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Öchsle - Aktuell

Mai 2008

Gelbe Rapsfelder und blühende Obstbäume. Im Mai zeigt sich die oberschwäbische Landschaft rund um die
Museumsbahn von ihrer schönsten Seite. Rosa ist mit dem Nachmittagszug am 12. Mai kurz vor dem
Haltepunkt Herrlishöfen angekommen.
(Foto:Gerhard Baum)

Aus dem Inhalt:


Eine Epoche ging zu Ende: Einstellung des Güterverkehrs vor 25 Jahren.
Ein neuer Partner entsteht: Förderverein Öchsle Schmalspurbahn e.V. gegründet.
Jahr für Jahr: Ohne Rast und Ruhe durch den Winter. Viel los im Hintergrund.
Öchsle Schmalspurbahn e. V. Öchsle-Aktuell Mai 2008

“Die Ochsen haben ihre Schuldigkeit getan” Am 7. Mai 1983, rund einen Monat nach der Stilllegung durch
die DB zum 31. März 1983, steht das gesamte damalige Rollmaterial in Warthausen abgestellt. 251 902, 251
903, drei Pufferwagen und die Rollböcke sahen damals einer ungewissen Zukunft entgegen.
(Foto: Michael Otto)
Abschied vom Güterverkehr vor 25 Jahren
Nach dem Vereinsjubiläum im letzten Jahr jährt zug keine Leerfahrten erforderlich. Güterzüge mit
sich auch in diesem Jahr ein Ereignis beim Öchsle zehn und mehr aufgebockten Normalspur-wagen
zum 25sten Mal. Da ein Jubiläum aber in der Regel waren keine Seltenheit. Für den Betrieb standen
an ein erfreuliches Ereignis erinnert, wohl eher ein die beiden Diesellokomotiven 251 902 und 251
Gedenktag: Am 31. März 1983 verkehrte der letzte 903, zwei Pufferwagen und 66 Rollböcke zur
Güterzug zwischen Ochsenhausen und Verfügung. Ein weiterer Pufferwagen war als
Warthausen. Dieses Ereignis war keineswegs Bahnhofswagen abgestellt. Beide Loks hatten erst
Voraussetzung für die Aufnahme des sehr im Jahr 1980 eine Gerneralüberholung im
erfolgreichen Museumsverkehrs. Auch ein Ausbesserungswerk Nürnberg erhalten.
Mischbetrieb wäre denkbar gewesen. Die zur Die Bundesbahn hatte ursprünglich eine Zusage
damaligen Zeit voll auf den Aufbau eines über den Betrieb bis 1987 gegeben. Die vorzeitige
Hochgeschwindigkeitsnetzes konzentrierte Stilllegung wurde mit kaum nachvollziehbaren
Bundesbahn hatte daran allerdings überhaupt kein Kosten in Höhe von 21 Millionen DM für die
Interesse. Dabei war die Bilanz des Güterverkehrs Instandsetzung der Strecke begründet.
auf dem Öchsle gar nicht schlecht und lag vor Kaum ein Besucher der Museumsbahn weiß über
manch einer normalspurigen Strecke. Rund 14.000 dieses Verfahren des Gütertransportes Bescheid
Tonnen wurden zuletzt jährlich befördert. Fast 90% und auch bei vielen Anwohnern ist der Rollbock-
davon Waren der Firma Liebherr Hausgeräte Betrieb in Vergessenheit geraten. Ein in Arbeit
GmbH in Ochsenhausen. Der Rest Heizöl und befindliches Denkmal im Bahnhof Ochsenhausen
landwirtschaftliche Güter. Für den Betrieb reichten mit einem aufgebockten Normalspurwagen soll
drei Mann aus. Da die Betriebslok in Warthausen zukünftig die Erinnerung daran wach halten und
übernachtete, waren neben dem täglichen Güter- den Besuchern den Rollbock-Betrieb erläutern.

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Öchsle Schmalspurbahn e. V. Öchsle-Aktuell Mai 2008

Liebe Vereinsmitglieder,
liebe Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter,
liebe Öchsle-Freunde,

in diesem Jahr führten wir erstmals bereits vor Nachdem die Fahrsaison bereits begonnen hat,
Beginn der offiziellen Saison Fahrten mit unserer stellte sich schnell wieder heraus, dass die
Museumsbahn durch. Besetzung des Speisewagens nach wie vor unser
So hieß es bereits am Ostersonntag und größtes Sorgenkind ist. Nur mit Mühe gelingt es,
Ostermontag: „Einsteigen und Türen schließen“ ihn an jedem Fahrtag mit wenigstens einer Person
zu besetzen. Wir haben bereits heute eine enorme
Aufgrund der Tatsache, dass Ostern in diesem Jahr Anzahl an Bestellungen für Gruppenbewirtungen,
allerdings sehr früh war und das Wetter nicht allzu was diese Situation nicht gerade erleichtert.
gut mit spielte, war es dringend erforderlich, die Jedoch sind gerade diese Bewirtungen wichtig, da
Heizungen in den Wagen anzuschalten. Trotz allem alle Erlöse unserer 99 633 zugute kommen und
hatten wir an beiden Tagen zusammen rund 400 ohne die Einnahmen aus dem Speisewagen dieses
Fahrgäste, was sich in den nächsten Jahren Projekt nicht realisierbar ist. Wer Interesse hat, uns
sicherlich noch steigern lässt. hier zu unterstützen, soll sich bitte melden. Gerne
kann man sich die Arbeit auch einmal an einem Tag
Im Mai begann dann die reguläre Saison. Davor unverbindlich anschauen.
mussten, wie in den vergangenen Jahren, wieder
Bremsuntersuchungen und Fristarbeiten an allen Nach dem gelungenen Jubiläum im letzten Jahr
Personenwagen und Lokomotiven durchgeführt haben wir beschlossen, nun jährlich ein Bahnhofs-
werden. und Lokschuppenfest durchzuführen. Hier können
Hierbei wurde festgestellt, dass der erst seit letztem wir uns vor allem als Verein vorstellen und unser
Jahr in Betrieb befindliche Wagen 5013 ein Image weiterhin verbessern.
Problem mit dem Drehgestell hat und bis zur In diesem Jahr findet das Bahnhofs- und
Klärung der genauen Ursache vorerst nicht im Lokschuppenfest am Sonntag, 14. September statt.
Betrieb eingesetzt werden kann. Wer Vorschläge zu Programmpunkten hat kann
sich gerne melden. Bitte haltet Euch diesen Tag
Ein weiteres, großes Aufgabengebiet im Bereich schon einmal frei, es gibt sicherlich wieder einiges
unserer Werkstatt ist die Fahrwerksuntersuchung zu sehen und zu erleben, rund um den Bahnhof in
der 99 788. Nachdem die meisten Bolzen und Ochsenhausen.
Buchsen sehr stark ausgeschlagen sind, müssen
diese zum größten Teil neu gefertigt werden, was Ich hoffe, dass wir die begonnene Fahrsaison
bei unserer kleinen Werkstattbesatzung doch sehr gemeinsam erfolgreich durchführen können und
viel Zeit in Anspruch nimmt. Auch der Aschkasten freue mich weiterhin auf gute Zusammenarbeit
muss komplett neu gefertigt werden. Einige Teile,
wie die Radsätze oder die Stangen, wurden an Benny Bechter
Fremdfirmen zur Bearbeitung übergeben. Wann die Stellvertretender Vorsitzender
99 788 ihren Betrieb wieder aufnehmen kann ist
derzeit noch offen.
Wer Interesse hat, sich an der Aufarbeitung zu
beteiligen kann sich gerne bei mir melden oder
einfach mal an einem Samstag im Lokschuppen
Warthausen vorbei schauen.
Spendenkonto 99 633
Nr. 616 944
Nähere Informationen und weitere Berichte über
die Arbeiten im Winterhalbjahr finden Sie weiter
Kreissparkasse Biberach
hinten im Heft. BLZ 654 50070

