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T e x 11 e i I

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Wissenschaft und Technik W irtschaft und Industrie


A lu m in iu m -E ch o .................................. 505 Staatliche Maßnahmen:
Anordnung 35 a, betr. Verkehr mit unedlen
A. v. Zeerleder: Die Ausscheidungshärtung (Ver­
M e t a lle n ..................................................... 560
gütung) von Legierungen, unter besonderer
Sicherheitsvorschriften für Magnesium-Legie­
Berücksichtigung der Aluminium-Legierungen 509 rungen (Verordnung vom 28. 7. 1938) . . 561
H. Bauer und H. Winterhager: Ueber den Ein­ Dr.-Ing. Kremer: Die Verordnung und Sicher­
heitsvorschriften für Mg-Legierungen . . . 564
fluß geringer Schwermetallzusätze auf die
Dipl.-Ing. Ruhe: Die besonderen Gefahren bei
Festigkeitseigenschaften aushärtbarer Alu-
der Verarbeitung von Mg-Legierungen und
m inium -Silizium -Legierungen........................ 520 ihre B e k ä m p fu n g ............................................569
B u chbesp rechungen............................................575
Dipl.-Ing. E. Kreibich und H. Bäumler: Ein pho­
M onatsdurchschnittspreise.................................. 576
tometrisches Bestimmungsverfahren von M a ­
M e ta lln o tie ru n g e n .................................................576
gnesium in Aluminium und seinen Legierun­
Ein- und A usfuhrstatistik.......................................577
gen ....................................................................528
Dr. E. Barth: Kurssicherung beim Aluminium­
Dipl.-Ing. N . G . Neuweiler: Kurzprüfverfahren warenexport ..................................................... 578
zur Bestimmung der Brinellhärte von Leicht­ Handelsregister-Eintragungen . .........................580
metallen ........................................................... 532
Geschäftsnachrichten............................................581
M . Barnick und H. Hanemann: Beitrag zur Ko.: Die neuen Werksanlagen der Aluminium
Kenntnis des Systems Aluminium-Eisen-Ma- G. m. b. H., Rheinfelden.................................. 582
g n e s iu m ....................................... .... 533 Dr. K. W irtz: 300 Jahre Galileische Physik . . 583
P e rs o n a lie n .......................................................... 585
W . Helling und H. Neunzig: Ueber die Herstel­
Tagungen und Veranstaltungen:
lung transparenter Schutzschichten auf Alu­
95. Versammlung Deutscher Naturforscher
minium und seinen Legierungen in, Soda­
und A e r z t e .................................. .... .............586
Chromatbädern — EW-Verfahren . . . . 536
Herbsttagung des Institute of Metals . . . 586
Dr. W . Holler: Das Aluminium und seine Legie­ Metallographischer Ferienkursus an der
rungen in der Zahnheilkunde........................ 539 Bergakademie C la u s t h a l........................ 586
W iener W e ltk ra ftk o n fe re n z ........................ 586
Dipl.-Ing. C. Bauer: Aluminium als Reflektor­ Verlegung d. Arbeitstagung d. K. W.Gesell-
baustoff in der Lichttechnik............................. 546 schaft für M e tallforschun g........................ 587
P a te n ts c h a u .......................................................... 587
F. Reidemeister: Aluminium - Verwendung im
B e ric h tig u n g .......................................................... 587
Spiegel einer amerikanischen Eisenbahn-
Alum inium -Bearbeitungslehrgänge................... 588
Zeitschrift (3. T e i l ) ............................................549
D e r A lu m in iu m -P ra k tik e r
Neue VDE-Vorschriften....................................... 555
M . Boßhard: Korrosionsschäden durch ober­
Dr. Be.: Neue französische Stahl-Aluminiumlei- flächliche Verunreinigung von Aluminium­
gegenständen durch Kupfer oder andere
tu n g e n ............................................................... 555
S c h w e rm e ta lle ........................................... 589
Eingesandt: A.v.Zeerleder u. H.Hug ■<— *H .W al- P. Brauer und O. Lehmann: Das Schweißen
bert: Untersuchung der Fließvorgänge im von Aluminiumguß im Fahrzeugbau . . . 590
ein- und mehrstranggepreßten Stangen­ N o rm e n w e s e n ..................................................... 594
material .......................................................... 556 Schm.: Ein Gang durch die Funkausstellung . . 595
A lum inium - Funk 559 Impressum...............................................................595

Anzeigen-Inhalt siehe 3. Umsdilagseite


D. K. 669.716:621.785
A. von Zeerleder, Die Ausscheidungshärtung (Vergütung)
D. K. 669.715.721.1

von Legierungen, unter besonderer Berücksichtigung der


M . Barnick und H. Hanemann, Beitrag zur Kenntnis des
Aluminium-Legierungen.
Systems Aluminium-Eisen-Magnesium.
A lum inium , 20 (1938), N r. 8, S. 509— 519.
Die Ausscheidungshärtung von Al-Legierungen und die A lum inium , 20 (1938), N r. 8, S. 533— 535.
dabei sich abspielenden V orgänge werden erklärt. Zum Die Al-Ecke d e r Zustandsschaubilder Al-Fe-M g bis
erstenmal w urde diese Erscheinung beobachtet im Jahre in d ie N ä h e des Schnittes AUFe-ß (AUMga) w u rd e m ikro­
1906 durch W ilm , und eingehende Versuche führten dann skopisch, thermisch und röntgenographisch untersucht. Es
zum Duralumin. Durch Kaltreckung tritt bei Rein-AI eine treten nur die drei Phasen Al-M ischkristall (a-Phase), AUFe,
V erfestigung ein, die man sich e rklä rt durch die entstan­ ß-Phase (AI3M g 2 ) auf. Sie bilden ein ternäres Eutektikum
dene innere Spannung; durch G lühen w ird diese w iede r von de r Zusammensetzung 68% AI, 3% Fe, 29% M g, bei
au fgehoben und das M etall w ird weich. Bei der Aussschei- einer Tem peratur von 445°. Die zugehörige Konzentration
dungshärtung sind die V org än ge etwas kom plizierter. des a-Mischkristalls liegt bei 13,3% und sehr geringem
M an denkt sich die innere Spannung entstanden durch Fe-Gehalt. 4 A bb ildungen, 1 Z ahlentafel. AK.
Auskristallisieren eines Bestandteiles aus der übersättigten
Lösung z. B. Cu o d e r CuAls in A l-Legierung. Die Aus­
scheidung e rfo lg t nach dem Abschrecken von selbe r bei
den selbstaushärtbaren Legierungen, o d e r w ird h e rv o r­
g erufen durch Erwärm en (künstliches A ltern ). 20 A b b il­
dungen. AK.

D. K. 669.715.782.25 O.K. 669.718.91


D. K. 669.715.782.3 W . Helling und H. N eunzig, Ueber die Herstellung trans­
D. K. 669.715.782.26 parenter Schutzschichten auf Aluminium und seinen Legie­
H. Bauer und H. W interhager, Ueber den Einfluß geringer rungen in Soda-Chrom atbädern. — EW -Verfahren.
Schwermetallzusätze auf die Festigkeitseigenschatten aus­ A lum inium , 20 (1938), N r. 8, S. 536— 538.
härtbarer Aluminium-Silizium-Legierungen. Es w e rd e n V e rfa h re n a n ge ge ben , w ie man durch
Alum inium , 20 (1938), N r. 8, S. 520— 527. A e n d e ru n g des M B V -V erfahrens auch helle Schutzüber­
Ausgehend von einer G ru n d le g ie ru n g vom T yp des z ü g e erze ug en kann. Bei d e r üblichen MBV-Schicht ist
Silumin (j mit 0,5% M g und 0,5% M n w ird d e r Einfluß von d ie dunkle Farbe b e d in g t durch den G e h a lt an C h rom ­
1% Cu, 0,5% C o sow ie 0,5yo C r a u f Legierungen mit h y d ro x y d . W e n n man nun zu d e r MBV-Lösung eine g e ­
5— 13% Si untersucht. Von den ve rg üteten Legierungen ringe M en ge W asserglas (z. B. 0,1 g /l trockenes N a triu m ­
zeigen d ie je n ig e n m it 1— 10% Si d ie besten hestigkeits- silikat) zu fü g t, so entsteht eine nur w e n ig C h ro m h yd ro xyd
eigenschaften. Die G ieß eige nscha fte n w e rd e n durch e n th a lte n d e Schicht. Durch Zusatz von etw a 3 g N a ­
Schw erm etallzusätze, besonders durch Cu verbessert. Ein triu m flu o rid zur M BV-Lösung entstehen durchscheinende
C u-Zusatz verbessert d ie Festigkeit d e r ve rg üteten und Schichten von metallischem G la n z. Nach den bisherigen
d e r unvergüteten Legierungen, w ä h re n d durch Zusätze Versuchen ist d ie K orro sio nsbe stä nd ig keit d e r nach den
von C o und C r d ie statische Festigkeit nicht merklich neuen V e rfa h re n erzeugten Schichten gleich gut o d er
verbessert w ird . Legierungen mit C r-Z usa tz neigen zu besser als d ie d e r MBV-Schicht, besonders bei C u-haltigen
N a d e lk ris ta ll- und N e s te rb ild u n g ; Legierungen m it 10% Si A l-Legierungen. Die A n fä rb b a rk e it und das H a ftv e r­
unter Zusatz von C o ergeben fe in kö rn ig e s G u ß g e fü g e . m ögen fü r Anstriche ist verm inde rt. 3 A b b ild u n g e n .
26 A b b ild u n g e n . AK. AK.

D. K. 669.71 :545.81 :546.46


D. K. 669.717 =616.314
E. Kreibich und H. Bäumler, Ein photometrisches Bestim­
mungsverfahren von Magnesium in Aluminium und seinen
Legierungen. W . Holler, Das Aluminium und seine Legierungen in der
A lum inium , 20 (1938), N r. 8, S. 528— 531. Zahnheilkunde.
Ein photom etrisches V e rfa h re n zu r raschen Bestim­
Alum inium , 20 (1938), N r. 8, S. 539— 545.
mung von M g in A l-Leg ieru ng unter V e rw e n d u n g von
T ita n g e lb A (N a -S a lz von D ih y d ro th io -p -to lu id in s u lfo - Es w ird berichtet über d ie in den letzten 4 Jahren
säure) w ird beschrieben. Eine, Bestimmung nim m t 60 M i­ bei d e r V e ra rb e itu n g von AI und A l-Legierungen beim
nuten in Anspruch. Die zum P hotom etrieren günstigsten Z ahn ersa tz gesam m elten Erfahrungen. W ie auch auf
Versuchsbedingungen w u rd e n bestim m t und d e r Einfluß an de ren G e b ie te n können G ie ß fe h le r d ie Lebensdauer
d e r in A l-Leg ieru ng u. U. v o rh a n d e n e n störenden Ele­ der erzeugten G ußstücke, in diesem Fall z. B. G eb iß -
mente untersucht (z. B. Zn, C d, Fe, AI, Sn, Cu, M n, C h lo ­ p la tte n , h e rab setzen ; man muß G asa ufnah m e durch die
rid, S ulfa t, N itra t) und eine g e e ig n e te A rbe itsvorsch rift Schmelze und g ro b k ö rn ig e s G e fü g e verm eiden. In g e ­
entw ickelt. 0,5 g E in w a age w e rd e n in N a tro n la u g e g e ­ wissen Fällen w e rd e n bei d e r A n fe rtig u n g von Prothesen
löst. Der gew aschene Rückstand w ird in Schw efelsäure zur V erstärkung auch G erüste aus rostfreiem Stahl v e r­
gelöst, das Cu elektrolytisch en tfe rnt, M n und Fe ausge- w e n d e t und m it A l umgossen. Im allge m einen w ird man
tä llt und filtrie rt. H ie ra u f w ird T ita n g e lb mit Schutz­ eher A l-Leg ieru ng en von ho he r mechanischer Festigkeit
k o llo id zugesetzt und das M g photom etrisch bestim m t ohne Einlagen verw en den . D ie A nw e n d u n g von AI zum
unter V erw en dun g von Filter Hg 546. Die gefund en en Ersatz ve rlo re n g e g a n g e n e r Gesichts- und Schädelteile
W e rte zeigten gu te Uebereinstim m ung m it B elegsana­ w ird e rw ä h n t. 27 A b b ild u n g e n . AK.
lysen. 4 A b b ild u n g e n . AK.

D. K. 669.71 :620.178.15 D. K. 669.717-165 : 683.852


N . G. Neuw eiler, Kurzprüfverfahren zur Bestimmung der
Brinellhärte von Leichtmetallen. C. Bauer, Aluminium als Reflektorbaustoff in der Licht­
technik.
Alum inium , 20 (1938), N r. 8, S. 532— 533. A lum inium , 20 (1938), N r. 8, S. 546— 549.
Es w ird ein V erfa hren an g e g e b e n zur Prüfung der Aus dem Bedürfnis nach einem fü r S pie g e lre fle kto re n
B rin ellhä rte von Leichtmetall. Ein beson de re r V o rte il d ie ­ g e eigne ten B austoff, w elcher au ß e r den guten lichttech­
ses Verfahrens besteht da rin , daß die H ä rte p rü fu n g ohne nischen Eigenschaften d e r S ilbe rsp ie ge l noch w e itg e h e n d e
Z uhilfen ahm e von P rüfa p p a ra te n vorgenom m en w e rde n mechanische, thermische und chemische W id e rsta n d s­
kann. Der K ugeleindruck in dem zu p rü fe nd en Stück w ird fä h ig k e it besitzt, w u rd e n allm ählich mit Reinst-Al 99,99%
verglichen mit dem g leich zeitig in einem Eichstab von p la ttie rte Leichtm etallspiegel entw ickelt, z. B. unter V er­
b e kan nter H ä rte erze ug te n Eindruck. Diese H ä rte p rü fu n g w e nd ung von Pantal als G ru n d m e ta ll. Das p la ttie rte
ist un ab h ä n g ig von d e r den Eindruck erze ug end en K ra ft; Leichtm etallblech w ird durch Drücken , in d ie gewünschte
Prüfstab und Eichstab w e rd e n zusammen mit d e r Stahl- Form ge bracht, fe in p o lie rt und h ie ra u f nach dem A lz a c -
kugel z. B. in einen Schraubstock kurze Z eit eingespannt. V e rfa h re n h o ch g la n z-e lo xie rt. Die Eigenschaften solcher
Die Berechnung d e r H ä rte aus den be id en gemessenen Reflektoren w e rd e n verglichen mit denjenige n an de rer,
K ugeleindrücken w ird a b g e le ite t und an einem Beispiel z. B. aus poliertem V2A-Stahl, aus mit Silber oder Rho­
e rläu te rt. 2 A b b ild u n g e n . AK. dium p la ttie rte m G las o d e r Messing, aus em ailliertem
Blech usw. 5 A b b ild u n g e n . AK.
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Fachorgan zur Förderung der gesamten Industrie
des Aluminiums und seiner Legierungen
Herausgeber: Prof. Dr.-Ing. M ax H. Haas, Berlin W 50
Anschrift für alle' Sendungen einschliefillch Anzeigenannahme: Aluzentrale,
August • Abt. Verlag, Berlin W 50, Budapetter Straße 53. / Fernruf) 249561.
Postscheckkonto: Berlin 1705 00. Drahtworts AlumlnzettBerlin. — Zuschriften
20. Jahrgang
1938 u. Sendungen, die für die Z e i t s c h r i f t bestimmt sind, bitten wir, n u r Nr. 8
an die Abt. Verlag und nicht an einzelne Personen zu adressieren.

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skripte bleiben Eigentum des Verlages. — Re-printing of original articles only permitted with the consent of the
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land 5 RM oder entsprechend in Landeswährung. "Aluminium" is issued monthly and can be obtained
„Aluminium" erscheint monatlich und kann durch jede through any German pöst-office, or from the publishers
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als auf Vi Jahr erneuert. Court of competency: Berlin.

Erscheinungstag: 20. jedes Monats A n z e i g e n - B e d i n g ü n g e n : verlangen Sie Preisliste

Postbezieher reklamieren ausgebliebene Hefte zunächst beim zuständigen Postamt

Aluminium s£cbo
Die Welt steht noch unter dem Eindruck der bescheidenen Form über die Wertung der verschie­
großen Flugleistung unserer deutschen Fliegermann­ denen Faktoren, welche zum Gelingen des Fluges1
schaft, welche mit dem Focke-Wulf-Flugzeug beigetragen "haben, zu hören. Für den Aluminium-
D A C O N im Ohnehaltflug die Strecke Berlin— New mann war die Schlußbemerkung von Hauptmann von
York und zurück in einer vorbildlichen Rekordleistung Moreau interessant, als er auf die Güte der Werk-
bewältigte. Der Hjnflug auf dem Größtkreis mit mannarbeit- hinwies', welche dieses prächtige Flug­
6400 km wurde mit . einer Durchschnittsgeschwindig­ zeug „Condor" erstehen ließ. Wenn wir auch von
keit von 260 km geflogen, während beim Rückflug den vielen Amerika- und Weltflügen unserer Luft- ■
die um 200 km längere Südrute — unter Ausnutzung schiffe den Beweis für die Güte der Leichtmetallwerk-
der günstigen Rückenwinde — mit einer Durch- stoffe immer wieder bestätigt erhielten, so ist man
schriiftsgeschwindigkeit von 335 km/Std. durchflogen doch immer von neuem stolz, wenn nach einer so
wurde. schweren Belastungsprobe, wie sie ein solcher Flug
darstellt, der Werkstoff wiederum einwandfrei M a­
Es war ein Genuß, die vier Männer der Flug­ schine und Mannschaft trug. Werkstoff, Konstruk­
besatzung am Dienstagabend, dem 16. August, im teur, Flieger und Wetterwart waren die Sieger diesem
Deutschen Rundfunk in ihrer sachlichen, klaren und Fluges.
Seite 506 ALUMINIUM

Scherl Bilderdienst, Berlin


Landung des „Condor" in N ew York. Bildberichte, die der „Condor" mitbrachte.

W o h l nie sind Bildberichte aus Am erika schneller in die A lte W e lt herübergekom m en, als mit dem deutschen Rekord­
flugzeug „C o n d o r", der a u f seinem Rückflug N e w York— Berlin am S onntagvorm ittag Aufnahm en in die Reichshaupt­
stadt brachte, die erst am Freitagabend in N e w York gem acht w o rde n w aren. Aus der „C o n d or"-S e ndu ng zeigen w ir
hier dieses Bild, das beweist, daß das deutsche Flugzeug in den w enigen Stunden seines N e w Yorker Aufenthaltes auf
dem Flugplatz M ittelpunkt des Interesses a lle r Leute vom Bau w ar.

Scherl Bilderdienst, Berlin

Genau 20 Stunden nach dem Start in N ew York: Der „Condor" landet in Berlin-Tempelhof.

A u f die M inute genau 20 Stunden nach ihrem Start in N e w York setzte die vierm otorige FW 200 — „C o n d o r" am
S onntagvorm ittag a u f dem Z entra lflug ha fe n Berlin-Tem pelhof zur Landung an. — Hier sieht man, w ie der Riesenvogel
au f der Landebahn beidreht, um vo r das Begrüßungspodium zu rollen.
August 1938 Seite 507

Am 8. August 1938 jährte sich der Todestag von Dr.-Ing. e. ’h.


Alfred Wilm, dem deutschen Erfinder des Duralumins. W ie stolz
würde er heute sein, wenn er diese imponierenden Flugtaten, an
denen die von ihm geschaffene W erkstoffgruppe einen hervor­
ragenden Anteil hat, hätte erleben können. M it einem stillen Genuß
durchblättert man immer wieder seine interessanten und mit fröh­
lichem Humor durchsetzten Briefe. Die unbestechliche Gradheit von
Wilm spiegelt sich in folgendem Satz w ider:
„Bei geschichtlichen W iedergaben müssen die Ereignisse ge­
nau geschildert sein, frei von persönlicher Eitelkeit und ohne ge­
hässigen Beigeschmack."
Auch folgende N otiz ist im Jubiläumsjahr des Grafen Zeppelin von
Interesse:
„Als man an den ersten Bau eines Zeppelinluftschiffes her­
antrat, befand sich die metallurgische; Wissenschaft noch in den
Kinderschuhen, besonders was das Leichtmetall Aluminium be­
trifft. Wenn man dieses Metall mit anderen Metallen verschmolz,
um höhere Festigkeiten oder einen dichten Guß zu erzielen, so
begnügte man sich mit den üblichen Festigkeitsprüfungen und
dem Augenschein und gab sich zufrieden, wenn das Resultat
einigermaßen den Wünschen entsprach. Nur wenigen Wissen­
schaftlern w ar es bekannt, daß gerade Aluminium mit Zink ver­
schmolzen üble Alterungserscheinungen zeigte, wodurch die
anfänglichen Festigkeitseigenschaften herabgedrückt werden Dr.-Ing. Alfred Wilm f und Frau Hadwig
oder die Legierungen mit der Zeit ganz verfallen. Bei einem ge­ In ihrem Berghofheim.

ringen Zinkgehalt, etwa 5—6% Zink, erhielt man


einen leidlich dichten Guß, und das Material ließ wirkt hatte. O der ging ein besonderes Fluidum
sich ohne Schwierigkeiten walzen und schmieden. vom alten Vater Mahlmann, dem letzten Labora­
Als Konstruktionswerkstoff jedoch für Luftschiffe toriumsdiener Wählers, aus, der mich in den
w ar dieses Material unzuverlässig." Künsten des Glasblasens unterwies? Jedenfalls
Es würde zu weit führen bzw. es muß einer spä­ w ar die Luft stark mit Aluminiumionen geschwän­
teren W iedergabe Vorbehalten bleiben, auf die inter­ gert, wenn ich auch in Göttingen als Assistent von
essanten Versuche von Dr. W ilm über die Span­ Prof. Dr. Richard Lorenz mich mit einem elektro­
nungskorrosion und das Auftreten von Haarrissen lytischen Zinkgewinnungsverfahren aus geschmol­
bei zinkhaltigen Legierungen hier einzugehen. zenem Chlorzink und Borwasserstoffgasen her­
umzuplagen hatte."
„Durch die Verfügung des Reichsmarineamtes
im Februar 1914, daß für die Marineluftschiffe nur O der lassen w ir den Hüttenmann Wilm sprechen,
Duralumin zugelassen wurde, kam die entschei­ wenn er von den genauen Glühbedingungen sprach,
dende W erkstoffwende. Natürlich haben die Er­ welche für die Aushärtung so wichtig waren:
fahrungen in der Konstruktion und die Führungen „In der Praxis bediente man sich der M uffel­
der Luftschiffe größten Anteil an den großen Luft­ öfen, um während des Arbeitsprozesses die W erk­
schifferfolgen gehabt, und dies wird auch ferner­ stücke auszuglühen. Da hätte man ebensogut
hin sein." zum Knobelbecher greifen können, um die Festig­
Der mit der Natur verbundene Mensch und Land­ keiten zu bestimmen, denn in der Muffel sind die
mann W ilm spricht aus folgenden Zeilen: Temperaturen zu schwankend, und elektrisch ge­
heizte Muffeln waren noch nicht eingeführt."
„. . . W ir Bauern befinden uns zur Zeit in der
Erzeugungsschlacht und haben die Hände voll Nicht minder lesenswert sind die Erfahrungen,
zu tun. W ir stecken jetzt hier im tiefen Schnee, welche W ilm mit dem stark überholungsbedürftigen
und es hat seine Schwierigkeiten mit dem Verkehr Patentrecht seiner Zeit und der bürokratischen Hand­
nach dem Tale. Aber wenn w ir wieder aufgetaut habung der daraus sich ergebenden Folgerungen
sind, werden w ir uns freuen, unsere Freunde bei machte. Er schließt dieses traurige Kapitel mit dem
uns begrüßen zu können. Der M onat Mai ist ja kurzen Satz:
besonders schön bei uns. Der Steingarten meiner „W enn unser Führer A dolf Hitler in seiner
Frau ist dann in schönster Blüte. Es ist wirklich weitschauenden Weise eine Reform des Patent­
ein reines Paradies hier." wesens verlangt und die deutsche Erfindung dem
Sehr nett ist auch in seiner Lebensschilderung eine Deutschen sichern will, so beweist die Geschichte
Bemerkung über seine1G öttinger Zeit: des Duralumins nur allzu deutlich die Richtigkeit
dieses Standpunktes".
„Es mag eine eigenartige Fügung der V or­
sehung gewesen sein, daß ich meine praktische Aus all diesen kleinen Streiflichtern grüßt uns am
Betätigung am 1. November 1893 in denselben Jahrestage seines Scheidens mit seinen strahlenden
Räumen ausübte, in denen Friedrich Wilhelm blauen Augen und seinem goldenen Herzen der
W ähler in dem chemischen Laboratorium der Uni­ große deutsche Wissenschaftler Alfred W ilm. s
versität Göttingen fast ein halbes Jahrhundert ge-
Seite 508 ALUMINIUM

Die 15. Deutsche Rundfunk-Ausstellung fand in Länder hinweg spielt die Schieds-Analyse eine be­
Berjin statt. In einem Sonderbericht des Aluminium- sonders treuhänderische Rolle. Darum hat die Alu­
Praktikers*) gehen w ir auf die Verwendung von Alu­ minium-Zentrale auch W e rt darauf gelegt, daß
minium im Rundfunkgerätebau näher ein. Es ist ver­ neben den betriebsnotwendigsten Schnellmethoden,
blüffend für den Laien, festzustellen, in welch star­ deren Geschwindigkeit für die Betriebs- und Fabri­
kem Maße Leichtmetalle in der Rundfunkindustrie kationskontrolle genügt und welche inzwischen in
-Eingang gefunden haben. Für den Techniker ist es 2. Auflage vor kurzer Zeit der Oeffentlichkeit über­
eine Gesetzmäßigkeit, daß neu aufwachsende In­ geben wurde, auch die Schieds-Analyse in inter­
dustrien zwangsläufig weniger mit W erkstoffvor­ national anerkannter Form' zur Veröffentlichung kam.
urteilen belastet sind und darum auch die neuen Das 68 Seiten starke Bändchen umfaßt die
deutschen W erkstoffe mit Vorliebe verwenden. Nur schiedsanalytischen Methoden des Handelsalumi­
die Menschen, welche gut schlafen und in ihrer Ruhe niums und der wichtigsten zur Zeit auf dem Markt be­
nicht gestört sein wollen, finden immer wieder G e­ findlichen Aluminium-Legierungen. Selbstverständlich
gengründe bei der Notwendigkeit der Verwendung v/erden die Methoden laufend ergänzt werden. Da, wo
neuer W erkstoffe. Es ist ein Trost, daß es in jeder mehrere gute Methoden bestanden, wurden in dieser
Generation und in jeder Altersstufe auch Menschen Sammlung — neben den ausgewählten Schieds-Me-
gibt, welche sich jung erhalten und in täglicher A r­ thoden — auch andere, ebenso gute Methoden be­
beit an sich selber genügend aufgeschlossen blei­ schrieben, weil sie sich entweder in vielen Labora­
ben, um das Neue zu verstehen und zu meistern. torien fest eingebürgert haben, oder weil sie keine
* * besonderen Apparate und besonderen Reagenzien
sie
M it dem Abflauen der Sommerhitze und der Ur­ benötigen. W ir sind überzeugt, daß der Industrie­
laubsperiode macht sich schon die verstärkte Akti­ chemiker der Praxis dieses von einem autoritären
vität technischer Tagungen, Ausschußsitzungen, neuer Fachkreis geschaffene Buch als exakte Ergänzung zu
Planungen usw. bemerkbar. — Die L e i p z i g e r den erschienenen Schnell-Analysen-Methoden be­
H e r b s t m e s s e steht vor der Tür. — In W i e n grüßen wird.
findet am 14. September im Musik-Vereins-Gebäude * * *
eine W e r k s t o f f - T a g u n g statt, bei der M ajor Vergessen w ir nicht zum Schluß nochmals auf den
Dr.-Ing. C z i m a t i s , Leiter der Reichsstelle für W irt­ Z e i ß - K u r s in J e n a vom 28. September bis
schaftsausbau, über „Planmäßiger W erkstoffeinsatz" 1. O ktober 1938 hinzuweisen, bei dem die an der
sprechen wird. Ueber Aluminium spricht der Leiter Spektrographie interessierten Aluminiumsachbearbei­
des Werkstoff-Ausschusses der Aluminium-Zentrale, ter sich ein Treffen geben werden.
Dr. phil. habil. M ax H a n s e n , Berlin, während das
Magnesium durch seinen bewährten Sprecher, Dipl.-
Ing. S p i t a l e r , Bitterfeld, vertreten ist.
Im engeren Arbeitskreis der Aluminiumleute ist
besonders eine gemeinschaftliche interne Tagung
der beiden Werkstoff-Ausschüsse des V e r e i n s
Deutscher Eisenhüttenleute und der
A l u m i n i u m - Z e n t r a l e in Bitterfeld und Lauta-
werk zu begrüßen. W ir danken unseren Freunden
von der Stahl-Eisen-Seite, daß sie! in kameradschaft­
licher und offener Aussprache mit uns zunächst
Fragen derG renzgebiete bearbeiten wollen und durch
den Besuch unserer Hütten und Forschungslabora­
torien diesen Kontakt praktisch vertiefen helfen. W ir
werden im nächsten M onat auf die Ergebnisse dieser
Tagung näher eingehen.
* * *
In dem von uns veröffentlichten Arbeitsprogramm Parravano t
des Jahres versprachen w ir unseren Lesern die bal­
dige Herausgabe einer Buchveröffentlichung Bei der Niederschrift dieser Schlußzeilen ereilt
„Chemische Analysen-Methoden (Schieds-Analysen) uns die Nachricht, daß der große italienische Che­
für Aluminium und Aluminium-Legierungen". miker Parravano, der Gründer des technischen In­
Diese vom Internationalen Aluminium-Bureau, Paris, stituts Ernesto Breda für Studien über die M etall­
unter M itarbeit der Herren Dr. Steinhäuser und Dr. technik, dessen Verdienste w ir in unserem Bericht
Ginsberg der Vereinigte Aluminium-Werke Aktien­ über den großen Internationalen Chemiker-Kongreß
gesellschaft, Lautawerk/Lausitz, herausgebrachte Zu­ in Rom vor kurzem noch würdigen konnten*), plötz­
sammenstellung ist inzwischen erschienen. Dem Be­ lich verschieden ist. Für uns, die w ir ihn in seiner
arbeiter der deutschen Ausgabe, Herrn Dr. P. Urech, liebenswürdigen Gastfreundschaft und seiner Vita­
gebührt besonderer Dank. Bei der steigenden Ver­ lität noch klar vor Augen haben, fast unfaßbar. W ir
wendung von Aluminium und seinen Legierungen trauern mit unseren italienischen Kollegen um den
und dem Werkstoffaustausch über die Grenzen der harten Verlust dieses großen Mannes. hs.

*1 s. S. 595. }) vgl. Aluminium 20 (1938), Nr. 6, S. 362.


August 1938 Seite 509

Die Ausscheidungshärtung (Vergütung) von Legierungen,


unter besonderer Berücksichtigung der Aluminium-Legierungen
Von A. v o n Z e e r l e d e r , AIAG, Neuhausen.
Vortrag, gehalten vor der Sektion Schaffhausen des Schweiz. Ingenieur- und Architekten-Vereins.

Es w ar an einem Sonnabend im September des neben der Härte auch die übrigen Festigkeitseigen­
Jahres 1906 gegen 1 Uhr, als Alfred W ilm , der Er­ schaften geprüft, wobei das überraschende Ergebnis
finder der ersten aushärtbaren Aluminium-Legierung, festgestellt wurde, daß neben der Härte, Zugfestig­
in seinem Laboratorium in Neubabelsberg bei Berlin keit und Streckgrenze gleichzeitig auch die Dehnung
seinem Assistenten Jablonski eine Legierung zur anstieg. Hiermit war die grundlegende Erfindung des
Härteprüfung übergab. Es handelte sich dabei um Aushärtungsvorganges gemacht, die zwei Jahre spä­
eine Al-Cu-Mg-Mn-Legierung, die vom Gußblock ter zu der bekannten Duralumin-Patentanmeldung
ausgehend auf 3 mm Stärke ausgewalzt worden führte. W ie systematisch Wilm seine Versuche durch­
w ar und sodann im Salpeterbad bei 520° geglüht führte, zeigt ein nach seinem Tode veröffentlichtes
und in Wasser abgeschreckt wurde. Da Jablonski an Blatt aus einem seiner Versuchsprotokolle,
diesem Nachmittag eine Verabredung hatte, be­ Abb. 2.
gnügte sich W ilm mit einer einzigen Härteprobe, die
etwa 65 kg/mm2 ergab. Groß w ar das Erstaunen
der beiden, als sie bei der Ausführung der üblichen
Kontrollproben am folgenden M ontag, d. h. nach
etwa 44 Stunden, eine wesentlich höhere Härte von
über 90 kg/mm2 fanden. Als zuverlässiger Forscher
prüfte W ilm alle Versuchsbedingungen nach, und als
jeder Fehler ausgeschlossen schien, wiederholte er
die Versuche, wobei nun jede Stunde, vom Zeitpunkt
des Abschreckens an gerechnet, eine Härteprüfung
vorgenommen wurde. Nach 2stündiger Lagerung
wurde ungefähr die Anfangshärte gefunden. Von
hier ab trat aber,
wie Abb. 1 zeigt,
ein allmähliches Ansteigen der Härte in Erscheinung, Abb. 2. Wilmsche Original-Kurven über den Einfluß verschiedener
das nach vier Tagen abklang. Nun wurde die ganze Glühtemperatur bei verschiedenem Mg-Gehalt auf die Bruchfestigkeit
von Al-Mg-Legierungen. (Aus „Aluminium", 1937, N r. 8, S. 515.)
Blechtafel in Zerreißstäbe aufgeteilt und in gleicher
Weise geglüht und abgeschreckt. Hierauf wurden auf dem der Einfluß verschiedener Glühtemperatur
vor dem Abschrecken und die Wirkung verschiedenen
Magnesiumgehaltes auf die Aushärtung von Alu­
minium-Legierungen wiedergegeben ist.
Es dauerte über 10 Jahre, bis die ersten plausiblen
theoretischen Erklärungen für diesen neuen Vergü­
tungsvorgang gefunden wurden. Seither ist in einer
großen Anzahl metallurgischer Laboratorien immer
wieder an diesem Problem gearbeitet worden, ohne
daß bis jetzt eine endgültige Erklärung der sehr
komplizierten Vorgänge gegeben werden kann.
Immerhin dürften heute wenigstens die grundlegen­
den Vorgänge als in befriedigender Weise geklärt
betrachtet werden. Im folgenden sei, ohne Anspruch
auf absolut wissenschaftliche Genauigkeit, eine all­
gemein verständliche Erklärung des Aushärtungsvor­
gangs gegeben.
Durch Kaltreckung steigt,
wie Abb. 3 zeigt,
die Festigkeit bei Reinaluminium an, während die
Dehnung zurückgeht, eine Erscheinung, die beim
Walzen aller Metalle unter ihrer Kristallerholungs-
temperatur beobachtet wird. Einzig bei Blei und Zinn
liegt diese Erholungstemperatur so tief, daß nach
J)ou«r der A uslagerung b.20* in Std.
Verformung bei Zimmertemperatur kaum eine Ver­
Abb. 1. Zeitlicher Härtungsverlauf von Avional D (Al-Cu-Mg)
bei natürlicher Alterung. festigung eintritt. Diese Verfestigung erklärt man sich
Abb. 3. Einfluß des Kaltreckgrades und der Glühdauer (bei 250°) Abb. 5. Einfluß des Kaltreckgrades und der Aushartungsdauer be»
auf die Festigkeitseigenschaften von Rein-AI. 20° auf die Festigkeitseigenschaften von Avional D
(Al-Cu-Mg-Legierung).

durch Verkrümmung des Kristallgitters und dadurch zeigt. W ird nun aber eine solche Legierung bei etw a
erzeugter innerer Spannung, w ie dies das Feinstruk- 500° geglüht und rasch in W asser abgeschreckt, so
beobachten w ir beim nachherigen Lagern einen a ll­
turbild Abb. 4
mählichen Anstieg der H ärte, Festigkeit und Streck­
zeigt. Da dieses Kaltw alzen a uf Kosten des V e rfo r­
grenze, in diesem Falle aber ohne Dehnungsverlust,
mungsvermögens des M etalls e rfo lgt, so ist dam it ein
ja im G egenteil sogar mit geringem Dehnungs­
Dehnungsverlust verbunden. W ird nun ein kaltver­
anstieg, w as fü r die W eiterverw endung von auß er­
form tes M etall o be rh alb seiner Kristallerholungs-
ordentlicher W ichtigkeit ist.
tem peratur geglüht, so geht die Kaltverfestigung a ll­
mählich w ied er verloren und in gleichem M aß e w ird Und die — w ie schon erw ähnt — sehr verwickelten
die ursprüngliche Dehnung w ie d e r gew onnen. G e ­ V o rgä ng e bei der Ausscheidungshärtung zu ver­
nau w ie bei Reinaluminium, e rfo lg t dies auch bei Alu- stehen, sollen diese an einem einfachen Beispiel
minium-Legierungen, beispielsweise der G attung näher betrachtet werden.
A l-C u-M g , w ie dies A bb. 6
A b b. 5 ze ia t in verarößertem M aßstab die aluminiumreiche
August 1938 Seite 511

des CuAI, aus der festen Lösung eine gewisse Zeit


in Anspruch nimmt, kann sich das Gleichgewicht nur
bei langsamer Abkühlung, entsprechend der sinken­
den Temperatur durch immer weiteres Ausscheiden
von C uAI2 einstellen, bis schließlich bei Zimmer­
temperatur nur noch 0,3% Cu gelöst ist. Daß tat­
sächlich eine solche W anderung von Molekülen in
Legierungen im festen Zustand eintritt, veranschau­
licht
Abb. 8, S. 512.
In einen Metallblock einer Aluminium-Legierung mit
15% Si wurde ein konisches Loch gebohrt und in
dieses ein konischer Stift einer Aluminium-Legierung
mit 10% Fe genau eingepaßt. Nach 20tägigem
Glühen bei 550° w ar die vorher deutlich sichtbare
Berührungslinie der beiden verschiedenen Kristall­
arten verschwunden und der höhere Eisengehalt des
Stiftes w ar weitgehend in die Al-Si-Legierung hinein-
diffundiert, während gleichzeitig Si aus dieser in die
Al-Fe-Legierung gewandert und eine breite Ueber-
gangszone einer ternären Al-Fe-Si-Kristallart ent­
standen war. Aehnliche Diffusionsvorgänge sind
auch bei vielen anderen Legierungspaaren nachge­
Gewichtsprozente Cu wiesen worden. Auf
Abb. 9
Abb. 6. Al-Cu-Zustandsschaubild.
(Aus „Z. Metallkde.", 18 [1926], Nr. 6, S. 196.) ist das Gußgefüge von „A nticorodal", einer Al-M g-
Si-Legierung, wiedergegeben. Man erkennt deutlich
Ecke des Al-Cu-Zustandsdiagrammes bis 6% Cu, da die zwischen den Kristallkörnern ausgeschiedenen
höhere Cu-Gehalte für die aushärtbaren Aluminium- Mg-Si-Mn - Anreicherungen. Durch einstündiges
Legierungen kaum in Frage kommen. Betrachten w ir Glühen bei 550° und Abschrecken sind diese bereits
nun eine Aluminium - Legierung mit 4% Cu (ent­ weitgehend zur Auflösung im Aluminium gelangt,
sprechend etwa 7,5% CuAI2), die langsam aus der nach zweistündigem Glühen an vielen Stellen sogar
Schmelze erstarrt, so haben w ir zuerst zwischen der gänzlich verschwunden.
Liquidius- und Solidus-Linie die allmähliche Erstarrung Die Ausscheidung des CuAI2 aus den Aluminium­
mit wechselnder Zusammensetzung der festen und raumgittern, die die Bausteine der Aluminiumkristalle
flüssigen Bestandteile, bis schließlich bei vollstän­ darstellen und praktisch als unendlich klein zu be­
diger Erstarrung wieder die ursprüngliche Zusam­ trachten sind, erfolgt im ersten Moment in molekular­
mensetzung in festem Zustand wie vorher in flüssi­ dispersem Zustand. Bei genügend langsamer A b­
gem Zustand vorhanden ist. W ir befinden uns nun kühlung wandern nun diese Atome, bis sie sich mit
in dem Gebiet, in welchem bis 5,65% Cu als CuAL anderen Kupferaluminid-Molekülen zu grobdispersen
im Aluminium im festen Zustand löslich sind. Dabei Ansammlungen zusammenballen und als heterogene
muß man sich vorstellen, daß im Raumgitter des Bestandteile in der Legierung auftreten.
Aluminiumkristalles
(Abb. 7) W ird nun aber die Abkühlungsgeschwindigkeit
vergrößert, wie dies z. B. beim Abschrecken eines
auf über 500° C erhitzten Materials in kaltem Was-

Abb. 7. Al-Gitter.

einzelne Aluminiumatome durch Kupferatome ersetzt


sind, so daß ein vollkommen homogener Körper ent­
standen ist. Bei allmählich sinkender Temperatur ohne W ä rm e - l h geglüht 2h geglüht
wird nun bei 500° die Löslichkeitsgrenze für 4% Cu behandlung bei 550° C bei 550° C
im Aluminium erreicht, was bedeutet, daß bei weiter Abb. 9. Auflösung der interkristallin ausgeschiedenen Legierungs­
sinkender Temperatur der Gleichgewichtszustand nur bestandteile durch Glühen bei 550° bei GAI-Mg-Si-Legierung
(Anticorodal-Guß), V = 300.
mit geringeren Cu-Gehalten, entsprechend der Um­
(Aus v. Zeerleder, „Technologie des Aluminiums", [1938], 3. Aufl.,
wandlungslinie, möglich ist. Da aber das Ausscheiden S. 20, Leipzig 1938.)
Seite 512 ALUMINIUM

Vor der Diffusion Nach 20tägiger Diffusion bei 550°

Abbildung 8 a. Abbildung 8 b.

Al — Fe
AI — Si Al'-~S? 20d/550°
Trennungsgefüge vor der Diffusion.
Oben: Unveränderte Al-Fe-Legierung.
O b e n ? Al-Fe-Legierung mit primärem AbFe-Kristall in eutektischer
Grundmasse. M i t t e : Durch Si-Aufnahme umgewandelte AlsFe-Kristalle (ternäre
Verbindung) Al,cFe^SU
Unten: Uebereutektische Al-Si-Legierung. Vergrößerung: 150 X .
U n t e n : Al-Si-Legierung mit Lunkerbildung, verursacht durch Ab­
Aetzmittel: HF + HNOs. wanderung von Si.
Vergrößerung: 40X.
(Nach M. Boßhard, „Aluminium", 1935, S. 478.) Aetzmittel: HF + HNOs.
(Nach M. Boßhard, „Aluminium", 1935, S. 478.)

Vor der Diffusion Nach 7tägiger Diffusion bei 550°

Abbildung 8 c. Abbildung 8 d.

A I-M n 7 Tage bei 530’


AI — Si
AI — Si Oben: Unveränderte AI - Mn - Legierung mit primären AlMg-
Kristallen in eutektischer Grundmasse.
Trennungsgefüge vor der Diffusion. M itte: Durch Si-Aufnahme umgewandelte AbMn-Kristalle (ver­
mutlich Silizid-MnSi).
O b e n : Al-Si-Legierung mit etwa 12% Si. U n t e n : Al-Si-Legierung, gegen die Trennungsfuge durch Hinausdiff.
an Si verarmt.
U n t e n : Al-Mn-Legierung mit etwa 10% Mn. Vergrößerung: 60 X .
Vergrößerung: 60 X . Aetzmittel: HF + H N O 3.
Aetzmittel: HF + HNOs. (Nach M. Boßhard, „Aluminium", 1935, S. 479.)
Seite 513

unsichtbar. Dagegen zeigt


Abb. 11
deutlich den Einfluß dieser
Ausscheidung bei der Rönt-
gen-Feinstruktur-Untersu-
chung, mit welcher wertvolle
Aufschlüsse über den Aushär­
tungsvorgang erzielt wurden.
Es muß nun angenommen
werden, daß in dieser Vertei­
lung die CuAL-Moleküle be­
trächtliche Kräfte gegen die
Al-Moleküle ausüben und die
Aluminiumraumgitter verzer­
ren, wodurch die ganze
Masse unter Spannung ge­
setzt w ird.
ser der Fall ist, dann wird durch das rasche Sinken Ballt sich nun aber durch länger andauernde Er­
der Temperatur die Bewegungsenergie der Atome wärmung das Kupferaluminid grobdispers zusam­
so rasch verkleinert, daß das Kupferaluminid nur men, so werden hierdurch die Spannungen zwischen
sehr unvollständig aus den Aluminiumraumgittern den einzelnen Molekülen verringert und der nor­
austreten kann. Es befindet sich aber in diesem in male Gleichgewichtszustand w ird wieder erreicht.
unstabilem Zustande, indem die Lösung an Kupfer­ Es tritt also wieder Erweichung und Festigkeitsrück­
aluminid übersättigt ist und wartet nur auf eine gün­ gang auf. Ganz ähnlich liegen die Verhältnisse bei
stige Gelegenheit, d. h. auf die durch Temperatur­ der Verarbeitung durch Kaltverdichten. Auch diese,
anstieg erhöhte kinetische Energie, um durch Aus­ durch mechanische Verformung des Raumgitters er­
scheidung in den stabilen Zustand überzugehen. zeugte Spannung, wird durch Erwärmen auf höhere
W ird demgemäß eine solche abgeschreckte Legie­ Temperatur wieder ausgelöst; es tritt Kristallerholung
rung wieder auf 100— 200° erwärmt, so tritt der ein, die ebenfalls mit einem Rückgang der Festigkeit
gleiche Vorgang wie bei langsamer Abkühlung ein. und Härte, in diesem Falle aber mit einem W ieder­
Das CuAI2 wird zuerst molekular-dispers ausge­ anstieg der verlorengegangenen Dehnung verbun­
schieden, um sich bei weiterer Erwärmungsdauer a ll­ den ist.
mählich grobdispers zusammenzuballen.
Aus dem oben Geschilderten geht ohne weiteres
Abb. 10 hervor, daß durch W ärmebehandlung oder Kaltver­
gibt schematisch den Aushärtungsvorgang wieder. dichtung verfestigte Legierungen — dies gilt nicht nur
Nach dem Abschrecken befinden sich die Atome des für Aluminium-Legierungen, sondern auch für andere
sich ausscheidenden Metalls in übersättigter, fester Metalle — nachträglich nicht während längerer Zeit
Lösung im Grundmetall. M it beginnender Ausschei­ auf höhere Temperatur gebracht werden dürfen,
dung suchen sie sich gegenseitig zu nähern, wodurch ohne daß hierdurch die Aushärtungswirkung aufge­
das Raumgitter gestört und innere Spannungen er­ hoben wird. W ie
zeugt werden, die eine Verfestigung des Materials
Abb. 12, S. 514,
bewirken, bis schließlich über den Zustand der kri­
tischen Dispersion Hinaus diese Atome sich zusam- zeigt, kann z. B. Avional (Al-Cu-Mg) noch während
nienballen. Da dieser Vorgang in submikroskopischer 5 Minuten auf 150° erwärmt werden, ohne daß ein
Form erfolgt, ist er bisher für das menschliche Auge merklicher Festigkeitsrückgang eintritt, während bei
300° die Erweichung schon nach einer Minute erfolgt.

Ganz ähnlich wie bei den Al-Cu-Legierungen


liegen die Verhältnisse auch bei den Al-Si-, Al-M g-,
Al-Li- und anderen Legierungen
(Abb. 13).
W ährend nun aber bei den vorerwähnten Legierun­
gen die Ausscheidung der über ihre Löslichkeits­
grenze im Aluminiumkristall festgehaltenen Bestand­
teile in molekular-disperser Form nur bei Tempera­
turen über 100° erfolgt, gibt es Mehrstoff-Legierun-
gen, wie die von W ilm erstmals benutzte Al-Cu-Mg-
Legierung, bei denen diese Ausscheidung schon bei
A lu m in iu m k ris ta ll m it5 % K upfer, D erse lbe K ris ta ll 30 Std. bei Zimmertemperatur, aber nur bis zum molekular­
von 520° abgeschreckt. 200° ang e lasse n . dispersen Zustande, verläuft. Auch bei diesen tritt
A b b . 11. R ön tgen-Feinstruktur-A ufnahm e e in e r A l-C u -L e g ie ru n g die grobdisperse Zusammenballung erst bei höherer
(5% Cu) nach ve rschie d en e r W ä rm e b e h a n d lu n g .
(Aus „M e ta llw irts c h .", 14 [1935], N r. 31, S. 606.) Temperatur auf. Es sind dies selbsttätig alternde
Seite 514 ALUMINIUM

G lü h te m p e ra tu r ° C (Prüftem p. 2 0 ° C) G lü h te m p e ra tu r °C (Prüftem p. 2 0 ° C)

* / 4 S tun de G lü h d a u e r ----------------- = 6 S tunden Glühdauer

_______ 1 „ ______
----------------- = 24

Abb. 12. Einfluß verschiedener Erwärmung auf die Festigkeit von Avional D (Al-Cu-Mg).

Aluminium-Legierungen, deren Hauptvertreter eben disperse Form, was für gewisse Eigenschaften, z. B.
diese Al-Cu-Mg-Legierung darstellt. Hierbei erfolgt für die Korrosionsbeständigkeit, ungünstig ist.
die Kaltaushärtung, wie sie heute allgemein be­
W ir unterscheiden zwei Hauptgruppen von Le­
zeichnet w ird, nur sehr langsam und ist nach vier
gierungen, nämlich die selbsttätig bei Zimmertempe­
Tagen beendigt. Erhöhte Temperatur beschleunigt
ratur und die künstlich bei 100—200° aushärtenden
die Aushärtung
Legierungen. Die letzteren bieten den großen Vor­
Abb. 14, S. 515, teil, daß sie im haibausgehärteten Zustande beliebig
bewirkt aber gleichzeitig schon eine etwas gröber lange gelagert werden können, wobei nur eine all-
August 1938 Seite 515

L a g e r z e it i. S td . L a g e r z e it i. S td .

A b b . 14. Einfluß ve rschie d en e r T e m p era ture n a u f den A u s h ä rtu n g s v e rla u f b e i A l-C u -M g -D ra h t (A v io n a l D) 5 mm Durchmesser.

mähliche Nachhärtung eintritt ansprucht Guß eine merklich längere Glühzeit, w o ­


Abb. 15, S. 516. bei der gröbere Sandguß länger geglüht werden
Da in vielen Fällen nach der Glüh- und Abschreck- muß als der feinkörnigere Kokillenguß. So werden
behandlung noch in kaltem Zustande Verformungen z. B. zum Aushärten von Al-Si-Mg-Guß (Silumin)
beim Weiterverarbeiten notwendig sind, für die der oder Alufont-Guß Glühzeiten von zwei bis acht Stun­
vollständig ausgehärtete W erkstoff keine genügende den und mehr, je nach Abmessungen und Gießweise
Verformbarkeit mehr besitzt, müssen die selbsttätig des Stückes, benötigt. Demgegenüber können ge­
aushärtenden Legierungen neu weichgeglüht werden preßte Profile und dünne Bleche in wesentlich
oder — wie z. B. die Nieten in Al-Cu-Mg-Legierung — kürzerer Zeit auf volle Festigkeit ausgehärtet werden.
binnen zwei Stunden nach dem Glühen und A b ­ Abb. 17, S. 517,
schrecken weiter verarbeitet sein. Demgegenüber veranschaulicht den Einfluß der Glühzeit im Salpeter­
können die künstlich aushärtbaren Legierungen in bad auf die Festigkeit von 1 mm dicken Al-Mg-Si-
haibausgehärtetem Zustande nach beliebig langer (Anticorodal-) und Al-Cu-M g- (Avional-) Blechen.
Zeit noch weitgehend kaltverformt werden. Ist eine
weitere Verfestigung wünschbar, so kann diese mit­
tels einfacher Hilfsmittel, z. B. im Trockenofen, viel­
fach in Verbindung mit dem Einbrennen von Lacken,
ohne eine Gefahr des Verziehens erreicht werden.
Bei vollständiger Neuvergütung durch Glühen und
Abschrecken ist dagegen stets mit einem Verziehen
zu rechnen, so daß ein Nachrichten unerläßlich ist.,
Ein wichtiger Punkt ist nun noch die notwendige
Glühzeit zur Ueberführung sämtlicher Legierungs­
bestandteile in feste Lösung vor dem Abschrecken.
Diese wird in hohem Maße von der Korngröße des
auszuhärtenden Werkstoffes beeinflußt. W ie
Abb. 16 G u ß g e fü g e P re ß g e fü ge W a lz g e fü g e
zeigt, weist Guß stets das gröbste Gefüge auf; Knet­ A b b . 16. V = 150.
material ist wesentlich feinkörniger. Demnach be­ K o rn g rö ß e von A l-C u -M g -L e g ie ru n g (A v io n a l D).
Man erkennt daraus, daß bis zu einer Glühzeit von dem Herausnehmen des Werkstückes aus dem Glüh­
fünf Minuten ein beträchtlicher Anstieg der Festigkeit ofen und dem Eintauchen in die Abkühlflüssigkeit be­
und Härte eintritt, während über fünf Minuten nur zeichnet, nicht richtig erkannt worden, da selbst eine
noch ein geringer Anstieg beobachtet werden kann. Vorkühlzeit von zwei Minuten noch keinen nach­
Abb. 18 teiligen Einfluß auf die Festigkeitseigenschaften aus­
zeigt ähnliche Verhältnisse an warmgepreßten Anti- übt. Dagegen zeigt es sich besonders bei Al-Cu-Mg-
corodal- bzw. Avional-W inkeln von 20x20x2 und Legierungen, daß schon eine Vorkühlzeit von 30 Se­
20x20x3 mm. Aber nicht nur die Glühdauer hat kunden von nachteiligem Einfluß auf die interkristal­
einen beträchtlichen Einfluß auf die endgültige Festig­ line Korrosion ist. Selbstverständlich ist dieser Ein­
keit, sondern auch die Einhaltung der optimalen fluß um so größer, je dünner das Glühgut ist, da
Glühtemperatur. In dieser Beziehung sind, dünnes Material auf dem Transport durch die Luft
wie Abb. 19, S. 518, zeigt, sich rascher abkühlt als dickes. Dabei hat die Tem­
die Al-Cu-Mg-Legierungen eher etwas empfindlicher peratur des Abschreckmittels, so lange sie weniger
als die Al-Mg-Si-Legierungen. Dabei ist noch zu be­ als 50° beträgt, keinen nachteiligen Einfluß, sondern
rücksichtigen, daß bei langsamer Aufheizung die lediglich die Vorkühlzeit.
Gefahr eines unerwünschten Kristallwachstums ein- Abb. 20, S. 519,
treten kann, so daß besonders für Bleche die rasche veranschaulicht Schliffbilder von mit verschiedener
Erhitzung im Salzbad derjenigen im Luftofen vor­ Vorkühlzeit abgeschreckten Avional-Proben nach
zuziehen ist. dreitägiger Behandlung in salzsaurer Kochsalzlösung,
Lange Zeit w ar der Einfluß der sogenannten Vor- die ganz besonders den interkristallinen Korrosions­
kühlzeit, als welche man den Zeitverlauf zwischen angriff erzeugt.
August 1938 Seite 517
Avional

30" 45 " 10' 15' 2 0 '2 5 '3 0 ' 15" 30" 45" 80" 2' 5' 10' 15' 2 0 '2 5 '3 0 '
Vergütungsdauer Vergütungsdauer

Salzbad vergütet (15"—30' bei 540° ± 2° C, abgeschreckt und Salzbad vergütet (1 5 "-3 0 ' bei 5 1 0 °± 2° C, abgeschreckt und
14h/1 6 0 ° warmgehärtet) 5 Tage bei 20° ausgelagert)

(Salzbadinhalt 20 kg, Glühcharge je 100 g)


Abb. 17. Abhängigkeit der Festigkeitseigenschaften von Anticorodal- (Al-Mg-Si) und Avional D- (Al-Cu-Mg) 1-mm-Blechen von der
Vergötungsdauer.

Anticorodal ß Avional

Vergütungsdauer Vergütungsdauer

s Salzbad vergütet (1 5 " -3 0 ' bei 540ܱ 2 ° C , abgeschreckt und Salzbad vergütet (l5 " - 3 0 ' bei 5 1 0 ° ± 2 ° C , abgeschreckt und
14h/1 6 0 ° warmgehärtet) 5 Tage bei 20 ° ausgelagert)

(Salzbadinhalt 20 kg, Glühcharge je 100 g)

Abb. 18. Abhängigkeit der Festigkeitseigenschaften von Anticorodal- (Al-Mg-Si) und Avional D- (Al-Cu-Mg) Winkelprofilen
mit 2—3 mm Wandstärke vorf der Vergötungsdauer.
Seite 518 ALUMINIUM

Einfluß der Glühtem peratur auf die Festigkeitseigenschaften von


Anticorodal B Avional S Avional D
(Al-Mg-Si) (Al-Cu-Mg) (Al-Cu-Mg]

Schraffiertes Band = Glühbereich für vollwertige Aushärtungsglühung

Abb. 19. Einfluß der Glühtemperatur auf die Festigkeitseigenschaften von Anticorodal, Avional S und Avional D.

Nicht nur die Vorkühlzeit, sondern auch die nach- wesentlich beeinflußt w ird, und zw ar so, daß dieses
herige Aushärtungstemperatur beeinträchtigt aber z. B. gegenüber Eisen elektropositiv wird, während­
die Korrosionsbeständigkeit der Al-Cu-Mg-Legierun­ dem es nach Aushärtung bei Zimmertemperatur
gen.. Die aushärtenden Bestandteile werden nämlich elektronegativ bleibt, wodurch die Polarisierungs­
bei erhöhter Aushärtetemperatur über 80° in grob­ verhältnisse umgekehrt werden. W ährend bei Zim­
disperser Form ausgeschieden, wodurch, mertemperatur ausgehärtetes Avional durch Eisen
wie Abb. 21 zeigt, passiviert wird, schützt bei höherer Temperatur aus­
das elektrochemische Lösungspotential der Legierung gehärtetes Avional das Eisen vor Korrosion.
* * *

W ichtige Veröffentlichungen
über W ärm ebehandlung
a) Allgemeines (verschiedene M etalle bzw. Legierungen).
1930 G . Tammann, Die V org än ge bei der Vergütung. —
Z. M e ta llkd e ., 22 (1930), N r. 11, S. 365— 368.
1932 P. D. M erica, The age-hardening o f metals. —
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Engineers, 99 (Inst. M etals Div.), S. 13— 54. Franzö­
sisch in Aciers speciaux, M etau x et Alliages, 8
(1933), S. 19— 30, 50—61.
1933 C. H. Desch, A geing and age hardening in metals.
— M etal Ind., Lo nd , 42 (1930), N r. 1, S. 3—5, 10.
G. M asing u. L. Koch, Studien über Ausscheidungs­
härtung. A nom alien im H ä rte verla uf w ährend des
Härtungsvorganges. — Z. M etallkde., 25 (1933),
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keit von der Alterungstemperatur im Vergleich zum Fe-Potential. A. Portevin, The phenomena o f quenching and tem-
(Aus v. Zeerleder, „Technologie des Aluminiums", 1938, S. 151.) pering in alloys. — J. Inst. M et., 51, S. 315— 356.
August 1938 Seite 519

Abb. 20. Einfluß der Vorkühlzeit auf die interkristalline Korrosion bei Al-Cu-Mg-Legierungen.
1-mm-Avionalblech nach 1, 10, 20 und 60 Sekunden in Wasser von 15° C abgeschreckt.
3 Tage in salzsaurer NaCI-Lösung korrodiert.
(Nach Boßhard u. Hug, „Aluminium", 20 [1938], N r. 6, S. 391.)
V = 150

1 Sekunde. 10 Sekunden.

60 Sekunden

1935 G. Sachs, Praktische M etallkunde. III. Teil: W ä rm e ­ 1930 K. L. M eißner, The a rtific ia l ag eing o f duralumin
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1937 M. L. V. G a y lo r, The the ory o f age-hardening. — J. Suhr, Les traitements therm iques sont indispen­
J. Inst. Met., 60, S. 249— 283. sables ä l'alum inium et aux alliages legers d'alu-
minium . — Rev. M e ta ll., 27, S. 563— 569.
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1931 G. M asing, Vergütung von Legierungen, insbeson­
1911 A. W ilm , Physikalisch-metallurgische Untersuchungen
dere a u f G ru n d der Untersuchung an Leichtmetallen
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und an Legierungen des Berylliums. — Z. Elektro-
M e ta llu rg ie , 8, S. 225— 227.
chem., 37, S. 414— 429.
1919 P. D. M erica, R. G . W a lte n b e rg u. H. Scott, Heat-
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Engrs., S. 913— 949, und U. S. Sei. Pap. Bur. Stand., aluminium and its alloys. 340 Seiten. Verlag Chap-
N o. 347. man and H all, London.
1926 K. L. M eißner, Die V eredelungsvorgänge in verg üt­ 1937 P. Litherland Teed, Duralum in and its heat-treatment.
baren Alum inium -Legierungen. — Z. VDI, 70 (1926), 116 Seiten. Verlag Charles G riffin & Co. Ltd.,
S. 391— 401. London.
1929 M. L. V. G a y lo r u. G . D. Preston, The a g e -h a r­
dening o f some aluminium alloys. — J. Inst. Met.,
Im übrigen sei verwiesen a u f das ausführliche Lite­
41, S. 191— 248.
J. M atter, La m etallurgie du duralum in. — Rev. raturverzeichnis in A. v. Z e erled er, Technologie des A lu ­
Alumin., 6 (1929), S. 915— 930. miniums und seiner Leichtlegierungen.
Seite 520 ALUMINIUM

Ueber den Einfluß geringer Schwermetallzusätze auf die


Festigkeitseigenschaften aushärtbarer Aluminium-Silizium-Legierungen
Von Heinrich B a u e r und Helmut W i n t e r h a g e r .
(Mitteilung aus dem Institut für Metallhüttenwesen und Elektrometallurgie der T. H. Aachen.)

I. Einleitung. Zur Erzielung einwandfreier Vergleichswerte zw i­


Ihrer guten Gießeigenschaften wegen erfreuen schen den veredelten und unveredelten Proben wur­
sich die Aluminium-Silizium-Legierungen sowohl für den die Schmelzen gleicher Zusammensetzung geteilt
Sand- als auch für Kokillenguß steigender Beliebt­ und zur Hälfte veredelt, zur anderen unveredelt ver­
heit, und man hat sich bemüht, durch Zusätze, ins­ gossen. Die erhaltenen Zerreißstäbe wurden teils im
besondere auch von Schwermetallen, die Festigkeits­ Gußzustand, teils nach einer W ärmebehandlung ge­
eigenschaften dieser Legierungen möglichst zu stei­ prüft. Diese im folgenden als „vergüten" bezeich-
gern. Diese Bemühungen haben ihren Niederschlag neteWärmebehandlung bestand in einem östündigen
in zahlreichen Patenten des In- und Auslandes ge­ Glühen bei 525° in einer gut regulierbaren Muffel,
funden, und es schien daher wünschenswert, durch Abschrecken in Wasser und anschließendem Anlassen
systematische Untersuchungen den Einfluß geringer bei 150° während 20 Stunden im Trockenschrank.
Schwermetallzusätze insbesondere auf die Festig­ Diese Abschreck- und Anlaßtemperaturen führen nach
keitseigenschaften untereutektischer aushärtbarer Untersuchungen der verschiedensten Forscher bei
Aluminium-Silizium-Legierungen mit steigendem Sili­ dem hier in Betracht kommenden Magnesiumgehalt
ziumgehalt zu ermitteln. Ais Vergleichslegierung wurde zu den günstigsten Festigkeitseigenschaften4)5)6).
eine Legierung vom Typ des Silumin-ß mit 0,5% Mg Die Brinellhärte wurde am Kopf der Zerreißstäbe
und 0,5% Mn gewählt. Untersucht wurde der Ein­ ermittelt. Sie bezieht sich auf eine Härte Hß 10/500/30.
fluß von 1% Cu,i 0,5% Co sowie 0,5% Cr auf Legie­ Die in den Kurven aufgetragenen W erte sind
rungen mit 5— 13% Si. Mittelwerte aus 4 bis 6 Proben. Bei Höchst- und
Tiefstwerten wurde zur Kontrolle die doppelte An­
II. Herstellung und Behandlung der Proben. zahl von Proben gewählt. Bei den in den Kurven
Als Ausgangsstoffe dienten eine Charge O riginal­ und Abbildungen angegebenen Siliziumgehalten
Hüttensilumin sowie selbst hergestellte Vorlegierun­ handelt es sich um die Sollwerte, wobei zu bemerken
gen, deren Analysen in ist, daß die Analysenwerte nur unerheblich von den
Zahlentafel 1 Sollwerten abweichen.
wiedergegeben sind. Die Legierungen wurden in III. Versuchsergebnisse.
koksgefeuerten Unterfluröfen bei einer Schmelztem­
1. E i n f a c h e A l u m i n i u m - S i l i z i u m - L e -
peratur von 800°— 850° in Graphittiegeln erschmol­
g i e r u n g e n mi t s t e i g e n d e m S i l i z i u m ­
zen, wobei das Gewicht der einzelnen Schmelzen
gehalt.
etwa 10 kg betrug. Die Veredlung erfolgte mit 0,1%
metallischem Natrium bei 750°— 770° C, die W a rte ­ Um einen Vergleich der Versuchsreihen über den
zeit bis zum Vergießen betrug rd. 3 Minuten. Die Einfluß von Schwermetallzusätzen mit einfachen und
Probestäbe wurden liegend zu je 6 Stück in grünem aushärtbaren Aluminium-Silizium-Legierungen ohne
Sand gegossen, wobei eine Gießtemperatur von Schwermetallzusatz zu erhalten, wurde zunächst in
680°— 700° eingehalten wurde. Die angeführten W iederholung und zur Kontrolle ähnlicher Unter­
Schmelz-, Gieß- und Veredlungsbedingungen wurden suchungen von Archer und Kempf7) sowie Stockdale
durch Vorversuche als die günstigsten ermittelt und und W ilkinson8) eine Versuchsreihe über die A b ­
entsprechen den bisher im Schrifttum angeführten hängigkeit der Festigkeitseigenschaften unveredelter
W erten1)2)3). und veredelter Aluminium-Silizium-Legierungen vom
Siliziumgehalt durchgeführt.
Abb. 1
üeigt das Ergebnis dieser Versuchsreihe. M it stei­
fendem Siliziumgehalt steigen Festigkeit und Härte,
jm bei 13% Silizium ihren Höchstwert zu erreichen,
vährend die Dehnung entsprechend fällt. Durch die
Matriumveredlung steigt die Festigkeit um etwa 25%,
während die Dehnung um etwa 50% ansteigt. Dies
Ergebnis ist in Uebereinstimmung mit den Versuchen
von Archer und Kempf7) und Stockdale und W il­
kinson8).
4) O . B auer, B. B lum enthal und M . H ansen, M itt. d . M a te ria lp rü -
:u n g s a n s ta lt (1934), X X III.
5) G . Sachs und E. Scheuer, M e ta llw irts c h ., X IV (1935), N r. 47/48.
6) E. Söhnchen, G ie ß e re i, 22 (1935), N r. 5, S. 100.
7) A rc h e r und K em pf, Trans. A m e r. Inst. Min.« M e t. Eng., 73
;1926), S. 581.
8) S to ckd a le und W ilk in s o n , J. Inst. M e t., 36 (1926), S. 316.
V
August 1938 Seite 521

2. AushärtbareAluminium-Silizium - eine Verminderung des Formfüllungsvermögens ge­


L e g i e r u n g e n mi t s t e i g e n d e m S i l i z i u m ­ genüber den eutektischen Legierungen eintritt, ein
gehalt. gießtechnischer Nachteil, der allerdings durch einen
W ie schon erwähnt, wurde als Grundlegierung geringen Kupferzusatz w ieder aufgehoben werden
eine Legierung mit 0,5% M g und 0,5% Mn, gewählt. kann. Die Beurteilung des Formfüllungsvermögens
Das Ergebnis dieser Versuchsreihe ist in erfolgte an Hand der Abgüsse; schlecht fließende
Abb. 1 Legierungen füllten die Form nicht ganz aus.
miteingezeichnet. Im unvergüteten Zustande wird A bb. 3— 10
durch den Magnesiumzusatz die Festigkeit bei Legie­ zeigen Schliffbilder aushärtbarer Aluminium-Silizium-
rungen bis zu 10%, Si so, w eit gesteigert, daß sie in Legierungen.
das Gebiet der einfachen veredelten Legierungen Abb. 3
fallen. O berhalb dieses Gebietes liegen sie jedoch zeigt eine 5% ige Al-Si-Legierung im unveredelten,
tiefer. W ährend die Dehnung auf 1—2%. fällt, liegt Abb. 4
die Härte durchweg höher als bei einfachen Legie­ die gleiche Legierung im veredelten Zustand. Es ist
rungen. Bemerkenswert ist auch die höhere Härte hieraus zu ersehen, daß eine Ueberveredlung durch
und Festigkeit der unveredelten Legierungen gegen­ den Zusatz von 0,1%, Natrium bei niedrig silizierten
über den veredelten. Erst in der Nähe des Eutekti- Legierungen nicht eintritt.
kums überschneiden sich die Festigkeitskurven. Abb. 5 und 6
Grundsätzlich das gleiche Bild erhalten w ir nach zeigen die Veredlungswirkung bei nahezu eutekti­
dem Vergüten, also nach Durchführung der vollstän­ schen Legierungen. Die in
digen W ärmebehandlung, Abb. 6
Abb. 2. deutlich in Erscheinung tretenden Aluminiumdendriten
Die besten W erte erreicht man bei unveredelten weisen auf eine Verschiebung des Eutektikums hin.
Legierungen mit einem Siliziumgehalt von 7— 10%. Ein homogenes Al-Si-Eutektikum, w ie es veredelter
Hierbei steigt die Festigkeit auf etwa 30 kg/mm2 Siluminguß zeigt, ist auch bei den günstigsten Ver­
gegenüber 16,5 kg/'mm2 bei veredelten einfachen Le­ suchsbedingungen nicht zu erreichen. Zusätze an
gierungen mit 7— 10% Si und 22,5 kg/mm2 bei ver­ Magnesium und Mangan sowie das als Verunreini­
edeltem eutektischem Silumin als Bestwert des a-Silu- gung vorliegende Eisen bedingen die in den Korn­
mins. Zu bemerken ist jedoch hierbei, daß bei unver­ grenzen und im Eutektikum auftretenden gröberen
edelten aushärtbaren Legierungen mit 7— 10% Si Bestandteile, die besonders nach der Warmbehand-
August 1938 Seite 523

lung noch klarer hervortreten, schäften noch beträchtlich verbessert. Dornauf12)


Abb. 7. stellt fest, daß durch Kupferzusätze bis etwa 1% bei
Durch den Magnesiumzusatz überlagert sich noch das Silumin keine wesentliche Aenderung der Zugfestig­
ternäre AI-Si-Mg2Si-Eutektikum. Ein Teil des Eisens keit eintritt, wogegen ein höherer Zusatz die Festig­
wird durch den Manganzusatz kompensiert, während keit erniedrigt. W ährend durch den Kupferzusatz
der Rest sich zu einem Fe-Al-Si-Konstituenten zusam­ Elastizitäts- und Streckgrenze eine geringe Steigerung
menschließt, der im Schliffbild als hellere graue Kri­ erfahren und die Härte ziemlich rasch steigt, fällt die
stallart in Erscheinung tritt. Das ternäre AI-Si-M g2Si- Dehnung stark ab. Nach den Untersuchungen von
Eutektikum ist erst bei 400facher Vergrößerung klar A. Petit15) übt ein Kupferzusatz einen günstigen Ein­
erkennbar, tritt aber dann in einer unverkennbar fluß auf die Scherfestigkeit und auf die Brinellhärte
typischen Form auf, von veredeltem Siluminguß mit 13% Si insbesondere
Abb. 9 und 10. nach geeigneter W armbehandlung aus.
Schwieriger wird es, diesen Bestandteil nach dem Die Untersuchungen dieser Forscher beschränkten
Vergüten anzusprechen. Durch das Glühen bei 5253 sich auf einfache Aluminium-Silizium-Legierungen. In
geht nur ein geringer Teil des Eutektikums in Lö­ Abb. 11
sung, während der größere Teil sich zu örtlich ange­ ist der Einfluß von 1% Cu auf aushärtbare Al-Si-
reicherten tropfenförmigen oder punktförmigen G e­
bilden zusammenballt, ebenso wie der Eisen-Man-
gan-Konstituent. Das einzige Kennzeichen neben der
braun-schwarzen Färbung der Fe-Mn-Kristalle ist die
charakteristische Blaufärbung des M g2Si-Kristalls, die
aber nur bei äußerst sorgfältigem Polieren des
Schliffes und subjektiver Beobachtung erkennbar ist.
In der W iedergabe
Abb. 8
ist diese Färbung des M g 2Si-Kristalls nicht zu er­
kennen. Bei den angewandten Glühzeiten konnte ein
völliges Inlösunggehen nicht beobachtet werden.
Diese Möglichkeit ist auch wohl nur dann gegeben,
wenn das ternäre Eutektikum durch äußerst schnelle
Erstarrungsgeschwindigkeit sich in sehr feiner Form
ausscheidet, eine Bedingung, die etwa bei Kokillen­
guß gegeben ist, worauf auch im wesentlichen die
günstigeren Festigkeitseigenschaften bei Kokillenguß
zurückzuführen sein dürften. Bei Sandguß, insbeson­
dere bei dickwandigen Gußstücken, ist ein Inlösung­
gehen des ternären Eutektikums nur durch tagelanges
Glühen dicht unterhalb der eutektischen Temperatur
möglich9)4).
3. Aushärtbare Aluminium-Silizium-
L e g i e r u n g e n mi t 1% K u p f e r .
Untersuchungen über die Verbesserung der me­
chanischen Eigenschaften durch Kupferzusätze liegen
vor von Irresberger10), W eiter3), Urasow und Nisha-
radse11) sowie von Dornauf12). Irresberger schreibt
Legierungen mit 7% Si und geringen Kupferzusätzen
gute Gießeigenschaften, insbesondere Vermeidung
von Warmrissigkeit, Abkühlungs- und Erstarrungs­ Si-G ehalt in Gewichts-°/o
spannungen zu. W eiter fand mit steigendem Kupfer­ Abb. 11. Einfluß der Veredlung und Vergütung auf die Festigkeits­
gehalt einen Anstieg der mechanischen Festigkeits­ eigenschaften aushärtbarer Al-Si-Legierungen mit 5—13% Si
und 1 % C u.
eigenschaften sowie einen Höchstwert bei 0,8% Cu,
ein Ergebnis, das auch von Edwards13) sowie Basch
Legierungen wiedergegeben, woraus hervorgeht,
und Sayre14) bestätigt werden konnte. Nach den
Untersuchungen von Urasow und Nisharadse11) ist daß bei unvergüteten Legierungen die Zugfestigkeit
eine weitere Steigerung von Festigkeit und Härte sowohl im unveredelten als auch im veredelten Zu­
durch Veredeln der Al-Si-Cu-Legierungen mit 10 bis stande nicht unbeträchtlich erhöht wird. Die Stei­
20% Si und bis zu 4% Cu möglich, wobei eine zu­ gerung von Härte und Dehnung ist nur unwesentlich.
sätzliche W armbehandlung diese Festigkeitseigen­ Bei vergüteten Legierungen ist gegenüber den Le­
gierungen ohne Kupferzusatz,
•) Hanson und Gayler, J. Inst. Met., 26 (1921), S. 321. Abb. 2,
10) Irresberger, Z. Metallkde., 14 (1922), S. 177. keine Verbesserung der hier untersuchten Festigkeits­
Urasow und Nisharadse, Ann. Secteur Analyse physic-chim.,
I (1936), S. 201 (russ.). eigenschaften festzustellen. Indessen dürfte wohl eine
«) Dornauf, Z. Metallkde., 20 (1928), S. 280.
13) Edwards, Chem. met.. Eng., 27 (1922), S. 655.
“ ) Basch und Sayre, Met. Ind., London, 26 (1925), S. 158. >s) A. Petit, Rev. M etall., 23 11926), S. 476.
A b b . 12. V = 100 A b b . 13. V = 100
5% Si, 0,5% M g , 0,5% M n , 1% Cu — u n v e re d e lt; g e ä tz t m it 5% Si, 0,5% M g , 0,5% M n , 1% Cu — v e re d e lt, g e ä tz t in H NO ».
P ikrin sä u re .

