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1.

СТАНОВЛЕННЯ НІМЕЦЬКОЇ МОВИ

Germanistik

Germanistik ist die akademische Disziplin der Geisteswissenschaften, die die deutsche
Sprache und deutschsprachige Literatur in ihren historischen und gegenwärtigen Formen
erforscht, dokumentiert und vermittelt. In einem weiteren Verständnis hat sie die Aufgabe,
die germanischen Sprachen mit ihren Kulturen und Literaturen zu erforschen.

Gegenstand

Das Wort Gegenstand ist ein Polysem, das als Begriff unter anderem in der
Erkenntnistheorie, Rechtswissenschaft oder Wissenschaftstheorie mit unterschiedlichem
Begriffsinhalt vorkommt.

Diachronische Betrachtungsweise

Erforschung eines Sprachsystems (bzw. von Teilsystemen und Elementen) in seiner


historischen Veränderung.

Historisch-vergleichende Methode

Diese Methode entstand im 19. Jh. mit der Erforschung der altindischen Sprache, des
Sanskrits, als man entdeckte, dass diese Sprache den europäischen sehr nahe steht. Das
Wesen dieses sprachwissenschaftlichen Forschungsverfahrens besteht im Vergleich
verschiedener Entwicklungsstufen einer Sprache, um die Gesetzmässigkeiten ihrer
Entwicklung aufzudecken. Diese Methode bestimmt auch die Verwandtschaft verschiedener
Sprachen. Der Vergleich des Wortschatzes, der Laute, des grammatikalischen
Formensystems und der syntaktischen Erscheinungen verschiedener verwandter Sprachen auf
ihrer ältesten überlieferten Stufe führt dann zur Rekonstruktion der Grundsprache, die jedoch
nicht als Hauptziel der Erforschung einer Sprache betrachtet werden darf.

Grundsprache

Tatsächlich bezeugte oder auch nur erschlossene Sprache, aus der mehrere verwandte
Sprachen hervorgegangen sind, zu denen sie die gemeinsame Vorstufe darstellt.
Germanische Sprachen

Die germanischen Sprachen sind ein Zweig der indogermanischen Sprachfamilie. Sie
umfassen etwa 15 Sprachen mit rund 500 Millionen Muttersprachlern, fast 800 Millionen
einschließlich der Zweitsprecher. Ein charakteristisches Phänomen aller germanischen
Sprachen gegenüber den anderen indogermanischen Sprachen sind die Veränderungen im
Konsonantismus durch die Germanische Lautverschiebung.

Die großen germanischen Sprachen

Insgesamt zehn germanische Sprachen besitzen jeweils mehr als eine Million Sprecher.

Englisch ist die sprecherreichste germanische Sprache mit rund 330 Millionen
Muttersprachlern und mindestens 500 Millionen Zweitsprechern.

Deutsch wird von etwa 100 Millionen Muttersprachlern und mindestens 80 Millionen
Zweitsprechern gesprochen.

Niederländisch (25 Millionen)

Schwedisch (10 Millionen)

Afrikaans (6,7 Millionen, mit Zweitsprechern 16 Millionen)

Dänisch (5,5 Millionen)

Norwegisch (5 Millionen; Bokmål und Nynorsk)

Niederdeutsch (ca. 5 Millionen Erst- und Zweitsprecher; Stellung als eigenständige Sprache
umstritten)

Jiddisch (1,5 Millionen)

Scots (1,5 Millionen; Stellung als eigene Sprache umstritten)

Existenzformen der deutschen Sprache


Die vorherrschende Existenzform der deutschen Sprache blieben in der mittelhochdeutschen
Zeit die Territorialdialekte. Um die Mitte dieser Sprachperiode kommt auch ein erster Ansatz
zu einer gemeindeutschen Literatursprache auf. Die frühneuhochdeutsche Sprachperiode ist
die Übergangszeit vom mittelalterlichen Deutsch zum eigentlichen neuzeitlichen Deutsch. Im
Laufe dieser Periode wurden die ersten Voraussetzungen für die Entwicklung der
gemeindeutschen Literatursprache geschaffen. Das wachsende Bedürfnisnach einer
Einheitssprache ruft in dieser Zeit auch den Begriff „gemein deutsch“ ins Leben. Die
deutsche Gegenwartssprache hat einige historisch bedingte Existenzformen:

1) die gemeindeutsche nationale Literatursprache,

2) deutsche Territorialdialekte (Lokalmundarten),

3) städtische Halbmundarten und Umgangssprache.

Herkunft

Ursprung der Sprache, des Wortes woher etwas stammt.

Herkunft des Wortes „deutsch“

Zu Beginn des 6. Jh. waren im heutigen Deutschland westlich der Elbe, in den Niederlanden
und einem Teil der Schweiz westgermanische Stämme ansässig die Bayern, Alemannen,
Thüringer, Franken, Sachsen, Angeln, Friesen u.a. Diese Stämme bilden keine sprachlich
einheitliche Gruppe. Innerhalb der großen Verbände, die durch Zusammenschluss kleinerer
Stämmesgebilde entstanden waren, erfolgt jedoch im Laufe der Zeit allmählich ein
Sprachausgleich.

Entlehnung

Entlehnung ist die Übernahme sprachlicher Bestandteile aus einer Sprache in eine andere.
Auf diesem Wege entstehende Wörter nennt man Lehnwörter. Die sprachliche Entlehnung ist
neben Wortbildung und Bedeutungswandel eines der drei Hauptverfahren, um bei Bedarf
neue Wörter für eine Sprache zu gewinnen. Damit ist Entlehnung ein wichtiger Faktor im
Sprachwandel und ein Gegenstand der Bezeichnungslehre.

Sprachdenkmal
Texte/Fragmente, vor allem aus älteren Zeiten, die als aufschlussreich für die Entwicklung
der Sprache und Literatur angesehen werden. Glossen – Einzelne deutsche Wörter über den
lateinischen Text oder am Rand geschrieben. Das älteste deutsche Schriftdenkmal ist die
Übersetzung eines lateinischen Wörterbuchs um 770 im bairischen Kloster Freising, der
Abrogans nach dem ersten Wort benannt. Es ist alemannisch verfasst. Die Hauptdenkmäler
des Alemannischen sind: die „Benediktiner Regel“, „das Georgslied“, „die Werke von
Notker“. Als Hauptdenkmal des Bairischen seien genannt: „Muspili“, „Merigato“. Das
Ostfränkische „Tatian“; das Rheinfränkische „Isidor“, „das Evangelienbuch von Otfried“,
„Otfried“ (südrheinfränkisch), „Das Hildebrandslied“, „Notker“ (alemannisch),
„Ludwigslied“ (rheinfränkisch), „Heliand“ (altsächsisch), „Straßburger Eide“
(rheinfränkisch), „Merigarto“ (bairisch).

Sprachfamilie

Der Begriff Sprachfamilie bezeichnet eine Einteilung von Sprachen aufgrund gemeinsamer
Herkunft. Das heißt, eine Sprachfamilie ist eine genetische Einheit und stammt von einer
gemeinsamen Vorgängersprache ab (auch Protosprache, Ursprache, Gemeinsprache,
Grundsprache genannt).

Sprachwandel

Sprachwandel oder Sprachdynamik bezeichnet die Veränderung oder Entwicklung einer


Sprache und wird in der historischen Linguistik und der Sozioliguistik erforscht. Als
wesentliche Triebkräfte des Sprachwandels werden Zweckmäßigkeit, Evolution, aber auch
Analogie, Entlehnung und Lautgesetz angesehen.

Aus der Sicht des Strukturalismus ist unter Sprachwandel die Geschichte (Diachronie) eines
Elements einer synchronen Sprachstufe zu verstehen oder aber das Verhältnis zweier
synchroner Sprachstufen zueinander.

Aus der Sicht der quantitativen Linguistik sind vor allem zwei Aspekte des Sprachwandels
bedeutsam: der Verlauf des Sprachwandelprozesses in der Zeit (Sprachwandelgesetz,
Piotrowski-Gesetz) und die Wirkung der vielen Einflussfaktoren, die Sprachwandel auslösen
und kontrollieren (linguistische Synergetik/Köhlers Regelkreis).

Peter von Polenz benennt als Faktoren für Sprachwandel:


Sprachökonomie: Veränderungen, die entstehen, weil Sprecher oder Schreiber aus Gründen
der Zeitersparnis und Bequemlichkeit eine reduzierte Sprache verwenden. (In der neuesten
Literatur wird „Ökonomie“ im Zusammenhang allerdings verstanden als (Ergebnis einer)
Kosten-Nutzen-Analyse, also: wie muss ich mich ausdrücken, um ein bestimmtes Ziel zu
erreichen? Vgl. dazu das unten genannte Werk von Rudi Keller.)

Innovation: Veränderungen, die entstehen, weil das gewohnte Inventar der Sprache für
kreative und nonkonformistische Tätigkeiten nicht hinreichend geeignet ist und
entwicklungsbedürftig zu sein scheint.

Variation: Die Sprachbenutzer sind flexibel in Bezug auf die Wahl sprachlicher Mittel, je
nach kommunikativen Bedingungen und Zwecken.

Evolution: Sprachgebrauch und die Beeinflussung des Sprachgebrauchs durch


gesellschaftliche Kräfte bewirken Sprachwandel.

