Sie sind auf Seite 1von 72

0211 N01

Prof. Dipl.-Ing. Heinz Schnell


Koautor Dipl.-Ing. Arno Cremer

Maschinenelemente und Konstruktionen

MUK02K

Vorrichtungen

– Grundlagen
– Spannvorrichtungen
– Ausgewählte Vorrichtungen
– Baukastensystem

©
Das Studienheft und seine Teile sind urheberrechtlich geschützt. Jede
Nutzung in anderen als den gesetzlich zugelassenen Fällen ist nicht
erlaubt und bedarf der vorherigen schriftlichen Zustimmung des
Rechteinhabers. Dies gilt insbesondere für das öffentliche Zugänglich-
machen via Internet, Vervielfältigungen und Weitergabe. Zulässig ist
das Speichern (und Ausdrucken) des Studienheftes für persönliche
Zwecke.

In unseren Lernheften verweisen wir auf Seiten im Internet. Wir haben diese nach sorgfältigen Erwägungen ausgewählt.
Auf Inhalt und Gestaltung haben wir jedoch keinen Einfluss. Wir distanzieren uns daher ausdrücklich von diesen Seiten, soweit
darin rechtswidrige, insbesondere jugendgefährdende oder verfassungsfeindliche Inhalte zutage treten sollten.
Vorrichtungen

Vorrichtungen
MUK02K

Inhaltsverzeichnis

0211 N01
Einleitung .......................................................................................................... 1

Lektion 1
1 Grundlagen................................................................................................ 3
1.1 Fertigungsmittel.......................................................................... 3
1.1.1 Werkzeugmaschinen .................................................................. 3
1.1.2 Werkzeuge.................................................................................. 4
1.1.3 Vorrichtungen............................................................................. 5
1.1.4 Wechselbeziehungen .................................................................. 6
1.2 Einteilung der Vorrichtungen .................................................... 8
1.3 Konstruktionsprinzip .................................................................. 8
1.3.1 Einflussgrößen............................................................................ 8
1.3.2 Arbeitsfolge ................................................................................ 9
1.3.3 Konstruktionsregeln ................................................................... 12
1.4 Baukastensystem (Grundlagen) ................................................. 14
Wiederholungsaufgaben ........................................................................... 15

Lektion 2
2 Spannvorrichtungen .................................................................................. 16
2.1 Werkzeugspanner ....................................................................... 16
2.2 Werkstückspanner ...................................................................... 17
2.2.1 Werkstück spannen .................................................................... 17
2.2.2 Werkstück entspannen ............................................................... 18
2.3 Spannkraft .................................................................................. 18
2.4 Spannelemente............................................................................ 19
2.4.1 Spannkeil und -kegel.................................................................. 20
2.4.2 Spannschraube und -mutter........................................................ 20
2.4.3 Spannkurven ............................................................................... 20
2.4.4 Spannhebel ................................................................................. 24
2.4.5 Elastische Spannelemente .......................................................... 24
2.4.6 Übertragungselemente................................................................ 25
2.5 Ausgeführte Spannvorrichtungen............................................... 27
2.5.1 Schnellspanner............................................................................ 27
2.5.2 Kombinierte Spannvorrichtung.................................................. 29
2.5.3 Schnellspannvorrichtung (DIN 6348)........................................ 29
Wiederholungsaufgaben ........................................................................... 31
0211 N01

MUK02K
Vorrichtungen

Lektion 3
3 Ausgewählte Vorrichtungen ..................................................................... 32
3.1 Bohrvorrichtungen...................................................................... 32
3.1.1 Bohrbuchsen ............................................................................... 32
3.1.2 Klappvorrichtung (DIN 6347) ................................................... 36
3.2 Umformvorrichtungen................................................................ 36
3.2.1 Auswerfer ................................................................................... 37
3.2.2 Biegevorrichtung ........................................................................ 38
3.3 Teilvorrichtungen ....................................................................... 39
3.3.1 Direktes Teilen ........................................................................... 40
3.3.2 Indirektes Teilen......................................................................... 40
3.4 Gehäuse und Verschlüsse .......................................................... 42
3.4.1 Gehäuse ...................................................................................... 42
3.4.2 Verschlüsse................................................................................. 44
Wiederholungsaufgaben ........................................................................... 46