Steigerung der W arm härte anzunehmen sein, und gestellt werden. Eine Kornverfeinerung ist durch
insbesondere bei den niedrig silizierten Legierungen Kupferzusatz nicht zu erreichen.
w a r eine merkliche Verbesserung der Gießeigen­
4. Aushärtbare Aluminium-Silizium-
schaften festzustellen. Auffällig ist auch hier wieder
L e g i e r u n g e n m i t 0,5% C o .
die Ueberschneidung der Festigkeitskurven bei nahe­
zu. eutektischer Zusammensetzung. In verschiedenen Leichtmetallgießereien werden
Kobaltzusätze in Mengen von 0,2—0,3% zu Silumin­
W a r schon bei Abwesenheit von Schwermetall-
guß angewandt, zum Teil um die spanabhebende
zusätzen die Gefügebeurteilung nicht immer sicher
und einfach durchzuführen, so gestaltet sie sich durch Bearbeitung zu erleichtern, zum Teil auch um die
den Schwermetallzusatz noch schwieriger. Zu den festigkeitsvermindernde W irkung eines zu hohen
erwähnten Bestandteilen tritt bei Kupferzusatz noch Eisengehaltes zu kompensieren. A. Petit15) hat den
CuAI2 im Gefüge hinzu, welches sich beii niedrig sili­ Einfluß von 2% Co auf Härte, Scherfestigkeit, Durch­
zierten Legierungen sowohl im unveredelten als auch biegung und Kerbzähigkeit veredelter eutektischer
im veredelten Zustande in den Korngrenzen gleich­ Al-Si-Legierungen untersucht und einen günstigen
mäßig verteilt anlagert, Einfluß auf diese Eigenschaften festgestellt. Fink und
Abb. 12 und 13. Freche10) untersuchten die Löslichkeit von Kobalt in
Bei höherem Siliziumgehalt treten diese Kristalle nach Aluminium und stellten fest, daß Kobalt nur bis 0,01%
bei 630° in Aluminium löslich ist. Eine Steigerung der
dem Veredeln zu zonenförmigen örtlichen An­
reicherungen zusammen, Festigkeitswerte ist auf Grund dieser geringen Lös­
Abb. 14. lichkeit nicht zu erwarten.
Bei der W armbehandlung geht CuAI2 völlig in Lö­ W ie
sung, Abb. 16
Abb. 15. als Ergebnis dieser Versuchsreihe zeigt, w ird durch
Eine mikroskopisch sichtbare Ausscheidung nach
16) Fink und Freche, Trans. A m e r. Inst. M in . M e t. Eng., 24 (1932),
20stündigem Glühen bei 150° C konnte nicht fest­ S eite 473.
August 1938 Seite 525

o o o u n v e re d e lt

0 » v er edel t

0 0 u n v e re d e lt
u. v e rg ü te t Abb. 17. V = 100
- 0 - - 0 ve re d e lt 13°/o Si, 0,5% Mg, 0,5°/i> Mn, 0,5% Co — unveredelt, ungeätzt.
u. v e rg ü te t'

Si-Gehalt in Gewichts-%
Abb. 16. Einfluß der Veredlung und Vergütung auf die Festigkeits­
eigenschaften aushärtbarer Al-Si-Legierungen mit 5—13% Si
und 0,5% Co.

den Kobaltzusatz nur bei unvergüteten Legierungen


die Dehnung gegenüber den Grundlegierungen ohne
Zusatz günstig beeinflußt. M it steigendem Silizium­ Abb. 18. V = 100
13% Si, 0,5% Mg, 0,5% Mn, 0,5% Co — veredelt, ungeätzt.
gehalt ist eine Steigerung der Festigkeitswerte nicht
zu bemerken, die besten Festigkeitswerte zeigen auch
hier wieder Legierungen mit 6— 10% Si. Die G ieß­
eigenschaften werden durch Kobaltzusatz in bezug
auf das Formfüllungsvermögen günstig beeinflußt.
Die mikroskopische Untersuchung der Legierun­
gen zeigt, daß im Schliffbild der Kobaltzusatz ähnlich
dem Kupfer in Erscheinung tritt, daß aber gegenüber
diesem bei Legierungen über 10% Si eine wesent­
liche Kornverfeinerung eintritt. Nach den Unter­
suchungen von Pacz17) sollen Legierungen mit 2,5 bis
15% Si durch Zusatz von kleinen Mengen, z. B.
0,1— 0,8%, Mangan bzw. Kobalt und gegebenenfalls
etwas NaF veredelt werden. Indessen ist dem M an­
gan ebenso wie auch dem Kobalt eine typische Ver­
edlungswirkung im Sinne der Siluminveredlung abzu­
sprechen. Eine Kornverfeinerung durch Kobaltzusatz
tritt nur bei Legierungen mit mehr als 10% Si ein, A bb.19. V = 200
13% Si, 0,5% Mg, 0,5% Mn, 0,5% Co — unveredelt, vergütet,
Abb. 17 u. 18. ungeätzt.
Nach dem Vergüten erweisen sich die Kobaltkristallite
als örtlich angereichert und sind sie zum Unterschied 5. Aushärtbare Aluminium-Silizium-
von den anderen Legierungskomponenten schon bei L e g i e r u n g e n m i t 0,5% C r.
200facher Vergrößerung gut erkennbar, Nach Fink und Freche18) beträgt die Löslichkeit
Abb. 19. für Chrom in Aluminium bei 500° 0,2% und bei 650°
Ueber die Konstitution dieser Co-haltigen Kompo­ rd. 0,6%. Nach eingehenden Untersuchungen im Me­
nente lassen sich nähere Aussagen nicht machen. tallhüttenmännischen Institut der Technischen Hoch-
'•) Fink und Freche, Trans. Amer. Inst. Min. Met. Eng., 104 (19331,
” ) Pacz, Amer. Pat.- 1 595 218 (1922). Seite 325.
August 1938 Seite 527

A b b . 25. V = 400 A b b . 26. V = 100


11% Si, 0,5% M g , 0,5% C r — u n v e re d e lt, v e rg ü te t, u n g e ä tzt. 10% Si, 0,5% M g , 0,5% M n , 0,5% C r — u n v e re d e lt, ung e ä tzt.

Nach der Feststellung von Archer20) sollen Legie­ Dehnung um 50%. Die Festigkeitseigenschaften aus­
rungen mit 3— 15% Si durch Zusatz von 0,05—2% Cr härtbarer Aluminium-Silizium-Legierungen verhalten
veredelt werden können. Bei der mikroskopischen sich bis zu 10% Si wie diejenigen einfacher veredelter
Prüfung der Legierungen dieser Versuchsreihe konnte Legierungen. Bei vergüteten Legierungen weisen
allerdings die veredelnde W irkung bei einer Legie­ solche mit 7— 10% Si die besten Festigkeitseigen­
rung von 8% Si und 0,5% Cr nicht festgestellt werden, schaften auf. Von den untersuchten Schwermetallzu-
Abb. 21. sätzen w irkt sich lediglich Kupfer günstig aus, und
Erst oberhalb 10% Si werden durch Cr-Zusatz die zw ar auf die Dehnung sowohl bei vergüteten als
Siliziumkristalle feinnadelig ausgeschieden. Nach auch unvergüteten Legierungen, wohingegen durch
dem Vergüten ballen sie sich zusammen und er­ Zusatz geringen Mengen von Kobalt und Chrom; die
wecken den Eindruck eines veredelten Gefüges, statischen Festigkeitseigenschaften überhaupt nicht
Abb. 22. merklich verbessert werden. Die Gießeigenschaften
Bei 13% Si und darüber schließen sich die fein­ werden durch Schwermetallzusätze, inbesondere
nadeligen Kristalle zu Nestern zusammen, durch Kupferzusatz, günstig beeinflußt.
Abb. 23 u. 24, Eine Ueberveredlung tritt bei niedrig silizierten
ein Gefügezustand, den man im allgemeinen für die Legierungen durch Zusatz von 0,1% Natrium nicht
W eiterverarbeitung gern vermeidet. Bei hoher Ver­ ein. Nach 6stündigem Glühen bei 525° C geht M g2Si
größerung tritt die Eisen-Chrom-Verbindung im nicht völlig in Lösung, im Gegensatz zu CuAI2, das
SchlifFbild ebenso w ie die Eisen-Mangan-Verbindung nach dieser W armbehandlung völlig gelöst ist. Durch
auf, Kobaltzusatz wird bei Legierungen mit mehr als
Abb. 25. 10% Si ein feinkristalliner Guß erzielt. Chrom wirkt
In der Erwägung, daß möglicherweise Chrom in sich ungünstiger aus, es neigt zu Nadelkristall- und
Verbindung mit Mangan eine bessere Gefügeausbil­ Nesterbildung.
dung veranlaßt, wurden einige Legierungen mit Man- Der Direktion der Dürener Metallwerke A.G. sei
ganzusatz erschmolzen. Auf Grund der mikroskopi­ für die großzügige Bereitstellung der Werkstoffe,
schen Untersuchung erwies sich indessen, daß eine der Laboratorien und Betriebe zur Durchführung
wesentliche Aenderung in der Gefügeausbildung dieser Untersuchungen verbindlichst gedankt.
hierbei nicht eintrat, Herrn Professor Röntgen, der die Anregung zu
Abb. 26. diesen Untersuchungen gab, danken w ir für sein
Das Auftreten eines neuen manganhaltigen Bestand­ stetes Interesse am Fortgang der Untersuchungen.
teiles, der sich äußerst fein verteilt ausscheidet, ist Den Herren Dr.-Ing. L. Herrmann und Dipl.-Ing. P. H.
deutlich zu erkennen. Ueber seine Zusammensetzung Schneider, Düren, fühlen w ir uns gleichfalls für ihre
lassen sich keine sicheren Aussagen machen. freundliche Beratung und Unterstützung zu großem
IV. Zusammenfassung. Dank verpflichtet.
Bei einfachen Aluminium - Silizium - Legierungen Vorbereitende Untersuchungen zur Durchführung
nehmen Festigkeit und Härte mit steigendem Silizium­ dieser Arbeit wurden mit Mitteln der Deutschen
gehalt zu, wobei die Dehnung abfällt. Durch die Forschungsgemeinschaft, Berlin, der Helmholtz-Ge-
Natriumveredlung steigt die Festigkeit um 25%, die sellschaft und der Gesellschaft von Freunden der
Aachener Hochschule durchgeführt, denen an dieser
20) A rch er, A m e r. Pat. 1 663 150 (1925). Stelle ebenfalls verbindlichst gedankt wird.
Seite 528 ALUMINIUM

Ein photometrisches Bestimmungsverfahren von Magnesium


in Aluminium und seinen Legierungen
Von Dipl.-Ing. E. K r e i b i c h und H. B ä u m I e r.
(Analytisches Laboratorium der Kabel- und Metallwerke, Neumeyer, Nürnberg.)

An die betriebsanalytische Ueberwachung von Zwecke fest. Er bestimmte mit Hilfe des Pulfrich-
Leichtmetall-Legierungen werden durch die sich stei­ Photometers die Extinktion der entstehenden Färbung
gernde Produktion immer größere Ansprüche gestellt, auf 4 ccm einer ca. 0,02%igen Titangelblösung, der
um serienmäßig und rasch zu genügend genauen er 0,06 mg Magnesium in Lösung, als Schutzkolloid
Resultaten zu kommen. Eine der zeitraubendsten A r­ Agar-A gar und 10 ccm 2n N aO H auf 30 ccm G e­
beiten ist wohl die Bestimmung von Mg in Aluminium samtflüssigkeit zusetzte. Die Umkehrung hiervon, also
und seinen Legierungen. Die übliche gravimetrische gleichbleibende Titangelbmengen und gleichbleibende
Bestimmungsort als Phosphat, die mehrfache Trennun­ Alkalität, ergibt eine Magnesiumbestimmungsmöglich-
gen und mehrstündiges Absitzenlassen des M g ver­ keit.
langt, gestattet nicht, rasch genug den Betrieb mit der Dazu w ar zu untersuchen:
gewünschten Kontrolle zu versorgen. Es sind daher in 1. der Einfluß der Alkalität auf die Farbe des Farb­
letzter Zeit mehrfach Methoden angegeben worden, stoffes Titangelb und Feststellung der günstigsten
die eine Beschleunigung der Analyse bezwecken. NaO H -M enge,
Es lag nun nahe, auch die äußerst empfindlichen 2. W ahl des geeignetsten Farbfilters,
kolorimetrischen Methoden auf ihre Verwendbarkeit 3. W ahl des besten Schutzkolloids,
und ihre photometrische Auswertung zu untersuchen. 4. Feststellung der günstigsten Titangelbmenge bei
Es w urde dabei ein W eg gefunden, der für Al-Knet- gleichbleibender Alkalität und Magnesiummenge
legierungen mit geringem bis mittlerem Mg-Gehalt, und Schichtlänge,
w ie etwa Pantal- oder Duralumintyp, eine brauch­ 5. Aufstellung der Extinktionskurve,
bare, rasche Betriebsmethode ergibt. Es soll die fo l­ 6. Einfluß der Legierungselemente auf die Bestim­
gende A rbeit dazu dienen, um auf die Möglichkeit mung.
einer raschen photometrischen Mg-Bestimmung hin­ Z u l . Der Einfluß der Alkalität auf Titangelb
zuweisen. Da Betriebslaboratorien in der Industrie wurde in der Weise geprüft, daß eine Anzahl von
meist nicht genug verschiedenartiges Material und Lösungen, die auf 100 ccm eine jeweils um 0,5 ccm
auch genügend Zeit zur Verfügung steht, um eine steigende Menge von 1/n N aO H bei einem gleich-
Methode allgemeingültig auszubauen, sollen die bleibendenZusatz von 5ccm einer 0,1 %igenTitangelb­
nachfolgenden Untersuchungen eine Anregung für lösung enthielten, mit Filter S 50, Schichtlänge 5 cm,
W eiterarbeit auf diesem Gebiete sein.
gegen W asser gemessen wurde. Hierbei ergibt sich,
Die Färbung von Magnesiumhydroxyd in natron­ daß der Farbstoff von Gelb nach Orange umschlägt
alkalischer Lösung mit Tetraoxyanthrachinon nach und bei 8 ccm 1/n N aO H auf 100 ccm das Maximum
Hahn1) ist photometrisch wegen deren kornblumen­ der Farbintensität erreicht, das auch bei weiterer A l­
blauer Farbe neben der intensiven Violettfärbung des kalitätssteigerung konstant blieb. 8 ccm 1/n N aO H /
Reagens schwer verwertbar. Gut meßbare Unter­ 100 ccm sind also für Messungen die unterste Alkali­
schiede sind bei Fällung des Magnesiumhydroxydes tätsgrenze.
mit Natronlauge unter Zusatz von Titangelb A nach
Z u 2. Um das geeignetste Filter zu finden, w ur­
Kolthoff zu erhalten. W ird das Mg als Hydroxyd mit
den 20 ccm einer 0,l% igen M g S 0 4-Lösung mit 5 ccm
N aO H in Gegenwart von Titangelb gefällt, so legt
einer 0,l% igen Titangelblösung, 5 ccm 5% ige Agar-
sich dieses mit himbeerroter Farbe auf der Oberfläche
Agar-Lösung und 10 ccm 1/n N aO H versetzt und auf
des Hydroxydes fest.
100 ccm verdünnt. Sodann wurde untersucht, mit
Kolthoff2) gründete auf dieser Reaktion ein kalori­ welchem Filter die entstehende Rotfärbung der M a ­
metrisches Bestimmungsverfahren von Magnesium gnesiumverbindung neben der Orangefarbe der
und wendete 10 ccm einer Magnesiumlösung (bis zu alkalischen Farbstofflösung ein Absorptionsmaximum
5 mg/l) + 0,2 ccm 1%iger Titangelblösung + 0,25 bis besitzt. Nach der aufgestellten Farbkurve,
0,5 ccm 4n-Natronlauge an und fand gute W erte. Abb. 1,
Photometrisch jedoch ist die Bestimmungsmethode ist S 53 das geeignetste Filter. M it Filter Hg 546 je­
ungeeignet, da die Lösungen durch ausgeschiedenes doch sind diet W erte infolge des monochromatischen
Magnesiumhydroxyd leicht getrübt sind. Quecksilberlichtes besser ablesbar, so daß für die
C. Urbach3) legte eine Methode zur Herstellung weitere Untersuchung dieses Filter verwendet wurde.
optisch identischer Titangelblösungen für medizinische
Z u 3. Im Verlauf der Arbeiten zeigte sich, daß
') P regl-Festschrift, 127 (1929). die Meßwerte der mit derselben Menge Farbstoff,
') Biochem . Ztschr., 185 (1927), S. 344. N aO H und Magnesium erzeugten Rotfärbungen
5) S tufe n p ho to m e trisch e A b so rp tio n sb e stim m u n g e n in der m e diz.
C hem ie.
Streuwerte ergaben. Daher wurde der Einfluß des
zugesetzten Schutzkolloides untersucht. A gar-Agar ein Kalziumsalzzusatz günstig. Eine Untersuchung
und reinste Gelatine ergaben in alkalischer Lösung zeigte, daß durch Zugabe von Ca-Sulfat die Extink­
mit Titangelb beträchtliche Eigenfärbungen. In tionswerte konstant blieben und Messungen selbst
Merck'scher Stärke, löslich nach Zulkowski, wurde ein nach 24stündigem Stehen kaum Unterschiede zeigten.
brauchbares Schutzkolloid gefunden, welches auf die Titangelb ist ein Natriumsalz der Dihydrothio-p-tolui-
Färbung keinen Einfluß nimmt, doch muß die Stärke­ dinsulfosäure. Diese Farbstofflösung tauscht bei Zu­
lösung täglich frisch bereitet werden. Es gelang hier­ satz von Kalziumsalzlösungen das Natrium leicht
mit unter gleichbleibenden Bedingungen Rotfärbun­ gegen Kalzium aus, wodurch die Farbkonstanz be­
gen zu erzeugen, die konstante Meßwerte ergeben. wirkt wird.
Z u 4. Die Durchlässigkeit der Mischfarbe aus Z u 5. Zur Ermittlung der Extinktionskurve wurden
dem Orange der Farblösung und dem Rot der M a­ steigende Mengen einer genau analysierten Ma-
gnesiumverbindung stellt die Summe der Durchlässig­ gnesiumsulfatlösung und 5 ccm einer 0,05%igen Ti­
keiten beider Mischfarben dar. Die O rangefarbe von tangelblösung angewendet. Gemessen wurde mit
bestimmter Extinktion der konstant gehaltenen Titan­ Schichtlänge s = 5 cm gegen Blindlösung, die eben­
gelbmenge nimmt bei von 0 ansteigendem M agne­ falls 5 ccm einer 0,05%igen Farbstofflösung enthielt,
siumgehalt ab und erreicht den W ert 0 bei dem M a­ gleiche Na-Konzentration und gleiche Verdünnung
gnesiumgehalt, an welchem die Titangelbmenge rest­ wie die Untersuchungslösung hatte. Die O range­
los an das Magnesiumhydroxyd angelagert ist. farbe dieser Farbstoffmenge gibt in alkalischer Lö­
Gleichzeitig erreicht die Rotfärbung mit diesem M a ­ sung keine zu starke Verdunkelung des Gesichts­
gnesiumgehalt ihr Maximum und bleibt bei weiterem feldes im Photometer. Aus dem Verhältnis zwischen
Magnesiumzusatz konstant. Es ergibt sich somit bei Farbstoff und Magnesiummengen ergeben sich, wie
graphischer Auswertung eine erst steil ansteigende aus
Kurve, die an dem Punkt des verbrauchten Titangelbs Abb. 2
in eine Gerade parallel zur Achse übergeht
ersichtlich, die anzuwendenden Magnesiumkonzen-
(Versuchsreihe, Abb. 2).
Es wurden nun die Mengen des Farbstoffes möglichst
klein gewählt, um für die Orangefärbung geringste
W erte zu erhalten, aber doch so groß, um den M eß­
bereich für Magnesium genügend lang zu bekommen.
Die Magnesiumkonzentration wurde so gewählt, daß
die Mengen, wie sie in Al-Legierungen vorliegen, in
den steilen und somit gut ablesbaren Teil der Kurve
fielen. Es wurde, um die Kurve möglichst steil und
somit gute Ablesedifferenzen bei steigender Mg-
Konzentration zu erhalten, mit 5 cm Schichtlänge ge­
arbeitet.
Bei den Arbeiten zur Aufstellung der Kurve er­
gaben sich anfänglich abermals starke Streuwerte.
Bei sofortiger Messung nach dem Fällen wurden
wohl konstante W erte erhalten, aber nach einigem
Stehen sanken die W erte ab. Nach Kolthoff4) wirkt

4] Biochem. Ztschr., 185 (1927), S. 344.


Seite 530 ALUMINIUM

trationen, deren Extinktionswerte in den steilen Teil Z u 6. Nun wurde untersucht, welchen Einfluß die
dq>r Kurve fallen. Als Stammlösung wurde daher eine bei Aluminium-Legierungen in Betracht kommenden
Magnesiumsulfatlösung von 52 mg/l gewählt. Hier­ Elemente auf die Farbintensität der Magnesium­
von wurde V2 ccm = 0,026 mg Magnesium mit der in verbindung haben.
Punkt 1 ermittelten N atronlaugekonzentration+5 ccm
0,05%ige Farbstofflösung + Schutzkolloid versetzt, Zu diesem Zwecke wurden Sulfatlösungen be­
auf 100 ccm Wasser aufgefüllt und der Extinktions­ kannten Gehalts von Zn, Cd, Fe, AI, Sn, Cu, Bi und
wert bestimmt. Eine Steigerung der angewendeten Mn hergestellt. Verschiedene Mengen dieser Lösun­
Magnesiumkonzentration um jeweils V2 ccm = gen wurden nacheinander einer Mg-Lösung von be­
0,026 Mg auf 100 ccm Flüssigkeit ergab die weiteren stimmter Konzentration zugesetzt und die Extinktions­
Kurvenpunkte. werte bestimmt. Sulfathaltige Lösungen geben die
In der höchsten Extinktionswerte. Chloride und Nitrate
Zahlentafel 1 stören. Zn und Cd beeinflussen wahrscheinlich in­
sind die W erte zusammengestellt: folge Komplexbildung stark die Rotfärbung und er­
Z a h l e n t a f e l 1. niedrigen die Extinktionswerte. Ebenso, nur in gerin­
Auf 100 ccm Flüssigkeit gerem Maße wirken AI, Sn und Bi. Cu und F g

Gef. Extinkt.-Werte stören bis 0,13 m g/l 00 ccm die Reaktion nicht, setzen
ccm MgS04-Lsg. = mg Mg.
aber bei höherer Konzentration die Extinktionswerte
0,5 0,026 0,082 ebenfalls herab. Mn verändert die Mg-Färbung
1,0 0,052 0,17
nicht, doch scheiden sich in alkalischer Lösung durch
1.5 0,078 0,25
2,0 0,104 0,33 die Luftoxydation bald M anganite aus, wodurch die
2.5 0,130 0,405 Lösung gebräunt wird und ein höherer Extinktions­
3.0 0,156 0,48
3.5 0,182 0,55 wert erhalten wird.
4.0 0,208 0,62
4.5 0,234 0,69 In
5.0 0,260 0,75 Zahlentafel 2
5.5 0,286 0,80
6.0 0,312
ist der Einfluß dieser Elemente zusammengestellt:
0,84
6.5 0,338 0,875 Zahlentafel 2.
7,0 0,364 0,905
Die aus diesen Extinktionswerten gewonnene mgin lOOccm mg Zusatz
Ext.
mg Zusatz
Ext. mg Zusatz Ext.
Kurve ist in Mg Cd Zn Bi
Abb. 3 _ _ _
0,26 0,75 0,75 0,75
dargestellt. 0,26 0,025 0,73 0,025 0,73 0,025 0,74
0,26 0,125 0,68 0,125 0,69 0,125 0,72
0,26 0,25 0,60 0,25 0,60 0,25 0,65
0,26 1,00 0,00 1,00 0,00 — —

mgin lOOccm mg Zusatz mg Zusatz


Ext. Ext. mgZusatz Ext
Mg AI Sn Cu
0,26 — 0,75 _ 0,75 _ 0,75
0,26 0,025 0,74 0.025 0,74 0,025 0,75
0,26 0,125 0,71 0,125 0,73 0,125 0,75
0,26 0,25 0,65 0,25 trüb 0,25 0,72
0,26 — — — — 1,00 0,56

mg in lOOccm mgZusatz g Zusatz g Zusatz


Ext. Ext. Ext.
Mg Fe N itrate Chloride
0,26 _ 0,75 _ 0,75 _ 0,75
0,26 0,025 0,75 0.1 0,68 0,1 0,71
0,26 0,125 0,75 0,5 0,53 0,5 0,60
0,26 0,25 0,73 1,0 0,41 1,0 0,50

Es müssen daher die störenden Elemente durch


den Gang der Analyse ausgeschaltet werden.

Auf Grund der beschriebenen Versuche wurde


folgendes Arbeitsverfahren für die Magnesiumbestim­
mung in Aluminium und seinen Legierungen ausgear­
beitet.
Arbeitsvorschrift:
0,5 g Einwaage werden in 25 ccm 2 n-Natronlauge
zersetzt, der Rückstand filtriert und gut gewaschen.
Dieser wird in 10 ccm H ,S 0 4 (1 :3) + H20 2 im Elek-
August 1938 Seite 531

trolysenbecher gelöst. Das Kupfer w ird mit 1,5 bis


2 Amp. und bewegtem Elektrolyten entfernt. Mengen
bis zu 0,5% Kupfer stören nicht und brauchen nicht
entfernt zu werden. Der Elektrolyt wird im 500-ccm-
Kolben mit Ammoniak fast neutralisiert, so daß noch
ein schwacher Säuregehalt übrigbleibt. Zur heißen Lö­
sung setzt man 5 g Ammonsulfat und 3 g Ammon-
persulfat zu und kocht 5 Minuten. Hierbei fä llt fast
das gesamte Mangan, ohne Magnesium mit einzu- .2
schließen. Es wird ammoniakalisch gemacht und wei- J
tere 10 Minuten gekocht, wobei der Rest Mangan >2
und Eisen schön geballt und leicht filtrierbar fällt. Man
kühlt ab, füllt zur Marke auf und filtriert durch ein
trockenes Faltenfilter. 25 ccm Filtrat werden nun im
Hundertkolben mit 0,8 g Natronlauge (ungef. sechs
Pätzchen) verkocht, bis das Ammoniak vollständig
abdestilliert ist. Die Lösung w ird jetzt durch die
Magnesiumhydroxyd - Ausscheidung getrübt. Man
neutralisiert genau mit H2S 0 4 (1 :3) und säuert mit
2 Tropfen an, bis die Lösung wieder vollkommen klar
ist. Als Schutzkolloid werden 10 ccm einer l% igen
Stärkelösung nach Zulkowsky zugesetzt. Nun w er­
den noch 20 ccm einer kalt gesättigten Kalzium-
Sulfat-Lösung zugegeben und 5 ccm einer 0,05%igen
Titangelblösung und mit 8 ccm 2 n-Natronlauge das
Magnesiumhydroxyd gefällt. Die Lösung bleibt durch
das Schutzkolloid vollkommen klar und nimmt eine
schöne himbeerrote Färbung an. Nach Auffüllen wird
gegen eine Blindlösung von 8 ccm 2 n-Natronlauge
und 5 ccm Titangelb + 10 ccm Stärke auf 100 mit
Wasser aufgefüllt, photometriert. Filter Hg 546 bei
einer Schichtlänge von 5 cm.

Bei einer Einwaage von 0,5 g und der in der Ana­


lysenvorschrift angegebenen Verdünnung entsprechen
0,1% Magnesium in der Legierung 0,025 mg M agne­
sium. Die Kurve
Abb. 4,
im doppelten Maßstab aufgetragen, erlaubt ohne
weiteres den Prozentgehalt an Magnesium abzu­
lesen.

Die nach dieser Methode gefundenen Magnesium­


werte gaben gute Uebereinstimmung mit auf an­
derem W ege ermittelten Magnesiumgehalten von
Al-Legierungen, wie die Beleganalysentabelle zeigt:
Seite 532 ALUMINIUM

Kurzprüfverfahren zur Bestimmung d er Brinellhärte von Leichtmetallen


Von Dipl.-Ing. N . G. N e u w e i l e r , Genf.

Das vorliegende V erfahren, welches sich speziell


fü r die B rinellhärteprüfung von Leichtmetallen e ig ­
net, beruht a uf einem Vergleich des Kugeleindruckes
im zu prüfenden Stück mit einem Eindruck, welcher
gleichzeitig in einem Eichstab von bekannter Brinell-
härte durch eine dazw ischenliegende Stahlkugel er­
zeugt w ird . Der erforderliche Druck w ird durch Zu­
sammenpressen in einem Schraubstock usw. erhalten.
Die Messung ist von der den Eindruck erzeugenden
K raft unabhängig und beschränkt sich lediglich auf
die Bestimmung der zw ei Eindruck-Durchmesser: im
zu prüfenden Stück und im Eichstab. Das Verfahren
hat u. a. den V orteil, daß es ohne Zuhilfenahm e von
Prüfapparaten vorgenom m en w erden kann, evtl. so­
g a r ohne Dem ontage des1zu prüfenden Stückes.

Bei der normalen H ärteprüfung bzw . der Be­


stimmung der spezifischen Belastung der durch die
Stahlkugel im Prüfstück erzeugten Kugelhaube, w ird
die Brinellhärte nach der bekannten Formel ge­
rechnet:

Da es nun umständlich ist und ungenaue Ergeb­


nisse liefert, die Tiefe h des Eindruckes zu bestimmen,
w ird bekanntlich der Durchmesser d des Eindruckes
gemessen. Der entsprechende mathematische Zusam­
menhang zwischen d und h w ird w ie fo lg t abgeleitet.
August 1938 Seite 533

Der Ausdruck (7) mit den entsprechenden Indexen Zur Kontrolle des beschriebenen Kurzverfahrens
für d versehen und in (6) eingesetzt, gibt: wurden für die amerikanischen Aluminium-Legierun-
gen 17 S-RT (Cu 4%, Mg 0,5%, Mn 0,5%) und 57 S-H
dr 1+ ^4D2/ (Mg 2,5%, Cr 0,25%) die Brinellhärten auf gewöhn­
H * = H, ■
2
oder vereinfacht schließlich: lichem W ege zu 113 bzw. 93 bestimmt. Beim Kurz­
d2! ■ 1 , a2
H

^ 4D; verfahren wurde eine Stahlkugel von 5 mm Durch-,


4 D2 + d t 2 messer verwendet und die Eindrücke zu d t = l ,150 mm
H2= H ,• (81
(17S-RT) und d 2= 1,270 mm (57 S-H) bestimmt. Neh­
Der Einfluß der bei der Reihenentwicklung ver- men w ir 17 S-RT mit den gefundenen Werten für d!
und Hj als Eichstab an, so erhalten w ir durch Ein­
nachlässigten höheren Potenzen von liegt unter setzen in Formel (8):
2%, sogar wenn die in der Praxis maximal emp­
5 2 + 1,15®
fehlenswerte Größe von d/D = 0,6 erreicht wird. =92,
52+ 1,272
Wenn man bedenkt, daß z. B. bei der mikroskopi­
schen Ausmessung der Durchmesser d j und d 2 Fehler was in guter Uebereinstimmung mit dem auf gewöhn­
der gleichen Größenordnung unvermeidbar sind, so lichem W ege gefundenen W ert für Legierung 57 S-H
können w ir die Formel (8) ohne weiteres anwenden. von 93 steht.

Beitrag zur Kenntnis des Systems Aluminium-Eisen-Magnesium


Von M. B a r n i c k und H. H a n e m a n n .
(Mitteilung aus dem Institut für Metallkunde der Technischen Hochschule Berlin.)

Die zur Aluminiumecke des ternären Systems Alu­ durch das ternäre System zum Randsystem Alu­
minium-Eisen-Magnesium gehörigen binären Systeme minium-Magnesium (E2 der gleichen Abb.). Dieses
Aluminium-Eisen und Aluminium-Magnesium sind hin­ Ergebnis muß abgeändert werden.
reichend bekannt1)2). Eine Untersuchung des ternären Zur vorliegenden Untersuchung wurden 34 Legie­
Systems wurde bereits 1922 von V. F u ß 3) durchge­ rungen verschiedener Zusammensetzung aus dem
führt. Nach F u ß ist der Schnitt AI3Fe-AI3M g2 quasi­ Teilsystem AI-AI3M g 2-AI3Fe in den Konzentrations­
binär. Eine binär eutektische Rinne verläuft von dem bereich bis zu 33% Mg und 7% Fe erschmolzen.
Randsystem Aluminium-Eisen ausgehend Als Ausgangsmaterialien wurden Reinstaluminium
(Ei in Abb. 1)
(99,99%), destilliertes Magnesium und Karbonyleisen
1) M . H a n s e n , A u fb a u d e r Z w e is to ffle g ie ru n g e n , B e rlin , der I. G. Farbenindustrie verwendet. Zur Herstellung
S p rin g e r 1936.
2) W . K ö s t e r und W. D u l l e n k o p f , Z. M e ta llk d e ., 28
hochlegierter Schmelzen wurde eine Vorlegierung mit
(1936), N r. , S. 309. 45,3% Fe, die der Zusammensetzung AI5Fe2 ent­
S) V. F u ß , M e ta llo g ra p h ie des A lum in iu m s und se in e r L e g ie ­
rungen, B e rlin , S p rin g e r 1934. spricht, für niedrig legierte eine solche mit 10% Fe
benutzt. Als bestes Schmelzverfahren hat sich das
Arbeiten im Hochfrequenzofen unter Argon bei
Atmosphärendruck erwiesen. Die Tiegel wurden aus
AI2O s unter Zusatz von CaO hergestellt. Die Schmel­
zen wurden in eine Eisenkokille von 300° vergossen.
Beim Gießen der Legierungen mit höheren Magne­
siumgehalten wurde mit Schwefelblume gepudert.
Der Abbrand w ar so gering, daß auf eine Analyse
einiger Legierungen verzichtet werden konnte. Die
Zusammensetzung der Legierungen ist in
Zahlentafel 1
angegeben.
Zur thermischen Analyse wurden Erhitzungskurven
nach der Differenzmethode aufgenommen. Die Le­
gierungen wurden mikroskopisch untersucht. Als
Aetzmittel diente 0,5%ige wäßrige Flußsäure.
Ergebnisse.
Von den in
Zahlentafel 1
angeführten Legierungen wurde das Gefüge im Guß­
zustand untersucht. Es wurden nur die drei Phasen
Aluminiummischkristall (a-Phase), AI3Fe, ß-Phase
A b b . 1. G ru n d riß des Systems A I-A lsFe-ß (A lsM gt). (AI3M g2) beobachtet. Eine Legierung zwischen
Seite 534

^A13Fe-ß erstarrte zweiphasig,


s. Abb. 2.
Dies ist in Uebereinstimmung mit den von F u ß ge­
machten Beobachtungen.
Der allgemeine Aufbau des ternären Diagramms
ergab sich auf Grund der Gefügebeobachtung und
thermischen Analyse entsprechend dem Entwurf in
Abb. 1.
Vom binär eutektischen Punkt E! des Randsystems
Aluminium-Eisen ausgehend, verläuft eine binär eu­
tektische Rinne fast parallel mit dem Randsystem
Aluminium-Magnesium. Sie endigt nicht, wie F u ß
(a. a. O.) angegeben hatte, im binär eutektischen
Punkt E2 des anderen Randsystems, sondern vereinigt
sich mit den von E2 und Es kommenden binär eutekti­
schen Rinnen im ternär eutektischen Punkt E,. Der
August 1938 Seite 535

ternär eutektische Punkt E4 liegt bei 68% AI, 3% Fe Punkt der Zusammensetzung AI»Fe und ß. Das Vor­
und 29% Mg und entspricht einer Temperatur von handensein eines ternären Mischkristallgebietes der
445°. Es sind demnach drei Flächen der Primär­ beiden letzten Phasen wurde nicht geprüft.
kristallisation vorhanden. Legierungen, die innerhalb des Dreickes Al-
Fläche Kristallart AI3Fe-a2 liegen, befinden sich nach beendigter Er­
AI — Ei — E i— E* — Mischkristall starrung im Zweiphasengebiet a-Mischkristall-AI3Fe.
AUFe — Es — E4 — Ei AI3Fe Abb. 4
|3 — E2 — E. — Es ß — Phase zeigt eine übereutektische Legierung Nr. 19 dieses
Das Gefüge des ternären Eutektikums zeigt Zweiphasengebietes. Die groben Nadeln von AI3Fe
Abb. 3. sind primär kristallisiert, die kleinen AI3Fe-Einschlüsse
Das Vorhandensein der drei Phasen im ternären Eu- entsprechen zusammen mit der Grundmasse dem
tektikum wurde durch die Röntgenuntersuchung be- binären Eutektikum. Legierungen des Zweiphasen­
siätigt. Das Auftreten der a- und ß-Phase kann leicht gebietes mit etwa 10% Mg enthalten als Folge der
mit Hilfe der Debye-Scherrer-Methode erkannt w er­ Kristallseigerung im Gußzustand schon reichlich ter­
den. Der Nachweis von AI3Fe ist wegen des ge­ näres Eutektikum. Nach dem Glühen unterhalb 435"
ringen Anteils des ternären Eutektikums an dieser wurde eine derartige Legierung, Nr. 21 mit 10,04%
Kristallart nicht ohne weiteres möglich. Durch ein Magnesium und 3,20% Eisen, zweiphasig entspre­
geeignetes Anreicherungsverfahren konnte diese chend dem Gleichgewichtszustand. Der Einphasen­
Schwierigkeit umgangen werden. Nach Aufarbeitung raum der a-Mischkristalle ist als sehr schmal anzu­
einer ternär eutektischen Legierung wurde so ein sehen, da die Löslichkeit von Eisen in Aluminium bei
Pulverdiagramm erhalten, das mit dem von reinem 640°— 650° nach D i x 4) unter 0,06% liegt. Von einer
AI3Fe identisch war*). Bestimmung der festen Löslichkeiten wurde abge­
Die Konzentration des dem Eutektikum zugehöri­ sehen.
gen a-Mischkristalls wurde mit Hilfe der Rückstrahl- Der Verlauf der binär eutektischen Rinne, a-Phase +
methode bestimmt. Drei Legierungen, Nr. 10 mit AI3Fe, wurde durch Gefügebeobachtung ermittelt.
20% Mg, 0,90% Fe sowie Nr. 11 mit 20% Mg, Die Temperaturen der Rinne ergaben sich aus den
2% Fe und Nr. 29 mit 3,12% Fe, 30,31% Mg, die im Haltepunktskurven, die in
Dreiphasengebiet liegen, wurden homogenisiert und Zahlentafel 1
von 440°, also einer Temperatur wenig unterhalb eingetragen sind. Der Beginn der Kristallisation bzw.
der Schmelztemperatur des ternären Eutektikums ab­ das Ende des Schmelzens konnte bei Legierungen
geschreckt. Die Gitterkonstanten ergaben sich zu mit primärem AL,Fe nicht bestimmt werden, dagegen
4,1092 Ä , 4,1102 Ä , 4,1088 Ä , waren also innerhalb prägte sich der Uebergang von der primären zur
der Fehlergrenzen gleich, wie es sein soll. Das Mittel binär eutektischen Kristallisation bei der thermischen
der Gitterkonstante von 4,1095 Ä entspricht in bi­ Analyse deutlich aus.
nären Aluminium-Magnesium-Legierungen einer Ma-
gnesium-Konzentration von 13,3%. Da der Eisen­ Zusammenfassung.
gehalt des homogenen a-Mischkristalls auf Grund Die Aluminiumecke des Zustandsschaubildes Alu-
des binären Systems Aluminium-Eisen nur sehr gering minium-Eisen-Magnesium bis in die Nähe des Schnit­
sein kann, ist er zu vernachlässigen. Der Ansatzpunkt tes AI3Fe-ß (AI3M g2) wurde mikroskopisch, thermisch
der eutektischen Vierphasenebene liegt somit wenig und röntgenographisch untersucht. Es treten nur die
höher als 13,3% Mg und bei einem verschwindenden drei Phasen Aluminium-Mischkristall (a-Phase), AlsFe,
Eisengehalt. ß-Phase (AI3M g 2) auf. Sie bilden ein ternäres Eu­
Die Eckpunkte der ternär eutektischen Vierphasen­ tektikum bei 68% AI, 3% Fe, 29% Mg, dessen Tem­
ebene sind somit der Punkt cu, der praktisch auf der peratur bei 445° liegt. Die zugehörige Konzentra­
binären Seite Aluminium-Magnesium bei einer M a ­ tion des a-Mischkristalls liegt bei 13,3% Mg und sehr
gnesiumkonzentration von 13,3% liegt, ferner der geringem Eisengehalt.
*) Nach m ündlicher M itte ilu n g von W . H o f m a n n. V e rö ffe n t­ 4) E. H. D i x , Proc. A m e r. Soc. Test. M a t. Techn. Papers, 25
lichung erscheint demnächst. (1925), S. 120.
Seite 536 ALUMINIUM

Lieber die Herstellung transparenter Schutzschichten auf Aluminium


und seinen Legierungen in Soda-C hrom atbädern
— EW -Verfahren —
Von Werner H e l l i n g und Heinrich N e u n z i g in Grevenbroich.
(M itteilung aus dem M etallurgisch-m etallographischen Laboratorium der V ereinigten A lum inium -W erke A .G ., Erftwerk.)

Taucht man Aluminium in eine MBV-Lösung, so Holz verwendet werden. Es ist also durchaus mög­
entsteht auf der Oberfläche des Werkstücks ein G e­ lich, die gleichen Behälter auch zu einer MBV-Be­
misch aus rd. 73% Aluminiumhydroxyd und rd. 25% handlung zu verwenden. Die Art der Erhitzung der
Chromhydroxyd. Das Chromhydroxyd färbt die Lösung ist gleichgültig. Wenn man 8 Minuten lang
Schicht dunkel. Die dunkle Farbe der Schicht hat die taucht, so kann in einem Liter Lösung 0,4 m2 O ber­
Anwendung des MBV-Verfahrens auf manchen G e­ fläche behandelt werden. In diesem Fall erfordert
bieten sehr gefördert. Sie wird jedoch bei vielen die Ausbildung der Schutzschicht auf 1 rrr 6— 7 Pfen­
Gegenständen, bei denen man die Eigenfarbe des nige an Materialkosten. Bei manchen Gegenständen
Aluminiums erhalten möchte, als störend empfunden. wird jedoch nur eine Tauchdauer von 1— 4 Minuten
W ie die vorliegenden Untersuchungen zeigen, kann erforderlich sein. In diesem Falle sind die Kosten für
man die für die MBV-Behandlung übliche Lösung die Herstellung der Schicht noch erheblich geringer.
durch geringe Zusätze von Silikaten oder Fluoriden Behandelt man mehr als 0,4 m2 in 1 Liter Lösung, so
für die Herstellung transparenter Schutzschichten ge­ werden die Schichten wieder leicht grau. In solchen
eignet machen. Fällen, wo nur die Korrosionsbeständigkeit und nicht
die Farbe eine Rolle spielt, oder w o man sowohl
I. Wirkung eines Zusatzes von Wasserglas. graue als auch transparente Schichten erzeugen will,
Setzt man heißen Soda-Chromatbädern (5:1,5) kann man das Bad weiter zur Herstellung von Ueber-
große Mengen Wasserglas zu, so wird die Auflösung zügen verwenden, die der MBV-Schicht gleichwertig
des Aluminiums unterbunden. Geringe Gehalte der sind. Unter solchen Verhältnissen, die sich in vielen
Lösungen an Wasserglas schränken den Angriff nur Betrieben ergeben werden, ist die Wirtschaftlichkeit
ein. Wenn man z. B. einer 90— 100° C heißen MBV- gleich der des MBV-Verfahrens.
Lösung nur 0,06 g Wasserglas zufügt, so setzt sofort
eine Auflösung des Aluminiums ein. Der Angriff ist Die Eigenschaften der Schicht:
aber nicht ganz so stark, wie der des wasserglas­ Die H e l l i g k e i t der Schicht ist von der Zusam­
freien Bades. Die nach 5— 10 Minuten langer Tauch­ mensetzung der Legierung abhängig. Sie ist:
dauer entstehende Schicht ist transparent. Sie ent­ auf I. Reinaluminium: silberhell und durchscheinend,-
hält weniger Chromhydroxyd als die MBV-Schicht.
auf II. Al-Mn-Legierungen: wie I, etwas matter,-
O ffenbar wird durch die Anwesenheit des W asser­
glases die Hydrolyse des bei der Umsetzung Soda- auf III. Al-Mg-Si-Legierungen, hart: wie I, Stich ins
Aluminium entstehenden Natriumaluminats beschleu­ Graue;
nigt. auf IV. Al-Mg-Si-Legierungen, vergütet: wie I, etwas
milchig;
Ausführung und Wirtschaftlichkeit des Verfahrens:
auf V. Al-Cu-Mg-Legierungen, vergütet: wie IV;
In einem Liter Wasser werden 60 Gramm eines auf VI. Al-Si-Legierungen, hart: hellmetallisch, leicht
Salzgemisches von Soda und Natriummonochromat irisierend;
im Verhältnis 5 : 1, 5 gelöst und 0,06—0,1 Gramm
auf VII. Al-Si-Legierungen, Guß: hellmetallisch, et­
reines, trockenes Wasserglas*) zugegeben. Das Bad
was grau;
wird auf 95— 100° C erhitzt und der Aluminium­
gegenstand für die Dauer von 10 Minuten einge­ auf VIII. Al-M g-H y 5-Legierungen, hart: hellmetallisch,
taucht. Anschließend werden die Teile zweckmäßig etwas irisierend;
in einem g e s o n d e r t e n Gefäß 15 Minuten lang auf Al-Mg-Legierungen mit mehr als 5% Mg ist das
in siedender, 2% iger Wasserglaslösung ausgekocht. Verfahren in der bisherigen Form nicht anwend­
Die Höhe des Wasserglaszusatzes zum Soda-Chro- bar.
matbad richtet sich etwas nach der Art des Wassers Die helle Farbe bleibt auch bei längerer Bewit­
und der Reinheit der Salze. Es empfiehlt sich daher, terung erhalten.
den günstigsten Zusatz mit Hilfe von Probeblechen
M it Reinaluminium-Proben wurden in Berlin und
erst festzustellen.
in Grevenbroich Bewitterungsversuche vorgenommen.
Das Mischen der Salze kann in der beim MBV- Nach 8 Monaten hatte die Schicht noch das gleiche
Verfahren üblichen Weise geschehen. Das Wasser­ silberhelle Aussehen, wie zu Beginn des Versuches,
glas kann auch den übrigen Salzen gleich zugemischt Abb. 1.
werden.
Die S c h i c h t s t ä r k e nimmt mit der Tauchzeit
Zur Aufnahme der Badflüssigkeit können Behälter etwas zu. Sie beträgt nach:
aus Schwarzblech, Emaille, keramischen Stoffen oder
10 Minuten 0,8— 1,0 n
30 Minuten 1,0— 1,1 n
*) N a triu m s ilik a t, re in , trocken, der Firm a Chemische F a b rik
E. M erck, D arm stadt. 60 Minuten 1,1— 1,3 M-.
Seite 538 ALUMINIUM

Ein z u frie d e n s te lle n d e s V e rfa h r e n z u r B e stim m u n g Ausführung und Wirtschaftlichkeit des Verfahrens:
d e r A b r ie b fe s tig k e it d ie s e r S chichten ist b is h e r nicht In e ine m Liter W a s s e r w e r d e n 60 G ra m m eine s
e n tw ic k e lt w o r d e n . Einen a n n ä h e rn d e n V e rg le ic h S a lz g e m is c h e s v o n S o d a un d N a triu m c h r o m a t im
m it d e r M B V -S c h ic h t k a n n m a n a u f fo lg e n d e W e is e V e rh ä ltn is 5 :1 ,5 g e lö s t, 3— 3,5 g N a tr iu m flu o r id z u ­
e r h a lte n : M a n s c h m irg e lt d ie S chicht m it e in e m G u m m i g e fü g t, d ie Lösung a u f 95— 100° C e rh itz t u n d d e r
o d e r p o lie r t sie s o la n g e , b is b e im E in ta u ch e n in N a ­ A lu m in iu m g e g e n s ta n d fü r d ie D a u e r v o n 10— 30 M i­
tr o n la u g e s o fo rt ein A n g r if f e in s e tz t (fa rb lo s e Schicht), n u te n e in g e ta u c h t. D ie e n ts te h e n d e S chicht w ir d
o d e r bis d a s M e ta ll zu m V o rs c h e in k o m m t (M B V - 15 M in u te n in s ie d e n d e r, 2 % ig e r W a s s e rg la s lö s u n g
Schicht). D a n a c h ist d ie Z e it, d ie m a n zu m A b p o ­ a u s g e k o c h t. D e r N a tr iu m flu o r id - Z u s a tz h ä n g t im m e r
lie re n b e n ö tig t, ein ro h e r M a ß s ta b fü r d ie A b r ie b ­ e tw a s vo m p n - W e r t d e s W a s s e rs a b . Es e m p fie h lt
fe s tig k e it d e r S chicht. S ie b e trä g t: sich d a h e r, d u rc h e in e n S tichve rsuch d e n g ü n s tig s te n
Bei M B V -S c h ic h t: 7— 11 sec. Z u s a tz [2,5— 3,5 g /l) zu e rm itte ln .
F a rb lo s e S chicht: 25— 35 sec. Z u r A u fn a h m e d e r B a d flü s s ig k e it sin d e b e n fa lls
B e h ä lte r aus ke ra m is c h e n S to ffe n , E m a ille , H o lz o d e r
D a sich W a s s e rg la s m it in d ie S chicht e in b a u t,
S c h w a rz b le c h g e e ig n e t. D ie b e i d e r B e h a n d lu n g vo n
ist sie g la tte r , d ic h te r u n d d a m it g r i f f e s t e r als
A lu m in iu m n o tw e n d ig e n S c h u tz m a ß n a h m e n s in d d ie
d ie M B V -S ch ich t. S ie n im m t k e in e F in g e ra b d rü c k e an.
g le ic h e n w ie b e im M B V -V e rfa h re n . In e in e m Liter
Korrosionsbeständigkeit: Lö sun g k a n n m a n V 5 rrr „ o x y d ie r e n " . D ie A u s b il­
Bei d e r E n tste h u n g d e r S chicht b a u t sich W a s s e r ­ d u n g d e r S ch u tzsch ich t a u f 1 n r e r fo r d e r t 12,7 P fen­
g la s m it in d ie S u b s ta n z e in . Es e n ts te h t ein d ic h te r n ig a n M a te ria lk o s te n .
u n d g la tte r U e b e rz u g , d e r d e r M B V -S c h ic h t a n che­ Eigenschaften der Schicht:
m ischer B e s tä n d ig k e it ü b e rle g e n ist. A u ß e r d e r S te i­
D ie F a r b e d e r S chu tzschich t ist a u f R e in a lu ­
g e ru n g d e r D ic h tig k e it h a t d e r W a s s e r g la s g e h a lt noch
m in iu m u n d d e n m eiste n L e g ie ru n g e n m e ta llisch hell
d ie W ir k u n g , d a ß e r als In h ib ito r b e i a lk a lis c h e m
u n d d u rc h s c h e in e n d . A u f S ilu m in f ä llt sie g ra u aus.
A n g r if f w irk t. D ie S chicht w ir d d a d u rc h v o r a lle m
A u f A l- M g -L e g ie r u n g e n m it m e h r a ls 5 % M g ist d a s
g e g e n sch w a ch a lk a lis c h e L ö sun ge n u n e m p fin d lic h e r
V e r fa h re n in s e in e r b is h e rig e n Form nicht a n w e n d b a r .
a ls d ie M B V -S ch ich t.
D ie A b r i e b - und G r i f f e s t i g k e i t e n t­
D ie
s p ric h t d e r e in e r w a s s e rg la s n a c h b e h a n d e lte n M B V -
Abb. 2
Schicht.
u n d d ie fo lg e n d e A u fs te llu n g z e ig e n B e is p ie le fü r d ie
D ie D i c k e n im m t m it d e r T a u c h d a u e r w ie f o lg t
h o h e K o rro s io n s b e s tä n d ig k e it d e r Schicht. Ein b e ­
ZU:
s o n d e re r V o rte il ist d e r g u te S ch u tz, d e n sie auch
Tauchdauer: Dicke in n:
k u p fe rh a ltig e n L e g ie ru n g e n b ie te t.
10 M in u te n 0,5— 0,9
Aufstellung. 30 M in u te n 0,9— 1,2
60 M in u te n 1,0— 1,5.
S e lb s t nach e in e r T a u c h d a u e r von; 60 M in u te n ist d ie
S chicht noch he ll.
D ie K o r r o s i o n s b e s t ä n d i g k e i t ist nach
u n se re n b is h e rig e n V e rsu ch e n g le ic h g u t u n d zum
T eil b e sse r a ls d ie d e r M B V -S c h ic h t. D e r a u f k u p fe r ­
h a ltig e n L e g ie ru n g e n e n ts te h e n d e U e b e rz u g ist d e r
M B V -S c h ic h t a n che m isch er B e s tä n d ig k e it ü b e rle g e n ,
A b b . 3.
Aufnahmevermögen beider Schichten für Lacke
und Farben.
W e g e n d e r g ro ß e n D ic h tig k e it d e r Film e ist d ie
A u fn a h m e fä h ig k e it fü r Lacke u n d F a rb e n im V e rg le ic h
z u r M B V -S c h ic h t g e rin g . Für die L a c k ie ru n g o d e r F ä r­
b u n g v o n A lu m in iu m w ir d m an d a h e r z w e c k m ä ß ig
e in e M B V -S c h ic h t e rz e u g e n .
II. Wirkung eines Fluorzusatzes.
S e tz t m an S o d a - C h r o m a tb ä d e r n E le m e n te z u , Zusammenfassung:
d ie m it C h ro m lö s lic h e V e rb in d u n g e n b ild e n , so In s ilik a t- o d e r f lu o r id h a ltig e n S o d a - C h ro m a t-
s c h lä g t sich d a s d u rch R e d u k tio n d e s N a triu m m o n o - b ä d e r la ssen sich a u f A u lu m in iu m tra n s p a re n te , h e lle
c h ro m a ts e n ts te h e n d e C h r o m h y d r o x y d nicht a u f d e r S chu tzsch ich te n e rz e u g e n , d ie d e r M B V -S c h ic h t an
A lu m in iu m -O b e r flä c h e n ie d e r. S o b ild e t sich z. B. che m isch er B e s tä n d ig k e it g le ic h w e rtig b z w . ü b e rle g e n
b e im Z u s a tz v o n N a tr iu m flu o r id , C h r o m flu o r id nach s in d . D e r a u f k u p fe r h a ltig e n L e g ie ru n g e n e n ts te h e n d e
fo lg e n d e r G le ic h u n g : U e b e rz u g ist u n g le ic h d ic h te r a ls d ie M B V -S ch ich t.
C r ( O H ) 3 + 3 N a F = C rF 3 + 3 N a O H . D a s V e ra n k e ru n g s v e rm ö g e n d e r S chichten fü r
D ie e n ts te h e n d e n S chu tzsch ich te n sin d h e ll, d u rc h ­ Lacke u n d d ie A n fä r b b a r k e it ist d e r d e r M B V -S ch ich t
s c h e in e n d u n d v o n m e ta llis c h e m G la n z . u n te rle g e n .
August 1938 Seite 539

Das Aluminium und seine Legierungen in d er Zahnheilkunde


Von Dr. Werner H o l l e r .
(Mitteilung aus der Westdeutschen Kieferklinik, Düsseldorf, Direktor: Prof. L i n d e m a n n . )

Der Versuch der Verwendung des Aluminiums in Aus diesen Gründen haben w ir systematisch alle
der Zahnheilkunde ist nicht neu. Schon seit langem nur erreichbaren Aluminium-Legierungen einer mög­
hat man immer wieder versucht, die guten techno­ lichst genauen Kontrolle ihrer Verarbeitungseigen­
logischen Eigenschaften, wie Gießbarkeit, Korrosions­ schaften, wie Gießbarkeit, Polierfähigkeit und Kor­
festigkeit und Polierfähigkeit dieses Leichtmetalls der rosionsfestigkeit unterworfen. W ir waren uns bei
Zahnheilkunde nutzbar zu machen. Es würde zu der Anfertigung unserer Versuchsreihen darüber im
weit führen, über die ersten Versuche der Aluminium­ klaren, daß w ir wohl die Erfahrungen der Aluminium-
verwendung in der Zahlheilkunde in der Kriegs- und Legierungen verarbeitenden Technik benutzen konn­
Nachkriegszeit zu berichten. In der Literatur sind ten, jedoch unsere Gieß- und Verarbeitungstechnik
neben Erfolgen auch sehr viele M ißerfolge bekannt­ ganz auf unsere Zwecke abstimmen mußten.
geworden, die sehr bald das Aluminium aus der Zahn­
Als Ergebnis unserer ausgedehnten Korrosions­
heilkunde verdrängt haben, und die nach unseren
und Gießversuche ergab sich als Erstes, daß w ir alle
jetzigen Untersuchungen in Verarbeitungsfehlern und
Aluminium-Legierungen, die mit Schwermetall, wie
Verwendung ungeeigneter Legierungen sowie Zusatz­
Kupfer, Zink, Eisen und Nickel legiert sind, für unsere
materialien ihren Grund haben. Die meisten Bean­
Zwecke von vornherein auszuschalten haben. Ihre
standungen des Materials bezogen sich auf eine
Korrosionsfestigkeit im Munde ist zu gering. Es ver­
schnelle und unaufhaltsame Korrosion sowie auf das
bleiben also für unser Anwendungsgebiet lediglich
Auftreten unangenehmer Geschmacksirritationen beim
Aluminium-Legierungen mit Zusätzen wie Magne­
Tragen dieser Aluminiumprothesen.
sium, Mangan und Silizium und das Reinstaluminium.
Es muß hier unterschieden werden, für welchen
besonderen Zweck in der Zahnheilkunde das Alu­ Neben dem Silumin, welches sich für viele Zwecke
minium verwandt werden soll. In der Füllungskunde wegen seiner guten Gießeigenschaften und mechani­
kann es als sogenannte „Plom be" gebraucht werden, schen Härte gut anwenden läßt, haben w ir gefunden,
also kleinere gegossene Werkstücke zum Ersatz ver­ daß weitaus am günstigsten sich die Verwendung der
lorengegangenen Zahnmaterials. Bedeutungsvoller Aluminium - Magnesium - Legierungen der Gattung
ist jedoch seine Verwendungsmöglichkeit in der Zahn­ G AI-M g nach DIN 1713 auswirkt. Gerade für Guß­
ersatzkunde, w o es zur Herstellung von ganzem arbeiten, wie Prothesen, ist das Material in dieser
oder teilweisem Zahnersatz (Gebisse) dienen soll. Legierungsart sehr geeignet wegen seiner guten Po­
Seit 4’/ 2 Jahren haben w ir uns mit der Erprobung lierfähigkeit und mechanischen Härte; besonders
des Aluminiums und seiner Legierungen befaßt und wertvoll ist seine sehr hohe Korrosionsfestigkeit. Für
versucht, die geeignetsten Verarbeitungsweisen für Füllungen verwenden w ir mit sehr gutem Erfolg das
unser Spezialgebiet zu finden. Unsere ersten Ver­ Reinstaluminium wegen seiner Weichheit und dadurch
suche erstreckten sich auf die Verwendung von Alu- bedingten Duktilität.
minium-Legierungen, die einen gewissen und wech­ Aber auch nach der Ausschaltung der mit Zu­
selnden Gehalt an Kupfer, Eisen,. Nickel, Chrom und sätzen von Schwermetallen erschmolzenen Aluminium-
Zink aufwiesen. Bei der Anfertigung dünner gegos­ Legierungen hatten w ir gelegentlich Mißerfolge zu
sener Platten aus diesem Material unter Verwendung verzeichnen, die, da die Korrosionsfestigkeit des M a­
von Kautschuk zur Befestigung der Porzellanzähne terials eine bekannt gute w ar, nur auf ungeeignete
ergaben sich jedoch sehr schnell Korrosionserschei­ Behandlung während der Bearbeitung zurückgeführt
nungen, die zur Ablösung der Kautschukschicht führ­ werden konnten. Ein Vergleich der in der Technik
ten und im Gußstück selbst weißliche Korrosionsnester üblichen Aluminiumverarbeitung mit der unsrigen im
bildeten. Nach einigen Monaten waren die Platten zahnärztlichen Laboratorium ließen die Gedanken
für den Patienten nicht mehr verwendungsfähig, w äh­ aufkommen, daß w ir durch ungeeignete Bearbeitung
rend Füllungen aus dem gleichen W erkstoff lange während des Schmelz- und Gießprozesses eine un­
Zeit ohne Beanstandungen getragen wurden. günstige Beeinflussung des Metallgefüges hervor­
Da w ir das gleiche Material bei unseren Platten riefen, die sich früher oder später in einer geringeren
wie bei der Anfertigung von Füllungen verwandten, Korrosionsfestigkeit bzw. Bruchfestigkeit auswirken
die Verarbeitungstechnik der Aluminium-Legierungen mußte. W ir haben nun in über 100 Versuchen die
in allen Fällen die gleiche war, konnten nur Eigen­ geeignetste und vorteilhafteste Bearbeitung des Alu­
schaften der Legierungen der Grund dieser Fehl­ miniums für unser Spezialfach zu ermitteln gesucht.
schläge sein, die sich bei der Anfertigung von kom­ Die metallographische Kontrolle hat uns bewiesen,
pakten kleineren Füllungen nicht oder nur langsam wie groß die Bedeutung einer richtigen Verarbeitung
bemerkbar machten, jedoch bei größeren Guß­ des Leichtmetalles für seinen Bestand im Munde des
stücken, wie Platten, sich schnell und ungünstig aus­ Patienten ist, und wie leicht durch falsche Schmelz-
wirken mußten. und Gießtechnik eine an sich sehr gut geeignete Alu-
Seite 540 ALUMINIUM

A b b . 1 z e ig t e in e fe h le rh a ft gegossene P latte.

minium-Legierung in ihren metallurgischen Eigen­


schaften so ungünstig beeinflußt werden kann, daß
ihre Verwendung in der Mundhöhle nicht mehr mög­
lich ist.
Zwei Forderungen galt es bei unserem Schmelz­
verfahren zu erfüllen, erstens eine zu starke Gasauf­
nahme während des Schmelzprozesses selbst zu ver­
meiden, zweitens die Abkühlungsgeschwindigkeit so
zu regeln, daß ein gleichmäßiges feinkörniges G e­
füge entsteht. Hieraus ergab sich als erste Forderung
bei dem Aluminiumschmelzverfahren, daß die Be­
heizung des Werkstoffes indirekt, also keineswegs
A b b . 2 z e ig t G u ß p ro b e m it Einguß. V = 2
durch eine direkte Gasflamme erfolgen darf. Da bei
steigender Temperatur die Gasaufnahmefähigkeit
auch steigt, mußte bei möglichst tiefer Temperatur ge­ den. W ir verwandten hierzu kleine 1,2 mm dicke
gossen werden. glatte Wachsplatten, die als Gußobjekt dienten.
W ir haben nun im folgenden untersucht, inwieweit Zuerst galt es, die am besten geeignete Er-
das herkömmliche Verfahren der Gieß- und Schmelz­ wärmungs- und Schmelzart der Legierung zu er­
technik der Edelmetalle in der Zahnheilkunde auch mitteln.- W ir schmolzen das Metall im Gußkegel einer
für die Leichtmetalle anwendbar ist. Im nachstehen­ auf 350— 400° erwärmten Muffel. Die Erwärmung
den sollen die charakteristischen Ergebnisse der Gieß­ des Metalls erfolgte durch eine direkt aufschlagende
versuche einer Hydronaliumlegierung erläutert wer- Gasflamme. Nach dem Schmelzen wurde das Ma-
August 1938 Seite 541

A b b . 7. H a lte k o rb fü r den G ra p h ittie g e l.

