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0.

Einleitung

In dieser vorliegenden Arbeit wird der Themenbereich Wortbildung im Deutschen


einerseits sprachwissenschaftlich beschrieben und andererseits unter besonderer
Berücksichtigung ihrer Möglichkeit und Notwendigkeit im Rahmen eines
fachbezogenen Unterrichts Deutsch als Fremdsprache am Beispiel des
!"#$%&'()$%*+,$%&'+- thematisiert. Die Arbeit wird durch einen konkreten
Didaktisierungsvorschlag vervollständigt, dadurch soll die Verzahnung von Theorie und
Praxis zum Vorschein kommen.

1. Stellenwert der Wortbildung im fachbezogenen Unterricht Deutsch


als Fremdsprache

In der heutigen Didaktik und Methodik wie in der kommunikativen Didaktik wird eine
Unterscheidung zwischen Verstehens- (Rezeptions-) und Mitteilungsgrammatik
(Produktionsgrammatik) vorgenommen. Damit wird erreicht, dass die
Fremdsprachenlernenden nicht alle grammatischen Strukturen aktiv bzw. produktiv zu
beherrschen haben. Die Betrachtungsweise, dass manche Grammatikpensen "nur" als
Mittel zum Verstehen bei rezeptiven Fertigkeiten zu verstehen sind, findet ebenfalls im
fachbezogenen Fremdsprachenunterricht zunehmend Zuspruch.

Im fachsprachlichen Bereich besteht ein hoher Anteil von mittels verschiedenartiger


Wortbildungsmöglichkeiten gebildeten Fachwörtern. Die Einprägung aller neuen
Wörter durch Auswendiglernen scheint wenig nützlich, sogar unmöglich, zu sein. Die
Kenntnisse über Wortbildungsprozesse sind deswegen in diesem Zusammenhang sehr
hilfreich für die Bedeutungsentschlüsselung der neuen Wortschöpfungen und den
Lernern im Unterricht Deutsch als Fremdsprache zur Förderung der Lern- und
Arbeitsstrategien bei der Auseinandersetzung mit dem Wortschatz in der Fachsprache
bewusst zu vermitteln. Im fachbezogenen Unterricht Deutsch als Fremdsprache soll
deswegen die Wortbildung als ein zentraler Aspekt im Hinblick auf die
Verstehensgrammatik behandelt werden.

1
2. Wortbildungstypen

In diesem Kapitel wird eine sprachwissenschaftliche Beschreibung der


Wortbildungsmuster im Deutschen vorgenommen. Zur Beschränkung auf häufigste und
deutlichste Spracherscheinungen ist das Hauptaugenmerk auf die Wortbildungsprozesse
in drei Hauptwortarten gerichtet, und zwar Substantiv, Verb und Adjektiv.1

Die Haupttypen der Wortbildung im Deutschen lassen sich folgendermaßen gliedern


(vgl. SCHÖNECK in VOLMERT 1999: 105ff und LÜHR 1986: 149ff):
• Komposition bzw. Zusammensetzung
• Derivation bzw. Ableitung2
• Konversion bzw. der Wortartwechsel
Die weiteren zu nennenden Wortbildungstypen sind
• Ausdruckskürzung;
• Kontamination bzw. Wortmischung.

2.1 Komposition bzw. Zusammensetzung

Die Komposition (lat. &./0.-+#+ ‚zusammensetzen‘) bzw. Zusammensetzung ist „eine


Bildung eines komplexen Wortes, das aus mindestens zwei Morphemen oder
Morphemverbindungen besteht, die sonst als selbständige Wörter vorkommen können“
(SCHÖNECK, in VOLMERT 1999: 106). SCHÖNECK (in VOLMERT 1999) und SCHUNK
(1997) sehen die Art der Wortbildung als einen sehr häufigen Vorgang bzw. als
produktivstes Muster zur Erweiterung und Veränderung des Wortschatzes der deutschen
Gegenwartssprache.

2.1.1 Formale Gesichtspunkte


An der Komposition können Vertreter aus verschiedenen Wortarten beteiligt sein, wie
die „Hauptwortarten“ (Substantiv, Verb und Adjektiv) und die Präposition. Zur Bildung

1
Die meisten Beispiele in der vorliegenden Arbeit sind den verschiedenen Grammatiken bzw.
Wortbildungslehren (s. Literaturverzeichnis) entnommen, einige vom Verfasser selbst erstellt.
2
Die beiden ersten Arten der Wortbildung können in die überordnende Gruppe 1,%*#,&2%+#3+"$+#,-4
zusammengefasst werden. (Vgl. LÜHR 1986: 149)

2
des Kompositums muss das Grundwort bzw. Basiswort5(„!"#"$%&'(#)%“), das rechte
Glied des Nominalkompositums, als kategorial und Genus bestimmendes Glied in der
Wortart Nomen bzw. Substantiv stehen. Der vor dem Grundwort stehende Teil, das
Bestimmungswort („!"#"$%&'('*“), kann unter Umständen aus einem oder mehreren
Gliedern aus einer beliebigen Wortart bestehen. Das Bestimmungswort hat in erster
Linie die Funktion eines Attributes.

Bestimmungswort Grundwort
(Determinans) (Determinatum)

Bsp. Komposition des Substantivs:


6,7%$(-$"8 + Substantiv ! 9./7+-anschlag
1*:+2$"8 + Substantiv ! ;.'stoff
<+#7 + Substantiv ! =%%tisch
>#?0.%"$".- + Substantiv ! @-$+#geschoss
1*8+#7 + Substantiv ! 1,A+-verteidiger
Komposition des Verbs:
<+#75BC-)"-"$"8D+ Verb ! 2+--+-lernen/52+--+- lernen3
<+#7%$(// + Verb ! $#+--schleifen
6,7%$(-$"8 + Verb ! $+"Enehmen
1*:+2$"8 + Verb ! %&'3+#fallen
Komposition des Adjektivs:
1*:+2$"8 + Adjektiv ! '.&'intelligent
6,7%$(-$"8 + Adjektiv ! ((Eglatt
<+#7 + Adjektiv ! *+-2faul
>#?0.%"$".- + Adjektiv ! /"$schuldig

Mehrfachkomposita bzw. mehrgliedrige Komposita:

Bestimmungswort Bestimmungswort Grundwort

Bsp. !.'-F"//+#$"%&'
(Verb[ohne Flexionsendung] + Nomen + Nomen)

3
Nach der neuen Rechtschreibung wird das Phänomen nicht mehr zur Komposition gezählt.

3
9,-*+%8+#2+'#%/"-"%$+#",/
(Nomen + Fugen –es + Nomen + Fugen –s + Nomen)
1$./(7%.#0$".-%%0+2$#(E).$./+$+#
(Nomen + Nomen + Fugen –s + Adjektiv + Nomen + Nomen)

Der Zusammensetzungsprozess im Nominalbereich kann wiederholt stattfinden, z.B.


um das ungewöhnlich lange „Wort“
Donaudampfschifffahrtsgesellschaftskapitänswitwenrentenauszahlungsstelle
herauszubilden.
Die Wortkonstruktion kann in mehrere Wörter zerlegt werden:
Donau – dampf – schiff – fahrt – s – gesellschaft – s – kapitän – s – witwe - n – rente –
n – auszahlung – s - stelle

In diesem Beispiel sind die Bestandteile durch lautliche Elemente verbunden, die
sprachwissenschaftlich Interfix, Kompositionsfüge, Fugenelemente oder
Fugenzeichen (-s, -n, -e) genannt werden.