Tendenz

sich abzeichnende, jemandem oder einer Sache innewohnende Entwicklung

Wortschatz

Als Wortschatz (auch: Vokabular, Lexikon oder Lexik) bezeichnet man die Gesamtheit aller
Wörter. Damit kann gemeint sein:

die Gesamtheit aller Wörter einer Sprache zu einem bestimmten Zeitpunkt oder

die Gesamtheit aller Wörter einer Sprache, die ein einzelner Sprecher kennt oder verwendet.

Innerhalb der zweiten Bedeutung ist nochmals zu unterscheiden:

rezeptiver Wortschatz (oder passiver Wortschatz) – die Wörter, die der Sprecher kennt oder
erkennt. Der rezeptive Wortschatz verhilft zum Verstehen gesprochener und geschriebener
Texte (Verstehenswortschatz). Der Sprecher kann zu einem gehörten oder gelesenen Wort die
Bedeutung aus dem Gedächtnis abrufen – oder zum Beispiel mit Hilfe der
Wortbildungsregeln erschließen.

produktiver Wortschatz (oder aktiver Wortschatz) – die Wörter, die der Sprecher aktiv
verwendet. Der produktive Wortschatz ermöglicht dem Sprecher, sich verständlich
auszudrücken. Der Sprecher kann zu einer bestimmten Bedeutung das zugehörige Wort aus
dem Gedächtnis abrufen.

Dialekt

Dialekt, auch als Mundart bezeichnet, ist eine lokale oder regionale Sprachvarietät. Er kann
sich von anderen Dialekten wie auch von der Standardsprache (ursprünglich Schriftsprache)
in allen Sprachbereichen, wie Phonologie (Lautsystem), Grammatik – (Morphologie)
(Formenlehre), Syntax (Satzlehre) – Lexik (Wortschatz) und Idiomatik unterscheiden.

Die West-Nord-Ost-Gliederung der germanischen Sprachen

Die germanischen Sprachen werden in der Regel in West-, Nord- und Ostgermanisch
eingeteilt (siehe unten die ausführliche Klassifikation). Die Sprachgrenze zwischen Nord-
und Westgermanisch wird heute durch die deutsch-dänische Grenze markiert und lag früher
etwas weiter südlich an der Eider. Innerhalb der beiden großen Sprachgruppen gibt es
fließende Übergänge durch lokale Dialekte.

Westgermanische Sprachen

Zu den westgermanischen Sprachen gehören: Englisch, Deutsch, Niederländisch, Afrikaans,


Niederdeutsch, Jiddisch, Luxemburgisch, Friesisch und Pennsylvania Dutch.

Nordgermanische Sprachen

Dazu gehören: Schwedisch, Dänisch, Norwegisch, Färöisch und Isländisch.

Ostgermanische Sprachen

Alle ostgermanischen Sprachen sind ausgestorben. Die bestüberlieferte ostgermanische


Sprache ist Gotisch.

Das Oberdeutsche

Das Oberdeutsche umfasst das Alemannische und Bayerische. Diese Mundarten waren sich
in ahd. Zeit wesentlich näher als später. In alemannischer Mundart entstanden die meisten
Glossensammlungen, die Werke von Notker und „Der alte Physoliogus“, in bayerischer
Mundart ebenfalls Glossen sowie dichterische Denkmäler: das Wessorbrunner Gebet, Muspili
und Merigato (11. Jh.). Zum Oberdeutschen gehört auch das Südfrankische.
Das Mitteldeutsche

Das Mitteldeutsche bilden die fränkischen Mundarten: Mittelfränkisch, Rheinfränkisch und


Ostfränkisch. Im ostfränkischen Dialekt wurden „Tatian“ und „Willirams“ hohes Lied von
Salbomo geschrieben. In Rheinfränkisch sind verfasst: Isidor, die Straßburger Eide, das
Ludwigslied und Otfrieds Evangelienharmonie.

Niederdeutsche Mundarten

Zu den niederdeutschen Mundarten gehört das Niederländische Sprache gebildet hat. Das
Altsächsische (Niedersächsische) wird als selbstständige Sprache betrachtet. Die wichtigste
Quelle dieser Sprache ist „Hildebrandslied“.

Christianisierung

Nach dem Sieg bei der Schlacht von Zülpich (westlich von Köln und

Euskirchen) konvertierte Chlodwig 496 zum katholischen Glauben. Zu Weihnachten wurde


er von Bischof Remigius in Reims getauft. Verzeichnisse christlicher Werte:

Glaube, Liebe, Hoffnung (göttliche Tugenden)

Barmherzigkeit

Gerechtigkeit und Recht

Tugend (Demut, Mildtätigkeit, Keuschheit, Geduld, Mäßigung, Wohlwollen, Fleiß.

Untugend [Todsünde] (Hochmut, Habgier, Wollust, Zorn, Völlerei, Neid, Faulheit.

Werte

Wertvorstellungen oder kurz Werte bezeichnen im allgemeinen Sprachgebrauch als


erstrebenswert oder moralisch gut betrachtete Eigenschaften bzw. Qualitäten, die Objekten,
Ideen, praktischen bzw. sittlichen Idealen, Sachverhalten, Handlungsmustern,
Charaktereigenschaften beigemessen werden. Das aus den Wertvorstellungen bzw. Werten
einer Gesellschaft geformte Gesamtgebilde wird als Wertesystem oder Wertordnung
bezeichnet.
Periodisierung der Sprachgeschichte

die vorliterarische Zeit (von der 2. Hälfte des 5. bis 8. Jh.)

die althochdeutsche Zeit (8. bis 11. Jh.) (770-1050)

die mittelhochdeutsche Zeit (11. bis 14. Jh.) (1050-1350)

die frühneuhochdeutsche Zeit (14. Jh. bis zum Beginn des 17. Jhs.) (1350-1650)

die neuhochdeutsche Zeit (17 Jh. bis zur Gegenwart) (1650 bis heute)

2. СТАРОВЕРХНЬОНІМЕЦЬКИЙ ПЕРІОД (770 - 1050)

Der Feudalstaat

Staatswesen, das auf dem Feudalismus beruht

Der Feudalismus

Auf dem Lehnsrecht aufgebaute Wirtschafts- und Gesellschaftsform, in der alle


Herrschaftsfunktionen von der über den Grundbesitz verfügenden aristokratischen
Oberschicht ausgeübt werden

Abrogans

ein lateinisch-althochdeutsches Glossar bezeichnet, dessen in der Stiftsbibliothek St. Gallen


aufbewahrte Abschrift (Codex Sangallensis 911) als das älteste erhaltene Buch in deutscher
Sprache gilt. Das Glossar enthält ungefähr 3.670 althochdeutsche Wörter in über 14.600
Belegen und ist damit eine wertvolle Quelle für die Kenntnis der ältesten oberdeutschen
Sprache. Es wurde von der germanistischen Forschung nach seinem ersten Eintrag benannt:
abrogans = dheomodi (bescheiden, demütig).

das Herzogtum

Territorium mit einem Herzog als Oberhaupt; Besitz, Herrschaftsbereich eines Herzogs

Notker der Deutsche


Benediktinermönch und Leiter der Klosterschule in St. Gallen. Er war der erste Aristoteles-
Kommentator des Mittelalters und der bedeutendste Übersetzer vor Luther.

die Landnahme

Eroberung, Inbesitznahme und Besiedelung von Land

der Erzbischof

Titel eines Bischofs, der eine Erzdiözese leitet, eines Metropoliten, der eine Kirchenprovinz
leitet; Ehrentitel einzelner Bischöfe

die Loire

ist mit einer Länge von rund 1006 Kilometern der größte der in den Atlantik mündenden
Ströme Frankreichs. Vom Zentralmassiv aus fließt sie Richtung Norden und Nordwesten bis
Orléans, danach südwestlich und westlich durch Tours, Montsoreau, Saumur und Nantes bis
zur Mündung bei Saint-Nazaire.

die Seine

ein Fluss in Nordfrankreich. Sie entspringt in der Region Bourgogne-Franche-Comté, fließt


von Osten nach Westen und mündet bei Le Havre in den Ärmelkanal. Mit rund 775
Kilometern Länge ist sie neben der Loire (1004 Kilometer) und den ineinander übergehenden
Flussverläufen von Doubs, Saône und Rhône (insgesamt 1025 Kilometer) einer der längsten
Flüsse Frankreichs. Das Einzugsgebiet der Seine umfasst etwa 78.650 km².

