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tiroler
Landeszeitung

Mai 2016

Seite 3 Seite 4 Seite 6


KARRIERE MIT LEHRE DREI LEHRLINGE ERZÄHLEN GARANTIE AUF ERFOLG
Das Land Tirol, der Landesschul- Die Tiroler Landeszeitung hat mit Arbeitsmarktservice und Land
rat sowie die Sozialpartner bauen Lehrlingen über ihren Arbeitsall- Tirol setzen sich gemeinsam
im Rahmen der Fachkräfteoffen- tag, deren Erwartungen an die gegen Jugendarbeitslosigkeit ein
sive auf die Lehre – eine Ausbil- Ausbildung und Herausforde- und bieten eine überbetriebliche
dung mit Zukunft. rungen gesprochen. Lehrausbildung an.
2 Fachkräfteoffensive tiroler Landeszeitung | Mai 2016

lehrlingskoordinator
roland teissl

Herr Teißl, worin besteht Ihre Aufgabe?


Meine Tätigkeit zielt insbesondere auf die
Stärkung der Lehre ab. Dabei sollen Un-
ternehmen, Sozialpartner und Politik ver-
netzt, die Potenziale der Lehre verstärkt
aufgezeigt und die Zugänge zur Lehre für
Maturantinnen und Maturanten sowie Um-
steigerinnen und Umsteiger zielgruppen-
orientiert ermöglicht werden.

Welche Herausforderungen sehen Sie,


wenn es um die Zukunft der Lehre geht?

Foto: Land Tirol


Es gilt in erster Linie, den jungen Men-
schen und vor allem den Eltern die Vorteile
einer praxisnahen Ausbildung bewusst zu
machen. Nur so wird es gelingen, die Be-
rufschancen der Jugend und den Fachkräf-
Wer Köpfchen hat, macht eine Lehre! In Tirol entschei- tebedarf der Wirtschaft auch in Zukunft zu
macht eine Lehre! den sich erfreulicherweise nach wie sichern.
vor rund 47 Prozent für einen der
Die Tiroler Landesregierung setzt insgesamt 153 Lehrberufe und Welche Schritte wurden bereits umgesetzt,
sich konsequent für die Lehre ein: damit für eine ebenso praxisnahe was steht in nächster Zeit an?
Neben praxisgerechten Förderungen wie fundierte Ausbildung mit guten Mit der Platt-
in Form der Ausbildungsbeihilfe und Berufschancen. So waren im Jahr form www.
der Begabtenförderung für Lehrlin- 2015 10.947 junge Menschen in berufsreise.
ge oder dem Bildungsgeld update Ausbildung – darunter 66 Prozent at steht ein
werden immer wieder gezielt die Burschen und 34 Prozent Mädchen. modernes
Leistungen von Lehrlingen, Unter- Es ist eine Tatsache, dass die niedrige und vor al-

Foto: privat
nehmen und AusbilderInnen durch Jugendarbeitslosigkeit in Tirol nicht lem zentrales
Auszeichnungen oder Prädikate sicht- zuletzt der in unserem Land belieb- Medium für
bar gemacht. So zum Beispiel bei der ten dualen Ausbildung zu verdanken die Berufsori-
Wahl „Lehrling des Jahres“, die jedes ist. Die Lehrausbildung bewährt sich entierung zur
Jahr im Rahmen einer Galanacht im als unverzichtbarer Teil der Tiroler Verfügung. In Vorbereitung ist aktuell eine
Landhaus stattfindet. Wirtschafts- und Arbeitsmarktpolitik flächendeckende Berufs- und Schullauf-
Das Land forciert die duale Ausbil- und zählt zu den tragenden Elemen- bahnanalyse. Seitens des Landes wurden
dung aber auch im eigenen Wir- ten des erfolgreichen Standorts Tirol. bzw. werden in den nächsten Jahren Inves-
kungsbereich, indem es als Ausbil- Ein Fundament, auf das die Tiroler titionen für die Tiroler Fachberufsschulen
dungsstätte dem prognostizierten Landesregierung mit der laufenden in Gesamthöhe von rund 63 Millionen Euro
Rückgang der LehranfängerInnen Fachkräfteoffensive und dem Impuls- getätigt.
und einem sich abzeichnenden Fach- paket gezielt weiter aufbaut!
kräftemangel entgegenwirkt: Aktuell Kontakt:
können sich zusätzlich 40 junge Günther platter Roland Teißl
Menschen im Landesdienst bzw. bei Landeshauptmann Landesschulinspektor und
den Tirol Kliniken um einen Ausbil- Lehrlingskoordinator
dungsplatz bewerben. Johannes tratter
Die Devise lautet: Wer Köpfchen hat, Arbeitslandesrat Tel.: 0 512/52 0 33-201