2.1.2 Semantische Gesichtspunkte


Hinsichtlich des Nominalstils, der auch in der Fachsprache eine nicht zu
unterschätzende Rolle spielt, können Wortgruppen zur "Kondensierung" der
Informationen zu einem Wort zusammengefasst werden.
Bsp. ein Buch für Kinder ! G"-*+#7,&'
eine Tasse zum Kaffeetrinken ! G())++$(%%+
die Wahl des Präsidenten ! >#?%"*+-$+-3('E
ein Wein, dessen Farbe rot ist ! ;.$3+"-
krank am Magen ! /(4+-2#(-2
orientiert an der Praxis ! 0#(H"%.#"+-$"+#$

Aus den oben vorgeführten Beispielen kann man den Rückschluss ziehen, dass der
semantische Gesichtspunkt der Komposita parallel zum formalen Aspekt zur Erwägung
gezogen werden muss, um die Bedeutung solcher verdichteten Wörter zu verstehen. Die
prinzipielle Einteilung der Komposita aufgrund ihrer formalen und semantischen
Interpretation sieht wie folgt aus:

4
• Determinativkompositum
• Possessivkompositum
• Kopulativkompositum
Im folgenden Abschnitt wird die Einteilung genau dargelegt und durch Beispiele
erläutert.

2.1.2.1 Determinativkompositum
Beim Determinativkompositum wird das Grundwort der Komposition durch das
Bestimmungswort semantisch näher bestimmt. Der Typ der Bestimmung entspricht am
deutlichsten der Basisstruktur I+$+#/"-(-%50E,%5I+$+#/"-($,/ der Komposition und ist
die häufigste nominale Wortzusammensetzung (SCHUNK 1997: 130).
Bsp: Konferenztisch ! ein Tisch für eine Konferenz
Wohnzimmertisch ! ein Tisch für das Wohnzimmer
Roséwein ! ein Wein, dessen Farbe rosé ist

2.1.2.2 Possessivkompositum
Das Possessivkompositum wird oft als Untergruppe der Determinativkomposita
eingeordnet, da bei diesem Wortbildungstyp das Bestimmungswort das Grundwort
semantisch spezifiziert. Das semantische Merkmal zwischen beiden Elementen jedoch
zeigt ein possessives Verhältnis, das durch ein "Haben-Verhältnis" charakterisiert und
mit einer J(7+-K>(#(0'#(%+ zu umschreiben ist (Vgl. SCHUNK 1997: 132 und
SCHÖNECK in VOLMERT 1999: 109).
Bsp. Glatzkopf ! jemand hat einen Kopf mit einer Glatze
Schreihals ! jemand hat einen Hals, mit dem er oft schreit
Dickbauch ! jemand hat einen dicken Bauch.
Einige zusammengesetzte Wörter wie z.B. Dickkopf oder Schlaukopf werden jedoch in
der Metaphorik gebraucht, so dass die etymologisch herleitbare eigentliche Bedeutung
verblasst ist.

2.1.2.3 Kopulativkompositum
Beim Kopulativkompositum sind die Glieder der Zusammensetzung parataktisch
gleichgeordnet und semantisch gleichrangig an der Wortbildung beteiligt. Die beiden
Konstituenten stehen theoretisch im austauschbaren Verhältnis. Aus diesem Grund gilt

5
die Einschränkung, dass sich nur Vertreter derselben Wortart additiv verbinden lassen,
d.h. Substantiv + Substantiv, Adjektiv + Adjektiv, Verb + Verb. Die Abfolge der
Glieder ist in den meisten Fällen konventionalisiert.
Bsp. süßsauer Hosenrock
taubstumm Strumpfhose
schwarz-weiß Spieler-Trainer
nasskalt Autor-Regisseur
Häufig werden Kopulativkomposita mit einem Bindestrich geschrieben, um die
gleichwertige Relation beider Elemente anzuzeigen.

Ein Spezialfall der Zusammensetzung ist hierbei erwähnenswert. Im heutigen


Deutschen besteht die Tendenz des "Zusammenwachsens mehrgliedriger syntaktischer
Konstruktionen zu einem Wort", die als "Univerbierung" bezeichnet wird (SCHUNK
1997: 129). SCHUNK ist der Meinung, dass dieser Prozess einer allgemeinen
strukturellen Tendenz der syntaktischen Vereinfachung zum Zwecke der
Informationsverdichtung entspricht.
Bsp. das Badputzen
das Bücherlesen

In diesem Zusammenhang gehören auch die sogenannten "Bindestrich-Komposita"


wie z.B. J(E$+$K*+-KI"+7K>(#.E+, <.-K*+#KJ(-*K"-K*+-KL,-*KM+7+-. In Fachsprachen
gilt der Bindestrich als Verbindungsmittel von Zahlen, Buchstaben, Abkürzungen und
Fremdwörtern, z.B. ="-KN'"0K>(EKI+&.#*+#, <JOK@JOKO#+P,+-F3+"&'+, ;M15 QRK
L.$.# (vgl. FLUCK: 1997: 66). Sie sind "Formen der Raffung: zeitgemäßer Sätze-Ersatz
per Wort", also in Mehrwortbenennungen, und stilistisch auf keinen Fall
empfehlenswert (vgl. SANDERS 1990: 64). Insofern gilt diese Zusammensetzung der
Wörter auch als ein besonderes Merkmal des gegenwartssprachlichen Stils, jedoch
kommt dieses Phänomen in der Fachsprache nicht sehr häufig vor.

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2.2 Derivation bzw. Ableitung

Derivation wird wie folgt definiert: „Die Derivation ist eine Wortbildungsart mit einem
Basismorphem (oder einer Morphemkonstruktion) plus einem (oder seltener mehreren)
Wortbildungsmorphemen, d.h. Affixen (Affixe sind sowohl Präfixe als auch Suffixe)“
(SCHUNK 1997: 134). Zugunsten der Verständlichkeit für die Erklärung im Unterricht
Deutsch als Fremdsprache fasse ich nochmals mit eigenen Worten die Bestimmung
zusammen: Die Derivation ist ein Wortbildungstyp mit einem selbstständigen Wort, das
durch einen unselbstständigen Wortteil ergänzt wird.

Die Derivation bzw. Ableitung lässt sich unter dem Gesichtspunkt der Affigierung in
zwei Subtypen differenzieren, nämlich explizite und implizite Ableitung.

2.2.1 Explizite Ableitung

Bei der expliziten Ableitung handelt es sich in der Regel um das Hinzutreten der Affixe
zur Wortwurzel bzw. zum Wortstamm. Die Affigierung umfasst die Phänomene der
Präfigierung, Suffigierung, Infigierung und Zirkumfigierung.

