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Muster für eine Betriebsvereinbarung: Zutrittskontrolle

Zwischen
der Muster GmbH, Musterstraße 1, 00001 Musterstadt, vertreten durch deren Geschäftsführer
Max Mustermann
– nachstehend Arbeitgeber genannt –
und
dem Betriebsrat der Muster GmbH, vertreten durch die Betriebsratsvorsitzende Martha
Unbekannt
– nachstehend Betriebsrat genannt –
wird nachfolgende Vereinbarung getroffen:

§ 1 Geltungsbereich
(1) Die vorliegende Betriebsvereinbarung gilt für alle Arbeitnehmer und Auszubildenden (im
Folgenden Mitarbeiter) des Arbeitgebers am Standort Musterstadt.
(2) Sie regelt den Zutritt der Mitarbeiter zum Betriebsgelände, zu Gebäuden und besonders
gesicherten Bereichen des Arbeitgebers am Standort Musterstadt. Als besonders gesicherte
Bereiche gelten das Rechenzentrum und das Archiv für Konstruktionszeichnungen.
(3) Diese Vereinbarung regelt ferner den Einsatz der hierzu vorgesehenen Systeme, die
Erhebung von personenbezogenen Daten der Mitarbeiter sowie diesbezügliche
Auswertungsmöglichkeiten.

§ 2 Zweckbindung und Begriffsbestimmung


(1) Der Einsatz der Systeme zur Zutrittskontrolle dient ausschließlich dem Zweck, unter
Einsatz technischer Mittel den Zutritt Unbefugter zu den Gebäuden des Arbeitgebers zu
verhindern.
(2) Unbefugt ist jeder Zutritt, der ohne Kenntnis und gegen den mutmaßlichen Willen des
Arbeitgebers erfolgt. Dies gilt insbesondere für den Zutritt von Personen, die nicht für den
Arbeitgeber tätig sind und auch nicht von einem Mitarbeiter des Arbeitgebers zum Aufenthalt
im Gebäude bestimmt worden sind.

§ 3 Systemdokumentation
(1) An allen Zugängen zu den Gebäuden und an den festgelegten besonderen
Sicherheitsbereichen werden Terminals mit Kartenlesegeräten zur Zutrittskontrolle
angebracht. Der Zutritt zum Betriebsgelände wird am Parkplatz und an der Pforte durch so
genannte Drehkreuze mit Kartenlesegeräten kontrolliert.
(2) Jeder Mitarbeiter erhält eine Ausweiskarte. Auf dieser Karte sind ein Foto des
Mitarbeiters, dessen Vorname, Nachname, Personalnummer und Ausweisnummer sichtbar
angebracht. Diese Daten befinden sich auch auf dem in der Ausweiskarte eingelassenen
Speichermedium. Die Speicherung anderer Merkmale und Daten, insbesondere biometrischer
Art, erfolgt nicht.
(3) Der Arbeitgeber stellt sicher, dass jeder Mitarbeiter diejenigen Zutrittsrechte erhält, die er
zur Erfüllung seiner Aufgabe benötigt. Der Arbeitgeber führt ein Verzeichnis über die
eingeräumten Berechtigungen. Die Berechtigungen für besonders gesicherte Bereiche sind
hervorzuheben. Der Betriebsrat hat ein Einsichtsrecht in die diesbezügliche Unterlage.
(4) Die Verwaltung der Ausweiskarten und die Pflege der diesbezüglichen Daten erfolgt
durch die Personalabteilung. Die Hard- und Softwareausstattung ergibt sich aus der Anlage zu
dieser Betriebsvereinbarung. Der Betriebsrat erhält eine Aufstellung der mit der
Administration betrauten Personen.

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(5) Eine Aufstellung der eingesetzten Technik stellt der Arbeitgeber dem Betriebsrat zur
Verfügung. Diese wird als Anlage zu dieser Betriebsvereinbarung genommen.

§ 4 Funktionsweise
(1) Das System zur Zutrittskontrolle prüft nach Einführen der Ausweiskarte in das Lesegerät
am Terminal, ob der Mitarbeiter zum Zutritt berechtigt ist. Liegt diese Berechtigung vor, so
wird systemseitig der Zutritt freigegeben, ansonsten verweigert. Das Zutrittkontrollsystem
speichert beim Lesevorgang der auf der Ausweiskarte gespeicherten Daten folgende
Informationen: Uhrzeit der Zutrittsprüfung, Freigabe Zutritt / Verweigerung Zutritt,
Personalnummer, Ausweisnummer.
(2) Hat ein Mitarbeiter seinen Ausweis vergessen, so kann er sich an der Pforte einen
Tagesausweis ausleihen. Hierbei hat er sich durch ein amtliches Dokument (z.B.
Personalausweis) auszuweisen. Bei Verlassen des Betriebsgeländes ist der Leihausweis
wieder zurückzugeben. Der Pförtner führt über die ausgeliehenen Ausweise Buch. Zu jedem
Entleihvorgang werden folgende Informationen in einem Tagebuch festgehalten: Datum,
Uhrzeit (Ausleihe), Name, Vorname, vorgelegtes Dokument, Grund der Ausleihe, Uhrzeit
(Rückgabe), Unterschrift des diensthabenden Pförtners.

