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Brüder Grimm

Frau Holle
und andere
Märchen
Erzählt von Kerstin Salvador
Illustrationen von Luigi Raffaelli

S T A D T B IB L IO T H E K
Steglitz-Zehlendorf
Zentrale K lnder-
und Jugendbibliothek

Junge Lektüren
Frau Holle und andere Märchen
von den Brüdern Grimm
frei erzählt von Kerstin Salvador
Übungen: Kerstin Salvador
Illustrationen: Luigi Raffaelli
Redaktion: Iris Faigle

ELI-Lektüren Konzeption
Paola Accattoli, Grazia Ancillani, Daniele Garbuglia (Art Director)

Grafische Gestaltung
Sergio Elisei

Layout
Gianluca Rocchetti

Produktionsleitung
Francesco Capitano

Fotos
Corbis

©2012 ELI s.r.l


B.R 6 - 62019 Recanati - Italien
Tel.+39 071750701
Fax+39 071 977851
info@elionline.com
www.elionline.com

Druck in Italien: Tecnostampa Recanati


ERT 109.01
ISBN 978-88-536-0777-5

Erste Auflage: Februar 2012

www.elireaders.com
Inhalt

6 Hauptfiguren
8 Vor dem Lesen
10 Kapitel 1 Frau Holle Unten im Brunnen
18 Aufgaben
20 Kapitel 2 Pech gehabt
28 Aufgaben
30 Kapitel 3 Der Froschkönig Die goldene Kugel
38 Aufgaben
40 Kapitel 4 Versprochen ist versprochen
48 Aufgaben
50 Kapitel 5 Der süße Brei
56 Aufgaben
58 Zum Weiterlesen Wer waren die Brüder Grimm?
60 Zum Weiterlesen Was sind Märchen?
61 Zum Weiterlesen Hexen
62 Teste dich selbst!
63 Syllabus

Zeichen für die Hörtexte auf der CD


Anfang ► Ende ■ 5
Frau Holle

M utter schöne, fleißige


Tochter

Der Froschkönig

goldene
Kugel

K önigstochter Froschkönig
Vor dem Lesen
1 W ortgruppen. W elche W ö rte r kennst du? Ordne sie zu.
die Milch die Birne die Butter der Tee
das Brot die Traube das Ei der Kakao
die Banane der Kuchen der Kaffee der Saft
der Käse die Kirsche d©r-ApfgT

Obst andere Lebensmittel Getränke

der Apfel

2 Einkäufen. Was steht auf dem Einkaufszettel? Suche die


W örter.
Wurst Pudding Huhn Schokolade Brötchen
Tomaten Zucker Marmelade
Zahnpasta Eier Zwiebeln Cola

J M H L Ö P X W D A R B O
L S U E F R C L Ö K E R P
Z A H N P A T A D F Ö Ä
w R N Ü U W lAc \ N O U R T R
1 Z F 0 D U H V T Q D C S
E 1 Q T D R 1 E B S W H A
B u V W 1 Ü N M R C Ä E M
E J B R N L K 1 L H F N M
L B H Ö G X \ E/ D X O V K C
N Q E X C 1 G E K R H Y
W C M L K T F R C O L A S
S V T R 1 L G E Q L H B A
E T Ä W F G K U H A W N Z
D O E U O J E 1 Ü D B Ö u
D M A R M E L A D E T F c
H A D S W 1 C G R N 1 D K
U T R T U E M W E R H E E
Ä E Ö H R R T F K T O Ü R
U N 1 Z H D B F S E T G 1

8
3 Zahlwörter. Wie werden die Zahlen geschrieben? Ordne sie zu.
tausend
1 \
2 3
achtunddreißig
74 zweihundertelf
211 eins
19 dreiundzwanzig
305 zw ölf
8 vierundsiebzig
1000 neunzehn
12 dreihundertfünf
38 acht

4 W ortigel. Was fä llt d ir zu Märchen ein? Ergänze deine


Ideen und Assoziationen.

Es war einmal hnco

5 Richtig (R) oder falsch (F)?

R F
1 Der W olf frisst die Hexe. □ □
2 Das Rotkäppchen geht in den Wald. □ □ ,
3 Der Prinz rettet die Prinzessin. □ □
4 Die Großmutter küsst den Frosch. □ □
5 Gretel schüttelt das Kissen. □ □

9
Kapitel 1

Frau Holle
Unten int Brunnen

►2 Es w ar einm al eine Frau, die hatte zwei Töchter.


Die eine w ar schön und freundlich zu allen. G erne
half sie anderen M enschen. Richtig fleißig1 w ar
sie. Sie w ar aber nicht die leibliche Tochter der
Frau, sondern die Stieftochter2.

Die Frau hatte aber noch eine richtige Tochter.


Die w ar hässlich, faul und unfreundlich, aber ihre
M utter m ochte sie viel lieber als die andere.
Die schöne, fleißige Tochter m usste alle Arbeit
im H aus tu n und der Stiefm utter helfen. Die
hässliche, faule Tochter durfte sich hingegen
ausruhen oder spielen.
Jeden Tag sollte die schöne, fleißige Tochter
draußen auf dem B runnen sitzen u n d Wolle
spinnen3. Dabei läuft die Wolle über ein Spinnrad4
und w ird m it den Fingern zu einem Faden gedreht.
D en ganzen Tag m usste sie Wolle spinnen, bis ihr

1 fleißig sie ist tüchtig und arbeitet gern


2e Stieftochter, “ sie ist nicht die leibliche Tochter, sondern die Tochter des Mannes
! spinnen Schafwolle zu einem Wollfaden verarbeiten
4s Spinnrad, “er ein Gerät, das man zum Wollespinnen benötigt

10
Frau Holle
w

die Finger w eh taten. M anchm al w ar der Faden so


rau, dass ihre Finger bluteten.
Eines Tages wurde die Spule1ganz blutig von ihren
aufgesprungenen Fingern. Da wollte sie sie m it etwas
Wasser aus dem Brunnen abwischen. Als sie sich über
den Brunnen bückte, fiel ihr die Spule in den Brunnen.
„O h weh, was soll ich n u r tun?" Die schöne,
fleißige Tochter w einte und lief zur Stiefm utter2.
Sie erzählte ihr, was passiert war.
Die Stiefm utter schimpfte m it ihr: „Wie konnte
das passieren? D u hast die Spule in den B runnen
fallen lassen. Jetzt hol sie auch w ieder h erauf!“
Das M ädchen lief zurück zum Brunnen. Es
überlegte: „W ie kann ich nu r die Spule w ieder
aus dem B runnen holen?“ Es hatte Angst vor der
Stiefmutter, weil sie so heftig m it ihm geschim pft
hatte. D ann sprang es plötzlich in den Brunnen.
Es verlor die Besinnung3 und sank4 au f den
Boden des Brunnens. Als es aufwachte, w ar es au f
einer schönen W iese. Die Sonne schien u n d au f
der W iese blühten viele Blumen.

