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Papierindustrie

Die Papierindustrie ist ein Wirtschaftszweig, der zur


Grundstoffindustrie gehört und sich mit der Herstellung von Papier,
Karton und Pappe befasst. Viele Papier erzeugende Unternehmen
sind heute international verflochten.

Inhaltsverzeichnis
Papierfabrik in Villa Lagarina, Italien
Produktspektrum (Fotografie von Paolo Monti, 1980)
Papierindustrie weltweit
Papierindustrie in Europa
Papierindustrie in Deutschland
Aktuelle Lage der deutschen Papierindustrie
Siehe auch
Literatur
Weblinks
Einzelnachweise

Produktspektrum
Der Verband Deutscher Papierfabriken unterscheidet nach den Verwendungszwecken folgende vier
Produktbereiche:[1]

Grafische Papiere
Papier, Karton und Pappe für Verpackungszwecke
Hygienepapiere
Papiere und Pappen für technische und spezielle Verwendungszwecke (Spezialpapiere und
spezielle Pappen)

Außerdem handelt die Papierindustrie mit Papierzellstoff und lufttrockenem Holzstoff. Diese Faserstoffe sind
Zwischenprodukte (sogenannte Halbstoffe) bei der Produktion von Papier, Karton und Pappe.[2]

Papierindustrie weltweit
Weltweit wurden im Jahr 2019 knapp 415 Millionen Tonnen Papier, Karton und Pappe produziert. Die
größten Produzenten sind (2019):[3]

Volksrepublik China (108,7 Mio. t)


Vereinigte Staaten (69,1 Mio. t)
Japan (25,4 Mio. t)
Deutschland (22,1 Mio. t)

Viele Unternehmen sind international verflochten. Es wird geschätzt, dass die 20 größten Papierhersteller
derzeit einen Anteil von fast 40 % an der weltweiten Papier-, Karton und Pappeproduktion haben. Die zehn
größten Papierhersteller (nach Produktion 2016) weltweit sind:

1. en:Nine Dragons Paper Holdings Limited


2. International Paper
3. Oji Paper
4. UPM
5. Nippon Paper
6. Smurfit Kappa Group
7. Sappi
8. Stora Enso
9. Resolute Forest Products
10. SCA

Papierindustrie in Europa
Knapp 22 % der Papierproduktion weltweit entfällt mit rund 92,3 Mio. t auf die europäische Papierindustrie[4].
Durch die Konsolidierung der europäischen Papierindustrie im letzten Jahrzehnt ist die Zahl der Unternehmen,
Papierfabriken und Papiermaschinen in Europa gesunken, die Produktionskapazität jedoch gleichzeitig
gestiegen. Der Umsatz der europäischen Papierindustrie betrug 2016 rund 81 Mrd. EUR. Mehr als 181.000
Menschen arbeiteten 2019 in der europäischen Zellstoff- und Papierindustrie[5].

Papierindustrie in Deutschland
Die deutsche Papierindustrie, deren wirtschaftspolitische Interessen durch den Verband Deutscher
Papierfabriken (VDP) vertreten werden, war 2020 mit einem Produktionsvolumen von rund 21,4 Mio. t
Papier, Karton und Pappe die Nummer eins in Europa und steht weltweit hinter China, den USA und Japan an
vierter Stelle.

Die Produktion gliedert sich in vier Hauptsortengruppen:

58 % Verpackungspapiere und -karton


28 % grafische Papiere
7 % Hygienepapiere
7 % technische Papiere und Spezialpapiere

Die knapp 40.000 Mitarbeiter der deutschen Zellstoff- und Papierindustrie erwirtschafteten 2020 in 152
Werken einen Umsatz von 12,7 Mrd. Euro.[6] Deutschland ist auch einer der größten Absatzmärkte weltweit.
Unter anderem benötigt die exportorientierte deutsche Industrie Packstoffe aus Papier, Karton und Pappe. Die
strategische Bedeutung des deutschen Marktes hat dazu geführt, dass – gemessen an der Produktion – rund
50 % der deutschen Papierindustrie in ausländischer Hand sind. Dieser Wert ist jedoch auf Grund neuer
Kapazitäten inländischer Unternehmen rückläufig. Neben großen internationalen Konzernen gibt es viele
mittelständische Unternehmen, die in ihren Produktsegmenten nicht selten Weltmarktführer sind. Deutschland
exportiert 47 % seiner Produktion. Wichtigster Exportmarkt mit 79 % ist die EU (28).

Die zehn größten Papierhersteller (2020 nach Produktion in Deutschland) sind: Leipa, Jass, Varel, Sappi
1. UPM
2. Progroup
3. Papierfabrik Palm
4. LEIPA Georg Leinfelder
5. Papierfabrik Adolf Jass
6. Papier- und Kartonfabrik Varel
7. Sappi

Aktuelle Lage der deutschen Papierindustrie

Die Produktion der deutschen Papierindustrie ist 2020 leicht zurückgegangen. Die Branche hat 2020 rund 21
Mio. Tonnen Papier, Karton und Pappe hergestellt, 3,3 Prozent weniger als im Vorjahr. Die Entwicklung der
einzelnen Sortengruppen verlief jedoch weiter sehr unterschiedlich. Mit einem Plus von 2,6 Prozent setzten
Verpackungspapiere und -karton ihren Wachstumskurs fort. Sie machen mittlerweile 58 Prozent des
Produktionsvolumens aus. Die grafischen Papiere verzeichneten mit einem Minus von 15,1 Prozent einen
weiteren Rückgang. Der Anteil von Druck- und Schreibpapieren liegt jetzt bei 32 Prozent.