Lektion 4
4 Baukastensystem....................................................................................... 47
4.1 Grundelemente ........................................................................... 48
4.2 Aufbauelemente.......................................................................... 49
4.3 Positionierungselemente............................................................. 51
4.4 Zubehör ...................................................................................... 52
Wiederholungsaufgaben ........................................................................... 52

Anhang
A. Lösungen zu den Aufgaben im Text ......................................... 53
B. Lösungen zu den Wiederholungsaufgaben................................ 55
C. Literaturverzeichnis.................................................................... 57
D. Normblattverzeichnis ................................................................. 58
E. Vorrichtungsbaukasten (Beispiel).............................................. 59
F. Glossar........................................................................................ 62
G. Sachwortverzeichnis................................................................... 64
H. Einsendeaufgaben....................................................................... 65
MUK02K

MUK02KXX

MUK02K
© SGD, 18.08.19, Diaconu, Gabriela (934007)

Vorrichtungen Einleitung

Einleitung
In den Lernheften MUK01K–11K der Lernheftreihe „Maschinenelemente und
Konstruktion“ lernen Sie Maschinenelemente für unterschiedliche Funktionen aus-
zuwählen, zu berechnen und zu konstruieren. Diese kommen in verschiedenen Ma-
schinen und Systemen zur Anwendung, z. B. Wälzlager in Werkzeugmaschinen,
Elektromotoren, Kraftfahrzeugen usw.
Nachdem Sie im Lernheft MUK01K sehr ausführlich die Grundlagen des Konstru-
ierens kennengelernt haben, bietet das Heft MUK02K jetzt die Möglichkeit, an-
hand bereits fertig konstruierter und normierter Teile deren Funktion und Zusam-
menbau zu erkennen. Das Berechnen der Teile steht hier nicht im Vordergrund.
Die Autoren sind bemüht, neuere Normen (DIN, ISO) zu berücksichtigen.
Aufgrund nationaler und internationaler Regeln, z. B. DIN-Normen und ISO-Stan-
dards, werden die Maschinenelemente in einheitlicher Form, mit gleichen Abmes-
sungen innerhalb vorgeschriebener Toleranzen, an vielen Orten von den jeweiligen
Herstellern gefertigt. Dadurch wird ihre Austauschbarkeit gefördert und die Wirt-
schaftlichkeit der Maschinen verbessert und die Produktqualität gesteigert.
Normteile sind für die Fertigung ebenso Werkstücke wie andere Konstruktions-
teile. Je nach Stückzahl durchlaufen sie als Einzel-, Serien- oder Massenfertigung
auftragsgebunden oder auftragsneutral den Betrieb. Bei der Einzelfertigung wird
das Werkstück in der Arbeitsvorbereitung sorgfältig angerissen und markiert. Trotz
größter Aufmerksamkeit lassen sich bei größeren Stückzahlen Form- und Maß-
abweichungen während der Fertigung kaum vermeiden. Hier beginnt der Anwen-
dungsbereich von Vorrichtungen, um die erforderliche Form- und Maßgenauigkeit
der Produkte zu gewährleisten.
Der Fertigungsplan zeigt uns, welche Arbeitsvorgänge durch einen sinnvollen Ein-
satz von Vorrichtungen besser durchführbar sind. Hierzu ist es erforderlich, dass
Sie den Aufbau und die Bauelemente der Vorrichtungen kennen, damit Sie diese
für bestimmte Anwendungsfälle konstruieren können.
Zugleich verbessern Sie dadurch die allgemeinen Arbeitsbedingungen im Betrieb
und sorgen für mehr Sicherheit am Arbeitsplatz.
Im Lektion 3 werden ausgewählte Vorrichtungen einschließlich Gehäuse und
Verschlüsse behandelt. Gehäuse dienen zur Abdeckung von Geräten und Maschi-
nen sowie zur Führung ihrer bewegten Maschinenelemente. Verschlüsse schützen
und sichern Systeme vor Fremdeinwirkungen und das Bedienungspersonal vor
Betriebsunfällen.
Viel Erfolg bei der Bearbeitung des Heftes und der Einsendeaufgaben!