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Protokoll zur ordentlichen Jahreshauptversammlung des Öchsle Schmalspurbahn e.V.


am 09.03.2008 im Hotel Mohren, 88416 Ochsenhausen

1. Begrüßung: Martin Jopke eröffnete die Versammlung um 14:00 Uhr und begrüßte alle anwesenden
Vereinsmitglieder und den Geschäftsführer der Öchsle Bahn gGmbH, Herrn Schust.
Mit einer Schweigeminute wurde an das verstorbene Mitglied Peter Hepp gedacht.
2. Bericht der BG: Herr Schust begrüßte alle Anwesenden und stellte die Ereignisse und Zahlen im Jahr
2007 vor. Neben dem Bericht von 2007 legte er auch die finanzielle Planung für 2008 dar. Herr Schust
lobte die gute Zusammenarbeit zwischen BG und Verein.
3. Feststellung der Beschlussfähigkeit: Es waren 38 Mitglieder anwesend und die Einladung erging
rechtzeitig über das Öchsle-Aktuell. Somit wurde eine Beschlussfähigkeit festgestellt.
4. Bericht des Vorstands: Martin Jopke berichtete über die Vereinsaktivitäten im Jahr 2007 und nannte
als besondere Höhepunkte: Kauf 99 633 abgeschlossen, Jubiläum des Vereins, Renovierung der
Schreinerei Ochsenhausen, gute Annahme des Speisewagens und die gute Zusammenarbeit mit BG/AG
5. Bericht des Schatzmeisters: Josef Nickl erläuterte die aktuellen Kontostände der verschiedenen
Vereinskonten und stellte Einnahmen und Ausgaben im Jahr 2007 vor.
Eine hohe Ausgabe stellte hier der Kauf der 99 633 dar.
6. Bericht der Kassenprüfer: Die Kassenprüfung fand am 08.03. 2008 statt. Kassenprüfer waren Albert
Scharf und Rainer Mendler. Rainer Mendler berichtete über die ordentliche und korrekte Führung der
Kasse und schlug eine Entlastung vor.
7. Bericht Speisewagen: Bernhard Günzl berichtete über den Verlauf im Speisewagen. Hier wurde
besonders erwähnt: Bewirtung der Verkehrfreunde Stuttgart mit 120 Personen im Lokschuppen
Ochsenhausen, viele Gruppenbewirtungen im Zug, Bewirtung beim Jubiläum.
Des Weiteren wurde die Gründung eines Fördervereines angesprochen, die am Anschluss an die JHV
stattfinden soll.
8. Bericht Württemberger Zuggarnitur: Andreas Albinger berichtete über den aktuellen Stand der
Arbeiten und stellte die nächsten Ziele der AG Württemberger vor.
9. Aussprache zu den Berichten: Über verschiedene Kleinigkeiten wurde kurz diskutiert.
10. Genehmigung des Rechnungsabschlusses für 2007: Der Rechnungsabschluss wurde bei einer
Enthaltung und 37 Ja- Stimmen genehmigt.
11. Entlastung des Vorstandes und des Schatzmeisters: Herr Schust von der BG leitete die Entlastung.
Bei 6 Enthaltungen und 32 Ja- Stimmen wurden der Vorstand und der Schatzmeister entlastet.
12. Wahl der Kassenprüfer: Als Kassenprüfer wurden vorgeschlagen: Hans Thalmann und Michael
Angele. Beide wurden bei einer Enthaltung und 37 Ja- Stimmen zu neuen Kassenprüfern gewählt.
13. Beschlussfassung über Anträge: Es ging ein Antrag über den Bau eines Rollbockdenkmals in
Ochsenhausen ein. Nach Aussage von Martin Jopke sind hier bereits Gespräche am Laufen. Das
Rollbockdenkmal soll noch 2008 fertig gestellt werden. Bei 38 Ja- Stimmen wurde der Vorstand dazu
beauftragt, sich im Laufe des Jahres 2008 um die Realisierung des Antrages zu kümmern.
14. Sonstiges:
- Martin Jopke plant einen Vereinsausflug in die Schweiz.
- Im nächsten Öchsle-Aktuell sollen Mitgliedsanträge und ein neuer Flyer der 99 633 verschickt werden.
Martin Jopke beendete die JHV um 16.20 Uhr und dankte allen Anwesenden für ihr Kommen. Er wies
darauf hin, dass im Anschluss die Gründungsversammlung des Förderverein Öchsle Schmalspurbahn
e.V. stattfindet.
Ochsenhausen, den 09.03.2008
Benny Bechter
Protokollführer

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Öchsle-Infrastruktur, Arbeits-/Bauzug, Gleisbau und mehr

Eine bröselige Angelegenheit war der Beton


des Durchlasses Barabein vor der Sanierung
mit Unterstützung durch die Öchsle-
Gleisbaurotte im Frühjahr 2008.
(Fotos: Hans-Peter Wiedenbein)

