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Herbert Bernstein

Formelsammlung
Elektrotechnik, Elektronik, Messtechnik,
analoge und digitale Elektronik
2. Auflage
Formelsammlung
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Herbert Bernstein

Formelsammlung
Elektrotechnik, Elektronik, Messtechnik,
analoge und digitale Elektronik
2., aktualisierte Auflage
Herbert Bernstein
München, Deutschland

ISBN 978-3-658-18178-9 ISBN 978-3-658-18179-6 (eBook)


https://doi.org/10.1007/978-3-658-18179-6

Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet diese Publikation in der Deutschen Nationalbibliografie; detail-
lierte bibliografische Daten sind im Internet über http://dnb.d-nb.de abrufbar.

Springer Vieweg
Die 1. Auflage 2004 erschien im Franzis Verlag unter dem Titel „Formelsammlung Elektrotechnik und Elektronik“.
© Springer Fachmedien Wiesbaden GmbH, ein Teil von Springer Nature 2019
Das Werk einschließlich aller seiner Teile ist urheberrechtlich geschützt. Jede Verwertung, die nicht
ausdrücklich vom Urheberrechtsgesetz zugelassen ist, bedarf der vorherigen Zustimmung des Verlags.
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Vorwort

Theorie und Praxis gehören für den Elektriker und Elektroniker zusammen. Allerdings
sucht der Student und Schüler immer nach Möglichkeiten, sein Gedächtnis nicht allzu-
sehr mit Formeln zu belasten, die gelegentlich nur einmal gebraucht werden. Er will aber
in dem Augenblick, in dem ihm seine praktische Erfahrung nicht mehr genügt, einen
Hinweis finden, wie er rasch und sicher zum Ziel kommen kann. Besonders beim eige-
nen Schaltungsaufbau und beim Entwurf von Prüfgeräten treten oft Schwierigkeiten auf.
An Stelle mühsamer Versuche klärt eine einfache Rechnung in vielen Fällen über-
raschend schnell die offenen Fragen. Weit verstreut in der Fachliteratur sind die benötig-
ten Formeln alle irgendwo niedergelegt, wenn man nur wüsste, wo!
Die vorliegende Formelsammlung will versuchen, diesem Mangel abzuhelfen. Sie kann
nicht alles enthalten, was jemals in der Praxis der Elektronik vorkommt, sie will aber die
wichtigen und wesentlichen Formeln, einschließlich der mathematischen Grundlagen,
geordnet zur Verfügung stellen.
Es ist sicher sinnvoll, nach Jahren der Datenbank-Euphorie festzustellen, dass der Unter-
gang des Buches nicht stattgefunden hat. Elektronische Datenspeicher haben zwar ihre
Daseinsberechtigung und mittlerweile einen festen Platz im Komplex der Informations-
systeme, sie ersetzen aber nicht das Buch, sondern ergänzen es. Ein Hauptgrund dafür ist
ohne Zweifel, dass das Buch durch seine Mobilität benutzerfreundlicher ist, weil die
Inhalte stets überall und ohne Hilfsmittel abrufbar sind.
Das gilt auch besonders für Tabellenbücher, die durch die Datenbänke nicht verdrängt
wurden. So wie das Fachrechnen in der beruflichen Ausbildung weiter an Bedeutung
gewinnt, so gehören die Zusammenstellung von Zahlen, Formeln, Daten, Schaltungen
usw. in der klassischen, d. h. gedruckten Form uneingeschränkt in den Alltag – in Schule
und Betrieb. Texte und Zahlen, die der Benutzer nachschlagen kann, prägen sich besser
ein. Das ist bei der Fülle der Informationen ein nicht zu unterschätzender Vorteil!
Abschließend noch ein paar Anmerkungen zu den Normen. Ein Formelbuch für die Aus-
und Weiterbildung kann und soll nicht die DIN-Blätter und DIN-Taschenbücher erset-
zen. Mit den Hinweisen und Zitaten wird lediglich die Beschäftigung mit den Normen
und deren ständige Anwendung angestrebt. Die Hinführung zur Norm und das Wecken

V
VI Vorwort

von Verständnis für die große Bedeutung der Normung ist Aufgabe aller Betroffenen,
besonders aber im Studium.
Ein Fachbuch bleibt nur dann „lebendig“, wenn die Benutzer ihre Erfahrungen und Er-
kenntnisse weitergeben. Das gilt besonders für Tabellenbücher, die bei der Vielzahl von
Informationen – trotz sorgfältigster Arbeit des Autors – Fehler enthalten können. Um
diese auszumerzen, bedarf es der Mitwirkung aller Betroffenen, also auch der Benutzer.
Für alle Mühe bin ich im Voraus verbunden, sowie an dieser Stelle, wie stets, allen de-
nen danken, die das Werk durch Anregungen und Rat förderten. Meine Bitte, durch
konstruktive Kritik weiter mitzuwirken, möge nicht überhört werden.
Das Buch entstand aus meinen Manuskripten (1. bis 4. Semester) an der Technikerschule
in München und ist geeignet für Berufsschulen, Berufsakademien, Meisterschulen,
Technikerschulen und Fachhochschulen.
Ich bedanke mich bei meinen Studenten für die vielen Fragen, die viel zu einer beson-
ders eingehenden Darstellung wichtiger und schwieriger Fragen beigetragen haben.
Meiner Frau Brigitte danke ich für die Erstellung der Zeichnungen.
Wenn Fragen auftreten: Bernstein-Herbert@t-online.de

München, im Sommer 2018 Herbert Bernstein


Inhaltsverzeichnis

Vorwort ....................................................................................................................... V

1 Allgemeine mathematischen Zeichen und Begriffe ....................................... 1


1.1 Mathematische Zeichen und Begriffe ................................................... 3
1.2 Zahlen und Zahlensysteme ................................................................... 3
1.3 Griechisches Alphabet .......................................................................... 6
1.4 Logarithmieren ...................................................................................... 6
1.5 Funktionen ............................................................................................ 7
1.6 Längen-, Flächen- und Körperberechnungen ....................................... 11
1.7 Vorsätze und Vorsatzzeichen für dezimale Teile und Vielfache ......... 15
1.8 SI-Basiseinheiten .................................................................................. 15
1.9 Schaltalgebra ......................................................................................... 18
1.10 Trigonometrie (Ebene) .......................................................................... 19
1.11 Sphärische Trigonometrie ..................................................................... 22
1.12 Gleichungen .......................................................................................... 23
1.13 Analytische Geometrie ......................................................................... 24
1.14 Vektoren ................................................................................................ 27
1.14.1 Skalarprodukt ......................................................................... 27
1.14.2 Vektorprodukt ........................................................................ 28
1.15 Komplexe Zahlen .................................................................................. 28
1.16 Grenzwerte ............................................................................................ 30
1.17 Differentialrechnungen ......................................................................... 31
1.18 Integralrechnungen ............................................................................... 33
1.19 Potenzreihenentwicklung ...................................................................... 34
1.20 Kombinatorik ........................................................................................ 36
1.21 Determinanten ....................................................................................... 37
1.21.1 Eigenschaften ......................................................................... 38
1.21.2 Auflösung eines linearen Gleichungssystems ........................ 39
1.22 Matrizen ................................................................................................ 40
1.22.1 Rechenregeln .......................................................................... 41

VII
VIII Inhaltsverzeichnis

1.23 Mengenlehre ......................................................................................... 41


1.23.1 Grundbegriffe ......................................................................... 41
1.23.2 Mengenoperation ................................................................... 42
1.23.3 Rechenregeln .......................................................................... 42
1.24 Wahrscheinlichkeitsrechnung ............................................................... 42
1.25 Normalverteilung .................................................................................. 44

2 Allgemeine Elektrotechnik .............................................................................. 45


2.1 Einheiten der Elektrotechnik ................................................................ 45
2.2 Ladung .................................................................................................. 46
2.3 Spannung .............................................................................................. 47
2.4 Stromstärke ........................................................................................... 47
2.5 Stromdichte ........................................................................................... 47
2.6 Elektrizitätsmenge ................................................................................ 47
2.7 Spannungspotential ............................................................................... 48
2.8 Ohm’sches Gesetz ................................................................................. 48
2.9 Elektrische Leistung ............................................................................. 48
2.10 Elektrische Arbeit ................................................................................. 48
2.11 Messen der elektrischen Leistung ......................................................... 49
2.12 Wirkungsgrad ........................................................................................ 49
2.13 Leitungswiderstand ............................................................................... 50
2.14 Widerstand und Temperatur ................................................................. 50
2.15 Spannungsfall auf Leitungen ................................................................ 51
2.16 Leitwert und Widerstand ...................................................................... 51
2.17 Reihenschaltung von Widerständen ..................................................... 51
2.18 Parallelschaltung von Widerständen ..................................................... 52
2.19 Widerstände mit unterschiedlichen Temperaturkoeffizienten .............. 52
2.20 Ideale Spannungsquelle ........................................................................ 52
2.21 Ideale Stromquelle ................................................................................ 53
2.22 Reale Spannungsquelle ......................................................................... 53
2.23 Reale Stromquelle ................................................................................. 53
2.24 Belasteter Spannungserzeuger .............................................................. 54
2.25 Anpassung ............................................................................................. 54
2.26 Reihenschaltung von Spannungserzeugern .......................................... 55
2.27 Parallelschaltung von Spannungserzeugern ......................................... 55
2.28 Erstes Kirchhoff’sches Gesetz (Knotenregel) ...................................... 55
2.29 Zweites Kirchhoff’sches Gesetz (Maschenregel) ................................. 55
2.30 Umrechnung einer Strom- in eine Spannungsquelle ............................ 56
2.31 Umrechnung einer Spannungs- in eine Stromquelle ............................ 56
2.32 Wärmewirkungsgrad ............................................................................. 57
2.33 Faraday’sches Gesetz ............................................................................ 57
2.34 Ersatzspannungsquelle .......................................................................... 58
2.35 Ersatzstromquelle .................................................................................. 58
Inhaltsverzeichnis IX

3 Gleichstromkreis ............................................................................................... 59
3.1 Elektrische Größen ............................................................................... 59
3.2 Strom-Spannungs-Diagramm ............................................................... 59
3.3 Reihen- und Parallelschaltung .............................................................. 60
3.4 Unbelasteter Spannungsteiler ............................................................... 60
3.5 Spannungsteiler mit veränderbarem Abgriff ........................................ 60
3.6 Belasteter Spannungsteiler .................................................................... 61
3.7 Vorwiderstand ....................................................................................... 61
3.8 Messbereichserweiterung für Spannungsmessung ............................... 62
3.9 Messbereichserweiterung Strommessung ............................................. 62
3.10 Wheatstone Brücke ............................................................................... 62
3.11 Schleifdrahtbrücke ................................................................................ 63
3.12 Schleifdrahtbrücke nach Thomson ....................................................... 63
3.13 Dreieck-Stern-Umwandlung ................................................................. 63
3.14 Stern-Dreieck-Umwandlung ................................................................. 64
3.15 Internationale Reihe von Widerständen ................................................ 64

4 Wechselspannung und Wechselstrom ............................................................ 67


4.1 Sinusförmige Wechselspannung ........................................................... 67
4.2 Spitzen- und Effektivwerte ................................................................... 67
4.3 Zeiger- und Liniendiagramm ................................................................ 68
4.4 Phasenverschiebung .............................................................................. 69
4.5 Leistung im Wechselstromkreis ........................................................... 69
4.6 Amplitudenform der Messgröße ........................................................... 70
4.7 Spannungsarten ..................................................................................... 71
4.8 Rechtecksignale .................................................................................... 73
4.9 Signallaufzeit ........................................................................................ 74
4.10 Addition phasenverschobener Spannungen und Ströme ...................... 75
4.11 Fourier-Analyse .................................................................................... 76

5 Elektrisches Feld und Kondensator ................................................................ 85


5.1 Kraft zwischen Ladungen (Coulomb’sches Gesetz) ............................ 85
5.2 Elektrische Feldstärke ........................................................................... 85
5.3 Kapazität eines Kondensators ............................................................... 86
5.4 Parallelschaltung für Kondensatoren .................................................... 86
5.5 Reihenschaltung für Kondensatoren ..................................................... 87
5.6 Temperaturverhalten von Kondensatoren ............................................. 87
5.7 Kapazität von Kondensatoren ............................................................... 87
5.8 Energie eines geladenen Kondensators ................................................ 89
5.9 Elektrische Ladungsverschiebung ........................................................ 89
5.10 Kapazitiver Blindwiderstand ................................................................ 89
5.11 Drehkondensator ................................................................................... 90
5.12 Zeitkonstante eines Kondensators ........................................................ 92
5.13 Austausch eines Kondensators (Kapazitätsvariation) ........................... 93
5.14 Verlustfaktor von Kondensatoren ......................................................... 93
5.15 Reststrom von Elektrolytkondensatoren ............................................... 93
X Inhaltsverzeichnis

6 Magnetisches Feld und Induktionsspannung ................................................ 95


6.1 Magnetische Durchflutung ................................................................... 95
6.2 Magnetische Feldstärke ........................................................................ 95
6.3 Magnetische Flussdichte (Induktion) ................................................... 96
6.4 Magnetische Feldstärke und Flussdichte .............................................. 96
6.5 Magnetischer Widerstand und magnetischer Leitwert ......................... 97
6.6 Magnetischer Kreis mit Luftspalt (ohne Streuung) .............................. 97
6.7 Kraft im Magnetfeld ............................................................................. 97
6.8 Stromdurchflossener Leiter mit Magnetfeld ......................................... 98
6.9 Spule im Magnetfeld ............................................................................. 98
6.10 Kraft auf parallele Stromleiter .............................................................. 98
6.11 Induktion ............................................................................................... 99
6.12 Induktion der Bewegung ....................................................................... 99
6.13 Selbstinduktionsspannung .................................................................... 99
6.14 Selbstinduktivität von Spulen ............................................................... 100
6.15 Energie einer stromdurchflossenen Spule ............................................ 100
6.16 Reihenschaltung von Induktivitäten ..................................................... 100
6.17 Parallelschaltung von Induktivitäten .................................................... 100
6.18 Reihenschaltung von Induktivitäten mit magnetischer Kopplung ....... 101
6.19 Parallelschaltung von Induktivitäten mit magnetischer Kopplung ....... 101
6.20 Selbstinduktion (konzentrisches Kabel, Koaxialkabel) ........................ 102
6.21 Selbstinduktion (Leitung gegen Masse) ............................................... 102
6.22 Selbstinduktion (Doppelleitung) ........................................................... 102
6.23 Einlagige Spule ..................................................................................... 102
6.24 Mehrlagige Spule .................................................................................. 103
6.25 Ringkreisförmige Luftspule .................................................................. 103
6.26 Zeitkonstante einer Spule ...................................................................... 103
6.27 Induktiver Blindwiderstand .................................................................. 104
6.28 Umwickeln von Spulen ......................................................................... 104
6.29 Spulengüte ............................................................................................ 105
6.30 Transformator (ohne Verluste) ............................................................. 105

7 Widerstände im Wechselstromkreis ............................................................... 107


7.1 Ohm’scher Widerstand ......................................................................... 107
7.2 Induktiver Widerstand .......................................................................... 107
7.3 Kapazitiver Widerstand ........................................................................ 108
7.4 RL-Reihenschaltung ............................................................................. 108
7.5 RL-Parallelschaltung ............................................................................ 109
7.6 RC-Reihenschaltung ............................................................................. 109
7.7 RC-Parallelschaltung ............................................................................ 110
7.8 RLC-Reihenschaltung ........................................................................... 111
7.9 RLC-Parallelschaltung .......................................................................... 111
7.10 Reihenschaltung von RL-Gliedern ....................................................... 112
7.11 Reihenschaltung von RC-Gliedern ....................................................... 113
7.12 Parallelschaltung von RL-Gliedern ...................................................... 114
7.13 Parallelschaltung von RC-Gliedern ...................................................... 114
7.14 Reihenschaltung von RLC-Gliedern ..................................................... 115
Inhaltsverzeichnis XI

7.15 Parallelschaltung von RLC-Gliedern .................................................... 116


7.16 Umrechnung von RC-Gliedern zwischen
Reihen- und Parallelschaltung .............................................................. 116
7.17 Umrechnung von RL-Schaltung zwischen
Reihen- und Parallelschaltung .............................................................. 117
7.18 Verlustbehafteter Kondensator ............................................................. 117
7.19 Verlustbehaftete Spule .......................................................................... 118
7.20 Leistung und Leistungsfaktor ............................................................... 118
7.21 Bauelement, Zeiger- und Liniendiagramme
für Ohm’sche Widerstände ................................................................... 119
7.22 Bauelement, Zeiger- und Liniendiagramme
für induktive Blindwiderstände ............................................................ 119
7.23 Bauelement, Zeiger- und Liniendiagramme
für kapazitive Blindwiderstände ........................................................... 120
7.24 Resonanz bei Schwingkreisen .............................................................. 120
7.25 Reihenschwingkreis .............................................................................. 121
7.26 Parallelschwingkreis ............................................................................. 121
7.27 Scheinwiderstand und Phasenverschiebung ......................................... 122
7.28 Komplexe Darstellung von R, C und L ................................................ 123
7.29 Vierpolparameter von elektrischen Zweitoren ..................................... 124
7.30 Umrechnung der Vierpolparameter ...................................................... 126
7.31 Zusammenschalten von Vierpolen ....................................................... 127
7.32 Frequenzweichen für Lautsprecher ....................................................... 128

8 Filterschaltungen .............................................................................................. 131


8.1 RC- und LR-Tiefpass ............................................................................ 131
8.2 CR- und RL-Hochpass .......................................................................... 133
8.3 LC-Glied ............................................................................................... 134
8.4 CL-Glied ............................................................................................... 135
8.5 T- und -Tiefpass .................................................................................. 135
8.6 T- und -Hochpass ................................................................................ 136
8.7 LC-Verzögerungsleitung ...................................................................... 137
8.8 Tiefpass-Doppelglied ............................................................................ 137
8.9 Hochpass-Doppelglied .......................................................................... 138
8.10 LC-Bandpass ......................................................................................... 139
8.11 LC-Bandsperre ...................................................................................... 140
8.12 RC-Bandpass (Wienbrücke) ................................................................. 140
8.13 Phasenschieber ...................................................................................... 141
8.14 Integrierglied ......................................................................................... 141
8.15 Differenzierglied ................................................................................... 141
8.16 Wellenwiderstand für Leitungen .......................................................... 142
8.17 Dämpfungskonstante für Kabel ............................................................ 142
8.18 Ausbreitungsgeschwindigkeit für Freileitungen ................................... 143
8.19 Ausbreitungsgeschwindigkeit für hochfrequente
Leitungen und Kabel ............................................................................. 143
8.20 Reflexionsfaktor .................................................................................... 143
8.21 Rückflussdämpfung .............................................................................. 144
XII Inhaltsverzeichnis

8.22 Wellenwiderstand im Aufbau ............................................................... 144


8.23 Klirrfaktor ............................................................................................. 145
8.24 Klirrdämpfung ...................................................................................... 145
8.25 Skineffekt, Hauteffekt ........................................................................... 146
8.26 Induktive Erwärmung ........................................................................... 146
8.27 Rauschen ............................................................................................... 147

9 Dämpfung, Verstärkung, Pegel ....................................................................... 149


9.1 Dämpfungsfaktor .................................................................................. 149
9.2 Übertragungsfaktor ............................................................................... 149
9.3 Dämpfungsmaß in Bel .......................................................................... 150
9.4 Dämpfungsmaß in dB ........................................................................... 150
9.5 Übertragungsmaß in dB ........................................................................ 150
9.6 Dämpfungsmaß in Np ........................................................................... 150
9.7 Relativer Pegel ...................................................................................... 151
9.8 Absoluter Pegel in dB ........................................................................... 151
9.9 Betriebsdämpfung ................................................................................. 151
9.10 Rückfluss- oder Echodämpfung ........................................................... 152
9.11 Nebensprechdämpfung ......................................................................... 152
9.12 Gesamtdämpfungsmaß einer Übertragungsstrecke .............................. 152
9.13 Dämpfungsglieder ................................................................................. 153
9.14 Störpegelabstand ................................................................................... 153
9.15 Nebensprechdämpfung ......................................................................... 153
9.16 Reflexionsfaktor, Anpassungsfaktor, Welligkeitsfaktor ...................... 154
9.17 Wellenwiderstand, Dämpfungskonstante,
Ausbreitungsgeschwindigkeit ............................................................... 154
9.18 Wellenwiderstand, Dämpfungskonstante,
Ausbreitungsgeschwindigkeit für Kabel ............................................... 155
9.19 Wellenwiderstand im Aufbau ............................................................... 156
9.20 Datenübertragung .................................................................................. 157
9.21 Dämpfungsverlauf ................................................................................ 158
9.22 Elektromagnetische Wellen .................................................................. 159
9.23 Hochfrequenzleitung ............................................................................. 163
9.24 Resonanzfrequenzänderung mit Drehkondensator ............................... 164
9.25 Anpassung durch Resonanztransformator ............................................ 164
9.26 Gekoppelte Bandfilter ........................................................................... 166

10 Dioden ................................................................................................................ 169


10.1 Verlustleistung einer Diode .................................................................. 169
10.2 Zulässige Verlustleistung einer Diode .................................................. 169
10.3 Statischer Diodenwiderstand (Gleichstromwiderstand) ....................... 170
10.4 Dynamischer Diodenwiderstand (Wechselstromwiderstand) .............. 171
10.5 Temperaturverhalten von Dioden ......................................................... 171
10.6 Spannungsbegrenzung .......................................................................... 172
10.7 Diodenschalter ...................................................................................... 172
10.8 M1U, Einpuls-Mittelpunktschaltung .................................................... 173
10.9 M2U, Zweipuls-Mittelpunktschaltung ................................................. 173
Inhaltsverzeichnis XIII

10.10 B2U, Zweipuls-Brückenschaltung ........................................................ 174


10.11 M3U, Dreipuls-Mittelpunktschaltung ................................................... 174
10.12 B6U, Sechspuls-Brückenschaltung ....................................................... 175
10.13 Arithmetischer Mittelwert (Ohm’sche Last bei Gleichstrom) .............. 175
10.14 Strombelastbarkeit ................................................................................ 175
10.15 Sperrspannung ...................................................................................... 176
10.16 M1U-Gleichrichter mit Ladekondensator ............................................. 176
10.17 M2U-Gleichrichter mit Ladekondensator ............................................. 177
10.18 B2U-Gleichrichter mit Ladekondensator ............................................. 177
10.19 RC-Siebung ........................................................................................... 178
10.20 LC-Siebung ........................................................................................... 178
10.21 Spannungsverdopplung nach Delon (Greinacher) ................................ 178
10.22 Spannungsverdopplung nach Villard (Kaskadenschaltung) ................. 179
10.23 Spannungsvervielfachung nach Villard ................................................ 179
10.24 Reihen- und Parallelschaltung von Dioden .......................................... 179
10.25 Unbelastete Spannungsstabilisierung ................................................... 180
10.26 Belastete Spannungsstabilisierung ........................................................ 181
10.27 Differentieller Innenwiderstand der Z-Diode ....................................... 181
10.28 Glättungsfaktor ..................................................................................... 181
10.29 Stabilisierungsfaktor ............................................................................. 182
10.30 Kapazitätsdioden ................................................................................... 182
10.31 Tunneldiode .......................................................................................... 183

11 Bipolare Transistoren ...................................................................................... 185


11.1 h-Kenngrößen von Transistoren ........................................................... 185
11.2 y-Kenngrößen von Transistoren (Leitwerte) ........................................ 186
11.3 Kennzeichnung von Transistorgrößen .................................................. 186
11.4 Kennwerte und Kennlinien ................................................................... 186
11.5 Vierpol-Parameter ................................................................................. 188
11.6 Beschalteter Vierpol (Emitterschaltung) .............................................. 189
11.7 y-Parameter für die Emitterschaltung ................................................... 190
11.8 h- und y-Parameter ................................................................................ 191
11.9 Umrechnung der y-Kennwerte aus den Grundschaltungen .................. 192
11.10 Verlustleistung ...................................................................................... 192
11.11 Arbeitspunkteinstellung ........................................................................ 193
11.12 Arbeitsgerade für Gleich- und Wechselstrom ...................................... 194
11.13 Kleinsignalverstärkung (Emitterschaltung) .......................................... 194
11.14 Kleinsignalverstärkung (Basisschaltung) ............................................. 195
11.15 Kleinsignalverstärkung (Kollektorschaltung) ....................................... 195
11.16 Stromgegenkopplung ............................................................................ 195
11.17 Spannungsgegenkopplung .................................................................... 196
11.18 Kopplungskondensatoren ...................................................................... 196
11.19 Transistor als Schalter ........................................................................... 197
11.20 Astabile Kippschaltung (Rechteckgenerator) ....................................... 199
11.21 Monostabile Kippschaltung .................................................................. 200
11.22 Bistabile Kippschaltung (Flipflop) ....................................................... 200
11.23 Schmitt-Trigger (Schwellwertschaltung) .............................................. 201
XIV Inhaltsverzeichnis

11.24 Gegen- und Mitkopplung ...................................................................... 201


11.25 RC-Phasenschieber-Generator .............................................................. 202
11.26 RC-Wienbrücken-Generator ................................................................. 203
11.27 Meißner-Schaltung ................................................................................ 204
11.28 Hartley-Schaltung ................................................................................. 204
11.29 Gegentakt-Hartley-Schaltung ............................................................... 205
11.30 Colpits-Schaltung I ............................................................................... 205
11.31 Colpits-Schaltung II .............................................................................. 206
11.32 ECO-Schaltung ..................................................................................... 206
11.33 Quarzschaltung für niedrige Frequenzen .............................................. 207
11.34 Quarzschaltung für hohe Frequenzen ................................................... 207
11.35 Quarzschaltung für sehr hohe Frequenzen ........................................... 207
11.36 Induktive Kopplung bei Kleinsignalverstärkern ................................... 208
11.37 Kapazitive Kopplung bei Kleinsignalverstärkern ................................. 208
11.38 Gleichstromkopplung bei Kleinsignalverstärkern ................................ 209
11.39 Darlington-Schaltung ............................................................................ 209
11.40 Emitterschaltung mit Stromgegenkopplung ......................................... 210
11.41 Emitterschaltung mit Spannungsgegenkopplung ................................. 210
11.42 Bootstrap-Schaltung .............................................................................. 210
11.43 Leistungsverstärker ............................................................................... 211
11.44 Kaskode-Schaltung ............................................................................... 212
11.45 Konstantspannungsquelle ..................................................................... 213
11.46 Konstantstromquelle ............................................................................. 213
11.47 Differenzverstärker ............................................................................... 213

12 Feldeffekttransistor, MOSFET und Röhren ................................................. 215


12.1 Feldeffekttransistor (FET) .................................................................... 216
12.2 Konstantstromquelle ............................................................................. 218
12.3 Sägezahngenerator ................................................................................ 219
12.4 Rechteckgenerator ................................................................................ 219
12.5 Monostabile Kippstufe .......................................................................... 220
12.6 Wechselspannungsverstärker ................................................................ 220
12.7 MOSFET ............................................................................................... 221
12.8 Dual-Gate-MOSFET ............................................................................. 223
12.9 Röhren ................................................................................................... 224
12.10 Trioden-Schaltung ................................................................................ 226
12.11 Pentoden-Schaltung .............................................................................. 227

13 Operationsverstärker ....................................................................................... 229


13.1 Grundschaltungen des Operationsverstärkers ....................................... 231
13.2 Komparator und Schmitt-Trigger ......................................................... 233
13.3 Wandler mit Operationsverstärker ........................................................ 236
13.4 Generatoren mit Operationsverstärker .................................................. 239
13.5 Aktive Tiefpass- und Hochpass-Filter .................................................. 242
13.6 Umwandlung von Tief- in Hochpassfilter ............................................ 252
13.7 Selektiver Bandpass 2. Ordnung mit Schwingkreis ............................. 253
13.8 Selektive Bandsperre 2. Ordnung ......................................................... 253
Inhaltsverzeichnis XV

13.9 Sallen-Key-Bandpass 2. Ordnung ........................................................ 255


13.10 Notch-Filter ........................................................................................... 258
13.11 Allpassfilter ........................................................................................... 259

14 Regelungstechnik .............................................................................................. 261


14.1 Regelkreis ............................................................................................. 261
14.2 Verhalten von Regelkreisen .................................................................. 262
14.3 Klassifizierung von Regelstrecken ....................................................... 264
14.4 Ortskurven in der Regelungstechnik .................................................... 266
14.5 Bodediagramm in der Regelungstechnik .............................................. 268
14.6 Regelstreckenglieder ............................................................................. 271
14.7 Realisierung von elektronischen Reglern ............................................. 274
14.8 Arbeitsweise von geschlossenen Regelkreisen ..................................... 288
14.9 Optimierung von Regelkreisen ............................................................. 292
14.10 Schaltende Regler ................................................................................. 296

15 Digitaltechnik .................................................................................................... 299


15.1 Bedeutung der binären Signalwerte ...................................................... 299
15.2 Zahlensysteme ...................................................................................... 299
15.3 Umrechnen von Zahlensystemen .......................................................... 300
15.4 Bits und Bytes ....................................................................................... 301
15.5 Codes ..................................................................................................... 303
15.6 Logische Grundfunktionen ................................................................... 307
15.7 Grundregeln der Schaltalgebra ............................................................. 309
15.8 Minimieren mit Karnaugh-Diagramm .................................................. 310
15.9 Grundschaltungen mit Flipflops ........................................................... 312
15.10 Auslastfaktoren (fan-in, fan-out) bei TTL-Bausteinen ......................... 313
15.11 CMOS-Bausteine .................................................................................. 314
15.12 Digitale Schalter ................................................................................... 319
15.13 Monostabile Schaltungen ...................................................................... 320
15.14 Astabile Kippschaltungen ..................................................................... 321
15.15 Asynchrone Frequenzteiler und Zähler ................................................ 323

16 Sensorik ............................................................................................................. 327


16.1 NTC-Widerstände (Heißleiter) ............................................................. 327
16.2 PTC-Widerstand (Kaltleiter) ................................................................ 330
16.3 Brückenschaltung .................................................................................. 330
16.4 Dehnungsmessstreifen .......................................................................... 332
16.5 Ohm’scher Weg- und Winkelaufnehmer .............................................. 334
16.6 Induktiver Weg- und Winkelaufnehmer ............................................... 334
16.7 Kapazitiver Weg- und Winkelaufnehmer ............................................. 335
16.8 Hallgenerator ........................................................................................ 336
16.9 Feldplatte .............................................................................................. 337
16.10 VDR-Widerstand .................................................................................. 338
16.11 Peltier-Batterie ...................................................................................... 339
16.12 Beleuchtungsgrößen und Einheiten ...................................................... 339
XVI Inhaltsverzeichnis

16.13 Fotowiderstände .................................................................................... 341


16.14 Fotodioden ............................................................................................ 342
16.15 Fototransistoren .................................................................................... 343
16.16 Fotoelemente ......................................................................................... 344
16.17 Leuchtdioden ........................................................................................ 345
16.18 Optokoppler .......................................................................................... 346

17 Messtechnik ....................................................................................................... 347


17.1 Klasseneinteilung und Bedingungen .................................................... 347
17.2 Genauigkeiten von Messgeräten ........................................................... 350
17.3 Genauigkeiten von Betriebsmessgeräten .............................................. 351
17.4 Anzeige eines Digitalmessgerätes ........................................................ 352
17.5 Messbereichserweiterung (Spannung) .................................................. 352
17.6 Messbereichserweiterung (Strom) ........................................................ 353
17.7 Amplitudenform der Messgröße ........................................................... 353
17.8 Spannungs- und Strommessung mit Messwandlern ............................. 355
17.9 Leistungsmessung: Schein- und Wirkleistung ..................................... 355
17.10 Widerstandsmessung ............................................................................ 356
17.11 Direktanzeigende Ohmmeter ................................................................ 356
17.12 Schleifdrahtbrücke ................................................................................ 357
17.13 Messung an Spannungsteilern .............................................................. 357
17.14 Kapazitätsmessung ................................................................................ 357
17.15 Induktivitätsmessung ............................................................................ 358
17.16 Messung der elektrischen Leistung ...................................................... 359
17.17 Wechselspannungs-Messbrücken ......................................................... 360
17.18 Messen mit dem Oszilloskop ................................................................ 363
17.19 Statistische Berechnung der Messunsicherheit ..................................... 368

18 Drehstrom und Wechselstrom ........................................................................ 375


18.1 Augenblickswert, Scheitelwert, Spitze-Spitze-Wert, Effektivwert ...... 376
18.2 Sternschaltung ....................................................................................... 377
18.3 Dreieckschaltung .................................................................................. 378
18.4 Leitungssysteme .................................................................................... 379
18.5 Drehstrommotor .................................................................................... 380
18.6 Umwandlung von Stern-Dreieck und Dreieck-Stern ............................ 381
18.7 Drehstrom-Asynchronmotor ................................................................. 381
18.8 Motormoment ....................................................................................... 382
18.9 Blindstromkompensation für Drehstrom .............................................. 384
18.10 Drehstrommotor an Wechselspannung ................................................. 384
18.11 Gleichstrom-Scheibenläufer ................................................................. 386
18.12 Schrittmotor .......................................................................................... 386
18.13 Mechanische Übertragung der Motorleistung ...................................... 387
18.14 Drehstromzähler und Netzformen ........................................................ 390
18.15 Schutzeinrichtungen und Schutzmaßnahmen ....................................... 392
18.16 Gefährliche Körperströme .................................................................... 395

Sachwortverzeichnis ................................................................................................. 397


1 Allgemeine mathematischen 1
Zeichen und Begriffe

Zeichen Verwendung Sprechweise (Erläuterungen)

Pragmatische Zeichen (nicht mathematisch im engeren Sinne)


 xy x ist ungefähr gleich y
<< x << y x ist klein gegen y
>> x >> y x ist groß gegen y
̂ x ˆ y x entspricht y
... und so weiter bis, und so weiter (unbegrenzt)
Allgemeine arithmetische Relationen und Verknüpfungen
= x=y x gleich y
 xy x ungleich y
< x<y x kleiner als y
 xy x kleiner oder gleich y, x höchstens gleich y
> x>y x größer als y
 xy x größer oder gleich y, x mindestens gleich y
+ x+y x plus y, Summe von x und y
– x–y x minus y, Differenz von x und y
 x  y oder xy x mal y, Produkt von x und y
x
– oder / oder x/y x durch y, Quotient von x und y
y
n
  xi Summe über xi von i gleich 1 bis n
i 1

~ f~g f ist proportional zu g

© Springer Fachmedien Wiesbaden GmbH, ein Teil von Springer Nature 2019
H. Bernstein, Formelsammlung, https://doi.org/10.1007/978-3-658-18179-6_1
2 1 Allgemeine mathematischen Zeichen und Begriffe

Zeichen Verwendung Sprechweise (Erläuterungen)

Besondere Zahlen und Verknüpfungen


 pi 3,1415926...
e 2,7182281...
xn xn x hoch n, n-te Potenz von x
x Wurzel (Quadratwurzel) aus x
n n
x n-te Wurzel aus x
|| |x| Betrag von x
 unendlich
n! Fakultät
Elementare Geometrie
 gh g und h stehen senkrecht zueinander
|| g || h g ist parallel zu h
 g  h g und h sind gleichsinnig parallel
 g  h g und h sind gegensinnig parallel
Σ Σ (g, h) (nicht orientierter) Winkel zwischen g und h
(g, h) orientierter Winkel von g und h
(Zählrichtung festgelegt)
PQ PQ Strecke von P nach Q
d d (P, Q) Abstand (Distanz ) von P nach Q
  (ABC) Dreieck ABC
 MN M ist kongruent zu N
Exponentialfunktion und Logarithmus
exp exp z oder ez Exponentialfunktion von z oder e hoch z
ln ln x Natürlicher Logarithmus von x (Basis e)
xz x hoch z
log log y x Logarithmus von x zur Basis y
lg lg x Dekadischer Logarithmus von x (Basis 10)
Trigonometrische Funktionen sowie deren Umkehrungen
sin sin x Sinus von x
cos cos x Cosinus von x
tan tan x Tangens von x
cot cot x Cotangens von x
arcsin arcsin x Arcussinus von x
arccos arccos x Arcuscosinus von x
arctan arctan x Arcustangens von x
sinh sinh x Hyperbelsinus von x
cosh cosh x Hyperbelcosinus von x
tanh tanh x Hyperbeltangens von x
coth coth x Hyperbelcotangens von x
1.2 Zahlen und Zahlensysteme 3

1.1 Mathematische Zeichen und Begriffe

Zeichen Verwendung Sprechweise (Erläuterungen)

Mengen
 xÎM x ist Element von M
 xÏM x ist nicht Element von M
x1, ..., xn Î A x1,..., xn ist Element von A
{|} {x | } die Menge (Klasse) aller x mit 
{, ...,} {x1, ... xn} die Menge mit den Elementen x1,... xn
Í oder A Í B oder A ist Teilmenge von B
Ì AÌB A sub B
 AB A ist echt enthalten in B
 AB A geschnitten mit B, Durchschnitt von A und B
 AB A vereinigt mit B, Vereinigung von A und B
\ oder A \ B oder A ohne B
 oder A B oder Differenzmenge von A und B
– A–B relatives Komplement von B mit A
 oder {} leere Menge

1.2 Zahlen und Zahlensysteme

Zahlenmengen

 Natürliche Zahlen

 Ganze Zahlen

 Rationale Zahlen

 Reelle Zahlen
4 1 Allgemeine mathematischen Zeichen und Begriffe

Vektoren
Schreibweise A,
 
B, ..., a, b,...

A , B, ..., a , b, ...
Grafische Darstellung

Komponenten
eines Vektors

Betrag eines Vektors

Multiplikation mit einem Skalar

Addition von Vektoren

Subtraktion von Vektoren

Schreibweise von Dezimalzahlen Beispiel: 275,64


Ziffer 2 7 5 6 4
Stelle 3. 2. 1. 1 nach Komma 2 nach Komma
Stellenbezeichnung Hunderter Zehner Einer Zehntel Hundertstel
Stellenwert Bx 102 101 100 10–1 10–2
Potenzwert 2  102 7  101 5  100 6  10 –1 4  10–2
275,64 = 2  102 + 7  101 + 5  100 + 6  10–1 + 4  10–2
1.2 Zahlen und Zahlensysteme 5

Schreibweise von Dualzahlen Beispiel: 1101,11


Ziffer 1 1 0 1 1 1
Stelle 4. 3. 2. 1. 1 nach Komma 2 nach Komma
Stellenbezeichnung Achter Vierer Zweier Einer Halbe Viertel
Stellenwert B* 23 22 21 20 2–1 2–2
Potenzwert 1  23 1  22 1  21 1  20 12 –1 1  2–2
1101,11 = 1  23 + 1  22 + 0  21 + 1  20 + 1  2–1 +1  2–2
Rechenregeln für Dualzahlen
Addition Subtraktion Multiplikation Division
0+0= 0 0–0 =0 00=0 0:1=0
0+1= 1 1–0 =1 01=0 1:1=1
1+0= 1 10 – 1 = 1 10=0
1 + 1 = 10 1–1 =0 11=1
Umwandlung
Dual in Dezimal Dezimal in Dual
Dualzahl: 1 1 0 0 1 Dezimalzahl: 26
Potenzwert 1  24 1  23 0  22 0  21 1  20 26 : 2 = 13 Rest 0
Dezimalzahl 16 + 8 + 0 + 0 + 1 13 : 2 = 6 Rest 1
25 6 : 2 = 3 Rest 0
3 : 2 = 1 Rest 1
1 : 2 = 0 Rest 1  Leserichtung
11010
Vergleich zwischen Zahlensystemen
dual dezimal hexa- dual dezimal hexa- dual dezimal hexa- dual dezimal hexa-
dezimal dezimal dezimal dezimal
0 0 0 1000 8 8 10000 16 10 11000 24 18
1 1 1 1001 9 9 10001 17 11 11001 25 19
10 2 2 1010 10 A 10010 18 12 11010 26 1A
11 3 3 1011 11 B 10011 19 13 11011 27 1B
100 4 4 1100 12 C 10100 20 14 11100 28 1C
101 5 5 1101 13 D 10101 21 15 11101 29 1D
110 6 6 1110 14 E 10110 22 16 11110 30 1E
111 7 7 1111 15 F 10111 23 17 11111 31 1F
Römische Zahlen
I =1 VI = 6 XI = 11 LX = 60 CX = 110 DC = 600
II = 2 VII = 7 XX = 20 LXX = 70 CC = 200 DCC = 700
III = 3 VIII = 8 XXX = 30 LXXX = 80 CCC = 300 DCCC = 800
IV = 4 IX = 9 XL = 40 XC = 90 CD = 400 CM = 900
V =5 X = 10 L = 50 C = 100 D = 500 M = 1000
6 1 Allgemeine mathematischen Zeichen und Begriffe

1.3 Griechisches Alphabet

A  Alpha   Iota   Rho


B  Beta   Kappa   Sigma
  Gamma   Lambda   Tau
  Delta   My   Ypsilon
  Epsilon   Ny   Phi
  Zeta   Xi X  Chi
  Eta   Omikron   Psi
  Theta   Pi   Omega

1.4 Logarithmieren

Basiszahlen von Logarithmen Logarithmengesetze


2 Zweierlogarithmus log2 b = ld b log (a  b) = log a + log b
(dualer Logarithmus) a
log = log a – log b
b
e = 2,718... Natürlicher Logarithmus loge b = ln b log an = n  log a
Zehnerlogarithmus n
10 log10 b = ld b log a b n  log b a  n log b
(dekadischer Logarithmus) a

Logarithmensysteme
lg 1000 = 3, da 103 = 1000
lg 100 = 2, da 102 = 100
lg 10 = 1, da 101 = 10
lg 1 = 0, da 100 = 1
lg 0,1 = –1, da 10–1 = 0,1
lg 0,01 = –2, da 10–2 = 0,01
lg 0,001 = –3, da 10–3 = 0,001
1.5 Funktionen 7

Regelregeln für Logarithmen


Rechnungsart wird zurückgeführt auf Regeln
Multiplizieren Addieren lg (a  b) = lg a + lg b
Dividieren Subtrahieren
lg  a  lg a  lg b
b
Potenzieren Multiplizieren lg a n  n  lg a
Radizieren Dividieren
lg n a  1  lg a
n

1.5 Funktionen

Winkelfunktionen (rechtwinklige Dreiecke)


Das Dreieck ABC heißt rechtwinkliges Dreieck ( = 90°).
Die längste Seite c ist die Hypotenuse, die Seiten a und b,
die Schenkel des rechten Winkels, sind die Katheten. Für
den spitzen Winkel  ist b die Ankathete und a die Gegen-
kathete. Für den spitzen Winkel ß ist a die Ankathete und b
die Gegenkathete. Rechtwinklige Dreiecke, welche gleiche
Winkel aufweisen, sind ähnliche Dreiecke; ihre Seiten-
verhältnisse heißen Winkelfunktionen (trigonometrische
Funktionen).

Gegenkathete
sin   a Sinus 
c Hypotenuse

cos   b Cosinus  Ankathete


c Hypotenuse
8 1 Allgemeine mathematischen Zeichen und Begriffe

Winkelfunktionen (rechtwinklige Dreiecke) (Fortsetzung)

Gegenkathete
tan   a Tangens 
b Ankathete

Cotangens  Ankathete
b
cot   Gegenkathete
a

Vorzeichen der Winkelfunktionen in den vier Quadranten


Quadrant Winkel sin cos tan cot
I 0°... 90° + + + +
II 90°...180° + – – –
III 180°...270° – – + +
IV 270°...360° – + – –

Lehrsatz des Pythagoras


Das Quadrat über der Hypothese c c2 = a 2 + b 2
ist gleich der Summe der beiden c  a²  b²
Kathetenquadrate.

Strahlensatz (ähnliche Dreiecke)


In ähnlichen Dreiecken verhalten a1 a2
sich die Seiten des Dreiecks (A, B1, b  b
1 2
C1,) wie die gleichliegenden Seiten
des Dreiecks (A, B2, C2). a1 a2

c1 c2
b1 b2

c1 c2
1.5 Funktionen 9

Beziehung zwischen Winkelfunktion für gleiche Winkel

tan   sin  ; cot   cos  ; sin ²  cos ²  1; tan   cot   1


cos  sin 
sin  cos  tan  cot 
sin  – 1  cos ² tan  / 1  tan ² 1 / 1  cot ²
cos  1  sin ² – 1 / 1  tan ² cot  / 1  cot ²
tan  sin  / 1  sin ² 1  cos ² / cos  – 1 / cot 
cot  1  sin ² / sin  cos  / 1  cos ² 1 / tan  –

Berechnungen rechtwinkliger Dreiecke


Gege- Ermittlung der anderen Größen Gege- Ermittlung der anderen Größen
ben ben
a,    90   , b    cot  , c  a a, b
tan   a , c  a ,   90  
sin  b sin 
b,    90   , a  b  tan  , c  b a, c sin   a , b  c  cos  ,   90  
cos  c

c,    90   , a  c  sin  , b  c  cos  b, c cos   b , a  c  sin  ,   90  


c

Winkelbeziehungen im rechtwinkligen Dreieck


sin  cos  1
sin2  + cos2  = 1 tan   cot   cot  
cos  sin  tan 

sin (  ) = sin   cos   cos   sin  cos (  ) = cos   cos   sin   sin 

tan   tan  cot   cot   1


tan(   )  cot(   ) 
1  tan   tan  cot   cot 
a plus oder minus a
a minus oder plus a
10 1 Allgemeine mathematischen Zeichen und Begriffe

Winkelbeziehungen im schiefwinkligen Dreieck


Cosinussatz Sinussatz

a2 = b2 + c2 – 2 b c  cos  a : b : c = sin  : sin  : sin 


b2 = a2 + c2 – 2 a c  cos  a b c
 
c2 = a2 + b2 – 2 a b  cos  sin  sin  sin 
Seitenberechnung Flächenberechnung Winkelberechnung

b  sin  c  sin  a  b  sin  a  sin  a  sin 


a  A sin a  
sin  sin  2 b c
a  sin  c  sin  b  c  sin  b  sin  b  sin 
b  A sin   
sin  sin  2 a c
a  sin  b  sin  a  c  sin  c  sin  c  sin 
a  A sin   
sin  sin  2 a b

Winkel in Grad (°) und in Radiant (rad)


Ein ebener Winkel besitzt die Einheit  Winkel in rad
Grad oder Radiant.
Die Einheit Radiant entspricht dem ° Winkel in Grad
Bogenmaß im Einheitskreis.

90 ˆ π 180 ˆ π 360 ˆ 2π    π


2 180
1.6 Längen-, Flächen- und Körperberechnungen 11

1.6 Längen-, Flächen- und Körperberechnungen

Quadrat A  a² Kreis A  π  r²
U  4a
A  πd²
d  2 a 4
U  πd

Rechteck A  a b Kreisring A  π  ( R ²  r ²)
U  2  (a  b) A  π  ( D ²  d ²)
d  a²  b² 4

Raute (Rombus) A  ah Kreisausschnitt


A  br
U  4a 2
b   r 
π
180
12 1 Allgemeine mathematischen Zeichen und Begriffe

Parallelogramm A  ah Kreisabschnitt b  r  s ( r  p)


A

U  2  a  l ²  h²  π  r  
2
U  2  (a  b) b
180

A  mh
A  πDd
Trapez Ellipse
m  ac 2
2 U  π D  d
U  abcd 2
U  π  2  R²  r ² 

A ch r    cot 
Dreieck Regelmäßige n-Ecke
2 2 2
U  abc R a
2  sin 
2
U  na
A  n   ²  cot 
4 2
1.6 Längen-, Flächen- und Körperberechnungen 13

Würfel V  a³ Prisma V  a b  h
d  a 3 (allgemein: d  a ²  b²  h²
A  6  a² V =A  h) A  2(a  b  a  h  b  h)

V  πd² h V  π  h   D²  d ² 
Zylinder Hohlzylinder
4 4
AM  π  d  h
A0  π  d  h  π  d ²
2

Pyramide Pyramidenstumpf
V  a b  h
3 V  h  a1  b1  a2  b2   a1  b1  a2  b2
3
hb  h²  a ²
4
l  hb 
2 b ²
4
14 1 Allgemeine mathematischen Zeichen und Begriffe

Kegel Kegelstumpf
V  πd²h V  π  h  D²  d ²  D  d 
12 12
s  r ²  h² s  h ²  ( R  r )²
AM  π  r  s
AM  π  s  D  d 
A0  π  r  s  π  d ² 2
4 A0  π  s  D  d   π  D ²  d ² 
2 4

Kugel Kugelabschnitt
V  4  π  r³ V  π  h ²   r  h 
3  3
V  πd³ A  2πr h
6
A  πd² A  π  s ²  4h ² 
4
AM: Mantelfläche
A0: Gesamtoberfläche
1.8 SI-Basiseinheiten 15

1.7 Vorsätze und Vorsatzzeichen für dezimale Teile und Vielfache

Faktor Vorsätze Vorsatzzeichen Faktor Vorsätze Vorsatzzeichen


10–18 Atto a 101 Deka da
10–15 Femto f 102 Hekto h
10–12 Piko p 103 Kilo k
10–9 Nano n 106 Mega M
10–6 Mikro µ 109 Giga G
10–3 Milli m 1012 Tera T
10–2 Zenti c 1015 Peta P
10–1 Dezi d 1018 Exa E

1.8 SI-Basiseinheiten

Die SI-Einheiten (Système International d’Unités) wurden auf einer Generalkonferenz


(1960) für Maß und Gewicht angenommen. Die Basiseinheiten sind definierte Einheiten
der voneinander unabhängigen Basisgrößen als Grundlage des SI-Systems.

Größe Formelzeichen Einheitenname Einheitenzeichen


Länge l Meter m
Masse m Kilogramm kg
Zeit t Sekunde s
elektrische Stromstärke I Ampere A
thermodynamische Temperatur T Kelvin K
Lichtstärke Iv Candela cd
Stoffmenge n Mol mol
16 1 Allgemeine mathematischen Zeichen und Begriffe

Definitionen der Basiseinheiten


Meter: 1 m ist die Länge der Strecke, die Licht im Vakuum während des Intervalls
von 1/299 792 458 Sekunden durchläuft.
Kilogramm: 1 kg ist die Masse des in Paris aufbewahrten Internationalen Kilogramm-
prototyps (Platin-Iridium-Zylinder).
Sekunde: 1 s ist das 9 192 631 770-fache der Periodendauer der Strahlung des Nuklids
Caesium 133Cs.
Ampere: 1 A ist die Stärke eines Gleichstromes, der zwei lange, gerade und im Ab-
stand von 1 m parallel verlaufende Leiter mit sehr kleinen kreisförmigem Querschnitt
durchfließt und zwischen diesen die Kraft 0,2  10–6 N je Meter ihrer Länge erzeugt.
Kelvin: 1 K ist der 273,16te Teil der Temperaturdifferenz zwischen dem absoluten
Nullpunkt und dem Tripelpunkt des Wassers. Beim Tripelpunkt sind Dampf, Flüssig-
keit und fester Stoff im Gleichgewicht.
Candela: 1 cd ist die Lichtstärke einer Strahlungsquelle in bestimmter Richtung, die
eine monochromatische Strahlung der Frequenz 540 Terahertz (THz) aussendet und
deren Strahlstärke in dieser Richtung 1/683 Watt je Steradiant (W/sr) beträgt.
Mol: 1 mol ist die Stoffmenge eines Systems bestimmter Zusammensetzung, das aus
ebenso vielen Teilchen besteht, wie Atome in 12  10–3 kg des Nuklids Kohlenstoff 12C
enthalten sind.