MUK02K 1
© SGD, 18.08.19, Diaconu, Gabriela (934007)

Einleitung Vorrichtungen

2 MUK02K
© SGD, 18.08.19, Diaconu, Gabriela (934007)

Grundlagen Lektion 1

Lektion 1

1 Grundlagen
Vorrichtungen sind Hilfsmittel der Fertigungstechnik. Deshalb untersuchen wir
zunächst die Einsatzbedingungen und versuchen ihre Aufgabe gegenüber anderen
Fertigungsmitteln abzugrenzen. Der Aufbau und die Gestaltung der Vorrichtungen
sind von den Wechselbeziehungen der Fertigungselemente und dem jeweiligen
Fertigungsverfahren abhängig. Diese bestimmen auch die Merkmale, die uns eine
systematische Einteilung der Vorrichtungen ermöglichen.
Die Anwendung von Vorrichtungen hat auch betriebswirtschaftliche Gründe.
Neben der Auswahl optimaler Fertigungsverfahren wird die Wirtschaftlichkeit von
den Fertigungszeiten beeinflusst. Durch einen gezielten Einsatz von Vorrichtungen
sollen diese, ohne Vernachlässigung der Arbeitssicherheit, verkürzt werden.
Vorrichtungen bedeuten einen zusätzlichen Kostenfaktor in der Fertigungsplanung.
Ihr Kostenaufwand muss daher der Fertigungsstückzahl und dem Anwendungs-
zweck entsprechen. Kostengünstige Konstruktionen berücksichtigen das Baukasten-
prinzip, eine Vielzahl verschiedener Vorrichtungen aus möglichst wenigen Bau-
elementen zusammenzustellen.

1.1 Fertigungsmittel
In der Fertigungstechnik unterscheiden wir folgende Betriebs- bzw. Fertigungs-
mittel:
– Werkzeugmaschinen
– Werkzeuge
– Vorrichtungen

1.1.1 Werkzeugmaschinen
Die Werkzeugmaschinen sorgen für den Antrieb und die Bewegung der Werkzeuge
und des Werkstücks, hauptsächlich aber für die Kraftübertragung vom Werkzeug
auf das Werkstück. So bewegt die Bohrmaschine das Bohrwerkzeug in der Dreh-
richtung und in der Längsrichtung zum Werkstück, während dieses auf dem Ma-
schinentisch ruht.
Als klassische Werkzeugmaschinen kennen wir Bohr-, Dreh-, Fräs-, Hobel- und
Schleifmaschinen für die spanabhebende Fertigung sowie Pressen für die spanlose
Fertigung. Diese Werkzeugmaschinen werden auch als Einzweckmaschinen
bezeichnet.

Aufgabe 1.1:
Welche Bewegungen führen Werkzeug und Werkstück bei einer Flächen-
schleifmaschine aus? (Vergleichen Sie bitte Ihre Lösungen stets mit den
Musterlösungen im Anhang des Lernheftes.)
____________________________________________________________________________________________________________________________
_____________________________________________________________________________________________________________________________

MUK02K 3
© SGD, 18.08.19, Diaconu, Gabriela (934007)

Lektion 1 Grundlagen

Die technische Entwicklung führte zu Mehrzweck- und Universalmaschinen, die es


ermöglichen, mehrere Fertigungsvorgänge mit einer Maschine auszuführen, sodass
Wege zwischen den Fertigungsschritten entfallen. Hierzu wurde ein Teil der erfor-
derlichen Vorrichtungen, z. B. Spannsysteme, konstruktiv in die Werkzeugmaschi-
ne eingegliedert. Kleine Werkstätten mit überwiegender Einzelfertigung arbeiten
aus Platz- und Kostengründen oftmals mit Universalmaschinen. In der Serien-
fertigung kommen hauptsächlich Mehrzweckmaschinen zur Anwendung. Ein-
zweckmaschinen können bei einer zweckentsprechenden Ausrüstung mit Vorrich-
tungen ebenfalls zu einfachen Fertigungsstraßen zusammengestellt werden.