1 e Spule, n auf ihr wird der Wollfaden aufgewickelt


2e Stiefmutter, “ die neue Frau des Vaters, nicht die leibliche Mutter
5die Besinnung verlieren ohnmächtig werden
4sinken, sank, ist gesunken untergehen

li
Kapitel 1

r
Das Mädchen lief über die Wiese und kam zu einem
Backofen1. In dem Ofen waren Brote, die schon fertig
gebacken waren. Da fing das Brot an zu sprechen und
rief: „Zieh mich heraus, zieh mich heraus! Ich bin
schon fertig gebacken und verbrenne sonst!"
Und das M ädchen nahm den Brotschieber2 und
holte die Brote aus dem Ofen.
D ann ging es w eiter über die Blumenwiese.
M
<
ittendrin stand ein Baum. Seine Äste w aren
voll m it reifen Äpfeln. D er Baum rief: „Schüttle3
mich, schüttle mich! M eine Äpfel sind schon alle
reif4!“ Da schüttelte das M ädchen den Baum, bis
alle Äpfel herabfielen. Es legte alle Äpfel a u f einen
H aufen und ging weiter.
Da kam das M ädchen zu einem Haus. Eine
alte Frau schaute aus dem Fenster. Sie hatte so
große Zähne, dass das M ädchen Angst bekam
und weglaufen wollte. Aber die alte Frau sprach:
„Fürchte dich nicht, m ein Kind. Bleib bei m ir und
hilf m ir bei m einer Arbeit im Haus. W enn du alles

1 r Backofen, “ Ofen, in dem Brot gebacken wird


2r Brotschieber, - Holzbrett mit dem man die Brote in den heißen Ofen schiebt
3schütteln an dem Baum rütteln, bis er wackelt
4reif sein ausgewachsen, fertig zum Essen

12
Kapitel 1

ordentlich machst, sollst du es gut haben bei mir.


D u m usst nu r im m er gut m ein Kissen schütteln,
bis die Federn fliegen. D ann schneit es au f der
Erde. Ich bin die Frau H olle."
Die alte Frau mit den großen Zähnen sprach so
freundlich zu dem Mädchen, dass es schnell die Angst
vor ihr verlor. Schließlich w ar es einverstanden1und
blieb bei ihr. Das Mädchen erledigte2 alle Arbeiten
im Haus für Frau Holle: Es machte sauber, holte
Wasser, wusch3 die Wäsche, spülte das Geschirr,
schälte die Kartoffeln und tat alles so, wie die alte
Frau es gerne hatte. Frau Holle mochte das Mädchen
und w ar zufrieden m it seiner Arbeit.
Das M ädchen schüttelte auch das Bett genau
so auf, wie Frau Holle es ihm gezeigt hatte.
Die Federn m ussten dabei wie Schneeflocken
um herfliegen. D ann schneit es a u f der Erde, hatte
die alte Frau ihm erklärt. Das m achte ihm richtig
Spaß. Z u r Belohnung4 bekam das M ädchen jeden
Tag genug zu essen. Lauter gute Sachen u n d so
viel es wollte. Das hatte es bei ihm zu H ause nicht

1 einverstanden sein zustimmen, einig sein


2erledigen arbeiten, tun, machen
2waschen, wusch, hat gewaschen sauber machen
5e Belohnung, en etwas zum Dank bekommen

14
Frau Holle

gegeben. Und Frau H olle schim pfte niemals m it


ihm, so wie die Stiefm utter es im m er getan hatte.
Obw ohl das M ädchen es g ut hatte bei Frau
Holle, w urde es von Tag zu Tag1 trauriger. Es
w usste selber gar nicht w arum . Im m er öfter
dachte es an die Stiefm utter und die Schwester.
„W er spinnt denn jetz t die ganze Wolle, w enn ich
nicht da bin? U nd w er hilft der Stiefm utter bei der
H ausarbeit?“, dachte das M ädchen. Es hatte zu
H ause im m er sehr schw er arbeiten m üssen u nd
die Stiefm utter hatte oft m it ihm geschim pft u nd
es ungerecht behandelt. Die Schwester w urde
im m er bevorzugt2. Trotzdem verm isste3 das
M ädchen seine Familie und hatte H eim w eh4.
Es ging zu Frau Holle und sagte: „Liebe Frau
Holle, ich vermisse m ein zuhause und m eine
Familie so sehr. Sie sind so gut zu mir, bei Ihnen
hier u nten geht es m ir viel besser als oben. Aber
ich kann nicht länger bleiben. Ich m öchte w ieder
nach oben in m eine W elt zurück. K önnen Sie m ir
bitte den W eg zeigen, wie ich dorthin kom m e?“

1 von Tag zu Tag jeden Tag mehr


2bevorzugen lieber mögen
5jmd./etw. vermissen jmdm. fehlen
4s Heimweh, (nurSg.)Sehnsucht nach zu Hause

15
n Kapitel 1

Frau Holle sprach: „Liebes Kind, ich kann gut


verstehen, dass du w ieder nach H ause m öchtest.
Weil du so fleißig w arst und die Arbeit gut
gem acht hast, will ich dich w ieder nach oben
bringen.“ Frau Holle nahm das M ädchen bei der
H and und sie gingen den W eg entlang bis sie an
ein großes Tor kam en. Als das Tor aufging u nd
das M ädchen u n ter dem Torbogen stand, fiel
plötzlich ein G oldregen1herab und das Gold blieb
an ihm haften2. Ü ber und über w ar es voll Gold
und glänzte in der Sonne.
„Das ist für dich, weil du so fleißig w arst. Und
hier hast du auch deine Spule wieder, die dir in
den B runnen gefallen ist“, sagte Frau Holle u nd
w inkte ihm zum Abschied3. D ann w urde das Tor
geschlossen. Und schon w ar das M ädchen w ieder
in seiner Welt, gar nicht w eit w eg von dem Haus
seiner Stiefmutter. Als es über den H o f kam , saß
der H ahn auf dem B runnen und rief:
Kikeriki, Kikeriki, unsere goldene Jungfrau ist
w ieder hie4!“ ■

’ r Goldregen es regnet Gold


2haften das Gold bleibt an ihr kleben
3r Abschied, e hier zur Abreise
4hie (Reimwort) hier

16
Lesen & Lernen
1 Richtig (R) oder falsch (F)?
R F
1Die Frau hatte zwei Söhne. □ □
2Die hässliche Tochter ist sehr freundlich. □ □
3Die schöne Tochter darf sich ausruhen. □ □
4Wolle spinnt man m it einem Spinnrad. □ □
5Die Spule ist in den Brunnen gefallen. □ □
6Der Baum rief: „Schüttle mich, meine □ □
Birnen sind reif.“
7 Frau Holle schim pft m it dem Mädchen. □ □
8 Aus dem Tor fallen Federn auf das □ □
Mädchen.

Strukturen & Satzbau


2 Bilde die Negation zu den Sätzen.
Spinnst du? Nein, ich spjnne nicht
1 Arbeitest du? Nein, ic h ......................

2 Sind die Äpfel reif? Nein, s ie ......................


3 Ist das deine Schwester? Nein, d a s .....................
4 Ist das Brot gar? Nein, d a s .....................
5 Schüttelt Frau Holle das Kissen?
Nein, s ie ......................
6 Ist das Mädchen glücklich? Nein, e s .......................
7 Bleibt das Mädchen bei Frau Holle?
Nein, e s ........................

18
Worte & Wörter
3 Lies die Fragen und suche die A n tw ort.
Beispiel: Wo sitzt die schöne Tochter und spinnt?
Siesitzt auf dem Brunnen.

1 Was ist am Boden des Brunnens?


E in e ..............................................
2 Was ist im Backofen?
Im Backofen is t ..............................................
3 Welche Früchte wachsen auf dem Baum?
Auf dem Baum w a chsen..............................................
4 Was schüttelt Frau Holle?
Sie schüttelt e in ..............................................
5 Was passiert, wenn Frau Holle das Kissen schüttelt?
E s ..............................................