2.2.1.1 Suffigierung
Der Wortbildungstyp kann auch als explizite Suffixableitung bezeichnet werden. Die
Suffigierung spielt insbesondere eine führende Rolle bei der Nominalisierung z.B. von
Verben oder Adjektiven. Die Formationsstruktur der Suffixableitung wird
charakterisiert als „Bildung von komplexen Wörtern/ Wortformen durch Anhängen
eines Suffixes an den Wortstamm“ (BUßMANN 1990: 755), d.h. durch das Anhängen
eines Formationsmorphems an einen Wortstamm bzw. ein Basismorphem. Die
Derivations- bzw. Ableitungssuffixe stehen stets rechts vom bzw. hinter dem
Wortstamm und können im Allgemeinen die Wortklasse bzw. Wortart der
Derivationsbasis ändern.
Bsp. prüfen ! Prüfling
Basis: <+#7 Derivat: 6,7%$(-$"8

7
Grammatik ! grammatisch
Basis: 6,7%$(-$"8 Derivat: 1*:+2$"8

In manchen Fällen wird keine Änderung der Wortklasse bei der Suffigierung
vorgenommen.
Bsp. dumm ! dümmlich
Basis: 1*:+2$"8 Derivat: 1*:+2$"8
rot ! rötlich
Basis: 1*:+2$"8 Derivat: 1*:+2$"8
Kind ! Kindlein
Basis: 6,7%$(-$"8 Derivat: 6,7%$(-$"8
Auf jeden Fall verändern die Suffixe die Semantik der Basiswörter bzw.
Basismorpheme.

Das Inventar der Derivationssuffixe, das sowohl aus heimischen Suffixen (z.B. -E"-4,
-+") als auch aus fremdsprachigen Lehnsuffixen (z.B. bei Personenbezeichnungen -+,#,
-+,%+, -(-$/ -+-$, -.#) besteht, ist begrenzbar und überschaubar, bleibt aber nicht
unveränderlich. Manche Wortbildungssuffixe z.B. -4E+"&', -'()$ sind nicht mehr
produktiv in der Wortbildung, veralten sogar in ihrem Gebrauch (vgl. SCHUNK 1997:
136).

• Derivation des Substantivs


Die Suffixderivation ist die Domäne der Substantivbildung (vgl. SCHUNK 1997: 136).
Die prototypischen Derivationssuffixe zur Bildung von Substantiven sind K'+"$S5 K".-S
KB"4D2+"$S5 %&'()$S5 K$,/5 und5 K,-4. Unter Bezugnahme auf sprachwissenschaftliche
Betrachtungen lässt sich die Ableitung nach der Wortart von Stämmen gliedern. Wird
als Basis für die Ableitung ein Adjektiv gebraucht, spricht man von Deadjektivum, ist
die Basis ein Verb, von Deverbativum (vgl. SCHÖNECK, in VOLMERT 1999:110).
Bsp. produktive Suffixe
-'+"$ (Basis: Adjektiv) beliebt ! Beliebt'+"$
-".- (Basis: Verb) diskutieren ! Diskuss".-
-2+"$ (Basis: Adjektiv) regelmäßig ! Regelmäßig2+"$
-"42+"$ (Basis: Adjektiv) genau ! Genau"42+"$

8
-%&'()$ (Basis: Adjektiv) eigen ! Eigen%&'()$
(Basis: Substantiv) Feind ! Feind%&'()$
-$,/ (Basis: Verb) irren ! Irr$,/
-,-4 (Basis: Verb) behandeln ! BehandE,-4

Nominalisierungen auf die Derivationssuffixe zur sprachökonomischen, päsizen und


sachbezogenen Darstellungen treten in Fachsprachen besonders häufig auf. (vgl.
OHNACKER, zit. in SCHLAK 2000: 151)

andere Suffixe:
-+ (Basis: Adjektiv) treu ! Treu+
(Basis: Verb) reisen ! Reise
-+" (Basis: Substantiv) Streit ! Streiter+"
-E"-4 (Basis: Verb) schaden ! SchädE"-4
--"% (Basis: Verb) hindern ! Hinder-"%
-$ (Basis: Verb) fahren ! Fahr$
-,# (Basis: Verb) korrigieren ! Korrekt,#
-&'+- (Basis: Substantiv) Katze ! Kätz&'+-
-E+"- (Basis: Substantiv) Hund ! HündE+"-
-+#("-) (Basis: Substantiv) Alkohol ! Alkoholik+#

Die Bedeutungsgruppierung substantivischer Suffixderivate lässt sich der folgenden


Tabelle ablesen.4 Die Tabelle enthält in erster Linie häufig auftretende, deutsche Suffixe
sowie Fremdsuffixe.

Bedeutungen Präfixe Beispiele


Personenbezeichnungen K+#S5KE+#S5K-+# Leser, Sommerfrischler, Bühnenbildner
KE"-4 Lehrling, Feigling
K(-*S5K(-$ Diplomand, Fabrikant
K+-$ Dirigent
K(#S5K?# Bibliothekar, Legionär
K"%$ Komponist

4
Die Tabelle ist dem Buch entnommen: Fleischer, Wolfgang/ Barz, Irmhild (1995): !.#$7"E*,-45*+#
*+,$%&'+-5T+4+-3(#$%%0#(&'+. Tübingen: Max Niemeyer Verlag, S. 193 f. Sie ist gewissermaßen durch
Auswahl der häufigsten Suffixe für die vorliegende Arbeit adaptiert.

9
K"+# Bankier, Brigadier
Gerätebezeichnungen K+ Leuchte, Picke, Pfeife
K+# Kocher, Plattenspieler, Summer
K%+E Stöpsel
K+E Hebel, Pickel
Bezeichnungen von Ort K+ Schmiede, Schwemme
K+" Auskunftei, Gärtnerei
und Räumlichkeiten
KE"-4 Rundling
K-"% Gefängnis, Wildnis
K(#",/ Rosarium
K+-F Residenz
K"$?$ Lokalität
K,# Kommandantur
Sonstige K+ Rinne, Fuhre
K+" Stickerei, Kartei
Sachbezeichnungen
K-"% Erzeugnis Hindernis
K%+E Anhängsel, Mitbringsel
K,-4 Anschwellung, Kleidung, Ladung
K(*+ Marinade
K++ Gelee
K,# Frisur
Kollektiva K'+"$ Menschheit
K%&'()$ Lehrerschaft, Briefschaften
K$,/ Beamtentum, Bürgertum
K3+%+- Rechtswesen, Schulwesen
T+U+ Gebirge, Gestänge
K(4+ Kartonage
K(E Personal
K($,# Muskulatur
KBCD(# Glossar, Mobiliar
KBCD($ Proletariat
K"+ Bürokratie
K"2 Motivik
K"%/,% Mechanismus
Bezeichnungen von K+ Pflege, Inanspruchnahme
K+" Flegelei, Nachäfferei, Lauferei
Vorgängen und
K+# Abstecher, Seufzer
Zuständen K-"% Erlebnis, Wagnis
K%&'()$ Feindschaft
K$,/ Reichtum
K,-4 Behandlung, Schwächung, Verwirklichung
K"(- Schlendrian
K#"&' Schlenkrich
T+U+ Gebelle, Gefrage, Getanze
K(4+ Massage
K($,# Reparatur
K+-F Konferenz
K"+ Clownerie

10
K".- Explosion
K/+-$ Bombardement
Bezeichnungen von K+ Blässe, Güte, Kürze
K'+"$ Entschlossenheit, Klarheit
Eigenschaften
K2+"$ Wirksamkeit
K"42+"$ Haltlosigkeit
K$,/ Strebertum
K"%/,% Patriotismus
K/+-$ Raffinement
K".- Diskretion
K"$?$ Naivität

