehlenden Buchstaben des Wortes erraten. Richtige Buchstabe werden auf
dem entsprechenden Strich eingetragen und für den falschen Buchstaben werden ein Strich,

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Kreis oder Punkt gezeichnet. Die Schüler sollten das Wort finden, bevor der Galgenmann
gezeichnet wurde. Ist der Galgenmann fertig, bevor das Wort von den Schülern erraten wurde,
markiert der Spieler ein neues Wort an die Tafel.

( Spier,1981, S.9 )

Kreuzworträtsel

Ratespiel

Lernziel: Üben des Wortschatzes


Lerngruppe: alle Gruppen ab leicht Fortgeschrittene
Zeit: 5 – 10 Min
Lehrmittel: Kreuzworträtsel ( siehe Arbeitsblatt Nr.3 )

Verlauf: Jeder von den Schülern bekommt eine Kopie des Kreuzworträtsels und mittels der
Zeichnungen löst er dieses Rätsel. Das Ergebniss kann der Schnellste laut vorlesen.

12. Kimspiel

das Gedächtnisspiel

Lernziel: Schulung des Gedächtnisses durch Wiederholung


Lerngruppe: alle Gruppe ab leicht Fortgeschrittene
Zeit: 15 Minuten
Lehrmittel: eine Anzahl von Bildern, Gegenständen oder Begriffen,
ein Tuch zum Abdecken, siehe Arbeitsblatt Nr.4

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Verlauf: Das Grundmuster dieses Spieles ist Erinnerungsarbeit. Die Schüler sollten sich
Gegenstände, Bilder oder Wörter, die sie kurz ( 2 Min ) gesehen haben, merken. Wenn die
vorgegebene Zeit abgelaufen ist, gibt es 2 Möglichkeiten, wie die Schüler die Aufgabe lösen
können: Entweder wird ein Gegenstand entfernt und man muss den fehlenden nennen oder
alle Gegenstände werden abgedeckt und die Lernenden notieren so schnell wie möglich alles,
woran sie sich erinnern.

Memospiel

Erinnerungsspiel

Lernziel: Einüben und Behalten des Wortschatzes


Lerngruppe: alle Gruppen ab leicht Fortgeschrittene
Zeit: 15 Min
Lehrmittel: Memory-Karten ( siehe Arbeitsblatt Nr.5 )

Verlauf: Die Schüler bilden Gruppen von 2 bis 4 Spielern. Jede Gruppe erhält Memo-
Karten. Die Karten werden gemischt und verdeckt auf den Tisch gelegt. Beim Aufdecken
sollen zwei zusammengehörige Paare gefunden werden, z.B. ein Bild und das dazugehörige
Wort. Ziel ist es, möglichst viele Kartenpaare zu sammeln. Das Spiel ist zu Ende, wenn keine
Karte mehr auf dem Tisch liegt und der Sieger ist der, der die meisten Kartenpaaren hat.

Wichtig: Vor Beginn des Spiels sollte sich jede Gruppe die Karten ansehen und die passenden
Wörter offen zu den Bildern zuordnen.

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13. Bingo

Wettkampfspiel/Kartenspiel

Lernziel: Zahlen oder Buchstaben üben


Lerngruppe: alle Gruppen ab leicht Fortgeschrittene
Zeit: 15 Min
Lehrmittel: ein Arbeitsblatt mit mehreren Spielfeldern “Bingokarte”

Verlauf: Jeder Schüler zeichnet ein Quadrat mit neun Feldern auf. In die Bingokarte trägt
nun jeder Schüler für sich neun Zahlen ( z. B. zwischen 1 – 20 ). Dann fängt der Lehrer an,
die Zahlen zu ziehen oder nur auszusprechen. Die Schüler müssen die entsprechenden Zahlen
auf ihren Bingokarten suchen und ankreuzen. Der Spieler, der als erster das vorgegebene
Muster auf seiner Karte hat, muss laut „ BINGO“ rufen. Er gewinnt die Runde und liest seine
neun Zahlen noch einmal vor.