Gründen haben w ir bewußt auf die Anwendung des


elektrischen Ofens verzichtet und unsere Schmelz­
apparatur aus in jedem Laboratorium vorhandenen
Materialien konstruiert. Das Schmelzen des Materials
nehmen w ir in einem alten gasbeheizten Vorwärme­
ofen vor,
Abb. 6.
A b b . 6. G a s b e h e iz te r V o rw ä rm e o fe n .
Das Metall wird in kleinen Stücken in einen G ra­
phittiegel gebracht, für dessen bequeme Handhabung
wir uns einen Haltekorb aus zusammengeschweißten
terial durch eine Schleudereinrichtung in die Guß­ Eisendrähten anfertigen ließen, s.
form getrieben. Die Gußform wurde vollkommen Abb. 7.
von Metall ausgefüllt. Beim Betrachten der O ber­ Der Graphittiegel wird mit einem kleinen Eisen­
fläche des Gußstückes sehen w ir eine rauhe, porige deckel verschlossen und durch eine sparsame Gas­
Oberfläche, die nicht der glatten Oberfläche unseres flamme bis zum Schmelzen des Metalls erwärmt. Um
Wachsplattengußobjektes entspricht. Diese Rauhig­ eine schnelle Temperatursteigerung zu erzielen, kann
keit der Oberfläche erklärt sich aus der Gasauf­ der Vorwärmeofen noch durch einen Deckel ver­
nahme durch die aufschlagende Gasflamme während schlossen werden, der eine regulierbare Oeffnung
des Schmelzens. Die vorgenommene Makroätzung besitzt. Der Graphittiegel faßt eine Metallmenge,
zeigt eine sehr erhebliche Korngröße des Gußge­ die zum Gießen von 2—3 Gebißplatten ausreicht.
füges,
Durch diese einfache Schmelzapparatur läßt sich eine
Abb. 4. Wasserstoffaufnahme während des Schmelzens fast
Diese Korngröße beeinträchtigt die mechanische mit Sicherheit vermeiden. Kurz vor dem Gießen einer
Festigkeit des Werkstückes außerordentlich. Ebenso Hydronaliumlegierung wird die Schmelze noch mit
wird die Korrosionsfestigkeit des Materials beeinträch­ Hydrasal bestreut und mit einem vorgewärmten
tigt. W ir haben sodann einen Schliff durch die Guß­
Eisenstab sorgfältig durchgerührt. Sodann wird die
probe gelegt Oxydschicht abgehoben und das Material vergossen.
Abb. 5.
Dieser zeigt das Gußgefüge bei 40facher Vergrö­ Zur Kontrolle, ob die nach dieser Schmelztechnik
ßerung: die Korngröße ist erwartungsgemäß groß. gegossenen Werkstücke eine bessere Struktur zei­
Zwischen den Kristallen sehen w ir größere Lunker. gen, haben w ir ebenfalls eine Reihe von Gußproben
metallograohisch untersucht. In
Bei der kritischen Betrachtung dieses Probegusses
müssen wir sagen, daß ein derartiges Gußgefüge Abb. 8
sehen w ir die Gußprobe bei doppelter Vergrößerung,
metallographisch gesehen als schlecht zu bezeichnen
die Oberfläche ist glatt im Gegensatz zu der O ber­
ist. Die rauhe Oberfläche sowie die Gaslunker-
bildung im Innern des Werkstückes lassen eine der­ fläche der ersten Gußprobe,
artig geringe Korrosions- und Bruchfestigkeit des Abb. 3.
Materials erwarten, daß es in dieser Vergießungsart Die Makroätzung zeigt bei 2facher Vergrößerung
für die Zahnheilkunde nicht verwendbar wäre. Abb. 9,
W ir haben nun eine Erwärmungs- und Schmelz­ im Vergleich zur 1. Gußprobe,
technik ausgewählt, die die direkte Erhitzung des Abb. 4,
Materials durch eine Gasflamme und damit die G e­ eine bedeutende Verkleinerung der Korngröße.
fahr der Wasserstoffaufnahme ausschließt, sodann Das Gußgefüge bestätigt die verkleinerte Korn­
aber so einfach ist, daß sie in jedem zahnärztlichen größe bei 40facher Vergrößerung,
Laboratorium angewandt werden kann. Aus diesen Abb. 10.
Seite 542 ALUMINIUM

G u ß p ro b e . M a k ro ä lz u n g .
A b b . 8. V = 2 A b b . 9. V = 2 A b b . 10. V = 40
O b e rflä ch e g la tt, v g l. d a g e g e n A b b . 3. v g l. d azu 1. G u ß p ro b e , A b b . 4. B e stä tig un g d e r K o rn g rö ß e -A n g a b e .

Die einzelnen Kristalle sind kleiner als bei der ersten einen Einfluß auf die Gefügeausbildung hat. Um
Probe. Es sind wohl noch im Innern des Gußstückes dieses zu untersuchen, mußte man einer durch unge­
Lunker vorhanden, die aber nicht mehr die Ausdeh­ eignete Schmelztechnik wasserstoffreichen Schmelze
nung wie bei der ersten Probe haben. eine möglichst lange Erstarrungszeit gewähren. Zu
Die kritische Betrachtung der Gußproben zeigt, diesem Zwecke haben w ir eine direkt mit der beauf­
wie außerordentlich günstig sich die indirekte Erwär­ schlagenden Gasflamme erwärmte Schmelze in eine
mung des Materials auf das innere und äußere Bild Muffel von ca. 500— 550° vergossen. Die Erstarrung
des Gußgefüges auswirkt. Die Oberfläche des des Materials erfolgte naturgemäß langsamer als ge­
zweiten Gußstückes ist so, daß man sie für zahn­ wöhnlich. Theoretisch müßte nun das Gußgefüge
ärztliche Zwecke als verwendbar ansprechen kann. noch ungünstiger sein als bei der ersten Gußprobe,
Aus den soeben beschriebenen Gußproben und ihren Abb. 3, 4, 5,
metallographischen Untersuchungen geht klar hervor, da durch die lange Erstarrungszeit die Ausbildung
daß also eine Aluminium-Legierung nicht analog den eines groben Kornes ermöglicht wurde. Die metallo-
sonstigen in der Zahnheilkunde verwandten Metallen graphische Untersuchung der Gußprobe hat dies be­
erwärmt und geschmolzen werden darf. stätigt.
W ir haben vorher erwähnt, daß neben der Bei der Betrachtung der Gußprobe in 2facher Ver­
Schmelztechnik auch die Erstarrungszeit des Materials größerung sehen w ir eine rauhe, großporige Ober-
August 1938 Seite 543

G u ß p ro b e u ng e ä tzt. G u ß p ro b e g e ä tz t.
A b b . 14. V = 2 A b b . 15. V = 2 A b b . 16. v = 40
z e ig t e in e rich tig geschm olzene und g e ­ z e ig t d ie M a k ro ä tz u n g e in e r vo rs c h rifts ­ z e ig t das G e fü g e d e r in A b b . 14 d a r ­
gossene H yd ro n a liu m -L e g ie ru n g . m äßig geschm olzenen und gegossenen g e s te llte n G u ß p ro b e .
H y d ro n a liu m -L e g ie ru n g .

fläche. Das Werkstück ist für zahnärztliche Zwecke als völlig einwandfrei angesehen werden. Dieses be­
vollkommen unbrauchbar. Die Makroätzung der stätigt auch die Härtebestimmung nach Brinell. Bei
Probe zeigt eine außerordentlich vergrößerte Korn­ den ersten drei Proben ergab diese stark streuende
größe. Bei der Betrachtung des Gußgefüges sehen W erte, die zum Teil auf die Ungleichmäßigkeit der
wir das grobe kristalline Gefüge in 40facher Ver­ Oberflächenbeschaffenheit des Gefüges zurückzu­
größerung. Die Lunkerbildung ist vermehrt und noch führen sind. Die letzte Probe jedoch zeigt gleich­
kompakter. mäßig die W erte H Br 2,5/62,5/30—60,0. Diese Werte
Die nach dieser Schmelztechnik gewonnenen entsprechen den vom Herstellerwerk mit 58,0—68,0
Gußstücke sind naturgemäß unbrauchbar. Das grobe angegebenen Werten.
Korn, die vermehrte Lunkerbildung bedingen weiter­ Nachdem w ir auf diese Weise die bestgeeigneten
hin eine starke Abnahme der Korrosions- und Bruch­ Schmelz- und Gießarten des Metalles für unser Spe­
festigkeit. zialfach herausgefunden hatten, konnten w ir bei der
Beim Vergleich dieser dritten Gußprobe mit der Anfertigung unserer Gußplatten folgendermaßen Vor­
ersten sehen wir, daß die durch falsche Erwärmung gehen :
des Materials aufgetretenen Mängel im Gußgefüge Auf einem besonders gehärteten Modell wurde
in der dritten Probe noch verstärkt wurden. Diese in Wachs die zukünftige Gestalt der Prothese mo­
weitere Verschlechterung des Gußgefüges wird ver­ delliert. Dieses Modell wurde in eine Muffel einge­
ursacht durch das zu starke Erhitzen der Muffel. bettet und nach dem Ausglühen des Wachses die
Als Ergebnis ist die Forderung aufzustellen, auf dadurch entstandene Hohlform der Platte durch das
keinen Fall eine erhitzte Muffel beim Vergießen des flüssige Metall ausgegossen. In
Materials zu verwenden, um nicht hierdurch die Er­ Abb. 17, S. 544,
starrungszeit zu verlängern. zeigen w ir den Rohguß einer Aluminiumprothese,
Nach diesen Erkenntnissen gingen w ir bei unseren wie w ir ihn nach dem Entfernen der Einbettmasse er­
Güssen so vor, daß w ir mit Hilfe der oben beschrie­ halten.
benen Schmelzapparatur das Metall nur wenig über Abb. 18, S. 544,
den Schmelzpunkt erwärmten und den Guß bei dieser zeigt die Rückseite einer partiellen Prothese. Man
extrem tiefen Gießtemperatur in eine völlig abge­ sieht, wie außerordentlich fein durch die Gießmethode
kühlte Muffel (Zimmertemperatur) Vornahmen. Mit auch die kleinsten Details des Kieferreliefs zur Dar­
Hilfe einer Schleudereinrichtung und geeigneter An­ stellung gelangen.
ordnung der Gießkanäle fließt das Metall trotz der Neben der Anwendung des Aluminiums für teil-
kalten Muffel bis zu den feinsten Einzelheiten aus. weisen oder ganzen Zahnersatz haben wir es be­
Eine nach dieser Schmelz- und Gießtechnik her­ sonders schätzen gelernt als Ersatz größerer durch
gestellte Probe zeigt folgendes Bild: Die Oberfläche Unfall oder bösartige Geschwülste verlorengegan­
ist vollkommen glatt und gibt alle Einzelheiten getreu gener Kieferpartien. Hier gestattet das geringe spe­
wieder. Die Makroätzung zeigt ein außerordentlich zifische Gewicht des Metalls, diese verlorenen
feines Korn, die einzelnen Legierungsanteile sind in Knochen- und W eichgebilde durch Metall zu ersetzen,
richtigem Mischungsverhältnis zueinander gelagert. In ohne daß die Prothese durch allzu große Schwere
Abb. 16 ungünstige Belastungen des Restkiefers bewirkt.
sehen w ir das Gußgefüge bei 40facher Vergrößerung. Ein besonderes Anwendungsgebiet des Alu­
Die inneren Lunker sind vollkommen verschwunden, miniums haben w ir bei der skelettierten Prothese ge­
das kristalline Gefüge ist außerordentlich fein, das funden, d. h. einer Form des Zahnersatzes, w o wir
Gußgefüge der letzten Probe darf metallographisch weniger eine Platte zum Ersatz der fehlenden Zähne
Seite 544 ALUMINIUM

A b b . 17 z e ig t den Rohguß e in e r Prothese. A b b . 18 z e ig t d as G a u m e n re lie f e in e r p a rtie lle n Prothese.

A b b . 20 z e ig t e in e Prothese zum Ersatz v e rlo re n g e g a n g e n e r


A b b . 19 z e ig t ein e n T o ta le rs a tz fü r den O b e rk ie fe r (e lo x ie rt). K ie fe rp a rtie n .

A b b . 21. b ta h lg e rü s t aus nichtrostendem S ta h l. A b b . 22 u. 23 (s. unten). O b e rk ie fe rp ro th e s e m it e ingegossenem S tahlgerüst.

benutzten, sondern mehr ein möglichst raumbe­


schränktes Gerüst. Um auch bei diesen Fällen eine
möglichst große Stabilität des Aluminiumgußstückes
zu erhalten, haben w ir Versuche unternommen, um
durch ein eingegossenes Stahlgerüst die W iderstands­
fähigkeit unseres Gußstückes zu erhöhen. In
Abb. 21
zeigen w ir ein Stahlgerüst aus nichtrostendem Stahl,
um welches die künftige Form der Prothese gegossen
wird.
Die Verbindung Aluminium mit Stahl ist korrosions­
chemisch wenig gefährlich, da keinerlei nennenswerte
PotentialdifFerenzen auftreten, die eine Korrosion
bedingen könnten. Durch das Umgießen des Stahl-

A b b . 23.
August 1938 Seite 545

A b b . 26. A b b . 27.

Abb. 26 u. 27 verloren hat. Hier haben w ir durch eine in natürlicher


zeigen einen Bergmann, der durch einen Unfall das Gesichtsfarbe bemalte Aluminiumnase eine weit­
gesamte Knochen- wie auch Weichteilgerüst der Nase gehende Besserung der Entstellung bewirken können.
Seite 546' ALUMINIUM

Aluminium als Reflektorbaustoff in d er Lichttechnik


Von Dipl.-Ing. C. B a u e r , Hannover.

In der lichttechnischen Industrie zeigt sich das „erblindeten". Abgesehen davon, stehen genügende
dringende Bedürfnis nach einem für Spiegelreflek­ Mengen von V2A-Stahl für die Deckung der Bedürf­
toren geeigneten Baustoff, von welchem außer den nisse der lichttechnischen Industrie nicht zur Ver­
guten lichttechnischen Eigenschaften des Silberspie­ fügung.— Zu nennen isthiernochderRhodium-Spiegel.
gels noch weitgehende mechanische, thermische und Das der Platingruppe angehörende Metall Rhodium,
chemische W iderstandsfähigkeit verlangt wird. welches als Oberflächen-Verspiegelung auf Messing-
Die Lichttechnik verwandte bisher bevorzugt den und Stahlblech oder Glas galvanisch aufgebracht
Glassilberspiegel. Derartige Reflektoren wurden in wird, ist zw ar thermisch, chemisch und mechanisch
der Weise hergestellt, daß man einen geblasenen allen praktischen Anforderungen gewachsen; aber
oder gesenkten und geschliffenen Glaskörper der das Reflexionsvermögen ist mit vä. 80% für lichttech­
gewünschten Form rückseitig versilberte, dann mit nische Zwecke zu gering. Auch der Preis der Rhodi-
einer Kupferschicht galvanisch überzog und schließ­ nierung schließt eine Verwendung des Verfahrens
lich zum mechanischen und chemischen Schutz noch für größere Reflektoren aus.
eine Lackschicht aufbrachte. Solche Spiegel zeigen Ein für lichttechnische Zwecke gut geeignetes Re­
sehr gute lichttechnische Eigenschaften. Sie liefern flektormaterial scheint sich nunmehr im Aluminium-
die gewünschte direkte Lichtreflexion (Lichtausfall­ Spiegel zu finden. Die hochglanzpolierte Aluminium­
winkel = Lichteinfallwinkel) bei einem sehr guten fläche zeigt nämlich für sichtbares Licht ein Reflexions­
Reflexionsvermögen von ca. 85— 90%1). Auch dem vermögen, welches etwa demjenigen des Glassilber-
A ngriff der in der Luft vorkommenden chemischen Spiegels gleichkommt. Unter der Voraussetzung, daß
Stoffe (hauptsächlich schweflige Säure) halfen solche Reinstaluminium (Rafflnal, AI 99,99) zur Verwendung
Spiegel hinreichend stand. Nur bezüglich der me­ kommt, lassen sich die guten Spiegelungseigenschaf­
chanischen und thermischen W iderstandsfähigkeit ten der polierten Al-Oberfläche durch ein neues
bleiben für manche Fälle die Wünsche der Praxis Hochglanz-Eloxierungsverfahren auf die Dauer er­
unerfüllt. Die Zerbrechlichkeit des Glassilberspiegels halten. Die Eloxierung verschafft dem Material eine
zwingt vielfach dazu, die Spiegel in eigene me­ praktisch absolute chemische Beständigkeit; sie be­
tallische Gehäuse einzusetzen und führt damit zu wirkt ferner die Erzeugung einer korundharten Deck­
komplizierten Geleucht-Konstruktionen mit an sich schicht über der Spiegelfläche, welche bei einiger­
unnötigem Baustoffaufwand. Auch w ird durch die maßen sorgfältiger Behandlung (Reinigung mit Sei­
Wärmeentwicklung der Lichtquellen, besonders bei fenwasser und weichem Lappen) die Entstehung von
Scheinwerferspiegeln, leicht ein „Erblinden" oder gar Kratzern und sonstigen Abnutzungserscheinungen
ein Abblättern der Silberschicht von dem gläsernen auf der Spiegelfläche ausschließt. Auch bei thermi­
Trägerkörper herbeigeführt. scher Beanspruchung durch die Wärmeentwicklung
Als weiterer Spiegelbaustoff ist oberflächen-ver- der Lichtquellen erweist sich der Aluminiumspiegel
silbertes Messingblech bekannt. Es zeigt ebenfalls im für die praktisch vorkommenden Temperaturen als
Neuzustand gute lichttechnische Eigenschaften. Doch absolut beständig.
sind solche Spiegel chemisch nicht genügend w ider­ Es lag zunächst nahe, für den Reflektorbau mas­
standsfähig; sie können deshalb nur in vollkommen sive Bleche aus Reinstaluminium zu verwenden, doch
geschlossenen Geleuchten (Automobil-Scheinwerfer zeigte sich s e h r'b a ld , daß sich dieses Verfahren
usw.) verwendet werden. Natürlich ist der ober- nicht bewährt. Bleche aus Re.instaluminium zeigen
flächen-versilberte Spiegel auch gegen mechanische nämlich nicht genügend Steifheit und Härte, um
Abnutzung sehr empfindlich. Schon beim Berühren den Anforderungen der Praxis standzuhalten. Man
und erst recht bei der Reinigung solcher Spiegel­ benutzt daher jetzt Bleche aus einer mechanisch und
reflektoren entstehen unfehlbar Kratzer und A b­ chemisch sehr widerstandsfähigen Al-Mg-Si-Legie-
nutzungserscheinungen, welche das Reflexionsver­ rung (Pantal), welche nach dem Walz-Schweiß-Ver-
mögen des Spiegels beeinträchtigen. fahren mit einer Reinstaluminiumschicht plattiert w er­
Auch andere Metallreflektoren konnten bis jetzt den. Die Herstellung der mit Reinstaluminium 99,99%
die Bedürfnisse der Lichttechnik nicht voll befriedigen: plattierten Bleche erfolgt durch die VLW G.m.b.H.,
erwähnt sei hier der Chrom-Spiegel auf Messing­ Hannover, nach deren Plattierungsverfahren DRP.
unterlage; er zeigt ein schlechteres Reflexionsver­ 429 948. Die Stärke der AI 99,99-Schicht soll dabei er­
mögen als der Glassilberspiegel und weist ferner die fahrungsgemäß möglichst nicht unter 0,15 bis 0,2 mm
unerwünschte Eigenschaft der selektiven Reflexion liegen, da die Schicht auch nach dem Polieren das
(bevorzugte Blau-Reflexion) auf. — Praktische Erfah­ Trägermaterial vollkommen bedecken muß, wenn
rungen liegen schließlich noch mit Spiegelreflektoren man ein Fleckigwerden des Reflektors bei der Eloxie­
aus poliertem V2A-Stahl vor; auch diese Spiegel rung vermeiden will.
konnten den vorkommenden chemischen und klimati­ Die Herstellung der Aluminium-Reflektoren erfolgt
schen Angriffen auf die Dauer nicht standhalten und in üblicher Weise durch Drücken auf der Bank. Bei
diesem Arbeitsvorgang muß allerdings ziemliche
*) S e w ig , Handbuch d e r Lichttechnik, T e il I, S. 415, und T e il II ,
S. 1026; v. d. W e rfh o rs t, H a n d le id in g v o o r den V e rlich tu n g d e s k u n d ig e . Sorgfalt angewendet werden, damit keine Riefen
August 1938 Seite 547

A b b . 1. A b b . 2.

Werkfotos

und Schrammen entstehen, welche gegebenenfalls Gebrauch. Alle Versuche wurden mit der gleichen
bei dem nachfolgenden Polieren zu einem Durch­ Leuchte und der gleichen Lampe, jedoch einmal ohne
polieren der Al-Schicht führen könnten. Man wird Reflektor, einmal mit Al-Reflektor und schließlich mit
daher bei Massenanfertigung besser das schonen- einem in Form und Abmessungen genau gleichen
dere und auch billigere Tiefziehverfahren anwenden. weißlackierten Reflektor durchgeführt. Da die rein­
Uebrigens verfügt die aluminiumverarbeitende In­ weiß lackierte Oberfläche erfahrungsgemäß im Neu­
dustrie heute auch über neue Tiefziehverfahren, bei zustand lichttechnisch fast vollkommen der üblichen
welchen nur mehr ein einziger Tiefziehstempel er­ Emaillierung entspricht, können die für den lackierten
forderlich ist, welcher dem Blech durch Eindrücken Reflektor gefundenen W erte ohne Bedenken als für
in eine Gummi-Unterlage die endgültige Form gibt einen Emaille-Reflektor geltend betrachtet werden.
und damit größtmögliche Materialschonung gewährt. Es ist daher im folgenden der Einfachheit des Aus­
Das sich an den Formgebungsprozeß anschließende drucks wegen nur von „emaillierten Reflektoren" die
Polieren muß mit besonders ausgesuchten Poliermit­ Rede.
teln erfolgen, um bei äußerster Schonung der AI 99,99- Durch Aufnahme der Lichtverteilungskurven w ur­
Schicht den nötigen Hochglanz zu erreichen. Den den zunächst die Lichtstärken in den verschiedenen
letzten Fertigungsvorgang bildet dann die Hoch- Richtungen festgestellt. Aus
glanz-Eloxierung nach dem A l z a k - V e r f a h r e n . Abb. 3
Ueber die lichttechnischen Eigenschaften solcher geht hervor, daß der Al-Spiegelreflektor in Achs-
Reflektoren mögen die folgenden Versuchsergebnisse richtung gegenüber dem formgleichen Emaille-Reflek­
näheren Aufschluß geben: Die Untersuchungen, tor etwa die 3,5fache Lichtstärke ergab bzw. die 23-
welche im Laboratorium der C. A. Schaefer K. G., fache Lichtstärke gegenüber der Leuchte ohne Re­
Abteilung Hellux, lichttechnische Spezialfabrik, Han­ flektor. Dieser erste Versuch würde an sich über die
nover, durchgeführt wurden, beziehen sich auf den Eignung des Materials wenig besagen, denn be­
Reflektor einer explosionsgeschützten Leuchte nach kanntlich ist bei Spiegelreflektoren in erster Linie die
Abb. 1 und 2.
Derartige Leuchten sind in der Praxis meist ohne
Reflektor, teilweise auch mit emailliertem Reflektor in

A b b . 4. Explosionsgeschützte S p ie g e lle uch te (W a ls ro d e ).


Seite 548 ALUMINIUM

Formgebung, ferner die Leuchtdichte der Lichtquelle


fürs die Größe der Axial - Lichtstärke ausschlag­
gebend. Immerhin zeigt schon dieses erste Ergebnis,
wie ausgezeichnet die Spiegelwirkung des neuen
Al-Reflektors ist.
Maßgeblicher sind die in
Abb. 4
gezeigten Rousseau-Diagramme der verschiedenen
Lichtverteilungskurven: Es sind hier in bekannter
Weise die aus den Lichtverteilungskurven
Abb. 3
entnommenen Lichtstärken als Ordinaten über den
Raumwinkeln als Abszissen aufgetragen. Die von
den Kurven umschlossenen Flächen geben ein Maß
für den Lichtstrom. Durch Planimetrierung der Flächen
wurden nun folgende prozentuale Nutzlichtströme,
d. h. Geleucht-Wirkungsgrade, festgestellt:
Nackte Lampe (D-Lampe 100W , Kurve 1) 100%
Leuchte ohne Reflektor (Kurve 2) 67,2%
Leuchte mit Al-Reflektor (Kurve 3) 62,8%
Leuchte mit weiß-emailliertem Reflektor A b b . 5. S p ie g e lle uch te.
(Kurve 4) 47,8%.
Der schlechte W irkungsgrad der Leuchte ohne errechnet. So ergeben sich folgende Reflektorwir­
Reflektor nach kungsgrade:
Kurve 2, Aluminium-Reflektor 89%
Emaille-Reflektor 56%.
welcher ja als Basis für die folgenden W irkungs­ Der Reflektorwirkungsgrad ist naturgemäß nicht
grade der Leuchten mit Reflektor zu werten ist, war nur vom Reflexionsvermögen des Materials abhängig,
im vorliegenden Falle durch die explosionsgeschützte sondern auch sehr erheblich von der Formgebung
Konstruktion bedingt, bei welcher infolge Abschattung des Reflektors. Der Untersuchung lag aber ein sehr
durch den starken Schutzkorb, Absorption im Schutz­ tiefgezogener Reflektor zugrunde, welcher eigens
glas, Abschattung im Verschlußring und Leuchten­ unter der Voraussetzung, daß ein spiegelndes M a­
boden große Lichtverluste begründet sind. — Schon terial verwendet wird, konstruiert worden war. Beim
ein Vergleich des Wirkungsgrades der Al-Leuchte mit Entwurf der Spiegelfläche w ar darauf geachtet, daß
dem W irkungsgrad der Emailleleuchte zeigt die ab­ kein Lichtstrahl doppelt reflektiert wird und auch
solute lichttechnische Ueberlegenheit des Al-Spiegels. kein Lichtstrahl ein zweites Mal den Schutzkorb und
Die Leuchte mit Al-Spiegel gibt über 30% mehr Licht­ das Schutzglas der Leuchte durchläuft. In der Praxis
strom als die Emailleleuchte. Man muß dabei be­ würde man diese Reflektorform immer als Spiegel,
denken, daß die lichttechnische Industrie wohl für nie aus Emaille hersteilen, denn der diffus wirkende
90% aller Leuchten Emaille-Reflektoren verwendet; die Emaille-Reflektor kann natürlich bei der tiefen Reflek­
Wirkungsgradverbesserung von 30% gilt also gegen­ torform mit dem eingebauten Schutzglas und Schutz­
über dem meist verwendeten Reflektorbaustoff. korb erhebliche Verluste durch Doppelreflexion und
Aus der obigen Zusammenstellung kann auch der Absorption nicht vermeiden. Erwähnt sei noch, daß
reine Reflektorwirkungsgrad für die beiden zu ver­ der Reflektorwirkungsgrad nur im besten Fall das
gleichenden Ausführungen errechnet werden. Es ist physikalische Reflexionsvermögen des betreffenden
dabei zu beachten, daß der Reflektorwirkungsgrad Reflektorbaustoffes erreichen kann, bei ungünstiger
mit dem Leuchtenwirkungsgrad nicht identisch ist; Formgebung aber erheblich hinter diesem zurück­
denn der Reflektor umfaßt, wie aus bleibt. Für den Al-Reflektor w ar hier offensichtlich die
Abb. 5 Voraussetzung der günstigsten Formgebung vor­
handen,- der hier für AI errechnete Reflektorwirkungs­
hervorgeht, ja nur einen bestimmten Teil des von der grad dürfte also etwa dem physikalischen Reflexions­
Lichtquelle ausgestrahlten Lichtstromes. Bei dem vor­ vermögen der Al-Oberfläche entsprechen. Für den
liegenden Reflektor wurde lediglich der Raumwinkel Emaille-Reflektor w ar die Form ungünstig. Er erreicht
ab 60° mit der Vertikalen, also nach dem Rousseau- nur einen Reflektorwirkungsgrad von 56%, während
Diagramm flächenmäßig insgesamt 65,8% des G e­ das physikalische Reflexionsvermögen von guter
samtlichtstromes der „Leuchte ohne Reflektor" um­ Emaille mit 65— 75%3) angegeben wird.
faßt. Der Gesamtlichtstrom der Leuchte mit Reflektor
setzt sich also aus einem Anteil von 34,2% des Licht­ Zu obigen Ergebnissen ist zu bemerken, daß an­
stromes der Leuchte ohne Reflektor und einem zwei­ derweitig in der Literatur das Lichtreflexionsvermögen
ten Anteil reflektierten Lichtes zusammen, welcher sich der polierten Al-Oberfläche mit 85%2) bis 89%3) an-
aus dem prozentual vom Reflektor umfaßten Licht­ 2) A lu m in iu m , 20 (1938), N r. 2, S. 107.
3) S e w ig , H andbuch d e r Lichttechnik, Teil I, S. 413, und T eil II,
strom, multipliziert mit dem Reflektorwirkungsgrad, S. 1026.
August 1938 Seite 549

gegeben wird. Die Abweichungen in der Angabe eröffnet darüber hinaus dem Al-Spiegel große An­
des Reflexionsvermögens dürften auf Ungenauig­ wendungsmöglichkeiten auf dem Gebiet des Schein­
keiten der nicht ganz einfachen Meßmethoden und werferbaus und der Herstellung vieler anderer licht­
Berechnungsmethoden zurückzuführen sein, wobei technischer Reflektoren, welche einer starken Er­
offen bleibt, ob sie in der vorliegenden Untersuchung hitzung durch die Lichtquelle ausgesetzt sind. Schließ­
oder in den Arbeiten der anderen Autoren zu suchen lich kommt der Al-Spiegel bevorzugt auch noch für
sind. den Bau von Reflektoren für Ultraviolett-Lichtquellen
in Betracht. Die Ultraviolett-Strahlung wird nämlich
Zusammenfassend kann jedenfalls gesagt w er­ neuerdings, nachdem jetzt geeignete und handliche
den, daß die hochglanz-eloxierte Spiegeloberfläche UV-Lampen verfügbar sind, in der Lichttechnik viel­
aus Reinstaluminium auf Pantalunterlage in jeder Hin­ fach für die Kenntlichmachung von Leuchtstoff-Farben
sicht als Baustoff für lichttechnische Reflektoren (Markierungen in Luftschutzräumen, Reklameschilder,
bestens geeignet ist. Der Al-Reflektor ist vor allem Wegweiser, Hinweistafeln usw.) verwendet. Das
dann angebracht, wenn von dem Geleucht neben Aluminium ist auf diesem Spezialgebiet z. Z. allen
guten lichttechnischen Eigenschaften eine hohe me­ anderen Reflektor-Baustoffen überlegen, da es im
chanische W iderstandsfähigkeit verlangt wird, also Gebiet der UV-Strahlung nicht die selektive Absorp­
beispielsweise bei Handlampen, Arbeitsplatzleuchten, tion der übrigen gebräuchlichen Spiegelreflektoren
Grubenleuchten usw. Die thermische Beständigkeit aufweist.

Alum inium -Verw endung im Spiegel einer


amerikanischen Eisenbahn-Zeitschrift
Von F. R e i d e m e i s t e r , Lautaw erk.

3. T e il1)
R ailw ay A g e, Jahrgang 1 9 3 7

Nr. 1 v. 2. 1. 37: Die erste N um m er des neuen Jah r­ 1700 km seiner Strecke m it eine r durchschnittlichen G e ­
ganges g ib t eine Uebersicht über d ie G esam tentw ick­ schw ind ig keit von 107 km/h zurück. D er Zug „Z e p h y r"
lung des am erikanischen Eisenbahnwesens im zurü cklie­ aus nichtrostendem Stahl erreicht 105 km/h a u f d e r
genden Jahr. Eine T a b e lle b rin g t eine Zusam m enstellung gleichen Strecke. D er A lu m inium zu g „ C ity o f Los A ng eles"
der in USA. vo rh a n d e n e n stro m lin ie n fö rm ig e n Züge hoher fä h rt 3700 km mit einem Stundendurchschnitt von 93 km/h
G eschw indigkeit, sow eit sie bis zum Jahreswechsel in Be­ w ä h re n d d e r ga nze n 39% Stunden.
trie b w a re n o d e r in kurze r Z e it in Dienst ge stellt w e rde n. In dem Bericht über d ie im Jahre 1936 durchgeführten
Das Verzeichnis nennt 46 verschiedene Züge, von denen G ü te rw a g e n -A u fträ g e erscheint ein Tankw agen aus A lu ­
10, also fast jeder vierte Zug, ganz aus Aluminium g e b a u t minium , d e r fü r d ie C a rb id e & C a rb o n C hem ical C orp.
sind. G re ift man die A lum inium zü ge heraus, so e rh ält g e b a u t ist. G ew icht 35,1 t, Länge 9,5 m.
man fo lg e n d e T a b e lle : N r. 6 v. 6. 2. 37 b rin g t einen A u fsa tz von F. G. G ur-
le y ü b er d ie A usw irkun g d e r G ew ichtsersparnis a u f die
Indienst­ W agen­ W irtsch a ftlich ke it d e r Z e p h yr-Z ü g e aus nichtrostendem
N am e Strecke Stahl. Die Z u g fö rd e rko ste n dieser le ichtgebauten Züge
stellung za hl
betrü ge n w e n ig e r als d ie H ä lfte von denen d e r üblichen
Bauart.
C ity o f Salina Kansas C ity— Salina 3 1 .1 .3 5 3
Com et2) N r. 7 v. 13. 2. 37: Ein A rtik e l b e h a n d e lt eingehende
Boston— Providence 5. 6 . 3 5 3
Bremsversuche d e r Union P acific in Zusam m enarbeit mit
C ity o f Portland C h ica g o — Portland 6. 6. 35 6
de r N e w Y o rke r D ruckluftbrem sen-G esellschaft und der
Royal Blue W ashington— Jersey C ity 24. 6. 35 8
W esting ho use Bremsen - G esellschaft. Er d ü rfte den
C ity of
Bremsfachmann de sha lb interessieren, w e il d e r unter­
Los Angeles C h icag o— Los Angeles '1 5 . 5 . 3 6 9
suchte Zug aus zw e i stählernen T rie b fa h rze u g e n und
C ity o f San-
neun W a g e n aus A lu m in iu m le g ie ru n g e n bestand. Der A r­
Francisco C hicago— San-Francisco 1 4. 6 . 3 6 9
tikel b rin g t in T a b e lle n fo rm e ing ehe nd e A n g a b e n über
C ity o f Denver 1 C h icag o— Denver 1 8. 6 . 3 6 10
einze lne G ew ichte d e r W a g e n , Brem sgeschwindigkeit,
C ity o f Denver II C h icag o— Denver 1 8. 6. 36 10
Bremszeit und -w e g , Brem sprozente usw.
C ity of
Los Angeles II C hicago— Los Angeles — 14 N r. 9 v. 27. 2. 37: Das H eft zeigt in mehreren A u f­
C ity o f San- sätzen, da ß auch d ie am erikanischen Bahnen zum Kraft­
Francisco II C h ica g o — San-Francisco — 14
w agenverkehr a u f d e r Straße übergehen. Die Lastwagen-
Ausführungen verschiedener Bahnw agen w e rd e n a b g e ­
b ild e t, una von d e r N o rth e rn Pacific w ird e rw äh nt, daß
Insgesamt verkehren also in den in d e r T a b e lle g e ­ Anhänger aus A lu m inium legierun ge n v e rw a n d t w e rde n.
nannten Zügen 86 A lu m in iu m -W a g e n , bei denen auch die S ow ohl d e r Rahmen w ie auch die Beblechung bestehen
U ntergestelle aus A lum inium bestehen. aus A lum inium . L a d e fä h ig ke it 12 t, Länge 7 m, Höhe
Im w e itere n Bericht w ird erw ä h n t, d a ß d e r A lu ­ 1,80 m, Breite 2,20 m.
m inium zug „ C ity o f D e n ve r" zwischen Juni und N o ve m b e r
N r. 11 v. 13. 3. 37, eine S ondernum m er zur Indienst­
mehr als 35 000 Reisende b e fö rd e rte . Der Zug le g t die
stellung z w e ie r neuer aus Stahl g e b a u te r S trom linie nzü ge
„D a y lig h t" mit je 12 W a g e n d e r Southern P acific mit
‘ ) 1. u. 2. Teil v g l. A lu m in iu m , 20 (1938), N r. 2, S. 117— 123, und
N r. 3, S. 209— 214.
w e itg e h e n d e r A lu m inium ve rw en du ng im Innern. Im< ein­
!) s. A b b . 8, S. 554. zelnen w e rde n A lu m in iu m -P re ß p ro file im Innern und die
Seite 550 ALUMINIUM

serat z u fo lg e die Firma G o o d Form g e lie fe rt. Ihre Sessel


w ie g e n nur d ie H ä lfte d e r üblichen A usführung und be ­
stehen aus geschweißten Aluminium-Vierkantstäben.
N r. 12 v. 20. 3. 37: A u f Seite 504 erscheint eine neue
Aufnahm e des dreiteiligen Alum inium -Schnelltriebwagens
„C o m e t" d e r N e w H aven Line
(Abb. 2).
N r. 16 v. 17. 4. 37: Ein neuer A ufsa tz von S illcox,
dem V ize prä side nten d e r N e w Y orke r Druckluftbrem sen-
G esellschaft, untersucht die höchstm ögliche, w irtschaftliche
G esch w in dig keit von Eisenbahnzügen. Indem er die Frage
a u fw irft, „ w ie schnell ist zu la ng sam ", e rö rte rt er die ve r­
schiedenen M ö g lich ke ite n zum Schnellverkehr. H ohe G e ­
schw indigkeiten zu fah re n a lle in , ge nü ge nicht, das Pro­
blem sei vielm ehr, es je d e rz e it in d e r H and zu haben,
den Zug an zuh alte n. Es fo lg e n Zahlen über m ögliche
und anzustrebende B rem sw egverkürzungen, Erw ägungen
eines besonderen Schienenweges fü r Schnellverkehr, Aus­
bildung des O berbaues, der Kraftquelle, V orteile des
elektrischen Antriebes, automatische Zugsicherung und
dergleichen. W e ite r folg en A ngaben über den Luftw ider­
stand bei hohen G esch w in dig keite n. S tro m lin ie n fo rm ­
g e b u n g sei w irku n g svo ll, w enn sie auch nicht restlos zu
verw irklichen sei; ih r praktischer W e rt w e rd e jedoch o ft
überschätzt. Die H auptsache sei ein höheres V erhältnis
d e r in sta llierten Z u g k ra ft zum Z ugg ew icht, erre ichb ar
entw eder durch stärkere Lokomotiven o d er durch Herab­
setzung des Zuggewichts.
Nr. 18 v. 1. 5. 37: Der Strom linienzug „D a y lig h t"
d e r Southern P acific, ü b er dessen reichhaltige, in A lu ­
minium au sge fü hrte Innenausstattung oben berichtet
w u rd e , ist am 21. 3. in Dienst gestellt. Er b e fö rd e rte allein
A b b . 1. A lu m in iu m in d e r In n e n a rch ite ktu r d e r ,,D a y lig h t"-W a g e n .
in den ersten 11 Tagen 7813 Personen. V o r seiner In­
dienststellung konnte er 12 T age lang besichtigt w e rd e n ;
V e rw en dun g von S pe rrho lz, das mit A lu m inium blech ü b e r­ von dieser M ö g lich ke it machten 153535 Personen G e ­
zog en ist, fü r A b te ilw ä n d e und -türen erw äh nt. Die brauch, eine Tatsache, d ie fü r das Interesse an den m o­
S piegel sind in A lum inium rahm en g e fa ß t. B lankgebürstete dernen Zügen bezeichnend ist. Die T auffeierlichkeite n
Alum inium schienen laufen durch a ie ga n ze W a g e n lä n g e w u rde n von d e r N a tio n a l B roa dca sting C o. im Rundfunk
o b e rh a lb und un te rh a lb d e r Fenster, und auch d ie Rah­ üb ertrag en .
men d e r besonders gro ß e n , 1,60 m bre iten Fenster b e ­
N r. 20 v. 15. 5. 37: Das Inserat d e r Alum inum C o m ­
stehen aus blanken A lu m in iu m p ro file n . Besondere S o rg ­
p a n y o f A m e rica — w ie üblich a u f d e r inneren Umschlag-
fa lt w u rd e a u f die Ausschmückung des Barraumes ve r­
seite_ des Heftes — b rin g t die A b b ild u n g eines Aufgleis-
w a n d t.
G erätes, das von eine r am erikanischen Firma mit A lu ­
Abb. 1
m inium gehäuse g e lie fe rt w ird . Das G e rä t w ie g t nur die
z e ig t einen interessanten A n w e n d u n g sfa ll von Alum inium
H ä lfte d e r üblichen Ausführung.
in aer Innenarchitektur dieser Fahrzeuge. M an erkennt,
da ß d ie B areinfassung, Trittleisten, Sessel und kunstge­ N r. 21 v. 22. 5. 37: Die Atchison-G esellschaft stellt
schmiedeten Gitter aus Alum inium bestehen. Das ganze einen S ch n e lltrie b w a g e n zu g „S u p e rch ie f" aus nicht­
w ird von fa rb ig e m Licht a n ge stra hlt, das zwischen g e lb , rostendem Stahl in Dienst, A n trie b 2 x 1 8 0 0 PS Diesel.
bla u und rot stän dig wechselt. W e ite re G eg enstän de , Auch be i d e r Innenausstattung dieses Zuges w ird w ie d e r­
die als aus A lum inium bestehend g e n a n n t w e rd e n , sind h o lt A lu m inium ve rw en du ng e rw äh nt, so z. B. fü r Fenster­
Jalousien hinter den W a g e n fe n ste rn , Lampen und Lam­ jalousien, Laufbleche, V erzieru nge n, Leisten und verschie­
penschirme. Aus dem Reklam eteil geht hervor, d a ß die dene Gußstücke. Die Isolierung e rfo lg te bei einem Teil
Firma H e y w o o d -W a k e fie ld alle in 176 dreh- und klapp­ de r W a g e n durch A lu m in iu m fo lie . Aus dem A n ze ig e n ­
bare Sessel aus A lu m in iu m ro h r fü r diese Fahrzeuge g e ­ teil ge ht w e ite rh in he rvor, d a ß auch bei diesem Zug A lu ­
lie fe rt hat. W e ite re Sessel fü r diese Z üge hat ihrem In­ miniumsessel und -Stühle der G o o d Form verw andt
w u rde n.
Nr. 22 v. 29. 5. 37: Die C h icag o & Eastern Illinois
stellt z w e i stro m lin ie n fö rm ig e T rie b w a g e n in Dienst, die
sogenannten „E g y p tia n Z ip p e rs". Die Seitenbleche und
W agenschürzen d e r T rie b w a g e n bestehen aus Alum inium
(Abb. 3).
Die W a g e n w ie g e n 31 t und b e fö rd e rn je 61 Fahrgäste
und 2,5 t Post; A ntrie bsleistun g 200 PS, W a g e n lä n g e 23 m,
W a g e n h ö h e 3 m, W a g e n b re ite 2,80 m. Sie verkehren
zwischen D a n ville und Cypress über eine Entfernung von
390 km. Auch im W a g e n in n e rn w u rd e an vielen Stellen
A lu m inium blech v e rw a n d t, desgleichen bestehen die
Rahmen der Doppelfenster aus Leichtmetall.
Das Inserat d e r Alum inum C o m p a n y o f A m erica am
Schluß d e r N um m er setzt sich ein fü r die V erw en dun g
von Alum inium -Achsen für Eisenbahnfahrzeuge. Bei einem
sechsachsigen W a g e n z. B. können 1,5 t ungefedertes
Totgewicht g e sp a rt w e rde n. F lu g ze u g p ro p e lle r und
Eisenbahnachsen seien A n w e n d u n g sfä lle , d ie b e id e p lö tz ­
lich w irke n d e n Belastungswechseln u n te rw o rfe n seien. Die
A lc o a h a be in den letzten 17 Jahren über 100 000 Schmie­
destücke fü r F lu g ze u g p ro p e lle r g e lie fe rt, ohne eine e in ­
zig e R eklam ation erh alte n zu haben.
August 1938 Seite 551

t \ S. M A IL
R A IL W A Y
P O ST O F F ICK

A b b . 3. T rie b w a g e n „E g y p tia n Z ip p e r" m it W a g e n ka ste n b ie c h e n aus L e ich tm e ta ll. (D ie Fotos zu den A b b . 3, 5 und 8 w u rd e n uns
tre u n d lic h e r W e ise von d e r A lum inum C om p, o f A m e ric a z u r V e rfü g u n g g e s te llt.)

Nr. 26 v. 26. 6. 37: A m 18. v. Mts. w aren die beiden ähnliche Leuchtsäulen aus Aluminium und Mattglas einge­
Z w illin gs-A lu m in ium zü ge „ C ity o f D e nve r" ein Jahr in Be­ baut, die, von innen her erleuchtet, dem W a g e n ein ge­
trie b und haben in dieser Z eit zusamm en 1230 000 km fällige s Licht spenden. W eiterh in bestehen Sessel und
zurückgelegt und 129 259 Fahrgäste b e fö rd e rt. Stühle aus Alum inium rohr, das durch V erw endung eines
Die A lcoa-R eklam e sa g t: „D ie Schuhe eines Tauchers Stahlkerns verstärkt ist, „w ä h re n d Tische, Lampen und
macht man schwer, d a m it er stehen b le ib t, a b e r . . . d e r Rauchgeräte aus Alum inium zur Schönheit der Innenaus­
m oderne Eisenbahnw agen soll fa h re n , und z w a r w ir t­ stattung beitrag en". Spiegel und Gitterwerk trennen die
schaftlich und schnell. W a ru m macht man also nicht die Küche und den K orro do r vom übrigen W agen.
Drehgestelle aus A lu m inium ? M an w ü rd e 5 bis 10% des N r. 6 v. 7. 8. 37: Auch d ie N ickel Plate-G esellschafl
W age ng ew ichtes sp a re n ." (Bekanntlich hat u. a. die hat bei d e r M o d e rn isie ru n g eines Speisew agens w e it­
Pulimann-Gesellschaft ihre Alum inium -D -Zugw agen auch gehend Aluminium verw andt, w o b e i u. a. an den Fenstern
mit Leichtm etall-D rehgestellen ausgerüstet.) besonders konstruierte Jalousien mit A lu m inium latte n
N r. 2 v. 10. 7. 37: Kurzer Bericht über die Tagung (A bb. 4)
der Am erican Society For Testing M aterials in N e w York, ve rw e n d e t w u rde n. Die Einzelheiten d e r M odern isie rung
bei' der auch Leichtm etall-Them en a u f d e r T agesordnung dieses W a g e n s, d e r zwischen C h ic a g o und B u ffa lo v e r­
standen. kehrt, w e rd e n in einem kurzen A u fsa tz beschrieben.
Am Schluß des Heftes d ie A ufn a h m e eines Alum inium - N r. 8 v. 21. 8. 37: Die Alum inum C o m p a n y o f A m e­
W alzw erks, a u f dem gerade ein großes Seitenwandblech rica b rin g t eine A ufn ahm e einer ih rer W a lze n stra ß e n , auf
fü r einen neuen S chn elltrieb w a gen a u sg e w a lzt w ird . der g e rad e ein großes U-Profil von 26 m Länge aus A lu ­
N r. 3 v. 17. 7. 37:
A. I. Tutton von der G e ­
neral Electric Co. beschäf­
tig t sich in einem längeren
Aufsatz mit der Ueberprü-
fung der bestehenden
W agenw iderstandsform eln
in ihrer A nw en dba rkeit
a u f die modernen, leicht­
gebauten Züge.
Der Alum inium zug
„Royal Blue", der bislang
zwischen W ashington und
N ew York verkehrte, geht
von der Baltim ore & O hio
in den Besitz der A lton-
Gesellschaft über. Er läuft
ab 26. Juli zwischen C h i­
cago und St. Louis und
legt die Strecke südwärts
in 5 Std. 20 Min. und n o rd ­
wärts in 4 Std. 54 Min.
zurück.
N r. 5 v. 31. 7. 37: Eine
weitere interessante A lu ­
miniumanwendung in der
Fahrzeug-Architektur fin ­
det man bei den m oder­
nisierten W age n der Lak-
kawanna-Gesellschaft.
Der betr. Zug verkehrt
zwischen Hoboken (N. J.)
und Elmira (N -Y .). Bei der
Modernisierung des Spei­
sewagens w urden auf
jeder W agenseite turm ­ Abb. 4. S p e ise w ag e n m it A lu m in iu m -J a lo u s ie n .
Seite 552 ALUMINIUM

minium a u sg e w a lzt w ird . Ein neuer S trom linienzug sei w ä hn t, da ß ein neuer 17 W a g e n -Z u g des gleichen N a ­
im Bau, und auch dieser T rä g e r w e rd e b a ld d ie Schienen mens und d e r gleichen B auart in Kürze fe rtig g e s te llt w ird .
be fdhre n. A u f Seite 375 A rtike l mit 8 Bildern über die M oderni­
sierung von 103 D -Z u g-W ag en d e r N e w Y ork-C en tra l.
N r. 11. v. 11. 9. 37: Verschiedene Eisenbahnfachleute Ein Teil d e r um gebauten W a g e n w a r noch nicht 10 Jahre
äußern sich zu r Frage d e r U nte rha ltung ihrer S chn elltrieb­ in Betrieb. Durch Einziehen einer Aluminiumdecke,
wagen. E. B. D ailey berichtet über die Betriebsüber­ s. Abb. 6,
wachung, des Alum inium zuges „C ity o f P ortla nd ": Da der und M odernisierung der ganzen Innenausstattung unter
Zug über 220 m lang ist, kann er zur Untersuchung des A lum inium verw endung erhielten die W a g e n ein gefälliges
Untergestelles, der Drehgestelle usw. nur in mehreren A b ­ Aussehen. W ie aus dem Inseratenteil h e rvorg eht, lieferte
schnitten ü b er die Untersuchungsgrube fah re n. Da an die Firma H e y w o o d -W a k e fie ld fü r 30 d e r W a g e n Alu­
den E ndbahnhöfen tro tz de r gro ß e n E ntfernungen, die miniumsessel mit eloxiertem Rahmen.
d e r Zug zurücklegt, nur w e n ig Z eit fü r diei Untersuchung Die Z w illin g s-Z e p h yrs aus nichtrostendem Stahl sind
zur V erfü gun g steht, ist eine bis ins einzelne gehende durch je einen 8. W a g e n verstärkt w o rd e n . Eine Ansicht
O rgan isa tion erforderlich. Der Zug macht fünfm al im der Innenausstattung mit A lum inium verw endung verm ittelt
M o n a t eine Hin- und Rückreise zwischen C h ica g o und A b b . 7.
O a k la n d m it 7000 km je Reise. Der Reihe nach w erden Sesselgestelle, G epäcknetzstützen und die in den „Z e ­
nach je d e r Fahrt 3 Kolben au sge ba ut und durch neue e r­ phyrs" üblichen Servierplatten bestehen aus eloxiertem
setzt. Die alten Kolben werden au fg e a rb e ite t und, mit Aluminium.
neuen Ringen versehen, spä ter w ie d e r e in g e b a u t. Ebenso N r. 15 v. 9. 10. 37: N o tiz über einen a u f kleinen Rä­
w e rd e n die Z y lin d e rk ö p fe ausgewechselt, von K ohleansatz dern fa h rb a re n B ehälter von 0,9 t L a d e fä h ig ke it zum V e r­
ge reinig t und später w ie d e r verw endet. Auswechselung senden von Fischen, w ie er bei d e r schwedischen S taats­
eines Kolbens mit Buchse d a u e rt 22 M in uten , Austausch bahn in Dienst ge stellt w u rde . Abm essungen l , 8 x l , 2 x
eines Z ylin d e rko p fe s 12 M inuten. Das Fahren bei hoher 1,4 m. Die Isolierung e rfo lg te mit Isoflex, einer Mischung
G esch w in dig keit durch W üsten und Sandsturm w irk t a u f von Zellulose mit A lu m inium p ulve r.
ein ig e Teile des W age na nstrichs w ie ein S an dstrah le n;
d a h e r w ird d e r Anstrich abschnittw eise fo rtla u fe n d mit N r. 17 v. 23. 10. 37: Die Temiskaming & O nt. stellt
S pritzp istolen erneuert. auf den Strecken der Southern Pacific einen Güterwagen
zum Schwefeltransport ein, dessen Fußboden und Seiten­
N r. 12 v. 18. 9. 37: Ein Bild des A lum inium zuges bleche ganz aus Alum inium bestehen. Bei dieser G ele ge n­
(Abb. 5), heit w ird im H eft d a ra u f hingewiesen, daß bereits mehrere
dessen Ausbesserungsdienst im vorh e rg e h e n d e n H e ft b e ­ dieser W age n seit einigen Jahren für Transport schwefel­
schrieben w u rd e , beim Ueberqueren des G roßen Salz­ haltiger Kohle in Dienst stehen, von denen einer speziell
sees w ird in einem A u fsa tz ge bracht, d e r d ie m odernen zum Transport von rohem Schwefel dient, ohne Zeichen
Fahrzeuge des Southern P acific beschreibt. Die „C ity v'on Korrosion zu zeigen. Der G üterw agen der Temis­
o f S an-Francisco" g e h ö rt dieser Bahngesellschaft und kaming ist 3 t leichter als die norm alen G üterw agen.
d e r Union P acific gem einsam . Der F ahrzeitgew inn durch N r. 19 v. 6. 11. 37: Bekannte Eisenbahnfachleute
diesen Zug w ird b e h a n d e lt; er b e trä g t g e g e n ü b e r den äußern sich zu dem. Vorteil des Diesel-M otors bei Schienen­
frühe ren Zügen ü b er 19 Stunden ie Fahrt. Es w ird e r­ fohrzeugen.

A b b . 5. 6 te ilig e r A lu m in iu m -S c h n e lltrie b z u g beim U e b e rq u e re n des G ro ß e n Salzsees.


August 1938 Seite 553

zu entwerfen. Behält er diese M ethode bei


der V erw en dun g’ von Alum inium und rost­
freiem Stahl fü r hochbeanspruchte Teile bei,
so w ird sein W a g e n eine zu große Durchbie­
gung haben. Er muß daher, um die gleiche
Festigkeit und Starrheit der Konstruktion zu
erhalten, den Querschnitt der T rägerteile aus
Alum inium o d er rostfreiem Stahl verstärken,
um die Durchbiegung innerhalb erträglicher
G renzen zu halten. Bei Aluminium kann der
Q uerschnitt genügend verstärkt werden und
noch ein G esam tgewicht beträchtlich unter
dem entsprechenden Teile aus legierten Stäh­
len haben. A b e r die Zuschläge bei dem Bau­
teil aus rostfreiem Stahl erhöhen das G ewicht
erheblich, w eil ein Kubikfuß Stahl dasselbe
w iegt, gleichgültig ob es hochw ertiger nicht­
rostender Stahl ist oder C or-Ten-Stahl." Z w ei­
fellos haben die W erkstoffe mit erhöhtem Kor­
rosionswiderstand, w ie schwachgechromte
Stähle und Alum inium — außer bei A lkalien
— und rostfreier Stahl, große Vorteile, doch
sind (nach Mussey) auch bei normalem Bau­
stahl die Korrosionserscheinungen auf G rund
25jähriger Erfahrung der Pullman-Gesellschaft
nicht erheblich.
Nr. 22 v. 27. 11. 37: Die Bangor-Gesell-
schaft stellt neue D -Z ug-W agen ein, bei denen
in den Strom der Luftaufbereitung eine S terili­
sierungsanlage mit ultraviolettem Licht einge­
baut ist. Die Q ua rzlam p en sind in einem Luft­
kanal aus Alum iniumblechen untergebracht,
deren O be rflä che ein hohes Reflexionsver­
A b b . 6. D -Z u g-W ag e n m it W a g e n d e cke und Inne na u ssta ttun g aus A lum in iu m .
mögen hat. Auch bei der Innenausstattung
dieser W a g e n w urden breite A lum inium profile
Die Aluminum Co. weist d a ra u f hin, daß die 50 neuen aus dekorativen G ründen verw endet.
W age n „Challenger" der Union Pacific, die nur ein Be­ Ein A ufsatz mit 11 Bildern berichtet über die deutschen
triebsgewicht von 55 t haben, w eitgehend aus Aluminium A utobahnen und die S onderfahrzeuge der Reichsbahn.
gebaut sind. Die zwischenstaatliche Handelskommission hat zum
Transport von Triebstoffen einen A u ftra g von 30 Tank­
Nr. 20 v. 13. 11. 37: A uf der Jahresversammlung
wagen aus Alum inium erteilt.
führender am erikanischer W a g g o n b a u e r in M iam i fan d ein
Erfahrungsaustausch über den bisherigen Betrieb der ver­ Nr. 23 v. 4. 12. 37: Bei der Tagung des W estern
schiedenen neuen Fahrzeuge statt. Ueber die Schienenbus- Railw ay C lub in C h icag o fand ein Erfahrungsaustausch
Konstruktionen der Seaboard A ir Line mit Alum inium ­ über moderne Züge statt. Die Züge aus nichtrostendem
Wagenkastenblechen w ird berichtet, daß sie nur 29 c ]e Stahl der Burlington-Linie wurden kurzzeitlich a u f anderen
Stunde verbrauchen, schnell anfahren und leicht zu bremsen Strecken des Netzes eingesetzt als den üblichen. Die statt
sind. Dadurch erreichen sie Durchschnitts-Reisegeschwindig­ ihrer verkehrenden D am pfzüge brachten trotz gleich
keiten von 80 km/Std. A. H. Seaver berichtet über den A lu ­ kurzer Fahrzeit einen unm ittelbaren Rückgang der Ein­
miniumzug „C o m e t" der N e w Haven Line, daß er sich nahmen, der nur durch W iedereinsetzen der Schnelltrieb­
steigender Beliebtheit erfreue w agen behoben w erden konnte. Die „C ity o f Denver" be-
s. A bb . 8, S. 554.
Die Einnahmen seien mehr als d o p ­
pelt so groß w ie die Ausgaben.
Aehnliches berichtet M r. Lanigan
über den „G re e n Diam ond"-Schnell-
triebw agen, der u. a. mit eloxierter
Stirnseite ausgerüstet ist.
Nr. 21 v. 20. 11. 37: W . H. Mus-
sey von der Forschungsabteilung
der Pullman-Gesellschaft vergleicht
in einem Artikel über Fragen des
W agenbaus auch die neuen Leicht-
bauwerkstoffe. Er stellt an Hand
der Festigkeitszahlen schwachge­
kohlte Stähle, schwachgechromte
Stähle, 18/8 gechromte rostfreie
Stähle und hochfeste, ausgehärtete
Alum inium legierungen (17 St = Al-
CuMg) gegenüber. Seine G esell­
schaft benaupte nicht, daß die W a ­
gen aus diesen neuen W erkstoffen
stabiler gebaut seien als die frühe­
ren schweren W a g e n , doch hätten
sie genau dieselbe Festigkeit gegen­
über Pufferstößen usw. w ie die
alten W agen. „D e r Ingenieur ist bei
der Verw endung de r üblichen Bau­
stähle gewöhnt, die W a g e n auf
G rund der Spannungsberechnung Abb. 7. Inn e na u ssta ttun g d e r ,,Z e p h y r"-T rie b w a g e n .
Seite 554 ALUMINIUM

A b b . 8. A lu m in iu m z u g „C o m e t" d e r N e w H aven Line.

fö rd e rte zwischen C h ica g o und Denver von Juni bis N o ­ selbe w ie W a g e n aus schwachlegierten Stählen, kosteten
vem ber 35000 Fahrgäste und brachte etw a 4,80 $ Ein­ aber beträchtlich mehr sowohl als diese w ie auch als die
nahme je Zug-km. M it W e rksto fffra g e n beschäftigte sich Alum inium wagen.)
a u f dieser Tagung ein V o rtra g von E. W . Test, Assistant to
President der PuTlman-Gesellschaft. Preise je kg: A lum i­ N r. 24 v. 11. 12. 37: Die Reading-Gesellschaft stellt
nium legierungen hoher Festigkeit kosten 70 c je kg, rost­ einen aus 5 W a g e n bestehenden Strom linien-Zug in Dienst.
freie r Stahl 80 c je kg und scnwachlegierte Stähle 9 c je kg. Er besteht aus rostfreiem Stahl mit 18% Chrom und 8%
„A us jedem dieser 3 M a terialien sind heute eine Anzahl Nickel in 2 verschiedenen Ausführungen. W o eine w eitere
Züge vorh an den ; ihre Fertigungskosten sind die fo lg e n ­ Bearbeitung des Stahles nötig w ar, w u rde rostfreier Stahl
den: Am teuersten ist rostfreier Stahl, dann kommt A lu ­ mit 70 kg/mm2, in anderen Fällen hochw ertiger rostfreier
minium, und am billigsten sind die schwachlegierten Stähle. Stahl mit 105 kg/mm2 Festigkeit verw endet. Das Innere
W as die G ew ichte a n b e trifft, so ist das Aluminium-Fahr- des W agens z e ig t V erw endung von Alum inium -Profilen.
zeug das leichteste, und zwischen hochwertigen schwach­ Der a u s il7 Fahrzeugen (davon 14, einschließlich Unter­
legierten Stählen und rostfreiem Stahl besteht praktisch kein gestell, aus Aluminium) bestehende neue Strom linienzug
Unterschied, obgleich eine schwache Tendenz zugunsten „ C ity o f Los Angeles II' ist fertiggestellt und ist am 27. De­
der schwachlegierten Stähle vorlieg t, wegen ihres höheren zem ber 1937 in Dienst gegangen. An diesem Tage ging
Elastizitätsm oduls." „D as G ew icht von Untergestell, Seiten­ der bisherige Zug des gleichen Nam ens in die W erkstatt,
w änden und Dach b e trä g t bei den älteren üblichen W age n um am 20. 2. 38 w ie d e r eingesetzt zu werden.
etwa 28 t. Das gesamte G ew icht von W a g e n aus schwach­
gekohlten Stählen schwankt bei 78 bis 80 t, so daß der Nr. 25 v. 18. 12. 37: Ein A ufsatz beschreibt die jetzt
reine Anteil des W a ge ng erip pe s etw a % des G esam t­ fertiggestellten Diesel-Lokomotiven für die beiden neuen
gewichtes d e ra rtig e r W a g e n ausmacht. Dieses G ew icht be­ Strom linienzüge „ C ity o f Los A ngeles" und „C ity o f San-
trä g t bei den neueren Fahrzeugen aus rostfreiem Stahl Francisco". Jeder Zug hat 3 Triebfahrzeuge von je 1800 PS,
o d er Cor-Ten-Stahl etw a 13 t, so daß etw a 50% Gewichts­ insgesamt also eine Leistung von 5400 PS, die zentral vom
ersparnis e rzie lt w erden kann. Eine Alum inium -Konstruktion Führerhaus gesteuert w erden. Die Triebfahrzeuge be­
ist noch etw a 21% leichter als eine dieser neuen Stahl­ stehen aus Stahl und sind bei einem G ewicht von etwa
konstruktionen und w ie g t etw a 10 t, so daß man bei der 438 t 62 m lang. Die G esam tlänge jedes der neuen Züge
Verw endung von Aluminium, welches die leichteste Kon­ mit 14 Aluminiumwagen be trä gt etwa 400 m. Die Züge ge­
struktion von a llen erla u b t, 60% vom Gewicht des üblichen hören 2 bzw . 3 Bahngesellschaften gemeinsam.
W agengerippes o d e r Vs vom G e sa m tw a g e n g e w ich t N r. 26 v. 25. 12. 37: An Stelle des aus 8 W age n
sparen kann."
bestehenden Aluminiumzuges „R o yal Blue" der Baltimore
(Im Zusammenhang mit diesen Betrachtungen sei ein . & O h io , der bekanntlich a u f einer anderen Strecke einge­
Seitenblick gestattet a u f die Zeitschrift Iron Age, vom setzt ist, verkehrt ein neuer Zug gleichen Namens, dessen
23. 12. 37, Seiten 26— 31. R. G. Bingham behandelt do rt W a g e n um gebaut sind aus W a g e n üblicher Bauart. Be­
ebenfalls Erfahrungen der Pullmann Standard C a r & M a ­ sondere S o rg fa lt w u rde hierbei der indirekten Beleuchtung
nufacturing Com p. Die leichtesten W a g e n seien die g e ­ der W age n gew idm et. Beispielsweise sind die W a n d ­
nieteten A l-W a g e n . Die Ersparnis an Betriebskosten gleiche flächen zwischen den Fenstern konkav ausgekehlt und
den M ehrpreis mehr als aus. Die W a g e n aus schwach­ crem efarben gestrichen. In diesen W ö lb u n g e n stehen
legiertem Stahl seien 8— 9% schwerer, d a fü r a b er billiger. senkrecht Leuchtröhren, die die W a n d anstrahlen und zum
Geschweißte W a g e n aus rostfreiem Stahl w ö ge n das­ W age ninne rn hin durch ebenfalls ge w ö lbte, blanke A lu ­
August 1938 Seite 555

minium-Reflektoren abgeschirmt sind. Auch bei der übrigen gesellschaft im Laufe de r Jahre die Zahl ihrer Alum inium ­
Innenausstattung der W a g e n fin d e t sich die übliche A lu ­ züge von anfangs einem 3-W ag en zug um einen Zug mit 6
miniumanwendung. und später 7 W ag e n , baute 2 Züge mit 9 W a g e n hinzu,
A uf Seiten 914— 916 fo lg t ein A ufsatz über die K raft­ 2 w eitere mit 10 W a g e n und 1937 gemeinsam mit anderen
wagen-Linien der N o rthern Pacific. Ueber die Verw endung Bahngesellschaften 2 neue Züge mit je 14 Alum inium w agen.
von Alum inium -Anhängern bei dieser Gesellschaft berichtet Beachtenswert sind ebenfalls die von d e r Zeitschrift
Railway Age bereits im H eft 9 vom 27. 2. 37. Eine A b ­ w iedergegebenen Anw endungsfälle von Alum inium bei
bildung zeigt den „S ilb e rstre ife n ", einen Kühlw agen mit Mischkonstruktionen von Stahl und Alum inium fü r Tank­
zugehörigem Anhänger. w agen, G üterw a ge n, W agenkastenbleche, Fahrzeug­
* * schürzen, Lokom otiv-Kesselverkleidungen, Tenderdeckel,
* Führerhäuser elektrischer Lokomotiven sowie die Verw en­
dung von Alum inium teilen an und in ausgesprochenen
Die Zeitschrift, deren 3 letzte Jahrgänge w ir durch­ Stahlfahrzeugen. M an erinnert sich an die Erwähnung von
blättert haben, ist nicht das O rg a n irgendeiner W e rk s to ff­ Pufferteilen, eloxierten T riebw agenstirnflächen, F alten ba lg­
gruppe, sondern ein Sprachrohr der amerikanischen Bahn­ rahmen, Z ylindern fü r Bremsgestängesteiler, Treibstangen
gesellschaften, W a g g o n fa b rike n , Kommissionen, For­ u. dgl. Die architektonische W irku n g des Aluminiums kommt
schungsinstitute, W a lzw e rke , Bremsengesellschaften u. dgl. dem Bericht zu fo lg e im Innern der Fahrzeuge besonders
Um so überzeugender w irken die von ihr berichteten Tat­ zur G eltung, hauptsächlich bei der recht verbreiteten A n ­
sachen: Im M ittelpunkt des Interesses stehen beim reisen­ w endung e loxie rter O berflächen. An Alum inium teilen im
den Publikum die neuen Strom linienzüge für hohe G e ­ W age ninne rn w erden u. a. erw äh nt Spiegel- und Fenster­
schwindigkeiten. Einer von ihnen w ird z. B. innerhalb rahmen, Beschläge, Tischeinfassungen und -füße, ge­
12 Tagen von über 150000 Menschen besichtigt. 30% der schweißte o d er e lo xie rte Sessel, Gepäcknetzstützen, Ser­
Reisenden benutzten früher andere Verkehrsmittel als die vierplatten, Rauchständer, Jalousiestäbe, Tisch- und Decken­
Eisenbahnen. Bei den in den letzten Jahren gebauten lam pen, Reflektoren, Leuchtsäulen, Zierleisten und O rn a ­
46 Zügen fü r Höchstleistungen im Schnellverkehr w urde mente, kunstgeschmiedete G itte r, Zwischenwände und
durchweg w eitgehend Alum inium verw endet; etwa jeder Türen, Innendecken, Luftkanäle, Regale, Fußbodenplatten,
4. Zug von ihnen besteht mit Ausnahme der Drehgestelle schwarz eloxie rte Fenstersäulen, mit Alum inium blech be ­
und Achsen vollständig aus Aluminiumlegierungen, andere klebte S perrholzplatten und Isolierungen durch Alum inium ­
fahren seit Jahren auch mit Alum inium -Drehgestellen. Die folie. Auch Alum inium verw endung im Kraftw agenverkehr
technischen A nforderungen an den W e rksto ff hinsichtlich ist in den betrachteten Jahrgängen erw ä h n t; ebenso die
Dauerfestigkeit und Korrosionsbeständigkeit sind g e w a ltig : A nw endung der Leichtmetalle a u f Randgebieten des Fahr­
ein Teil der Züge legt a u f je de r Fahrt 3600 km bei zeugbaues w ie z. B. bei Gehäusen fü r A ufgleisgeräte, im
12 kurzen H alten mit 92 km/h Durchschnitts- und 193 km/h Brückenbau und bei der Ausstattung von Bahnhofs­
Spitzen-G eschwindigkeit zurück. Der dabei zu über­ gebäuden.
w indende Höhenunterschied von 3000 m b ring t große Tem­ In ganzen gesehen spiegelt sich das Alum inium in der
peraturunterschiede mit sich (Zusatzbeansprucnung durch betrachteten Eisenbahnzeitschrift als ein bei Bahngesell­
W ärm edehnung). Schnee- und Sand-Stürme sowie die schaften und W a g g o n fa b rik e n voll anerkannter Konstruk­
Fahrten über den großen Salzsee bedeuten stark k o rro ­ tionsstoff w id e r und als das führende M a te ria l fü r die
sive Einflüsse. Trotzdem erw eiterte die be tre ffe nd e Bahn- Innenausstattung de r Fahrzeuge.

