Sie sind auf Seite 1von 2

Modul 1.

3 Das Prädikat

Willkommen im nächsten Teil des Moduls, in dem wir uns mit dem wichtigsten Teil in jedem
Satz beschäftigen – dem Prädikat. Vielleicht kennst du den Spruch: Das Verb regiert den Satz.
Was genau das bedeutet, erfährst du jetzt. Das Verb ist immer der zentrale Teil im Satz. Es
informiert dich darüber, welche Informationen in einem Satz stehen müssen, z. B. Personen,
Objekte, Angaben über Ort, Zeit UND es zeigt natürlich auch, in welcher Zeit ein Satz steht –
in der Gegenwart, der Vergangenheit oder in der Zukunft.

Die wichtigsten Zeiten hast du bereits gelernt: das Präsens, Perfekt und Präteritum. Das sind
die drei Zeiten, die wir im Deutschen am häufigsten benutzen. Wenn du diese Themen
wiederholen möchtest, schau in das Basis-Grammatikheft. Die restlichen drei Zeiten, das
Plusquamperfekt, das Futur I und das Futur II lernst du in diesem Modul.

Aber zunächst schauen wir uns mal näher an, wie man das Prädikat in einem Satz richtig
bestimmt, denn das ist die Basis jedes Satzes und jeder grammatischen Analyse und wird dir
in Zukunft viel Stress ersparen.

Das Prädikat ist das Verb im Satz – beziehungsweise die Verben im Satz. Den Unterschied
zwischen Prädikat und Verb wirst du gleich verstehen. Schau dir erst mal diese drei Beispiele
an:

In diesem Kurs lernst du die deutsche Grammatik.


Du hast vorher schon etwas über die deutsche Grammatik gelernt.
Du machst diesen Kurs, weil du die deutsche Grammatik lernen willst.

Was fällt dir auf? Im ersten Satz gibt es ein Hauptverb (Vollverb) und das ist lernst. Bei
Hauptverben, man nennt sie auch Vollverben, handelt es sich um Inhaltswörter. Sie
informieren also darüber, was passiert. In diesem Beispiel besteht das Prädikat also aus
einem einzigen Verb.
Im zweiten Satz gibt es zwei Verben. Sind das jetzt auch zwei Prädikate? Nein, auch das ist
ein Prädikat. Wir sehen hier wieder das Hauptverb lernen (gelernt) und zusätzlich das Verb
hast. Das hat aber nur eine grammatische Funktion und keine inhaltliche. Es bildet aus dem
Verb lernen ein Perfekt und deshalb nennt man es Hilfsverb. Bestimmt weißt du, dass das
Perfekt auch das Hilfsverb „sein“ braucht und zwar dann, wenn es z. B. um Bewegungen
geht, so wie in Ich bin gefahren. „bin gefahren“ ist in diesem Satz das Prädikat. Das ist seine
Funktion. Seine Form ist ein Hilfsverb und ein Partizip II.

Schauen wir uns mal noch den dritten Satz an. Versuche mal zuerst selbst, das Prädikat zu
finden. Fällt dir etwas auf? Es gibt zwei Prädikate! Das liegt daran, dass es hier einen Haupt-
und einen Nebensatz gibt. Das erste Prädikat ist machst im Hauptsatz und das zweite
Prädikat ist lernen willst im Nebensatz. Das zweite Prädikat besteht wieder aus zwei Teilen.
Dieses Mal handelt es sich aber nicht um ein Perfekt mit einem Hilfsverb, sondern um das
Hauptverb lernen in Kombination mit dem Modalverb willst.
Und was ist nun der Unterschied zwischen Verb und Prädikat? Ein Verb ist einfach nur ein
Wort, eine Wortart so wie Adjektiv, Artikel oder Substantiv. Aber Prädikat ist eine Funktion
im Satz, das Prädikat hat eine Aufgabe, es sagt dir, was im Satz passiert. Welche fünf
Funktionen gibt es? Neben dem Prädikat ist es das Subjekt, Objekt, Adverbial und das
Attribut. Du hast alle diese Wörter bestimmt schon gehört, oder? Keine Sorge, das wirst du
alles noch im Detail lernen.

Wenn du die Prädikate im Satz erkennst, kannst du auch immer direkt das Subjekt finden,
dann hast du schon die beiden wichtigsten Teile im Satz. Das Subjekt erfragst du immer und
nur mit „Wer oder was?“ – deshalb steht das Subjekt auch immer im Nominativ. In den
Übungen kannst du das gleich mal testen.