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Weihnachten: Der Drama des Heils: Matthäus 1.

18-21

Der Andachtstext findet sich im Evangelium nach Matthäus Kapitel eins, vers achtzehn
bis einundzwanzig. Dort spricht über die Geburt Jesus. So spricht das Wort Gottes:

Die Geburt Jesu Christi aber geschah auf diese Weise: Als nämlich seine Mutter
Maria mit Joseph verlobt war, noch ehe sie zusammengekommen waren, erwies es
sich, daß sie vom Heiligen Geist schwanger geworden war.

Aber Joseph, ihr Mann, der gerecht war und sie doch nicht der öffentlichen Schande
preisgeben wollte, gedachte sie heimlich zu entlassen. Während er aber dies im Sinn
hatte, siehe, da erschien ihm ein Engel des Herrn im Traum, der sprach: Joseph, Sohn
Davids, scheue dich nicht, Maria, deine Frau, zu dir zu nehmen; denn was in ihr
gezeugt ist, das ist vom Heiligen Geist. Sie wird aber einen Sohn gebären, und du
sollst ihm den Namen Jesus geben, denn er wird sein Volk erretten von ihren Sünden.

Intro

Was ist die schönste Erinnerung, die Ihr von dieser Weihnachtszeit habt? Vielleicht die
leckeren Gerichte, die Eure Mama für Euch zubereitet hat, oder vielleicht die lang
erwarteten Geschenke, oder die bunten und glänzenden Lichter Zuhause.

Ich erinnere mich an die Filme, die ich am Weihnachtsnachmittag geschaut habe. Einer
dieser Filme im Besonderen ist Kevin – Allein zu Haus, der handelt von dem
achtjährigen Kevin, der zu Weihnachten daheim vergessen wird, und das elterliche
Haus gegen zwei Einbrecher verteidigt. Der Film ist klassische Erzählkunst. Im ersten
Teil stellt der Autor die Figuren des Films vor, dass heisst, Kevin und seine Familie.
Nach der Einführung der Charaktere präsentiert der Autor den „Konflikt“, einen
Wendepunkt, der die Harmonie zwischen den Figuren oder die Ereignisse bricht, es
passiert, dass Kevin zu Hause vergessen wird. Der Film endet, wenn ein Held diesen
Konflikt im Drehbuch löst.

I. Konflikt: Die Krise zwischen Gesetz und Liebe (Vers 18)

In der Geschichte der Geburt von Jesus haben wir auch klassische Erzählkunst. Zuerst
werden die Charaktere vorgestellt: Maria, eine Jungfrau, die mit einem gerechten
Mann, Joseph, verlobt war. Der Konflikt in der Geschichte erscheint, wenn wir in
diesem Vers erfahren, dass Maria schwanger geworden war. (Mat 1.18). Dies wäre für
ein Paar kein Problem, wenn es nicht zwei Hindernisse gäbe:

1. Obwohl Joseph und Maria nicht verheiratet waren, waren Sie verlobt, und
die Verlobung hat eine sehr seriöse Zusage zwischen den beiden Partein
bedeutet. Jede sexuelle Beziehung wurde als Ehebruch betracht.
2. Nach dem Gesetz Moses gab es eine Ehrebruchbestrafung. 4. Moses lautet

Wenn ein Mädchen, eine Jungfrau, mit einem Mann verlobt ist, und ein anderer
Mann trifft sie in der Stadt an und liegt bei ihr, so sollt ihr sie beide zum Tor jener
Stadt hinausführen und sollt sie beide steinigen, daß sie sterben: das Mädchen
deshalb, weil sie in der Stadt nicht geschrieen hat; den Mann deshalb, weil er die
Frau seines Nächsten geschwächt hat.

Joseph findet heraus, dass seine zukünftige Frau von einem anderen Mann schwanger
ist, und wie ein gerechter Jude seine Braut zum Stadttor bringen würde, würde sie dort
verurteilt und gesteinigt werden. Eigentlich erlaubten schon in dieser Zeit die Römer
keine öffentlichen Hinrichtungen mehr, aber auch wenn sie lebte, hätte sie eine
schwarze Zukunft vor sich. Sie würde diffamiert werden, kein Mann würde
akzeptieren, eine ehebrecherische Frau zu heiraten und ein uneheliches Kind erziehen.
Darüber hinaus, wenn die Eltern einer Verstoßenen nicht am Leben sind, ist es
wahrscheinlich, dass sie eine Prostituierte oder eine Bettlerin wird.