Aufgabe 1.2:
Nennen Sie bitte eine Universalwerkzeugmaschine, die in Ihrem Betrieb
verwendet wird, und beschreiben sie ihre Funktion.
____________________________________________________________________________________________________________________________
_____________________________________________________________________________________________________________________________

1.1.2 Werkzeuge
Die Werkzeuge führen die vorgeschriebenen Fertigungsvorgänge aus. In Abhän-
gigkeit von den Fertigungsverfahren unterscheiden wir folgende Werkzeug-
gruppen:
– Trennwerkzeuge, z. B. Bohrer, Dreh- und Hobelstähle, Fräser, Schleifkörper,
Laserschneider
– Umformwerkzeuge, z. B. Biege-, Form-, Präge- und Rollwerkzeuge
– Fügewerkzeuge, z. B. Punktschweißwerkzeuge
Die Fertigungszeit eines Werkstücks ist die Summe von Haupt- und Nebenzeiten.
Aufgrund wissenschaftlicher Erkenntnisse über die Fertigungsverfahren sowie das
Werkstoffverhalten von Werkstück und Werkzeug werden optimale Hauptzeiten
berechnet. Diese stehen für viele Fertigungsvorgänge als Tabellen zur Verfügung.
Der Werkzeugzustand entscheidet dann über die wirkliche Hauptzeit.

Aufgabe 1.3:
Nennen Sie bitte die Einflussgrößen auf die Schnittgeschwindigkeit beim
Bohren.
____________________________________________________________________________________________________________________________
_____________________________________________________________________________________________________________________________

4 MUK02K
© SGD, 18.08.19, Diaconu, Gabriela (934007)

Grundlagen Lektion 1

1.1.3 Vorrichtungen
Die Vorrichtungen dienen zur eindeutigen Bestimmung des Werkstücks und siche-
ren Führung des Werkzeugs. Sie werden deshalb auch als passive Werkzeuge (z. B.
Spannwerkzeuge anstelle Spannvorrichtungen) bezeichnet. In der Fertigungspla-
nung gelten Vorrichtungen als Hilfsmittel zur Verkürzung der Nebenzeiten.
Die schnelle Folge von Fertigungsvorgängen, besonders in der Serien- und Mas-
senfertigung, führt ebenso zu einer vorzeitigen Ermüdung der Mitarbeiter wie eine
ständige körperliche Anstrengung. Diese Belastungen können durch den Einsatz
von Vorrichtungen erheblich gemindert werden. Schutz- und Hebevorrichtungen
erhöhen die Sicherheit am Arbeitsplatz.
Optimale Vorrichtungen vereinfachen auch den erforderlichen Prüfaufwand zur
Qualitätskontrolle. Sie sichern dadurch Personen mit geringerer fachlicher Qualifi-
kation einen Arbeitsplatz in der Fertigung.
Funktion, Fertigungsverfahren und -werkzeug bestimmen somit die Formgebung
des Fertigungsmittels als Spann-, Trenn-, Umform-, Teil-, Schutz- oder Transport-
vorrichtung.

Aufgabe 1.4:
Nennen Sie bitte Ihnen bekannte Vorrichtungen für Werkzeuge und Werkstü-
cke.
____________________________________________________________________________________________________________________________
_____________________________________________________________________________________________________________________________

Abb. 1.1: Fertigungsmittel, Beispiel: Bohrmaschine


(1 = Werkzeugmaschine, 2 = Werkzeug, 3 = Vorrichtungen, 
a = Werkzeugspanner, b = Werkstückspanner, 4 = Werkstück)

MUK02K 5
© SGD, 18.08.19, Diaconu, Gabriela (934007)