L P Ä P F E L
F W Q X B Ö M
K 1 S S E N B
Z E G C Y W R
U S J H V B U
O E D N W R N
P M F E T O N
Ü R G 1 U T E
N T H T O G N

Fit in Deutsch 1 - Sprechen


4 Buchstabiere die folgenden Wörter. Ein Mitschüler/eine
Mitschülerin schreibt die Buchstaben auf und liest die
Wörter.
1 BAUM
2 BACKOFEN
3 STIEFMUTTER
4 SPINNRAD
5 APFELBAUM

19
Kapitel 2

Pech gehabt

►3 Die schöne, fleißige Tochter lief ins Haus und


begrüßte ihre M utter und ihre Schwester: „Liebe
Mutter, liebe Schwester, ich bin w ieder hier!“
Die M utter und die Schwester sahen das M ädchen
an. So viel Gold1! Sie w aren neugierig2, w oher es
das Gold hatte. Deshalb w aren sie plötzlich sehr
n ett zu ihm.
Die M utter sprach sehr freundlich: „Da bist du
ja, mein Kind. W o w arst du denn?"
Das Mädchen antwortete: „Ich bin in den Brunnen
gesprungen3, um die Spindel zu holen. Da bin ich
bewusstlos geworden. Als ich aufwachte, w ar ich
auf einer schönen Blumenwiese. Ich bin an einem
Backofen vorbeigelaufen, der konnte sprechen.
Ich sollte das Brot aus dem Ofen holen. Das habe
ich gemacht. Dann kam ich zu einem Apfelbaum.
D er konnte auch sprechen. Er wollte, dass ich ihn
schüttele, damit alle Äpfel herunterfallen.“
Die M utter und die Tochter hörten gut zu. „Und
was ist dann passiert4?“, fragten sie.
1s Gold, f/w .^ glänzendes, sehr wertvolles Edelmetall
2neugierig sein etwas wissen wollen
! springen, sprang, ist gesprungen hüpfen, einen Sprung machen
4passieren geschehen

20
Frau Holle
F
„D ann tra f ich eine Frau m it so großen Zähnen.
Z uerst hatte ich Angst, aber sie w ar sehr nett."
Ich sollte bei ihr bleiben und ihr bei der Arbeit
im Haus helfen. Dabei musste ich das Kissen1 so
kräftig schütteln, bis die Federn2 flogen.“
„Und w oher kom m t das viele Gold?“, fragten sie.
„Als ich nach Hause wollte, hat sie mich zu einem
Tor gebracht. Z u r Belohnung für meine Hilfe ist
das Gold auf mich geregnet.“

M u tte r u n d die T o ch ter s ta u n te n 3. D a sagte


die M u tte r zu ih re r hässlichen, fau len T o ch ter:
„So viel R eich tu m sollst du au ch b e k o m m e n .
M ach es g en au so w ie deine S ch w ester.“
Die faule T o ch ter m u sste sich m it d er Spule
an den B ru n n en setzen. D am it ihre Spindel
b lu tig w u rd e, fasste sie in die D o rn e n h e c k e 4.
D ann w a rf sie die Spule in den B ru n n en u n d
sp ran g selber h in te rh e r. Sie kam , w ie ihre
S chw ester a u f die schöne W iese u n d lie f den
W eg entlang.

1s Kissen, - ier)Bettzeug, Kopfkissen und Zudecke


(h
2e Feder, n Vogelfedern in einem Kopfkissen
3staunen sich wundem
4e Dornenhecke, n Busch mit Dornen

21
Kapitel 2

w
Alles w ar genauso, wie es die Schwester
beschrieben1 hatte. Sie kannte sich aus. „Ach, da
vorne ist ja der Backofen", dachte sie. „Der fängt
jetzt bestim m t an zu sprechen.“
Als sie zu dem Backofen kam, rief das Brot aus
dem Ofen: „Zieh mich heraus, zieh mich heraus! Ich
bin schon fertig gebacken und verbrenne sonst!"
Das faule M ädchen musste lachen. „Ein Brot, das
spricht. Wo gibt es denn so etwas?“, kicherte2 es.
Es sagte zu dem Brot: „Ich habe keine Lust3
und will mich nicht schmutzig m achen", und ging
einfach weiter. Es w ar ihr ganz egal4, ob das Brot
verbrannte.
„Jetzt kom m t gleich noch der Apfelbaum und
dann die alte Frau m it dem Kissen. Und dann
bekom m e ich endlich das Gold.“ Es freute sich
schon.
„Da ist ja schon der Apfelbaum!" Es lief zu ihm
hin. Da rief der Baum: „Schüttle mich, schüttle
mich! Meine Äpfel sind schon alle reif!"

'beschreiben, beschrieb, hat beschrieben genau erzählen


2kichern lachen
3keine Lust haben etwas nicht wollen
4egal gleichgültig

22
Es konnte es nicht glauben1. „D er spricht ja
w irklich“. Es fand das lustig. Aber schütteln wollte
es den Baum nicht. „Mir könnte ein Apfel auf den
Kopf fallen. Nein, nein, das mache ich nicht“, sagte
es zu dem Baum und ging fort2.

Da kam es zu einem Haus. Aus dem schaute eine alte


Frau zum Fenster heraus. „Uii, hat die große Zähne“,
dachte die faule Tochter, „das muss Frau Holle sein.“
Obwohl sie wirklich unheimlich3 aussah, hatte sie
keine Angst vor ihr. Die Schwester hat ja gesagt, dass
sie ganz nett ist. Ein bisschen Kissen schütteln und
schon bekom m e ich das Gold!“

„Sind Sie die Frau Holle?“, fragte das Mädchen.


Frau Holle nickte. „Kann ich Ihnen helfen?“
„Ja, ich bin schon alt und kann gut Hilfe
gebrauchen. Bleib bei m ir und hilf m ir bei m einer
Arbeit. W enn du alles ordentlich4 machst, sollst du
es gut haben bei mir.“

1 glauben für wahr halten


1 fortgehen, ging fort, ist fortgegangen einfach weiter gehen
3unheimlich schauerlich
"ordentlich sorgfältig, richtig

24
Frau Holle

„Du m usst nur im m er gut m ein Kissen schütteln,


bis die Federn fliegen. D ann schneit1 es auf der
Erde.“
Am ersten Tag bem ühte sich die Faule und
wollte alles richtig machen. Sie w ar fleißig und
m achte alles so, wie Frau Holle es ihr gesagt hat.
Sie holte Wasser, m achte sauber und schüttelte das
Kissen so kräftig, bis die Federn flogen. „Puh, ganz
schön anstrengend2“, stöhnte sie. Aber dann dachte
sie an das Gold und m achte weiter.
Am zw eiten Tag fing sie schon an zu faulenzen3
und am dritten Tag noch mehr. Da wollte sie
m orgens gar nicht aufstehen4. Sie hatte keine Lust
zu arbeiten und schüttelte auch nicht das Kissen, so
wie Frau Holle es wollte. Frau Holle ärgerte sich
sehr über das faule Mädchen. Schließlich kündigte5
es ihm den Dienst und w arf es raus: „Du bist zu
nichts zu gebrauchen. Geh w ieder nach H ause.“

'schneien es fällt Schnee


1 anstrengend beschwerlich, mühsam
5faulenzen faul sein, keinen Finger rühren
4aufstehen, stand auf, ist aufgestanden morgens aus dem Bett
aufstehen
5kündigen hinauswerfen, entlassen
25
Kapitel 2

Die Faule freute sich. „Jetzt kom m t bestim m t


bald der Goldregen." Frau Holle ging m it ihr zu dem
Tor. Genau so hatte es die Schwester beschrieben.
Als die Faule unter dem Tor stand, schüttete sich
statt des Goldregens ein Kessel1 voll schwarzem
Pech2 über sie.
„Das ist die Belohnung für deine Dienste3", sagte
Frau Holle zu ihr. Sie schloss das Tor hinter ihr zu.