Kleve

heute an der deutsch-niederländischen Grenze im Land Nordrhein-Westfallen

„Strassburger Eide“

vom 14. Februar 842 sind ein bemerkenswertes zweisprachiges Dokument in Althochdeutsch
und Altfranzösisch bzw. nach Erkenntnissen der modernen Sprachwissenschaft in einer
romanischen Sprache und einem westgermanischen, fränkischen Dialekt, wobei umstritten
ist, inwieweit es eine Kontinuität zu den modernen Nationalsprachen gibt. Die Eide sind
überliefert als Zitate in einer lateinischen Chronik, die ihrerseits in einer Abschrift aus dem
10. Jahrhundert vorliegt, welche sich in der Bibliothèque nationale de France in Paris
befindet. Die altfranzösische Version gilt als das erste erhaltene Schriftstück in dieser
Sprache überhaupt. Als schriftlich festgehaltene Eide haben sie Urkundencharakter und
gelten als die älteste volkssprachlich überlieferte Urkunde, die eine sprachliche Trennung
zwischen dem Ost- und dem Westfrankenreich bezeugt.

das „Ludwigslied“

ist ein althochdeutsches endreimendes Gedicht in rheinfränkischem Dialekt, das den Sieg des
westfränkischen Königs Ludwig III. über die Normannen bei Saucourt-en-Vimeu (Schlacht
bei Saucourt) in der Picardie am 3. August 881 besingt. Es ist das älteste historische Lied in
deutscher Sprache. Das als Fürstenpreisung angelegte Zeitlied betont besonders die
Frömmigkeit und Gottgefälligkeit des Königs. Da Ludwig bereits ein Jahr später starb, im
Lied aber noch als Lebender gefeiert wird, ist das Ludwigslied eine der wenigen
frühmittelalterlichen Dichtungen, die sich relativ genau datieren lassen: Es entstand zwischen
dem 1. August 881 und dem 5. August 882.

die „Merseburger Sprüche“

zwei althochdeutsche Sprüche zur Befreiung Gefangener und gegen Fußverrenkung


bezeichnet, die nach dem Ort ihrer Auffindung in der Bibliothek des Domkapitels zu
Merseburg benannt sind. Dort wurden sie 1841 von dem Historiker Georg Waitz in einer
theologischen Handschrift des 9./10. Jahrhunderts entdeckt und 1842 von Jacob Grimm
erstmals herausgegeben und kommentiert. Die zwei Zauberformeln gehören neben dem
Hildebrandslied zu den wenigen auf Althochdeutsch überlieferten Texten mit Bezug auf
Themen und Figuren der vorchristlichen germanischen Mythologie. Der Erste Merseburger
Zauberspruch gilt gemeinhin als ein Lösezauber von Fesseln eines Gefangenen (Kriegers),
der Zweite Merseburger Zauberspruch als Heilungszauber (vgl. Segen) eines verletzten
beziehungsweise verrenkten Pferdefußes.

der Althochdeutsche Isidor

ist eine Übersetzung lateinischer Schriften des Isidor von Sevilla in die althochdeutsche
Sprache. Die Übersetzung entstand gegen Ende des 8. Jahrhunderts in Austrasien.[1] Die
Schreibsprache ist Westrheinfränkisch, am ehesten Lothringisch. Der Name des Übersetzers
ist nicht bekannt.
Zum Oberdeutschen zählt man die fränkischen Mundarten, die an der fränkisch-
schwäbischen und an der fränkisch-bayrischen Grenze liegen. Das sind Südfränkisch und
Ostfränkisch 

Zur mitteldeutschen Dialektgruppe gehören das Rheinfränkische in der Pfalz (Mainz,


Frankfurt, Worms, Speier) und das Mittelfränkische (Koblenz, Trier, Luxemburg, Saargebiet,
Köln, Aachen). 

Zur niederdeutschen Dialektgruppe gehört das Niederfränkische im Raum  von Kleve


(heute an der deutsch-niederländischen Grenze im Land NordrheinWestfallen), im ganzen
Nordosten des Herzogtums Lothringen und im östlichen Teil des Herzogtums Franken. Es
grenzt im Osten an das Sächsische.

Merseburger Zaubersprüche (um 750)

Die beiden magischen Sprüche aus vorchristlicher germanischer Zeit wurden im 9.


Jahrhundert in einen Kodex des Merseburger Domkapitels, der kirchliche Texte enthält,
eingetragen. Schreibort ist Merseburg. Mundart – Ostfränkisch.

Hildebrandslied (um 770 – 780)

das einzige in einem deutschen Idiom überlieferte Heldenlied. Die Thematik entstammt dem
Sagenkreis um Theoderich, Odoaker und Attila. Handschrift aus Fulda erhalten. Die bairische
Fassung des gotischen oder langobardischen Urtextes ist um 770/80 entstanden. Um 830 in
einer bairischangelsächsichen Mischsprache niedergeschrieben.

Markbeschreibungen (777 – vor 790)

Protokolle von Grenzbegehungen, durch die die Grenzen einer Gemarkung festgelegt
wurden. Schreibort ist Würzburg. Die erste Würzburger Markbeschreibung ist als Urkunde
lateinisch abgefasst. Die zweite Würzburger Markbeschreibung ist auf Volkssprache
geschrieben. Mundart – Ostfränkisch.

Wessobrunner Gebet (um 790)

besteht aus zwei Teilen: einem stabreimenden Fragment eines Schöp-fungsgedichts und
einer Gebetsformel in Prosa. In den ersten fünf Zeilen des Gedichts wird die christliche
Genesis mit Elementen germanisch-heidnischer Kosmogonie dargestellt. Schreibort ist Fulda,
Augsburg. Mundart – Bairisch.

Althochdeutscher Isidor (8. Jh.)

“Über den katholischen Glauben” eines der bedeutendsten Sprachdenkmäler kirchlicher


Literatur. Theologisches Traktat des Erzbischofs Isidor von Sevilla. Althochdeutscher Isidor
stellt Übersetzung aus Latein dar, rheinfränkische Mundart. 

Mûspilli (um 870)

das Fragment eines Gedichts über Endzeit und Weltgericht, wurde wahrscheinlich um 870
verfasst. Herkunft und Bedeutung des Wortes Mûspilli sind ungeklärt (hypotetisch:
“Weltende durch Feuer“). Die stabreimenden Langzeilen zeigen bereits erste Ansätze zum
Endreim. Schreibort von Mûspilli ist Fulda. Mundart – Bairisch.

Tatian (9. Jh.)

wurde in Fulda geschrieben. Die Mundart ist Ostfränkisch.

Die Straßburger Eide (10 – 11 Jh.)

ist ein althochdeutsches und altfranzösisches Denkmal. Ihm zugrunde liegt das Schutz- und
Treubündnis zwischen Ludwig dem 17 Deutschen und Karl dem Kahlen gegen ihren Bruder
Lothar. Mundart – Rheinfränkisch.

Das Ludwigslied (881 – 882)

ein Preislied auf Ludwig III. (862 – 882), den König des fränkischen Westreiches – wurde
881/882 verfasst. Es besteht aus 27 Strophen (zwei- und dreizeilig) in binnengereimten
Langzeilen und ist das älteste historische Lied in deutscher Sprache. Das Ludwigslied wurde
im Kloster St. Amand/Elnon geschrieben. Mundart ist Rheinfränkisch.

Evangelienhamonie von Otfried (9Jh)

das Schriftdenkmal wurde in Weißenburg geschrieben. 

Die zweite oder hochdeutsche Lautverschiebung


vollzog sich von etwa 500 bis 800 n. Chr. Sie begann in den Alpen und breitete sich mit
unregelmäßiger Konsequenz bis in den Norden aus. An der „Benrather Linie“, der deutschen
Ost-West-Furche, verebbte diese sprachliche Bewegung. Der Übergang vom Germanischen
zum Althochdeutschen vollzog sich mit bestimmten Veränderungen. Sie betrafen vor allem:
1. die stimmlosen Verschlusslaute im Anlaut und in der Verdopplung
2. die stimmlosen Verschlusslaute nach einem Vokal
3. die stimmhaften Verschlusslaute b, d, g

Die Konsonantenverschiebung

ist die am tiefsten greifende Veränderung in der Geschichte der deutschen Sprache. Sie
führte zur Herausbildung der verschiedenen Mundarten und zur Teilung des deutschen
Sprachraums durch die „maken-machen“-Linie. Das ist die Hauptlinie, die Niederdeutsch
(bzw. Altsächsisch) und Hochdeutsch bzw. Althochdeutsch trennt. Da diese Linie bei Benrath
(nahe Düsseldorf) den Rhein quert, wird sie auch „Benrather Linie“ genannt.

Unter grammatischem Wechsel versteht man den Wechsel von: d-t, h-g, f-b, s-r in Wörtern
oder Wortformen gleichen Stammes.Als Nebenpaare zum Wechsel h-g gibt es im Ahd. auch
der Wechsel h - w, h - ng. Der grammatische Wechsel beruht sich auf dem Vernerschen
Gesetz.

Vernersche Gesetz

beschreibt eine im Urgermanischen wirksame Ausnahme der ersten (germanischen)


Lautverschiebung, nämlich das Stimmhaftwerden (Sonorisierung) der neu entstandenen
stimmlosen Reibelaute (Frikative) *f, *þ, *χ, *χʷ, *s unter bestimmten Bedingungen. Jacob
Grimm nannte diese zu seiner Zeit nicht erklärbaren Ausnahmen der ersten Lautverschiebung
„grammatische Wechsel“. Mit der neuen Erklärung fanden die Junggrammatiker eine
Bestätigung für die von ihnen postulierte Ausnahmslosigkeit der Lautgesetze.