Lektion 1 Grundlagen

1.1.4 Wechselbeziehungen
Zwischen den beschriebenen Fertigungsmitteln bestehen Wechselbeziehungen, die
bei der Konstruktion von Vorrichtungen unbedingt zu beachten sind.
Ausführung und Nennleistung der Werkzeugmaschinen bestimmen die Einsatz-
möglichkeiten, z. B. Einzelwerkzeug oder Werkzeugsatz, und die Leistungsgrenzen
der Werkzeuge. Ihre Abmessungen sind eine Vorgabe für die Gestaltung der
Vorrichtung und die Anordnung der Bedienteile.
Gleichermaßen beeinflussen Funktion, Abmessungen und Arbeitsweg der Werk-
zeuge die Konstruktion der Vorrichtungen. Diese muss gewährleisten, dass das
Werkstück bei eingespanntem Werkzeug eingelegt und das Werkzeug bei eingeleg-
tem Werkstück gewechselt werden kann. Für bestimmte Werkstückbearbeitungen
wird diese Bedingung auf die Benutzung von Messeinrichtungen ausgedehnt.
In der Stanzereitechnik, z. B. Blech- und Kunststoffverarbeitung, bilden Werkzeug
und Vorrichtung vielfach eine Einheit. Hierbei haben nur Schnittstempel und
-platte bzw. Formstempel und Matrize einen Werkzeugcharakter, die übrigen
Bauteile entsprechen den Vorrichtungen (vgl. Abb. 1.2 a + b).
Die elektronische Datenverarbeitung (EDV) führt zu bemerkenswerten Verände-
rungen in der Fertigungstechnik und im Werkzeugmaschinenbau. So werden die
Zeichnungen und Stücklisten mittels CAD-Systemen erarbeitet, gespeichert und
durch CAM-Programme direkt in die Fertigung übertragen. Hierzu benutzt man
CNC- bzw. DNC-Werkzeugmaschinen. Das Endziel ist eine Vernetzung der
Teilsysteme zu einem betriebsumfassenden Gesamtsystem CIM (vgl. Tabelle 1.1).
Dabei entwickeln sich neue Beziehungen zwischen den Fertigungsmitteln. Diese
sind bei der Konstruktion von Vorrichtungen zu berücksichtigen.

Tabelle 1.1: Begriffe der EDV-Technik (Auszug)

CAD = computer aided design


rechnerunterstützte Konstruktion
CAM = computer aided manufacturing
rechnerunterstützte Fertigung

CAQ = computer aided quality assurance


rechnerunterstützte Qualitätssicherung

CIM = computer integrated manufacturing


rechnerintegrierte Fertigung, d. h. Verbund der rechnerunter-
stützten Tätigkeiten eines Betriebes

CNC = computer numerical control


rechnerunterstützte numerische Steuerung

DNC = direct numerical control


direkte numerische Steuerung durch einen Rechner, der die
Datenfernübertragung in Steuerprogramme umsetzt

6 MUK02K
© SGD, 18.08.19, Diaconu, Gabriela (934007)

Grundlagen Lektion 1

Abb. 1.2: Kombinierte Werkzeuge und Vorrichtungen für 


a) Trennverfahren einschl. Ausschnitt, 
b) Umformverfahren einschl. Formteil

Tabelle 1.2: Vorrichtungskatalog

spanabhebende, spanlose
Werkzeugspanner
Fertigung
Spannvorrichtungen
Trenn-, Umform-, Füge-,
Werkstückspanner
Mess- und Prüfverfahren

Bohrbuchsen, Bohr-
schablonen, Schnellspann-,
Bohrvorrichtungen
Klapp-, Schwenk-,
Universalvorrichtungen

Spanndorne, Spannfutter,
Vorrichtungen für Spannzangen, Planscheiben,
Drehvorrichtungen
Trennverfahren Mitnehmerscheiben, Setz-
stöcke

Fräs-, Hobel-, Räum-, Parallelschraubstöcke,


Schleifvorrichtungen Schnellspannvorrichtungen

Brennschneid-
Schneidschablonen
vorrichtungen

Biege-, Form-, 
Vorrichtungen für Stempel, Matrizen,
Planier-, Präge-,
Umformverfahren Auswerfer
Rollvorrichtungen

MUK02K 7
© SGD, 18.08.19, Diaconu, Gabriela (934007)

Lektion 1 Grundlagen

Falz-, Heft-, Klebe-,


Vorrichtungen für Löt-, Niet-, Schrumpf-,
Fügeverfahren Schweißvorrichtungen

Montagevorrichtungen Spann-, Schutzvorrichtungen

Anreißvorrichtungen
Teilvorrichtungen
Vorrichtungen für Universalteilkopf
Qualitätssicherung
Mess- und Prüf- Spezial-, Richt-,
vorrichtungen Prüfvorrichtungen