Was versteckt sich hinter diesen


Begriffen? Mehr als manche
denken und vieles, was in der
Öffentlichkeit und auch bei
manchen Mitarbeitern nicht
wahrgenommen wird.
We r s t e h t d a f ü r ? A l s
verantwortungsvolles Infra-
strukturunternehmen die Öchsle-
Bahn gAG.
Und wer erbringt die
erforderlichen Leistungen? Dafür
gibt es den “örtlichen Betriebsleiter” (ÖBL) der Unterhaltungsarbeiten in Eigenregie ausgeführt
gAG, Hans-Peter Wiedenbein, und die werden. Größere Sanierungen wurden und werden
Gleisbaurotte mit den Mitarbeitern Martin Jopke auch künftig an Fachfirmen vergeben.
(verantwortlich), Konrad Bildstein, Horst Köhler, Grundlage für die verschiedenen Arbeiten sind in
Hans Lamparski, Hartmut Madre, Josef Nickl und der Hauptsache Protokolle aus Strecken-
Franz Pfeifer. Unterstützt werden sie von Hartz IV- begehungen, die es abzuarbeiten gilt. Es sind aber
Mitarbeitern, die vom Landratsamt zugewiesen auch Verbesserungsvorschläge aus dem Kreis der
werden, ebenso wie von Helfern aus dem Zentrum Aktiven, um eine Optimierung des Bahnbetriebes
für Psychiatrie Bad Schussenried (ZfP). Die gAG im Allgemeinen zu erreichen.
veranstaltet zusätzlich im Herbst noch Wir sind ständig an der Strecke tätig und haben
Arbeitseinsätze mit den Aktionären. Baustellen am Gleis, an Bauwerken, am
Soweit eine Umschreibung, die wir künftig in Bahndamm und drumherum - die Arbeit geht nicht
Einzelbeiträgen näher beleuchten wollen. aus.
Mittlerweile ist wohl unbestritten, dass zum Dafür suchen wir laufend Mitarbeiter,
wirtschaftlichen Betrieb des Öchsle eine vornehmlich unter der Woche, z.B. Rentner,
Gleisbaurotte notwendig ist und diese mit der Schüler usw., die sich ehrenamtlich einbringen
erforderlichen Ausstattung versehen sein muss. wollen, tageweise, objektbezogen usw.
Da befinden wir uns immer noch auf einem Kontaktadresse ist der Vorsitzende Martin Jopke
steinigen Weg, der für die durchzuführenden oder die o.a. Mitarbeiter. Wir sind ein gut
Arbeiten häufig mit Stolperfallen gespickt ist. eingespieltes Team und freuen uns auf jeden
Allerdings können nur "kleinere" bis mittlere Mitarbeiter.
Horst Köhler
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Veranstaltungen im Öchsle-Land 2008


Juni 21. Volldampf im Herbst
14. / 15. Bahnhofshockete in Äpfingen Herbstfahrten
21. Hauptversammlung Öchsle-Bahn AG
Kapfhalle Ochsenhausen Oktober
21. / 22. Öchsle-Fest in Ochsenhausen 12. Verkaufsoffener Sonntag
Großes Stadtfest Ochsenhausen
25. / 26. Saisonabschluss mit Most und
Juli Zwiebelkuchen im Speisewagen
3. bis 6. 900 Jahre Warthausen
Festwochenende November
5. / 6. Sulminger Dorffest 9. Modelleisenbahn-Börse
9. Kinder- und Schülertag Kapfhalle Ochsenhausen
13. Bahnhofskonzert zum Frühschoppen Öchsle-Fahrten (Regelfahrplan)
Ochsenhausen 29. / 30. Winterdampffahrten zum
Weihnachtsmarkt Ochsenhausen
August (Sonderfahrplan)
2. / 3. Sommerfestival der Maselheimer
Musikanten Dezember
3. Bahnhofskonzert zum Frühschoppen 5. bis 7. Nikolausfahrten
Ochsenhausen Warthausen - Maselheim.
(Sonderfahrplan)
September 7. Weihnachtsmarkt Warthausen
14. Bahnhofs- und Lokschuppenfest
Ochsenhausen.
Tag des offenen Denkmals

Öchsle-Stammtisch
Die nächsten Termine des Stammtisches sind:
7. Juni
5. Juli
2. August

Beginn ist ab 20 Uhr im “Restaurant am Öchsle” gegenüber dem Bahnhof Ochsenhausen.


Alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, Vereinsmitglieder aber auch alle anderen Interessierten sind
herzlich eingeladen.
Wer einen interessanten Beitrag (Bilder, Film etc.) hat, darf ihn gerne mitbringen.
Benny Bechter
(Tel.:0170/2387850)

Impressum
Herausgeber: Öchsle Schmalspurbahn e.V.
Postfach 1228, 88412 Ochsenhausen, Oechsle-aktuell@arcor.de
Erscheinungsweise: 3 x jährlich Auflage: 600 Exemplare
Bankverbindung: Konto 185 664 008
Volksbank Ochsenhausen (BLZ 654 901 30)
Redaktion und Satz: Bernhard Günzl (Auch alle nicht namentlich gekennzeichneten Artikel)
Versand: Jürgen Jauch
Mitarbeiter an dieser Ausgabe:
Andreas Albinger Michael Angele Gerhard Baum Benny Bechter Stefanie Günzl
Horst Köhler Judith Nicklich Sandor Nicklich Michael Otto Hans-Peter Wiedenbein
Druck: Druckerei Marquart GmbH, Aulendorf

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Öchsle Schmalspurbahn e. V. Öchsle-Aktuell Mai 2008