Da kam die Faule auf dem W eg zu ihrem D o rf an


und ging nach Hause. Von Kopf bis Fuß klebte das
schwarze Pech an ihr. Sie schimpfte vor sich hin:
„So etwas Gemeines!"
Als sie über den H o f lief, saß der H ahn auf dem
Brunnen und rief:
„Kikeriki, unsere schmutzige Jungfrau ist wieder hie!"
Die klebrige, schwarze Pampe4 blieb an ihr
hängen und ging nicht m ehr ab, solange sie lebte. ■

1 r Kessel, -Topf
2s Pech, g.)(schwarze, teerartige, klebrige Masse
urS
n
3r Dienst, e Arbeit
4e Pampe, (nurSg.) Brei

26
Worte & Wörter
1 Unterstreiche die getrennten Verben und bilde den
Infinitiv.

Beispiel: Das Mädchen springt in den Brunnen hinein.


hineinspringen

1 „Zieh mich heraus!“ ..................................


2 Sie geht weiter............................. ..................................
3 Das Mädchen macht sauber. ..................................
4 Sie steht morgens nicht auf.........................................

Strukturen & Satzbau


2 Gib Befehle!

Beispiel: das Brot aus dem Ofen holen


Hoi das Brot aus dem Ofen!

1 den Apfelbaum schütteln

2 die Äpfel auf einen Haufen legen

3 der alten Frau helfen


4 das Federbett schütteln

I
28
Lesen & Lernen
3 Ordne die Sätze in der richtigen Reihenfolge.

a □ Du musst mein Kissen gut schütteln, bis die Federn


fliegen. Dann schneit es auf der Erde,
b □ Als sie sich über den Brunnen bückte, fiel ihr die
Spule in den Brunnen,
c □ Der Baum rief: „Schüttle mich, schüttle mich)
Meine Äpfel sind schon alle reif!”
d □ Als das Tor aufging, fiel ein Goldregen herab und
das Gold blieb an ihr haften,
e D Als sie aufwachte, war sie auf einer schönen Wiese.

Fit in Deutsch 1 - Lesen


4 Lies die Inform ation auf dem Aushang und kreuze an:
Richtig (R) oder Falsch (F)?

PUTZHILFE GESUCHT!
Ältere Dame sucht Hilfe für die Hausarbeit.
Folgende Arbeiten sollen erledigt werden: staubsaugen, Wäsche
waschen, spülen, kochen, Federbett gut ausschütteln.

Bitte melden bei: Frau Holle

R F
Es wird jemand gesucht zum Rasenmähen. □ □

29
Kapitel 3

Der Froschkönig
Die goldene Kugel

►4 Vor langer, langer Zeit, als W ünsche noch in


Erfüllung gingen, lebte ein König m it seinen
T öchtern in einem Schloss. Die T öchter w aren
alle sehr schön, aber die jüngste von Ihnen w ar so
schön, dass sogar die Sonne im m er ganz verzückt1
war, w enn sie ihr ins Gesicht schien.
In der Nähe des Schlosses war ein großer, dunkler
Wald und in dem Wald, unter einer alten Linde2,
w ar ein Brunnen. Im Sommer, w enn es sehr heiß
war, ging die jüngste Tochter gerne in den Wald und
setzte sich auf den Rand des Brunnens. Das w ar ihr
Lieblingsplatz3, denn dort w ar es im m er schön kühl.
Und w enn sie Langeweile4hatte, dann nahm sie ihre
goldene Kugel, w arf sie in die H öhe und fing sie
wieder auf, w arf sie in die H öhe und fing sie wieder
auf. Und im m er so weiter. „H opp“, sagte sie und
w arf die goldene Kugel in die Luft. „Gefangen!“ Und
wieder „Hopp!“. Dieses Spiel konnte sie stundenlang
spielen. Niemals w urde es ihr langweilig dabei.
1 verzückt hingerissen, begeistert
2e Linde, n ein Laubbaum
5r Lieblingsplatz, “e Ort, an dem man sehr gerne ist
4e Langeweile, (nurSg.)nichts zu tun haben

30
Der Froschkönig

Eines Tages, als sie w ieder einmal am B runnen


saß, ihre goldene Kugel in die H öhe w arf und ihre
Hände ausstreckte1, um sie w ieder aufzufangen,
konnte sie die Kugel nicht fangen. Sie glitt2 ihr aus
den H änden, fiel auf den Brunnenrand und rollte in
den Brunnen. Mit einem Platsch3verschwand sie im
Wasser. Mit den Augen schaute die Königstochter
der Kugel nach. Aber der Brunnen w ar so tief, dass
m an den G rund nicht sehen konnte. Da fing sie an
zu w einen und weinte im m er lauter. Sie konnte
sich gar nicht m ehr trösten4. Und w ährend sie so
klagte, rief ihr jem and zu: „He Königstochter, was
schreist hier herum? Da bekom m t ja jeder Stein
Mitleid5.“ Sie schaute sich um , w er denn da zu ihr
gesprochen hatte. Z uerst konnte sie niem anden
entdecken, doch dann sah sie im Brunnen einen
Frosch, der seinen dicken, hässlichen Kopf aus dem
Wasser streckte.
„Ach du bist's, alter W asserplatscher“, sagte
sie. „Ich w eine über m eine goldene Kugel, die m ir
in den B runnen gefallen ist.“

1 ausstrecken entgegenstrecken
2gleiten, glitt, ist geglitten rutschen
3r Platsch, nrg)(uS.Geräusch, wenn etwas ins Wasser fällt
Trösten he)(irberuhigen
5s Mitleid, (nurSgJMMew
31
„Beruhige dich, Königstochter, und weine
nicht m e h r“, antw ortete der Frosch. „Ich könnte
dir dein Spielzeug1w ieder hinauf holen. Aber was
gibst du m ir dafür?“
„Was du haben willst, lieber Frosch“, sagte sie,
„m eine Kleider, m eine Perlen und Edelsteine, und
auch noch die goldene Krone, die ich trag e.“
D er Frosch antw ortete: „Deine Kleider, Perlen,
Edelsteine und auch deine Krone m ag ich nicht
haben. Ich möchte, dass du mich lieb hast und
m öchte gerne dein Spielkamerad2 sein, ich m öchte
an deinem Tischlein neben dir sitzen, von deinem
goldenen Tellerlein essen, aus deinem Becherlein
trinken und in deinem Bettlein schlafen. W enn du
m ir das alles versprichst3, tauche ich in den B runnen
und hole dir deine goldene Kugel herauf.“
„O h ja “, sagte sie, „ich verspreche dir alles, was
du willst, w enn du m ir nu r m eine Kugel w ieder
bringst.“ Sie dachte sich: Was will denn der olle4
Frosch! D er soll mal schön im B runnen bleiben
und quaken. D er kann doch niemals der Freund
von einem M enschen sein.
1 s Spielzeug, (nurSq.) Gegenstand zum Spielen
1 r Spielkamerad, en Freund
Versprechen, versprach, hat versprochen etwas Zusagen
4oll (umgangssprdchlich)di\{
32
Kapitel 3