Werkzeugmaschinen Schutzbrillen,
Schutzvorrichtungen Werkzeuge Schutzblenden, Gehäuse,
Montage Verschlüsse

1.2 Einteilung der Vorrichtungen


Als Grundlage einer systematischen Einteilung von Vorrichtungen verwenden wir
die Fertigungsverfahren. Spann- und Schutzvorrichtungen sind fast immer erforder-
lich, sodass wir diese dem jeweiligen Fertigungsverfahren zuordnen, aber auch als
eigene Gruppe führen. Hebevorrichtungen und Transportvorrichtungen werden als
Fördermittel bezeichnet und sind deshalb im Vorrichtungskatalog nicht enthalten.

1.3 Konstruktionsprinzip
Grundsätzlich gelten für Vorrichtungen die gleichen Konstruktionsregeln wie für
jedes andere Werkstück im Maschinenbau. Wir ermittelten aber verschiedene
Merkmale, die in das Konstruktionsprinzip für Vorrichtungen aufzunehmen sind.

1.3.1 Einflussgrößen
Die wichtigsten Einflussgrößen auf die Gestaltung der Vorrichtungen sind:
– Mensch (Arbeitskraft)
– Werkstück und Werkstoff
– Werkzeug und Werkzeugmaschine
– Mess- und Prüfmittel
Im Mittelpunkt der Fertigung steht der Mensch. Das Grundprinzip der Vorrich-
tungskonstruktion ist daher die Schaffung optimaler Arbeitsbedingungen und eines
Höchstmaßes an Arbeitssicherheit (vgl. Abb. 1.3), allerdings ohne Vernachlässi-
gung der Fertigung.
Die Wechselbeziehungen der Fertigungsmittel haben wir bereits früher besprochen
(vgl. Abschnitt 1.1.4).
Die Qualitätssicherung ist ein wichtiger Bestandteil der Fertigung. Ausführung und
Funktion der Mess- und Prüfmittel nehmen ebenfalls Einfluss auf die Vorrich-
tungskonstruktion.

8 MUK02K
© SGD, 18.08.19, Diaconu, Gabriela (934007)

Grundlagen Lektion 1

Somit können wir die Einflussgrößen auch wie folgt formulieren:


– Mensch, Fertigungsverfahren, Qualitätssicherung

Abb. 1.3: Begrenztes Arbeits- und Blickfeld für die Arbeitskraft (Beispiel)

1.3.2 Arbeitsfolge
Während eines Fertigungsvorganges beobachten wir beim Einsatz von Vorrichtun-
gen nachstehende Arbeitsfolge:
– Werkstück in die Vorrichtung einlegen.
– Werkstück mittels Vorrichtung spannen.
– Vorrichtung in die Fertigungsposition führen.
– Fertigungsvorgang ausführen.
– (Werkzeugwechsel durchführen, oder: Werkstücklage verändern.)
– (Nächsten Fertigungsvorgang ausführen.)
– Werkstück aus der Vorrichtung herausnehmen.
– Fertigungsmittel reinigen.
Die eingeklammerten Arbeitsschritte treten nur bei einer Mehrfachbearbeitung des
Werkstücks in einer Vorrichtung auf.
Das Konstruktionsprinzip muss die Arbeitsfolge berücksichtigen, besonders bei der
Gestaltung von Spannvorrichtungen.

Aufgabe 1.5:
Beobachten Sie bitte einen Fertigungsvorgang, der mithilfe einer Vorrichtung
ausgeführt wird, und beschreiben Sie die ermittelte Arbeitsfolge.
____________________________________________________________________________________________________________________________
_____________________________________________________________________________________________________________________________

MUK02K 9
© SGD, 18.08.19, Diaconu, Gabriela (934007)

