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„Chemie – die stimmt!

“ 2017/2018
Aufgabenblatt
2. Runde – Klasse 10

1 Bekannte Chemiker?
Ordne die beschriebenen Entdeckungen den entsprechenden Wissenschaftlern zu.

Amedeo Avogadro, Otto Hahn, Joseph von Fraunhofer, Francis Crick, Johann Friedrich Böttger, Dmitri
Iwanowitsch Mendelejew, Friedrich Wöhler, Antoine Laurent de Lavoisier, Carl Bosch, Marie Curie.

Entdeckung Name der Wissenschaftler


Entwicklung des Periodensystems der Elemente
Entdeckung der Elemente Radium und Polonium
Herstellung des ersten europäischen Hartporzellans
Gasgesetz
technische Ammoniaksynthese, Hochdruckverfahren
Deutung der Verbrennung als Sauerstoffaufnahme
Entdeckung von Protactinium und Kernspaltung des Uranatoms
Untersuchung des Sonnenspektrums
Entdeckung der Doppelhelix
Beginn der synthetischen organischen Chemie mit der Harnstoffsynthese

2 Ester und Carbonsäuren


Fruchtester sind in der Lebensmittelindustrie von großer Bedeutung. Der Ester aus Ethansäure und
n-Octanol duftet beispielsweise nach Orangen.

a) Entwickle die Reaktionsgleichung für die Bildung des Esters und benenne diesen.

Ein angenehmes Nelkenaroma weist der Ester aus Benzylalkohol und Salicylsäure auf.

O OH
OH

OH

Benzylalkohol Salicylsäure

b) Gib die Strukturformel des Esters an.


c) Begründe, dass Salicylsäure sowohl mit Alkoholen als auch mit Säuren Ester bildet.

Acetylsalicylsäure (ASS) ist der Wirkstoff des Schmerzmittels ASPIRIN R


. Dieser Ester wird üblicherwei-
se aus Salicylsäure und Essigsäureanhydrid hergestellt, die im Verhältnis 1:1 reagieren.

d) Essigsäureanhydrid bildet sich durch die Verbindung von zwei Essigsäuremolekülen unter Abspal-
tung von Wasser. Gib die Strukturformel für Essigsäureanhydrid an und benenne die Reaktionsart
zur Bildung dieses Anhydrids.

e) Berechne die Masse an Essigsäure, die zur Herstellung einer ASPIRIN


R
- Tablette mit 500 mg Wirk-
stoff eingesetzt werden muss.

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2. Runde – Klasse 10

3 Stoffproben
Willi hat zur Untersuchung fünf weiße, feste Stoffproben erhalten. Er nimmt bei Probe 1 einen leichten
Essiggeruch wahr. Eine Flammenprobe zeigt bei 1, 3 und 4 jeweils eine typische gelbe Färbung. Weite-
re Untersuchungen ergeben, dass Probe 1 brennbar ist und Probe 5 unter Entwicklung eines braunen
Gases zersetzt wird.
Beim Mischen der Lösungen der fünf Proben kann Folgendes beobachtet werden:

Probe 5 ge- Probe 1 Probe 2 Probe 3 Probe 4


mischt mit
Beobachtung beiger Nieder- weißer Nieder- brauner Nieder- weißer Nieder-
schlag schlag, der sich schlag schlag, der sich
bald grau färbt bald grau färbt

Probe 3 ge- Probe 1 Probe 2 Probe 4 Probe 5


mischt mit
Beobachtung keine Veränderung typisch stechender keine Veränderung brauner Nieder-
Geruch nach Am- schlag
moniak

a) Gib den Namen und die Formeln der Stoffe der Proben 1 bis 5 an.
b) Entwickle die Reaktionsgleichungen aller in wässriger Lösung abgelaufenen Reaktionen in verkürz-
ter Ionenschreibweise und gib die jeweilige Reaktionsart an.

4 Oxalsäure, Oxalate und Thermogravimetrie


In der Analytik dienen Oxalsäure (Ethandisäure) und ihre Salze (Oxalate) als Urtitersubstanzen zur
Herstellung von Urtiterlösungen (Lösungen genau bekannter Konzentration) in der Manganometrie.
a) Entwickle die Reaktionsgleichungen für beide Dissoziationsstufen der Oxalsäure.
Benenne die Reaktionsprodukte der ersten Dissoziationsstufe.
b) Vervollständige folgende Reaktionsgleichung. Begründe die Reaktionsart.