Öchsle historisch
Lokschuppen Ochsenhausen
Die Baugeschichte des Lokschuppens Ochsenhausen ist wesentlich interessanter, als es auf
den ersten Anschein zu vermuten ist. Durch Hinweise und Recherchen unseres Mitglieds
Hans-Joachim Knupfer und den Verfasser dieses Artikels, konnten nun neue Erkenntnisse
über dieses Gebäude gewonnen werden.
Grundsätzlich errichtete die sparsame K.W.St.E. ist. Die Erweiterung des Schuppens mit einem
Lokschuppen nur in der Größe, wie der aktuelle zweiten Gleis wurde rechts am vorhandenen
Lokbestand es bedingte. Aus den Verwaltungs- Schuppen mit einer deutlich geringeren Breite
berichten der Königlich Württembergischen angebaut. Der alte Lokschuppenteil wie auch der
Staatseisenbahnen (K.W.St.E.) im Staatsarchiv neu gebaute behielt bzw. bekam ein eigenes
Ludwigsburg geht hervor, dass bei Eröffnung der Satteldach. Von Vorne betrachtet hatte der Lok-
Öchsle-Strecke nur zwei Loks in Ochsenhausen schuppen damit jeweils einen Giebel über dem
stationiert waren. Dies waren die Mallet- jeweiligen Gleis.
lokomotiven Nr. 41 und 42. Aus diesem Grund ist es Obwohl sechs Lokomotiven nie zur gleichen Zeit
sehr zweifelhaft, ob es, wie bisher in der Literatur in Ochsenhausen stationiert waren, konnte man die
verschiedentlich dargestellt, ab Beginn einen nun vorhandenen sechs Stände mit Sicherheit gut
Zweizugbetrieb beim Öchsle gegeben hat, denn für Wartungsarbeiten an den Wagen brauchen.
dann wäre keine Reservelok vorhanden gewesen. Mit dem K.W.St.E. Lokverzeichnis von 1913 ist
Der Lokschuppen Ochsenhausen wurde 1899 erstmals die davor wohl schon länger andauernde
deshalb nur eingleisig mit dem heute linken Gleis Stationierung von immerhin vier Mallet-
und mit der für zwei Lokomotiven nötigen Länge lokomotiven in Ochsenhausen nachgewiesen.
errichtet. Der Lokschuppen hatte vorne und hinten Die aneinander stoßenden Dächer waren sicher
ein Tor, so dass eine Verlängerung ohne Probleme schwierig dicht zu halten. Bei starkem Schneefall
möglich war. Der Plan aus dem Kreisarchiv könnte diese Dachform auch ein statisches
Biberach auf den folgenden Seiten zeigt den Problem hervorgerufen haben. Jedenfalls wurden
Lokschuppen im ursprünglichen Zustand von 1899. die Giebel des Lokschuppens aufgestockt und das
Interessant sind diverse Details des Plans, so der Dach irgendwann nach 1907 zu einem einzigen
vom Lokschuppen aus zu befeuernde Ofen für das Satteldach umgebaut. Vermutlich geschah dies
Magazin wodurch der verbotene Umgang mit bereits vor dem 1. Weltkrieg. Während des Krieges
offenem Feuer in diesem Raum, in dem auch leicht und aufgrund der durch die Kriegsfolgen äußerst
entzündliche Dinge wie Öl gelagert wurden, schlechten Finanzlage der Reichsbahn erscheint
vermieden wurde. Interessant ist auch der die Ausführung einer solchen Baumaßnahme
eingezeichnete und bis heute im Lokschuppen unwahrscheinlich. Auf dem Plan des Lok-
vorhandene Brunnen, aus dem das Wasser für die schuppens von 1927 im Öchsle-Buch ist das Dach
Loks gewonnen wurde. jedenfalls bereits entsprechend umgebaut.
Ab 06.09.1901 wurde zusätzlich die Lok mit der Baugleiche Gebäude waren an vielen Stellen im
württembergischen Nummer 43, unsere heutige 99 Netz der K.W.St.E. vorhanden. Auch die längst
633, und damit insgesamt drei Malletlokomotiven abgebrochenen Lokschuppen in Schwendi und
in Ochsenhausen stationiert. In diesem Jahr wurde Bad Wurzach hatten mit den Ochsenhauser
der weiterhin eingleisige Lokschuppen deshalb um Lokschuppen viele Gemeinsamkeiten. Beide
einen Lokomotivstandplatz in Richtung Schuppen blieben jedoch stets eingleisig.
Dienstwohngebäude verlängert. Heute stellt der Lokschuppen Ochsenhausen als
Eine nochmalige Erweiterung des Lokschuppens letzter vorhandener Schmalspurlokschuppen der
wurde nach dem Verwaltungsbericht der K.W.St.E. K.W.St.E. und letzter vorhandener Lokschuppen
von 1904 (01.04.1904 - 31.03.1905.) abgerechnet. seiner Bauart ein einmaliges Baudenkmal dar. Aus
Bei dieser Erweiterung muss es sich um die diesem Grund wurde er als „Kulturdenkmal von
Erweiterung des Lokschuppens zum zweigleisigen besonderer Bedeutung“ ins Denkmalbuch von
Lokschuppen mit nun sechs Lokständen gehandelt Baden-Württemberg aufgenommen. Hoffen wir,
haben. Im Buch „Ochsenhausen, ein Marktflecken dass sich die Stadt Ochsenhausen demnächst Ihrer
mausert sich“ von Achim Zepp ist ein Bild von 1907 Verantwortung stellt und die dringend notwendige
abgebildet, auf dem der Ochsenhauser Sanierung des Gebäudes angeht.
Lokschuppen schon mit zwei Gleisen zu erkennen (Andreas Albinger)

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Ein Förderverein für die Ziele des Öchsle


