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Modul 1.

6 Futur I

In diesem Video werfen wir einen Blick in die Zukunft und du lernst, wie man das Futur I im
Deutschen benutzt. Bestimmt weißt du schon, dass wir meistens das Präsens zusammen mit
einer Zeitangabe verwenden, um über die Zukunft zu sprechen. Schau dir diesbezüglich die
folgenden Beispiele an:

Nächsten Sommer findet die Olympiade in Brasilien statt.

Herr Michels beginnt am 1. Januar seine neue Stelle als Vertriebsleiter.

Wir fliegen in zwei Wochen in den Urlaub auf die Kanarischen Inseln.
Achtung! Man kann das Präsens für die Zukunft hauptsächlich dann benutzen, wenn man
eine Zeitangabe dazu macht, z.B. morgen, in den kommenden Wochen, nächstes Jahr, etc.
Wenn man das nicht macht, bezieht sich das Präsens auf die Gegenwart, also auf das Jetzt.
Schau dir zum Vergleich die Sätze ohne die Zeitangaben an (Temporaladverb)
Die Olympiade findet in Brasilien statt.

Herr Michels beginnt seine neue Stelle als Vertriebsleiter.


Wir fliegen in den Urlaub.

Hier ist die Bedeutung, dass die Aktionen jetzt oder momentan stattfinden.
Wenn man nicht weiß, wann eine Sache in der Zukunft stattfindet oder wenn diese
Information im Satz nicht gegeben wird, dann benutzt man das Futur I:

Die Olympiade wird in Brasilien stattfinden.

Herr Michels wird seine neue Stelle als Vertriebsleiter beginnen.


Wir werden in den Urlaub fliegen.
So ist es eindeutig, dass die Handlungen in der Zukunft und nicht in der Gegenwart
stattfinden.

Das Futur I zu bilden, ist ziemlich einfach: Es besteht aus dem Hilfsverb werden und dem
Infinitiv.

ich werde

du wirst
er/sie/es/man wird + arbeiten, verreisen, einen Deutschkurs machen (=Infinitiv)

wir werden
ihr werdet
sie werden

Achtung! Das Futur I wird sehr oft mit dem Passiv verwechselt.

Ich werde mit meiner Frau in den Urlaub fliegen. (Futur I + Infinitiv)
Ich werde im Urlaub von meinem Chef angerufen. (Passiv + Partizip II)

Ja, die beiden Formen sehen sich ähnlich, aber während man das Futur I mit einem Infinitiv
bildet, wird das Passiv immer mit dem Partizip II gebildet, also z.B. bezahlt, gefahren,
mitgenommen etc.

Das Passiv lernst du ausführlich im 3. Modul.

Man kann mit dem Futur I aber nicht nur zukünftige Ereignisse beschreiben, sondern es gibt
noch zwei andere Möglichkeiten:
2. Erwartungen, Visionen oder Prophezeiungen:

Eines Tages wird Claudia in Südfrankreich wohnen.


Irgendwann werden Computer und Maschinen die Menschheit ersetzen.

Ab 2030 wird es kein Bargeld mehr geben.


Du siehst, das sind keine bewiesenen Informationen, sondern reine Spekulationen darüber,
was in der Zukunft passieren wird. Es gibt keine Garantie dafür, dass es tatsächlich passieren
wird.
Und 3. benutzt man es, wenn man eine Vermutung über eine bestimmte Sache hat.

Weißt du, wo Claudia ist? Sie wollte schon um 19 Uhr hier sein, aber jetzt ist es schon 19.30
Uhr
Sie wird im Stau stehen.

Weißt du, warum Peter heute nicht im Büro ist?

Er wird krank sein.


Weißt du, welches Auto Marc jetzt fährt?

Nein, aber es wird bestimmt ein schnelles Auto sein.

Es handelt sich hier, ähnlich wie in den Beispielen von Punkt 2, um Vermutungen – aber in
der Gegenwart und nicht in der Zukunft. Man glaubt also, dass eine Sache jetzt gerade auf
eine bestimmte Art und Weise passiert, weil es uns richtig oder logisch erscheint.
Man kann das Futur I in diesem Kontext noch mit Adverbialen ergänzen, um damit größere
oder geringere Sicherheit auszudrücken:

Claudia wird sicherlich, sicher oder bestimmt im Stau stehen (größere Sicherheit)

Claudia wird wahrscheinlich oder vermutlich im Stau stehen (geringere Sicherheit)