Elektrische Einheiten – Umwandlung von Einheiten


kg  m²
1 Volt  1 Watt  1 J  1 N  m  1
Ampere A s A s A  s³
Watt J N  m kg  m²
1Ampere  1 1 1 1
Volt V s V s V  s³
1 Ohm  1 Volt
Ampere
kg  m²
1Watt  1Volt  Ampere  1 J  1 N  m  1
s s s³
kg  m²
1Farad  1 Coulomb  1 A  s  1 s  1 N  m  1
Volt V Ω V² V²  s²
kg  m²
1Henry  1 Weber  1Ω  s  1 Vs  1 N  m  1
Ampere A A² A²  s²
J N  m kg  m²
1Weber  1Voltsekunde  1  1 1
A A A  s²
kg
1Tesla  1 Wb  1 Vs  1 N  1
m² m² Am A  s²
kg  m²
1Coulomb  1Amperesekunde  1  s  1 N  m  1
W
V V V  s²
1.8 SI-Basiseinheiten 17

Einheiten nach DIN 1302

Zeichen Einheit Bemerkung


rad Radiant 1 rad = 1 m/m
sr Steradiant 1 sr = 1 m2/m2
m Meter
m2 Quadratmeter
m3 Kubikmeter
s Sekunde
Hz Hertz 1 Hz = 1 s–1
kg Kilogramm
N Newton 1N = 1 kg  m/s2
Pa Pascal 1 Pa = 1 N/m2
J Joule 1J =1Nm=1Ws
W Watt 1W = 1 J/s
C Coulomb 1C =1As
V Volt 1V = 1 J/C
F Farad 1F = 1 C/V
A Ampere
Wb Weber 1 Wb =1Vs
T Tesla 1T = 1 Wb/m2
H Henry 1H = 1 Wb/A
 Ohm 1 = 1 V/A
S Siemens 1S = 1 –1
K Kelvin
°C Grad Celsius 1 °C =1K
mol Mol
cd Candela
lm Lumen 1 lm = 1 cd  sr
lx Lux 1 1x = 1 lm/m2
Bq Becquerel 1 Bq = 1 s–1
Gy Gray 1 Gy = 1 J/kg

Einheiten außerhalb des SI nach DIN 13011-1


gon Gon 1 gon = (/200) rad
l Liter 1l = 1 dm3
min Minute 1 min = 60 s
h Stunde 1h = 60 min
d Tag 1d = 24 h
a Gemeinjahr 1a = 365 d = 8760 h
18 1 Allgemeine mathematischen Zeichen und Begriffe

Einheiten außerhalb des SI nach DIN 13011-1 (Fortsetzung)


t Tonne 1 t = 103 kg = 1 Mg
bar Bar l bar = 105 Pa
a Ar 1 a = 102 m2
ha Hektar 1 ha = 104 m2
eV Elektronvolt 1 eV = 1,602189  10–19 J
u atomare Masseneinheit 1 u = 1,6605655  10–27 kg
Kt metrisches Karat 1 Kt = 0,2 g

1.9 Schaltalgebra

Konjunktion Disjunktion Negation


(UND-Funktion) (ODER-Funktion) (NICHT-Funktion)
x=a0=0 x=a0=a xa xa a
x=a1=a x=a1=1
xa a xa a
x=aa=a x=aa=a
x=a a =0 x=a a =1
Rechenregel Schaltungsbeispiel
Vertauschungsregel
(kommunikatives Gesetz)
x=ab=ba
x=ab=ba
Verbindungsregel (assoziatives Gesetz)
x = a  b  c = a  (b  c)
= b  (a  c) = c  (a  b)
x = a  b  c = a  (b  c)
= b  (a  c) = c  (a  b)
Verteilungsregel (distributives Gesetz)
x = a  b  a  c = a  (b  c)1)
x = (a  b)  (a  c) = a  (b  c)
1) UND-Funktion immer vor ODER-Funktion

De Morgan’sches Gesetz
x  a b  a b
x  ab  a b
x  a b  a b
x  ab  a b
1.10 Trigonometrie (Ebene) 19

Rechenregel Schaltungsbeispiel
Vereinfachung
x = a  (b  b) = a
x=aab=a
x = a  (a  b) = a  b
x = a  (a  b) = a  b
x = a a b) = a b
x = a  a  b =a  b
x = a  a b =a b

1.10 Trigonometrie (Ebene)

Winkelfunktionen
Vorzeichen in den vier Quadranten
I II III IV
sin + + – –
cos + – – +
tan + – + –
cot + – + –

Besondere Werte
0° 30° 45° 60° 90° 180° 270° 360°
1 1 2 1 3
sin 0 1 0 –1 0
2 2 2
1 3 1 2 1
cos 1 0 –1 0 1
2 2 2
1 3
tan 0 1 3 () 0 () 0
3
1 3
cot () 3 1 0 () 0 ()
3
20 1 Allgemeine mathematischen Zeichen und Begriffe

Zusammenhänge
90°   180°   270°   360°   –
sin cos   sin  –cos   sin  –sin 
cos  sin  –cos   sin  cos  cos 
tan  cot   tan   cot   tan  –tan 
cot  tan   cot   tan   cot  –cot 

sin2  cos2  tan2  cot2 


tan ² 1
sin2  – 1  cos ²
1  tan ² 1  cot ²
1 cot ²
cos2  1  sin ² –
1  tan ² 1  cot ²
sin ² 1  cos ² 1
tan2  –
1  sin ² cos ² cot ²
1  sin ² cos ² 1
cot2  –
sin ² 1  cos ² tan ²
sin   tan  cos   cot 
sin ²  cos ²  1 tan   cot   1
cos  sin 

Additionstheoreme
Summe und sin(   )  sin  cos   cos  sin 
Differenzen: cos(   )  cos  cos   sin  sin 
tan   tan 
tan(   ) 
1  tan  tan 
cot  cot   1
cot(   ) 
cot   cot 
   
sin   sin   2 sin cos
2 2
   
cos   cos   2 cos cos
2 2
   
sin   sin   2 cos sin
2 2
   
cos   cos   2 sin sin
2 2
1.10 Trigonometrie (Ebene) 21

Additionstheoreme (Fortsetzung)

sin 2  2sin  cos   2 tan 


Doppelter Winkel:
1  tan ²
cos 2  cos ²  sin ²  1  2sin ²  2cos ²  1  1  tan ²
1  tan ²
tan 2  2 tan  cot 2  cot ²  1
1  tan ² 2cot 
Dreifacher Winkel: sin 3  3 sin   4 sin ³ cos 3  4 cos ³  3 cos 
Halber Winkel:
sin   1  cos  cos   1  cos 
2 2 2 2

tan   1  cos   1  cos   sin 


2 1  cos  sin  1  cos 

Sätze
Sinussatz: a : b : c  sin  : sin  : sin    b  c  2r
sin  sin  sin 

cos   a ²  b²  c ²
Cosinussatz:
c²  a ²  b²  2ab cos 
2ab
Tangenssatz:  
tan
a b  2
ab  
tan
2
Projektionssatz: c  a cos   b cos 

Formeln und Funktionen


Dreieckfläche:
A  1 ab sin 
2
Euler’sche Funktionen: e j  cos   j sin  e  j  cos   j sin 
Winkelfunktionen:

sin   1 e j  e j
2j
 
cos   1 e j  e j
2

2 j j  j
tan   1  e2 j  1  1  e j  e  j
j e 1 j e  e
Hyperbolische x x
sinh x  e  e cosh x  e  e
x x
Funktionen: 2 2
e x  e x e x  e x
tanh x  x  x coth x  x  x
e e e e
22 1 Allgemeine mathematischen Zeichen und Begriffe

1.11 Sphärische Trigonometrie

Zweieck

Flächeninhalt: A  2x  π  r ²
180
Rechtwinkliges Dreieck ( = 90°)

Neper’sche Regel: Ersetzt man a und b durch ihre Komplemente und lässt man  aus, so
gilt:
– der Cosinus einer jeder Strecke als gleich
– dem Produkt der Cotangenswerte der anliegenden Strecke und
– dem Produkt der Sinuswerte der gegenüberliegenden Strecke
cos c = cot  cot  = cos a cos b
cos  = tan b cot c = sin  cos a sin  = tan b cot  = sin  sin c
cos  = tan a cot c = sin  cos b sin b = tan a cot  = sin  sin c

Allgemeines Dreieck
Sinussatz:
sin a : sin b : sin c = sin  : sin  : sin 

Seitencosinussatz:
cos a = cos b cos c + sin b sin c cos 

Winkelcosinussatz:
cos  = –cos  cos  + sin  sin  cos a

Winkelsumme:
 +  +  = 180° +  ( = sphärischer Exzess)
1.12 Gleichungen 23

1.12 Gleichungen

Quadratische Gleichungen
Normalform: x2 + px + q = 0
Lösungen: p 1 p 1
x1    p ²  4q ; x2    p ²  4q
2 2 2 2
Diskriminante: D = p2 – 4 q; D > 0: x1, x2 reell und voneinander verschieden
D = 0: x1, x2 reell und einander gleich
D < 0: x1, x2 konjugiert komplex
Satz von Vieta: x1 + x2 = –p; x1  x2 = q

Kubische Gleichungen
Normalform: a1
x3 + a 1 x2 + a 2 x + a 3 = 0 durch Substitution x  y
3
reduziert auf y3 – py + q = 0
Lösungen: a12 2a13 a1 a2
p  a2 ; q   a3
3 27 3
Diskriminante: 2
q  p
3
D     
2  3
D > 0: Cardanische Formel: y1 reell, y2, y3 konjugiert komplex
q q
u3  D; v3  D
2 2
y1  u  v y2,3   u v  u v j 3
2 2
D = 0: y1 reell, y2, y3 reell und einander gleich
q
uv3 ; y1 = 2 u; y2,3 = –u
2
D < 0: y1, y2, y3 reell und voneinander verschieden
q / 2 p 
cos   ; y1  2 cos ;
( p / 3)³ 3 3

p  
y2,3  2 cos  60  
3  3
Satz von Vieta: x1 + x2 + x3 = –a1, x1 x2 + x2 x3 + x3 x1 = +a2, x1 x3 x3 = –a3
24 1 Allgemeine mathematischen Zeichen und Begriffe

Näherungslösung von f(x) = 0


Sekantennäherungsverfahren: Aus zwei bekannten Näherungswerten x1 und x2 findet
man
x2  x1
x3  x1   f ( x1 ) für f ( x1 )  f ( x2 )  0
f ( x2 )  f ( x1 )
Tangentennäherungsverfahren: Aus einem bekannten Näherungswert x1 findet man
f ( x1 )
(Newton Näherungsverfahren) x2  x1  für f ( x1 )  f ( x1 )  0.
f '( x1 )

1.13 Analytische Geometrie

Strecke

Länge:
P1 P2   x2  x1 2   y2  y1 2
Streckenmittelpunkt: x1  x2 y y
xm  , ym  1 2
2 2
Streckenteilungspunkt: x1   x2 y   y2
 ,  1 ;
1  1 
innere Teilung: >0
äußere Teilung: <0
Teilerverhältnis: =m:n
Dreieckfläche:
A   1  x1  y2  y3   x2  y3  y1   x3  y1  y2  
2
Schwerpunkt: x1  x2  x3 y y y
xs  , ys  1 2 3
3 3
(Schnittpunkt der Seitenhalbierenden)
1.13 Analytische Geometrie 25

Gerade
Normalform: y = mx + n m = Anstieg von tan 
n = Abschnitt auf y-Achse
Achsenabschnitts- x  y 1 a = Abschnitt auf x-Achse
gleichung: a b b = Abschnitt auf y-Achse
Zweipunktegleichung: y  y1 y2  y1

x  x1 x2  x1

Punktrichtungs- y  y1
gleichung:  tan 
x  x1
Allgemeine Geraden- Ax + By + C = 0
gleichung: (A2 + B2 > 0)
Hesse’sche Normal- x cos  + y sin  – p = 0 (p  0)
form: p Lot von Nullpunkt auf Gerade
 Winkel zwischen Lot und positiver x-Achse
Abstand der Geraden |C | A
von P1: d = x1 cos  + y1 sin  – p cos    
C A²  B ²
|C | B
sin    
C A²  B ²
|C |
p (C  0
A²  B ²

Zwei Geraden
Normalform: y = m1x + n1; y = m2x + n2
Schnittwinkel: m2  m1
 aus tan  = (für   90°)
1  m1  m2
Parallele Geraden: m1 = m2
Zueinander senkrechte m1 m2 = –1
Geraden:

Kegelschnitte
Allgemeine Gleichung Ax2 + 2Bxy + Cy2 + 2Dx + 2Ey + F = 0
(zweiten Grades): AC – B2 > 0 Ellipse, Punkt oder imaginäre Kurve
AC – B2 < 0 Hyperbel oder Geradenpaar
AC – B2 = 0 Parabel oder Parallelenpaar
26 1 Allgemeine mathematischen Zeichen und Begriffe

Größe Kreis Elipse1) Hyperbel1) Parabel


r Radius a große, b kleine Halbachse 2p Parameter
Mittelpunkt O x2 + y2 = r2 x²  y ²  1 Scheitel O (0; 0 )
(0; 0) a ² b² y2 = 2px
Tangente in P1 xx1 + yy1 = r2 xx1 yy1 y  y1 = p(x + x1)
(Polare zu P1)  1
a² b²
Normale durch P1 y1 a ² y1 y1
y x y  y1   ( x  x1 ) y  y1   ( x  x1 )
x1 b ² x1 p
Tangente von P2 y – y2 = (x – x2)  y – y2 = (x – x2)  y – y2 = (x – x2) 
 x2 y2  r x22  y22  r²  x2 y2  b² x22  a ² y22  a ²b² y2  y22  2 px2
r ²  x22 a ²  x22
2 x2
Tangente mit p
Anstieg m y  mx   r m ²  1 y  mx   m² a ²  b ² y  mx 
2m
Mittelpunkt M (x – c)2 + (y – d)2 = r2 ( x  c)² ( y  d )² Scheitel M (c; d)
(c; d)  1 (y – d)2 = 2p(x – c)
a² b²
Tangente in P1 (x – c) (x1 – c) + ( x  c)( x1  c) (y – d) (y1 – d) =
(Polare zu P1) + (y – d) (y1 – d) = r2 a² = p(x – c) + p(x1 – c)
( y  d )( y1  d )
 1

2p ist Sehne senk- p = r p
p  b²
recht durch a
Brennpunkt
Scheitelgleichung y2 = 2px – x2 p siehe oben
y ²  2 px   x²
a
Exzentrizität Länge des Brenn-
– lineare – e²  a ²  b² strahls x1 + p/2,
der Subtangente 2x1,
– numerische –   e 1
a der Subnormale p
Polargleichung
– Mittelpunkt –
²  b²
ist Pol 1   ² cos ²
– p p
– Brennpunkt r r
ist Pol 1   cos  1  cos 
1) Bei den übereinandergesetzten Rechenzeichen gilt das obere Rechenzeichen für die Ellipse,
das untere für die Hyperbel.
1.14 Vektoren 27

1.14 Vektoren

Allgemeines
Darstellung: a = a1i + a2 j + a3k a = (a1, a2, a3) a = |a| a0
a = |a| cos1  i + |a| cos2  j + |a| cos3  k
Betrag: | a |  a  a12  a22  a32 | a |  aa
Einheitsvektor:
a0  a |i| = |j| = |k| = 1 (normierter Vektor)
|a|
Nullvektor: O = (0, 0, 0)
Richtungscosinus: a1 a a3
cos 1  , cos  2  2 , cos 3 
|a| |a| |a|
cos2 1 + cos2 2 + cos2 3 = 1
Summe, Differenz: a  b = (a1  b1) i + (a2  b2) j + (a3  b3) k

1.14.1 Skalarprodukt

Schreibweise: a  b = |a| |b| cos (a, b)


a  b = 0 für a  b, für a = 0 oder für b = 0
a  b = a1 b1 + a2 b2 + a3 b3 a  a = |a|2
ij=jk=ki=0 ii=jj=kk=1
Kommutativgesetz: ab=ba
Distributivgesetz: c(a + b) = c  a + c  b
 b1 
Matrixschreibweise: a  b  (a1a2 a3 )   b2 
 
 b3 
Multiplikation eines  (a1, a2, a3) = ( a1,  a2,  a3)
Vektors mit einer
reellen Zahl :
28 1 Allgemeine mathematischen Zeichen und Begriffe

1.14.2 Vektorprodukt

Schreibweise: xb=c
Betrag |c| = |a| |b| sin (a, b); Richtung c  a, b
a, b, c Rechtssystem
Determinanten- i j k 
Schreibweise: a  b   a1 a2 a3  =
 
 b1 b2 b3 
= (a2 b3 – a3 b2) i + (a3 b1 – a1 b3) j + (a1 b2 – a2 b1) k
aa=0
ii=jj=kk=0
i  j = k, j  k = i, ki=j
Kommutativgesetz: nicht gültig, denn a  b = –b  a
Distributivgesetz: a(b  c) = a  b + a  c
Geradengleichung
– Punktrichtungs- r = r1 + ta
gleichung:
– Zweipunkte- r = r1 + t(r2 – r1) t = Parameter
gleichung:

1.15 Komplexe Zahlen

Normalform:

z = a + jb a Realteil, b Imaginärteil
j imaginäre Einheit; beachte: j2 = –1
1.15 Komplexe Zahlen 29

Trigonometrische Form:

z = r(cos + j sin) r Betrag,  Argument


a = r cos; b = r sin
r  | a |  jb   a²  b²; tan   b
a
Exponentialform: z = rej
Konjugiert komplexe
Zahl:

z* = a – jb = r(cos – j sin) = re–j


Addieren und
Subtrahieren:

(a1 + jb1)  (a2 + jb2) = (a1  a2) + j(b1  b2)


30 1 Allgemeine mathematischen Zeichen und Begriffe

Multiplizieren:

r1 (cos1 + j sin1)  r2 (cos2 + j sin2) = r1  r2 [cos (1 + 2) + j sin (1 + j 2)]
Dividieren:

r1
r1 (cos1 + j sin1) : r2 (cos2 + j sin2) 
r2
cos(1  2 )  j sin(1  2 )
Potenzieren: [r (cos – j sin)]n = rn(cos n + j sin n)] Moivre’sche Formel
Radizieren: Jede komplexe Zahl z = r(cos + j sin) hat n verschiedene n-te
Wurzeln w0, ...., wn–1:
 cos   k  2π sin   k  2π 
wk  n r   j  k = 0, ..., n – 1
 n n 
Speziell für z = a (positiv reell):
wk  n a   cos k  2π  j sin k  2π  k = 0, ..., n – 1
 n n 
Einheitswurzeln (n-te Wurzel aus 1):
wk  1   cos k  2π  j sin k  2π  k = 0, ..., n – 1
 n n 

1.16 Grenzwerte

Summe, Differenz: lim (u  v)  lim u  lim v


x a x a x a

Produkt: lim (u  v)  lim u  lim v


x a x a x a
1.17 Differentialrechnungen 31

Quotient: lim u
lim u  x a für lim v  0
xa v lim v x a
x a

Beispiele:  für a  1
lim e  1  1
 x
lim a x   1 für a  1
x  x 0 x
 0 für a  1

lim 1  0 lim sin x  1


x  x x 0 x
x
lim 1  1   e  2, 71828128... lim tan x  1
x   x x 0 x

lim a  1  ln a für a  0
x
lim 1  cos x  1
x 0 x x 0 x² 2

1.17 Differentialrechnungen

Regel Funktion Differentialquotient


Konstanter Faktor: y = a  f (x)

dy
 a  f ( x)
dx
Summe und y=uv dy
 u   v
Differenz: dx
Produkt: y=uv dy
 vu   uv
dx
Quotient: dy vu  uv
yu 
v dx v²
Kettenregel: y = f [ (x)] = f (z) dy dy dz
 
dx dz dx
32 1 Allgemeine mathematischen Zeichen und Begriffe

Reziproke Funktion: dy  f ( x )
y 1 
f ( x) dx [ f ( x )]²
Inverse Funktion: y =  (y) dy
 1
dx  dx 
 dy 
 

Ableitungen einiger Funktionen

Funktion Differentialquotient Funktion Differentialquotient


dy dy 1
y=c 0 y = arccos x 
dx dx 1  x²
dy dy
y = xn  nx n 1 y = arctan x  1
dx dx 1  x ²
dy dy
y = sin x  cos x y = arccot x  1
dx dx 1  x²
dy dy
y = cos x   sin x y = ax  a x ln a
dx dx
dy dy
y = tan x  1  1  tan ² x y = ex  ex
dx cos ² x dx
dy dy 1
y = cot x  1  1  cot ² x y = lg x  lg e
dx sin ² x dx x
dy 1 dy 1
y = arcsin x  y = ln x 
dx 1  x² dx x

Kurvendiskussion Hinreichende Bedingungen


f (x) f (x) f (x)
Maximum 0 <0
Minimum 0 >0
Wendepunkt 0 0
Horizontalwendepunkt 0 0 0
1.18 Integralrechnungen 33

1.18 Integralrechnungen

Regeln
Konstanter Faktor
 a  f ( x) dx = a  f ( x ) dx
Summe/Differenz
 [u ( x)  v( x)]dx =  u ( x ) dx   v ( x ) dx
Partielle Integration
 u dv = uv   v du
Substitutionsmethode
 f [t ( x)] t '( x)dx =  f (t ) dt

Grundintegrale
x n 1  C dx
 xn dx =
n 1
für n  –1  1  x²
= arcsin x + C

 sin x dx = –cos x + C

dx = ln( x  x ²  1)  C
1  x²

 cos x dx = sin x + C

dx = ln( x  x ²  1)  C für |x| > 1
x²  1
dx
 cos ² x = tan x + C  ex dx = ex + C

dx ax  C
 sin ² x = –cot x + C  ax dx =
ln a
dx dx
 1  x² = arctan x + C  x
= ln |x| + C

dx 1 ln 1  x  C
 1  x² =
2 1 x
für |x| < 1
34 1 Allgemeine mathematischen Zeichen und Begriffe

Anwendungen in der Geometrie


Bogenlänge: b
s   1  [ f ( x)]² dx
a

Flächenstück: b
A   f ( x) dx
a

Drehkörpervolumen: b
Vx  π  [ f ( x)]² dx bei Rotation der Kurve y = f(x) um x-Achse
a

Drehkörper- b
Mantelfläche: M x  2π  f [ x]  1  [ f ( x)]² dx
a

1.19 Potenzreihenentwicklung

Taylor’sche Reihe: Entwicklung der Funktion f


f ( x0  h)  f ( x0 )  h f '( x0 )  h² f ''( x0 )  ...
1! 2!
n 1
 h f ( n 1) ( x)  Rn
(n  1)!
(x) an der Stelle x0 nach Potenzen von h
Restglied: n
Rn  h f ( n) ( x0   h) 0<<1
n!
MacLaurin’sche
f ( x)  f (0)  x f (0)  x ² f (0)  x³ f (0)  ...
Reihe: 1! 2! 3!
Entwicklung der Funktion f(x) an der Stelle 0 nach Potenzen
von x (Spezialfall der Taylor’schen Reihe)

Potenzreihen ausgewählter Funktionen

Funktion Reihe
(1 + x)n: n n n
1    x    x ²  ...  ( 1) k   x k  ... |x| < 1, n beliebig
1
  2
  k 
1.19 Potenzreihenentwicklung 35

Funktion Reihe
ex:
e  1  1  1  1  ...
3
1  x  x ²  x  ...; hieraus ist
1! 2! 3! 1! 2! 3!
sin x: 3 5 7
x  x  x  x   ...
3! 5! 7!
cos x: 2 4 6
1  x  x  x   ...
2! 4! 6!

| x | 
tan x:
x  1 x3  2 x5  17 x7  ...
3 15 315 2
arcsin x:
x  1  x  1  3  x  1  3  5  x  ...
3 5 7
| x | 1
2 3 24 5 246 7
arctan x: 3 5 7
x  x  x  x   ... | x | 1
3 5 7
 hieraus π  1  1  1  1   ... 
 
 4 3 5 7 
ln (1 + x): 2 3 4
x  x  x  x   ... 1  x  1
2 3 4
ln (1 – x): 2 3 4
 x  x  x  x  ... 1  x  1
2 3 4
1 ln 1  x x  x3  x5  x 7  ...
: | x | 1
2 1 x 1 3 5 7

Näherungsformeln
Näherungswert k=2 k=3 k=4 Näherungswert k=2 k=3 k=4
1  1 x 0,15 0,045 0,014
(1 + x)2  1 + 2x 0,07 0,022 0,007 3 3
1 x
(1 + x)3  1 + 3x 0,04 0,012 0,004 sin x  x 17,75° 8,25° 3,83°
1  1 x
0,07 0,022 0,007 cos x  1 5,66° 1,75° 0,56°
1 x
1 x  1 x 0,19 0,062 0,020 cos x  1  x ² 33,75° 18,91° 10,60°
2 2
1  1 x 0,11 0,036 0,011
2 tan x  x 14,08° 6,41° 3,03°
1 x
3
1 x  1 x 0,20 0,065 0,021
3
Soll der Näherungswert auf k Dezimalen genau sein (Fehler x < 5  10–(k+1)), so darf x
den in der betreffenden Spalte angegebenen Wert nicht überschreiten.
36 1 Allgemeine mathematischen Zeichen und Begriffe

1.20 Kombinatorik

n-Fakultät: n! = 1  2  3 ... (n – 1)  n 0! = 1
Binomialkoeffizient n n!  n  n(n  1)(n  2)...(n  k  1)
n über k:  k   k !(n  k )!   n  k   1  2  3... k
   
Binomischer Satz: n n  n  n 1 n
(a  b) n  a n    a n 1b    a n  2 b 2    ab  b
1
  2
   n  1
n > 0, ganzzahlig
Anzahl der die verschiedenen linearen Anordnungen von n Elementen
Permutationen: alle Elemente verschieden je 1, 2, ... , r Elemente gleich
Pn = n! Pn  n!
1 ! 2! ...  r !
Beispiel: abc, acb, bac, bca, cab, cba aac, aca, (aac), (aca), caa, (caa)
P3 = 3! = 6 P3  3!  3
2!
Anzahl der Kombina- die verschiedenen Zusammenstellungen von jeweils k der n
tionen k-ter Klasse: verschiedenen Elemente ohne Berücksichtigung der Reihenfolge
ohne Wiederholung mit Wiederholung
 n   n  k  1
K n( k )    K n( k )   
k
   k 
Beispiel: ab, ac, ad aa, ab, ac, ad
bc, bd bb, bc, bd
cd cc, cd
dd
 4  
5
K 4(2)     6 K 4(2)     10
 2  2
Anzahl der Variatio- die verschiedenen Zusammenstellungen von k der n verschiede-
nen k-ter Klasse: nen Elemente mit Berücksichtigung der Reihenfolge
ohne Wiederholung mit Wiederholung
Vn( k )  n !  k ! n  Vn( k )  n k
(n  k )! k
Beispiel: ab, ac, ad aa, ab, ac, ad
ba, bc, bd ba, bb, bc, bd
ca, cb, cd ca, cd, cc, cd
da, db, dc da, db, dc, dd
V4(2)  4!  12 V4(2)  4²  16
2!
1.21 Determinanten 37

1.21 Determinanten

Grundbegriffe
Darstellung: n-reihige Determi- a11 a12 ... a1n
nante besteht aus a a ... a2 n
n Zeilen, n Spalten, D  aik  21 22
.......................
n2 Elementen aik an1 an 2 ... ann

Element aik: steht in der i-ten Zeile


und der k-ten Spalte
Adjunkte des das ist die mit Vor- a11 ... a1k 1 a1k 1 ... a1n
Elements aik: zeichen (–1)i+k ver- .................................................
sehene (n – 1)-reihige ik ai 11 ... ai 1k 1 ai 1k 1 ... ai 1n
Unterdeterminante Aik    y 
ai 11 ... ai 1k 1 ai 1k 1 ... ai 1n
.................................................
an1 ... ank 1 ank 1 ... ann
Unter- entsteht durch Streichen
determinante: der i-ten Zeile und
der k-ten Spalte
Wert der ist die Summe der D = ai1Ai1 + ... + ain Ain
Determinante: mit der jeweiligen = a1k A1k + ... + ank Ank
Adjunkte multi-
plizierten Glieder
einer Zeile oder
einer Spalte
Dreireihige a11 a12 a13
Determinanten: D  a21 a22 a23  a11 A11  a12 A12  a13 A13
a31 a32 a33

a22 a23 a21 a23 a21 a22


A11   A12   A13  
a32 a33 a31 a33 a31 a32
Beispiel: 1 3 2
4 5 0 5 0 4
D  0 4 5  1  3  2 =
1 0 3 0 3 1
3 1 0
= 1  (–5) – 3  (–15) + 2  (–12) = –5 + 45 – 24 = 16
38 1 Allgemeine mathematischen Zeichen und Begriffe

1.21.1 Eigenschaften

Regel Beispiel

Der Wert einer Determinante ändert sich a11 a12 a13 a11 a21 a31
nicht, wenn man die Zeilen mit den D  a21 a22 a23  a12 a22 a32
Spalten vertauscht (Spiegelung an der a31 a32 a33 a13 a23 a33
Hauptdiagonalen).
Der Wert einer Determinante ändert sein a11 a12 a13 a11 a12 a13
Vorzeichen, wenn man zwei Zeilen D  a21 a22 a23   a31 a32 a33
miteinander vertauscht. a31 a32 a33 a21 a22 a23

Tritt in allen Elementen einer Zeile der a11 a12 a13 a11 a12 a13
gleiche Faktor auf, so kann man diesen D   a21  a22  a23   a21 a22 a23
als Faktor vor die Determinante setzen. a31 a32 a33 a31 a32 a33

Ist einer Zeile proportional einer anderen a11 a12 a13


Zeile, so ist der Wert der Determinante D  ka11 ka12 ka13  0
Null. a31 a32 a33

Insbesondere gilt dies für k = 1 (zwei a11 a12 a13


Zeilen sind einander gleich) und für D  a11 a12 a13  0
k = 0 (eine Zeile besteht nur aus Nullen). a31 a32 a33

Der Wert einer Determinante ändert sich a11 a12 a13


nicht, wenn man zu den Elementen einer D  0 0 0 0
Zeile die mit einem konstanten Faktor a31 a32 a33
multiplizierten Elemente einer anderen
Zeile addiert. a11 a12 a13
D  a21 a22 a23
a31 a32 a33
a11 a12 a13
 a21  ka11 a22  ka12 a23  ka13
a31 a32 a33
1.21 Determinanten 39

1.21.2 Auflösung eines linearen Gleichungssystems

Inhomogenes (rechte Seite b1, b2, ..., bn nicht alle Null), Anzahl n der Unbe-
Gleichungssystem: kannten gleich Anzahl der Gleichungen
n=3 a11 a12 a13
a11x + a12y + a13z = b1 Koeffizienten- D  a21 a22 a23
a21x + a22y + a23z = b2 determinante a31 a32 a33
a31x + a32y + a33z = b3
b1 a12 a13 a11 b1 a13 a11 a12 b1
Dx  b2 a22 a23 D y  a21 b2 a23 Dz  a21 a22 b2
b3 a32 a33 a31 b3 a33 a31 a32 b3

Cramer’sche Regel: Lösung:


Dx Dy Dz
x ; y ; z , wenn D  0
D D D
Beispiel: 3 x – 2y + z = 8
x + y – 3z = –9
–2x + 3y + 4z = 7

3 2 1
2 1 3 1 3 2
D  1 1 3  1   1  ( )3  =
3 4 2 4 2 3
2 3 4
= 11 + 14 + 15 = 40
8 2 1
9 1 8 2 8 2
Dx  9 1 3  1   ( 3)   4 =
7 3 7 3 9 1
7 3 4
= –34 + 114 – 40 = 40
3 8 1
9 3 8 1 8 1
Dy  1 9 3  3   1  ( )2  =
7 4 7 4 9 3
2 7 4
= –45 – 25 + 30 = –40
3 2 8
2 8 3 8 3 2
Dz  1 1 9   1   1  ()9  =
3 7 2 7 2 3
2 3 7
= 38 + 37 + 45 = 120

Lösung:
x  40  1, y  40  1, z  120  3
40 40 40
40 1 Allgemeine mathematischen Zeichen und Begriffe

1.22 Matrizen

Grundbegriffe
m, n-Matrix:  a11 a12 ... a1n 
a a22 ... a2n 
A   21    aik 
 ............................ 
 am1 am 2 ... amn 
Elemente der Matrix: aik ist das Element, das der i-ten Zeile und der k-ten Spalte ange-
hört; m Zeilen, n Spalten; m  n Elemente
 a1k 
a 
 2k 
Zeilenvektor a = (ai1 ai1 ... ain) Spaltenvektor ak   . 
. 
a 
 mk 
Schreibweise einer mit Hilfe ihrer Zeilen- oder ihrer Spaltenvektoren
Matrix:  a1 
 
 a11 a12 ... a1n   a 2 
A   .............................    .  = (a1 a2 ... an)
 
 am1 am 2 ... amn   . 
 am 
 
 0 0 ... 0   1 0 ... 0 
 0 0 ... 0   0 1 ... 0 
Nullmatrix N =   Einheitsmatrix E =  
 ................   ............... 
 0 0 ... 0   0 0 ...1
Unterdeterminante: k-ter Ordnung der Matrix A entsteht, wenn man so viele Zeilen
und Spalten kürzt, dass quadratische Matrix mit k Spalten und
k Zeilen verbleibt
Unterdeterminante 3. Ordnung
1 0 3
 1 0 3 4 D3 = 2 1 1
A   2 1 1 0 0 3 4
 0 3 4 1
  Unterdeterminante 2. Ordnung
1 1
D2 =
3 4
1.23 Mengenlehre 41

1.22.1 Rechenregeln

Gleichheit zweier A = (aik), B = (bik), A = B,


m, n-Matrizen: wenn für i = 1, ..., m und k = 1, ..., n gilt: aik = bik
Summe zweier (aik) + (bik) = (aik + bik)
m, n-Matrizen: 1 0 3   2 4 1   3 4 4 
Beispiel:    
 2 1 0 3 0 2 5 1 2 
Multiplikation mit 1 1 0   2 2 0 
konstantem Faktor: k  (aik) = (k  aik) Beispiel: 2    
 2 3 1   4 6 2
Produkt zweier C = A  B = (ai  bk) = (cik)
Matrizen: Beispiel:
1 1 2
2, 3-Matrix A   
3 1 0
2 1 2 1
3, 4-Matrix B   1 0 0 1 
 4 3 1 2
 
2, 4-Matrix A  B =
 1  2  1 1  2  4 1 1  1  0  2  3 1  2  1  0  2 1 1 1  1 1  2  2 
 3  2  1 1  0  4 3 1  1  0  0  3 3  2  1  0  0 1 3 1  1 1  0  2  
 
11 7 4 6 
 
 7 3 6 4

1.23 Mengenlehre

1.23.1 Grundbegriffe

Elemente der Menge: a  A a ist Element der Menge A


Nicht Elemente
a A a ist nicht Element der Menge A
der Menge:
Leere Menge:  enthält kein Element
Teilmenge: A B A ist Teilmenge von B, d. h. jedes Element von A
ist Element von B
Echte Teilmenge: A B A ist echte Teilmenge von B, d. h., A  B , aber
nicht A = B
Für jede Menge gilt: A  A und   A
Aus A  B und B  C folgt A  C
Aus A  B und B  A folgt A  B
42 1 Allgemeine mathematischen Zeichen und Begriffe

1.23.2 Mengenoperation

Vereinigung A  B besteht aus allen Elementen, die Beispiel:


wenigstens einer der beiden Men- A = {1, 2}
gen A, B angehören B = {2, 3}
A  B = {1, 2, 3}
Durchschnitt A  B besteht aus allen Elementen, die Beispiel:
sowohl zu A auch zu B gehören A = {3, 4}
B = {4, 5}
A  B = {4}
Differenz A \ B besteht aus allen Elementen, die Beispiel:
zu A gehören, aber nicht zu B A = {1, 2, 3}
B = {3, 4, 5}
A \ B = {1, 2}
Produkt A  B besteht aus allen geordneten Ele- Beispiel:
mentpaaren (a, b) mit a  A und A = {a, b, c}
bB B = {d, e}
A  B = {(a, d), (a, e),
(b, d), (b, e), (c, d), (c, e)}

1.23.3 Rechenregeln

Kommutatives Gesetz: A  B  B  A; A B  B  A
Assoziatives Gesetz: ( A  B)  C  A  (B  C )  A  B  C
( A  B)  C  A  (B  C )  A  B  C
Verschmelzungsgesetz: A  ( A  B )  A; A  ( A  B)  A
Distributives Gesetz: A  (B  C )  ( A  B)  ( A  C )
A  (B  C )  ( A  B)  ( A  C )

1.24 Wahrscheinlichkeitsrechnung

Zufällige Ergebnisse: A, B (als Mengen erkennbar)


A  B , d. h. A oder B (Summe, Vereinigung)
A  B , d. h. A und B (Produkt, Durchschnitt)
E sicheres Ergebnis
 kein Ergebnis
A , A zueinander komplementäre Ereignisse
A  A  E, A  A   ;
wenn A, B einander ausschließen, dann A  B  
1.24 Wahrscheinlichkeitsrechnung 43

Wahrscheinlichkeit: für das Eintreten von A ist P(A)


Klassische Definition: m
P(A) =
n
m Anzahl günstiger Fälle,
n Anzahl möglicher Fälle (endlich)
Statistische Definition: m
P(A)  Pn(A) =
n
n hinreichend groß;
Pn(A) relative Häufigkeit;
bei n Versuchen m mal Ereignis A
Axiomatische Definition: P(A)  0 P(E) = 1
P(A1  A2  ...  An) = P(A1) +
P(A2) + ... + P(An)
für A1  Aj = ; ij
Additionsgesetz: A, B nicht notwendig einander ausschließend
P(A  B) = P(A) + P(B) – P(A  B)
A, B einander ausschließend (disjunktiv)
P(A  B) = P(A) + P(B)
Beispiele: 1. Wahrscheinlichkeit, mit einem Würfel bei einem Spiel ist
eine Zahl zu werfen, die durch 2 (A) oder durch 3 (B) teilbar ist:
3 2 1
P(A) = , P(B) = , P(A  B) = ;
6 6 6
3 2 1 2 ˆ 66,7 %
P(A  B) = + – =
6 6 6 3
2. Wahrscheinlichkeit, mit einem Würfel bei einem Spiel ist
eine Zahl zu werfen, die entweder durch 2 (A) oder durch
eine 1 (B) teilbar ist:
3 1 3 1 2
P(A) = , P(B) ; P(A  B) =   ˆ 66,7 %
6 6 6 6 3
Multiplikationsgesetz: A, B nicht notwendig voneinander unabhängig
P(A  B = P(B)  P(A / B) = P(A)  P(B / A)
P(A / B) ist Wahrscheinlichkeit für A unter der Bedingung,
dass B bereits eingetreten ist:
A, B voneinander unabhängig P(A  B) = P(A)  P(B)
Beispiele: 1. Wahrscheinlichkeit, mit einem Würfel bei einem Spiel eine
Zahl zu werfen, die durch 2 teilbar (A) und außerdem größer
als 3 (B) ist:
3 2 3 2 1
P(A) = , P(B / A) = ; P(A  B) =   ˆ 33,3 %
6 3 6 3 3
2. Wahrscheinlichkeit, mit einem Würfel bei einem Spiel eine
Zahl zu werfen, die sowohl durch 2 (A) als auch durch 3 (B)
teilbar ist:
3 2 3 2 6  1 ˆ 16,7 %
P(A) = , P(B) ; P(A  B) =  
6 6 6 6 36 6
44 1 Allgemeine mathematischen Zeichen und Begriffe

1.25 Normalverteilung

Dichtefunktion: ( x   )²
1 
 ( x;  ,  ²)  e 2 ²
  2π
Standardisierte 1  e  x2²
Funktion: µ = 0; 2 = 1;  ( x )  [   ( x; 0, 1) ]
2π
 ( x)  1   ( x)
Verteilungsfunktion: x
( x;  ,  ²)    (t;  , ²)dt

Standardisierte x x t²
1
Verteilungsfunktion: ( x)    (t ) dt  2 π
 e 2 dt [=  ( x; 0, 1) ]
 
 ( x)  1   ( x)
Zusammenhang: x

 x  1 t²
 ( x;  ,  ²)   
  

2π
 e  2 dt

Dichtefunktion
 ( x;  ,  ²) und
Verteilungsfunktion
 ( x ;  ,  ²)

Präzisionsmaß:

h 1 ;  ( x;  ,  ²)  h ;  ( x;  ,  ²)  h e h ²( x   )²
 2  
Dichtefunktion mit verschiedenem Präzisionsmaß h
2 Allgemeine Elektrotechnik 2

2.1 Einheiten der Elektrotechnik

Ampere A: Einheit der elektrischen Stromstärke I


Das Ampere ist die Stärke des zeitlich unveränderlichen elektrischen
Stromes durch zwei geradlinige, parallele, unendlich lange Leiter der rela-
tiven Permeabilität von µr = 1 und von vernachlässigbarem Querschnitt,
die den Abstand von 1 m aufweisen und zwischen denen die durch den
Strom elektrodynamisch hervorgerufene Kraft im leeren Raum je 1 m
Länge der Doppelleitung 2  10–7 N beträgt.

Volt V: Einheit der elektrischen Spannung U


V W kg  m²
A 1 V 1
s³  A
Ohm : Einheit des elektrischen Widerstandes R
Ω V kg  m²
A 1Ω  1
s³  A²
Siemens S: Einheit des elektrischen Leitwertes G
S 1  A s³  A²
Ω V 1S 
kg  m²
Watt W: Einheit der Leistung P
W  VA  J kg  m²
s 1 W 1

45

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46 2 Allgemeine Elektrotechnik

Joule J: Einheit der Energie W, Arbeit A und Wärmemenge Q


kg  m²
1 Joule = 1 J = 1 Nm = 1 Ws = 1 VAs = 1

kcal (Kilokalorie) 1 kcal = 4186,8 J
Coulomb C: Einheit der elektrischen Ladung (Elektrizitätsmenge) Q
C = Amperesekunde As 1 C = 1 As
Farad F: Einheit der elektrischen Kapazität C
s 4  A²
F C 1F  1 A  s  1
V V kg  m²
Weber Wb: Einheit des magnetischen Flusses 
kg  m²
Wb = Voltsekunde Vs 1 Wb  1
s²  A
Tesla T: Einheit der magnetischen Flussdichte B (magnetische Induktion)
kg
T  Vs  Wb 1T  1 Wb  1 V  s  1
m² m² m² m² s²  A
A
Ampere durch Meter : Einheit der magnetischen Feldstärke H
m
A N
m Wb
Henry H: Einheit der elektromagnetischen Induktivität L
kg  m²
H  Vs  Wb  Ωs 1H  1
A A s²  A²
H
Henry H durch Meter : Einheit der Induktionskonstante µ0
m
H  Vs  Wb  102 Wb  Ω  s
m A m A  m A  cm m
Hertz Hz: Einheit der Frequenz f
Hz  1
s

2.2 Ladung

Q  I t Q Ladung (Coulomb) in As
Q  I  Δt n Anzahl der Ladungsträger
F  QE F Kraft in N
E elektrische Feldstärke in C
U W W Arbeit in Ws, VAs
Q
2.6 Elektrizitätsmenge 47

2.3 Spannung

U W
Q

U Spannung
W Arbeit in Ws, VAs
Q Ladung

2.4 Stromstärke

Q Q Ladungsänderung
I
t I Stromstärke in A
t in s
I  C  As  A i Augenblickänderung
s s t Zeitabschnitt
ΔQ
i
Δt

2.5 Stromdichte

S I S Stromdichte in
A
A mm²
A Leiterquerschnitt in mm2

2.6 Elektrizitätsmenge
Q  I t 1 C = 1 As = 1 A  1s
Q Elektrizitätsmenge in As
Elektronengeschwindigkeit v = 0,1 mm/s
Signalgeschwindigkeit c  300 000 m/s
(Lichtgeschwindigkeit)
48 2 Allgemeine Elektrotechnik

2.7 Spannungspotential

U AB   A   B UAB Potentialdifferenz zwi-


schen A und B
A Potential des Punktes A
bezüglich Bezugspotential
B Potential des Punktes B
bezüglich Bezugspotential

2.8 Ohm’sches Gesetz

I Strom in A
I U
R U Spannung in V
R Widerstand in 
1V
1A 

2.9 Elektrische Leistung

P=UI P elektrische Leistung in W


P = I2  R
Nm kg m²
1W  1V 1A  1 J  1 1
P  U² s s V  s²
R
P W
t

2.10 Elektrische Arbeit

W=Pt
W elektrische Arbeit in Ws oder kWh
kg m²
1Ws  1V 1A 1s  1J  1Nm  1

2.12 Wirkungsgrad 49

2.11 Messen der elektrischen Leistung

P n
cZ

P Leistung in kW
n Zählerumdrehung je min
cZ Zählerkonstante in
Umdrehungen/kWh

2.12 Wirkungsgrad

Pab  Wirkungsgrad
 Pv Verluste
Pzu
Pv = Pzu – Pab Pzu zugeführte Leistung
Pab abgegebene Leistung
50 2 Allgemeine Elektrotechnik

2.13 Leitungswiderstand

l l Leiterlänge
R
 A A Leiterquerschnitt
 l  Leitfähigkeit in m/(  mm2)
R  spezifischer Widerstand in
A
(  mm2)/m

Werkstoff Spezifischer Widerstand Leitfähigkeit


Silber 0,0164 61
Kupfer 0,01724 58
Aluminium 0,0278 36
Eisen 0,13 7,7
Konstantan 0,50 2,0

Zulässiger Strom bei frei in Luft ausgespannten Drähten:

Ig   d ³ Ig Grenzstrom in A
In Nennstrom in A
Ig
In  d Drahtdurchmesser in mm
1, 6  Materialkonstante (Kupfer  = 60)

Belastbarkeit: P Belastbarkeit in W
A P
p p Belastbarkeit in W/cm2
P l Länge in cm
l D Durchmesser des Trägers in cm
p  D 
A Querschnitt in cm2
c a Abstand von Windung zu
d Windung in mm
P c Konstante der Windungssteigung
d 3
Rc p  spezifischer Widerstand

2.14 Widerstand und Temperatur

R =   R20  T R Widerstandsänderung in 
 Temperaturbeiwert in 1/K
R20 Widerstand bei 20 °C
RW Widerstand bei Erwärmung
2.17 Reihenschaltung von Widerständen 51

Rw = Rk  (1 +   T) Rk Kaltwiderstand in 
Rw = Rk + R R20 Widerstandswert bei 20 °C
R  Rk Rw Warmwiderstand in 
ΔT  w T Temperaturänderung in K
Rk  

2.15 Spannungsfall auf Leitungen


2l  I   Uv Spannungsfall
U v  I Rl  2  l  I 
 A A in V
Querschnittsbestimmung: A Leiterquerschnitt
2l  I   2l  P   in mm2
A  2l  I   uv Spanungsfall in %
  uv uv uv  U v
pn Leistungsverlust
Leistungsverlust: in %
2  l  P²  
Pv  2  l  P ²   I ²  R  2l  I ² pu Spannungsverlust
  A U ² A U ²  A in %
Pv 2  l    P 100
pn  100  2  l  P 100 
P   A U ² A U ²
Erforderliche Spannung:
2  l    P 100 2  l  I   100
Uv  
A  pn A  pu

2.16 Leitwert und Widerstand


G Leitwert in S oder mho
G 1
R (mho amerikanische Bezeichnung)
1 S 1

2.17 Reihenschaltung von Widerständen


I = I1 = I2 = I3 = ...
U = U1 + U2 + U3 + ...
R = R1 + R2 + R3 + ...
U1 R1

U 2 R2
52 2 Allgemeine Elektrotechnik

2.18 Parallelschaltung von Widerständen

I = I1 + I2 + I3 + .... n Zahl der gleichen


G = G1 + G2 + G3 + .... Widerstände
1  1  1  1  ...
R R1 R2 R3
I1 G1 I1 R2
 
I 2 G2 I 2 R1
bei zwei Widerständen
R R
R 1 2
R1  R2
R2  R R1
R1  Rn 
R2  R n

2.19 Widerstände mit unterschiedlichen Temperaturkoeffizienten

1  R1   2  R2  Gesamttemperatur-
 beiwert in 1/K
R1  R2
R Gesamtwiderstand in 

1  R2   2  R1 1, 2 Temperaturbeiwert der


  R Einzelwiderstände
R1  R2
in 1/K
R1, R2 Einzelwiderstände in 

2.20 Ideale Spannungsquelle

U = U0 = Uq U Ausgangsspannung in V
U0 Leerlaufspannung in V
Uq Quellenspannung in V
2.23 Reale Stromquelle 53

2.21 Ideale Stromquelle

I = Iq = –I I Ausgangsstrom in A
Iq Quellenstrom in A

2.22 Reale Spannungsquelle

Leerlauf: I = 0 (RL   )
U = U0 = Uq
Kurzschluss: U = 0 (RL  0 )
I = –Iq = –I

U 
U  U q  U Ri  U  U q  ( Ri  I )  U  U q   0  I 
I
 k 
U immer < Uq!

2.23 Reale Stromquelle

Kurzschluss: U = 0 (RL  0 )
I = –Iq = –I
Ik Klemmenstrom in A

Leerlauf: I = 0 (RL   )
U = U0

I 
I  I1  I q  I  (Gi  U )  I q  I   k  U   I q
 U0 
54 2 Allgemeine Elektrotechnik

2.24 Belasteter Spannungserzeuger

U = Uq – I  Ri U Klemmenspannung in V
Uq Uq Quellenspannung in V
I U0 Leerlaufspannung in V
Ri  RL
IK Kurzschlussstrom in A
Uq Ri Innenwiderstand in 
Ri 
IK RL Lastwiderstand in 
U Spannungsänderung in V
Ri  ΔU I Stromänderung in A
ΔI

2.25 Anpassung

U0 = Ui + U U0 Leerlaufspannung in V
U0 U Klemmenspannung in V
I Uq Quellenspannung in V
Ri  RL
U0
IK Kurzschlussstrom in A
IK  U Spannungsänderung in V
Ri
I Stromänderung in A
PL Ausgangsleistung in W

– Spannungsanpassung RL >> Ri
U
I  0 U  U0 PL  0
RL
– Leistungsanpassung RL = Ri
U0 U0
I I
2  Ri 2  RL
U0
U
2
U2 U0
PL  0 PL 
4  Ri 4  RL
– Stromanpassung RL << Ri
U U R
I  0 U  0 L PL  0
Ri Ri
2.29 Zweites Kirchhoff’sches Gesetz (Maschenregel) 55

2.26 Reihenschaltung von Spannungserzeugern

U0 = U01 + U02 + U03 + ....


Ri = Ri1 + Ri2 + Ri3 + ....

2.27 Parallelschaltung von Spannungserzeugern

I = I1 + I2 + I3 + ....
1  1  1  1  ...
Ri Ri1 Ri 2 Ri 3

2.28 Erstes Kirchhoff’sches Gesetz (Knotenregel)

In jedem Knotenpunkt ist die Summe aller Ströme


Null
 I = 0  Izu =  Iab

2.29 Zweites Kirchhoff’sches Gesetz (Maschenregel)

Die Summe aller Teilspannungen eines gewählten


Stromlaufs ist Null
U=0
56 2 Allgemeine Elektrotechnik

2.30 Umrechnung einer Strom- in eine Spannungsquelle

Iq
Bei Leerlauf  U0   U0 = Uq Ri  1
Gi Gi
U0 Leerlaufspannung in V
Uq Quellenspannung in V
Ri Innenwiderstand in 
Gi Innenleitwert in S
! Pfeilrichtung von Uq und Iq sind entgegengesetzt !

2.31 Umrechnung einer Spannungs- in eine Stromquelle

Uq
Bei Kurzschluss  IK   I = –Iq = –Ik Gi  1
Ri Ri
! Pfeilrichtung von Uq und Iq sind entgegengesetzt !
2.33 Faraday’sches Gesetz 57

2.32 Wärmewirkungsgrad

Wzu = P  t Wzu zugeführte Arbeit in Ws


Wab = Q Wab abgegebene Arbeit in Ws
QN = m  c  T T Temperaturänderung
W Q c spezifische Wärmekapazität
  ab  N
Wzu QS in J
kg  K
P  m  c  ΔT m Masse (z. B. Wasser)
 t
QN Nutzwärme in J
P m  c  ΔT QS Stromwärme in J
N

2.33 Faraday’sches Gesetz

m=Ict m Stoffmenge
Q = I E  tE c elektrochemisches
I t Äquivalent
 Ah  E E IE Entladestrom
I L  tL
Ah Amperestunden-
U E  I E  tE
Wh  Wirkungsgrad
U L  I L  tL Wh Wattstunden-
1 Ah = 1 A  1 h Wirkungsgrad
IL Ladestrom
tL Ladedauer
UE Entladespannung
UL Ladespannung
Q Entladekapazität

Bleiakku Stahlakku
Zellennennspannung 2,0 V 1,2 V
Säureart H2SO4 KCI
Säuredichte 1,18 g/cm3...1,28 g/cm3 1,2 g/cm3
Ladespannung 2,1 V...2,75 V 1,35 V...1,8 V
Entladespannung 1,83 V 1,0 V
Ah 83 %...90 % 72 %
Wh 70 %...75 % 55 %
58 2 Allgemeine Elektrotechnik

2.34 Ersatzspannungsquelle

R1  R3 R1, R2, R3 Widerstände


Ri'  R2 
R1  R3 RL Lastwiderstand
R3 U Spannung am Lastwiderstand
U 0  U 0  Ri Ersatzwiderstand
R1  R3
U0 Quellenspannung
U0 Ersatzquellenspannung

2.35 Ersatzstromquelle

R1  R3 IL Laststrom
Ri  R2  I Ersatzstrom
R1  R3
Ri Ersatzinnenwiderstand
U0
I 
R1  R2
IL Ri

I R  R
i L
3 Gleichstromkreis 3

3.1 Elektrische Größen

I U U  I R RU 1Ω  1 V
R I A

3.2 Strom-Spannungs-Diagramm
lineare Funktion
I U
R 1
mit der Steigung
R

59

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60 3 Gleichstromkreis

3.3 Reihen- und Parallelschaltung

Umrechnen einer gemischten


Schaltung zu einem Ersatz-
widerstand

3.4 Unbelasteter Spannungsteiler

U1 U 2

R1 R2
R2
U2  U
R1  R2
( R1  R2 )  U 2
UL  U
R2
R2  U R1  U 2
R1  R2 
U2 (U  U 2 )
U1, U2 Teilspannungen
R1, R2 Teilwiderstände

3.5 Spannungsteiler mit veränderbarem Abgriff


Der Abgriff kann auch als
veränderbarer Punkt mit
einem einzigen Wider-
stand vorhanden sein.
3.7 Vorwiderstand 61

3.6 Belasteter Spannungsteiler

R2 || RL Rx
U2  U U
R1  R2 || RL R1  Rx
R2||RL = Rx Parallelschaltung

U x U R2  Rb
U2  R2 || Rb  RL 
R1  Rx R2  Rb
( R1  R2 )  U 2 Rx  U R1  U 2
U R1   Rx Rx 
Rx U2 (U  U 2 )

3.7 Vorwiderstand

U b  U LED Ub Betriebsspannung
Rv  ULED Spannung an der LED
I
Rv Vorwiderstand
62 3 Gleichstromkreis

3.8 Messbereichserweiterung für Spannungsmessung

U Um Um Messbereichsendwert
Rv  vor Erweiterung
Im
U Messbereichsendwert
n U nach Erweiterung
Um
Im Strom bei Vollausschlag
Rv  Rm  ( n  1) Rm Innenwiderstand
des Messwerks
Rv Vorwiderstand
n Faktor der Messbereichs-
erweiterung

3.9 Messbereichserweiterung Strommessung

Um Rp Nebenwiderstand (Shunt)
Rp 
I  Im Um Messbereichsspannung
bei Vollausschlag
Rm  I m
Rp  I Messbereichsendwert
I  Im
nach Erweiterung
n I Im Messbereichsendwert
Im vor Erweiterung
Rm Rm Widerstand des
Rp  Messwerks
n 1
n Faktor der Messbereichs-
erweiterung

3.10 Wheatstone Brücke

R1 R R1, R2, R3, R4


 3 Brückenwiderstand
R2 R4
R2  R3
R1 
R4
3.13 Dreieck-Stern-Umwandlung 63

3.11 Schleifdrahtbrücke

RN  l1
Für den Abgleich gilt RX 
l2

RX Prüfling
RN Normalwiderstand ( RX)
Rl Widerstand der Zuleitungen (vernachlässigbar)

3.12 Schleifdrahtbrücke nach Thomson

R1  R3 R R
RX  , wenn 1  6
R2 R2 R7
RV Prüfling
R5 Normalwiderstand ( RX)
RV Widerstand der Zuleitungen (vernachlässigbar)

3.13 Dreieck-Stern-Umwandlung

Rd1  Rd 2
Rs1 
Rd1  Rd 2  Rd 3
Rd 2  Rd 3
Rs 2 
Rd 1  Rd 2  Rd 3
Rd 1  Rd 3
Rs 3 
Rd 1  Rd 2  Rd 3
Rd1, Rd2, Rd3 Widerstände in Dreieck-
schaltung
Rs1, Rs2, Rs3 Widerstände in umgerechneter
Sternschaltung
64 3 Gleichstromkreis

3.14 Stern-Dreieck-Umwandlung

Rs1  Rs 3
Rd 1   Rs1  Rs 3
Rs 2
Rs1  Rs 2
Rd 2   Rs1  Rs 2
Rs 3
Rs 2  Rs 3
Rd 3   Rs 2  Rs 3
Rs1
Rs1, Rs2, Rs3 Widerstände in Sternschaltung
Rd1, Rd2, Rd3 Widerstände in umgerechneter
Dreieckschaltung

3.15 Internationale Reihe von Widerständen

Bei den Widerständen bestimmt die Anzahl der Werte pro Dekade, Stufungsfunktion
und Auslieferungstoleranz. Den Stufungsfaktor errechnet man aus q  a 10 und man
erhält die Werte. Für die Toleranz gilt:

N Betrag des Nennwerts


p  a 100
N a Betrag der Abweichung
pN p% Prozentsatz der Abweichung
a
100
N  a 100
N 1% p%  a
p 100 N / 100

Bezeichnung Anzahl der Werte/ Stufungsfaktor q Auslieferungs-


der IEC-Reihe Dekade n toleranz in %
E6 6 1,47 20
E 12 12 1,21 10
E 24 24 1,10 5
E 48 48 1,05 5
E 96 96 1,02 1
E 192 192 1,01 0,5
3.15 Internationale Reihe von Widerständen 65

Widerstandsfarbkennzeichnung

Farbe 1. Ring 2. Ring 3. Ring 4. Ring


1. Ziffer 2. Ziffer Multiplikator 4. Ziffer
Schwarz – 0 100 = 1 –
Braun 1 1 101 1 %
Rot 2 2 102 2 %
Orange 3 3 103 –
Gelb 4 4 104 –
Grün 5 5 105 0,5 %
Blau 6 6 106 0,25 %
Violett 7 7 107 0,1 %
Grau 8 8 108 –
Weiß 9 9 109 –
Gold – – 10–1 5 %
Silber – – 10–2 10 %
keine – – – 20 %

Der erste Ring liegt näher an dem einen Ende des Widerstandswerts als der letzte Ring
am anderen Ende.
4 Wechselspannung und Wechselstrom 4

4.1 Sinusförmige Wechselspannung


u = û  sin   t
=2f
f 1
T
f=pn
u, i Momentanwerte
(Augenblickswerte)
û, î Maximalwerte, Spitzenwerte
f Frequenz
T Periodendauer
 Kreisfrequenz
p Polpaarzahl (E-Motor)
n Drehzahl (E-Motor)

4.2 Spitzen- und Effektivwerte


ˆ û, î Maximalwerte, Spitzenwerte
U u
2 U, I Effektivwerte, auch Ueff
ˆ und Ieff
I i ûSS, îSS Spitze-Spitze-Werte
2
ûSS = 2  û
îSS = 2  î

67

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68 4 Wechselspannung und Wechselstrom

4.3 Zeiger- und Liniendiagramm

u = Û  sin (t + ) u, i Momentanwerte (Augenblickswerte)


i = Î  sin (t + )  Phasenverschiebungswinkel

Die sinusförmige Spannung kann dargestellt und berechnet werden:


– Abhängigkeit vom Phasenwinkel  im Gradmaß (Taschenrechner im DEG-Modus)
u(°) = û  sin  u ( ) u(°) Momentanspannung
uˆ 
sin  û Scheitelspannung
(zweite Lösung: °, 180° – °)  Winkel im Gradmaß
– Abhängigkeit vom Phasenwinkel b im Bogenmaß (Taschenrechner im RAD-Modus)
u(b°) = û  sin b u (b) u(b) Momentanspannung
uˆ 
sin b û Scheitelspannung
(zweite Lösung: b,  – b) b Winkel im Bogenmaß
– Abhängigkeit von der Zeit t (Taschenrechner im RAD-Modus)
u(t) = û  sin (  t) u (t ) u(t) Momentanspannung
uˆ 
sin(  t ) û Scheitelspannung
T  Kreisfrequenz (1/s)
(zweite Lösung: t,  t ) t Zeit
2
T Periodendauer
Ohm’scher Widerstand an sinusförmiger Wechselspannung:
u(t) = û  sin (  t) u (t ) Taschenrechner im RAD-
uˆ 
sin(  t ) Modus
T u(t) Momentanspannung
(zweite Lösung: t,  t ) û Scheitelspannung
2
i(t) = î  sin (  t) i (t ) î Scheitelstrom
iˆ  i(t) Momentanstrom
sin(  t )
R Widerstand in Ohm
T
(zweite Lösung: t,  t ) t Zeit in s
2 T Periodendauer in s
4.5 Leistung im Wechselstromkreis 69

4.4 Phasenverschiebung

Positiver Phasenwinkel oder Voreilung bedeutet Verschiebung der Sinuswelle in


Negativer Nacheilung
negativer
Richtung der Zeitachse.
positiver
voreilende
Im Zeigerdiagramm ist der Zeiger gegenüber dem Bezugszeiger im
nacheilende
linken
Sinn um den Winkel  gedreht.
rechten

 = 45°  t = 1 T
8
 = 90°  t = 1 T
4
 = 180°  t = 1 T
2

4.5 Leistung im Wechselstromkreis

S=UI S Scheinleistung in VA
S  P ²  Q² P Wirkleistung in W
Q Blindleistung in var
S = U  I  cos  cos  Leistungsfaktor
cos   P (Wirkleistungsfaktor)
S sin  Blindleistungsfaktor
Q = U  I  sin 
70 4 Wechselspannung und Wechselstrom

4.6 Amplitudenform der Messgröße

Der Augenblickswert ist der Wert einer Wechselgröße zu einem bestimmten Zeitpunkt:
u Augenblickswert der Spannung
i Augenblickswert des Stromes
Der Scheitelwert ist der größte Betrag des Augenblickswertes einer Wechselgröße:
û = umax Scheitelwert der Spannung
î = imax Scheitelwert des Stromes
Der Effektivwert ist der zeitliche quadratische Mittelwert einer Wechselgröße:
U = Ueff Effektivwert der Spannung
I = Ieff Effektivwert des Stromes
Der Gleichrichtwert ist der arithmetische Mittelwert des Betrages einer Wechselgröße
über eine Periode:
ū Gleichrichtwert der Spannung
ī Gleichrichtwert des Stromes
Der Scheitelfaktor einer Wechselgröße ist das Verhältnis von Scheitelwert zu Effektiv-
wert:
ˆ
S  û  i
U I
Der Formfaktor einer Wechselgröße ist das Verhältnis von Effektivwert zu Gleichricht-
wert:
F U  I F 1
|u | | i |

Umrechnung von Scheitel-, Gleichricht- und Effektivwert


4.7 Spannungsarten 71

Abhängigkeit der Messgröße

Kurvenform Korrekturfaktor Effektivwert


F
Gleichrichtwert
Sinus 1 0,707
Rechteck 1,41 1,0
Dreieck 0,82 0,577
Parabelspitzen 0,64 0,45
Halbellipsen 1,16 0,82
Halbkreise 1,16 0,82

U s2
U eff  U gl2 
2

4.7 Spannungsarten

Wechselspannung und -strom


Periodisch, d. h. in regelmäßigen Zeitabstän-
den, im gleichen Verlauf wiederkehrender
Spannung (bzw. Strom) wechselnder Richtung,
aber beliebiger Kurvenform. Der lineare Mit-
telwert ist Null, d. h., die Summe aller positi-
ven und negativen Augenblickswerte einer Pe-
riode ergibt den Wert Null. Sonderfall: Sinus-
wechselspannung bzw. Sinuswechselstrom.
72 4 Wechselspannung und Wechselstrom

Mischspannung und -strom


Entsteht durch die Überlagerung von Gleich-
und Wechselstrom; deshalb ist der lineare Mit-
telwert nicht Null.