Als der Frosch die Zusage1von der Königs tochter


erhalten hatte, tauchte er in den Brunnen bis au f
den G rund und holte die Kugel w ieder herauf. Mit
der Kugel im Maul ruderte2 er nach oben und w arf
sie ins Gras3. Die Königstochter w ar überglücklich,
als sie ihr Lieblingsspielzeug w ieder hatte. Sie
sprang zu ihrer Kugel, hob sie auf und hüpfte dam it
fröhlich zum Schloss.
„W arte, w arte“, rief der Frosch, „nim m m ich
i
m it, ich kann nicht so laufen wie du!“
Aber die Königstochter w ar schon fortgelaufen
m it ihrer goldenen Kugel und hörte nicht au f sein
Quaken. Sie eilte nach H ause und hatte schon
bald den arm en Frosch vergessen, der w ieder in
seinen B runnen hinabsteigen4 musste.
Am nächsten Tag, als die K önigstochter
zusam m en m it dem König, ihren Schw estern und
allen H ofleuten5bei Tische saß beim Abendessen
u nd von ihrem goldenen Tellerchen aß, da
kam , plitsch platsch, plitsch platsch, etwas die

1 e Zusage, n Abmachung
2rudern (hier)mit den Armen nach oben schwimmen
5s Gras, “er Wiese
4hinabsteigen, -stieg, -gestiegen nach unten gehen
I 5Hofleute, (PI.) Leute, die bei Hofe leben

34
Der Froschkönig
(r

M arm ortreppe1 heraufgekrochen. Als es oben


angekom m en war, klopfte es an die T ü r und
rief: „Königstochter, jüngste, m ach m ir auf!” Sie
stand vom Tisch auf und w ollte sehen, w er denn
da draußen w ar und nach ihr rief. Als sie die T ür
aufm achte, sah sie den Frosch, der ihr die Kugel
geholt hatte, auf der Treppe sitzen. Vor lauter
Schreck2schlug sie die T ür schnell w ieder zu und
setzte sich an den Tisch. Ihr w urde ganz Angst
und Bange3. O h weh, dachte sie, was will der denn
hier? Sie hätte nicht gedacht, dass er den w eiten
W eg durch den W ald bis zum Schloss findet.
D er König sah, dass seiner Tochter das H erz
gewaltig4 klopfte und sprach:
„Mein Kind, w ovor fürchtest du dich, steht
etw a ein Riese5vor der T ü r und will dich holen?“
„Ach nein“, antw ortete sie, „es ist kein Riese,
nur ein garstiger6 Frosch."
„Was will denn der Frosch von dir?“ fragte der
König.

1e Marmortreppe, n Treppe aus Marmor (Stein)


1 r Schreck, - Erschrecken, Grausen
J Angst und Bange sein sich fürchten
4gewaltig sehr heftig
5r Riese, n sehr großer Mensch
6garstig widerlich

35
„Ach, lieber Vater, als ich gestern im W ald am
B runnen saß und m it m einer goldenen Kugel
spielte, da fiel sie m ir ins Wasser. Weil ich so
w einte, hat der Frosch sie m ir w ieder heraufgeholt.
Er wollte dafür m ein Spielgefährte1 w erden. Das
sollte ich ihm versprechen. Ich dachte aber, dass er
sowieso nicht aus seinem B runnen heraus könnte.
Also hab ich es ihm versprochen.“
Da klopfte es zum zw eiten Mal un d rief:
„Königstochter, jüngste,
m ach m ir auf,
w eißt du nicht, was du gestern
zu m ir gesagt hast
am kühlen W asserbrunnen?
Königstochter, jüngste,
m ach m ir auf!” ■

I 'r Spielgefährte, n Freund, Spielkamerad


36
Lesen & Lernen
1 W er sagt was? Ordne zu.

A der Frosch B die Königstochter C der König

1 □ „H e , was schreist du hier herum? Da bekom m t ja jeder


Stein Mitleid.“
2 □ „ Ic h weine über meine goldene Kugel, die mir in den
Brunnen gefallen ist.“
3 □ „Warte, nimm mich mit, ich kann nicht so laufen wie du!“
4 □ „M e in Kind, wovor fürchtest du dich, steht etwa ein
Riese vor der Tür und will dich holen?“
5 □ „ Ic h möchte, dass du mich lieb hast und möchte dein
Spielkamerad sein.“

Worte & Wörter


2 Finde zu jedem A d je ktiv das Gegenteil und verbinde die
W örter.

lang warm
1 schön kurz
2 klein trocken
3 nass hässlich
4 traurig reich
5 arm fröhlich
6 kühl groß

I
38
Strukturen & Satzbau
3 Unterstreiche das richtige W ort im Satz.

Beispiel: Die Königstochter spielt gerne m it einer


goldenen Rakete/Kuae/
1 Sie w irft die Kugel auf den B oden/ in die Luft.
2 Der Frosch bringt die Kugel wieder herauf/ nach unten.
3 Die Königstochter verspricht ihm ein A u to / die
Freundschaft.
4 Sie isst von einem goldenen/silbernen Teilerchen.
5 Sie findet den Frosch sympathisch/ekelig.

Fit in Deutsch 1 - Sprechen


4 Gemeinsam eine Aufgabe lösen
Stell d ir vor, du bist Prinz/Prinzessin auf einem Schloss.
Erzähle deinem Lernpartner/deiner Lernpartnerin, w ie du
d o rt lebst und beantw orte seine/ihre Fragen.

- Wie sieht das Schloss aus?


- Wer lebt in dem Schloss?
- Wo schläfst du?
- Was hast du an?
- Was gibt es zu essen?
- W om it spielst du?

39
Kapitel 4

Versprochen ist versprochen

►5 Da sagte der König zu seiner Tochter: „Was du


versprochen hast, das m usst du auch halten. Jetzt
geh, und m ach ihm auf.“ Die K önigstochter ging
u nd öffnete die Tür. Da hüpfte der Frosch hinein
u nd folgte der K önigstochter bis zu ihrem Platz.
D ann rief er: „H eb m ich h e ra u f zu dir.“ Sie
z ö g e rte 1, aber der König befahl2 es ihr. Als der
Frosch a u f dem Stuhl war, w ollte er auch gleich
a u f den Tisch. U nd kaum saß er a u f dem Tisch,
sagte er zu der K önigstochter: „Jetzt schieb3 m ir
auch dein goldenes Tellerchen näher, dam it w ir
zusam m en davon essen.“ Sie tat es zwar, aber
sie ekelte4 sich vor dem Frosch. Er ließ es sich
schm ecken, aber sie w ollte gar nichts m eh r essen.
N ach dem Essen sagte der Frosch zu der
K önigstochter: „Jetzt habe ich m ich satt
gegessen5 und bin m üde. N un trag m ich in dein

1zögern noch unentschlossen sein


2befehlen, befahl, hat befahlen jmdm. etw. vorschreiben, einen Befehl geben
3schieben, schob, hat geschoben vorwärts drücken
4sich ekeln angewidert sein
5sich satt essen, aß, hat gegessen essen, bis man keinen Hunger mehr hat

40
DerFroschkönig

Schlafzim m er und m ach dein seidenes1 B ettchen


zurecht. D arin w ollen w ir uns beide schlafen
legen.“
Die K önigstochter fing an zu w einen u nd
fürchtete sich vor dem kalten Frosch, den sie
w iderlich2 fand. Sie m ochte ihn nicht anfassen
und schon gar nicht w ollte sie, dass er in ihrem
schönen, sauberen B ettchen schlafen sollte.
D er K önig schim pfte m it ih r u n d sagte:
„M ein Kind, w er dir geh o lfen h at, als du in N o t
w arst, den darfst du sp äte r n ic h t v e ra c h te n 3.
U nd w as du versp rich st, das m u sst du au ch
h a lte n .“
Da nahm sie ihn angew idert zw ischen zw ei
Finger und setzte ihn in eine Ecke von ihrem
Zim m er. D ann legte sie sich selbst hin. Als sie im
Bett lag, kam er angekrochen4 u n d sprach: „Ich
bin m üde und will genauso gu t schlafen w ie du.
Also heb m ich h e ra u f in dein Bett, oder ich sag
es deinem Vater.“