Lektion 1 Grundlagen

Werkstück einlegen
Das Einlegen des Werkstücks in die Vorrichtung soll ohne Umwege erfolgen und
seine Lage zum Werkzeug eindeutig bestimmen. Hierzu verwenden wir Bestimm-
elemente, die ein falsches Einlegen des Werkstücks verhindern. Einführungs-
schrägen vereinfachen das Einlegen in die Vorrichtung (vgl. Abb. 1.4).
Vielfach sind Werkstücke in mehreren Ebenen zu bestimmen. In diesen Fällen
ermitteln wir die Fläche mit der Maßbezugskante für die nächste Bearbeitung.
Jedoch eignen sich Flächen nur dann als Bestimmungselemente, wenn diese glatt
und eben (bearbeitet) sind. Unebenheiten der Oberfläche, z. B. Guss- und Schweiß-
teile, erfordern eine Auflösung der Flächen in Punkte, um eine eindeutige Bestim-
mung zu gewährleisten. Andererseits müssen wir die Auflageflächen für Werk-
stücke aus leicht verformbaren Werkstoffen wieder vergrößern (vgl. Abb. 1.5).
Die Bestimmflächen sollen
– ein Werkstück stabil unterstützen, denn es darf sich auf der Auflagefläche
nicht bewegen,
– starr sein, denn unzulässige Deformationen führen zum Ausschuss,
– verschleißfest sein, denn die ständigen Werkstückbewegungen bewirken sonst
Verschleiß der Auflageflächen.
Je nach Konstruktion können die Bestimmflächen fester Bestandteil der Vorrich-
tung, also angearbeitet, oder Sonderteile sein, die dann zusätzliche Befestigungs-
teile erfordern. Die Bearbeitung von besonderen Bestimmflächen ist einfacher, z. B.
Härten, und ermöglicht Vorrichtungen mehrfach zu verwenden (vgl. Abb. 1.6).
Bei den Befestigungsteilen müssen wir auf die richtige Auswahl achten:
– Schrauben als Sicherung gegen Abheben
– Stifte als Sicherung gegen Verdrehung
Einstellbare Bestimmteile sind nach Möglichkeit zu vermeiden. Sie dienen zum
Ausgleich großer Werkstücktoleranzen, z. B. Schmiedestücke, die eine eindeutige
Bestimmung bei der Weiterbearbeitung verhindern. Ihre Verwendung stellt höhere
Anforderungen an die Mitarbeiter, die mit ihnen umgehen müssen (vgl. Abb. 1.7).
Werkstücke dürfen durch die Vorrichtung nicht überbestimmt werden. Unter-
schiedliche Toleranzen von Werkstück und Vorrichtung können hierbei zu Maß-
differenzen bei der Fertigung führen (vgl. Abb. 1.8).

Aufgabe 1.6:
Versuchen Sie bitte die Überbestimmung in Abb. 1.8 durch eine einfachere
Konstruktion in eine eindeutige Bestimmung des Werkstücks umzuwandeln,
wenn das Maß a unterschiedlich ist.
(Werkstück spannen und entspannen besprechen wir in Zusammenhang mit
den Spannvorrichtungen in Lektion 2.)
____________________________________________________________________________________________________________________________
_____________________________________________________________________________________________________________________________

10 MUK02K
© SGD, 18.08.19, Diaconu, Gabriela (934007)

Grundlagen Lektion 1

Vorrichtung in Fertigungsposition führen


Die Vorrichtung soll schnell und sicher die Fertigungsposition erreichen. Hierzu
benutzen wir Führungsschienen und Anschläge. Außerdem müssen die Auflage-
flächen eine ausreichende Standsicherheit besitzen, um ein Kippen während der
Fertigung zu verhindern (vgl. Abb. 1.9).
Die Standsicherheit wird durch unterbrochene Auflageflächen verbessert, da dann
der Einfluss von Schmutz und Spänen ausgeschaltet werden kann. Vorteilhaft ist
die Anwendung von Füßen, entweder angearbeitet oder einschraubbar, jedoch min-
destens 5 mm hoch.
Aus Gründen der Standsicherheit sind hohe Vorrichtungen, auch zu hohe Füße,
möglichst zu vermeiden. Hier ist ein Verhältnis b > h für eine Vorrichtung empfeh-
lenswert.
Eine Veränderung der Werkstücklage ist immer dann erforderlich, wenn ein Werk-
stück nacheinander an verschiedenen Stellen bearbeitet wird, ohne die Vorrichtung
zu wechseln.