Neue VDE-Vorschriften. nur dann G e w ä h r d a fü r besteht, d a ß das Installatio ns­


m a te ria l mit VDE-Zeichen auch zum Anschluß von A lu ­
In d e r „Elektrotechnischen Z eitschrift" (1938), S. 703,
m inium leitungen g e ig n e t ist, w enn es neben dem VDE-
wurdet d ie V orschrift VDE 0608/V- 38 „Leitsätze für Klem­
Zeichen die Bezeichnung „ A l" trä g t.
men zum Anschluß von eindrähtigen Äluminiumleitern mit
Querschnitten bis 16 mm2" ve rö ffe n tlich t. In H e ft 29, Prüfstelle des V erb an de s Deutscher Elektrotechniker,
S. 787, w ird eine e rg ä n ze n d e E rläuterung fü r d ie Be­ gez. Zim m erm ann.
zeichnung d e r Erezugnisse, d ie unter die V orschrift fa lle n ,
g e b ra ch t; w ir ge be n d ie Bekanntm achung nachstehend
im vollen W o rtla u t w ie d e r:
Neue französische Stahl-Aluminiumleitungen.
Installationsmaterial zum Anschluß von In „The E lectrician" vom 8. Juli 1938 w u rde auf
Aluminiumleitungen. Seite 35 über die neuere Entwicklung der Elektrisierung in
Die „V orsch rifte n, Regeln und N o rm en fü r die K on­ Frankreich berichtet.
struktion und Prüfung von In s ta lla tio n sm a te ria l bis 750 V U. a. w ird eine neue Hochspannungsleitung erwähnt,
N e nn sp a n n u n g " (VDE 0610) sind seine rzeit unter d e r V o r­ die zwischen V iviez und Rueyres erbaut w ird. Die Span­
aussetzung a u fg e ste llt w o rd e n , da ß le dig lich K up fer als nung b e trä g t 150/220 kV.
M a te ria l fü r die Anschlußleitungen v e rw e n d e t w ird . Der Die G esam tlänge der bedeutenden Leitung ist 45 km.
VDE hat nun be sondere „L e itsä tze fü r Klemmen zum A n ­ Sie besteht aus 121 Masten, die 3 Stahl-Alum inium seile
schluß von e in d rä h tig e n A lu m inium leitern mit Q u e r­ mit einem Q uerschnitt von 356 mm2 Reinaluminium und
schnitten bis 16 mm2" (VDE 0608/V. 38) geschaffen, d ie einem -©• von 24,5 mm tragen. Die Seile bestehen aus
am 1. 7. 1938 in K ra ft ge tre ten sind (siehe ETZ 59 [1938], 44 A lum inium drähten von 2,63 mm -0" und 19 Stahldrähten
H e ft 26, S. 703). Die VDE-Prüfstelle w ird d a h e r je tzt a u f von 2,8 mm Das Erdseil aus Stahl hat einen Q u e r­
A n tra g In sta lla tio n sm a te ria l unter Z u g ru n d e le g u n g dieser schnitt von 100 mm2. Allgem ein sind die Seile an 15 H än­
Leitsätze auch d a ra u fh in prüfen, o b es auch zum A n ­ geisolatoren au fgeh än gt, nur in S pezialfällen, besonders
schluß von A lu m inium leitun ge n g e e ig n e t isr. Bei Be­ bei langen Spannweiten, an Doppelketten mit je 17 Iso­
stehen dieser Prüfung w ird d ie Prüfstelle die G e n e h m i­ latoren. Die Leitung stellt die erste V erbindung zwischen
gung erteilen, neben dem VDE-Zeichen d ie Bezeichnung dem 150-kV-Netz in den Pyrenäen dar, das sich jetzt bis
„ A I" a u f den Erzeugnissen an zu b rin g e n . N u r in diesem V iviez erstreckt und den beiden 220-kV-Leitungen von den
Falle d a rf In sta lla tio n sm a te ria l mit VDE-Zeichen als auch M assif C entral nach Paris, die das Rückgrat des ganzen
„fü r Anschluß von A lu m in iu m le itu n g e n g e e ig n e t" b e ­ französischen Hochspannungsnetzes darstellen.
zeichnet w e rde n. Es w erden interessante Einzelheiten über die Aus­
Die Bezieher und Benutzer von In sta lla tio n sm a te ria l führung d e r Schaltanlagen in V iviez und Rueyres gegeben.
w e rde n ausdrücklich d a ra u f aufm erksam gem acht, daß Dr. Be.
Seite 556 ALUMINIUM

Untersuchung
der Fließvorgänge im ein- und m ehrstranggepreßten Stangenm aterial
Von Obering. H. W a I b e r t , Sömmerda.
(Alum inium , 20 [1938], N r. 6, S. 379 ff.)

Bem erkungen zum vorgenannten A rtikel H. W a lb e rt.


Von A. v. Z e e r l e d e r und H. H u g , AIAG, Neuhausen.

Im Juni-Heft dieser Zeitschrift veröffentlicht Ober- stranggepreßten Stangenmaterial". Der Verfasser


Ing. H. Walbert-, Sömmerda, einen Aufsatz, betitelt: erläutert in seiner Arbeit an Hand von Gefügeunter­
„Untersuchung der Fließvorgänge im ein- und mehr- suchungen die Fließvorgänge beim Pressen von
Stangen und gibt im Verlaufe seiner Ausführungen
eine Erklärung für die Entstehung der grober kristalli­
sierten Randzone, die uns veranlaßt, auf Grund
eigener Untersuchungen zu diesem Punkt Stellung zu
nehmen.
Auf Seite 379, rechte Spalte oben, schreibt der
Autor, daß die am äußeren Umfang des Stangen­
restes auftretende grobrekristallisierte Zone — wie
dieS A U L 11
Abb.
veranschaulicht— „ihre Ursache darin hat, daß beim
Durchlauf durch die Matrize an der Matrizenwand
eine Reibung auftritt, die eine zusätzliche schwache
Verformung am äußeren Umfang des übrigen be­
reits verformten Materials bewirkt. Diese zusätzliche
schwache Verformung erzeugt die oben erwähnte
grober kristallisierte Zone . .
Aus
Abb. 2 und 3
geht aber deutlich hervor, daß die grobrekristalli­
sierte Zone nicht erst bei der durch die Matrize aus­
gepreßten Stange auftritt, sondern bereits im Block
infolge verschiedener Fließvorgänge ihre Ursache
hat. W ürde diese Grobrekristallisation tatsächlich
durch die Reibung an der Matrizenwand erzeugt,
so müßte sie über die ganze Stange, vom Anfang
bis zum Ende gleichmäßig auftreten, was aber, wie
auch aus den Abb. 6—8 des Berichts von H. W a l­
bert hervorgeht, nicht der Fall ist. Obschon die Rei­
bungsverhältnisse bei gleichbleibender Preßge-
schwindigkeit beim Durchgang durch die Matrize
normalerweise während des ganzen Preßvorganges
dieselben sind, zeigt der Stangenanfang, der haupt­
sächlich aus dem in unmittelbarer Nähe der Aus­
flußöffnung befindlichen Material des Blocks ge­
bildet wird, diese grobrekristallisierte Randzone nicht.
Eine weitere Bestätigung der Annahme, daß das
grobe Randgefüge auf Fließvorgänge im Rezi­
pienten, d. h. im Block, und nicht auf die Reibung
in der M atrize zurückzuführen ist, sind auch die in
der Arbeit von H. W albert gezeigten Abb. 13— 19,
wonach beim Pressen mit zwei Matrizen stets nur die
äußeren, der Blockmitte abgekehrten Seiten der
Stange diese grobe Randzone zeigen, während die
gegen die Blockmitte zu liegenden Stangenteile fein­
körnig bleiben.
A b b . 1. n a tu rl. G rö ß e . Die allfällige Einwendung, daß die schwache Ver­
A l-C u -M g -R u n d sta ng e (A v io n a l), 60 mm 0 , m it g ro b re k ris t. Randzone.
Nach 2stündigem G lü h e n b e i 500° g e ä tz t in HF + H C l + H N O 3 . formung durch Reibung in der M atrize zwar nicht
Seite 557

A b b . 2.

V2 n a tü rl. G rö ß e .

A l-C u -M g -P reß rück-


stand (A v io n a l) nach
2stündigem G lü he n
bei 500° g e ä tz t in
HF + HCl + H NO s.

A b b . 3.

3/s n a tü rl. G rö ß e .

A l-C u -M g -R u n d sta ng e
(A v io n a l), P reßanfang
(unten) und Preßende
m it Preßrückstand
(o be re B ild h ä lfte ).
Nach 2 s tü n d ig e r V e r­
gütung b e i 490— 500°
g e ä tz t in
HF + HCl + H NO s.

P re ß a n fa ng . (Erklärung s. o b e n „ A b b . 3 ".)
August 1938 Seite 559

wird durch die gung hineingezogen wird, an die Randpartien der


Abb. 2 und 3, S. 557, Stange abfließt.
ebenfalls widerlegt. Auf diesen Abbildungen ist Gegen Ende des Preßverlaufes dringt diese zur
auch deutlich erkennbar, wie das hauptsächlich in­ Grobrekristallisation neigende Schicht zu immer grö­
folge Reibung im Rezipienten träge fließende M a­ ßerer Tiefe des Preßquerschnittes vor (Abb. 4), was
terial der äußeren Ringzone des Blocks, das mit fo rt­ den Fließvorgängen im Block entsprechend leicht er­
schreitendem Aufpressen allmählich in die Fließbewe- klärlich ist.
* *
*

Erwiderung. d e r zusätzlichen Reibung beim D urchlauf durch d ie M a ­


Zu dem Eingesandt des Herrn Prof. von Z e erled er, triz e habe.
das sich mit m einer A rb e it ü b er d ie F lie ß vo rg ä n g e im Es t r ifft zu, d a ß diese g ro b rekrista llisierte Ringzone
ein- und zw e istra n g g e p re ß te n M a te ria l b e fa ß t, möchte nicht nur am Stangenrest a u ftritt, sondern in d e r ganzen
ich fo lg e n d e s bem erken: S tange, w ie ich bei d e r Untersuchung d e r verg üteten
Der K ernpunkt m einer D a rleg un ge n lie g t in der S tangen fe stge ste llt ha be , a lle rd in g s in unterschiedlicher
H auptsache bei d e r Feststellung, d a ß das G e fü g e von Stärke. W e il a b e r dieser Punkt fü r den G egenstand
Rand und K ernzone beim ein- und zw e istra n g g e p re ß te n m einer A rb e it nur u n te rg e o rd n e te Bedeutung hatte, habe
M a te ria l grundverschiedene A u sb ild u n g ze ig t. A uß e r ich es unterlassen dies im besonderen auszuführen.
diesen be id en scharf umrissenen Zonen e rg a b sich nach Im ü b rig e n ist, w ie in meinem zusam m enfassenden
dem V ergüten d e r Stangenabschnitte und Preßrückstände S chluß w ort schon ge sag t, d ie Untersuchung ü b er G rund
eine d ritte Ringzone, d ie a u f d ie G esam tuntersuchungen und Ursache d e r V e rfo rm u n g erst G eg enstan d des z w e i­
keinen Einfluß hatte, von mir a b e r b e ilä u fig e rw ä h n t ten Teiles m einer A b h a n d lu n g und erscheint später.
w u rd e . Ich sagte, d a ß diese R ingzone ihre Ursache in O b e r-In g . H. W a lb e rt.

A l u m i n i u m

Nochmals spanische Bezeichnung für Leichtmetall: W e rk s to ffe n erh alte n b le ib t und sich dadurch in optischer
Unsere Aluminiumfunknotiz hat erfreulicherweise so Hinsicht gü nstig e A usw irkun ge n erg eb en.
gut gezündet, d aß w ir als Niederschlag der Zuschriften Das A n w e n d u n g s g e b ie t um faß t Reflektoren fü r Schein­
vorläufig feststellen können, d aß man für Leichtmetall w e rfe r a lle r A rt, Flutlichtbeleuchtungen, Q u a rz la m p e n ,
in Spanien: metal ligero W ärm estrah le r,, S o ffitte n usw.
und in Südamerika: metal liviano In den meisten Fällen g e n ü g t eine 10% ige K up fer­
Sag>. ^ a u fla g e , w elche a u f d e r Innenseite des Reflektors a n g e ­
o rd n e t w ird . Z ur Schonung d e r Kupferschicht, deren Er­
haltung fü r d ie n a ch fo lg e n d e ga lva nisch e Behandlung
Bratenzange aus Al umi ni um. Aus Alu­ von W ic h tig k e it ist, e m p fie h lt es sich, statt d e r bisher meist
minium wird eine Bratenzange hergestellt. M it diesem G e ­ a n g e w e n d e te n und m it erh eb lich er M a te ria la b tra g u n g
rät soll der Braten beim Schneiden und besonders beim v o r sich ge henden Schleif- und P o lie rve rfa h re n d ie G lä t­
Scheibenschneiden gehalten und zusammengehalten w er­ tung a u f einem p o lie rte n S ta h lh o h lfu tte r m ittels eines
den. M an umfaßt mit diesem zangenartigen W erkzeug eb e n fa lls p o lie rte n Drückstahles und evtl. Blutsteines v o r­
den Braten, kann dabei die Vorderkante der beiden G reif­ zunehm en. Diese A rbe itsw e ise ist, la u fe n d be trieb en,
schenkel als Anschlag für das Messer benutzen und hat keinesw egs te u re r als d ie bisherige. M an e rz ie lt eine so
so eine Führung zum Schneiden, vor allem ab er hat man g u te O b e rflä ch e n b e sch a ffe n h e it, da ß g e rin g fü g ig e s Po­
so einen leichten Schnitt. M it dieser Bratenzange wird es lieren, sogen. „G lä n z e n ", genügt.
möglich, ein Stück Braten bis zum Rest in Scheiben schnei­
den zu können. Das W erkzeug dürfte vor allem für
Installationsmaterial zum Anschluß von Aluminiumleitungen.
Fleischereien, Gastwirtschaften usw., aber auch für größere
Haushalte zweckdienlich sein (E. O . 62 [1938], N r. 4837, Die Vorschriften, Regeln und N o rm e n fü r d ie Kon­
S. 11). struktion und Prüfung von In s ta lla tio n sm a te ria l bis 750V
N ennspan nu ng (VDE 0610) sind seine rzeit unter d e r V o r­
* aussetzung a u fg e s te llt w o rd e n , da ß lediglich K upfer als
M a te ria l fü r d ie Anschlußleitungen v e rw e n d e t w ird . Der
AIuminium-Tränkebecken. VDE hat nun be son de re „Leitsätzel fü r Klemmen zum A n ­
W e r stellt solche h e r? A n tw o rte n an d ie S chrift­ schluß von e in d rä h tig e n A lu m in iu m le ite rn mit Q uerschnit­
leitung d e r Z eitschrift „A lu m in iu m ". ten bis 16 mm2" (VDE 0608/V. 38) geschaffen, die am
1. 7. 1938 in K ra ft ge tre te n sind (siehe ETZ, 59 [1938],
H e ft 26, S. 703). D ie VDE-Prüfstelle w ird d a h e r je tzt a u f
Reflektoren aus kupferplattiertem A n tra g In s ta lla tio n sm a te ria l unter Z u g ru n d e le g u n g dieser
Aluminium (Cupal). Leitsätze auch d a ra u fh in p rü fe n, o b es auch zum Anschluß
Dieser V e rb u n d w e rk s to ff fin d e t in zunehm endem von A lu m inium leitun ge n g e e ig n e t ist. Bei Bestehen dieser
M aß e V e rw en dun g fü r d ie Herstellung von Reflektoren. Prüfung w ird die Prüfstelle d ie G en ehm igung erteilen,
Bereits seit einer Reihe von Jahren w e rd e n daraus neben dem VDE-Zeichen d ie Bezeichnung „ A I " a u f den
W ä rm e stra h le r hergestellt. D ie leichte V e rfo rm b a rke it, Erzeugnissen a n zu b rin g e n . N u r in diesem Falle d a rf In­
fe rn e r d ie M ö g lich ke it eine r einfachen galvanischen Be­ sta lla tio n sm a te ria l mit VDE-Zeichen als auch „ fü r Anschluß
ha nd lun g, die sich bei einse itige r P lattierung a u f der von A lu m inium leitun ge n g e e ig n e t" bezeichnet w e rde n.
Alum inium seite (Rückseite) e rg e b e n d e S ilberersparnis beim Die Bezieher und Benutzer von Installatio nsm ate rial
Versilbern d e r Blenden, lassen neben den V o rte ile n eines w e rd e n ausdrücklich d a ra u f aufm erksam gem acht, daß
geringen G ew ichts diesen W e rk s to ff als besonders g e ­ nur dann G e w ä h r d a fü r besteht, da ß das Installatio ns­
eignet erscheinen. Die Form gebung kann ohne Zwischen­ m a te ria l mit VDE-Zeichen auch zum Anschluß von A lu ­
glühung e rfo lg e n . Es hat sich herausgestellt, da ß das m inium leitungen g e e ig n e t ist, w enn es neben dem VDE-
M a te ria l keine N a ch fe d e ru n g besitzt und da ß in fo lg e ­ Zeichen d ie Bezeichnung „ A I" trä g t.
dessen die durch das W e rk z e u g vorg eze ichn ete P a ra b e l­ Prüfstelle des V e rb an de s Deutscher Elektrotechniker.
form besser als bei den meisten bisher ve rw en deten Zim m erm ann.
Seite 560 ALUMINIUM

W irts c h a ft und In d u s trie


Staatliche M aßnahm en.
A nordnung 3 5 a 6. bei Erweiterung o d er Vergröß erung von Betriebs­
der Ueberwachungsstelle für unedle M etalle, betr. Verkehr anlagen oder -einrichtungen in Betrieben der M e ta ll­
mit unedlen Metallen, vom 26. Juli 1938. gew innung o d er der M etallve ra rbe itun g, sow eit dam it
eine Steigerung des Verbrauchs an unedlen M etallen
(Reichsanz. N r. 174 v. 29. 7. 1938.)
verbunden ist.
A u f G rund der Verordnung über den W arenverkehr
Als A ufnahm e eines neuen Betriebszweiges gemäß
vom 4. Septem ber 1934 (Reichsgesetzbl. I S. 816) in de r
Z iffe r 4 g ilt:
Fassung der Verordnung vom 28. Juni 1937 (Reichsgesetz­
b la tt I S. 761) in Verbindung mit der Verordnung über die a) bei Betrieben der M etallg ew innu ng die G ew innung
Einführung von Vorschriften a u f dem G e b ie t des W a re n ­ von unedlen M etallen neuer MetaOklassen o d e r die
verkehrs im Lande O esterreich vom 19. M ä rz 1938 (Reichs­ Herstellung grundsätzlich andersgearteter Erzeug­
gesetzbl. I S. 263) und in V erbindung mit de r Verordnung nisse in den bisherigen Metallklassen,
über die Errichtung von Ueberwachungsstellen vom 4. Sep­ b) bei Betrieben de r M etallve ra rbe itun g die Aufnahm e
tem ber 1934 (Deutscher Reichsanz. u. Preuß. Staatsanz. neuer Be- o d er V erarbeitungsverfahren o d er die
N r. 209 vom 7. Septem ber 1934) w ird mit Zustimmung des Herstellung grundsätzlich neuer und andersgearteter
Reichswirtschaftsministers a n g e o rd n e t: Erzeugnisse, sow eit dam it ein M ehrverbrauch an un­
edlen M etallen o d er eine V eränderung im Ver­
§ 1 brauch nach M etallklassen o d er M aterialg rup pe n
Als unedle M e ta lle im Sinne dieser Anordnung gelten verbunden ist,
V orm aterial, Rohmaterial, H a lbm a teria l und A b fa llm a te ria l c) bei Betrieben des M etallhandels die Aufnahm e des
a lle r M etallklassen gem äß § 1 und 2 d e r Anordnung 27 a, Handels in einer neuen M etallklasse oder einer
betr. Lagerbuchführung und Bestandsmeldung fü r unedle neuen M a te ria lg ru p p e oder die Aufnahm e eines
M etalle, vom 20. Juni 1938 (Deutscher Reichsanz. und Preuß. Abbruch-, A bw rack- o d er Verschrottungsgeschäfts,
Staatsanz. N r. 146 vom 27. Juni 1938). d) bei Abbruch-, A bw rack- o d er Verschrottungs­
§ 2 betrieben die Aufnahm e des H andels mit solchen
Als Verkehr mit unedlen M etallen im Sinne dieser A n ­ unedlen M etallen, die nicht im eigenen Betriebe
ordnung gelten durch Abbruch, Abw racken o d er Verschrottung ge ­
a) jede V erfügung tatsächlicher A rt über unedle M etalle, wonnen werden.
insbesondere durch Bezug, Verbrauch, Verarbeitung Dies g ilt sinngem äß auch fü r Z iffe r 5.
(auch Um arbeitung) oder Lieferung, § 5
b) Rechtsgeschäfte jeder A rt über unedle M etalle, ins­ Die Ausübung des Verkehrs mit unedlen M e ta lle n b e ­
besondere Erwerb o d er Veräußerung von unedlen M e ­ d a rf der vorherigen schriftlichen G enehm igung durch die
tallen, von Rechten an unedlen M etallen, von Lager­ Ueberwachungsstelle für unedle M etalle :
scheinen über unedle M etalle und dergl., fü r eigene 1. be i jedem —■ auch gele gen tlich en — V erkehr mit un­
w ie fü r frem de Rechnung, einschließlich der V erm itt­ edlen M etallen, der außerhalb des Geschäftszweckes
lung solcher Geschäfte. des Unternehmens liegt, durch einen Betrieb der M e­
§ 3 tallge w in nu ng, der M etallve ra rbe itun g oder des M e ­
Die Aufnahme des Verkehrs mit unedlen M etallen be ­ tallhandels,
d a rf der vorherigen schriftlichen G enehm igung durch die 2. bei jedem — auch gelegentlichen — Verkehr mit un­
Ueberwachungsstelle fü r unedle M e ta lle : edlen M etallen durch Personen oder Betriebe, die sich
1. bei Errichtung eines Betriebes der M etallgew innung, nicht gew erbsm äßig mit der M etallgew innung, der
der M e ta llve ra rb e itu n g oder des M etallhandels, M e tallve ra rbe itun g o d er dem M etallh and el befassen.
2. bei Errichtung einer Filiale, eines Zweigbetriebes, einer Ausgenommen von dieser G enehm igungspflicht sind
Betriebsstätte, einer selbständigen Ein- o d er Verkaufs­ lediglich:
stelle oder einer V ertretung fü r einen Betrieb der M e­ a) V eräußerung von A b fa llm a te ria l, das im eigenen
tallge w in nu ng, de r M e tallve ra rbe itun g o d er des M e- Betriebe, Haushalt oder dergl. an ge fa lle n ist,
ta lln a n d e ls, b) Erwerb solcher unedler M etalle, die unm ittelbar für
3. bei Verlegung eines bestehenden Betriebes gemäß den eigenen Betrieb, Haushalt o d er dergl. benötigt
Z iffe r 1 o d er Z iffe r 2 in eine andere G em einde, w erden,
4. bei W ied era ufnah m e o d er W ie d e re rö ffn u n g eines seit c) bloß e Beförderung oder Einlagerung von unedlen
mehr als sechs M onaten ruhenden oder stillgelegten M etallen im A u ftra g und für Rechnung D ritter durch
Betriebes gem äß Z iffe r 1 o d er Z iffe r 2. Transportunternehm ungen, Spediteure und g e w e rb ­
liche Lagerhalter.
§ 4
Die Erweiterung des Verkehrs mit unedlen M etallen
§ 6
Als Betriebe des M etallhandels im Sinne dieser A n ­
b e d a rf der vorherigen schriftlichen G enehm igung durch die
ordnung gelten auch solche Betriebe, die die G ewinnung
Ueberwachungsstelle für unedle M etalle : und Verw ertung von A b fa llm a te ria l gew erbsm äßig be ­
1. bei A ufnahm e der M e ta llve ra rb e itu n g o d er des M e ­ treiben, w ie Abbruch-, Abw rack- o d er Verschrottungsbe­
tallhandels durch einen Betrieb der M eta llg e w in n u n g , triebe (auch Autoverw ertungsbetriebe).
2. bei Aufnahm e de r M etallg ew innu ng o d er des Mietall-
handels durch einen Betrieb der M etallve ra rbe itun g, § 7
3. bei Aufnahm e de r M etallg ew innu ng o d e r de r M e ta ll­ Der G enehm igungspflicht gem äß §§ 3 bis 5 dieser
verarbeitung durch einen Betrieb des M etallhandels, Anordnung unterliegen nicht:
4. bei Aufnahm e eines neuen Betriebszweiges in einem a) eine Veräußerung von unedlen M etallen, die auf
Betriebe der M etallg ew innu ng , de r M etallve ra rbe itun g G rund einer allgem einen o d er besonderen Anordnung
oder des M etallhandels, der Ueberwachungsstelle für unedle M etalle zu e r­
5. bei W ied era ufnah m e eines seit mehr als sechs M onaten folg en hat,
ruhenden o d er stillgelegten Betriebszweiges in einem b) ein Erwerb von unedlen M etallen, Rechten an unedlen
Betriebe der M etallg ew innu ng , d e r M etallve ra rbe itun g M etallen, Lagerscheinen über unedle M etalle und dergl.
o d er des M etallhandels, a u f G rund gesetzlicher oder testamentarischer Erbfolge,
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c) eine V eränderung der Firmenbezeichnung oder Um­ Inhaltsverzeichnis:


w andlung eines Unternehmens in eine andere Rechts­ Erster Abschnitt.
form, sofern dam it keine V eränderung in A rt, Form Allgemeines.
oder Um fang des Verkehrs mit unedlen M etallen ver­
bunden ist, jedoch mit der M aß ga be , daß jede solche § 1 Arbeitsräum e.
Veränderung o d e r Um w andlung der Ueberwachungs- § 2 Rückzugswege.
stelle für unedle M etalle unverzüglich an gezeigt w e r­ § 3 Arbeits- und Schutzkleidung.
den muß. § 4 Kennzeichnung der Arbeitsräum e.
§ 5 Feuerlöschmaßnahmen.
§ 8
Die Ueberwachungsstelle fü r unedle M e ta lle kann eine § 6 U nverw ertbare A b fä lle .
Genehmigung a u f G rund dieser Anordnung mit Bedingun­ Zweiter Abschnitt.
gen und A ufla ge n versehen und eine erteilte G enehm i­ Schmelzen und G i e ß e n von Magnesium­
gung jederzeit ganz oder teilw eise w iderrufen. legierungen.
§ 9 § 7 G ießräum e.
Eine G enehm igung auf G rund dieser Anordnung ist § 8 Lüftung.
nicht ü b e rtra g b a r; sie g ilt nur fü r dasjenige Unternehmen § 9 Schmelzöfen.
und diejenige A rt una Form des Verkehrs mit unedlen § 10 Behandlung der Schmelztiegel.
M etallen, für die sie erteilt ist. § 11 Einschmelzen von Spänen
§ 10 § 12 Bekämpfung von Bränden.
Die Ueberwachungsstelle fü r unedle M e ta lle kann
jederzeit mit Zustimmung des ReichsWirtschaftsministers zum Dritter Abschnitt.
Schutze de r Belange der deutschen M etallw irtschaft sowie Spanabhebende Bearbeitung.
zur Verhütung oder Beseitigung wirtschaftlicher Schädi- § 13 Spanabhebende W erkzeuge.
ungen einer natürlichen oder juristischen Person o d er einer § 14 Kühlung.
ersonenvereinigung den weiteren Verkehr mit unedlen § 15 Brandverhütung.
M etallen ganz oder teilw eise verbieten.
Vierter Abschnitt.
§ 11
Unberührt von den Vorschriften dieser A nordnung Schleifen.
bleiben sonstige gesetzliche Vorschriften, nach denen die § 16 Riemenantrieb.
Errichtung, der Erwerb o d er die Pachtung eines g e w e rb ­ § 17 N a ß - und Feuchtschleifen.
lichen Betriebes o d er die Ausübung eines Verkehrs mit un­ § 18 Trockenschleifen.
edlen M etallen von einer behördlichen G enehm igung oder § 19 Schleifschlamm.
Erlaubnis ab h ä n g ig ist. § 20 Reinigen d e r A rbeitsplätze, Feuerschutz.
§ 12 Fünfter Abschnitt.
Zuw iderhandlungen gegen diese A nordnung oder
gegen ein a u f G rund von § 10 dieser Anordnung erlas­ Be f ö rd er u ng und Aufbewahrung.
senes V erb ot w erden nach den §§ 10, 12 bis 15 der Ver­ § 21 Begriffsbestimmung.
ordnung über den W aren verke hr bestraft. § 22 Verpackung.
§ 13 § 23 S päneaufbew ahrung.
(1) Diese A nordnung tritt am 1. August 1938 in Kraft.
Sie g ilt auch fü r das Land Oesterreich. Erster Abschnitt.
(2) G leichzeitig tritt die A nordnung 35 vom 25. Februar Allgemeines.
1936, betr. Verkehr mit unedlen M etallen (Deutscher Reichs- § 1
anz. u. Preuß. Staatsanz. Nr. 55 vom 5. M ä rz 1936) außer Arbeitsräume.
Kraft.
(1) A rbeitsräum e, in denen M etalle gie run gen mit mehr
Berlin, den 26. Juli 1938. als 80 Teilen M agnesium in 100 Teilen der Legierungen
Der Reichsbeauftragte für unedle M etalle. (z. B. Elektron, M agnew in) geschmolzen, gegossen, mit
Zimmermann. spanabhebenden W erkzeugen be arbeitet o d er geschliffen
w erden, müssen g la tte W ä n d e haben. Absätze in den
W ä n d e n sind möglichst zu vermeiden.
(2) Der Fußboden der A rbeitsräum e muß in unmittel­
Sicherheitsvorschriften barem Umkreis der A rbe itsplätze fest sein und d a rf keine
fü r Magnesium legierungen. offenen Fugen haben.
Vom 28. Juli 1938. (3) Die Vorschriften de r Abs. 1 und 2 gelten nicht für
Sandform - und Blockgießereien.
(Reichsanz. N r. 180 v, 5. 8. 1938.)
§ 2
M agnesiumreiche Legierungen sind in fo lg e ihres chemi­ Rückzugswege.
schen Verhaltens entzündlicher als alle anderen G ebrauchs­
Von jedem A rb e itsp la tz muß im G e fa h rfa lle ein
metalle. Die Entzündungstem peratur ist bei Spänen und
schneller, ungehinderter Rückzug möglich sein. Einzige
nicht überm äßig feinem Staub durch den unteren Schmelz­
Rückzugswege an d e re r Betriebsräume dürfen nicht durch
punkt de r Legierungen bestimmt (über 450°). In feinster
Arbeitsräum e im Sinne d e r Sicherheitsvorschriften führen.
Form w ie auch im Gemisch mit sauerstoffhaltigen Stoffen
kann die Verbrennung explosionsartig vor sich gehen. Ein­ § 3
mal entzündet, verm ag Magnesium O xyd e , z. B. Eisen­ Arbeits- und Schutzkleidung.
oxyde (Hammerschlag, W alzsinter, Zunder) und Kiesel­ (1) G efolgschaftsm itglieder, die mit Staub o d er feinen
säure, zum Teil unter explosionsartiger H e ftig keit, zu ze r­ Spänen von M agnesium legierungen in Berührung kommen,
setzen. Feuchter M agnesium staub neigt zur Selbstentzün­ müssen bei der A rb e it eine A rbeitskleidung aus dichtem
dung. W asser w ird von feinem Magnesium staub unter und glattem S toff tragen, an dem Staub und Späne
Bildung von W asserstoff zersetzt; auch beim Befeuchten schlecht haften.
von Magnesiumspänen mit W asser besteht die G e fa h r der (2) G efolgschaftsm itglieder, die der besonderen Ein­
W asserstoffentwicklung. M agnesium verbrennt mit starkem w irkung von Staub o d e r feinen Spänen ausgesetzt sind,
blendend-weißem Licht. müssen eine Schutzkleidung ohne Jackentaschen tra g e n ;
Diese Eigenschaften des Magnesiums erford ern bei der diese muß mit einem behördlich anerkannten Feuerschutz­
Bearbeitung von magnesiumreichen Legierungen besondere mittel ge trä nkt sein, das nach jedem W aschen erneut a u f­
Vorsichtsmaßnahmen. Zum Schutz gegen die G efahren zubringen ist. Die Schutzkleidung ist täglich im Freien an
bei der M agnesium bearbeitung bestimme ich a u f G rund einer von de r Betriebsleitung vorgeschriebenen Stelle gut
des § 4 der V erordnung über M agnesium legierungen vom auszustäuben. Sie ist vom Betrieb zu stellen, der auch für
8. M ärz 1938 (Reichsgesetzbl. I S. 239) was fo lg t: die rechtzeitige Reinigung und Tränkung zu sorgen hat.
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§4 nenfalls durch besondere Abzugshauben oder künstliche


K e n n z e i c h n u n g der Arbeitsräume, Lüftungsanlagen — zu entfernen.
s (1) A rbeitsräum e und A rbeitsplätze, die de r Herstel­ § 9
lung, B earbeitung oder V erarbeitung von M agnesium legie­ Schmelzöfen.
rungen dienen, sind durch einen Aushang nach M uster 1 (1) Die Schmelzöfen müssen leicht zugänglich sein und
des Anhanges zu kennzeichnen; die Kennzeichnung der sich bequem reinigen lassen. Das O feninnere ist täglich
einzelnen A rbe itsplätze ist nicht erforderlich, wenn in dem mindestens einmal von Tiegelzunder und losen Schlacken
A rbeitsraum nur M agnesium legierungen be arb eitet oder zu reinigen.
vera rbe itet werden. (2) Das O feninnere d a rf nicht mit W asserglas oder
(2) G eb äud e, in denen M agnesium legierungen he rge­ anderen silikatreichen Baustoffen ausgekleidet oder aus­
stellt, be arb eitet o d er vera rbe itet w erden, sind außen gebessert werden.
durch Schilder nach M uster 2 des Anhanges kenntlich zu
(3) Die Einrichtungen zum Bedienen der O fenheizung
machen. sind bequem zugänglich über Flur anzuordnen. Liegen sie
(3) Die Kennzeichnung der A rbeitsräum e und der G e ­
im G efahrenbereich des O fens, so müssen bei O e l- und
bäude ist nicht erford erlich, wenn M agnesium legierungen
G asfeuerung die Brennstoff- und die Luftzufuhr außerdem
nur an einzelnen Stellen und nur in geringen M engen be ­
von einer ungefährdeten, leicht erreichbaren Stelle a b g e ­
a rb e ite t o d er vera rbe itet werden.
sperrt w erden können. Das gleiche g ilt für die Luftzufuhr
§ 5 bei koksbeheizten O efen. Die einzelnen A bsperrvorrich­
Feuerlöschmaßnahmen. tungen sind so zu kennzeichnen, daß eine Verwechslung
(1) In den Arbeitsräum en sind leicht verschiebbare, mit ausgeschlossen ist.
Deckel versehene Behälter mit trockenen G raugußspänen (4) Die Flammen sind so zu führen, daß der Tiegel
o d er trockenem Sand nebst Schaufel mit langem Stiel in nicht von Stichflammen g e tro ffe n w ird.
genügender Zahl aufzustellen. Außerdem sind handliche § 10
Behälter mit trockenen G raugußspänen in leicht erreich­
B e h a n d l u n g der Schmelztiegel.
ba re r N ä he jedes A rbeitsplatzes anzubringen. An Stelle
von G raugußspänen o d er Sand können auch andere für (1) Als Schmelztiegel sind zweckm äßig geschweißte
das Löschen von M agnesium bränden behördlich a n e r­ o d er gezogene Blechtiegel aus niedrig gekohltem Eisen
kannte Löschmittel benutzt w erden. M it Feuerschutzmitteln o d e r S tahlgußtiegel zu verw enden. Die Tiegel dürfen nur
getränkte Decken sind in genügender Zahl bereitzustellen so w e it mit Schmelzgut g e fü llt werden, daß ein Raum von
und staubsicher aufzubew ahren. etwa 10 bis 15 cm Höhe frei bleibt.
(2) Löschversuche mit W asser oder mit anderen als den (2) Die Tiegel sind jedesmal, bevor sie in den O fen
im Abs. 1 angegebenen Löschmitteln sind verboten. Im Ein­ eingesetzt w erden, von anhaftendem Zunder zu befreien
z e lfa lle entscheidet der Betriebsleiter o d e r eine andere ver­ und durch allseitiges A bklopfen, zu untersuchen, ob sie noch
antw ortliche Person über Ausnahmen von dem vorstehen­ an allen Stellen dicht und stark genug sind, um eine
den Verbot. Schmelze auszuhalten. Die Tiegel sind so einzusetzen,
(3) Die G efolgschaftsm itglieder sind vor der ersten Be­ daß nicht stets die gleichen Stellen von den Flammen ge ­
schäftigung mit M agnesium legierungen und danach min­ tro ffe n werden.
destens jährlich einm al möglichst durch V orführungen und (3) Die V orratsgefäß e des zum Abdecken des flüssigen
Uebungen über die bei de r Bearbeitung von M agnesium ­ Tiegelinhaltes dienenden Salzes (z. B. Elrasal, W erraion)
legierungen auftretenden G efahren, über das Verhalten sind stets dicht verschlossen zu halten. Klumpiges und
bei Bränden und über die Behandlung und Beseitigung feuchtes Salz d a rf nicht benutzt werden.
von A b fä lle n zu unterrichten. Im Bedarfsfalle kann eine (4) Nach jedem G ießen ist der Tiegel von an ha ften­
häufigere W ie d e rh o lu n g der Unterweisung an geordnet den M e ta ll- und Salzkrusten gründlich zu reinigen. Die
werden. Rückstände sind in einem eisernen A bfallkasten a u fzu ­
(4) Die Vorschriften des Abs. 1 Sätze 1 bis 3 gelten bewahren.
nicht für das G ießen von M agnesium legierungen in Sand­ 11 §
formen. E i n s c h m e l z e n von Spänen.
§ 6 Die Späne dürfen nicht unm ittelbar aus einem Be­
U nverw e rtb are Abfälle.
hä lter in den Schmelztiegel entleert, sondern müssen v o r­
W erkstattkehricht, de r mit Staub o d er Spänen von M a ­ her ausgebreitet und a u f Frem dkörper und Feuchtigkeit
gnesium legierungen durchsetzt ist, Rückstände aus den g e p rü ft w erden. Feuchte Späne sind vor dem Einschmelzen
Schmelztiegeln, Schleifschlamm und andere unverw ertbare an der Luft zu trocknen. Es dürfen jedoch an den Schmelz­
A b fä lle dürfen nicht in O efen, auch nicht in M ü llve rb re n ­ öfen keine großen M engen von Spänen ausgebreitet
nungsöfen verb ran nt w erden. Die sicherste A rt, unverw ert­ werden.
bare A b fä lle zu beseitigen, ist ihre möglichst b a ld ig e V er­ § 12
brennung a u f einem besonderen B randplatz. W o dies nicht B e k ä m pf u n g von Bränden.
m öglich ist, sind die unverw ertbaren A b fä lle mit Sand im
Verhältnis von fün f Raumteilen Sand a u f einen Raumteil Brände ge rin gere r M engen geschmolzenen M etalls
M agnesium legierungen gut zu mischen, diese Mischung a u ß e rha lb des Schmelztiegels w erden zweckm äßig durch
kann a u f M ü llp lä tze abge fa hre n werden. Das A bfahren A bdecken mit Abdecksalz erstickt. G röß ere M engen flüssi­
von unvermiscnten A b fä lle n von M agnesium legierungen gen M etalls — z. B. der im Schmelzofen befindliche Inhalt
a u f M ü llp lä tz e und das V erg rab en sind unstatthaft. eines undicht gew ordenen oder ausgelaufenen Tiegels —
dürfen nicht durch A ufw e rfen von Sand abgedeckt werden,
Zweiter Abschnitt. da dadurch die Reaktion nur noch verstärkt w ü rd e ; in
solchen Fällen hat man die G as- und Luftzufuhr abzustellen
Schmelzen und G ießen von Magnesiumlegierungen. und das M etall ausbrennen zu lassen. Die in der N ähe
§ 7 befindlichen brennbaren G egenstände sind möglichst zu
Gießräume. entfernen.
(1) Räume, in denen M agnesium legierungen g e ­
Dritter Abschnitt.
schmolzen oder gegossen werden, sollen in eingeschossi­
gen G eb äud en liegen. Spanabhebende Bearbeitung
(2) Die W ä n d e , Decken und Fußböden der G ießräum e (mit Ausnahme des Schleifens).
sollen aus nicht brennbaren Baustoffen bestehen. § 13
(3) Die Vorschrift des Abs. 1 g ilt nicht für S pritzg ie ß e­ Spanabhebende Werkzeuge.
reien und fü r das G ießen in M etallform e n.
Spanabhebende W erkzeu ge müssen richtigen Anschliff
§ 8 und stets scharfe Schneiden haben. Stum pfe W erkzeuge,
Lüftung. zu kleiner Vorschub und Umlaufenlassen bearbeiteter
Die beim G ießen auftretenden G ase und Däm pfe sind Flächen an der Schneide können überm äßige Reibungs­
durch ausreichende Lüftung der Arbeitsräum e — ge ge be­ w ärm e erzeugen und sind deshalb zu vermeiden.
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§ 14 (6) Die Schleifmaschine d a rf sich erst in Betrieb setzen


Kühlung. lassen, wenn die W asserzufuhr eingeschaltet ist. Bei Aus­
bleiben des Wassers und bei erheblicher Verringerung
Ist bei der spanabhebenden Bearbeitung eine Kühlung
der W asserzufuhr muß die Schleifscheibe selbsttätig a b ­
nötig, so ist mit Preßluft, mit O el o d er Oelmischungen zu
geschaltet oder das V orliegen des Gefahrenzustandes in
kühlen. Die O ele und Oelmischungen dürfen w e de r durch
a u g e n fä llig e r W eise gekennzeichnet werden.
einen niedrigen Flammpunkt noch durch chemische Ein­
w irkung auf die Späne die Entstehung oder Ausbreitung (7) Das G ewerbeaufsichtsam t kann zulassen, daß die
eines Brandes begünstigen. abgesaugte Luft in den Arbeitsraum zurückgeführt w ird,
wenn besondere Verhältnisse dies erfordern. Entstehen,
§ 15 beim Schleifen nur geringe Staubm engen, so kann mit G e ­
Brandverhütung. nehmigung des Gewerbeaufsichtsamts von einer Staub­
(1) Die Maschinen und die A rbeitsplätze sind in kurzen absaugung abgesehen werden.
Zeitabständen — täglich mehrmals — von Spänen und
§ 19
Staub zu säubern. Das Anhäufen von Spänen ist zu ver­
meiden. Schleifschlamm.
(2) Späne und sonstige A b fä lle sind an den A rbe its­ Der in den Staubabscheidern niedergeschlagene Schleif­
plätzen in verschließbaren Blechbehältern zu sammeln und staub ist in einem Schlammbecken zu sammeln; aus diesem
mehrmals am Tage den Sammelstellen (§ 23) zuzuführen. ist der Schleifschlamm nach Bedarf auszuschöpfen und zu
Für trockene, feuchte und verunreinigte Späne sind beson­ entfernen. Schlammbecken dürfen nicht dicht abgedeckt
dere Behälter aufzustellen und mit entsprechenden A u f­ w erden, dam it de r sich entwickelnde W asserstoff ent­
schriften zu versehen. weichen kann.
(3) Nach Arbeitsschluß dürfen sich keinerlei Späne § 20
oder sonstige A b fä lle an den A rbeitsplätzen befinden. Reinigen der A r b e i t s p l ä t z e , Feuerschutz.
W inkel, Rohrleitungen und andere schwer zugängliche (1) Die elektrischen Licht- und Kraftanlagen müssen
Stellen der Arbeitsräum e sind durch regelm äßiges A b ­ den Vorschriften des Verbandes deutscher Elektrotechniker
kehren von M etallstaub fre izu h a lte n ; Staubsauger dürfen fü r feu erge fä hrd ete Räume entsprechen.
hierzu nicht verw an dt werden. (2) Das Rauchen und das H ereinbringen von Feuer
(4) Aus einem Umkreis von mindestens drei M etern um o d e r glühenden G egenständen in Schleifereien ist durch
die A rbeitsplätze sind Funken, Feuer und glühende G e ­ Aushang nach Muster 3 (s. S. 11) des Aushangs zu ver­
genstände fernzuhalten. bieten.
(3) § 15 Abs. 1 bis 3 finden a u f Schleifereien sinnge­
Vierter Abschnitt. mäße Anw endung.
Schleifen.
Fünfter Abschnitt.
§ 16
Riemenantrieb. Beförderung und Aufbewahrung.
Schleifmaschinen dürfen nicht durch Riemen mit eiser­ § 21
nen Riemenschlössern (V erbindern) a n g e trie b e n w e rde n. Begriffsbestimmung.
§ 17 Als B eförderung im Sinne der Sicherheitsvorsphriften
N aß - und Feucht schleif en. gilt nur die B eförderung von M agnesium legierungen außer­
Beim Schleifen mit O el d a rf kein Staub entstehen; ha lb des Betriebes.
beim Schleifen mit W asser ist dieses so reichlich an zuw en­ § 22
den, daß der entstehende Schleifstaub weggeschwemmt Verpackung.
w ird. (1) Span- und staubförm ige M agnesium legierungen
§ 18 dürfen nur in dichtgeschlossenen Behältern aus nicht brenn­
Trockensch.leifen. baren W erkstoffen b e fö rd e rt werden.
(1) Die Schleifmaschinen dürfen keine toten Räume (2) A u f jedem Behälter ist die Aufschrift anzubringen:
haben, in denen sich Staub a b la gern kann. Schleifscheiben „A ch tu n g ! M agnesium legierungen! Bei einem Brand nur
und -bänder, mit denen vorher Eisen be arb eitet w orden mit trockenem Sand überdecken! Kein W asser und keine
ist, dürfen nicht verw an dt w erden, da hierbei erhebliche Feuerlöscher verw en den !"
Funkenbildung auftreten könnte. § 23
(2) Beim Trockenschleifen ist der Schleifstaub mit
Späneaufbewahrung.
großer G eschwindigkeit abzusaugen und in einem Staub­
abscheider mit W asser sicher niederzuschlagen. Das (1) Späne und staubförm ige A b fä lle dürfen mit A b ­
W asser ist dem Staubabscheider so zuzuführen, daß der fä lle n anderer A rt nicht verm engt w erden und sind außer­
Schleifstaub sich nicht an den W and un ge n ansetzen kann. halb der Arbeitsräum e in trockenen Räumen und in ver­
Die abgesaugte Luft ist ins Freie abzuführen. Trocken­ schlossen zu haltenden o d er mit übergreifendem Deckel
abscheider (Zyklonabscheider o d er Tuchfilter) sind unzu­ versehenen Behältern aus nicht brennbaren W erkstoffen
lässig. Der Staubabscheider ist täglich zu reinigen, sofern aufzubew ahren. Für trockene, feuchte und verunreinigte
der Schlamm nicht nach einem besonderen Schlammbecken Späne sind besondere Behälter vorzusehen, die mit ent­
au ß e rha lb des Arbeitsraum es ab ge leite t w ird. sprechenden Aufschriften zu versehen sind.
(3) Die Absaugeleitungen zwischen der Schleifmaschine (2) Die Vorschriften des § 1 Abs. 1 und 2, des § 4 und
und dem Staubabscheider müssen möglichst kurz sein. des § 5 Abs. 1 bis 3 gelten sinngem äß auch fü r die A u fb e ­
Staub- und schlammführende Rohre müssen glatte W a n ­ w ahrung span- und stau bförm ig er M agnesium legierungen.
dungen haben und so geführt sein, daß sich keine S taub­ (3) Andere leicht brennbare S toffe dürfen nicht im g le i­
oder Schlammnester bilden können. Der Staubabscheider chen Raum a u fb e w a h rt werden.
und die A bsaugeleitungen sind in regelm äßigen Zwischen­ (4) Das Betreten des A ufbew ahrungsraum es mit Feuer
räumen und vor längeren Stillständen gründlich zu reinigen. oder offenem Licht und das Rauchen sind durch Aushang
(4) Kann wegen der S perrigkeit des Schleifgutes keine nach Muster 3 des Anhangs zu verbieten. Die Räume
Abzugshaube angebracht w erden, so ist möglichst mit dürfen nicht mit offenem Feuer geheizt werden.
grobkörnigen Schleifkörpern und mit geringer Umfangs­ (Großes Reichssiegel.)
geschwindigkeit (6 m/sec) zu schleifen. Berlin, den 28. Juli 1938.
(5) Der A n trie b des Ventilators muß mit dem Antrieb
Der Reichsarbeitsminister.
der Schleifmaschine so verbunden sein, daß die Schleif­
maschine stehen bleibt, sobald der V en tila to r aussetzt. Bei In Vertretung des Staatssekretärs:
Antrieb durch eine Transmissionswelle muß die K raft a u f R e 11 i g.
den V en tila to r durch m ehrere Keilriemen übertragen
werden. (Anhang s. S. 564.)
Seite 564 Muster 2: Kennzeichnung der Gebäude:
Rotumrandetes W arnschild in Form eines gleichseitigen
Dreiecks; Seitenlange 297 mm und 420 mm, Breite der Um­
Anhang
randung 20 mm.
zünden Sicherheitsvorschriften für Magnesiumlegierungen.

Die Verordnung und Sicherheitsvorschriften für Magnesiumlegierungen*)


Von Ministerialrat Dr.-Ing. K r e m e r , Berlin

I tre ffe n können, da meist mit dem W a lz e n , Schmieden und


Die Verordnung über Magnesiumlegierungen Pressen eine a n z e ig e p flic h tig e N a ch b e a rb e itu n g verb un­
den ist. Die V e ro rd n u n g g ilt w e ite rh in nicht fü r das Lagern,
Die N o tw e n d ig k e it, einheimische W e rk s to ffe zu ve r­ A u fb e w a h re n und B efördern ko m p a kte r Stücke von
w e nd en, hat zu eine r stärkeren Benutzung von Legie­ M ag ne sium leg ieru nge n.
rungen des M agnesium s geführt. M e h re re U n fä lle , die sich D er G eltungsbereich d e r V e ro rd n u n g w ird w e ite r durch
bei d e r B ea rbe itun g dieser Legierungen e re ig n e t haben den § 2 a u f Legierungen mit mehr als 80 Teilen M a g n e ­
(vgl. u. a. Reichsarbeitsbl. 1938 S. III 2), haben den Reichs­ sium in 100 Teilen de r Legierung eingeschränkt. Durch
arbeitsm inister ve ra n la ß t, in d e r V e ro rd n u n g ü b er M a - diese B egrenzung w e rd e n die heute gebräuchlichen hoch­
nesium legierungen vom 8. M ä rz 1938 (Reicnsgesetzbl. I
§ . 239, Reichsarbeitsbl. S. III 51) eine A n z e ig e p flic h t fü r die
p ro ze n tig e n M ag ne sium leg ieru nge n, z. B. Elektron und
M a g n e w in , e rfa ß t; die n ie d rig p ro z e n tig e n M agnesium -
B earbe itun g von M a g ne sium leg ieru nge n einzu fü hren und ie gie run ge n, z. B. H yd ro n a liu m , fa lle n d a g e g e n nicht unter
Rahm envorschriften fü r die sichere G estaltu ng d e r Be­ die V ero rdn ung .
trie b e aufzustellen. Ein w esentlicher Bestandteil d e r V e ro rd n u n g ist die A n -
D er G e l t u n g s b e r e i c h d e r V e ro rd n u n g ist in z e i g e p f l i c h t . Sie g ilt fü r jeden Betrieb, d e r M a g n e ­
d o p p e lte r Hinsicht beschränkt w o rd e n . Die V e ro rd n u n g sium legierungen schmelzen, gieß en, mit spana bh ebe nd en
g ilt nach § 1 fü r g e w e rb lich e Betriebe, in denen M a ­ W e rkze u g e n b e a rb e ite n o d e r schleifen w ill, o d e r de r
gn esium legierungen geschm olzen, gegossen, mit spa n­ Späne o d e r S taub von M a g ne sium leg ieru nge n a u fb e ­
a b h e b e n d e n W e rkze u g e n b e a rb e ite t o d e r geschliffen w a h re n , b e fö rd e rn o d e r v e ra rb e ite n w ill. Eine V erjäh rung
w e rde n, und fü r ge w e rb lich e Betriebe, die Späne o d e r d e r A n ze ig e p flich t tritt nicht e in ; sie g ilt so lange, bis das
Staub von M a g ne sium leg ieru nge n a u fb e w a h re n , b e fö r­ G ew e rbe aufsich tsam t von d e r beabsichtigten o d e r bereits
dern o d e r ve ra rb e ite n . Sie g ilt dem nach nicht fü r Be­ aufgenom m enen V e ra rb e itu n g von M ag ne sium leg ieru nge n
trie b e , in denen M a g ne sium leg ieru nge n g e w a lz t, ge pre ß t, durch den M e ld e p flich tig e n Kenntnis erh alte n hat. Es w ird
geschm iedet o d e r g e b e iz t w e rd e n , sow eit d a b e i keine in Z ukunft jedoch h ä u fig e r d e r Fall eintreten können,
spa na bh ebe nd e B ea rbe itun g stattfin de t. Diese Ausnahm en da ß B etriebe, die sonst keine M ag ne sium leg ieru nge n ver­
sind ge re ch tfe rtig t, w e il bei den an ge g e b e n e n V e ra rb e i­ arb e ite n , bei W ie d e rh e rste llu n g sa rb e ite n an Maschinen
tungsarten keine Späne und kein Staub entstehen und w e il o d e r G e rä te n o d e r bei M o n ta g e n ausnahm sweise auch
d ie V era rb e itu n g ste m p e ra tu re n beim V ergüten und beim einze lne Teile b e a rb e ite n müssen, die aus M agnesium ­
W a lz e n und Pressen aus be trieb lich en G ründ en so n ied rig le gie run ge n bestehen. S ow eit dies nur ausnahmsweise,
g e ha lten w e rd e n , d a ß eine Entzündung d e r M ag ne sium ­ also nicht re g e lm ä ß ig w ie d e rh o lt geschieht, w ird eine
legie run ge n nicht zu befürchten ist. ü b e rd ie s w e rd e n die A n z e ig e p flic h t nicht anzunehm en sein.
Aufsichtsbeam ten (G ew erbeaufsichtsbeam ten und techni­ Die A n ze ig e an das G ew erbeaufsichtsam t, die in A b ­
schen Aufsichtsbeam ten d e r ge w e rblichen Berufsgenossen­ schrift gle ich ze itig an die zustä ndige Berufsgenossenschaft
schaften) im B ed a rfsfa lle die e rfo rd e rlich e n A no rd n u n g e n zu senden ist, kann einfach g e ha lten w e rde n. M a ß stä b ­
liche Zeichnungen d e r A rbe itsräu m e sind nicht erford erlich,
*) Nach d e r O rig in a lv e rö ffe n tlic h u n g im R eichsarbeitsbl. 1938, jedoch können diese durch das G ew erbeaufsichtsam t in
N r. 23, S. 190 ff. M it fre u n d l. G e n e h m ig u n g d e r S c h riftle itu n g . besonders ge a rte te n Fällen g e fo rd e rt w e rde n. Es em p­
August 1938 Seite 565

fe h lt sich ab er, in allen Fällen d e r A n ze ig e eine Skizze überstrich w ird nicht g e fo rd e rt, es ge nü gt vielm ehr das
beizufügen, aus d e r die Bauart und Lage d e r A rb e its­ saubere A usfugen d e r Steine, Fliesen usw. G eleise für
räum e und d e r Läger, die A ufstellung d e r Schm elzöfen T ra n sp o rtw a g e n sind zulässig, jedoch ist auch hier a u f
o d er der Bearbeitungsm aschinen, die Einrichtungen zur S a u be rkeit zu achten. Leitungskanäle und G rube n müssen
Beseitigung d e r Späne und des Staubes und die Feuer­ so a b g e d e ckt w e rd e n , da ß sich in ihnen kein S taub und
schutzmaßnahmen ersichtlich sind. keine Späne ansam m eln können. Der „u n m itte lb a re Um­
Für die E i n r i c h t u n g und den B e t r i e b d e r A n ­ kreis d e r A rb e its p lä tz e " ist je nach dem A rb e itsvo rg a n g
l a g e n zu r V e ra rb e itu n g von M a g ne sium leg ieru nge n w a r verschieden zu bemessen. Er w ird bei g ro b e r B earbeitung
bisher das von dem V e rb a n d d e r deutschen ge w e rblichen g e rin g e r bemessen w e rd e n können als bei fe in e r Be­
Berufsgenossenschaften a u fg e ste llte „M e rk b la tt fü r die a rb e itu n g mit starker Zerstreuung von Staub und Spänen.
Bearbeitung von M a g n e siu m le g ie ru n g e n " (nicht v e rö ffe n t­ Sorelzem ent (Steinholz) soll sich nach A n g a b e n aus der
licht) m aß gebend. Die zunehm ende V erw en dun g von Praxis w e ge n d e r E inw irkungsm öglichkeit a u f M agnesium
M agne sium leg ieru nge n und die U nfälle, die sich hierb ei als F uß bo den be lag nicht b e w ä h rt haben.
ere ig net haben, haben es a b e r a n g e z e ig t erscheinen
lassen, die in dem M e rk b la tt vorgesehenen Schutzm aß­ Die Vorschriften über die Beschaffenheit d e r W ä n d e
nahmen wesentlich zu erw eite rn . Die V e ro rd n u n g schreibt und des Fußbodens ge lten auch für Lagerräum e (§ 23
zunächst vor, daß die Einrichtungen d e r Betriebe, die Abs. 2).
M agne sium leg ieru nge n v e ra rb e ite n , den anerkannten Für S a n dform g uß mußten Ausnahm en zugelassen w e r­
Regeln d e r Technik entsprechen müssen. D er S taat stellt den, da d e r Boden in den G ieß ere ie n ohnehin mit losem
da m it b e w u ß t an das V e ra n tw o rtu n g sg e fü h l des Betriebs­ Sand bedeckt ist und da mit nennensw erten Staubm engen
leiters g ro ß e A n fo rd e ru n g e n , indem e r entsprechend den von M a g ne sium leg ieru nge n nicht zu rechnen ist. Ebenso
Vorschriften d e r G e w e rb e o rd n u n g § 120 a ff. vo r allen a n ­ mußten Ausnahm en fü r das G ieß en von Blöcken in Ko­
deren ihm selbst die Pflicht a u fe rle g t, a lle M aß nahm en killen zugelassen w e rde n. A u f S p ritzg ie ß e re ie n und a u f
zur unfallsicheren Einrichtung des Betriebes zu treffe n. das G ieß en in M e ta llfo rm e n fin d e n die Vorschriften
Die V e ro rdn ung bestim m t a b e r w e ite r, da ß als an erka nnte jedoch A n w e n d u n g . W e ite re V orschriften ü b er die G ie ß ­
Regeln d e r Technik insbesondere die vom Reichsarbeits­ räum e e n th ä lt § 7.
m inister aufzustellen den Sicherheitsvorschriften gelten.
Diese sind am 28. Juli 1938 nach eing ehe nd en V e rh a n d ­ Rückzugswege
lungen mit den in Betracht kom m enden Behörden, Berufs­ Im B ra n d fa lle ist ein un g e h in d e rte r Rückzugsweg von
genossenschaften, d e r Deutschen A rb e its fro n t und den b e son de re r W ich tig ke it. Es muß deshalb S orge des Be­
einschlägigen Ind ustriezw eig en erlassen w o rd e n 1). Sie trieb sle iters sein, die V era rbe itung sstellen von M agnesium ­
bilde n einen Bestandteil d e r a u f G ru n d d e r G e w e rb e ­ le gie run ge n m öglichst so zu legen, d a ß im B ra n d fa lle das
ord nu ng § 120 e erlassenen V e ro rd n u n g über M ag ne sium ­ Verlassen des A rbeitsraum es nicht b e h in d e rt w ird (§ 2).
legierungen. Z u w id e rh a n d lu n g e n ge ge n die Sicherheits­ Insbesondere dü rfe n die ein zig e n Rückzugswege a n d e re r
vorschriften sind deshalb nach d e r G e w e rb e o rd n u n g § 147 Betriebsräum e nicht durch Räume führen, in denen M a ­
Abs. 1 Z iffe r 4 ebenso mit S trafe b e d ro h t w ie Z u w id e r­ gn esium legierungen b e a rb e ite t w e rd e n . Die Rückzugs­
handlungen gegen die V orschriften d e r V e ro rd n u n g selbst. w e g e w e rd e n jedoch als ge nü ge nd sicher anzusehen sein,
w enn sie durch g rö ß e re A rbe itsräu m e führen, in denen
II an vere in zelten , vom Rückzugsweg a b g e le g e n e n Stellen
Die Sicherheitsvorschriften für Magnesiumlegierungen M a g ne sium leg ieru nge n b e a rb e ite t w e rde n.
Die vom Reichsarbeitsm inister erlassenen Sicherheits­
vorschriften fü r M a g ne sium leg ieru nge n können nicht den Arbeits- und Schutzkleidung
Zweck haben, fü r a lle Betriebe, die M a g n e siu m le g ie ru n ­ Die Sicherheitsvorschriften unterscheiden zwischen A r­
gen be a rb e ite n , bis in die letzten Einzelheiten gehende beits- und Schutzkleidung (§ 3). Die A r b e i t s k l e i d u n g
Vorschriften aufzustellen. Diese Betriebe sind so ve r­ ist von a llen G e fo lg sch a ftsm itg lie d e rn zu tra g e n , die mit
schiedenartig gestaltet, daß es nur m öglich w a r, in den Staub o d e r feinen Spänen von M a g ne sium leg ieru nge n in
Sicherheitsvorschriften die M aß nahm en zusam menzufassen, Berührung kommen, also auch von G e fo lg sch a ftsm itg lie ­
die sich bisher als n o tw e n d ig g e z e ig t haben und d ie im dern, welche die A b fä lle sammeln und umschaufeln,
allgem einen stets zu erfülle n sind, um von den G e fo lg ­ sow eit diese nicht aus stau bfreie n G ro b sp ä n e n bestehen.
schaftsm itgliedern die G e fa h re n fernzu ha lten , die mit der Es g e n ü g t als A rb e itskle id u n g ein A nzu g aus dichten,
V e ra rb e itu n g von M a g ne sium leg ieru nge n verbunden sind. g la tte n S to ffe n ; ein Tränken mit Feuerschutzmitteln ist
Daß die G ew e rbe aufsich tsäm ter und die Berufsgenossen­ nicht e rfo rd e rlich . Durch T ragen des A rbe itsan zug es soll
schaften in einzelnen Fällen w e ite rg e h e n d e Forderungen ve rh in d e rt w e rd e n , d a ß sich die zackigen Teilchen der
stellen können, e rg ib t sich aus den V orschriften des § 120 d M a g ne sium leg ieru nge n in die S traß en kleidun g mit rauher
d e r G e w e rb e o rd n u n g und aus den Ü berg ang s- und Aus­ O b e rflä ch e festsetzen, eine G e fa h r, die besonders bei
führungsbestim m ungen d e r U nfallverhütungsvorschriften Strickblusen d e r A rb e ite rin n e n g e ge be n ist und in einem
d e r deutschen ge w e rblichen Berufsgenossenschaften; daß Falle zu einer tödlichen V erb ren nun g g e fü h rt hat. Schürzen
das G ew erbeaufsichtsam t in einzelnen Fällen Ausnahm en und Ärm elschützer alle in genügen nicht, da sie sich a u f­
g e w ä hren kann, ist im § 7 d e r V e ro rd n u n g über M a g n e ­ bauschen und da sich hin te r ihnen S taub und Späne
sium legierungen ausdrücklich festge leg t. ansam m eln können. Die A rb e itskle id u n g braucht, falls
Arbeitsräume nichts G e g e n te ilig e s durch T a rif- o d e r A rb e itso rd n u n g be­
stimmt ist, nicht vom B etriebe gestellt zu w erden.
Für die A rbeitsräum e, in denen M ag ne sium leg ieru nge n Den G e fo lg sch a ftsm itg lie d e rn , die d e r b e s o n d e r e n
geschmolzen, gegossen, mit spa na bh ebe nd en W e rkze u g e n Einw irkung von S taub o d e r feinen Spänen ausgesetzt
b e a rb e ite t o d e r geschliffen w e rde n, w e rde n grundsätzlich sind, w ie dies bei m ancher feinen Fräs- und S chleifa rbeit
g la tte W ä n d e g e fo rd e rt (§ 1). Ein V e rp u tz d e r W ä n d e de r Fall ist, muß vom Betrieb eine S c h u t z k l e i d u n g
ist jedoch nicht e rfo rd e rlic h ; es g e n ü g t z.B . ein glattes zu r V e rfü g u n g gestellt w e rde n. Die Schutzkleidung d a rf
A usfugen d e r Z ie g e lw ä n d e . Zweck dieser Vorschrift ist keine Jackentaschen haben, w e il sich in diesen e rfah run gs­
ein A b la g e rn des feinen Staubes in den M a u e rfu g e n zu gem äß Staub und Späne ansam m eln. Sie muß mit einem
verhindern. Deshalb sollen die W ä n d e auch möglichst an erka nnte n Feuerschutzmittel g e trä n kt sein, z. B. mit
keine A bsätze haben. W o diese sich nicht verm eiden Locron, C e llo n , Intravan u. ä. Die Feuerschutzmittel sind
lassen, z. B. bei A bsätzen fü r Kranbahnen, S tü tzp fe ile r gena u nach d e r je w e ilig e n V orschrift a u fzu b rin g e n , ins­
usw., ist fü r eine re g elm ä ß ige Reinigung zu sorgen. besondere ist d a ra u f zu achten, da ß die Schutzanzüge
Ebenso w ie bei den W ä n d e n muß auch bei den F u ß ­ nicht durch zu starke A n w e n d u n g des Schutzmittels zu
b ö d e n die Ansam m lung von S taub verm ieden w e rde n. steif w e rd e n . A sbestanzüge sind ih rer lockeren Beschaffen­
Die Fußböden sollen in unm ittelbarem Umkreis d e r heit w e ge n nicht ge eignet. Besonders w ichtig ist die
A rb e itsp lä tze keine offenen Fugen haben. Ein fug enlose r re g e lm ä ß ig e Pflege d e r S chutzanzüge und das tägliche
Ausstäuben, das ein Ansam m eln von Staub und Spänen
J) V g l. S. 561 ff. dieses H eftes. verh in dern soll.
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Kennzeichnung der Arbeitsräume ist mindestens jährlich zu w ie d e rh o le n , eine häufigere


