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Muster für eine Betriebsvereinbarung:

Videoüberwachung auf dem Personalparkplatz


Zwischen
der ABC GmbH, Straße, Musterstadt, vertreten durch deren Geschäftsführer Max Mustermann
– nachstehend Arbeitgeber genannt –
und
dem Betriebsrat der ABC GmbH, vertreten durch die Betriebsratsvorsitzende Susi Schneider
– nachstehend Betriebsrat genannt –
wird die folgende Vereinbarung getroffen:

§ 1 Regelungsgegenstand
Diese Betriebsvereinbarung regelt die Einführung und den Einsatz einer
Videoüberwachungsanlage auf dem betriebseigenen Personalparkplatz des Arbeitgebers. Das
sonstige Betriebsgelände, insbesondere Büroräume, Produktionshallen und Sozialräume, werden
nicht erfasst.
Die Betriebsvereinbarung gilt für alle Arbeitnehmer und Auszubildenden des Arbeitgebers.

§ 2 Zweckbindung
Die Videoüberwachungsanlage hat den ausschließlichen Zweck, Diebstähle und
Sachbeschädigungen zu verhindern bzw. die Aufklärung solcher Straftaten zu ermöglichen. Eine
Überwachung des allgemeinen Verhaltens der Arbeitnehmer im Sinne von § 87 Abs. 1 Nr. 6
BetrVG findet mit der in Betrieb genommenen Videoüberwachungsanlage nicht statt.
Informationen zum Verhalten von Mitarbeitern, welche mit der Videoüberwachungsanlage
erlangt werden, werden nicht zum Nachteil der betroffenen Mitarbeiter verwendet. Sofern
strafrechtlich relevante Sachverhalte festgestellt werden, erfolgen arbeitgeberseitige Maßnahmen
nur nach Berücksichtigung der gesetzlichen Mitbestimmungsrechte des Betriebsrats.

§ 3 Systemdokumentation
Es werden auf dem Parkplatz maximal 8 Kameras in gut sichtbarer Weise montiert. Der
Arbeitgeber darf die Position einer Kamera auf dem Parkplatz ändern, um sie veränderten
räumlichen Verhältnissen anzupassen. Der Arbeitgeber bespricht vorab die geplante Änderung
mit dem Betriebsrat und dem Datenschutzbeauftragten. Ein aktualisierter Lageplan wird dieser
Betriebsvereinbarung als Anlage 1 beigefügt.
Die Höchstzahl der Kameras ist nur mit Zustimmung des Betriebsrats erweiterbar.
Die Aufzeichnung der Bilddaten erfolgt auf einem Einzel-PC (Aufzeichnungs-PC) mit
entsprechender Software (siehe Anlage 2 zur Betriebsvereinbarung).
Dieser Rechner befindet sich im verschließbaren Nebenraum des Pförtnerbüros. Durch geeignete
technische Maßnahmen wird der Raum vor dem Zutritt Unbefugter geschützt.
An den Aufzeichnungs-PC wird ein Monitor angeschlossen. Dieser dient ausschließlich zur
regelmäßigen Kontrolle der Funktionsfähigkeit von Kameras und Aufzeichnungs-PC und zur
Bedienung durch die in § 6 und § 7 dieser Betriebsvereinbarung benannten Personen.

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§ 4 Übertragung und Weitergabe der Bilddaten
Die Bilddaten werden in geeigneter und datenschutzkonformer Weise direkt an den
Aufzeichnungs-PC übertragen. Bei Nutzung des betrieblichen Netzwerks oder dem Einsatz von
Funktechnik ist für eine ausreichende und angemessene Verschlüsselung der Daten zu sorgen.
Die Verarbeitung darf nur innerhalb des Betriebs erfolgen, eine Weitergabe an Dritte im Sinne
des § 3 Abs. 8 BDSG ist unzulässig. Soll eine Straftat aufgeklärt werden, dann dürfen die
notwendigen Bilddaten an die Polizei oder Staatsanwaltschaft weitergegeben werden.