Gemeingermanische Gemination

Gemination durch Assimilation: Bereits im Urgermanischen, gibt es eine große Anzahl von
Doppelkonsonanten: besonders häufig sind ll, mm, nn, ss.  Diese Geminaten werden meist als
vorhistorische Assimilation erklärt: ln ll, nw nn

Die westgermanische Gemination


die Verdoppelung eines Konsonanten durch unmittelbar folgendes j, seltener auch durch w, r,
1, m, n. Von der Gemination sind alle Konsonanten (außer r) betroffen, wenn ihnen ein
kurzer Vokal vorausgeht

der Zirkumflex

[Dehnungs]zeichen, Akzent (ˆ  oder ~) besonders für lange Vokale oder Diphthonge

die Vokalharmonie

Beeinflussung eines Vokals durch einen benachbarten anderen Vokal 

die Brechung

Wechsel von offeneren und geschlossenen Vokalen in der Wurzelsilbe. Es handelt sich um
Veränderungen der Wurzelsilbenvokale unter dem Einfluß der nachfolgenden Silben, also um
eine regressive Assimilation. Die Brechung erscheint:
a) in der Formenbildung: nimu (1 – Person, Singular), – nimis (2.Person, Singular) –
nëmames (l. Person, Plural) – nëmet(2. Person Plural).
b) in der Wortbildung berg – gibirgi, ërda – irdisk, diota – diutisk.
Die Brechung ist im Ahd. als historischer Lautwechsel zu betrachten. In solchen Fällen wie
rëht – rihten, lioht – liuhten ist die Wahl des Wurzelvokals synchronisch nicht gerechtfertigt

Umlaut

ein lebendiger Prozeß, der um 750 beginnt und im 9. Jh. wesentlisch abgeschlossen ist. Er
beruht auf Assimilation. Umlaut erfolgt vor ioder j und erfaßt die Vokale a,o,u. Im Ahd. ist
nur die Umwandlung von kurzen a zu e vorhanden. Sie wird als Primärumlaut bezeichnet
gast – gesti, lang – lengiro, trank – trenken (aus *trankjan). Umlaut erfolgt auch dann, wenn
ein mit i anlautendes Pronomen dem Stamm eng angeschlossen ist. Im Ahd. fehlt der Umlaut
in vielen Positionen wegen sogenannter Umlauthinderungen.
1) Gesamtahd. Umlauthinderungen:
Der Umlaut trat nicht ein, wenn
a) das i oder j schon geschwunden war, ehe die Umlautungsprozesse begannen;
b) die Silbe, die das i enthielt, einen stärkeren Nebenton trug (z.B. kraftlîh);
c) vor Kosonantenverbindungen: ht, hs, lw, rw: mahti, nahti, ‘Mächte’, ‘Nächte’ wahsit
‘wächst’.
die Monophthongierung

eine lautliche Veränderung, die aus einem Diphthong einen Monophthong werden lässt.

die Diphthongierung

ein Lautwandel, der aus einem einfachen Vokal (einem Monophthong) eine Folge von zwei
Vokalen (einen Diphthong) werden lässt. Der umgekehrte Lautwandel heißt
Monophthongierung. Die Diphthongierung ist ein Lautwandel, der nur Vokale betrifft. Eine
Diphthongierung im frühen Althochdeutschen ging vor allem vom Altfränkischen aus. Dabei
hat sich der Langvokal ō zu ua oder uo und der Langvokal ē zu ia oder ie entwickelt. Die
entstandenen Zwielaute wurden erst in frühneuhochdeutscher Zeit wieder monophthongiert
zu langem ū und langem ī. Der einstige Diphthong ie spiegelt sich noch heute in der
Schreibung ie wider. In den oberdeutschen Dialekten sind die Diphthonge allerdings bis
heute erhalten; vergleiche oberdeutsch Buech [buəχ], müed [myəd], lieb [liəb] gegenüber
standarddeutsch Buch [buːx], müde [ˈmyːdə], lieb [liːb].

Rheinfränkisch

eine zusammenfassende Bezeichnung für folgende im weiteren Sinne hochdeutsche Dialekte


im Westmitteldeutschen:

 Hessische Dialekte in nahezu ganz Hessen südlich der Benrather Linie


 Nordhessisch um Kassel, Bad Hersfeld und bei Rotenburg an der Fulda
 Mittelhessisch (um Marburg, Hinterländer Platt und Gießen, Wittgensteiner Platt, im
Vogelsberg, Wetterau bis zum Spessart, Rheingauer Platt, im Taunus,)
 Osthessisch bei Fulda und in der Rhön Rhöner Platt
 Südhessisch (Frankfurterisch, Rheinhessisch, um Wiesbaden und Darmstadt sowie
Untermainländisch um Aschaffenburg)
 Pfälzisch (ehemaliger Regierungsbezirk Pfalz in Rheinland-Pfalz und angrenzende
Gebiete)[1]
 Vorderpfälzisch (Vorderpfalz und Frankreich (nördliches Elsass)) mit Kurpfälzisch
(Baden-Württemberg (Nordbaden))
 Westpfälzisch (Süd- und Ostsaarland, vgl. auch Dialekte im Saarland; sowie
Rheinland-Pfalz (Westpfalz))
 Lothringisch (nur der rheinfränkische Teil: Ostlothringisch) (Frankreich im
Département Moselle)
 Pennsilfaanisch (in den US-Bundesstaaten Pennsylvania, Ohio und Indiana sowie im
kanadischen Ontario)
 Bukowiner Deutsch (ausgestorben)

Die Sachsen waren ein westgermanischer Völkerverband, der sich vermutlich im 3.


Jahrhundert bildete und seit dem 4. Jahrhundert sicher belegt ist. Die Stämme der Chauken,
Angrivarier und Cherusker, die sich zu den Sachsen zusammenschlossen, lebten im 1.
Jahrhundert im Nordwesten des heutigen Deutschlands und im Osten der heutigen
Niederlande (siehe Niedersächsisch). Seit der Merowingerzeit standen zumindest Teile der
Sachsen immer wieder in einer losen Abhängigkeit zum Frankenreich, bis sie von Karl dem
Großen endgültig unterworfen wurden.

Die Franken - waren einer der germanischen Großstämme. Sie formierten sich im 3.
Jahrhundert im Umfeld des von den Römern besetzten Teiles Germaniens durch Bündnisse
mehrerer Kleinstämme.

Die Alamannen oder Alemannen waren eine antike und frühmittelalterliche


Bevölkerungsgruppe, die dem westgermanischen Kulturkreis zugeordnet wird.

Alamannische Bevölkerungsgruppen werden sowohl anhand archäologischer Quellen (wie


Bevölkerungssitten und Trachten) als auch anhand historischer Quellen (schriftliche
Zeugnisse) identifiziert. Bleibende Kernräume ihrer frühmittelalterlichen Siedlungs- und
Herrschaftsgebiete, der Alamannia (Alemannia), lagen vor allem im Gebiet des heutigen
Baden-Württemberg und Elsass, in Bayerisch-Schwaben, der Deutschschweiz, Liechtenstein
und Vorarlberg. Diese Gebiete teilten sie sich zumeist mit gallorömischen und rätischen
Bevölkerungsgruppen.

Bajuwaren (auch Baiuwaren)

die ursprüngliche Namensform der Baiern, der Bevölkerung eines Mitte des 6. Jahrhunderts
entstandenen Stammesherzogtums, das den Großteil Altbayerns, Österreichs und Südtirols
umfasste. Unter der vom fränkischen Königshaus initiierten Herrschaft der
Agilulfingerherzöge entwickelte sich aus einer sehr gemischten Bevölkerung das „Volk der
Bajuwaren“. Erst zu dieser Zeit wuchs die spätrömische Bevölkerung (mit sehr vielfältigen
älteren Wurzeln) und die zahlreichen neu dazugekommenen Elemente anderer Herkunft,
darunter solche aus dem hunnischen und vor allem germanischen Raum, zu einem
bajuwarischen Stammesvolk zusammen.

Die Markomannen

waren ein suebischer Volksstamm der Germanen. Der Name setzt sich aus Mark (Grenzland)
und Männer/Leute zusammen.

Die Goten

waren ein ostgermanisches Volk, das seit dem 3. Jahrhundert mehrfach in militärische
Konflikte mit den Römern verwickelt war. Während der spätantiken Völkerwanderungszeit
bildeten zunächst die West- und dann auch die Ostgoten eigene Reiche auf dem Boden des
Imperium Romanum, die 711 bzw. 552 untergingen.

Die Langobarden

waren ein Teilstamm der Stammesgruppe der Sueben, eng mit den Semnonen verwandt, und
damit ein elbgermanischer Stamm, der ursprünglich an der unteren Elbe siedelte.

3.СЕРЕДНЬОВЕРХНЬОНІМЕЦЬКИЙ  ПЕРІОД (1050 -1350)

Apokope

Wegfall von Sprachlauten am Wortende.  

Auslautverhärtung

die phonetischen Unterschiede im Inlaut oder Auslaut. So werden die stimmhaften Laute a)
im Auslaut und b) vor stimmlosen Lauten stimmlos gesprochen.  

Gemination

die längere Aussprache von Konsonanten. In der Schrift werden Geminaten meist durch
Verdoppelungen der Konsonantenbuchstaben bezeichnet.
Prokope

die Tilgung eines oder mehrerer Sprachlaute am Wortanfang.  

Reduktion

die Abschwächung eines Lautes in unbetonter Position.

Restumlaut

die Umlautung sämtlicher anderer Vokale und Diphtonge. Diese bezeichnet man als
Restumlaute: /ā, o, ō, u, ū, uo, ou/ > /æ, ö, œ, ü, iu, üe, öu/.

Sekundärumlaut

im Ahd geltende Umlauthinderungen, die im Zuge einer zweiten Umlautperiode zu Beginn


des 10. Jahrhunderts nun beseitigt werden.

Synkope

der Ausfall unbetonter Vokale im Inneren eines Wortes.

Bedeutung

einem sprachlichen Ausdruck konventionell zugeordnete überindividuelle Wissenseinheit.

Bedeutungserweiterung

ein Bedeutungswandel, bei dem der Unterbegriff zum Oberbegriff wird.

