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Moderne Arbeitszeitform sicher umsetzen:

So regeln Sie den Datenschutz bei der Telearbeit


Betriebsvereinbarung über die Einführung der Telearbeit

§ 1 Präambel

Gegenstand dieser Vereinbarung sind Rahmen- und Vergütungsbedingungen für


außerbetriebliche Arbeitsstätten (im Folgenden Telearbeitsplätze genannt) in den Wohnungen der
Arbeitnehmer.

§ 2 Definition

Ein Telearbeitsplatz in der Wohnung liegt dann vor, wenn der Arbeitnehmer seine individuelle
regelmäßige Arbeitszeit (vertragliche Arbeitsstunden) zu Hause leistet.

§ 3 Personenkreis/Voraussetzungen

(1) Diese Vereinbarung gilt für alle festangestellten Arbeitnehmer.

(2) Für die Telearbeit kommen nur Arbeitnehmer in Frage, deren Arbeitsaufgabe ohne
Beeinträchtigung des Betriebsablaufs und des Kontakts zum Betrieb einen Telearbeitsplatz in
ihrer Wohnung zulässt.

(3) Die Beschäftigung an einem Telearbeitsplatz ist freiwillig.

(4) Die Einrichtung eines Telearbeitsplatzes in der Wohnung eines Arbeitnehmers gilt als
personelle Einzelmaßnahme im Sinne des BetrVG, bei der die Beteiligungsrechte des
Betriebsrats einzuhalten sind.

§ 4 Schriftform

Die Einrichtung des Telearbeitsplatzes in der Wohnung des Arbeitnehmers erfolgt aufgrund
schriftlicher Vereinbarung zwischen dem Arbeitnehmer und der Firma. In dieser schriftlichen
Vereinbarung wird auf die Regelungen dieser Betriebsvereinbarung und auf die weitergeltenden
betrieblichen Vorschriften und auf die einschlägigen gesetzlichen Bestimmungen verwiesen.

§ 5 Arbeitszeit

(1) Die zu leistende Arbeitszeit ist die jeweils geltende Wochenarbeitszeit. Wird diese nicht
überschritten, so finden die Arbeitsruhebestimmungen des ArbZG auf selbstbestimmte
Arbeitszeiten keine Anwendung.

(2) Die Arbeitszeit ist zwischen betrieblichem Arbeitsplatz und Telearbeitsplatz aufzuteilen.
Diese Aufteilung wird bereits in der schriftlichen Vereinbarung (§ 4) festgelegt. Eine
einvernehmliche Abänderung zwischen Arbeitnehmer und Firma ist möglich.
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(3) Die Verteilung der Arbeitszeit am Telearbeitsplatz nimmt der Arbeitnehmer im Rahmen der
betrieblichen Erfordernisse selbst vor.

(4) Aufgrund der weitgehenden Selbstbestimmungsmöglichkeit über die Lage und Verteilung der
Arbeitszeit müssen alle über die geltende Normalarbeitszeit hinausgehenden Arbeitszeiten im
Voraus von dem Vorgesetzten entsprechend den betrieblichen Regelungen angeordnet sein, um
als solche anerkannt zu werden.

(5) Fahrzeiten zwischen dem betrieblichen und dem Telearbeitsplatz gelten als nicht
betriebsbedingt und finden keine Anrechnung, es sei denn, dass es sich dabei um Dienstwege
handelt, die nicht in der vorgenommenen Aufteilung zwischen betrieblicher und
außerbetrieblicher Arbeitsstätte begründet sind und die aufgrund geltender betrieblicher
Regelungen abzugelten wären. Wird der Arbeitnehmer aufgefordert, während seiner
außerbetrieblichen Arbeitszeit an seinen betrieblichen Arbeitsplatz zu kommen, wird die
Arbeitszeit nicht unterbrochen.

§ 6 Urlaub und Krankheit

Hinsichtlich Urlaub und Krankheit gelten für die Telearbeitnehmer die gleichen Regelungen wie
für Arbeitnehmer an betrieblichen Arbeitsplätzen.

§ 7 Arbeitsmittel

Die erforderlichen Arbeitsmittel für den Telearbeitsplatz werden für die Zeit des Bestehens dieses
Arbeitsplatzes von der Firma kostenlos zur Verfügung gestellt. Näheres hierzu ist in der
schriftlichen Vereinbarung (§ 4) geregelt. Sollten im Ausnahmefall Arbeitsmittel von dem
Telearbeitnehmer gestellt werden, so wird der Aufwand gegen Nachweis gemäß § 8 erstattet.

§ 8 Aufwandserstattung

(1) Folgender, durch den Telearbeitsplatz bedingter Aufwand wird dem Telearbeitnehmer wie
folgt erstattet:

(2) Raum und Energiebereitstellung pauschal mit ... Euro pro Monat.

(3) Die Pauschale wird jährlich überprüft. Macht der Telearbeitnehmer einen höheren Aufwand
geltend, so wird dieser gegen Nachweis in Höhe der tatsächlichen Kosten erstattet.

(4) Die Gebühren für sämtliche Dienstgespräche, die vom Telearbeitsplatz geführt werden, gegen
Nachweis.

(5) Soweit ein Zweitanschluss zweckmäßig ist, erstattet die Firma die einmaligen und laufenden
Gebühren dieses Anschlusses.

(6) Fahrtkosten zwischen betrieblichem und Telearbeitsplatz nur insoweit, als es sich dabei um
Dienstwege handelt, die nicht in der vorgenommenen Aufteilung zwischen betrieblichem und
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Telearbeitsplatz begründet sind und die aufgrund geltender betrieblicher Regelungen abzugelten
wären.