'seiden (veraltet)aus Seide


'widerlich abscheulich, grauenhaft
5verachten jmdn. gering schätzen, verabscheuen
4kriechen, kroch, ist gekrochen krabbeln

41
Kapitel 4

Was fü r ein unverschäm ter1, w iderlicher Kerl


dachte sie. Was bildet2 der sich eigentlich ein? Sie
w ar richtig sauer3. D a nahm sie ihn vom Boden
und w a rf ihn m it aller Kraft an die W and - Patsch!
„Jetzt gib endlich Ruhe, du garstiger Frosch!“
Als der Frosch von der W and langsam 4 a u f den
Boden fiel, w ar er plötzlich kein Frosch m ehr,
sondern hatte sich in einen K önigssohn m it
schönen und freundlichen Augen verw andelt.
Die K önigstochter konnte ihren Augen nicht
tra u e n 5. Ihn w ollte sie gerne in ihrem B ettchen
schlafen lassen. M it der Erlaubnis6 von ihrem
Vater w urde er ihr Freund und G em ahl.
Er erzählte ihr, dass er von einer bösen H exe
in einen Frosch verzaubert w orden war. Seitdem
m usste er in dem B runnen hausen, niem and
konnte ihn von dem Fluch7 befreien. N u r der
K önigstochter ist es gelungen. D arü b er w ar er
sehr glücklich. Sie vereinbarten, dass sie am

1unverschämt aufdringlich, 5seinen Augen nicht trauen nicht


unangenehm glauben, was man sieht
2sich einbilden sich etwas anmaßen 6e Erlaubnis, e Zustimmung,
5sauer sein verärgert sein Einwilligung
4langsam nicht schneit 1r Fluch, “e Zauber

42
Kapitel 4

nächsten Tag zusam m en in sein Reich1 gehen


w ollten.
D ann schliefen sie beide glücklich ein. Als die
Sonne sie am nächsten M orgen weckte, kam ein
W agen vorgefahren, davor w aren acht weiße
Pferde gespannt. Sie hatten weiße Straußenfedern2
und goldenes Z aum zeug3. H inter der Kutsche
stand der D iener4 des Königssohns, das w ar
< der treue Heinrich. D er treue H einrich w ar so
verzweifelt darüber, dass sein H err in einen
Frosch verw andelt w orden war, dass er sich drei
Bänder aus Eisen u m sein H erz hatte legen lassen,
dam it ihm sein H erz nicht vor so viel Schm erz
und Traurigkeit zerspränge5.
Die Pferdekutsche sollte die beiden in das Reich
des Königssohns bringen. D er treue H einrich half
den beiden in die Kutsche und w ar so glücklich
darüber, dass sein H err endlich von dem bösen
Fluch befreit war. Jubelnd lief er hinter der
Kutsche her.

's Reich, e Land


2e Straußenfeder, n Feder vom Vogel Strauß
! s Zaumzeug, g.)Geschirr, mit dem Pferde gezäumt werden
urS
(n
4r Diener,-Dienstbote
5zerspringen, zersprang, ist zersprungen auseinander brechen

44
Der Froschkönig

Als die beiden m it der K utsche ein Stück


gefahren w aren, h ö rte der K önigssohn h in ter
der Kutsche ein lautes K rachen1, als w ü rd e der
W agen zerbrechen. Da drehte er sich u m und
rief zu seinem D iener H einrich, der h in ter der
Kutsche lief:
„H einrich, der W agen zerbricht!”
„N ein H err, der W agen nicht,
Es ist ein Band von m einem H erzen,
Das da lag in g ro ß en Schm erzen2,
Als Ihr in dem B runnen saßt,
Als Ihr eine Fretsche3 w a rt.”
Sie fuhren w eiter. N ach einer Weile h ö rte n sie
w ieder so ein G eräusch h in ter der Kutsche, als
ob etw as am W agen k ap u tt gehen w ürde. A ber
da w ar nichts am W agen. Das G eräusch kam von
den E isenbändern, die um H einrichs H erz lagen.
Diese zersprangen plötzlich und fielen eines
nach dem anderen von ihm ab.

1s Krachen (nurSg.)lautes Geräusch


2das da lag in großen Schmerzen das Herz tat weh vor Leid
! e Fretsche, n alte Bezeichnung für Frosch

45
Kapitel 4

U nd ein w enig später zersp ran g auch das


dritte Band. Das geschah, weil H einrich so froh
d arüber war, dass sein H e rr von dem Fluch
befreit und glücklich war. ■

I
46
Lesen & Lernen
1 Richtig (R) oder falsch (F)?

R F
1 Die Königstochter w irft den Frosch an □ □
die Wand.
2 Der Frosch verwandelt sich in einen □ □
Prinzen.
3 Eine gute Fee hat den Prinz verzaubert. □ □
4 Vor der Kutsche sind sieben weiße □ □
Pferde.
5 Der Wagen ist kaputt. □ □

Worte & Wörter


2 Eindringling.
Ein W ort passt nicht in die Gruppe. Welches?

der Teller - die Tasse - das Glas - der Löffel - d e ^ ra s r/T

1 kalt - hübsch - nass - glatt - ekelig


2 Zimmer - Bett - Baum - Schrank - Tür - Stuhl
3 Märchen - Fee - Hexe - Prinzessin - Kühlschrank
4 Pferd - Kutsche - Wagen - Fahrrad - Zaumzeug
5 Blume - laut - Geräusch - Krachen - leise

48
Strukturen & Satzbau
3 Setze die richtigen Präpositionen ein.

1 Die Kugel is t ..................... den Brunnen gefallen.


2 Der Frosch m ö c h te ................... der Königstochter am
Tisch sitzen.
3 Der Frosch h ü p ft.................... den Tisch.
4 Er m ö c h te Bett der Königstochter schlafen.
5 Die Königstochter w irft den Frosch................... die Wand.

Fit in Deutsch 1 - Schreiben


4 Du hast eine E-Mail bekommen. Antw orte darauf m it
mindestens 30 W örtern.

Hallo,
ich heiße Froschkönig und lebe in diesem nassen Brunnen. Aber
eigentlich bin ich ein verwunschener Prinz und komme aus einem
fernen Reich. Seitdem dir deine goldene Kugel in den Brunnen
gefallen ist, bin ich in dich verliebt. Ich würde so gerne mit dir
in deinem Schloss leben, von deinem Teilerchen essen und in
deinem Bettchen schlafen.
Schreibst du mir? Ich freue mich auf deine E-Mail.

