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ZIELTEXT UND ADRESSATENBEZUG

Bevor Übersetzen, soll man einige Eigenheiten berücksichtigen, die meinen Kollegen genannt haben.
a. Hintergrundtext (wo die Terminologie und das Verständnis sehr wichtig sind) oder Paralleltext (wo
die Strukturen und die Konventionen eine grundlege Bedeutung haben)
b. Texttyp (informativer, operativer, expressiver)
c. Textsorten/Textkonventionen (z.B. III Plural oder Infinitiv zu benutzen)
d. Die Adressaten, d.h. der Leser  ich werde dieses Thema behandeln

Gemäß Ulrich Kautz, der Handbuch Didaktik des Übersetzens und Dolmetschens geschrieben hat, wird der
Zieltext mittels eines Übersetzungsprozesses erzielt. Dennoch, bevor man über dieser Prozess entspricht,
soll er einige wichtigen Aspekte berücksichtigen.
Das Verstehen, die Analyse und das Formulieren des Zieltextes sind Teil dieser Vorgehensweise. In der
rezeptiven Phase greift der Übersetzer der Zieltext vor und seine Aufgabe ist die richtige Bedingungen auf
den richtigen Weise zu ermitteln, z.B. ein textangemessen Transfer und übersetzungsprozessualen
Schlussfolgerungen.
Tatsächlich, um seine Aufgabe zu lösen, soll der Übersetzer einige Voraussetzungen im Hinterkopf
behalten, vor Beginn der Zieltext-Erstellung:
a. Kenntnis von dem Zweck und der potentiellen Adressaten
b. Sich mit dem Ausgangstext bekannt machen und ihn texttypologisch einzuordnen
c. Den Text als Ganzes zu verstehen
d. Die Lücken, sowohl sprachliche als auch kulturspezifische, durch Recherchemittel
resolvieren
e. Die Übersetzungsprobleme durch eine Textanalyse, sei es mit Makrostrategie oder
Mikrostrategie durchgeführt worden, lösen

Aber was ist die Ordnung der Analyse? Beim Ausgangstext geht es vom Ganzen zum Teil; beim Zieltext
dagegen, geht es vom Teil zum Ganzen (das heißt, eine Synthese).
Die Adressaten sind ein wichtiger Teil der Übersetzung, weil sie den Endverbraucher symbolisieren.
Allerdings können sie einer anderen Kulturgemeinschaft anhören: daher, muss der Übersetzer sich seine
Verstehensvoraussetzungen unterscheiden.

Wie erzielt er/sie den Zieltext?


Er/sie reproduziert in der Zielsprache die scenes (Bewusstseinsinhalte, Formen, etc.), die von ihm mittels
adäquate frames (sprachlichen Formen) des Ausgangstextes ausgelöst wurden. Das ist ein Prozess, mit dem
er/sie die Informationen in der Zielsprache neu vertextet. Diese neu vertexteten „Übersetzungseinheiten“
setzt er/sie zu größeren Gebilden und letztlich zu einem komplett neuen Text, den Zieltext. Dann, beginnt
die Trial-and-error Prozedur, bei der er/sie sein/ihr Ziel der Funktionsadäquatheit erreicht.
Schließlich wird der Übersetzter die Redaktion des Zieltextes machen. In diesem Step, gibt es zwei
Gefahren: die Kohäsion kann beschädigt werden oder gar Teile des Ausgangstextes unübersetzt bleiben,
weil der Übersetzter den Gesamtzusammenhang aus dem Augen verloren hat. Jedoch, ohne Redaktion
könne die Kohäsion des Ausgangstextes befremdend erscheinen.

Wenn man alles zusammenzählt, er wird wissen, dass:


1. Die Übersetzung ist ein zeitaufwendiger Optimierungsprozess
2. Der Zeitdruck hilft der Übersetzter nicht, weil die Qualität der Übersetzung
verschlimmert
3. Der Optimierungsprozess ist ein Kernelement der translatorischen Kompetenz
4. Der Übersetzer ist der Protagonist der Übersetzungsprozess, der den Zieltext
im Einklang mit dem Übersetzungsauftrag verbringt.

Kurz und gut gesagt, der Autor ist mit dem Ausgangstext verbunden, während der Leser hat mit dem
Zieltext zu tun. Der Leser braucht die nötige Informationen und er wird entweder eine Übersetzung oder
eine Umschreibung lesen, um die gebrauchten Informationen zu enthalten.

Bei den Übungen, die wir gemacht haben, liegt die Korrektur des Textes über Herbst. Es war ein
informativer Text, mit präzise Informationen, terminologisch schwierig, aber die Grammatik war leicht. Wir
diskutierten über einige Wörter (z.B. Tageslängen – durata del giorno/ore di luce, Tagundnachtgleiche -
equinozio, Wintersonnenwende – solstizio d‘inverno, Herbstpunkt – punto d’incontro, punto Omega, punto
della bilancia, Tierkreis - Zodiaco, Ekliptik – eclittica, usw.), die für uns zweideutig waren.