Bedeutungsverbesserung/Melioration oder Bedeutungsverschlechterung/ Pejoration

Erscheinungen, die zu einer Änderung der sprachlichen (stilistischen) Ebene führen, z. B. ein
euphemistisch verwendetes Wort kann die ursprünglich „schlechten“ Eigenschaften des
vertretenen Wortes übernehmen und dadurch eine Stufe tiefer sinken oder umgekehrt. Aber
auch das Umgekehrte, eine Bedeutungsverbesserung, ist möglich.

Bedeutungsverengung

ein Bedeutungswandel, bei dem der Oberbegriff zum Unterbegriff wird.


Bedeutungsverengung/Spezialisierung

ein Bedeutungswandel, bei dem der Oberbegriff zum Unterbegriff wird.

Bedeutungserweiterung/Generalisierung/Amplifikation

ein Bedeutungswandel, bei dem der Unterbegriff zum Oberbegriff wird.

Demotivation

der Verlust der Motivation durch Sprachwandel.

Lehnbedeutung

die Bedeutung eines fremden Wortes, die auf ein einheimisches Wort übertragen wird.

Lehnbildung

Bildung eines neuen Wortes im Rückgriff auf vorhandene Wörter oder Wortstämme der
Nehmersprache. Der Unterschied zur Lehnbedeutung besteht darin, dass bei der Lehnbildung
ein neues Wort oder eine neue Wortzusammensetzung entsteht.

Lehnschöpfung

ein Wort, das ohne Rücksicht auf besondere Bedeutungsnuancen des fremden Wortes relativ
frei neu gebildet wird, z. B. Hochschule für Universität.

Lehnübersetzung

eine Art der Lehnbildung, bei der ein meist zusammengesetztes fremdes Wort Glied für Glied
übersetzt wird, z. B. Großvater nach französisch grand-père.

Lehnübertragung

eine Art der Lehnbildung, bei der die fremden Bestandteile nur teilweise oder mit einer
Bedeutungsveränderung übersetzt werden, z. B. Fernsprecher für Telephon (wörtlich ‚Fern-
Klang‘).

4. РАННЬОВЕРХЬОНІМЕЦЬКИЙ ПЕРІОД, (1350 – 1650)


Handel

Teilbereich der Wirtschaft, der sich dem Kauf und Verkauf von Waren, Wirtschaftsgütern
widmet; Gesamtheit der Handelsunternehmen; Geschäftswelt

Wiegendrucke

Inkunabeln

Inkunabeln

Druck-Erzeugnis aus der Frühzeit des Buchdrucks (bis einschließlich 1500); Wiegendruck,
Frühdruck

Graphematik

Wissenschaft von den Graphemen unter dem Aspekt ihrer Unterscheidungsmerkmale und
ihrer Stellung im Alphabet

Normative Grammatik

eine Grammatik, die Regeln für den richtigen Sprachgebrauch (Norm) aufstellt und
Sprachäußerungen, die diesen Regeln widersprechen, als falsch einstuft; Gegensatz:
deskriptive Grammatik. Vom Standpunkt der modernen Linguistik wird die normative
Grammatik kritisiert, weil sie der Vielfalt der Sprache nicht gerecht wird.

Gottesdienstsprache 

Gottesdienste in einfacher Sprache sind für alle Menschen verständlich. Hilfreich sind in
leichte Sprache übersetzte Texte und Bilder.

Ackermann aus Böhmen

(auch: Der Ackermann und der Tod) ist ein Werk des Johannes von Tepl, das um 1400
entstand, zunächst in verschiedenen Handschriften verbreitet wurde und erstmals um 1460 in
Bamberg im Druck erschien. Es war eines der ersten Werke auf Deutsch, das mit
Holzschnitten versehen war.

Alltagssprache
Sprache, die im alltäglichen Verkehr der Menschen untereinander angewendet wird und
zwischen Standardsprache und Umgangssprache steht

Blockbuch

mit einzelnen Holzschnitten gedrucktes Buch des Spätmittelalters

Buchdruck

Hochdruckverfahren mit zusammengesetzten Druckformen und gegossenen Lettern

Fachsprache

Sprache, die sich vor allem durch Fachausdrücke von der Gemeinsprache unterscheidet

Flugblatt

meist unentgeltlich verteiltes oder von Flugzeugen o. Ä. in größerer Menge abgeworfenes


Blatt, das ein- oder zweiseitig bedruckt [und illustriert] ist und über ein aktuelles Ereignis
informiert oder dazu Stellung nimmt

Goldene Bulle

1356 auf Hoftagen in Nürnberg und Metz verkündete Gesetzessammlung. Ihren Namen
erhielt sie von den Goldenen Siegeln, die sechs der sieben Ausfertigungen besaßen. Die
Goldene Bulle bildete einen zentralen Baustein der Reichsverfassung und war bis zum Ende
des Alten Reichs 1806 gültig.

Kanzleisprache

Form der deutschen Sprache im geschäftlichen Schriftverkehr (seit der 1. Hälfte des 13.
Jahrhunderts) besonders in Urkunden, Akten und Rechtsvorschriften

Lauber, Diepold

(auch: Diepolt Louber, Dypold Läber, Dijpold Laber; vor 1427 - nach 1471). Schreiblehrer
in Hagenau (Unterelsass), der sein Einkommen sowohl durch Lohnschreiberei als auch durch
den Vertrieb von Büchern und durch Vermietung von Pferdeställen aufbesserte. Das älteste
Manuskript aus Laubers Produktion stamm aus dem Jahr 1427. 
Legenda Aurea

Legenden sammlungen,  die verbreiten sich in zahlreichen Handschriften über den gesamten
deutschen (und niederlän dischen) Sprachraum.

Metapher

(besonders als Stilmittel gebrauchter) sprachlicher Ausdruck, bei dem ein Wort (eine
Wortgruppe) aus seinem eigentlichen Bedeutungszusammenhang in einen anderen übertragen
wird, ohne dass ein direkter Vergleich die Beziehung zwischen Bezeichnendem und
Bezeichnetem verdeutlicht; bildliche Übertragung (z. B. der kreative Kopf des Projekts)

Pergament

alte Handschrift auf Pergament

Reformation (s.a. Luther)

religiöse Erneuerungsbewegung des 16. Jahrhunderts, die zur Bildung der evangelischen
Kirchen führte

Sebastian Brandt

(geboren 1457 oder 1458 in Straßburg; gestorben 10. Mai 1521 ebenda). Er war einer der
produktivsten Autoren lateinischer Andachtslyrik und Herausgeber von antiken Klassikern
und Schriften italienischer Humanisten. Seine 1494 veröffentlichte Moralsatire Das
Narrenschiff begründete seinen Ruhm als Autor des deutschen Humanismus.

Hans Sachs

war ein deutscher Dichter, Meistersinger, Dramatiker und Schuhmacher. Hans Sachs,
geboren am 5. November 1494 in Nürnberg und gestorben am 19. Januar 1576 in Nürnberg.
Sein Œuvre umfasst über 6000 einzelne Werke, wobei er vor allem in Knittelversen dichtete,
eine Form, die etwa Martin Opitz – ein Dichter des Barocks – strikt ablehnte und den
Alexandriner zum Versmaß der deutschen Dichtung erhob.

Umlaut

Veränderung eines Vokals, besonders der Wechsel eines a, o, u, au zu ä, ö, ü, äu


Martin Luther

der wichtigster Vertreter der Reformation. Er lebte von 1483 bis 1546. Er war sehr fromm
und damals einer der wenigen Deutschen, die die Bibel selbst lesen konnten. Das wichtigste
Buch der Christen gab es damals nämlich nur in hebräischer, griechischer und lateinischer
Sprache. Beim Lesen der Bibel verstand Luther vieles ganz anders, als es von den Pfarrern
und Gelehrten erzählt wurde. Auch das Leben der oberen Kirchenmänner und viele Regeln
passten nicht zu dem, was er in der Bibel fand.

Humanist

jemand, der die Ideale des Humanismus  vertritt, in seinem Denken und Handeln zu
verwirklichen sucht

innere Flexion

Bei der inneren Flexion verändert sich der Wortstamm.

Kongruenz

formale Übereinstimmung zusammengehörender Teile im Satz (in Kasus, Numerus, Genus


und Person)

Unterordnend
(von Konjunktionen) einen Gliedsatz einleitend

Meißnisch

Meißen, die Meißener betreffend; von den Meißenern stammend, zu ihnen gehörend

СУЧАСНИЙ НІМЕЦЬКИЙ ПЕРІОД (1650 – 2019)

Auslautverhärtung

Verwandlung eines stimmhaften auslautenden Konsonanten in einen stimmlosen

Dichtersprache
(auch Sprache der Literatur, literarische Sprache ) nennt man eine Sprachform innerhalb einer
Sprache, die sich durch eine Reihe von Merkmalen von der sonstigen geschriebenen Sprache
anderer Textgattungen.

Druckersprachen

Berufssprache der Buchdrucker, Setzer und Schriftgießer, die durch altertümliche, zum Teil
humorige Ausdrücke und durch gelehrte Fremdwörter gekennzeichnet ist

Duden, Konrad

(* 3. Januar 1829 in Lackhausen;1. August 1911 in Sonnenberg)war ein preußisch deutscher


Gymnasiallehrer und trat als Philologe und Lexikograf hervor. Konrad Duden schuf das nach
ihm benannte Rechtschreibwörterbuch der deutschen Sprache, den Duden, und beeinflusste
damit Ende des 19. Jahrhunderts maßgeblich die Entwicklung einer einheitlichen
Rechtschreibung im deutschen Sprachraum.