E-Mail: r.teissl@lsr-t.gv.at

Impressum Informationszeitung der Tiroler Landesregierung/Auflage: 119.000 Stück


Medieninhaber und herausgeber: Land Tirol. ChefredakTion: rainer gerzabek, Mag. alexandra sidon. redakTion: bettina sax ba Msc, stefanie stei-
ner ba, Mag. eva horst-Wundsam. konTakT: abteilung Öffentlichkeitsarbeit, Landhaus 1, 6020 innsbruck, Tel.: 0043-(0)512/508-1902, e-Mail: landeszeitung@
tirol.gv.at. redakTioneLLe koordinaTion: Mag. Christa hofer. VerLagsorT: innsbruck. hersTeLLungsorT: innsbruck. naMe des hersTeLLers: intergraphik.
offenLegung geMÄss § 25 MediengeseTZ: Medieninhaber: Land Tirol. erklärung über die grundlegende richtung: information der bürgerinnen über die arbeit der
Landesregierung, der Landesverwaltung und des Landtags.
Mai 2016 | tiroler Landeszeitung Fachkräfteoffensive 3

die lehre –
Ausbildung am Puls der Zeit!
Rückläufige lehRlingszahlen und fachkRäftemangel – diesen entwicklungen tRitt
das land tiRol mit deR fachkRäfteoffensive entgegen.

„Die duale Ausbildung ist und bleibt das


wirksamste Mittel gegen Jugendarbeitslo-
sigkeit. Daher haben das Land Tirol, der Lan-
desschulrat für Tirol wie auch die Sozialpart-
ner in den vergangenen Jahren zahlreiche
Lehrlingsinitiativen gesetzt“, betonen LH
Günther Platter und LR Johannes Tratter.
Die Fachkräfteoffensive läuft mit vollem
Engagement. Neben der Etablierung eines
Lehrlingskoordinators (siehe Interview auf
Seite 2) richtete die Tiroler Landesregierung
auch eine eigene Fachkräfteplattform ein.
Mitwirkende sind der Landesschulrat für
Tirol (LSR), die Arbeiterkammer Tirol (AK),
die Wirtschaftskammer Tirol (WK) sowie
die Industriellenvereinigung Tirol (IV). Alle
Lust auf Lehre
bekennen sich zum gemeinsamen Ziel: Lust machen, das ist das
auf Lehre machen! Ziel der Fachkräfte-
plattform.
Land Tirol investiert in duale Ausbildung
„Das Land Tirol setzt zahlreiche Maßnah-
men für Jugendliche, insbesondere am Foto: Fachberufsschule D. Swarovski KG

Übergang Schule - Beruf“, führt Arbeitslan-


desrat Tratter aus. Für Projekte, die speziell
den Lehrlingen zugutekommen, werden tin Beate Palfrader den Beschluss der Lan- alen Ausbildung bis hin zur eigenen Unter-
jährlich rund 3,7 Millionen Euro investiert. desregierung, den Landesschulinspektor nehmensgründung: „Motivierte und quali-
„Die Vorteile und Berufschancen einer pra- für das Berufsschulwesen, Roland Teißl, fizierte junge Menschen braucht das Land,
xisnahen Berufsausbildung sind häufig zu als eigenen Lehrlingskoordinator einzu- aber auch die heimische Wirtschaft!“ ■
wenig bewusst“, begründet Bildungslan- setzen. Auch LRin Patrizia Zoller-Frischauf
desrätin und Amtsführende LSR-Präsiden- setzt auf die vielfältigen Chancen der du- Eva Horst-Wundsam