Seit zwei Jahren ist der Speisewagen im Speisewagen in diesem Jahr dreimal im Einsatz:
Zugverband des Öchsle-Zugs zwischen So fuhr das Öchsle in diesem Jahr erstmalig am
Warthausen und Ochsenhausen unter Vereinsregie Ostersonntag und -montag zu den üblichen Zeiten
im Einsatz. Von Mai bis Oktober an jedem des Fahrplans, der das gesamte Jahr gilt. Am 30.
Wochenende, an Feiertagen und in den Monaten März war dann ein Zug mit 4 Sitzwagen und dem
Juli, August und September zusätzlich auch an Speisewagen als Sonderzug auf der Strecke. Er
Donnerstagen ist der Speisewagen mit dem Zug beförderte auf Bestellung am Vormittag eine 80-
unterwegs und hat für die Fahrgäste allerlei köpfige Geburtstags-gesellschaft nach
Getränke und Speisen im Angebot. Viele Fahrgäste Ochsenhausen und am späten Nachmittag wieder
staunen über die einladende Einrichtung des zurück nach Warthausen. Die bunt gemischte,
Wagens und halten sich gerne während der Fahrt im fröhliche Gruppe wurde von zwei
Speisewagen auf. Vereinsmitgliedern im Speisewagen mit
Diese erfreuliche Entwicklung hat nun auch aus Getränken und Leberkäswecken bewirtet.
wirtschaftlichen Gründen zur Gründung des Dies ist ein Beispiel dafür, dass sich der
Fördervereins geführt, der in Zukunft den Speisewagen neben dem Einsatz im planmäßigen
Speisewagenbetrieb organisiert und durchführt. Museumsbetrieb im Laufe des vergangenen Jahres
Nach der Mitgliederversammlung des Vereins sozusagen ein zweites Standbein schaffen konnte:
„Öchsle Schmalspurbahn e.V.“ am 9. März 2008 Die Bewirtung von Gruppen auf Bestellung
gründeten 14 Mitglieder des Hauptvereins den während der Planfahrten oder in extra bestellten
„Förderverein des Öchsle Schmalspurbahn Sonderzügen wie am 30. März.
e.V.“. Das Vereinsziel des Fördervereins ist Der erfolgreiche Einsatz des Speisewagens kann
ausschließlich die Förderung des Hauptvereins, aber nicht fortgeführt werden ohne die
nämlich dessen museale Ziele finanziell zu unermüdliche Unterstützung vieler engagierter
unterstützen. Bereits in der Vergangenheit konnte Vereinsmitglieder, die sich den Dienst im
durch die Einnahmen des Speisewagens der Ankauf Speisewagen teilen. An diese Stelle möchten wir
der Dampflokomotive 99 633 durch den Öchsle- nochmals herzlich auffordern, sich dafür zu
Verein maßgeblich unterstützt werden. melden und auch gerne Neulinge zu einem
Bereits vor dem offiziellen Saisonbeginn war unser „Schnuppereinsatz“ mitzubringen. Schon beim
ersten „Mitmachen“ kann man sich der besonderen
Stimmung im Zug nicht entziehen, neben der
Arbeit im Speisewagen kann man durchaus auch
die beschauliche Fahrt durch die wunderschöne
oberschwäbische Landschaft genießen. Bei dem
meist schönen Wetter ist so ein Tag im
Speisewagen fast schon ein Urlaubstag.
(Judith Nicklich)

Der Vorsitzende des Fördervereins, Steffen Jakob, Schriftführerin Judith Nicklich und Kassierer
und seine Frau Jasmin gehören seit dem letzten Jahr Bernhard Günzl sind schon “alte Hasen” im
zum harten Kern der Speisewagen-Besatzung. Geschäft.
(Fotos: Bernhard Günzl, Sandor Nicklich)
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Öchsle - Nachrichten
Dampflok „Berta“ 99 788 werden. Dann benötigt der Kessel eine neue
Hauptuntersuchung.
Die Fahrwerkshauptuntersuchung der Lokomotive Die Verlängerung der Kesselfrist war für unsere
ist in vollem Gange. Im Dezember 2007 wurde die Museumsbahn sehr wichtig. Ansonsten hätte durch
Lok mit Hilfe der aufgearbeiteten Hebeböcke die Fahrwerk-Hauptuntersuchung der 99 788
angehoben und die Radsätze ausgebaut. Die keine eigene Dampflok für die Saison 2008 zur
Radsätze der Lokomotive wurden im Januar 2008 Verfügung gestanden.
ins Dampflokwerk Meiningen transportiert. Dort
werden die eingelaufenen Radreifen neu profiliert.
Eine kostenträchtige Neubereifung ist zum Glück Personenwagen allgemein
nicht notwendig. Auch werden die Kuppelzapfen
der Kuppelachsen ausgepresst und bearbeitet. Wie jedes Jahr mussten vor Saisonbeginn an allen
Aufgrund der enormen Belastung dieser Teile sind Personenwagen die notwendigen Frist-
diese nicht mehr exakt rund, so dass diese neu untersuchungen durchgeführt werden. Dazu
geschliffen werden müssen. Die davor abgebauten gehörte die Durchführung der fälligen jährlichen
Treib- und Kuppelstangen wurden im April 2008 in Bremsrevisionen, der so genannten BR 1. In
die Eisenbahnwerkstätte Krefeld transportiert. diesem Zuge mussten alle Wagen begutachtet, alle
Dort erhalten die Lager und Lagersitze dieser Teile Bolzen geschmiert, die Bremse eingestellt, die
eine Aufarbeitung. Zum Teil müssen die Lager neu Dichtheit aller Komponenten geprüft und zum
ausgegossen und ausgebohrt werden, um die Schluss die Bremse einer Funktionsprüfung
vorgeschriebenen Maße wieder herstellen zu unterzogen werden.
können. Um die nötigen Sollmaße für die
Aufarbeitung dieser Lager vorgeben zu können,
musste der Rahmen der Lok im April aufwändig Personenwagen Stg 4043
vermessen werden.
Die Tragfedern der Lok wurden zur Aufarbeitung in An diesem Schlierenwagen wurden massive
eine Federfabrik übersandt. Bei zwei Federn waren Schäden an der hölzernen Konstruktion des
einzelne Federblätter gebrochen. Die Wasserkästen Wagenkastens festgestellt. Durch das Eindringen
der Lokomotive wurden im März 2008 in der von Wasser in die Fenstertaschen des
Strahlkabine der Straßenmeisterei Warthausen Wagenkastens ist die tragende Holzkonstruktion
entrostet und anschließend gleich neu grundiert. des Wagenkastens an einer Wagenseite durch
Die weiteren Teile des Fahrwerkes werden in Fäulnis zerstört. Mit ein Grund für die massiven
Warthausen aufgearbeitet. Bisher konnten Schäden an dieser Stelle ist sicherlich auch die seit
insbesondere alle Teile der Federaufhängung der Jahren an der Stoßfuge undichte Regenrinne des
Lokomotive grundlegend aufgearbeitet werden. Wagens, wodurch regelmäßig Wasser in diesen
Um die nötigen Sollmaße wieder zu erreichen, Bereich des Wagenkastens tropfte. Bei der
mussten viele Teile aufgeschweißt und neu gefräst optischen Unterhaltung dieses Fahrzeuges in den
werden. Die meisten Bolzen mussten erneuert vergangenen Jahren wurde dieser Mangel leider
werden. nie behoben bzw. dauerhaft repariert. Bei der
anstehenden grundlegenden Aufarbeitung wird der
Wagen rollstuhlgerecht umgebaut. Eine Plattform
Dampflok „Rosa“ 99 716 erhält dazu eine ausklappbare Rampe und die
Plattformtüre wird verbreitert. Diese Arbeiten
Die Kesselfrist unserer „Rosa“ musste vor können in dieser Saison voraussichtlich nicht mehr
Saisonbeginn verlängert werden. Zur abgeschlossen werden.
Durchführung der Verlängerung musste der Kessel
gereinigt und der Deckel des Dampfdomes entfernt
werden. Personenwagen Stg 5013
Insgesamt befindet sich der Kessel in einem guten
Zustand. Zum Glück konnte die Frist nach der Bei der Überprüfung dieses Wagens vor
Begutachtung durch den Kesselsachverständigen Saisonbeginn wurde ein Schaden am Fahrwerk
deshalb noch einmal um ein Jahr verlängert festgestellt. Ein Drehgestell des Wagens steht