( Spier, 1981, S. 13 )

Dominospiel

Kartenspiel

Lernziel: Üben von bereits eigeführten Strukturen oder bekannter Lexik


Lerngruppe: alle Gruppen ab leicht Fortgeschrittene
Zeit: 10 – 15 Min.
Lehrmittel: Domino-Karten ( siehe Arbeitsblatt Nr.6 )

Verlauf: Hier werden zum Beispiel mehrere kleine Gruppen zu cca. jeweils 3 – 4 Schülern
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gebildet. Jede Gruppe erhält einen vollständigen Satz Domino–Karten. Sie sollen die Karten
nebeneinander so anlegen, dass sich immer Passendes berührt. Der Kartentext wird laut
vorgelesen. Man kann dieses Spiel als Wettbewerb veranstalten ( wer legt die Domino–Karten
möglichst schnell an? ) oder die Fortgeschrittenen können alleine Dominos anlegen.

Quartett
Kartenspiel

Lernziel: Einführen und Üben neuer Wörter in zusammenhängenden Sachgruppen


Lerngruppe: alle Gruppen ab leicht Fortgeschrittene
Zeit: 20 Minuten
Lehrmittel: Quartett-Karten
Verlauf: Am Anfang werden die Begriffe auf den Karten gemeinsam erklärt und dann die
Vierersätze offen zugeordnet. Die Schüler werden in kleinere Gruppen von jeweils 4 Spielern
eingeteilt. Dann werden die Karten gemischt und verteilt. Das Ziel jedes Schülers ist, sich mit
Fragen an andere Mitspieler zu wenden und von ihm die gewünschte Karte, die ihm zum
Quartett fehlt, zu verlangen. Der Gefragte reagiert positiv oder negativ, jenachdem ob er die
Karte hat oder nicht. Wer schon alle 4 Karten z.B. mit gleicher Überschrift “Wassertiere” hat,
legt es vor sich auf. Wer zum Schluss die meisten Quartettkarten hat, hat gewonnen.

( Lévy-Hillerich, 2004, S.59 )

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14. Visuelles Diktat

Zeichenspiel

Lernziel: Üben von Präpositionen und Beschreiben


Lerngruppe: Alle Gruppen ab leicht Fortgeschrittene
Zeit: 15 Minuten
Lehrmittel: Papier, Stift, Diktiervorlage ( siehe Arbeitsblatt Nr.7 )

Verlauf: Das visuelle Diktat eignet sich am besten zur Partnerarbeit. Einer von den zweien
bekommt ein Bild/eine Vorlage, wo verschiedene Gegenstände abgebildet sind und diktiert
dem anderen, der nach seiner Beschreibung malt z.B.: In der Mitte steht ein Bett. Auf dem
Bett liegt ein Mann. etc. Anschliessend wird das Zeichnen mit der Original-Vorlage
verglichen.

Stadt – Land – Fluss – Substantiv …

Schreibspiel

Lernziel: Wortschatzfestigung und -erweiterung


Lerngruppe: leicht/weit Fortgeschrittene
Zeit: 10 – 15 Minuten
Lehrmittel: Papier, Stift, von den Schülern gezeichnete Tabelle

Verlauf: Der Lehrer zeichnet an die Tafel und die Schüler auf ihr Blatt Papier eine Tabelle
mit senkrechten Spalten. In jeder Spalte wird ein Begriff oben eingetragen. Die Begriffe
müssen den Kenntnissen und der Altersstufe der Schüler. Hier können z.B. Begriffe
auftauchen wie: Namen, Länder, Tiere, Verben, Substantive etc. Ein Schüler sagt leise das
Alphabet auf und ein anderer Schüler unterbricht ihn mit “stop”. Der Buchstabe, den er
während der Unterbrechung erreicht hat, ist der Anfangsbuchstabe aller Wörter, die jetzt
innerhalb von 2 Minuten in die Spalten eingetragen werden müssen. Danach werden alle
Wörter vorgelesen.