• Derivation des Verbs


Das Inventar der Derivationssuffixe zur Verbbildung ist sehr begrenzt. Das Suffix
–"+#+- ist zwecks der Eindeutschung fremdsprachiger Verben besonders aktiv wie z.B.
reparieren, experimentieren, implementieren. Das Suffix –+E- kann eine iterative oder
diminutive Aktionsart des Verbs aufweisen.
Bsp. -(+)- (Basis: Substantiv) Fisch ! fisch+-
(Basis: Adjektiv) besser ! verbesser-
-+E- (Basis: Substantiv) Stück ! stück+E-
(Basis: Verb) lachen ! läch+E-
-"+#+- (Basis: Substantiv) Interesse ! interess"+#+-
(Basis: Adjektiv) halb ! halb"+#+-

• Derivation des Adjektivs


Die Derivationssuffixe zur Adjektivbildung nehmen hinsichtlich der Semantik einen
wichtigen Platz ein. Der Großteil der Suffixe ist im heutigen Deutschen im Gebrauch
nach wie vor produktiv.
Bsp. -(7+E (Basis: Verb) akzeptieren ! akzept(7+E
K7(# (Basis: Verb[stamm]) halten ! halt7(#
(Basis: Substantiv) Frucht ! frucht7(#
K'()$ (Basis: Substantiv) Bild ! bild'()$
K"%&' (Basis: Substantiv) Adjektiv ! adjektiv"%&'
K"4 (Basis: Substantiv) Gold ! gold"4
KE"&' (Basis: Verb[stamm]) verändern ! veränderE"&'
(Basis: Substantiv) Monat ! monatE"&'

11
-E.% (Basis: Substantiv) Zeit ! zeitE.%
K/?A"4 (Basis: Substantiv) Name ! namen/?A"4
-%(/ (Basis: Verb[stamm]) bedeuten ! bedeut%(/

Die folgende Tabelle stellt die Systematik der semantischen Relationen der suffigierten
Adjektive zur Darstellung.5 Sie umfasst jedoch nur bestimmte Gruppen von
Basiswörtern bzw. Basen, nämlich Substantiv und Verb.

Bedeutungen Beispiele
Deverbativa mit 0(%%"8"%&'+# bzw. begehr7(# : begehrE"&'
-"&'$0(%%"8"%&'+# Beziehung auf das zugehörige verantwort7(#: verantwortE"&'
Substantiv heil7(#: heil%(/
geh7(# (Weg): geh)?'"4 (Patient)
Desubstantiva, das <.#'(-*+-%+"- bzw. skrupel'()$: skrupelE.%
V"&'$8.#'(-*+-%+"- des durch die Basis schwung'()$: schwungE.%
Ausgedrückten bezeichnend wald"4: waldE.%
fleck"4: fleckenE.%
staub"4: staub)#+"
niveau8.EE: niveauE.%
schadstoff(#/: schadstoff)#+"
Ableitungen von Stoffbezeichnungen, das gläser-: glas"4
9+%$+'+-5(,%5*"+%+/56$.)) bzw. einen <+#4E+"&' seide-: seid"4
ausdrückend
Ableitungen von Personenbezeichnungen, eine kindE"&': kind"%&'
Beziehung .'-+ bzw. /"$ 0+:.#($"8+# weibE"&': weib"%&'
=H0#+%%"8"$?$ ausdrückend bäuerE"&': bäur"%&'
Zeitangaben der I(,+# bzw. #+4+E/?A"4+- Viertelstünd"4: viertelstündE"&'
!"+*+#2+'# Zweiwöch"4: zweiwöchentE"&'

5
Die Tabelle ist dem Buch entnommen: Fleischer, Wolfgang/ Barz, Irmhild (1995): !.#$7"E*,-45*+#
*+,$%&'+-5T+4+-3(#$%%0#(&'+. Tübingen: Max Niemeyer Verlag, S. 267. Sie ist gewissermaßen für die
vorliegende Arbeit adaptiert und leicht ergänzt.

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Anmerkung: Die Suffixe -(#/, -)?'"4, -)#+", -8.EE, die in dieser Tabelle vorkommen,
zählen in der Tat zur Wortbildung kompositioneller Art.

2.2.1.2 Präfigierung bzw. Präfixbildung


In zahlreichen Ansätzen wird die Präfigierung als eigenständiger Wortbildungsstyp
bezeichnet. In der vorliegenden Arbeit wird die Klassifikation als Untergruppe der
Ableitung und Nebentyp zur Suffigierung in Anlehnung an FLEISCHER/ BARZ (1995)
und SCHUNK (1997) vorgenommen.

Der Typ ist charakterisiert durch die Wortbildungsstruktur: Ein Basismorphem bzw.
eine Morphemkonstruktion verbindet sich mit einem (Präfix-)Formationsmorphem, das
immer links vom bzw. vor dem betreffenden Basismorphem steht. Die Präfigierung
ändert die syntaktische Funktion des präfigierten Wortes in seiner grammatischen
Klasse nicht, d.h. sie bewirkt im Vergleich zur Suffigierung keinen Wortartwechsel
(vgl. SCHUNK 1997: 138).

• Präfixe bei Substantiven


Die heimischen Präfixe stellen ein sehr begrenztes Inventar dar, dessen Vertreter =#F-,
T+-, J(,0$-, L"%%-, @--, @#- sind, und haben eine eingeschränkte Produktivität sowie
Distribution.

Präfixe Bedeutungen Beispiele


Erz- Personenbezeichnung mit negativer Bewertung oder =#Ffeind
mit Verstärkung
Ge- Kollektivum, vorwiegend Sachbezeichnung T+stein, T+stirn
Haupt- bei Personen- sowie Berufsbezeichnungen: die J(,0$angeklagter
wichtigste Größe (aus mehreren gleichgearteten)
Miss- vom Normalen/ zu Erwartenden zum Negativen hin als L"%%geburt
unzulänglich, Wertungsumkehrung L"%%achtung
Un- Wertung, vom Normalen abweichend/ unzulänglich, @-art
Verstärkung/ Steigerung bei Mengenbezeichnungen @-summe
Ur- ursprünglich/ anfänglich/ chronologisch vorhergehend @#wald

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• Präfixe bei Verben
Am produktivsten sind die Präfixe bei Verben aufgrund der Tatsache, dass die
Möglichkeit der Präfigiereung nahezu für jedes Verb im Deutschen besteht. Rein formal
sind die Präfixe in drei Gruppen zu unterteilen:
a) untrennbare Präfixe: 7+KS5+/0KS5+-$KS5+#KS54+KS5/"%%KS58+#KS5F+#K
Die Präfixe werden beim Aussprechen nicht akzentuiert, statt dessen findet eine
Stammbetonung statt.
b) trennbare Präfixe: (7KS5(-KS5(,)KS5(,%KS57+"KS5+"-KS5/"$KS5-(&'KS5,/KS58.#KS5F,K
In Umkehrung zur ersten Gruppe werden die Präfixe betont ausgesprochen.
c) doppelförmige Präfixe, die sich in trennbare oder in untrennbare Präfixe gliedern
lassen: *,#&'KS5,/KS5W7+#KS5,-$+#KS53"*+#K
In vielen Fällen tritt dasselbe Verb in beiden Varianten auf. In diesem
Zusammenhang sind die Trennbarkeit und die Untrennbarkeit, die wiederum mit der
Betontheit der Präfixe und der Stammbetontheit im Zusammenhang stehen, bei der
Bedeutungsunterscheidung von großer Wichtigkeit.
Bsp. eine Jacke unterziehen – sich einer Operation unterziehen6
übersetzen – von … in … übersetzen