Pulsspannung und -strom


Periodisch, d. h. in regelmäßigen Zeitabstän-
den, wiederkehrender Spannungs- oder Strom-
stoß, wobei entweder immer die gleiche Rich-
tung oder abwechselnd positive und negative
Richtung auftritt. Bei dem durch Gleichrich-
tung aus Wechselstrom gewonnenen Pulsstrom
spricht man in der Stromversorgungstechnik
auch von „pulsierender Gleichspannung“ bzw.
von „pulsierendem Gleichstrom“.

Impuls
Kurzzeitig wirkender Strom- oder Spannungs-
stoß beliebiger Kurvenform. Man unterscheidet
zwischen einseitigem Impuls (ohne Rich-
tungswechsel) und zweiseitigem Impuls (ein
Richtungswechsel).

Formelzeichen:
ū, UAV Arithmetischer Mittelwert (zeit- Fläche unter der Kurve dividiert
lich linearer Mittelwert, Gleich- durch Periodendauer (positiv bzw.
wert, Gleichspannungswert) negativ)
|ū| Gleichrichtwert Fläche unter der Kurve dividiert
durch Periodendauer (nur positive
Flächen, Beträge)
U, URMS Effektivwert quadratischer Mittelwert
(Root Mean Square)
û/U FCrest = û/U Scheitelfaktor (Crest-Faktor) Maximalwert/Effektivwert
U/|ū| F = U/|ū| Formfaktor Effektivwert/Gleichrichtwert
4.8 Rechtecksignale 73

4.8 Rechtecksignale

T  t1  t p ti Impulsdauer
tp Impulspause
f 1 T Periodendauer
T
f Frequenz
ti
g g Tastgrad
T ū, UAV arithmetischer
U1  t1  U 2  t p Mittelwert
U AV 
T
74 4 Wechselspannung und Wechselstrom

4.9 Signallaufzeit

tl Signallaufzeit
Bezugspegel müssen nicht immer bei
50 % von û liegen.

 Impulsform: ΔU D D Dachschräge
D S Flankensteilheit

ΔU U Spannungsänderung
S t Zeitänderung
Δt
ti Impulsdauer
4.10 Addition phasenverschobener Spannungen und Ströme 75

 Impulsverformung: tein  t d  tr td Verzögerungszeit


taus  t s  t f (delay time)
tr Anstiegszeit (rise time)
ts Speicherzeit
(storage time)
tf Fallzeit (fall time)
tein Einschaltzeit
taus Ausschaltzeit

4.10 Addition phasenverschobener Spannungen und Ströme

uˆ32  uˆ12  uˆ22  2  uˆ1  uˆ2  cos(180  12 )


uˆ1  sin 12
tan 13 
uˆ2  uˆ1  sin 12

12, 13, 32 Phasenverschiebungswinkel


û1, û2 Spitzenwerte der Einzelspannungen
û3 Spitzenwerte der Gesamtspannung
76 4 Wechselspannung und Wechselstrom

4.11 Fourier-Analyse

Linien- und Frequenzspektrum. Jede periodische Schwingung kann als Summe von
sinusförmiger Teilschwingung dargestellt werden.

Funktionsgleichung: u  4  u  sin  t  1 sin 3 t  1 sin 5 t  1 sin 7 t  ...  ;  = 2    f


ˆ
π  3 5 7 
4.11 Fourier-Analyse 77

Kurvenanalyse und deren Oberwellen

Kurvenverlauf und Gleichung Oberwellenaufbau

ˆ
f ( x)  4u  sin x  sin 3x  sin 5 x  sin 7 x  sin 9 x ... 
π  3 5 7 9 

ˆ
f ( x)  4u  cos x  cos3x  cos5 x  cos 7 x  cos9 x ... 
π  3 5 7 9 

ˆ ˆ
f ( x)  u  2u  sin x  sin 3 x  sin 5 x  sin 7 x ... 
2 π  3 5 7 

  sin k  π  cos x  1 sin k  π  cos 2  x   


 2  2 
f ( x)  u  k  
ˆ 
π 1 sin 3  k  π  cos 3  x...
  
 3 

ˆ
f ( x)   8u  cos x  cos 3 x  cos 5 x ... 
π²  1² 3² 5² 
78 4 Wechselspannung und Wechselstrom

Kurvenverlauf und Gleichung Oberwellenaufbau

ˆ
f ( x)  8u  sin x  sin 3 x  sin 5 x ... 
π²  1² 3² 5² 

ˆ
f ( x)  8u  cos x  cos 3 x  cos 5 x ... 
π²  1² 3² 5² 

ˆ ˆ
f ( x)  u  4u  cos x  cos 3 x  cos 5 x ... 
2 π²  1² 3² 5² 

ˆ ˆ
f ( x)  u  4u  cos x  cos 3 x  cos 5 x ... 
2 π²  1² 3² 5² 

ˆ
f ( x)  4u  sin a  sin x  sin 3a  sin x  sin 5a  sin 5 x... 
a  π  1² 3² 5² 
4.11 Fourier-Analyse 79

Kurvenverlauf und Gleichung Oberwellenaufbau

f ( x)  4uˆ  sin a  sin b  sin x  sin 3a  sin 3b  sin 3 x  sin 5a  sin 5b  sin 5 x... 
 
π(a  b)  1² 3² 5² 

Halbwellen von sin- und -sin-Schwingungen


ˆ ˆ
f ( x)  2u  4u  cos 2 x  cos 4 x  cos 6 x ... 
π π  3 35 57 

Halbwellen von cos- und -cos-Schwingungen


ˆ ˆ
f ( x)  2u  4u   cos 2 x  cos 4 x  cos 6 x  ... 
π π  3 35 57 

Halbwellen einer cos-Schwingung

f ( x)  u  u cos x  2  u  cos 2 x  cos 4 x  cos 6 x  ... 


ˆ ˆ ˆ
π 2 π  1 3 35 57 
80 4 Wechselspannung und Wechselstrom

Kurvenverlauf und Gleichung Oberwellenaufbau

Halbwellen einer cos-Schwingung


f ( x)  2  k  u  4  k  u  cos n  π  k  cos n  x
ˆ ˆ
π π n 1 1  4  k ²  n²


f ( x)  k  u  2  u  1  cosn ²n  π  k  cos n  x
ˆ ˆ
2 π²  k n 1

ˆ
f ( x)  2u  sin x  sin 2 x  sin 3 x  sin 4 x 
π  1 2 3 4 

ˆ
f ( x)   2u  sin x  1 sin 2 x  1 sin 3 x... 
π  2 3 
4.11 Fourier-Analyse 81

Kurvenverlauf und Gleichung Oberwellenaufbau

ˆ ˆ
f ( x)  u  u  sin x  sin 2 x  sin 3 x ... 
2 π 1 2 3 

ˆ ˆ
f ( x)   u  4u  cos x  cos 3 x  cos 5 x ...  
2 π²  3² 5² 
2 uˆ sin 2 x sin 3 x 
  sin x   ... 
π  2 3 

ˆ ˆ
f ( x)  u  2u  cos x  cos 3 x  cos 5 x  ...  
4 π²  3² 5² 
uˆ  sin x sin 2 x sin 3 x 
     ... 
π 1 2 3 

2  uˆ    cos(2n  1) x
f ( x)   
π n 0
 ²  (2n  1)²
ˆ  (2n  1)  sin(2n  1) x
 2u  
π n 0  ²  (2n  1)²
82 4 Wechselspannung und Wechselstrom

Tabelle der Amplitudenwerte (Kurven 5 bis 14)

Ordnungszahl Kurve
der Harmonischen
5, 6 und 7 8 und 9 10 12 und 13 14
f0 – 1,23 – 1,5 0,626
f1 1 1 1 – 1
f2 – – – 1 0,425
f3 0,111 0,111 0,111 – –
f4 – – – 0,2 0,085
f5 0,04 0,04 0,04 – –
f6 – – – 0,0855 0,0364
f7 0,0204 0,0204 0,0204 – –
f8 – – – 0,0475 0,0202
f9 0,0124 0,0124 0,0124 – –
f10 – – – 0,0303 0,0129
f11 0,00827 0,00827 0,00827 – –
f12 – – – 0,021 0,0089

Bildung einer Spannungsform aus den Oberwellen


a) Rechteckspannung bis zur 11. Oberwelle
4.11 Fourier-Analyse 83

b) Summenschwingung aus f1 und f3

c) Summenschwingung aus f1 und f2

d) Rechtecksprung durch Überlagerung mit Oberwellen bis zur 10. Harmonischen

 Amplituden- und phasenrichtig


- – - – - Amplitudenrichtig, denn die Grundwelle eilt um 10° gegenüber den Oberwellen nach
5 Elektrisches Feld und Kondensator 5

5.1 Kraft zwischen Ladungen (Coulomb’sches Gesetz)

Q1  Q2 F Kraft zwischen den


F Ladungen in N
4  π   d ²
  0 r Q1, Q2 Ladungen in C
 Permittivität
 0  8,86 1012 As 0 elektrische Feldkonstante
Vm
r Permittivitätszahl
d Abstand der Ladungen
in m

5.2 Elektrische Feldstärke

E elektrische Feldstärke
EF 1 C = 1 As
Q in V/m
F Kraft auf die Ladung
EU im Feld in N
d
Q Ladung im Feld in C
U Spannung zwischen den
Platten in V
d Abstand der Platten in m

85

© Springer Fachmedien Wiesbaden GmbH, ein Teil von Springer Nature 2019
H. Bernstein, Formelsammlung, https://doi.org/10.1007/978-3-658-18179-6_5
86 5 Elektrisches Feld und Kondensator

5.3 Kapazität eines Kondensators

Q
C [C]  As 1 As  1 F (Farad)
U V V
C  A
C Kapazität des Kondensators in F
d Q Ladung des Kondensators in C
  0 r 0 elektrische Feldkonstante

W  C U
2
8,86 1012 As
2 Vm
[W] = VAs

5.4 Parallelschaltung für Kondensatoren

Q1...Qn Ladung der einzelnen


Kondensatoren
C1...Cn Kapazität der einzelnen
Kondensatoren
Q Ladung der Gesamtkapazität
C Gesamtkapazität

Q=CU
Q = Q1 + Q2 + ... + Qn
C = C1 + C2 + ... + Cn
Q Q Q Q
U   1  2  ...  n
C C1 C2 Cn
Für zwei Kondensatoren gilt:
C C C C C C
C  1 2 C1  2 C2  1
C1  C2 C2  C C1  C
Für drei Kondensatoren gilt:
C1  C2  C3
C
C1  C2  C2  C3  C1  C3
C1
Bei n gleichen Kondensatoren in Reihe: C 
n
5.7 Kapazität von Kondensatoren 87

5.5 Reihenschaltung für Kondensatoren


Q1...Qn Ladung der einzelnen
Kondensatoren
C1...Cn Kapazität der einzelnen
Kondensatoren
Q Ladung der
Gesamtkapazität
C Gesamtkapazität in F
U1...Un Einzelspannungen in V
U Gesamtspannung in V
Q=CU
Q = Q1 = Q2 = ... = Qn
U = U1 + U2 + ... + Un
1  1  1  ...  1
C C1 C2 Cn
U1 C n

U n C1

5.6 Temperaturverhalten von Kondensatoren


C =   Ck  T C Kapazitätsänderung
Cw = Ck (1 +   T)  Temperaturkoeffizient
1  C1   2  C2 Cw Kapazität im warmen Zustand
Parallelschaltung:   T Temperaturänderung in K
C1  C2
 Gesamttemperaturkoeffizient in 1/K
 2  C1  1  C2 1, 2 Temperaturkoeffizient der einzelnen
Reihenschaltung:  
C1  C2 Kondensatoren
C1, C2 Einzelkapazität in F

5.7 Kapazität von Kondensatoren

Plattenkondensator
C Kapazität in F bzw. As/V
C  0 r  A
d 0 elektrische Feldkonstante
in F/m
r Permittivitätszahl
d Abstand der Platten in m
A Fläche in m2
88 5 Elektrisches Feld und Kondensator

Kapazität und Plattengröße (ohne Berücksichtigung des Streufeldes)


Bei einem Plattenpaar: Ar C Kapazität in pF
C in pF A Wirksame Fläche
0,9  4  π  a
einer Platte in cm2
Ar
C  0, 0885  in pF r Dielektrizitätszahl
a
a Plattenabstand in cm
C  0,9  4  π  a
A in cm2
r
Ar
Bei n Platten: C  0, 0885  (n  1) in pF
a

Zylinderkondensator
l Länge des Zylinders
C  0 r  2  π  l
r in m
ln a ra Innenradius des äußeren
ri
Zylinders in mm
ri Außenradius des inneren
Zylinders in mm
ln natürlicher Logarithmus
0 elektrische Feldkonstante
in F/m
r Permittivitätszahl

Kugelkondensator
ra  ri ra Innenradius der äußeren
C  0 r  4  π  Kugel in mm
ra  ri
ri Außenradius der inneren
Kugel in mm

Koaxialkabel
l l Länge des Zylinders in m
C  0 r  π 
ln  r
b b Abstand der Zylinder
r in m
gilt für b >> r r Radius des Zylinders
in m
0 elektrische Feldkonstante
in F/m
r Permittivitätszahl
5.10 Kapazitiver Blindwiderstand 89

Leitung gegen Masse


l h Abstand der Leitung zur
C  0 r  2  π 
ln  h
2 Masse in m
r l Länge des Zylinders in m
gilt für h >> r r Zylinderradius in m
0 elektrische Feldkonstante
in F/m
r Permittivitätszahl

5.8 Energie eines geladenen Kondensators

Wel gespeicherte Energie in Ws


Wel  1  C  U ²
2 C Kapazität in F

5.9 Elektrische Ladungsverschiebung

Q D elektrische Flussdichte in As/m2


D    E  0 r  E
A Q Ladung des Körpers in As
E elektrische Feldstärke in V/m
A Fläche in m2
 Permittivität in As/(Vm) bzw. F/m
0 elektrische Feldkonstante in F/m
r Permittivitätszahl

5.10 Kapazitiver Blindwiderstand

1 1 XC kapazitiver Blindwiderstand
XC  
 C 2 π  f C in 
UC  Kreisfrequenz
XC  C Kapazität
IC
UC Spannung am Kondensator
IC Strom durch den Kondensator
90 5 Elektrisches Feld und Kondensator

5.11 Drehkondensator

Beim Kreisplattenkondensator nimmt die Kapazität C proportional mit dem Drehwinkel


 zu und ist auch abhängig von der Form der Platten. Eine gewisse Anfangskapazität C0
ist immer vorhanden. Beträgt die Summe von Stator- und Rotorplatten n, errechnet sich
die Kapazität zu

C    (n  1)  A   0 r
d

Kapazitätsgerader Drehkondensator
Die Kennlinie zeigt den Kapazitätsverlauf für einen kapazitätsgeraden Drehkondensator:
C eingestellte Kapazität
Ca Anfangskapazität
Ce Endkapazität
° Winkel des eingedrehten Sektors
f u,  o mit Ce erreichte Frequenz bzw.
Wellenlänge
f o,  u mit Ca erreichte Frequenz bzw.
Wellenlänge
f,  Frequenz bzw. Wellenlänge mit
der eingestellten Kapazität C
5.11 Drehkondensator 91

C  Ca  (Ce  Ca )    C  Ca   1  C a  
180 Ce Ce  Ce   180

   u   1   u     
2 2
f 1
    
fu o  o    o   180
 fu    fu    
2 2

 f   1   f    180
 o    o  

Frequenzgerader Kondensator
C eingestellte Kapazität
Ca Anfangskapazität
Ce Endkapazität
° Winkel des eingedrehten Sektors
f u , o mit Ce erreichte Frequenz bzw.
Wellenlänge
f o , u mit Ca erreichte Frequenz bzw.
Wellenlänge
f,  Frequenz bzw. Wellenlänge mit
der eingestellten Kapazität C

f  fo  ( f o  fu )    C  1
180 Ce 
  
2
Ce  Ce
   1 
 Ca  Ca  180 
 

f  f   
 o   o  1   
f 1
fu fu  fu  180 o o  o   
 1 
u  u  180
92 5 Elektrisches Feld und Kondensator

Wellengerader Kondensator
C eingestellte Kapazität
Ca Anfangskapazität
Ce Endkapazität
° Winkel des eingedrehten Sektors
f u , o mit Ce erreichte Frequenz bzw.
Wellenlänge
f o , u mit Ca erreichte Frequenz bzw.
Wellenlänge
f,  Frequenz bzw. Wellenlänge mit
der eingestellten Kapazität C

  u  (o  u )    C   Ca  1  Ca     
   
180 Ce  Ce  Ce  180 
   

f 1   u  1  u  
fu

fu  o o  o   180
f   
 1  u   180
fo  fo 

5.12 Zeitkonstante eines Kondensators

  R C I0  R  C  Zeitkonstante in s
  IC Augenblickswert der Kondensatorspannung
t
Einschalten: uC  U   1  e 
 iC Strom im Einschaltaugenblick in A
  t Zeit nach Beginn des Ein- bzw. Ausschaltens
 t 
Entladung: iC   U   e  
R  
5.15 Reststrom von Elektrolytkondensatoren 93

5.13 Austausch eines Kondensators (Kapazitätsvariation)

 f 
2 C1 bisheriger Kondensator in F
C2  C1   2  C2 neuer Kondensator in F
 f1  f1, f2 gewünschter Frequenzbereich (für
Schwingkreis mit konstanter Induktivität)

5.14 Verlustfaktor von Kondensatoren

1 RV Verlustwiderstand
XC   1
2 π  f C  C bei Wechselstrom
R XC kapazitiver Blind-
tan   v  Rv    C widerstand
XC
 Phasenwinkel
Rv  tan   Verlustwinkel
 C tan  Verlustfaktor

5.15 Reststrom von Elektrolytkondensatoren

I R  0, 5  C  U IR höchstzulässiger Reststrom in µA
C Nennkapazität in µF
U Nennspannung in V
6 Magnetisches Feld und Induktionsspannung 6

6.1 Magnetische Durchflutung

Θ  N I  Durchflutung in A
1A=1A1 (magnetische Spannung)
N Windungszahl
I Strom in A

6.2 Magnetische Feldstärke

H magnetische Feldstärke
HΘ
l in A/m
1 A 102 A l mittlere Feldlinienlänge
1A  
m 1m cm in m
N Windungszahl

H  N I
l

95

© Springer Fachmedien Wiesbaden GmbH, ein Teil von Springer Nature 2019
H. Bernstein, Formelsammlung, https://doi.org/10.1007/978-3-658-18179-6_6
96 6 Magnetisches Feld und Induktionsspannung

6.3 Magnetische Flussdichte (Induktion)

B magnetische Flussdichte
BΦ
A in Tesla (Vs/m2)
1 T = 1 Tesla = 1 Vs/m2  magnetischer Fluss
1 Wb = 1 Weber = 1 Vs in Weber (Vs)
A Fläche in m2

6.4 Magnetische Feldstärke und Flussdichte

B  0  H

0  1, 2566 106 Vs
Am

B   H
  0  r

B magnetische Flussdichte in Tesla (Vs/m2)


µ Permeabilität in Vs/Am
µ0 magnetische Feldkonstante
µr Permeabilitätszahl
H Feldstärke in A/m

Werkstoff µr
Luft 1
Fe 6000
Fe – Co 6000
In Luft: B  H µ0 konstant µr = 1
Fe – Si 20000
Fe – Ni 30000 In Eisen: B  H µ nicht konstant
6.7 Kraft im Magnetfeld 97

6.5 Magnetischer Widerstand und magnetischer Leitwert

Rm    l
Rm magnetischer Widerstand in A/Wb
 A  Durchflutung in A
A  magnetischer Fluss in Wb
 l  bzw. Vs
Rm l
l mittlere Feldlinienlänge in m
  
µ Permeabilität in Vs/Am
A Fläche in m2
 magnetischer Leitwert in Wb/A

6.6 Magnetischer Kreis mit Luftspalt (ohne Streuung)

Rm  RmFe  RmLuft
Vg  VFe  VLuft
  H Fe  lFe  H Luft  lLuft

Rm  1
0   r  A

Rm gesamter magnetischer Widerstand in A/Wb


RmFe, RmLuft magnetische Einzelwiderstände in A/Wb
Vg magnetische Gesamtspannung in A
VLuft, VFe magnetische Teilspannung in A
 Durchflutung in A
HLuft, HFe magnetische Feldstärken in A/m
lLuft, lFe mittlere Feldlinienlänge in m

6.7 Kraft im Magnetfeld

F  B²  A
F Kraft in N
2  0 B magnetische Flussdichte in T
A Fläche in m2
98 6 Magnetisches Feld und Induktionsspannung

6.8 Stromdurchflossener Leiter mit Magnetfeld

F  B  I l  z F Kraft auf den Leiter in N


[F] = N B magnetische Flussdichte in T
l wirksame Leiterlänge in m
z Leiterzahl
I Stromstärke in A

6.9 Spule im Magnetfeld

M  F  a  sin 
M Drehmoment in N
2 a Spulenlänge in m
F  2 N  B  I l N Windungszahl

6.10 Kraft auf parallele Stromleiter

F Kraft in N
µ0 magnetische Feldkonstante
l Leiterlänge in m
b Leiterabstand in m
I1, I2 Leiterstrom in A

 0  l  I1  I 2
F 0  1, 2566 106 Vs
2 π b Am
6.13 Selbstinduktionsspannung 99

6.11 Induktion

Uind   N Δ
Uind induzierte Spannung in V
Δt N Windungszahl
Δ Δ
U ind  N zeitliche Veränderung des
Δt Δt
magnetischen Flusses in Wb/s
(Das Vorzeichen hängt vom
gewählten Richtungssinn ab.)
 Flussänderung
t Zeitänderung

6.12 Induktion der Bewegung

| Uind |  B  l  v  z , |Uind| induzierte Spannung in V


wenn v  B l wirksame Leiterlänge in m
 (senkrechte v Geschwindigkeit in m/s
Einwirkung) z Leiterzahl
B magnetische Flussdichte
in T

6.13 Selbstinduktionsspannung

U0 Selbstinduktionsspannung in V
U 0   L ΔI
Δt L Induktivität in H
1 H  1 Vs  1 Ω ΔI zeitliche Veränderung des Stromes in A/s
A Δt
100 6 Magnetisches Feld und Induktionsspannung

6.14 Selbstinduktivität von Spulen


0   r  A L Selbstinduktivität in H
L N² N Windungszahl
l
1 H = Wb/A A Fläche in m2
L  N²  magnetischer Leitwert
in Wb/A

6.15 Energie einer stromdurchflossenen Spule

Wmag magnetisch gespeicherte Energie in Ws


Wmag  1  L  I ²
2 L Selbstinduktivität in H
I Strom in A

6.16 Reihenschaltung von Induktivitäten

L = L1 + L2 +...+ Ln L Gesamtinduktivität in H
L1, Ln Einzelinduktivität in H

6.17 Parallelschaltung von Induktivitäten

1  1  1  ...  1 L Gesamtinduktivität
L L1 L2 Ln in H
für zwei Spulen L1, Ln Einzelinduktivität
L L in H
L 1 2
L1  L2
6.19 Parallelschaltung von Induktivitäten mit magnetischer Kopplung 101

6.18 Reihenschaltung von Induktivitäten mit magnetischer


Kopplung

L Gesamtinduktivität
L1, L2 Einzelinduktivität
in H
M Gegeninduktivität
in H

k Kopplungsfaktor
L  L1  L2  ... k = 0  keine Kopplung
(ohne gegenseitige magnetische Kopplung) k = 1  ideale feste
L  L1  L2  M Kopplung
(Kopplung mit gleichem Wickelsinn der Spulen)
L  L1  L2  M
(Kopplung mit entgegengesetztem Wickelsinn der Spulen)
L L M²
M  k  L1  L2 L 1 2
L1  L2  2M
(Kopplung mit gleichem Wickelsinn)
L L M²
L 1 2
L1  L2  2M
(Kopplung mit entgegengesetztem Wickelsinn)
M  k  L1  L2

6.19 Parallelschaltung von Induktivitäten mit magnetischer


Kopplung

1  1  1  ... L1, L2 Einzelinduktivität


L L1 L2 in H
(ohne gegenseitige magnetische M Gegeninduktivität
Kopplung) in H
L L M²
L 1 2 k Kopplungsfaktor
L1  L2  2M
k = 0  keine Kopplung
(Kopplung mit gleichem Wickelsinn)
k = 1  ideale feste
L L M² Kopplung
L 1 2
L1  L2  2M
(Kopplung mit entgegengesetztem
Wickelsinn)
M  k  L1  L2
102 6 Magnetisches Feld und Induktionsspannung

6.20 Selbstinduktion (konzentrisches Kabel, Koaxialkabel)

L Induktivität in H
L  0, 2 106  l  ln  R 
r l Länge in m

6.21 Selbstinduktion (Leitung gegen Masse)

L  0, 2 106  l  ln  2h 
 r 

6.22 Selbstinduktion (Doppelleitung)

L  0, 4 106  l  ln  b 
r

6.23 Einlagige Spule

L Induktivität in H
L  106  N ²  D²
l N Windungszahl
D Windungsdurchmesser
in m
l Spulenlänge in m
6.26 Zeitkonstante einer Spule 103

6.24 Mehrlagige Spule


n
 L Induktivität in H
L  106  N² D  D  N Windungszahl
 2  l  h   h Wicklungshöhe in m
D D Windungsdurch-
n  0, 75 für 0  1
2 l  h  messer in m
l Spulenlänge in m
n  0, 5 für 1  D 3
2 l  h 

6.25 Ringkreisförmige Luftspule

H    I N  I N H Feldstärke in A/m
l l d1  d 2  Durchflutung
π
2 l mittlere Feldlinienlänge
d1 innerer Spulendurch-
messer
d2 äußerer Spulendurch-
messer

6.26 Zeitkonstante einer Spule


104 6 Magnetisches Feld und Induktionsspannung

 Zeitkonstante in s
 L I0  U
R R IL Augenblickswert des Spulenstromes
I0 Strom im Einschaltaugenblick in A
U  t 
Einschalten: iL   1  e  
R  t Zeit nach Beginn des Ein- bzw. Abschaltens

t
uL  U  e 

t
Abschalten: IL  U  e 
R
t
u L  U  e 

6.27 Induktiver Blindwiderstand

XL = 2    f  L XL induktiver Blindwiderstand
XL (Induktanz)
f  L Induktivität
2πL
f Frequenz

6.28 Umwickeln von Spulen

Gilt für Schwingkreis bei konstanter Kapazität! L1 ursprüngliche Induktivität


N1 L1 N1 N L2 gewünschte Induktivität
  2 k N1 ursprüngliche Windungszahl
N2 L2 L1 L2
N2 neue Windungszahl
L1 L2 k Spulenkonstante
N1  N 2  N 2  N1 
L2 L1 f1 ursprüngliche Frequenz
2 2 f2 gewünschte Frequenz
N   f 
L1  L2   1   L2   2 
N
 2  f1 
2 2
N   f 
L2  L1   2   L1   1 
N
 1  f2 
6.30 Transformator (ohne Verluste) 105

6.29 Spulengüte

XL 2π f  L Q Spulengüte
Q  R Verlustwiderstand (Drahtwider-
R R
  L stand)
R ; XL  QR XL induktiver Blindwiderstand
Q
(Induktanz)

6.30 Transformator (ohne Verluste)

Voraussetzung: P1 = P2 = P

ü Übersetzungsverhältnis
N1 Primärwindungszahl
N2 Sekundärwindungszahl
Z1 Primärwiderstand (induktiver
Widerstand)
N1 U1 I 2 Z1 Z2 Sekundärwiderstand (induktiver
ü   
N2 U 2 I1 Z2 Widerstand)
P1 Primärleistung
U1 I Z1
N1  ü  N 2  N 2   N2  2  N2  P2 Sekundärleistung
U2 I1 Z2
U1 Primärspannung
N1 U I Z2 U2 Sekundärspannung
N2   N1  2  N1  1  N1 
ü U1 I2 Z1

U1  U 2  ü  P  P  Z1
I1
U1 P
U2    P  Z2
ü I2
I2 N
I1   I1  2  P  P
ü N1 U1 Z1
N1
I 2  I1  ü  I1   P  P
N2 U 2 Z2
U12
Z1  Z 2  ü ² 
P
Z1 U 22
Z2  
ü² P
P  U1  I1  U 2  I 2
7 Widerstände im Wechselstromkreis 7

7.1 Ohm’scher Widerstand

Schaltung Stromstärke und Widerstand und Leistung


Spannung Leitwert
P U I
I U RU
R I
P  U²
R
G  1
I
U R P  I²R

 = 0° (rein ohmsch)

7.2 Induktiver Widerstand

Schaltung Stromstärke und Widerstand und Leistung


Spannung Leitwert

I U XL  2 π f  L QL  U  I
XL
XL   L

 = 90° (induktiv)

107

© Springer Fachmedien Wiesbaden GmbH, ein Teil von Springer Nature 2019
H. Bernstein, Formelsammlung, https://doi.org/10.1007/978-3-658-18179-6_7
108 7 Widerstände im Wechselstromkreis

7.3 Kapazitiver Widerstand

Schaltung Stromstärke und Widerstand und Leistung


Spannung Leitwert

I U 1 QC  U  I
XC 
XC 2 π  f C

XC  1
 C
  90 (kapazitiv)

7.4 RL-Reihenschaltung

Schaltung Stromstärke und Widerstand und Leistung


Spannung Leitwert

UR P  UR  I
I
R QL  U L  I
UL S U I
I
XL

I U
Z
U  U R2  U L2 Z  R 2  X L2 S  P2  QL2
UL XL QL
tan   tan   tan  
UR R P
UL XL QL
sin   sin   sin  
U Z S

cos  
UR cos   R cos   P
U Z S
7.6 RC-Reihenschaltung 109

7.5 RL-Parallelschaltung

Schaltung Stromstärke und Widerstand und Leistung


Spannung Leitwert

U  IR  R P  U  IR
U  IL  X L QL  U  I L
U  I Z Y  G 2  BL2 S U I

I  I R2  I L2 2
1   1   1 
2
S  P 2  QL2
  
Z  R   X L 

tan  
IL tan   R tan  
QL
IR XL P
IL sin   Z sin  
QL
sin   XL S
I
IR cos   Z cos   P
cos   R S
I

7.6 RC-Reihenschaltung

Schaltung Stromstärke und Widerstand und Leistung


Spannung Leitwert
110 7 Widerstände im Wechselstromkreis

UR P  UR  I
I
R QC  U C  I
U S U I
I C I U
XC Z
U  U R2  U C2 Z  R 2  X C2 S  P2  QC2
UC XC QC
tan   tan   tan  
UR R P
UC XC QC
sin   sin   sin  
U Z S
UR cos   R cos   P
cos   Z S
U

7.7 RC-Parallelschaltung
Schaltung Stromstärke und Widerstand und Leistung
Spannung Leitwert

P  U  IR
IR  U
R QC  U  I C
IC  U S U I
XC

I U Y  G2  BC2
Z
2 2
I  I R2  IC2 1   1   1  S  P2  QC2
  
Z  R   X C 
IC QC
tan   tan  
IR tan   R P
XC
IC QC
sin   sin  
I sin   Z S
XC
IR cos   P
cos   cos   Z S
I R
7.9 RLC-Parallelschaltung 111

7.8 RLC-Reihenschaltung

Schal- Stromstärke und Widerstand und Leistung


tung Spannung Leitwert

UL > UC UL < UC XL > XC XL < XC QL > QC QL < QC


U* = UL – UC U* = UC – UL X* = XL – XC X* = XC – XL Q* = QL – QC Q* = QC – QL

U  U R2  U *2 Z  R 2  X *2 S  P 2  Q *2
Q*
tan   U * tan   X * tan  
UR R P
sin   U * sin   *
X
sin  
Q*
U Z S
UR cos   R P
cos   Z cos  
U S

7.9 RLC-Parallelschaltung

Schaltung Stromstärke und Widerstand und Leistung


Spannung Leitwert
112 7 Widerstände im Wechselstromkreis

IC > IL IC < IL XC < XL XC > XL QC > QL QC < QL


I* = IC – IL I* = IL – IC 1  1  1 1  1  1 Q* = QC – QL Q* = QL – QC
X * X L XC X * XC X L

Y  G 2  B *2
2 2
I  I R2  I *2 1   1   1  S  P2  Q *2
   
Z  R   X *
Q*
tan   I * tan   R tan  
IR X* P
Q*
sin   I * sin   Z sin  
I X* S
IR cos   Z cos   P
cos  R S
I

7.10 Reihenschaltung von RL-Gliedern

Z Scheinwiderstand
R Wirkwiderstand
XL induktiver Blindwiderstand
UR Spannung an R
UL Spannung an L
P Wirkleistung
Z  R²  X L2  R²  (2  π  f  L)2 S Scheinleistung
QL induktive Blindleistung
R  Z ²  X L2  Phasenwinkel
U  I Z UR  I  R UL  I  X L

I U  U
Z R²  (2  π  f  L)2

Z R
R  Z  cos  X L  Z  sin 
cos 
S U I  P tan   R
cos  L
QL  U  I  sin  tan     L
R
P  S  cos   U  I  cos   U R  I  I ²  R
U  cos  U  cos 
I U  I R R
R cos  I
U  U R2  U L2
7.11 Reihenschaltung von RC-Gliedern 113

7.11 Reihenschaltung von RC-Gliedern

Z Scheinwiderstand
R Wirkwiderstand
XC kapazitiver Blindwiderstand
UR Spannung an R
UL Spannung an L (Konduktanz)
P Wirkleistung (Suszeptanz)
S Scheinleistung (Admittanz)
Z  R²  X C2  R²  1 QL kapazitiver Blindwiderstand
(2  π  f  C )2  Phasenwinkel
cos  Leistungsfaktor
R  Z ²  X C2 X C  Z ²  R²  Verlustwinkel
tan  Verlustfaktor
I U  U
Z 2
 1 
R²   
 2  π  f  C 
U  I Z UR  I  R UC  I  X C
U
Z U cos   R  R  P
I Z U S

S U I  P
tan     R  C
cos 

Z R tan    1
R  Z  cos 
cos    R C
Qc  U  I  sin 
P  S  cos   U  I  cos   U R  I  I ²  R
U  cos  U  cos 
I U  I R R
R cos  I

U  U R2  U C2
114 7 Widerstände im Wechselstromkreis

7.12 Parallelschaltung von RL-Gliedern


G Wirkleitwert (Konduktanz)
BL Blindleitwert (Suszeptanz)
Y Scheinleitwert (Admittanz)
IL Blindstrom durch L
IR Wirkstrom durch R
I Scheinstrom
cos  Leistungsfaktor
I  U  U Y Y  G ²  BL2 tan  Verlustfaktor
Z
2 2
1   1   1 
   
Z  R  L 
2 2
I  U   1    1 
 R  L 

tan    L
R
IL  U IR  U I  I R2  I L2
L R
Z  R²   ²  L² tan   R
R²   ²  L² L

7.13 Parallelschaltung von RC-Gliedern


G Wirkleitwert (Konduktanz)
BC Blindleitwert (Suszeptanz)
Y Scheinleitwert (Admittanz)
IC Blindstrom durch C
IR Wirkstrom durch R
I Scheinstrom

I  U  U Y Y  G ²  BC2
Z
2 2 2 2
1   1   1  1   1   1 
      
Z  R   X C  Z  R    C 
2 2
I  U   1    1  tan   1
 R    C   C  R
IC    C U IR  U I  I R2  IC2
R
Z R ²
tan     C  R
1    L  R  ²
7.14 Reihenschaltung von RLC-Gliedern 115

7.14 Reihenschaltung von RLC-Gliedern

Z Scheinwiderstand
R Wirkwiderstand
X Blindwiderstand
UR Spannung an R
UL Spannung an L
S Scheinleistung
P Wirkleistung
QL induktive Blind-
leistung
cos  Leistungsfaktor
tan  Verlustfaktor

2
Z  R ²  X 2  R ²     L  1 
  C 
I U  U

 
Z 2
R²    L  1
 C

X = XC – XL (kapazitiv) X = XL – XC (induktiv)
U  I Z UR  I  R UC  I  X C UL  I  X L

U  U R2  U L  U C 
2

U L 1
Z U cos   R  R  P tan    C
I Z U S R
Z R tan   R
R  Z  cos 
cos  L 1
 C
S U I  P Q  U  I  sin 
cos 
P  S  cos   U  I  cos   U R  I
cos  U  cos 
I U  U  I R R
R cos  I
116 7 Widerstände im Wechselstromkreis

7.15 Parallelschaltung von RLC-Gliedern

Z Scheinwiderstand
I  U  U Y Y  G²  B2
Z R Wirkwiderstand
2 2 B Blindleitwert
1   1   1  oder Y  G ²  ( BC  BL )²
    BC Blindleitwert
Z R  X  BL Blindleitwert
X = XC – XL (kapazitiv) X = XL – XC (induktiv)
2 2
I  U   1      C  1   U  G ²  ( BC  BL )²
R  L 
2 2
Z   1      C  1 
R  L 
tan   1 tan   R     C  1 

R   C  1
L   L 

7.16 Umrechnung von RC-Gliedern zwischen Reihen- und


Parallelschaltung
Zser = Zpar
ser = par

 X  
2
Rpar  Rser  1   Cser  
  Rser  
  R 2 
X Cpar  X Cser  1   ser  
  X Cser  
7.18 Verlustbehafteter Kondensator 117

7.17 Umrechnung von RL-Schaltung zwischen Reihen- und


Parallelschaltung

Zser = Zpar
ser = par

 X  
2
Rpar  Rser  1   Lser  
  Rser  
  R 2 
X Lpar  X Lser  1   ser  
  X Lser  

7.18 Verlustbehafteter Kondensator

tan  Verlustfaktor
d Verlustfaktor
Q Güte (Gütefaktor)
Rpar paralleler Verlust-
widerstand

d = tan 
X Cpar
tan  
Rpar
Rpar
Q
X Cpar

Q 1
d
118 7 Widerstände im Wechselstromkreis

7.19 Verlustbehaftete Spule

tan  Verlustfaktor
d Verlustfaktor
Q Güte (Gütefaktor)
Rser serieller Verlustwiderstand

d = tan 
R
tan   ser
XL
X Lser
Q
Rser

Q 1
d

7.20 Leistung und Leistungsfaktor

S Scheinleistung in VA
P Wirkleistung in W
Q Blindleistung in var
U Spannung (Effektivwert)
I Strom (Effektivwert)
cos  Leistungsfaktor
Bei sinusförmigem Verlauf: S = U  I
sin  Blindleistungsfaktor
Bei Phasenverschiebung von Strom und
Spannung um den Phasenwinkel :

P = U  I  cos 
P = S  cos 
S P cos   P
cos  S
Q = U  I  sin 
Q
Q  S  sin  sin  
S
P  S ²  Q²
Q  S ²  P²
7.22 Bauelement, Zeiger- und Liniendiagramme für induktive Blindwiderstände 119

7.21 Bauelement, Zeiger- und Liniendiagramme für Ohm’sche


Widerstände

uR uˆR  (cos   tu  u )
R 
iR iˆR  (cos   ti  i )
uR uˆR uR  2 U R
R    bei  = u – i = 0
iR iˆR iR  2 IR

7.22 Bauelement, Zeiger- und Liniendiagramme für induktive


Blindwiderstände

ΔiL
uL  L 
Δt
uL    L  iˆL  cos   t
UL
XL    L 
Il
I
BL  1  1  L bei  = u – i = 90° = π
X L   L UL 2
120 7 Widerstände im Wechselstromkreis

7.23 Bauelement, Zeiger- und Liniendiagramme für kapazitive


Blindwiderstände

Q = I C  t = C  UC
Δu
iC  C  C
Δt
iC    C  uˆc  cos  t bei  = u – i = 90° – 0 = –90° = – π
2
1 UC
XC  
 C IC
IC
BC    C  bei  = u – i = –90° = – π
UC 2

7.24 Resonanz bei Schwingkreisen

XC kapazitiver Blindwiderstand in 
XL induktiver Blindwiderstand in 
fr Resonanzfrequenz in Hz
C Kapazität in F
L Induktivität in H

Resonanzbedingung: XC = XL
L  1 ²  L C  1
 C
L 1 C 1
² C ²  L
fr  1
2 π  f  L C
7.26 Parallelschwingkreis 121

7.25 Reihenschwingkreis

Z Scheinwiderstand
fr Resonanzfrequenz
Q Güte
d tan  (Dämpfung, Verlustfaktor)
f Bandbreite
f1 untere Grenzfrequenz
f2 obere Grenzfrequenz

Z  R 2  ( X L  X C )²
bei Resonanz ist X L  X C
fr  1
2 π  L C
2  π  fr  L 1
Q   L
R R C
Q  1 1
d tan 
f
Δf  f 2  f1  r  f r  d
Q
X L XC 1
Rr  r   
Q Q 2  π  f r2  C

7.26 Parallelschwingkreis
122 7 Widerstände im Wechselstromkreis

Y Scheinleitwert
Y  G 2  ( BL  BC )²
fr Resonanzfrequenz
bei Resonanz ist BL  BC Q Güte
1 G Leitwert
fr 
2 π  L C BL induktiver Blindleitwert
BC kapazitiver Blindleitwert
Q R  R C f1 untere Grenzfrequenz
0  L L
f2 obere Grenzfrequenz
R  Q²  r  L d tan  (Dämpfung, Verlustfaktor)
C r
Q  1  L  1  1  L
d R R R C
Q 1
Rr  Q ²  r  Q  X L  Q  X C  
2  π  f r  C 2  π  Δf  C

7.27 Scheinwiderstand und Phasenverschiebung


2 2
 R1    L    R12    L  
2
Z   R2    

 R1
2
    L  2
 
  1R 2
    L  2


R12    L
tan  
R2  [ R12    L  ²]  R1    L  ²
2
Z  R2     L 
1   ²  L  C 
tan   L
R  1   ²  L  C 
2

 
2
 R   
   L   L  1  R²
   C 2  C  C  C 

Z

   
2 2
1  1 
 R2    L    C   R2    L    C 
  

tan    ²  L  C    L  1   R    C
R   C 
2 2
 R    L 2   R 2    L  
Z     1 
 R 2    L 2   R 2    L 2   C 
   
R ²    L  ²
R 2  (  L) 
  C 
tan  
R 2    L  ²
7.28 Komplexe Darstellung von R, C und L 123

7.28 Komplexe Darstellung von R, C und L

Impedanz Z Scheinwiderstand |Z| = Z Phasenverschie-


Admittanz Y Scheinleitwert |Y| = Y bungswinkel 

ZR ZR  = 0°
Y G 1 Y G  1
R R

Z  jX L  j  L Z  L  Z  90
Y   jBL  1 j 1 Y 1 Y  90
j  L L L

Z   jX C  1 j 1 Z 1  Z  90
j  C  C  C Y  90
Y  jBC  j  C Y   C

Z  R  j  L
Z  R ²    L 
2
 Z   arctan   L
1 L R
Y j
R ²  (  L)² R ²  (  L)²
Y
R²  (  L)² Y   arctan   L
[ R²  (  L)²]² R

1
Z  R j 1 2
Z   arctan
 C Z  R²   1   C  R
R (  C )²   C  1
Y j  C Y   arctan
(  C  R )²  1 (  C  R )²  1 [ R (  C )²]²  (  C )²  C  R
Y
[(  C  R )²  1]²
124 7 Widerstände im Wechselstromkreis

R (  L )² R²   L
Z  j [ R (  L )²]²  ( R ²    L )²  Z   arctan R
R ²  (  L )² [( R ²    L )²]² Z  [ R ²  (  L )²]² L
1
Y j 1 2 2 Y   arctan R
L
R L Y   1    1 
 R  L 

Z R  j   C  R² R²  (  C  R²)²  Z   arctan   C  R
1  (  C  R)² (1    C  R)² Z
[1  (  C  R)²]² Y   arctan   C  R
Y  1  j  C 2
R
Y   1     C 
2
R

7.29 Vierpolparameter von elektrischen Zweitoren

Vierpole sind beliebig zusammengeschaltete Zweipole mit einem Eingang und einem
Ausgang. Passive Vierpole bestehen nur aus passiven Zweipolen (Widerständen, Spulen
und Kondensatoren usw.). Aktive Vierpole enthalten eine zusätzliche Energiequelle. Bei
passiven Vierpolen besteht ein linearer Zusammenhang zwischen Spannungen und
Strömen am Ein- und Ausgang.

U1 = I1  Z1 + (I1 – I2)
U2 = I2  Z2 + (I1 – I2)

Z1 = (Z1 + Z3)  I1 – Z3  I2
Z2 = Z3  I1 – (Z1 + Z3)  I2
7.29 Vierpolparameter von elektrischen Zweitoren 125

Vierpolgleichungen (Widerstandsform)
U1 = Z11  I1 + Z12  I2 U   Z Z12   I1 
Matrizenschreibweise  1    11  
U2 = Z21  I1 + Z22  I2  2   21 Z 22   I 2 
U Z
U1
Z11  bei I2 = 0: Leerlaufwiderstand primär
I1
U2
 Z 22  bei I1 = 0: Leerlaufwiderstand sekundär (Vierpol wird von rechts betrieben)
I2
U2
Z 21  bei I2 = 0: Kernwiderstand vorwärts
I1
U1
 Z12  bei I1 = 0: Kernwiderstand rückwärts (Vierpol wird von rechts betrieben)
I2

Vierpolgleichungen (Leitwertform)
I1 = Y11  U1 + Y12  U2  I  Y Y  U 
Matrizenschreibweise  1    11 12    1 
I2 = Y21  I1 + Y22  U2  2   21 Y22   U 2 
I Y
I1
Y11  bei U2 = 0: Kurzschlussleitwert primär
U1
I2
Y22  bei U1 = 0: Kurzschlussleitwert sekundär (Vierpol wird von rechts betrieben)
U2
I2
Y21  bei U2 = 0: Kernleitwert vorwärts
U1
I1
Y12  bei U1 = 0: Kernleitwert rückwärts (Vierpol wird von rechts betrieben)
U2

Vierpolgleichungen (Kettenform)
U1 = A11  U2 + A12  I2 U   A A12   U 2 
Matrizenschreibweise  1    11 
I1 = A21  U2 + A22  I2  I1   A21 A22   I 2 
U1
A11  bei I2 = 0: umgekehrte Spannungsübersetzung im Leerlauf
U2
I1
A22  bei U2 = 0: umgekehrte Stromübersetzung im Kurzschluss
I2
I1
A21  bei I2 = 0: umgekehrter primärer Kernwiderstand im Leerlauf
U2
U1
A12  bei U2 = 0: umgekehrter primärer Kernleitwert im Kurzschluss
I2
126 7 Widerstände im Wechselstromkreis

Vierpolgleichungen (Hybridform)
U1 = H11  I1 + H12  U2 U   H H12   I1 
Matrizenschreibweise  1    11  
I2 = H21  I1 + H22  U2  2   21 H 22  U 2 
I H
U1
H11  bei U2 = 0: Eingangswiderstand bei Ausgangskurzschluss
I1
I2 bei I1 = 0: Ausgangsleitwert bei offenem Eingang
H 22 
U2
I2
H 21  bei U2 = 0: Stromverstärkung bei Ausgangskurzschluss
I1
U1
H12  bei I1 = 0: Spannungsrückwirkung bei offenem Eingang
U2

Vierpolgleichungen vereinfachen sich bei richtungssymmetrischen Vierpolen:


Y11 = –Y22, Z11 = –Z22, A11  A22
a a  b b  c c 
Multiplikation von Matrizen  11 12    11 12    11 12  
 21 22   21 22   21 c22 
a a b b c
c11 = a11  b11 + a12  b21 c12 = a11  b12 + a12  b22
c21 = a21  b11 + a22  b21 c22 = a21  b12 + a22  b22

7.30 Umrechnung der Vierpolparameter


gegeben Y Z A H
gesucht
Z 22 Y12 A22  ΔA 1  H12
Y11 Y12
ΔZ ΔZ A12 A12 H11 H11
Y
 Z 21 Z11 1  A11 H 21 ΔH
Y21 Y22 A12 H11
ΔZ ΔZ A12 H11
Y22 Y22 A11 ΔA ΔH H12
Z11 Z12
ΔY ΔY A21 A21 H 22 H 22
Z
Y21 Y11 1  A22  H 21 1
Z21 Z22
ΔY ΔY A21 A21 H 22 H 22
Y22 1 Z11 ΔZ ΔH H11
A11 A12
Y21 Y21 Z 21 Z 21 H 21 H 21
A
 ΔY Y11 1 Z 22  H 22 1
A21 A22
Y21 Y21 Z 21 Z 21 H 21 H 21
1 Y12 ΔZ Z12 A12 ΔA
H11 H12
Y11 Y11 Z 22 Z 22 A22 A22
H
Y21 ΔY Z21 1 1  A21
H21 H22
Y11 Y11 Z12 Z 22 A22 A22
: Determinante einer Matrix: z. B. Z = Z11  Z22 – Z12  Z21
7.31 Zusammenschalten von Vierpolen 127

7.31 Zusammenschalten von Vierpolen

Reihenschaltung

 U1   Z11  Z11 Z12  Z12   I1 


   
 U2   Z 21  Z 21 Z 22  Z 22   I 2 

Parallelschaltung

 I1   I1  I1   Y11  Y11 Y12  Y12   U1 


I       
 2   I 2  I 2   Y21  Y21 Y22  Y22   U 2 

Kettenschaltung

 U    A   A   A   A  A   A   A   A    U  
 1    11 11 12 21 11 12 12 22
   2 
 I  A   A   A   A  A   A   A   A  
 1   21 11 22 21 21 12 22 22   I 2 

Reihen-Parallelschaltung

 U1   H11  H11 H12  H12   U 2 


 I     
 2   H 21  H 21 H 22  H 22   I1 
128 7 Widerstände im Wechselstromkreis

7.32 Frequenzweichen für Lautsprecher

Frequenzweichen 1. Ordnung (Flankensteilheit 6 dB pro Oktave)


Z Impedanz
f0 Übertragungsfrequenz

L Z C 1
6, 3  f 0 6, 3  f 0  Z

Frequenzweichen 2. Ordnung (Flankensteilheit 12 dB pro Oktave)


Z Impedanz
f0 Übertragungsfrequenz

0, 225  Z 0,112
L C
f0 f0  Z
7.32 Frequenzweichen für Lautsprecher 129

Bandpass für Mittelton 2. Ordnung (Flankensteilheit 12 dB pro Oktave)

0, 225  Z 0,112 fu untere Grenzfrequenz


Für Hochpass: L1  C1  fo obere Grenzfrequenz
fu fu  Z
0, 225  Z 0,112
Für Tiefpass: L2  C2 
fo fo  Z

Frequenzweichen 3. Ordnung (Flankensteilheit 18 dB pro Oktave)

0, 21 0,32 0,125  Z
Für Hochpass: C1  C2  L
fo  Z fo  Z fo
0, 24  Z 0,125  Z 0,32
Für Tiefpass: L1  L2  C
fo fo fo  Z
8 Filterschaltungen 8

8.1 RC- und LR-Tiefpass

Für den RC-Tiefpass gilt: Durchlassbereich: f < fg


Sperrbereich: f > fg
Grenzfrequenz: fg bei R = XC
1 fg Grenzfrequenz in Hz
fg 
2  R C R Widerstand in 
U2 XC R Z Scheinwiderstand in 
   1  0, 707 C Kondensator in F
U1 Z R²  X C
2 2
XC kapazitiver Blindwider-
stand

131

© Springer Fachmedien Wiesbaden GmbH, ein Teil von Springer Nature 2019
H. Bernstein, Formelsammlung, https://doi.org/10.1007/978-3-658-18179-6_8
132 8 Filterschaltungen

U1
U2   0, 707  U1
2
U1  2  U 2  1, 414  U1

XC XC U1 f Frequenz der Wechsel-


R  XC U 2   U1   spannung in Hz
 1C 
Z R ²  X C2 2
 C  R ²  U1 Eingangsspannung
U2 Ausgangsspannung
R²  X C2 2 s Siebfaktor
U1  U 2  Z   U 2   C  R²   1 
XC XC  C 
U2 Z
XC  1 XC  Z  
 C U1 s
U1
f 
U 2  2    C  R ²  X C2
2 U1
Z  R ²  X C2  R ²   1  Z  XC   s  XC
  C  U2

Für den LR-Tiefpass gilt: Durchlassbereich: f > fg


Sperrbereich: f < fg
Grenzfrequenz: fg bei R = XL

fg R
2 L
U2 R R
   1  0, 707
U1 Z R²  X L
2 2
U1
U2   0, 707  U1
2
U1  2  U 2  1, 414  U1

U1  R
R  XL U 2  U1  R  U1  R 
Z R²  X L2 R²  (  L)²

R ²  X L2 R ²  (  L)²
U1  U 2  Z  U 2   U2 
XL XL XL
XL   L  Z ²  R²
U1
Z  Z ²  X L2  R²  (  L)² Z  R
U2
R  Z ²  X L2  Z ²  (  L)²
8.2 CR- und RL-Hochpass 133

8.2 CR- und RL-Hochpass

Für den CR-Hochpass: Durchlassbereich: f > fg


Sperrbereich: f < fg
Grenzfrequenz: fg bei R = XC

fg  1
2  R C
U2 R R
   1  0,707
U1 Z R²  X C
2 2
U1
U2   0, 707  U1
2
U1  2  U 2  1, 414  U1

U1  R U1  R
R  XC U 2  U1  R  U1  

 
Z ( R  X C )² 2
R²  1
 C

R²   1 
2
U2 
R²  X C2  C
U1  U 2  Z  U 2  
R R R
XC  1  Z ²  R²
 C
2
U1
Z  R ²  X C2  R ²   1  Z  R  sR
  C  U2
134 8 Filterschaltungen

Für den RL-Hochpass: Durchlassbereich: f > fg


Sperrbereich: f < fg
Grenzfrequenz: fg bei R = XC
fg  R
2 L
U2 X L R
   1  0, 707
U1 Z R²  X L
2 2
U1
U2   0, 707  U1
2
U1  2  U 2  1, 414  U1

XL XL U1    L
R  XL U 2  U1   U1  
Z R ²  X L2 R ²  (  L)2
R ²  X L2 R ²  (  L)2
U1  U 2  Z  U 2   U2 
XL XL L
U1
Z  R ²  X L2  ( Z ²  (  L)2 Z  XL   s XL
U2
R  Z ²  X L2  R ²  (  L)2

8.3 LC-Glied

U2 XC

U1 Z
1
XC XC  C U1 U1
U 2  U1   U1   U1   
Z X L  XC L 1
 C
 C   L  1

 C
 ² 
L  C 1

X  XC
U1  U 2  Z  U 2  L  U 2  ( ²  L  C  1)
XC XC
1 U2 Z
XC  XC  Z  
 C U1 s
8.5 T- und -Tiefpass 135

XL    L  2π f  L
U1
f 
U2  2  π  C  Z
U1
Z  X L  XC    L  1 Z  XC   s  XC
 C U2

8.4 CL-Glied

U2 X L

U1 Z

 U1    L
XL XL
U 2  U1   U1 
Z X L  XC L  1
 C
X L  XC L 1
U1  U 2  Z  U2   U2   C
XL XL L
U2
XL    L  2 π L XL  Z 
U1

XC  1  1 XC  X L  Z
 C 2 π  f C
U1
Z  X L  XC    L  1 Z  XL 
 C U2

8.5 T- und -Tiefpass


136 8 Filterschaltungen

Durchlassbereich: f < fg Z1 Eingangsimpedanz in 


Sperrbereich: f > fg Z2 Ausgangsimpedanz in 
L Induktivität in H
Für die Grenzfrequenz ist eine richtige Anpassung C Kapazität in F
erforderlich: fg Grenzfrequenz in Hz
Z1  Z 2  Z  L
C

Die Grenzfrequenz ist die Resonanzfrequenz für L und C:


fg  1
2 π  L C
L Z C 1
2  π  fg 2  π  fg  Z

8.6 T- und -Hochpass

Durchlassbereich: f > fg Z1 Eingangsimpedanz in 


Sperrbereich: f < fg Z2 Ausgangsimpedanz in 
Z Abschlusswiderstand in 
Für die Grenzfrequenz ist eine richtige Anpassung
erforderlich:
Z1  Z 2  Z  L
C

Die Grenzfrequenz ist die Resonanzfrequenz für L


und C:
fg  1
2 π  L C
L Z C 1
2  π  fg 2  π  fg  Z
8.8 Tiefpass-Doppelglied 137

8.7 LC-Verzögerungsleitung

L Z Abschlusswiderstand
Z
C L Induktivität in H
C Kapazität in F
Für verlustfreie C und L gilt:  Laufzeit für ein Halbglied in s
U 2  U1 fg Grenzfrequenz in Hz
  L C
 1
2   f g

8.8 Tiefpass-Doppelglied

Die steile Flanke des Doppelgliedes erhält man durch einen Längssperrkreis, der auf f2
abgestimmt ist. Kondensator und Induktivität müssen auf die Resonanz bei der Grenz-
frequenz fg abgestimmt sein. Zur Berechnung wird das Verhältnis fg : f2 gewählt und
dieses liegt zwischen 0,95 und 0,8. Ist R der bei Z2 angeschlossene Abschlusswiderstand,
so wird mit dem Nennwiderstand der Schaltung von Z2 = 1,25  R gerechnet.
Z 2  1, 25  R f2 Sperrkreisfrequenz in Hz
2 L Sperrkreisinduktivität in H
 fg  C1 Sperrkreiskapazität in F
m  1   
 f2  m Filter-Kennwert
C2 Querkapazität in F
L  m Z Z Nennwiderstand der
2    fg
Schaltung in 
138 8 Filterschaltungen

C1  1  m²  1 C2  m  1
m 2    fg  Z 2    fg  Z

fg  m  Z
2 L

8.9 Hochpass-Doppelglied

Die steile Flanke des Doppelgliedes erhält man durch einen Längssperrkreis, der auf f2
abgestimmt ist. Kondensator und Induktivität müssen auf die Resonanz bei der Grenz-
frequenz fg abgestimmt sein. Zur Berechnung wird das Verhältnis fg : f2 gewählt und
dieses liegt zwischen 0,95 und 0,8. Ist R der bei Z2 angeschlossene Abschlusswiderstand,
so wird mit dem Nennwiderstand der Schaltung von Z2 = 1,25  R gerechnet.
Z 2  1, 25  R f1 Sperrkreisfrequenz in Hz
2 L Sperrkreisinduktivität in H
 f  CSperr Sperrkreiskapazität in F
m  1   1 
 fg  m Filterkennwert
Z2 Nennwiderstand der
C 1 1
Schaltung in 
m 2    fg  Z
R Abschlusswiderstand in 
L1  m  Z L2  1  Z
1  m² 2    f g m 2    fg

fg  1
2mZ
8.10 LC-Bandpass 139

8.10 LC-Bandpass

1 1 f Bandbreite in Hz
fm  
2  π  L1  C1 2  π  L2  C2 fm Mittenfrequenz in Hz
L1, C1 Leitkreis als Längs-
fm  f1  f 2 widerstand
Δf  f 2  f1 L2, C2 Sperrkreis als Längs-
widerstand
1  1  1 f1 untere Grenzfrequenz in Hz
4  C2  L1 C1  L1 2  C2  L1 f2 obere Grenzfrequenz in Hz
f1 
2 π
1  1  1
4  C2  L1 C1  L1 2  C2  L1
f2 
2π
Z f
L1  C1 
2  π  Δf 2    Z  f1  f 2
Z  f 1
L2  C2 
2  π  f1  f 2 2   Z  f

Für Z1  Z 2  Z gilt:

L1  bZ C1  1
2    f1  f 2 2   Z  f
Z f
L2  C2 
2   f 2    Z  f1  f 2

Durchlassbereich für alle Frequenzen zwischen f1


und f2. Gesperrt wird der Bereich unterhalb von f1
und oberhalb f2.
140 8 Filterschaltungen

8.11 LC-Bandsperre

f Bandbreite in Hz
fm Mittenfrequenz in Hz
L1, C1 Leitkreis als Längs-
widerstand
L2, C2 Sperrkreis als Längs-
widerstand
f1 untere Grenzfrequenz
in Hz
f2 obere Grenzfrequenz
fm  1  1 in Hz
2    L1  C1 2    L2  C2
fm  f1  f 2
 f  f 2  f1
Für Z 1  Z 2  Z gilt:

L1  bZ C1  1
2    f1  f 2 2    Z  f
Z f
L2  C2 
2    f 2    Z  f1  f 2

Durchlassbereich für alle Frequenzen zwischen f1


und f2. Gesperrt wird der Bereich unterhalb von f1
und oberhalb f2.