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( Spier, 1981, S.111 )

15. Singspiel
Bewegungsspiel

Lernziel: zum Auflockern und Bewegen, Wortschatzfestigung

Lerngruppe: alle Gruppen ab leicht Fortgeschrittene


Zeit: 10 Minuten
Lehrmittel: Kopievorlage mit dem Lied

Verlauf: Der Lehrer wiederholt zuerst mit den Schülern die besungenen Körperteile. Erst
dann stehen alle Schüler auf und berühren im Laufe des Liedes die genannten Körperteile mit
den Händen. Dann wiederholen sie immer schneller, bis sie sich versprechen. Ich bin mir
sicher, dass alle Schüler dieses Lied aus dem Kindergarten kennen.

Kopf, Schultern, Knie und Zehen.


Und Augen, Ohren, Nase, Mund.
Kopf, Schultern, Knie und Zehen.

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Körpermusik
Tanz- und Musikspiel

Lernziel: zum Auflockerung, Wortschatzfestigung, die Förderung der Kommunikation


Interaktion in der Gruppe
Lerngruppe: alle Gruppen ab leicht Fortgeschrittene
Zeit: 20 Minuten
Lehrmittel: eine Anzahl von Themenzetteln

Verlauf: Die Schüler bilden Kleingruppen von cca 4-6 Personen. Jede Gruppe bekommt
einen Zettel, auf dem ein bestimmtes Thema/Begriff notiert ist ( z.B. Flughafen, Stadt,
Dschungel, Zirkus, Unterricht, Kino etc ). Die Aufgabe der Gruppe ist, dieses Thema
nusikalisch darzustellen. Sie dürfen dabei nur ihre Körper zusammen mit Stimmen ( z.B.
Klatschen, Pfeifen, auf den Oberschenkel trommeln etc. ) für die Erzeugung der Musik
verwenden. Die Gruppen bekommen ein paar Minuten Zeit zum Besprechen und Einüben
ihrer Darstellung. Anschliessend werden diese” Musikstücke” vor dem Plenum vorgeführt
und die andere Schüler versuchen das Thema zu erraten.

16. Verbenpantomime
Pantomimespiel

Lernziel: Üben und Festigen der Verben


Lerngruppe: Alle Gruppen ab leicht Fortgeschrittene
Zeit: 10 Minuten
Lehrmittel: Pantomime-Karten für Verben ( siehe Arbeitsblatt Nr.9 )

Verlauf: Jeder Schüler zieht eine Pantomimekarte. Er versucht, den anderen Schülern den
abgebildeten Inhalt pantomimisch vorzustellen. Wer als erster den Inhalt richtig errät, darf
eine andere Karte ziehen und seinen Begriff auf der Karte darstellen. Nachdem alle Verben
erraten sind, sollten sie an die Tafel geschrieben werden.

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Ess-Pantomime
Pantomimespiel

Lernziel: Wortschatzfestigung- erweiterung


Lerngruppe: alle Gruppen ab leicht Fortgeschrittene
Zeit: 10 - 15 Minuten
Lehrmittel: Zettel, auf denen Nahrungsmittel geschrieben stehen

Verlauf: Nicht alle Nahrungsmittel werden auf dieselbe Art und Weise gegessen. Zum
Beispiel Kirschen, Spaghetti, Krabben isst man jeweils auf einer anderer Art. Die Aufgabe für
jeden Schüler ist es, nachdem er sich einen Nahrungsmittel-Zettel gezogen hat, den anderen
dieses Nahrungsmittel pantomimisch vorzuführen. Die Schüler bemühen sich zu erraten, was
gerade gegessen wird. Jeder hat für seine Pantomime eine Minute Zeit.