Der semantische Gesichtspunkt ist bei den Präfixen als relevant zu erachten. Die
Wortbildungsbedeutungen können zusammengefasst wie folgt dargestellt werden:7

Bedeutungen Beispiele
inchoativ (--: anfahren, +-$-: entbrennen, +"--: einschlafen,
+#-: erbeben, E.%-: loslachen
perfektiv (7-: abarbeiten, (,)-: aufessen, (,%-: ausheilen,
*,#&'-: durchatmen, +-$-: entschwinden, 8+#-: verblühen
resultativ *,#&'-: durchwühlen, +#-: erhandeln, 4+-: gefrieren
punktuell (,)-: aufschreien, +#-: ertönen
intensiv (7-: abändern, (--: andauern, (,)-: aufzeigen,

6
Die Unterstreichung der Silbe kennzeichnet die (Haupt-)Akzentsetzung auf die Silbe.
7
Die Tabelle ist dem Buch entnommen: Fleischer, Wolfgang/ Barz, Irmhild (1995): !.#$7"E*,-45*+#
*+,$%&'+-5T+4+-3(#$%%0#(&'+. Tübingen: Max Niemeyer Verlag, S. 350 f. Sie ist gewissermaßen für
diese Arbeit adaptiert.

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(,%-: ausdeuten, 7+-: bedenken, +#-: erdulden,
-(&'-: nachprüfen, ,/-: umändern, 8+#-: verbleiben
lokal: nach oben (,)-: aufschauen
lokal: nach unten (7-: abtropfen
lokal: nach vorn 8.#-: vorlaufen
lokal: rundum ,/-: umfahren (,-$#+--7(#+%5<+#7)
lokal: von etw. weg (7-: abfahren, +-$-: entleihen, E.%-: losbrechen
lokal: aus etw. heraus (,%-: ausgießen, +-$-: entströmen
lokal: in etw. hinein und *,#&'-: durchkriechen
wieder hinaus
lokal: auf die Oberfläche (,)-: aufkleben
lokal: zurück ,/-: sich umschauen ($#+--7(#+%5<+#7),
3"*+#-: widerhallen
lokal: herum ,/-: umrühren ($#+--7(#+%5<+#7)
lokal: darüber W7+#-: überlaufen ($#+--7(#+%5<+#7)
lokal: darunter ,-$+#-: unterlegen ($#+--7(#+%5<+#7)
lokal: dazwischen ,-$+#-: untermischen (,-$#+--7(#+%5<+#7)
lokal: zu Boden ,/-: umsinken ($#+--7(#+%5<+#7)
lokal: Reihenfolge -(&'-: nachfahren
lokal: hinzufügen 7+"-: beigeben, F,-: zuzahlen
lokal: annähern/ verbinden (--: anblicken, anheften, zu-: zulächeln
modal: falsch /"%%-: missverstehen, ver-: sich verrechnen
modal: zu viel W7+#-: sich überlassen, ver-: versalzen
modal: reversativ (7-: abbestellen, +-$-: entehren
modal: negierend /"%%-: missbilligen, 8+#-. verachten
modal: öffnen (,)-: aufmachen
modal: schließen F,-: zuklappen
modal: teilen/ zerkleinern F+#-: zerpflücken
modal: beschädigen F+#-: zerkratzen
modal: verbessern (,)-: aufbügeln
modal: verändern ,/-: umbauen ($#+--7(#+%5<+#7)
zeitlich: vorher 8.#-: vorkeimen

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zeitlich: nachher -(&'-: nachbestellen
zeitlich: im Voraus 8.#-: vorkochen

• Präfixe bei Adjektiven


Die Präfixe +#F-, /"%%-, ,-- sind die Vertreter der Gruppe, indem ,-- im Vergleich zu
den anderen Präfixe in derselben Gruppe stark sowohl bei Simplizia als auch bei
Komposita genutzt wird, z.B. ,-schwer, ,-gefährlich, verhandlungs,-fähig,
arbeits,-willig.

• Beispiel der häufig vorkommenden Präfixe griechischen und lateinischen


Ursprungs
Beispiele
Präfixe Bedeutung
Substantiv Verb Adjektiv
(-$"- (gr.) gegen, wider Antipathie antizyklisch
&.-$#(- (lat.) gegen, wider Kontraposition
*+- (lat.) von…weg Deformation degradieren dezentral
*"%- (lat.) auseinander, Dissonanz disqualifizieren disharmonisch
los, miss-
+H- (lat.) aus, Export exogen
aus…heraus
+H$#(- (lat.) außerhalb, exhumieren extraordinär
besonders
"-$+#- (lat.) zwischen Internet intervenieren
0#.- (lat.) vor, für Pronomen
#+- (lat.) zurück, wieder Redakteur reagieren
%,7- (lat.) unter, unten Subklasse substrahieren submarin
$#(-%- (lat.) hinüber, Transport transkribieren transnational
jenseits
,E$#(- (lat.) jenseits, von, Ultraschall ultraviolett
über…hinaus

16
An den oben angeführten Beispielwörtern kann man deutlich daran erkennen, dass die
Präfixe sich meist mit den unterschiedlichsten Wortarten verbinden lassen, d.h. sie sind
wortartenunabhängig. Nur einige wie 0#.- und &.-$#(- haben hohe Begrenzung der
Verknüpfungsmöglichkeit mit anderen Wörtern.

2.2.2 Implizite Ableitung

Den Bereich der deverbalen Substantivbildung betrifft eine andere Art der Derivation,
die fachbegrifflich „implizite Derivation“ genannt wird8. Eine implizite Derivation
liegt unter der Voraussetzung vor, dass Substantive mit „starkem“ Verb als
Wortbildungsbasis affixlos, meist mit Änderung im Stammvokal, gebildet werden.
Bsp. beginnen ! Beginn (ohne Vokalwechsel)9
gehen ! Gang
greifen ! Griff
werfen ! Wurf
fliegen ! Flug
stürzen ! Sturz

2.3 Konversion bzw. Wortartwechsel

Als Konversion bzw. Wortartwechsel wird der Prozess der grammatischen Umsetzung
eines Wortes ohne Verwendung von Affixen und ohne wesentliche semantische
Änderung bezeichnet.10 Bei dem Phänomen tritt die Substantivbildung auf Verbbasis
häufig auf. Nicht weniger produktiv ist die Umkehrung, die Verbbildung durch
Desubstantiverung (vgl. SCHUNK 1997: 141f). Eine im heutigen Deutsch häufig

8
In der Wortbildungslehre des Deutschen gibt es unterschiedliche, nicht einheitliche Ansätze zur
Beschreibung und Abgrenzung von Derivationen. Bei SCHÖNECK (in VOLMERT 1999: 112) wird das
Phänomen zur Konversion (s. 2.1.3) gezählt.
9
In manchen Wortbildungslehren (vgl. FLEISCHER/ BARZ und VATER) wird der Typ der Derivation ohne
Stammvokaländerung und Affigierung bzw. Anfügen von Wortbildungselementen zur Konversion
gezählt.
10
DUDEN nennt diesen Vorgang der Bildung von Substantiven ohne Wortbildungsmophem
"Substantivierung".