Es gibt jedoch ein weiteren Punkt zu berücksichtigen: der Text sagt, dass Joseph „sie
doch nicht der öffentlichen Schande preisgeben wollte“ (vs.19). Er wollte seine Frau
nicht demütigen, weil er sie liebte. Hier ist der Konflikt, das Drama der Geschichte: ein
Mann, der von seiner Frau betrogen wurde, hatte nur zwei Alternativen: seine Frage
wegen ihrer Sünde verurteilen, oder sie beschützen auf eine ungerechte Weise.
Einerseits Gerechtigkeit, andererseits Liebe.

Aber was hat Marias Dilemma mit uns zu tun? Wieso hat der Heilige Geist uns diesen
Bericht erzählt?

Weil das genauso unser eigenes Dilemma war. Wir waren in der gleichen Situation wie
Maria: Gott sagt, durch den Prophet Hosea, dass wir „dem HERRN untreu geworden
sind, denn sie haben fremde Kinder gezeugt“ (Hos 5.7). Ohne Christus, sagt der Apostel
Paulus, sind wir alle unter dem Fluch (Gal 3.10). Gleichzeitig sagt das Wort Gottes, dass
er uns liebt und unsere Verurteilung nicht will. Wie kann man dieses Dilemma lösen?

II. Die falsche Erlösung: Selbstgerechtigkeit

Ich glaube, dass es die gleiche Frage von Joseph war. Wie kann ich tun, was richtig ist,
ohne dass ich meine Frau verurteilen muss?

Dann hat Joseph eine Idee, die in Vers 19 beschrieben wird: Er beschließt, Maria zu
heimlich verlassen. Er hat, nach dem Gesetz, diese Möglichkeit. Er könnte einen
Scheidebrief an Maria geben, und dann fliehen. Wir wissen nicht genau, was seine
Absicht damit war. Vielleicht ist er weggelaufen, um die Schuld auf sich zu nehmen. So
würde jeder denken, dass Joseph Maria missbraucht hat und dann verschwunden ist.
Josephs Lösung ist der des menschlichen Sünders sehr ähnlich. Er hat etwas versucht,
dass wir sehr gut kennen: Das Problem durch Selbstgerechtigkeit zu lösen. Sein
Versuch war aus eigenem Verdienst, Maria das Heil zu gewähren.

Alle Religionen auf der ganzen Welt sagen, dass Menschen gut sein müssen, um
gerettet zu werden. Das ist nicht Neu. Adam und Eva haben dasselbe versucht, als sie
sich Blätter umbanden, um ihre Scham zu verstecken. Der britische Schriftsteller C.S.
Lewis hat es in einem Satz zusammengefasst: „Kein Mensch weiß wie schlimm er ist,
bis er durch alle Wege versucht hat, gut zu sein.“

III. Der Held kommt: Jesus, unser Retter (vs. 20, 21)

Glücklicherweise hat Joseph sein Ziel nicht erreicht. Während er seine Flucht im Sinn
hatte, ist ihm ein Engel des Herrn im Traum erschienen (vs. 1.20), und erklärt ihm, dass
Marias Kind kein normales Kind ist. Es kam von Gott, weil es von dem Heiligen Geist
gezeugt ist. Das Kind war das Heil Marias, denn es war der Beweis dafür, dass es
keinen Ehebruch gab. Hier sind zwei wichtige Punkte:

1. Jesus kam vom Vater, das heißt, es war seine Initiative, das Kind zu geben. Das
Baby wurde nicht durch eine normale Beziehung zwischen einem Mann und
einer Frau gezeugt, es war etwas Einseitiges von Gott gegeben.

2. Die Rettung für den Konflikt wurde durch pure Gnade gegeben, das heisst, ein
großzügiges Geschenk, das weder Joseph noch Maria verdient hatten.

Hier ist die wahre Bedeutung von Weihnachten: Das Datum verkündigt das Geschenk
Gottes an die ganze Menschheit, und offenbart gleichzeitg die Gerechtigkeit und die
Liebe zu den Menschen. Jesus ist der wahre Held, der das Drama beendet. So wie er
Maria gerettet hat, rettet er uns auch. Der Engel sagt deutlich, dass Joseph den Kind
beim Namen Jesus nennen muss. Der Name „Jesus“ ist die griechische version der
hebraische Name Josua, der bedeutet „YHWH ist das Heil“

Er hat Maria bei der Geburt gerettet und würde in Zukunft das ganze Volk Gottes in
ihrem Tod retten.

Amen!