ErfolgrEich mit In Tirol wird diese Ausbildung vom bfi Begleitendes modell
lEhrE und matura und WIFI durchgeführt. Dabei kann zwi- Der Unterricht findet in der Freizeit
schen einem „Begleitenden Modell“ und statt. Damit ist der Unterricht unabhän-
Das Modell „Lehre und Matura“ ver- einem „Integrierten Modell“ gewählt gig vom Lehrbetrieb.
bindet seit 2008 eine vollständige werden.
Berufsausbildung mit der allgemeinen
Hochschulreife und wird vom Bundes- integriertes modell
ministerium für Bildung und Frauen Dieses Modell ist Bestandteil des Lehr-
sowie dem Land Tirol finanziert. Bereits verhältnisses und muss mit dem Lehr-
380 Tiroler Lehrlinge (165 Frauen, 215 betrieb abgeklärt sein. Der Unterricht
Männer) haben seit Beginn neben ihrer findet einmal pro Woche am Vormittag
Berufsausbildung die Matura abgelegt. oder Nachmittag statt. www.tirol.gv.at/lehre-und-matura
4 Lehrlinge im Rampenlicht tiroler Landeszeitung | Mai 2016

Drei Lehrlinge –
drei Berufe
Derzeit absolvieren 45 junge Menschen eine lehre iM aMt Der tiroler
lanDesregierung unD bei Den tirol KliniKen. Mit Der lehrlingsoffensive stehen
40 neue lehrstellen zur verfügung. Wer Macht eine lehre beiM lanD tirol –
Wir haben uns uMgehört.

Liebe Evelyne, erzähl uns etwas von deiner als Bürokauffrau macht mir Spaß und au- Neues kennen.
Arbeit. Welche Aufgabengebiete umfasst ßerdem lernt man dabei neue Leute ken- Was schätzt du an den Tirol Kliniken als
deine Lehre? nen. Arbeitgeber?
Ich absolviere die Lehre zur Bürokauffrau Welche Erwartungen hast du an deine Die Tirol Kliniken sind ein großes, interes-
bei den Tirol Kliniken und bin im Moment Lehrstelle? santes Unternehmen und ein verlässlicher
in der Rechtsabteilung beschäftigt. Daher Ständige Weiterbildung ist mir wichtig, vor Arbeitgeber, der auf das Wohl seiner Mitar-
habe ich tagtäglich viel mit Akten zu tun. allem möchte ich meine EDV-Kenntnisse beiterinnen und Mitarbeiter schaut.
Ich arbeite im Sekretariat mit, pflege Akten erweitern, meine Selbstständigkeit fördern Möchtest du zukünftigen Lehrlingen et-
ein, schreibe Diktate und erledige allgemei- und meine Kommunikations- und Organi- was mit auf den Weg geben?
ne Büroaufgaben wie Telefonieren, Kopie- sationsfähigkeiten ausbauen. Pünktlichkeit, Verlässlichkeit und saube-
ren oder Briefeverschicken. Was gefällt dir an deiner Ausbildung be- res Arbeiten sind besonders für Lehrlinge
Warum hast du dich für diese Ausbildung sonders gut? wichtige Eigenschaften. Bei den Tirol Klini-
entschieden? Ungefähr jedes halbe bis ganze Jahr wech- ken ist man gut aufgehoben und man lernt
Die Ausbildung ist sehr abwechslungsreich selt man in eine andere Abteilung inner- viel fürs Leben. ■
und man kann dabei seine eigenen Fähig- halb der Tirol Kliniken. Dabei lernt man
keiten weiterentwickeln. Die Tätigkeit immer wieder Interviews: Bettina Sax, Stefanie Steiner

Liebe Maria, erzähl uns etwas von deiner


Arbeit.
Ich absolviere das dritte Lehrjahr zur Verwal-
tungsassistentin in der Bezirkshauptmann-
schaft Imst. Wir haben jeden Morgen eine
Besprechung. Im Anschluss helfe ich bei der
Bearbeitung der Post und mache Auswer-
tungen für meinen Chef. Am Nachmittag bin
ich meistens in der Sozialhilfe. Dort erledige
ich Sekretariatsarbeiten sowie Schreib- und
/Pichler

Drucktätigkeiten und erfasse neue Anträge.