17
vorkommende, vertraute Struktur aus den verschiedenen Typen der Konversion11 im
Bereich der deverbalisierten Konversion ist die sogenannte "Infinitivkonversion", z.B.
auftreten ! das Auftreten
verschwinden ! das Verschwinden

Die Weiterführung der komplexeren Infinitivkonversion soll durch folgende Beispiele


illustriert werden:
Zähne putzen ! das Zähneputzen
Briefe schreiben ! das Schreiben der Briefe ! das Briefeschreiben

Andere Substantivierungsmöglichkeiten von anderen Wortarten sind (vgl. SCHÖNECK,


in VOLMERT 1999:112):
blau (Basis: Adjektiv) ! das Blau
es (Basis: Pronomen) ! das Es
morgen (Basis: Adverb) ! das Morgen
Die Konversionsresultate haben immer neutrales Genus und sind nicht pluralfähig.
In Bezug auf den Nominalstil ist die Art der Überführung ("Transposition") eine hoch
eingeschätzte Erscheinung, weil die schlichte Substantivierung durch
Infinitivkonversion derzeit sehr häufig auftritt.

2.4 Ausdruckskürzung

Im Deutschen ist die Tendenz zur Verkürzung von Wörtern und Wortbildungen recht
deutlich. Dieses Phänomen gilt als eine sprachliche Reaktion auf die große Zahl der
Mehrfachzusammensetzungen (vgl. SCHMIDT, zit. in SCHUNK 1997: 125). Die
Kürzungstypen lassen sich folgendermaßen unterscheiden:

2.4.1 Kurzwörter
Kurzwörter sind Varianten des Ausgangswortes, die aus einem komplexen Wort durch
Verkürzung gebildet sind. Drei Typen werden im Allgemeinen unterschieden:12

11
Detaillierte Angaben dazu in: Schunk, Gunther (1997): 6$,*"+-7,&'5F,#5="-)W'#,-45"-5*"+5*+,$%&'+
60#(&'3"%%+-%&'()$. Vom Laut zum Wort. Würzburg: Königshausen und Neumann.

18
• +,-./0$#"$: Auto [Automobil], Uni [Universität], Demo [Demonstration], Kilo
[Kilogramm], Ober [Oberkellner], Lok [Lokomotive], Krimi [Kriminalroman]
• 123/('4/0$#"$: Bus [Omnibus], Jeans [Bluejeans], Rad [Fahrrad], Bahn
[Eisenbahn], Platte [Schallplatte], phone [engl. telephone]
• +5(%%"$.,$%: Fernamt [Fernsprechamt], Tankwart [Tankstellenwart], Laubsäge
[Laubholzsäge], Motel [Motorhotel]

2.4.2 Silbenwörter

Silbenwörter bestehen in der Regel aus den ersten, einzelnen Silben der
zusammengesetzten Ausdrücke.
Kripo [Kriminalpolizei], Stasi [Staatssicherheit], Kita [Kindertagesstätte], Hanuta
[Haselnusstafel], Persil [Perborat + Silikat], Leica [Leitz + Camera]
Teilweise auch Zusammensetzung von Initialen und Silbenteilen wie Azubi
[Auszubildende/r], BaföG [Bundesausbildungsförderungsgesetz]

2.4.3 Akronym bzw. Abkürzungswörter

Ein Abkürzungswort wird aus den Anfangsbuchstaben mehrerer Wörter oder


mehrgliedriger Wortbildungen gebildet. Das Abkürzungswort übernimmt das Genus des
Grundwortes und wird entsprechend flektiert wie bei zusammengesetzten Wörtern (vgl.
SCHUNK 1997: 126). Differenziert werden kann die Abkürzung wie folgt:
• 9,&'%$(7+-3X#$+#
• Buchstabenwörter mit Buchstabenaussprache: Die Abkürzungen sind nur in
Einzellauten auszusprechen, z.B. PKW, EDV, SPD, CD, ICE, EZB, EU, BSE.
• Buchstabenwörter mit silblischer Aussprache: Die gebildeten "Wörter" werden
als ein Wort ausgesprochen, z.B. UNO, UFO, DIN, NASA, NATO, Aids.
• C-"$"(E3X#$+#: Diese Wörter haben einen ersten Bestandteil, der auf eine Initialsilbe
verkürzt ist, z.B. U-Bahn [Untergrundbahn], E-Werk [Elektrizitätswerk].

12
Die Beispielwörter stammen aus den verschiedenen Wortbildungslehren von FLEISCHER/ BATSCH,
SCHUNK, VATER und VOLMERT.

19
2.5 Kontamination bzw. Wortmischung

Bei der Kontamination, auch Wortmischung, werden zwei selbstständige Wörter zu


einem neuen Wort "vermischt" (SCHÖNECK in VOLMERT 1999: 113). Für diese Art der
Wortbildung gibt es zahlreiche Bezeichnungen, nämlich Blending, Amalgamierung,
haplologische Zusammensetzung, Portemanteauwort, Kofferwort, Wortkreuzung,
Wortverschmelzung. Der Wortbildungstyp kommt eher im poetischen Gebrauch wie
in der Literatur oder in der Umgangssprache vor.
Bsp. smoke + fog ! smog
gruselig + Musical ! Grusical
Tragik + Komik ! Tragikomik
Sparschwein + Schweinerei ! Sparschweinerei
Kur + Urlaub ! Kurlaub
fürchterlich + furchtbar ! fürchterbar

2.6 Schlussbemerkung

Oben ist ein Versuch unternommen, die Wortbildungsmuster im Deutschen


sprachwissenschaftlich systematisch und vollständig darzustellen. Zudem ist
beachtenswert, dass nicht alle beschriebene Worbildungsstrukturen eine gleichgroße
Rolle in fachsprachlichen Texten übernehmen. In Fachsprachen sind die folgenden
Wortbildungsmuster von Bedeutung13:

• Komposition:
• Komposita in allen Wortarten und Varianten sowie
• semantische Aspekte.
Dabei lässt sich feststellen, dass die Bedeutungsklassifizierung der Art
Determinativkomposita aufgrund der hohen Frequenz bedeutsam bei der
Fachlexik ist.

13
Die Zusammenstellung erfolgt in Anlehnung an die Liste von FUNK, zit. in SCHLACK 2000: 151, mit
Adaption.

20
• Ableitung:
• alle Varianten, sowie
• Affixe bei den Hauptwortarten
Die besondere Gewichtung liegt auf dem Bereich Präfixe und Suffixe in den drei
Hauptwortarten.
• Wortartwechsel: besonders
• Nominalisierung im Allgemeinen und
• Nominalisierung von Verbalphrasen

21
3. Didaktik und Methodik der Wortbildung im fachbezogenen
Unterricht Deutsch als Fremdsprache - am Beispiel
Wirtschaftsdeutsch

Fremdspachenunterricht mit fachorientierter Ausrichtung beruht auf einem


übergeordneten Lernziel, sprachliche und interkultureller Handlungsfähigkeit zu
erwerben. Die angestrebten fremdsprachlichen Fertigkeiten bzw. Tätigkeiten umfassen
im Allgemeinen wie im allgemeinsprachlichen Unterricht den systematischen Erwerb
von grundlegenden Grammatikkompendien, Strategien der Textrezeption wie
–produktion und angemessene Sprachverwendung in aktuellen Gebrauchssituationen
der fachlichen Kommunikation (vgl. FLUCK 1997: 155f). Im Bereich des Textverstehens
kann sich der fachbezogene Deutschunterricht folgende Punkte zum Ziel setzen:
• rezeptives Erfassen von schriftlichen Fachtexten, d.h. passives Leseverständnis von
Fachliteratur mit und ohne Wörterbuch,
• rezeptives Erfassen gesprochener Fachsprache,
• aktives Vermögen, an fachsprachlicher Kommunikation teilzunehmen (sprechend
und/ oder schreibend, interaktiv).