(7) Die Höhe der Aufwandserstattung richtet sich nach den geltenden steuerlichen Pauschalen bei
Dienstreisen.

§ 9 Rechtlicher Status

(1) Alle möglichen Änderungen des Arbeitsvertrags sind im Rahmen der schriftlichen
Vereinbarung (§ 4) aufgezählt. Darüber hinaus gehende Änderungen des Arbeitsvertrags
bedürfen der Zustimmung des Betriebsrats.

(2) Bestehende betriebliche Regelungen gelten unverändert für die Arbeitnehmer, die einen
Telearbeitsplatz in ihrer Wohnung haben, sofern in dieser Betriebsvereinbarung nicht
ausdrücklich etwas anderes geregelt ist. Sind bestehende betriebliche Regelungen nur sinngemäß
auf die Telearbeitsplätze anwendbar, so ist diese Vereinbarung entsprechend zu ergänzen oder
der Sachverhalt gesondert zu regeln.

(3) Der individual- und kollektivarbeitsrechtliche Status des Arbeitnehmers erfährt durch dessen
Tätigkeit auf einem Telearbeitsplatz im Übrigen keine Änderung.

§ 10 Datenschutz

(1) Notwendige Arbeitsunterlagen dürfen unter Beachtung der gebotenen Sorgfalt und unter
Berücksichtigung der erforderlichen Sicherheitsmaßnahmen vom Büroarbeitsplatz zum
Telearbeitsplatz transportiert werden.

(2) Auf den Schutz von Daten und Informationen gegenüber Dritten ist am Telearbeitsplatz in
besonderer Weise zu achten. Zu den Dritten in diesem Sinne zählen auch Familienangehörige
und alle Angehörigen des Hausstands.

(3) Vertrauliche Daten und Informationen sind vom Telearbeiter so zu schützen, dass Dritte keine
Einsicht erhalten und/oder keinen Zugriff haben. Das gilt insbesondere beim Verlassen des
Telearbeitsplatzes. Zu den vertraulichen Daten und Informationen in diesem Sinne gehören
insbesondere personenbezogene Daten sowie Betriebs- und Geschäftsgeheimnisse des
Arbeitgebers.

(4) Der Telearbeiter verpflichtet sich, bei der Übertragung von Daten, die dem Datenschutz
unterliegen, alle nach dem zur Verfügung stehenden EDV-System möglichen und im Einzelfall
gebotenen Schutzmaßnahmen (z.B. Verschlüsselung) vorzunehmen.

(5) Der Telearbeiter ist verpflichtet, Daten, Datenträger und alle sonstigen dienstlichen
Unterlagen nach der Bearbeitung in einem verschließbaren Behältnis aufzubewahren.

(6) Im Übrigen gelten die im Rahmen des Arbeitsverhältnisses maßgeblichen


datenschutzrechtlichen Vorschriften sinngemäß auch für dieses Telearbeitsverhältnis.

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§ 11 Kontrollrechte

(1) Der Telearbeiter ist verpflichtet, dem Arbeitgeber, dem Datenschutzbeauftragten und
sonstigen Beauftragten des Arbeitgebers nach einer terminlichen Absprache Zugang zum
Telearbeitsplatz zu gewähren. Soweit dazu das Einverständnis anderer Hausrechts- bzw.
Wohnungsrechtsinhaber erforderlich ist, verpflichtet sich der Telearbeiter, dieses rechtzeitig
einzuholen.

(2) Insbesondere in einem der folgenden Fälle ist der Telearbeiter nur in sachlich begründeten
Ausnahmen berechtigt, dem Arbeitgeber, Beauftragten des Arbeitgebers oder dem
Datenschutzbeauftragten den Zugang zum Telearbeitsplatz zu verweigern:

(a) unaufschiebbare Wartungs- und/oder Reparaturarbeiten an der vom Arbeitgeber gestellten,


betriebsnotwendigen Hard- und Software

(b)Kontrolle der Einhaltung datenschutzrechtlicher Vorschriften

(c) Kontrolle der Einhaltung arbeitsschutzrechtlicher Vorschriften

(3) Verweigert der Telearbeiter dem Arbeitgeber, Beauftragten des Arbeitgebers oder dem
Datenschutzbeauftragten ohne sachlich rechtfertigenden Grund den Zugang zum Telearbeitsplatz,
ist der Arbeitgeber berechtigt, das Telearbeitsverhältnis fristlos zu kündigen.

§ 12 Aufgabe des Telearbeitsplatzes

(1)Wird der Telearbeitsplatz aufgegeben, so sind die von der Firma gestellten Arbeitsmittel
zurückzugeben. Ein Vor- oder Nachteilsausgleich findet in keinem Fall statt.

(2) Dem betroffenen Arbeitnehmer ist ein gleichwertiger Arbeitsplatz zur Verfügung zu stellen.

§ 13 Änderungen/Nebenabreden

(1) Änderungen und/oder Ergänzungen dieser Vereinbarung sowie Nebenabreden bedürfen zu


ihrer Wirksamkeit der schriftlichen Vereinbarung der Vertragsparteien.

(2) Sollten Bestimmungen dieser Vereinbarung ganz oder teilweise nicht rechtswirksam sein, so
bleiben die übrigen Vertragsbestimmungen hiervon unberührt.

§ 14 Geltungsdauer

Die Vereinbarung tritt am Tage der Unterzeichnung in Kraft und endet am … ohne Nachwirkung.

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Ort/Datum, Unterschrift Ort/Datum, Unterschrift

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