Was sind deine Aufgaben?
l Kliniken

Ich erledige den Posteingang und -aus-


gang, schreibe Diktate, ordne die Akten der
Foto: Tiro

Strafabteilung und lege sie ab, helfe in der


Rechenstelle aus, ordne und erfasse Einzah-
lungsbelege und mache hin und wieder Tele-
e Lehre fondienst. Dieser flexible Aufgabenwechsel
ungsreich
a ch t d ie abwechsl ike n Spaß. gefällt mir besonders und ich kann zeigen,
Evelyne m u b e i d en Tirol Klin
uff ra was ich alles kann.
zur Büroka
Welche Herausforderungen gibt es?
Am Anfang sicherlich die Amtssprache und
die Einarbeitung in verschiedene Computer-
programme.
Warum hast du diese Ausbildung ge-
wählt?
Mai 2016 | tiroler Landeszeitung Lehrlinge im Rampenlicht 5

Lieber Ulrich, wie schaut ein typischer Ar-


beitstag eines angehenden Berufsjägers
aus?
Eigentlich gibt es bei mir keinen typischen
Arbeitstag – jeder Tag ist anders. Zu den
Aufgaben gehören im Winter die Fütterung,
Wildzählung und -beobachtung. Im Frühjahr
geht es dann ans Aufräumen (Heu und Mist)
sowie Hochsitze- und Jagdhüttenbauen
und Instandhalten. Im Sommer tätigen wir
hauptsächlich Abschüsse und betreuen Gäs-
teführungen. Jäger aus Lei-
Warum gerade diese Lehre? denschaft: Ul
rich
Wir waren immer viel auf der Alm und in der verbringt bei
seiner
Lehre viel Zeit
Natur. Außerdem ist mein Vater hauptberuf- in der
Natur.
licher Jagdaufseher. Ich mag das Wild. Ich
habe die Polytechnische sowie die Land-
vat

wirtschaftliche Schule besucht und danach


ri
Foto: p

habe ich drei Jahre in ganz Tirol gesucht, wo


ich meinen Traumberuf lernen kann. Gott sei
Dank habe ich dann zufällig die Ausschrei- kann und während der
bung für meine jetzige Arbeit gefunden. Und die Natur – ich könnte nicht den acht Monate Forstaus-
Welche Herausforderungen stellt deine ganzen Tag im Büro sitzen. bildung im ersten Lehrjahr weiter
Lehre an dich? Was schätzt du am Land Tirol als Arbeitge- meinen Lohn bekommen habe.
Man muss körperlich fit sein, da man viel ber? Dein Tipp für angehende Lehrlinge?
im Gelände unterwegs ist. Außerdem muss Ich schätze, dass ich ein sicheres Einkom- Wenn jemanden etwas wirklich interessiert,
man selbst Entscheidungen treffen können. men habe, das gute Arbeitsklima und die sollte man auch weiter entfernt von zu Hau-
Es ist auch wichtig, das Wild zu verstehen: flexiblen Arbeitszeiten. Außerdem ist das se eine Stelle suchen. Außerdem sollte man
Wie verhält es sich? Was wird es machen? Land Tirol eine der wenigen Einrichtungen, sich über die Tätigkeiten gut informieren –
Was gefällt dir an deiner Lehre? die Berufsjäger ausbildet. Ich finde es su- nur deswegen, weil man gerne in der Natur
Dass man viel selbst entscheiden kann. per, dass ich hier eine Ausbildung machen ist, kann man noch kein Berufsjäger sein.

Ich wollte schon immer in einem Büro arbei-


ten und habe daher schon vorher in einigen
Büros „geschnuppert“.
Welche Vorteile bringt dir deine Lehre?
Ich bin in einer Verwaltungsbehörde einsetz-
bar und möchte auch in der Zukunft beim
Land Tirol tätig sein. Hier hat man Aufstiegs-
chancen und das Arbeitsklima passt gut.
Was schätzt du an deinem Arbeitgeber? Maria schätz
t die
Ich habe ein fixes Gehalt, somit eine gewis- eigenständ
ige
Arbeitswei
se Selbst- und Eigenständigkeit: flexible se und
das Arbeits
klima
Arbeitszeiten und selbstständige Urlaubs- beim Land Ti
rol.
planung.
Welche Erwartungen hast du an deine
Lehrstelle?
Ich habe bald meine Lehrabschlussprüfung
rauter

und glaube, eine gute Sekretärinnenausbil-


Tirol/Neu

dung zu haben. Ich möchte Einblick in die


gesamten Bereiche der Bezirkshauptmann-
schaft bekommen und künftig in verschie-
Foto: Land

denen Bereichen einsetzbar sein.