Da es fü r die Verhütung von U n fä lle n au ß e rord entlich W ie d e rh o lu n g kann durch das G ew erbeaufsichtsam t oder
w ichtig ist, a lle B eteiligten im m er w ie d e r a u f die b e ­ die technischen Aufsichtsbeam ten d e r Berufsgenossen­
stehenden G e fa h re n hinzuw eisen, ist in den Sicherheits­ schaften a n g e o rd n e t w e rde n.
vorschriften die Kennzeichnung d e r A rb e itsp lä tze , de r
A rbe itsräu m e und d e r G e b ä u d e nach einheitlichen Mustern Beseitigung der A b fälle
vorgeschrieben (§ 4). Die Kennzeichnung d e r einzelnen U n ve rw e rtb a re A b fä lle w e rde n am besten durch V er­
A rb e its p lä tz e kann ohne w eiteres u n terbleib en , w enn in brennen vernichtet, jedoch d a rf dies w egen d e r G e fa h r
den A rbe itsräu m en nur M ag ne sium leg ieru nge n b e a rb e ite t e in e r explosiven V erb ren nun g nicht in Ö fe n o d e r M ü ll­
w e rde n. Auch w enn an vere in zelten A rb e itsp lä tze n hier verb ren nun gsa nla ge n geschehen (§ 6). Andererseits w ird
und da an d e re Rohstoffe b e a rb e ite t w e rd e n , kann von nicht im m er ein g e e ig n e te r B ra n d p la tz zur V erfügung
d e r Bezeichnung abgesehen w e rd e n , da ohnehin in dem stehen. In diesen Fällen müssen die A b fä lle , ehe sie
A rbe itsrau m a lle bei d e r M a g n e siu m b e a rb e itu n g e rfo rd e r­ a b g e fa h re n o d e r ve rg ra b e n w e rd e n , mit Sand im V er­
lichen Schutzm aßnahm en g e tro ffe n w e rd e n müssen. Die hältnis von fü n f Raumteilen Sand a u f einen Raumteil
Kennzeichnung d e r G e b ä u d e ist mit dem N o rm ena us­ M a g ne sium leg ieru nge n (nicht G ew ichtsteile) gemischt
schuß v e re in b a rt und soll die Feuerw ehr da vo n un ter­ w e rde n. Das üb erstreu en d e r A b fä lle mit V iehsalz hat
richten, da ß bei A n w e n d u n g von Löschmitteln Vorsicht sich nicht im m er b e w ä h rt, da unter Umständen, z. B. bei
ge b o te n ist. Die Abm essungen d e r Schilder entsprechen nassem Schlamm, mit starker W ä rm e e n tw icklu n g ver­
den vom N orm enausschuß fü r d e ra rtig e H inw eisschilder bundene Um setzungen eintreten können.
festge leg te n Abm essungen2). Die W a h l zwischen dem
g rö ß e ren und dem kleineren Schild ist von d e r N o t­ Schmelzen und G ießen von Magnesiumlegierungen
w e n d ig k e it des Erkennens a u f g rö ß e re Entfernungen a b ­
h ängig. Die mit dem Schmelzen und G ieß en von M agnesium ­
le gie run ge n verbundenen G e fa h re n und die Belästigungen
Feuerlöschmaßnahmen durch die beim G ieß en entstehenden D äm pfe lassen es
Die nahe V erw an dtscha ft des M agnesium s zum S auer­ n o tw e n d ig erscheinen, d ie G i e ß r ä u m e so zu legen,
stoff ve rb ie te t die V e rw e n d u n g sa u e rsto ffh a ltig e r L ö s c h ­ daß sich über und unter ihnen keine anderen A rb e its­
m i t t e l (vgl. d ie A usführungen von R u h e a u f S. 569 ff. räum e be find en (§ 7). Diese V orschrift ist jedoch einst­
dieses Heftes). Ebenso sind C h lo r und a n d e re H a ­ w e ile n nur als S ollvorschrift aufgenom m en. Sie g ilt nicht
lo ge ne e n th a lte n d e Löschmittel nicht ge eigne t. Die A n ­ fü r S pritzg ie ß e re ie n und fü r das G ieß en in M eta ilfo rm e n ,
w e n d u n g vo n W asser und a lle r an de ren in den Sicher­ w o b e i jedoch die Blockkokillen nicht unter den B egriff
heitsvorschriften nicht besonders an ge g e b e n e n Lösch­ d e r M e ta llfo rm e n zu fassen sind. K ellerräum e fü r m a­
m ittel w ird deshalb untersagt (§ 5). Dies g ilt insbeson­ schinelle Einrichtungen, die zu r G ie ß e re i ge hö ren — z. B.
d e re von den H andfeuerlöschern, d ie W asser, Schaum, fü r G eb läse usw. — , sind na turge m äß zulässig. Bezüglich
Kohlensäure, T e tra ch lo rko h le n sto ff (Tetra) o d e r Brom ­ d e r F orderung, d a ß die W ä n d e , Decken und Fußböden
m ethyl als Löschmittel enthalten. Zugelassen w e rd e n nur d e r G ieß räu m e nicht aus brennbarem Baustoff bestehen
G ra u g u ß sp ä n e , trocken er Sand und besonders an erka nnte sollen (Sollvorschrift), sei a u f die in den D IN -N o rm e n 4102
Löschmittel. Die A ne rken nu ng w ird durch den F euerw ehr­ Blatt 1 bis 3 festge leg te n Begriffsbestim m ungen verwiesen
be ira t, Berlin S W 68, Lindenstr. 40/41, ausgesprochen und (vgl. Erlaß des Reichsarbeitsministers vom 25. Jan ua r 1935
u. a. im Reichsarbeitsblatt verö ffe ntlich t. V o r nicht a n ­ G Ram 942 Kr — Preuß. MinBI. fü r W irtsch a ft u. A rb e it
erkannten sogenannten S pezialfeuerlöschern muß nach­ 1935 S. 55).
drücklichst g e w a rn t w e rde n. Besonders schw ierig ist eine w irksam e L ü f t u n g d e r
Die Sicherheitsvorschriften fo rd e rn zunächst in jedem G i e ß r ä u m e , w e il die beim G ieß en au ftre te nd en S O 2-
A rbeitsraum die A ufstellun g mit Deckel versehener Be­ D äm pfe — vgl. die A usführurngen von R u h e auf
h ä lte r mit G raug uß spä ne n o d e r trockenem Sand, die so S. 569 ff. dieses Heftes — z w a r spezifisch schwerer als
bew eglich sein müssen (Räder zum Fahren o d e r G riffe Luft sind, a b e r durch die G ie ß w ä rm e einen A u ftrie b
zum Verschieben), daß sie leicht in die N ä h e d e r B ra n d ­ e rfah ren und deshalb etw a in K op fhöh e des A rb e i­
stelle g e b ra ch t w e rd e n können. Späne und Sand sind ters im A rbe itsrau m schweben. Durch d ie Erhöhung
mittels eine r Schaufel vorsichtig a u f die Brandstelle a u f­ d e r A rbe itsräu m e alle in ist w e n ig ab zu h e lfe n , da die
zu b rin g e n , um ein V erspritzen d e r brennenden M a ­ D äm pfe sich a u f ihrem W e g e nach oben abkühlen und
gnesium teile zu verhüten. A uß erdem müssen an den dann w e ge n ihres hohen spezifischen G ew ichts w ie d e r
A rb e itsp lä tze n selbst o d e r in u n m itte lb a re r N ä h e kleine absinken. Es ist deshalb zw eckm äß ig, die Z ufuh r von
handliche B ehälter mit trockenen G raug uß spä ne n (z. B. Frischluft möglichst tie f an zu b rin g e n , um eine innige
Blechtüten) a n g e b ra ch t w e rd e n , um kleinere Brände im Durchmischung d e r S 02 -D ä m pfe und d e r Luft und einen
Entstehen ersticken zu können. Sand ist fü r diese kleinen m öglichst starken A u ftrie b zu erzielen (§ 8). V o r allem
B ehälter nicht zw eckm äß ig, da e r die M aschinen allzusehr ist a u f eine m öglichst fre ie Lage d e r G ieß räu m e zu
verschmutzt. An Stelle von G raug uß spä ne n und Sand achten, so da ß eine gute natürliche D urchlüftung g e w ä h r­
können auch die v o rh e r erw äh nten an erka nnte n Lösch­ leistet ist.
m ittel v o rrä tig ge ha lten w e rde n. Bezüglich d e r beim Schmelzen selbst erforderlichen
In gewissen Fällen kann es ratsam sein, auch in G e ­ Schutzm aßnahm en sei a u f die mehrmals erw äh nten Aus­
bä ud en o d e r Räumen, in denen M a g ne sium leg ieru nge n füh ru ng en von R u h e verw iesen. Die täg lich e Reinigung
b e a rb e ite t o d e r g e la g e rt w e rde n, W asser o d e r a n de re des O fe n in n e rn von T ie g e lzu n d e r und Tosen Schlacken
Löschmittel, die an sich zum Löschen von M ag ne sium ­ ist g e fo rd e rt w o rd e n , w e il sonst bei einem T ieg eldurch­
brä n d e n nicht g e e ig n e t sind, an zuw end en . Dies kann bruch e x p lo sio n sa rtig e Umsetzungen au ftre te n können
z. B. zur w irksam en Bekäm pfung eines Brandes in Teilen (§ 9). A uß erdem müssen a b e r auch die aus dem T ie g e l­
des G e b ä u d e s o d e r Arbeitsraum es, in denen keine zu n d e r g e b ild e te n flüssigen Schlacken, die sich an aen
M a g ne sium leg ieru nge n v e ra rb e ite t w e rd e n , e rfo rd e rlich O fe n w a n d u n g e n ansetzen, re g elm ä ß ig en tfe rnt werden,-
sein. Für diese Fälle ist dem B etriebsführer o d e r dem sie w e rd e n am besten einm al w öchentlich bei O fe n s till­
Leiter d e r Feuerw ehr die Entscheidung überlassen. stand von den W a n d u n g e n losgeschlagen. Als besonders
v o rte ilh a ft hat es sich erw iesen, den O fe n täglich mit
Da es im m er w ie d e r be o b a ch te t w ird , da ß A rb e ite r bei etw a 1 kg M ag ne sium o xyd (M agnesia) auszustreuen,
den ersten S pä n e b rä n d e n , die an ihren M aschinen e n t­ w odurch die Bildung ein e r festha tten de n Schlacke ver­
stehen, Löschversuche mit W asser machen, muß fü r eine hin d e rt und eine leichte Reinigung des O fe n in n e rn e r­
eing ehe nd e U n t e r r i c h t u n g ge so rg t w e rde n. Diese m öglicht w ird .
Unterrichtung hat vo r d e r ersten Beschäftigung mit M a ­
gnesium legierungen zu e rfo lg e n ; die theoretische Schulung Bei den V erh an dlu ng en , die d e r A ufstellun g der
ist zw eckm äß ig durch praktische V orfü h ru n g e n — A n ­ S icherheitsvorschriften vo ra n g in g e n , hat die Frage eine
zünden kle ine r M en ge n trocken er und nasser Späne und g ro ß e Rolle g e spielt, o b es zw eckm äß ig sei, bei einem
Löschen des Brandes — zu ergänzen. Die Unterrichtung Tiegeldurchbruch die G as- und die Luftzufuhr gleichzeitig
abzustellen, also eine z w a n g s lä u fig e V e rb in d u n g der
2) V g l. D IN 4066 B la tt 2 H in w e issch ild e r „F e u e rw e h r". be id en A b sp erre inrichtun gen vorzusehen. H ierbe i w u rde
August 1938 Seite 567

von den G ed anke n au sgegangen, daß bei A bsp erru ng sicheren Stelle je eine g e rin g e M en ge mit ö l über-
der G aszu fu hr d e r in d e r V erb ren nun gsluft en thaltene gossener und nicht üb ergossener fe in e r Späne und be ­
unverbrauchte S au erstoff eine e x p lo sio n sa rtig e V e rb re n ­ o b ach te t das A bb re n n e n . In ge eigneten Fällen w erden
nung des au sgelaufenen T ieg elinh alte s en tfa chen könne auch die an erka nnte n Feuerlöschmittel, sofern sie a u f der
und daß andererseits bei a b g e s p e rrte r Luftzufuhr a b e r Ö lb a sis beruhen, als Kühlm ittel in Frage kommen.
w e ite re r G aszu fu hr im O fe n ra u m eine G ase xplo sion e n t­ Bei d e r spa na bh ebe nd en B earbeitung w ird in den
stehen könne. W e g e n d e r S chw ie rigke iten , die eine w irk ­ Sicherheitsvorschriften keine A b s a u g u n g g e fo rd e rt.
same z w a n g s lä u fig e V e rb in d u n g d e r be id en A b sp e rre in ­ Auch selbst dann, wenn beim Fräsen mit kleinen H a n d ­
richtungen b e re ite t und bei d e r U n w ah rsche inlich keit einer fräsm aschinen, z. B. Biax-M aschinen, verhältnism äß ig feine
G asexplosion — das ausström ende G as w ird sich an dem Späne entstehen, w ird in vielen Fällen von eine r S tau b­
heißen T ie g e lin h a lt so fo rt entzünden, und von manchen a b sau gu ng abgesehen w e rd e n können. Ein explosions­
Betriebsleitern w ird so g a r in d e r w e itere n G a szu fu h r bei fä h ig e s S taub-Luft-G em isch w ird in diesem Falle im A r­
einem T ieg eldurch bru ch w e ge n d e r red uzieren de n W ir ­ beitsraum nicht erreicht w e rd e n ; gegen Entzündung der
kung des Gases eine w irksam e B ran db ekä m p fung g e ­ sich am A rb e its p la tz ansam m elnden Späne kann durch
sehen — ist le d ig lich g e fo rd e rt w o rd e n , da ß die Bedie­ rechtzeitige Reinigung v o rg e so rg t w e rd e n , w ie üb erh aup t
nungseinrichtungen bequem zu g ä n g lich ü b er Flur liegen S a u be rkeit und peinliche O rd n u n g die V o rb e d in g u n g e n
müssen. Da die B edienungseinrichtungen, um eine rich tige fü r die V erhütung von G e fa h re n bei d e r V e ra rb e itu n g
Flam m enführung zu erleich tern, meist nahe am O fe n lie­ von M a g ne sium leg ieru nge n sind (§ 15). Zw eckm äßig w e r­
gen, also in dem erfah run gsg em äß a u f einen Umkreis den bestim m te G e fo lg sch a ftsm itg lie d e r b e a u ftra g t, tä g ­
von 10 m zu bemessenden G e fa h re n b e re ich , ist in der lich in festgesetzten Z eitab ständ en säm tliche A rb e its­
Regel eine zw e ite, an geschützter a b e r leicht e rre ic h b a re r p lä tze zu säubern und die gesam m elten Späne aus dem
Stelle a n zu b rin g e n d e N o ta ussch altu ng fü r die Brennstoff- A rbe itsrau m zu e n tfe rn e n ; d a b e i sind wasserfeuchte
und Luftzufuhr vorzusehen. Eine n ie d rig e S chutzw and g e ­ Späne möglichst schnell zu vernichten, da ihre Lagerung
nügt im allgem einen n icht; d e r Bedienungsm ann muß w e ge n d e r Zersetzung des W assers besondere G e fa h ­
auch gegen die aus d e r H öhe n ie d e rfa lle n d e n S pritze r ren mit sich b rin g t und Selbstentzündung nicht ausge­
geschützt sein. schlossen ist. Bei re g e lm ä ß ig e r Reinigung bestehen gegen
A b z u g s h a u b e n über den Ö fe n sind in den Sicher­ das A bke hre n d e r A rb e its p lä tz e , W ä n d e usw. keine Be­
heitsvorschriften nicht g e fo rd e rt; w o sie vo rh an den sind, denken, d a d ie Staubm engen, die sich ansam m eln kön­
muß d a ra u f geachtet w e rd e n , daß durch sie kein Regen­ nen, nicht so g ro ß sind, daß sich e xp lo sio n sfä h ig e Staub-
wasser in den T iegel ge la n g e n kann. Luft-Gemische bild e n können. A u f a lle Fälle ist die Be­
nutzung von S taubsaugern (auch sogenannten Industrie­
Es sei betont, daß in den Sicherheitsvorschriften nur staubsaugern) zu unterlassen, da sich, w ie die E rfahrung
die M aß nahm en a u fg e fü h rt sind, die bei dem Schmelzen g e z e ig t hat, in ihnen exp lo sive Gemische bild e n können.
und G ieß en von M ag ne sium leg ieru nge n besonders e r­
fo rd e rlich sind. D aneben sind selbstverständlich d ie fü r Die V orschrift, d a ß aus einem Umkreis von mindestens
a lle G ieß ere ie n ge lten de n U nfallverhütungsvorschriften zu 3 m um d ie A rb e its p lä tz e Funken, Feuer und glühende
beachten. Die durch die Sicherheitsvorschriften g e fo rd e rte G e g enstän de fe rn zu h a lte n sind, w ird ge g e b e n e n fa lls je
re g elm ä ß ige U n t e r s u c h u n g d e r T i e g e l hat vor nach d e r Feinheit d e r Späne zu e rw e ite rn sein; in einem
jedem neuen Einsatz in den O fe n zu e rfo lg e n ; sie g e ­ Falle ist durch einen in 5 m A bsta nd benutzten Schweiß­
schieht zw eckm äß ig durch kräftige s A b k lo p fe n d e r A uß e n­ bre n n e r ein Brand entstanden. Durch diese Vorschrift ist
w ä n d e des Tiegels mit einem Ham m er und durch A b ­ auch das R a u c h e n am A rb e its p la tz untersagt. Bezüg­
tasten des T ieg elbod en s durch kräftige s A ufstoß en mit lich d e r e l e k t r i s c h e n E i n r i c h t u n g e n sind keine
eine r Stange (§ 10). besonderen A n fo rd e ru n g e n gestellt. Es g e n ü g t eine stau b­
dichte Ausführung sow eit, w ie eine M ö g lich ke it d e r S tau b­
Die zum Abdecken d e r Schmelze benutzten A b d e c k - a b la g e ru n g besteht.
s a l z e (Elrasal und W e rra io n ) haben die d o p p e lte A u f­
ga be , das Bad von V e ru n re inigu nge n zu läutern und Schleifen von Magnesiumlegierungen
ge ge n S a u e rsto ffzu tritt zu schützen. Sie sind sehr h y g ro ­
skopisch und deshalb s o rg fä ltig unter Verschluß zu Beim Schleifen von M a g ne sium leg ieru nge n müssen ver­
halten. Die Feuchtigkeit a n zie hen de Eigenschaft d e r Salze schiedenartige Vorsichtsm aßnahm en g e tro ffe n w e rde n, je
e rfo rd e rt eine so rg fä ltig e Behandlung a lle r mit der nachdem ob feucht, naß o d e r trocken geschliffen w ird.
Schmelze in Berührung kom m enden G eg enstän de . Rühr- Beim N a ß - und F e u c h t s c h l e i f e n können ö le , Ö l­
stangen, Pyrom eter usw. sind vo r d e r Benutzung gründlich mischungen und W asser be n u tzt w e rd e n . An die ö le
von Salzresten zu be fre ie n und rotw a rm auszuglühen. und Ö lm ischungen sind bezüglich des Flammpunktes und
Ein kurzes Bestreichen mit eine r G asflam m e g e n ü g t nicht, d e r E inw irkungsm öglichkeit a u f M agne sium leg ieru nge n
da das nied erge schlage ne Verbrennungsw asser die G e ­ dieselben A n fo rd e ru n g e n zu stellen w ie bei d e r span­
fa h r erhöht. a b he be nde n B earbeitung. Das ö l ist so reichlich a n zu ­
w enden, da ß kein Staub entstehen kann, und z w a r w e d e r
M e ta llsta u b , noch S taub des Schleifm ittels, z. B. des;
Spanabhebende Bearbeitung Schm irgelleinens (§ 17). O b h ie rb e i die ö lm e n g e so b e ­
Bei d e r spa na bh ebe nd en B ea rbe itun g — das Schleifen messen w ird , da ß eine b re iig e Paste entsteht, o d e r o b
w ird besonders b e h a n d e lt — besteht die G e fa h r d e r soviel ö l zu g e g e b e n w ird , da ß d e r entstehende Schleif­
Entzündung von Staub und Spänen durch Reibungswärm e staub w eggeschw em m t w ird , h ä n g t von den S onderheiten
o d e r Funken (§ 13). E rforde rt die B earbeitung eine K ü h ­ des Betriebes ab. In be id en Fällen ist keine Absaugung
l u n g , so ist nach M ö g lich ke it m it P reß luft zu kühlen g e fo rd e rt. Beim Schleifen m it W asser muß w egen der
(§ 14). H ierdurch w ird g le ich ze itig eine Beseitigung d e r Zersetzung des Schleifstaubes die W a sse rzu fu h r so reich­
Späne erm öglicht, die durch die Preßluft in einen S pä ne­ lich e rfo lg e n , d a ß d e r Schleifstaub weggeschw em m t w ird ;
b e h ä lte r ge blasen w e rd e n können. Die heute noch hä ufig d e r Schlamm ist in einem Schlammbecken zu sammeln.
a n z u tre ffe n d e Kühlung mit eine r O lw asserem ulsion ist G rö ß e re G e fa h re n b ie te t das T r o c k e n s c h l e i f e n ,
w egen d e r Einw irkung des W assers a u f die Späne b e ­ zum al da in vielen Fällen M aschinen be nu tzt w e rde n, die
denklich. Noch in le tzte r Z eit hat sich h ierb ei an einer fü r die S chw erm etall- o d e r H o lz b e a rb e itu n g entw ickelt
Kreissäge ein schw erer Brand ere ig net. Als Kühlm ittel sind w u rd e n und den besonderen Erfordernissen d e r Bear­
ö l o d e r Ö lm ischungen zu w ä hle n, die einen so hohen be itun g von M a g ne sium leg ieru nge n keine Rechnung
Flammpunkt haben, daß bei d e r B earbeitung nicht mit tra g e n . Beim Trockenschleifen ist d e r Schleifstaub g ru n d ­
einer Entzündung zu rechnen ist; außerdem dü rfe n die sätzlich abzusa ug en und in einem Staubabscheider
Kühlm ittel die Späne nicht unter Bildung von W asserstoff niederzuschlagen (§ 18). Die Rohre zum S taubabscheider
an greifen. A nd e rn fa lls können D äm pfe entstehen, die müssen so beschaffen sein, d a ß d e r Staub sich nicht in
durch einen Funken, d e r im m er au ftre te n kann und sonst ihnen a b la g e rn kann, sie müssen g la tte W a n d u n g e n
schnell erlöschen w ü rd e , in Brand gesetzt w e rd e n kön­ h a b e n ; p lötzlich e E rw eiterungen, scharfe Knicke und to te
nen. O b ein Kühlm ittel g e e ig n e t ist, lä ß t sich durch eine Ecken sind zu ve rm e id e n ; d e r Staub ist im S t a u b a b ­
einfache Prüfung feststellen: M an e n tzünd et an einer s c h e i d e r mit W asser niederzuschlagen, w o b e i V o r­
Seite 568 ALUMINIUM

sorg e zu tre ffe n ist, da ß sich an den W ä n d e n des A b ­ Heftes), doch läß t sich ü b er ihre lä ng ere B ew ährung
scheiders keine Schlamm nester b ild e n , w odurch die G e ­ im Betrieb noch kein abschließendes U rteil fällen.
fa h r d e r Selbstentzündung entstehen w ü rd e . Die a b g e ­ D eshalb w ird zw ar g e fo rd e rt, daß d ie Schleif­
saugte Luft ist grundsätzlich ins Freie zu leiten. maschine sich nur bei eingeschalteter W asserzu fu hr in
W irb e le r (Zyklone) und Tuchfilter dü rfe n w egen der Betrieb setzen läßt, die selbsttätige Ausschaltung w ird
G e fa h r des A u fw irb e ln s von S taub und d e r Bildung eines jedoch nur w a h lw e ise neben d e r a u g e n fä llig e n Kenn­
explosiven Staub-Luft-G em isches zu r Staubabscheidung zeichnung des G efah renzu stand es g e fo rd e rt. Als d e r­
nicht b e n u tzt w e rde n. Bei be id en Einrichtungen haben a rtig e Kennzeichnung kann d e r Einbau eines G la se in ­
sich in d e r letzten Z eit zum Teil folg en schw e re E xplo­ satzes in die W a sse rzu flu ß le itu n g o d e r ein Lichtsignal
sionen ereignet. g elten, doch w ird diese Lösung im m er nur ein N o tb e h e lf
In manchen Fällen w ird es e rfo rd e rlich w e rde n, den b leib en , d a sie d e r menschlichen U nvollkom m enheit nicht
S taubabscheider im A rbe itsrau m aufzustellen, um lange Rechnung trä g t.
Rohrleitungen zwischen den Schleifmaschinen und dem A u f die M ög lich keit, bei d e r B earbeitung sp e rrige r
S taubabscheider, die zu Bränden A n la ß ge be n können, Stücke m it g ro b k ö rn ig e n , langsam la ufen de n Schleif­
zu verm eiden. Nach M ö g lich ke it ist alsdann d e r n ie d e r­ körp ern (6 m/Sek.) w egen d e r G ro b k ö rn ig k e it d e r ent­
geschlagene Schlamm in einem Becken a u ß e r h a l b stehenden Späne von eine r A bsa ug un g A bsta nd nehmen
des A rbeitsraum es zu sammeln. G eschieht dies nicht, ist zu können, sei noch hingew iesen. W e ite r w e rd e n Fälle
au ftre te n können, in denen beim Schleifen mit Kleinst-
schleifkörpern so g e rin g e S taubm engen entstehen, daß
ein A bsa ug en nicht e rfo rd e rlich w ir d ; alsdann kann das
G ew e rbe aufsich tsam t Ausnahm en zulassen.
Die S chleifräum e ge lten nach den Sicherheitsvorschriften
als fe u e rg e fä h rd e te Räume im Sinne d e r Vorschriften
des V e rb an de s Deutscher Elektrotechniker (§ 20). Die
näheren A nw eisung en hierzu müssen den zuständigen
Aufsichtsbeam ten überlassen b le ib e n ; sie w e rde n Be­
gre nzu nge n festlegen können, w enn das Schleifen im
V erh ältn is zu d e r üb rig en R aum benutzung nur einen g e ­
rin ge n U m fang einnim m t. D a be i ist a lle rd in g s zu berück­
sichtigen, da ß d e r Schleifstaub unter Um ständen in einem
gro ß e n Umkreis a n zu tre ffe n ist. Im ü b rig en w ird b e zü g ­
lich d e r R einhaltung d e r S chleifräum e a u f die zu r spa n­
a b h e b e n d e n B earbe itun g gem achten Ausführungen ver­
wiesen.

Beförderung und Aufbewahrung


Die Vorschriften ü b er die A u fb e w a h ru n g von M a g n e ­
sium spänen und sta u b fö rm ig e n A b fä lle n gelten auch fü r
die vo rü b e rg e h e n d e A u fb e w a h ru n g , sow eit es sich nicht
(N ach B aurat Ruhnke, B e rlin -W e isse n se e.) um d ie im § 15 Abs. 2 vorgesehene Sam m lung d e r Späne
an den A rb e its p lä tz e n h a n d e lt (§ 23). Die W ä n d e und
also das Schlammbecken m it dem S taubabscheider ve r­ d e r Fußboden d e r A ufb e w a h ru n g srä u m e müssen den an
bunden, um z. B. das A bscheidew asser im K reislauf w ie ­ d ie A rbe itsräu m e gestellten A n fo rd e ru n g e n entsprechen
d e r zu benutzen (vgl. A b b ild u n g ) so muß das Schlamm­ (vgl. § 1). W asserfeuchte Späne sollen w egen d e r G e ­
becken täg lich g e re in ig t w e rd e n . D er Schleifschlamm ist fa h r d e r Zersetzung möglichst ü b e rh a u p t nicht a u fb e ­
a u f dieselbe W eise unschädlich zu machen w ie d ie son­ w a h rt w e rde n, d a g e g e n bestehen gegen die A u fb e w a h ­
stigen un ve rw e rtb a re n A b fä lle (§§ 6 und 19). U nter de r rung ausgeschleuderter ö lfe uch te r Späne keine Be­
V oraussetzung, da ß d ie aus dem S taubabscheider aus­ denken.
ge blasene Luft g e nü ge nd g e re in ig t w ird , kann das G e- W e n n auch in den A u fb ew a hru ngsrä um e n d ie G e fa h r
w erbeaufsichtsam t eine Rückleitung in den A rbeitsraum e ine r S ta u b a b la g e ru n g nicht d ie gleiche ist w ie in Schlei­
zulassen, w as in d e r kalten Jahreszeit fü r eine w irksam e fe re ie n , so sind doch — w ie die Erfahrung g e z e ig t hat
Beheizung d e r Räume von Bedeutung ist. Die G e fa h r, — w e ge n d e r h ä ufig m angelnden Aufsicht eingehende
d a ß sich durch die im S taubabscheider einsetzende Schutzm aßnahm en e rfo rd e rlich . Die Sicherheitsvorschriften
W asse rsto ffe n tw icklu n g ein explosives Knallgasgem isch be ha n d e ln de sha lb d ie A u fb e w a h ru n g srä u m e bezüglich
im A rbe itsrau m b ild e t, ist bei d e r starken V erdünnung d e r Kennzeichnung und d e r Feuerlöschm aßnahm en e b en­
nicht zu befürchten. so, w ie die A rbe itsräu m e, außerdem w ird das Betreten
W ich tig ist vo r a llen Dingen, da ß mit d e r A n la g e d e r d e r A u fb e w a h ru n g srä u m e mit Feuer o d e r offenem Licht,
A bsa ug ee inrichtun gen und d e r S taubabscheider nur b e ­ das H eizen mit offe n e n Feuern, das Rauchen und das
sonders e rfa h re n e Fachleute b e tra u t w e rde n. Eine unsach­ A u fb e w a h re n leicht b re n n b a re r S to ffe im gleichen Raum
gem äß e A n la g e täuscht eine nicht vo rh a n d e n e Sicherheit v e rb o te n . D age gen w e rde n an d ie elektrischen Einrich­
v o r und verursacht nutzlose A u fw e n d u n g e n . In einem tungen keine besonderen A n fo rd e ru n g e n gestellt.
Falle ist z. B. b e o b a ch te t w o rd e n , da ß eine um fangreiche In den Sicherheitsvorschriften sind grundsätzlich nur
A b sa u g e a n la g e im S tau bab sche ide r falsche Luft a n ­ M aß nahm en zur V erhütung von Bränden und Explosionen
saugte, so da ß an d e r Schleifm aschine nur ein g e rin g e r b e h a n d e lt. Es erscheint de sha lb zw eckm äß ig, an dieser
Bruchteil des entstehenden Staubes a b g e sa u g t w urde. Stelle noch besonders a u f d ie B eeinträchtigung des H e il­
Soll die S taubabscheidung ihren Zweck erfü lle n , so vo rg a n g e s bei V erletzun ge n durch S p litte r von Leicht­
muß V o rso rge g e tro ffe n w e rd e n , d a ß die A bsa ug un g m e ta lle g ie ru n g e n hinzuw eisen. W enn diese auch bisher
und d ie W a sse rzu fu h r s o fo rt einsetzt, w enn die Schleif­ hauptsächlich bei d e r B earbeitung von Duralum in be ­
maschine in Betrieb genom m en w ird . Die z w a n g s lä u fig e o b ach te t w o rd e n sind, so ist es doch an ge brach t, auch
A u ß e rb e trie b se tzu n g d e r Schleifm aschine bei Störungen den V erletzun ge n bei d e r B ea rbe itun g d e r unter die V er­
in d e r A b sa ug un g b ie te t im allg e m e in e n keine S chw ie rig­ o rd n u n g fa lle n d e n M a g ne sium leg ieru nge n A ufm erksam ­
keite n; deshalb fo rd e rn die Sicherheitsvorschriften, daß keit zu w idm en , und das von d e r Berufsgenossenschaft
d ie Schleifmaschine stehen b le ib e n muß, so b a ld d e r V e n ­ d e r Feinmechanik und Elektrotechnik in V e rb in dun g mit
tila to r aussetzt. Die Sicherung d e r W a sse rzu fu h r ist d a ­ dem Reichsgesundheitsamt a u fg e ste llte „M e rk b la tt über
gegen noch nicht v ö llig g e klä rt. Z w a r sind schon zw eck­ die erste H ilfe bei V erletzun ge n und H a uterkrankungen
m äßig g e b a u te V orrichtungen a u f dem M a rk t erschienen bei d e r L e ich tm e ta llb e a rb e itu n g " (vgl. Reichsarbeitsbl.
(vgl. die A usführungen von R u h e a u f S. 569 ff. dieses 1936 S. III 327) zu beachten.
August 1938 Seite 569

Die besonderen G efahren


bei d er Verarbeitung von M agnesium legierungen und ihre Bekämpfung
V o n D ip l.-In g . H . R u h e , Berlin

Es ist bekannt, daß Deutschland auf dem Gebiete


der Metallerze ein ausgesprochen armes Land ist. Ledig­
lich sein Zinkbedarf wird überwiegend aus deutschen
Erzen gedeckt. Beim Aluminium liegen die Verhältnisse
so, daß zwar der weitaus größte Teil seines Wertes
durch die Arbeit geschaffen w ird; sein Ausgangsprodukt
Bauxit und die zur Elektrodenherstellung nötige Pech­
kohle müssen aus dem Auslande bezogen werden. Nur
ein Metall können wir ohne jegliche Abhängigkeit vom
Ausland in großen Mengen im eigenen Lande erzeugen:
das Magnesium. Deutschland ist zur Zeit mit mehr als
der Hälfte an der Welterzeugung des Magnesiums be­
teiligt. Diese betrug 1926 erst 300 t. Sie stieg auf 5000 t
im Jahre 1933 und erreichte im Jahre 1936 eine Höhe von
25000 t. Das Bestreben Deutschlands, sich immer mehr
vom Auslandsmarkt unabhängig zu machen, wird die
Erzeugung und den Verbrauch von Magnesium in den
nächsten Jahren noch bedeutend ansteigen lassen.
Das Magnesium ist neben dem Aluminium das am
häufigsten vorkommende Metall. W ir begegnen ihm ins­
besondere in den Karbonaten Dolomit und Magnesit so­
wie in dem Doppelsalz Carnallit. Ferner ist Magnesium
enthalten im Bittersalz, Asbest, Talk und im Meerschaum.
Aus den Verwitterungsprodukten der Erdkruste gelangt
das Magnesium in die Flüsse und schließlich in die W elt­
meere, deren Magnesiumgehalt etwa 0,14% beträgt. In
Japan, das arm an Kochsalz ist, wird aus dem Meer­ säure entweicht. Man erhält dann Magnesiumoxyd
wasser neben dem Kochsalz das Magnesium gewonnen. (MgCta— 6 H2O = 2 HCl + MgO + 5 H2O).
Den höchsten Magnesiumgehalt weist von den bekannten Dagegen läßt sich das kristalline Doppelsalz Car­
Seen das Tote Meer auf, mit 4,2% = 42 g Magnesium in
1 I Wasser. Da der Wasserinhalt des Toten Meeres etwa nallit ohne Abspaltung von Salzsäure entwässern. Das
100 Milliarden Kubikmeter beträgt, enthält es 4,2 M illiar­ entwässerte Chlorid wird in geschmolzenem Zustand bei
einer Temperatur von 700 bis 750° C der Elektrolyse un­
den Tonnen Magnesium. Unter Zugrundelegung einer
terworfen. Dabei bildet sich an der Kathode das metal­
zukünftigen Welterzeugung von 100 000 t/Jahr würde der
lische Magnesium, an der Anode Cl2-Gas. Das Cl2-Gas
Salzgehalt des Toten Meeres also ausreichen, um die
Menschheit noch 42 000 Jahre lang mit Magnesium zu ver­ wird zu Salzsäure weiter verarbeitet. Die Gewinnung des
sorgen. An diesem Beispiel erkennt man, daß die Vor­ Magnesiums aus Carnallit wurde früher hauptsächlich in
räte an Magnesium wirklich unerschöpflich sind. Bitterfeld betrieben, wobei die Rohstoffe aus den Staß-
furter Salzlagern gefördert wurden. Heute gewinnt
Bei der Gewinnung von Magnesium unterscheiden die Wintershall A.-G. das Magnesium auf die beschrie­
wir grundsätzlich zwei Ausgangsstoffe: Die Magnesium- bene Weise aus den Carnallitlagern an der mittleren
Karbonate (Dolomit und Magnesit) und die Magnesium- Werra. Vor etwa 10 Jahren hat die I. G. Farbenindustrie
Chloride (Carnallit und Kaliendlauge). Vor etwa 40 A.-G. in Bitterfeld das Carnallitverfahren verlassen und
Jahren wurde in Bitterfeld das erste Magnesiumwerk ist zur Verarbeitung von Magnesit übergegangen.
von der Griesheim-Elektron A.-G. errichtet, das heute zur Magnesit kommt in großen Mengen in Tirol und Kärnten
I. G. Farbenindustrie A.-G. gehört und das größte vor. Der Magnesit wird gebrannt, um die Kohlensäure
Magnesium erzeugende Werk der W elt ist. Ein zweites zu entfernen. Aus der anfallenden Magnesia kann durch
Werk wurde nach der Machtübernahme in Heringen a. d. Elektrolyse unmittelbar das Magnesium nicht gewonnen
Werra von der Wintershall A.-G., Kassel, gebaut. Die werden. Es muß auch hier das Magnesiumoxyd zunächst
Erzeugnisse dieses Werkes werden als M a g n e w i n be­ in Magnesiumchlorid übergeführt werden. Das bei der
zeichnet, während die I. G. Farbenindustrie A.-G. ihre Elektrolyse anfallende Chlor wird in diesem Falle nicht
Erzeugnisse unter der bekannten Bezeichnung E l e k ­ zu Salzsäure verarbeitet, sondern es dient im Kreislauf
t r o n auf den Markt bringt. zum. Chlorieren des Oxyds.
Abb. 1 Durch die Verarbeitung von Magnesit gelang es, den
zeigt eine Uebersicht über die elektrolytische Gewinnung Herstellungspreis des Magnesiums stark zu senken.
des Magnesiums. Den ersten Anreiz zu einer Gewinnung Allerdings mußte der Magnesit bis zum 13. März dieses
gab die Kaliendlauge. Bei der Herstellung von Kalium­ Jahres aus dem Ausland bezogen werden, so daß 1 kg
hydroxyd und Kaliumchlorid wird als Ausgangsstoff der erzeugten Magnesiums etwa 6 bis 7 Rpf. an Devisen
Carnallit (KCl—MgCIa— 6 HzO) verwendet. Die vom Ka­ kostete. Die I. G. Farbenindustrie ging deshalb vor etwa
liumchlorid befreite Endlauge stellt eine wäßrige Lösung fünf Jahren dazu über, deutschen Dolomit als Ausgangs­
von MgCU dar. Sie wurde bisher als unverwertbar in stoff für die Magnesiumgewinnung zu verwenden. Der
die Flüsse geleitet. Dolomit kommt in Deutschland in genügender Reinheit
Um aus der Kaliendlauge das Magnesium vom Chlor am Harz und in Bayern sowie an der Lahn vor. Zum
in der Elektrolyse trennen zu können, muß zunächst das Chlorieren des getrennten Oxyds wird die Kaliendlauge
lösungswasser entfernt werden. Es bleibt dann ein Ma­ benutzt, so daß das zum Schluß anfallende Magnesium
gnesiumchlorid in kristalliner Form übrig (MgCta— 6 H2O). zum Teil aus dem Dolomit, zum Teil aus der Kaliend­
Die Entfernung des Kristallwassers stößt auf große lauge stammt. Seit der Wiedervereinigung der Ostmark
Schwierigkeiten, weil der Wasserstoff des Kristallwassers mit dem Reich ist die Beschaffung von Magnesit eine In­
sich mit dem Chlor des Salzes verbindet und als Salz­ landsangelegenheit geworden. Trotzdem werden auch in
Seite 570 ALUMINIUM

Z ukunft in B itterfeld D o lo m it und K a lie n d la u g e die Aus­ V oraussetzung ist h ierb ei selbstverständlich die T em pera­
g a n g ssto ffe d e r M ag ne sium g ew inn un g b ilde n. Die V e r­ tur, d ie zur Einleitung d e r Reaktion e rfo rd e rlich ist. Das
a rb e itu n g von M ag ne sit w ird durch d ie O esterreichisch- O x y d des edleren M etalls d ie n t also dem unedleren M e­
A m erikanische M a g n e sit A .-G . in Radenthein in Kärnten ta ll als S a u e rsto ffträ g e r. Diese Erkenntnis ist von g ro ß e r
be trieb en. Das M agnesium w ird hier nicht a u f e le k tro ly ti­ Bedeutung beim Schmelzen des M agnesium s in eisernen
schem, sondern a u f thermischem W e g e ge w onnen. T iegeln. W e n n M agnesium mit Eisenoxyd bei genügend
(vgl. A b b . 2)1). hohen T em peraturen in Berührung kommt, g ib t das Eisen­
o x y d S au e rsto ff ab, d e r sich dann m it dem M agnesium
zu M a g n e siu m o xyd v e rb in d e t. Die Reaktion ge ht mit
g ro ß e r H e ftig k e it v o r sich und ist d ie Ursache fü r die
schweren, o ft töd lich en V erb ren nun ge n bei Tiegelbrüchen.
Ebenso w ird W asser in d e r H itze des verbrennenden
M agnesium s unter Bildung von W asse rsto ff s o fo rt a u f­
ge spa lten , d e r sich mit dem S au erstoff d e r . Luft unter
e x p lo s io n s a rtig e r Erscheinung ve rb in d e t. W asser ist also
zum Löschen von M ag ne sium b rän den ungeeignet. Schon
bei g e w ö h n lich e r T em pe ratur zersetzt fein verteiltes M a ­
gnesium W asser und spa ltet W a sse rsto ff ab. Selbst in
eine r C 0 2 -A tm o sp h ä re ve rb re n n t M agnesium mit b le n ­
dend w eiß em Licht. Auch mit Sand tritt das M agnesium
bei hohen T em peraturen in Reaktion, w o b e i sich neben
M a g n e siu m o xyd auch M ag ne sium silizit bilde t.
Das M agnesium nimmt a b e r nicht nur in chemischer,
sondern auch in physikalischer Hinsicht eine S onder­
stellung unter den M e ta lle n ein. Die nachstehende T a­
b e lle b rin g t eine G eg enü be rste llu ng des M agnesium s mit
einigen an de ren bekannten M e ta lle n . A u ffä llig ist in erster
Linie das n ie d rig e spezifische G ew icht, das dem M a g n e ­

Eigenschaft Dim. Mg AI Zn Fe Cu

Spez. G ew icht . . g/cm 3 1,74 2,7 7,1 7,81 8,9


Spez. W ä rm e . . ca l/g 0,242 0,22 0,094 0,115 0,094
Schmelzpunkt . . . °C 650 658 419 1400 1083
Das M agnesium nimmt durch seine chemischen Eigen­
schaften eine S onderstellung unter den M e ta lle n ein. Es Siedepunkt . . . . °C 1097 1800 906 3200 2300
hat von a llen G ebrauchsm etallen die g rö ß te N e ig u n g , Schmelzwärme . . ca l/g 46,5 77 28 30 43
sich mit S a u e rsto ff zu ve rb in d e n . H ierin lie g t auch d e r Elastizitätsm odul . t/mm! 4,1 7,0 13,0 20,0 12,0
G ru n d d a fü r, d a ß dem M agnesium und seinen Legierun­
Elektr. Leitfähigkeit m/mm2 23 36 17 9 60
gen besondere G e fa h re n a n h a fte n ; vgl. d ie Stellung des
M agnesium s in d e r nachstehenden Spannungsreihe de r W ä rm e le itfä h ig k e it cal/cm s.°C 0,41 0,52 0,27 0,21 0,92
M etalle . Zugfestigkeit . . . kg/m m2 17 17 22 40J) 31

B ild u n gsw ä rm e sium seine Bedeutung a u f dem W e ltm a rk t verschafft hat.


Zusammensetzung
N am e des O xyd s des O xyds Eine an de re, besonders charakteristische Eigenschaft des
kcal je A e q u iv a le n t M agnesium s ist d e r sehr n ie d rig e Siedepunkt. Diese Son­
derstellung te ilt das M agnesium mit dem Zink, dessen
K u p f e r .......................... C u20 20,3 G e w in n u n g im H ochofen w egen dieser S chw ie rigke it auch
erst in a lle rjü n g ste r Z eit ge lu nge n ist.
W is m u t.......................... Bi20 3 22,97
Arsen .......................... 26,07 Für die A b le itu n g d e r Reibungsw ärm e beim Schleifen
A s20 3
und Schmirgeln ist die Kenntnis d e r W ä rm e le itfä h ig k e it
A n t i m o n ...................... S bjO .j 27,17 des M agnesium s w ichtig. Diese b e trä g t z w a r nur 2/3 d e r­
K o b a l t .......................... CoO 28,75 jenigen des Alum inium s, sie liegt a b e r höher als bei Zink
N i c k e l .......................... N iO 29,45 und be de uten d höher als beim Eisen. P ro p o rtio n a l der
W ä rm e le itfä h ig k e it d e r M e ta lle ist die elektrische Leit­
C a d m iu m ..................... CdO 31,1 fä h ig ke it. Da sich die G ew ichte von M agnesium und A lu ­
E is e n .............................. FeO 32,1 minium w ie 2 : 3 verh alte n, hat also eine G ew ichtseinheit
Z i n n .............................. Sn02 34,6 M agnesium bei gleich er Länge dieselbe elektrische Leit­
M o l y b d ä n ................. M o0 2 35,7 fä h ig k e it o d e r denselben Ohmschen W id e rs ta n d w ie die
gleiche G ew ichtseinhe it Alum inium .
Z i n k .............................. Z nO 41,5
Besondere G e fa h re n beim Um gang mit M agnesium 3)
C h r o m .......................... C r2O s 48,15 haben sich bisher bei zw e i A rb e itsg e b ie te n g e z e ig t: Beim
M angan ..................... M nO 48,25 Schmelzen und beim Schleifen. Zum Schmelzen g e la n g t
S iliz iu m .......................... S i0 2 52,0 meist eine M ischung von N e u m a te ria l und G uß trichtern
Aluminium ................. a i 2o 3 63,5 und anderen M g -A b fä lle n . Um von vorn he rein eine O x y ­
d a tio n zu verh in dern , w ird dem Einsatzgut ein D e c k ­
M a g n e s iu m ................. M gO 71,85 s a l z (Elrasal bzw . W e rra io n ) beigemischt. Das spezi­
fische G e w ich t des geschm olzenen Salzes ist g e rin g e r als
das des M agnesium s. W enn das Einsatzgut geschm olzen
Die verschiedene V erw a n d tsch a ft d e r M e ta lle zum ist, w ird es also durch die a u f ihm schwim mende S alz­
S auerstoff hat auch zur Folge, d a ß d e r S au erstoff im schicht gegen den Z u tritt des Luftsauerstoffs geschützt.
O x y d des edleren M etalls bei A nw ese nhe it eines unedleren
M etalls jenes ve rlä ß t und sich mit dem unedleren verb in det. -) Flußeisen.
3) W e n n im fo lg e n d e n noch von M agnesium gesprochen w ir d , so
*) N ä h e re s s. G m e iin s H andbuch d e r a no rg a nisch e n C hem ie, sind d a m it im m er M a g n e s iu m -L e g ie ru n g e n m it ü be r 90 v. H. Rein­
8. A u fla g e , System N r. 27, T e il A , L frg . 1 S. 138. m agnesium , a ls o E lektron und M a g n e w in , g em e in t.
August 1938 Seite 571

Die S chm elztem peratur des M g von e tw a 650° C des Eisenoxyds a b und ve rb in d e t sich mit ihm unter
reicht a b e r noch nicht zum V ergieß en des M etalls. Beim e x p lo sio n sa rtig e n Erscheinungen. Die V erb ren nun gs­
G ieß en g ib t das flüssige M e ta ll sehr schnell W ä rm e an te m p e ra tu r des M agnesium s lie g t bei 2850° C. Diese
die kalte Form ab (die Form ist z w a r a n g e w ä rm t, a b e r T e m p e ra tu r lie g t hoch über d e r S ie de te m pe ra tur des
im V erhältnis zum flüssigen M e ta ll doch kalt). Dadurch M agnesium s (1097° C). Beim A u ftre ffe n des M agnesium s
w ü rd e eine s o fo rtig e Erstarrung des M e ta lls in d e r Form a u f das Eisenoxyd tritt also zunächst eine plötzlich e
eintreten. Die G ie ß te m p e ra tu r muß de sha lb um so höher V erb ren nun g von M agnesium ein. Die hohe V e rb re n ­
liegen, je ko m p lizie rte r das Gußstück ist und je dünner nu ng ste m pe ratur b rin g t das nachström ende M e ta ll zum
seine W a n d u n g e n sin d; sie lie g t zwischen T em pe ra­ Sieden. Die M e ta lld ä m p fe suchen sich gew altsam einen
turen dicht o b e rh a lb des Schm elzpunktes und etw a A usw eg und verspritzen so das nicht v e rd a m p fte g lü ­
800° C. hende M e ta ll.
Die Praxis hat fe rn e r e rg eb en, d a ß eine G e fü g e v e r­ Es sind d a h e r an die Behandlung des Tiegels für
fein eru ng e in tritt, w enn das Schm elzgut v o r dem G uß das Schmelzen von M agnesium besonders hohe A n fo r­
a u f e tw a 830 bis 900° C ü b e rh itzt w ird . H ierdurch w e r­ d e run gen zu stellen. N u r wenn sich d ie Tiegel als
den sow ohl die Festigkeitseigenschaften als auch die v ö llig e in w a n d fre i erw eisen, dü rfe n sie w e ite r benutzt
G ie ß b a rk e it günstig b e einfluß t. M an ü b e rh itzt d a h e r das w e rd e n . Ebenso ist peinlich d a ra u f zu achten, da ß sich
Schm elzgut im O fe n , en tzieh t es dann d e r w e ite re n Er­ a u f dem Boden des O fe ns kein Z und er ansam m elt.
w ärm ung und lä ß t es bis a u f die G ie ß te m p e ra tu r a b ­ H ä u fig bieten d ie O e fe n S chw ierigkeiten bei d e r Ent­
kühlen. Die U eberw achung d e r T em peraturen muß mit aschung, w e il sie nur von o b en zug än glich sind. Eine w e n ig ­
g ro ß e r S o rg fa lt geschehen. M an b e d ie n t sich d a h e r beim stens tä g lich einm al vorzu ne hm en de grü nd lich e Reinigung
Schmelzen von M agnesium eines Therm oelem ents, das des O fe n s muß a b e r unter allen Um ständen erfo lg e n , um
die T em peratur des Schm elzgutes kon tinu ierlich a n zeigt. A nsam m lungen von Z under, d e r von den Tiegeln a b fa lle n
Beim Schmelzen von M agnesium ere ig neten sich in kann, zu verh in dern .
Betrieben, d ie zur N orddeutschen M etall-B erufsgenossen-
W e n n ein T iegel durchgeht, w ird d e r Schmelzer den
schaft gehö ren, zw e i schwere U n fä lle , d a vo n einer tö d ­
Versuch machen, den W in d so schnell w ie m öglich a b z u ­
lich. Diese U n fä lle hatten denselben charakteristischen
stellen, und d ie C h a rg e ruhig ausbrennen lassen. Da
V e rla u f. W ä h re n d d e r Schmelze w u rd e d e r Tiegel un­
w ä h re n d d e r Z eit, in d e r das M agnesium unter Zusatz
dicht, das ausflie ß e nde S chm elzgut ve rsp ritzte mit e x p lo ­
von Frischluft verb ren nt, m it V erspritzen von glühend
sio nsa rtiger H e ftig ke it und v e rb ra n n te d ie in d e r N ä h e
flüssigem M e ta ll gerechnet w e rd e n muß, ist d a fü r zu
befindlichen Schmelzer.
sorgen, d a ß das A bstellen d e r W in d z u fü h ru n g von einer
In einem Falle hatte d e r Schm elzer in einem Tiegel Stelle aus geschehen kann, an d e r d e r Schmelzer vor
aus Schmiedeeisen E le ktro n a b fä lle eingeschm olzen. D ie­ M e ta llsp ritze rn unter a llen Um ständen gesichert ist. Die
ser stand in einem üblichen Schm elzofen mit O e lfe u e ru n g . einfachste Einrichtung zum A bste lle n des U nterw indes ist
Der leicht konische M a n te l des Tiegels w a r an d e r S toß ­ ein Schalter, d e r den Strom zum V e n tila to rm o to r unter­
stelle verschweißt, d e r g e p re ß te Boden w a r durch eine bricht. Zu diesem einfachen M itte l sollte man a b e r nur
Rundnaht mit dem M a n te l verb un den . Die Stärke des dann g re ife n , w enn eine bessere Lösung aus baulichen
M antels be tru g 6 mm, d ie des Bodens 12 mm. Im Tiegel G ründ en nur mit hohen Kosten m öglich ist. Der V en ti­
be fa n d e n sich e tw a 40 kg; Schm elzgut. Als d e r Schmelz­ la to r und d e r A n trie b sm o to r sind von nicht unerheblicher
pro zeß be en de t w a r, stellte d e r Schm elzer die O e lz u fu h r Masse und sie haben be i d e r hohen U m drehungszahl, mit
ab. G leich d a ra u f ve rsp ritzte das feuerflüssige M e ta ll d e r sie laufen, ein Schw ungm om ent, das den V e n tila to r
aus dem O fe n . Durch d ie brennenden M ag ne sium ­ noch eine g e rau m e Z eit (40 Sek. w u rd e n in einem Falle
spritzer, d ie sich an d e r Luft entzündeten, w u rd e de r festgestellt) nachlaufen läßt. In dieser Z eit können noch
Schmelzer so schwer ve rb ra n n t, da ß er seinen V e rle tz u n ­ erhebliche M engen M agnesium verbrennen und vielleicht
gen b a ld e rlag . auch versp ritzen . Es ist d a h e r besser, w enn von einem
geschützten Platz aus d ie W in d z u fu h r augenblicklich,
Bei d e r Untersuchung d e r U nfallursache stellte sich
z. B. durch einen Schieber in d e r D ru ckw in dleitun g, a b g e ­
heraus, da ß d e r Boden des Tiegels v o llstä n d ig fehlte.
stellt w e rd e n kann.
Der T ie g e lra n d hatte an d e r Bruchstelle verschiedene
Stärken, zum Teil w a r er bis a u f 4 mm, zum Teil sog ar W ie bei d e r B ehandlung d e r Tiegel bereits a n g e ­
bis a u f 1 mm a b g e n u tzt. Der fe h le n d e T ie g e lb o d e n de utet, sollen d ie O e fe n mit m öglichst ge rin gem Luft­
w u rd e am Boden des O fe ns in stark zusam m engeschm ol­ überschuß fa h re n , um eine üb e rm ä ß ig e V erzunderung
zenem Zustand ge funden. d e r T iegel zu verh in dern . Da durch U e be rhitzun g de r
T ieg el eine S tru ktu rve rä n d e ru n g im M a te ria l und d a m it
Die Schm elztiegel w e rd e n beim Einschmelzen von
eine Bruchgefahr a u ftre te n kann, ist S tichflam m enbildung
M agnesium sow ohl von innen als von außen stark be ­
ansprucht. Das A bdecksalz g re ift das Eisen durch seinen zu verm eiden. Im a llge m einen sind d ie Schmelzöfen mit
zw e i Brennern ausgerüstet, d ie ta n g e n tia l in den O fe n ­
C h lo rg e h a lt an. Ferner b ild e t das S alz, w enn es zur
raum einm ünden. Die Flamme schlägt h ierb ei um den
K rustenbildung kom mt, eine Isolierschicht im Innern des
Tiegels, so da ß das T e m p e ra tu rg e fä lle zwischen der T ieg el herum und b e w irk t so eine ziem lich gleichm äß ige
Erw ärm ung desselben. W e n n d e r O fe n nur mit einem
A ußenseite des Tiegels und dem Schm elzgut sehr hoch
sein muß. Eine Erhöhung d e r T ie g e lte m p e ra tu r b rin g t eine Brenner b e trie b e n w ird , o d e r w enn zw e i Brenner ra d ia l
in den O fe n hineinblasen, besteht die G e fa h r einer ein­
Erhöhung des Tiegelverschleißes durch O x y d a tio n mit
seitigen Beanspruchung d e r T iegel. In diesem Falle muß
sich. Es ist d a h e r schon aus G ründ en d e r S parsam keit
es den Schmelzern zur Pflicht gem acht w e rd e n , dem
e rfo rd e rlich , d a ß d e r Tiegel v o r jedem Einsetzen g rü n d ­
T ieg el nicht im m er d ie gleiche Stellung im O fe n zu geben,
lich von a n h a fte n d e n Salzresten b e fre it w ird .
sondern beim W ie d e re in se tze n den T iegel um 90 o d e r
Die O x y d a tio n des Tiegels ist neben d e r T em pe ratur 180° zu drehen.
d e r W a n d u n g auch in hohem M a ß e a b h ä n g ig von de r
Flamme, mit d e r d e r O fe n b e h e izt w ird . Ist d ie Flamme N ach M itte ilu n g verschiedener Betriebe, d ie M a g n e ­
red uzieren d o d e r ne utral, so ist d ie V erzu nd erun g b e ­ sium in g ro ß e n M en ge n v e ra rb e ite n , haben sich O e fe n
deutend g e rin g e r, als w enn mit o x y d ie re n d e r Flamme g e ­ zum Schmelzen von M agnesium gut b e w ä h rt, die mit
fah re n w ird . M it V errin g e ru n g des Luftüberschusses steigt Kruppschen S tein strahlbren ne rn ausgerüstet sind.
die V erb ren nun gstem p era tu r d e r Flamme. Hierdurch Besonders g u te W ä rm e v e rte ilu n g erm öglichen die
w ird auch andererseits d e r Schm elzprözeß beschleunigt. elektrischen Schm elzöfen. G e e ig n e te A n b rin g u n g de r
Es ist also v o rte ilh a ft, mit m öglichst ge rin gem Luftüber­ W id e rs ta n d s k ö rp e r g e w ä h rle iste t eine vollkom m en g le ich ­
schuß zu fahren. m äß ige Erw ärm ung des Tiegels. Durch Regulierung des
Die V erzu nd erun g des Tiegels ist a b e r nicht nur aus elektrischen Stromes mittels Therm ostaten ist man in de r
betriebstechnischen G ründ en a u f ein M indestm aß zu b e ­ Lage, je d e gewünschte T em pe ratur im O fe n a u f un be­
schränken. W ie bereits v o rh e r ausgeführt, spa ltet das stimmte Z e it au fre chtzue rha lten. Da in elektrisch b e ­
M agnesium bei höheren T em peraturen den S au erstoff heizten O e fe n ein Luftstrom nicht flie ß t, ist d ie G e fa h r des
Seite 572 ALUMINIUM

V erzunderns des Tiegels sehr g e rin g . Ebenso ist die V e r­ w e nd et. Der a n fa lle n d e Staub w a r d a h e r nicht so fein
zunderung d e r H e izelem ente, die im allge m einen aus w ie bei ho chtourigen, fe in kö rn ig e n Scheiben. Dieses ist
N ickelch rom le gierun ge n he rge ste llt w e rd e n , sehr ge rin g. w o h l d e r G ru n d d a fü r, daß sich bei dieser A rbeitsw eise
bisher in 8 Jahren keine U n fä lle zu g e tra g e n haben. Um
Die am meisten a u sge fü hrte A rt des M ag ne sium ­ den a n fa lle n d e n Staub a u f seine G rö ß e und Beschaffen­
gusses ist d e r S andguß. N achdem man ein geeignetes heit untersuchen zu können, w u rd e eine S chleifp robe ent­
V e rfa h re n ge fu n d e n hatte, um das M agnesium unter nommen.
Luftabschluß zu schmelzen, w a r d ie Frage die, w ie man
das flüssige M agnesium , dessen G ie ß te m p e ra tu r über Die meisten d e r aufgesuchten Betriebe saugten den
d e r E ntzündungstem peratur lie g t, in eine Form bring en von den hochtourigen Steinen a b fa lle n d e n Staub ab. Der
kann, ohne da ß das M e ta li beim Durchfließen d e r Luft a b g e sa u g te Staub w u rd e teilw eise mit W asser n ie d e r­
verb ren nt. Die z w e ite Frage w a r d ie , w ie man v e rh in ­ geschlagen. Ein Betrieb hatte einen ge w öhnlichen In­
dern konnte, da ß das M agnesium sich mit dem S au erstoff du striestau bsa uge r a u fg e ste llt. Ein a n d e re r schlug den
d e r Form ve rb a n d . S taub in einen Z yklon n ie d e r und b e fö rd e rte ihn aus
dem Z yklon in den unter den A rbe itsräu m en liegenden
Nach dem V e rfa h re n von Beck w ird dem grünen
Keller, aus dem er etw a einm al m onatlich en tfe rnt w u rde .
Formsand etw a 5 v. H. Schw efel und 1 v. H. Borsäure z u ­
U eber d ie G e fa h r von S ta u b ve rp u ffu n g e n und S ta u b ­
gesetzt. S o b a ld das flüssige M agnesium mit d e r Form in
exp lo sion en herrschte allg e m e in e Unkenntnis. Auch von
Berührung komm t, ve rb re n n t d e r Schwefel unter dem Ein­
dieser A n la g e w u rd e eine g rö ß e re S ta u b p ro b e ent­
flu ß d e r G ie ß te m p e ra tu r mit dem S au erstoff d e r Form zu nommen.
schw eflig er Säure. Die A k tiv itä t des Schwefels ist so gro ß ,
daß s o fo rt a lie r S a u e rsto ff ge bu nd en w ird und das Die b e id en S ta u b p ro b e n sollten a u f ihre G rö ß e n ­
flüssige M agnesium in d e r Form nur noch inerte G ase v o r­ ord n u n g untersucht w e rd e n , um festzustellen, o b Staube
find et. Beim G ieß en des M etalls aus dem Tiegel in die in e xp lo s ib le r Feinheit a n fa lle n . Die bekannteste M e ­
Form w ird durch Aufstreuen von S chw efelblü te a u f das th o d e zur Feststellung d e r G röß en verhä ltnisse ist das A b ­
flie ß e n d e M e ta ll eine S 0 2 -A tm osph äre ohne freie n sieben m it ge no rm te n Sieben. Diese Untersuchungs­
S au erstoff geschaffen, durch d ie das glü h e n d e M e ta ll m ethode setzt a b e r e in e Struktur des S toffes voraus, die
hindurchfließ t, ohne sich zu entzünden. Der S chw efel­ a n n ä h e rn d ku g e lfö rm ig ist. Das ist bei M agnesium staub,
verbrauch ist bei diesem V e rfa h re n hoch. Es ist also e r­ w ie er beim Schleifen a u ftritt, nicht d e r Fall.
klärlich, da ß in den M ag ne sium g ie ß e reie n d ie Luft stark
m it S ch w e fe ld io xyd gem ischt ist. Eine ge sundheitliche A bb. 3
S chädigung d e r G ie ß e r durch d ie a u ftre te n d e n S O 2 -
D ä m p fe ist bisher nicht festgestellt w o rd e n . D age gen tritt
eine erhebliche Belästigung d e r G ie ß e r ein, die v o rlä u fig
als un verm e idb are s Uebel in K auf genom m en w e rde n
muß. N e be n dem S ch w e fe ld io xyd ist auch d ie Entwick­
lung von S chw efelw asserstoff zu beachten. Es ist e in e in
den M ag ne sium g ie ß e reie n bekan nte Erscheinung, da ß
silberne o d e r ve rsilbe rte G e g enstän de (z. B. DÄF-Ab-
zeichen) im Laufei d e r Z eit schw arz w e rd e n . Der Schluß
a u f V orhandensein von H 2 S lie g t also nahe.
Nach Versuchen mit B le ia c e ta tp a p ie r als In d ik a to r tritt
H 2 S nur dann in grö ß e re n M engen au f, w enn heiße
S teig er mit grünem Sand ab ge de ckt w e rd e n . Die h ierb ei
a u ftre te n d e H 2 S-M enge ist u n m itte lb a r über den Form­
kästen, d ie in v ö llig ru h ig e r Luft stehen, so stark, da ß
d ie toxische K on ze n tra tio n von 100 cm3/m 3 erreicht und
überschritten w ird . In g e rin gem A bsta nd (V2 m) über dem
Formkasten und bei leisem Luftzug ist keine g iftig e A tm o ­
sphäre mehr v o rh a n d e n . Es ist nicht anzunehm en, daß
jem and lä n g e re Z eit dicht ü b er einem heißen Formkasten
a tm e t; das w ä re die e in zig e M ö g lich ke it einer HsS-Ver-
g iftu n g beim Sandguß . Jedoch ist d ie G e fo lg s c h a ft über
die B ildungsm öglichkeit des H 2 S und seine Eigenschaften
zu unterrichten und an zu h a lte n , S teig er nur mit trockenem
Sand abzudecken.
W ä h re n d das M agnesium in ko m p a kte r Form (Mg-
Band) nur mit ru h ig e r Flamme verb ren nt, besteht bei
fe in e r V e rte ilu n g von M agnesium staub in d e r Luft d ie G e ­
fa h r einer Entzündung und g e g e b e n e n fa lls eine r S ta u b ­ A b b . 3.
explosion.
Im D ezem ber v. J. ere ig n e te sich in einer M itg lie d s-
fiim a d e r N orddeutschen M etall-B erufsgenossenschaft in
B erlin-W eißensee eine M ag ne sium stau be xplo sio n, de r z e ig t M agnesium späne von einer Zylinderschleifm aschine,
dre i M enschenleben zum O p fe r fielen. Diese Explosion die in einem Blechkasten gesam m elt w a ren . Die einzelnen
ist ausführlich im Reichsarbeitsbl. 1938 S. III 2 beschrieben Späneteilchen hatten sich so in e in a n d e r verhakt, da ß sie
w o rd e n . mit zw e i Fingern aus dem Blechkasten herausgenom m en
w e rd e n konnten. Der S pä ne w ürfe l ha tte einen Inh alt von
Das h ierb ei vorg en om m en e Schleifen von Elektron- 132 cm3; sein G ew icht be tru g nur 12 g. Von dem G esam t­
ä tz p la tte n ist ein S o n d e rg e b ie t. H ä ufig a n z u tre ffe n ist in h a lt w a re n also nur 7 cm3 M e ta ll, 125 cm3 w a re n Luft.
d a g e g e n das Schleifen von G ußstücken. Bei d e r Besich­ Bei Entzündung mit einem S treichholz entstand eine hohe
tig u n g m ehrerer Betriebe w u rd e n die verschiedensten V o r­ Stichflamme.
richtungen zum G ußschleifen a n g e tro ffe n . In einem Be­
trie b w u rd e n G u ß te ile a u f schnellaufenden Schm irgel­ U nter dem M ikro sko p z e ig te sich eine äußerst z e r­
steinen geschliffen, ohne daß eine S tau bab sau gu ng a n ­ rissene S truktur d e r S tau bkörn er. Das A bsieben hat
ge bra cht w a r. Es ist nicht verw un derlich, da ß an dieser also nur den W e rt, V erg le iche in d e r G rö ß e n o rd n u n g
Maschine bereits eine schwere V erb ren nun g vorgekom m en zu ziehen und nicht d ie o b je k tiv e G rö ß e n o rd n u n g fest­
ist. Ein a n d e re r B etrieb a rb e ite te e b e n fa lls ohne jede A b ­ zustellen. In d e r S tau bbe käm p fu ng sste lle beim V erb an d
saugung. H ie r w u rd e n jedoch keine schnellaufenden, der deutschen g e w e rblichen Berufsgenossenschaften
sondern langsam la ufen de , g ro b k ö rn ig e Scheiben v e r­ w u rde n M ik ro a u fn a h m e n gem acht, um die Beschaffen-
August 1938 Seite 573

A b b . 4. A b b . 5.

heit des Staubes zu zeigen. In w u rd e n die V erspannungsleistungen einer H o riz o n ta l-


zylinderschleifm aschine und einer Schm irgelscheibe fest-
Abb. 4
ge stellt und d ie Luftm enge in den A bsa u g e le itu n g e n e r­
ist in etw a 40facher V e rg rö ß e ru n g S taub festge halte n, rechnet. In dem einen Fall e rg a b e n sich 1,29 g/m 3, in dem
w ie er an einer mit 1450 Upm. an g e trie b e n e n Schleif­ an de ren Falle 1,32 g/m 3. In be id en Fällen w u rd e also die
scheibe a n fä llt. Der A bstand d e r a u f dem Bilde sicht­ untere Explosionsgrenze, d ie m it 30 g /m 3 angenom m en
baren Teilstriche b e trä g t 0,025 mm. Es sind deutlich w e rd e n kann, bei w eitem nicht erreicht. D a be i betrugen die
die verschiedenen G rö ß e n und d ie verschiedenartigsten mit dem A ne m om e te r festgestellten W in d g e s c h w in d ig ­
Formen der einzelnen S ta u b kö rp e r zu sehen. Bei keiten nur e tw a 17 m/Sek.
Berücksichtigung dieser Erkenntnis ist das Ergebnis Die Ursachen fü r die a u fg e tre te n e n Stichflammen
de r S iebanalyse verschiedener S taube im m erhin a u f­ sind also nicht in S tau b e xp lo sio n e n zu find en . Sie sind
schlußreich. Es w u rde n zum V ergleich zw e i A rten von d a ra u f zurückzuführen, da ß d e r M agnesium staub sich an
S taub ab ge sieb t. Der eine w a r beim Schleifen mit
den R ohrw andungen ansetzte. Der G ru n d fü r dieses
1450 Upm. a n g e fa lle n , d e r a n d e re beim Schleifen mit
Ansetzen ist höchstwahrscheinlich in d e r elektrostatischen
einem g ro b e n Stein, d e r mit 400 Upm. lief. Aus je 3 Pro­ A u fla d u n g d e r Staubteilchen bei d e r Z erspanung zu
ben, die ziem lich gleichm äß ig ausfielen, e rg a b e n sich suchen. In A n la g e n , in denen d ie W in d g e sch w in d ig ke it
fo lg e n d e M itte lw e rte : etw a 30 m/Sek. b e trä g t, sind d ie Rohre fast sauber. Den­
noch ist d a fü r zu sorgen, d a ß A b sa u g e ro h re an Schleif­
maschinen so kurz w ie m öglich g e h a lte n w e rd e n und
da ß d e r S taub schnellstens unschädlich gem acht w ird .

Es e rg ib t sich hieraus, d a ß beim Schleifen mit langsam


laufendem Stein sehr w e n ig fein e Teile a n fa lle n . Bei
schnellaufender Scheibe fä llt d a g e g e n noch über 30 v. H.
Staub an, d e r durch ein Sieb mit 10 000 Maschen je Q u a ­
d ra tze n tim e te r fä llt. Zum V erg le iche ze ig t
Abb. 5
das feinste M ag ne sium p ulver, die H andelssorte „ f f. un­
fü h lb a r". Die A ufn ahm e läß t erkennen, da ß d ie G rö ß e n ­
ord n u n g d e r meisten Teilchen über 25 n = 1 Teilstrich liegt.
M eh rfa che Explosionen von M g-P ulver haben g e ­
zeigt, da ß d e r schw ebende Staub exp lo sio n sg e fä h rlich
ist, nicht der la g e rn d e . Da im Schleifstaub auch viel
Teilchen unter 100 n Vorkom m en, sind Z yklo n e und Tuch­
filte r in A bsa ug ee inrichtun gen fü r M agnesium staub zu
v e rw e rfe n ; d a g e g e n bestehen gegen die trockene A u f­
be w a h ru n g in geschlossenen G e fä ß e n keine Bedenken.
Es ist m ehrfach vorgekom m en, da ß Stichflam m en
aus den A b sa ug ele itun ge n herausgeschlagen sind. Es
w a r d a h e r zu prüfen, o b in den Leitungen exp lo sion s­ A n la g e zum N ie d e rs c h la g e n von M agnesium stau b .
fä h ig e Gemische entstehen können. Zu diesem Zwecke B a u a rt D a n n e b e rg & Q u a n d t, B e rlin -L ic h te n b e rg .
Seite 574 ALUMINIUM

Das beste V e rfa h re n zur Unschädlichm achung des M em b ran e, durch die ein K o n taktstift den Anlasser­
S chleifstaubes ist das N iede rschlage n mit W asser. Im strom kreis unter U e b e rw in d u n g eine r F ede rkraft schließt.
Betrieb haben sich A n la g e n d e r in der S ola n g e das W asser a b g e s p e rrt ist, v o r d e r Drossel­
A bb. 6 scheib© also kein Druck herrscht, kann d e r A n trie b sm o to r
nicht a n la u fe n . Der hinter d e r Drosselscheibe herrschende
w ie d e rg e g e b e n e n Bauart be w ä h rt. Durch ein kurzes A b - Druck sucht, unterstützt durch d ie F ederkraft, über eine
sa u g e ro h r g e la n g t die m it Schleifstaub durchsetzte Luft in zw e ite M e m b ra n e den S chließ kontakt zu ö ffn e n , w as er­
das S prührohr, in dem v ie r o d e r fü n f W asserbrausen meh­ reicht w ird , w enn bei Nachlassen d e r Ström ungsgeschw in­
rere W asserschleier erzeugen. Die Luftgeschw indigkeit in d ig k e it ein Druckausgleich v o r und hinter d e r Drossel­
dem S p rü h ro h r ist be de uten d g e rin g e r g e w ä h lt als im A b - scheibe einsetzt. Durch diese Schaltung w ird also erreicht,
saugestutzen, d a m it d ie K o n ta ktze it nicht zu g e rin g ist. da ß d e r A ntrie b sm o to r sow ohl bei A usb le ibe n des
Es lä ß t sich d a b e i a b e r nicht verm eiden, da ß mit d e r Luft W assers als auch bei V ersto pfung de r Düsen ausge­
auch fe in ve rte ilte s W asser vom V e n tila to r an ge sau gt schaltet w ird .
w ird . Um das m itgerissene W asser niederzuschlagen, ist
o b e rh a lb des S prührohres eine Beruhigungskam m er a n ­ Bei d e r Entwicklung d e r N a ß a b sch e id e r ging ein
g e o rd n e t, in d e r das m itgerissene W asser abgeschieden B erliner Betrieb d a ra u f hinaus, einen A p p a ra t zu ent­
w ird . Die a b g e sa u g te Luft w ird durch einen V e n tila to r w ickeln, in dem sow ohl W asser als auch Luft im Kreislauf
ins Freie b e fö rd e rt. Der durch das W asser n ie d e rg e ­ a rb e ite n . Der a n fa lle n d e S taub w ird durch zw e i W asser­
schlagene Schlamm w ird in eine r im Freien liegenden brausen niedergeschlagen und Reste w e rd e n durch ein
K lä rg ru b e gesam m elt. Es ist bei d e r A b flu ß le itu n g d a ra u f Raschigfilter zurückgehalten. Das W asser setzt den
zu achten, d a ß das Rohrende tie f ge nu g un te rh a lb des Schlamm im A p p a ra t selbst, a b und w ird durch eine Um­
W asserspiegels de<r K lä rg ru b e m ündet, w e il sonst Falsch­ w ä lz p u m p e den Düsen w ie d e r zug e fü h rt. Es ist z w a r be ­
lu ft a n ge sau gt w ird , d ie d ie A bsa ug ele istun g an den kannt, d a ß nasses M agnesium bei Z im m ertem peratur
Schleifmaschinen stark beeinträchtig t. W ich tig ist bei W a sse rsto ff abscheidet, o b das in gefährliche n M engen
diesen A n la g e n d ie A n b rin g u n g von ge nü ge nd Reini­ geschieht, w a r bisher nicht bekannt. Im M e ta llh ü tte n -
g u ng söffn un ge n. männischen Institut d e r Technischen Hochschule Berlin
Da d e r W asserverbrauch d e r N iederschlagseinrich- (Vorsteher Prof. Dr. K ohlm eyer) w u rd e deshalb die Bil­
tungen erheblich ist, muß in vielen Fällen das W asser du ngsm öglichkeit von W a sse rsto ff bei d e r Einwirkung
nach K lärung d e r A n la g e w ie d e r zu g e fü h rt w e rd e n . Es von M agnesium spänen a u f W asser mittels Entwicklungs-
h a t sich gezeigt,, da ß das W asser be i ge nü ge nd gro ß e n pyre tte n untersucht.
Klärbecken so w e it von M e ta lls ta u b g e re in ig t ist, d a ß es Der erste Versuch w u rd e mit 20 g Schleifstaub g e ­
w ie d e r v e rw e n d e t w e rd e n kann, o h ne d a ß bei ord n u n g s­ macht, d e r durch ein 50er Sieb a b g e sie b t w a r. Die
g e m äß er W a rtu n g eine erhebliche G e fa h r d e r Düsen­ W asserstoffen tw icklu ng w u rd e an fang s stündlich, dann
ve rsto p fu n g besteht. a lle 1 2 .Stunden abgelesen.' Das Ergebnis ist aus
Bei den geschilderten A n la g e n zu r N iede rschlagu ng Abb. 8
von M agnesium staub kann d ie Schleifm aschine in Betrieb
genom m en w e rd e n , ohne da ß d ie W a sse rzu fu h r a n g e ­
stellt w ird . Ebenso ist es m öglich, d a ß aus irgendw elchen
G ründ en d ie W a sse rzu fu h r aussetzt o d e r nicht s o rg fä ltig
g e klä rte s W asser die Düsen ve rsto p ft. In be id en Fällen
besteht die G e fa h r eine r Explosion in d e r A n la g e . Es
ist deshalb eine Schaltung onzustreben, d ie das Einschal­
ten d e r Schleifm aschine erst dann erm öglicht, wenn die
W a sse rzu fu h r sichergestellt ist. Sie muß he rau sfa lle n,
w enn d e r W asserflu ß w ä h re n d des Betriebes a u fh ö rt
o d e r unter ein bestimmtes M aß sinkt. Die Firma Rosenke,
B e rlin -W ilm e rsd o rf, hat eine d e ra rtig e Schaltung g e ­
schaffen
(Abb. 7).
In die zu den Düsen fü h re n d e W asserleitu ng ist eine
Drosselscheibe e in g e b a u t, so d a ß beim Durchströmen
des W assers eine D ru ckdiffere nz entsteht. Der vo r
d e r Drosselscheibe herrschende Druck w irk t a u f eine

A b b . 8.

zu ersehen. Die Kurve steigt steil an und w ird allm ählich im ­


mer flacher. In den ersten 14 Stunden ist soviel W asserstoff
en tw icke lt w o rd e n w ie in den na chfolge nde n 66 Stunden.
Nach einer Versuchsdauer von 80 Stunden w a re n 750 ccm
W a sse rsto ff entw ickelt. W ä h re n d dieser Z eit w a r ein A n ­
steigen d e r W asse rte m p e ra tu r im Entwicklungskolben
nicht festzustellen.
Nach diesem Vorversuch w u rd e ein Hauptversuch mit
fo lg e n d e n S taubsorten von verschiedenen K orngrößen
vo rg e n o m m e n :
1. ungesiebter Schleifstaub von einer schnellaufenden
Schleifscheibe (Abb. 4),
2. Staub, d e r durch das 24er, a b e r nicht durch das 50er
..A b b . 7 . Sieb g e fa lle n w a r.
August 1938 Seite 575

3. S taub, d e r durch das 50er, a b e r nicht durch das Nach diesen Versuchen kann b e u rte ilt w e rde n, ob
100er Sieb g e fa lle n w a r, beim N a ß n ie d e rsch la g e n von M agnesium staub W a sse r­
4. Sägespäne, d ie an einer Bandsäge a n g e fa lle n s to ff in g e fa h rd ro h e n d e r M en ge en tw icke lt w ird und ob
w aren. S taubabscheider in geschlossenen Räumen zugelassen
w e rd e n können. Bei dem Versuch festzustellen, o b in d e r
Dieser Versuch lie f 10 T age lang. W ie zu e rw a rte n A b sa u g e le itu n g ein exp lo sibles Staub-Luft-G em isch ent­
w a r, entw ickelte d e r feinste Staub am meisten W asser­ stehen kann, w u rd e eine Verspannungsleistung von
stoff, d ie S ägespäne am w enigsten 1,225 g/Sek. e rm ittelt. Da in d e r Praxis in eine r Stunde
(A bb. 9). e tw a w ä h re n d 45 M in uten geschliffen w ird , fa lle n in einer
achtstündigen Schicht 26,5 kg Staub an. Da eine A b -
Interessant ist, d a ß d ie G asentw icklung bei den S äg e­ s a u g e a n la g e an zw e i Steine angeschlossen w e rd e n kann,
spänen ziem lich stetig v e rlie f und nach 10 T agen d e r könnten also 53 kg a n fa lle n . N ach den Versuchen e n t­
V orsprung, den d e r g ro b e Schleifstaub an fa n g s hatte, w ickelten 20 g Staub in acht Stunden bis zu 300 ccm
nahezu a u fg e h o lt w a r. W a s s e rs to ff; im Durchschnitt also 1 g in eine r Stunde
etw a 2 ccm. W e n n nach acht Stunden 53 kg Schleifstaub
angesam m elt sind, können sich ungünstigstenfalls stünd­
lich 100 I W a sse rsto ff = 0,1 cbm b ilde n. Die untere
Explosionsgrenze b e trä g t in einem W asserstoff-Luft-G e-
misch 9,4 v. H. Es ist de sha lb nicht d a m it zu rechnen, daß
sich in dem A rbe itsrau m ein explosives W asserstoff-Luft-
Gemisch ansam m elt.

