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Die Bundesrepublik Deutschland ist ein Bundesstaat und als parlamentarische Demokratie

organisiert. Das Grundgesetz legt fest, dass alle Staatsgewalt vom Volk ausgeht. Diese Macht
überträgt das Volk für die Dauer einer Wahlperiode den Parlamenten (Bundestag und
Landtage).
Die Staatsgewalt ist auf die die gesetzgebende Gewalt (Legislative), die ausführende
(Exekutive) und die für die Rechtsprechung zuständige Gewalt (Judikative) verteilt.
Der Bundespräsident ist der protokollarisch ranghöchste Repräsentant Deutschlands.
Protokollarisch an zweiter Stelle steht der Bundestagspräsident. Stellvertreter des
Bundespräsidenten ist der Bundesratspräsident – ein Amt, das im jährlichen Turnus ein
Ministerpräsident innehat. Das Amt mit der größten politischen Gestaltungsmacht ist das
des Bundeskanzlers. Der Präsident des Bundesverfassungsgerichts gehört ebenfalls zu den
hohen Repräsentanten.
Das politische System Deutschlands basiert auf einem fundamentalen Grundprinzip,
welches im deutschen Grundgesetz verankert ist: „freiheitlich demokratische
Grundordnung“. Dies bedeutet, dass in Deutschland das Volk im Rahmen des Grundgesetzes
selbst und frei über die Politik bestimmen kann. Zu den wichtigen fundamentalen Prinzipien
des politischen Systems in Deutschland zählen die Wahrung der Menschenrechte und die
Unabhängigkeit der Gerichte. Damit werden das Prinzip der Rechtsstaatlichkeit und die
Gewaltenteilung in Deutschland gewährleistet.
Parlamentarisches Regierungssystem
Jenseits dieser drei klassischen Gewalten steht als Staatsoberhaupt der Bundespräsident,
dem aber auch einige exekutive Aufgaben zukommen, z.B. bei der Unterzeichnung von
Gesetzen. Alle fünf Jahre wird der Bundespräsident durch die Bundesversammlung gewählt
wird. Die Bundesversammlung wird ausschließlich für die Wahl des Staatsoberhauptes
gebildet und besteht aus allen Mitgliedern des Deutschen Bundestages sowie der gleichen
Zahl von Vertretern, die durch die Landtage gewählt werden. Eine der Aufgaben des
Bundespräsidenten ist die Ernennung des Bundeskanzlers und der Bundesminister, die
ebenfalls zur Exekutiven zählen. Bundeskanzler und Bundesminister werden vom Bundestag
gewählt, wobei der Bundeskanzler die Kandidaten für die Ämter der Bundesminister
vorschlägt. Die Mitglieder des Bundestages, der als gesetzgebende Gewalt zur Legislative
zählt, werden in der Regel alle vier Jahre durch die Bundestagswahl gewählt. Alle
wahlberechtigten Bürger über 18 Jahren können an der Bundestagswahl teilnehmen. Auf
Landesebene wählen die Bürger zudem ihren jeweiligen Landtag. Der Landtag wiederum
wählt aus seinen eigenen Reihen die jeweilige Landesregierung, die aus einem
Ministerpräsidenten und den Landesministern besteht. In den Stadtstaaten Berlin, Hamburg
und Bremen werden die Landesregierungen als Senat, in Bayern, Thüringen und Sachsen als
Staatsregierungen bezeichnet. An der Spitze der Landesregierung von Berlin steht der
Regierende Bürgermeister, in Hamburg ist es der Erste Bürgermeister, in Bremen der
Bürgermeister. Die Landesregierungen entsenden die Mitglieder des Bundesrates.

Legislative
Die Legislative liegt in den Händen des Bundestages, des Bundesrates und der Landtage. Es
gelten verschiedene Zuständigkeiten: Zustimmungsgesetze werden nur mit Zustimmung des
Bundesrates wirksam. Dabei handelt es sich um Gesetze, die Auswirkungen auf Finanzen und
Verwaltung der Länder haben oder die Verfassung der Bundesrepublik berühren. Alle
übrigen Gesetze sind Einspruchsgesetze. Bei ihnen kann der Bundestag den Einspruch des
Bundesrates mit absoluter bzw. mit 2/3-Mehrheit zurückweisen.
Darüber hinaus kann der Bundestag auch alleine Gesetze erlassen. Dabei handelt es sich um
Gesetze zu auswärtigen Angelegenheiten, Verteidigung, Staatsangehörigkeit, Passwesen,
Währung, Zoll/Außenhandel, Bahn und Luftverkehr, Post- und Telekommunikation,
Waffenrecht, Terrorismusabwehr und Atomrecht. Die Länder können für ihr jeweiliges
Gebiet eigene Landesgesetze zu Kultur, Schule und Bildung, Polizei und Teile des
Beamtenrechts erlassen. Darüber hinaus dürfen die Länder in bestimmten Grenzen vom
Bundesrecht abweichende Regelungen treffen, beispielsweise beim Naturschutz. In allen
anderen Fällen gilt eine konkurrierende Gesetzgebung, d. h. der Bund kann im Falle eines
gesamtstaatlichen Interesses von seinem Gesetzgebungsrecht Gebrauch machen, wodurch
alle bis dahin eventuell gültigen Landesgesetze erlöschen.

Judikative
Als höchstes Organ der Judikative dient das Bundesverfassungsgericht, das aus zwei
Senaten mit jeweils acht Richtern besteht. Die Richter am Bundesverfassungsgericht werden
zu einer Hälfte von einem speziellen Richterwahlausschuss des Bundestags, zur anderen
Hälfte vom Bundesrat gewählt.