Für die Grammatikarbeit im fachorientierten Fremdsprachenunterricht wird


nachdrücklich eine Erkennungsgrammatik vorgeschlagen, die auch Erkennungssyntax
und Erkennungssemantik umfasst. Mit Erkennungsgrammatik sind diejenigen
grammatischen Strukturen und Wortbildungsmuster gemeint, die in wissenschaftlichen
Texten häufig vorkommen, und in einer Auswahl der für das Leseverständnis
notwendigen Formen vermittelt werden (vgl. AHRENS, zit. in FLUCK 1997: 158). An
erster Stelle ist zwar diese Rezeptionsebene mit besonderem Gewicht zu akzentuieren,
aber der nicht zu vernachlässigende, weitere Schritt in der Grammatik- und
Wortschatzarbeit im fachbezogenen Fremdsprachenunterricht ist der Bereich der
aktiven Sprachverwendung in fachsprachlichen bzw. fachorientierten Situationen.

Der Kenntnis von Wortbildungsregeln als ein gewichtiger Gegenstand bezüglich der
Erkennungsgrammatik kommt eine wichtige Rolle beim Erschließen von Fachtexten zu
(vgl. FLUCK 1997: 192). Daher sind Wortbildungsübungen hinsichtlich ihrer

22
Bildungsweise, beispielsweise Wortzusammensetzung, Ableitung u.a. als wesentliche
Bestandteile der fachlexikalischen Übungen anzusehen. Die Lernenden sollen vor allem
vertraut gemacht werden, angesichts formaler und semantischer Aspekte der relativ
überschaubaren Anzahl von Wortbildungsformen und -strukturen Kenntnisse und
Techniken zum Erfassen des neuen bzw. unbekannten (Fach-)Wortschatzes
anzuwenden und sich neue, strukturell übereinstimmende Fachwörter selbstständig
anzueignen.

In diesem Kapitel werden Übungseinheiten bzw. Übungsvorschläge in Anbetracht der


Vermittlung von Wortbildungsmustern vorgestellt, die für Fachtexte allgemein typisch
sind, indem die Grammatikarbeit in erster Linie auf die rezeptive Kompetenz zielt. In
diesem Zusammenhang wird der Verzicht auf die Einzelschritte für Text- sowie
Grammatikarbeit auf der Text- bzw. Satzebene beispielsweise Satzzerlegung, Erstellung
von vereinfachtem Paralleltext durch Kürzung oder sprachliche Erleichterung (wie
durch Umwandlung von Partizipialkonstruktion in einen Nebensatz) geübt. Die
Übungsvorschläge beschränken sich lediglich auf den Bereich der Einführung in die
deutsche Wortbildung. Die beiden folgenden Arbeitsblätter sind in erster Linie für
ausländische Deutschlerner mit mindestens Grundstufenkenntnissen konzipiert. Die
Homogenität der Lernergruppe kann für die metakognitiven Tätigkeiten wie explizite
Regelformulierungen von den Lernenden selbst von Vorteil sein.

23
Arbeitsblatt 1

Lesetext

Arbeitsrecht/ Bei wahrheitswidrigen Auskünften sind Einstellungsverträge nachträglich


anfechtbar
Reifeprüfung beim Chef
...
Nicht alles, was in Vorstellungsgesprächen, Persönlichkeitstests oder auch im Rahmen
von Auswahlseminaren erfragt wird, ist rechtlich zulässig. Die wahrheitswidrige
Beantwortung durch den Mitarbeiter bleibt dann sanktionslos. Umgekehrt muss der
Bewerber allerdings bei zulässigen Fragen Farbe bekennen. Ansonsten kann der
Arbeitgeber den Arbeitsvertrag bei Kenntnis der wahren Sachlage wegen Irrtums oder
Täuschung anfechten. Gleiches gilt, wenn der Arbeitnehmer schwerwiegende
Umstände in seiner Person ungefragt verschweigt. Ein alkoholabhängiger
Berufskraftfahrer zum Beispiel muss seine Sucht offen legen. Auch wem eine
mehrmonatige Haftstrafe bevorsteht, muss dies erwähnen. Heilbehandlungen bei
angestrebten befristeten Arbeitsverträgen können ebenfalls offenbarungspflichtig sein.
...
Der Gesundheitszustand darf kein Geheimnis bleiben
Arbeitgeber dürfen auch den Gesundheitszustand des Bewerbers abfragen. Doch gilt
das nur für akute oder in absehbarer Zeit zu erwartende Arbeitsausfälle, etwa aufgrund
einer Operation. Auch muss die Krankheit für die Arbeitsverhältnisse bedeutsam sein,
was meist nur bei schweren oder chronischen Erkrankungen der Fall ist. Gleiches gilt
bei Ansteckungsgefahren. Ist eine Schwerbehinderung für den Arbeitgeber
offensichtlich, kann er trotz einer Lüge des Arbeitnehmers den Arbeitsvertrag später
nicht anfechten. Das hat das Bundesarbeitsgericht kürzlich entschieden (Az.:2 AZR
380/99). Ansonsten muss der Arbeitnehmer von sich aus den Arbeitgeber über seine
Schwerbehinderung immer dann informieren, wenn er die vorgesehene Arbeit nicht
erbringen kann. Der Arbeitgeber darf Auskunft darüber verlangen, ob ein Antrag auf
Anerkennung als Schwerbehinderter gestellt wurde.
...
Rheinischer Merkur Nummer 26 - 29. Juni 2001 Rubrik: Wirtschaft, S. 12

24
Im Text gibt es mehrere Beispiele, wann der Arbeitsvertrag anfechtbar, also bestreitbar,
ist, oder nicht. Versuch die Gründe dazu aufzulisten.

Der Arbeitsvertrag ist anfechtbar, wenn… Der Arbeitsvertrag kann nicht angefochten
werden, wenn…
• die Auskünfte nicht wahr sind. • …
• •

Finde, zusammen mit deinem Nachbarn, die Wörter, die mit dem Wort "Arbeit"
zusammengesetzt sind
Schreibt die Wörter links und zerlegt sie mit Strich () in Teile!
Bsp. Arbeitsrecht ⇒ Arbeitsrecht
Arbeitgeber ⇒
...

Die Wörter, die aus (zumindest) zwei selbstständigen Wörtern bestehen, nennt man
zusammengesetzte Wörter, oder kurz Komposita [Singular: Kompositum und Plural:
Komposita]. Der Prozess, Wörter miteinander zu verbinden, heisst Zusammensetzung
oder Komposition. Das rechte, letzte Wort nennt man "Grundwort", das linke Wort
"Bestimmungswort".14
Arbeitgeber
" #
Bestimmungswort Grundwort

Manchmal wird ein Buchstabe zwischen Wörter angefügt (-% in Arbeit%recht, es gibt
auch -+, -- etc.). Das Element nennt man Fuge oder Fugenelement.

14
Die Regelerklärungen in den grauen Kasten können in der jeweiligen Muttersprache formuliert werden.

25
Komposition oder Zusammensetzung ist eins der produktivsten Wortbildungsmuster im
Deutschen, ebenfalls in der Fachsprache.