A nders liegen d ie Verhältnisse d a g e g e n bei den


S am m elbehältern fü r den nassen Staub. W e n n d ie
S chlam m behälter durch Bohlen o. d g l. ab ge de ckt sind,
so d a ß kaum Frischluft einström en kann, so ist d ie G e fa h r
d e r K n a llg a sb ild u n g in den Behältern g ro ß , besonders
da nn , w enn d e r Schlamm nur a lle W ochen o d e r g a r
M o n a te en tle e rt w ird . Am besten schützt man sich gegen
d ie K n a llg a sb ild u n g da du rch, d a ß d e r Schlam m behälter
mit einem Rost bedeckt w ird , durch dessen Spalten das
G as u n g e h in d e rt entw eichen kann. Zum Schutz gegen
das Einfrieren im W in te r kann d e r Rost m it einer Schicht
Stroh zugedeckt w e rde n. Das A nleg en d e r Schlamm­
b e h ä lte r im Raume so llte nur ein seltener A usnahm efall
sein. W e n n es n ö tig ist, muß v e rla n g t w e rd e n , d a ß die
Reinigung h ä u fig , am besten tä g lich einm al, e rfo lg t, um
allzu g ro ß e Schlam m ansam m lungen zu verm eiden. Um
sicher zu gehen, ist in solchen Fällen auch festzustellen,
o b d ie Lüftung des Raumes e in w a n d fre i ist und d e r Be­
h ä lte r so g e b a u t ist, d a ß keine toten Ecken d ie M ö g lich ­
keit zu r Bildung von K nallgas bieten. D ieselben Forde­
U eber d ie M en ge des entw ickelten W asserstoffs w a r rungen sind an d ie im A rbe itsrau m a u fzustellen den S tau b­
so ein g u te r U eberblick g e w o nne n. Es w a r a b e r noch die abscheider zu stellen, da diese den S chlam m behälter in
Frage zu klären, o b bei V e rg rö ß e ru n g d e r S taubm enge sich tra g e n .
auch eine p ro p o rtio n a le V e rg rö ß e ru n g d e r G asm enge
a u ftre te n w ü rde . Da in d e r zur V erfü gun g stehenden Die e n d g ü ltig e B eseitigung des Schleifschlammes hat
A p p a ra tu r keine g rö ß e ren M engen Staub angesetzt w e r­ mit b e son de re r Vorsicht zu geschehen. Am besten ist es,
den konnten, w u rd e n d ie Versuche mit 5, 10, 15 und 20 g den Schlamm, dem man auch trockenen Schleifstaub und
eines feinen, sehr gleichm äß igen Staubes vorgenom m en. w e rtlo se Späne beim engen kann, a u f einem geräu m ige n
D abei e rg a b sich, da ß die grö ß e re n S taubm engen a n ­ B ra n d p la tz zu verb ren nen . W e n n hierzu keine G e le g e n ­
fangs verh ältn ism äß ig etw as mehr G as entw ickeln als he it ist, macht man ihn am besten d a du rch unschädlich,
die g e rin gere n M engen. S pä ter w ird die G asentw icklung d a ß man ihn ab trocknen lä ß t und da nn m it d e r fü n f­
nahezu p ro p o rtio n a l. fachen M en ge Sand g u t vermischt.

Buchbesprechungen

Gießereikunde Teil I, mit einem A nh a n g Fachrechnen, einiges ü b er be sondere Form verfahren. Ein nützlicher
von Fettweiß-Frede, im V e rla g von Julius Beltz, ist im kle ine r A n h a n g von e inig en Seiten ü b er das Fachrechnen
August 1937 in z w e ite r A u fla g e erschienen. Preis: ist a n g e fü g t.
2,— RM. (kort.). Der gesam te T ext ist durch gutes B ild m a te ria l mit
Das Buch b rin g t fü r den Unterricht d e r F orm erlehrlin ge in h ä u fig e r G e g e n ü b e rste llu n g von falsch und richtig a n ­
sehr übersichtlicher und zw e ckm äß ige r G lie d e ru n g das schaulich und leicht verständlich gem acht.
G rundsätzliche zu der Frage d e r W e rkze u g e , Formen Es w ä re zu wünschen, d a ß a lle , d ie das Form er­
und H ilfsstoffe, Formkästen, M o d e lle , H e be zeug e, Kern­ h a n d w e rk einm al meistern w o lle n , d ie kleine Schrift
macherei, Elemente des F orm erhandw erks und noch grü nd lich studieren. Prof. N i.
Seite 576 ALUMINIUM

Kartellrechtsprechung. V e rla g fü r W irts c h a ft und Verkehr, g e n d e Uebersicht soll d e n jenige n W irtschaftskreisen, die
Forkel & Co., S tu ttg a rt-O ., Pfizerstr. 20. Preis 4,50 RM. sich mit den Fragen des Kartellrechts w ie mit der! M a rk t­
Seit dem Bestehen des K arte llg erich ts sind b a ld re g elung ü b e rh a u p t befassen, die Rechtsprechung des
14 Jahre ve rg a n g e n . Die Sam m lung d e r von d e r Reichs­ K arte llg erich ts l e i c h t e r zug än glich gem acht w erden.
g ru p p e Industrie he rausgegebenen Entscheidungen des Die B ea rbe iter haben fo lg e n d e D arstellungsw eise g e ­
K arte llg erich ts hat d ie Z ahl 400 erreicht. w ä h lt: Die gesam te Rechtsprechung w ird zunächst
S ow ohl d e r Zeitabschnitt von 14 Jahren, w ie auch die systematisch d a rg e ste llt. Eine A u fte ilu n g sämt­
A n za h l d e r Entscheidungen haben d ie Reichsgruppe In­ licher Entscheidungen nach den w ichtigsten S c h l a g -
dustrie ve ra n la ß t, dieses reichh altig e und w e rtv o lle Ent­ w o r t e n erleich tert d ie Beachtung a lle r zu berücksichti­
scheidungsm aterial nach verschiedenen, den Bedürfnissen ge nden G esichtspunkte.
d e r Praxis entsprechenden G esichtspunkten a u fz u g lie ­ In einem w e ite re n A bschnitt w e rd e n sämtliche ka r­
dern und da rzustellen . Die B ea rbe iter haben d ie K arte ll- te llie rte n G ü te r o d e r Leistungen, so w e it sie G egenstand
rechtsgrundsätze in ih re r Fülle sehr ü b e r s i c h t l i c h von kartellg erich tliche n Entscheidungen gewesen sind,
u n d v e r s t ä n d l i c h w ie d e rg e g e b e n . a l p h a b e t i s c h w ie d e rg e g e b e n .
Die Rechtsprechung dieses G erichts, das a u f einem Die chronologische Uebersicht der
fü r d ie W irts c h a ft höchst bedeutsam en G e b ie t e n d g ü ltig E n t s c h e i d u n g e n g ib t auch in einer besonderen
entscheidet — ein S p ie g e lb ild d e r w irtschaftlichen V e r­ Rubrik d ie b e m e r k e n s w e r t e s t e n G r u n d s ä t z e
hältnisse und Z e itb e d in g th e ite n d e r be w e g te n Jahre von d e r b e tre ffe n d e n Entscheidungen w ie d e r. Die V e rö ffe n t­
1923 bis 1937 — ist verstreut in eine r nicht m ehr zu ü b e r­ lichung ist so ge h a lte n , da ß sie fo rtla u fe n d e r g ä n z t
sehenden A n za h l von Entscheidungen. Durch d ie v o rlie ­ w e rd e n kann. Bu.
Seite 578 ALUMINIUM

Kurssicherung beim Aluminiumwarenexport


Die nachfolgende Abhandlung befa/H sich mit dem z. Z. wichtigsten Problem
des Alum inium warenexportes, nämlich den wenigen und dabei schwer zu handhaben­
den Sdiutzm öglichkeiten vor Währungs- und Kursverlusten, die zudem den am Aus­
fuhrgeschäft beteiligten A lum inium w arenfubriken kaum bekannt sind. Die hieraus
sich ergebenden einschneidenden Verluste sind privatwirtschaftlich und volksw irt­
schaftlich wegen ihrer Bückm irkungen au f die D evisenbilanz untragbar. Aus diesem
G runde w erden vom Verfasser die bestehenden Sdiutzm öglichkeiten kurz in allge-
m einverständlicher Form behandelt, insbesondere auch die Technik des Verfahrens
eingehend klargelegt, dam it jede exportierende A lu m in ium fabrik an H and dieser
Ausführungen diese Sdiutzm öglidikeiten auch praktisch handhaben kann. Die Beson­
derheiten des Alum inium w arenex portes sind in jeder Hinsicht berücksichtigt.

Als besonders einschneidende Belastung fü r den W ä h ru n g s a b w e rtu n g e n und Kursschwankungen au f-


deutschen E xport an A lum inium erzeugnissen d e r verschie­ treten. N ach deutschem Recht sind . G eldschulden B ring­
densten A rt erw eist sich neuerdings d e r Umstand, daß schulden. S ow eit das deutsche Recht in den einzelnen
die W ä h ru n g e n za h lre iche r Länder, die als A bnehm er Verrechnungsabkom m en nicht ausdrücklich ausgeschlossen
von deutschen A lu m inium w aren Bedeutung besitzen, e r­ ist, hat es auch G ü ltig k e it fü r d ie zwischen Deutschland
heblichen S chw ankungen ausgesetzt sind. Abgesehen und dem A uslan de abgeschlossenen C le a rin g ve rträ g e n .
von diesen Kursschwankungen sind die W ä h ru n g e n in Danach ist auch be i Z ahlun g ü b er ein Verrechnungs­
einer A n za h l b e d e u te n d e r W irtschaftsstaaten o ffiz ie ll a b ­ ko n to eine Forderung erst dann ausgeglichen, w enn de r
g e w e rte t w o rd e n . Die hieraus sich fü r d ie deutsche A lu ­ deutsche G lä u b ig e r den Betrag erhalten hat. Das Risiko
m in ium w are nau sfu hr e rg eb end en Verluste sind z w a r von Kursschwankungen und W ä h ru n g sa b w e rtu n g e n fä llt
nicht za h le n m ä ß ig festzustellen, jedoch z w e ife llo s sehr also dem ausländischen Schuldner zu r Last. Die g e g e n ­
beachtlich. Es ist nam entlich auch in d e r e xp o rtie re n d e n w ä rtig bestehenden Verrechnungsabkom m en, mit Aus­
A lu m inium indu strie vie l zu w e n ig bekannt, da ß es g e ­ nahm e des Abkom m ens mit H o lla n d , lassen d ie M ö g lic h ­
wisse, wenn auch nicht einfach zu h a n d h a b e n d e Schutz­ keiten d e r N a c h fo rd e ru n g solcher A bw ertun gsve rluste
m öglichkeiten v o r Verlusten dieser A rt g ib t. M it Rücksicht ohne w e itere s zu. Im allge m einen muß je d e r deutsche
d a ra u f, da ß heute mehr denn je in zahlreichen W ir t­ A lu m in iu m w a re n e x p o rte u r einm al aus p riv a tw irts c h a ft­
schaftsstaaten d ie w ä hru ngsp olitische n Verhältnisse v o ll­ lichem Interesse, zum an de ren a b e r aus volksw irtscha ft­
komm en im Fluß sind, scheint uns eine A u fk lä ru n g über lichen G rü n d e n w egen d e r Rückwirkungen a u f die
d ie g e g e n w ä rtig bestehenden S chutzm öglichkeiten d o p ­ deutsche D e visen bilan z von diesem N achford erun gsre cht
p e lt e rfo rd e rlich . V o rw e g muß jedoch b e to n t w e rde n, d e r K ursd ifferen z G ebrauch machen. Jeder V erzicht a u f
d a ß die na ch fo lg e n d a u fg e fü h rte n Schutzm öglichkeiten diese N a ch fo rd e ru n g ist als eine V erfü gun g ü b er eine
nicht w a h llo s a n g e w a n d t w e rd e n können, sondern daß A u sla n d sfo rd e ru n g anzusehen und nach dem ge lten de n
es von Fall zu Fall einer eingehenden U e be rleg un g Devisenrecht g e ne hm ig un gsp flichtig . Die N a ch fo rd e ru n g
seitens d e r e xp o rtie re n d e n A lu m in iu m fa b rike n b e d a rf, solcher K ursd ifferen zen w ird dadurch etw as einfach er g e ­
um jene Form zu find en , die nach den je w e ilig e n G e ­ staltet, als d ie e xp o rtie re n d e n A lu m in iu m fa b rike n sich
sam tum ständen unter Berücksichtigung d e r besonderen den ausländischen A bnehm ern g e g e n ü b e r immer d a ra u f
Erfordernisse des A lu m in iu m w a re n e xp o rte s nach den e in ­ b e ru fe n können, da ß sie a u f G ru n d d e r deutschen D e­
zelnen Ländern zw eckm äß ig erscheint. visengesetze zum Erlaß von K ursdifferenzen nicht in der
Lage sind. Sollten be sondere Um stände ge ge be n sein,
1. Die Reichsmarkfakturierung.
die zw e ckm äß ige rw e ise eine solche N a ch fo rd e ru n g nicht
Im a llge m einen fa ktu rie re n die deutschen A lu m inium ­ a n g e b ra ch t erscheinen lassen, w ie z. B. Verlust einer
fa b rike n im E xportgeschäft in Reichsmark. A lle rd in g s läß t guten G esch äftsve rbin du ng , so muß von Fall zu Fall V o r­
sich die Reichsm arkfakturierung nicht im m e r ohne w eiteres teil und N a chteil gena u a b g e w o g e n w e rd e n , ehe man
durchführen, zum al sich auch die ausländischen A b n e h ­ sich mit dem N a chla ß d e r an sich fä llig e n K ursd ifferen z
mer im m er m ehr b e w u ß t w e rd e n , d a ß sie in diesem Falle einverstanden erklä rt. Die G en ehm igung d e r zuständigen
das Risiko e tw a ig e r Kursschwankungen a lle in über- Devisenstelle ist jedoch im m er e rfo rd e rlich . N icht uner­
nehm en^und unter Umständen gew isser V o rte ile , d ie sich w ä h n t b leib en d a rf, d a ß im V erkehr mit den N ie d e r­
aus eine r W ä h ru n g s a b w e rtu n g ihres Landes fü r sie e r­ landen a n d e re G ru n d sä tze G e ltu n g besitzen. Das
gebe n können, verlustig gehen. Auch müssen hin und deutsch-niederländische Verrechnungsabkom m en sieht
w ie d e r bei der A lu m in iu m w a re n a u sfu h r besondere ausdrücklich vo r, daß d e r holländische Im porte ur mit de r
W ünsche d e r ausländischen Abnehm erschaft berücksich­ Z ahlung des S chuldbetrages a u f das Verrechnungskonto
tig t w e rd e n , ebenso gewisse in te rn a tio n a le G e p flo g e n ­ seinen V e rp flich tu ng en g e g e n ü b e r dem deutschen Liefe­
heiten. W ird jedoch in Reichsmark fa k tu rie rt, so ist d ie ranten v o ll nachgekom m en ist. Kursverluste fa lle n a u f
Forderung des deutschen Exporteurs erst dann e rfü llt, den deutschen G lä u b ig e r zurück. Für solche Kursverluste,
w enn er den fä llig e n R eichsm arkbetrag erh alte n hat. d ie jedoch in dem Z eitraum zwischen d e r Lieferung und
Z ahlt ein ausländischer Kunde nicht in Reichsmark, sondern d e r Einzahlung a u f V errechnungskonto entstehen, ha fte t
in einer frem den W ähru ng ,; so fä llt das Risiko eine r evtl. a lle rd in g s d e r holländische Abnehm er. Indessen sind auch
A b w e rtu n g o d e r Kursschwankung dem ausländischen im H a nd elsve rkeh r m it H o lla n d Kursverluste kaum zu be­
Schuldner zur Last, d e r zur N a ch za h lu n g d e r K u rsd iffe ­ fürchten, da die Technik des Verrechnungsverkehrs und
renz v e rp flich te t ist. H ä u fig e r ist in d e r Praxis d e r Fall, die A b w icklu n g so beschleunigt ist, daß d e r deutsche
daß der ausländische Schuldner seine V erb in dlichke iten E xpo rteur im a llge m einen den vollen Reichsm arkbetrag
im Rahmen eines mit dem b e tre ffe n d e n Lande a b g e ­ erh alte n w ird .
schlossenen V errechnungsabkom m ens reg elt, den Betrag
a u f ein Verrechnungskonto e inza hlt, von w o de rselbe a u f 2. Die Kurssicherungstratte.
dem W e g e über die deutsche Reichsbank je nach dem Erhält d e r deutsche A lu m in iu m w a re n e x p o rte u r von
U m fange d e r fre i w e rd e n d e n D e visen be trä ge dem A lu - dem ausländischen K äu fer ein A kze o t, so sind Kursver­
m in iu m w a re n e xp o rte u r überw iesen w ird . Erfahrungs­ luste kaum zu befürchten. Ein solches A kze p t kann, wenn
gem äß kann nun zwischen d e r Einzahlung durch den es den B edingungen d e r Reichsbank entspricht, diskon­
ausländischen Schuldner und d e r A b fü h ru n g an eine tie rt w e rde n. A u sg e za h lt w ird d ie W echselsumme a b ­
A lu m in iu m fa b rik ein sehr erh eb lich er Z eitraum liegen. züglich d e r a n te ilig e n Diskont- und sonstigen Spesen,
Um so g rö ß e r ist die G e fa h r, da ß in n e rh a lb d ie se r Zeit, w ie sie in dem Z ahlun gsla nd e üblich sind. A lle rd in g s
w ä h re n d w e lche r die B eträge fe stg e le g t sind und sich d a rf nicht übersehen w e rd e n , da ß d ie Reichsbank bei
sow ohl dem Z u g riff des Schuldners w ie auch des G lä u ­ W ährungsverschlechterungen das Recht hat, nachträglich
bigers entziehen, erhebliche Verluste als Folge von auch d ie K ursdifferenzen noch einzuziehen. Jedoch hat
August 1938 Seite 579

bis je tzt die deutsche Reichsbank bei W ä h ru n g s a b w e r­ A n la g e 2 zur Kurssicherungstratte vom ...............................
tungen von diesem Recht keinen G ebrauch gem acht. Es ü ber (Betrag) .....................................................................
ist auch nicht zu e rw a rte n , da ß sie kün ftighin eine a n de re per (V e rfa llta g ) ..................................................................
Stellung einnehm en w ird . a u f (N am e des Bezogenen) ...........................................
Aussteller (Nam e) ..............................................................
Jede e x p o rtie re n d e A lu m in iu m fa b rik hat, sofern sich
Dieser Kurssicherungstratte liegt fo lg e n d e r G eschäfts­
z w in g e n d e Um stände e rg eb en, in ausländischer W ä h ­
v o rfa ll z u g ru n d e :
rung zu fa ktu rie re n , das g rö ß te Interesse d a ra n , den
1. Tag d e r A u ftra g s e rte ilu n g (Eingang des A u ftra g e s in
fä llig e n D evisenbetrag mindestens zum gleichen Reichs­
m arkstand w ie am T age des Geschäftsabschlusses zu e r­ ................................................................................... )
2. G egenstand des Exportes .....................................................
halten. W ird nun seitens des ausländischen Schuldners
a) W a re n g a ttu n g .....................................................................
kein A kze p t ausgestellt, sei es, d a ß dies im G eschäfts­
b) W a re n m e n g e .....................................................................
verke hr mit einem bestim m ten Lande nicht üblich ist o d e r
c) Einzelpreise (je Stück, je Tonne usw.) ........................
a b e r einze lne Firmen d ie Ausstellung von A kzep ten
d) G e sa m tw e rt (ohne N ebenkosten) ..................................
grundsätzlich ab le hne n, so hat d e r deutsche Alum inium -
3. W a n n w ird bzw . ist die W a re ve rla d e n w o rd e n ? ............
w a re n e x p o rte u r eine Buchforderung, de re n V e rw e rtu n g
jedoch sehr schw ierig ist. Buchforderungen sind nicht dis­ 4. Z a h lu n gsbe ding ung en und d ie sich d a rau s e rg eb end e
ko n tie rb a r. Um jedoch das aus diesen G esam tum ständen F ä llig ke it des E xporterlöses: ..................................................
sich e rg eb end e erhebliche W ä h ru n g srisiko auszuschalten 5. W ird hiernach eine P ro lo n g a tio n in Aussicht g e n o m ­
bzw . zu m indern, w u rd e d ie sogenannte Kurssicherungs- men, g e g e b e n e n fa lls fü r w elche Z eit? ...............................
tra tte geschaffen, d ie in jüngster Z e it erheblich an Be­ 6. Ist hinsichtlich des v o rlie g e n d e n G eschäftes schon in
deutung ge w in nt. Bei d e r Kurssicherungstratte z ie h t b e i­ a n d e re r W e ise ©ine Finanzierung! vorgenom m en o d e r
spielsw eise ein A lu m in iu m w a re n e x p o rte u r einen W echsel ist dies b e ab sichtig t? ...............................................................
a u f seinen Kunden, d e r jedoch nicht a k ze p tie rt. Ein sol­ 7. Ic h /W ir e rk lä re ...... hierm it, d a ß bei dem G eschäft V er­
cher W echsel, d e r ausdrücklich als Kurssicherungstratte einb arun ge n über d ie W e rtb e s tä n d ig k e it des G e g e n ­
bezeichnet sein muß, kann unter gewissen V oraussetzun­ w ertes bei F älligke it nicht g e tro ffe n sind.
gen bei d e r Reichsbank d isko n tie rt w e rd e n . Er muß zw e i 8. In w elcher W ä h ru n g ist das G eschäft abgeschlossen
gu te Unterschriften aufweisem und a u f ein Land g e zo g e n w o rd e n ? .....................................................................................
bzw . z a h lb a r gestellt sein, a u f das d ie Reichsbank nach Datum ........................................................
ihren allge m einen B edingungen W echsel und Schecks a n ­
kauft. Dam it eine solche Kurssicherungstratte reichs- (Firmenstempel und Unterschrift
b a n kd isko n tfä h ig w ird , w ird sich d e r deutsche E xpo rteur des Ausstellers d e r Kurssicherungstratte.)
in d e r Regel d e r V erm ittlu ng einer D evisenbank b e ­ W ir haben die U nterlagen g e p rü ft und verpflichten
dienen müssen, w odurch g le ich ze itig ein e G e w ä h r d a fü r uns, d e r Reichsbank a u f V erlan gen die V e rla d e - bzw .
ge bo te n ist, daß, d ie besonderen devisenrechtlichen V o r­ V erschiffungsdokum ente o d e r sonstige Dokum ente, aus
schriften ge na u e ing eha lten w e rd e n . V oraussetzung fü r denen d e r W arenum schlag bzw . G eschäftsabschluß er­
die Ausstellung eine r Kurssicherungstratte ist, d a ß d e r­ sichtlich ist, zu r Einsicht v orzu le gen .
selben ein fest abgeschlossenes W a re n g e sch ä ft z u g ru n d e Datum ........................................................
liegt. Für die Ausstellung kann man sich des üblichen
W echselform ulars bedienen. Die Bezeichnung „K u rs ­ (Firmenstempel und Unterschrift
sicherungstratte" muß h e rvo rg e h o b e n sein. Ferner sind des Diskontanten.)
zw e i A n la g e n be izu fü g e n . Aus d e r ersten A n la g e ist zu
ersehen, da ß es sich um eine Kurssicherungstratte h a n ­
d e lt, die nicht zum A kze p t v o rg e le g t w e rd e n so ll: „K u rs­ T ratte zurückgezogen w e rd e n , w o b e i a lle rd in g s der
sicherungstratte N r............ W ir b itte n , a n hä ng end e Tratte N achw eis zu führen ist, da ß den deutschen E xporteur
nicht zum A k z e p t vo rle g e n zu lassen." Die z w e ite A n ­ kein Verschulden trifft. In diesem Falle sind fü r den Ein­
la g e en thält eine Reihe von Fragen, w elche die Fest­ reicher keine Verluste zu befürchten. Erwähnt w erden
stellung de r Voraussetzungen fü r d ie Ausstellung einer muß schließlich noch, da ß d ie Laufzeit solcher Kurssiche-
Kurssicherungstratte zum G eg enstan d hat. rungstratten a u f dre i M o n a te beschränkt ist, doch ist im
allge m einen eine P rolon gatio n um w e ite re dre i M on ate
Die diskontierende Bank ist v erp flich te t, die A ng a b e n
m öglich. Die Beschränkung des Kursverlustrisikos mit H ilfe
de r exp o rtie re n d e n A lu m in iu m fa b rik von sich aus nach­ d e r Kurssicherungstratte erstreckt sich also nur a u f For­
zuprüfen, am besten an H and de r A u ftra g sb e stä tig u n g ,
derungen mit einem Z ahlungsziel bis zu höchstens 6 M o ­
der Rechnungsunterlagen u. d g l. G leichze itig ist bei naten.
de r Einreichung de r T ratte eine Erklärung ab zug eb en
dahinge he nd , d a ß die Einfuhr de r Sendung und auch die 3. Kurssicherung mit Hilfe eines Rembourskredites.
spätere Einzahlung des Rechnungsbetrages a u f Verrech­ M uß aus zw in g e n d e n G ründ en ein bestimmtes Aus­
nungskonto durch die zustä ndige ausländische Behörde landsgeschäft in ausländischer W ä h ru n g g e tä tig t w e rde n,
bereits genehm igt ist. Selbstverständlich müssen a lle aus so kann auch eine Kurssicherung mit H ilfe eines Rem­
Geschäften dieser A rt eingehenden Devisen an die bourskredites in Erw ägung ge zo g e n w e rde n. Ein solcher
Reichsbank a b g e lie fe rt w e rde n. Es kann also über diesen Rem bourskredit muß alsdann in d e r W ä h ru n g a u fg e ­
Betrag nicht mehr a n d e rw e itig v e rfü g t w e rde n. Ergibt nommen w e rd e n , in w e lche r ein G eschäft abgeschlossen
sich etw a die N o tw e n d ig k e it, einen Teil des Erlöses aus ist. H ie rb e i ist v o r allem zu prüfen, o b die A ufnahm e
solchen G eschäften fü r einen ande ren Zw eck zu ve rw e n ­ eines solchen Kredites zulässig ist und o b sich keine un­
den, z. B. fü r die Bezahlung von N ebenkosten, so kann ü b erw ind lich en S chw ierigkeiten entgegenstellen. Es han­
eine Kurssicherung nur fü r den Restbetrag vorgenom m en d e lt sich, kurz g e sag t darum , da ß de r deutsche E xporteur
w erden. G eht de r Erlös aus einem solchen W are n g e sch ä ft den ihm kred itie rte n W ä h ru n g s b e tra g so fo rt v e rka u ft
un m itte lb ar bei dem A lu m in iu m w a re n e xp o rte u r in De­ und seine Schuld mit den am Z ahlun gstag e eingehenden
visen o d e r etw a in Form eines Akzeptes o d e r eines Devisen w ie d e r abdeckt. Für G eschäfte solcher A rt ist
Schecks ein, so ist de r Betrag so fo rt an die diskon tieren de eine D evisengenehm igung erford erlich. Auch d a rf nicht
D evisenbank ab zufüh ren und d a b e i genau die Kurssiche­ übersehen w e rde n, da ß die in dieser Hinsicht bestehen­
rungstratte zu bezeichnen, um deren G e g e n w e rt es sich den M öglichkeiten durch die Beschränkung des in te rn a tio ­
handelt. Bei T eilzahlungen w ird die e n d g ü ltig e A brech­ nalen Z ahlungsverkehrs und die S chw ierigkeiten bei de r
nung nach e rfo lg te r v o lls tä n d ig e r A bdeckung v o rg e n o m ­ T ransfe rieru ng in d e r Praxis au ß erordentlich eing e­
men. Der A lu m in iu m w a re n e xp o rte u r erh ä lt den genauen schränkt sind.
kursgesicherten Betrag. E rfolg t eine A bdeckung schon
v o r F älligkeit einer Kurssicherungstratte, so w ird ein zu­ 4. Kurssicherung durch Devisentermingeschäfte.
viel erh ob ene r Diskontsatz zurückvergütet. Es kann jedoch Sie treten z. Z. sehr stark zurück, da solche Devisen­
auch der Fall eintreten, da ß de r G e g e n w e rt einer Kurs­ term ingeschäfte nach de r deutschen D evisengesetzgebung
sicherungstratte ohne Verschulden des deutschen E xpo r­ ve rb o te n sind. Ausnahm en sind nur dann zulässig, wenn
teurs nicht eingeht. S obald sich dies herausstellt, muß die sie durch V erm ittlu ng d e r Reichsbank o d e r a b e r mit G e ­
Seite 580 ALUMINIUM

nehm igung d e r D evisenstelle mit d e r Reichsbank o d e r z. B. hat eine Forderung von 10000 RM., fä llig am 1. Ja­
eine r D evisenbank abgeschlossen w e rd e n . Dem V e r­ n u a r 1939. D er Betrag kann w e g e n staatlicher Devisen­
nehmen nach fü h rt auch g e g e n w ä rtig noch die Stell© fü r be w irtsch aftu ng nicht a b g e fü h rt w e rd e n . Der au slä n­
D evisenterm ingeschäfte bei d e r Reichsbank g e e ig n e te dische Schuldner h in te rle g t den Betrag in d e r W ä h ru n g
deutsche Export- und ausländische. Im portfirm en zu­ seines Landes. Die A usfuhrkreditversicherung ha fte t, wenn
sammen. In d e r Praxis fin d e n solche D evisenterm inge­ in n e rh a lb 12 M o n a te n , also bis zum 1. Januar 1940 eine
schäfte jedoch nur sehr selten statt, da sich kaum g e e ig ­ R ealisierung dieser Forderung nicht m öglich ist. Bis zum
nete Interessenten zusam m enfinden. 1. Jan ua r 1939 gehen Kursverluste, A b w e rtu n g e n usw. zu
Lasten des ausländischen Käufers. Es können sich jedoch
5. Kurssicherung mit Hilfe der Ausfuhrkreditversicherung. auch zwischen dem 1. Jan ua r 1939 und dem 1. Januar
Eine w e ite re M ö g lich ke it zu r V erm e id ung von 1940 W ährungsverschlechterungen ergeben. Für diese
W ä h ru n g s- und Kursverlusten b ie te t die Inanspruchnahm e Fälle ist eine Sonderversicherung d e r A u s fu h rk re d itv e r­
d e r deutschen A usfuhrkreditversicherung. Eine e x p o r­ sicherung, und z w a r d ie sog. K onvertierungs- und Trans­
tie re n d e A lu m in iu m fa b rik kann z. B. eine Versicherung ferversicherung eing erich te t w o rd e n . Die Deckung des
eingehen fü r den Fall, da ß sie be i F ä llig ke it ih re r For­ Risikos durch d ie A usfu hrkred itversich eru ng ist eine a u ß e r­
de run g diese nicht in d e r ve re in b a rte n W ä h ru n g e r­ o rd en tlich w e itg e h e n d e . Jed er A lu m in iu m w a re n e xp o rte u r,
halten kann, w e il staatliche M aß nahm en eine Erfüllung d e r eine A usfu nrkred itversich eru ng e in g e g a n g e n ist, kann
unm öglich machen. Angenom m en eine A lu m in iu m fa b rik gege n eine re la tiv n ie d rig e Prämie eine entsprechende
h at in einem bestim m ten Lande eine W a re n fo rd e ru n g von Zusatzversicherung abschließen, in w e lche r d ie A usfu hr­
10000 RM. Diese Forderung ist am 1. Ja n u a r 1939 fä llig . kreditversicherung das Risiko von Kursschwankungen und
Das b e tre ffe n d e Land hat jedoch am 31. D ezem ber 1938 W ä h ru n g s a b w e rtu n g e n übernim m t.
eine D evisenbew irtschaftung, so d a ß d e r Schuldner am Jede e x p o rtie re n d e A lu m in iu m fa b rik hat d ie p riv a t­
F ä llig ke itsta g e den e rfo rd e rlich e n R eichsm arkbetrag nicht w irtschaftliche und volksw irtschaftliche Pflicht, schon bei
beschaffen Kann. D er Schuldner sucht seinen V e rp flich ­ Abschluß eines Exportgeschäftes a lle M ög lich keite n in
tungen dadurch nachzukom m en, da ß er zu G unsten des E rw ägung zu ziehen, d ie g e e ig n e t erscheinen, Verluste
deutschen Lieferanten den G e g e n w e rt von 10 000 RM. in aus Kursschwankungen und W ä h ru n g s a b w e rtu n g e n zu
d e r W ä h ru n g seines eigenen Landes h in te rle g t. W ird verm eiden. Die N o tw e n d ig k e it, sich mit den vie l zu w e n ig
dieser Betrag in Reichsmark um gerechnet, so e rg ib t sich be kannten und de sha lb auch vie l zu w e n ig ausgenutzten
eine bestim m te Summe. Kann d e r b e tre ffe n d e A lu m in iu m ­ S chutzm öglichkeiten v e rtra u t zu machen, ist um so g rö ß e r,
w a re n e x p o rte u r diese Summe nicht in n e rh a lb 12 M on a te n als in vie len und selbst den bedeutendsten W irtschafts­
seit F älligke it d e r Forderung, also bis zum 1. Ja n u a r 1940, lä n d e rn d ie w ähru ngsp olitische n Verhältnisse vollkom m en
erh alte n, so tritt d ie A usfu hrkred itversich eru ng in H öhe im Fluß, zum Teil so g a r sehr undurchsichtig sind und eine
d e r D eckungsquote ein, w o b e i g le ich ze itig d ie b e tre ffe n d e Festigung dieser Verhältnisse, w elche a ie Inanspruch­
Forderung in gleich er H öhe a u f sie üb erg eht. In gleicher nahm e dieser S chutzm öglichkeiten überflüssig machen
W e ise kann auch das Konvertierungs- und Kursverlust- w ü rd e , a u f la n g e Z eit hinaus nicht zu e rw a rte n ist.
risiko versichert w e rde n. Ein A lu m in iu m w a re n e x p o rte u r Dr. B.

H a n d e ls re g is te r-E in tra g u n g e n
B 17. Brown, Boveri & Cie. Aktiengesellschaft, M an n ­ 27 904. Dönicke, Industrie-Ofenbau-Gesellschaft mit be­
heim. Der Aufsichtsrat hat ge m äß A ktien ge setz und a u f schränkter Haftung, C. 1, Rudolphstraße 4. Prokurist: Bruno
G ru n d § § 1 , 2 und 5 d e r 1. D urchfüh rung svero rdnu ng hie r­ Richard Seidel, M arkkleeb erg I. Er vertritt die Gesellschaft
zu durch Z irkularbeschluß d ie G esellschaftssatzung in nur in G em einschaft mit einem G eschäftsführer o d er einem
§ 4 A b sa tz I hinsichtlich d e r Einteilung des A ktie n ka p ita ls anderen Prokuristen.
g e ä n d e rt und ne u g e fa ß t. Als nicht e in g e tra g e n w ird v e r­ Leipzig, den 28. M ai 1938.
ö ffe n tlic h t: Das G ru n d k a p ita l ist je tzt e in g e te ilt in 10 000
Amtsgericht Leipzig, Abt. 116.
a u f den Inh abe r la u te n d e Stam m aktien zu je 1000 RM.,
8500 a u f den Inh abe r la uten de Stam m aktien zu je 200 A 3533. Ackermann & Co. Fitting-Fabrik, Hagen-Haspe,
Reichsmark und 3000 a u f den Inh abe r la uten de Stam m ­ M e ta llw a re n fa b rik, H aenelstraße 37. Das Geschäft ist a u f
aktien zu je 100 RM. den Fabrikanten Heinrich G ünter W aschkau zu M ilspe über­
M annheim , den 18. Juni 1938. gegangen. Josef Fischer in G evelsberg und Ernst Klöckner
Am tsgericht M annheim . in Schwelm ist E inzelprokura erteilt. Die Prokura des Julius
Quambusch zu H agen-H aspe b le ib t bestehen. Die Prokuren
A 53. Hessische Aluminium-Draht- und Metallwerke, von Dr. Paul Blume, Heinrich W o lff, W ilh elm Hasenack und
Kom.-Ges. Sippel & Co. in Sontra. W a lte r Frohn sind erloschen.
Sontra, den 1. Juli 1938. Hagen, den 7. Juni 1938.
Amtsgericht. Amtsgericht H agen/W estf.
A 239. M etallw erke Gust. Imhäuser, O lp e. Per­
sönlich haftende G esellschafter sind jetzt die bisherigen B 53 800. Vereinigte Aluminium-Werke Aktiengesell­
Kommanditisten Fabrikanten Paul Imhäuser, Josef Imhäuser schaft, Berlin W 8 , Friedrichstraße 169/170. Prokuristen:
und D ipl.-Ingenieur Hubert Imhäuser, sämtlich in O lpe . Es A lb e rt Pieper in G revenbroich, Johannes Tauscher in
sind fünf' Kommanditisten vorhanden. Dem Anton Klein und Lünen. Jeder von ihnen vertritt in Gemeinschaft mit einem
dem Kurt Imhäuser, beide in O lp e , ist G esam tprokura d e r­ ordentlichen oder stellvertretenden Vorstandsm itgliede.
art erteilt, daß sie gemeinschaftlich die Gesellschaft ver­ Berlin, den 8. Juni 1938.
treten können.
Amtsgericht Berlin, A bt. 562.
O lp e , den 3. M a i 1938.
Amtsgericht O lp e , Handelsregister. B254. Heraeus Vakuumschmelze, Aktiengesellschaft,
Hanau. Das G rund kap ital ist um 800000,— RM. auf
A 108. Paul F. Dick, Eßlingen. A u f den Tod des bis­ 24 00000,— RM. erhöht. Die Kapitalerhöhung e rfo lg t durch
herigen Inhabers, Komm erzienrats Paul Friedrich Dick, ist A usgabe von 800 a u f den Nam en lautenden Aktien über
G eschäft mit Firma a u f dessen Erben Dr.-Ing. O tto Dick, je 1000,— RM. Durch Beschluß der Hauptversam m lung vom
Fabrikant, Eßlingen, und Paul Dick, Fabrikant, Eßlingen, in 4. 4. 1938 ist die Satzung nach M a ß g a b e der Niederschrift
Erbengemeinschaft übergegangen. ab g e ä n d e rt und neu gefaß t.
Eßlingen, den 28. M a i 1938. Hanau, den 30. M a i 1938.
Am tsgericht Eßlingen a. N. Amtsgericht Hanau, Handelsregister.
August 1938 Seite 581

B 4237. Rheinmetall-Borsig Aktiengesellschaft, Düssel­ G eschäftsnachrichten.


dorf. Die Prokura des Heinrich Romberg und des Ernst
Hirschberg ist erloschen. Die Prokura des A d o lf Dohm Dürener Metallwerke A.-G .
und des Dr. O tto G rim m elt ist a u f d ie V erä uß eru ng und
Belastung von G rundstücken e rw e ite rt. Dem Ernst Blume Der zum 26. August 1938 einberufenen ordentlichen
in Berlin-Tegel, Karl C o nra ds in Berlin, C a rl M arsch eid er Hauptversam m lung der Dürener M etallwerke A .-G . in
in B erlin-Tegel und dem Friedrich R einhardt, daselbst, ist Düren w ird die Ausschüttung einer D i v i d e n d e v o n
a u f den Betrieb d e r Z w eign ied erla ssun g Berlin Prokura 7% (i. V. 6% ) fü r das G eschäftsjahr 1937 vorgeschlagen.
d e ra rt e rteilt, d a ß je d e r von ihnen in G em einschaft mit Dem G eschäftsbericht entnehmen w ir u. a. die fo lg e n ­
einem V orsta ndsm itg lie d o d e r einem an de ren Prokuristen den Ausführungen: „Im Rahmen de r durch den Vierjahres­
die G esellschaft vertrete n kann. Dem, T h e o d o r Jae ge r in plan gelenkten deutschen G üteerzeugung konnte sich
Unterlüß (Kreis Celle) ist Prokura e rte ilt d e ra rt, d a ß er unser Unternehmen w e i t e r g ü n s t i g e n t w i c k e l n .
d ie G esellschaft in G em einschaft m it einem V orsta nds­ Der A bsatz unseres Duralum in und der anderen Dürener
m itglied o d e r einem an de ren Prokuristen vertrete n kann. Leichtmetalle erlangte wiederum eine wesentliche Steige­
D ie Beschränkung seiner Prokura a u f den Betrieb d e r rung. Durch systematischen Ausbau unserer W e rb e - und
H auptniederlassung ist w e g g e fa lle n . H ans G e o rg Schrö­ Beratungstätigkeit konnten w ir unseren Leichtmetallen m an­
d e r ist nicht m ehr V orsta ndsm itg lie d. Ferner w ird b e ­ nigfache neue Verw endungsgebiete erschließen, namentlich
kanntgem acht: Die gleiche E intragung w ird beim Am ts­ als Austauschwerkstoffe für devisenzehrende Schwer­
ge rich t S öm m erda hinsichtlich des Ausscheidens des V o r­ m etalle. Hierdurch haben w ir die Umstellung von frem den
standsm itgliedes S chröder sow ie des Erlöschens d e r Pro­ Betrieben a u f die V erarbeitung von Leichtmetallen erleich­
kura Hirschberg und d e r Prokura Ja e g e r fü r d ie in Söm ­ tert und ge fö rd e rt. Unsere für diese Zwecke bereits ent­
m erda bestehende Z w eign ied erla ssun g unter d e r Firma wickelten und bew ährten Legierungen haben w ir im V o r­
Rheinm etall-Borsig A ktiengesellschaft W e rk Söm m erda in jahre um w eitere Sonderlegierungen vermehrt. In w eiterer
Söm m erda und beim A m tsgericht Berlin hinsichtlich des Ausdehnung unseres Fertigungsprogram mes a u f dem Leicht­
Ausscheidens des V orsta ndsm itg lie de s S chröder als auch m etallgebiet begannen w ir mit d e r Erzeugung von knet­
d e r Prokuren Blume, C o nra ds, M arscheider, R einhardt baren M agnesium legierungen, welche w ir unter dem
und Jae ge r fü r d ie in Berlin bestehende Z w e ig n ie d e r­ Nam en „M a g n e d u r" a u f den M a rk t bringen.
lassung unter d e r Firma Rheinm etall-Borsig A ktie n g e se ll­
schaft W e rk Borsig B erlin-Tegel e rfo lg e n . Unsere Bemühungen, das A u s l a n d s g e s c h ä f t
zu steigern, w aren erfolgreich. Die Ausfuhr unserer Er­
Düsseldorf, den 14. Juli 1938. zeugnisse hat sich a u f dem S chw erm etallgebiet in gleicher
A m tsgericht Düsseldorf. Höhe w ie im V orjah re gehalte'n. Im Leichtmetallgeschäft
konnte sie durch Ausführung von Lieferungen nach Ueber-
see wesentlich gesteigert werden. Die Einrichtung unserer
B 53 259. Berlin-Erfurter Maschinenfabrik Henry Pels H a u p t v e r w a l t u n g i n B e r l i n w urde vollen de t."
& Co. Aktiengesellschaft, Berlin W 1 5 , Pariser Straße 44.
Durch Beschluß der Hauptversam m lung vom 23. Juni 1938
ist die Satzung besonders hinsichtlich Dauer und G eg en­ Besitzwechsel einer Frankfurter Baubeschlag- und M e ­
stand des Unternehmens, Aktienurkunden und G e w in n a n ­ tallwarenfabrik. Die seit 1899 bestehende Frankfurter Bau­
teilscheine, G ew innverteilung, Vorstand, Aufsichtsrat, beschlag- und M etallw arenfabrik G ebr. Schmal & Cie. in
Hauptversam m lung' geändert und vollständig neugefaßt. Frankfurt a . M ., ist, w ie der DHD. hört, unter Ausscheiden
G egenstand des Unternehmens: Herstellung und V ertrieb des bisherigen Inhabers von Dipl.-Ing. E. A. S c h m i d t
von Maschinen, insbesondere von Blechbearbeitungs- in Frankfurt a. M. käuflich übernommen w orden. Der
maschinen und von G eräten sowie jede sonstige g e w e rb ­ neue Inhaber füh rt das g e ge nw ä tig mit 100 G efolgschafts­
liche Betätigung a u f industriellem G eb iet im In- und Aus­ m itgliedern gut beschäftigte Unternehmen unter der Firma
land, insbesondere Herstellung, V ertrieb o d er Verw ertung Baubeschlag- und M etallw arenfabrik Dr.-Ing. E. A. Schmidt,
industrieller Erzeugnisse sowie Herstellung, Einrichtung, Be­ Frankfurt a. M ., fort.
wirtschaftung oder Verw ertung von industriellen A nlagen
und Betrieben. Die gleiche Eintragung w ird bei den Amts­
Stock Spiralbohrer erwerben Frankfurter Präzisions­
gerichten Düsseldorf und Erfurt fü r die Zw eigniederlassun­
W erkzeugfabrik Günther & Kleinmond.
gen erfolgen. Die Zweigniederlassung Düsseldorf trä g t in
der Firma den Zusatz „Zweigniederlassung Düsseldorf". Zu dem bereits vor längerer Zeit gem eldeten Besitz­
wechsel der bisher als O H G . arbeitenden Frankfurter Prä-
Berlin, den 25. Juli 1938.
zisions-W erkze ug fa brik G ünther & Kleinmond, Frankfurt
Amtsgericht Berlin, Abt. 561. a. M .-Rödelheim , erfahren w ir, daß das Unternehmen mit
A ktiven und Passiven mit W irku n g vom 1. Januar 1938
a u f die zur Uebernahm e gegründete F r a n k f u r t e r
B6695. „Felten & Guilleaume Carlswerk Aktiengesell­ Prä z isi o n s - W e r kz eu g f a b r i k Günther &
schaft", Köln. Das Vorstandsm itglied Fritz Lehmann, G e ­ K I e i n m o n d G. m. b. H. übergeht. Fast sämtliche A n ­
neraldirektor, Köln, ist zum Vorsitzer des Vorstandes be­ teile dieser G .m .b.H. liegen bei der R. S t o c k & C o .,
stellt. Die Berufsbezeichnung des stellvertretenden V o r­ Spi ral bohrer-, W e r k z e u g - und M a s c h i n en ­
standsmitgliedes Dr.-Ing. Eugen Schürer ist in „F a b rik ­ f a b r i k A.G ., Berlin. Der bisherige Inhaber Fabrikant
d ire kto r" berichtigt. Nach A nordnung des Aufsichtsrats Heinrich L a n g e n b a c h scheidet aus dem Unternehmen
ist die V ertretung in der A rt festgesetzt, daß zw ei V o r­ aus. Zu Geschäftsführern sind bestellt G eneraldirektor
standsm itglieder oder ein V orstandsm itglied gemeinsam Peter S p e c k (Vorstandsvorsitzer der Stock A.G.) und der
mit einem Prokuristen vertretungsberechtigt sind. la n g jä h rig e Prokurist der alten Firma D irektor G eorg
Amtsgericht Köln, A bt. 24. K a p p u s , O berursel a. T. Das Stam m kapital beträgt
750000 RM. und soll den beabsichtigten Ausbau des Un­
ternehmens ermöglichen.
A 91 795. Gesellschaft für Elektrometallurgie Dr. Paul
Grünfeld, C h arlo tte nbu rg, H ardenbergstraß e 3. Inhaber
Päckchensendungen. Die Post macht d a ra u f a u fm e rk­
jetzt: Kaufmann Dr. Heinz Gehm, Krefeld. Die G esam t­
sam, d a ß Päckchen in d e r A ufschrift den V erm erk „Päck­
prokuren des Dr. Hans K rakenberger, des H erbert G rü n ­
chen" tra g e n müssen. Da das H öchstgew icht fü r Briefe
feld, des Dr. Hans G reiling und des Dr. W e rn e r Sachs
je tzt 1000 G ram m b e trä g t, ist dieser V erm erk besonders
sind erloschen. Dem Kurt Dithmer, Berlin, und dem Eugen
Nassauer, Düsseldorf, ist Prokura erteilt. bei Sendungen des Ferndienstes über 500 bis 1000 G ram m ,
d ie als Päckchen angesehen w e rde n sollen, u n b e d in g t e r­
Berlin, den 7. Juli 1938. fo rd e rlich . M it d e r Päckchengebühr freig em a chte Sendun­
Amtsgericht Berlin, A bt. 551. gen des Ferndienstes über 500 bis 1000 G ram m , d ie nicht
als Päckchen bezeichnet sind, w e rd e n als Briefe b e h a n ­
d e lt und mit N a ch g e b ü h r belegt.
Seite 582 ALUMINIUM

' Die neuen W erksanlagen der Aluminium G .m .b .H ., Rheinfelden

Ansicht d e r neuen W e rk s a n la g e n R heinfelden

Die älteste deutsche Aluminiumhütte nach elektro­ eine neue Anlage an das alte W erk angeschlossen
lytischem Verfahren, das 1897 als Filiale der Alu- und im Juli 1936 mit einer Feier eröffnet. Die Erwei­
minium-lndustrie-A.-G., Neuhausen, gebaute W erk terung genügte wider Erwarten nicht. Dank der
Rheinfelden, konnte diesen Sommer eine ihrer größten Unterstützung der Behörden konnten die Bauarbeiten
Werkserweiterungen dem Betrieb übergeben. Am für ein neues W erk Ende Mai 1937 begonnen werden.
9. Juli wurde die neue Anlage in Anwesenheit von Im Mittel arbeiteten 660, zeitweise bis 900 Mann von
Herrn Ministerpräsident W alter Köhler und zahl­ 145 Baufirmen, und nach 11 Monaten, am 2. Mai
reicher anderer geladener Gäste eingeweiht. Die 1938, konnten dank der reibungslosen Zusammen­
Feier begann mit einer Führung durch das neue W erk, arbeit aller am Bau Beteiligten die ersten Oefen in
eingeieitet durch eine orientierende Ansprache von Betrieb gesetzt werden. Es folgten also im Abstand
Herrn Direktor Dr. J. W eber. Nachher versammelten von zwei Jahren zwei gleich große W erkerweiterun­
sich die Gäste und die dienstfreie Gefolgschaft im gen. Das neueste W erk konnte des bewohnten Um­
„Oberrheinischen H of". Herr Direktor A. Bloch be­ geländes wegen nicht mehr unmittelbar an das be­
grüßte die Anwesenden mit einem Vortrag, der die stehende angeschlossen werden. Es liegt als selb­
Bedeutung des Tages darlegte und die neueste Ent­ ständige Anlage rheinaufwärts, etwa einen Kilometer
wicklung des Unternehmens schilderte. Vertreter der vom Verwaltungsgebäude der Gesellschaft entfernt,
Wirtschaftsbehörde, der Gefolgschaft und der Bau­ am Ufer des Stromes, hat besonderen Gleisanschluß
unternehmer überbrachten ihre Glückwünsche oder und ist durch eine Fabrikstraße mit dem alten W erk
gaben ihrer Verbundenheit mit dem W erke oder verbunden. W ie bei der vor zwei Jahren errichteten
ihrem Dank Ausdruck. Zuletzt ergriff Herr Minister­ Anlage, wurden wiederum gleiche Söderbergöfen in
präsident Köhler das W o rt: Stolz und Freude er­ drei Hallen gleicher Konstruktion von je 130x22 m
fülle ihn angesichts des an der Südwestecke des Bodenfläche aufgestellt. Die Ofengase werden ab­
Reiches geschaffenen großen Werkes, das heute — gesaugt, gereinigt, und das in ihnen enthaltene Fluor
seit Juli 1937 — als Aluminium G.m.b.H. ein juristisch wird zur W iedergewinnung von Elektrolyt aufgear­
selbständiges deutsches Unternehmen ist. Glück und beitet. Die Umschmelzerei für das ganze W erk
Segen mögen dem W erke beschieden sein! — Dar­ wurde in der alten Anlage untergebracht, während
bietungen der W erkkapelle, des W erkgesangver­ umgekehrt die Erzeugung der Elektrodenmasse in die
eins, der Werkschar und Freiburger Künstler um­ neue verlegt wurde, die auch einen eigenen Tonerde­
rahmten die gelungene Feier, die mit einem Kame­ silo aus Eisenbeton erhielt, ferner eigene Wach-, Auf­
radschaftsabend abschioß. enthalts- und Eßräume für die Belegschaft. Bei der
Die neueste Erweiterung des Werkes Rheinfelden Planung der Bauten wurde auf künftige Vergrößerun­
folgt dem Zuge der Entwicklung, die der deutschen gen Bedacht genommen. Die neue Anlage wird mit
Wirtschaft und der deutschen Aluminiumindustrie im 20 000 kW Drehstrom gespeist, für dessen Umwand­
besonderen seit der Machtergreifung des Führers lung in Gleichstrom 8 Quecksilberdampf-Gleichrichter
beschieden war. W ie den gehaltenen Reden ent­ zur Verfügung stehen. Das eigene Rheinkraftwerk
nommen werden konnte, wurde vor zwei Jahren genügt für das ganze W erk längst nicht mehr, be­
August 1938 Seite 583

nötigt dieses doch annähernd eine halbe M illiarde Die rasche Entwicklung des Unternehmens hat zur
kWh jährlich. Der weitaus größte Teil der Energie Folge, daß auch die Fürsorgeeinrichtungen für die
wird von fremden Kraftwerken, durch das Baden­ Gefolgschaft weiter ausgebaut werden. Es besteht
werk und dessen Vermittlung, geliefert. heute eine Pensionskasse, eine Alterssparkasse, eine
Betriebskrankenkasse, eine W erkkantine mit Suppen­
Durch die neue Anlage erhöht sich die Leistungs­ küche, eine Bücherei und eine große Anzahl von
fähigkeit des Werkes von rd. 14 000 auf 23 000 t jähr­ Werkwohnungen, die zu billigen Mietpreisen an die
lich. Das ist mehr, als der Verbrauch von ganz Gefolgschaftsmitglieder abgegeben werden. Aus
Deutschland 1931/32 betrug, ist aber nur ein immer­ dem letztjährigen Jahresergebnis wurden 400 000 RM.
hin ansehnlicher Bruchteil des heutigen Bedarfes. Die ausgeschieden zum Ausbau der Altersfürsorge. Eine
beiden Erweiterungen von 1936 und 1938 haben die Fürsorgerin wird sich den Angehörigen der G efolg­
Leistungsfähigkeit des Werkes auf das Fünffache er­ schaft in Zeiten der N ot und Krankheit widmen. Wenn
höht. Verfünffacht innerhalb weniger als 10 Jahren die ganze Gefolgschaft einmütig zusammenarbeitet,
hat sich auch die Gefolgschaft; sie zählt heute 1352 wird dem Unternehmen eine kräftige Entwicklung be-
Mitglieder. schieden sein zum W ohle aller. Ko.

Aus d e r w issenschaftlichen W e lt
Dreihundert Jahre G alileische Physik er, da er in Pisa zu schlecht b e so ld e t w u rd e , einen Lehr­
stuhl an d e r U n iversitä t Padua, w o seine Vorlesungen,
In diesem Jahre sind d re i Ja h rhu nde rte verflossen,
die von den verschiedensten G egenständen handelten,
seit G a l i l e o G a l i l e i s berühmtes Buch „U n te rre d u n ­
einen ungeheuren Z ula uf erfuhren (bis zu 2000 Hörer),
gen und mathem atische Diskussionen ü b er z w e i neue
so d a ß b a ld kein H ö rsaa l m ehr ausreichte. Er b lie b bis
W issenszweige, die Mechanik und die Fallgesetze be ­
1610 in Padua und machte d o rt d ie w ichtigsten physi­
tre ffe n d "1) veröffentlicht w urde, ein Buch, in dem die
kalischen Untersuchungen, a u f d ie gleich noch ein g e ­
Physik, d ie seit A ristoteles in den Fesseln d e r N a tu r­
ga n g e n w ird . Die hervorstechendsten Entdeckungen w a ren
ph ilo so p h ie lag, neu g e b o re n w u rd e in eine r G estalt, d ie
jedoch seine astronom ischen. In seiner H and w u rd e das
sich bis a u f den heutigen Tag erh alte n hat und als die
Fernrohr, das kurz z u v o r in H o lla n d erfun de n w o rde n
G ru n d la g e a lle r g ro ß e n physikalischen Entdeckungen in
w a r, zum physikalischen Instrum ent, das er a u f astro­
den fo lg e n d e n Jah rhu nde rten, d ie N ew tonschen e in g e ­
nomische O b je k te a n w a n d te . Seine Entdeckung der
schlossen, ge lten kann. G a lile i d ü rfte w o h l d e r erste g e ­
Jup iterm o nde , seine berühm te Beschreibung de r M o n d ­
wesen sein, d e r die Einsicht, da ß physikalische G esetze,
o b e rflä ch e als einer G e b irg sla n d sch a ft und die Erkennung
die durch theoretische und philosophische S pe kulation en
d e r Planeten als kleine Scheibchen sind heute jedem G e ­
gewonnen sind, so lange ohne Verbindlichkeit bleiben, als
b ild e te n als M arksteine astronom ischer Entwicklung g e ­
sie nicht durch das Experim ent b e stä tig t w e rd e n , w irklich
lä u fig . W ir wissen auch, d a ß g e ra d e diese seine grö ß te n
konsequent durchführte. Sein d ie Ja h rhu nde rte ü b e r­
Geschenke an d ie M enschheit d e r A usg an gsp unkt fü r
d a u e rn d e r wissenschaftlicher Ruhm und seine P o p u la ritä t
seinen in d e r Geschichte d e r W issenschaft e in zig d a ­
rühren denn auch w o h l in d e r H auptsache von seinen
stehenden K o n flikt m it den kirchlichen G e w a lte n w a r,
außerordentlichen experim entellen physikalischen und astro­
dessen Ende das V e rb o t je gliche r astronom ischer Be­
nomischen Beobachtungen her. Erst im hohen A lte r, als
tä tig u n g und G a lile is V erb an nu ng brachte. Einzelheiten
äu ß e re Geschicke, d ie mit seiner wissenschaftlichen Lauf­
dieses K onfliktes ge h ö re n nicht hierher. Im Exil zu A rce tri,
bahn eng verflo chten sind, ihn zu r M uß e zw a n g e n , legte
eine M e ile von Florenz, schrieb er, von schweren k ö rp e r­
er in den „U n te rre d u n g e n " m it seinen Schülern seine
lichen G ebrechen g e p la g t, seine ob en ge nannten „U n te r­
physikalischen Erfahrungen, d ie G ed anke n eines langen
re d u n g e n " nieder.
wissenschaftlichen Lebens le hrb ucha rtig nieder. M an hat
G a lile i nicht mit Unrecht den ersten tie fe n , um fassenden W e n ig e Jahre v o r seinem T ode (1642) ü b e rg a b er
Denker der Physik genannt2), und w ir dürfen es als ein das M a n u skrip t einem seiner a lte n Schüler, dem G ra fe n
Zeichen seines G enies ansehen, da ß er neben diesem Di N o a ille s , d e r als G e sa n d te r1 Richelieus beim Papst die
N am en auch den des g ro ß e n E xperim entators mit noch Erlaubnis, mit seinem alten Lehrer zusammenzukommen,
grö ß e rem Rechte trä g t. durchgesetzt hatte. Dieser brachte das Buch nach H o l­
G a lile i w u rd e am 15. Februar 1564 als Sohn des la n d , w o es in d e r dam als berühm ten Druckerei d e r
Musikers V incenzo G a lile i bei einem vo rü b e rg e h e n d e n Elezevirs v e rle g t w u rd e . Als d e r G reis von dem Er­
A u fe n th a lt d e r Eltern in Pisa g e b o re n . Seiner hohen Be­ scheinen seines W erkes e rfuh r, schrieb er in tie fe r Freude
g a b u n g w e ge n bestim m te ihn sein Vater, fü r d ie W issen­ einen D a n k b ie f an den G ra fe n Di N o a ille s , in welchem
schaft, und z w a r fü r die M e d iz in , d ie dam als als die er das W e rk ihm widm et, und de r w ohl zu dem
einträglichste D isziplin g a lt, und schickte den 17jährigen schönsten g e h ö rt, w as es unter Menschen an Zeichen
an die U niversität Pisa. A b e r w ie vie le a n d e re g ro ß e g e istig e r V e rb u n d e n h e it und Freundschaft g ib t. A uß e r
Forscher gin g G a lile i seinen W e g selbstän dig und seinem diesem B rief w u rd e dem Buch ein V o rw o rt des V erlegers
eigenen D ra ng e fo lg e n d . M athem atische und physikalische an den Leser vorausgeschickt, aus, dem fü r den heutigen
Problem e und die P hilosophie des A ristote les zo g e n ihn Leser besonders eindrucksvoll he rvorg eht, w ie g ro ß das
in ihren Bann, zum Leidwesen des Vaters. Als diesem w issenschaftliche Ansehen w a r, das G a lile i schon zu
d a h e r d ie M itte l fü r das Studium des Sohnes ausgingen, seinen Lebzeiten genoß . N achdem das V o rw o rt zunächst
ließ er ihn in das elterliche Haus zurückkehren, w o G a lile i an seine schon dam als w e ltb e ka n n te n astronom ischen
sich seinen N e ig u n g e n w idm ete . Sein W issen machte ihn Entdeckungen erinn ert, fä h rt es bezüglich des v o rlie g e n ­
b a ld in Ita lie n be kan nt und verschaffte ihm d ie Freund­ den Buches fo rt: „A b e r vie l stärker o ffe n b a rt sich die ihm
schaft za h lre ich e r G e le h rte r, so d a ß ihm im A lte r von von G o tt und d e r N a tu r g e w ä h rte G n a d e — a lle rd in g s
25 Jahren d e r Lehrstuhl fü r M a th e m a tik an d e r U niversität mit H ilfe v ie le r d u rch g e a rb e ite te r N ä chte — in dem v o r­
Pisa üb e rtra g e n w u rd e . W e n ig e Jahre spä ter übernahm liege nd en W e rk , aus dem man ersieht, da ß er d e r Ent­
decker von z w e i vo lls tä n d ig neuen' W issenschaften, ihrer
*) Deutsche U eb e rse tzu ng in O s tw a ld s K lassike r, N r. 11 u. 24. ersten G ru n d la g e n und ih rer A nfa ngsre ge ln ist, die fo lg e ­
2) M . von Laue, N a tu rw is s . 2 6 (1938), S. 129. richtig, d. h. geom etrisch bew iesen w e rd e n . Das, w as
Seite 584 ALUMINIUM

dieses W e rk noch w u n d e rb a re r macht, ist, da ß eine d e r F allge schw indigke it v p ro p o rtio n a l d e r F allzeit ist. W ir
b e id en W issenschaften sich a u f ein ew iges Prinzip be ­ schreiben he ute: v = g • t. Ferner, das d ie zurückgelegte
zie ht, das a lle rg rö ß te Bedeutung fü r d ie N a tu r hat, von Strecke s dem Q u a d ra t d e r F allzeit p ro p o rtio n a l ist:
a lle n Philosophen gesucht w u rd e und w o rü b e r un zä h lig e s = 1/2 g - 12. Und daraus leitet er dann all die Schlüsse
Bücher geschrieben w o rd e n sind. Ich spreche von d e r ab , d ie auch w ir heute d a ra n knüpfen.
B ew egung im Raum: G eg enstan d einer unendlichen Zahl G a lile i p rü fte d ie T ra g w e ite dieser G esetze a u f sehr
von be w u nde rnsw erten Erscheinungen, von denen keine g e n ia le W eise , in dem er sie a u f d ie schiefe Ebene über­
bisher erforscht, geschw eige denn von jem andem e rk lä rt tru g , w o z u ihn eine geistreiche Betrachtung über das
w o rd e n ist. Die a n d e re W issenschaft, die e b en fa lls von Pendel hinle itete. Ein Pendel, das man von seiner be­
ihren G rund sätzen aus d a rg e le g t w o rd e n ist, b e h a n d e lt stimmten H öhe aus fa lle n läßt, erreicht nach dem Durch­
den W id e rs ta n d , den d ie festen K ö rp e r leisten, w enn sie g a n g durch d ie R uhelage d iese lbe H öhe w ie d e r Aus­
durch G e w a lt zertrüm m e rt w e rd e n ." Und an eine r a n d e ­ ga ng spu nkt. Zu derselben H öhe e rh e b t es sich auch,
ren Stelle, nachdem von dem g ro ß e n Fortschritt der N a tu r­ w e nn man den P en de lfad en in h a lb e r H öhe ge ge n einen
wissenschaften in d e r d a m a lig e n Z e it d ie Rede w a r: „D a s S tift schlagen läßt. Es erreicht also a u f dem kleineren
tritt besonders in den m athem atischen W issenschaften Bogen, den es nun beschreibt, diese lbe G eschw indigkeit,
he rvor, in denen — ohne a lle ü b rig e n zu erw ähnen, die w ie a u f dem g ro ß e n ohne S tift. Da man d ie Pendelbahn
sich m it Lob und großem E rfolg b e tä tig t haben — d e r sich als aus sehr vielen g e ra d e n Stücken zusam m engesetzt
erste Platz unserem G a lile o G a lile i onne irg en deine n denken kann, g ilt d e r Satz auch fü r d ie schiefe Ebene.
W id e rsp ru ch , ja s o g a r m it dem B eifa ll und a e r a llg e ­ M it an d e re n W o rte n : Die E ndgeschw indigkeit muß d ie ­
m einen Zustim m ung a lle r G e le h rte n ve rd ie nterm aß en g e ­ selbe sein, sow oh l w enn d e r K ö rp e r a u f d e r schiefen
b ü h rt." Ebene, als auch w enn er ihre H öhe fre i d u rch fä llt. Nun
W a n n h ä tte je ein H e rau sgeb er eine solche V o rre d e w a r es nicht m ehr schwer, aus dem Unterschied d e r Fall­
zu einem Buch geschrieben, aus d e r h e rvorg eht, d a ß man zeite n, d ie zu r E rlangung d e r b e id en E ndgeschw indig­
sich beim Erscheinen schon seiner B edeutung be w u ß t w a r! keiten a u f d e r schiefen Ebene und im freie n Raum not­
N u n, und w as steht d a rin ? W ie schon d e r Titel sagt, w e n d ig w a re n , a u f d ie Beschleunigungsunterschiede in
e n th ä lt das Buch U nte rred ung en über physikalische Pro­ be id en Fällen zu schließen: „D ie Beschleunigung, d ie ein
blem e d e r M echanik und d e r D ynam ik, U nterredungen K ö rp e r a u f eine r schiefen Ebene durch d ie Schwere er­
zwischen d re i G esprächsteilnehm ern, von denen zw e i le ide t, v e rh ä lt sich zur Beschleunigung im fre ie n Fall, w ie
N a m en von Schülern G a lile is tra g e n : S a lvia ti, d e r d ie d ie H ö he d e r Ebene zu ih re r Länge." D er W e rt dieses
Lehre v o rträ g t, und S a g re d o , d e r sie durch Fragen und V erhältnisses ist natürlich k le in e r als I, so d a ß a lle G e ­
Bem erkungen erlä u te rt. D er d ritte , S im p licio, ist d e r setze fü r den fre ie n Fall h ie r z w a r ge lten , d ie V o rg ä n g e
philosophische G esp rä chsp artne r, d e r „im allge m einen a b e r la ng sam er und desw egen v e rfo lg b a r w e rd e n . G a li­
d ie Rückzugsgefechte d e r scholastischen N a tu rp h ilo s o p h ie lei p rü ft nun seine U e be rleg un gen , indem er Bronze­
d u rc h fü h rt"3). Sie diskutieren einen T ext ihres „ A k a ­ kugeln a u f einem g e ne igte n Brett a b ro lle n läßt.
de m ike rs", d. h. G a lile is. Diese Versuche füh re n ihn mit N o tw e n d ig k e it zu der
Von dem physikalischen In h a lt des Buches w o lle n F olgerung, d a ß d ie reibungslose G esch w in dig keit a u f
w ir d ie H auptstücke skizzieren. Da sind zunächst die eine r H o riz o n ta le n unverä nde rlich ist, d. h. zur A ufstellung
Pendelgesetze. G a lile is B io g ra p h V ivia n i e rzä h lt, er habe des T rä g h e itsp rin zip s fü r einen speziellen Fall.
1583, d. h. im A lte r von 19 Jahren, an einem p e nd eln de n D am it w ird G a lile i nun s o fo rt auch zum Verständnis
Kronleuchter im Dom zu Pisa durch Vergleich mit seinen d e r W u rfb a h n g e führt. Die Bem erkung, d a ß d ie V e rtika l-
Pulsschlägen festgestellt, da ß d ie S chw ingungsdauer eines und d ie H o riz o n ta lk o m p o n e n te eine r B ew egung u n ab­
Pendels von d e r S chw in gun gsa m plitu de u n a b h ä n g ig ist. h ä n g ig v o n e in a n d e r sind, führen zu dem Schluß, daß die
Diese w ich tig e Erkenntnis ve ra llg e m e in e rte er a lle rd in g s Bahn eine Parabel ist.
sp ä te r bis zu S chw ingungsw eiten, bei denen sie sicher
nicht m ehr g ilt. Er untersucht dann in den „U n te rre d u n ­ W ir gehen a u f den an de ren H a u p tte il des Buches, die
g e n ", w ie sich d ie S chw in gun gsd au er m it zunehm ender B etrachtungen über d ie Festigkeit d e r K örper, nicht näher
P endellänge v e rg rö ß e rt. Er w e iß , d a ß d ie Pendelkugel ein, nicht w e il sie w e nig er geistreich sind, sondern w eil
sich nach den Fallgesetzen bew egt. Die Schwingungs­ sie nicht in dem M a ß e be d e u tu n g svo ll w u rd e n in der
bo ge n sind also dem Q u a d ra t d e r Schw ingungszeiten F olgezeit, w ie d ie ge na nn te n Beispiele klassischer M e ­
p ro p o rtio n a l, w ie w ir gleich noch sehen w e rd e n . Bei chanik. Z ahllo se Kenntnisse, d ie heute selbstverständ­
gleichen S chw ingungsw inkeln ve rh a lte n sich d ie Bogen liches G e m e in g u t d e r Menschen sind, fin d e n w ir in G a li­
w ie d ie P endellängen. Die Schw ingungszeiten sind also leis „U n te rre d u n g e n " — ein Buch, welches tro tz mancher
de r Q u a d ra tw u rz e l aus den P endellängen d ire k t p ro ­ M ä n g e l zu den M eiste rw erke n d e r Physik und d e r G eistes­
p o rtio n a l, w ie w ir es heute durch d ie b e kan nte Form el: geschichte der Menschen überhaupt gehört — ein un­
m itte lb a re r V o rlä u fe r des W erkes N o w to n s, d e r dann in
S chw ingungsdauer = 2 7f(/e/g (I = P endellänge, g = Erd­ seinen „P rin z ip ia " d e r Physik und d e r A stronom ie ein
beschleunigung) ausdrücken, deren A b le itu n g G a lile i nicht Kunstw erk des Denkens schenkte, von dem gelegentlich
ge la n g . g e sa g t w ird , da ß w e d e r v o rh e r noch spä ter irg en deine
Seine Untersuchungen ü b er den freie n Fall brachten v e rg le ich b a re Leistung von d e r W issenschaft h e rv o rg e ­
d ie e n d g ü ltig e W id e rle g u n g jener bekannten, von bra cht w o rd e n sei. K. W .
A ristote les a u fg e ste llte n B ehauptung, da ß d e r schw erere
K örper schneller fa lle als der leichtere. Und zw a r
w id e rle g te er diese Lehre sow ohl experim entell durch N eue deutsche Norm en im Handelsschiffbau. Vom
seine bekannten Versuche am schiefen Turm von Pisa, als Deutschen Normenausschuß sind folg en de N orm en neu
auch durch fo lg e n d e , a u ß e ro rd e n tlich ü b erze uge nd e herausgegeben w orden (Beuth-Vertrieb, Berlin S W 68).
U e b e rle g u n g : T räge r dieser N o rm b lä tte r ist der H andelsschiff-N orm en-
„A n g e n o m m e n , A ristote les hä tte recht. Dann müßte Ausschuß (H N A ): Kraftmaschinen. Din H N A 101 Bezeich­
d e r aus V e re in ig u n g eines schweren und eines leichten nungen bei Kraftmaschinen im Schiffsbetrieb (Träger außer
K örpers entstehende, noch schw erere, schneller fa lle n , dem H N A : Fachuntergruppe Verbrennungsm otoren der
als je d e r seiner Teile. A ndererseits hemmt doch in dieser W irtschaftsgruppe Maschinenbau, Germanischer Lloyd,
V e re in ig u n g d e r langsam ere den schnelleren Teil, so da ß O berkom m ando der Kriegsmarine). — Fenster. Din H N A
das g a n z e la ng sam er fa lle n sollte, als d e r g rö ß e re Teil Fe 28 Runde Leichtm etall-Klappfenster 250— 400 D: Blatt 1
alle in . Jene A nn ah m e w id e rsp rich t sich also in ihren Fol­ U ebersichtblatt; Blatt 2 Konstruktionsblatt; Blatt 3 Zahlen­
ge run gen selbst4)." Auch d ie Verschleierung des T a t­ ta fe l; Blatt 4 Stückliste, Bezeichnungsbeispiel und W artung.
bestandes durch den Lu ftw iderstand hob G a lile i hervor. Din H N A Fe 29 Rechteckige Leichtmetall-Klappfenster
Die m athem atische Beschreibung d e r F allb e w e g u n g 350 x 500: Blatt 1 Links- und Rechtsfenster, Konstruktions­
g e lin g t G a lile i eb en fa lls. Er fin d e t das G esetz, da ß d ie b la tt; Blatt 2 Stückliste, Bezeichnungsbeispiel und W artung .
— Ladegeschirr. Din H N A Lg 113 Bügel-Seilhülsen, Din
3) v. Laue, a. a . O . H N A 114 G abel-Seilhülsen (Träger außer dem H N A :
*) v. Laue, a . a . O . Germanischer Lloyd).
August 1938 Seite 585