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Öchsle Schmalspurbahn e. V. Öchsle-Aktuell Mai 2008

schief unter dem Rahmen, wodurch eine schwellen ein Standplatz für den Transport des
Radscheibe bereits durch Anlaufen einen Öchsle-eigenen Minibaggers eingerichtet.
Schleifschaden am Rahmen verursacht hat. Die Aufgrund der starken Belastung der in der
Ursache dieses Schadens konnte bisher nicht Werkstatt tätigen Aktiven durch die nötigen
erkannt werden. Jedenfalls ist nach ersten Arbeiten an den Triebfahrzeugen zeichnet sich ab,
Überprüfungen weder eine Blattfeder noch ein dass die weiteren Umbau- und Anpassungsarbeiten
Torsionsstab der bei diesem Wagen vorhandenen der umfangreichen Bauzugwagenflotte durch
seltenen Torsionsstabfederung gebrochen. externe Firmen durchgeführt werden müssen.

Speisewagen Gleisbau Bahnhof Warthausen

Rechtzeitig vor Saisonbeginn wurden an diesem Im Frühjahr wurde ein Teil des hinter dem
Wagen kleinere Umbauten vorgenommen. Durch Lokschuppen Warthausen lagernden Aushubs mit
einen Thekenaufbau wurde das Spülbecken gegen Hilfe von Straßen- und Schienenfahrzeugen zur
den Fahrgastraum abgeschirmt. Dadurch sind die Baustelle am Bahndamm Sulmingen abgefahren.
an der Theke stehenden Fahrgäste selbst bei harten Dort soll das Material zur Sanierung und
Rangierstößen davor geschützt, durch Verbreiterung des teilweise abgerutschten
überschwappendes Spülwasser durchnässt zu Bahndammes beim Haltepunkt Sulmingen dienen.
werden. Gleichzeitig entstand weiterer Stauraum Ein weiterer Teil des Aushubs wurde umgelagert,
für Gläser und Tassen. um Platz für die Verlängerung eines Abstellgleises
hinter dem Lokschuppen Warthausen zu schaffen.
Dieses Abstellgleis, welches auf der Trasse der
Bauzugwagen früheren Öchsle-Strecke nach Biberach verläuft,
konnte inzwischen um ca. 50 m verlängert werden.
Ein weiterer Bauzugwagen mit der Nr. 97 202 Die Verlängerung des Abstellgleises ist vor allem
befindet sich in der Werkstatt Warthausen in Arbeit, zum Abstellen der umfangreichen Bauzug-
um den nötigen Bremsumbau durchzuführen. Die wagenflotte notwendig.
Arbeiten hierzu können voraussichtlich im Juni In den vergangenen Jahren wurden im Bahnhof
2008 abgeschlossen werden. Die Arbeiten zum Wa r t h a u s e n a u f g r u n d F o r d e r u n g e n d e r
Bremsumbau des baugleichen Plattformwagens Bahnaufsicht einige Weichen entfernt. Die bisher
mit der Nr. 97 201 konnten im Januar 2008 eingebauten Gelenkzungenweichen genügten den
abgeschlossen werden. Damit sind dann beide Anforderungen der Bahnaufsicht nicht mehr. Aus
bereits 2005 von der Dampfbahn Furka- Kostengründen wurden nur die wichtigsten
Bergstrecke AG (DFB) übernommene Wagen Weichen durch neue Federzungenweichen ersetzt.
vollständig umgebaut. Dadurch wurde der Betrieb des Öchsle jedoch stark
Im März 2008 wurde ein weiterer Bauzugwagen erschwert, da z.B. nur noch eine Umfahrungs-
(SIG 1896, DFB X 2936, ex. RhB Lbk 8637) von möglichkeit im Bahnhof Warthausen an den
der DFB übernommen und nach Warthausen Bahnsteiggleisen vorhanden war. Diese ist jedoch
überführt. Der Wagen bekommt beim Öchsle die während der Saison ständig durch die dort
neue Nummer 97 203. Damit ist die Zahl der seit abgestellten Personenwagen blockiert. Aus diesem
2005 von der DFB übernommenen Wagen für Grund wurde nun im Mai eine weitere neue Weiche
Bauzugzwecke auf sechs gestiegen. Von diesen eingebaut. Diese wurde von den Schwäbischen
Wagen konnten jedoch bisher nur bei den beiden Hüttenwerken, Werk Wasseralfingen, hergestellt
oben aufgeführten zwei Wagen die umfangreichen und Ende April von Öchsle-Mitarbeitern dort
Anpassungsarbeiten an den Radsätzen und Bremse abgeholt. Die Weiche wurde am nördlichen Ende
zum Abschluss gebracht werden. Eine notwendige des Bahnhofes Warthausen an der Ausfahrt
Neulackierung der Fahrzeuge um die Substanz der Richtung Ochsenhausen eingebaut. Damit konnte
Fahrzeuge zu sichern muss ebenfalls noch nun die nördliche Umfahrungsmöglichkeit des
durchgeführt werden. Bahnhofes Warthausen wieder hergestellt werden.
Eine weitere fabrikneue Weiche soll in absehbarer
Auf einem 2001 von der Strecke Radebeul- Zeit zur Anbindung der Rollbockgruben wieder
Radeburg übernommenen Rollwagen zum eingebaut werden. Diese Weiche lagert bereits seit
Transport von Normalspurwagen wurde eine längerer Zeit beim Hersteller. Ein Einbau scheiterte
Containermulde befestigt. Auf dem Rest des bisher an der noch nicht abgeschlossenen
Rollwagens wurde mit Hilfe von Normalspur- Änderung der Planfeststellungsunterlagen, bei