I+-2%0.#$: Die Komposita können aus Wörtern bestehen, die manchmal


unterschiedliche Artikel haben.
• Sieh dir nochmals die Wörter im Text genauer an.
• Zerlege die Wörter in kleinere Wörter. Schreib den Artikel mit auf. Wenn du den
Artikel der Wörter nicht kennst, schlage im Wörterbuch nach!
• Welchen Artikel haben die neuen Wörter?
Bsp. Arbeitsvertrag ! der = die Arbeit + s + der Vertrag
Arbeitsrecht ! _____ = die Arbeit + s + _____ Recht
...
Versuch die Regel zu beschreiben!15
Welches Wort bestimmt den Artikel des neuen Wortes?

LERNTIPP: Wenn du den Artikel von dem Grundwort kennst, weisst du auch den
Artikel von dem Kompositum. Das bedeutet: Du musst eine geringere Anzahl von Wö
rtern lernen!

Du hast die Wörter in Teile zerlegt. Du kennst schon die Regeln davon. Kannst du die
Wörter verstehen?
Ist 1#7+"$4+7+# $ Arbeiter, der etwas gibt
$ jemand, der Arbeit gibt
$ jemand, der Arbeit bekommt?
Erkläre deinem Nachbarn die Bedeutung der Wörter, bitte auf Deutsch!
Bsp. Arbeitsrecht ist das Recht, das . . .
Arbeitnehmer ist jemand, der . . .
...

Arbeite zusammen mit deinem Nachbarn! Es gibt noch andere Komposita im Text,
nicht nur die Wörter um die Arbeit und auch nicht nur Substantive. Sammelt sie mal!

15
Die Regelformulierung von Lernenden kann auch in der Muttersprache stattfinden.

26
wahrheitswidrig
Schwerbehinderung

Gruppiert die Wörter nach der Wortart des Grundwortes. Zerlegt die Wörter wie vorher
in Teile und gebt dabei ebenfalls an, welche Wortart die Bestimmungswörter haben.

Grundwort Komposita Bestimmungswort


Substantiv Schwerbehinderung Adjektiv

Adjektiv wahrheitswidrig Substantiv

Verb

Bei Komposita geht es nicht nur um die Zusammensetzung von Substantiv und
Substantiv, sondern Wörter anderer Wortarten können auch auftreten.
Bsp. Neueinstellung = Adjektiv + Substantiv
verbraucherfreundlich = Substantiv + Adjektiv
außenpolitisch = Adverb + Adjektiv
sicherstellen = Adjektiv + Verb

LERNTIPP: Das Grundwort ist sehr wichtig. Es sagt uns Bescheid, welche Wortart das
neue Wort hat. Es trägt die "Grundbedeutung" des Kompositums (deswegen
Grundwort).

27
Arbeitsblatt 2

Lesetext

Maastrichter Vertrag
Ein in Maastrich am 7.2.1992 unterzeichneter Vertrag der EG-Staaten zur Gründung
der Europäischen Union und zur Änderung der Gründungsverträge der Europäischen
Gemeinschaften. Der am 1.1.1993 in Kraft getretene Vertrag verpflichtete die EU-
Mitgliedsstaaten zu einer Konvergenzpolitik als Vorbereitung zur Währungsunion sowie
zur Vollendung der Währungsunion in drei Stufen bis spätestens Januar 1999.
Rheinischer Merkur Nummer 24 - 15. Juni 2001 Rubrik: Wirtschaft, S. 13

Hier hast du vereinfachte Sätze zu dem Text.


a) Ein Vertrag der EG-Staaten wurde am 7.2.1992 in Maastrich unterzeichnet.
b) Die Währungsunion wird in drei Stufen bis spätestens Januar 1999 vollendet.
c) Mit dem Vertrag wurde die Europäische Union gegründet
d) Der Vertrag tritt am 1.1.1993 in Kraft.
e) Er verpflichtet die Mitgliedsstaaten zu einer Konvergenzpolitik.
f) und die Gründungsverträge der Europäischen Gemeinschaft geändert.
g) Diese Politik soll die Währungsunion vorbereitet.

Sie sind aber nicht nach der Reihenfolge im Text geordnet. Bring sie in die richtige
Reihenfolge!

Ein Vertrag der EG-Staaten wurde am 7.2.1992 in Maastrich unterzeichnet. ...

28
Finde im Text Substantive, die aus Verben gebildet sind (Das nennt man grammatisch
"substantivierte/ nominalisierte Verben"). Achte auf die Endung Y,-4.

Substantiv Wie heißt das Verb?


Gründung gründen

Du merkst, im Text gibt es viele Substantive mit der Endung Y,-4 aus Verben. Dies ist
eins der Merkmale von Fachtexten oder von Nachrichten.
Es gibt andere Möglichkeiten außer der Ableitung (Verb + -ung), Substantive aus
Verben zu bilden.

Lies die Beispielsätze! Kannst du weitere Substantive finden, die aus Verben kommen?

• Reisen mit dem Staatsunternehmen Deutsche Bahn gleicht bald wieder einem
richtigen Staatsakt.
Rheinischer Merkur Nummer 27 - 6. Juli 2001 Rubrik: Wirtschaft, S. 11
• Die Telekom profitiert im Moment auch vom Aussterben der kleineren Billiganbieter
wie Viatel oder Teldafax.
Rheinischer Merkur Nummer 26 - 29. Juni 2001 Rubrik: Wirtschaft, S. 12
• "Bail out" heißt im Englischen das Hinterlegen einer Kaution zur Freilassung eines
Festgenommenen, im übertragenen Sinne aber auch das Heraushelfen aus einer
Patsche
Rheinischer Merkur Nummer 24 - 15. Juni 2001 Rubrik: Wirtschaft, S. 14

reisen ! das ____________


aussterben ! das ____________
hinterlegen ! das ____________
____________ ! das ____________

29
Setze die Reihe wie in den Beispielen fort!
scheitern ! das ____________
auftreten ! das ____________
treffen ! ____ ____________
aufkommen ! ____ ____________
unterfangen ! ____ ____________

I+-2%0.#$: Kannst du selber die Regel dafür formulieren? Hier sind einige Hilfen:

Die Substantive sind wie $ Partizip Perfekt


$ Infinitiv
$ Präsens
Alle Substantive aus Verben werden ____________ geschrieben.
Diese Substantive haben den Artikel __________.

Andere Möglichkeiten der Substantivbildung aus dem Verb (Verbalableitung):


streiten ! ____ Streit
zusagen ! ____ Zusage
erkennen ! ____ Erkenntnis
wachsen ! ____ Wachstum
kooperieren ! ____ Kooperation

I+-2%0.#$: Was passiert mit den Verben? Wie werden die Wörter gebildet? Welchen
Artikel haben die Wörter? Wenn du das nicht weisst, schlag im Wörterbuch nach!

LERNTIPP: Es reicht aus, die Bedeutung der Infinitive zu lernen, um Wörter im Text zu
verstehen.

30
LERNTIPP: Mach eine Liste in der Klasse! Sucht eigene Texte, wählt Substantive aus
und tragt sie in die Liste wie im Beispiel ein! Die Liste kann natürlich von anderen
Suffixen erweitert werden.

∅ -e -nis -ion -tum ...


Streit Zusage Erkenntnis

31
LITERATURVERZEICHNIS

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