8.12 RC-Bandpass (Wienbrücke)


U1 Eingangsspannung
U2 Ausgangsspannung

fr  1
2  π R1  C1  R2  C2
U2 1 1
 , wenn R1 = R2 = R und C1 = C2 = C ist, dann gilt f r  .
U1 R1 C2 2  R C
1 
R2 C1
U2 1
Die Ausgangsspannung hat im Resonanzfall  .
U1 3
8.15 Differenzierglied 141

8.13 Phasenschieber

Rv  Rmin  Rmax  X C r Radius des Thaleskreises:


U2 = 0,5  U1
Der einstellbare Widerstand Rv ist so zu wählen, UD Spannungsdifferenz
dass das Rv einstellbarer Widerstand geometrische
Mittel von Anfangswiderstand Rmin und End-
widerstand Rmax gleich dem kapazitiven Widerstand
von C ist.

8.14 Integrierglied

 >> T
1 U  dt
R C 
U2 
  R C
U 2  1  U  dt

8.15 Differenzierglied

 << T  Zeitkonstante in s
U 2  R  C  dU   R C
dt
142 8 Filterschaltungen

8.16 Wellenwiderstand für Leitungen

L Z Wellenwiderstand
– Für verlustfreie Leitungen: Z 
C L Längsinduktivität pro km
C Querkapazität pro km
R  j  L
– Für verlustbehaftete Leitungen: Z  R Längswiderstand pro km
R  j  C  G Querleitwert pro km

ZL Wellenwiderstand bei offenem


Z U Ausgang
I Zk Wellenwiderstand bei kurzgeschlos-
Z  ZL  Zk senem Ausgang

Ri Innenwiderstand der Spannungsquelle


Ra Belastungswiderstand der Leitung

Anpassung und maximale Leistung


Ri  Z  R a

8.17 Dämpfungskonstante für Kabel

Für niedrige Frequenzen:  zu übertragende Kreisfrequenz


Z R  Dämpfungskonstante in dB/km
 C v Ausbreitungsgeschwindigkeit
  R  C 

2

v 2 
R  C 
8.20 Reflexionsfaktor 143

8.18 Ausbreitungsgeschwindigkeit für Freileitungen

Z Impedanz
 zu übertragende Kreisfrequenz
 Dämpfungskonstante in dB/km
v Ausbreitungsgeschwindigkeit

Z L
C
   L
  R C  ...  G
2 L 2 C

v 1
L  C 

8.19 Ausbreitungsgeschwindigkeit für hochfrequente Leitungen


und Kabel

L L Leitungsinduktivität
Z
C C Leitungsinduktivität

8.20 Reflexionsfaktor

Ra  Z
r
Ra  Z

Der Reflexionsfaktor r gibt das Verhältnis von


rücklaufender zu hinlaufender Welle an.
144 8 Filterschaltungen

8.21 Rückflussdämpfung

Die Rückflussdämpfung ar ist ein Maß für


ar  20  lg 1 in dB
r die Stärke der Reflexionen an Leistungs-
schaltpunkten.

– Anpassungsfaktor: U min I
m  min
U max I max

m  1 r
1 r
Der Anpassungsfaktor m kennzeichnet
das Verhältnis von Spannungs- oder
Stromminimum zum Spannungs- oder
Strommaximum.
r Radius der Leitung

– Welligkeitsfaktor:
s 1
m
s  1 r
1 r
Verlauf von Spannung oder Strom bei
verschiedenen Längen in m

8.22 Wellenwiderstand im Aufbau

Z  120  ln 2  a
– Symmetrische Doppelleitung Z Wellenwiderstand
(Flachbandkabel):  d  Dielektrizitätskonstante
Z  276  lg 2  a
 d
  0  r  l
C
ln a
d
L  0, 4 106  l  ln 2  a
d

– Koaxialkabel:
Z  60  ln D
 d

Z  138  lg D
 d
8.24 Klirrdämpfung 145

– Symmetrisches Kabel:  2a[1  (a / D)²] 


Z  120  ln  
  d [1  (a / D)²] 
 2a[1  (a / D)²] 
Z  276  lg  
  d [1  (a / D)²] 

8.23 Klirrfaktor

U 22 f  U32f  ... k Klirrfaktor


k U1f Spannung der Grundfrequenz
U12f  U 22 f  U32f  ... U2f Spannung der 1. Oberschwingung oder
2. Harmonischen
I 22 f  I32f  ... U3f Spannung der 3. Teilschwingung
k
I12f  I 22 f  I32f  ...

8.24 Klirrdämpfung

ak Klirrdämpfung
ak  20 lg 1 in dB
k
146 8 Filterschaltungen

8.25 Skineffekt, Hauteffekt

2  Eindringtiefe in µm (Strom auf 37 %


 gefallen), wenn 1/e des Werts an der
2  π  f  r  
Oberfläche abgesunken ist.
RHf  n  R
µr relative Permeabilität
bei f > 10 MHz gilt: n  k  d  f  Leitfähigkeit in m/(  mm²)
f Frequenz
  r r v Vervielfachungsfaktor
k 
2 4   spezifischer Widerstand in (  mm²)/m
503 k Materialkonstante (Kupfer k  3,75)
te 
r    f d Drahtdurchmesser in mm
te Eindringtiefe in µm

8.26 Induktive Erwärmung

107  Eindringtiefe in mm (Strom auf 37 %


 1  50
verringert)
2 π f  r   f  r  
d Durchmesser des Arbeitsstückes in mm
f min  16  106 1 µr relative Permeabilität
d ²  r    Leitfähigkeit
8.27 Rauschen 147

8.27 Rauschen

Pr Rauschleistung
k Boltzmann-Konstante
T Temperatur in K (Kelvin)
f Bandbreite
k  T0 Bezugsrauschleistung
F Rauschzahl
Fz zusätzliches Empfän-
gerrauschen

Pr  4  k  T   f

k  1,38 1023 Ws
K
bei 20 °C: Pr  1, 6 1020 W  f

k  T0  4 1021 W
Hz

FA effektive Empfängerrauschzahl
TA Antennenrauschtemperatur
T0 300 Kelvin

F  1  Fz
TA  T0
U R  F  k  T0  R  f FA  F 
T0
9 Dämpfung, Verstärkung, Pegel 9

9.1 Dämpfungsfaktor

DP Leistungsdämpfungsfaktor
DU Spannungsdämpfungsfaktor
DI Stromdämpfungsfaktor

P1 U1 I1
DP  DU  DI 
P2 U2 I2

9.2 Übertragungsfaktor

TP Leistungsübertragungs-
faktor
TU Spannungsübertragungs-
faktor
TI Stromübertragungsfaktor
P1 U1 I1
TP  TU  TI 
P2 U2 I2

149

© Springer Fachmedien Wiesbaden GmbH, ein Teil von Springer Nature 2019
H. Bernstein, Formelsammlung, https://doi.org/10.1007/978-3-658-18179-6_9
150 9 Dämpfung, Verstärkung, Pegel

9.3 Dämpfungsmaß in Bel

U1 aU Dämpfungsmaß in Bel (Bell)


aU  lg lg Zehnerlogarithmus
U2

9.4 Dämpfungsmaß in dB

P1 U1 I1 a Dämpfungsmaß in dB
aP  10  lg aU  20  lg aI  20  lg
P2 U2 I2

Spannungs- oder Stromverhältnisse


20 dB  1 : 10
40 dB  1 : 100
60 dB  1 : 1000
80 dB  1 : 10 000
100 dB  1 : 100 000
120 dB  1 : 1 000 000
10 dB  1 Bell

9.5 Übertragungsmaß in dB

P2 U2 I2
aP  vP  10  lg aU  vU  20  lg aI  vI  20  lg
P1 U1 I1

a Verstärkungsmaß in dB

9.6 Dämpfungsmaß in Np

U1 aU Dämpfungsmaß in Np (Neper)
aU  ln ln natürlicher Logarithmus
U2
9.9 Betriebsdämpfung 151

9.7 Relativer Pegel

Ux Lrel relativer Pegel in dBµV


Lrel  20  lg
μV

9.8 Absoluter Pegel in dB

absoluter Leistungspegel LPabs


in dBm
absoluter Spannungspegel LUabs
in dBu
absoluter Strompegel LIabs
in dBi
Px
LPabs  10  lg
1 mW
Ux
LUabs  20  lg
775 mV
Ix
LIabs  20  lg
1, 29 mA

9.9 Betriebsdämpfung

Der Vierpol kann eine Leitung oder


eine komplexe Schaltung sein.

U1 Z
aB  20  lg  10  lg 2 in dB
U2 Z1
152 9 Dämpfung, Verstärkung, Pegel

9.10 Rückfluss- oder Echodämpfung

Die Rückflussdämpfung aR ist ein Maß


für die Stärke der Reflexion an den
Leitungsschaltpunkten.

Z1  Z
aR  20  lg  20  lg 1 in dB
Z1  Z r

9.11 Nebensprechdämpfung

P1 Die Nebensprechdämpfung aN ist das


aN  10  lg Verhältnis der Leistung P1 zur Leistung
P2
P2, die von Leitung 1 auf Leitung 2
U1 Z
aN  20  lg  10  lg 2 in dB eingekoppelt wird.
U2 Z1

9.12 Gesamtdämpfungsmaß einer Übertragungsstrecke

a a Dämpfungsmaß in dB
l l Leitungslänge in km
  a1  a 2  a3  ...  Dämpfungskennwerte in dB/km
v  v1  v 2  v3  ... v Verstärkung in dB
 g  L1  L2 L1 Pegel am Punkt 1
L2 Pegel am Punkt 2
9.15 Nebensprechdämpfung 153

9.13 Dämpfungsglieder
T-Glieder -Glieder
unsymmetrisch symmetrisch unsymmetrisch symmetrisch

Z1 = Z2 = Z Z1 Eingangswiderstand
U Z2 Ausgangswiderstand
d 1 Z Wellenwiderstand
U2
d Dämpfungsfaktor
R1  Z  d  1 U1 Eingangsspannung
d 1
U2 Ausgangsspannung
R2  Z  2  d R1 Längswiderstand T-Glieder
d ² 1
R2 Querwiderstand T-Glieder
R3  Z  ²  1
d
R3 Längswiderstand -Glieder
2d
R4 Querwiderstand -Glieder
R4  Z   1
d
d 1

9.14 Störpegelabstand
pn = pu – pn pn Störpegelabstand
pu Übertragungspegel
pn Störpegel

9.15 Nebensprechdämpfung
P1
aN  10 lg
P2
U1 Z
aN  20lg  10lg 2 in dB
U2 Z1
154 9 Dämpfung, Verstärkung, Pegel

9.16 Reflexionsfaktor, Anpassungsfaktor, Welligkeitsfaktor

 Reflexionsfaktor:
Ra  Z
r
Ra  Z
Der Reflexionsfaktor r gibt das Verhältnis
von rücklaufender zu hinlaufender Welle an.
r Radius der Leitung

Rückflussdämpfung:
ar  20  lg 1 in dB

r
Die Rückflussdämpfung ist ein Maß für die
Stärke der Reflexionen an Leistungsschalt-
punkten.
 Anpassungsfaktor:
U min I
m  min
U max I max

m  1 r
1 r
Der Anpassungsfaktor kennzeichnet das Ver-
hältnis von Spannungs- oder Stromminimum
zum Spannungs- oder Strommaximum.
r Radius der Leitung

s  1 r
Welligkeitsfaktor:
s 1

m 1 r
Verlauf von Spannung oder Strom bei ver-
schiedenen Längen in m

9.17 Wellenwiderstand, Dämpfungskonstante,


Ausbreitungsgeschwindigkeit

Z Wellenwiderstand
L Längsinduktivität pro km
C Querkapazität pro km
R Längswiderstand pro km
G Querleitwert pro km
– Für verlustfreie Leitungen: Z L
C
R  j    L
– Für verlustbehaftete Leitungen: Z 
R  j    C 
9.18 Wellenwiderstand, Dämpfungskonstante, Ausbreitungsgeschwindigkeit für Kabel 155

ZL Wellenwiderstand bei
offenem Ausgang
Zk Wellenwiderstand bei
kurzgeschlossenem
Ausgang
Z U
I
Z  ZL  Zk

– Anpassung und maximale Leistung Ri Innenwiderstand der


Spannungsquelle
Ra Belastungswiderstand
der Leitung

Ri  Z  R a

9.18 Wellenwiderstand, Dämpfungskonstante,


Ausbreitungsgeschwindigkeit für Kabel

– Für niedrige Frequenzen:


R  zu übertragende Kreis-
Z
 C frequenz
  R  C   Dämpfungskonstante
 in dB/km
2
v Ausbreitungsgeschwin-
v 2  digkeit
R  C 

– Für Freileitungen:
L  zu übertragende Kreis-
Z
C frequenz
     Dämpfungskonstante
  R C G L in dB/km
2 L 2 C
v Ausbreitungsgeschwin-
v 1
digkeit
L  C 

Z L
C
156 9 Dämpfung, Verstärkung, Pegel

9.19 Wellenwiderstand im Aufbau

 Symmetrische Doppelleitung (Flachbandkabel):

Z  120  ln 2  a
Z Wellenwiderstand
r d r Dielektrizitätskonstante

Z  276  lg 2  a
r d
 0 r  l
C
ln a
d
L  0, 4 10 6  l  ln 2  a
d

 Koaxialkabel:

Z  60  ln D
 d

Z  138  lg D
 d

 Symmetrisches Kabel:
 2a[1  (a / D)]² 
Z  120  ln  
  d [1  (a / D)]² 
 2a[1  (a / D)]² 
Z  276  lg  
  d [1  (a / D)]² 
9.20 Datenübertragung 157

9.20 Datenübertragung

– Schrittgeschwindigkeit: vs Anzahl der Impulse je Sekunde;


vs  1 Maßeinheit: Baud
T0 T0 Dauer des kürzesten, unverzerrten Einheits-
schrittes
– Datenübertragungs- vD Datenübertragungsgeschwindigkeit Bit/s
geschwindigkeit (Bitrate): Zt Anzahl der je Schrittdauer übertragenden
vD  vs  Z t Binärpegeländerung
– Serielle Datenübertragung: n Anzahl der Binärpegeländerung
v DS  v s  lb n (Kennzustände)
– Parallele Datenübertragung: m Anzahl der parallelen Datenkanäle
v DP  m  v s  lb n lb Zweierlogarithmus
– Zeichengeschwindigkeit: Einheit: Zeichen je Sekunde (bps)
vZ  1 A Anzahl der Schritte je Zeichen
Zeichenlänge St Zeit für Startschritt in s
1 Sp Zeit für Stoppschritt in s
vZ 
A  T0  St  Sp

Isochron-Zeichen St Start-Stopp-Verzerrungsgrad


vZ  1 f1, f2, f3 Abweichung vom Sollwert
A  T0
Δtmax
 St  100 %
T0
158 9 Dämpfung, Verstärkung, Pegel

9.21 Dämpfungsverlauf

T-Glied: Z0 = 1,25  R Z0 Nennwiderstand (Wellenwider-


   stand)
  1    0   normierte Frequenz
Δf  0  
f Bandbreite (Relativwert)

0  1 0 geometrische Bandmittenfrequenz
L1  C1 1 untere Grenzfrequenz
2 obere Grenzfrequenz
0  1
L2  C2
0  1  2
2  1
Δf 
0
L1 L2
Z0  Z0 
C1 C2
Z0 2  1
L1  L2  Z 0 
2  1 02
 
C1  1  2 2 1 C2  1  1
Z0 0 Z 0 2  1

-Glied: Z0 = 0,8  R Z0 Nennwiderstand (Wellenwiderstand)


1  normierte Frequenz
   Δf 
  0  f Bandbreite (Relativwert)
   
 0 
9.22 Elektromagnetische Wellen 159

0  1 0 geometrische Bandmitten-
L1  C1 frequenz
1 untere Grenzfrequenz
0  1
2 obere Grenzfrequenz
L2  C2
0  1  2
2  1 L1 L2
Δf  Z0  Z0 
02 C1 C2
  1
L1  Z 0  2 2 1 L2  Z 0
0 2  1
 
C1  1  1 C2  1  2 2 1
Z 0 2  1 Z0 0

9.22 Elektromagnetische Wellen

c Ausbreitungsgeschwindigkeit
(Lichtgeschwindigkeit)
 Wellenlänge
f Frequenz
T Periodendauer

 c
f
  c T
160 9 Dämpfung, Verstärkung, Pegel

– Wellenabstrahlung (elektromagnetisches Feld):

E  Z0  H E elektrische Feldstärke in V/m


0 H magnetische Feldstärke in A/m
Z Z0 Feldwellenwiderstand in 
0
0 elektrische Feldkonstante 8,86  10–12 As/Vm
Z0 = 376,68  µ0 magnetische Feldkonstante
1,257  10–6 Vs/Am

– Feldberechnung (Kugelstrahler):
S P P Strahlungsleistung der Antenne in W
4    r² S Strahlungsdichte in W/m²
S  EH E elektrische Feldstärke in V/m
S  E² H magnetische Feldstärke in A/m
Z0

– Feldarten und Schichten der Ionosphäre:


Ausbreitungseigenschaften Schichten der Ionosphäre
9.22 Elektromagnetische Wellen 161

– Nahfeld:
r
E  13
r

– Fernfeld: Im Fernfeld sind die magnetische und die elektrische


r Komponente des elektromagnetischen Feldes in
Phase und stehen senkrecht aufeinander.
E  1 ( r ca.10 )
r Einteilung der Atmosphäre:
Troposphäre: bis ca. 12 km
Stratosphäre: von ca. 12 km bis ca. 80 km
Ionosphäre: von ca. 80 km bis ca. 1000 km
 Langwellen:
Vorwiegend nur Bodenwellen

– Mittelwellen:
Tag: Vorwiegend Bodenwellen
Nacht: Boden- und Raumwellen
Ausbreitung ist abhängig von Tages- und Jahreszeit
162 9 Dämpfung, Verstärkung, Pegel

 Kurzwellen:
Vorwiegend Raumwelle
Ausbreitung ist abhängig von Tages- und Jahreszeit, von der Sonnenaktivität
Mehrfachreflexion möglich

 Ultrakurzwellen:
Quasioptische Wellen
9.23 Hochfrequenzleitung 163

9.23 Hochfrequenzleitung

Elektrisches Verhalten einer am Ende Elektrisches Verhalten einer am Ende


offenen und einer am Ende kurzge- offenen und einer am Ende kurzgeschlos-
schlossenen /4 Leitung senen /2 Leitung
Elektromagnetische Wellensignale breiten sich in Leitungen langsamer aus als im freien
Raum. Die geometrischen Leitungslängen sind daher um den Verkürzungsfaktor vK klei-
ner als die elektrische Wellenlängenangabe.

L    vK L geometrische Leitungslänge
 elektrische Wellenlänge
vK Verkürzungsfaktor
vK  1
 Der Verkürzungsfaktor ist von der
Leitungsart abhängig.
 Dielektrizitätskonstante für die
Leitung
164 9 Dämpfung, Verstärkung, Pegel

9.24 Resonanzfrequenzänderung mit Drehkondensator

– Änderung mit Drehkondensator:

f 0max Cmax f0max größte einzustellende


 Frequenz
f 0min Cmin
f0min kleinste einzustellen-
de Frequenz
Cmax größte Kapazität
Cmin kleinste Kapazität

– Änderung mit Drehkondensator und Parallelkondensator:

f0max Cmax  C p Cp Parallelkapazität



f0min Cmin  C p

– Änderung mit Drehkondensator und Reihenkondensator:

f 0 max Cmax  (Cmin  Cs ) Cs Serienkapazität



f 0 min Cmin  (Cmax  Cs )

9.25 Anpassung durch Resonanztransformator

Anpassung von niederohmigen Verbrauchern an hochohmige Spannungsquellen:


Rv niederohmiger Verbraucher in 
Ri hochohmiger Innenwiderstand in 
C Kapazität in F

Bedingungen:
Rv  0,1    L

L  1
 C
fr  1
2 C L
9.25 Anpassung durch Resonanztransformator 165

Für beide Schaltungen: L Induktivität in H


Rv  Ri  Kreisfrequenz  = 2    f
L C 1
2    fr fr Resonanzfrequenz
2    f r  Rv  Ri

 Resonanztransformator mit unterteilter Induktivität


ü Übersetzungsverhältnis

Bedingungen:
2  π  f r  L2  0,1  Rv

fr  1
2    C  ( L1  L2 )
2
Ri  L1  L2 
ü 
Rv  L2 

 Resonanztransformator mit unterteilter Kapazität

Bedingungen:
1  0,1  Rv
2    f r  C2
C1  C2
fr  1 
2  π L  C1  C2
2
Ri  C1  C2 
ü 
Rv  C1 

 Resonanztransformator mit getrennter Wicklung


ü Übersetzungsverhältnis
M Gegeninduktivität
166 9 Dämpfung, Verstärkung, Pegel

Bedingungen:
1
2    f r  L2  0,1  Rv und Ri  10 
2    fr  C

fr  1
2    L1  C )
2
Ri  L2 
ü 
Rv  M 

9.26 Gekoppelte Bandfilter

 Induktive Kopplung
M k Kopplungsfaktor
k
L1  L2 M Gegeninduktivität
L1, L2 Spuleninduktivität

 Kapazitive Kopplung
(wenn Ck klein gegen C1 und C2) Ck Ck Kopplungsfaktor
k C1, C2 Kreiskapazitäten
C1  C2

 Kapazitive Fußpunktkopplung
(wenn CF groß gegen C1 und C2) C1  C2 CF Kopplungsfaktor
k
CF
9.26 Gekoppelte Bandfilter 167

 Kritische Kopplung
Q k 1 Q Gütefaktor des Einzelkreises
f f Bandbreite
Δf  2  r vM Verstärkung für die Mittenfrequenz
Q
V Verstimmung
vM  S
S Steilheit des aktiven Bauelements das
2  2   Δf  C1  C2 im Bandfilter liegt

 Überkritische Kopplung

Je ein Höcker bei der Verstimmung von V   k²  1


Qk  1
U max Qk
Höhe des Höckers 
U0 2
Damit die Einsattelung nicht tiefer als 70 % wird, muss Q  k nicht kleiner als 2,41 sein.
f
Die Bandbreite ist dann Δf  3,1  r .
Q
10 Dioden 10

10.1 Verlustleistung einer Diode

Pv  U F  I F

Pv allgemeine Verlustleistung
in W
UF Durchlassspannung in V
IF Durchlassstrom in A
F Forward (Vorwärtsrichtung)
R Reverse (Sperrrichtung)

10.2 Zulässige Verlustleistung einer Diode

Pmax  0,9  Ptot


Pmax
IF 
UF

Pmax maximale Verlustleistung


in W
Ptot Gesamtverlustleistung
in W

169

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H. Bernstein, Formelsammlung, https://doi.org/10.1007/978-3-658-18179-6_10
170 10 Dioden

10.3 Statischer Diodenwiderstand (Gleichstromwiderstand)

UF UD RF Durchlasswiderstand in 
RF  
IF ID

UR US RR Sperrwiderstand in 
RR  
IR IS
10.5 Temperaturverhalten von Dioden 171

10.4 Dynamischer Diodenwiderstand (Wechselstromwiderstand)

U F 2  U F 1 ΔU F
rF  
I F 2  I F1 ΔI F
U R 2  U R1 ΔU R
rR  
I R 2  I R1 ΔI R

rF differentieller Durchlasswiderstand
rR differentieller Sperrwiderstand

10.5 Temperaturverhalten von Dioden

Die Durchlassspannung UF hat bei IF = konst.


einen negativen Temperaturkoeffizienten u.
u Temperaturkoeffizient (negativ)
ΔU F 2 mV
u  0 u 
ΔI F K
UT  26 mV bei T = 300 K
k Richtkonstante
UT  k  T
e
Grenztemperaturen: Silizium  200 °C
Germanium  90 °C
172 10 Dioden

10.6 Spannungsbegrenzung

U Rv  U1  U F URv Spannungsfall am Vorwiderstand


U Rv U1  U F IRv Strom durch den Vorwiderstand
Rv  
I Rv IF
U1 min  U F
Rv max 
I F min
U UF
Rv min  1 max
I F max

10.7 Diodenschalter

Schalter leitend, Diode sperrt:


U RL  U1  U F  U1 U RL  I F  RL
Schalter geschlossen, Diode leitend:
U RL  U1  U F  0 U RL  I F  RL
10.9 M2U, Zweipuls-Mittelpunktschaltung 173

10.8 M1U, Einpuls-Mittelpunktschaltung

U eff
Verhältnis zwischen Wechsel- und Gleichspannung:  2, 22
U gl
Uw
Effektivwert: ˆ 121%
U gl
I eff
Verhältnis zwischen Wechsel- und Gleichstrom:  1,57
I gl
Sperrspannung der Diode: U Sperr  2  U eff

10.9 M2U, Zweipuls-Mittelpunktschaltung

U eff
Verhältnis zwischen Wechsel- und Gleichspannung:  1,11
U gl
Uw
Effektivwert: ˆ 48,5%
U gl
I eff
Verhältnis zwischen Wechsel- und Gleichstrom:  0,71
I gl
Sperrspannung der Diode: U Sperr  2 2 U eff
174 10 Dioden

10.10 B2U, Zweipuls-Brückenschaltung

U eff
Verhältnis zwischen Wechsel- und Gleichspannung:  1,11
U gl
Uw
Effektivwert: ˆ 48,5%
U gl
I eff
Verhältnis zwischen Wechsel- und Gleichstrom:  1, 0
I gl
Sperrspannung der Diode: U Sperr  2 U eff

10.11 M3U, Dreipuls-Mittelpunktschaltung

U eff
Verhältnis zwischen Wechsel- und Gleichspannung:  1, 48
U gl
Uw
Effektivwert: ˆ 18, 7%
U gl
I eff
Verhältnis zwischen Wechsel- und Gleichstrom:  0,58
I gl
Sperrspannung der Diode: U Sperr  2  U eff
10.15 Sperrspannung 175

10.12 B6U, Sechspuls-Brückenschaltung

U eff
Verhältnis zwischen Wechsel- und Gleichspannung:  0, 77
U gl
Uw
Effektivwert: ˆ 4, 2%
U gl
I eff
Verhältnis zwischen Wechsel- und Gleichstrom:  0,82
I gl
Sperrspannung der Diode: U Sperr  2 2 U eff

10.13 Arithmetischer Mittelwert (Ohm’sche Last bei Gleichstrom)

U gl U deff Igl Effektivwert des Gleichstroms


I gl  I deff  Ugl arithmetischer Mittelwert, Gleichspannung
RL RL
2
Ueff Effektivwert, Gleichspannung
U eff Ieff Effektivwert, Gleichstrom
P  U eff  I eff  I eff
2 R 
L
RL

10.14 Strombelastbarkeit

I FAVM  I FAV  I im IFAV Durchlassstrom, Mittelwert und Richtstrom


I FRMSM  I FRMS  I peff (average forward current, rectified current)
IFRM periodischer Spitzendurchlassstrom
(repetitive peak forward current)
176 10 Dioden

10.15 Sperrspannung

U RRM  k  U im URRM Periodische Spitzensperrspannung


U (repetitive peak reverse voltage)
U v0  L Uv0 Leerlaufspannung
ü
UL Udi Gleichspannung, arithmetischer Mittelwert
U v0  V Udeff Gleichspannung, Effektivwert
ü
U di  0, 9  U v 0 Id Gleichstrom, arithmetischer Mittelwert
Ipmi Zweigstrom, arithmetischer Mittelwert
U deff  U v 0 IFAVM Durchlassgrenzstrom, Effektivwert
2
U deff Ipeff Zweigstrom, Effektivwert
RL  IFRMSM Spitzendurchlassstrom
P2
Uim Scheitelspannung an der Diode
U di
Id  I pmi  0,5  I d
RL
I FAVM  I FAV
I peff  0, 785  I d
I FRMSM  I peff
U im  1,571  U di

10.16 M1U-Gleichrichter mit Ladekondensator

IL k Faktor: 4,8  10–3 s


CL  k  UBr Brummspannung
U Br
CL Ladekondensator
IL
CL 
U BrSS  f
U eff
Verhältnis zwischen Wechsel- und Gleichspannung:  0,85
U gl
Welligkeit: w5%
I eff
Verhältnis zwischen Wechsel- und Gleichstrom:  2,1
I gl
Zeitkonstante:  = RL  CL = 100 ms
Schaltungskonstante: k = 4,8 s
10.18 B2U-Gleichrichter mit Ladekondensator 177

10.17 M2U-Gleichrichter mit Ladekondensator

IL k Faktor: 1,8  10–3 s


CL  k  UBr Brummspannung
U Br
CL Ladekondensator
IL
CL 
U BrSS  f
U eff
Verhältnis zwischen Wechsel- und Gleichspannung:  0, 79
U gl
Welligkeit: w5%
I eff
Verhältnis zwischen Wechsel- und Gleichstrom:  1,1
I gl
Zeitkonstante:  = RL  CL = 50 ms
Schaltungskonstante: k = 1,8 s

10.18 B2U-Gleichrichter mit Ladekondensator

IL k Faktor: 1,8  10–3 s


CL  k  UBr Brummspannung
U Br
CL Ladekondensator
IL
CL 
U BrSS  f
U eff
Verhältnis zwischen Wechsel- und Gleichspannung:  0, 79
U gl
Welligkeit: w5%
178 10 Dioden

I eff
Verhältnis zwischen Wechsel- und Gleichstrom:  1,57
I gl
Zeitkonstante:  = RL  CL = 50 ms
Schaltungskonstante: k = 1,8 s

10.19 RC-Siebung

ΔU1 G Glättungsfaktor
G  Br  RS  CS
ΔU 2
U1 RS
s 
U 2 CS

10.20 LC-Siebung

ΔU1 G Glättungsfaktor
G  Br
2
 LS  CS
ΔU 2

10.21 Spannungsverdopplung nach Delon (Greinacher)

U 2  2 2 U eff
10.24 Reihen- und Parallelschaltung von Dioden 179

10.22 Spannungsverdopplung nach Villard (Kaskadenschaltung)

U 2  2 2 U eff

10.23 Spannungsvervielfachung nach Villard

U 2  n  2 U eff

n Anzahl der Stufen

10.24 Reihen- und Parallelschaltung von Dioden

UR  1   n Anzahl der Dioden


n  1   Rp Parallelwiderstände
U RWM  
PRp Leistung
U RWM
Rp  Cp Parallelkapazität
I S max URWM Scheitelsperrspannung
2 (Crest working reserve
U RWM
PRp  voltage)
7  I S max
n  trr
Cp 
RL
180 10 Dioden

β Toleranz der Widerstände


ISmax maximaler Sperrstrom
Rs Reihenwiderstände
PRs Leistung

I L  (1   )
n
I FRMS (1   )
0,5  U s
Rs 
I FAV
PRs  I FRMA
2
 Rp

10.25 Unbelastete Spannungsstabilisierung

Temperaturkoeffizient
der Z-Spannung:
TK > 0 bei UZ > 6 V
TK < 0 bei UZ < 5 V
TK  0 bei UZ  5,5 V

Pmin  0,1  Ptot Pmax maximale Verlustleistung


Pmax  0,9  Ptot Pmin minimale Verlustleistung
Ptot Gesamtverlustleistung
U1  U Z
Rv 
IZ
10.28 Glättungsfaktor 181

10.26 Belastete Spannungsstabilisierung

U1max  U Z
Rv min 
I Z max  I L min
U1min  U Z
Rv max 
I Z min  I L max
U1  U Z
Rv 
I Z  I L max
Belastbarkeit des Vorwiderstandes
PRv  I ges
2
 Rv

10.27 Differentieller Innenwiderstand der Z-Diode

ΔU Z
rZ 
ΔI Z

rZ differentieller Innenwiderstand

PU max
I Z max 
UZ
I Z min  0,1 I Z max

10.28 Glättungsfaktor

U1 Rv G Glättungsfaktor
G  1
U 2 rz
182 10 Dioden

10.29 Stabilisierungsfaktor

U 2 U 2  U 2  Rv U S Stabilisierungsfaktor
S  G    1 2
U1 U1  U1  rzj  rzth  U1

10.30 Kapazitätsdioden

k k Herstellerkonstante
Cj 
(U R  U S )n n Exponent (Herstellerkonstante)
CD Diodenkapazität
f  k
Cj Kapazität der Sperrschicht
2    CD  rS  rj UR angelegte Sperrspannung
1 US Diffusionsspannung (0,7 V)
f 
2    CD  LZ Cp Parallelkapazität (Gehäusekapazität)
rS Widerstand der Anschlüsse (0,5 ...5 )
rj Widerstand der Sperrschicht (106 ...1010 )
LZ Induktivität der Anschlüsse (1 nH...10 nH)
10.31 Tunneldiode 183

0 r  A diffundierte Dioden: n  0,33


C
d hyperabrupte Dioden: n  0,75
K K herstellerbedingte Konstante
C
U R  U D n
n
 U 
C  C0  1  R 
 UD 

10.31 Tunneldiode

Cj Kapazität der Sperrschicht


fm  1 1  1
|–Rn| Betrag des negativen Widerstandes
2   LS  C j (|  Rn | C j )²
LS Induktivität der Anschlüsse (1 nH...10 nH)
fm Mittenfrequenz
11 Bipolare Transistoren 11

11.1 h-Kenngrößen von Transistoren

h11 Eingangswiderstand bei kurzgeschlossenem Ausgang:


U
h11  1 bei U2 = 0 h11  1
I1 y11
h11, h12 usw. liest man h-eins-eins, h-eins-zwei usw. Die Bezeichnungen sind aus der
Matrizenrechnung übernommen.
h12 Spannungsrückwirkung bei offenem Eingang:
U y
h12  1 bei I1 = 0 h12   12
U2 y11

h21 Stromverstärkung bei kurzgeschlossenem Ausgang:


I y
h21  2 bei U2 = 0 h21  21
I1 y11

h22 Ausgangsleitwert bei offenem Eingang: det h Determinante von h (für det h)
I det y
h22  2 bei I1 = 0 h22  wird auch h verwendet
U2 y11

U1 = h11  I1 + h12  U2 U1 Eingangsspannung


I2 = h21  I1 + h22  U2 U2 Ausgangsspannung
det h = h11  h22 – h21  h12 I1 Eingangsstrom
I2 Ausgangsstrom

185

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H. Bernstein, Formelsammlung, https://doi.org/10.1007/978-3-658-18179-6_11
186 11 Bipolare Transistoren

11.2 y-Kenngrößen von Transistoren (Leitwerte)

y11 Eingangsleitwert bei kurzgeschlossenem Ausgang:


I
y11  1 bei U2 = 0 y11  1
U1 h11

y12 Rückwirkungsleitwert bei kurzgeschlossenem Eingang:


I h
y12  1 bei U1 = 0 y12   12
U2 h11

y21 Vorwärtsübertragungsleitwert bei kurzgeschlossenem Ausgang:


I h
y21  2 bei U2 = 0 y21  21
U1 h11

y22 Ausgangsleitwert bei kurzgeschlossenem Eingang:


I det h h11  h22  h12  h21
y22  2 bei U1 = 0 y22  
U2 h11 h11
I1 = y11  U1 + y12  U2
I2 = y21  U1 + y22  U2
det y = y11  y22 – y12  y21

11.3 Kennzeichnung von Transistorgrößen

für Index wird auch gesetzt Index zweiter Indexbuchstabe


11 i (input, Eingang) e Emitterschaltung
12 r (reverse, rückwärts) b Basisschaltung
21 f (forward, vorwärts) c Kollektorschaltung
22 o (output, Ausgang)

11.4 Kennwerte und Kennlinien


11.4 Kennwerte und Kennlinien 187

U CE  U BC  U BE UCE Kollektor-Emitter-Spannung
NPN:  I E  I C  I B UBC Basis-Kollektor-Spannung
UBE Basis-Emitter-Spannung
PNP: I E  ( I C )  ( I B )
IE Emitterstrom
IC Kollektorstrom
IB Basisstrom
IC
 Statischer Wert der Gleichstromverstärkung: B
IB

I C
 Dynamischer Wert der Wechselstromverstärkung:  
I B
U BE
 Statischer Wert vom Gleichstrom-Eingangswiderstand: RBE 
IB

U BE
 Dynamischer Wert vom Wechselstrom-Eingangswiderstand: rBE 
I B
188 11 Bipolare Transistoren

U CE
 Statischer Wert vom Gleichstrom-Ausgangswiderstand: RCE 
IC

U CE
 Dynamischer Wert vom Wechselstrom-Ausgangswiderstand: rCE 
I C

11.5 Vierpol-Parameter
11.6 Beschalteter Vierpol (Emitterschaltung) 189

h-Parameter für die Emitterschaltung: h11e Kurzschluss-Eingangswiderstand


U BE h12e Leerlauf-Spannungsrückwirkung
h11e  bei UCE = konstant h21e Kurzschluss-Stromverstärkung
I B
h22e Leerlauf-Ausgangsleitwert
U BE
h12e  bei IB = konstant ree Wechselstromeingangswiderstand
U CE
 Wechselstromverstärkung
I rae Wechselstromausgangswiderstand
h21e  C bei UCE = konstant
I B
I C
h22e  bei IB = konstant
U CE
Für die Praxis: h11e  ree
h21e  
h22e  1
rae

11.6 Beschalteter Vierpol (Emitterschaltung)

I1 Eingangswechselstrom
I2 Ausgangswechselstrom
UBE Eingangswechselspannung
UCE Ausgangswechselspannung
Ri Innenwiderstand
RL Lastwiderstand
Z1 Eingangswiderstand
Z2 Ausgangswiderstand

Größe H-Parameter Y-Parameter


Formel
Eingangswiderstand
Z1 
U BE h11e  det he  R L 1  y 22 e  RL
I B Z1  Z1 
1  h22 e  R L y11e  det y  RL
Ausgangswiderstand
U CE h11e  Ri 1  y11e  Ri
Z2  Z2  Z2 
I C det he  h23e  R L y 22 e  det y  Ri
Stromverstärkung
I C h21e y 21e
vi  vi  vi 
I B 1  h22 e  RL y11e  det ye  RL
190 11 Bipolare Transistoren

Größe H-Parameter Y-Parameter


Formel
Spannungsverstärkung
 U CE  h21e  RL  y 21e  RL
vu  vu  vu 
 U BE h11e  det he  RL 1  y 22 e  RL
Leistungsverstärkung
v p  vu  vi ( h21 )²  RL ( y 21e )²  RL
vp   vp 
(1  h22 e  RL )( h11e  det he  RL ) (1  y 22 e  RL )( y11e  det ye  RL )

Eingangsanpassung
Z1  Ri h11e  det he y22e
Z1  Ri  Z1  Ri 
h23e y11e  det ye
Ausgangsanpassung
Z 2  RL h11e y11e
Z 2  RL  Z 2  RL 
h22e  det he y22e  det ye
Determinante
det he  h11e  h22e  h12e  h21e det ye  y11e  y22e  y12e  y21e

11.7 y-Parameter für die Emitterschaltung

I B
y11e  bei UCE = konstant y11e Kurzschluss-Eingangsleitwert
U BE
I B
y12e  bei UBE = konstant y12e Rückwärtssteilheit
U CE
I C
y21e  bei UCE = konstant y21e Vorwärtssteilheit
U BE
I C
y22e  bei UBE = konstant y22e Kurzschluss-Ausgangsleitwert
U CE
11.8 h- und y-Parameter 191

11.8 h- und y-Parameter

Index b  Basisschaltung, Index e  Emitterschaltung, Index c  Kollektorschaltung

 Umrechnung der h-Kennwerte aus Grundschaltungen:


h11b h11e h11c  h11e h11b
h11e  h11b  h11c 
1  h21b 1  h21e 1  h21b

det hb  h12b det he  h12e h12c  1 h12c  1


h12e  h12b 
1  h21b 1  h21e

h21b h21e h21c  (1  h21e ) h21c   1


h21e   h21b   1  h21b
1  h21b 1  h21e

h22b h22e h22 c  h22 e h22b


h22e  h22b  h22c 
1  h21b 1  h21e 1  h21b

det hb det he det hc  1  h21e  h21c det h  1  h


det he  det he  c
1  h21b 21c
1  h21b 1  h21e

 Basisschaltung:  Kollektorschaltung
h11e h11c  h11e
h11b 
1  h21e h12c  1
det he  h12e h21c  (1  h21e )
h12b 
1  h21e h22 c  h22 e
h
h21b   21e
1  h21e
h22e
h22b 
1  h21e
192 11 Bipolare Transistoren

11.9 Umrechnung der y-Kennwerte aus den Grundschaltungen

 Emitterschaltung:  Basisschaltung:  Kollektorschaltung:


y11e  y11b  y12b  y21b  y22b y11b  y11e  y12 e  y21e  y22 e y11c  y11e
y12e  ( y12b  y22b ) y12b  ( y12e  y22e ) y12c  ( y11e  y12e )
y21e  y21b y22b  y21b y21c  ( y11e  y21e )
y22e  y22b y22b  y22e y22 c  y11e  y12 e  y21e  y22 e
det ye  y11b  y22b  y12b  y21b det yb  y11e  y22 e  y12 e  y21e det yc  y11e  y22 e  y12 e  y 21e

11.10 Verlustleistung

Pmax  PCE  U CE  I C
Pmax  0,9  Ptot

Pmax maximale Verlustleistung


Ptot Gesamtverlustleistung
11.11 Arbeitspunkteinstellung 193

11.11 Arbeitspunkteinstellung

U R1 UBE Basis-Emitter-
R1  Spannung
IB
Ub Betriebsspannung
U R1  U b  U BE

U R1
R1 
IB
U R1  U b  U BE  U RE

I q  (2...10)  I B IB Basisstrom
Iq Querstrom
U R1
R1 
Iq  I B
U R1  U b  U BE  U RE
U R2
R2 
Iq
U R 2  U BE  U RE

Bestimmung von RL:


U
RL  RL
IC
U RL  U b  U CE  U RE
Bestimmung von RE:
U
RE  RE in der Praxis: RE  0,1  RL
IC
194 11 Bipolare Transistoren

11.12 Arbeitsgerade für Gleich- und Wechselstrom

Für Gleichstrom:
Punkt 1: UCE1 = Ub, da IC = 0
Ub
Punkt 2: IC1  , da UCE = 0
RL  RE
Ub
ohne RE: IC1 
RL
Für Wechselstrom bei Ohm’scher
Belastung:
Punkt 3: Ub – URE = UCE2
Verbindung mit AP ergibt die Wechsel-
stromarbeitsgerade
U U
IC 2  CE 2 oder I C  RL
RL RL

11.13 Kleinsignalverstärkung (Emitterschaltung)

RC vi Stromverstärkung
vi    re Eingangswiderstand
RC  RL
 = h21e Kurzschluss-Stromverstärkung
RL
vu  vi  RC  1 Leerlauf-Ausgangswiderstand
ree h22
 RC  RL RL Lastwiderstand
vu  
re RC  RL ree = h11 Kurzschluss-Eingangswiderstand
v p  vu  vi vu Spannungsverstärkung
vi Stromverstärkung
vp Leistungsverstärkung
11.16 Stromgegenkopplung 195

11.14 Kleinsignalverstärkung (Basisschaltung)

ree reB Eingangswiderstand


reB  in Basisschaltung

 ree = h11e Kurzschluss-
  1  viB Eingangswiderstand
1 
 Stromverstärkung
RL vuB Spannungsverstärkung
vuB 
reB (Basisschaltung)
RL vpB Leistungsverstärkung
v pB  (Basisschaltung)
reB

11.15 Kleinsignalverstärkung (Kollektorschaltung)

rek    RL rek Eingangswiderstand


1  1  1  1 in Kollektorschaltung
rein rek R1 R2 rak Ausgangswiderstand
rein Gesamteingangs-
Ri  ree
rak  widerstand
  Stromverstärkungsfaktor
    1  vik vuk Spannungsverstärkung
vuk  1 vpk Leistungsverstärkung
v pk   vik Stromverstärkung
Ri Innenwiderstand der
Signalquelle

11.16 Stromgegenkopplung

U gk U RE ~  Teil der rückgekoppelten


  Spannung
U a~ U a~
Ugk rückgekoppelte Spannung
vu Ua~ Ausgangswechsel-
vu 
1    vu spannung
k' k URE~ Emitterwechselspannung
1    vu vu Spannungsverstärkung
Für die Praxis: vu Spannungsverstärkung
R bei Gegenkopplung
vu  L k Klirrfaktor
RE
k Klirrfaktor bei
Gegenkopplung
196 11 Bipolare Transistoren

11.17 Spannungsgegenkopplung

U gk  Teil der rückgekoppelten


 Spannung
Ua~
Ugk rückgekoppelte Spannung
vu Ua~ Ausgangswechselspannung
vu 
1    vu vu Spannungsverstärkung
k  k vu Spannungsverstärkung bei
1    vu Gegenkopplung
k Klirrfaktor
k Klirrfaktor bei Gegenkopplung
Rgk Widerstand für Gegen-
kopplung

11.18 Kopplungskondensatoren

fu  n  f g fu untere Grenzfrequenz der Verstärkerschaltung


n Anzahl der Hochpässe
X CK 1  Ri  Z1 fg Grenzfrequenz des einzelnen Hochpasses
X CK 2  RL  Z 2 XCK1 Blindwiderstand des Eingangskondensators
rBE  Ri XCK2 Blindwiderstand des Ausgangskondensators
X CE  Ri Innenwiderstand der Signalquelle

Z1 Wechselstrom-Eingangswiderstand
Z2 Wechselstrom-Ausgangswiderstand
rBE  h11e Eingangswiderstand (Emitterschaltung)
XCE Blindwiderstand des Emitterkondensators
 Kurzschluss-Stromverstärkungsfaktor
11.19 Transistor als Schalter 197

11.19 Transistor als Schalter

Schaltzustand „Ein“: R1 Basiswiderstand


B R ü Übersteuerungsfaktor (2...10)
R1  min L
ü
U
ICEin  b
RL

I B1 Bmin  I B1 UCEsat Sättigungsspannung


ü  Bmin minimale Gleichstromverstärkung
I B0 I CEin
PS Schaltleistung des Transistors
PV  U CEsat  I CEin
PV Durchgangsleistung des Transistors
PS  U b  I CEin
Schaltzustand „Aus“ (IB = 0)
PV  U CE 0  I CE 0
U CE 0
R1 
I CE 0
198 11 Bipolare Transistoren

Einschaltzeit tein = td + tr tein Einschaltzeit (turn-on-time; ton)


Ausschaltzeit taus = ts + tf taus Ausschaltzeit (turn-off-time; toff)
td Verzögerungszeit (delay-time)
tr Anstiegszeit (rise-time)
ts Abfallzeit (storage-time)
tf Abfallzeit (fall-time)
11.20 Astabile Kippschaltung (Rechteckgenerator) 199

B  I B 2 a Ausräumfaktor
a
IC

11.20 Astabile Kippschaltung (Rechteckgenerator)

U b  U CEsat RC Kollektorwiderstand
RC  UCEsat Kollektorsättigungsspannung
IC max
ICmax maximaler Kollektorstrom
Ub
RC  RB Basiswiderstand
IC
Bmin minimale Stromverstärkung
RB  0,8  B  RC B Stromverstärkung
t1 t2 T Periodendauer
C1  C2  f Ausgangsfrequenz
0, 7  RB1 0,7  RB 2
t1  0, 7  R4  C2 t2  0, 7  R3  C1
f  1 1
t1  t2 T
200 11 Bipolare Transistoren

11.21 Monostabile Kippschaltung

Ub RC Kollektorwiderstand
RC  RB Basiswiderstand
IC
C Verzögerungskondensator
RB 2  Bmin  RC 2
tm monostabile Zeit
RB 2  0,8  B  RC 2 B Stromverstärkung
RB1  0, 6  B  RC1
t2
C
0, 7  rB 2
tm  0, 7  R3  C

11.22 Bistabile Kippschaltung (Flipflop)

Ub
RC1  RC 2 
I C max
RB1  0, 2...0,8  B  R2
RB 2  0, 2...0,8  B  R1
R1  R2
11.24 Gegen- und Mitkopplung 201

11.23 Schmitt-Trigger (Schwellwertschaltung)

R5
U ein   U  0, 7 V
R5  R2 b
R5
U aus   U  0, 7 V
R5  R1 b
U  U ein  U aus

11.24 Gegen- und Mitkopplung

 Gegenkopplung (negative Rückkopplung):

uKA  u1  K  u2 K Koppelfaktor (Koppelfaktor des


uKA Netzwerkes)
K 1 u1 Eingangssignal der Schaltung
u2
uKA Ausgangssignal des Koppelnetz-
vu
vu   1 werkes
K  uu K u2 Eingangsspannung des Koppelnetz-
K  vu  1: Selbsterregung werkes und Ausgangsspannung
vu Spannungsverstärkung
K  vu  1: ideale Schwingungsbedingung
ohne Gegenkopplung
K  vu  1: Schwingung wird bedämpft vu Spannungsverstärkungsfaktor
mit Gegenkopplung
202 11 Bipolare Transistoren

 Dimensionierung des Koppelkondensators CK:


fu untere Grenzfrequenz

CK  1
2  π  f u ( ra1 || RC1  R3 || R4 || re 2 )

 Dimensionierung des Emitterkondensators CE:


CE  10
2  π  fu ( ra || RE )

 Mitkopplung (positive Rückkopplung):


vu K Koppelfaktor
vu  k Klirrfaktor mit Gegenkopplung
1  K  vu
k Klirrfaktor ohne Gegenkopplung
k  k
1  K  vu

11.25 RC-Phasenschieber-Generator

 RC-Hochpass-Phasenschieber-Generator:
1
– bei vier RC-Gliedern: f  ,
2 π  R C
wenn R = R1 = R2 = R3 = R4 und
C = C1 = C2 = C3 = C4
– bei drei RC-Gliedern: f  1 ,
15, 4  R  C
wenn R = R1 = R2 = R3 und C = C1 = C2 = C3
Erforderliche Verstärkung:
vU > 18,5 (vier RC-Glieder)
vU > 29 (drei RC-Glieder)
11.26 RC-Wienbrücken-Generator 203

 RC-Tiefpass-Phasenschieber-Generator:

1
– bei vier RC-Gliedern: f  , wenn R = R1 = R2 = R3 = R4 und
2 π  R C
C = C1 = C2 = C3 = C4
– bei drei RC-Gliedern: f  1 , wenn R = R1 = R2 = R3 und
2, 5  R  C
C = C1 = C2 = C3
Erforderliche Verstärkung:
vU > 18,5 (vier RC-Glieder)
vU > 29 (drei RC-Glieder)

11.26 RC-Wienbrücken-Generator

f  1
, wenn R = R1 = R2 und C = C1 = C2
2 π  R C
204 11 Bipolare Transistoren

11.27 Meißner-Schaltung

f  1
2π C  L

11.28 Hartley-Schaltung

f  1
2π C  L
11.30 Colpits-Schaltung I 205

11.29 Gegentakt-Hartley-Schaltung

f  1
2π C  L

11.30 Colpits-Schaltung I

f  1
2 C  L
206 11 Bipolare Transistoren

11.31 Colpits-Schaltung II

f  1
2π C  L
C C
C 1 2
C1  C2

11.32 ECO-Schaltung

f  1
2π C  L
11.35 Quarzschaltung für sehr hohe Frequenzen 207

11.33 Quarzschaltung für niedrige Frequenzen

1 C1  C0
fOS  fOP  1
2  π  C1  L1 2  π C0  C1  L1

11.34 Quarzschaltung für hohe Frequenzen

f  1
2 π  L C *
C C
C*  1 0
C1  C0

11.35 Quarzschaltung für sehr hohe Frequenzen


Durch eine Kapazität CZ in Reihe zum
Quarz kann die Frequenz geringfügig korri-
giert werden.
– Oberwellenerregung bei f > 10 MHz
Soll der Oszillator auf einer Oberwelle der
Quarzfrequenz schwingen, muss außer dem
Quarz ein LC-Schwingkreis eingesetzt wer-
den, der auf die gewünschte Oberwelle ab-
zustimmen ist.
208 11 Bipolare Transistoren

11.36 Induktive Kopplung bei Kleinsignalverstärkern

vg  v1  v2  v3  ... ü Übersetzungsverhältnis
Z1 Wechselstrom-Eingangswiderstand
Z1 Z2 Wechselstrom-Ausgangswiderstand
ü
Z2 R1, R2 Spannungsteilerwiderstand
(U b  U BE  U E )  B B Stromverstärkung
R1  RE Emitterwiderstand
(n  1)  IC
UE Spannung am Emitterwiderstand
(U b  U E )  B
R2 
(n  I C )
UE
RE  RE1  RE 2 
IC  I B

11.37 Kapazitive Kopplung bei Kleinsignalverstärkern

f g  f g  2( n 1)
10
in der Praxis: CE  CE1  CE 2 
2  π  fu  RE
11.39 Darlington-Schaltung 209

11.38 Gleichstromkopplung bei Kleinsignalverstärkern

(U b  U BE  U e )  B
R1 
(n  1)  I C
(U b  U e )  B
R2 
(n  I C )
U b  U CE  ( I C  RE )
RC  RC1  RC 2 
IC
UE R
RE  in der Praxis: vu  C
IC  I B RE

11.39 Darlington-Schaltung

 Gleichartige Transistoren rBE dynamischer Basis-Emitter-Widerstand


  1   2  dynamische Stromverstärkung
rBE  rBE1  1  rBE 2
2  rCE1
rCE  rCE 2 
2

 Komplementäre Transistoren
  1   2
rBE  rBE1
rCE1
rCE  rCE 2 
2
210 11 Bipolare Transistoren

11.40 Emitterschaltung mit Stromgegenkopplung


ua RC
vu  
ue RE
ue
re   rBE    RE    RE
ie
ua  R 
ra   RC || rCE 1   E   RC
ia  rBE 

11.41 Emitterschaltung mit Spannungsgegenkopplung


ua R2
vu  
ue R1
 R 
re  R1   rBE || R2  2   R1
 vu 
ra  RC || rCE

11.42 Bootstrap-Schaltung
re dynamischer Eingangswiderstand
ra dynamischer Ausgangswiderstand
fu untere Grenzfrequenz
RE Emitterwiderstand
rBE dynamischer Basis-Emitter-Widerstand
rCE dynamischer Kollektor-Emitter-Widerstand

vu  1 R1 R2  10  RE
 ( RE || rCE 5
re  (rBE    RE ) || R3 C
rBE 2  π  f u ( R1 || R2 )
rBE  R3 I B  R3  U BE
ra  RE

11.43 Leistungsverstärker 211

11.43 Leistungsverstärker

 Leistungsverstärker mit A-Betrieb (Emitterschaltung):

Ub
U CE max  U b I C max 
2  RL
U b2 U b2
P~  P 
8  RL 4  RL
P~ 1
 CK 
P 2  π  f u  RL

 Leistungsverstärker mit B-Betrieb:


Ub
I C max 
2  RL
U CE max  U b  2  U b
U b2
Pmax~ 
8  RL
U b2
PC max  0, 05
RL
PC max je Transistor  P~max
U b2
max  0, 785 RL 
8  P~max
212 11 Bipolare Transistoren

 Leistungsverstärker mit AB-Betrieb:


U CE max  2  U b
Ub
I C max 
2  RL
U b2
P~ 
8  RL
U b2
P 
4  RL

 Leistungsverstärker mit komplementärem AB-Betrieb:

Ub
U CE max  2  U b I C max 
2  RL
U b2 U b2
P~  P 
8  RL 4  RL

11.44 Kaskode-Schaltung
re  rBE1 || R2 || R3
ra  R5

re Eingangswiderstand
ra Ausgangswiderstand
rBE Basis-Emitter-Widerstand
 Wechselstromverstärkung
11.47 Differenzverstärker 213

11.45 Konstantspannungsquelle

R1  R2
U 2  (U Z  U BET 2 )
R2
U1  Uˆ Br  U 2  U CEsatT 1

11.46 Konstantstromquelle

U Z  U BE
I
R2

11.47 Differenzverstärker

ua 2  ua1 R || r
 vu    C CE
ue 2  ue1 rBE
ua1  (ue1  iE  RE )  vu
ua 2  (ue 2  iE  RE )  vu

vu Spannungsverstärkung
12 Feldeffekttransistor, MOSFET und Röhren 12

Während man bei den Transistoren nur zwei Möglichkeiten (npn oder pnp) kennt, hat
man bei Feldeffekttransistor und MOSFET sechs verschiedene Grundtypen.

