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MT Übung 3

Audio: Harmonische Klänge, dB-Rechnung, Synthetische Klangerzeugung

Zuerst mache dich mit der freien Synthesizer-Software VCV-Rack etwas vertraut. Mit VCV Rack lassen sich
modulare Synthesizer aus wenigen Elementen leicht aufbauen. Dabei zeigt das GUI die einzelnen Module zur
Klangerzeugung und –formung mit ihren Bedienelementen wie bei einem echten Synthesizer in einem Rack; die
Module werden mit „Kabeln“ zwischen den Ein- und Ausgangsbuchsen verbunden. Folgend die Module werden
zunächst benötigt. Mit rechtem Mausklick unter „Core“ bzw. „Fundamental“ sind die Module zu finden:
VCO-1: Der Voltage Controlled Oscillator ist der Klangerzeuger jedes Synthesizers und gibt in unserem Fall die
vier verschiedenen Wellenformen Sinus, Dreieck, Sägezahn, Rechteck an seinen Ausgängen aus. FREQ ist der
grobe Frequenzregler, FINE der feine und mit P-WIDTH lässt sich für Square das Längenverhältnis von positivem
zu negativem Wellenteil regulieren.
VCA-2: Der Voltage Controlled Amplifier ist dazu da, den Klang aus dem VCO zu kontrollieren und zu
verstärken, d.h. beim Drücken einer Taste einzuschalten und bei deren Loslassen auszuschalten. Daher wird das
Ausgangsignal aus dem VCO in den Eingang IN des VCAs geleitet. Beachte, dass das Modul VCA-2 zwei solcher
VCAs enthält!
MIDI-CV: Da wir keine Klaviatur haben, spielen wir den Synthesizer über die Tastatur des PCs. Damit
Tastaturkommandos ausgewertet werden können, ist ein MIDI-Interface nötig. In unserem Fall reagiert es auf
die Buchstaben von der Tastatur und sendet zum Ein- und Ausschalten des Klangs das GATE-Signal an den VCA
(Buchse EXP) und das Signal CV an den VCO (Buchse V/OCT), um die Tonhöhe des Klangs zu steuern. Wir stellen
mit rechtem Mausklick „Computer keyboard“/„qwerty keyboard“/“all channels“ ein.
AUDIO-8: Damit die Wellenform aus dem VCA auf die Soundkarte gelangen kann und somit hörbar wird,
benötigt man ein Audio-Interface. Wir verwenden den Treiber „DirectSound“ und leiten das Ausgangssignal
entweder auf den Kopfhörer, um direkt mitzuhören oder auf das virtuelle Kabel für die Aufnahme.
SCOPE: Dies ist ein Oszilloskop, mit dem der Zeitverlauf des Klangs angezeigt werden kann. Vom VCA wird dazu
das Ausgangssignal OUT in den Eingang X IN geleitet. Mit dem Regler X SCL wird die Verstärkung der Amplitude
kontrolliert, mit TIME der Zeitmaßstab.
S. auch VCV Rack

1. Aufgabe - Einfache Schwingungsformen


Erstelle einen Synthesizer mit den oben aufgeführten Modulen. Die einzelnen Klänge (Sägezahn, Rechteck, etc.)
lassen sich durch Drücken einer Taste auf der Tastatur abspielen.
Synthesizer für die Erzeugung von einzelnen Schwingungen mit einem Oszillator