Möchtest du anderen Lehrlingen etwas
mit auf den Weg geben?
Berufspraktische Erfahrungen zu sammeln, dem finde ich die Lehre mit Matura super, da
ist der erste Einstieg in das Berufsleben. Ich man studieren und gleichzeitig sein eigenes
habe in einigen Büros geschnuppert. Außer- Geld verdienen kann.
6 Lehrausbildung tiroler Landeszeitung | Mai 2016

voller einsatz
gegen Jugendarbeitslosigkeit
DAS LAND TIROL FÖRDERT IM RAHMEN DER FACHKRÄFTEOFFENSIVE DIE ÜBERBETRIEBLICHE
LEHRAUSBILDUNG MIT 1,7 MILLIONEN EURO.

Gemeinsam bekämpfen das Arbeitsmarkt- Bezirken eine überbetriebliche Lehrausbil- samtbudget beträgt 6,9 Millionen Euro. Das
service (AMS) und das Land Tirol die Jugend- dung an. In der Ausbildungssaison 2015/16 Land Tirol stellt dafür 1,7 Millionen Euro zur
arbeitslosigkeit – und bieten unter dem Be- werden rund 440 Jugendliche auf überbe- Verfügung.
griff „Ausbildungsgarantie“ in allen Tiroler trieblichen Lehrplätzen betreut. Das Ge-
Qualifizierungsmaßnahmen
„Unser Ziel ist es, Jugendlichen ohne Aus-
bildungsplatz die Möglichkeit zu bieten,
eine Lehre zu beginnen. Wir können mit den
Qualifizierungs- und Schulungsmaßnahmen
sicherstellen, dass alle Tiroler Jugendlichen
Zugang zur Berufswelt haben und damit ihre
Perspektiven für die Zukunft verbessern. Für
die Unternehmerinnen und Unternehmer
ergeben sich zusätzliche Chancen, gut aus-
gebildete Fachkräfte zu gewinnen und da-
mit einen möglichen Fachkräftemangel ab-
zuwenden“, betont Wirtschaftslandesrätin
Patrizia Zoller-Frischauf. „Kein Jugendlicher
in Tirol soll zurückgelassen werden, ohne
Ausbildung und damit ohne Berufschance.“

Ausbildungsgarantie
„Im Rahmen der Ausbildungsgarantie wird
Foto: ibisacam

mit Jugendlichen auch der Berufswahlpro-


zess neu aufgerollt, sodass sie Chancen in
Berufen erkennen, die bislang noch keine
Berücksichtigung fanden“, erklärt Anton
Wirtschaftslandesrätin Patrizia Zoller-Frischauf, die Lehrlinge Janine und Jeronimo Kern, Landesgeschäftsführer AMS Tirol. ■
sowie AMS-Landesgeschäftsführer Anton Kern (von links).
Rainer Gerzabek