Aufteilung von Feldeffekttransistoren und MOSFETs

Bei den Sperrschicht-Feldeffekttransistoren besteht der Kanal zwischen Source (Quelle)


und Drain (Abfluss) aus n- oder p-Material. Zwischen dem Kanal und den Anschlüssen
für Source und Drain tritt keine Sperrrichtung auf. Mittels eines Ohmmeters kann man
den Kanalwiderstand direkt messen, ohne dass auf die Polarität des Messgeräts geachtet
werden muss. In den Schaltzeichen gibt es zwar die Bezeichnungen Source und Drain,
aber diese beiden Anschlüsse lassen sich vertauschen, da hier keine pn-Übergänge vor-
handen sind. Die Bezeichnungen für Source und Drain stellen sich je nach der Polarität
der angelegten Betriebsspannung ein. Der Stromfluss zwischen Source und Drain lässt
sich über eine Raumladungszone eines gesperrten pn-Übergangs steuern, der den Kanal
entsprechend abschnürt (verengt). Der pn-Übergang zwischen Gate und Kanal muss in
Sperrrichtung betrieben werden und daher auch die Bezeichnungen J-FET (Junction)
oder pn-FET. Da in Sperrrichtung zwischen Gate und Kanal nur ein sehr kleiner Strom
(Größenordnung IG < 1 nA) fließt, arbeitet der Feldeffekttransistor im Gegensatz zum
bipolaren Transistor leistungslos.

215

© Springer Fachmedien Wiesbaden GmbH, ein Teil von Springer Nature 2019
H. Bernstein, Formelsammlung, https://doi.org/10.1007/978-3-658-18179-6_12
216 12 Feldeffekttransistor, MOSFET und Röhren

Bei einem Isolierschicht-FET befindet sich zwischen Gate und Kanal eine hochohmige
Isolierschicht aus Siliziumdioxid SiO2 und daher auch die Bezeichnung „IG-FET“ (Insu-
lated Gate Field Effect Transistor) oder MOSFET (Metal Oxide-Semiconductor-FET).
Durch die sehr hochohmige Isolierschicht erreicht man sehr hohe Eingangswiderstände
bis zu 1025 , jedoch müssen entsprechende Vorsichtsmaßnahmen bei MOSFET-Bau-
elementen getroffen werden. Wenn an das Gate eine hohe Spannung angelegt wird, kann
es zu einem Durchbruch an dem Gatedioxid kommen. Da dieser Vorgang nicht reversi-
bel ist, lässt sich nach einem Spannungsdurchbruch der MOSFET-Baustein nicht mehr
einsetzen.
Bei den MOSFET-Transistoren muss man zwischen dem Verarmungs- und dem Anrei-
cherungstyp unterscheiden. Bei einem Verarmungstyp ist zwischen Source und Drain ein
bestimmter Kanalwiderstand vorhanden, der sich je nach Spannung am Gate „verarmen“
oder „anreichern“ lässt. Während beim Verarmungstyp beide Betriebsarten möglich
sind, kann beim Anreicherungstyp der Kanal nur durch Ladungsträger aus dem Substrat
bzw. Bulk (Grundkörper) „angereichert“ werden. In diesem Fall besteht zwischen
Source und Drain ein hochohmiger Kanalwiderstand und es fließt kein Strom ID (Drain-
Strom). Hat das Gate die richtige Polarität, werden Ladungsträger aus dem Substrat oder
Bulk angezogen, es bildet sich ein Kanal und der Drainstrom ID fließt.

12.1 Feldeffekttransistor (FET)

Im Feldeffekttransistor (FET) fließt der zu steuernde Strom in einem Kanal aus n- oder
p-leitendem Siliziumstab. Man unterscheidet zwischen N-Kanal-FET und P-Kanal-FET.
Der Feldeffekttransistor wird auch als Sperrschicht-FET bezeichnet.

Sourceschaltung
12.1 Feldeffekttransistor (FET) 217

U GS RS Sourcewiderstand
RS  UGS Gate-Source-Spannung
ID
ID Drainstrom
U b  U DS  U GS
RL  RL Lastwiderstand
ID UDS Drain-Source-Spannung
rDS  RL vS Spannungsverstärkung (Sourceschaltung)
vS  S 
rDS  RL S Vorwärtssteilheit mA/V
vS  S  RL rDS Drain-Source-Widerstand
Res Eingangswiderstand (Sourceschaltung)
Res  R2 Ras Ausgangswiderstand (Sourceschaltung)
Ras  RL R2 Gitterableitwiderstand
Up Pinch-off-Spannung (ID  0 A)
S  2 I D  I DS IDS Drainstrom bei UGS = 0 V
Up
y21 Vorwärtssteilheit
U DS
vS  y22 Ausgangsleitwert
U GS
I D
y21  g DS  bei U DS = konstant
U GS
I D
y22  bei U GS = konstant
U DS

Drainschaltung

U b  U RL  U GS R1, R2 Widerstände (Spannungsteiler)


R1  Ub Betriebsspannung
Iq
URL Spannung am Lastwiderstand
U RL  UGS
R2  Iq Querstrom
Iq ReD Eingangswiderstand (Drainschaltung)
S  RL RaD Ausgangswiderstand (Drainschaltung)
vD 
1  S  RL Up Pinch-off-Spannung (ID  0 A)
R1  R2 IDS Drainstrom bei UGS = 0 V
ReD  S Vorwärtssteilheit mA/V
R1  R2
RL
RaD 
1  S  RL

S  2 I D  I DS
Up
218 12 Feldeffekttransistor, MOSFET und Röhren

Gateschaltung

S  RL
vG 
1  S  RS

ReG  RS  1
S
RaG  RL

S   2 I D  I DS
Up

Up Pinch-off-Spannung (ID  0 A)
IDS Drain-Strom bei UGS = 0 V

12.2 Konstantstromquelle

IL  ID
| U GS |
ID 
R1
12.4 Rechteckgenerator 219

12.3 Sägezahngenerator mit UJT

5 U p
R1 
I EM

0, 7 V  RBB
R2 
 Ub 

12.4 Rechteckgenerator

tG1  0, 7  R2  C1
tG 2  0, 7  R3  C2
f  1
tG1  tG 2
220 12 Feldeffekttransistor, MOSFET und Röhren

12.5 Monostabile Kippstufe

tm  0, 7  R4  C1

12.6 Wechselspannungsverstärker

1 fu untere Grenzfrequenz
fu  bei re  RG || RGS
2  π  C1  re fo obere Grenzfrequenz
re Eingangswiderstand
fu  1 bei ra  RD || rDS ra Ausgangswiderstand
2  π  C2  (ra  RL )
Csch Schaltkapazität
fo  1 bei ra  RD || rDS C22 Ausgangskapazität
2  π  (C22  Csch )  ra
12.7 MOSFET 221

12.7 MOSFET

Die MOSFETs (Metal-Oxid Semiconductor Field-Effect Transistor) sind Isolier-FETs


und je nach Kanal unterscheidet man zwischen n- und p-Kanal-Typen. Außerdem unter-
scheidet man je nach Ansteuerung zwischen dem Verarmungstyp (depletion) und dem
Anreicherungstyp (enhancement).

Schaltsymbol, Aufbau und Kennlinien der vier MOSFET-Familien

Sourceschaltung

u2 rDS Kanalwiderstand
vu    S  (rDS || RD ) S Vorwärtssteilheit mA/V
u1
RS Sourcewiderstand
rDS  RD  vu  S  RD
RD Drainwiderstand
U 2   S  U GS  (rDS || RL ) Z1 Eingangsimpedanz
Z 2  RD Z1  R1 || R2
222 12 Feldeffekttransistor, MOSFET und Röhren

Drainschaltung

u2 S  (rDS || RS ) u1 Eingangsspannung
vu   u2 Ausgangsspannung
u1 1  S  (rDS || RS )
RS Sourcewiderstand
S  RS
rDS  RD  vu  RL Lastwiderstand
1  S  RS Z1 Eingangsimpedanz
U 2   S  U GS  (rDS || RL ) Z2 Ausgangsimpedanz
U1  U GS  S  U GS (rDS || RS )

Z2  RS || 1
S
Z1  R1 || R2

Gateschaltung

u2 S  RD UGS Gate-Source-Spannung
vu   U1 Eingangsspannung
u1 1  S  RS
U2 Ausgangsspannung
U 2   S  U GS  RL
Z1 Eingangsimpedanz
U1   S  U GS  RS  U GS Z2 Ausgangsimpedanz
Z 2  RD

Z1  RS  1
S
12.8 Dual-Gate-MOSFET 223

12.8 Dual-Gate-MOSFET

Ub – UDS – (ID  RD) = 0 (Arbeitspunkt) Ub Betriebsspannung


U U UDS Drain-Source-Spannung
I D  b  DS UGS Gate-Source-Spannung
RD RD
ID Drainstrom
R2 U b  U GS 0 RD Drainwiderstand

R1 U GS 0 RS Sourcewiderstand
U b  U DS S Vorwärtssteilheit mA/V
RD  Up Pinch-off-Spannung (ID  0 A)
ID
US
RS 
ID
RD
vu 
1 R )
S
S
2
 U 
I D  I Dss  1  GS 
 Ip 
224 12 Feldeffekttransistor, MOSFET und Röhren

12.9 Röhren

Aufbau der Röhren mit den allgemeinen Anschlussbildern

Definition von Werten für die Barkhausen-Gleichung:


U a
Innenwiderstand Ri  bei konstantem Ug
I a
I a
Steilheit S bei konstantem Ua
U g
U g U g
Durchgriff D Abgabe von D in % = 100
U a U a
U a
Verstärkungsfaktor   bei konstantem Ia
U g
1
Barkhausen-Gleichung: Ri  S  D = 1 und   = S  Ri
D
12.9 Röhren 225

Katodenbasis-Schaltung

u2~ S Steilheit
vu   S d  RA Sd dynamische Steilheit
u1~
RA Arbeitswiderstand
Ri
Sd  S  Ri Innenwiderstand
Ri  RA
Ia Anodenstromänderung
I a Ug Gitterspannungsänderung
S bei Ua = konst.
U g Ua Anodenspannungsänderung
U a D Durchgriff
R1  bei Ug = konst. µ Verstärkungsfaktor
I a
U g
D bei Ig = konst.
U a

 1
D
R R
r2  i A
Ri  RA
R1  Rg

Anodenbasis-Schaltung
uR2 Gate-Katoden-Spannung

u2  u1  uR 2
r1  Rg
r2  1
S
226 12 Feldeffekttransistor, MOSFET und Röhren

Gitterbasis-Schaltung
Ri  RA D Durchgriff
vu   S  S Steilheit in mA/V
Ri  RA
RA Arbeitswiderstand
r1  Rg
r2  S  RA

12.10 Trioden-Schaltung

Ub = URa + Ua + UK  URa + Ua –UG1 = Ia + UK = IK + RK


S  Ri  Ra Ra
vu  
Ri  Ra D  Ri  Ra 
12.11 Pentoden-Schaltung 227

12.11 Pentoden-Schaltung

S  Ri u2~
SD  vu   S  Ra
Ri  Ra u1~
13 Operationsverstärker 13

Ein Operationsverstärker besteht aus einer Eingangsstufe, einem Spannungsverstärker,


einer Leistungsendstufe und aus Konstantstromquellen.

In der Praxis arbeitet man mit


– Spannungsverstärker (voltage amplifier)
– Stromverstärker (current amplifier)
– Spannungs-Strom-Verstärker (transconductance amplifier)
– Strom-Spannungs-Verstärker (transimpedance amplifier)

229

© Springer Fachmedien Wiesbaden GmbH, ein Teil von Springer Nature 2019
H. Bernstein, Formelsammlung, https://doi.org/10.1007/978-3-658-18179-6_13
230 13 Operationsverstärker
13.1 Grundschaltungen des Operationsverstärkers 231

13.1 Grundschaltungen des Operationsverstärkers

 Invertierender Verstärkerbetrieb R2
v
R1

 Nicht invertierender Verstärkerbetrieb

R2
v  1
R1

 Impedanzwandler Ua  Ue v 1 rein = 105 ...1024 


raus = 50 ...75 

 Differenzverstärker R2
U a  (U e 2  U e1 )  R1 = R3 R2 = R4
R1
232 13 Operationsverstärker

 Summierer (Addierer) R0 R R
U a  U e1  U e 2  0  U e3  0
R1 R2 R3

 Subtrahierer U U U U 
U a  R0   1  2  3  4 
 R1 R2 R3 R4 

 Integrator t
1 U  dt
R C  e
Ua 
0

 Differenzierer dU e
U a  R  C  bei R  C1  R1  C
dt
13.2 Komparator und Schmitt-Trigger 233

 Instrumentenverstärker R6 2  R1 
vU  1  R 
R4 2 
bei R1 = R3, R4 = R5, R6 = R7

13.2 Komparator und Schmitt-Trigger

 Invertierender Nullspannungskomparator
 U 0V
U a   asätt
 U asätt  0 V
+Uasät = positive Ausgangsspannung
–Uasätt = negative Ausgangsspannung

 Nicht invertierender Nullspannungskomparator

 U 0V
U a   asätt
 
 asätt 0 V
U
+Uasätt = positive Ausgangsspannung
–Uasätt = negative Ausgangsspannung
234 13 Operationsverstärker

 Analoger Komparator

U bei U e  U x +Uasätt = positive Ausgangsspannung


U a   asätt –Uasätt = negative Ausgangsspannung
U
 asätt bei Ue  U x

 Nicht invertierender Schmitt-Trigger

R1 R1
Ux   U asätt Ux   U asätt
R1  R2 R1  R2
R1
UH   [U asätt  (U asätt )]
R1  R2

 Invertierender Schmitt-Trigger

R1 R1
S1   (U ref  U asätt ) S2   (U ref  U asätt )
R1  R2 R1  R2
R1
UH   U  (U asätt  U ref )
R1  R2 ref
13.2 Komparator und Schmitt-Trigger 235

 Bipolarer Koeffizient U a  (2q  1)  U e bei 0  q  1

Negative Impedanz (kurzschlussstabil) Ue


Z

Z
I n

Negative Impedanz (leerlaufstabil) Ue


 Z

Z
I 1 n  R

 Gyrator
n >> 1
Ue Ua
Ia  Ie 
R1 R1
Ue I
 a  R12 Z1  1  R12
Ie U a Z2
236 13 Operationsverstärker

13.3 Wandler mit Operationsverstärker

 Invertierender Strom-Spannungs-Wandler
U a  R1  I e

 Invertierender Stromwandler  R 
 I a  1  1   I e
 R2 

 Wechselspannungsverstärker R2 1
mit Driftunterdrückung vu ~  1  für  1
R1 2  π  f  C1
vu   1

 Bootstrap-Wechselspannungsverstärker R1 1
vu ~  1  für  1
R2 2  π  f  C1
13.3 Wandler mit Operationsverstärker 237

 Konstantspannungsquelle R2
U a  U Z 
R1

 R 
U a  U Z  1  2 
 R1 

 Konstantstromquelle Ua UZ
IL  
RL R1

Ue
IL 
R1

U ref R22
IL  R3 
R1  R2 R1  R2
R1  R2
U ref
Für R1  R2 ist I L  .
R1
R3  R2
U ref  U e
238 13 Operationsverstärker

 Linearer Einweggleichrichter R2
U a  U e 
R1

R2
U a  U e 
R1

 R 
U a  U e  1  2 
 R1 

 Präzisions-Zweiweggleichrichter Ue
I
R1

 Logarithmischer Verstärker mit Diode


13.4 Generatoren mit Operationsverstärker 239

  m Skalenfaktorfehler
U a  m kT  ln  I   I  RE k Boltzmann-Konstante 1,36  10–23 J/K
q  I0 
q Elektronenladung 1,6  10–19 C
kT  26 mV (exakt bei 28,58 C) I0 extrapolierter Strom bei U0 = 0 V
q
kT  ln(10)  60 mV (exakt bei 29, 25 C)
q

 Logarithmischer Verstärker mit Transistor


IES Emitter-Sättigungsstrom
n Stromübersetzung

 I 
U a  kT  ln  e   kT ln( n ) gilt, wenn I e  I ES ist
q  I ES  q

13.4 Generatoren mit Operationsverstärker

 Rechteckgenerator 1
f 
 2  R2 
2  R  C  ln 1 
 R1 
240 13 Operationsverstärker

 Dreieck-Rechteck-Generator (Funktionsgenerator)

f  1  R1
4  R  C R2

 Sägezahngenerator Ub
f 
(U b   0, 7 V)  R1  C

 Sinusgenerator mit Wien-Robinson-Brücke 1


f 
2 π  R C
R1 = 2  n  R
13.4 Generatoren mit Operationsverstärker 241

 Sinusgenerator mit Tiefpass-Phasenschieber 1


f 
2, 5  R  C

 Sinusgenerator mit Hochpass-Phasenschieber f  1


15, 4  R  C
242 13 Operationsverstärker

13.5 Aktive Tiefpass- und Hochpass-Filter

Verlauf der Anstiegsgeschwindigkeit, das Überschwingen und die Einstellzeit bei


verschiedenen Filterfunktionen der Ordnungszahl n

Ordnung Filterkoeffizienten Filtertyp


a1 b1
1. Ordnung 1,0000 0,0000 alle Typen
2. Ordnung 1,2872 0,4142 KR
1,3617 0,6180 BE
1,4142 1,0000 BU
1,3614 1,3827 T½
1,3022 1,5515 T1
1,1813 1,7775 T2
1,0650 1,9305 T3

Anmerkung: KR = Filter (Gauß) mit kritischer Dämpfung


BE = Bessel-Filter
BU = Butterworth-Filter
T½ = Tschebyscheff-Filter mit 0,5-dB-Welligkeit
T1 = Tschebyscheff-Filter mit 1-dB-Welligkeit
T2 = Tschebyscheff-Filter mit 2-dB-Welligkeit
T3 = Tschebyscheff-Filter mit 3-dB-Welligkeit
13.5 Aktive Tiefpass- und Hochpass-Filter 243

 Aktiver Tiefpass 1. Ordnung a1


R2 
2  π  f g  C2
R2
R1 
| v0 |

 Aktiver Hochpass 1. Ordnung R1  1


2  π  f g  C1  a1
R2  R1  | v |

 Aktiver Tiefpass 2. Ordnung b1


fg 
2 π  R C
a1
C1 
4  π  fg  R
3b1
C2 
4  π  f g  a1  R
b1
bei C1 = C2 = C gilt R 
2 π C
R1 a
 2 1
R2 b1
244 13 Operationsverstärker

Filterkoeffizienten für optimierte Frequenzgänge bis zur 4. Ordnung


Ordnung Filterkoeffizienten Filtertyp
a1 b1 a2 b2
1. Ordnung 1,0000 0,0000 0,0000 0,0000 alle Typen
2. Ordnung 1,2872 0,4142 0,0000 0,0000 KR
1,3617 0,6180 0,0000 0,0000 BE
1,4142 1,0000 0,0000 0,0000 BU
1,3614 1,3827 0,0000 0,0000 T½
1,3022 1,5515 0,0000 0,0000 T1
1,1813 1,7775 0,0000 0,0000 T2
1,0650 1,9305 0,0000 0,0000 T3
3. Ordnung 0,5098 0,0000 1,0197 0,2599 KR
0,7560 0,0000 0,9996 0,4722 BE
1,0000 0,0000 1,0000 1,0000 BU
1,8636 0,0000 0,6402 1,1931 T½
2,2156 0,0000 0,5442 1,2057 T1
2,7994 0,0000 0,4300 1,2036 T2
3,3496 0,0000 0,3559 1,1923 T3
4. Ordnung 0,8700 0,1892 0,8700 0,1982 KR
1,3397 0,4889 0,7743 0,3890 BE
1,8478 1,0000 0,7654 1,0000 BU
2,6282 3,4341 0,3648 1,1509 T½
2,5904 4,1301 0,3039 1,1697 T1
2,4025 4,9862 0,2374 1,1896 T2
2,1853 5,5339 0,1964 1,2009 T3

Anmerkung: KR = Filter (Gauß) mit kritischer Dämpfung


BE = Bessel-Filter
BU = Butterworth-Filter
T½ = Tschebyscheff-Filter mit 0,5-dB-Welligkeit
T1 = Tschebyscheff-Filter mit 1-dB-Welligkeit
T2 = Tschebyscheff-Filter mit 2-dB-Welligkeit
T3 = Tschebyscheff-Filter mit 3-dB-Welligkeit
13.5 Aktive Tiefpass- und Hochpass-Filter 245

 Aktiver Tiefpass 3. Ordnung a1


C1 
2  π  fg  R
a2
C2 
4  π  fg  R
3b2
C3 
2  π  f g  a2  R

 Aktiver Tiefpass 4. Ordnung

a1 3b1
C1  C2 
4  π  fg  R 2  π  f g  a1  R
a2 3b2
C3  C4 
4  π  fg  R 2  π  f g  a2  R

 Filterkoeffizienten für optimierte Frequenzgänge bis zur 10. Ordnung


Schaltung einzelner Filter für die Bildung höherer Ordnung
246 13 Operationsverstärker

Filterkoeffizienten für optimierte Frequenzgänge nach Gauß, Bessel und


Butterworth
Ordnung Faktor Gauß Bessel Butterworth
n i ai bi ai bi ai bi
1 1 1,0000 0,0000 1,0000 0,0000 1,0000 0,0000
2 1 1,2872 0,4141 1,3617 0,6180 1,4142 1,0000
3 1 0,5098 0,0000 0,7560 0,0000 1,0000 0,0000
2 1,0197 0,2599 0,9996 0,4772 1,0000 1,0000
4 1 0,8700 0,1892 1,3397 0,4889 1,8478 1,0000
2 0,8700 0,1892 0,7743 0,3890 0,7654 1,0000
5 1 0,3856 0,0000 0,6656 0,0000 1,0000 0,0000
2 0,7712 0,1487 1,1402 0,4128 1,6180 1,0000
3 0,7712 0,1487 0,6216 0,3245 0,6180 1,0000
6 1 0,6999 0,1225 1,2217 0,3887 1,9319 1,0000
2 0,6999 0,1225 0,9686 0,3505 1,4142 1,0000
3 0,6999 0,1225 0,5131 0,2756 0,5176 1,0000
7 1 0,3226 0,0000 0,5937 0,0000 1,0000 0,0000
2 0,6453 0,1041 1,0944 0,3395 1,8019 1,0000
3 0,6453 0,1041 0,8304 0,3011 1,2470 1,0000
4 0,6453 0,1041 0,4332 0,2381 0,4450 1,0000
8 1 0,6017 0,0905 1,1121 0,3162 1,9616 1,0000
2 0,6017 0,0905 0,9754 0,2979 1,6629 1,0000
3 0,6017 0,0905 0,7202 0,2621 1,1111 1,0000
4 0,6017 0,0905 0,3728 0,2087 0,3902 1,0000
9 1 0,2829 0,0000 0,5386 0,0000 1,0000 0,0000
2 0,5659 0,0801 1,0244 0,2834 1,8794 1,0000
3 0,5659 0,0801 0,8710 0,2636 1,5321 1,0000
4 0,5659 0,0801 0,6320 0,2311 1,0000 1,0000
5 0,5659 0,0801 0,3257 0,1854 0,3473 1,0000
10 1 0,5358 0,0718 1,0215 0,2650 1,9616 1,0000
2 0,5358 0,0718 0,9393 0,2549 1,7820 1,0000
3 0,5358 0,0718 0,7815 0,2351 1,4142 1,0000
4 0,5358 0,0718 0,5604 0,2059 0,9080 1,0000
5 0,5358 0,0718 0,2883 0,1665 0,3129 1,0000
13.5 Aktive Tiefpass- und Hochpass-Filter 247

Filterkoeffizienten für optimierte Frequenzgänge nach Tschebyscheff


mit den entsprechenden Welligkeiten im Durchlassbereich
Ordnung Faktor Tschebyscheff-Filter mit einer Welligkeit von
w = 0,5 w=1 w=2 w=3
n i ai bi ai bi ai bi ai bi
1 1 1,0000 0,0000 1,0000 0,0000 1,0000 0,0000 1,0000 0,0000
2 1 1,3614 1,3827 1,3022 1,5515 1,1813 1,7775 1,0650 1,9305
3 1 1,8636 0,0000 2,2156 0,0000 2,7994 0,0000 3,3496 0,0000
2 0,6402 1,1931 0,5442 1,2057 0,4300 1,2036 0,3559 1,1923
4 1 2,6282 3,4341 2,5904 4,1301 2,4025 4,9862 2,1853 5,5339
2 0,3648 1,1509 0,3039 1,1697 0,2374 1,1896 0,1964 1,2009
5 1 2,9235 0,0000 3,5711 0,0000 4,6345 0,0000 5,6334 0,0000
2 1,3025 2,3534 1,1280 2,4896 0,9090 2,6036 0,7620 2,6530
3 0,2290 1,0833 0,1872 1,0814 0,1434 1,0750 0,1172 1,0686
6 1 3,8645 6,9797 3,8437 8,5529 3,5880 10,4648 3,2721 11,6773
2 0,7528 1,8573 0,6292 1,9124 0,4925 1,9622 0,4077 1,9873
3 0,1589 1,0711 0,1296 1,0766 0,0995 1,0826 0,0815 1,0861
7 1 4,0211 0,0000 4,9520 0,0000 6,4760 0,0000 7,9064 0,0000
2 1,8729 4,1795 1,6338 4,4899 1,3258 4,7649 1,1159 4,8963
3 0,4861 1,5676 0,3987 1,5834 0,3067 1,5927 0,2515 1,5944
4 0,1156 1,0443 0,0937 1,0423 0,0714 1,0384 0,0582 1,0348
8 1 5,1117 11,9607 5,1019 14,7608 4,7743 18,1510 4,3583 20,2948
2 1,0639 2,9365 0,8916 3,0426 0,6991 3,1353 0,5791 3,1808
3 0,3439 1,4206 0,2806 1,4334 0,2153 1,4449 0,1765 1,4507
4 0,0885 1,0407 0,0717 1,0432 0,0547 1,0461 0,0448 1,0478
9 1 5,1318 0,0000 6,3415 0,0000 8,3198 0,0000 10,1759 0,0000
2 2,4283 6,6307 2,1252 7,1711 1,7299 7,6580 1,4585 7,8971
3 0,6839 2,2908 0,5624 2,3278 0,4337 2,3549 0,3561 2,3651
4 0,2559 1,3133 0,2074 1,3166 0,1583 1,3174 0,1294 1,3165
5 0,0695 1,0272 0,0562 1,0258 0,0427 1,0232 0,0348 1,0210
10 1 6,3648 18,3695 6,2634 22,7468 5,9618 28,0376 5,4449 31,3788
2 1,3582 4,3453 1,1399 4,5167 0,8947 4,6644 0,7414 4,7363
3 0,4822 1,9440 0,3939 1,9665 0,3023 1,9858 0,2479 1,9952
4 0,1994 1,2520 0,1616 1,2569 0,1233 1,2614 0,1008 1,2638
5 0,0563 1,0263 0,0455 1,0277 0,0347 1,0294 0,0283 1,0304
248 13 Operationsverstärker

Für ein Tiefpassfilter 5. Ordnung gilt:


a1 a2 3  b1
R1  R2  R3 
2  π  fg C 4  π  fg C 2  π  f g  C  a2

a3 3  b3
R4  R5 
4  π  fg C 2  π  f g  C  a3

Tiefpassfilter 2. Ordnung

 Tiefpassfilter 2. Ordnung mit ungleichen Bauteilen und fg = 1 kHz


Die Berechnungen für das Tiefpassfilter 2. Ordnung mit ungleichen Bauteilen wurde
bereits gezeigt.

 Tiefpassfilter 2. Ordnung mit gleichen Bauteilen und fg = 1 kHz


R3
Vu  1  bei C1 = C2 und Vu + d  3 d Dämpfungswert
R4
R3 R
Vu  3  d  1  entsprechend 2  d  1  3 und R3 = R4  (2 – d)
R4 R4
13.5 Aktive Tiefpass- und Hochpass-Filter 249

Der Phasenwinkel ist für   90 :    arc tan d   und


1 ²

  90 :   180  arc tan d   
.
 1 ² 
Ua 1
Der Amplitudenverlauf ist gegeben durch a  
Ue (1   ²)²  d ²   ²

oder in dB a  20  lg  4  (d ²  2)   ²  1.

 Amplituden- und Phasenverlauf beim Hochpass 2. Ordnung


mit unterschiedlicher Dämpfung

In der auf  = 1 normierten Frequenzachse lässt sich bei einem gegebenen d die
d  4  d² d²
Amplitudenspitze errechnen mit a  20  lg und der Frequenz   1  .
2 2
250 13 Operationsverstärker

Hochpassfilter 2. Ordnung

Hochpassfilter 2. Ordnung mit ungleichen Bauteilen und fg = 1 kHz


Die Berechnungen für das Hochpassfilter 2. Ordnung mit ungleichen Bauteilen wurde
bereits gezeigt.

Hochpassfilter 2. Ordnung mit gleichen Bauteilen und fg = 1 kHz


Ua 1
Der Amplitudenverlauf ist gegeben durch a  
Ue 1  d 2 1 1
4  2

oder in dB a  20  lg 1  (d 2  2)  1.
4  2
13.5 Aktive Tiefpass- und Hochpass-Filter 251

Der Phasenverlauf für  > 1 ist    arc tan d /  und für  < 1 ist
1²
  180  arc tan d / 
.
1 1
²
d  4  d²
Der Spitzenwert der Welligkeit ist a  20  lg und die Frequenz
2
  1  d ² .
2

 Amplituden- und Phasenverlauf beim Hochpass 2. Ordnung


mit unterschiedlicher Dämpfung
252 13 Operationsverstärker

13.6 Umwandlung von Tief- in Hochpassfilter

Tiefpass Hochpass
j 1/j
V0 V
R* = 1/C* C* = 1/R*
C* = 1/R* R* = 1/C*

Normierter Widerstand: R* = R/RB; RB (Bezugswiderstand)


Normierte Kapazität: C* = B  RB  CB; B = 2    fB (Bezugsfrequenz)
Die Filterkoeffizienten a und b der Hochpassfilter sind identisch mit denen der Tiefpass-
filter.
13.8 Selektive Bandsperre 2. Ordnung 253

13.7 Selektiver Bandpass 2. Ordnung mit Schwingkreis

1 fr Resonanzfrequenz
fr 
2 π C  L Q Güte
f Bandbreite
Q  Rres  C
L
Q
f  B 
2  R2  C

13.8 Selektive Bandsperre 2. Ordnung

fm Mittenfrequenz

fm  1
R1  R3
2 π C 
R1  R2  R3
R1 1
Vm   Q  π  f m  R1  C f  B 
2  R2 π  R1  C
254 13 Operationsverstärker

Aktives Bandpassfilter 2. Ordnung

Bandpassfilter 2. Ordnung (normiert für 1 kHz) mit


VU = 0,2  Q mit R1 R3  R4
VU = 2  Q ohne R2 C = C1 = C2 = 15,9 nF
Normiert auf fg = 1 kHz:
10 k
ohne R2; R1 = ; R3 = 2  10 k Q
2Q
100 k 11 k
mit R2; R1 = ; R2 = ; R3 = 2  10 k  Q
2Q 2Q
2
Ua
Amplitudenverlauf: a 
1
oder  20  lg 1  Q ²    ²  1 
  
 
2 Ue
1  Q²   ²  1

 2
Phasenverlauf:    arc tan  Q ²    ²  1  
    

Aktives Bandpassfilter mit beliebigen VU und Q, wenn Q  5, wählbar zwischen


Q = 1...20. Ist Q bekannt, lassen sich die Widerstände berechnen:
Q R R U 0,16  Q
R1   3 mit VU  3  a und C 
VU    C 2  VU 2  R1 U e f M  R1  VU
13.9 Sallen-Key-Bandpass 2. Ordnung 255

Q VU  R1 R3 R1  R3
Bei fm ist R2    
  C  (2  Q ²  VU ) 2  Q ²  VU 4  Q ²  2  VU 4  Q ²  R1  R3
2Q Q 1
R3     2  VU  R1
  C π  f  C π  f  C
Hohe Q-Werte erfordern hohe Werte für die Verstärkung VU. Die Werte für R1 und R3
liegen im Bereich von 1 k bis 150 k. Werden diese Werte überschritten, ist es sinn-
voll, VU oder Q zu verringern.
fm 1
Mit Q =  wird auch Q =   fm  C  R3 =   C  R1 VU = 0,5    R2  C.
f d

13.9 Sallen-Key-Bandpass 2. Ordnung

Sallen-Key-Bandpass 2. Ordnung (normiert für fm = 1 kHz) mit


15,9 nF
C1 = C2 = ; R1 = R2 = 10 k; R3 = 10 k  (9  Q2 – 1)
3Q
Es ergibt sich eine geänderte Bandpassschaltung durch eine erhöhte Gegenkopplung (R2)
mit dem Nachteil, dass die Verstärkung bei fm mindestens VU > 90  Q2 erreichen muss.
fm
Q  10 ;
f
Q VU  R1
R1  R2  R3  2  VU  R1
VU    C 2  Q²  VU
256 13 Operationsverstärker

Bandpass mit Doppel-T-Filter 3. Ordnung

R1 = R2 = R; 2  C = C3; R4 = 390  bis 12 k; R4 = 2,2 k  Q = 75


C1 = C2 = C; 0,5  R = R3; R5 = 390  bis 25 k; R5 = 1,5 k  VU = 2000

R1 = R2 = R > 1 k < 1 M R3 = 0,5  R

C1 = C2 = C > 100 pF < 1 µF C3 = 0,5  C fm  1


2 π  R C

Bandpass mit Doppel-T-Filter 4. Ordnung


13.9 Sallen-Key-Bandpass 2. Ordnung 257

C1 = C2 f = fo – fu
f1  f 2
f m  fu  f o fm 
2
f1
f1  f 2  f 2 1, 015
1,015
Aus der Berechnung des Bandpassfilters 2. Ordnung wird  = f sowie f1 für die untere
Kreisfrequenz und f2 für die obere Kreisfrequenz gesetzt, gilt für f1 = f2 allgemein:
2 2
Ua  f 2 1   f 2 1 
 20  lg 1  Q ²   1   1  Q22   2 
Ue  f1   f2 
und mit f1 = f2 = f sowie Q1 = Q2
2
Ua  f ² 1 
 20  lg 1  Q²    .
Ue  f 
Wird der Frequenzersatz mit a berücksichtigt, so ist
2 2
Ua  f 2  a²  1   f 2 / a²  1 
 20  lg 1  Q ²   1   1  Q22   2
Ue f1  a 
  f 2 / a 
 
     
höhere Frequenz tiefere Frequenz

Der Zusammenhang zwischen der Bandbreite f1 und der f2 der Einzelkreise mit den
zugehörigen Frequenzen f1 und f2 ist mit der Güte Q und der Bandbreite f der Sum-
menkurve wie folgt:
 0,363  f1  f 2 f1  f 2
Höckerfrequenzen: f1  f m  0,363  f  f m 1  ; fm  
 Q  2 2

 0,363 
f 2  f m  0,363  f  f m 1 
 Q 
0,32  f m f1  f 2
Summengüte: Q ; f m 
f m Q

0,312  f1 0,312  f 2


Einzelkreise: f1  ; f 2  ; f1 < f 2
Q Q
258 13 Operationsverstärker

13.10 Notch-Filter

Ein Notch-Filter wird benötigt, um aus einem Frequenzgebiet einen Teilbereich zu


dämpfen.
R1 = R2 = R; C1 = C2 = C; 2  C = C3; 0,5  R = R3

Die Sperrfrequenz ist f 0  1 .


2 π  R C
Durch das Bootstrapping ergibt sich ein Überschwingen.

Notch-Filter mit einstellbarer Verstärkung

R1 = R2 > 1 k < 500 k, C1 = C2 = C > 2  100 pF < 0,5 µF


R1 = R2 wird R3 = 0,5  R1 und C1 = C2 wird C3 = 2  C
f0
Die Güte wird als Q  (–3 dB für f).
f
4Q C3
Es wird gewählt: R4  R5 = und C4 
  C3 2Q

1 4Q C3
C1  C2  R1  R5  C4 
2  π  f0  R 0  C3 2Q
13.11 Allpassfilter 259

Notch-Filter (Sperrfilter) mit einstellbarer Dämpfung

Der Widerstand R3 = 100 % wird aufgeteilt in  0,8  R3 und 1,4  P. Die Güte lässt sich
im Bereich von Q  0,25 ... 15 ändern.

13.11 Allpassfilter

  2  arctan 1  180
 Verzögerungszeit
2 π  R C  Übertragungswinkel
d 2 R C 2 / g
   , wobei  g  1
d  1  (  R  C )²  
2 R C
1   
 g 
14 Regelungstechnik 14

 Die zu regelnde Größe wird laufend erfasst.


 Die zu regelnde Größe wird mit der Führungsgröße verglichen.
 Die zu regelnde Größe wird durch Eingriffe an die Führungsgröße angeglichen.

14.1 Regelkreis

Ein Regelkreis befindet sich in einem geschlossenen System (Wirkungsablauf) und hat
eine Regelgröße x bzw. eine Führungsgröße w. Die Regelgröße x ist der Sollwert, und
soll von der Regelstrecke konstant gehalten oder nach einem vorgegebenen Programm
beeinflusst werden. Die Führungsgröße w wird von außen zugeführt und die Regelung

261

© Springer Fachmedien Wiesbaden GmbH, ein Teil von Springer Nature 2019
H. Bernstein, Formelsammlung, https://doi.org/10.1007/978-3-658-18179-6_14
262 14 Regelungstechnik

beeinflusst diese Größe nicht, und die Regelgröße folgt in der vorgegebenen Abhängig-
keit. Der Regler ist die elektronische Schaltung, die über das Stellglied aufgabengemäß
auf die Strecke einwirkt. Der Istwert der Regelgröße ist der tatsächliche Wert im be-
trachteten Zeitpunkt. Die Regelabweichung findet zwischen der Regelgröße und der
Führungsgröße statt. Der Stellbereich ist der Bereich, innerhalb dessen die Stellgröße
einstellbar ist. Die Störgröße ist die von außen auf den Regelkreis einwirkende Störung,
die die Regelgröße mehr oder weniger beeinträchtigt.

14.2 Verhalten von Regelkreisen

Offener Regelkreis
F0  FS  FR
F0 Open-Loop-Funktion
FS Funktion der Regelstrecke
FR Funktion des Reglers
Die „Open-Loop-Funktion“ wird bei offenem Regelkreis bestimmt.

Führungsverhalten

Betrachtet man das Verhalten eines geschlossenen Regelkreises aus Sicht der Führungs-
größe w, wird dieses Verhalten als Führungsverhalten Fw bezeichnet. Dabei wird ange-
nommen, dass die Versorgungsstörgröße Zv = 0 ist.

FS  FR F0
Fw  Fw 
1  ( FS  FR ) 1  F0

Störgrößenverhalten

Betrachtet man das Verhalten eines geschlossenen Regelkreises aus Sicht der Störgröße
Zv, wird dieses Verhalten als Störgrößenverhalten FZv bezeichnet. Dabei wird angenom-
men, dass die Führungsgröße w = 0 ist.
FS FS
FZv  FZv 
1  ( FS  FR ) 1  F0
14.2 Verhalten von Regelkreisen 263

Ein Regelkreis schwingt, wenn die folgenden Bedingungen erfüllt sind:


– Das rückgekoppelte Signal hat eine Phasendrehung von 180° zur Führungsgröße w
und es tritt eine Gegenkopplung auf.
– Die Amplitude des rückgekoppelten Signals gleich oder größer als die Amplitude der
Führungsgröße w ist.
Die bleibende Regelabweichung stellt die Abweichung der Regelgröße (Ist-Wert) x von
der Führungsgröße (Sollwert) w dar. Diese Regelgröße wird im eingeschwungenen Zu-
stand des Regelkreises ermittelt, also bei t  , womit folgt, dass die Kreisfrequenz
 = 0 wird.
Die bleibende Regelabweichung bezogen auf die Führungsgröße w ist

ebw  w ebw  w
1  ( FS  FR ) 1  F0
Setzt man j = 0 ein, erhält man für ebw einen konkreten Wert.
Die bleibende Regelabweichung bezogen auf die Störgröße Zv ist
FS  Z v FS  Z v
ebZv  ebZv 
1  ( FS  FR ) 1  F0
Setzt man j = 0 ein, erhält man für ebZv einen konkreten Wert.
Die gesamte Regelabweichung ist
eb = ebw – ebZv gesamte bleibende Regelabweichung
ebw bleibende Regelabweichung bezogen auf die Führungsgröße w
ebZv bleibende Regelabweichung bezogen auf die Störgröße Zv

Festwertregelung

Eine Festwertregelung versucht, die Regelgröße x (Istwert) möglichst auf einen fest
vorgegebenen Führungswert x (Sollwert) zu halten.
Eine Folgeregelung versucht, die Regelgröße x (Istwert) möglichst genau dem zeitlichen
Verlauf der Führungsgröße w (Sollwert) nachzuführen. Man unterscheidet zwischen der
Nachlauf- und der Verhältnisregelung.
Aufgabe der Nachlaufregelung ist es, den Verlauf der Regelgröße x (Istwert) dem vorge-
gebenen zeitlichen Verlauf der Führungsgröße w (Sollwert) anzupassen.
Aufgabe der Verhältnisregelung ist es, eine bestimmte Prozessgröße x2 in einem be-
stimmten Verhältnis Sv anzupassen
w = S v  x2
264 14 Regelungstechnik

Einfachregelkreis

Wenn die Regelgröße x von der Führungsgröße w abweicht, wird eine Regeldifferenz xd
ermittelt, aus der der Regler eine Stellgröße y bildet, die die Regelstrecke so beeinflusst,
dass die Regelgröße die Führungsgröße w wieder anpasst. Die Übertragungsfunktion FR
des Reglers muss so ausgelegt sein, dass der Regelkreis ein gutes Störverhalten (kleine
Regeldifferenzen und kurze Ausregelzeiten) aufweist.

14.3 Klassifizierung von Regelstrecken

Eine Regelstrecke mit Ausgleich ist dann vorhanden, wenn ein eindeutiger Zusammen-
hang zwischen Stellgröße y und der Regelgröße x besteht, und ein stationärer Endwert
der Regelgröße x erreicht wird. Diese Regelstrecken weisen meist ein P- oder P-Tx-
Verhalten auf.
Eine Regelstrecke ohne Ausgleich ist vorhanden, wenn kein eindeutiger Zusammenhang
zwischen Stellgröße y und der Regelgröße x besteht, und ein stationärer Endwert der
Regelgröße x erreicht wird. Diese Regelstrecken weisen meist ein I- oder I-Tx-Verhalten
auf.
Eine Regelstrecke mit Totzeit ist dann vorhanden, wenn die Regelgröße x erst nach einer
bestimmten Zeit Tt eine Reaktion auf die Stellgröße y zeigt. Die Totzeit ist in allen Re-
gelstrecken vorhanden, aber sie ist nicht erwünscht, da sie die Regelung nachhaltig be-
einflusst.

 Sprungantwort einer Regelstrecke mit Proportionalverhalten (P-Verhalten)

Die Regelgröße folgt der Stellgröße ohne zeitliche Verzögerung.


 x  k S  y
Den Faktor kS bezeichnet man als Streckenverstärkung (Übertragungsbeiwert).
14.3 Klassifizierung von Regelstrecken 265

 Sprungantwort einer Regelstrecke mit Proportionalverhalten und Totzeit tt

Die Regelgröße folgt der Stellgröße mit einer zeitlichen Verzögerung.


 x  k S  y

 Sprungantwort einer Regelstrecke 1. Ordnung ohne Ausgleich

 x  k I  y  t
Den Faktor kI bezeichnet man als Übertragungsbeiwert, wenn der Verlauf von y kon-
stant ist.

 Sprungantwort einer Regelstrecke 1. Ordnung mit Ausgleich und Verzögerung

 t 
x  kS  y  1  e  
 

 Sprungantwort einer Regelstrecke 1. Ordnung ohne Ausgleich und Anlauf- oder


Verzugszeit tu
266 14 Regelungstechnik

 Sprungantwort einer Regelstrecke 1. Ordnung ohne Ausgleich mit Totzeit tt.

 Sprungantwort einer Regelstrecke 1. Ordnung ohne Ausgleich mit Totzeit tt und


Verzugszeit tu

 Sprungantwort einer Regelstrecke höherer Ordnung mit Verzugszeit tu und


Ausgleichszeit tg

 Sprungantwort einer Regelstrecke höherer Ordnung mit Totzeit tt Verzugszeit tu


und Ausgleichszeit tg

14.4 Ortskurven in der Regelungstechnik

Darstellung des komplexen Frequenzgangs als Kurve in der komplexen Zahlenebene mit
der Kreisfrequenz  oder der normierten Variablen T als Parameter.
Je nachdem, ob die Ortskurve in einem kartesischen oder polaren Koordinatensystem
abgebildet wird, teilt man den komplexen Frequenzgang entweder in Real- und Imagi-
närteil oder in Betrag und Phasenwinkel auf.
14.4 Ortskurven in der Regelungstechnik 267

Kartesische Koordinaten Polarkoordinaten

Z=a+jb Z = Z  exp(j)

Beispiel für eine Ortskurve eines P-T1-Gliedes mit F ( p )  1


1 p T

F 1  j   T F 1    arctan(  T )
1   ² T ² 1   ² T ² 1 ² T ²
Realteil Imaginärteil Betrag Phasenwinkel

Name Frequenzgang Betrag Winkel


P K K 0°

I 1 1 –90°
p T  T

P-T1 1 1 –arctan (  T)
1 p T 1  (  T )²
268 14 Regelungstechnik

Name Frequenzgang Betrag Winkel


DT1 p T  T 90°
1 p T 1  (  T )² –arctan (  T)

P-T2 1 a  1  (  T )² B=2DT
1  p  2  D  T  p²  T ² –arctan (b/a)
1
a ²  b²

Tt exp(–p  Tt) 1 –  Tt

14.5 Bodediagramm in der Regelungstechnik

Im Bodediagramm werden der Amplitudenverlauf des Frquenzgangs F() in Dezibel


und separat dazu der Phasenverlauf () abgebildet: Unabhängige Variable ist die Kreis-
frequenz  bzw. ihre normierte Form T. Üblicherweise umfasst der Frequenzbereich
vier Dekaden.

Amplitudengang

Betrag in Dezibel F [dB] = 20  log(F)


Betrag aus Dezibel F = 10  log F [dB] / 20
Anhaltswerte F [dB] –20 0 20 40 60
F 0,1 1 10 100 1000
14.5 Bodediagramm in der Regelungstechnik 269

Phasengang

Zur Verbreitung von Bodediagrammen tragen die folgenden Eigenschaften bei:


– bestimmte Kennlinien lassen sich linearisieren
– bestimmte Kennlinien lassen sich symmetrieren
– Kennlinien von in Reihe geschalteten Systemen lassen sich addieren
Anhand des folgenden Beispiels erfolgt ein P-T1-Glied mit Bodediagramm.

Komplexer Frequenzgang: 1
1  p T

F 1
Betrag:
1 ² T ²
Phasenwinkel:  = –arctan (  T)

T 0,01 0,10 1,00 10,0 100,0


F [dB] 0,00 0,00 –3,01 –20.0 –40,0
in DEG –0,57 –5,71 –45,00 –84,3 –89,4
Asymptoten:
Betrag: 1. Asymptote T << 1; F1 A1 = 0 dB
2. Asymptote T >> 1; F  1/(  T) A2 = –20  lg (  T)
Winkel: 3. Asymptote T << 1;  0° A3 = 0°
4. Asymptote T >> 1;  -90° A4 = –90°
270 14 Regelungstechnik

Es ergeben sich die realen Kennlinien und die Asymptoten des P-T1-Gliedes.

Beim Amplitudengang beträgt die größte Abweichung zwischen Kennlinie und Asymp-
tote etwa 3 Dezibel, wie die Bodediagramme für elementare Übertragungsglieder zeigen.

Name F F
P K K 0°

I 1 1 –90°
p T  T

P-T1 1 1 –arctan (  T)
1 p T 1  (  T )²

D-T1 p T  t 90°
1 p T 1  (  T )² –arctan (  T)
14.6 Regelstreckenglieder 271

Name F F
P-T2 1 a = 1 – 2  T2 b = 2  D   T
1  p  D  T  p²  T ² –arctan (b/a)
1
a ²  b²

Tt exp (–p  Tt) 1 –  T t

14.6 Regelstreckenglieder

Ver- Elektrisches Beispiel Nicht elektrisches Beispiel Frequenzgang


halten
P F(p) = K

I 1
F ( p) 
p T

P-T1 K
F ( p) 
1 p T

P-T2 1
F
1  p  D  T  p²  T ²
272 14 Regelungstechnik

Ver- Elektrisches Beispiel Nicht elektrisches Beispiel Frequenzgang


halten
Tt F  k  exp( p  Tt )

Das Totzeit-Verhalten einer Regelstrecke ist x Ausgangssignal der


x  y  K S  (t  Tt ) Regelstrecke
y Eingangssignal der Regel-
Die Übertragungsfunktion ist strecke
F ( j )  K S  e jTt F ( p)  K S  e pTt Tt Totzeit in s
KS Übertragungsbeiwert der
Der Amplitudengang für das Bodediagramm ist Regelstrecke
| F ( j ) |  K S L(  20  lg | F ( j ) | F(j) komplexe Übertragungs-
L( )  20  lg( K S ) funktion
Der Phasengang für das Bodediagramm ist F(p) allgemeine Übertragungs-
 ( )   arctan(  Tt ) funktion
|F(j)| Amplitudengang der
K  π RAD einstellen!!! Regelstrecke
Tt () Phasengang der Regel-
strecke
K kritische Kreisfrequenz
bei der () den Wert
–180° überschreitet
Das dynamische Verhalten der Regelstrecke mit Aus- F(j) komplexe Übertragungs-
gleich wird durch das P-Verhalten beschrieben: funktion
K PS F(p) allgemeine Übertragungs-
F ( j ) 
1  [( j )  T1 ]  [( j )  T2 ]  ...  [( j )  Tn ]
2 2 n n funktion
K PS KPS Proportionalbeiwert
F ( p)  KIS Proportionalbeiwert in 1/s
1  ( p  T )  ( p 2  T22 )  ...  ( p n  Tnn )
T1 1. Zeitkonstante in s
Das dynamische Verhalten von Regelstrecke ohne T22 2. Zeitkonstante in s2
Ausgleich wird durch das I-Verhalten beschrieben: Tn n. Zeitkonstante in s
1 K n Grad der Zeitkonstante
j IS
F ( j ) 
1  [( j )  T1 ]  [( j ) 2  T22 ]  ...  [( j ) n  Tnn ]
1 K
p IS
F ( p) 
1  ( p  T )  ( p  T22 )  ...  ( p n  Tnn )
2
14.6 Regelstreckenglieder 273

Der Anlaufwert einer Regelstrecke ist der Kehrwert A Anlaufwert der Regel-
der maximalen Änderungsgeschwindigkeit: strecke
vmax maximale Änderungsge-
A 1
vmax schwindigkeit der Regel-
1 größe x
ymax  ymax maximales Eingangssignal
K IS  A
(Stellgröße)
K IS  1 KIS Übertragungsbeiwert der
A  ymax Regelstrecke
Der Ausgleichswert der Regelstrecke ist das Verhält- Q Ausgleichswert der Regel-
nis der Eingangsgröße (Stellgröße y) zur Ausgangs- strecke
größe (Regelgröße der Regelstrecke bei t  
(eingeschwungen))
 y Q 1
Q 
 x t  KS
Die Berechnungen für Regelstrecken ohne Ausgleich A Anlaufwert der Regel-
(I-Verhalten) sind strecke
1 K Q Ausgleichswert der Regel-
j IS strecke
F ( j ) 
1  [( j )  T1 ]  [( j ) 2  T22 ]  ...  [( j ) n  Tnn ] KIS Proportionalbeiwert in
1 K 1/ s
p IS ymax maximales Eingangssignal
F ( p)  (Stellgröße)
1  ( p  T )  ( p 2  T22 )  ...  ( p n  Tnn )

A 1
K S  ymax
 y
Q  und t   gilt x    Q = 0
 x t 
Der Anlaufwert der Regelstrecke ist s
[ y]
z. B. s , ,s s
m l m³
Nachfolgend werden die Kennwerte für Regelstre-
cken mit Ausgleich (P-Verhalten) gezeigt:
K PS
F ( j ) 
1  [( j )  T1 ]  [( j ) 2  T22 ]  ...  [( j ) n  Tnn ]
K PS
F ( p) 
1  ( p T )  ( p2  T22 )  ...  ( p n  Tnn )

Q 1 mit KS = KP  Q 
1
KS KP
274 14 Regelungstechnik

Für eine Regelstrecke ohne Verzögerung gilt: A Anlaufwert der Regel-


strecke
A 1 mit vmax  A  
vmax Q Ausgleichswert der Regel-
strecke
Für eine Regelstrecke mit Verzögerung T1 gilt: KP Proportionalbeiwert
T1 ymax maximales Eingangssignal
A mit KP  ymax = xmax (Stellgröße y)
K P  ymax
xmax maximale Regelgröße
T1
A (Regelgröße x)
xmax T1 1. Zeitkonstante
Für eine Regelstrecke mit Verzögerung T2 und höher Tg Zeitkonstante
gilt: Tn Ausgleichzeit
Tg Tu Verzugszeit
A
xmax
Tg
KP 
A  ymax

14.7 Realisierung von elektronischen Reglern

Für die Realisierung von elektronischen Reglern nach dem analogen Verfahren werden
seit 1970 Operationsverstärker eingesetzt, da diese Bauteile neben einem hohen Verstär-
kungsfaktor eine große Bandbreite aufweisen. Der Verstärkungsfaktor und die Bandbrei-
te lassen sich durch eine externe Beschaltung für den praktischen Einsatz in der Mess-
und Regelungstechnik optimieren.