_MnO4 – + _C2 O42 – + _H+ −−→ _Mn2+ + _CO2 + _H2 O


Bei der mehrstufigen thermischen Zersetzung von Calciumoxalat-Monohydrat wird die Massenänderung
des Salzes bezogen auf die Einwaage bestimmt. Zunächst wird das Kristallwasser abgegeben. Es fol-
gen zwei weitere Schritte, bei denen jeweils ein anderes Gas freigesetzt wird.

Werden 5 g CaC2 O4 · H2 O eingewogen und thermisch zersetzt, ermittelt man folgende Masseverluste:
1. ∆m1 = 0,62 g
2. ∆m2 = 0,96 g
3. ∆m3 = 1,51 g
c) Entwickle die Reaktionsgleichungen zu allen drei Reaktionsschritten. Zeige rechnerisch, um welche
zwei Gase es sich bei Schritt 2 und 3 handelt.

5 Flusssäure
Im Jahr 2016 ist auf der Autobahn A10 ein Gefahrguttransporter mit 38%iger Flusssäure (Fluorwasser-
stoffsäure, ρ = 1,14 cmg 3 ) verunglückt. Dabei liefen 300 kg der stark giftigen Verbindung aus.
Die Säure geht eine ausgeprägte Autoprotolyse ein, dessen Produkte sehr reaktive Moleküle sind.

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3 HF −−→ H2 F+ + HF2 –

Technisch wird Flusssäure durch die Reaktion von Calciumfluorid mit Schwefelsäure bei 300 ◦C gewon-
nen. Das entstehende Fluorwasserstoffgas wird anschließend in Wasser eingeleitet.

a) Berechne das Volumen an ausgelaufener Flusssäure.


b) Entwickle die Reaktionsgleichung für die Reaktion von Flusssäure mit Calcium in Ionenschreibweise.
c) Erkläre das Wesen der Autoprotolyse.
d) Berechne die Masse an Calciumfluorid, die zur Herstellung von 100 Liter 38%iger Flusssäure benö-
tigt wird.
e) Überprüfe rechnerisch, ob ein Löschfahrzeug mit einem Fassungsvermögen von 2200 Liter Wasser
für das Verdünnen von 100 Liter 38%iger auf 2%ige Flusssäure ausreicht.

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1 Bekannte Chemiker?
Entdeckung Name der Wissenschaftler
Entwicklung des Periodensystems der Elemente Dmitri Iwanowitsch Mendelejew
Entdeckung der Elemente Radium und Polonium Marie Curie
Herstellung des ersten europäischen Hartporzellans Johann Friedrich Böttger
Gasgesetz Amedeo Avogadro
technische Ammoniaksynthese, Hochdruckverfahren Carl Bosch
Deutung der Verbrennung als Sauerstoffaufnahme Antoine Laurent de Lavoisier
Entdeckung von Protactinium und Kernspaltung des Uranatoms Otto Hahn
Untersuchung des Sonnenspektrums Joseph von Fraunhofer
Entdeckung der Doppelhelix Francis Crick
Beginn der synthetischen organischen Chemie mit der Harnstoffsynthese Friedrich Wöhler
Σ = 5 P.

2 Ester und Carbonsäuren


a) Name des Esters: Ethansäureoctylester (1+1P.)
CH3 −COOH + CH3 −(CH2 )6 −CH2 OH −−→ CH3 −COO−CH2 −(CH2 )6 −CH3 + H2 O
b) Strukturformel von Salicylsäurebenzylester: (1P.)

OH

Salicylsäurebenzylester
c) Salicylsäure besitzt sowohl eine Carboxylgruppe als auch eine Hydroxylgruppe. Die Carboxyl-
gruppe kann mit Alkoholen und die Hydroxylgruppe mit Säuren Ester bilden. (2P.)
d) Es handelt sich um eine Substitutions- bzw. Kondensationsreaktion
Strukturformel von Essigsäureanhydrid: (1+1P.)

O O

CH3 O CH3

Essigsäureanhydrid
e) Verhältnis von Essigsäure zu Acetylsalicylsäure: 2:1 (1P.)
g
500 mg · 60,05 mol
m(Hac)=2 · g (1P.)
180,16 mol
m(Hac)=333,3 mg (1P.)
Σ = 10 P.