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LITERATURVERZEICHNIS

BEHME, H. Miteinander reden lernen. Sprechspiele im Unterricht. München: Iudicium -


Verlag, 1988. 222 s. ISBN 3-89-129-104-3.

BENITO, J. S., OBERBERGER, C. S., DREKE, M. Spielend Deutsch lernen. Berlin:


Langenscheidt KG, 1997. ISBN 3-468-49988-4

BOHN, R. - SCHREITER, I. Sprachspielereien für Deutschlernende, Verlag Enzyklopedie,


Leipzig, Berlin, München 1989

BROŽÍKOVÁ L. a SPOL., Sprechen Sie Deutsch 3, Polyglot 1998, ISBN 80-86195-01-5

DAUVILLIER CH. – LÉVY-HILLERICH D., Spiele im Deutschunterricht, 2004 Goethe


Institut , München, ISBN 978-3-468-49646-2

EMMERICH S. – COLOMBO F., Deutsch lernen mit Spielen und Rätsel, Eli s.r.l. ISBN 978-
88-8148-823-0

KLIPPERT, Herbert . Planspiele-Spielvorlagen zum sozialen, politischen und


methodischen Lernen in Gruppen. Weinheim u. Basel: Beltz. 1996. 195 s.

LOHFERT, W. Kommunikative Spiele für Deutsch als Fremdsprache. München: Max Hueber
Verlag, 1993. ISBN 3-19-001363-2

LOZANOV, G. Lernen mit Spielen, Frankfurt/M., Paedag.Arbeitsstelle des DVV, 1992

PETTY, G. Moderní vyučování ( praktická příručka) , Praha, Portál 1996

SPIER, A. Mit Spielen Deutsch lernen. Frankfurt am Main: Cornelsen Verlag Scriptor
GmbH&Co., 1981, 2002. ISBN 3-589-20781-7

SCHUMANN, J. Mittelstufe Deutsch, Max Hueber Verlag, 2000, ISBN 3-19-007240

58
THOTSTEN, F.-EDUARD VON JAN, Spass am Spielen ( Begleitheft für den Sprachlehrer –
Lernspielekartei ),1994

WICKE R., Aktiv und kreativ lernen, 2004 Max Hueber Verlag, ISBN 3-19-001751-4

ZAJÍCOVÁ P., Didaktik der Fremdsprache Deutsch, 2005 Ostrava, ISBN 80-7042-605-5

http://www.wikipedia.de ( cit. 28. 3. 2011)


http://www.hueber.de/seite/downloads_spiele_daf ( cit. 1.4. 2011 )
http://www.spielunterricht.de/siu04.htm ( cit. 28.2. 2011 )
http://ludolingua.de/spielen-im-unterricht/ ( cit. 15.3. 2011 )
http://www.nausnitz.de/schule001/schule010/schule013.html ( cit. 28.3. 2011 )

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Resumé

Ve své diplomové práci se zabývám problematikou zařazení her do výuky neměckého


jazyka.
Cílem mého snažení a zároveň diplomové práce je prozkoumat a následně vyhodnotit, do jaké
míry jsou hry využívány v hodinách německého jazyka a jak se situace v této oblasti po 14
letech změnila.
Základem celé mé práce jsou 3 rozsáhlé části. První část je teoretická , která se opírá o
fakta, studie a informace, které se teoreticky zabývají vysvětlením pojmu HRA , možnými
problémy ve výuce, teoretickými postupy a tipy k závádění her do výuky a následně
rozdělením her samotných.
Součástí mé práce je také empirický průzkum mezi stejnými učiteli před a po 14 letech,
jehož cílem bylo zjistit, zda se hra v jejich hodinách němčiny stala nedílnou součástí výuky a
jak ji po 14 letech svého pedagogického působení vnímají.
V praktické části předkladám hry, které byly dotazovanými učiteli nejvíce zmiňovány a
pravidelně při výuce používány.
Na praktickou část navazují přílohy, v nichž lze najít podklady k jednotlivým hrám.
Práce si kladla za cíl zdůraznit použivání her ve výuce německého jazyka z důvodů
obohacení hodin z hlediska zajímavosti a následné motivace žáků, ale především ukázat, že
hry napomáhají rozvoji jednotlivých klíčových kompetencí.