Einheitssprache

für den wissenschaftlichen Gebrauch zu konstruierende einheitliche (b) Sprache

Empfindsamkeit

feines, zartes Empfinden, Feinfühligkeit

Campe, Joachim Heinrich

(29 June 1746 – 22 October 1818) was a German writer, linguist, educator and publisher. He
was a major representative of philanthropinism and the German Enlightenment.

Funktionsverben

Verb in einem Funktionsverbgefüge

Geisteswissenschaften

Gesamtheit der Wissenschaften, die die verschiedenen Gebiete der Kultur und des geistigen
Lebens zum Gegenstand haben, einzelne Wissenschaft, die ein bestimmtes Gebiet der Kultur
und des geistigen Lebens zum Gegenstand hat
Erbwort

aus dem vorausgehenden Sprachzustand überkommenes Wort

Goethe, Johann Wolfgang

(28. August 1749 in Frankfurt am Main; 22. März 1832 in Weimar), war ein deutscher
Dichter und Naturforscher. Er gilt als einer der bedeutendsten Schöpfer deutschsprachiger
Dichtung.

Sturm und Drang

 bezeichnet eine Strömung der deutschen Literatur in der Epoche der Aufklärung, die etwa
von 1765 bis 1785 hauptsächlich von jungen, etwa 20- bis 30-jährigen Autoren getragen
wurde. Wegen der „Verherrlichung des ‚Originalgenies‘ als Urbild des höheren Menschen
und Künstlers“ (Gero von Wilpert)wird diese Strömung auch als Geniezeit oder Genieperiode
bezeichnet.

Johann Christoph Gottsched

(2. Februar 1700 in Juditten, Herzogtum Preußen;12. Dezember 1766 in Leipzig,


Kurfürstentum Sachsen) war ein deutscher Schriftsteller, Dramaturg, Sprachforscher und
Literaturtheoretiker sowie Professor für Poetik, Logik und Metaphysik der Aufklärung.

Grimm (Jacob, Wilhelm)


nannten sich die Sprachwissenschaftler und Volkskundler Jacob Grimm (1785–1863) und
Wilhelm Grimm (1786–1859) bei gemeinsamen Veröffentlichungen, wie zum Beispiel ihren
weltberühmten Kinder- und Hausmärchen und dem Deutschen Wörterbuch, das sie
begannen. 

Großschreibung

das Schreiben mit großen Anfangsbuchstaben

Purismus

(in der Denkmalpflege des 19. Jahrhunderts) oft übertriebenes Bestreben, Bauwerke um der
Stilreinheit willen von stilistisch späteren Zutaten zu befreien
Fruchtbringende Gesellschaft

(1617–1680, lat. societas fructifera), auch Palmenorden genannt, war die erste, mit 890
Mitgliedern auch größte deutsche Sprachakademie. In ihrer Imprese zeigt sie die vielfach
brauchbare Kokospalme mit der Devise „Alles Zu Nutzen“.

Orthografie

nach bestimmten Regeln festgelegte, allgemein geltende Schreibung von Wörtern

Interpunktion

bestimmten Regeln folgende Setzung von Satzzeichen

Lehnbildung

Neubildung eines Wortes nach fremdem Vorbild

Kanakisch

die Südseeinsulaner, besonders die Neukaledonier betreffend, zu ihnen gehörend

Romantik

Epoche des europäischen, besonders des deutschen Geisteslebens vom Ende des 18. bis zur
Mitte des 19. Jahrhunderts, die in Gegensatz steht zu Aufklärung und Klassik und die geprägt
ist durch die Betonung des Gefühls, die Hinwendung zum Irrationalen, Märchenhaften und
Volkstümlichen und durch die Rückwendung zur Vergangenhe

Schachtelsatz

langer, kompliziert gebauter Satz mit mehrfach untergeordneten Nebensätzen

Internationalismen

Wort, das in gleicher Bedeutung und gleicher oder ähnlicher Form in verschiedenen
Kultursprachen vorkommt (z. B. „Demokratie“)

Fremdwort
aus einer fremden Sprache übernommenes oder in der übernehmenden Sprache mit Wörtern
oder Wortteilen aus einer fremden Sprache gebildetes Wort

Pietismus

protestantische Bewegung des 17. und 18. Jahrhunderts, die durch vertiefte Frömmigkeit und
tätige Nächstenliebe die Orthodoxie zu überwinden suchte

Sorbisch

die sorbische Sprache

Umgangssprache

Sprache, die im täglichen Umgang mit anderen Menschen verwendet wird; nicht der
Standardsprache entsprechende, aber weitgehend akzeptierte, meist gesprochene
überregionale Sprache

Trivialliteratur

der Unterhaltung dienende, inhaltlich unkomplizierte und mit einfacheren sprachlichen


Mitteln arbeitende Literatur.

5. ФОНОЛОГІЧНА СИСТЕМА НІМЕЦЬКОЇ МОВИ З ДІАХРОНІЧНОЇ ТОЧКИ ЗОРУ.

Konsonantismus
Konsonantismus ist System, Funktion der Konsonanten
Die 2. Lautverschiebung
Wird ein regelhafter Lautwandel im Bereich des Konsonantismus verstanden, durch den sich
die nachmaligen hochdeutschen Dialekte von den nachmaligen niederdeutschen Mundarten
und den übrigen altgermanischen Varietäten überhaupt fortentwickelten.
a) im In- und Auslaut des Wortes nach einem Vokal wurden p, t, k zu ff, ss, hh verschoben:
oppan – offan
b) im Anlaut, inlautend und auslautend nach einem Konsonanten sowie bei
Konsonantendehnung wurden die germ. p, t, k zu den Affrikaten pf, z, kch: tunga – zunga
c) Explosivlaute b,d,g -> p, t, k : drinkan – trinken
1. Phase 4-5 Jh
p -> f
t -> s
k -> x (ch)
Beispiele: asächs strata – ahd strazza, asächs riki – ahd rihhi
2. Phase 6-7 Jh
p – pf: appul - apful
t – ts: asächs catt – ahd kazza
k – kx (kch): fränk. werk – ahd alem. werch
3. Phase 8-9 Jh
b–p
d – t: asächs don – ahd tun
g–k

Benrather Linie

Benrather Linie oder auch maken-machen-Linie bezeichnet in der Germanistik eine


Isoglosseinnerhalb des kontinentalwestgermanischen Dialektkontinuums. Sie trennt das
Hochdeutsche und die mitteldeutschen Mundarten vom Niederdeutschen.

Die Benrather Linie markiert den nördlichen Bereich der zweiten Lautverschiebung und wird
mit der Tenuisverschiebung k → ch in Verbindung gebracht. Die Isoglosse bezeichnet den
Verlauf des nördlichen Verbes maken gegenüber dem südlicheren machen. Die Benennung
der Benrather Linie erfolgte 1877 durch den Sprachwissenschaftler Georg Wenker nach dem
Ort Benrath, in dessen Nähe sie den Rhein überschreitet.

Speyerer Linie

Als Speyerer Linie bezeichnet die moderne Germanistik eine Isoglosse innerhalb des
westgermanischen Dialektkontinuums. Sie trennt das Oberdeutsche vom Mitteldeutschen.

Die Speyerer Linie wird auch als Appel-/Apfel-Linie bezeichnet und wird üblicherweise als
südliche Grenzlinie des mitteldeutschen Sprachgebietes angesehen, das im Norden durch die
Benrather Liniebegrenzt wird. Südlich der Speyerer Linie liegt das Gebiet der oberdeutschen
Dialekte. Da die Speyerer Linie bei den Städten Faulbach, Freudenberg und Großheubach
mehrfach den Main überschreitet, wird sie auch Main-Linie genannt. Dort, im Gebiet des
Spessart, heißt sie regional auch Äppeläquator.

Uerdinger Linie

Die Uerdinger Linie oder ik-ich-Linie bezeichnet in der Germanistik die ik/ich-Isoglosse.
Nebenformen sind ek bzw. ech. Die Uerdinger Linie trennt u. a. das Nordniederfränkische
vom Südniederfränkischen. Sie spannt sich vom belgischen Löwen über das niederländische
Roermond, Venlo und Viersen, überquert zwischen Krefeld-Uerdingen und Duisburg-
Mündelheim den Rhein, verläuft nördlich von Mintard an der Ruhr entlang, weiter durch das
Bergische Land und trifft bei Wuppertal wieder auf die Benrather Linie oder
„maken-/machen-Linie“.

Auslautverhärtung

Die Auslautverhärtung betrifft die stimmhaften Konsonanten b <b>, d <d> und z <z>, die –
wenn sie in den Auslaut oder vor auslautendem s <s> zu stehen kommen – zu den
entsprechenden stimmlosen Konsonanten f <f>, þ <þ> und s <s> werden.

Umlaut

Die Erscheinung des Umlauts gehört zu den Phänomenen des kombinatorischen


Lautwandels. Das bedeutet, dass das Auftreten des Umlautes von seiner lautlichen
Umgebung abhängt. So beruht der Umlaut auf einer partiellen Assimilation an die Folgesilbe.