§ 5 Leistungs- und Verhaltenskontrolle, Auswertungen


Eine Überwachung des allgemeinen Verhaltens der Mitarbeiter im Sinne von § 87 Abs. 1 Nr.
6 BetrVG findet unter Zuhilfenahme des Zutrittkontrollsystems nicht statt. Erlangte
Informationen über das Verhalten von Mitarbeitern werden nicht zum Nachteil der
betroffenen Mitarbeiter verwendet. Sofern Daten aus dem Zutrittkontrollsystem der
Feststellung strafrechtlich relevanter Sachverhalte dienen, erfolgen arbeitgeberseitige
Maßnahmen nur unter Berücksichtigung der Mitbestimmungsrechte des Betriebsrats. Vor der
Durchführung von Auswertungen wird der Betriebsrat angehört.

§ 6 Arbeitszeitkontrolle
(1) Im Betrieb in Musterstadt herrscht Vertrauensarbeitszeit (siehe Betriebsvereinbarung
„Arbeitszeit“ vom XX.XX.XXXX).Dementsprechend dürfen keine aus dem
Zutrittskontrollsystem stammenden Daten zu Zwecken der Arbeitszeitkontrolle verwendet
werden. Hierauf begründete arbeitgeberseitige Maßnahmen sind unwirksam.
(2) Listenmäßige und nicht anonymisierte Auswertungen bedürfen grundsätzlich der
Zustimmung des Betriebsrats. Der zu Grunde liegende Sachverhalt ist dem Betriebsrat zu
erläutern.

§ 7 Zutrittsberechtigung Dritter
(1) Werden Dritte im Auftrag einer Abteilung länger als eine Woche auf dem Gelände des
Arbeitgebers tätig, dann kann einem Dritten auf Antrag ein auf maximal 8 Wochen befristetes
Zutrittsrecht eingeräumt werden. Eine Verlängerung des Zutrittsrechts ist möglich, muss
jedoch erneut beantragt werden. Der Arbeitgeber stellt dem Betriebsrat jeweils zum 1. eines
Monats eine Aufstellung der an Dritte vergebenen Ausweise zur Verfügung.
(2) Dritte, die weniger als eine Woche Zutritt zum Gelände und zu den Gebäuden des
Arbeitgebers benötigen, haben sich beim Pförtner anzumelden und dort einen Tagesausweis
zu entleihen. Die Dokumentation erfolgt entsprechend § 4 Abs. 2 dieser
Betriebsvereinbarung.

§ 8 Informationspflicht des Arbeitgebers


Der Arbeitgeber informiert alle Mitarbeiter in geeigneter Weise über die Einführung des
Zutrittkontrollsystems.

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Die Mitarbeiter werden in diesem Zusammenhang über Art und Umfang der gespeicherten
Informationen in Kenntnis gesetzt. Der Arbeitgeber trägt ferner dafür Sorge, dass die
Mitarbeiter in der Anwendung der Ausweiskarten geschult werden.

§ 9 Rückgabe, Verlust, Beschädigungen


(1) Nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses oder bei einer erfolgten Freistellung bis zur
Beendigung hat der Mitarbeiter seine Ausweiskarte an den Arbeitgeber zurückzugeben.
(2) Ist eine Ausweiskarte gestohlen worden, verloren gegangen oder auf sonstige Weise
abhanden gekommen, dann ist der Mitarbeiter verpflichtet, dem Arbeitgeber dies
unverzüglich mitzuteilen.
(3) Defekte oder beschädigte Karten werden vom Arbeitgeber umgetauscht. Dem
Arbeitnehmer entstehen hierdurch keine Kosten.

§ 10 Rechte des Betriebsrats und des Datenschutzbeauftragten


Betriebsrat und Datenschutzbeauftragter haben im Rahmen ihrer gesetzlichen Aufgaben das
Recht, den vereinbarungsgemäßen bzw. datenschutzkonformen Einsatz des
Zutrittkontrollsystems zu überprüfen.

§ 11 Wesentliche Änderungen und Erweiterungen


Änderungen und Erweiterungen des Zutrittkontrollsystems bedürfen der Zustimmung des
Betriebsrats. Der Datenschutzbeauftragte muss zu einer diesbezüglichen Stellungnahme
aufgefordert werden. Betriebsrat und Datenschutzbeauftragter werden bereits im
Planungsstadium einer Änderung oder Erweiterung eingeschaltet, so dass deren Vorschlägen
und Bedenken im erforderlichen Maße Rechnung getragen werden kann.

§ 12 Inkrafttreten und Kündigung


Diese Betriebsvereinbarung tritt mit ihrer Unterzeichnung in Kraft. Sie kann mit einer Frist
von 6 Kalendermonaten gekündigt werden. Sollten einzelne Bestimmungen unwirksam sein,
so berührt dies nicht die Fortgeltung der Betriebsvereinbarung im Übrigen. Die unwirksame
Bestimmung ist durch eine wirksame Bestimmung zu ersetzen, die dem Sinn und Zweck der
Betriebsvereinbarung nach dem erkennbaren Willen der Parteien entspricht.

Für den Arbeitgeber: Für den Betriebsrat:

Musterstadt, den ……………………………… Musterstadt, den…………………………


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