Resümee
In meiner Diplomarbeit habe ich mich mit der Problematik des Einsatzes von Spielen im
Deutschunterricht befasst. Das Ziel meiner Arbeit war zu untersuchen und gleichzeitig zu
beurteilen, inwiefern spielerische Aktivitäten im Fremdsprachenunterricht verwendet wurden
und wie sich die Situation in diesem Bereich nach 14 Jahren verändert hat.
Den Kern meiner Diplomarbeit bilden 3 umfangreiche Teile. Der theoretische Teil erläutert
grundlegende Informationen und Studien, die sich theoretisch mit dem Begriff “ SPIEL”,
möglichen Problemen im Unterricht, theoretischen Verfahren und Tipps zur Einführung der
Spiele im Unterricht beschäftigen.
Der wichtigste Teil meiner Arbeit ist eine empiristische Umfrage unter denselben
Lehrer/innen vor 14 Jahren und heute, deren Ziel es war, festzustellen, inwiefern spielerische
Aktivitäten damals wie heute in ihren Stunden einen festen Bestandteil darstellen.

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In dem praktischen Teil stelle ich dann weiter die Spiele vor, die die befragten
Lehrer/innen am häufigsten und regelmässig im Unterricht eingesetzt haben. Darin werden
auch die genannten Spiele ausführlich beschrieben und in den Anhängen bildlich dargestellt.
In meiner Arbeit habe ich mich bemüht aufzuzeigen, dass der Einsatz von Spielen im
Fremdsprachenunterricht zur Bereicherung der Stunden und eine Verbesserung der Motivation
der Schüler beiträgt, aber vor allem auch, dass man durch Spiele die einzelnen
Sprach/Teilkompetenzen effektiver entwickeln kann.

61
ANHANG

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ANHANGVERZEICHNIS

ARBEITSBLATT Nr.1 Wer liest?


ARBEITSBLATT Nr.2 Heirat
ARBEITSBLATT Nr.3 Kreuzworträtsel
ARBEITSBLATT Nr.4 Kimspiel
ARBEITSBLATT Nr.5 Memospiel
ARBEITSBLATT Nr.6 Domino
ARBEITSBLATT Nr.7 Visuelles Diktat

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Arbeitsblatt Nr.1 ( Wer liest? )

“Rollen: - Nachrichtensprecher,
- Kind beim Vorlesen in der Schule
- Geschäftsmann beim Diktat
- Redner bei einer Feierstunde
- Marathonläufer beim Lauf
- Disc – Jockey
- Sportreporter bei einer Fussbal – Live Reportage
- Offizier zu seinen Soldaten
- Lehrer zu Erstklässlern
- Verteidiger vor Gericht
- Pfarrer bei der Predigt
- Pop – Star bei Interview
- Computer
- Redner im Parlament
- Märchenerzähler etc....

Situation: „ Lies so als ob:

du gerade zu Fuss die Sahara durchquerst


du dringend auf die Toilette musst
du etwas zu viel Alkohol getrunken hast „ etc......”