Liebe Grüße
vom Froschkönig

49
Kapitel 5

Der süße Brei

(►) 6 Es w ar einmal ein Mädchen, das lebte zusam m en


mit seiner Mutter. D er Vater war schon gestorben,
und so mussten sie ganz alleine für sich sorgen1. Die
beiden waren sehr arm und es fehlte ihnen an allem:
an Kleidung, an Holz zum Heizen und vor allem an
Essen. Es w ar so kalt in ihrem Haus und sie froren2
f
ganz schrecklich. O h weh, welch ein Elend3!
Sie hatten gar nichts m ehr zu essen und großen
H unger. Was sollten sie n u r tun?
„M ama, ich bin so hungrig“, sagte das M ädchen.
„Kind, lauf ins D o rf und bitte die Leute u m
etwas zu essen. Sie w erden einem hungrigen Kind
etwas abgeben.“
So ging das M ädchen jeden Tag durch den
Wald ins D o rf und bettelte4. D er W eg w ar sehr
weit. M anchm al bekam es im D o rf von jem andem
ein Stückchen Brot geschenkt. O der einen Apfel.
D ann lief es nach H ause zu seiner M utter u nd
brachte es ihr. Die M utter teilte das Stückchen

1sich sorgen (um) sich kümmern um. ernähren


2frieren, fror, hat gefroren kalt sein, unter Kälte leiden
3s Elend, (nurSg.) Armut, Not
4betteln um eine Gabe bitten

50
Kapitel 5

Brot und sie aßen beide davon. Aber satt w urden


sie davon nie.
Einmal, als das arm e M ädchen w ieder au f dem
W eg ins D o rf war, begegnete1ihm eine alte Frau.
„Ach, du arm es Kind, du siehst so hungrig aus“,
sagte die alte Frau. „Ich will dir etw as schenken,
dam it du nie w ieder H unger leiden2 m usst.“ Die
alte Frau gab dem M ädchen einen kleinen Topf

f
m it einem Deckel.
„W enn du hungrig bist“, erklärte die Frau,
„stelle den Topf a u f den H erd un d sprich zu ihm:
„Töpfchen, koche!“ D ann kocht das Töpfchen
dir guten, süßen H irsebrei3. Und w enn du genug
davon hast, dann sage: „Töpfchen, steh!“ D ann
h ö rt es w ieder auf zu kochen.

Das M ädchen lief nach Hause zu seiner M utter


und brachte ihr den Topf. Sie probierten ihn gleich
aus. „Töpfchen, koche!" sagte das M ädchen.
Und tatsächlich begann der Topf süßen Brei zu
kochen. Was für eine Freude kehrte in ihr Haus.
Sie konnten ihr Glück kaum fassen. Jetzt m ussten

' begegnen jmd. treffen


2Hunger leiden, litt, hat gelitten Hunger haben
3r Hirsebrei, (nurSgJM aus Hirse, einem Getreide, das süß schmeckt

52
D
er süße Brei

sie keinen H unger m ehr leiden und konnten jeden


Tag süßen Brei essen, bis sie richtig satt1w aren.
Eines Tages, als das M ädchen unterw egs2 war,
bekam die M utter Appetit auf süßen Brei. Sie stellte
das Töpfchen auf den H erd und sprach: „Töpfchen,
koche!” Da fing das Töpfchen an, süßen Brei zu
kochen. Die M utter freute sich und aß3 sich satt an
dem Hirsebrei. Als sie fertig war, wollte sie, dass
das Töpfchen w ieder au f hörte4 zu kochen.
„Oh w eh“, dachte die Mutter, „jetzt habe ich
vergessen, was ich sagen muss, damit das Töpfchen
keinen Brei m ehr kocht“. Sie probierte es mit:
„Töpfchen, hör auf!“ Aber es kochte weiter. Dann
versuchte sie es mit: „Töpfchen, stop!“ Nichts geschah.
Das Töpfchen kochte und kochte und der Brei
stieg über den Rand hinaus. Es kochte im m erzu.
D er Brei lief auf den H erd und au f den Boden.
Die ganze Küche w ar schon voll Brei. D ann das
ganze Haus. D er Brei quoll5 aus den Fenstern au f
die Straße, dann ins nächste Haus. Z uerst freuten
sich die Leute, aber dann w urde es einfach zu viel.

1satt sein keinen Hunger mehr haben


2unterwegs auf dem Weg
! essen, aß, hat gegessen Nahrung zu sich nehmen
4aufhören nicht weiter kochen, stoppen
5quellen, quoll, ist gequollen sich ergießen, herausdringen

53
Kapitel 5

Keiner w usste eine Lösung für dieses Problem .


Als fast alle H äuser in dem D o rf voll Brei
w aren und er w eiter durch die Straßen quoll,
kam das M ädchen endlich nach Hause. „O h weh,
wie konnte das passieren?" Das M ädchen rief:
„Töpfchen, steh!“ Und sofort hörte das Töpfchen
au f zu kochen.

Es konnte nicht glauben, was es da sah. Alles


w ar voll Hirsebrei. So viel Brei hatte es noch nie
gesehen. Die Leute im D o rf schim pften1: „Was
sollen w ir nu r m it dem vielen H irsebrei machen?
W ie sollen w ir durch die Straßen und in unsere
H äuser kom m en?“ Es blieb ihnen nichts anderes
übrig, als sich durchzuessen2. Auch die Tiere
bekam en nur noch Brei zu fressen.
Die V erschwendung3 von Lebensm itteln4 ist
beinahe genauso schlimm, wie überhaupt nichts
zu essen zu haben. ■

1schimpfen zornig sein, schreien


2durchessen (hier) sich einen Weg durch den Brei essen
J e Verschwendung, en zu viel zu essen, Vergeudung, Übertreibung
4s Lebensmittel, - Nahrung, Essen

54
Lesen & Lernen
1 Kennst du die A ntw ort?
1 Mit wem lebt das Mädchen?
a □ m it seiner Mutter
b □ m it seinem Vater
c □ m it seiner Großmutter
2 W orum b itte t das Mädchen?
a □ um eine Puppe
b □ um etwas zu essen
c □ um Spielsachen
3 Was schenkt die alte Frau dem Mädchen?
a □ eine Schüssel
b □ einen Topf
c □ einen Teller
4 Was muss man rufen, um Brei zu kochen?
a □ „T ö p fch e n , steh!“
b □ „T ö p fch e n , lache!“
c □ „T ö p fch e n , koche!“
5 Was muss man rufen, dam it der Brei nicht w eiter kocht?
a □ „Töpfchen, weh!“
b ;Q „Töpfchen, Reh!“
c □ „Töpfchen, steh!“

Worte & Wörter


2 Welches Verb passt?
1 Das Mädchen will B re i....................
a Q backen b D kochen c D braten

2 Jemand hat ihm ein Stückchen B r o t....................


a Q geschmiert b Q gestohlenc O geschenkt

3 Was sollen sie m it dem H irsebrei....................?


a D machen b O malen c Q stellen

56
4 Das Mädchen rief: „Töpfchen,
a d geh bdseh c d steh

5 Alle müssen B re i....................


a d trinken bd e s s e n c d schimpfen

3 Komposita. W elche W orthälften passen zusammen?

H ir s e -\^ tü r
1 Koch- hecke
2 Haus- zeug
3 Königs- baum
4 Pferde- tochter
5 Hof- bett
6 Apfel- brei
7 Spiel- ofen
8 Back- leute
9 Feder- to p f
10 Dornen- kutsche

Fit in Deutsch 1 - Lesen


4 Richtig (R) oder falsch (F)? Kreuze an.
R F
1 Das Mädchen ist sehr reich. d d
2 Das Mädchen lebt m it seiner Mutter in d d
einem Schloss.
3 Der Weg ins Dorf ist sehr weit. d d
4 Die alte Frau schenkt dem Mädchen d d
eine Pfanne.
5 Die Mutter weiß nicht, wie der Topf d d
aufhört zu kochen.
6 Der Brei kann sprechen. d d

57
Zum Weiterlesen

Wer waren die Brüder Grimm?