Primärumlaut

Erste Umlauterscheinungen werden für das Althochdeutsche seit dem 8. Jahrhundert belegt.
Die Entstehung des Primärumlauts wird im Allgemeinen in der Forschung als ein Prozess
begriffen, der in der 1. Hälfte des 9. Jahrhunderts als abgeschlossen betrachtet werden kann.
Hierbei handelt es sich um die Umlautung des kurzen /a/ zu einem kurzen /e/, wenn in der
Folgesilbe ein /i/ oder /j/ steht. Dieses Phänomen bezeichnet man als Primärumlaut.

Die ahd. Diphthongierung

ist ein Lautwandel, der aus einem einfachen Vokal (einem Monophthong) eine Folge von
zwei Vokalen (einen Diphthong) werden lässt. Der umgekehrte Lautwandel heißt
Monophthongierung. Die Diphthongierung ist ein Lautwandel, der nur Vokale betrifft.
1. germ. ê (entwickelte sich: aus i-e ie)

bei der Dehnung von e beim Verschwinden von i) > ie

got. mizdo aengl. med – ahd miata ( ia > ie;

aus lat. me(n)sa – got. mes – ahd. meas, mias (< mes)

got her – ahd hêr > hear > hiar > hier

fera > fiara ‘seite’

lat. speculum > spiagal

2. germ. ô – uo (im Alem im IX Jh. ua):

Im Bair. – ô bis zum Ende des IX Jhs)

bair. fôz – alem. fuaz – fränk. fuoz ‘Fuß’, got. goþs – ahd. guot

Die Diphthongierung erfolgt nur in Stammsilben, also in hochtonigen Silben, die


Nebensilben behalten die alten Monophthonge.

Die ahd. Monophthongierung

ist eine lautliche Veränderung, die aus einem Diphthong einen Monophthong werden lässt.

1. germ ai > ê vor h, r, w und im Auslaut:

got. aihts ahd eht ‘Besitz’

got maiza ahd mêro ‘mehr’

got snaiws ahd snêo ‘Schnee’

In anderen Stellungen blieb der alte Diphthong ei (ai):

ains – ein

haitan – heizan

2. germ. au > ô vor h oder Vorderzungenlauten: d, t, s, z, e, n, r got [o] r, h, v


hauhs – hôh

dauþus – tôd

auso – ôra

laun – lôn

In anderen Stellungen blieb der alte Diphthong:

ou (au):

augo – ouga

galaubjan – gilouben

Die Entwicklung von ai zu ê beginnt bereits im 7. Jh. und ist im 8. Jh. abgeschlossen, die von
au zu ô nimmt erst im 8. Jh. ihren Anfang und ist im 9. Jh. beendet.

Die Verengung die Diphthonge

In Ahd. wurden die germanischen Diphthonge au, ai zu ou und ei “verengt”:

got. auk ahd ouh

galaubjan gilouben

stains stein

tail teil

Brechung (Vokalharmonie)

(auch a-Umlaut genannt) bezeichnet in der Historischen Linguistik verschiedene


assimilatorische Vokalveränderungen. Der Begriff wurde von Jacob Grimm eingeführt.

Im Althochdeutschen bezeichnet er die Senkung von germanisch /i/, /u/ und /eu/ zu
althochdeutschem /e/, /o/ und /eo, io, ie/, wenn die folgende Silbe ein /a/, /e/ oder /o/ enthielt
und kein Nasal (/n/ bzw. /m/) dazwischen stand.

Hebung
Die diachrone Linguistik versteht unter Hebung einen vokalischen Lautwandel, der durch die
Veränderung des Artikulationsortes eines Vokals durch eine höhere Zungenlage
hervorgerufen wird.

Senkung

Die diachrone Linguistik versteht unter Senkung einen vokalischen Lautwandel, der durch
die Veränderung des Artikulationsortes eines Vokals durch eine niedrigere Zungenlage
hervorgerufen wird.

Abschwächung der Vokale

Abschwächung der Vokale ist der Übergang aus der starken in die schwache Position, in die
Position der Neutralisierung.

Man unterscheidet starke und schwache Positionen der Phoneme. In der starken Position
behält das Phonem alle seine charakteristischen Züge bei. Die starke Position für die
deutschen Vokale ist ihre Stellung in einer betonten Silbe und die schwache Position - in
einer unbetonten Silbe. Eine Abart der schwachen Position ist die Position der
Neutralisierung, in der das betreffende Phonem mit einem oder mehreren anderen Phonemen
zusammenfällt. In diesem Fall geht es um das sgn. Archiphonem (Prager phonologische
Schule) oder um das Hyperphonem (Moskauer phonologische Schule) oder das "schwache
Phonem" im Unterschied zum starken Phonem (R.I.Awanessow).

Schwund von Vokalen

In mehreren Wörtern kann der auslautende Vokal beweglich sein: In einigen Formen
erscheint er in anderen wiederum nicht, weshalb er auch als beweglicher Vokal bezeichnet
wurde.

Sekundärumlaut

Im Zuge einer zweiten Umlautperiode zu Beginn des 10. Jahrhunderts werden nun die
ehemals im Althochdeutschen geltenden Umlauthinderungen beseitigt. Dieser nachträglich
eingetretene Umlaut wird als Sekundärumlaut bezeichnet.

Dehnung
Die neuhochdeutsche Dehnung ist ein Lautwandelprozess, der im Übergang vom
Mittelhochdeutschen zum Frühneuhochdeutschen eingetreten ist.

Die nhd. Dehnung bezeichnet eine Veränderung der Vokalquantität, was bedeutet, dass sich
die Länge der Vokale verändert. Aus einem mhd. Kurzvokal wird im Nhd. ein Langvokal.

Dehnung tritt auf:

1. vor r`+Konsonant (we:r-den)


2. vor r (de:r)
3. einsilbige Wörter übernehmen die Dehnung aus einer zweiselbigen Flexionsform(vie-
les)

Kürzung

Vor Doppelkonsonant wurden die mhd. langen Vokale gekürzt.(dâhte- dachte)

Senkung

Die diachrone Linguistik versteht unter Senkung einen vokalischen Lautwandel, der durch
die Veränderung des Artikulationsortes eines Vokals durch eine niedrigere Zungenlage
hervorgerufen wird.

Vor Nasalen und Nasalverbindungen ô wurden zu ü und o zu ō gesenkt.

Rundung

Mhd. vorderen Vokale werden im Oberdeutsch labialisiert.

mhd. i zu nhd. ū

mhd. e zu nhd. ō beil l,sch,ff,pf,tz

mhd. ā zu nhd. ō nach w

Entrundung

Unter Entlabialisierung oder Entrundung versteht man in der Phonetik Prozess und Ergebnis
eines Aussprache-Wandels, durch den ursprünglich mittels der Vorderzunge gerundete
Vokale ihre Lippenrundung verlieren.
mhd. ü, u, ö, o werden zu nhd. i, e, ei.

6. СЛОВНИКОВИЙ СКЛАД НІМЕЦЬКОЇ МОВИ З ТОЧКИ ЗОРУ


СУЧАСНОГО ЛІНГВІСТИЧНОГО ОСВІТЛЕННЯ.

Apokope

Wegfall von Sprachlauten am Wortende.  

Auslautverhärtung

die phonetischen Unterschiede im Inlaut oder Auslaut. So werden die stimmhaften Laute a)
im Auslaut und b) vor stimmlosen Lauten stimmlos gesprochen.  

Gemination

die längere Aussprache von Konsonanten. In der Schrift werden Geminaten meist durch
Verdoppelungen der Konsonantenbuchstaben bezeichnet.

Prokope

die Tilgung eines oder mehrerer Sprachlaute am Wortanfang.  

Reduktion

die Abschwächung eines Lautes in unbetonter Position.

Restumlaut

die Umlautung sämtlicher anderer Vokale und Diphtonge. Diese bezeichnet man als
Restumlaute: /ā, o, ō, u, ū, uo, ou/ > /æ, ö, œ, ü, iu, üe, öu/.

Sekundärumlaut

im Ahd geltende Umlauthinderungen, die im Zuge einer zweiten Umlautperiode zu Beginn


des 10. Jahrhunderts nun beseitigt werden.

Synkope
der Ausfall unbetonter Vokale im Inneren eines Wortes.

Bedeutung

einem sprachlichen Ausdruck konventionell zugeordnete überindividuelle Wissenseinheit.

Bedeutungserweiterung

ein Bedeutungswandel, bei dem der Unterbegriff zum Oberbegriff wird.

Bedeutungsverbesserung/Melioration oder Bedeutungsverschlechterung/ Pejoration

Erscheinungen, die zu einer Änderung der sprachlichen (stilistischen) Ebene führen, z. B. ein
euphemistisch verwendetes Wort kann die ursprünglich „schlechten“ Eigenschaften des
vertretenen Wortes übernehmen und dadurch eine Stufe tiefer sinken oder umgekehrt. Aber
auch das Umgekehrte, eine Bedeutungsverbesserung, ist möglich.

Bedeutungsverengung

ein Bedeutungswandel, bei dem der Oberbegriff zum Unterbegriff wird.

Bedeutungsverengung/Spezialisierung

ein Bedeutungswandel, bei dem der Oberbegriff zum Unterbegriff wird.

Bedeutungserweiterung/Generalisierung/Amplifikation

ein Bedeutungswandel, bei dem der Unterbegriff zum Oberbegriff wird.

Demotivation

der Verlust der Motivation durch Sprachwandel.