( www.hueber.de/seite/downloads_spiele_daf )

Die möglichen Texte:

„ Viele Städte hatten und haben neben anderen Problemen vor allem mit dem ständig
zunehmenden Verkehrsaufkommen zu kämpfen. Bevor es aber in den meisten deutschen
Städten zu einer Katastrophe kam, hatten sich die Architekten und „ Stadtplaner „ regelrecht
die Köpfe zerbrochen,...............“
Wer im Zentrum etwas erledigen will, muss sein Auto in einem der vielen Parkhäusern

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abstellen und zu Fuss seinen Geschäften nachgehen. Der Anklang war allerdings nicht so
gross, wie man sich erhofft hatte, obgleich das Netz der öffentlichen Verkehrsmittel
mittlerweile sehr gut ausgebaut ist. “
„ Meine Arbeit war hart und ungewöhnlich. Jeden Morgen musste ich die Bienen des Sultans
auf die Wiese treiben, sie den ganzen Tag hütten und dann gegen Abend wieder zurück in ihre
Bienenstöcke bringen. Eines Abends fehlte eine Biene. Ich merkte bald, dass zwie Bären sie
wegen ihres Honig weggebracht hatten.“
„ Ein König hatte eine Tochter, die war über alle Massen schön, aber dabei so stolz und
übermütig, dass ihr kein Freier gut genug war. Sie wies einen nach dem anderen ab und trieb
noch dazu Spott mit ihnen. Einmal lies der König ein grosses Fest anstellen und lud dazu aus
der Nähe und Ferne die heiratslustigen Männer ein. “

( Sprechen Sie Deutsch 3, Lektion 4, S. 52, S. 164 )

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Arbeitsblatt Nr.2 ( Heirat )

Die möglichen Themen und Argumente:

“Heirat
PRO: Liebe – Steuern – Kind unterwegs – versprochen – schon lange zusammen – Nachbar –
kinderlieb – einsam – koche gut etc..
CONTRA: keine Wohnung – Eltern dagegen – Ehe altmodisch – zu jung – Schulden – gerade
geschieden – Berufsausbildung etc

Wohin soll der Fernseher?


Zum Beispiel in die Küche?
PRO: stört im Wohnzimmer – gutter Platz auf dem Geschirrschrank – gemütlich –
Kühlschrank in der Nähe ( Bier ) – passt zu den Möbeln – leicht zu löschen, wenn er brennt
etc.
CONTRA: kein Antennenanschluss – zuwenig Abstand ( Raum zu klein ) – Dämpfe schaden
–Stühle unbequem – stört beim Kochen – nimmt Platz weg – Tagesschau unappetitlich

Schule ist blöd


PRO: Lehrer zu alt/jung – langweilig – zu viele/ zu wenig Stunden – immer sitzen – nichts
für Leben – zu wenig Ferien – zu viel Hausaufgaben – kaum Freizeit
CONTRA: Lehrer sympathisch – man lernt viel – macht Spass – schön warm – am
Wochenende frei – nicht allein – mit Nachbarn schwatzen – Pausen

Gebrauchtwagenkauf
PRO: Motor fast neu – Garagenwagen – wenig gelaufen – Reifen noch 80% - Polster gut –
fährt schnell – geringer Verbrauch – viel Platz – Anhängerkupplung – grosser Kofferraum –
neue Batterie – Nebelscheinwerfer – Preisnachlass – Feuerlöscher
CONTRA: Scheibenwischer kaputt – verbeult – Vorderräder wackeln – Lehnung geht schwer
– laut – Loch im Boden – eine Stossstange fehlt – Tür klemmt – Lack matt – keine Gurte –
verliert Öl – verrostet – bremst kaum”
( eine unspecifische Quelle – Kopie von einem Muttersprachler )

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Arbeitsblatt Nr.3 ( Kreuzworträtsel )

( Emmerich, 2002, S. 31 )

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Arbeitsblatt Nr.4 ( Kimspiel )

( Lévy-Hillerich, 2004, S.63 )

68
ArbeitsblattNr.5 (Memo-Spiel) http://www.hueber.de/seite/downloads_spiele_daf

69
Arbeitsblatt Nr.6 ( Domino ) ( Spier, 1981, S. 105 )

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Arbeitsblatt Nr.7 ( visuelles Diktat ) ( Spier, 1981, S. 116 )

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