P-Regler mit Sollwert- und Istwert-Eingang

Der Operationsverstärker arbeitet als Summierer bzw. Addierer, der beide Eingangs-
spannungen addiert, wobei unbedingt auf die Vorzeichen der Eingangsspannungen zu
achten ist. Die Ausgangsspannung Ua errechnet sich aus
R3 R
U a  U soll  U ist 3
R1 R2
14.7 Realisierung von elektronischen Reglern 275

An den beiden Eingängen liegen die Spannungen des Sollwertes (Führungsgröße w) und
des Istwertes (Regelgröße x). Die Sollwertvorgabe erfolgt manuell über einen Regler
(Potentiometer). Auch der Istwert muss als elektrisches Signal vorliegen und wird eben-
falls direkt auf den P-Regler gegeben. Die beiden Spannungen addieren sich und sind
dann als Ausgangsspannung für die Weiterverarbeitung vorhanden.
ua (t )
Übergangsfunktion: h(t ) 
ue (t )

Der Frequenzgang stellt eine komplexe Funktion dar, deren Verlauf in der komplexen
Ebene dargestellt werden kann. Die grafische Darstellung des Frequenzganges bezeich-
net man als Ortskurve. Die Variable dieser Funktion ist die Frequenz , die von  = 0
bis  =  läuft. Betrachtet man sich z. B. den allgemeinen Frequenzgang eines Reglers
mit der Eingangsgröße u und der Ausgangsgröße y, der durch den Frequenzgang
u0  u1  u2 ²
G ( j ) 
y0  y1  y2 ²  y3 3
bezeichnet wird. Dieser Ausdruck lässt sich in einen Real- und einen Imaginärteil auf-
spalten. Da für , 2‚ 3 usw. gilt
 = j, 2 = –2 3 = –j3
ergibt sich für den Frequenzgang
u0  ju1   ²u2 (u0   ²u2 )  ju1 A( )  jB( )
G ( j )   
y0  j y1   ² y2  j ³ y3 ( y0   ² y2 )  j ( y1   ³ y3 ) C ( )  jD( )
Der komplexe Ausdruck im Nenner wird durch Multiplikation mit dem konjugiertkom-
plexen Ausdruck in eine reelle Form gebracht.
A  jB C  jD AC  BC
G ( j )     j BC  DA
C  jD C  jD C D
² ² C D
² ²
Realteil Imaginärteil
Da Regelglieder und Netzwerke aus passiven Bauelementen nicht zeitlich unbegrenzt
zunehmende Spannungen oder Ströme erzeugen können, befinden sich deren Pole in der
linken Halbebene der komplexen p-Ebene.
276 14 Regelungstechnik

I-Regler

t
1 u dt
R C  e
ua 
0

Die Übergangsfunktion h(t), der Integrierbeiwert KI, der Frequenzgang F(j) und die
Eckkreisfrequenz 0 berechnen sich aus
KI
h(t )  K I  t , KI  1 , F ( j )  , 0  1  K I
R C j TI
14.7 Realisierung von elektronischen Reglern 277

D-Regler

dU e
Die Ausgangsspannung errechnet sich aus U a   R  C .
dt
0 für t  0
Übergangsfunktion: h(t )  
 für t  0
Der Differenzierbeiwert KD, der Frequenzgang F und die Eckkreisfrequenz 0 errechnen
sich aus

KD  R  C , F ( j )  K D  j , 0  1
KD

PT1-Regler

Ein PT1-Regler ist ein P-Regler mit einer Verzögerung (Totzeit Tt) 1. Ordnung.
Ua
h(t )   K P (1  et / )
Ue
Der Proportionalbeiwert KP und der Frequenzgang errechnen sich aus

K P  U e (1  et / ) und F ( j )  K P  1 mit   R  C .


1  j 
278 14 Regelungstechnik

Die Eckkreisfrequenz erhält man aus  0  1 .


T

PT2-Regler

Bei der Schaltung befindet sich am Eingang ein Verzögerungsglied und in der Rück-
kopplung des Verstärkers ein weiteres Verzögerungsglied. Während man bei einem
Verzögerungsglied 1. Ordnung einen festen Zusammenhang zwischen dem Amplituden-
und dem Phasenverlauf hat, sind bei PT2-Systemen noch der Dämpfungsgrad D und die
Schwingungsdauer T zu beachten.

Bei einem Dämpfungsgrad von D = 1 berechnet sich die Übergangsfunktion aus


h(t )  K P [1  e t (1    t )] .

Die Dämpfungskonstante  errechnet sich aus


T1
T1  2  D ,
T1
D , T2  1 ,  
2  T2 0 0 2  T22
14.7 Realisierung von elektronischen Reglern 279

Die Ortskurve beginnt mit 0 auf der reellen Achse und durchläuft mit zunehmender
Frequenz zuerst den 4. und danach den 3. Quadranten. Der Frequenzgang berechnet sich
aus

F ( j )  K P  1
1  (T2 ) 2  jT1
und die Eigenkreisfrequenz 0 der gedämpften Schwingung aus
0   ²   ²   0  1  D ²

IT1-Regler

Bei der klassischen Schaltung entfällt der Kondensator C2, und die beiden Widerstände
sind in einem Wert zusammengefasst. Da diese Schaltung nicht die gewünschten Verzö-
gerungen liefert, wird in der Praxis eine modifizierte Variante eingesetzt.

Die Übergangsfunktion errechnet sich aus


h(t )  K I  t  K I  T1  (1  et /T1 )
Der Integrierbeiwert KI, die Zeitkonstante T1 und der Frequenzgang F berechnen sich

KI  1 F ( j )  1
, T1  ( R2  R3 )  C ,
R1  C1 j (1  jT1 )
280 14 Regelungstechnik

DT1-Regler

Bei einem D-Regler wirkt die Eingangsspannung direkt auf den Kondensator. Wird in
Reihe mit dem Kondensator C ein Widerstand R1 geschaltet, ergibt sich ein D-Glied mit
Verzögerung, wobei speziell in diesem Fall von einem nachgebenden System gespro-
chen wird.
K D t /T1
Die Übergangsfunktion errechnet sich aus h(t )  e .
T1
Der Differenzwert ergibt sich aus KD = R2 C1 und die Zeitkonstante aus T1 = R1 C1.

Bei der Übergangsfunktion erkennt man, dass sich der Kondensator zum Zeitpunkt T1
auf 37 % seines Anfangswertes entladen hat. Der Frequenzgang errechnet sich aus
j  K D
F ( j )  K P 
1  j  T1
Für die Ortskurve und für die Phasenverschiebung gilt die Eckkreisfrequenz mit
0  1
T1
Während die Ortskurve einen Halbkreis beschreibt, bewegt sich die Phasenverschiebung
zwischen 90° (niedrige Frequenz) bis 0° (hohe Frequenz).

PI-Regler
Bei einem PI-Regler ist das Zeitverhalten des P- und des I-Reglers in einer Schaltung
zusammengefasst. Die Änderung des nachgeschalteten Stellgliedes erfolgt also nach dem
Betrag der Regelabweichung (P-Anteil) und nach dem zeitlichen Integral (I-Anteil).
14.7 Realisierung von elektronischen Reglern 281

Bei einem PI-Regler wird die Ausgangsspannung nach einer sprungartigen Änderung der
Eingangsspannung ebenfalls sprungartig um den Proportionalbeiwert KP erhöht. Ab die-
sem Zeitpunkt beginnt das zeitliche Integral des Reglers. Die Zeitkonstante Tn wird als
Nachstellzeit bezeichnet.

Die Übergangsfunktion für einen PI-Regler errechnet sich aus


h(t) = KP + KI  t
mit der Nachstellzeit, die sich errechnet aus
KP
Tn   R2  C1
KI
und dem Proportionalbeiwert bzw. dem Integrierbeiwert mit
R2 1
KP  , KI 
R1 R1  C1
Für den Frequenzgang gilt
  K
F ( j )  K P  1  1   K P  I
 j  Tn  j
und für die Eckkreisfrequenz
K
0  1  I
Tn KP
Die Phasenverschiebung beginnt bei –90° (niedrige Frequenz) und geht auf 0° (hohe
Frequenz) zurück.
282 14 Regelungstechnik

PIT1-Regler

Bei einem PIT1-Regler handelt es sich um einen PI-Regler mit einer Verzögerung
1. Ordnung. Am Eingang der Schaltung befindet sich ein RC-Glied und damit eine Ver-
zögerung 1. Ordnung, während sich die Schaltung für den PI-Regler nicht ändert. Es
ergibt sich die Übergangsfunktion von
h(t )  K P  (1  et /T1 )  K I  t

PD-Regler

Ein PD-Regler ist ein Proportionalregler mit Differentialanteil. Die Ausgangsgröße eines
P-Reglers wird zusätzlich durch die Änderungsgeschwindigkeit eines D-Reglers ver-
bessert.
Als Grundschaltung dient ein P-Regler, wobei parallel zu dem Eingangswiderstand R1
der Kondensator C1 zur Differenzierung geschaltet wird. Die Übertragungsfunktion
errechnet sich aus
 für t  0
h(t )  
 K P für t  0
14.7 Realisierung von elektronischen Reglern 283

Der Proportionalanteil KP, der Differenzierbeiwert KD und die Vorhaltezeit Tv errechnen


sich aus
R2 KD
KP  , K D  R2  C1 , Tv   R1  C1
R1 KP

Der Frequenzgang berechnet sich aus


F ( j )  K P  1  jTv   K P  j K D
und die Eckkreisfrequenz aus
K
0  1  P
Tv Tv
Bei dieser Schaltung muss jedoch der Innenwiderstand der Spannungsquelle am Eingang
berücksichtigt werden. Aus diesem Grunde setzt man in der Praxis die verbesserte Schal-
tung ein.
Bei der optimierten Schaltung befindet sich der Kondensator für die Differenzierung in
der Rückkopplung. Der Proportionalbeiwert errechnet sich aus dem Verhältnis der bei-
den Rückkopplungswiderstände (R2 bzw. R3) und dem Eingangswiderstand R1. Die Zeit-
konstante Tv für die Vorhaltezeit ist das Produkt aus der Parallelschaltung der beiden in
der Rückkopplung befindlichen Widerstände R2||R3 zu beiden Seiten des mit Masse ver-
bundenen Kondensators C1.
Tv  ( R2 || R3 )  C1
284 14 Regelungstechnik

PDT1-Regler

Zur Verzögerung der Übertragungsfunktion befindet sich in der Schaltung ein zusätzli-
cher Widerstand RD. Durch die Verzögerung wird in der Übertragungsfunktion die Un-
endlichkeitsstelle bei t = 0 unterdrückt, wodurch sich der Verlauf ändert.

Die Ausgangsgröße ändert sich sprunghaft zur Zeit t = 0 um einen Betrag, der vom Be-
trag des Eingangssprungs, von den beiden Parameterwerten KP bzw. Tv des Reglers und
seiner Verzögerungszeit, abhängig ist. Bei der Bedingung t > 0 ist die Ausgangsgröße
mit der Zeitkonstanten T1 von dem Proportionalbeiwert KP des Reglers abhängig.

PID-Regler

Aus den für PI- und PD-Regler gewonnenen Erkenntnissen lassen sich PID-Regler auf-
bauen. PID-Regler beinhalten die drei grundsätzlichen Übertragungseigenschaften der
einzelnen Reglertypen, nämlich proportionales, integrales und differentielles Verhalten.
Die Übergangsfunktion eines PID-Reglers errechnet sich aus
  für t  0
h (t )  
K
 P  K I t für t  0
14.7 Realisierung von elektronischen Reglern 285

Die Vorhaltezeit Tv, die Nachstellzeit Tn, der Proportionalbeiwert KP, der Integrierbei-
wert KI und der Differenzierbeiwert KD ergeben sich aus
KD KP
Tv   R1  C1 , Tn   R2  C2
KP KI
R2 1
KP  , KI  , K D  R2  C1
R1 R1  C2

Der Frequenzgang errechnet sich aus


  KI
F ( j )  K P  1  jTv  1   K P  j  j  K D
 j  Tn 
Die Eckkreisfrequenz ist
K K
0  1 I  1  I D  1  P
Tn  Tv Tn KP Tv KD

Die Phasenverschiebung beginnt bei –90° (niedrige Frequenz) und endet bei +90° (hohe
Frequenz).

Bei der modifizierten Schaltung sollten vom Anwender unbedingt folgende Bedingun-
gen eingehalten werden:
R2 C1
R2  C2 + R3  C1>> R3  C2 und   1
R3 C2
Letztere Bedingung gilt auch, wenn mindestens die Forderung R2 >> R3 eingehalten
wird. In der Praxis hat zudem der Kondensator C1 eine erheblich größere Kapazität als
der Kondensator C2.
286 14 Regelungstechnik

Auch die Forderung


R2
1
R2  R3
sollte ebenfalls erfüllt sein. Für die Berechnungen des Integrierbeiwerts, der Vorhaltezeit
und der Nachstellzeit ergeben sich folgende Änderungen:
1 R2  R3
KI  Tv  C Tn  ( R2  R3 )  C2
R1  C2 R2  R3 1
Der Proportionalbeiwert Kp ändert sich ebenfalls und errechnet sich aus
R2  R3
KP 
R1

PIDT1-Regler

In dieser Schaltung befindet sich in der Rückkopplung ein Transistor, der in seiner Kol-
lektor-Grundschaltung betrieben wird. Damit ergibt sich ein Reaktanzwandler, d. h., an
der Basis des Transistors liegt ein hochohmiges Eingangsverhalten vor, während am
Emitteranschluss ein niederohmiges Ausgangsverhalten auftritt. Der Widerstand RD ist
unbedingt erforderlich, wodurch die gewünschte Dämpfung auftritt.
Die Vorhaltezeit verändert sich durch die Reaktanzwandlung des Widerstandes R2 von
der Emitterseite auf die Basisseite mit
  R3
Tv   C  R3  C1
  R3 1
Hier wird diese Spannung durch den Kondensator C2 differenziert und über den Wider-
stand R2 in den Rückkopplungsstrom umgewandelt. Durch die Reaktanzwandlung gilt
jetzt für die Nachstellzeit
 R 
Tn   R2  3   C2  R2  C2
 
14.7 Realisierung von elektronischen Reglern 287

und der Proportionalbeiwert errechnet sich aus


R3
R2 
KP    R2
R1 R1

Bei der Übergangsfunktion ist deutlich die durch den Dämpfungswiderstand RD verur-
sachte Verzögerungszeit T1 erkennbar.

Tt-Regler

Eine besondere Art von Totzeit-Reglern bewirkt, dass zwischen Eingangs- und Aus-
gangsänderung eine entsprechende Zeitverzögerung auftritt. Ändert sich die Eingangs-
größe sprungartig, so wird die Ausgangsgröße erst nach einer bestimmten Zeitdauer, der
Totzeit Tt, geändert.
Bei dieser Schaltung handelt es sich um ein Monoflop (Univibrator) in Verbindung mit
einem Operationsverstärker. Die Ausgangsspannung befindet sich im Ruhezustand kon-
stant auf +Ub, nach erfolgter Triggerung über den Eingang Ue geht der Ausgang für die
Zeitdauer der monostabilen Funktion auf –Ub. Nach der Verweilzeit kippt der Ausgang
wieder in seine stabile Lage zurück und hat die Ausgangsspannung +Ub.
Für den Operationsverstärker wird eine symmetrische Betriebsspannung von ±12 V
benötigt. Die monostabile Zeit berechnet sich aus
Tt  0, 7  R  C ,
wenn der Widerstand Rt des Differenziergliedes mit Masse verbunden ist. Liegt statt der
Masseverbindung eine negative Referenzspannung vor, gilt
288 14 Regelungstechnik

U b
Tt  R  C  ln
U ref

Die Diode verhindert, dass die Spannung am nicht invertierenden Eingang größer als
+0,6 V wird.

In der Übergangsfunktion ist die zwischen der Eingangs- und der Ausgangsänderung
auftretende Totzeit Tt erkennbar. Die Übergangsfunktion berechnet sich aus
0 für t  Tt
h(t )  
1 für t  Tt
Der Frequenzgang ergibt sich aus
F ( j )  e jTt
Die Phasenverschiebung nimmt bei steigender Frequenz stetig ab. Bei den Tt-Reglern ist
zu bemerken, dass man diese ohne nennenswerten Fehler rechnerisch so behandeln kann
wie ein Verzögerungsglied 1. Ordnung. Voraussetzung hierfür ist, dass die Totzeit Tt
sehr kurz ist.

14.8 Arbeitsweise von geschlossenen Regelkreisen

Es soll das stabile bzw. instabile Verhalten eines Regelkreises sowie das Führungsver-
halten bzw. Störverhalten untersucht werden. Unter anderem spricht man bei Betrach-
tungen von Regelkreisen auch öfters von statischem und dynamischem Verhalten des
Regelkreises. Das statische Verhalten eines Regelkreises kennzeichnet den Ruhezustand
des Regelkreises nach Ablauf aller zeitabhängigen Ausgleichsvorgänge, also den Zu-
stand lange nach vorangegangenen Stör- oder Führungsgrößenänderungen. Das dynami-
sche Verhalten zeigt dagegen in erster Linie das Verhalten des Regelkreises bei Ände-
rungen, d. h. den Verlauf von einem stabilen Ruhezustand in den anderen Ruhezustand.
Schließt man einen Regler an eine Strecke an, so erwartet man den folgenden Verlauf.
14.8 Arbeitsweise von geschlossenen Regelkreisen 289

Nach dem Schließen des Regelkreises soll die Regelgröße (x) in möglichst kurzer Zeit
ohne großes Überschwingen die vorgegebene Führungsgröße (w) erreichen und auch
halten. Man spricht in diesem Zusammenhang beim Einlaufen auf einen neuen Wert der
Führungsgröße auch vom Führungsverhalten.
Nach dem Anfahrvorgang soll die Regelgröße einen konstanten Wert ohne größere
Schwankungen einhalten, d. h., der Regler soll an der Regelstrecke stabil arbeiten. Tritt
nun eine Störung an der Regelstrecke auf, so soll der Regler ebenfalls in der Lage sein,
diese mit möglichst kleinem Überschwingen in einer relativ kurzen Ausregelzeit auszu-
regeln.
Nach Ablauf des Anfahrvorganges soll die Regelgröße den durch die Führungsgröße
vorgegebenen konstanten Wert annehmen und in einen stabilen Betrieb übergehen. Es
kann jedoch vorkommen, dass der Regelkreis instabil wird und die Regelgröße sowie
Stellgröße periodische Schwingungen ausführen. Dies kann sogar dazu führen, dass die
Amplitude dieser Schwingung u. U. nicht konstant bleibt, sondern vergrößert sich lau-
fend, bis sie periodisch zwischen einem oberen und unteren Maximalwert hin und her
schwingt.
290 14 Regelungstechnik

Man spricht hier häufig auch von der Selbsterregung des Regelkreises. Die Ursache von
einem solchen instabilen Verhalten sind meist im Regelkreis vorhandene kleine Stör-
amplituden, die eine gewisse Unruhe in den Kreis bringen. Die Selbsterregung ist im
Wesentlichen vom Aufbau des Regelkreises, ob mechanisch, hydraulisch oder elektrisch,
unabhängig und tritt dann auf, wenn die zurückkommende Schwingung eine gleiche oder
größere Amplitude hat und die gleiche Phasenlage hat, wie sie angelegt wurde.
Werden in einem stetigen Regelkreis, der stabil arbeitet, gewisse Betriebsbedingungen
verändert (z. B. neue Reglereinstellung), so muss immer damit gerechnet werden, dass
der Regelkreis instabil wird. Für die praktische Regelungstechnik ist die Stabilität des
Regelkreises jedoch selbstverständlich. Pauschal kann man sagen, dass in der Praxis ein
stabiles Verhalten dadurch erreicht wird, indem man die Verstärkung im Regelkreis
hinreichend klein und die Regler-Zeitkonstante hinreichend groß wählt.
Je nach Ursache spricht man bei der Beschreibung des Streckenverhaltens im Regelkreis
von Stör- oder Führungsverhalten:
– Führungsverhalten: Die Führungsgröße wurde verstellt und der Prozess hat ein neues
Gleichgewicht erreicht.
– Störverhalten: Auf den Prozess wirkt von außen eine Störung und verschiebt das
bisherige Gleichgewicht, bis sich wieder ein stabiler Istwert ausgebildet hat.
Das Führungsverhalten entspricht somit dem Verhalten des Regelkreises auf eine Füh-
rungsgrößenänderung. Das Störverhalten bestimmt die Reaktion auf äußere Änderungen,
z. B. das Einbringen von kaltem Gut in einen Ofen. Stör- und Führungsverhalten in ei-
nem Regelkreis sind im Allgemeinen nicht gleich. Dies liegt unter anderem daran, dass
sie auf unterschiedliche Zeitglieder bzw. an verschiedenen Eingriffsorten im Regelkreis
wirken.
Bei einem Regelkreis mit gutem Führungsverhalten kommt es darauf an, dass bei Ände-
rung der Führungsgröße die Regelgröße den neuen Wert der Führungsgröße möglichst
schnell und mit einem kleinen Überschwingen erreichen soll. Man kann zwar ein Über-
schwingen durch eine andere Reglereinstellung verhindern. Dieses Anfahren an die
Führungsgröße kann dabei kriechend oder schwingend ausgeführt sein.

P-Regler besitzen eine bleibende Regelabweichung, die sich durch Einführung eines
I-Anteils beseitigen lässt. Durch diesen I-Anteil erhöht sich aber die Neigung zum Über-
schwingen und die Regelung wird etwas träger. Verzögerungsbehaftete Strecken lassen
sich mit einem P-Regler nur bei Vorhandensein eines I-Anteils stationär genau regeln.
Bei einer Totzeit ist immer ein I-Anteil erforderlich, da ein P-Regler allein zu Schwin-
gungen führt. Für Strecken ohne Ausgleich ist ein I-Regler ungeeignet.
14.8 Arbeitsweise von geschlossenen Regelkreisen 291

Der D-Anteil lässt den Regler schnell reagieren. Bei stark pulsierenden Prozessgrößen,
wie Druckregelung etc., führt dies jedoch zu Instabilitäten. Regler mit D-Anteil eignen
sich dagegen gut für langsame Regelstrecken wie sie bei Temperaturregelungen auftre-
ten. Ist die bleibende Regelabweichung unerwünscht, verwendet man dann einen soge-
nannten PI- oder PID-Regler.
Für den Zusammenhang zwischen Streckenordnung und Reglerstruktur gilt: Für Stre-
cken ohne Ausgleich oder Totzeiten (0. Ordnung) ist ein P-Regler ausreichend. Aber
auch bei scheinbar verzögerungsfreien Strecken kann die Verstärkung eines P-Reglers
nicht beliebig hoch gewählt werden, da der Regelkreis ansonsten durch kleinste immer
vorhandene Totzeiten instabil würde. Zum vollständigen Ausregeln ist daher immer ein
I-Anteil erforderlich.
Für Strecken 1. Ordnung mit kleinen Totzeiten ist ein PI-Regler gut geeignet. Strecken
2. und höherer Ordnung (mit Verzugs- und Totzeiten) erfordern einen PID-Regler. Bei
sehr hohen Ansprüchen sollte eine Kaskadenregelung, eingesetzt werden. Strecken
3. und 4. Ordnung sind mitunter mit PID-Reglern, meist aber nur noch mit Kaskadenre-
gelung, zu realisieren.
Bei Regelstrecken ohne Ausgleich muss die Stellgröße nach dem Erreichen der Füh-
rungsgröße auf Null zurückgenommen werden. Sie können daher nicht durch Regler mit
I-Anteil geregelt werden, da diese durch ein Überschwingen der Regelgröße abgebaut
werden müsste. Für Strecken ohne Ausgleich und höherer Ordnung (mit Verzugs- und
Totzeiten) ist daher ein PD-Regler geeignet.

Auswahl der Reglertypen zum Regeln der wichtigsten Regelgrößen


Bleibende Regelabweichung Keine bleibende Regelabweichung
P PD PI PID
Temperatur einfache Strecken für geeignet sehr gut geeignet
geringe Ansprüche
Druck, Gas geeignet
Wasser reiner I-Anteil, meist besser
Durchfluss wenig geeignet, da er- geeignet brauchbar, aber I-Regler
forderlicher Xp-Bereich allein oft besser
meist zu groß
Niveau bei kleiner Totzeit geeignet
Förderung ungeeignet wegen Tot- brauchbar, aber I-Regler
zeit allein oft besser
292 14 Regelungstechnik

Geeignete Reglertypen für die unterschiedlichen Regelstrecken


Strecke Reglerstruktur
P PD PI PID
Reine Totzeit gut geeignet oder
reiner I-Regler
1. Ordnung mit kleiner gut geeignet geeignet
Totzeit
2. Ordnung mit kleiner ungünstiger als PID gut geeignet
Totzeit
Höhere Ordnung ungünstiger als PID gut geeignet
Ohne Ausgleich mit Ver- geeignet geeignet
zugszeit

14.9 Optimierung von Regelkreisen

Regleroptimierung bedeutet die Anpassung des Reglers an den gegebenen Prozess bzw.
Regelstrecke. Die Regelparameter (kp, Xp, Tn, Tv usw.) müssen so gewählt werden, dass
bei den gegebenen Betriebsverhältnissen ein möglichst günstiges Verhalten des Regel-
kreises erzielt wird. Dieses günstige Verhalten kann jedoch unterschiedlich definiert
sein, z. B. ob man ein schnelles Erreichen der Führungsgröße bei kleinerem Über-
schwingen als günstig bezeichnet oder ein überschwingungsfreies Anfahren bei etwas
längerer Ausregelzeit.

Die Regelgüte zeigt, dass für eine sprungweise Störung sich ebenfalls als Gütemaßstäbe
die Überschwingweite Xm und die Ausregelzeit Ta anbieten. Um die Ausregelzeit genau-
er zu definieren ist es erforderlich festzuhalten, wann der Regelvorgang als beendet
anzusehen ist. Zweckmäßig wird das Ausregeln einer Störung als beendet angesehen,
wenn die Regelgrößenänderungen unterhalb 1 % vom Sollwerteinstellbereich Wh blei-
14.9 Optimierung von Regelkreisen 293

ben, d. h. innerhalb der Messgenauigkeit zu liegen kommen, wobei zweckmäßig eine


Störung von 10 % von Yh gewählt wird.
Neben der Überschwingweite und der Ausregelzeit werden auch weiterhin für mathema-
tische Untersuchungen als Gütemaßstäbe die Regelfehlerflächen herangezogen.
– Lineare Regelfläche: A = A1 – A2 + A3
– Quadratische Regelfläche: A2 = A12 + A22 + A32
Bei der Schwingungsmethode nach Ziegler und Nichols werden die Regelparameter so
verstellt, dass die Stabilitätsgrenze erreicht ist und der aus Regler und Strecke gebildete
Regelkreis zu schwingen beginnt, d. h. die Regelgröße periodische Schwingungen um
die Führungsgröße durchführt. Aus den so gefundenen Parametern können die Werte zur
Reglereinstellung ermittelt werden. Dieses Verfahren ist nur auf Regelstrecken anwend-
bar, bei denen ein Überschwingen keine Gefahr birgt und die instabil arbeiten können.
Um Schwingungen der Regelgröße zu erhalten, wird die Reglerverstärkung zunächst
minimiert, d. h. der Proportionalbereich auf den maximalen Wert gestellt. Der Regler
muss als reiner P-Regler arbeiten, dafür wird der I-Anteil (Tn) sowie der D-Anteil (Tv)
ausgeschaltet. Nun wird der Proportionalbereich Xp so lange verkleinert, bis die Regel-
größe ungedämpfte Schwingungen mit konstanter Amplitude ausführt.

Für die Schwingungsmethode nach Ziegler-Nichols ergibt sich folgende Tabelle:


Reglerstruktur
P XP  XPk/0,5
PI XP  XPk/0,45
Tn  0,85  Tk
PID XP  XPk/0,6
Tn  0,5  Tk
Tv  0,12  Tk
294 14 Regelungstechnik

Die Einstellregeln von Ziegler/Nichols gelten im Wesentlichen für Strecken mit kleinen
Totzeiten und einem Verhältnis Tg/Tu > 3.
Eine weitere Möglichkeit der Parameterbestimmung beruht auf der Aufnahme der stre-
ckentypischen Parameter, durch Aufzeichnung der Streckensprungantwort. Dieses Ver-
fahren eignet sich auch für Strecken, die nicht zum Schwingen gebracht werden können.
Der Regelkreis muss allerdings geöffnet werden, z. B. indem man ein Regelgerät in den
Handbetrieb umschaltet, um direkt auf die Stellgröße Einfluss zu nehmen. Der Stellgrad-
sprung sollte nach Möglichkeit in der Nähe der Führungsgröße stattfinden.

Ein Verfahren, mit dessen Hilfe die Regelparameter berechnet werden können, wenn die
Parameter der Strecke bekannt sind, haben Chien, Hrones und Reswick (CHR) entwi-
ckelt. Dieses Näherungsverfahren liefert günstige Regelparameter nicht nur für Ände-
rung der Störgröße‚ sondern auch für Änderung der Führungsgröße und ist geeignet für
Regelstrecken mit PTn-Verhalten n  2. Aus der Sprungantwort werden die Verzugszeit
Tu, die Ausgleichszeit Tg, sowie der Übertragungsbeiwert der Strecke ks ermittelt.
Regelgrößenänderung x
ks  
Stellgrößenänderung y
Aus den gefundenen Werten ergeben sich dann die Einstellregeln aus der Tabelle.
Formeln zur Einstellung nach der Sprungantwort
Regelstruktur Führung Störung
P Xp  3,3  ks  (Tu/Tg)  100 % Xp  3,3  ks  (Tu/Tg)  100 %
I Xp  2,86  ks  (Tu/Tg)  100 % Xp  1,66  ks  (Tu/Tg)  100 %
Tn  1,2  Tg Tn  4  Tg
PID Xp  1,66  ks  (Tu/Tg)  100 % Xp  1,05  ks  (Tu/Tg)  100 %
Tn  1  Tg Tn  2,4  Tg
Tv  0,5  Tu Tn  0,42  Tu
14.9 Optimierung von Regelkreisen 295

Mitunter ergeben sich bei der geschilderten Methode allerdings Schwierigkeiten bei der
Ermittlung der Ausgleichszeit Tg. In vielen Fällen kann nur zwischen 0 % oder 100 %
gewählt werden. Wird der Prozess aber mit 100-%iger Stellgröße betrieben, droht evtl.
die Zerstörung.
Man kann sich nun damit behelfen, dass man auf die Ermittlung von Ausgleichszeit Tg
verzichtet und dafür die Anstiegsgeschwindigkeit vmax bestimmt. Gibt man dem Regler
eine hinreichend große Führungsgröße vor, greift dieser zunächst mit einer 100-%igen
Stellgröße ein. Danach regelt er auf dem Sollwert. Mit dem Anstieg des Istwertes kann
vmax berechnet werden.

Der Stellgradsprung sollte nach Möglichkeit in Sollwertnähe stattfinden. Die Aufzeich-


nung der Streckensprungantwort kann beendet werden nach dem Erreichen des Wende-
punktes, d. h. wenn die Steigung der Regelgröße wieder kleiner wird.
Durch Anlegen der Wendetangente lassen sich nun Verzugszeit Tu und Anstiegsge-
schwindigkeit vmax bestimmen. Die Regelparameter für den Proportionalwert Xp, der
Nachstellzeit Tn bzw. der Vorhaltezeit Tv können nun auch ohne Kenntnis von der Aus-
gleichszeit Tg berechnet werden. Für die unterschiedlichen Reglerstrukturen ergibt sich
der Zusammenhang und folgende Tabelle zeigt die Formeln für die Einstellung.
Xh (%): max. Stellbereich (Y1 – Y2), der ohne Stellgradbegrenzung zur Verfügung steht
y (%): Stellgrößenänderung in % bezogen auf Yh
296 14 Regelungstechnik

Reglerstruktur
P Xp  vmax  Tu Yh/y
PI Xp  1,2  vmax  Tu Yh/y
Tn  3,3  Tu
PID Xp  0,83  vmax  Tu Yh/y
Tn  2  Tg
Tv  0,5  Tu
PD Xp  0,83  vmax  Tu  Yh/y
Tv  0,25  Tu

14.10 Schaltende Regler

Bei der Zweipunktregelung kann die Stellgröße zwei Zustände annehmen: Ein und Aus.
Wegen des unstetigen Verhaltens ist sie nur für Strecken geeignet, bei denen die Verän-
derung der Regelgröße zeitbehaftet (verzögert) erfolgt.

R1
xw 
R2
Bei der Dreipunktregelung kann die Stellgröße drei Zustände annehmen: Zustand I, Aus
und Zustand II. Diese Regelung ist für Strecken mit verzögerter Veränderung geeignet.
14.10 Schaltende Regler 297

R1
xw 
R2
Auch mit einem schaltenden Ausgang lässt sich eine Energiezufuhr nahezu kontinuier-
lich, d. h. stufenlos, dosieren: Es bleibt letztlich gleich, ob ein Ofen mit 50 % des Heiz-
stromes betrieben wird oder mit voller Leistung (100 %), diese aber nur die Hälfte der
Zeit anliegt.

Unstetige Regler ändern statt der Größe des Ausgangssignals das Einschaltverhältnis
bzw. Tastverhältnis des Ausgangssignals. Ein Tastverhältnis von 1 entspricht 100 % der
Stellgröße, 0,25 entsprechen 25 % der Stellgröße usw.
Das Tastverhältnis lässt sich wie folgt definieren:

Te Te Einschaltzeit
T Ta Ausschaltzeit
Te  Ta
298 14 Regelungstechnik

Durch Multiplikation mit 100 % erhält man die relative Einschaltdauer angegeben in
T(%) = T  100 %.
Die Definition des Tastverhältnisses bzw. der relativen Einschaltdauer besagt, wie lange
die Energiezufuhr bei einem Regler mit schaltendem Ausgang eingeschaltet ist, z. B. ein
Tastverhältnis von 0,25 besagt, dass die Energiezufuhr 25 % einer Gesamtzeit einge-
schaltet und 75 % ausgeschaltet ist. Es wird hierbei aber keine Aussage über die Dauer
des Zeitraumes gegeben, d. h. ob der Vorgang innerhalb einer Minute, mehreren Minu-
ten oder einer Stunde gilt.
In der Theorie ergibt sich dann für die Einschaltzeit des Reglers folgender Zusammen-
hang:
Stellgröße ( y in %)  Schaltperiodendauer(C y in %)
Einschaltzeit Te 
100 %
Das heißt, bei einer kleinen Periodendauer (Cy = Te + Ty) wird die zugeführte Energie
feiner dosiert. Demgegenüber steht jedoch ein häufiges Schalten des Stellgliedes (Re-
lais/Schütz). Aus der Periodendauer lässt sich die Schalthäufigkeit leicht ermitteln.
15 Digitaltechnik 15

15.1 Bedeutung der binären Signalwerte

Schalterwert 0 Schalterwert 1
Schalter offen geschlossen
Signal 0 1
Potential L (Low) H (High)
Wahrheitsgehalt falsch wahr

15.2 Zahlensysteme

Dezimal Dual/Binär Oktal Hexadezimal


0 0 0 0
1 1 1 1
2 10 2 2
3 11 3 3
4 100 4 4
5 101 5 5
6 110 6 6
7 111 7 7
8 1000 10 8
9 1001 11 9
10 1010 12 A
11 1011 13 B
12 1100 14 C
13 1101 15 D
14 1110 16 E
15 1111 17 F

299

© Springer Fachmedien Wiesbaden GmbH, ein Teil von Springer Nature 2019
H. Bernstein, Formelsammlung, https://doi.org/10.1007/978-3-658-18179-6_15
300 15 Digitaltechnik

15.3 Umrechnen von Zahlensystemen

 Dezimalsystem (Zehnersystem)
359D
1. Stelle  9  100 = 9  1 = 9
2. Stelle  5  101 = 5  10 = 50
3. Stelle  3  102 = 3  100 = 300
359D
 Dual/Binärsystem (Zweiersystem)
1011B
1. Stelle  1  20 = 1  1= 1
2. Stelle  1  21 = 1  2= 2
3. Stelle  0  22 = 0  4= 0
4. Stelle  1  23 = 1  8= 8
11D
 Oktalsystem (Achtersystem)
473O
1. Stelle  3  80 = 3  1 = 3
2. Stelle  7  81 = 7  8 = 56
3. Stelle  4  82 = 4  64 = 256
315D
 Hexadezimalsystem (Sechzehnersystem)
73H
1. Stelle  3  160 = 3  1 = 3
2. Stelle  7  161 = 7  16 = 112
115D
 Umwandlung von Dezimal nach Dual/Binär
25D  ?B 25 : 2 = 12 Rest 1 Probe: 1 1 0 0 1
12 : 2 = 6 Rest 0 24 2 3 22 21 2 0
6 : 2 = 3 Rest 0 16 + 8 + 1 = 25
3 : 2 = 1 Rest 1
2 : 1 = 0 Rest 1  1 1 0 0 1
 Umwandlung von Dezimal nach Oktal
100D  ?O 100 : 8 = 12 Rest 4 Probe: 1 4 4
12 : 8 = 1 Rest 4 82 81 80
1 : 8 = 0 Rest 1  1 4 4 1  64 + 4  8 + 4  1 = 100
 Umwandlung von Dezimal nach Hexadezimal
500D  ?H 500 : 16 = 31 Rest 4 Probe: 1 F 4
31 : 16 = 1 Rest F 162 161 160
1 : 16 = 0 Rest 1  1 F 4 1  256 + 15  16 + 4  1 = 500
15.4 Bits und Bytes 301

 Umwandlung von Dual/Binär in Oktal


110 101 110101B  65O
6 5
 Umwandlung von Dual/Binär in Hexadezimal
11 0101 110101B  35H
3 5

15.4 Bits und Bytes

– Ein Bit (Binary Digit) kann zwei Zustände annehmen


20
– Eine Tetrade (4-Bit-Format) oder Nibble kann 16 Zustände annehmen
23 22 21 20
– Ein Byte (8-Bit-Format) kann 256 Zustände annehmen
27 26 25 24 23 22 21 20
– Ein Word (16-Bit-Format) besteht aus 2 Bytes und kann 65.536 Zustände
(64 Kbyte) annehmen
H-Byte L-Byte
– Ein DWord (Double, 32-Bit-Format) besteht aus 4 Bytes und kann 4.294.967.296
Zustände (4 Gbyte) annehmen
HH-Byte HL-Byte LH-Byte LL-Byte
– Ein FWord (Far) besteht aus 6 Bytes (48-Bit-Format) und kann 2,8 Tbyte (Tera)
annehmen.
– Ein QWord (Quad) besteht aus 8 Bytes (64-Bit-Format).
– Ein TWord (Ten) besteht aus 10 Bytes (80-Bit-Format).

 Integer (vorzeichenbehaftete Binärzahl): 8-Bit-Integer


MSB LSB MSB Most Significant Bit
(höherwertiges Bit)
27 26 25 24 23 22 21 20
LSB Least Significant Bit
S Magnitude (niederwertiges Bit)
S vorzeichenbehaftet (Sign),
0 = positiv, 1 = negativ
Bereich: –128 bis +127
302 15 Digitaltechnik

 16-Bit-Integer
MSB LSB
Bereich: –32768 bis +32767
H-Byte L-Byte
S Magnitude

 32-Bit-Integer
MSB LSB
Bereich: –2  109 bis +2  109
HH-Byte HL-Byte LH-Byte LL-Byte
S Magnitude

 64-Bit-Integer Bereich: –9  1018 bis +9  1018

 Ordinal (vorzeichenlose Binärzahl)

MSB LSB
Bereich: 0 bis 255
27 26 25 24 23 22 21 20
S Magnitude

MSB LSB
Bereich: 0 bis 65535
H-Byte L-Byte
Magnitude

31 16 15 0
HH-Byte HL-Byte LH-Byte LL-Byte
Selektor Offset

 Gleitpunktzahlen (Floating Point)


IEEE-Format (32-Bit-Format): IEEE: Institute of Electrical and Electronics Engineers)
Short Real:
31 30 23 22 0 Bereich:
8,43  10–37 bis 3,37  1038
S Exponent Mantisse

Long Real (64-Bit-Format):


63 62 52 51 0 Bereich:
4,19  10–307 bis 1,67  10308
S Exponent Mantisse

Temporary Real (80-Bit-Format):


79 78 64 63 0 Bereich:
3,4  10–4932 bis 1,2  104932
S Exponent Mantisse
15.5 Codes 303

15.5 Codes

Der Minimalaufwand an Binärelementen zum Aufbau eines BCD-Codes beträgt 4 Bit,


wobei eine Redundanz von 0,7 Bit unvermeidlich ist. Man spricht bei dieser Gruppe von
Codes von den 4-Bit-Codes oder Tetraden-Codes. Zur Darstellung der zehn Ziffern des
denären Alphabets muss man zehn Codeworte mit vier Stellen (4 Bit) aus den 16 mögli-
chen Binärzeichenkombinationen auswählen. Es verbleiben also stets sechs nicht benö-
tigte Codeworte, die man als Pseudodezimalen (Pseudotetraden) bezeichnet.
In diesem Zusammenhang ist es von Interesse, wie viel 4-Bit-Codes sich überhaupt kon-
struieren lassen. Darüber gibt die Variationsrechnung Auskunft. Bezeichnet man mit V
die Anzahl der möglichen Variationen, mit Mc die Menge der zu bildenden Codeworte
und mit Mz die Menge der darzustellenden Zeichen, dann ergibt sich:
M  MC !
V   c Mz ! 
Mz   Mc  M z  !
Die Tabelle zeigt die Entwicklung der gebräuchlichsten 4-Bit-Codes aus dem reinen
Binärcode durch unterschiedlichen Einbau von Pseudodezimalen.

Codebezeichnung
Stellen- Reiner 8-4-2- Aiken- Exzess- Jump- Jump- 4-2-2- 5-4-2- 5-2-2- 5-3-1- White-
nummer Binär- 1-Code Code 3-Code at-2- at-8- 1-Code 1-Code 1-Code 1-Code Code
code Code Code
4 3 2 1
0 1 0 ░ 0 0 0 0 0 0 0
▓ 1 1 1 ░ 1 1 1 1 1 1 1
▓ 2 2 2 ░ ░ 2 2 2 2 2 ░
▓▓ 3 3 3 0 ░ 3 3 3 3 3 2
▓ 4 4 4 1 ░ 4 ░ 4 4 4 ░
▓ ▓ 5 5 ░ 2 ░ 5 ░ ░ ░ ░ 3
▓▓ 6 6 ░ 3 ░ 6 4 ░ ░ ░ ░
▓▓▓ 7 7 ░ 4 ░ 7 5 ░ ░ ░ 4
▓ 8 8 ░ 5 2 ░ ░ 5 ░ 5 5
▓ ▓ 9 9 ░ 6 3 ░ ░ 6 5 6 6
▓ ▓ 10 ░ ░ 7 4 ░ ░ 7 6 ░ ░
▓ ▓▓ 11 ░ 5 8 5 ░ ░ 8 6 7 7
▓▓ 12 ░ 6 9 6 ░ 6 9 7 8 ░
▓▓ ▓ 13 ░ 7 ░ 7 ░ 7 ░ 8 9 8
▓▓▓ 14 ░ 8 ░ 8 8 8 ░ 9 ░ ░
▓▓▓▓ 15 ░ 9 ░ 9 9 9 ░ ░ ░ 9

░ Pseudotetrade
304 15 Digitaltechnik

Je nach der Art und Weise, in der die Pseudodezimalen in den Code eingebaut werden,
entstehen Codes mit den verschiedensten typischen Eigenschaften (Bewertbarkeit,
Symmetrie, Bündelung, Markierbarkeit usw.), wie die Tabelle zeigt.

Code- 8-4-2-1- Aiken- Exzess- Jump- Jump- 4-2-2-1- 5-4-2-1- 5-2-2-1- 5-3-1-1- White-
bezeich- Code Code 3-Code at-2- at-8- Code Code Code Code Code
nung Code Code
Wertig- 8 4 2 1 2 4 2 1 keine 2 4 2 1 2 4 2 1 4 2 2 1 5 4 2 1 5 2 1 1 5 3 1 1 5 2 1 1
keit
0 ░░
1 ░ ░ ░ ░ ░ ░ ░ ░ ░ ░
Zugeordnete Dezimalziffer

2 ░ ░ ░ ░░ ░ ░ ░ ░ ░░ ░
3 ░░ ░░ ░░ ░ ░ ░░ ░░ ░░ ░░ ░ ░
4 ░ ░ ░░░░ ░ ░ ░░ ░░ ░░ ░ ░ ░░
5 ░ ░░ ░░░ ░ ░░ ░ ░ ░░░░ ░░ ░ ░
6 ░░ ░░ ░ ░░░ ░░ ░░ ░ ░ ░░ ░░ ░
7 ░░░░░ ░░ ░ ░░ ░ ░░░░░ ░░ ░ ░ ░ ░ ░░░ ░░
8 ░ ░░░ ░ ░░░░░ ░░░ ░░░ ░ ░░░ ░░░░ ░░ ░
9 ░ ░░░░░░░ ░░░░░░░░░░░░░░ ░░░ ░░ ░░░░░

░ Pseudotetrade

Der 8-4-2-1-Code ist ein auf eine Dekade verkürzter reiner Binärcode. Er wird gerne zur
Zählung und Addition verwendet. Seine Stellenwertigkeiten entsprechen denen der ers-
ten vier Stellen des reinen Binärcodes (8, 4, 2, 1), woher auch seine Bezeichnung
stammt. Nachteilig für diesen Code sind die Tatsachen, dass er als nicht markiertes
Codewort das 0-Wort enthält und nicht symmetrisch ist, d. h. keine Komplementbildung
erlaubt. Für die einfache Durchführung von Subtraktionen ist es wünschenswert, dass ein
Code in unkomplizierter Weise (z. B. durch Invertieren aller Stellen) das sogenannte 9er-
Komplement bildet. Man kann dann für die Addition und Subtraktion das gleiche Re-
chenregister benutzen. Da der 8-4-2-1-Code diese Eigenschaft nicht besitzt, wird dieser
selten verwendet.
Legt man die Pseudodezimalen, die sich beim 8-4-2-1-Code, genau in der Mitte befin-
den, kommt man zum AIKEN-Code, der die Stellenwertigkeiten 2-4-2-1 besitzt. Wie
man erkennt, ist er symmetrisch aufgebaut, d. h. die Invertierung aller Stellen irgendei-
nes Codewortes ergibt das zugehörige 9er-Komplement. Als Nachteil dieses Codes ist zu
nennen, dass er als nicht markierte Codeworte sowohl das 0-Wort als auch das 1-Wort
enthält. Dieses vermeidet der Exzess-3-Code nach STIBITZ. Er ist ebenfalls symmet-
risch, aber nicht bewertbar, d. h. ein reiner Anordnungscode. Man kann sich diesen Code
aus dem 8-4-2-1-Code über das Bildungsgesetz berechnen:
 k 
Z dez    W j  S j   3;
 j 1  W j  8, 4, 2, 1
 
15.5 Codes 305

Der 5-Bit-Code hat natürlicherweise eine höhere Redundanz als die Minimalform der
4-Bit-Codes. Es ergeben sich insgesamt 22 überflüssige Codeworte oder eine Redundanz
von R  1,7 Bit. Da man aus der größeren Anzahl von 25 = 32 Codeworten nur zehn für
einen BCD-Code auszuwählen hat, besteht die Möglichkeit, 5-Bit-Codes mit bestimmten
Eigenschaften zu konstruieren, die mit 4 Bit nicht zu erzielen sind und die den höheren
Aufwand an Binärstellen rechtfertigen.
Der LIBAW-CRAIG-Code eignet sich sehr gut zum Aufbau von elektronischen Ein- und
Zweirichtungszählern. Diese Zähler bestehen im Wesentlichen aus einem 5-stelligen
Schieberegister mit gekreuzter Rückführung, weshalb dieser Code auch „switched-
tailring-counter-code“ bezeichnet wird. Er gestattet eine äußerst einfache Umcodierung
auf den häufig verwendeten 10  -Code durch nur zwei Dioden pro Dezimalziffer. Die
1
für die Ziffernerkennung geeigneten Binärstellen sind in der Tabelle mit einem Punkt
gekennzeichnet. Als Nachteil ist festzustellen, dass der Code sowohl das 0-Wort als auch
das 1-Wort enthält. Auch ist er nicht bewertbar. Es fällt ferner auf, dass die HAMMING-
Distanz aller benachbarten Codeworte konstant gleich 1 ist, also ein stetiger Code vor-
liegt, der wegen D = 1 einschrittig genannt wird. Das 10er-Komplement ist durch Lesen
des Codewortes in umgekehrter Reihenfolge erhältlich. Schaltungstechnisch bedeutet
dieses, dass man die 5. gegen die 1. und die 4. gegen die 2. Stelle im Wort vertauschen
muss, um das Komplement auf 10 zu erhalten. Der LIBAW-CRAIG-Code ist auch als
einspuriger Kettencode verwendbar.

Codebezeichnung LIBAW-CRAIG-Code 1-2-1-Code


Wertigkeit keine keine
Stellennummer 5 4 3 2 1 5 4 3 2 1
0
1
2
3
4
5
6
7
8
9

Zwei spezielle 5-Bit-Codes mit Angabe der für die Umcodierung auf den 10  -Code als
1 
 
Erkennungsstellen benötigten Binärstellen
Ein weiterer 5-Bit-Code, der ebenfalls einschrittig und einspurig, d. h. ein Kettencode
ist, aber 0-Wort und 1-Wort vermeidet, wird nach dem ständig zwischen g =1 und g = 2
abwechselnden Gewicht der Worte 1-2-1-Code genannt. Die Umcodierung auf den
10  -Code ist fast genauso einfach wie beim LIBAW-CRAIG-Code die 10er-Kom-
 
1 
306 15 Digitaltechnik

plementbildung geschieht auf die gleiche Weise wie bereits geschildert. Zu den 5-Bit-
Codes gehören ferner
Walking-Code
7-4-2-1-0-Code
8-4-2-1-0-Code
LORENZ-Code
Bei der Exzessdarstellung wird ein definierter Code – zumeist der reine Binärcode – mit
einem Überschuss oder Exzess e versehen, so dass sich der zu einem Codewort w gehö-
rende Ziffernwert z aus dem ursprünglichen Ziffernwert z nach der Gleichung errechnet:
 k 
z  z   e   W j  S j   e
 j 1 
Die bekannteste Form dieser Codeart ist die Exzess-3-Darstellung des 8-4-2-1-Codes,
die von STIBITZ angegeben wurde. Allgemein beruhen die wichtigsten Exzess-
Darstellungen darauf, dass jede Denärziffer zi durch ein Codewort wi mit dem Zahlen-
wert q  zi + e im reinen Binärcode angegeben wird. Das vollständige Bildungsgesetz der
Exzess-e-Codierung lautet somit
k 
W j  S j   e
 j 1 
z
q
, W j  2k 1 16, 8, 4, 2,1
Die wichtigsten Exzess-e-Codes sind der STIBITZ-Code mit q =1 und e = 3, der NU-
DING-Code mit q = 3 und e = 2 sowie der DIAMOND-Code mit q = 27 und e = 6. Der
NUDING-Code hat bei k = 5 eine Minimaldistanz von d = 2, ist also gegen Übertra-
gungsfehler in gewissen Grenzen gesichert. Der DIAMOND-Code benötigt 8 Binär-
stellen und hat dabei eine Minimaldistanz von d = 3. Beide Codes bilden durch Invertie-
rung aller Stellen das 9er-Komplement und sind symmetrisch.

Codebezeich- STIBITZ-Code NUDING-Code Diamond-Code


nungen
Stellennummer 4 3 2 1 5 4 3 2 1 8 7 6 5 4 3 2 1
Wertigkeit
0 ▓ ▓ ▓ ▓ ▓
1 ▓ ▓ ▓ ▓ ▓
Zugeordnete Dezimalziffer

2 ▓ ▓ ▓ ▓ ▓ ▓ ▓
3 ▓ ▓ ▓ ▓ ▓ ▓ ▓ ▓ ▓ ▓
4 ▓ ▓ ▓ ▓ ▓ ▓ ▓ ▓ ▓ ▓
5 ▓ ▓ ▓ ▓ ▓ ▓ ▓
6 ▓ ▓ ▓ ▓ ▓ ▓ ▓
7 ▓ ▓ ▓ ▓ ▓ ▓ ▓ ▓ ▓ ▓
8 ▓ ▓ ▓ ▓ ▓ ▓ ▓ ▓ ▓ ▓ ▓ ▓
9 ▓ ▓ ▓ ▓ ▓ ▓ ▓ ▓ ▓ ▓ ▓ ▓
15.6 Logische Grundfunktionen 307

15.6 Logische Grundfunktionen

 Identität
Funktionstabelle
x y
0 0
1 1

Schaltfunktion: y = x
lies: y ist x

 Negation (NICHT, NOT)


Funktionstabelle
x y
0 1
1 0

Schaltfunktion: y  x
lies: y ist x nicht

 Konjunktion (UND, AND)


Funktionstabelle
x1 x2 y
0 0 0
0 1 0
Schaltfunktion: y  x1  x 2 oder x1  x 2 1 0 0
lies: y ist x1 und x2 1 1 1  Bedingung erfüllt

 Disjunktion (ODER, OR)


Funktionstabelle
x1 x2 y
0 0 0
0 1 1  Bedingung erfüllt
1 0 1  Bedingung erfüllt
Schaltfunktion: y  x1  x 2 oder x1  x 2
1 1 1  Bedingung erfüllt
lies: y ist x1 oder x2
308 15 Digitaltechnik

 NAND (NICHT-UND, NOT-AND)


Funktionstabelle
x1 x2 y
0 0 1  Bedingung erfüllt
Schaltfunktion: y  x1  x2 oder x1  x2 0 1 1  Bedingung erfüllt
1 0 1  Bedingung erfüllt
1 1 0

 NOR (NICHT-ODER, NOT-OR)


Funktionstabelle
x1 x2 y
0 0 1  Bedingung erfüllt
Schaltfunktion: y  x1  x2 oder x1  x2 0 1 0
1 0 0
1 1 0

 Äquivalenz (Exklusiv-ODER, Ex-NOR)


Funktionstabelle
x1 x2 y
Schaltfunktion: 0 0 1  Bedingung erfüllt
y  x1  x2  x1  x2 oder x1  x2  x1  x2 0 1 0
1 0 0
1 1 1  Bedingung erfüllt

 Antivalenz (Inklusiv-ODER, Ex-OR)


Funktionstabelle
x1 x2 y
0 0 0
Schaltfunktion:
y  x1  x 2  x1  x 2 oder x1  x 2  x1  x 2 0 1 1  Bedingung erfüllt
1 0 1  Bedingung erfüllt
1 1 0

 Implikation
Funktionstabelle
x1 x2 y
0 0 1  Bedingung erfüllt
Schaltfunktion: y  x1  x2 oder x1  x2
0 1 0
1 0 1  Bedingung erfüllt
1 1 1  Bedingung erfüllt
15.7 Grundregeln der Schaltalgebra 309

 Inhibition
Funktionstabelle
x1 x2 y
Schaltfunktion: y  x1  x 2 oder x1  x 2 0 0 0
0 1 1  Bedingung erfüllt
1 0 0
1 1 0

15.7 Grundregeln der Schaltalgebra

Konstante, logische Werte 0 1 1  0


Konjunktive Verknüpfung 0  0  0 1 0  0
0 1  0 11  1
Disjunktive Verknüpfung 0  0  0 1 0  1
0 1  1 1 1  1
Funktionen mit einer Variablen xx
Konjunktive Verknüpfung 0 x  0 x x  x
1 x  x xx 0
Disjunktive Verknüpfung 0 x  x x x  x
1 x  1 x x 1
Vertauschungsregeln x1  x 2  x 2  x1
(Kommutation)
x1  x 2  x2  x1
Verbindungsregeln x1  x2  x3  x1  ( x2  x3 )  ( x1  x2 )  x3
(Assoziation)
x1  x2  x3  x1  ( x2  x3 )  ( x1  x2 )  x3
Verteilungsregeln x1  ( x2  x3 )  x1  x2  x1  x3 )
(Distribution)
x1  ( x2  x3 )  ( x1  x2 )  ( x1  x3 )
Vereinfachungsregeln x1  x1  x 2  x1
(Absorption)
x1  ( x1  x 2 )  x1
x1  ( x1  x 2 )  x1  x 2
x1  x1  x 2  x1  x 2
310 15 Digitaltechnik

Negationsregeln (De Morgan)


x1  x2  x  b

x1  x2  x  b
Vorrangregeln: Sind keine Klammern vorhanden, gelten Operationen mit folgender
Rangfolge
1. Negation
2. Konjunktion
3. Disjunktion

15.8 Minimieren mit Karnaugh-Diagramm

KD mit zwei Variablen


Wertigkeit b = 21 a = 20
0 0 0 a b
1 0 1 a b
2 1 0 a b
3 1 1 a b

Beispiel: x = ab + ab
Ergebnis: x = b

KD mit drei Variablen


Wertigkeit c = 22 b = 21 a = 20
0 0 0 0 a b c
1 0 0 1 a b c
2 0 1 0 a b c
3 0 1 1 a b c
4 1 0 0 a b c
5 1 0 1 a b c
6 1 1 0 a b c
7 1 1 1 a b c

Beispiel: x = abc + abc + abc + abc


Ergebnis: x = c
15.8 Minimieren mit Karnaugh-Diagramm 311

KD mit vier Variablen

Wertigkeit d = 23 c = 22 b = 21 a = 20
0 0 0 0 0 a b c d
1 0 0 0 1 a b c d
2 0 0 1 0 a b c d’
3 0 0 1 1 a b c d
4 0 1 0 0 a b c d
5 0 1 0 1 a b c d
6 0 1 1 0 a b c d
7 0 1 1 1 a b c d
8 1 0 0 0 a b c d
9 1 0 0 1 a b c d
10 1 0 1 0 a b c d
11 1 0 1 1 a b c d
12 1 1 0 0 a b c d
13 1 1 0 1 a b c d
14 1 1 1 0 a b c d
15 1 1 1 1 a b c d

Beispiel: x = abcd  + abcd  + abcd + abcd  + abcd + abcd + abcd + abcd 


Ergebnis: x = ab + ab
312 15 Digitaltechnik

15.9 Grundschaltungen mit Flipflops

Statisches RS-Flipflop
(Nicht-taktgesteuertes Flipflop mit statischen Eingängen, die auf Spannungszustände
reagieren)

Taktzustandsgesteuertes JK-Flipflop
(Taktgesteuertes JK-Flipflop mit dynamischem Takteingang, der auf eine positive Flan-
ke reagiert)

Zustandsgesteuertes D-Flipflop
(Zustandsgesteuertes D-Flipflop mit statischem Takteingang, der auf eine positive Span-
nungsänderung reagiert)
15.10 Auslastfaktoren (fan-in, fan-out) bei TTL-Bausteinen 313

Taktzustandsgesteuertes JK-Master-Slave-Flipflop
(Zwei taktgesteuerte JK-Flipflops mit dynamischem Takteingang. Das Master-Flipflop
reagiert auf eine positive, das Slave-Flipflop auf eine negative Taktflanke.)