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WILHELM GRIMM 1786-1859 • JACOB GRIMM 1785-1863 ** QQ

Familie Schule und Karriere


Die Brüder Grimm hießen mit Vornamen Bei der Tante in Kassel besuchten sie das
Jacob und Wilhelm. Manchmal werden sie Gymnasium. Professor Savigny weckte
auch als Gebrüder bezeichnet, aber das ist in ihnen die Begeisterung für ältere
eine veraltete Bezeichnung. Jacob wurde deutsche Dichtung und Sprachforschung.
1785 geboren, sein Bruder Wilhelm ein Jahr Sie studierten beide Jura, wollten aber
später. Sie waren die ältesten von neun nicht als Rechtsanwalt arbeiten, sondern
Kindern. Drei Geschwister sind schon früh lieber Märchen sammeln und sich mit der
gestorben. Sie wuchsen in einem schönen Sprachforschung beschäftigen.
Haus in Hanau, in der Nähe von Frankfurt, Nach Station in Göttingen lebten sie rund
auf. Sie hatten eine gute Kindheit, bis der zwanzig Jahre lang in Berlin, wo sie auch
Vater im Alter von nur 44 Jahren an einer beerdigt sind. Wilhelm Grimm starb 1859
Lungenentzündung starb und die Mutter sein Bruder Jacob drei Jahre später.
allein mit den Kindern zurückblieb.

58
m c/
D EU TS C H ES
Wie entstanden die
Märchen?
W Ö R T E R B U CH
Schon als Kinder hörten die Brüder
Grimm viele Märchen. Bei ihnen
JACOB GRIMM UND WILHELM GRIMM. zu Hause wurden oft Märchen und
Legenden erzählt. Später fingen
t&m
sie an, die mündlich überlieferten
Volksmärchen zu sammeln und
aufzuschreiben. Oft reisten sie weit,
um Märchenerzähler zu treffen. Sie
ERSTER B»M).
wollten die Märchen als Kulturgut
dokumentieren. Die Märchen wurden
also nicht von den Brüdern Grimm
erfunden, sondern nur schriftlich
festgehalten, damit sie nicht vergessen
werden. Über 200 Märchen haben die
Gemeinsam haben die Brüder Grimm am
„Deutschen Wörterbuch" geschrieben
Brüder Grimm gesammelt und als
Märchensammlungen veröffentlicht.

Forschungen über die


deutsche Sprache
Wilhelm und Jacob wurden beide
Professoren für die deutsche
Sprachforschung. Jacob veröffentlichte
zwischen 1819 und 1837 die „Deutsche
Grammatik”. Er beschreibt darin,
wie sich die germanischen Sprachen
entwickelt haben. Zusammen haben
die Brüder ab 1838 an dem „Deutschen
Wörterbuch“ geschrieben. Das ist
das größte Wörterbuch seit dem 16.
Jahrhundert. Erst lange nach ihrem Tod,
nämlich 1961, wurde es fertig und hat
32 Bände.
Die Gegensätze gut und böse, ,.
hell und dunkel, arm und
reich sind gut erkennbar.
Häufige Personen in Märchen
sind z. B. die gute Mutter, die böse
Stiefmutter, die böse, alte Hexe, die
schöne Prinzessin, der edle tapfere
Prinz, der gute/böse König, der tapfere
Diener, der gute/böse Zauberer, das
gutherzige, hilfsbereite Mädchen, ein
egoistischer Mensch. Auch moderne
Märchen wie Superman, Spiderman
oder Harry Potterhandeln vom
Kampf zwischen Gut und Böse.
Hexen

Das Märchen von Hänsel, Gretel und der bösen Hexe zierte
1963 eine Briefmarkenserie.

Hansel und Gretel Weise Frauen


Eine weitere Figur, die häufig in Märchen Im Volksglauben verfügen Hexen über
vorkommt, ist die Hexe. Sie wird meistens Zauberkräfte, kennen sich aus mit Kräutern
als eine hässliche, böse, alte Frau dargestellt, und sind mit dem Teufel verbündet. Das
wie zum Beispiel bei Hänsel und Gretel. ist natürlich Aberglaube. Im Mittelalter
Sie ist eine der am meisten gefürchteten wurden Frauen, die alt und buckelig
Märchenbösewichte, denn sie lockt zwei arme waren, eine Warze hatten, oder zaubern
Kinder, die sich im Wald verlaufen haben, in konnten, als Hexen beschimpft und auf dem
ihr Haus. Dort will sie sie einsperren, mästen Scheiterhaufen verbrannt. Es gibt aber auch
und aufessen. gute Hexen, z. B. Die kleine Hexe.

61
Teste dich selbst!
Kreuze die richtigen Lösungen an.
1 Das Brot im Backofen spricht: „... mich heraus!
Ich bin schon fe rtig gebacken und verbrenne sonst!“
A □ schieb
B □ zieh
C □ gib
2 Frau Holle sagt: „Du ... nur im m er g ut mein Kissen
schütteln, bis die Federn fliegen. Dann schneit es auf der
Erde.“
A D willst
B □ kannst
C □ musst
3 Die goldene Kugel i s t ... den Brunnen gefallen.
A □ in
B □ neben
C □ auf
4 Der ... Brei quoll aus dem Topf auf den Herd und auf den
Boden.
A D heiße
B □ süße
C □ salzige
5 Die Königs-... möchte nicht den Frosch zum Freund haben.
A □ Schwester
B D tochter
C □ m utter
6 Vor die Kutsche waren ... weiße Pferde gespannt.
A □ sechs
B □ sieben
C □ acht
7 H ilft die hässliche Tochter Frau Holle bei der A rbeit?
A □ Nein, sie schüttelt das Kissen nicht.
B □ Nein, sie holt die goldene Kugel nicht herauf.
C D Nein, sie weiß nicht, was sie sagen muss, dam it das
Töpfchen keinen Brei mehr kocht.
62
Syllabus

Themen
M ärchen
gut und böse
arm und reich
H ilfsbereitschaft
Belohnung
Neid, Egoismus und H abgier
Zauber
mystische W elten
lebendige N atur

Sprachhandlungen
W ortgruppen zuordnen
A nw eisungen und Befehle geben
Inform ationen zusam m enfassen
Fragen stellen
A ntworten geben

Grammatik
Zahlwörter
Verneinung
trennbare Verben
Adjektive
Präpositionen
Komposita

63
Zentrale Kinder- u. Jugendbibliothek
N11<00930617800

en Alters. Von spannenden und


Steglitz-Zehlendorf zeitlosen Größe der Klassiker.

Brüder Grimm
Frau Holle und andere Märchen
Der Froschkönig
Der süße Brei
Mystische Welten, in die man durch einen Sprung in den Brunnen
gelangt, Kissen, die m an gut schütteln muss, dam it es auf der Erde
schneit, verzauberte Prinzen, die m an an die W and werfen muss und
Brei, der nicht aufhören will zu kochen. Die Kinder- und H ausm ärchen
der Brüder Grimm sind voll von solchen geheim nisvollen Handlungen.
Drei der bekanntesten und schönsten M ärchen - Frau Holle,
Der Froschkönig und Der süße Brei - werden in diesem Band gut
verständlich für junge D eutschlerner nacherzählt.

- Text m it Erklärung schwieriger Wörter als Fußnoten


- Übungen zu Leseverständnis, W ortschatz und G ram m atik
- Übungen zur Prüfungsvorbereitung Fit in D eutsch 1
- A bschlusstest

Themen
Märchen Hilfsbereitschaft Neid Zauber

Q Niveau 1 Al (Fit l)
Q Niveau 2 Ä2 (Fit 2)
Q Niveau 3 Bl (Zertifikat Deutsch für Jugendliche - ZD J)

K lassik er

ERNST KLETT
SPRACHEN GM9H
Vollständiger
Mit einem 9783125147812
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