Hygienepapiere (−0,6 Prozent) blieben in der Produktion weitgehend stabil. Technische und Spezialpapiere,
die eine Vielzahl von Produkten umfassen, wiesen ein Minus von 2,8 Prozent auf. Ihr Anteil an der
Produktion liegt bei 7 bzw. 6 Prozent.

Der Umsatz der Branche fiel um 6,6 Prozent auf 14,3 Mrd. Euro. Dies ist sowohl auf die anhaltend gute
Konjunktur im Verpackungsmarkt als auch auf die – insbesondere wegen dramatisch gestiegener
Zellstoffpreise erforderlichen – Preisanpassungen bei den grafischen Papieren zurückzuführen. Die Zahl der
Beschäftigten in der deutschen Zellstoff- und Papierindustrie blieb konstant. Sie liegt jetzt bei 39.700.

Die Papierindustrie hat nach den Worten von VDP-Präsident Winfried Schaur weiter Zukunftspotenzial. Sie
sei Teil der Bio-Ökonomie. Zahlreiche innovative Produkte – etwa bei flexiblen Verpackungen – böten
nachhaltige Alternativen zu Kunststoff. Diese setzten sich im Handel auch für den Verbraucher sichtbar
zunehmend durch. Zudem sei die Papierindustrie weiter Vorzeigemodell einer funktionierenden
Kreislaufwirtschaft. Die Altpapiereinsatzquote der deutschen Papierindustrie wuchs 2020 von 78 auf 79
Prozent.[7]

Siehe auch
Papier
Verband Deutscher Papierfabriken

Literatur
Jürgen Dispan (2013): Papierindustrie in Deutschland. Branchenreport 2013. Stuttgart (= IMU-
Informationsdienst Nr. 2/2013), online (http://www.imu-institut.de/data/publication/papierindustri
e-in-deutschland-1)

Weblinks
Wiktionary: Papierindustrie – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

Deutschland, Österreich, Schweiz


Verband Deutscher Papierfabriken (http://www.vdp-online.de/)
Vereinigung der Arbeitgeberverbände der Deutschen Papierindustrie (http://www.vap-online.d
e/)
Papier kann mehr: Magazin für ein Leben mit Papier (http://www.papierkannmehr.de/)
Papierfakten: Fakten und Informationen rund um das Thema Papier (https://www.papierfakten.d
e/)
IG BCE – Branche Papier (http://www.igbce.de/arbeit/branchen/papier/)
Vereinigung der österreichischen Papierindustrie (http://www.austropapier.at/)
Verband der Schweizerischen Zellstoff-, Papier- und Kartonindustrie (http://www.zpk.ch/)

International

Confederation of European Paper Industries (http://www.cepi.org/)


International Council of Forest & Paper Associations (http://www.icfpa.org/)

Einzelnachweise
1. Verband Deutscher Papierfabriken: Papierkompass 2020 [1] (https://www.vdp-online.de/filead
min/0002-VDP/07_Dateien/7_Publikationen/Kompass_de.pdf), siehe Tabellen zu
Deutschland.
2. Verband Deutscher Papierfabriken: Papierkompass 2020 [2] (https://www.vdp-online.de/filead
min/0002-VDP/07_Dateien/7_Publikationen/Kompass_de.pdf), siehe Tabellen zu Export und
Import in Deutschland.
3. Verband Deutscher Papierfabriken: Papierkompass 2020 [3] (https://www.vdp-online.de/filead
min/0002-VDP/07_Dateien/7_Publikationen/Kompass_de.pdf), siehe Tabelle zur
internationalen Produktion.
4. Verband Deutscher Papierfabriken: Papierkompass 2020 [4] (https://www.vdp-online.de/filead
min/0002-VDP/07_Dateien/7_Publikationen/Kompass_de.pdf), siehe Tabelle zur
internationalen Produktion.
5. Confederation of European Paper Industries: Key Statistics 2019 [5] (https://www.cepi.org/wp-c
ontent/uploads/2020/07/Final-Key-Statistics-2019.pdf)
6. Verband Deutscher Papierfabriken: Papierkompass 2020 [6] (https://www.vdp-online.de/filead
min/0002-VDP/07_Dateien/1_Statistik/2021/PresseZahlen_2020___D__.pdf), siehe Tabellen
zu Allgemeinen Wirtschaftsdaten.
7. Pressemitteilung des Verbandes Deutscher Papierfabriken vom 1. März 2021.[7] (https://www.v
dp-online.de/pressedetails?tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&tx_news_pi1%5Bcontroller%5
D=News&tx_news_pi1%5Bnews%5D=2841&cHash=18e612f82d3ce66ef9d457ae71b7a69f)

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Diese Seite wurde zuletzt am 20. Mai 2021 um 14:54 Uhr bearbeitet.

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