Taktzustandsgesteuertes T-Flipflop
(Taktgesteuertes JK-Flipflop mit dynamischem Takteingang, das auf eine positive Flan-
ke reagiert)

15.10 Auslastfaktoren (fan-in, fan-out) bei TTL-Bausteinen

Die Ausgangsbelastbarkeit gibt an, von wie viel Lasteinheiten (N) der TTL-Baustein bei
L-Potential (0-Signal) einen Strom treiben kann bzw. an wie viel Lasteinheiten er bei H-
Potential (1-Signal) einen Strom liefern kann. Bei Standard-TTL-Bausteinen der Serie
7400 ist N = 10 (16 mA) und n = 1 (–1,6 mA).
314 15 Digitaltechnik

TTL- TTL-Last Std Standard-TTL 74XX


Treiber Std ALS AS F LS S ALS Avanced-Low-Power-
Std 10 20 8 20 20 8 Schottky-TTL 74ALSXX
AS Avanced-Schottky-TTL 74ASXX
ALS 10 20 10 20 20 10
F Fast-Schottky-TTL 74FXX
AS 10 50 10 50 50 10 LS Low-Power-Schottky-TTL 74LSXX
F 12 25 10 25 25 10 S Schottky-TTL 74SXX
LS 5 20 8 50 50 10
S 12 50 10 50 50 10

Std ALS AS F LS S

min 4,75 4,75 4,75 4,75 4,75 4,75 V


Betriebsspannung Ub typ 5,0 5,0 5,0 5,0 5,0 5,0 V
max 5,25 5,25 5,25 5,25 5,25 5,25 V
Eingangsspannung UIL max 0,8 0,8 0,8 0,8 0,8 0,8 V
UIH min 2,0 2,0 2,0 2,0 2,0 2,0 V
Eingangsstrom IIL max –1,6 –0,2 –1,0 –1,2 –0,36 –2,0 mA
IIH min 40 20 20 40 20 50 µA
Ausgangsspannung UOL max1) 0,4 0,35 0,35 0,35 0,5 0,5 V
UOH min 2,4 3,2 3,2 3,4 2,7 2,7 V
Ausgangsstrom2) IOL max 16 83 ) 20 20 83) 20 mA
Leistungsaufnahme/Gatter P typ 10 1 22 4 2 20 mW
Laufzeit/Gatter tp typ 10 4 1,5 2 9 3 ns
1) bei IOL max
2) bei UOL max
3) bei gepufferten Ausgängen 40 mA

15.11 CMOS-Bausteine

Sollte die Betriebsspannung in der Nähe der maximalen Speisespannung liegen, so muss
sichergestellt sein, dass die maximal zulässige Betriebsspannung von +15 V zu keiner
Zeit überschritten wird. Mögliche Ursachen zum Überschreiten der Spannungsgrenze
sind Spannungsspitzen aus dem Netzteil während des Ein- oder Ausschaltens, Restwel-
ligkeit der Speisespannung, Überschwingen eines geregelten Netzteiles oder allgemeines
Rauschen.
Der Ausgangsstrom eines Netzteiles sollte mit dem Strombedarf übereinstimmen. Um
Vorsorge gegen Spannungsspitzen zu treffen, ist es vorteilhaft, als Schutz eine Z-Diode
parallel zu den Ausgangsklemmen des Netzteiles zu schalten. Der Z-Wert sollte oberhalb
15.11 CMOS-Bausteine 315

der Regelgrenze der Ausgangsspannung, jedoch nicht über 15 V liegen. Die Schaltung
enthält zusätzlich einen Serienwiderstand, der die Stromaufnahme begrenzt und die Z-
Diode vor Überlastung schützt. Die Parallelkapazität wurde gewählt, damit die erforder-
lichen Spitzenströme während des Schaltens verfügbar sind.

Z-Diode als Eingangsschutz

Alle unbeschalteten Eingänge müssen entweder mit USS oder mit UDD verbunden sein.
Welches Potential gewählt wird, kann entsprechend der jeweiligen Schaltung entschie-
den werden. Ein nicht festgelegter Eingang eines Hochstrom-Typs (wie z. B. 4009,
4010, 4041, 4049 oder 4050) kann nicht nur zu einem fehlerhaften Betrieb führen, son-
dern auch zur Überschreitung der Verlustleistungsgrenze von 200 mW. Die Zerstörung
des Bauelementes kann die Folge sein. Werden CMOS-Hochstrom-Typen auf steckbaren
Karten montiert, kann durch das Ziehen der Karte die Eingangsschaltung abgetrennt
werden. In diesem Falle müssen die Eingänge nach UDD oder USS mit einem Pull-Up-
Widerstand in der Größenordnung von 200 k bis 1 M beschaltet sein.
Während die Stromversorgung abgeschaltet ist, dürfen keine Eingangssignale angelegt
sein. Es sei denn, die Ruhestromaufnahme ist auf 10 mA begrenzt. Interface-Eingangs-
Signale dürfen 0,5 V oberhalb von UDD oder unterhalb von USS liegen, bzw. es sollte
eine Strombegrenzung von 10 mA max. vorgenommen werden. Für alle Fälle, in denen
eine Überschreitung des 10 mA-Wertes besteht, wird ein Serienwiderstand empfohlen.
Der Widerstandswert kann 10 k betragen, ohne dass die statischen Kennwerte verän-
dert werden, jedoch wird die Schaltgeschwindigkeit durch die RC-Verzögerung redu-
ziert. Ferner sind lange Eingangssignalleitungen auf Grund ihres induktiven Anteils zu
beachten. Hier können auf Grund der Umgebungsbedingungen größere Störspannungen
entstehen. In diesem Fall wird für die Eingangsklemmen ein Serienwiderstand mit einem
Parallelkondensator empfohlen. Der Parallelkondensator sollte unter dem Gesichtspunkt
der gewünschten Schaltgeschwindigkeit so groß wie möglich gewählt werden.
Die Sechsfach-Buffer-Typen 4009, 4010, 4049 und 4050 können zwei Normal-TTL-
Lasten ansteuern. Andere Typen, wie z. B. 4041, 4048 und 4031 können ebenfalls bis zu
einer TTL-Last ansteuern. In allen Fällen empfiehlt es sich, das jeweilige Datenblatt
einzusehen. Die meisten Gatter und Inverter können eine oder mehrere Low-Power-
TTL-Lasten ansteuern. Um einen guten Störabstand im Zustand der 1 zu erhalten, wird
empfohlen, zwischen Ausgang der TTL-Schaltung und Eingang der CMOS-Schaltung,
einen Pull-Up-Widerstand einzusetzen.
316 15 Digitaltechnik

Es folgen Regeln für einen einwandfreien Betrieb einer CMOS-TTL-Interface-Schal-


tung. Dabei können verschiedene Speisespannungsquellen bei gleichen Pegeln, aber
möglicherweise zu verschiedenen Zeiten auftreten.
a) CMOS-Ansteuerung durch TTL-Serienwiderstand für CMOS-Eingänge von 1 k
b) TTL-Ansteuerung durch CMOS kann direkt verbunden werden.
CMOS-Bausteine können ohne Verminderung der Störsicherheit oder anderer Kennwer-
te an UDD = 0 V und USS = –3 V bis –15 V betrieben werden und sind damit angepasst.
Alle CMOS-Bausteine verwenden ein DC-Fan-Out von 50. Die Reduzierung der Schalt-
frequenz von CMOS-Bausteinen, verursacht durch zusätzliche kapazitive Belastung,
sollte im Entwurf für eine hohe Schaltfrequenz berücksichtigt werden. Die Eingangs-
kapazität beträgt mit zwei Ausnahmen 5 pF; lediglich bei den Buffer-Typen 4009 und
4049 beträgt die Kapazität 15 pF.
Bei Betrieb mehrerer CMOS-Typen an einem Taktimpuls müssen die Anstiegs- und
Abfallzeiten zwischen 5 und 15 µs liegen. Bei längeren Anstiegszeiten ist ein sicherer
Betrieb nicht gewährleistet.
Wenn zwei oder mehrere CMOS-Bausteine an einem gemeinsamen Taktimpuls betrie-
ben werden, wird es erforderlich, die Anstiegszeit des Taktimpulses niedriger als die
Summe aus Propagations-Verzögerungszeit, Transitionszeit (Summen-Ausgänge) und
Eingangsansprechzeit (Set-Up-Time) zu erhalten. Die meisten Flipflops und Schiebe-
register sind bereits auf diese Regel abgestimmt und so spezifiziert.
Normalerweise schalten CMOS-Typen bei 30 bzw. 70 % der Speisespannung. Bei einer
Speisespannung von 10 V liegt z. B. ein 0-Signal zwischen 0 und 3 V und ein 1-Signal
zwischen 7 und 10 V. Für eine 5-V-Speisespannung liegen die Bereiche eines 0-Signals
zwischen 0 und 1‚5 V bzw. eines 1-Signals zwischen 3,5 und 5 V. Die Störsicherheit
beträgt also 30 % im Speisespannungsbereich von 3 bis 15 V.
Weil die CMOS-Übertragungseigenschaften von 30 bis 70 %‚ bezogen auf die Speise-
spannung variieren, muss der Schaltungsentwickler, der Multivibratoren, Pegeldetekto-
ren und RC-Netzwerke einsetzt, diese Unterschiede beachten.
Kurzschlüsse zwischen Ausgang und UDD bzw. USS können bei einigen Hochstromtypen,
wie z. B. 4007A, 4009, 4010, 4041, 4049 und 4050 zur Überschreitung der zulässigen
Verlustleistung von 200 mW führen. Generell besteht jedoch keine Überlastungsgefahr,
wenn UDD – USS kleiner als 5 V gewählt wird. In allen Fällen, in denen eine kurzschluss-
ähnliche Last wie z. B. ein bipolarer NPN- oder PNP-Transistor angesteuert wird, sind
unter Berücksichtigung der Ausgangskenndaten in den entsprechenden Datenblättern
Vorkehrungen zu treffen, um die Verlustleistung unter 200 mW zu halten.
15.11 CMOS-Bausteine 317

Der Ruhestrom (IL) kann gemessen werden, indem alle


Eingänge mit UDD (IDD) oder mit USS (ISS) verbunden
werden.
Die Ruheverlustleistung PD wird wie folgt errechnet:
PD = (UDD – USS)  IL
Dabei ist IL = IDD oder ISS-Pegel der Ausgangsspannung:
U0L = Ausgang, niedriger Pegel („0“) = 10 mV bei 25 °C
U0H = Ausgang, hoher Pegel („1“) = UDD –10 mV bei 25 °C

 Störsicherheit:
UNL = Maximale Störspannung, wenn am Eingang ein 0-Signal angelegt werden kann
(UNL + USS), bevor der Ausgangspegel umschaltet.
UNH = Maximale Störspannung, wenn am Eingang ein 1-Signal angelegt werden kann
(UNL – UDD), bevor der Ausgangspegel umschaltet.

 Ausgangstreiberstrom:
– Sink-Strom (ID, N) = Ausgangs-Sink-Strom, hervorgerufen durch den N-Kanal-Tran-
sistor ohne Überschreitung einer vorgegebenen Ausgangsspannung (V0). Werte ent-
hält jedes Datenblatt.
– Source-Strom (ID P) = Ausgangs-Source-Strom, hervorgerufen durch den P-Kanal-
Transistor ohne Unterschreitung einer vorgegebenen Ausgangsspannung (U0).

 Eingangsstrom (Ii):
Der typische Wert des Eingangsstroms liegt bei 10 pA (3 bis 15 V) bei TA = 25 °C. Der
maximale Eingangsstrom für CMOS-Bausteine liegt normalerweise unter 10 nA bei 15V
und unter 50 nA bei TA = 125 °C.
Die Impulsformen beziehen sich auf TA = 25 °C, 15 pF-Last und eine Anstiegs- oder
Abfallzeit des Eingangssignals von 20 ns. Tatsächliche Verzögerungs- oder Transitions-
zeiten können darüber liegen, wenn Anstiegs- und Abfallzeiten der Eingangsimpulse
größer sind. In den einzelnen Datenblättern sind Diagramme enthalten, aus denen die
typische Variation der Verzögerungs- und Transitionszeit in Abhängigkeit von kapaziti-
318 15 Digitaltechnik

ver Belastung ersichtlich ist. Der Entwicklungsingenieur kann mit einem typischen
Temperaturkoeffizienten von 0,3 %/°C für die veranschlagte Schaltfrequenz bei anderen
Temperaturen als 25 °C rechnen. Propagation: Verzögerungs- und Transitionszeit stei-
gen mit zunehmender Temperatur an. Maximal zulässige Takteingangsfrequenzen müs-
sen mit steigender Temperatur vermindert werden.
Die dynamische Verlustleistung wird für jeden Typ im Datenblatt in einem Diagramm in
Abhängigkeit von der Taktfrequenz angegeben.

 Standardschutzbeschaltung

Die meisten CMOS-Eingangsgatter sind mit gezeigten Schutzbeschaltungen versehen.


Eine Ausnahme bildet die bei 4049A und 4050A verwendete Schutzschaltung.

 Standardschutzbeschaltung für 4049 und 4050

 Standardschutzbeschaltung für Übertragungsbausteine

Das Bild zeigt die Schutzbeschaltung, welche gegenwärtig an allen Ein- bzw. Ausgän-
gen von Übertragungsgattern und an Ausgängen von Invertern verwendet wird.
15.12 Monostabile Schaltungen 319

 Standardschutzbeschaltung für Inverter

Die Eingangsschutzbeschaltung kann gegen eine Entladungsenergie von 1 bis 2 kV aus


250 pF Schutz bieten.

15.12 Digitale Schalter

 Ein-Aus-Schalter (Arbeitskontakt)
y  xs

 Ein-Aus-Schalter (Ruhekontakt)
y  xs

 Umschalter (Wechselkontakt)

y  xR  s  x A  s
320 15 Digitaltechnik

15.13 Monostabile Schaltungen

 TTL-Monoflop mit NAND-Gatter

tm  R  C  k k Korrekturfaktor 0,8...1,3; abhängig von R


R Widerstand von 220  bis 1 k
C Kondensator von 1 nF bis 100 µF

 TTL-Monoflop mit NOR-Gatter

tm  R  C  k k Korrekturfaktor 0,8...1,3; abhängig von R


R Widerstand von 220  bis 1 k
C Kondensator von 1 nF bis 100 µF

 TTL-Monoflop mit NOR- und NICHT-Gatter

tm  R  C  k k Korrekturfaktor 0,8...1,3; abhängig von R


R Widerstand von 220  bis 1 k
C Kondensator von 1 nF bis 100 µF
15.14 Astabile Kippschaltungen 321

 TTL-Monoflop mit NAND- und NICHT-Gatter

tm  R  C  k k Korrekturfaktor 0,8...1,3; abhängig von R


R Widerstand von 220  bis 1 k
C Kondensator von 1 nF bis 100 µF

 TTL-Monoflop mit Rückkopplung

tm  R  C R Widerstand von 220  bis 1 k


C Kondensator von 1 nF bis 100 µF

15.14 Astabile Kippschaltungen

 Rechteckgenerator mit NAND-Gattern


R Widerstand von 220  bis 1 k
C Kondensator von 1 nF bis 100 µF

f  1 , wenn R = R = R und C = C = C ist


1 2 1 2
R C
322 15 Digitaltechnik

 Rechteckgenerator mit NOR-Gattern


R Widerstand von 220  bis 1 k
C Kondensator von 1 nF bis 100 µF

f  1 , wenn R = R = R und C = C = C ist


1 2 1 2
R C

 Rückgekoppelter Rechteckgenerator

 Rückgekoppelter Rechteckgenerator mit Quarz

Durch den Quarz wird die Rechteckfrequenz festgelegt.

 Rechteckgenerator mit TTL-Schmitt-Trigger

Einfacher Rechteckgenerator mit TTL-Schmitt-Trigger


15.15 Asynchrone Frequenzteiler und Zähler 323

15.15 Asynchrone Frequenzteiler und Zähler

 Frequenzteiler und Zähler 1 : 2


Zeit Q Q
0 tn 0 1
1 tn+1 1 0
0 tn+2 0 1
1 tn+3 1 0
f  1  1  100 MHz
n  tFF 110 ns
(Standard-TTL-Bausteine)

 Frequenzteiler und Zähler 1 : 4


Zeit 20 21
0 tn 0 0
1 tn+1 1 0
2 tn+2 0 1
3 tn+3 1 1
1  1 0 tn+4 0 0
f   50 MHz
n  tFF 2 10 ns
(Standard-TTL-Bausteine)

 Frequenzteiler und Zähler 1 : 8


Zeit 20 21 22
0 tn 0 0 0
1 tn+1 1 0 0
... ... ... ... ...
7 tn+7 1 1 1
0 tn+8 0 0 0

f  1  1  33 MHz
n  tFF 3 10 ns
(Standard-TTL-Bausteine)
324 15 Digitaltechnik

 Frequenzteiler und Zähler 1 : 16

Zeit 20 21 22 23
0 tn 0 0 0 0
1 tn+1 1 0 0 0
... ... ... ... ... ...
15 tn+15 1 1 1 1
0 tn+16 0 0 0 0

 Frequenzteiler und Zähler 1 : 3

Zeit 20 21
0 tn 0 0
1 tn+1 1 0
2 tn+2 0 1
1 1  NAND-Bedingung erfüllt ( 5 ns)
0 tn+3 0 0
1 tn+4 1 1
15.15 Asynchrone Frequenzteiler und Zähler 325

 Frequenzteiler und Zähler 1 : 5

Zeit 20 21 22
0 tn 0 0 0
1 tn+1 1 0 0
... ... ... ... ...
4 tn+4 0 0 1
1 0 1  NAND-Bedingung erfüllt ( 5 ns)
0 tn+5 0 0 0
1 tn+6 1 0 0

f  1  1  26 MHz (Standard-TTL-Bausteine)
n  tFF  TI  tG 3 10 ns  5 ns  3 ns

 Frequenzteiler und Zähler 1 : 6

Zeit 20 21 22
0 tn 0 0 0
1 tn+1 1 0 0
... ... ... ... ...
5 tn+5 1 0 1
0 1 1  NAND-Bedingung erfüllt ( 5 ns)
0 tn+6 0 0 0
1 tn+7 1 0 0
326 15 Digitaltechnik

 Frequenzteiler und Zähler 1 : 7

Zeit 20 21 22
0 tn 0 0 0
1 tn+1 1 0 0
... ... ... ... ...
6 tn+6 0 1 1
1 1 1  NAND-Bedingung erfüllt ( 5 ns)
0 tn+7 0 0 0
1 tn+8 1 0 0

 Frequenzteiler und Zähler 1 : 10

Zeit 20 21 22 23
0 tn 1 0 0 0
1 tn+1 1 0 0 0
... ... ... ... ... ...
8 tn+8 0 0 0 1
9 tn+9 1 0 0 1
0 1 0 1  NAND-Bedingung erfüllt ( 5 ns)
0 tn+10 0 0 0 0
1 tn+1 1 0 0 0
16 Sensorik 16

In der Sensorik wird eine nicht elektrische Größe in ein elektrisches Signal umgewandelt
und über ein Ausgabegerät angezeigt. Man unterscheidet zwischen passiven und aktiven
Messwertaufnehmern. Passive Sensoren benötigen eine Hilfsenergie, um den Messwert
in ein elektrisches Signal umzuformen. Bei aktiven Sensoren ist keine Hilfsenergie not-
wendig, da diese direkt den Messwert in ein elektrisches Signal umsetzen können.

16.1 NTC-Widerstände (Heißleiter)

327

© Springer Fachmedien Wiesbaden GmbH, ein Teil von Springer Nature 2019
H. Bernstein, Formelsammlung, https://doi.org/10.1007/978-3-658-18179-6_16
328 16 Sensorik

 
 B 1  1 
B Materialkonstante –2,5 %/K...–5,5 %/K
RNTC  R20 C  e  w k  R Temperaturkoeffizient

w Warmwiderstand
 R   k k Kaltwiderstand
RNTC  R20 C  e w
 Differenztemperatur
 R   B2 R Widerstand nach  Sekunden nach Abschalten
w
  w  k
R  Rw  Rk
RNTC
U a  Ub 
R1  RNTC
RNTC Widerstand in 

Mess- und Kompensations-NTC

Trägt man die bei konstanter Temperatur gewonnenen Werte der Spannung als Funktion
des Stromes auf, so erhält man die Spannungs-Strom-Kennlinie des Heißleiters. Es wird
zwischen drei Bereichen unterschieden:
a) Im Bereich des geradlinigen Anstiegs wird der Widerstand nur von der Umgebungs-
temperatur bestimmt, da die zugeführte elektrische Leistung für eine Eigenerwär-
mung nicht ausreicht (Temperaturmessungen).
b) Ein Bereich verzögerten Anstieges kurz vor dem Spannungsmaximum. Hier ist die
Eigenerwärmung des NTC durch die aufgenommene elektrische Leistung und den
Widerstandswert zu bestimmen.
c) Bei steigender Leistung sinkt der Widerstandswert des Heißleiters. Hier ist die Tem-
peratur des NTC höher als die der umgebenden Luft.
16.1 NTC-Widerstände (Heißleiter) 329

U max  G  R20C  max G Wärmeableitungskonstante W/K


Umax zulässige Spannung für Mess- und
G  max Kompensations-NTC
I max 
RT Imax zulässiger Strom für Mess- und Kompen-
P  G  (  U ) sations-NTC
max zulässige Eigenerwärmung in K
U Umgebungstemperatur in K

Kennlinienbeeinflussung

Diese Maßnahme der Kennlinienbeeinflussung ist erforderlich, wenn spezielle Kenn-


linien gewünscht werden. Im Wesentlichen ist die Reihen- und Parallelschaltung eines
linearen Widerstandes sowie die Kombination beider Möglichkeiten mit einem NTC
gegeben. Für diese drei Möglichkeiten ist der Kennlinienverlauf gezeigt. Die linke
Schaltung zeigt die Reihen- und Parallelschaltung und die Kombination beider Möglich-
keiten mit einem NTC-Widerstand R25 = 130 . Der gewünschte Kennlinienverlauf
ergibt sich aus dem am nächsten gelegenen Verlauf eines NTC-Typs. Der Reihenwider-
stand beeinflusst im Besonderen den Kennlinienverlauf bei hohen Temperaturen, wäh-
rend die Parallelschaltung eine Beeinflussung bei niedrigen Temperaturen ergibt. Die
Parallelschaltung und die Serienschaltung ergeben demgemäß eine Beeinflussung des
oberen und unteren Kennlinienteiles. Die rechte Schaltung zeigt eine Reihen- und Paral-
lelschaltung.

RP  R  B  2  
B  2 
330 16 Sensorik

16.2 PTC-Widerstand (Kaltleiter)

RN  2  R A R1, R2 Widerstandswerte bei a und e, oberhalb


von N
R 
ln  1  RA Anfangswiderstand bei 20 °C oder 25 °C
R
R   2  RN Nennwiderstand bei N
e  a N Umschlagstemperatur
R2  R1  eR (N e )  Temperaturbeiwert oberhalb N

16.3 Brückenschaltung

 R3 R1 
U0  U    
R
 3  R4 R1  R2 

R1 R3 R R
Die Brücke ist abgeglichen, wenn U0 = 0 ist,  oder 1  2
R2 R4 R3 R4
16.3 Brückenschaltung 331

Die größtmögliche Änderung wird erreicht, wenn für das Widerstandsverhältnis gilt:
R1 = R2 = R3 = R4 = R (R = Grundwiderstand)

 Viertelbrücke:
R2 oder R3 positiv veränderlich: R1 oder R4 positiv veränderlich:
R2 = R + R oder R3 = R + R R1 = R + R oder R4 = R + R

U 0  U b    1   R U 0  U b    1   R
 4 R  4 R
R2 oder R3 negativ veränderlich: R1 oder R4 negativ veränderlich:
R2 = R – R oder R3 = R – R R1 = R – R oder R4 = R – R

U 0  U b    1   R U 0  U b    1   R
 4 R  4 R

 Halbbrücke:
R2 und R3 positiv veränderlich: R2 positiv und R4 negativ veränderlich:
R2 = R + R und R3 = R + R R2 = R + R und R4 = R – R

U 0  U b    1   R U 0  U b    1   R
 2 R  2 R
R2 positiv und R3 negativ veränderlich: R1 negativ und R2 positiv veränderlich:
R2 = R + R und R3 = R – R R1 = R – R und R2 = R + R
2
U 0  U b    1    R  U 0  U b    1   R
 4  R   2 R

 Vollbrücke:
R2 und R3 positiv, R1 und R4 negativ veränderlich:
R2 = R + R, R3 = R + R, R1 = R – R, R4 = R – R

U d  U b  R
R
332 16 Sensorik

16.4 Dehnungsmessstreifen


  l
Dehnung und Stauchung des DMS
l K K-Faktor des Messstreifens
F F Längskraft

A l Länge des DMS
  E  mechanische Spannung N/mm2
R/R relative Widerstandsänderung
K  R
R l Längenänderung
R  K  
R
R  K  l
R l
R  R  K  l
l

 Viertelbrücke:
R2 oder R3 veränderlich: R1 oder R4 veränderlich:

U 0  U b    1   K   U 0  U b    1   K  
 4  4

 Halbbrücke:
R1 und R4 veränderlich: R2 und R3 veränderlich:

U 0  U b    1   K  (1   4 ) U 0  U b    1   K  ( 2   3 )
 4  4
16.4 Dehnungsmessstreifen 333

Sind R1 und R2 oder R3 und R4 veränderlich, heben sich die Änderungen auf!

 Vollbrücke:
Alle Widerstände sind veränderlich:

U 0  U b    1   K  ( 1   2   3   4 )
 4
Werkstoffe für Dehnungsmessstreifen:
– Konstantan: Legierung aus 60 % Kupfer (Cu) und 40 % Nickel (Ni)
K-Faktor: K = 2,1
zulässige Dehnung:  max  10 mm
m
Temperaturbereich: –75 °C bis 240 °C
– Karma: Legierung aus Nickel (Ni) und Chrom (Cr)
K-Faktor: K = 2,2
Temperaturbereich: bis 300 °C
– Platin-Iridium bzw. Platin: Legierung aus Nickel (Ni) und Chrom (Cr)
K-Faktor: K = 26
Temperaturbereich: bis 1000 °C
– Querrichtungsausdehnung (Poisson-Zahl):
Wird in Längsrichtung ein Werkstück gedehnt oder gestaucht, oder in Querrichtung
zur anliegenden Kraft, spricht man von einer Dehnung oder Stauchung.
q Querrichtungsdehnung (ohne Einheit)
 q  d
d d Querlängenänderung in m
 d Querlänge in m
 d µ Poisson-Zahl (ohne Einheit)

 Dehnung (ohne Einheit)

– Mechanische Spannung: Greift an einem Werkstück eine Kraft an, entsteht im Werk-
stück eine mechanische Spannung.
 mechanische Spannung in N/mm2
F
A F Kraft N
  E  Dehnung (ohne Einheit)
M  F l E Elastizitätsmodul in N/mm2
M Biegemoment in Nm
WQ  b  h ² l Länge des Hebels in m
6
 WQ Flächenträgheitsmoment eines quadratischen
WZ  d ²
π
Werkstückes in mm2
32
M WZ Flächenträgheitsmoment eines zylindrischen
 Werkstückes in mm2
W
d Durchmesser in mm
334 16 Sensorik

16.5 Ohm’scher Weg- und Winkelaufnehmer

Idealer Fall (Rb): x Längenänderung in m


U  R2 U  R2 x Gesamtlänge des Schleifers
U a  U  x   R1, R2 Teilwiderstände
x R1  R2 Rg
Rg Gesamtwiderstand
Rb Belastungswiderstand

16.6 Induktiver Weg- und Winkelaufnehmer

N 2  0  AKern W1 Vergleichsspule
L W2 Messwertaufnehmer
li
N Anzahl der Windungen
li Spulenlänge ohne Eisenkern in m
µ0 magnetische Feldkonstante 1, 257 106 Vs
Am
16.7 Kapazitiver Weg- und Winkelaufnehmer 335

16.7 Kapazitiver Weg- und Winkelaufnehmer

Änderung des Plattenabstandes: r Dielektrizitätszahl


r l E Empfindlichkeit
C EC
log D 
d
d C
C
Kapazitätsänderung
Kapazität in F
C  d d Plattenabstandsänderung
Relative Kapazitätsänderung: 0 elektrische Feldkonstante
C d
0 r  A 8,86 1012 As
Absolute Kapazitätsänderung: C m
d  d A Plattenfläche in m

Differentialkondensator
Der Differentialkondensator wird in
einer Halbbrücke verwendet:

U d  U  a
2a
a Plattenabstand zwischen mittlerer
und äußerer Platte
b Breite der Platte in m
336 16 Sensorik

l  l0  l
 0   r  b  l (l0  l )
C
a0
C  C0  l
I0

l0 Höhe der Platte in m


l Plattenfläche in m
 elektrische Feldkonstante
8,86 1012 As
m
r Dielektrizitätszahl

1  d1  d2
C 0  A 0 r  A
1  1   d  d 2  mit d = d – d
C  0  A  1  r 
1 2

0  A
C

d  d2  r
d2

A Plattenfläche in m
d Gesamtabstand der Platten in m
d1 Luftspalt zwischen Platte und
Dielektrikum in m
d2 Dicke des Dielektrikums in m

16.8 Hallgenerator

UH  k  I  B
d
UH Hallspannung
k Hallkonstante
I Längsstrom im Hallplättchen
B Flussdichte senkrecht auf Hallplättchen
d Dicke des Hallplättchens
k Indiumantimonid (InSb) UH  240  10–6 m3/As
k Indiumarsenid (InAs) UH  120  10–6 m3/As
16.9 Feldplatte 337

B  0  I n
I
  Fe

I zu messender Strom
 Luftspalt
IFe Länge des Eisenwegs

In der Praxis lässt sich die Gleichung des Eisens IFe/µ gegenüber dem Luftspalt  ver-
nachlässigen:

B  0  I

Die Hallspannung errechnet sich aus U H  K B 0  I In  B
n1
und die Ströme sind I1  n1  I 2  n2  I 2  I
n2 1
n1
Ua  R  I2  P  I
n2 1

16.9 Feldplatte

U R0 Widerstand ohne Magnetfeld


I  RB Widerstand bei Flussdichte
RB  R0
338 16 Sensorik

Der Grundwiderstand R0 der Feldplatte wird durch die Dotierungsgrade des InSb-NiSb-
Materials bestimmt:
– D-Material:  = 200 (  cm)–1 (undotiert), R0  100  (25 °C)
– L-Material:  = 550 (  cm)–1 R0  80 
– N-Material:  = 850 (  cm)–1 R0  100 

R75 R75
(%) für B  0T (%) für B  1T
R25 R25
Material min. Mittelwert max. min. Mittelwert max.
D 45 47 55 28 28 35
L 74 84 94 53 63 75
N 90 95 99 76 82 89

Die Mäanderstreifenlänge beträgt ca. 80 µm und die Mäanderdicke ist etwa 25 µm.

16.10 VDR-Widerstand

U  CI C Formkonstante 15...1000


I  k U   Materialkonstante 0,14...0,5
 Steigungswinkel
  U  tan  der Kennlinie
I
1 k Kehrwert von C
   cot  C –0,0012...–0,0018

16.12 Beleuchtungsgrößen und Einheiten 339

  Kehrwert von 
R  U  C  I  (1C  )
I I I Pv Verlustleistung
U U 1 Cw Konstante warm
R   Ck Konstante kalt
I k U  k  U ( 1)
Pv  U  I  C  I (1  )  k U (1  )
Cw  Ck (1   C   )

16.11 Peltier-Batterie

Pw    I  w Pw abzuführende Wärmeleistung
Pk    I  k Pk Kälteleistung
Pv Verlustwärme im Stromkreis
Pv  I ²  R
w Warmtemperatur
  w  k k Kalttemperatur
Pel  Pw  Pk  Pv    I (w  k )  Pv  Temperaturdifferenz
Pel    I    I ²  R  Thermokraft in V/K

16.12 Beleuchtungsgrößen und Einheiten

Lichtstrom  Lumen lm
Lichtmenge Q Lumenstunde lm h Q=t
Lichtstärke I Candela cd I = /
Beleuchtungsstärke Lux lm/m2 E = /A
Leuchtdichte (Selbststrahler) cd/cm2 L = /(  A  cos )
(Flächen) cd/m2
Belichtung H lx s H=Et
Lichtausbeute  lm/W  = /P
Reflexionsgrad l
Absorptionsgrad  l +=0
Raumwinkel  sr (Steradiant)  = A/r2
340 16 Sensorik

Spektraler Bereich von Sonnenlicht und Glühlampe

3 108 m/s  Lichtwellenlänge


 c  c Lichtgeschwindigkeit 300 000 km/s
f f
f Frequenz
16.13 Fotowiderstände 341

16.13 Fotowiderstände

LDR = Light Dependent Resistor

I F  n  e 
IF Fotostrom (beleuchtungsabhängig) in A
T ID Dunkelstrom (Kurzschlussstrom) in A
Ub n Anzahl der Ladungsträger in s
ID  e Elementarladung in As
RD
T Lebensdauer der Ladungsträger in s
U F2 Ri Innenwiderstand
Pv  I F2  Ri 
Ri RD Dunkelwiderstand
Pv
IF 
Ri
U F  I F  Ri
U a  Ub  U F

Chemische Materialien und Bereich:


CdS = Cadmiumsulfid sichtbares Licht
CdSe = Cadmiumselenid sichtbares Licht und Infrarot-Bereich
PbS = Bleisulfid Infrarot-Bereich (ca. 3000 nm)
PbSe = Bleiselenid Infrarot-Bereich (ca. 7000 nm)
InSb = Indiumantimonid
342 16 Sensorik

RF
U a  Ub
R  RF
(linke Schaltung)

Unter dem Dunkelwiderstand wird der hochohmige Widerstand verstanden, der sich bei
völliger Dunkelheit und nach t > 30 Minuten einstellt. Dieser erreicht Werte bis zu
> 200 M. Bei den handelsüblichen Widerständen treten Werte zwischen 1 M bis
10 M auf, typisch 10 M nach 30 Minuten Dunkelheit. Zu beachten ist, dass der Wi-
derstand des Bauelementes nach Abschalten des Strahlers während der ersten
10...30 Sekunden sehr schnell und danach langsamer ansteigt.. Die Änderungen des
Dunkelwiderstandes werden in den Datenblättern angegeben und z. B. der LDR 05 mit
 200 k pro Sekunde nach Abschalten einer 1000 lx Lichtquelle.
Der Hellwiderstand ist der Widerstand bei einer vorgegebenen Lichtquelle – Normlicht
A (2854 K); 300 lx; Tu = 20 °C – zu verstehen. Auch hier ist mit einer gewissen Trägheit
bis zum Erreichen des minimalen Wertes zu rechnen. Hellwiderstände bei 1000 Lux
erreichen Werte zwischen 100  und 3,5 k. Typische Werte bei 50 Lux liegen zwi-
schen 500 ...75 k je nach Typ. Prüfspannungen für den Hellwiderstand liegen zwi-
schen 2...10 Volt.

16.14 Fotodioden
16.15 Fototransistoren 343

U F  I F  Ri Ub Betriebsspannung
U a  Ub  U F UF Spannung an der Fotodiode
Ua Ausgangsspannung
Ub
ID  IF Fotostrom (beleuchtungsabhängig) in mA
RD ID Dunkelstrom (Kurzschlussstrom) in µA
U F2 Ri Innenwiderstand
Pv  I F2  Ri  RD Dunkelwiderstand
Ri
Pv
I F max 
Ri
U F max  Pv  Ri

Die Kapazität ist abhängig von der Höhe der Sperrspannung C D  1 .


UR

16.15 Fototransistoren

I C  (1  B) I CB 0 IC Kollektorstrom
IC ICB0 Kollektor-Reststrom
s B Gleichstromverstärkung (Emitter-

schaltung)
IC
e s Lichtstrom-Empfindlichkeit
E in mA/lm
U CE  U b  U a  U b  I C  Ra e Beleuchtungsstärke-
Pv  U CE  I C Empfindlichkeit in mA/lx
 Lichtstrom in lm
E Beleuchtungsstärke in lx
344 16 Sensorik

16.16 Fotoelemente

UL IF Fotostrom (beleuchtungsabhängig) in mA
Ri  (E = konstant) UL Leerlaufspannung
Ik
Ri Innenwiderstand (beleuchtungsabhängig)
IF
s  e Ik Kurzschlussstrom bei Ra = 0
 A  Lichtstrom in lm
16.17 Leuchtdioden 345

IF A lichtempfindliche Fläche im cm2


e  s A s Lichtstrom-Empfindlichkeit in mA/lm
E
IF  e  E  s   e Beleuchtungsstärke-Empfindlichkeit
in mA/lx
U L  Ra
Ua  E Beleuchtungsstärke in lx
Ri  Ra
UL
Ua  bei Ri  Ra
2
U U
I a  L
Ra 2  Ra

16.17 Leuchtdioden

Ub  U F IF Durchlassstrom 5 mA...100 mA
Rv  Pv Verlustleistung 30 mW...100 mW
IF
UF  1,6 V (rote LED)
Pv  U F  I F
UF  2,2 V (orange LED)
Pv UF  2,4 V (gelbe LED)

UF  IF UF  2,7 V (grüne LED)
346 16 Sensorik

16.18 Optokoppler

IC I 2
vI  
IF I1
IC
ü
IF
17 Messtechnik 17

17.1 Klasseneinteilung und Bedingungen

Art Klasse Bedingungen


Anzeige- Lage- Tempe- An- Fremdfeld- Fre- Span- Ein-
fehler fehler ratur- wärm- fehler quenz- nungs- bau-
fehler fehler fehler fehler fehler

±3 %
0,1 ±0,1 % ±0,1 % ±0,1 % – ±0,1 % ±0,1 % ±0,05 %
bei Drehspul-
Fein- instrumenten
mess- 0,2 ±0,2 % ±0,2 % ±0,2 % – ±1,5 % ±0,2 % ±0,2 % ±0,1 %
geräte bei abgeschirmten
Instrumenten
0,5 ±0,5 % ±0,5 % ±0,5 % – ±0,5 % ±0,5 % ±0,25 %
±0,75 %

1 ±1 % ±1 % ±1 % ±0,5 % ±1 % ±1 % ±0,5 %
±6 %
bei Drehspul-
Be- 1,5 ±1,5 % ±1,5 % ±1,5 % ±0,75 % ±1,5 % ±1,5 % ±0,75 %
instrumenten
triebs-
±1,5 %
mess-
geräte 2,5 ±2,5 % ±2,5 % ±2,5 % ±1,25 % bei abgeschirmten ±2,5 % ±2,5 % ±1,25 %
Instrumenten
±0,75 %
5 ±5 % ±5 % ±5 % ±2,5 % ±5 % ±5 % ±2,5 %

347

© Springer Fachmedien Wiesbaden GmbH, ein Teil von Springer Nature 2019
H. Bernstein, Formelsammlung, https://doi.org/10.1007/978-3-658-18179-6_17
348 17 Messtechnik
17.1 Klasseneinteilung und Bedingungen 349
350 17 Messtechnik

17.2 Genauigkeiten von Messgeräten

Der Fehler ist die Differenz zwischen angezeigtem und richtigem Wert. Die Korrektur
ist die negative Fehlerangabe:
Fehler: F =a–r Korrektur: K = –2 A
= 17 – 19 = +2 A
= –2 A
Weitere Fehlerquellen: Positiver Korrekturwert Anzeige und Korrektur
a) Zubehörfehler bedeutet: ergeben den richtigen
b) Schaltungsfehler – Richtiger Wert ist größer Wert:
c) persönliche Fehler z. B. als der angezeigte Wert. a+K=r
– Bedienungsfehler Negativer Korrekturwert 17 + 2 = 19 A
– Behandlungsfehler bedeutet:
– Ablesefehler – Richtiger Wert ist kleiner
– Parallaxenfehler als der angezeigte Wert.
Der absolute Fehler F des Messgerätes kann positive und negative Werte annehmen und
es ergibt sich
F=a–r
Dabei ist a der angezeigte Wert und r der wahre Wert, der zunächst unbekannt ist. Der
relative Fehler f beschreibt die Genauigkeit des Messgerätes:

f  F  a  r  a 1 f  ar
B Bereichsendwert
r r r oder B a angezeigter Wert
F Fehlerbetrag
Für die Fehlerberechnung gilt noch F   B  G . G Genauigkeitsklasse
100
F  100 B  G p Fehler in % von A
p in %   in %
a a
17.3 Genauigkeiten von Betriebsmessgeräten 351

17.3 Genauigkeiten von Betriebsmessgeräten

Fehlerkorrektur: K Korrekturwert
K = –F M=a+K M korrigierter Messwert

Justierung (Eichung):
F=a–M K=M–a

Justierung von Betriebsmessgeräten (Spannungsmessern); Normal (Präzisionsmessgerät)


und Prüfling werden parallel geschaltet. Bei Justierungsmessung soll 1/10 des für den
Prüfling zugelassenen Fehlers noch feststellbar sein. Das Vergleichsmessgerät muss
mindestens einer höheren Güteklasse angehören als der Prüfling.

Sollwert Istwert Absoluter Korrektur Relativer Prozentualer


(Normal- (Prüfling) Fehler K = In – Ix Fehler Fehler
instrument) F = Ix – In f r  F 100 f  F 100
In I n max

In Ix F K = –F fr in % f in %
0 0 0 0 0 0
5,00 5,55 +0,55 –0,55 +11 +1,1
10,00 10,70 +0,70 –0,70 +7 +1,4
15,00 15,60 +0,60 –0,60 +4 +1,2
20,00 20,00 ± 0,00 ± 0,00 ±0 ±0
25,00 24,35 –0,65 +0,65 –2,6 –1,3
30,00 29,70 –0,30 +0,30 –1,0 –0,6
35,00 34,25 –0,75 +0,75 –2,14 –1,5
40,00 39,50 –0,50 +0,50 –1,25 –1,0
45,00 45,40 + 0,40 –0,40 +0,88 +0,8
50,00 50,45 + 0,45 –0,45 +0,9 +0,9
352 17 Messtechnik

– Absoluter Fehler: F = Ix – In oder U = Ux – Un


– Korrektur: K = In – Ix = –F

f r  F 100
– Relativer Fehler (be- fr relativer Fehler
zogen auf Anzeige): In F Fehlerbetrag
f prozentualer Fehler
f  F 100
– Prozentualer Fehler
(bezogen auf Endwert): I n max

17.4 Anzeige eines Digitalmessgerätes

U min  a  a  p a angezeigter Wert


U max  a  a  p  D p Fehler in % von a
D Fehler der Digits

17.5 Messbereichserweiterung (Spannung)

Ui Ri Messwerkwiderstand
Ri   rk  U i Ui Spannung bei Voll-
Ii
ausschlag
rk  1 Ii Strom bei Vollaus-
Ii
schlag
Rg  rk  U i  U  Ri  Rv rk Kennwiderstand
Ii in /V
U  Ui  Uv Rv Spannung am Vor-
Uv widerstand
Rv  rk  U v  U Messbereichsspannung
Ii
Rg Gesamtwiderstand
Rv  Rg  Ri  Ri (n 1) n Vervielfachungsfaktor
n U
Ui
17.7 Amplitudenform der Messgröße 353

17.6 Messbereichserweiterung (Strom)

Ui Rn Nebenwiderstand
Ri   rk  U i (Shunt)
Ii
In Strom durch Neben-
rk  1 widerstand
Ii
I Messbereichsstrom
Ri  Rv U i Rg Gesamtwiderstand
Rg  
Ri  Rn I n Vervielfachungs-
I  Ii  I n faktor
Ui Ui Ri  Rg R
Rn     i
I n I  I i Ri  Rg n  1

n U
Ui

17.7 Amplitudenform der Messgröße

Der Augenblickswert ist der Wert einer Wechselgröße zu einem bestimmten Zeitpunkt:
u Augenblickswert der Spannung
i Augenblickswert des Stromes
Der Scheitelwert ist der größte Betrag des Augenblickswertes einer Wechselgröße:
û = umax Scheitelwert der Spannung
î = imax Scheitelwert des Stromes
Der Effektivwert ist der zeitliche quadratische Mittelwert einer Wechselgröße:
U = Ueff Augenblickswert der Spannung
I = Ieff Augenblickswert des Stromes
Der Gleichrichtwert ist der arithmetische Mittelwert des Betrages einer Wechselgröße
über eine Periode:
ū = |u| Gleichrichtwert der Spannung
ī = |i| Gleichrichtwert des Stromes
Der Scheitelfaktor einer Wechselgröße ist das Verhältnis von Scheitelwert zu Effektiv-
wert:
ˆ
S  û  i
U I
Der Formfaktor einer Wechselgröße ist das Verhältnis von Effektivwert zu Gleichricht-
wert:

F U  I F 1
u i
354 17 Messtechnik

Umrechnung von Scheitel, Gleichricht- und Effektivwert:

Abhängigkeit der Messgröße:


Kurvenform Korrekturfaktor Effektivwert
Spitzenwert
Sinus 1 0,707
Rechteck 1,41 1,0
Dreieck 0,82 0,577
Parabelspitzen 0,64 0,45
Halbellipsen 1,16 0,82
Halbkreise 1,16 0,82

U s2
U eff  U gl
2 
2
17.9 Leistungsmessung: Schein- und Wirkleistung 355

17.8 Spannungs- und Strommessung mit Messwandlern

U1N N
kU   1
U 2 N N2
U 2  kU  U1
FU  100 %
U1
I1N N
kI   2
I2N N1
I 2  k I  I1N
FI  100 %
I1N

FU Spannungswandlerfehler
FI Stromwandlerfehler
kU Spannungsübersetzungsverhältnis
kI Stromübersetzungsverhältnis

17.9 Leistungsmessung: Schein- und Wirkleistung

– Stromfehlermethode: RiU >> R S U I  U²


RiU

P U I  U²
RiU

Korrekturformel: P  PMess  U ²
RiU

S Scheinleistung in VA
RiU Innenwiderstand vom Voltmeter
PMess gemessene Leistung in W

– Spannungsfehlermethode: RiI << R S  U  I  I ²  RiI


P  U  I  I ²  RiI
Korrekturformel: P  PMess  I ²  RiI

S Scheinleistung in VA
RiU Innenwiderstand vom Voltmeter
PMess gemessene Leistung in W
– Leistungsmessung: Blindleistung W Wirkleistung in W
Q  S ²  P² Q Blindleistung in var

Q  U  I  cos(90   )  U  I  sin 
356 17 Messtechnik

17.10 Widerstandmessung

Strom- und Spannungsfehlermethode


U  U x U  I  RA Das Voltmeter zeigt um den Span-
Linke Schaltung: Rx   nungsfall UA zu viel an, UA = I  RA.
I I
U U Das Amperemeter zeigt um den Strom
Rechte Schaltung: Rx  
I  IV I  U IV zu viel an, IV = U / RV.
RV

17.11 Direktanzeigende Ohmmeter

Linke Schaltung: Rechte Schaltung:


für hochohmige Widerstände für niederohmige Widerstände

R1  R3
Rx 
R2

Linke Schaltung: Rechte Schaltung:


Ohmmeter nach Wheatstone Ohmmeter mit Quotientenmesswerk
17.14 Kapazitätsmessung 357

17.12 Schleifdrahtbrücke

RX unbekannter Widerstand
RX  RN  a
b RN Normalwiderstand
a, b Teile des Brückenwiderstands

17.13 Messung an Spannungsteilern

Unbelasteter Spannungsteiler:
U1  I  R1 U 2  I  R2
Belasteter Spannungsteiler:
U g  R1 U g  R2
U1  U2 
R1  R2 R1  R2

17.14 Kapazitätsmessung

 Strom- und Spannungsmessung an Wechselspannung

C I
2  π  f U
C 1
2 π  f  XC

 Messung durch Spannungsvergleich


CN U N
CX 
UX
358 17 Messtechnik

 Brückenmessung (Tonminimum)
CN  a
CX 
b

 Resonanzverfahren

CX  1
(2  π  f )²  LN

17.15 Induktivitätsmessung

 Strom- und Spannungsmessung an Wechselspannung


U
Wirkwiderstand: R
I
U~
Scheinwiderstand: Z
I~
X L  z 2  R2
XL
LX 
2 π f

 Brückenmessung (Tonminimum)
LN  a
LX 
b
17.16 Messung der elektrischen Leistung 359

 Resonanzverfahren

LX  1
(2  π  f )²  CN

17.16 Messung der elektrischen Leistung

Für die elektrische Leistung gelten folgende Grundformeln:

P U I P  I²R P  U²
R
Die Grundformeln lassen sich umstellen:
I P  P U  P  PR R  P  U²
U R I I² P

Linke Schaltung: Rechte Schaltung:


spannungsrichtige Messung stromrichtige Messung

Pab  Pzu  I ²  Rv Pab  Pzu  U ² PV  U RV  IV


Rv

  k  I F  I Sp  k  I F  U  k U  I  K  P
RSp RSp
P
k, K Konstante des elektrodynamischen Messgerätes
 Zeigerausschlag
360 17 Messtechnik

Linke Schaltung: Rechte Schaltung:


stromrichtige Messung spannungsrichtige Messung

  k ( Pzu  PU )   k ( Pzu  PI ) PU Eigenverbrauch


PI Eigenverbrauch

Linke Schaltung: Rechte Schaltung:


quellenrichtige Messung verbraucherrichtige Messung

Pzu  Pab  PU  PI Pzu  Pab  PI  PU


  k ( Pab  PI )  k  PU   k ( Pzu  PI )  k  PU
  k ( Pab  PI  PU )   k ( Pzu  PI  PU )

17.17 Wechselspannungs-Messbrücken

 Wheatstone-Messbrücke
R1  R4
RX   R2
R3
17.17 Wechselspannungs-Messbrücken 361

 Schleifdrahtbrücke nach Thomson


RX Prüfling
R5 Normalwiderstand ( RX)
Rv Widerstand der Zuleitungen (vernachlässigbar)

R1  R3 R R
RX  , wenn 1  6
R2 R2 R7

 Einfache Kapazitätsmessbrücke
R3  C4
CX 
R2

 Kapazitätsmessbrücke nach Wien


R1
RX 
1  (2  π  f  R1  C1 )²

CX  C1  1
(2  π  f  R1 )²  C1

 Maxwell-Robinson-Brücke
Die Maxwell-Robinson-Brücke ist identisch mit der Kapazitätsmessbrücke nach
Wien und diese eignet sich für die Frequenzmessung
C1  C X  C R1  RX  R R3  2  R4

f  1
2 π  R C
362 17 Messtechnik

 Induktionsmessbrücke nach Maxwell


R3  C4  1 
RX   1  
C1  (2  π  f  R1  C )²
1 

R1  R3  C4
LX 
1  (2  π  f  R1  C1 )²

 Kapazitätsmessbrücke nach Schering


R1  C4 tan  Verlustwinkel
RX 
CN
C N  R4
CX 
R1
tan  X  2  π  f  R4  C 4

 Induktionsmessbrücke nach Maxwell-Wien


R2  R4
RX  LX  R2  R4  C3
R3

 Induktionsmessbrücke nach Maxwell-Wien (frequenzunabhängig)


R2  R4 R3  L1
RX  LX 
R3 R4
17.18 Messen mit dem Oszilloskop 363

 Klirrfaktormessbrücke (Eintormessverfahren)

U 22 f  U 32 f  ... I 22 f  I 32 f  ...
k k
U12f  U 22 f  U 32 f  ... I12f  I 22 f  I 32 f  ...

1. Messung: Schalterstellung „U“ ergibt Effektivwert des Gesamtsignals


2. Messung: Schalterstellung „U0“ ergibt Effektivwert des Oberwellengemisches
2 U 0
Für den Klirrfaktor k gilt: k  .
U

17.18 Messen mit dem Oszilloskop

 Spannungsmessung
U SS  Y  a

Y vertikale Ablenkung in Div. bzw. cm


a Ablenkkoeffizient in V/Div bzw. V/cm
364 17 Messtechnik
17.18 Messen mit dem Oszilloskop 365

 Frequenzvergleichsmessung

fX Frequenz an den x-Platten


f X  fY  s fY Frequenz an den y-Platten
w
w Anzahl der Berührungspunkte der waagerechten Tangente
s Anzahl der Berührungspunkte der senkrechten Tangente

 Messung der Phasenverschiebung (Verhältnis)

X 0  360  Phasenwinkel zwischen Ue und Ua



X
 Messung der Phasenverschiebung (Lissajous-Figur)
X 0 Y0
sin   
X Y
 Phasenwinkel zwischen f1 und f2
366 17 Messtechnik

 Messung von Verstärkungsfaktoren


Ua
V
Ue

 Messung der Bandbreite


f  f o  fu

fu  1
2  π  Re  CK

fo  1
2  π  Ra  CS

 Messung des Eingangswiderstandes

Ua2
Re  Rv 
U a1  U a 2
17.18 Messen mit dem Oszilloskop 367

 Messung des Ausgangswiderstandes

U 
Ra  Rv   0  1 
 U a 

 Messung eines Linearfehlers

F a 100 %
UY  a
368 17 Messtechnik

 Messung eines Intermodulationsgrads

U Nf
m 100 %
U Hf

17.19 Statistische Berechnung der Messunsicherheit

Die Kenntnisse über die messbare Größe X bestehen darin, dass man erkennt: Der Wert
Y liegt mit Sicherheit zwischen einer unteren Grenze au und einer oberen Grenze ao. Die
Werte sind im Intervall von au bis ao rechteckförmig verteilt, d. h. sie sind wahrschein-
lich gleich, und Werte außerhalb des Intervalls sind unwahrscheinlich.

 Modell der Auswertung:


Die Größe X ist gleichförmig verteilt im Intervall au ... ao.
a a
Halbweite des Intervalls: a  o u
2
ao  au
Erwartung: xi 
2
(a )²
Varianz: u( x ) 
2
i 3
Standardabweichung: u( x )   a oder u( x )  2  a
i i
3 12
17.19 Statistische Berechnung der Messunsicherheit 369

Trapezförmige Verteilung
Die Kenntnisse über die messbare Größe X bestehen darin, dass man erkennt:
– Die Größe X ist die Summe/Differenz zweier messbarer Größen X1 und X2, d. h.
X = X1  X2.
– Die Kenntnisse über die Werte der Größen entsprechen einer Kombination zweier
rechteckförmiger Verteilungen gleicher Halbweite mit den Grenzen au1 und ao1 bzw.
au2 und ao2.
– Die Kenntnisse über die einzelnen Größen X1 und X2 sind voneinander abhängig.

Mathematische Formulierung: Die Werte im Intervall von au = au1  au2 bis


ao = ao1  ao2 sind trapezförmig verteilt, und Werte außerhalb des Intervalls sind un-
wahrscheinlich.
a a a a a a
Erwartung: xi  o u x1  o1 u1 x2  o 2 u 2
2 2 2
ao1  au1 ao 2  au 2
Halbweiten: a1  a2 
2 2
ao  au
Halbweite des Intervalls: a 
2
| a1  a2 |
Knickpunkt-Parameter, bezogen auf die Halbweite:  
a1  a2
(a )²
Varianz: u( x ) 
i 6
1   ² 
Standardabweichung: u( xi )  a 1   ²
6

Dreieckförmige Verteilung
Die Kenntnisse über die messbare Größe X bestehen darin, dass man erkennt:
– Die Größe X ist die Summe/Differenz zweier messbarer Größen X1 und X2, d. h.
X = X1 X2.
– Die Kenntnisse über die Werte der Größen entsprechen einer Kombination zweier
rechteckförmiger Verteilungen gleicher Halbweite mit den Grenzen au1 und ao1 bzw.
au2 und ao2.
– Die Kenntnisse über die einzelnen Größen X1 und X2 sind voneinander unabhängig.
370 17 Messtechnik

Mathematische Formulierung: Die Werte im Intervall von au = au1  au2 bis


ao = ao1  ao2 sind dreieckförmig verteilt (trapezförmige Verteilung mit Knickpunkt-
Parameter  = 0), und Werte außerhalb des Intervalls sind unwahrscheinlich.
a a a a a a
Erwartung: xi  o u x1  o1 u1 x2  o 2 u 2
2 2 2
(  a )²
Varianz: u(2x ) 
i 6
Standardabweichung: u( xi )   a
6
a a a a
Halbweiten: a0  a1  a2  o1 u1  o 2 u 2
2 2
ao  au
Halbweite des Intervalls: a   a1  a2  2  a0
2

Glockenförmige Verteilung (Gauß’sche Glockenkurve)


Die Kenntnisse über die messbare Größe X bestehen darin, dass man erkennt:
– Die Größe X ist verteilt, mit dem Erwartungswert µ und der Standardabweichung s.