Lehnbedeutung

die Bedeutung eines fremden Wortes, die auf ein einheimisches Wort übertragen wird.

Lehnbildung
Bildung eines neuen Wortes im Rückgriff auf vorhandene Wörter oder Wortstämme der
Nehmersprache. Der Unterschied zur Lehnbedeutung besteht darin, dass bei der Lehnbildung
ein neues Wort oder eine neue Wortzusammensetzung entsteht.

Lehnschöpfung

ein Wort, das ohne Rücksicht auf besondere Bedeutungsnuancen des fremden Wortes relativ
frei neu gebildet wird, z. B. Hochschule für Universität.

Lehnübersetzung

eine Art der Lehnbildung, bei der ein meist zusammengesetztes fremdes Wort Glied für Glied
übersetzt wird, z. B. Großvater nach französisch grand-père.

Lehnübertragung

eine Art der Lehnbildung, bei der die fremden Bestandteile nur teilweise oder mit einer
Bedeutungsveränderung übersetzt werden, z. B. Fernsprecher für Telephon (wörtlich ‚Fern-
Klang‘).

Prokope

die Tilgung eines oder mehrerer Sprachlaute am Wortanfang.

Reduktion

die Abschwächung eines Lautes in unbetonter Position.

Restumlaut

die Umlautung sämtlicher anderer Vokale und Diphtonge. Diese bezeichnet man als

Restumlaute: /ā, o, ō, u, ū, uo, ou/ > /æ, ö, œ, ü, iu, üe, öu/.

Synkope

der Ausfall unbetonter Vokale im Inneren eines Wortes.


7. МОРФОЛОГІЧНА СИСТЕМА НІМЕЦЬКОЇ МОВИ В ЛІНГВІСТИЧНО-
ІСТОРИЧНОМУ ОСВІТЛЕННІ (З ДІАХРОНІЧНОЇ ПЕРСПЕКТИВИ). СИНТАКСИС
НІМЕЦЬКОЇ МОВИ З ДІАХРОНІЧНОЇ ПЕРСПЕКТИВИ.

Das Substantiv

Das Substantiv ist eine Wortart, die Dinge im weitesten Sinne des Wortes bezeichnet. Das
Substantiv bewahrt im Ahd. die grammatischen Kategorien des Genus ( 3 Geschlechtern ),
des Numerus ( Singular, Plural) und des Kasus, die das Urgermanische besaß und es
seinerseits aus dem Indoeuropäischen übernommen hatte. Auch der Flexionstyp der
Substantive blieb im wesentlichen noch der alte.

das Genus

Genus eine der verschiedenen Klassen (männlich, weiblich, sächlich), in die die Substantive
(danach Adjektive und Pronomen) eingeteilt sind; grammatikalische Kategorie beim Nomen;
grammatisches Geschlecht

der Numerus

Numerus grammatische Kategorie, die durch Flexionsformen (beim Substantiv, Adjektiv,


Artikel, Pronomen) die Anzahl der bezeichneten Gegenstände oder Personen bzw. (beim
Verb) die der Handelnden, von einem Geschehen Betroffenen angibt

der Kasus

Kasus ist die besondere Form eines deklinierbaren Wortes, durch die im Satz die Beziehung
zu anderen Wörtern ausgedrückt wird

die Deklinationstypen

Man bestimmt die Deklinationstypen der Substantive im Ahd. nach den stammbildenden
Suffixen, da die alten Kasusendungen in vielen Fällen geschwunden sind :

Vokalische Stämme :
a - Deklination ( m. tag, kuning, n. wort, houbit u.a. )- N.A. - taga

ja - Deklination ( m. hirti, n. kunni " Geschlecht"...)

wa - Deklination ( m. snкo, n. kniu " Knie "... )

i - Deklination ( m. gast. scrit "Schrift ", f. kraft, fart... )

II. Konsonantische Stämme

n - Deklination ( m. namo, garto "Garten " , boto, herza, ouga ora " Ohr ", zunga, sunna,
wituwa ...)

nt - Deklination ( m. friunt, fiant " Feind " )

r - Deklination ( m. bruoder, fater, f. muoter , tohter ... )

ir - Deklination ( n. lamb - lembir , kalb, huon, blat ... )

die Deklination

Flexion (des Substantivs, Adjektivs, Pronomens und Numerales)

Wandel der Deklinationsystems

Im Ahd. und Mhd. vollzieht sich der Wandel der Deklinationsystems. Entscheidend dafür
war die Abschwächung der unbetonten Vokale in den stammbildenden Suffixen, die zu
Kasusendungen wurden. Unterschiedliche Endungen a, o, i, u wurden zu - e abgeschwächt
und im Mhd. verteilt man die Substantive in zwei Deklinationstypen - starke und schwache
Deklination - nach dem grammatischen Geschlecht. Die vokalischen Stämme bilden die
starke Deklination mit dem Merkmal - der Genitivendung - s im Sg., die konsonantischen n-
Stämme liegen zugrunde der schwachen Deklination. Die übrigen konsonantischen Stämme
schlossen sich der starken Deklination an. Im Fnhd. entwickelte sich die Deklination der
Feminina mit der Nullendung im Sg.

Entwicklung des Artikels


Die Entwicklung des Artikels beginnt im Ahd. Zuerst entwickelt sich der bestimmte Artikel
ther, thiu, tha3 , dem ein Demonstartivpronomen zugrunde liegt. Der bestimmte Artikel ist im
Ahd. noch im Werden. Er wird nur mit konkreten Substantiven gebraucht, um einen
einzelnen Gegenstand zu bezeichnen

Das Verb

Das Verb ist ein fachsprachlicher Ausdruck der traditionellen Grammatik für eine Wortart,
die eine Tätigkeit, ein Geschehen oder einen Zustand ausdrückt

Im Ahd. hatte das Verb die grammatischen Kategorien der Zeit, der Zahl, der Person, die
Kategorie des Modus.

Kategorie der Zeit

Die Kategorie der Zeit hatte nur zwei Formen für drei Zeitstufen : das Präsens, diente zum
Ausdruck der Gegenwart und der Zukunft, und das Imperfekt ( Präteritum ) zum wurde zum
Ausdruck der Vergangenheit gebraucht. Die analytischen Zeitformen Perfekt und
Plusquamperfekt entwickelten sich im Ahd. und Mhd. aus biverbalen Wortgruppen wie
haben + P.II , werden + P.II und sein + PII, in denen das II. noch deklinierbare Form haben

Kategorie der Zahl

Die Kategorie der Zahl war wie auch heute durch den Singular und Plural vertreten.

Kategorie der Person

Die Kategorie der Person besaß dieselben Formen wie heute: die erste, zweite und dritte P.
im Sg. und Pl.

Morphologische Klassifikation

Die morphologische Klassifikation der Verben im Ahd. unterscheidet sich von der in der
deutschen Gegenwart. Wie auch heute gliedert man die ahd. Verben in starke schwache und
unregelmäßige nach der Art der Bildung des Präteritums. Aber im Ahd. unterscheidet man
noch thematische und athematische Verben nach der Bildung des Präsens.

Starke Verben
Unter starken Verben verstand man jene Schicht der uralten Verben, die noch auf das
Altgermanische zurückkommen, und die das Präteritum mit Hilfe des Ablauts bilden.

Der Begriff starkes Verb wurde von dem deutschen Sprachforscher Jacob Grimm um 1819 in
die Sprachwissenschaft eingeführt.

Schwache Verben

Man unterscheidet im Ahd. drei Klassen der schwachen Verben - nach ihrem
stammbildenden Suffix:

I. Klasse - jan - teilen, zellen = thematischen Verben

II.Klasse - o- dionon, salbon = athematische Verben

III. Klasse - e - haben, folgen = athematische Verben

Präteritopräsentia

Die Präteritopräsentia werden so bezeichnet, weil ihre Präsensformen alle Merkmale des
starken Präterits haben, und zwar : den Ablaut des Stammvokals im Sg. und im Pl. und die
Nullendungen in der 1.,3. P. Sg.

wissan Präsens Präterit stegan ( I. Ablr.)

1.P. Sg. weis - steig -

1.P.Pl. wissum stigum

Unregelmäßige Verben

Zu den unregelmäßigen Verben gehören im Ahd. folgende Verben : 1. tuon, gen, sten; 2. sin;
3. wellen (wollen )

Der einfache Satz

Die Wortstellung im Satz war frei. Das Prädikat konnte im Ahd. im Aussagesatz sowohl an
der zweiten Stelle als auch am Satzanfang und im Satzschluss stehen

Tendenzen in der Satzgestaltung


1) Die Tendenz zur Verbreitung der zweigliedrigen Satzstruktur auf den unpersönlichen und
unbestimmten-persönlichen Satz ( mit den Pronomen es und man ).

2) Die Tendenz zur Entwicklung der Elemente der festen Wortstellung im Satz , vor allem
zur Bindung der Stelle des Prädikats und zur Entwicklung der Umklammerung

Die Satzverbindung

aus mehreren nebengeordneten Hauptsätzen zusammengesetzter Satz

Die Konjunktion

Wort, das [Glied]sätze, Haupt- und Gliedsatz oder Satzglieder verbindet

Das Satzgefüge

aus Haupt- und Nebensatz bzw. -sätzen zusammengesetzter Satz

Das Prädikat

die Struktur des Satzes bestimmender Satzteil, der eine Aussage über das Subjekt macht