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denen dieser Weicheneinbau leider zuerst nicht Im Hauptgebäude des Lokschuppens wurde die
eingeplant wurde. alte Rauchgasanlage ausgebaut und entsorgt.
Diese war nach einem Brand im Jahr 2000
innerlich zerstört. Die größtenteils aus Plastik
Ausschneidearbeiten bestehende Anlage musste dazu mit Hilfe einer
Elektrosäge zuerst aufwendig in Einzelteile
In der kalten Jahreszeit wurden an verschiedenen zersägt werden. In diesem Zug konnte auch der
Stellen der Strecke Ausschneidearbeiten Kamin dieser Anlage auf dem Dach entfernt
durchgeführt. Kräftig zurückgeschnitten wurde der werden. Dieser war aufgrund der von der
Bewuchs insbesondere an der Bahnhofsausfahrt damaligen Lieferfirma handwerklich sehr schlecht
Warthausen, zwischen Maselheim und Wenndach ausgeführten Arbeiten eine Quelle ständiger
und im Bahnhofsbereich von Reinstetten. Ein Teil Undichtigkeit des Daches. Gleichzeitig wurden
des Ausschnittgutes wurden bereits abgefahren und einige weitere Undichtigkeiten im Dach beseitigt
im Bereich des Bahnhofes Wa rthausen und belastender Schutt aus dem Dachraum
aufgestapelt, wo das Material einer endgültigen entfernt. Allerdings ist das Dach in einem
Entsorgung noch zugeführt werden muss. Der wesentlich schlechteren Zustand, als es von unten
größte Teil des Ausschnittgutes konnte bisher noch aussieht. Hier ist eine grundlegende Sanierung
nicht abgefahren werden, was in der nächsten Zeit dringend erforderlich, um größere Einbrüche in
jedoch dringend erledigt werden muss. nächster Zeit zu verhindern.

Lokschuppen Ochsenhausen

Die Arbeiten am Anbau des Lokschuppens


Ochsenhausen konnten inzwischen beinahe
beendet werden. Die Wände des Anbaues wurden
innen mit Holzfaserplatten verkleidet. Die
Trennwand zum Lokschuppen wurde neu verputzt,
wobei die Holzbalken sichtbar blieben. Der Putz
wurde weiß, die Balken braun gestrichen, was dem
Raum nun ein freundliches und helles
Erscheinungsbild beschert. Die Balken der
Dachkonstruktion wurden ebenfalls mit
Holzfaserplatten verkleidet und auf diesen eine
neue Beleuchtung installiert. Während im hinteren
Teil des Anbaues ein Holzboden auf dem Weiterhin wurden eine Grube gereinigt und die im
vorhandenen Betonboden aufgebracht wurde, Jahr 2000 im Zuge eines Ölunfalls eingebaute
wurde der vordere Teil inzwischen mit Betonplatten Folie und eine darunter liegende Holzkonstruktion
ausgelegt. Im hinteren Teil des Anbaues wurde ein entfernt. Die Folie war inzwischen an vielen
neuer Werkstattofen installiert und die beiden Stellen defekt, so dass sie ihre ursprünglich
Bereiche des Anbaues mit einem neuen Flügeltor gedachte Funktion längst verloren hatte.
getrennt, um den hinteren Teil besser heizen zu Anderseits werden im Lokschuppen
können. Ochsenhausen keine Dampfloks mehr unterhalten,
Wenn nun noch in den kommenden Wochen eine so dass sie auch aus diesem Grund nicht mehr
Mauer zur Straße neu aufgemauert und verfüllt erforderlich war. Trotz vieler Löcher führte die
sowie die Dachrinne restlich angepasst wird, sind Folie aufgrund der Feuchte der Gruben zu einem
die Arbeiten am Anbau abgeschlossen. starken Schimmelbefall unter der Folie, was die
Im April wurden die durchgeführten Arbeiten von Substanz der Gruben mittelfristig geschädigt
den Verantwortlichen der Stadt Ochsenhausen hätte. Mehrere Schubkarren Müll und Dreck
besichtigt. Die Arbeiten des Vereins wurden dabei mussten im Zuge dieser Arbeiten aus der Grube
ausdrücklich gelobt. Der Restbetrag des entfernt werden.
Zuschusses der Stadt Ochsenhausen wurde danach Immer wieder müssen eingeworfene Scheiben
dem Verein überwiesen. Hierfür auch an dieser ausgetauscht werden. Dies wird stets sofort nach
Stelle noch einmal herzlichen Dank an die dem Entdecken erledigt. Denn bekanntlich folgen
verantwortlichen Stellen der Stadt Ochsenhausen. auf eine eingeschlagene Scheibe schnell die
nächsten.

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Stahlprofile dann wieder angebaut werden.

Fahrradwagen GGsm 16 819

Die Holzbeplankung dieses Wagens war trotz


regelmäßiger Ausbesserungen inzwischen in
einem schlechten Zustand. Im April wurde die
Holzbeplankung deshalb größtenteils erneuert.
Nach Abschluss dieser Arbeiten wurde der
Wagenkasten neu lackiert. Entgegen dem
bisherigen Erscheinungsbild des Wagens wurde
dieser nun rotbraun lackiert, was dem typischen
Erscheinungsbild der Güterwagen der Reichsbahn
und Deutschen Bundesbahn entspricht. Die
Beschriftung des Wagens wurde von Sascha
Eichler angebracht. Das nun optisch sehr
schmucke Fahrzeug konnte rechtzeitig zum
Saisonbeginn am 1. Mai fertig gestellt werden.

Güterwagen G 154 PwPosti 144


Die Arbeiten an diesem Originalfahrzeug gingen Die unendlich erscheinende Geschichte der
weiter voran. Die komplette Holzbeplankung des Wiederinbetriebnahme dieses Fahrzeuges nähert
Fahrzeuges und der hölzerne Fußboden des sich seinem Ende. Nach einer weiteren
Fahrzeuges wurden inzwischen entfernt. Auch das Besichtigung dieses Fahrzeuges durch den
komplette Bremsgestänge des Wagens wurde Sachverständigen wurde u.a. noch ein
inzwischen ausgebaut und bereits größtenteils Schutzbügel am Dieseltank angebracht, die
entrostet und lackiert. Die Bolzen und Buchsen des Funkenschutzbleche durch Distanzhülsen mit
Bremsgestänges befinden sich noch in einem guten mehr Abstand vom Boden montiert und die
Zustand, so dass keine Erneuerungen erfolgen Notbremsleitung durch ein größer dimensioniertes
mussten. Sicher auch eine Folge der Tatsache, dass Rohr in 1” ersetzt. Dabei wurde die Notbrems-
das Fahrzeug seit 1973 kaum eingesetzt wurde. leitung nun aus dem Wageninneren wieder nach
außen geführt, um Verschmutzungen des
Wageninneren zu vermeiden. Weiterhin wurden
noch aufwändige Festigkeitsberechnungen der
Aufhängungen für das Stromaggregat unter dem
Rahmen erstellt.
Die Wiederinbetriebnahme nach Hauptunter-
suchung wurde jetzt in Aussicht gestellt.
Die aufwändigen Dokumentationen und
Durchführung diverser Änderungswünsche haben
damit mehr Zeit erfordert, als die Vollaufarbeitung
des Fahrzeuges, welche bereits im Juli 2005
abgeschlossen wurde. Deutsche Eisenbahn-
bürokratiewirklichkeit im Jahre 2008.