Mehr Fachkenntnisse es den ‚Ausbildungsverbund Tirol‘ nach erfolgen.“ Die Finanzierung der Gesamt-
durch ausbildungs- dem Berufsausbildungsgesetz (BAG) kosten von 40.000 Euro erfolgt durch
des Bundes“, erklärt Wirtschaftslandes- den Bund (75 Prozent) und das Land
verbund rätin Patrizia Zoller-Frischauf. „Während Tirol (25 Prozent). Die Fördersumme für
Die Spezialisierung in der Wirtschaft wesentliche Fertigkeiten und Kenntnisse heuer beträgt 10.000 Euro. „Durch die
nimmt immer mehr zu. Das kann dazu überwiegend im Lehrbetrieb vermittelt Zusatzförderung des Landes werden die
führen, dass nicht mehr alle erforder- werden, können ergänzende Ausbil- Kosten für verpflichtende Maßnahmen
lichen Kenntnisse und Fertigkeiten dungsmaßnahmen in einem anderen bis zu 100 Prozent gefördert“, betont
in vollem Umfang in einem Betrieb Partnerbetrieb des Ausbildungsverbunds LRin Zoller-Frischauf. Die Förderung be-
vermittelt werden können. „Um solchen oder in einer dafür geeigneten Einrich- trägt maximal 2.000 Euro pro Lehrver-
Unternehmen trotzdem die Möglichkeit tung wie dem Wirtschaftsförderungs- hältnis. Träger des Ausbildungsverbunds
zu eröffnen, Lehrlinge auszubilden, gibt oder dem Berufsförderungsinstitut ist die Wirtschaftskammer Tirol.
Mai 2016 | tiroler Landeszeitung Lehrling des Jahres 7

Verleihung der
Auszeichnung
„Lehrling des Jah-
res 2015“ - LR Jo-
hannes Tratter (li.)
gratuliert Manuel
Laimgruber aus
Absam. Mit ihm
freuen sich Gün-

Foto: Land Tirol/Wucherer


ter Hell (Leiter
ÖBB Lehrlingswe-
sen) und Markus
Heim (Leiter der
Lehrwerkstätte
Innsbruck).

Lehrling des Jahres 2015:


Manuel Laimgruber
Im Rahmen deR 14. Galanacht deR lehRlInGe veRlIeh MyKey – Leben und
aRbeItslandesRat Johannes tRatteR küRzlIch Im land- Arbeiten in tiroL
haus dIe auszeIchnunG „lehRlInG des JahRes 2015“ an
manuel laImGRubeR aus absam. Die Lehre ist für viele junge Men-
schen der Einstieg in ein erfolgreiches
Den jungen Elektrotechniker (Lehrbetrieb: für unseren erfolgreichen Standort sind. Berufsleben – so auch für unbe-
ÖBB Infrastruktur AG – Lehrwerkstätte Inns- Im Rahmen der Fachkräfteoffensive setzt gleitete minderjährige Flüchtlinge
bruck) hatten LeserInnen der Tiroler Landes- das Land Tirol daher ein Bündel an Maßnah- (umF). Das Erlernen der deutschen
zeitung, Online-VoterInnen sowie eine Fach- men, um die duale Ausbildung weiter zu Sprache, aber auch der Erwerb von
jury aus den zwölf „Lehrlingen des Monats“ stärken!“ schulischen Grundkompetenzen sind
zum Sieger gekürt. Neben den individuellen maßgeblich, um sie an die Lehraus-
Leistungen in Schule und Betrieb zählten Engagiert in Beruf und Gesellschaft bildung heranzuführen. Aus Mitteln
auch das Interesse an Weiterbildung, soziale Manuel Laimgruber absolviert eine Lehre des Europäischen Sozialfonds und
Kompetenzen und ehrenamtliches Engage- zum Elektrotechniker. Die dritte Fachklas- des Landes Tirol wird das Projekt
ment zu den Auswahlkriterien. Für LR Johan- se konnte er mit ausgezeichnetem Erfolg MyKey – Leben und Arbeiten in Tirol
nes Tratter ist die Galanacht ein Symbol für abschließen, zudem erhielt er das Goldene finanziert, bei dem 45 Plätze zur Ver-
den hohen Stellenwert, den die duale Ausbil- Leistungsabzeichen der Wirtschaftskammer fügung stehen, um für jeweils ein Jahr
dung in Tirol genießt: „Es kann nur eine bzw. beim Lehrlingswettbewerb. Vom Betrieb an den Bildungsbausteinen Deutsch,
einer Lehrling des Jahres werden. Aber alle wird er besonders für seine Verlässlichkeit, Mathematik, Englisch und Lernhilfe
jungen Menschen, die sich der Wahl stellen, Kollegialität, Pünktlichkeit und seinen Fleiß sowie an der freiwilligen Kleingrup-
zeichnen sich durch berufliches und gesell- gelobt. Auch privat ist Manuel sehr aktiv, penförderung teilnehmen zu können.
schaftliches Engagement aus und sind somit u. a. als Mitglied der Freiwilligen Feuerwehr
Vorbilder. In Tirol gibt es viele talentierte und Absam und der Landjugend. ■ Kontakt: Projektleiter Kurt Hofer
tüchtige Lehrlinge, die als künftige Fachar- e-Mail: mykey.tirol@ibisacam.at
beiterinnen und Facharbeiter unverzichtbar Eva Horst-Wundsam
8 Lehrling gesucht tiroler Landeszeitung | Mai 2016