Mathematische Formulierung: Die Verteilungsform ist eine glockenförmige Normal-


verteilung.
Erwartung: xi  
Varianz: u(2x )  s ²
i

Standardabweichung: u( xi )  s

Die Kenntnisse für eine unmittelbare Beobachtung über die messbare Größe X bestehen
darin, dass:
– eine Reihe von Beobachtungen durchgeführt werden, die nicht vollständig überein-
stimmende Werte x1, x2, x3, ... xn liefern, obwohl die Beobachtungen unter (scheinbar)
gleichen Bedingungen durchgeführt werden.
17.19 Statistische Berechnung der Messunsicherheit 371

Mathematische Formulierung:
– Die Werte x1, x2, x3, ... xn sind die Realisierungen eines Prozesses, dessen Parameter
offensichtlich nicht so konstant sind, wie vorausgesetzt wird.
– Die Auswertung erfolgt mit Methoden der Statistik.
– Die einzelnen Werte werden als gleichgewichtig und voneinander unabhängig ange-
sehen.
Die zugrunde liegende Verteilung wird am besten durch eine glockenförmige Normal-
verteilung beschrieben.
Einfache Standardabweichung Zweifache Standardabweichung
x + 2  S  95,5 % x + 1  S  68,3 %

x1  x2  x3  ...  xn
 xi
i 1
Erwartung: x 
n n
n
  xi  x 
2

i 1
Standardabweichung Einzelbeobachtung: s
n 1
Standardabweichung des Mittels: u s
n

Arithmetischer Mittelwert: Der arithmetische Mittelwert wird gebildet, indem man alle
Einzelwerte addiert und diese Summe durch die Anzahl der Werte dividiert.
n

x1  x2  x3  ...  xn
 xi
i 1
x 
n n
Der arithmetische Mittelwert:
– bezieht alle Beobachtungswerte mit ein
– kann ohne ordnen der Stichprobe ermittelt werden
– erstellt nur eine Aussage über die Lage einer Verteilung und nicht über ihre „Güte“

Spannweite: Die Spannweite wird gebildet, indem man die Differenz zwischen dem
größten und dem kleinsten Beobachtungswert verwendet.
  xmax  xmin
372 17 Messtechnik

Die Spannweite:
– ist unabhängig von der Angabe des Mittelwertes
– ist einfach zu berechnen
– ermöglicht schnellen Überblick
– ist allein von den Extremwerten einer Verteilung abhängig
– Vorteil: wenn der Extremwert ein berechtigtes Risiko enthält
– Nachteil: wenn der Extremwert eine Fehlmessung ist
– ist sehr von Zufallseinflüssen abhängig (Fehlmessungen)

Standardabweichung der Einzelbeobachtung: Die Standardabweichung der Einzelbe-


obachtung berechnet sich, indem man von jedem Einzelwert den Mittelwert subtrahiert,
das Ergebnis quadriert und aufsummiert. Anschließend den Wert (Anzahl der Beobach-
tungen –1) dividieren und aus diesem Ergebnis die Wurzel ziehen.
n
  xi  x ²
i 1
x
n 1
Die Standardabweichung der Einzelbeobachtung:
– gibt die mittlere Abweichung einer Einzelmessung an
– gibt Aussage über die „Güte“ einer Verteilung
– s hängt nur von der Präzision der Einzelmessung ab, nicht von deren Anzahl
– s ist auch ein Maß für die Streuung mehrerer Einzelmessungen derselben Größe
– die Unsicherheit lässt sich dann durch die Standardabweichung des Mittels angeben

Standardabweichung des Mittels: Die Standardabweichung des Mittels errechnet man,


indem die Standardabweichung durch die Wurzel aus der Anzahl der Beobachtungen
dividiert wird.

u s
n
Die Standardabweichung des Mittels:
– bei Fehlerangaben von Messreihen wird üblicherweise der Standardfehler des Mittel-
wertes angegeben
– u ist von s (Präzision der Einzelmessungen) und deren Anzahl abhängig
– gibt Aussage über die „Güte“ einer Verteilung, bezogen auf die Anzahl der Einzel-
beobachtungen

Fehlerfortpflanzung: In vielen Fällen ist die gesuchte Größe nicht direkt messbar, son-
dern muss mit Hilfe von zugänglichen Größen indirekt bestimmt werden. Der Wert von
G ist eine im Experiment zu bestimmende Größe x, y, z usw. die unmittelbar gemessenen
Größen, die alle mit einem Fehler behaftet sind (x, y, z usw.)
G = f (x, y, z, ...)
Es stellt sich die Frage, wie die Fehler der unmittelbar gemessenen Größen x, y, z, ... den
Fehler der Größe G beeinflussen. Die Messfehler der direkt gemessenen Größen x, y, z,
... setzt sich im Ereignis G fort. Bei der Bestimmung von G muss man zwei Fälle unter-
scheiden.
17.19 Statistische Berechnung der Messunsicherheit 373

Gauß’sche Fehlerfortpflanzung: Sind die Messgrößen x, y, z usw. unabhängig von-


einander mit zufälligen Messabweichungen x, y, z usw., ergibt sich die wahrschein-
lichere Messunsicherheit G aus der so genannten quadratischen Addition (Gauß’sches
Fehlerfortpflanzungsgesetz).
2 2 2
 G   G   G 
G    x     y     z   ...
  x    y    z 
Dabei ist x, y, z usw.  Vertrauensbereich des Mittelwertes der einzelnen Mess-
größen.
G G G
, , usw.  partielle Ableitung der Funktion G = f (x, y, z usw.) nach den
x y z
Messgrößen x, y, z usw.
In den meisten Fällen kann man auf die Bildung des partiellen Differentialquotienten
verzichten, da sich die letzte Gleichung für bestimmte Arten von Funktionen verein-
fachen lässt.
Erkenntnis:
– Die Gauß’sche Fehlerfortpflanzung basiert auf rein statistischem Überlegen. Sie ist
also zur Verarbeitung statistisch ermittelter Fehler geeignet.
– Sie ist zu empfehlen, wenn die einzelnen Messgrößen etwa gleichgroße Beiträge zur
gesamten Messunsicherheit liefern.
– In der letzten Gleichung ist berücksichtigt, dass sich die Fehler der einzelnen Mess-
größen teilweise kompensieren.

Lineare Fehlerfortpflanzung (Größtfehler): Unter der Voraussetzung x « x, y « y,


z « z usw. kann man aufgrund des Taylor’schen Satzes den Gesamtfehler G wie folgt
berechnen:
G G G
G  x  y  z  ...,
x y z
wobei G  Maximalfehler (Größtfehler) ist
y, y, x usw.  Vertrauensbereich des Mittelwertes oder geschätzter Fehler der
Messgröße oder Fehlergrenze des Messgerätes.
Aus der obigen Gleichung entsteht aus G (x + x, y + y, z + z, ...) durch eine Entwick-
lung nach Taylor, die nach dem ersten Glied abgebrochen wurde.
G
Die usw. sind die Beträge der partiellen Ableitung nach den gemessenen Größen x,
x
y, z usw. Die Betragsstriche bewirken, dass alle Summanden positiv werden, wodurch
eine mögliche gegenseitige Kompensation von Einzelfehlern vermieden wird. So erhält
man immer den größtmöglichen Fehler der Größe G.
374 17 Messtechnik

Man beachte:
– Der Größtfehler stellt den ungünstigsten Fall, eine obere Grenze für die Messun-
sicherheit dar. Er überschätzt auch die Messunsicherheit, da es sehr unwahrscheinlich
ist, dass alle unabhängigen Größen gleichzeitig ihre maximalen bzw. minimalen Wer-
te annehmen.
– Der Größtfehler ist zu empfehlen, wenn einige der Messunsicherheiten wesentlich
größer sind als die anderen, denn dann ist die Gefahr der Überschätzung der Messun-
sicherheit G geringer. Außerdem ist er anzuwenden, wenn die einzelnen Messgrö-
ßen nicht unabhängig voneinander sind.
18 Drehstrom und Wechselstrom 18

Entstehung von Drehstrom und Wechselstrom

f  pn

f 1
T
  2π f
1 Hz  1
1s

f Frequenz in Hz
p Polpaarzahl
n Umdrehung der Leiter-
schleife im Magnetfeld
T Periodendauer
 Kreisfrequenz

Statoranschlüsse und Klemmbrett für Stern- und Dreieckschaltung


Dem Drehstromnetz kann man entnehmen:
– dreiphasige Sternspannungen UY (Leiter gegen N um je 120° versetzt)
– dreiphasige Dreieckspannungen U (Leiter gegen Leiter um je 30° vor UY)

375

© Springer Fachmedien Wiesbaden GmbH, ein Teil von Springer Nature 2019
H. Bernstein, Formelsammlung, https://doi.org/10.1007/978-3-658-18179-6_18
376 18 Drehstrom und Wechselstrom

Stern- und Dreieckspannungen


U  2 UY  sin 60  UY  3

18.1 Augenblickswert, Scheitelwert, Spitze-Spitze-Wert,


Effektivwert

Augenblickswert: u  uˆ  sin  i  iˆ  sin  u, i Augenblickswerte


û, î Scheitelwerte,
Spitze-Spitze-Wert: uSS  2  uˆ i  2  iˆ
SS Spitzenwerte
ˆ uSS, iSS Spitze-Spitze-Werte
I i
ˆ
Effektivwert: U u U, I Effektivwerte
2 2
18.2 Sternschaltung 377

18.2 Sternschaltung

U St
Für den Strom I bzw. Strangstrom ISt bei ohmscher Belastung gilt: I  I St  .
RSt
Die Strangleistung PSt berechnet sich aus PSt  U St  I St .
Die Gesamtleistung P ermittelt sich aus P  3 U  I .
Die Außenleiterspannung U ist U  3 USt .
Für die Gesamtleistung gilt P  3  PSt .
Man benötigt nur drei oder vier Leitungen (Drei- oder Vierleitersystem) für drei Strom-
kreise. In dem Niederspannungs-Versorgungsnetz sind dies bekanntlich U = 400 V zwi-
schen zwei Strangspannungen oder U = 230 V bzw. einer Strangspannung und dem
Neutralleiter N. Auf der Verbraucherseite werden die Anschlüsse mit L1, L2 und L3 und
der Sternpunkt mit N bezeichnet. Auf der Erzeugerseite hat man dagegen die Anschluss-
bezeichnungen von U, V und W.

U  3 USt U Außenleiter U12, U23, U31


3 Verkettungsfaktor
I  I St
USt Strangspannung U1N, U2N, U3N
S  3 USt  I  3 USt  I S Scheinleistung VA oder kVA
I Außenleiterstrom I1N, I2N, I3N
P  3  U St  I  cos   3  U St  I  cos 
P Wirkleistung in W oder kW
Q  3  U St  I  sin   3  U St  I  sin  Q Blindleistung in var oder kvar

Bei einer symmetrischen Belastung (ohmsche Widerstände, Induktivitäten bei einem


Motor) tritt in der Sternschaltung im Neutralleiter N kein Stromfluss auf, da die Außen-
leiter und die Verbraucherwiderstände alle gleich groß sind. Bei einer unsymmetrischen
Belastung muss bei einer Sternschaltung mit Neutralleiter jede Phase gesondert berech-
net werden:
U1N  cos 
Phase N1: I1N  U1 N  U P1N  U1N  I1  cos 
R1 3
378 18 Drehstrom und Wechselstrom

18.3 Dreieckschaltung

Symmetrische Belastung einer Dreieckschaltung

Für die Außenleiterspannung gilt: U  U St

Den Außenleiterstrom erhält man: I  3  ISt


Die Strangleistung PSt berechnet sich aus PSt  U St  I St

Die Gesamtleistung P ermittelt sich aus P  3  PSt P  3 U  I


Für eine symmetrische Belastung einer Sternschaltung gilt

I  3  ISt U Außenleiter U12, U23, U31


3 Verkettungsfaktor
U  U St USt Strangspannung U1N, U2N, U3N
S  3U  ISt  3 U  I S Scheinleistung VA oder kVA
I Außenleiterstrom I1, I2, I3
P  3  U  I St  cos   3  U  I  cos 
P Wirkleistung in W oder kW
Q  3  U  I St  sin   3  U  I  sin  Q Blindleistung in var oder kvar
18.4 Leitungssysteme 379

18.4 Leitungssysteme

Gleichstrom und Wechselstrom mit cos  = 1


Leistungsart Spannungsverlust Querschnitt Leistungsverlust Querschnitt
Unverzweigte
Uv  2  I  l A  2 I l pv %  200  P  l S  200  P  l
Leitung  A  Uv   A U ²   U ²  pv %
Verzweigte 2   (I  l ) 2   (I  l ) 200   (P  l ) 200   (P  l )
Leitungen Uv  A pv %  S
 A  Uv   A U ²   U ²  pv %
mit gleich-
bleibendem
Querschnitt
 ( I  l )  I1  l1  I 2  l2  ...  ( P  l )  P1  l1  P2  l2  ...

Einphasenwechselstrom mit Blindlast


Leistungsart Spannungsunterschied Querschnitt Leistungsverlust
Querschnitt
Unverzweigte 2  I  l  cos  2  I  l  cos  pv %  200  P  l
U  A
Leitung  A   U   A  U ²  cos ²

S 200  P  l
  U ²  cos ²  pv %
Verzweigte 2   (I  l  cos  ) 2   (I  l  cos  )
Leitungen U  A
 A   U
mit gleich-
bleibendem
Querschnitt
 ( I  l  cos  )  I1  l1  cos   I 2  l2  cos   ...

Drehstrom mit Blindlast


Leistungsart Spannungsverlust Querschnitt Leistungsverlust
Querschnitt
Unverzweigte 1,73  I  l  cos  1,73  I  l  cos  pv %  100  P  l
U  A
Leitung  A   U   A  U ²  cos ²

S 100  P  l
  U ²  cos ²  pv %
Verzweigte 1,73   (I  l  cos  ) 1,73  I  l  cos 
Leitungen U  A
 A   U
mit gleich-
bleibendem
Querschnitt
380 18 Drehstrom und Wechselstrom

U Nennspannung in V (bei Drehstrom = Außenleiterspannung)


I Stromstärke in der Leitung in A
P Wirkleistung in W
l einfache Leiterlänge in m
 elektrische Leitfähigkeit in m/( mm2)
U Spannungsunterschied zwischen Leitungsanfang und -ende in V
cos  Wirkleistungsfaktor
A Querschnitt der Leitung in mm2
Uv Spannungsverlust auf der Leitung in V
pv% Leistungsverlust in % von P

18.5 Drehstrommotor

Drehstrommotor in Stern- und Dreieckschaltung


Zum Anlaufen wird ein Drehstrommotor in Sternschaltung betrieben
U  3 USt I  I St
S  3 U  I St
P  3  U  I St  cos 
Q  3 U  I  sin  Q  S ²  P²
Für den Betriebszustand arbeitet der Drehstrommotor in Dreieckschaltung
U  U St I  3  I St
Es gilt: P  3  PY .
18.7 Drehstrom-Asynchronmotor 381

18.6 Umwandlung von Stern-Dreieck und Dreieck-Stern

 Umwandlung von Stern-Dreieck- in Dreieck-Stern-Schaltung

R10  R20
R12   R10  R20
R30
R20  R30
R23   R20  R30
R10
R10  R30
R31   R10  R30
R20

 Umwandlung von Dreieck-Stern- in Stern-Dreieck-Schaltung

R12  R31 R12  R23 R31  R23


R10  R20  R30 
R12  R31  R23 R12  R31  R23 R12  R31  R23

18.7 Drehstrom-Asynchronmotor

Die Drehzahl eines Rotors ist geringer als die Drehzahl des Drehfeldes:
ns = nd – n ns Schlupfdrehzahl in min–1
n nd Drehzahl des Drehfeldes in min–1
s s n Drehzahl des Rotors in min–1
nd
s Schlupf
ns  p p Polpaare
fI 
60 fI Läuferfrequenz in Hz
s U I UIs Läuferstillstandsspannung in V
U Is 
100
382 18 Drehstrom und Wechselstrom

18.8 Motormoment

 Motormoment

M=Fr M Drehmoment in Nm
W=Fd W elektrische Arbeit in Nm
d=n2r d Durchmesser in m
W=Pt PW Wellenleistung
PW  3  U  I  cos  Nm  J
P mechanische Leistung in W 
s m

 Strom und Momentencharakteristik


18.8 Motormoment 383

W=Fs t Zeit in s
P  W  F s  F v
s Strecke in m
t t n Drehzahl in min–1
P  M n2π

Da 1 Nm/s = 1 W und 1 min–1 = 60 s–1 sind, erhält man zur Berechnung der Motorleis-
2 π  1
tung P in kW aus Drehmoment M und Drehzahl n mit die Formel
60 1000 9550
P  M n .
9550
W r  Pd r .
Für das Moment gilt: M  F  r 
d n2 πr
M  P  9550 (t  60s)
n
Pr
M r  , wobei gilt M r  M , Pr  P und nr  n
nr MN PN nN
Beim Motor gibt es zwei Bremsbereiche:

Bei n  1 wird der Motor von der Belastung über die synchrone Drehzahl gezogen und
n0
der Motor arbeitet als Generator, d. h. in diesem Bereich ist ein Gegenmoment vorhan-
den und es wird Leistung an das Versorgungssnetz zurückgegeben.

Im Bereich n  1 wird das Bremsen als Gegenstrombremsung bezeichnet.


n0

n n
Anlaufbetrieb 0  n  k und Betriebsbereich k  n  1
n0 n0 n0 n0
MK M
Das Anzugsmoment ist M A  .
MN
384 18 Drehstrom und Wechselstrom

18.9 Blindstromkompensation für Drehstrom

Blindstromkompensation eines Drehstrommotors


Die einphasige Blindstromkompensation ist:
QC = Q1 – Q2
QC = P (tan 1 – tan 2)
QC = 2    f  C  U 2
Für die dreiphasige Blindstromkompensation gilt: 3  QC

18.10 Drehstrommotor an Wechselspannung

Bei Heizungspumpen verwendet man Drehstrommotoren und betreibt diese an einer


Netzphase und Neutralleiter.
18.10 Drehstrommotor an Wechselspannung 385

CA = 2  CB UNetz CB M  U2
115 V 200 µF  P/kW   0,5...0,7
230 V 70 µF  P/kW MA  12 % von MA bei Drehstrom (gilt ohne CA)
400 V 20 µF  P/kW MN  80 % von MN bei Drehstrom
MA / MN = 1...3

Gleichstrommotoren

A1 – A2 Ankerwicklung
B1 – B2 Wendepolwicklung
C1 – C2 Kompensationswicklung
D1 – D2 Reihenschlusswicklung
E1 – E2 Nebenschlusswicklung
F1 – F2 fremderregte Wicklung
386 18 Drehstrom und Wechselstrom

UG = U – IA  RA UG Gegenspannung in V
P  9550 MN Nennmoment in Nm
MN  N nN Nenndrehzahl in s–1
nN
 Winkelgeschwindigkeit in s–1
M P P B magnetische Flussdichte in T
2 πn  P Leistung in Nm/s
M  B l  I r  z z Leiterzahl
l wirksame Leiter in m
r Radius in m
n Drehzahl in s–1
 magnetischer Fluss
n U
k k Konstante

18.11 Gleichstrom-Scheibenläufer

U  I  RA RA Ankerkreiswiderstand in 
n kE EMK-Konstante in V/1000 min–1
kE
kT Drehmomentkonstante
M i  I  kT
Mi internes Drehmoment
M D  kD  n MD Drehmoment
MW  M i  M F  M D PW Wellenleistung
M W  kT  I  ( M F  k D  n) kD Dämpfungskonstante
MW Wellendrehmoment
LA
 el  el elektrische Zeitkonstante
RA i Stromanstieg
  t 
i  I  1  e  el 
 
 

18.12 Schrittmotor


  360
Schrittgeschwindigkeit
2 p m p Polpaarzahl
m Wicklungsphasen
z  360 z Schrittzahl je Umdrehung

n Drehzahl in min–1
f z  n  z  n  360  Winkelgeschwindigkeit
60   60
2  π  f z 2  π  f z 
 
z 360
18.13 Mechanische Übertragung der Motorleistung 387

18.13 Mechanische Übertragung der Motorleistung

Umfangsgeschwindigkeit der Riemenscheibe: v Riemengeschwindigkeit in m/s


v  d  πn  2r  πn n Drehzahl in min–1
P Leistung in kW
Motorleistung: M Drehmoment in Nm
P  M 2πn oder P  M n
9550

In der Praxis ist der einfache Riementrieb die einfache Übersetzung. Riementriebe wer-
den als kraftschlüssige Übertragung von Drehbewegungen von der treibenden Welle auf
die angetriebene Welle verwendet.

Die Übersetzung i lässt sich einteilen in:


– i > 1 Übersetzung in das Langsamere
– i = 1 direkte Übersetzung
– i < 1 Übersetzung in das Schnellere

n1  d1  n2  d 2 F Riemenzugkraft in N
n1 Drehzahl der treibenden Scheibe in min–1
n1 d1 M 2 d1 Durchmesser der treibenden Scheibe in mm
i  
n2 d 2 M1 r1 Radius (Hebelarm) der treibenden Scheibe in m
M1 Drehmoment der treibenden Scheibe in Nm
M 1  F  r1 M 2  F  r2 n2 Drehzahl der getriebenen Scheibe in min–1
d2 Durchmesser der getriebenen Scheibe in mm
r2 Radius (Hebelarm) der getriebenen Scheibe in m
M2 Drehmoment der getriebenen Scheibe in Nm
388 18 Drehstrom und Wechselstrom

Doppelte Übersetzung

n1 M 4 iges Gesamtübersetzung
iges  i1  i2   i1, i2, i3Einzelübersetzung
n4 M1
n1, n3 Drehzahl der treibenden Scheibe in min–1
n1  n3 d 2  d 4
iges    i  i  i  ... n2, n4 Drehzahl der getriebenen Scheibe in min–1
n2  n4 d1  d3 1 2 3 d1, d3 Durchmesser der treibenden Scheiben in mm
d2, d4 Durchmesser der getriebenen Scheiben
in mm
1, 3, 5,... Indizes für treibend
2, 4, 6,... Indizes für getrieben

n1 z2 n1 Drehzahl des treibenden Rades in min–1


i  n2 Drehzahl des getriebenen Rades in min–1
n2 z1
z1 Anzahl der Zähne des treibenden Rades
M2
i z2 Anzahl der Zähne des getriebenen Rades
M1 i Übersetzungsverhältnis
M 1  F  r1 M 2  F  r2 M1 Drehmoment des treibenden Rades in Nm
M2 Drehmoment des getriebenen Rades in Nm
F Zahnkraft in N
r1, r2 Radius (Hebelarm) in m
18.13 Mechanische Übertragung der Motorleistung 389

Bei doppeltem Zahnradtrieb sind zwei Einzelübersetzungen hintereinander geschaltet,


wobei die Zahnräder z2 und z3 miteinander verblockt sind und damit die gleiche Dreh-
zahl aufweisen.

n1 z2 n3 z4 iges Gesamtübersetzung
i1   i2   i1, i2, i3 Einzelübersetzung
n2 z1 n4 z3
iges = i1  i2  i3 ...
n1 M4
iges  i1  i2  i n1 Drehzahl des ersten treibenden Rades
n4 M1 in min–1
z2  z 4 n4 Drehzahl des letzten getriebenen
iges 
z1  z3 Rades in min–1
M1 Drehmoment des ersten treibenden
Rades in Nm
M4 Drehmoment des letzten getriebenen
Rades in Nm
z1, z3 Zähnezahl der treibenden Räder
z2, z4 Zähnezahl der getriebenen Räder
Der Schneckentrieb ist eine Sonderform des Zahnradtriebes mit einfacher Übersetzung.
Er dient in erster Linie zum Herabsetzen hoher Drehzahlen. Es gibt ein- und mehrgängi-
ge Schnecken. Schneckentriebe werden wie Zahnradtriebe berechnet.

n1  z1  n2  z2

n1 Drehzahl der Schnecke in min–1


n2 Drehzahl des Schneckenrades in min–1
z1 Anzahl der Zähne der Schnecke
(Gängigkeit)
z2 Anzahl der Zähne des Schneckenrades
i Übersetzung
390 18 Drehstrom und Wechselstrom

18.14 Drehstromzähler und Netzformen

Drehstromzähler mit symmetrischer (a) und unsymmetrischer (b) Belastung

Für die Anschlussklemmen gilt folgende Tabelle:


Nummer Klemmart
Zähler 1 bis 12 Strom- und Spannungspfade
13 Zweitarifauslöser
14 Maximalauslöser
15 gemeinsamer Anschluss der Zusatzeinrichtungen
16 Überbrückung für die Kurzschließschaltung
17, 18, 19 Maximal-Rückstellung
Rundsteuerempfänger 1, 2 Netzanschluss
3, 4, 5 erster Umschalter
6, 7, 8 zweiter Umschalter
9, 10, 11 dritter Umschalter
12, 13, 14 vierter Umschalter
Umschaltkontakt jeweils an 4, 7, 10 und 13
18.14 Drehstromzähler und Netzformen 391

Beim Drehstromnetz haben die drei Spannungen zwischen den Außenleitern die gleiche
Frequenz von 50 Hz, die gleichen Effektivwerte von 400 V bzw. 230 V und den gleichen
sinusförmigen Verlauf.
Die Spannungen U1N, U2N und U3N werden als Strangspannungen oder Sternspannungen
bezeichnet, die Spannungen U12, U23 und U13 dagegen als Außenleiterspannungen oder
Leiterspannungen. Das Verhältnis von Außenleiterspannung zur Sternspannung ist der
Verkettungsfaktor des Drehstromsystems.
Wohnhäuser, Wohnungen und Werkstätten werden in der Regel durch einen Vierleiter-
Drehstromanschluss mit elektrischer Energie versorgt. Hierfür gibt es verschiedene
Netzformen. Daraus ergeben sich drei grundlegend unterschiedliche Netzformen, TN-
Netz, TT-Netz und IT-Netz. Die Buchstaben haben dabei nachfolgende Bedeutungen.
Der erste Buchstabe beschreibt das Erdungsverhältnis der Stromquelle (Kraftwerk) oder
des Niederspannungsnetzes.
T (Terra) = Betriebserde (direkte Erdung eines Punktes: Sternpunkt, Außenleiter).
I (isoliert) = Isolierung der Spannungsquelle und aller dem Energietransport dienenden
Teile gegenüber Erde oder Verbindung eines leitfähigen Teiles mit Erde.
Mit dem zweiten Buchstaben werden die Erdungsverhältnisse der Gehäuse der Verbrau-
cher beschrieben.
T = direkte Erdung der Gehäuse.
N = direkte Verbindung der Gehäuse der Verbraucher mit der Betriebserde der Span-
nungsquelle durch den Schutzleiter.
Bei den überwiegend verwendeten TN-Netzen sind zwei Ausführungsformen von Be-
deutung. Sie werden durch weitere, mit einem Bindestrich angehängte Buchstaben ge-
kennzeichnet. Diese liefern Hinweise auf die Anordnung des Schutzleiters.
S = Neutralleiter N und Schutzleiter PE (Protection Earth) werden als zwei separate
Leiter geführt. Die Farben sind „grüngelb“ (PE) und „hellblau“ (N).
C = Neutralleiter N und Schutzleiter PE werden kombiniert als Leiter PEN geführt.
392 18 Drehstrom und Wechselstrom

TN-S-Netz mit Anschluss einer Steckdose

Am weitesten verbreitet in der Netzanschlusstechnik ist das TN-S-Netz. Diese Netzform


zeigt den Anschluss einer Steckdose an das TN-S-Netz. Der Sternpunkt der Stromquelle
ist hier direkt geerdet (Betriebserder). Von diesem Sternpunkt aus sind der Neutralleiter
N und der Schutzleiter PE bis zum Verbraucher getrennt verlegt. Selbstverständlich kann
hier zum Anschluss der Steckdose anstelle des Leiters L1 auch der Leiter L2 oder L3
benutzt werden.

TN-C-Netz mit Anschluss einer Steckdose


Hier werden Neutralleiter N und Schutzleiter PE vom Sternpunkt aus als kombinierte
Leitung PEN zum Verbraucher geführt. Als zusätzliches Beispiel ist wieder der An-
schluss einer Steckdose bei dieser Netzform eingezeichnet.
Weitere Netzformen TT-Netz und IT-Netz haben in der Praxis eine geringere Bedeutung
und werden meistens nur für ganz spezielle Aufgaben eingesetzt.

18.15 Schutzeinrichtungen und Schutzmaßnahmen

Die Überstrom-Schutzeinrichtungen haben die Aufgabe, sowohl Kabel und Leitungen


als auch elektrische Betriebsmittel vor Kurzschluss und Überlast zu schützen. Eingesetzt
werden Schmelzsicherungen und Überstrom-Schutzschalter.
Bei den Schmelzsicherungen erfolgt das Abschalten eines Überstromes durch Ab-
schmelzen eines sehr dünnen Drahtes, dem Schmelzleiter in dem Sicherungselement. Je
größer der Überstrom, desto schneller schmilzt der Draht und bewirkt damit die sichere
Trennung des Stromkreises.
Um sich ein Urteil über die schnelle oder teilweise recht langsame Abschaltung durch
Sicherungen bilden zu können, sind folgende Angaben von VDE 0635 (Vorschriften für
Leitungsschutzsicherungen) zusammengestellt.
18.15 Schutzeinrichtungen und Schutzmaßnahmen 393

Nennstrom Flinksicherung Trägsicherung


2,5  In 4  In 2,5  In 4  In
10 0,3/0,85 0,04/0,55 16/120 0,9/3,6
16 0,35/9 0,05/0,55 17/120 1,1/4
20 0,35/10 0,07/0,8 19/130 1,3/4,5
25 0,6/12 0,1/1,1 22/140 1,8/6,1
35 1/16 0,13/1,4 25/150 2,0/6,1
50 1,2/20 0,18/1,8 25/150 3/9
63 1,5/24 0,2/2,0 25/150 3/9

In ist hierbei der Nennstrom der Sicherungspatrone. Links vom schrägen Strich steht
jeweils die Zeit in Sekunden, innerhalb der die Sicherung bei dem betreffenden Strom
(z. B. 2,5  In) nicht durchschmelzen darf. Rechts vom schrägen Strich steht die Zeit,
innerhalb der die Sicherung beim betreffenden Strom unbedingt abschalten muss. Man
sieht, dass z. B. eine Trägsicherung 20 A beim Abschaltstrom von 20  2,5 = 50 A nicht
innerhalb 19 Sekunden abschmelzen muss, dass diese Abschaltzeit sogar bis 130 s, d. h.
über zwei Minuten, betragen darf.
Leitungsschutzschalter sind Selbstschalter, die zum Schutz von Leitungen gegen unzu-
lässige Erwärmung dienen. Die Leitungsschutzschalter haben also ebenso wie die Siche-
rungen die Stromkreise bei Kurzschlüssen und Überlastungen selbsttätig abzuschalten.
Der Selbstschalter bleibt jedoch im Gegensatz zur Schmelzsicherung ohne weiteres
verwendbar.

Aufbau eines Leitungsschutzschalters

Die Leitungsschutzschalter enthalten eine thermische Überstromauslösung mittels Bime-


tall und eine elektromagnetische Kurzschlussauslösung. Wird der Strom in der Anlage
durch Überlastung oder durch Isolationsfehler zu groß, so wird sich das erwärmte Bime-
tall biegen und die Auslösung des Schalters verursachen. Bei schnellen Stromerhöhun-
gen infolge Kurzschluss spricht dagegen die elektromagnetische Auslösung an. Der
Eisenkern oder Anker wird schnell angezogen und dadurch die Auslösung veranlasst,
bevor die Anlage Schaden nimmt.
394 18 Drehstrom und Wechselstrom

Für spezielle Aufgaben gibt es noch einige weitere Schutzeinrichtungen wie z. B: Gerä-
teschutzschalter, Motorschutzschalter, Leistungsschalter und FI-Schutzschalter (Fehler-
stromschutzschalter).
Geräteschutzschalter werden eingesetzt zum Schutz von Stromkreisen und Betriebsmit-
teln die erhöhte Einschaltströme haben. Diese können z. B. auftreten beim Einschalten
von Schweißgeräten und kleineren Maschinen.
FI-Schutzschalter werden in immer größerer Zahl in elektrischen Anlagen eingesetzt. Sie
überwachen Fehlerströme, die aufgrund von Isolationsfehlern, z. B. einem Körperschluss
in einem elektrischen Gerät über den Schutzleiter zum Erder abfließen und schützen
daher vor gefährlichen Körperströmen. FI-Schutzschalter lösen aus, wenn der jeweilige
Nennfehlerstrom 20 mA überschritten wird.
Der Zweck des FI-Schutzschalters ist kein anderer als der aller anderen Schutzmaßnah-
men. Wenn an einem nicht zum Betriebsstromkreis gehörenden leitfähigen Anlageteil
eine Spannung von 65 V oder mehr auftritt, so soll die betreffende Anlage abgeschaltet
werden.
Die Wirkungsweise dieses Schutzschalters beruht auf der ständigen Kontrolle, ob alle
Ströme, die durch die Zuleitung zur Anlage fließen, auch wieder durch die gleiche Lei-
tung zurückfließen. Ist das nämlich nicht der Fall, so kann nur angenommen werden,
dass ein Teil des Stromes einen nicht vorgesehenen Weg nimmt, dass also ein Isolations-
fehler vorliegt.

Wirkungsweise eines FI-Schutzschalters

Das Schutzgerät enthält als wichtigsten Teil einen Transformatorkern, durch dessen
Fenster alle Adern (einschließlich Sternpunktleiter) der Wechselstrom- bzw. Drehstrom-
leitungen durchgeführt werden. Auf dem Kern ist außerdem eine kleine Sekundärwick-
lung aufgebracht, von der aus zwei Verbindungen zur Auslösespule des Hauptschalters
führen.
Jedes zu schützende Gerät der Anlage wird mit einer Erdung des Gehäuses versehen.
18.16 Gefährliche Körperströme 395

18.16 Gefährliche Körperströme

Werden spannungsführende Teile einer Elektroanlage von einem Menschen berührt, so


fließt ein Strom über den Körper zum Erdpotential. Die Höhe dieses Körperstromes IK
hängt von der Berührungsspannung Ub (Spannungshöhe), dem Körperwiderstand RK und
dem Übergangswiderstand RÜ (z. B. Schuhsohlen, Fußbodenbelag) ab. Der Körperwi-
derstand besteht aus dem Hautwiderstand und dem Widerstand des übrigen Körpers. Die
äußere Beschaffenheit der Haut oder Feuchtigkeit hat einen starken Einfluss auf den
Hautwiderstand, (ca. 10 k bei trockener und 100  bei feuchter Haut). Der Widerstand
des übrigen Körpers liegt etwa zwischen 500  bis 1 k. Er verändert sich aber stark in
Abhängigkeit vom tatsächlich auftretenden Stromweg.

Bereiche für die Stromstärke bei Wechselstrom (f = 50 Hz) für die physiologischen
Auswirkungen auf den menschlichen Körper
– Bereich 1 (0 bis 25 mA): Bereits Stromstärken von etwa 2 mA werden von jedem
Menschen durch leichtes Kribbeln wahrgenommen. Es kann dabei aber auch zu
schreckhaften oder unkontrollierten Muskelbewegungen kommen. Stromstärken
oberhalb der sogenannten Loslassgrenze von etwa 10 mA führen zu Muskelver-
krampfungen mit möglicher Atemlähmung und Bewusstlosigkeit.
– Bereich 2 (25 mA bis 80 mA). Bei Strömen in der Größenordnung von 25 mA bis
80 mA treten sofort Magen- und Muskelverkrampfungen sowie das gefährliche Herz-
kammerflimmern auf. Dauert dieses länger als drei Minuten, sterben durch mangeln-
de Versorgung mit Sauerstoff lebenswichtige Gehirnzellen ab und es treten dadurch
dauerhafte Schädigungen auf.
396 18 Drehstrom und Wechselstrom

– Bereich 3 (80 mA bis 5 A): In diesem Bereich entsteht das Herzkammerflimmern


bereits bei einer Durchgangszeit kleiner 0,3 Sekunden. Der Blutkreislauf kommt zum
Erliegen und ohne eine sofortige Herzmassage mit zusätzlicher Beatmung tritt der
Tod nach kurzer Zeit ein.
– Bereich 4 (500 A bis 5 A): Hier muss mit einem sofortigen Herzstillstand gerechnet
werden oder die sehr starken Verbrennungen führen zum Tod nach Tagen oder
Wochen.
Sachwortverzeichnis

A Äquivalenz 308
AB-Betrieb 212 Arbeit, elektrische 48
A-Betrieb 211 Arbeitsgerade 194
Abfallzeit 198 Arbeitskontakt 319
Absorption 309 Arbeitspunkteinstellung 193
Achtersystem 300 Assoziation 309
8-4-2-1-Code 303 Asymptote 269
Addierer 232, 274 Augenblickswert 71, 353
Additionstheorem 20 Ausbreitungsgeschwindigkeit 155, 159
Admittanz 114, 123 Ausgangsleitwert 185
Aiken-Code 303 Ausgangstreiberstrom 317
Allpassfilter 259 Ausgangswiderstand 189
Alphabet, griechisches 6 Ausgleichswert 273
Ampere 16, 45 Auslastfaktor 313
Amplitudenform 353 Auslieferungstoleranz 64
Amplitudengang der Regelstrecke 272 Ausräumfaktor 199
Amplitudenverlauf 254 Ausregelzeit 292
Anfahrvorgang 289 Ausschaltzeit 198
Anfangswiderstand 330 Außenleiterspannung 377
Ankathete 7
Ankerwicklung 385 B
Anlaufwert 273 B2U 174
Anodenbasis 225 B6U 175
Anpassungsfaktor 154 Bandbreite 121, 147, 253
Anstiegszeit 75, 198 Bandmittenfrequenz 158
Antivalenz 308 Bandpass, selektiver 253
Anwärmfehler 347 Bandsperre, selektive 253

397

© Springer Fachmedien Wiesbaden GmbH, ein Teil von Springer Nature 2019
H. Bernstein, Formelsammlung, https://doi.org/10.1007/978-3-658-18179-6
398 Sachwortverzeichnis

Barkhausen-Gleichung 224 D
Basiswiderstand 197 Dachschräge 74
Baud 157 Dämpfung 121, 249
BCD-Code 303 Dämpfungsfaktor 149
Bel 150 Dämpfungsgrad 278
Belastung, symmetrische 377 Dämpfungskennwert 152
Beleuchtungsgröße 339 Dämpfungskonstante 155
Beleuchtungsstärke 339 Darlington 209
Bessel 242 Datenübertragung 157
Betriebsdämpfung 151 Dehnung 332
Binär 299 Dehnungsmessstreifen 332
Binärcode 304 Delon 178
binomischer Satz 36 De Morgan 18
Bit 301 Determinante 37
Bit/s 157 Dezimalzahl 4
Bitrate 157 D-Flipflop 312
Blindleistung 69, 118, 355 DIAMOND-Code 306
Blindleistungsfaktor 69, 118 Dichtefunktion 44
Blindleitwert 114, 116 Diffentialkondensator 335
Blindstromkompensation 384 Differentialquotient 31 f.
Blindwiderstand 104 Differenz 42
– kapazitiver 89 Differenzierer 232
Bodediagramm 268 Differenzierglied 141
Bootstrap 210, 236 Differenzverstärker 213, 231
Brückenmessung 358 Digitalmessgerät 352
Brückenschaltung 330 Diodenschalter 172
Brummspannung 176 Diodenwiderstand 170
Butterworth 242 Disjunktion 18, 307
Byte 301 Diskriminante 23
Distribution 309
C Doppelleitung 156
Candela 16, 339 Doppel-T-Filter 256
CL-Glied 135 Drain 215
CMOS-Schaltung 315 Drainschaltung 217, 222
Colpits-Schaltung 205 D-Regler 277
Cosinus 7 Drehkondensator 164
Cosinussatz 10, 21 – kapazitätsgerader 90
Cotangens 8 Drehmoment 98, 383
Coulomb 46 Drehstrom 375
Crest-Faktor 72 Drehstrommotor 380
CR-Hochpass 133 Drehstromnetz 391
Sachwortverzeichnis 399

Drehstromzähler 390 F
Drehzahl 383 fan-in 313
Dreieck 12, 22 fan-out 313
Dreieck-Rechteck-Generator 240 Farad 46
Dreieckschaltung 63, 378, 380 Fehler
Dreipunktregelung 296 – absoluter 350
DT1-Regler 280 – relativer 350
Dual 299 Fehlerangabe 350
Dual-Gate-MOSFET 223 Fehlerfortpflanzung 372
Dualzahl 5 – Gauß’sche 373
Dunkelstrom 341 – lineare 373
Durchflutung 95 Feldart 160
Durchgriff 224 Feldeffekttransistor 215
Durchlassstrom 175 Feldkonstante 96
Durchschnitt 42 Feldlinienlänge 95
DWord 301 Feldplatte 337
Feldstärke 95
E Feldwellenwiderstand 160
Echodämpfung 152 Fernfeld 161
Eckkreisfrequenz 276 Festwertregelung 263
ECO-Schaltung 206 FET 216
Effektivwert 67, 353, 376 Filter-Kennwert 137
Eigenerwärmung 328 Filterkoeffizient 244
Eingangsstrom 317 FI-Schutzschalter 394
Eingangswiderstand 189 Flankensteilheit 74, 128
Einheiten DIN 1302 17 Flipflop 200
Einphasenwechselstrom 379 Flussdichte 96, 337
Einschaltzeit 198 Formfaktor 70
Einweggleichrichter 238 Fotodiode 343
Elastizitätsmodul 333 Fotoelement 344
Elektrizitätsmenge 47 Fototransistor 343
Elektronengeschwindigkeit 47 Fotowiderstand 341
Ellipse 12 Fourier-Analyse 76
Energie 89 Freileitung 143
Ersatzwiderstand 60 Fremdfeldfehler 347
Erwärmung, induktive 146 Frequenz, normierte 158
Erwartung 368 Frequenzgang 266
Exklusiv-ODER 308 – komplexer 269
Exponentialfunktion 2 Frequenzteiler 323
Exzentrizität 26 Frequenzvergleichsmessung 365
Exzess-3-Code 303 Frequenzweiche 128
Führungsgröße 261, 289
Führungsverhalten 288, 290
Fußpunktkopplung 166
400 Sachwortverzeichnis

G I
Gateschaltung 218, 222 Identität 307
Gauß 242 IEEE-Format 302
Gauß’sche Glockenkurve 370 Impedanz 123
Gegeninduktivität 101, 165 – negative 235
Gegenkathete 7 Impedanzwandler 231
Gegenkopplung 201 Implikation 308
Geometrie 2 Impuls 72
Geräteschutzschalter 394 Impulsdauer 74
Gitterbasis 226 Induktivität 99
Glättungsfaktor 181 Induktivitätsmessung 358
Gleichrichtwert 353 Infrarot-Bereich 341
Gleichstromkopplung 209 Inhibition 309
Gleichstrommotor 385 Inklusiv-ODER 308
Gleichstrom-Scheibenläufer 386 Innenwiderstand 224
Gleichstromverstärkung 187 Instrumentenverstärker 233
Gleichungssystem 39 Integer 301
Gleitpunktzahl 302 Integrator 232
Grad 10 Integrierbeiwert 276, 281
Greinacher 178 Integrierglied 141
Grundintegral 33 Intermodulationsgrad 368
Güte 117 Ionosphäre 160
Gyrator 235 I-Regler 276
Isochron-Zeichen 157
H Istwert 351
Halbbrücke 331 f. IT1-Regler 279
Halbweite 368
Hallgenerator 336 J
Hallkonstante 336 J-FET 215
Hartley-Schaltung 204 JK-Flipflop 312
Hauteffekt 146 JK-Master-Slave-Flipflop 313
Heißleiter 327 Joule 46
Henry 46
Hexadezimal 299 K
h-Kenngröße 185 Kabel, symmetrisches 156
Hochpass, aktiver 243 Kaltleiter 330
Hochpass-Doppelglied 138 Kapazitätsänderung 87
Hochpass-Phasenschieber 241 Kapazitätsdiode 182
Höckerfrequenz 257 Kapazitätsmessbrücke 361
Hohlzylinder 13 Kapazitätsmessung 357
Hybridform 126 Karnaugh-Diagramm 310
Hypotenuse 7 Kaskadenschaltung 179
Kaskode 212
Katodenbasis 225
Sachwortverzeichnis 401

Kegel 14 Kreisfrequenz 67
Kegelschnitt 25 Kreisplattenkondensator 90
Kegelstumpf 14 Kreisring 11
Kelvin 16 Kugel 14
Kettenform 125 Kugelabschnitt 14
Kettenregel 31 Kugelkondensator 88
Kilogramm 16 Kurvendiskussion 32
Kippschaltung Kurzschluss 53
– astabile 199
– bistabile 200 L
– monostabile 200 Ladekondensator 176
Kippstufe, monostabile 220 Ladungsverschiebung 89
Klasseneinteilung 347 Lagefehler 347
Kleinsignalverstärkung 194 Längsinduktivität 154
Klemmenspannung 54 Längswiderstand 154
Klirrdämpfung 145 LC-Bandpass 139
Klirrfaktor 145, 363 LC-Bandsperre 140
Klirrfaktormessbrücke 363 LC-Glied 134
Knotenregel 55 LC-Siebung 178
Koaxialkabel 88, 156 LC-Verzögerungsleitung 137
Koeffizient, bipolarer 235 LDR 341
Kommutation 309 LED 345
Komparator 234 Leerlauf 53
Kompensationswicklung 385 Leistung 45
Kondensator Leistungsanpassung 54
– frequenzgerader 91 Leistungsfaktor 69, 114, 118
– wellengerader 92 Leistungsverlust 51, 379
Konduktanz 114 Leistungsverstärkung 190
Konjunktion 18, 307 Leiterlänge, wirksame 98
Konstante 309 Leiterzahl 98
Konstantspannungsquelle 213, 237 Leitfähigkeit 50
Konstantstromquelle 213, 218, 237 Leitung
Koordinate, kartesische 267 – verlustbehaftete 142
Kopplung – verlustfreie 142
– induktive 208 Leitungsschutzschalter 393
– kapazitive 208 Leitungsschutzsicherung 392
Kopplungsfaktor 101, 166 Leitwert 45
Kopplungskondensator 196 Leitwertform 125
Körperstrom 395 Leuchtdichte 339
Korrekturfaktor 354 Leuchtdiode 345
Kraft 97 LIBAW-CRAIG 305
Kreis 11 Licht, sichtbares 341
Kreisabschnitt 12 Lichtstärke 339
Kreisausschnitt 11 Lissajous-Figur 365
402 Sachwortverzeichnis

Logarithmieren 6 N
Logarithmus 2 Nachstellzeit 281, 295
– natürlicher 6 Näherungswert 35
Long Real 302 Nahfeld 161
LORENZ-Code 306 NAND 308
LR-Tiefpass 132 Nebenschlusswicklung 385
LSB 301 Nebensprechdämpfung 152 f.
Luftspule 103 Nebenwiderstand 62
Lumen 339 n-Ecke 12
Lux 339 Negation 18, 307
Neper 150
M Neutralleiter 377, 391
M1U 173 n-Fakultät 36
M2U 173 Nichols 293
M3U 174 NICHT 307
Magnetfeld 337 NICHT-Funktion 18
Maschenregel 55 NOR 308
Matrix 40 Normalform 23
Maximalwert 67 Normalverteilung 44
Maxwell 362 Normlicht 342
Maxwell-Robinson-Brücke 361 Notch-Filter 258
Maxwell-Wien 362 NTC-Widerstand 327
Meißner-Schaltung 204 NUDING-Code 306
Menge 3, 41 Nullspannungskomparator 233
Messbereichsendwert 62 Nutzwärme 57
Messbereichserweiterung 352
Messgerät, elektrodynamisches 359 O
Messunsicherheit 368 ODER 307
Messwertaufnehmer 327 ODER-Funktion 18
Meter 16 Ohmmeter 356
Mischspannung und -strom 72 Oktal 299
Mitkopplung 202 Open-Loop 262
Mittelwert 70 f., 353 Operationsverstärker 274
– arithmetischer 371 Optokoppler 346
Mittenfrequenz 253 Ortskurve 266, 275
Mol 16 Oszilloskop 363
Momentanwert 67
Momentencharakteristik 382 P
MOSFET 215, 221 Parallelogramm 12
Motormoment 382 PD-Regler 282
MSB 301 PDT1-Regler 284
Pegel, relativer 151
Peltier-Batterie 339
Pentode 227
Sachwortverzeichnis 403

Periodendauer 67 R
Permeabilitätszahl 96 Radiant 10
Permutation 36 Rauschleistung 147
Phasengang 269 Raute 11
– der Regelstrecke 272 RC-Glied 113 f.
Phasenschieber 141 RC-Hochpass-Phasenschieber 202
Phasenverlauf 254 RC-Parallelschaltung 110
Phasenverschiebung 365 RC-Reihenschaltung 109
Phasenwinkel 69, 93, 269 RC-Siebung 178
PID-Regler 284 RC-Tiefpass 131
PIDT1-Regler 286 RC-Tiefpass-Phasenschieber 203
-Glied 153, 158 RC-Wienbrücke 203
-Hochpass 136 Rechteck 11
-Tiefpass 135 Rechteckgenerator 199, 219, 239, 321
PI-Regler 280 – mit Quarz 322
Plattenkondensator 87 Reflexionsfaktor 143, 154
Polargleichung 26 Regelgröße 261, 289
Polarkoordinate 267 Regelstreckenglied 271
Polpaarzahl 375 Regleroptimierung 292
Primärwiderstand 105 Reihenschlusswicklung 385
Prisma 13 Relation 1
Produkt 42 Resonanz 120
Projektionssatz 21 Resonanztransformator 164
Propagation 318 Resonanzverfahren 358
Proportionalbeiwert 281 Reststrom 93
Prozessgröße 263 Riementrieb 387
Pseudotetrade 303 RLC-Parallelschaltung 111
P-T1-Glied 267 RLC-Reihenschaltung 111
PT1-Regler 277 RL-Glied 112
PTC-Widerstand 330 RL-Hochpass 134
Pulsspannung und -strom 72 RL-Parallelschaltung 109
P-Verhalten 272 RL-Reihenschaltung 108
Pyramide 13 Röhre 224
Pyramidenstumpf 13 Root Mean Square 72
Pythagoras 8 RS-Flipflop 312
Rückflussdämpfung 144, 152, 154
Q Ruhekontakt 319
Quadrat 11
Quarzschaltung 207 S
Quellenspannung 54 Sägezahngenerator 219, 240
Querkapazität 154 Sallen-Key-Bandpass 255
Querleitwert 154 Satz von Vieta 23
Querschnitt 379 Schalterwert 299
404 Sachwortverzeichnis

Schaltung, monostabile 320 Spannungsanpassung 54


Scheinleistung 69, 118, 355 Spannungsbegrenzung 172
Scheinleitwert 114 Spannungsfall 51
Scheitelfaktor 70 Spannungsgegenkopplung 196
Scheitelwert 353 Spannungsquelle 52, 53
Schering 362 Spannungsrückwirkung 185
Schleifdrahtbrücke 63, 357 Spannungsstabilisierung 180
Schmelzsicherung 392 Spannungs-Strom-Kennlinie 328
Schmitt-Trigger 201, 234, 322 Spannungs-Strom-Verstärker 229
Schneckentrieb 389 Spannungsvergleich 357
Schrittmotor 386 Spannungsverlust 379
Schutzleiter 391 Spannungsverstärker 229
Schwellwertschaltung 201 Spannungsverstärkung 190
Schwerpunkt 24 Spannungswandlerfehler 355
16-Bit-Integer 302 Speicherzeit 75
Seitencosinussatz 22 Sperrschicht-FET 216
Sekundärwiderstand 105 sphärischer Exzess 22
Sekunde 16 Spitzendurchlassstrom 175
Selbstinduktion 102 Spitzenwert 67
Selbstinduktionsspannung 99 Spitze-Spitze-Wert 376
Selbstinduktivität 100 Sprungantwort 264
Sensor 327 Spulengüte 105
Sensorik 327 Spulenkonstante 104
Short Real 302 Stabilisierungsfaktor 182
Shunt 62 Standardabweichung 368
Sicherungspatrone 393 Stauchung 332
Siebfaktor 132 Steilheit 224
SI-Einheiten (Système International Stellgröße 289
d’Unités) 15 Sternschaltung 63, 377, 380
Sign 301 Störgröße 262
Signalgeschwindigkeit 47 Störpegelabstand 153
Signallaufzeit 74 Störsicherheit 317
Signalwert 299 Störverhalten 264, 288
Sink-Strom 317 Strahlensatz 8
Sinus 7 Strahlungsdichte 160
Sinusgenerator 240 Strangstrom 377
Sinussatz 10, 21 Streckenmittelpunkt 24
Skalarprodukt 27 Stromanpassung 54
Skineffekt 146 Stromgegenkopplung 195
Sollwert 351 Stromquelle 53
Source 215 Strom-Spannungs-Verstärker 229
Sourceschaltung 216, 221 Strom-Spannungs-Wandler 236
Source-Strom 317 Stromstärke 45
Spannung 45 Stromverstärker 229
Sachwortverzeichnis 405

Stromverstärkung 189 U
Stromwandler 236 Überschwingweite 292
Stromwandlerfehler 355 Übersetzungsverhältnis 165
Stromwärme 57 Übersteuerungsfaktor 197
Stufungsfunktion 64 Überstrom-Schutzschalter 392
Subtrahierer 232 Übertragungsbeiwert 264
Summenschwingung 83 – der Regelstrecke 272
Summierer 232, 274 Übertragungsfaktor 149
Suszeptanz 114 Übertragungswinkel 259
Umschlagstemperatur 330
T UND 307
Tangens 8 UND-Funktion 18
Tangenssatz 21 URMS 72
Tastgrad 73
Tastverhältnis 297 V
Taylor’sche Reihe 34 Variable 309
Teilmenge 41 Varianz 368
Temperaturänderung 87 VDR-Widerstand 338
Temperaturbeiwert 50, 52 Vektor 4, 27
Temperaturkoeffizient 180 Vereinigung 42
Temporary 302 Verknüpfung 1
Tesla 46 Verkürzungsfaktor 163
Tetrade 301 Verlustfaktor 93, 114, 117, 121
Tetraden-Code 303 Verlustleistung 169
T-Flipflop 313 Verlustwiderstand 105
T-Glied 153, 158 Verstärker, logarithmischer 238
Thomson 63, 361 Verstärkerbetrieb 231
Tiefpass, aktiver 243 Verteilung
Tiefpass-Doppelglied 137 – dreieckförmige 369
Tiefpass-Phasenschieber 241 – glockenförmige 370
TN-S-Netz 392 – trapezförmige 369
Totzeit 264 Verteilungsfunktion 44
Totzeit-Regler 287 Verzerrungsgrad 157
Transistor 185 Verzögerungszeit 75, 198, 259
Trapez 12 Verzugszeit 295
Trigonometrie 2 Vierpol 124
Triode 226 Vierpol-Parameter 188
Tschebyscheff 242 Viertelbrücke 331, 332
TTL-Monoflop 320 64-Bit-Integer 302
Tt-Regler 287 Villard 179
Tunneldiode 183 Vollbrücke 331, 333
Vorhaltezeit 295
Vorwiderstand 61
406 Sachwortverzeichnis

W Word 301
Wahrscheinlichkeit 43 Würfel 13
Weber 46
Wechselkontakt 319 Y
Wechselspannungsverstärker 220, 236 y-Kenngröße 186
Wechselstrom 375
Wechselstromverstärkung 187 Z
Wechselstromwiderstand 171 Zahlenmenge 3
Wellenlänge 159 Zahlensystem 3, 299
Wellenwiderstand 142, 154 Zähler 323
Welligkeit 176, 247 Zahnradtrieb 389
Welligkeitsfaktor 144 Zehnerlogarithmus 6
Wheatstone 62 Zehnersystem 300
Wheatstone-Messbrücke 360 Zeichengeschwindigkeit
Wickelsinn 101 157
Widerstand 45 Zeigerdiagramm 69
– magnetischer 97 Zeitkonstante 92
Widerstandmessung 356 Ziegler 293
Widerstandsänderung 50 Ziffernerkennung 305
Widerstandsform 125 Zweieck 22
Wien 361 Zweierlogarithmus 6
Wienbrücke 140 Zweiersystem 300
Winkelaufnehmer 334 Zweipol 124
Winkelbeziehung 9 Zweipunktegleichung 25
Winkelcosinussatz 22 Zweipunktregelung 296
Winkelfunktion 7, 9, 19 32-Bit-Integer 302
Wirkleistung 69, 118, 355 Zweiweggleichrichter 238
Wirkleitwert 114 Zylinder 13
Wirkungsgrad 49 Zylinderkondensator 88