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Errichtung und Ausbau der nationalsozialistischen Diktatur

30.Januar 1933 Tag der „Machtergreifung“: Ernennung Hitlers zum Reichskanzler durch
Reichspräsident Hindenburg; Beginn des „Dritten Reiches“;
neue Regierung: „Kabinett der nationalen Konzentration“: Hitler und zwei
weitere NSDAP-Mitglieder (Wilhelm Frick als Reichsinnenminister und
Hermann Göring als Minister ohne Geschäftsbereich) und acht nicht-
nationalsozialistische Minister

31. Januar 1933 Auflösung des Reichstags nach gescheiterten Koalitionsverhandlungen;


Neuwahlen angesetzt für 5. März

4. Februar 1933 Notverordnung: erhebliche Einschränkung der Versammlungs- und


Pressefreiheit aller nicht nationalsozialistischer Parteien

17. Februar 1933 Göring (preußischer Innenminister): Übernahme der Kontrolle über Polizei:
Verpflichtung der Beamten auf Schutz nationalsozialistischer Verbände und
Propaganda; kein Eingreifen der Polizei bei Überfällen der SA und SS mehr;
Einsetzung von 50’000 Mann von SA, SS und „Stahlhelm“ als Hilfspolizisten

27. Februar 1933 Brand des Reichstages als Vorwand für massive Verfolgung und
Terrorisierung der Opposition: Brand wurde zum kommunistischen
Aufstandsversuch erklärt: Verhaftung von über 4'000 Kommunisten und
Sozialdemokraten über vorbereitete Listen

28. Februar 1933 „Verordnung des Reichspräsidenten zum Schutz von Volk und Staat“
(„Reichtagsbrandverordnung“): Zerschlagung der KPD; Außerkraftsetzung
wesentlicher Grundrechte der Weimarer Verfassung: Freiheit der Person,
Meinungs-, Presse-, Vereins- und Versammlungsfreiheit, Post- und
Telefongeheimnis, Unverletzlichkeit von Eigentum und Wohnung; Verhaftungen
und Inhaftierungen verdächtiger Personen fortan ohne Beweise, Anklage und
Rechtsbeistand; Todesstrafe für Straftaten wie Hochverrat oder Brandstiftung;
Übertragung der Befugnisse der oberen Behörden der Länder an die
Reichsregierung

5. März 1933 Neuwahlen des Reichstages; keine absolute Mehrheit der NSDAP (Steigerung
des Stimmenanteils auf 43,9%) trotz massiver Behinderung der Opposition;
Zusammenschluss mit DNVP für regierungsfähige Mehrheit von 51,9%;
„Gleichschaltung“: Beseitigung der Selbstverwaltungsrechte der Länder und
Kommunen: Einsetzung sogenannter Staatskommissare durch
Reichsinnenminister Wilhelm Frick

seit 13. März 1933 Joseph Goebbels („Reichsminister für Volksaufklärung und Propaganda“):
aufwändige Propaganda in Rundfunk und Presse; Werbung für „Nationale
Erhebung“

21. März 1933 feierliche Eröffnung des neuen Reichstages in Potsdam

23. März 1933 „Gesetz zur Behebung der Not von Volk und Staat“
(„Ermächtigungsgesetz“): Selbstentmachtung des Parlaments und
Konzentration der Staatsgewalt auf Exekutive: Recht für Reichsregierung
Gesetze ohne Zustimmung der Reichtagsabgeordneten und des Reichsrates
zu erlassen: Aufhebung der verfassungsmäßigen Gewaltenteilung zwischen
Legislative und Exekutive: rechtliche Grundlage für systematische
Zerschlagung der ersten deutschen Republik

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31. März 1933 „Gesetz zur Gleichschaltung der Länder mit dem Reich“: Auflösung der
Landtage und neue Zusammensetzung nach regionalen Stimmenverhältnissen
der Reichtagswahl

März und April 1933 freie Gewerkschaften erhalten drei Viertel der Stimmen bei Betriebsratswahlen;
Verhinderung der drohenden Auflösung durch Loyalitätserklärungen gegenüber
der NS-Regierung

7. April 1933 „Zweites Gleichschaltungsgesetz“: Auflösung der Landesregierungen und


Einsetzung von „Reichsstatthaltern“

1. Mai 1933 „Tag der nationalen Arbeit“: Täuschung der Gewerkschaftsfunktionäre und
Arbeiter und Erklärung des Klassenkampfes im Sinne der
Volksgemeinschaftsideologie als überwunden

2. Mai 1933 Stürmung der Gewerkschaftsbüros: Verhaftung der Funktionäre und


Beschlagnahmung des Eigentums; Regierung erklärt freie Gewerkschaften für
aufgelöst; Bildung der Deutschen Arbeitsfront (DAF): Zwangsvereinigung der
Arbeitnehmer wie Arbeitgeber; Parteivorstand der SPD flieht ins Exil nach Prag
und ruft von dort zum Sturz des NS-Regimes auf

Sommer 1933 Auflösung der Parteien: Verbot der SPD, Beschluss der bürgerlichen Parteien
ihrer Selbstauflösung

22. Juni 1933 Erklärung der SPD zur „volks- und staatsfeindlichen Organisation“ durch
Reichsinnenminister Frick

5. Juli 1933 Auflösung des Zentrums (Partei)

14. Juli 1933 „Gesetz gegen die Neubildung von Parteien“: Bedrohung von Neu- und
Wiedergründungen von Parteien mit Zuchthausstrafen; Erklärung der NSDAP
zur einzig legalen Staatspartei

20. Juli 1933 Vatikan schließt als erste ausländische Macht mit der NS-Regierung Vertrag ab
(Konkordat): Verzicht der katholischen Kirche auf politische Tätigkeiten in
Deutschland im Gegenzug zur Beibehaltung ihrer Konfessionsrechte

1943 Verlängerung des Ermächtigungsgesetzes auf „unbestimmte Zeit“

1. August 1934 „Gesetzt über das Staatsoberhaupt des Deutschen Reiches“: Vereinigung der
Ämter des Reichskanzlers und Reichspräsidenten durch Hitler

2. August 1934 Tod Hindenburgs: symbolischer Schlusspunkt im Prozess der Machtsicherung;


Hitler übernimmt den Titel „Führer und Reichskanzler“; Vereidigung der
Reichswehr auf seine Person

1945 Ende des unerklärten Ausnahmezustands vom 28. Februar 1933