a. Erzeuge eine Dreieck-, Sägezahn- und Rechteckschwingung (Standardeinstellungen, konstanter Ton, Taste D)
und nehme die drei Schwingungen mit einer Abtastfrequenz von 16kHz, 16 Bit, mono (Einstellung im
AUDIO-Modul) z.B. mit Audacity auf (Virtuelles Kabel!).
b. Lade die Aufnahmen in GRAM (Scan File, Line, Time Scale: 1, FFT: 1024 (falls keine klare Darstellung,
erhöhe die FFT)). Schaue dir das Frequenzspektrum der einzelnen Schwingungen an. Es sollen aus diesen
Darstellungen das prozentuale Verhältnis der ersten drei Obertöne bzgl. der Grundschwingung (100%)
berechnet werden. Dafür muss die Differenz in dB zwischen den einzelnen Obertönen und der
Grundfrequenz (Oberton - Grundfrequenz) gebildet und diese anschließend in lineare Werte
umgerechnet werden. Beachte, dass die Grundfrequenz max. 0 dB ist, d.h. nutze den Scrollbalken auf
der linken Seite in GRAM, falls > 0 dB.
c. Erzeuge zwei weitere Rechteckschwingungen (konstanter Ton, Taste D) mit unterschiedlicher Pulsweite,
d.h. verändere das zeitliche Verhältnis zwischen dem positiven und negativen Schwingungsteil (Regler P-
WIDTH am Oszillator). Dazu betrachte die zwei Fälle 30/70 (Fall A) und 90/10 (Fall B). Das Verhältnis ist auch
am SCOPE ersichtlich. Berechne wie in 1b auch für diese Schwingungen das prozentuale Verhältnis zwischen
Grundfrequenz und Obertöne.
Abgabe: Audios als wav und Screenshots der Frequenzdarstellung GRAM der 3 Rechteckschwingungen
(Standard, Fall A und Fall B) sowie der Sägezahn- und Dreieckschwingung, Tabelle mit den Angaben:
Frequenzen, Amplituden, Differenz in dB und die linearisierten Werten in Prozent

2. Aufgabe - Schwebung

Nun bringe einen zweiten Oszillator zum Einsatz. Um die Ausgänge der beiden Oszillatoren anschließen und in
der Lautstärke regeln zu können, benötigen wir ein MIXER-Modul, das wir zwischen die beiden VCAs und
AUDIO schalten. Stelle die beiden Oszillatoren auf exakt dieselbe Frequenz und Dreiecksschwingung.

Synthesizer für die Erzeugung von überlagerten Schwingungen mit zwei Oszillatoren

a. Erzeuge eine harmonische Schwebung (Fall A), indem die Oszillatoren gegeneinander verstimmt werden,
d.h. unterschiedliche Frequenz aufweisen (FINE-Regler). Verstelle nur einen Oszillator! Achte auf identische
Lautstärke. Zeichnen den Klang auf, wenn gerade eine Schwebung festzustellen ist.
Die Oszillatoren werden nun solange weiter gegeneinander verstimmt, bis der Eindruck einer Dissonanz
entsteht (Fall B), d.h. es entsteht ein rauer, unangenehmer Klang. Nehme den Klang auf, wenn gerade eine
Dissonanz zu hören ist (Übergang der harmonischen Schwebung zur Dissonanz).
b. Berechne für beide Fälle die Mittel- und Differenzfrequenz der Schwingungen. Lade dafür eine Schwingung
z.B. in Audacity. Bestimme die Periodendauern der Schwingungen und damit die Frequenzen.
Abgabe: Audio Fall A und B als wav, Screenshots Periode Audacity, Berechnung Mittel- und Differenz-
frequenz mit Rechenweg
3. Aufgabe – Klangnachbildung

Kreiere einen Klang, der einem Instrument ähnelt. Zunächst wähle eine Grundwellenform (Rechteck, Sägezahn,
etc.), die klanglich am besten zu einem Instrument passt. Um die Hüllkurve entsprechend manipulieren zu
können, brauchst du einen ADSR-Modul, das zwischen dem Ausgang GATE des MIDI-Moduls und EXP
Eingängen der VCAs eingebaut wird. Damit versuche einen zeitlichen Verlauf einzustellen.

Screenshot von einem Synthesizer mit zwei


Oszillatoren zur Manipulation mit Hilfe eines
ADSR Moduls

Abgabe: Eine kurze verbale Beschreibung dazu, was du zu dem Klang überlegt hast. Aufbau bzgl. des
verwendeten Oszillators und ADSR-Einstellungen. Struktur des Synthesizers als VCV-Rack-Patch-Datei,
Klangprobe „Alle meine Entchen“ als wav, Hüllkurve als Screenshot, z.B. aus Audacity.