Berufen oder Ernannt: Elektrotechnik in Darm stadt, w o er auch seine Prüfung als
Der o. Prof. d e r G e o g r. Dr. E. O b s t , T. H. H annover, Dr.-Ing. bestand. Nach Abschluß seiner Studien w a r er
nach Breslau. bei den Firmen U ppenborn-H annover, bei G ebr. N a g lo -
Berlin und bei Felten & G uilleaum e in Mülheim tätig.
Prof. Dr.-Ing. H. A l t , Dresden, an d ie T. H. Berlin fü r 1895 w u rde er Assistent an de r Karlsruher Hochschule und
Kinem atik und K onstruktionslehre. 1899 zum ao. Professor ernannt. Er las über elektrische
Dr. G . O b e r d ö r f e r , W ie n , zum o. Prof. an d e r T. H. M eßkunde, W echselstrom und Leitungen, ferner über die
Berlin fü r a llg . und th e o r. Elektrotechnik. G rundzüge d e r Elektrotechnik. In späteren Jahren w id ­
Prof. D ipl.-Ing . R. S c h n e i d e r , Seeheim , an d ie T. H. mete er sich besonders den Fragen der Beleuchtung und
D arm staat fü r „G ru n d z ü g e d e r Elektrotechnik". Schwachstromtechnik, über welche G ebiete er verschiedene
Dr. Erwin M e y e r zum persönl. o. Prof. in d e r F akultät W erke veröffentlichte. Führend w u rde er durch seine A r­
Maschinenwesen d e r T. H. Berlin a u f den Lehrstuhl beiten über Leitungen. 1919 w u rde Teichmüller o rd en t­
fü r techn. Physik. licher Professor und 1934 emeritiert. Die beiden letzten
Jahre verbrachte er in M arburg.
M in.-R at B a r r e l m a n n in d e r F akultät fü r Bauwesen
d e r T. H. Berlin fü r einen Lehra uftra g fü r das G e b ie t Am 28. 7. 1938 starb an den Folgen einer O p e ra tio n
„A n la g e und ba uliche U n te rha ltung von S e e flu g ­ im 65. Lebensjahre Dr. phil. Robert H a r t m a n n - K e m p f
häfen und L a n d flu g p lä tze n ''. VDE, Vorstandsm itglied und Betriebsführer der Hartmann
Dr.-Ing. h a b il. Friedrich E n g e l w u rd e fü r das Fach M a ­ & Braun A .G ., Frankfurt a. M.
schinenkunde und E lektrotechnik in d e r F akultät Berg­ Am 29. 7. 1938 verschied an einem G ehirnschlag Prof.
bau und H üttenw esen d e r T. H. Berlin d ie D o zen tu r G eo rg v. H a n f f s t e n g e l , der Leiter der technisch-
erteilt, zugleich mit einem L e hra uftra g fü r E lektro­ wissenschaftlichen Lehrm ittelzentrale, Berlin. Hanffstengel
technik. Er ist S pe zia list fü r G a stu rb in e n , T ra n sp o rt­ hat im Jahre 1922 mit führenden Persönlichkeiten der In­
an la g e n und M aschinenelem ente. In seinen V e r­ dustrie und der technischen W issenschaft beim Verband
ö ffen tlichu ng en tra t er gege n d ie Einsteinsche Rela­ technisch-wissenschaftlicher_ Vereine die Lehrm ittelzentrale
tivitä tsth e o rie auf. a u fg e b a u t und bis zu seinem Tode geleitet.
Am 6. 8. 1938 starb im A lte r von nur 45 Jahren' de r
Verschiedenes: C hem iker Dr. Paul W o l f f , d e r achtzehn Jahre lang als
Der Führer und Reichskanzler ehrte H e n r y F o r d an W issenschaftler und B etriebsführer im W e rk Frankfurt
seinem 75. G e b u rtsta g e durch U eberreichung des a. M .-Höchst d e r I. G . Farbenindustriet tä tig w a r.
G roß kreuze s des O rd e n s vom deutschen A d le r.
Am 4. Juni 1938 starb im 64. Lebensjahr in G ö rlitz
Dr. K. B u n t e , Prof. fü r G asin du strie und B rennstoff­
Dr. A n to n M e s s e r s c h m i t t , ein Pionier d e r deutschen
technik an d e r T. H. Karlsruhe, fe ie rte seinen 60. G e ­
technischen Chem ie.
burtstag.
Messerschmitt w u rd e am 9. 6. 1874 zu D ortm und g e ­
Prof. Dr.-Ing. S t ä u b e r , Berlin, w u rd e zum Ehren­ b o ren , stud ierte an. d e r Technischen Hochschule in Karls­
sen ator d e r T. H. Berlin ernannt. ruhe C hem ie und M aschinenbau, an d e r U niversität
Das VDI-Ehrenzeichen e rh ie lt D ire kto r Karl T e s s k y VDI, H e id e lb e rg C hem ie und N aturw issenschaften und p ro ­
Eßlingen. m ovierte d o rt 1899 zum Dr. phil. Seine erste praktische
Den V D I-Ehrenring e rh ie lte n : W a lte r M i l l e r VDI, W u p ­ T ä tig k e it übte M esserschmitt als Assistent be i d e r la n d ­
p e rta l; D ire kto r D ipl.-Ing . Friedrich N a l l i n g e r w irtschaftlichen Versuchsstation in M ünster und anschlie­
VDI, S tu ttg a rt; D ire kto r A d o lf S c h n e i d e r VDI, ß end als C hem iker d e r G as-, E lektrizitäts- und W asser­
Karlsruhe. w e rke Köln aus. Ein Jahr sp ä te r tra t er be i dem D e llw ik-
Fleischer-W assergas-S yndikat in F ra n kfu rt/M a in ein. A u f
G eh.-Rat Prof. Dr. M. Le B l a n c , emer. o. Prof. fü r
diese F rankfurter Z eit gehen seine ersten A rb e ite n zur
physikalische Chem ie, Leipzig, fe ie rte sein go ld ene s
H erstellung von W a sse rsto ff m ittels des sogenannten
D o kto rju b ilä u m im 74. Lebensjahr.
Eisen - W a s s e rd a m p f - V erfa hren s zurück, be i welchem
Prof. Dr. F i I c h n e r w u rd e zum E hre nd oktor d e r T. H. Eisenerz in gußeisernen Retorten e rh itzt und W assergas
München ernannt. zu r Reduktion v e rw e n d e t w ird . Nachdem M . 1910 aus de r
Prof. Dr. F. K ö r b e r , D ire k to r des K aiser-W ilh elm -In sti- Firma ausgeschieden w a r, w id m e te er sich d e r Entwick­
tuts fü r Eisenforschung, D üsseldorf, Prof. Dr. L. B i r ­ lung des E isen-W asserdam pf-V erfahrens, wobei er
k e n b a c h , D ire kto r des Chem. Inst, d e r Berg­ Schächte statt d e r em pfindlichen Eisenretorten verw an dte.
aka de m ie C lausth al, w u rd e n zu korresp. M itg l. d e r D er In h a lt seiner A rb e ite n a u f diesem G e b ie te fa n d in
G ö ttin g e r G esellschaft d e r W issenschaften g e w ä h lt. eine r Reihe von Patenten seinen N iede rschlag. W ege n
J. S. R a s m u s s e n , dem G rü n d e r d e r D K W -W e rke , seiner Erfahrungen a u f diesem G e b ie t w u rd e M esser­
w u rd e zu seinem 60. G e b u rtsta g e von d e r T. H. in schmitt w ä h re n d des Krieges d e r Inspektion d e r Luft­
Dresden in A nerkennung seiner V erdienste um die schiffe rtru ppe n zu g e te ilt, d a in den Luftschiffhäfen von
M o to risie ru n g d ie W ü rd e eines D r.-Ing. e. h. ve r­ A rm ee und M a rin e vie le W a sse rsto ffa n la g e n nach seinem
liehen. System b e trie b e n w u rde n.
Im Jahre 1910 übernahm M. d ie Leitung d e r For­
Prof. Dr. Paul D u d e n , Frankfurt, w u rd e zum Ehrenm it­
schungsabteilung d e r chemischen Fabrik Rhenania A .G .,
g lie d des Vereins Deutscher C hem iker ernannt.
Aachen, w o er eine Reihe von H erstellungsverfahren a u f
Prof. Dr. Eduard Z i n 11, D arm stadt, w u rd e mit d e r dem P ho sph atge bie t a u sarb eitete . 1919 w u rd e er V o r­
Liebig-D enkm ünze ausgezeichnet. standsm itglied d e r Rhenania und 1920 D ire kto r d e r Toch­
Den C a rl-D u isbe rg-G ed äch tn ispre is erh ie lt Doz./ Dr. Elisa­ tergesellschaft d e r Rhenania „A g ric u ltu ra A .G ." in S chaff­
beth D a n e , M ünchen. hausen. 1923 schied M esserschmitt aus dem V orstand d e r
Rhenania aus.
Gestorben: In Form wissenschaftlicher A ufsä tze hat er auch noch
In Berlin im 61. Jahre d e r Schw ingungsforscher Prof. sp ä te r seine reichen Erfahrungen a u f seinem A rb e its­
Dr. W ilh e lm H o r t . g e b ie t d e r O e ffe n tlic h k e it zug än glich gem acht.
In Berlin im 39. Jahre d e r Luftfahrtw issenschaftler Prof. A lb e rt H i I s m a n n , d e r G eschäftsführer des Reichsver­
Dr. M a rtin M ä d e r. bandes d e r A u to m o b ilin d u s trie e. V. und dann der
W G r. F ahrzeugindustrie, ist gestorben.
Am 16. 6. 1938 starb in M a rb u rg Prof. Dr.-Ing. Joachim
T e i c h m ü 11 e r VDE im 73. Lebensjahr an den Folgen Das A ufsjchtsratsm itglied d e r Felten u. G u ille a u m e Carls-
eines Herzleidens. In Bernburg geboren, studierte er w e rk A .-G ., Ew ald v. K l e i s t , ist gestorben.
Seite 586 ALUMINIUM

T a g u n g e n und V e ra n s ta ltu n g e n
Vom 18. bis 21. Septem ber find et in Stuttgart die A n fra g e n sind an das M e ta llo g ra p h isch e Institut der
95. Versammlung Deutscher Naturforscher und Aerzte statt. B erg aka de m ie C lausthal (H arz), C la u sth a l-Z e lle rfe ld I,
Das Hauptthem a fü r die allgem eine Sitzung lautet: „K lim a zu richten.
und Leben".
In der naturwissenschaftlichen H a up tg rupp e lautet das
H auptthem a: „Erkenntnisgew inn durch Fortschritte der W iener W eltkraftkonferenz.
A p p a ra tu re n ". V o rtrag en de : K ienle-G öttingen, Mattauch-
W ien, Bodenstein-Berlin, Rein-G öttingen. Für d ie T e ilta g u n g an d e r W e ltk ra ftk o n fe re n z , d ie in
Das Thema der zweiten allgem einen Sitzung lautet: d e r Z eit vom 25. A ugust bis zum 2. Septem ber in W ie n
„Riesenm oleküle", mit V orträg en von: Grimm -Ludwigs- stattfin de n w ird , sind nach dem g e g e n w ä rtig e n Stand der
hafen, Freudenberg-Heidelberg, Rondoni-Mailand, W eber- A nm e ld ung en 700 E ne rgiew irtsch aftler aus allen Ländern
Münster. G leichzeitig tag e n : Deutsche Koloid-G esellschaft, zu e rw a rte n . E rfahrungsgem äß w ird d ie tatsächliche Z ahl
Deutsche Chemische Gesellschaft, Südwestdeutsche Che­ de r T eilnehm er noch erheblich g rö ß e r sein als d ie Zahl
miedozenten, Pharmazeutische Gesellschaft, A kadem ie für d e r A nm e ld ung en , d ie e in ig e W ochen v o r K on fe re n z­
pharmazeutische Fortbildung. be ginn v o rlie g t. Insgesam t sind: fü r diese K onferenz bis
Vom 11. bis 16. Septem ber 1938 fin d e t in Baden-Baden je tzt nicht w e n ig e r als 190 Fachberichte aus 21 Ländern
der vierzehnte Deutsche Physiker- und Mathematikertag eingereicht w o rd e n .
statt. G leichzeitig halten do rt die Deutsche Physikalische Diese Zahlen m ögen d ie a u ß e rord entliche Bedeu­
Gesellschaft ihre ordentliche Geschäftsversammlung, die tung d e r V era nstaltu ng an deuten, die dem E nergiever­
Deutsche Gesellschaft für technische Physik ihre 19. Jahres­ brauch g e w id m e t ist. Den einzelnen Ländern sind in
tagung, die Deutsche Mathematikervereinigung ihre M it­ dieser Hinsicht g a n z bestim m te A u fg a b e n gestellt w o r­
gliederversam m lung und der Mathematische Reichsverband den, d ie sich a u f d ie Energieversorgung d e r la n d w irt-
seine Jahresversammlung ab. schaft, des G ew e rbe s, d e r H aushaltungen, d e r ö ffe n t­
Das Programm sieht in der P h y s i k zw ei H a up t­ lichen Beleuchtung und d e r Bahnen erstrecken. Bei der
themen vor: B ehandlung dieser 5 hauptsächlichsten V erb rau cher­
1. Dispersion und Relaxation (Leiter P. Debye u. A. Esau). g ru p p e n sollen die Fragen ausdrücklich nicht von de r Er­
Zusammenfassende V o rträ g e : zeugungsseite her und nicht nur nach technischen G e ­
1. H. Kneser: „D ie akustischen Relaxationserscheinun­ sichtspunkten, sondern vom S tan dpu nkt des V erbrauchers
gen". aus b e h a n d e lt w e rd e n . Die Berichte umfassen auch die
2. H. Falkenhagen: „D ie elektrischen Relaxationserschei­ A nw e n d u n g von festen und flüssigen Brennstoffen,
nungen". W a sse rkra ft, W in d k ra ft und Dam pf.
3. C. J. G orter: „Param agnetische A bsorption und Der In h a lt d e r Berichte und die zu e rw a rte n d e um­
Dispersion". fa n greiche Aussprache gehen somit jeden Enerqiever-
4. R. L. de Kronig: „Z u r Theorie der Relaxationserschei­ braucher, d. h. praktisch jeden Volksgenossen an. Dies
nu ng en ". ist um so m ehr d e r Fall, als die Berichte eingehend auch
2. Licht (Leiter: F. W e id e rt, E. Friedrich, W . Friedrich). d ie je w e ilig e n Kosten d e r E nergieversorgung, d ie G e ­
Zusammenfassende V o rträ g e : staltung d e r Elektrizitäts- und G a sta rife , d ie A u fw e n d u n g
a) O p t i s c h e G e r ä t e : fü r Kohlen und flüssige Brennstoffe b e ha nd eln . In dieser
1. F. W eidert: „U e b e r den Stand der G e rä te ­ Hinsicht sind ein ig e g e so n d e rte Q uerschnittsberichte zu
technik". be grü ß e n, die ausschließlich T a riffra g e n g e w id m e t sind.
b) L i c h t e r z e u g u n g : Nachdem am 25. Juli vom Reichskommissar fü r die Preis­
1. H. Krefft: „U e b e r den Stand der Lichterzeugung". bild u n g eine allg e m e in e Tarifordnung fü r elektrische
c) B i o l o g i s c h e A n w e n d u n g e n : Energie verkü nd et w o rd e n ist, beansprucht insbesondere
1. W . Friedrich: „U e b e r die biologischen W irkungen d e r von Präsident P i e t z s c h , dem Leiter d e r Reichs-
de r optischen S trahlung". w irtschaftskam m er, und D ipl.-Ing. S e e b a u e r , dem
2. W . Schultze: „U e b e r die therapeutischen W ir ­ stellvertreten de n Leiter d e r Reichsgruppe E ne rgiew irt­
kungen der optischen Strahlung." schaft, v e rfa ß te Bericht „T a riffra g e n und T a riffo rm e n in
3. R. Schulze; „D isom etrie und Bewegung der o p ­ ih rer A usw irkun g a u f d ie A usn utzun g" besondere Be­
tischen Strahlung fü r d ie biologische A nw en dun g". achtung. Dieser Bericht, d e r schon vo r einigen M on aten
In der Mathematik: H auptthem a „A n a lysis" (Leitung: abgeschlossen w u rd e , e n th ä lt a lle Gesichtspunkte, d ie für
C. C a ra th e o d o ry). ____________ die bishe rige G estaltu ng d e r E le ktrizitä tsta rife m aßgeblich
gew esen sin d; diese G esichtspunkte stimmen mit den Be­
stim m ungen d e r je tzt erlassenen T a rifo rd n u n g v o llin h a lt­
Institute o f M e ta ls , London. lich überein. Besondere T a rifb e rich te sind auch aus D äne­
Die d ie sjä h rig e H e rbstta gu ng des Institute o f M etals, m ark, Schweden und U ngarn v o rg e le g t w o rd e n .
London, fin d e t am 3.— 4. O k to b e r 1938 in N e w Y ork statt. Ein ausgezeichneter S am m elbericht über die Energie­
Im V o rtra g sp la n sind fo lg e n d e Berichte vorg ese hen : verso rgu ng d e r deutschen Landw irtschaft ist von Staats­
1. C. E. W i I I i a m s : N e u e Entwicklung in d e r a m e ri­ m inister a. D. Riecke und D ipl.-Ing. von W a e ch te r unter
kanischen Eisen- und S tahlindustrie. M ita rb e it n a m h a fte r Fachleute v e rfa ß t w o rd e n . Er geht
2. D. E p p l e s h e i m e r jr.: Die Entwicklung ko n ti­ a u f d ie n a tio n a le B edeutung d e r la ndw irtschaftlichen
nuierlicher Bandstahl-Straßen. Energieversorgung, a u f d ie V erte ilu ng und A nw en dun g
3. C. H. M a t h e w s o n : Forschung und Entwicklung elektrischer Energie, a u f la nd w irtscha ftliche Zugmaschinen,
in d e r am erikanischen N ichteisenm etallindustrie. Verbrennungsm aschinen, a u f D am pf-, W asser- und W in d ­
D aran anschließend fin d e n die Besprechungen der kraftm aschinen, a u f den la nd w irtscha ftliche n Verbrauch
Juni- und A u g u st-M itte ilu n g e n von M a rie L. v. G a y le r, fester Brennstoffe so w ie a u f d ie M ög lich keite n d e r G as­
L. E. Price, G . J. Thom as und A. R. T ro ia n o statt. an w e n d u n g in d e r Landw irtschaft ein.
Die Uebersicht über die E nergieversorgung der g e ­
M etallographischer Ferienkursus an der Bergakademie w erblichen W irts c h a ft Deutschlands ist vom Leiter der
Clausthal (Harz). Reichsgruppe Energiew irtschaft, C a rl K r e c k e , und Dipl.-
In d e r Z eit vom 3.— 15. O k to b e r d. J. fin d e t im Ing. G. S e e b a u e r verfaß t.
M eta llo g ra p h isch e n Institut d e r B erg aka de m ie C lausthal Der von Ing. V i I I w o c k und zahlreichen Fachleuten
unter Leitung von Prof. Dr. M e rz w ie d e r ein m e ta llo ­ b e a rb e ite te S am m elbericht ü b er d ie Energieversorgung
graphischer Ferienkursus statt. Der Kursus besteht aus d e r H aushaltungen en thält statistische G esam tangaben
täg lich 3 Stunden V orlesung und 4 Stunden praktische über den E nergieverbrauch, b e fa ß t sich mit? festen Brenn­
Uebungen. stoffe n, G as, elektrischer Energie, ge ht a u f den Einfluß
August 1938 Seite 587

der E lektrizitätsversorgung, a u f d ie A n la g e von W o h n ­ d ie staatliche Förderung d e r E nergieversorgung und den


stätten ein und b e h a n d e lt abschließend g a n z allge m ein Einfluß fiskalischer Belastungen a u f d ie Preisgestaltung.
das V erhältnis zwischen Bautechnik und W oh n u n g sb a u . Er ist von M in is te ria ld irig e n t Dr. W a r n c k e unter M it­
Von Prof. Dr.-Ing. h a b il. W e i g e l stam mt ein a rb e it von M in is te ria lra t Dr. R i e h I (W ien) und Dr. M e I -
Sam m elbericht, d e r sich mit a llen Fragen der' öffen tliche n c h i n g e r (Berlin) verfaß t.
Beleuchtung beschäftigt. Dieser Bericht e n th ä lt erstm alig D r.-Ing K ö r f e r und Dr. L i n g e n s , d ie G eschäfts­
auch zusam m enfassende statistische A n g a b e n ü b er den fü h re r d e r W irtsch a ftsg ru p p e n E le ktrizität und G as- und
Stand d e r deutschen S traß enbeleuchtung in sämtlichen W a sserve rsorg ung , haben gem einsam einen aufschluß­
G em einden. reichen Bericht ü b er M ög lich keite n und G renze n de r
Der Bericht über die B edeutung d e r elektrisch a n g e ­ M a rkta n a lyse in d e r E nergiew irtschaft als W e rb u n g s­
trieb en en Verkehrsm ittel ist von Reichsbahndirektor Prof. g ru n d la g e fü r H aushalt, G e w e rb e und Landw irtschaft
Dr.-Ing. e. h. W e c h m a n n b e a rb e ite t w o rd e n . a b g e fa ß t.
Diese Berichte beziehen sich du rchw eg auf. d ie Ener­
gieversorgungsverhältnisse im A ltreich. Für O esterreich
liegen zah lre iche und te ilw eise sehr e ing ehe nd e Ergän­
Die fü r den 16. Septem ber a n g e kü n d ig te Arbeits­
zungsberichte vor.
Eine anschauliche Uebersicht über d ie Z iele d e r d e u t­ tagung d er K. W . Gesellschaft für Metallforschung, Stutt­
schen E nergiew irtsch aftsp olitik v e rm itte lt ein Bericht über gart, ist a u f den M o n a t O kto ber ve rle g t w o rde n.

Patentschau
Berichtigung. 1 439880, 81 c. Franz Bienefeld, N euß a. Rh. A lu ­
In d e r Juni-N um m er sind irrtüm lich d ie Patentanm el­ miniumkapsel. 20. 5. 38.
dungen aus den P atentblättern N r. 18, 19, 20 und 21 Patentblatt N r. 28 vom 14. 7. 38.
unter die Rubrik „D eutsche G ebrauchsm uster" a u fg e ­
nommen w o rd e n . W ir weisen h ie ra u f besonders hin, 1440105, 21 e. Siemens-Schuckertwerke A.-G ., Berlin­
um w e ite re Irrtüm er zu verm eiden. Siemensstadt. Zwischenklemmenstück fü r Elektrizitätszähler
o. dgl. zum Anschluß von Alum inium leitungen. 15. 5. 37.

A. Bekanntmachungen. Potentblatt N r. 29 vom 21. 7. 38.


Deutsche Patentanmeldungen. 1 4 4 0 3 4 1 ,6 2 c . C arl O tto Landgrebe, Dresden-A.
Rohrformstücke, z. B. T-Stücke, W inkelstücke, Krümmer
Patentblatt N r. 27 vom 7. 7. 38.
für Rohrleitungen aus Leichtmetall, insbesondere für Luft­
Kl. 18 c, S. 114907. Bertram John Sayles, Pittsburgh, fahrzeuge. 12. 4. 38.
Pennsylvania, V.St.A. V erfahren zur Verbesserung der
H aftfestigkeit und Dehnbarkeit von durch Kalorisieren auf Ausländische Patente.
W erkstücke a u f Eisen, Stahl oder Stahllegierungen a u fg e ­
brachten Schutzschichten. 28. 7. 34. V. St. Am erika 12. 8. 33 Schweiz. P. 198199, Kl. 77. Alum inium -Industrie-Aktien-
und 15. 6. 34. gesellschaft, Neuhausen (Schweiz). V erfahren zur Ein­
bringung von Elektrolytschicht bei nach dem Dreischichten­
Patentblatt N r. 28 vom 14. 7. 38. verfahren arbeitenden A lum inium raffinationsöfen. 3. 6. 37.
Kl. 21 c, A. 84 565. A llgem eine Elektricitäts-G esell­ Schweiz. P. 198201, Kl. 78 c. Dürener M etallw erke
schaft, Berlin. Anschlußklemme fü r Alum inium leitungen; A ktiengesellschaft, B erlin-B o rsig w alde , und K. H. W e rn in g ,
Zus. z. Pat. 662149. 19. 10. 37. Berlin-Frohnau. G ieß kokille zum Herstellen dichter Blöcke
und ähnlicher W erkstücke aus M etallen, insbesondere A lu ­
Deutsche Reichspatente. minium- und M agnesium legierungen. 27. 7. 37.
Schweiz. P. 198202, Kl. 79 b. Küppers, M etallw erk
Patentblatt Nr. 27 vom 7. 7. 38. Kom m anditgesellschaft, Bonn a. Rh. V erfahren zum W eich­
663 308, 18 a. Dr.-Ing. Paul Droßbach, Dresden. V e r­ löten von Aluminium. 29. 10. 36. P riorität: Deutschland
fahren und O fe n a n la g e zum Herstellen von Ferrosilizium 2. 11. 35.
und Alum inium aus kieselsäure-, tonerde- und eisenoxyd­ Schweiz. P. 198 356, Kl. 79 n. I. G. Farbenindustrie
ha ltig en Rohstoffen. 1. 5. 36.
Aktiengesellschaft, Frankfurt a. M. V erfahren zur Erhöhung
6 6 3 2 7 5 ,4 0 b . Anna Jordan, geb. Böhm, Berlin-C har- der Korrosionsfestigkeit von Legierungen des Aluminiums
lottenburg. Alum inium -Legierung; Zus. z. Pat. 595 851. mit 3 bis 16% M agnesium. 1. 4. 37. P riorität: Deutsch­
22. 9. 33. land 2. 5. 36. Zusatz zu Patent 177 665.
663 190, 7 5 c . Alum inium w erk Tscheulin G .m .b .H ., Amer. P. 2 118053. J. W . Newsome. Ueberzüge auf
Teningen, Baden. P rägebildträger. 14. 8. 36. Alum inium . 24. 5. 38.
Amer. P. 2118686. H. Steudel und H. W iechell, A lu ­
Deutsche Gebrauchsmuster. m inium legierung. 24. 5. 38.
Patentblatt N r. 27 vom 7. 7. 38. Franz. P. 832009. I. G. Farbenindustrie A ktiengesell­
1 4 3 9 6 0 9 ,2 1 c . Siemens-Schuckertwerke A .-G ., Berlin­ schaft, Frankfurt a. M. Alum inium legierung und V erfahren
Siemensstadt. Anschlußklemme für elektrische Leitungen aus zu ihrer Vergütung. 12. 1. 38.
leicht verform b are n Baustoffen, insbesondere fü r A lu ­ Franz. P. 832052. G eneral M otors C o rpo ra tion . Ver­
miniumleitungen. 1 1 .5 . 37. bessertes O be rflächenverfahren für Aluminium und A lu ­
1 439610, 21 c. Siemens-Schuckertwerke A.-G ., Berlin­ m inium legierung. 13. 1. 38.
Siemensstadt. Anschlußklemme für elektrische Leitungen aus Franz. P. 832197. I. G. Farbenindustrie Aktiengesell­
leicht verform baren Baustoffen, insbesondere für A lu ­ schaft, Frankfurt a. M . Thermische Herstellung von Alu-
miniumleitungen. 11. 5. 37. m inium -Kalzium -Legierungen. 17. 1. 38.
1 439 766, 47 f. O snabrücker Kupfer- und D rahtw erk, Franz. P. 832238. Im perial Chem ical Industries Ltd.
Osnabrück. Alum inium rohr mit Kupferüberzug. 15. 7. 36. Färben von Oxydschichten a u f Aluminium. 18. 1. 38.
Seite 588 ALUMINIUM

A lu m in iu m -

B e a rb e itu n g s -L e h rg ä n g e

Bild erd ienst H auschild , H a n n o v er

Ist der Brenner richtig eingestellt?

O rt: Beginn: Meldestelle:


Mittel- und Ostdeutschland
Liegnitz 28. 8. bis 9. 9. 1938 G ew erbeförderungssteile der H andwerkskam m er Liegnitz,
Liegnitz, Bitschenstraße 15.
G e p la n t sind w eitere Lehrgänge in folgenden Städten
(Reihenfolge und Termine liegen noch nicht fest):
P ren zlau DAF., G au w a ltu n g Kurmark, Abt. Berufserziehung, Berlin
N 4, Johannisstr. 14.
G uben do.
B ran d e n bu rg do.
F ra n k fu rt a . d . O . do.
Forst N.-L. do.
Norddeutschland
H a m b u rg 22. 8. bis M itte Sept. 1938 DAF., A bt. Berufserziehung, H am burg, Besenbinderhof.
K iel M itte O k to b e r 1938 Kreishandwerkerschaft Kiel, Kiel, Muhliusstr. 60.
Schw erin Anfang N ovem ber 1938 Kreishandwerkerschaft Schwerin, Schwerin, G renadierstr.
H ild esh eim M itte N ovem ber 1938 DAF., A bt. Berufserziehung, Hildesheim, Goschenstr. 24.
Anschließend sind Lehrgänge g e p la n t in:
W ilh e lm s h a v e n Bis a u f w eiteres: Alum inium -Zentrale G .m.b.H., Berlin W 50,
Budapester Straße 53.
O ld e n b u rg do.
B re m e rh a v e n do.
Westdeutschland
F ra n k fu rt a . M . Termin steht noch DAF. Fachamt Eisen u. M e ta ll, Frankfurt a. M. Bürgerstr. 69.
nicht fest.
Süddeutschland
Sch w ein fu rt A nfa ng Sept. 1938 DAF., A bt. Berufserziehung, Schweinfurt, Roßmarkt 9.
Ulm a . d. D onau A n f./M itte O kto b e r 1938 DAF., A b t. B erufserziehung, Ulm a. d. Donau, W ein ho fstr.23.
A ugsburg A nfa ng N ovem ber 1938 Bayerische Landesgewerbeanstalt, Zweigstelle G ew e rbe­
anstalt Augsburg, Augsburg, Peutingerstraße D 119.
M ünchen Ende N o v./A n f. Dez. 1938 DAF., A bt. Berufserziehung, München 2 SW , Landwehr­
straße 7— 9.
A e n d e run gen V o rb eh alte n!

Elektro-Lehrgänge
K ra ftb o rn b ei Breslau 20. bis 23. 9. 1938 Bezirksgruppe Schlesien der W irtschaftsgruppe Elektrizitäts­
versorgung, Breslau, Albrechtstraße 22/23.
K ra ftb o rn bei B reslau 27. bis 30. 9. 1938 do.
August 1938 Seite 589

■>er A lu m in iu m - P r a k t ik e r
Korrosionsschäden durch oberflächliche Verunreinigung
von Aluminiumgegenständen durch Kupfer oder andere Schwermetalle
Von M . B o s s h a r d , A IA G ., N e u h a u s e n

Viele Korrosionsschäden an Gebrauchsgegen­ in verschiedenen europäischen Staaten für Haus­


ständen oder Bauteilen aus Aluminium und Alu- installationen noch üblich sind, geflossen ist, stets
minium-Legierungen, die der W itterung ausgesetzt einen kleinen Kupfergehalt auf. W ird solches Wasser
sind oder mit Wasser und wäßrigen Lösungen in in Aluminiumgefäßen eingedampft, wie dies beispiels­
Berührung kommen, sind verursacht durch Kupfer weise bei Behältern zur Heißwasserbereitung häufig
oder andere elektrochemisch edlere Metalle, die aus der Fall ist, so wird sich das auszementierte Kupfer
wäßriger Lösung auf dem unedleren Aluminium ab­ auf der Aluminiumoberfläche so stark anreichern, daß
geschieden, oder — wie der Fachausdruck lautet — der Behälterboden nach kurzer Zeit durch Korrosion
auszementiert werden. Dadurch entstehen an den zerstört wird. Die untenstehende Abbildung zeigt
Berührungsstellen mit dem abgeschiedenen Fremd­ den Boden eines solchen Gefäßes mit zahlreichen
metall bei Gegenwart einer stromleitenden Flüssig­ durch das .auszementierte Kupfer bedingten Lokal­
keit galvanische Elemente, sogen. Lokalelemente, in korrosionen, die teilweise sogar zu Durchbrechungen
denen das Aluminium die Rolle der Lösungselektrode führten.
spielt und entsprechend dem Stromfluß des Lokal­ Wichtig zur Feststellung dieser Korrosionsursache
elementes unter Bildung einer Korrosionsgrube in ist der Nachweis und die Bestimmung der auf der
Lösung geht. Aluminiumoberfläche auszementierten Kupfermenge.
Man wird nun fragen, woher denn das Kupfer Zu diesem Zweck w ird das Gefäß zweimal mit je
kommt, das sich auf dem Aluminium auszementieren 100 ccm 40%iger, warmer Salpetersäure ausgespült
kann? Es ist eine bekannte Tatsache, daß saure oder und die Lösungen und Waschwasser vereinigt. W aren
schwach alkalische Wässer geringe Mengen Kupfer viele Korrosionsprodukte vorhanden, so kann die sal­
mit Leichtigkeit aufnehmen. So weist z. B. Leitungs­ petersaure Lösung zur Kupferbestimmung nicht direkt
wasser, das durch kupferne Leitungsrohre, wie sie elektrolysiert werden. Die Lösung wird dann zur Ver­

A lu m in iu m -T o p fb o d e n k o rro d ie rt, v e ra n la ß t durch ausze m e n tiertes Kupfer.


Seite 590 ALUMINIUM

treibung des Säureüberschusses stark eingeengt, mit zu gefährlichen Korrosionen geben. Solche Korro­
Wasser verdünnt und dann langsam in; 10%ige N a ­ sionen durch kupferhaltiges Tropfwasser wurden ver­
tronlauge einlaufen gelassen. Sodann wird etwas schiedentlich an Bauten und an Fahrzeugen fest­
Natriumsulfid zugesetzt, aufgekocht und nach Ab- gestellt.
sitzenlassen, heiß filtriert. Der ausgewaschene Filter­ Aehnliche Korrosionen wie durch Kupfer können
rückstand w ird in Schwefelsäure - Salzsäure gelöst,
auch durch Auszementierung von Blei aus bleihalti­
die Lösung bis zum Entweichen von Schwefelsäure­
gem Wasser entstehen. Bekanntlich wird ja auch
dämpfen eingeengt, verdünnt und filtriert. Im Filtrat
Blei zu Hauswasserleitungen in gewissen Ländern
wird nach Zusatz von etwas Salpetersäure, das
Kupfer in üblicher Weise elektrolytisch bestimmt. Ein noch häufig verwendet. W eitere Möglichkeiten zu
Kupfergehalt über 0,0002 g vom dm2 korrodierter Ge­ Korrosionen durch auszementierte Fremdmetalle be­
fäßoberfläche muß schon als schädlich bezeichnet stehen bei Nahrungs- und Genußmitteln, deren Zu­
werden. In Heißwasserkesseln wurden bisweilen bereitung in kupfernen oder auch in vernickelten G e­
Kupfermengen bis zum 500fachen dieser Menge fest­ fäßen vorgenommen wurde. So erwies sich Apfel­
gestellt. saft, der in einem vernickelten Gefäß sterilisiert
Kupfer wird auch von Regenwasser in geringer wurde, als stark nickelhaltig. Auch Schotte, d i h. die
Menge gelöst, namentlich dann, wenn dieses Kohlen­ bei der Käsebereitung aus Milch in kupfernen Kesseln
säure und schweflige Säure enthält, wie dies in In­ zurückbleibende Flüssigkeit, erwies sich stets als
dustriegegenden immer der Fall ist. Kommt solches kupferhaltig. Vermutlich wird auch Bierwürze aus
kupferhaltige Regenwasser mit Aluminium in Berüh­ kupfernen Sudkesseln kupferhaltig, sein, was gewisse
rung, so w ird auch hier das Kupfer auf der A lu­ unabgeklärte Korrosionsschäden in Gärbottichen ver­
miniumoberfläche auszementiert und kann so Anlaß ständlich erscheinen ließe.

Das Schweißen von Aluminiumguß im Fahrzeugbau


V o n P a u l B r a u e r und O t t o Lehmann, Lehrschw eißm eister, B e rlin -C h a rlo tte n b u rg

Bei der Herstellung von Gußteilen macht sich bei Größe aus Al-Gußlegierungen hergestellt. Mit dem
der heutigen Anspannung des Werkstoffmarktes großen Verbrauch im Automobilbau nehmen natur­
immer noch der Ausschuß störend bemerkbar, w el­ gemäß auch die Wiederinstandsetzungen beschädig­
cher gerade bei den Gußlegierungen durch eine ter Gehäuse, hervorgerufen durch Verschleiß sowie
langsame und ungleichmäßige Erstarrung des Alu­ Pleuelstangenbruch, Zusammenstöße und durch an­
miniums in Form von Lunkerstellen hervorgerufen dere hervorgerufene Beschädigungen in hohem Maße
wird. Der Gießer hilft sich dagegen, indem er das zu. Als ausschlaggebendes Schweißverfahren kommt
Gußteil mit der Lunkerstelle nach oben in Sand ein­ für Al-Guß die autogene Schweißung (Azetylen­
formt und nach dem Gußverfahren mit flüssigem Sauerstoffschweißflamme) in Frage. Es lassen sich
Aluminium ausgießt. M it einem Stahldraht werden mit diesem Verfahren bei sachgemäßer Ausführung
die Ränder der Lunker aufgerieben, so daß das die schwierigsten Brüche einwandfrei wieder aus­
flüssige Material mit dem Gußteil gut bindet. Bei bessern. Da dieses Arbeitsgebiet noch nicht A llge­
größeren Lunkern empfiehlt es sich, das Werkstück meingut aller Schweißer geworden ist, soll diese
anzuwärmen, denn infolge der plötzlichen Erwär­ Arbeitsweise nachstehend behandell werden.
mung durch das flüssige Aluminium könnte das G e­ Neben den Al-M g- und Al-Mg-Si-Gußlegierungen
häuse aufreißen, oder es treten große Schrumpf­ hat man im Automobilbau meist mit den drei großen
spannungen auf, welche sich bei Beanspruchung des Gruppen: Silumin, deutsche und amerikanische Le­
Gußstückes als feine Spannungsrisse auslösen. gierung, zu tun, und sie sind gut schweißbar.
Diese Gußmethode ist gut und einwandfrei, läßt Eine gute Vorarbeit ist bei allen Schweißungen
sich jedoch nicht immer anwenden. Daher lassen heute unbedingt erforderlich. Oel und Schmutz müssen
viele Gießereien ihre Schweißer im Schweißen und restlos abgewaschen werden, denn die Oeldämpfe
Löten von Al-Gußlegierungen ausbilden, um so w ert­ behindern oftmals die Durchführung einer sauberen
volle Gehäuse durch Schweißen oder Löten vor dem Schweißarbeit.
Verschrotten zu retten. Kleine Teile, wie Kolben, Zylinderköpfe, wird
Die hohen Festigkeitseigenschaften, sowie das ge­ man mit dem Schweißbrenner erwärmen und un­
ringe Gewicht des Aluminiums gegenüber den mittelbar schweißen.
Schwermetallen haben diesem wichtigen W erkstoff Abb. 1
schnellen Eingang in die metallverarbeitende Indu­ zeigt uns die Teile vor,
strie verschafft. Im Automobilbau besonders haben Abb. 2
die Al-Legierungen dazu beigetragen, das Eigen­ nach dem Schweißen.
gewicht des W agens herabzumindern. Es werden In
heute neben den kleinen Teilen, wie Kolben, An­ Abb. 3
saugrohre usw. die kompliziertesten Werkstücke, wie sehen w ir ein DKW -M otorradgehäuse im vier Teilen.
Cardan-, Getriebe- und Motorengehäuse jeder Diese wurden genau auf Maß zusammengesetzt, fest
August 1938 Seite 591

A b b . 6.

verschraubt und dann mit dem Brenner erwärmt und


sofort geschweißt. Nach dem Schweißen bringt man
solche Teile in einen Ofen oder Blechbehälter, worin
sie langsam erkalten.
Abb.' 4
zeigt das fertige Gehäuse.
Alle größeren Gehäuse, welche schwere Beschä­
digungen zeigen, müssen als Warmschweißung
durchgeführt werden, d. h. die Werkstücke werden
in einem Ofen erwärmt und darin geschweißt. Aus­
nahmen gibt es nur dann, wie uns
Abb. 5
zeigt, bei Brüchen, welche am Rande des Gehäuses
liegen. Hier kann sich die Spannung frei auslösen.
Auch hier ist zu beachten, daß die Flammenführung
immer nach außen geht. Zeigt sie nach innen, so gibt
es im Körper Wärmespannungen, welche zu Span­
nungsrissen führen können.
Abb. 6
gibt das Sechszylinder-Büssinggehäuse nach der
Schweißung wieder. Die beschädigten Stellen, wie
Risse, müssen durch Aufbohren und Meißeln frei­
gelegt werden. Ausgebrochene Teile werden durch
neue paßrecht ersetzt, die Schweißränder abge­
schrägt und sauber abgeschliffen. Sind alle Vor­
arbeiten beendet, dann wandert das Werkstück in
den Glühofen. Es finden hierfür Spezialglühöfen mit
Gas- und Oelfeuerungen Verwendung. Die meisten
Schweißereien bauen sich jedoch für das jeweilige
Stück passend einen Ofen aus Schamottesteinen. Der
Körper, z. B. ein Motorengehäuse, wird auf Steine
gestellt und gleichmäßig abgestützt. Sodann werden
die erforderlichen Steine im Verband um das W erk­
stück geschichtet. Die untere Steinreihe steht auf
10-mm-Stahlrollen, um so für eine natürliche Luft­
zufuhr zu sorgen. Der Zwischenraum vom Gehäuse
bis zur Innenkante der Steine beträgt etwa 100 mm
und dient zur Aufnahme der Feuerung.
Abb. 7
zeigt uns ein Gehäuse im Einbau.

A b b . 7.
Seite 592 ALUMINIUM

Das Anheizen! muß langsam geschehen. Zunächst vornehmen. M it einer 20%igen Natronlauge betupft
wird nur soviel Holzkohle in den Ofen geschüttet, man die Oberfläche und läßt die Lauge etwa 10 Mi­
daß der Boden bedeckt ist. Man läßt die Kohle nuten einwirken. Danach spült man die Stelle mit
richtig durchbrennen und schiebt sie dann unter das Wasser nach. Alle kupferhaltigen Legierungen
Werkstück. Durch langsames Feuern erreicht man weisen eine Schwärzung auf. (Das wäre bei der
eine unbedingt gleichmäßige Erwärmung, und es deutschen und amerikanischen Legierung.) Beide
können sich alle Spannungen frei auslösen. Da das Arten können mit gleichen Gußstäben geschweißt
Glühen des Körpers in dem Ofen schwer zu er­ werden. Das Silumin nimmt eine graue Farbe an und
kennen ist, muß nach dem Abdampfen des Oeles das man schweißt dann mit Silumingußstäben. Es ist
Gehäuse vorsichtig erwärmt werden. Eine einfache nicht ratsam, Reinaluminium zum Schweißen von
Kontrollmethode ist der Holzstab. Reibt man mit dem Gußlegierungen zu verwenden, da beides nicht zu­
Stab auf dem Gehäuse, und es zeigt sich ein hell­ sammenpaßt und die Schweiße einsackt, wodurch die
brauner Strich, so hat man eine Temperatur von 300 Flächen unsauber werden.
bis 350° C. Zeigt sich dieser Strich schon beim leich­
Nun erst kann man mit dem Schweißen schwie­
ten Bestreichen mit dem Holzstab, so ist die Erwär­
riger Gehäuse beginnen.
mung auf 400— 450° gestiegen, und es kann mit
dem Schweißen begonnen werden. Abb. 7
2reigt uns ein Sechszylinder-Henschelgehäuse, wo die
Aluminiumguß wird mit einer geringen Azetylen­
Beschädigungen sehr groß waren. Deutlich erkennt
überschußflamme geschweißt, die nicht zu groß sein
man, daß die Löcher für die Stößelführungen aus­
darf, denn Aluminium ist im flüssigen Zustand für
gebrochen und die Tragarme zu beiden Seiten bis
Gase aufnahmefähig, die die Schweiße beeinträch­
tief in das Gehäuse eingerissen sind. Auch die
tigen. Die Flammeneinstellung muß weich sein, damit
saubere Vorbereitung zum Schweißen ist genau er­
das Schmelzbad nicht fortgeblasen wird. Auch der
kennbar. Die Tragarme wurden durch paßrechte
Brenner soll nicht zu groß gewählt werden, da sonst
Stücke verstärkt und eingeschweißt. Die reine
die Schweißränder zu stark und zu breit aufge­
Schweißzeit dauerte W /i Stunden.
schmolzen werden und ein Absacken der Schweiße
unvermeidlich ist. Brennergröße und Haltung sind Abb. 8
bei Warmschweißungen Erfahrungswerte des zeigt uns das Gehäuse nach der Fertigstellung.
Schweißers. Sie können immer nur von Fall zu Fall
bestimmt werden. Auf ein gutes Flußmittel ist der
größte W ert zu legen, da die Al-Schweißung von
einem guten Schweißpulver abhängig ist. Es ist be­
kannt, daß Al-Legierungen bei 570— 640° C schmel­
zen, das Al-O xyd aber erst bei etwa 2000° C. Dieses
Al-O xyd kann man nicht mechanisch oder unter der
Einwirkung der Schweißflamme beseitigen, sondern
es läßt sich nur chemisch durch das Al-Schweißpulver
auflösen. Es gibt ohne Flußmittel keine saubere Al-
Gußschweißung.
Auch beim Silumin verwendet man vorteilhaft A b b . 8.
Schweißpulver, da dadurch das Schmelzbad reiner
In
wird. Das Schweißpulver w ird während des Schwei­
Abb. 9 und 10
ßens trocken zugeführt. In ein Gefäß schüttet man
nur soviel Flußmittel, wie man zum Schweißen be­ wird ein Sechszylinder-Mercedesgehäuse veran­
nötigt. Der Schweißstab w ird erwärmt und in das schaulicht, welches durch Pleuelstangenbruch be­
Pulver eingetaucht, und auf diese Weise kanni soviel schädigt wurde. Die fehlenden Teile wurden durch
Flußmittel zugesetzt werden, wie zum Schweißen ge­ neue ersetzt und eingeschweißt. Dieses Gehäuse ist
braucht wird. Schweißpulver und Zusatzwerkstoff über ein Jahr wieder in Betrieb.
sollte man nur von guten Firmen kaufen, welche volle Aut
Gewähr für ihre Fabrikate übernehmen. Abb. 11 und 12
Wenn man bei Stahl heute abweicht, Gleiches mit sehen w ir das Gehäuse einbaufertig.
Gleichem zu verschweißen, so muß man beim Alu­ Abb. 13
minium und seinen Legierungen diese Regel streng gibt uns ein Mercedesgetriebegehäuse wieder, das
beachten. Hier setzen für den Schweißer die ersten durch Wellenbruch in 2 Stücke gerissen wurde. Man
Schwierigkeiten ein, weil er die Legierungen nicht kennt. sieht auf dem Bilde deutlich die zum Schweißen vor­
Es wäre hier ein W o rt an die Gießereien zu richten: bereiteten Schweißkanten. Sie sind abgeschrägt und
W ie w äre es, wenn die Al-Gußgehäuse Kennzeichen metallisch sauber geschliffen. Beim Zusammensetzen
ihrer Legierungsgruppe bekämen? Die Schweißwerk­ und Heften mußte gewissenhaft vorgegangen w er­
stätten wären den Gießereien dafür sehr dankbar. den, damit die Lagerstellen und Flächen gut über­
Kennt der Schweißer die Legierung nicht, muß er die einstimmen.
Tüpfelprobe nach Angabe von Dr. v. Zeerleder*) Auf
Abb. 14
*) Vgl. Aluminium 17 (1934), N r. 10, S. 8 8 —90 und Dr. Z u rb ru g g , A lu ­
minium 20 (1938), N r. 3, S. 196 - 200. sieht man das geheftete und zum Glühen aufgebaute
August 1938 Seite 593

Abb. 15
gibt das Gehäuse nach dem Schweißen
wieder.
Sind die Schweißarbeiten an den
großen Gehäusen beendet, wird das
Werkstück nochmals gleichmäßig bis auf
400° C erwärmt, um es dann langsam ab­
kühlen zu lassen. Nach dem Erkalten
müssen die Flußmittelreste mit kochen­
dem Wasser abgewaschen werden, um
so spätere Anfressungen in der
Schweißnaht durch die ätzende W irkung
A b b . 9.
des Schweißpulvers zu verhüten.
Nun kommt das Gehäuse in die
Schlosserei, w o es genau untersucht
wird, ob alle Risse gut verschweißt sind
und die Maße stimmen. Hier kann es
Vorkommen, daß die großen Sechs­
zylindergehäuse durch die wechselnde
Erwärmung und Belastung große Span­
nungen aufweisen, welche sich dann als
Verformungen oder Verzug bemerkbar
machen.
Das in
Abb. 7, s, S. 591,
dargestellte Henschelgehäuse hatte sich
in der Mitte um 3 mm verzogen.
Aluminiumguß ist ein spröder W erk­
stoff von geringer Dehnung. Aus diesem
Grunde läßt sich ein verzogenes G e­
häuse in kaltem Zustand nicht richten,
jedoch ist es bei einer Hitze von etwa
400—450° C bis zu einer bestimmten
Grenze möglich. Das oben erwähnte
Gehäuse wurde daher -eingebaut, an
beiden Enden gelagert, in der Mitte
die Abstützung V /2 mm tiefer gelegt.
Nach dem Erwärmen bis auf 450° C
wurde das Werkstück durch eine all­
mähliche Belastung durchgedrückt und
ließ es langsam so erkalten. Noch­
malige Messungen ergaben, daß das
Gehäuse durch die Belastung seine ur­
sprüngliche Lage wieder eingenommen
hatte.
Das Hartlöten kommt für Gußlegie­
rungen weniger in Frage, wohl aber
das Weich- und Modellierlöten.
Das Löten erfordert zw ar weniger
Erfahrung, soll aber nur dort ange­
wandt werden, w o die Lötstelle keiner
Beanspruchung unterliegt und wo eine
Elementbildung durch die Feuchtigkeit
der Luft und somit eine Herabsetzung
der Lötstelle ausgeschlossen ist. In
Gehäuse. Die Schweißung wurde, ohne das W erk­ Gießereien wird man Lunkerstellen gern und oft
stück zu drehen, in einem Arbeitsgang ausgeführt. mit M odellierlot ausfüllen; man sieht es nämlich
Bei diesen schwierigen Arbeiten muß der Schweißer immer, wenn die Gehäuse auf Schweißtemperatur
in jeder Lage schweißen können und stellt die Aus­ erwärmt werden und Lot ausläuft. Da diese Stellen
führung solcher Schweißungen ein hohes Maß von meist im Innern des Gehäuses liegen, ist ein Angriff
Können und Ausdauer an den Schweißer. durch die Luft ausgeschlossen, die Lötstelle ist unbe-
Seite 594 ALUMINIUM

A b b . 16.

A b b . 13.

grenzt haltbar. Nach längerer Zeit w ird die Lötstelle


grauschwarz und ist daran immer zu erkennen.
W ie unsachgemäß doch manchmal mit dem Löten
gearbeitet wird, zeigt ein 6-Zylinder-MAN-Kurbel-
gehäuse in

Abb. 16,

wo das mittlere Kurbelwellenlager ausgebrochen


war. Dieses versuchte man einzulöten. Das Lager
wurde rechts und links mit M odellierlot verstärkt;
aber kurz nach Inbetriebnahme des Wagens w ar das
Lager wieder ausgebrochen, und die ganze Arbeit
mußte noch einmal gemacht werden. Das Lager
wurde nun neu gegossen und eingeschweißt. Da
durch das Löten mehrere Risse im Gehäuse entstan­
den, wurden dieselben gleich mitgeschweißt, wie sie
im Bild deutlich zu erkennen sind. Es ist irrig, wenn
man glaubt, man könne ohne Erwärmen der G e­
häuse sauber löten. Es ist vorteilhaft, die Gehäuse
so hoch zu erwärmen, daß beim starken Aufreiben
das Lot schmilzt. Die Flächen werden dann mit einer
Drahtbürste kräftig mit dem Lot eingerieben, um so
dem Lot eine gute Haftfähigkeit zu geben. Mit
einem Spachtel kann man die Lötstelle formen, wie
sie gebraucht wird. Richtig angewendet, ist das
Löten oftmals ein schneller Behelf an nicht bean­
spruchten Teilen.
Mit vorstehender Abhandlung soll gezeigt w er­
den, daß bei richtiger Anwendung des Schweißver­
fahrens dem Schweißen von Aluminium-Gußlegie­
rungen volles Vertrauen entgegengebracht werden
kann,- dann wird man auch auf diesem Gebiet der
deutschen Wirtschaft große W erte erhalten können.
A b b . 15.

Norm en für gußeiserne Druckrohre und Formstücke ha n d e lt sich um 16 N o rm b lä tte r Din 2420, 2431, 2437, 2829
neu bearbeitet. In den letzten Jahren ist es ge lu nge n, bis 2841 (Beuth-V ertrieb, Berlin S W 68). Die um 10%
gußeiserne Druckrohre mit dünneren W a n d d icke n trans- leichteren „A -R o h re " sind bereits v o r e in ig e r Z eit bis zur
p o rt- und betriebssicher herzustellen. Die w e itg e h e n d e N e n n w e ite 500 von d e r U eberw achungsstelle fü r Eisen
Einführung von Schleuderguß und d ie B evo rzug un g de r und Stahl verb in dlich vorgeschrieben w o rd e n . Sämtliche
gum m igedichteten S chraubm uffe an Stelle d e r Stemm- H e rste lle r-K a ta lo g e w e rd e n nach den neuen N orm en
b le im u ffe zw a n g e n d a zu , a lle N o rm e n fü r diese Rohre ausgerichtet, so d a ß je tzt d ie a lte n „1882er G u ß ro h r­
und deren Formstücke (A bzw eigstücke, Bogen, Krümmer, n o rm a lie n " vo lls tä n d ig ü b e rh o lt sind.
V erb in dun gs- und U ebergangsstücke) um zu arb eiten . Es
August 1938 Seite 595

Ein G an g durch die Funkausstellung


Nachdem die Rundfunkindustrie nicht in der Lage verdankt ihre guten Eigenschaften dem Aluminium,-
war, alle Kreise' des Volkes restlos zu erfassen, sucht d. h. bevor der Isolierschlauch imprägniert wird,
man ein besonderes Interesse für den Gemeinschafts­ durchläuft er erst ein Lackbad, das mit pulverisiertem
empfang zu wecken. Neben den Großlautsprecher­ Aluminium getränkt ist. Nicht nur Empfangs-, son­
anlagen für Städte (Lautsprechersäulen) wurde der dern auch Sendeantennen werden heute bis 150 0
Gemeinderundfunk E.V. geschaffen, ein G erät, das in Aluminium hergestellt.
nur an Gemeinden für Gemeinschaftsempfang ge­ Der F e r n s e h e m p f a n g läßt noch zu wün­
liefert wird. Für die vielen Tausende von Liebhabern schen übrig, obwohl auch hier gegenüber dem Vor­
eines privaten Hörgerätes ist der Kleinempfänger jahr Verbesserungen gemacht worden sind.
bestimmt, ein Allstromgerät für 35,— RM. Bis Ende
Am 1. O ktober w ird der Fernseh-Rundfunkempfang
August stehen 100 000 Geräte zur Verfügung; die
für die Allgemeinheit freigegeben. Diese Maßnahme
Gesamtproduktion wurde auf 700 000 festgelegt. ist besonders deshalb zu begrüßen, weil nun auch
Neu ist, daß dieser Empfänger neben einer bestehen­
der Amateur bahnbrechend mit in die Entwicklung
den Anlage gebührenfrei betrieben werden kann,
der Fernsehtechnik eingreifen kann und, wie die Er­
so daß man am Tage den Ortssender und abends
fahrungen im Rundfunk beweisen, gerade von den
die kleineren und ferneren Stationen mit einem Amateuren manche gute Idee kommen kann.
Großgerät abhört.
Interessant ist, daß Reichsminister Dr. Goebbels
Neu ist ferner der normale Volksempfänger für bei der Eröffnung verkündet hat, daß in absehbarer
65,— RM. mit Stationssäule und dynamischem Laut­ Zeit ein Gesetz zu erwarten ist, wonach das Inver­
sprecher.
kehrbringen störender Geräte verboten wird. Ferner
Im vergangenen Jahre sind 581 824 Volksempfän­ w ird in Zukunft kein Neubau mehr entstehen, wo
ger und doppelt so viele Markenempfänger — insge­ nicht von vornherein eine Gemeinschaftsantenne
samt 1 255490 Geräte — umgesetzt worden. montiert wird.
Bei den Markenempfängern hat man keine w e­ Im allgemeinen wird in der Ausstellung sehr viel
sentlichen Verbesserungen zu verzeichnen. Bei den W ert auf schematische Darstellungen gelegt, um dem
verschiedenen Typen ist die Form geändert worden, Laien ein Bild von der großzügigen Organisation
z. T. kamen auch neue Röhren zur Anwendung, die sowie der Entstehung und dem W erdegang des
zwar in bezug auf Lautstärke schwächer sind, aber Rundfunks zu geben.
einen besseren Klang aufweisen. Um den Nachwuchs zu schulen, wird in nächster
An Stelle von Edelholz tritt noch mehr der Preß- Zeit eine Rundfunkakademie geschaffen. Für die
stoff in Erscheinung. nächste Rundfunkausstellung hat Reichsminister Dr.
Vorherrschend beim Ausbau sämtlicher M arken­ Goebbels einen Rundfunkpreis gestiftet in Höhe von
geräte, Chassis, Drehkondensatoren, Abschirmzylin- 10 000,— RM. für hervorragende wissenschaftliche
der, ist Aluminium. Selbst da, w o man Glas oder oder praktische Leistungen auf dem Gebiete der
Stahl verwandte, wurden anschließend diese W erk­ Rundfunktätigkeit, seiner Technik oder seiner
stoffe mit Aluminiumfarbe gespritzt. Als Antennen­ Wirtschaft.
material ist nur noch Aluminium zu sehen, und* zw ar Abschließend kann gesagt werden, daß jeder
ist die Reinalu-Antenne genau so beliebt wie die am Fortschritt der deutschen Technik Interessierte
Stahlalu-Antenne. diese Ausstellung besuchen sollte. Schm.
Bei den Antennen mit Stahlseele hat sich gezeigt,
daß die Stahldrähte oft schon sehr zeitig zur Rost­
bildung neigen. Man verwendet deshalb heute w ie­
W ir verw eisen unsere Leser a u f d ie B eilage
der lieber die Reinalu-Antenne — namentlich da, wo d e r Firma
man keine zu großen Abspannungen' benötigt. Nicht I. G . Farbenindustrie Aktiengesellschaft,
nur Antennenlitzen, sondern auch Korbantennen aus Abteilung Elektronmetall, B itterfeld,
Aluminium, A.W . 15 und Osmalgal werden heute w elche dieser A u sg a b e b e ilie g t.
hergestellt. Die abgeschirmte Kupfer-Gold-Antenne

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Sam m el-Nr. 24 9561, Postscheck Berlin 170500, D ra h tw o rt: Aluminzeit Berlin.

Schriftleitung: H auptschriftleiter i. N . Dr. Heinrich Buschlinger, Berlin W 50, Budapester Str. 53 (Alum inium-
Z e n tra le , A b t. V e rla g ).

Verantwortlich für den A n ze ig e n te il: Dr. A lb e rt H öhnle, Berlin W 50, Budapester Str. 53 (Aluminium - Z entra le,
A b t. V e rla g ).

D. A. 1. VIII. 1938: D.A. 2750, z. Zt. g ilt Preisliste N r. 5.

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Seite 596 ALUMINIUM

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«amerikanischen Eisenbahnzeitschrift. oder andere Schwermetalle.
A lum inium , 20 (1938), N r. 8, S. 549— 555. Alum inium , 20 (1938), N r. 8, S. 589— 590.
Die in N r. 3 und 5 b e g o nn ene Berichterstattung Eine Reihe von Korrosionsschäden an G ebrauchs­
über Schrifttum sstellen d e r am erikanischen Eisenbahn­ ge genständen und Bauteilen sind zurückzuführen a u f die
zeitschrift „R a ilw a y -A g e " ü b er A lu m in iu m -V e rw e n d u n g A nw ese nhe it von Cu o d e r an de ren elektrochemisch
w ird durch die entsprechenden Z ita te und Belege aus edleren M e ta lle n , d ie aus w ä ß rig e r Lösung durch AI a b ­
dem Jahre 1937 erg ä n zt. Die sich über d re i Ja h rg ä n g e geschieden w e rd e n und an d e n A blag erun gsstellen
erstreckenden Berichte w irke n um so ü b e rze u g e n d e r, als Lokalelem ente b ilde n. AI spielt d a b e i die Rolle d e r Lö­
es sich bei der an g e fü h rte n Z eitschrift nicht um das O rg a n sungselektrode und geht unter Bildung einer K orrosions­
irg e n d e in e r W e rk s to ffg ru p p e ha nd elt, sondern um das g ru b e in Lösung. Die A nreicherung des Cu fü h rt dann
S prachrohr d e r am erikanischen Bahngesellschaften, W a g ­ zu A nfressungen. Der N achw eis des Cu in beschädigten
g o n fa b rik e n usw. Bei den in den letzten Jahren g e ba uten AI - G e fä ß e n w ird besprochen. Ein C u - G e h a lt von
46 Zügen fü r Höchstleistung im Schnellverkehr w u rd e 0,0002 g /d m 2 ist als schädlich zu bezeidnnen; in H e iß ­
durchgehend und im w eitesten Ausm aße A lum inium ve r­ wasserkesseln sind a b e r schon C u-M engen bis zum
w a nd t. Etwa je d e r vie rte Zug besteht, m it Ausnahm e der 500fachen hiervon festgestellt w o rd e n . Es w e rd e n Bei­
D rehgestelle und Achsen, v o lls tä n d ig aus A lum inium - spiele fü r d ie H e rkun ft von Schw erm etall g e g e b e n : Cu
Legierungen. Beachtenswert sind die A n w e n d u n g sfä lle aus Regenwasser o d e r von in C u -G e fä ß e n gekochten
von AI bei M ischkonstruktionen von Stahl und AI fü r Speisen, M olken , Bier, N ickel in sterilisiertem A p fe lsa ft,
T ankw ag en, G ü te rw a g e n , W age nka ste n b le ch e usw. Bu. Blei aus Leitungswasser usw. 1 A b b ild u n g . AK.