§ 5 Speicherung und Löschung der Bilddaten


Die Überwachung der Parkplatzfläche erfolgt im 24-Stunden-Betrieb.Um die Beweissicherung
auch für Zeiten zu gewährleisten, in denen der Betrieb geschlossen ist (z.B. Wochenenden und
Feiertage),wird die Höchstspeicherfrist für aufgezeichnete Bilder auf 72 Stunden begrenzt.
Die Aufzeichnungssoftware wird so konfiguriert, dass alte Bilddaten automatisch nach Ablauf
der Speicherfrist mit neuen Bilddaten überschrieben werden. Im Einzelfall kann aus
ermittlungstaktischen Gründen die Höchstspeicherfrist vorübergehend verlängert werden. Der
Arbeitgeber stimmt die vorübergehende zeitliche Ausdehnung mit dem Datenschutzbeauftragten
und dem Betriebsrat ab.

§ 6 Zugriff auf Bilddaten


Die Festplatte des Aufzeichnungs-PC ist voll verschlüsselt. Zur Vermeidung eines unberechtigten
Zugriffs auf die aufgezeichneten Bilddaten wird ein 2-geteiltes Systempasswort vergeben. Die
erste Hälfte des Passworts erhält der Datenschutzbeauftragte, die 2. Hälfte der
Betriebsratsvorsitzende.
Über die erfolgten Zugriffe wird Buch geführt.

§ 7 Reparatur und Wartung


Der Arbeitgeber vergibt Reparatur- oder Wartungsarbeiten an einen vom Hersteller der
Kameraanlage autorisierten Fachbetrieb.
Reparatur- oder Wartungsarbeiten am Aufzeichnungs-PC sind grundsätzlich auf dem
Betriebsgelände durchzuführen. Nur wenn eine Reparatur vor Ort nicht möglich ist, darf der
Aufzeichnungs-PC in die Räume des Fachbetriebs mitgenommen werden.
Der Arbeitgeber hat den beauftragten Fachbetrieb in geeigneter Weise auf die Wahrung des
Datenschutzes zu verpflichten.
Im Voraus informiert der Arbeitgeber den Betriebsrat und den Datenschutzbeauftragten über die
Durchführung von Reparatur- oder Wartungsarbeiten.

§ 8 Information und Rechte der Mitarbeiter


Der Arbeitgeber informiert alle Mitarbeiter in einem Rundschreiben über den Einsatz und den
Funktionsumfang der Videoüberwachungsanlage.
Zusätzlich werden an der Zufahrt zum Parkplatz gut sichtbare Hinweisschilder angebracht, die
den Anforderungen des § 6b BDSG und der DIN 33450 (Video-Infozeichen) entsprechen.
Jeder Mitarbeiter hat das Recht, gemeinsam mit dem Datenschutzbeauftragten oder dem
Betriebsratsvorsitzenden den Standort des Aufzeichnungs- PCs aufzusuchen und sich die
Kameraeinstellungen am Kontrollmonitor zeigen zu lassen.

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§ 9 Rechte des Betriebsrats und des Datenschutzbeauftragten
Betriebsrat und Datenschutzbeauftragter haben im Rahmen ihrer Aufgaben das Recht, den
vereinbarungsgemäßen bzw. datenschutzkonformen Einsatz der Videoüberwachungsanlage zu
überprüfen.

§ 10 Wesentliche Änderungen und Erweiterungen


Änderungen und Erweiterungen der Anlage, die über das in § 3 genannte Maß hinausgehen,
dürfen nur mit Zustimmung des Betriebsrats und nach Prüfung durch den
Datenschutzbeauftragten erfolgen. Betriebsrat und Datenschutzbeauftragter werden bereits im
Planungsstadium einer Änderung oder Erweiterung eingeschaltet, so dass ihren Vorschlägen und
Bedenken Rechnung getragen werden kann.

§ 11 Inkrafttreten und Kündigung


Diese Betriebsvereinbarung tritt mit ihrer Unterzeichnung in Kraft. Sie kann mit einer Frist von 6
Kalendermonaten gekündigt werden. Sollten einzelne Bestimmungen unwirksam sein, so berührt
dies nicht die Fortgeltung der Betriebsvereinbarung im Übrigen. Die unwirksame Bestimmung ist
durch eine wirksame Bestimmung zu ersetzen, die dem Sinn und Zweck der
Betriebsvereinbarung nach dem erkennbaren Willen der Parteien entspricht.

Für den Arbeitgeber: Für den Betriebsrat:

Musterstadt, den ……………………… Musterstadt, den……………………


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