tag der lehre


am 3. Juni in Innsbruck
Der AktionstAg rückt Den Wert Der DuAlen AusbilDung unD Deren
PotenziAle ins licht Der Öffentlichkeit.

Interessierte Besucherinnen und Besucher


erwartet ein umfassendes Angebot aus über
30 Lehrberufen. Die zukünftigen Fachkräfte
stellen ihr Können unter Beweis und lassen
sich bei der Arbeit über die Schulter schauen,
Vertreterinnen und Vertreter der Innungen
informieren
über Lehrbe-
rufe und Lehr-
stellen. Die
AK Tirol, die IV
Foto: Tiroler Fachberufsschulen

Tirol, der Lan-


desschulrat für
Tirol, die Tiroler
Fachberufsschulen und die WK Tirol veran-
stalten gemeinsam mit dem Land Tirol die-
sen besonderen Event im Zeichen der Lehre.
Zeit: Freitag, 3. Juni 2016, 10 bis 15 Uhr –
Leistungsschau der Tiroler Lehrlinge
Den zukünftigen Fachkräften über die Schulter schauen – das können Inter- Ort: Messe Innsbruck – Halle A
essierte beim Tag der Lehre.
www.tag-der-lehre.tirol

DAS LAND TIROL • Ein(e) Rechtskanzleiassistent/-in Bewerbungsvoraussetzungen:


SCHREIBT FOLGENDE (Innsbruck) Positiver Abschluss der 9. Schulstufe,
• Drei Technische Zeichner/-innen Interesse an Verwaltung und Politik,
LEHRSTELLEN AUS: (Innsbruck) Identifikation mit dem Land Tirol,
• Drei Vermessungstechniker/-innen • Ein(e) KFZ-Mechaniker/-in (Innsbruck) Freude am Umgang mit Menschen,
(Lienz und Innsbruck) • Zwei Elektrotechniker/-innen (Inns- Freundlichkeit, Offenheit und Lern-
• Sieben Bürokaufmänner/-frauen bruck) bereitschaft.
(Innsbruck) • Ein(e) Koch/Köchin (Innsbruck) Entgelt nach Kollektivvertrag des
• Ein(e) Chemielaborant/-in (Innsbruck) • Zwei Restaurantfachmänner/-frauen jeweiligen Lehrberufs. Bewerbungen an
• Zwei Facharbeiter/-innen in Forstgar- (Innsbruck) das Amt der Tiroler Landesregierung –
ten- und Forstpflegewirtschaft • Ein(e) Zahntechniker/-in (Innsbruck) wenn möglich – per E-Mail an
(Innsbruck) • Ein(e) Pharmazeutisch- organisation.personal@tirol.gv.at oder
• Ein EDV-Lehrling (Innsbruck) kaufmännische/-r Assistent/-in an die Abteilung Organisation und
• Ein(e) Druckvorstufentechniker/-in (Innsbruck) Personal, Eduard-Wallnöfer-Platz 3,
(Innsbruck) • Ein(e) Straßenerhaltungsfachmann/- 6020 Innsbruck, mit Angabe des
• Ein(e) Buchbinder/-in (Innsbruck) frau (Innsbruck) gewünschten Lehrberufs.
• Ein(e) Medienfachmann/-frau • Neun Verwaltungsassistenten/-innen
(Innsbruck) (Innsbruck, Imst, Kufstein, Kitzbühel, Das Bewerbungsformular ist unter
• Ein(e) Archiv-, Bibliotheks- und St. Johann, Landeck, Lienz, Reutte, www.tirol.gv.at/buergerservice/
Informationsassistent/-in (Innsbruck) Schwaz) stellenausschreibungen abrufbar.