Ein großer Teil der Stahlprofile des Wagens wurde Rollbockdenkmal Ochsenhausen
soweit möglich entfernt. Nachdem diese teils
durchgerosteten Profile im unteren Bereich bereits Die Aufarbeitung eines Rollbockes konnte
ergänzt werden konnten, sollen sie in den inzwischen abgeschlossen werden. Mit der
kommenden Wochen bei der Fa. Liebherr in Aufarbeitung des zweiten Rollbockes wurde
Biberach gestrahlt werden. Nach der Erneuerung begonnen. Ziel ist es, das Denkmal zum „Tag des
des völlig korrodierten unteren äußeren offenen Denkmals“ am 14. September 2008
Winkelprofils des Wagenkastens, können die einweihen zu können.
(Andreas Albinger)
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Bereit für schmutzige Wäsche


Museum der Waschfrauen eröffnet
Seit kurzem hat Ochsenhausen ein ganz besonderes Museum zu bieten. Die weithin
bekannten Ochsenhauser Waschfrauen haben mit viel Liebe zum Detail im Nebengebäude
des Bahnhofs Ochsenhausen ein wahres Schmuckkästchen geschaffen.
Gegründet wurde die Waschfrauengruppe zur 900- Zum Ausbau des Museums wurden ausschließlich
Jahr-Feier von Ochsenhausen im Jahr 1993. alte Materialien aus Abbruchhäusern verwendet.
Schnell war die originelle Gruppe weit über den Sogar die Ziegelsteine wurden so gewonnen und -
Landkreis hinaus bekannt und wurde neben wie es sich für Waschfrauen gehört - einzeln zur
zahlreichen anderen Auftritten zum festen Wiederverwendung gesäubert. Beim Innenausbau
Bestandteil des jährlichen Öchsle-Festes. Schnell und der Gestaltung der Außenanlagen kam dann
kam auch eine umfangreiche Sammlung an tatkräftige Unterstützung von den Männern.
historischen Gerätschaften, Wäsche und Zur offiziellen Eröffnung am 4. Mai 2008 konnte
Möbelstücken zusammen. Daraus entstand der jeder ein dreckiges Wäschestück zum Waschen
Wunsch, diese Gegenstände im Rahmen eines mitbringen. Man konnte sich mit Kaffee und
kleinen Museums zu präsentieren. Die Wahl fiel auf Kuchen stärken. Auch der Grillstand des Öchsle-
die ehemalige Bahnmeisterei im Nebengebäude. Schmalspurbahn e.V. war sehr gut besucht.
Durch den Umzug der Werkstatt nach Warthausen Wir freuen uns über diese neue Attraktion auf dem
war Lagerplatz frei geworden, so dass das Öchsle Ochsenhauser Bahnhofsgelände und bedanken uns
die Räume zur Verfügung stellen konnte. In über für die gute Zusammenarbeit!
2000 Arbeitsstunden wurde aus den tristen (Foto: Michael Angele)
Lagerräumen, teils ohne Böden und Decken, ein
liebevoll gestaltetes Museum. In mehreren kleinen Öffnungszeiten:
Räumen gibt es vom Wäschestampfer über die erste Mai - Oktober
elektrischen Waschmaschinen bis hin zu einer Sonn- und Feiertage 11:30 Uhr - 16 Uhr
stattlichen Sammlung von Bügeleisen viel zu Eintrittspreise:
sehen. Auch eine kleine gemütliche Küche fehlt Erwachsene: 1,- €
nicht. Schließlich durfte früher am Waschtag auch
der Kaffeeklatsch nicht fehlen. Familien: 2,50 €
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Die Menschen hinter dem Öchsle
Rouven Kuhrke (20)
ist bereits seit mehreren Jahren in unserem Team
mit dabei.
Sehr schnell zeigte sich bei Rouven sein großes
handwerkliches Geschick, seine Liebe zum Detail
und sein großes Verständnis für Technik, was ihm
auch bei seiner Ausbildung zum Industrie-
mechaniker sehr hilfreich war. Immer wieder
fasziniert er mit hervorragend detaillierten
Eigenbaumodellen von Öchsle-Fahrzeugen für
die Spur II. Regelmäßig ist er am Samstag in der
Werkstatt mit dabei und erledigt zum größten Teil
Arbeiten an den Fräs- und Drehmaschinen, wo es
ebenfalls sehr oft auf Genauigkeit und Präzision
ankommt.
Auch im Zugdienst ist Rouven oft anzutreffen, so
macht er zurzeit seine Ausbildung als Zugführer
und vielleicht auch bald als Heizer. Auch im
Speisewagen springt er immer wieder ein und hält
übrigens den Umsatzrekord des letzten Jahres.

(Benny Bechter)

Niklas Manz
ist gerade mal 12 Jahre alt und seit gut einem Jahr
beim Öchsle mit dabei. Sehr schnell stellte sich
heraus, dass Niklas sichtlich Interesse zeigt und
Spaß an seiner Arbeit hat. Bis auf wenige
Ausnahmen ist er fast an jedem Samstag im
Lokschuppen Warthausen anzutreffen und auch an
einigen Fahrtagen im Zug darf er natürlich nicht
fehlen.
Sei es in der Werkstatt oder auf dem Zug, Niklas ist
stets hilfsbereit und erledigt seine Arbeiten immer
ordentlich und sehr pflichtbewusst. Und das nicht
nur bei den interessanten Tätigkeiten, sondern auch
bei den vielen kleinen Routinearbeiten.
Für den dringend notwendigen Nachwuchs unserer
Schmalspurbahn ist Niklas eine sehr gute
Bereicherung und wir hoffen, dass er uns ewig
erhalten bleibt!
(Benny Bechter)