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D. K. 669.716:621.979.25
P. Bräuer und O . Lehmann, Das Schweißen von Alumi­
niumguß im Fahrzeugbau.
A. v. Zeerleder und H. Hug, Bemerkungen zum Artikel Alum inium , 20 (1938), N r. 8, S. 590— 594.
H. W alb e rt. Die V erfasser berichten über das Schweißen von
schadhaften G uß te ile n, d ie durch das Schweißen o d e r
Alum inium , 20 (1938), N r. 8, S. 556— 559. Löten v o r dem Verschrotten g e re tte t w e rd e n sollen. V o r­
aussetzung fü r jede g u te Schw eißung ist d ie s o rg fä ltig e
In diesen Bemerkungen zu dem im Jun i-H e ft dieser Reinigung d e r zu schw eißenden Stücke. A rb e ite n an
Zeitschrift erschienenen A u fsa tz „H . W a lb e rt, U nter­ grö ß e re n G ehäusen, w elche schw erere Beschädigungen
suchung d e r F lie ß vo rgä nge im ein- und m eh rstra ng­ zeigen, müssen als W arm schw eiß ung du rchg efüh rt w e r­
ge pre ß ten S ta n g e n m a te ria l" w ird eine ab w e ich e n d e Er­ den, d. h. die W erkstücke w e rd e n in einem O fe n e r­
klärung fü r das Entstehen einer g ro b krista llisie rte n Rand­ w ä rm t und d a rin geschw eißt. Das A nheizen muß langsam
zone ge ge be n. Das g ro b e G e fü g e entsteht nicht durch geschehen. A llg e m e in w ird A lum inium guß mit einer g e ­
Reibung des M etalle s beim D urchgang durch d ie M a ­ ringen A cetylen-U eberschußflam m e geschw eißt Brenner­
trize, sondern ist schon vo rh e r im Block vo rh a n d e n ; g rö ß e und -ha ltun g bei W arm schw eiß ung bilde n d ie Er­
a n d e rn fa lls m üßte d ie S tan ge in ih rer ga nze n Länge b e ­ fa h ru n g sw e rte des Schweißers. W ich tig ist die s o rg fä ltig e
tro ffe n w e rd e n , w as nicht d e r Fall ist. Das in fo lg e der gleich m äß ig e E rw ärm ung d e r W erkstücke nach Beendi­
Reibung im Rezipienten trä g e au sflie ß e nde M a te ria l w ird gung d e r S chw eiß a rbeit sow ie die s o rg fä ltig e Entfernung
mit fortschreitendem Auspressen allm ählich in d ie Fließ­ a lle r Flußm ittelreste. An einigen Beispielen w ird sow ohl
be w e gun g h in e ing ezo gen und b ild e t d a nn d ie immer das richtige als auch das unsachgemäße Löten nachge­
b re ite r w e rd e n d e R andzone mit gro b e m G e fü g e . AK. wiesen. " Bu.

D. K. 669.71 : 332.45 D. K. 669.716 : 621.941


Dr. E. Barth, Kurssicherung beim Aluminiumwarenexport. K. Günther, Feindrehen mit Diamanten.
A lum inium , 20 (1938), N r. 8, S. 578— 580. M aschinenbau / Der Betrieb, 17 (1938), N r. 11/12,
Die A b h a n d lu n g b e fa ß t sich mit dem z. Z. w ichtigsten S. 278.
Problem des A lu m in iu m w a re n e xp o rte s, näm lich den Bei d e r B earbeitung von Leichtmetall kommen D ia ­
w e n ig e n und d a b e i schwer zu ha nd h a b e n d e n Schutz­ m anten als W e rk z e u g e zur A n w e n d u n g , sob ald an die
m öglichkeiten v o r W ä h ru n g s- und Kursverlusten, d ie z u ­ S a u b e rke it d e r O b e rflä ch e n A n fo rd e ru n g e n gestellt w e r­
dem den am A usfuhrgeschäft b e te ilig te n Alum inium - den, d ie das g e lä p p te H a rtm e ta ll nicht mehr g e w ä h r­
w a re n fa b rik e n kaum bekannt sind. Die hieraus sich e r­ leisten kann. Bei den zum F ertigdrehen verw endeten
ge benden einschneidenden' Verluste sind p riv a tw irts c h a ft­ D iam anten kennt man im a llge m einen 3 Schneidenform en:
lich und volksw irtschaftlich w e ge n ih rer Rückwirkungen 1. die einschneidige Form, die e tw a dem norm alen Dreh
a u f d ie D evisenbilanz u n tra g b a r. Aus diesem G ru n d e stahl entspricht; 2. d ie sogen. Facettenschneide, die für
w erden vom Verfasser die bestehenden S chutzm öglich­ A u ß e n d re h a rb e ite n V e rw en dun g fin d e t; 3. die Bogen­
keiten kurz in allg e m e in ve rstä n d lich e r Form b e ha nd elt, schneide. Ein V ergleich der mit den verschiedenen Schnei­
insbesondere auch d ie Technik des V erfahrens eingehend den erzielte n G üte d e r O b e rflä ch e mit dem Schmaltz'schen
k la rg e le g t, da m it jede e x p o rtie re n d e A lu m in iu m fa b rik an G e rä t spricht sehr zugunsten d e r Bogenschneide. Die
Hand dieser A usführungen diese Schutzm öglichkeiten U e b e rle g e n h e it d e r Bogenschneide g ilt nicht nur fü r das
auch praktisch hand ha ben kann. Die B esonderheiten des Feindrehen von Leichtm etallkolben, sondern auch für die
A lu m in iu m w a re n e xp o rte s sind in je de r Hinsicht berück­ F ein be arbe itun g von Lagern aus B leibronze. 3 A b b il­
sichtigt. Bu. dungen. AK.

D. K. 669.715.721 :545.822
D. K. 669.71.013(43)
G . Balz, Zur quantitativen spektrographischen Analyse
von Legierungen. Beeinflussung des Intensitätsverhält­
Die neuen W erksanlagen der Aluminium G . m. b. H., nisses A I/M g durch einen dritten Legierungsbestandteil
Rheinfelden. bei der Leichtmetallanalyse.
A lum inium , 20 (1938), N r. 8, S. 582— 583. Z eitschrift fü r M e ta llku n d e , 30 (1938), N r. 6, S. 206— 211.
Der ältesten deutschen A lum inium h ütte nach e lek­ Für d ie q u a n tita tiv e S pe ktrala na lyse von Legierun­
trolytischem V erfa hren , dem 1897 g e b a u te n W e rk Rhein­ gen ist Voraussetzung, da ß das Intensitätsverhältnis der
felden, w u rd e 1936 eine neue O fe n a n la g e angeschlossen. A na lyse nlinie n durch a n de re Legierungskom ponenten
1938 w u rd e w iede rum eine gleich g ro ß e Erw eiterung, nicht, o d e r dann nur in be ka n n te r W eise, b e einfluß t w ird .
bestehend aus 3 O fe n h a lle n von je 1 3 0 x2 2 m B od en­ Eine solche Beeinflussung w u rd e an A i-M g-Legierungen
fläche; mit N e b e n g e b ä u d e n , dem B etrieb ü b e rg ebe n und beob ach te t, in denen man bei g le ich ze itig e r A nw esenheit
am 9. Juli mit einer Feier ein g e w e ih t. Das neue W e rk von 10% Zink vie l zu hohe W e rte fü r M g erhielt. Die
liegt als selbstän dig e A n la g e rh e in a u fw ä rts, etw a 1 km richtigen W e rte fü r M g w u rde n gefund en durch A u fn a h ­
vom V e rw a ltu n g sg e b ä u d e d e r G esellschaft en tfe rnt. Es men mit H ilfe von T estlegierungen, die e b en fa lls 10%
erhöht die Leistungsfähigkeit des ga nze n W erkes von Z ink enthielten. Das Zn b e w irk t eine Verschiebung de r
rd. 14 000 a u f 23 000 t jährlich. Der G esam tverbrauch Fixpunkte fü r A l-M g . Die Störung kann auch ausgeschaltet
an elektrischer Energie b e trä g t heute a n n ä h e rn d eine w e rd e n durch V erw en dun g einer Z n -G e g e n e le ktro d e . Die
halbe M illio n kW h. Die G e fo lg s c h a ft zä h lt 1352 M it­ Fehler bei dieser A rbe itsw e ise sind g e rin g , außerdem
g lie d e r. Ko. ist sie fü r b e lie b ig e Z n -G e h a lte a n w e n d b a r. 7 A b b il­
dung en . AK.
D. K. 669.716 : 621.783.3-83
D. K. 669.717 =668.317
Elektrowärme in der Leichtmetallverarbeitung.
E lektrizitätsw irtschaft, 37 (1938), N r. 17, S. 451— 452. Aluminium-Einrichtungen bei der Gelatine-Herstellung
D ie A nw e n d u n g von E le ktro w ä rm e in d e r Leicht­ (Alum inium p la n t in the g e la tin e industry).
m e ta llve ra rb e itu n g w ird besprochen. Zum Schmelzen von Light M etals, 1 (1938), N r. 6, S. 205— 206
AI dienen w id e rsta n d sb e h e izte H e rd- o d e r T ieg elöfen. Die V erw en dun g von Rein-AI fü r G e rä te und Be­
Das A nw ärm e n von runden Preßlingen geschieht in D op- h ä lte r bei d e r G e la tin e -H e rste llu n g w ird beschrieben.
pelstockw erköfen mit ü b e re in a n d e rlie g e n d e n Rollbahnen. Das A usg an gsm a te rial, z. B. H a u ta b fä lle aus d e r G e r­
Für unrunde Blöcke kommen S toß öfen zu r A n w e n d u n g ; berei, w ird in mit 3 mm dickem Al-Blech ausgeschlagenen
d a m it d ie schon w eichen Blöcke nicht zerstoßen w e rd e n , H o lzku fe n von etw a 2 m Durchmesser mit W asser aus­
setzt man sie in a u f Schienen la u fe n d e Kästen o d e r a u f g e la u g t. Am Boden d e r Kufe ist eine H eizschlange aus
G leitschuhe. Das A nw ärm e n von kleineren P reßlingen e r­ Al-R onr e in g e b a u t. D ie erh a lte n e Lösung w ird filtrie rt
fo lg t in D o p p e lka m m e rö fe n ; w ä h re n d d e r einen Kam m er durch eine Filterpresse mit A l-P latten. H ie ra u f w ird die
die heißen Preßlinge entnom m en w e rd e n , w ird eine neue Lösung im V a ku um -V e rdam p fer eingedickt. Die V er­
Ladung in d e r anderen Kam m er erh itzt. Das G lühen von d a m p fe rte ile , die mit G e la tin e in Berührung kommen,
Leichtmetall bei W a rm -V e rg ü tu n g geschieht in U m luft­ bestehen aus AI o d e r aus A l-S i-G uß. Die e in g e d a m p fte
o d e r in S a lzb a d ö fe n . Besonderer W e rt ist d a b e i a u f Lösung b rin g t man in viereckigen Formen, z. B. 4 6 x 2 5 x
die ge na ue T em p e ra tu rre g e lu n g zu legen. Um Ueber- 13 cm, aus Al-Blech von 3 mm Dicke zum Erstarren und
hitzung zu verm eiden, w ird beim S a lz b a d ö fe n d ie H eiz- schneidet sie dann in Scheiben, welche a u f N e tze von
w icklun gstem p era tu r a u f einen H öchstw ert be grenzt. A l-D ra h t g e le g t und getrocknet w e rde n. AK.
3 A b b ild u n g e n . AK.

D. K. 669.718.4 : 621.793.7 : 666.76 D. K. 669.717 : 637.1/.3


J. W . Smith, Aluminium in der Milchwirtschaft (Alum inium
H. G . Schurecht, M it Aluminium überzogene feuerfeste in the d a iry industry).
Steine (A lu m inium -co ated refracto ries).
Light M etals, 1 (1938), N r. 6, S. 200— 202.
M e ta l Progress, 33 (1938), N r. 5, S. 496. Die Eignung von AI fü r M olkerei-E inrichtungen, z. B.
fü r T ransp ort- und La ge rbeh älte r, w ird besprochen. AI
H. G. Schurecht von d e r keramischen Versuchsstelle w ird von süßer M ilch in keiner W eise a n g e g riffe n und
des Staates N e w Y ork e m p fie h lt ein neues V erfa hren h at de sha lb keinen Einfluß a u f den Geschmack d e r Milch,
zur V erm inderung des S chlackenangriffes a u f feu erfeste im G e g e n sa tz zu K upfer o d e r Zink. A l-C u-Legierungen
V erkleid un ge n. Letztere w e rd e n m it AI g e sp ritzt o d e r sind nicht ge eigne t. Stark saure M ilcherzeugnisse nehmen
mit AI unter Zusatz von 10% Lehm gestrichen. Das AI im beim Erwärm en in A l-G e fä ß e n einen metallischen G e ­
U eberzug v e rw a n d e lt sich unter dem Einfluß von H itze schmack an. Beim Reinigen von A l-G e fä ß e n ist eine g e ­
in A l-O x y d und b ild e t eine sehr harte Schutzschicht. V e r­ wisse Vorsicht g e b o te n ; insbesondere dü rfe n keine Aetz-
suche be i hohen T em peraturen haben g e ze ig t, da ß d ie a lka lie n v e rw e n d e t w e rd e n , w e il durch diese das AI
B eständigkeit d e r A uskleidungen ge ge n Schlacken von ze rstö rt w ird . Ein Zusatz von W asserglas als Schutz­
H ochöfen und von S iem ens-M artinöfen g a n z wesentlich m ittel bei d e r Reinigung ist zu em pfehlen. Ein A n g riff
verbessert w ird (Ref. in Light M etals Review, 4 [19381, durch Kühisole w ird ve rh in d e rt durch Zusatz von 0,17%
N r. 16, S. 399). AK. N a triu m ch ro m a t zu r Sole. Die V erw en dun g von Al-Folie
zum Verpacken von Butter und Käse w ird besprochen.
4 A b b ild u n g e n . AK.

D. K. 669.721 =620.197.3 D. K. 669.717 =683.533


D. K. 669.721.896 =661.876.2
Flaschenverschlüsse aus Aluminium (Alum inium b o ttle
W . V. G ilbert, Chrom ate als korrosionshemmende Mittel closures).
(C hrom ates v. corrosion). Light M etals, 1 (1938), N r. 6, S. 212— 214.
Light M etals, 1 (1938), N r. 6, S. 224— 225. Eine Reihe verschiedener Kapselverschlüsse für
Die Schutzw irkung von C h rom ate n gege n d ie che­ Flaschen, z. B. M ilchflaschen, w irdi beschrieben. Der V e r­
mische Z erstörung von Le ich tm e ta ll-W erkstoffen , insbe­ brauch an AI fü r solche Verschlüsse in England w ird auf
sondere M g, w ird beschrieben. Bekannt ist z. B. d ie V e r­ tä g lich 3— 4 Tonnen geschätzt. Die einfachste A rt be ­
w end ung von Z inkchrom at als Pigment fü r Schutzan­ steht aus A l-F o lie und w ird von einer M aschine laufend
striche. W e ite re Schutzstoffe sind Barium chrom at und aus einem Band ge stanzt und a u f die Flasche a u fg e p re ß t;
K obaltchrom at. Im G eg ensa tz d a zu steht Bleichrom at, zum O e ffn e n w ird d e r Verschluß an einem O h r losge­
das a u f AI eine schädliche W irk u n g ausübt. Die A n w e n ­ rissen. Verschlüsse fü r m ehrm aligen G ebrauch haben
dung von C h rom aten als Pigment ist a b e r nicht d ie e in ­ einen verstärkten Rand und w e rde n a u f den glatten
zige. Es hat sich g e ze ig t, d a ß Schm ieröl nicht immer Flaschenhals a u fg e p re ß t. O d e r d ie K appen w e rde n a u f
harm los ist und keinen zuverlässigen Schutz ge ge n K or­ den mit G e w in d e versehenen Flaschenhals a u fg e p re ß t
rosion von M g-T eilen, z. B. M g -K o lb e n , d a rs te llt; aus und bekom m en d a b e i selber ein G ewinde,- zum O e ffn e n
diesem G ru n d w ird dem O e l C h ro m a t zugesetzt. G uten w ird d e r untere v o rb e re ite te Rand ab g e tre n n t, w o ra u f
Erfolg brachte auch d e r Zusatz von C h ro m a t zu Kühl- d e r Verschluß losgeschraubt w e rde n kann. Die V er­
flüssigkeiten von F lugm otoren. Zur H erstellung von schlüsse e n thalte n meist ein Korkscheibchen als Einlage
Schutzeinlagen zwischen zw e i M e ta lle n w ird C h rom at o d e r sind a u f d e r unteren Seite mit Papier belegt. 7 A b ­
a u f einen G e w e b e stre ife n g e fä llt. AK. b ild u n g e n . AK.

D. K. 669.717 =66.026 D. K. 669.717-416 =662.998 =683.957

Aluminium-Rohrleitungen in chemischen Fabriken (A lu ­ R. Heierberg, Untersuchung des Temperatur- und Strah­


minium p ip in g in chem ical plan t). lungsfeldes eines elektrischen Schiffsherdes.
Light M etals, 1 (1938), N r. 6, S. 221— 222. E lektrow ärm e, 8 (1938), N r. 6, S. 151— 154.
Das V erleg en von A l-R ohrleitu nge n in chemischen Ein elektrisch b e h e izte r Schiffsherd von 17 k W G e ­
Fabriken, hauptsächlich durch Schweißen, w ird beschrie­ sam tleistung w ird beschrieben. Die W ärm eve rluste durch
ben. Die S chw eiß verbindungen sind e infach er und w ir t­ A b stra h lu n g an den verschiedenen Flächen w e rde n g e ­
schaftlicher in d e r H erstellung als S chra ub verbind un gen messen zu r Prüfung d e r G ü te der Isolierung. Bei der
und sind auch gegen chemische A n g riffe vie l be ständ ig er. B ra to fe n tü re brachte d ie A nw en dun g von A l-F olie in V e r­
Flanschen w e rd e n nur d o rt an ge brach t, w o sie n o tw e n d ig bin d u n g mit S chlackenw olle d ie besten Ergebnisse.
sind, z. B. fü r Reinigungszwecke. In eine r kürzlich aus­
geführten A n la g e w u rd e n a lle Krüm m ungen an Rohren
bis zu 150 mm Durchmesser sow ie A b z w e ig u n g e n a u f
dem Platze hergestellt. Zum Schweißen w e rd e n w ie
üblich d ie Kanten ab ge schräg t und unter V erw en dun g
eines geeigne ten Flußm ittels verschweißt. Bei D ruckprü­
fungen ze ig te sich, da ß eher ein A u fre iß e n des Rohres
stattfindet, als ein Riß in d e r Schw eißstelle e in tritt. AK.
D. K. 669.717 : 621.315.171 D. K. 669.71-165 : 620.193.41
D. K. 669.716-165 : 621.791.5 : 620.193.41
W . Helling und H. N eunzig, Ueber den Einfluß des Rein­
K. Köhler, Eine Einheitsspanntafel für Ortsnetzfreileitungen. heitsgrades des Aluminiums auf die Beständigkeit von
E. u. M ., 56 (1938), N r. 25, S. 324— 326. Schweißnähten in Salpetersäure und Schwefelsäure.
Chemische Fabrik, 11 (1938), N r. 23/24, S. 299— 300.
Es w ird eine den E igenheiten des O rtsnetzes a n g e ­ Die K orro sio nsbe stä nd ig keit von R affinad-A lum inium
p a ß te D arstellung d e r D urchhangverhältnisse, d ie eine mit einem Reinheitsgrad von 99,996% g e g e n ü b e r M in e ra l­
allg e m e in e Regelung d e r M o n ta g e von A l-S eilen e rm ö g ­ säuren w ird verglichen mit d e r B eständigkeit von w e n ig e r
licht, ge ge be n. Der zulässige g rö ß te D urchhang ist neben reinem AI, d. h. mit einem Reinheitsgrad von 99,95 bzw .
de r durch V orschriften be gre nzten S p a n n lä n g e m aß­ 99,5%. Die Säuren g re ife n das M e ta ll hauptsächlich an
ge b e n d fü r d ie Seilspannung und da m it auch fü r d ie Be­ den K orngrenzen an. Der A n g riff e rfo lg t um so schneller,
messung d e r Stütz- und A b sp an nw e rke. Der Einfluß d e r je m ehr interm etallische Kom ponenten an den G renzen
T em peratur a u f den Durchhang fü r S pa nn w eite n zwischen d e r K ristallite ausgeschieden sind. Der g ro ß e Einfluß des
20 und 40 m und a u f d ie A e n d e ru n g d e r S pannung in G efüg ezusta nde s a u f d ie A uflö sun gsg eschw in dig keit des
2 T afeln w ird a n ge ge ben . 1 A b b ild u n g . AK. AI in S a lpe te r- und Schw efelsäure ist w ichtig, w e il aus AI
99,5% B ehälter und Rohre fü r diese Säuren hergestellt
w e rd e n . In Fällen, w o eine H om ogenisieru ng sbe han dlung
d e r S chw eißnähte nicht m öglich ist, w ird man zu Reinst-
A l g re ife n müssen. 3 A b b ild u n g e n .

D. K. 669.71 : 658.114.6
D. K. 669.716 : 621.791.5 : 620.117
R. J. Anderson, Kartell-Bildung in der Aluminiumindustrie
(C a rte llisatio n in the W orld alum inium industry). A. Matting und H. Klein, Probestabformen für den Zug-
M e ta llu rg ia , 17 (1937), N r. 98, S. 45— 47; N r. 99, und Faltversuch an Leichtmetallschweißungen.
S. 88— 90; 17 (1938), N r. 102, S. 231— 233; 18 A u to g e n e M e ta llb e a rb e itu n g , 31 (1938), N r. 13,
(1938), N r. 103, S. 23— 25, N r. 104, S. 65— 66. S. 205— 209.
In dieser A rtik e lre ih e w ird berichtet ü b er d ie Ent­
Da bisher fü r die Prüfung von Leichtm etallschwei­
w icklung d e r A l-W e lte rz e u g u n g seit dem Jahre 1901.
ßungen noch keine Vorschriften bestehen, w u rd e n a u f
Um einen Ausgleich zu schaffen zwischen d e r Al-Erzeu-
Veranlassung des Fachausschusses fü r Schweißtechnik des
gung und dem A l-A b s a tz w u rd e n da m als d ie ersten V e r­
VDI Untersuchungen ü b er d ie Eignung verschiedener
einb arun ge n g e tro ffe n zwischen den verschiedenen A l-
P rob estab fo rm en du rchg efüh rt. Die Versuche w u rde n aus­
Erzeugern. W e n n auch im Laufe d e r Z eit e in ig e U m b il­
g e fü h rt an Blechen von 2, 10 und 20 mm Dicke aus Rein-
dungen des Kartells e rfo rd e rlich w a re n , so hat sich doch
A I, KS-Seewasser, H yd ro n a liu m (Hy 25) und Elektron
d ie G em einschaftsarbeit als v o rte ilh a ft erw iesen, und die
(AM 503). An den B lechproben mit d e r S chw eißnaht w u r­
langsam sinkenden G estehungskosten führten zu einer
allm ählichen Preissenkung fü r AI. Die B eziehungen z w i­ den Z u g fe stig ke it, S treckgrenze, Bruchdehnung über die
schen den einzelnen Af-E rzeugern w e rd e n geschildert. gesam te M e ß lä n g e , D ehnung in einzelnen Abschnitten
Die w ichtigsten A l-E rze ug er sind g a n z u n a b h ä n g ig e In­ senkrecht zur Schw eißnaht, H ä rte v e rla u f senkrecht zur
d u strieg rupp en , die über e ig e n e B a u xitgru be n ve rfü g e n Schw eißnaht und G ro b g e fü g e d e r Schweiße untersucht.
und auch in d e r A l-V e ra rb e itu n g sin d u strie b e te ilig t sind. Es w e rd e n V orschläge gem acht fü r Form und Abmessun­
AK. gen d e r Probestäbe. AK.

D. K. 669.71 :620.173.218 D. K. 669.716 :621.791

E. von Rajakovics, Vergleichende Untersuchungen über


Knickfestigkeit verschiedener Aluminium-Legierungen (Bück­ Autogen- und Lichtbogenschweißung einiger Aluminium-
ling strength o f various aluminium alloys). Legierungen.
M e ta llw irtsch a ft, 17 (1938), N r. 24, S. 662— 664.
Engineering News Letter (1938), N r. 75.
Es w ird berichtet über Schweißversuche an Dur-
Für das Knicken einer A nzahl Al-Legierungen werden a n alium -Legierungen (G attu ng A l-M g-S i) mit d e r W asser-
mathematische Formeln angegeben, und eine Kurve zeigt, stoff-S a ue rsto ff-F lam m e und durch Lichtbogen mit M e ta ll-
verallgem einert, die Knickfestigkeit dieser Legierungen in E lektroden. Die la b o ra to riu m sm ä ß ig erhaltenen Festig­
A b h än gig keit von der Schlankheit der Probe. Das kritische keitsw erte w e rd e n verglichen mit denen d e r be trieb s­
Schlankheitsverhältnis in bezug a u f Z ugfestigkeit und Knick­ m äß igen Schw eißung. D a be i ze ig t sich, da ß bei einer
festigkeit w ird in einer Tafel angegeben (Ref. in Light Blechstärke von 4 mm die Lichtbogenschw eißung fü r die
Metals Research, 6 [1938], Nr. 18, S. 423). AK. D uranalium - Legierungen der G asschmelzschweißung
unterle gen , fü r D uralum in K hingegen überlegen, min­
destens a b e r g le ich w e rtig ist. 8 A b b ild u n g e n , 6 Z ahlen­
ta fe ln . AK.

D. K. 669.71 :620.193.23
C. Panseri, Untersuchung eines während 40 Jahren der D. K. 669.716 : 621.791.5
Stadtluft ausgesetzten Äluminium-Bleches (Exam ination o f
a sheet o f alum inium exposed fo r 40 years in an urban
atmosphere). Geschweißte große Behälter aus Aluminium (G rand
J. Inst. M et., 63 (1938), A d v a n c e C o p y 802. rese rvoir soude en alum inium ).
Die Ergebnisse der chemischen, mikroskopischen und
O x y -A c e ty le n e Tips, 17 (1938), N r. 2 (Februar).
mechanischen Prüfung eines 1,3 mm dicken Bleches von
der Kuppel einer im Jahre 1897 in Rom erbauten Kirche Die H erstellung eines g ro ß e n Behälters aus AI mit
w erden m itgeteilt. Das M etall ist von einer geringen Q u a ­ einem Fassungsvermögen von 725 rrr (Durchmesser 10,6 m,
litä t und enthält 1% Si und 0,6% Fe und zeigt die charak­ Höhe 6,1 m) w ird beschrieben. Die in d e r W e rkstä tte v o r­
teristischen Eigenschaften und das G efüge solchen M a te ­ be reite te n Bleche w u rd e n a u f dem Platze mit d e r A ze-
rials in halbhartem Zustand. Ein Teil des Bleches ist pra k­ tylen-S auerstoff-F lam m e verschweißt. D ie Dicke d e r Bleche
tisch unverändert, an de re Stellen zeigen einen schwachen schwankte zwischen 6 und 14 mm. Nach dem Schweißen
A n g riff von 0,05— 0,15 mm Tiefe. Proben von solchen des Bodens w u rd e im Innern ein H olzgerüst errichtet
Stellen zeigten bei der Prüfung quer zur W alzrichtung eine zum A u fh ä n g e n d e r S eitenteile w ä h re n d d e r B earbeitung.
V erm inderung der Zugfestigkeit um 5,5% und der Deh­ Die g a nze A rb e it um faß te 303 m S chw eißnähte und w u rd e
nung um 7,4% gegenüber norm alen Stellen. Der g u t­ au sge fü hrt von 2 A rb e ite rn in 36 Tagen = 544 A rb e its­
erhaltene Zustand des Bleches w ird zurückgeführt auf die stunden (Herrichten de r Bleche sow ie Schweißen de r ve r­
Bauart de r Kuppel, welche eine Ansammlung von W asser schiedenen Anschlüsse in b e g riffe n ) (Ref. in BIA-Bull. de
verh in derte. 11 A b b ild u n g e n . AK. Doc. [1938], N r. 72, S. D 359). AK.
Wi
D. K. 669.716 :621.791 D. K. 669.716 =621.785
L. W . Kempf, W ärm ebehandlung von Aluminium-Legie­
A. Hulot, Fünfundzwanzig Jahre Erfahrung im Schweißen rungen (Thermal treatm e nt o f alum inium alloys).
von Aluminium (V in gt-cin q ans de p ra tiq u e de la sou- Industr. H e atin g, 4 (1937), N r. 5, S. 380— 384;
d u re de ralum in iu m ). N r. 7, S. 544— 547; N r. 8, S. 624— 626; N r. 11,
Bull, de la Ste. des Ingenieurs Soudeurs, 9 (1938), S. 972— 974.
N r. 49, S. 3003— 3010. Das Erhitzen fü r die W a rm b e a rb e itu n q , das H o m o ­
Der Verfasser berichtet über seine Erfahrungen beim genisierungs-G lühen und Abschrecken sow ie die zur
Schweißen von AI in d e r F lugzeugindustrie. Die ersten W a rm a u sh ä rtu n g geeigne ten Legierungen des H andels
A n fä n g e von A l-S chw eißung bei Farman gehen zurück w e rde n besprochen. G ewisse Legierungen zeige n die
a u f d ie Jahre 1912/13, a b e r eine umfassende A nw en dun g röß te K orro sio nsbe stä nd ig keit nach dem G lühen und
von Leichtmetall setzte erst ge ge n 1927 ein. Es w ird rkalten an d e r Luft, w ä h re n d a n d e re Legierungen nach
hauptsächlich berichtet über d ie H erstellung von Kühlern dem G lühen eine besondere N a ch b e h a n d lu n g e rfo rd e rn ,
und B ren nstoffbe hälte rn. M it der V erw en dun g von immer um ihr günstigstes V erh alte n zu entw ickeln. Das Fort­
dünneren Al-Blechen im Jahre 1929 w u rd e auch d ie Punkt­ schreiten d e r A ushärtung, gemessen an d e r B rinellhärte,
schw eißung aufgenom m en. Die heute üblichen Behälter de r Einfluß d e r T em pe ratur und d ie mit d e r A ushärtung
haben ein Leergewicht von nur e tw a 30—25 g je Liter verb un den e V olum e nän de run g w e rd e n an D iagram m en
Brennstoff bei einem Fassungsvermögen von 1000— 4000 g e ze ig t. Der A b la u f d e r W a rm a u sh ä rtu n g w ird kurz b e ­
Litern. 10 A b b ild u n g e n . AK. sprochen (Ref. nach M e ta llu rg . A bstracts, Inst. M et., 5
[1938], N r. 5, S, 173— 174). AK.

D. K. 669.716:621.791.765 D. K. 669.716 : 621.74 : 614.83


D. K. 669.721.6 : 621.74 : 614.83
G . Lo Bue, Punktschweißen von Aluminium-Legierungen
mit niedriger Stromstärke (La s a ld a tu ra e le ttrica a punti W o liegen die Ursachen der in letzter Zeit in den Leicht­
d e lle leghe di a llu m in io con bassa intensitä d i corrente). metallgießereien auftretenden Explosionen?
A llu m in io , 7 (1938), N r. 2, S. 55— 60. G ie ß e re ip ra xis, 59 (1938), N r. 25/26, S. 248— 250.
Es w ird ein V e rfa h re n beschrieben, bei w elchem der Einige beim Schmelzen von AI- o d e r M g-Legierungen
W id e rs ta n d d e r K on taktfläch e der Bleche durch eine v o r­ e ing etreten e Explosionen und Brände w e rd e n geschildert.
an ge he nde anodische O x y d a tio n erhöht; w ird . Zur O x y ­ Die Ursache ist meist zurückzuführen a u f m angelnde
d a tio n w ird eine E lektrode ve rw e n d e t, d ie mit einem mit Sachkenntnis o d e r U nvorsichtigkeit. Ein wesentlicher Un­
3 % ig e r O x a ls ä u re ge trä nkten Filz versehen ist. In fo lg e terschied d e r Leichtm etalle AI und M g g e g e n ü b e r Schwer­
des grö ß e ren K on taktw id erstan des kann man schon mit m etall lie g t in d e r hohen V e rb ren nun gsw ärm e: 1 G ram m
kleinen Schweißmaschinen ge nü ge nd W ä rm em e ng en und AI en tw icke lt bei d e r V erb ren nun g 8320, M g 7140 G ram m ­
genügend hohe T em peraturen erzeugen. W ie Festigkeits­ ka lo rie n , w ä h re n d Fe nur deren 1350 e rg ib t und ähnlich
prüfungen ergeben haben, leistet eine kleine Maschine auch Cu und N i. Der zu r V erbrennung n o tw e n d ig e
von 10 kVA an 1-mm-Blech dasselbe w ie eine g ro ß e M a ­ S au erstoff kann d a b e i an sich un brennbaren Substanzen,
schine, deren A nlag ekoste n etw a das 20fache be tra g e n . z. B. auch Eisenoxyd (Rost), Salzen usw. entzogen w e r­
Die anodische O x y d a tio n ist schnell und einfach auszu­ den und zu eine r Explosion führen. Besondere Vorsicht
führen und b illig . Sie e rh öh t d ie K orro sio nsbe stä nd ig­ w e ge n B ra n d g e fa h r e rfo rd e rn Leichtm etalle in fe in ve r­
keit der S chw eißverbindung. 13 A b b ild u n g e n . Ko. teiltem Zustand als Pulver o d e r Späne, hauptsächlich
M a g n e sium leg ieru nge n. AK.

D. K. 669.718.915
D. K. 669.716 :621.747 H. Röhrig und E. Käpernick, Ueber das Verhalten der
ausgeschiedenen Gefügebestandteile bei der elektroly­
tischen O xydation der Aiuminium-Legierungen und über
H. J. Rowe, Das Fertigmachen von Aluminium-Gußstücken ihren Einfluß auf einige Eigenschaften der Oxydschichten.
(Finishing alum inium Castings). M e ta llw irtsch a ft, 17 (1938), N r. 24, S. 665— 668.
Foundry, M a i 1938, S. 64— 66, 128, 132 u. 136. A u f G ru n d von Versuchen mit Legierungen aus Reinst-
Die beim Putzen und Fertigmachen von Gußstücken A l mit Zusatz von 5% Cr, M n, Fe, Cu, V o d e r N i w ird
vorkom m enden A rb e ite n , a n g e ta n g e n mit dem H eraus­ g e ze ig t, da ß d ie in d e r Legierung als Ä lu m in id e v o rh a n ­
klo p fe n d e r Kerne und Entfernen d e r S teig er und A n ­ denen Legierungsbestandteile bei d e r anodischen O x y ­
güsse mit H a nd säge o d e r unter V erw en dun g des Preß­ d a tio n des AI o x y d ie rt w e rde n. Die Farbe d e r O x y d ­
luftm eißels, w e rd e n beschrieben. Zum Schleifen von AI schicht ist a u f d ie d a rin eing e b e tte te n Ausscheidungen,
welche das e in fa lle n d e Licht a b so rb ie re n , zurückzuführen.
braucht man Schleifscheiben mit w e n ig e r harten S chleif­
V e rfä rb u n g e n d e r O xydschicht w e rde n also immer auf-
und Bindem itteln. Für kleinere A rb e ite n ve rw e n d e t man
treten bei a u shä rtb are n A l-Legierungen an den Stellen,
o ft v o rte ilh a ft g e eigne te Feilen. Die A n w e n d u n g des
w o vo r dem Eloxieren eine ö n lich be g re n zte Erwärm ung
S tah lgrieß - und S andstrahl-G ebläses, d ie Erzeugung
vorgenom m en w u rde . Der Einfluß d e r Legierungszusätze
m atter O b e rflä ch e n , V erzieru nge n, das Polieren w e rd e n
a u f den A u fb a u der O xydschicht w ird beschrieben; die
geschildert. Zum Schluß w ird d ie chemische und die
unge nü gen de Schichtdicke w ird dadurch erklä rt, daß Ein­
elektrochemische O b e rflä ch e n b e h a n d lu n g besprochen
füg ung en von Schw erm etall w e ge n ih rer elektrischen Leit­
(Ref. nach Light M etals Review, 4 [1938], N r. 17, S. 442).
fä h ig k e it den Strom nahezu kurzschließen und so die
AK.
O x y d b ild u n g an d e r A l-O b e rflä c h e verhindern. 11 A b ­
b ild u n g e n . AK.

D . K. 669.716 : 621.884 : 621.785


D. K. 669.717 : 621.315.146-752
C. Roade, Die W arm vergütung von Nieten aus Aluminium-
Legierungen (Heat tre a tin g alum inium a llo y rivets). G . Dassetto, Ueber Schwingungen und schwingungs­
A m erican M achinist, European Edition, 21. M a i 1938. däm pfende Seile (Dalle v ib ra z io n i ai co n d u tto ri a n tivi-
N ie te n aus verschiedenen AI - Legierungen hoher branti).
Festigkeit ve rla n g e n eine W a rm b e h a n d lu n g v o r dem A llu m in io , 7 (1938), N r. 2, S. 61— 76.
Schlagen und müssen dann v e ra rb e ite t w e rde n, ehe sie Einleitend w ird das Problem der Leitungsschwingungen
w ie d e r aushärten, d. h. in n e rh a lb eine r Stunde, o d e r
und deren Behebung durch ge e ig n e te T ragklem m en und
wenn sie a u f Eis g e la g e rt w e rd e n in n e rh a lb 24 Stunden.
D äm pfungsvorrichtungen besprochen. Dann w ird das
Die W a rm b e h a n d lu n g kann w ie d e rh o lt w e rde n, fa lls die
schw ingungsdäm pfende H ohlseil ausführlich be ha nd elt.
N ieten nicht a u fg e b ra u ch t w u rd e n . Zum G lühen w e rd e n Das V erlegen des Seiles, d ie dazu n o tw e n d ig e n Einrich­
die N ie te n in einen unten verschlossenen S ta h lzylin d e r
tungen und W e rk z e u g e und d ie S eilve rb in du nge n w erden
von e tw a 5 cm Durchmesser e in g e fü llt. Der Z y lin d e r w ird eingehend beschrieben. Eine B erechnungstabelle stellt
mit einer Kappe lose verschlossen und bis zur Kappe die verschiedensten Daten über S tahl-A I- und Stahl-
w ä h re n d 30—40 M inuten in das S a lzb a d eingetaucnt. A ld re y-H o h lse ile zusammen. Anschließend (S. 77— 79)
D a ra u f w ird die K ap pe abgenom m en und die N ie te n so­ fo lg t eine kurze A b h a n d lu n g über die Berechnung de r
fo rt in kaltem W asser abgeschreckt. Die so b e ha nd elten schw ingungsdäm pfenden Seile. 35 A b b ild u n g e n . Ko.
N ieten e rfo rd e rn keine Reinigung vo r d e r V erw en dun g
(Ref. in BIA-Bull. de Doc. [1938], N r. 72, S. D 357). AK.
jsi ssä«
D. K. 669.717 : 683.852 D. K. 669.717 :625.23(45)
Die neuen italienischen Eilzüge sind mit Aluminium ausge­
kleidet (N e w Ita lia n express trains have alum inium pa-
Das Anleuchten von G ebäuden mit Scheinweifern aus
nelling).
Aluminium (A rchitectural lig h tin g w ith alum inium reflectors). T ransp ort W o rld , 12. M a i 1938.
Light M etals, 1 11938), N r. 6, S. 226— 227. Eine Beschreibung d e r neuen ganzgeschw eißten e le k­
Die Verw endung: von S cheinw erfern aus AI zum A n ­ trischen Züge d e r Fa. Breda, d ie kürzlich zwischen Rom
leuchten von G e b ä u d e n an d e r Empire E xhibition in G la s ­ und N e a p e l einen neuen W e lt-G e sch w in d ig ke itsre ko rd
g o w w ird beschrieben. Die Reflektoren d e r verw en deten a u fg e s te llt haben und von denen nun eine A n za h l auch
S cheinw erfer sind hergestellt aus einer harten A l-Legie- fü r Luxuszüge V erw en dun g fin d e t, w ird ge ge be n. Jeder
rung, d ie a u f d e r einen Seite mit Reinst-Al p la ttie rt und Zug e n th ä lt 3 g e le n kig e G an zm e tall-P erson en w ag en mit
nach dem A lza c-V e rfa h re n p o lie rt und anodisch o x y d ie rt aus Rohr geschw eißten Rahmen hoher S teifheit. Die
ist. Für besondere Zwecke können auch m atte O b e r­ W a n d v e rk le id u n g d e r Fahrgasträum e besteht aus A l-
flächen mit sehr feinem Korn erze u g t w e rd e n . Das Re­ Blech, das a u f eine W ärm eschutzschicht a u fg e le im t ist.
flexion sverm ög en von A l-S p ie g e ln w ird mit dem jenigen Die Decken w e rd e n durch Al-Blech g e b ild e t, d a h in te r
a n d e re r S piegel verglichen. Die A n o rd n u n g d e r Schein­ b e fin d e t sich Kork als W ärm eschutz. Bei d e r Lu ftauf­
w e rfe r zum Anleuchten d e r G e b ä u d e w ird besprochen. b e re itu n g sa n la g e sind d ie kup ferne n Rohrschlangen zum
A lza c-S che inw erfer fin d e n auch V e rw e n d u n g fü r A u to ­ Kühlen und Trocknen d e r Luft mit K ühlrippen aus AI ve r­
m obile. AK. sehen (Ref. in Light M etals Review, 4 (1938), N r. 17,
S. 429). AK.

D. K. 669.717 :683.852 D. K. 669.717 =625.23(492)

Das Aluminium als Reflektor (L’a ilu m in io com e m a te ria le Aluminium in den neuen elektrischen Mehr-Einheiten-
rifle tta n te ). Zügen in Holland (Alum inium in new m u ltiple -un it elec-
A llu m in io , 7 (1938), N r. 2, S. 85— 88. tric tra in s in H o lla n d ).

Das Reflexionsverm ögen des Alum inium s im Bereich R a ilw a y G a ze tte , A n h a n g : Electr. Rly. T raction ,
des sichtbaren Lichtes w ie auch fü r u ltra v io le tte und u ltra ­ 27. M a i 1938.
rote Strahlen w ird besprochen, z. T. im V ergleich mit Die fü r den neuen E le ktrifizieru ng spla n de r N ie d e r­
a nderen M e ta lle n . AI e ign et sich g u t fü r Reflektoren, ländischen Eisenbahnen ge b a u te n Zugeinheiten, um­
besonders wenn es nach elektrolytischer Reinigung a n o ­ fassend 53 D o p p e lw a g e n und 37 D re ifach w ag en , w e rde n
disch o x y d ie rt w ird . D ank seines g ro ß e n W ärm erü ck- ausführlich beschrieben. Die W a g e n sind w indsch lü pfig
strahlungsverm ögens (das durch anodische O x y d a tio n aus geschw eißtem Stahl g e b a u t unter w e itg e h e n d e r V e r­
he rab gese tzt w ird ) w ird AI fü r W ä rm e is o la tio n e n v e r­ w e n d u n g von Leichtmetall zur G ew ichtsverm inderung.
w endet. 12 A b b ild u n g e n . Ko. Leichtm etall w u rd e z. B. v e rw e n d e t fü r d ie geschw eiften
Seitentüren und fü r a lle w ichtige ren A usstattungsteile, w ie
G e p ä ckträ g e r, Lüftungskanäle, T ü rg riffe , A u fh ä n g e r für
K le id er usw. (Ref. in Light M etals Review, 4 [1938], N r. 17,
S. 436). AK.

D. K. 669.717 : 637.13
G . Genin, Die Anwendung von M etallen in der Milch­ D. K. 669.717 : 629.125.5
wirtschaft. I. Aluminium (The use o f m etals in the d a iry
industry. I. Alum inium ).
Le Lait, 18 (1938), S. 113— 130. Anwendungen des Aluminiums im Schiffsbau. Rettungs­
Es w ird ein U e be rblick g e g e b e n über d ie Eigen­ boote aus Leichtlegierungen (A p p lic a z io n i deH 'allum inio
schaften des, AI, seine Eignung zu r H erstellung von Ein­ a lla tecn ica navale. S cia lu p p e d i s a lv a ta g g io in lega
richtungen und G e rä te n fü r d ie M ilchw irtschaft. Im ersten le gg era).
Teil des A ufsatzes w ird hauptsächlich ü b er das AI als A llu m in io , 7 (1938), N r. 2, S. 93— 94.
M e ta ll berichtet, seine Geschichte, Erzeugung, V e ra rb e i­
tung, anodische O x y d a tio n usw. Im zw e ite n Teil w ird das Der D a m pfer „N ie u w A m sterda m " hat 22 Rettungs­
V erh alte n von AI g e g e n ü b e r M ilch und M ilcherzeugnissen b o o te aus B irm a brig ht. Sie fassen je 99 Personen. Durch
besprochen und verglichen mit dem je nig en a n d e re r M e ­ V erw en dun g von Leichtm etall w u rd e eine G ew ichts­
ta lle . Da AI von süßer M ilch und Rahm ü b e rh a u p t nicht ersparnis von insgesamt 33 t erreicht. Auch der schwe­
a n g e g riffe n w ird , e ign et es sich vo rzü g lich zu r H e r­ dische D a m pfer „S tockh olm " e rh ä lt Rettungsboote aus
stellung von B ehältern, Kannen und kleineren G e fä ß e n . Leichtmetall. 5 A b b ild u n g e n . Ko.
Bei de r Reinigung sind stark alkalische o d e r C h lo r a b ­
spa lten de M itte l zu verm eiden. Eine A n za h l unschädlicher
Reinigungsm ittel w ird a n g e g e b e n . (AI und A l-M n -Leg ie -
rungen w iderstehen d e r Einw irkung von Kühlsole.) (Ref.
nach Light M etals Review, 4 [1938], N r. 17, S. 426 und
C hem ical Abstracts, 32 [1938], N r. 10, S. 3841.) AK.

D. K. 669.717 : 637.335.2
D. K. 669.711(45)

E. Erbacher und H. Haug, Die Untersuchung der „im präg­


nierten" Aluminiumfolie für Schmelzkäse. L. M anfredini, Die Aluminiumindustrie (L'industria d e ll'a llu -
m inio).
Dtsche. M o lk e re iz e itg ., 59 (1938), S. 108— 110.
La C him ica in Ita lia , zum 10. In te rn a tio n a le n Kon­
Jede ungeschützte A l-F olie k o rro d ie rt an Schm elz­ gre ß fü r Chem ie, Rom 1938, he rausgegeben von
käse ziem lich rasch, so da ß sie mit einem Schutzfilm v e r­ N . P arravano, S. 89— 99.
sehen, d. h. „im p rä g n ie rt" sein muß. A u f G ru n d um­
fassender Prüfungen w e rd e n fo lg e n d e Richtlinien em p­ Einleitend w ird d ie w irtschaftliche Entwicklung der
italienischen A l-Ind ustrie und d e r g e p la n te Ausbau d e r­
fo h le n : Die K om b in ation Folie + Film muß den Käse v o ll­
ständig luftdicht abschließen. Die Folie a lle in muß eine selben kurz besprochen. Ita lie n erstrebt bis 1940 eine
bestimmte M indeststärke (am besten 12 n) und d a rf keine Jah resp rodu ktion von 40000 t AI. Dann w ird nach tech­
zu stark a u sge präg ten „W a lz e n s tric h e " aufw eisen. Der nisch-wirtschaftlichen G esichtspunkten über d ie Rohstoffe
Film d a rf keine undichten Stellen und nicht zu viel Luft­ einschließlich elektrische Energie, d ie T one rde ge w in nun g
bläschen zeigen. Er muß h itze b e stä n d ig , ziem lich g e ­ und d ie A l-E lektrolyse berichtet. A u f einer Karte und
schmeidig, ge g e n ü b e r mechanischen Einflüssen ge nügend einer T a b e lle sind d ie italienischen Tonerde-, K ryolith-,
w idersta ndsfäh ig und g e g e n ü b e r schwachsauren M ed ie n Elektroden-, AI- und A l-H a lb ze u g -F a b rike n und die zu g e ­
praktisch undurchlässig sein. Filmdicke mindestens 5,5 ft. hö rig en E lektrizitätsw erke e in g e tra g e n , mit A n g a b e n über
(Ref. in Chem. Zbl., 109 [1938/1], N r. 16, S. 3278.) AK. Leistung und W e rt d e r W erke. 6 A b b ild u n g e n . Ko.
.
l j rv. j h u . u z o : J 4 J .O i in» W7.r i : uzu. i tt

Th. M illner, Die kolorimetrische Aluminiumbestimmung A . Urmänczy, Ueber die Korrosionsprüfung von Alu­
mittels Eriochromcyanin-R. I. Teil. minium und seinen Legierungen.
M gyar. Chem. Folyoirat, 43 (1937), S. 148— 155,
Z. a n a ly t. Chem ie, 113 (1938), N r. 3/4, S. 83— 102. Budapest, Felten und Guilleaume A.-G . (Original:
Durch kolorim etrische M ik ro a n a ly s e w ird die che­ ungarisch, Auszug: deutsch).
mische N a tu r des Al-Eriochrom cvanin-R -Farblackes a u fg e ­ 1. Beschreibung und Abbildung eines Apparates zur
klä rt. Von einem A l-A to m w e rd e n bei pH = 5 ,4 3 M o le ­ schnellen und genauen gasvolumetrischen Korrosions­
küle F arbsto ff, a b e r mit verschiedener Festigkeit g e ­ prüfung von AI und seinen Legierungen. 2. Der mittels
bunden. Am Beispiel dieses Farblackes w e rd e n d ie a ll­ der gasvolumetrischen Methode gemessene Temperatur­
gem ein g ü ltig e n q u a n tita tiv e n U n te rla gen fü r ^colori- koeffizient zwischen 20 und 50° bei 99,7%igem AI in
metrische Bestimmungen fü r den Fall konstanter Farb- 10%iger Salzsäure, 10- und l% ig e r Natronlauge hat
lackzusam m ensetzung entw ickelt. Es w ird g e ze ig t, da ß einen W ert von 2,09. 3. Besprechung der Mylius’schen
d ie E x tin ktio n sd iffe re n z p rin z ip ie ll u n a b h ä n g ig ist vom thermischen und Oxydationsproben auf Grund von an
F arbstoffüberschuß und ein direktes M a ß d e r im Farb- 5 Al-Legierungen und reinem AI vorgenommenen Mes­
lack enthalte ne n A l-M e n g e d a rste llt. AK. sungen (Ref. in Chem. Zbl., 109 [1938/1], Nr. 17, S. 3384).

D. K. 546.623 :545.81 D. K. 669.71 :620.193 ; 648.6

Th. M illner und F. Kunos, Die kolorimetrische Aluminium­ M ohr und Ritterhoff, Korrosionen und Metallschutz in
bestimmung mittels Eriochromcyanin-R. II. Teil. ihrer Bedeutung für die Molkereiwirtschaft.
M o lke re i-Z e itg ., 52 (1938), S. 267— 269 ; 308— 309;
Z. a n a lyt. Chem ie, 113 (1938), N r. 3/4, S. 102— 119. 327— 334, Kiel, Preuß. Vers.- u. Forschungsanstalt
Es w ird eine ge n a u e A rb e itsvo rsch rift entw ickelt, die fü r M ilchw irtschaft.
mit H ilfe der m itge te ilte n Eichkurve eine bis a u f ± 0,25 y Verschiedene praktische M aßnahm en zur Korrosions­
AI ge na ue Bestimmung kleinster A l-M e n g e n von 15 y AI verhütung und ihre Erfolge w erden beschrieben. Unter
bis 1 y AI erm öglicht. Der Einfluß d e r Zusam m ensetzung den verschärften B edingungen bei Seuchengefahr (gegen
d e r ve rw en deten P ufferlösungen a u f die Farbintensität T em peraturen von 50— 60°) w e rde n die Lacküberzüge
des von einer g e g e be nen A l-M e n g e im pH-Bereich von M e ta llo g e n und EMS von den meisten Reinigungs- und
etw a 4,6— 5,6 mit Eriochrom cyanin-R g e b ild e te n F arb­ Desinfektionsm itteln zerstört. Bei V erw endung von Kan­
lackes w ird untersucht. Ferner w ird an H a nd d e r mit nen aus A l o d e r verzinntem M a te ria l haben sich Reini­
steigenden Farbstoffm engen erm ittelte n E xtinktionskurven gungs- und D esinfektionsm ittel P3-zinnfest in 3— 5 % ig er
de r Einfluß d e r F a rb sto ffvo rb e re itu n g , d e r A c id itä t und Lösung und Trosilin in l% ig e r Lösung be w ä hrt. Duramin
d e r Stehzeit a u f die F arb la ckfä rb u n g nä he r g e p rü ft und in 1-, N a O H in 1- und Soda in 5 % ig e r Lösung g re ifen AI
eine Erklärunq fü r d ie q e fund en en Zusam m enhänge e n t­ und ve rzin n te M a te ria lie n sehr stark an. Der A n g riff von
w ickelt. AK. Kühlsole ge ge n eloxie rtes AI o d e r V2A-Stahl ist praktisch 0
(Ref. nach Chem. Zbl., 109 [1938/1], N r. 17, S. 3403). AK.

D. K. 669.71 :620.178.314 =620.172


D. K. 669.71 :545 :546.46 D. K. 669.71 :620.174 : 620.172
I. Ubaldini und U. Pelagatti, Ueber die Dosierung des E. M ohr, W erkstoffprüfung mittels des Biege-Zug-Ver-
Magnesiums in G eg en w art der M etalle der III. und IV. suches.
G ruppe, mit besonderer Berücksichtigung der Analyse der M e ta llw irtsch a ft, 17 (1938), N r. 20, S. 535— 537.
Aluminium-Legierungen. Der Biege-Zug-Versuch kann zu r schnellen Bestim­
mung eine r d e r D a ue rfe stigkeit des W erkstoffe s nahe­
Chim. e Ind., M ila n o , 20 (1938), S. 73— 75. stehenden K e n n ziffe r h e ran gezo ge n w e rde n. Die Biege-
Um d ie M g-Bestim m ung bei A nw ese nhe it von AI und Zug-Kurven d e r A usw ertun gsa rt nach Buschmann (Bruch­
M n kürze r und be qu em er zu ge stalten, w ird versucht, dehnung in A b h ä n g ig k e it von d e r statischen Zugbelastung)
das M g zu fä lle n , w ä h re n d AI und M n durch Zusatz von zeige n in ihrem V e rla u f Knickpunkte an Stellen, w o die
W e in säu re o d e r A m m o n zitra t in Lösung g e h a lte n w e rde n. zu g e h ö rig e statische Z e rreiß ku rve ü b erh aup t nichts e r­
Die Fällung des M g als M g -A m m o n p h o sp h a t v e rlä u ft kennen läßt. Die den Knickpunkten zug eo rdne ten O rd i-
nicht mehr q u a n tita tiv , w enn in 400 cc Lösung neben na te n w e rte entsprechen h ä u fig den mit M eßuhr er­
0,006— 0,04 g M g m ehr als 0,5 g AI und 5 g W ein säu re m ittelten S treckgrenzenw erten ( = 0,2% ble ib e n d e Deh­
vorh an den sind. A m m o n zitra t an Stelle von W e in sä u re nung). Es w e rd e n u. a. auch Messungen an Leichtmetallen
w irk t noch ungünstiger. Das V e rfa h re n ist also nur g e ­ (Mg, AI, Elektron A Z M , Duralum in 681 ZB 1/:>) gezeigt.
e ig n e t fü r Legierungen mit w e n ig e r als 1 % M q -G e h a lt. N ach diesem P rüfve rfa hren können schon ge rin g e Ver­
A n d e re n fa lls muß zuerst das AI e n tfe rn t w e rd e n , nach än de ru n g e n im M a te ria l festgestellt w e rd e n , SO) z. B. der
O x y d a tio n von anw esendem M n durch Zusatz von Einfluß des G lühens o d e r des V erfo rm u ng sgrad es bei
W a sse rsto ffsu p e ro xyd (Ref. nach Chem. Zbl., 109 [1938/1], Blech o d e r D raht, d e r H a ftfe s tig k e it von Plattierm etall
N r. 21, S. 3950). AK. usw. 13 A b b ild u n g e n , 2 T afeln. AK.

D. K. 669.716 :621.745.3
D. K. 669.71 :541.135.62
Die W irkungsweise der verschiedenen Leichtmetallschmelz­
C. A. Littler und H. V. Tartar, Der Einfluß des Druckes auf öfen.
die Passivität verschiedener M eta lle (The e ffe c t o f pressure G ie ß e re ip ra x is , 59 (1938), N r. 27/28, S. 273— 275.
on the passivity o f various metals). D er Einfluß d e r ve rw en deten Brennstoffe beim
Schmelzen von Leichtmetall a u f die W asserstoffaufnahm e
The Electrochem ical S ociety, P reprint 74-4 (1938).
durch d ie Schmelze und a u f die Bildung von M agnesium ­
Es w u rde n Versuche d u rch g e fü h rt zu r Bestimmung des n itrid bei A nw ese nhe it von M g w ird besprochen. Die
Einflusses einer D ruckverm inderung a u f d ie v o rü b e r­ Beheizung mit O el' o d e r Leuchtgas ist ungeeignet wegen
gehende Passivität von gewissen A n o d e n m e ta lle n , z. B. deren G e h a lt an W asserstoff. Em pfohlen w ird die V er­
Fe, Cu, N i, AI. D a be i ze ig te sich, da ß Fe-Anoden in w e n d u n g von trockenem Koks, S teinkohle o d e r von im
Schwefel- u n d -S a lp e te rs ä u re und C u -A n o d e n in S alz­ „D ö nicke -T ro cken ga s-W asse rm an te lge ne rator" erzeugtem
säure unter verm indertem Druck v o lls tä n d ig w irksam w asserstoffarm en H eizgas, d ie a lle in preislicher Hinsicht
bleib en , solange als das M e ta ll aus d e r Flüssigkeit her­ d e r elektrischen H eizung üb erlegen sind. Anschließend
ausragt. Bei AI in S alpe te rsäu re fü h rte eine D ruckstei­ w ird d e r D önicke - A lum inium schm elzofen mit Schacht­
ge run g zunächst zu einer v o rü b e rg e h e n d e n , bei w e ite re r g e n e ra to r und Luftvo rw ärm e r, fü r stündliche Schmelz­
D rucksteigerung a b e r zu b le ib e n d e r Passivität. AK. leistungen von 20— 1250 kg A I, beschrieben. Dieser O fe n
schmilzt o x y d - und blase nfrei, so da ß die Verw endung
von R a ffinationsm itteln hier überflüssig ist. AK.
As.. ®-ä
Inhalt:
A n z e i g e n

Seite Seite

Ackermann & Schmitt, Stuttgart 13: Flex-Vierling SB 3 . XXI11/8 Langbein-Pfanhauser-Werke A .-G ., Leipzig: Das Eloxal-
Adolf Aldinger, Maschinenfabrik, Stuttgart-Obertürkheim: V e rfa h re n ....................................................................................XXI/8
Bandsägen zum Schneiden von Leichtmetall . . XXXI11/8 Gustav Lauterjung, Solingen-Wald: Leichtmetallguß, Sand-
Aluminium G. m. b. H., Rheinfelden i. Baden: Reinaluminium, und K o k i l l e n g u ß ........................................................... XXVIII/8
Aluminium-Legierungen in allen Halbfabrikaten . . I I 1/8 H. Lippmann, Aktiengesellschaft, Berlin: Aluminium und Le­
Aluminium-Verkaufsgesellschaft m. b. H., Berlin W 8: Allein­ gierungen in allen H a l b f a b r i k a t e n ................................. XXI/8
verkauf von Originai-Hütten-Aluminium . . . . 11/8 F. Menzer, Chem. Fabrik, Karlsruhe: Polierpasten für alle
Aluminium-Walzwerke Singen, G . m. b. H., Singen-Hohent- M e t a l l e ............................................................................ XXXI11/8
wiel: Spezial-Bohr- und Drehlegierung B D 11 . . 111/8 Mercedes Büromaschinenwerke A .G ., Zella-Mehlis/Thür.:
Aluminiumwerke Göttingen G .m .b .H .: Walzerzeugnisse, Mercedes Addelektra - Buchungsautomat . . . . XXI1/8
Geschirre, M a s s e n w a r e n ................................................... XXI/8 Norddeutsche Leichtmetall- und Kolbenwerke G. m. b. H.,
A pag, Aluminium-Präzisionsguß A .-G ., Babelsberg: leicht- Altona/Elbe: Gußteile für Flugzeug- und Zubehörindustrie V/8
metallguß ............................................................ . . XXX/8 Osnabrücker Kupfer- und Drahtwerk, Osnabrück: Okadur 58,
Bergmann Eleklricifäts-Werke A G ., Bln.-Wilhelmsruh: Warm- Spezial-Aluminium-Legierung als Austauschwerkstoff für
preßteile aus R e i n a l u m i n i u m .......................................... X V I1/8 A u to m a te n m e s s in g ................................................................... X I1/8
Berlin-Erfurter Maschinenfabrik Henry Pels & Co. A .-G ., Pyro-Werk G .m .b .H ., Hannover: Temperatur-Meßgeräte .XXVII/8
Berlin W 15: Abkant-Pressen................................................... X I11/8 Johs. Rebien, Lübeck: Bandsägeblätter zum Schneiden von
Berliner Broncegießerei Rohrbach 8> Co., Berlin: Leichtmetall- D u r a l ............................................................................................ XXX/8
und S c h w e r m e t a llg u ß ............................................................XXX/8 Rhenania-Ossag Mineralölwerke Akt.-Ges., Hamburg: Shell
Friedr. Blasberg, Elektrochem. Fabrik, Solingen - Merscheid: O ele, Schneid-Oele, Kühlmittelöle, Zieh-Oele und -Fette XV/8
Oberflächenhärtung von Aluminium durch FBM-Hartver- Rieß & Osenberg & Co., Berlin: Halbfabrikate in Aluminium
c h r o m u n g .................................................................................... XXXI/8 und seinen L e g i e r u n g e n .......................................... XXXII/8
Blech- und Metallhandel Otto W olff A .G ., Berlin N W 7: Heinrich Ritter, Aluminiumwarenfabrik, Eßlingen (Neckar):
W alz- und Zieherzeugnisse . . . . . XXVIII/8 Stanz-, Zieh- und Drückteile aus AI und Al-Legierungen XXVI/8
Demag Aktiengesellschaft, Duisburg: Kalt-Band-Walzwerke X/8 Robert Röntgen, Remscheid: Metall-Bandsägeblätter XXI1/8
Deutsche Messing-Werke Carl Eveking Akt.-Ges., Berlin- Th. Rose Kom.-Ges., Hamburg-Altona: Hydronalium-Guß XXVII/8
Niederschöneweide: Aludur, Hartal, Reinaluminium XX/8 Russ-Elektroofen K.G., Köln: Umluft-Schachtvergüteofen XVI/8
Deutsche Metall-Halbzeug-Ges. Lunke & Co., Witten-Ruhr: Karl Schmidt G .m .b .H ., Neckarsulm: Kolben, Seewasser-Le
Metall-Halbzeug aller A r t .......................................... XXXI/8 gierungen, Umschmelz-Aluminium-Legierungen, Industrie
Dönicke Industrie-Ofenbau G.m.b.H., Leipzig: Dönicke-Oefen O e f e n .................................................................. I V/8
zum Schmelzen von Aluminium und seinen Legierungen XXXI1/8 Aug. Schmitz, Düsseldorf: Bandwalzwerke für Aluminium-
Dürener Metallwerke A .G ., Berlin-Borsigwalde: Profile aus 'bänder X I1/8
D u r a lu m in .................................................................................... 1/8 Alfred H. Schütte, Köln-Deutz: Elektrisch beheizte Industrie-
J. N . Eberle & Cie. A .G ., Sägenfabrik, Augsburg: Band- O e f e n ............................................................................................ XXIX/8
Sägeblätter für alle Aluminium-Legierungen . . . XXVI/8 Siemens-Schuckertwerke A G ., Berlin - Siemensstadt: Punkt
Elino Elektro-Industrieofenbau Carl Hanf & Co., Düren: s c h w e iß m a s c h in e n ................................................................... XIX/8
Muffelglühofen — Tiegelschmelzofen . . . . XXVIII/8 Silumin-Gesellschaft m. b. H., Frankfurt/Main: Silumin Gamma
E. Endress K.-G-, Fabrik autogener Schweiß-, Schneid- und für hochbeanspruchte M o t o r e n ..........................................XI/8
Lötanlagen, Stuttgart: Heco-Normal Acetylen-Hochdruck- Ed. Sommerfeld, Aluminiumwarenfabrik, Berlin SO 36:
Schweiß-, Schneid- und Lötapparat . . . XXV111/8 „Virgo" Rein-Alum inium .................................................. XXVIII/8
Julius & August Erbslöh, Wuppertal-Barmen: Leichtmetall- Max Speichert Metallschmelzwerk, Bln.-Niederschöneweide:
P r o file ............................................................................................V II/8 Aluminium-Speziallot M.S. 4 1 0 ..........................................XXVI/8
A. M. Eridisen, Teltow bei Berlin: Blechprüfmaschine mit S t e l l u n g s m a r k t ...........................................................XXX/8 u. XXXII/8
K r a f t m e s s e r ........................................................................... XX/8
Sundwiger Eisenhütte Maschinenfabrik Grah & Co., Sundwig,
Felten & Guilleaume Carlswerk A .-G ., Köln-Mülheim: Kr. Iserlohn: Einrichtungen für Rohr-, Stangen- und
F & G - L e ic h t m e t a lle ...........................................................XXV/8 Profilherstellung ...................................................................XVI1/8
Fördeg Metallgießerei Förster & Co., K.G., Leipzig: Hydro- Talkum-Werke Naintsch, G raz: Talkum für Aluminium-Gießerei XXX/8
nalium, Silumin, A lu m in iu m .......................................... XXXII/8
M ax Uhlendorff, Industrie-Elektro-Ofenbau, Bln.- Hohenschön­
Ferdinand Fromm, Maschinenfabrik, Stuttgart-Bad Cannstatt: hausen: Elektrisch beheizte Salzbad-Oefen . XXXIV/8
B an d s c h le ifm a s c h in e n ........................................................... XXI1/8
Vereinigte Aluminium-Werke Aktiengesellschaft, Lautawerk
Gesellschaft für Elektrometallurgie Dr. Paul Grünfeld, Berlin- (Lausitz): Schweißstab für AI und Al-Leg............................... XXVII/8
Charlottenburg: Chrom, Mangan, Cobalt und andere
Zusatzmetalle zur Erhöhung der Festigkeitswerte von Vereinigte Deutsche Metallwerke A .G ., Zweigniederlassung
L e i d i t m e t a l l ............................................................................ XXV/8 Basse & Selve, Altena/W estf.: Elektrisches Heizleiter- und
W id e r s t a n d s m a t e r ia l.................................................. XXXI11/8
Gewerkschaft Keramchemie, Siershahn (Westerwald): Schutz­
anstriche gegen Säuren, Laugen, Salze, Oele und Fette XXX/8 Vereinigte Deutsche Metallwerke A G ., Zweigniederlassung
Basse 8i Selve, Altena i. W .: Selve Spar-Tiegelofen . XXVI/8
„Griesogen" Griesheimer Autogen Verkaufs - G . m. b. H.,
Frankfurt/Main-Griesheim: „Autogal", „Hydrogal", „Elek- Vereinigte Deutsche Metallwerke A .-G ., Zweigniederlassung
trogal", G rie s h e im -S c h w e iß b re n n e r..................................X V I11/8 Heddernheimer Kupferwerk, Frankfurt a. M.-Heddernheim:
Aluminium und seine L e g i e r u n g e n ................................. XVI/8
F. Groh G .m .b .H ., Berlin: Leichtmetall Sandguß für hohe
A n s p r ü d ie .................................................................................... XXI11/8 Vereinigte Deutsche Metallwerke A .-G ., Nürnberg: Tuben
aus Rein-Alum inium .................................................................. XXIX/8
Hanseatische Acetylen-Gasindustrie A .G ., Hamburg: HAG
Brenngas für autogenes S c h w e i ß e n .................................. XIV/8 Vereinigte Leichtmetall-Werke G .m .b .H ., Hannover: Leicht­
metalle für Industrie und H a n d w e r k ................................. XXIV/8
Gustav Heidmann, Remscheid-Hasten: Metallbandsägen für
jeden Verwendungszweck . . . . . . . XXX/8 Vereinigte Sauerstoffwerke G .m .b .H ., Berlin: Sauerstoff,
Gel-Azetylen, K a l z - K a r b i d .......................................... XXII/8
Henkel & Cie. Akt.-Ges., Düsseldorf: Reinigungsmittel für
Preßstücke aus L e ic h t m e t a ll................................................... XXIX/8 V. S. W . Hetzel & Co., Nürnberg-N.: Kupferplattierte Alu­
miniumbleche ........................................................................... XXIX/8
Heraeus G .m .b .H ., Hanau/Main: Runde Trockenschränke XXXI11/8
Verkehrsamt der Stadt Recklinghausen i. W .: „W er sucht
Honsel-Werke A .-G ., Meschede: Leichtmetall-Gießereien . XXXI/8 Industriegelände . . . ? * ..................................................XXIII/8
Eduard Huedc, Lüdenscheid: Reinaluminium und Silal in Widerstand G. m. b. H. für Elektro-Wärme-Technik und Appa­
allen H a lb z e u g fo rm e n ........................................................... XIV/8 ratebau, Hannover: Elektroofen, Schachtvergüteöfen XX/8
Huth GmbH., Dortmund: Spezial-Oefen für die Leichtmetall­ Hermann W iederhold, Hilden (Rh.): Wiedoflugat XXXI11/8
industrie . .............................................................. ........ .X X V II/8
W ieland-W erke A .G ., Ulm/Donau: Wieland Leichtmetalle . XIX/8
I. G . Farbenindustrie Aktiengesellschaft, Abt. Elektronmetall,
Bitterfeld: E le k tro n m e ta ll-L e g ie ru n g ..................................IX/8 Wintershall Aktiengesellschaft, Kassel: Reinmagnesium für
A lum in ium -Legierun gen.......................................................... XVI11/8
Indugas Industrie- und Gasofenbauges. m .b .H ., Essen:
Gasbeheizte Oefen für jede Wärmebehandlung . . V lll/8
Otto Junker, Lammersdorf: E le k tro -O e fe n ..................................XXI11/8
Fried. Krupp Grusonwerk Aktiengesellschaft, Magdeburg:
Leichtmetall-Walzwerke für Bleche und Bänder . . . V I/8 Beilage der Firma:
Küppers Metallwerk, Kom.-Ges., Bonn a. Rh.: Alutinol- I. G . Farbenindustrie Aktiengesellschaft,
L ö t s a l z ............................................................................ XXXI/8 Bitterfeld.