3 Stoffproben
a) Tabelle mit den Proben (5P.)
Probe 1 2 3 4 5
Name Natriumacetat Ammoniumchlorid Natriumhydroxid Natriumchlorid Silbernitrat
Formel NaCH3 COO NH4 Cl NaOH NaCl AgNO3

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b) Fällungsreaktion zw. Probe 5 und 1: Ag+ + CH3 COO – −−→ AgCH3 COO
Fällungsreaktion zw. Probe 5 und 3: Ag+ + OH – −−→ AgOH
Fällungsreaktion zw. Probe 5 und 2 bzw. 4: Ag+ + Cl – −−→ AgCl
Protolyse / Säure-Base-Reaktion zw. Probe 3 und 2: NH4+ + OH – −−→ NH3 + H2 O

Je Reaktionsgleichung 1P. und je Reaktionsart 0,5P. (6P.)


Σ = 11 P.

4 Oxalsäure, Oxalate und Thermogravimetrie


a) - C2 O4 H2 + H2 O −−→ C2 O4 H – + H3 O+ (0,5P.)
- Hydrogenoxalat-Ion, Hydronium-Ion (1P.)

- C2 O4 H + H2 O −−→ C2 O42 – + H3 O +
(0,5P)

b) - 2MnO4 – + 5C2 O42 – + 16H+ −−→ 2Mn2+ + 10CO2 + 8H2 O (1P.)


- Redoxreaktion (1P.)
- Elektronenübergang erkennbar an der Änderung der Oxidationszahlen (1P.)
+VII –
- 2 Mn O4 + 5 C+III
2 O4
2– +
+ 16 H −−→ 2 Mn +II2+ +IV
+ 10 C O2 + 8 H2 O (1P.)
c) I CaC2 O4 · H2 O −−→ CaC2 O4 + H2 O (1P.)
II CaC2 O4 −−→ CaCO3 + CO (1P.)
III CaCO3 −−→ CaO + CO2 (1P.)
Vergleich des Prozentualen Massenverlustes:
Für das erste Gas gilt:
g
M (CO) 28 mol
= g = 0,192 = 19,2%
M (CaC2 O4 · H2 O) 146,12 mol
0,96 g
m(Gas1) = 0,96 g → = 0,192 = 19,2%
5g

Die Massendifferenz passt zu CO. (1P.)


Nach dem Entwässern gilt:

m(CaC2 O4 ) = 5 g − 0,62 g = 4,38 g


M (Gas1) m(Gas1)
=
M (CaC2 O4 ) m(CaC2 O4 )
0,96 g g g
⇒ M (Gas1) = · 128,1 = 28 = M (CO)
4,38 g mol mol

Für das zweite Gas gilt:


g
M (CO2 ) 44 mol
= g = 0,301 = 30,1%
M (CaC2 O4 · H2 O) 146,2 mol
1,51 g
m(Gas2) = 1,51 g → = 0,302 = 30,2%
5g

Massendifferenz passt zu CO2 (1P.)


Für die dritte Reaktion gilt:

m(CaC2 O4 ) = 4,38 g − 0,96 g = 3,42 g


M (Gas2) m(Gas2)
=
M (CaCO3 ) m(CaCO3 )
1,51 g g g
⇒ M (Gas2) = · 100,1 = 44 = M (CO2 )
3,42 g mol mol

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2. Runde – Klasse 10

Σ = 11 P.

5 Flusssäure
m 300000 g
a) V = = = 263,16L (2P.)
ρ 1,14 cmg 3

b) Ca + 2 H+ + 2 F – −−→ CaF2 + H2 (1P.)

c) Autoprotolyse meint die Protonenübertragung zwischen zwei gleichen Molekülen. (2P.)


d) - CaF2 + H2 SO4 −−→ 2 HF + CaSO4 (1P.)
- Masse für 100%ige Flusssäure: (2P.)

ν(CaF2 ) · M (CaF2 ) · V (HF) · ρ(HF)


m100 (CaF2 ) =
ν(HF) · M (HF)
g g
78,08 mol · 100 L · 1,14 mol
= g = 222,44kg
2 · 20,008 mol

- Masse für 38%ige Flusssäure: (1P.)

w38 (HF) · m100 (CaF2 )


m38 (CaF2 ) =
w100 (HF)
38% · 222,44 kg
= = 84,5kg
100%

e) - Mischungskreuz (1P.)
38% 2
2%
0% 36
- Verhältnis 1:18 (1P.)
- 1 Teil HF muss mit 18 Teilen Wasser verdünnt werden, daher benötigt man für 100 Liter HF
1800 Liter Wasser (1P.)
- Ein Löschfahrzeug ist ausreichend (1P.)
Σ = 13P.

Gesamt: 50 Punkte

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