Aufgabe 1.7:
Warum sind einschraubbare Füße für Vorrichtungen wirtschaftlicher als
angearbeitete Füße?
____________________________________________________________________________________________________________________________
_____________________________________________________________________________________________________________________________

Fertigungsvorgang
Durch den Fertigungsvorgang werden Kräfte, Schwingungen und Temperatur-
schwankungen auf die Vorrichtung übertragen, außerdem erzeugen die Werkzeuge
Späne und verbrauchen Kühlmittel. Deshalb muss die Vorrichtung starr bzw.
wenig verformbar sein und darf den Späne- und Kühlmittelabfluss nicht behindern.
Ihre Formgebung ist von dem Arbeitsweg des Werkzeugs abhängig.
Besondere Aufmerksamkeit müssen wir während des Fertigungsvorganges der
Arbeitssicherheit widmen. Es ist erforderlich, dass beide Hände der Mitarbeiter
gleichzeitig zur Bedienung der Werkzeugmaschine beschäftigt werden. Als Sicher-
heit gegen Fehlauslösungen sind Schutzvorrichtungen vorzusehen, die auch gegen
Späne, Kühlmittel, Wärme- und Lichtstrahlen schützen.

Werkstück herausnehmen
Durch den Fertigungsvorgang werden die Werkstücke häufig verschmutzt und
haften in der Vorrichtung fest. Bei Verformungsvorgängen muss man oftmals die
Verformungskraft zum Herausnehmen des Werkstücks überwinden. Hierzu
verwenden wir als technische Hilfsmittel sogenannte Auswerfer. Diese arbeiten
pneumatisch, hydraulisch oder mittels Federkraft. Diese sollen aber selbsttätig in
ihre Ausgangslage zurückkehren.

MUK02K 11
© SGD, 18.08.19, Diaconu, Gabriela (934007)

Lektion 1 Grundlagen

Fertigungsmittel reinigen
Die regelmäßige Reinigung der Fertigungsmittel nach jedem Fertigungsvorgang
verhindert Ausschussteile und ist eine Voraussetzung für eine hohe Lebens-
erwartung von Werkzeugmaschinen, Werkzeugen und Vorrichtungen. Während der
Fertigung bilden diese eine Einheit, sodass die Vorrichtungskonstruktion optimale
Reinigungsmöglichkeiten berücksichtigen sollte.
Schmutzreste erschweren das Einlegen des Werkstücks und können so zum Aus-
schuss führen. Falls die Reinigung durch Druckluft erfolgt, sind Schutzvorrichtun-
gen für die Mitarbeiter notwendig, z. B. Schutzbrillen, durchsichtige Schutzblenden
usw.

Aufgabe 1.8:
Welche Gefahren bestehen für den Mitarbeiter bei der Reinigung mittels
Druckluft?
____________________________________________________________________________________________________________________________
_____________________________________________________________________________________________________________________________

1.3.3 Konstruktionsregeln
Aus den Einflussgrößen und der Arbeitsfolge beim Einsatz von Vorrichtungen
entwickeln wir folgende Konstruktionsregeln:
– Vorrichtungen sollen leicht und sicher zu bedienen sein, ihre Bedienteile sind
einfach und übersichtlich zu konstruieren.
– Vorrichtungen sollen eine sichere Auflagefläche besitzen, um eine einwand-
freie Fertigung zu gewährleisten und jede Unfallgefahr für den Mitarbeiter
auszuschließen.
– Vorrichtungen sollen eine möglichst kleine Fläche des Arbeitsplatzes einneh-
men, damit der Fertigungsvorgang sicher im Blickfeld des Mitarbeiters liegt.
– Vorrichtungen dürfen den Späne- und Kühlmittelabfluss nicht behindern.
– Vorrichtungen sollen möglichst keine verstellbaren Bestimmelemente enthal-
ten, um die Aufmerksamkeit des Mitarbeiters auf den Fertigungsvorgang zu
konzentrieren.
– Vorrichtungen sollen eine schnelle Einarbeitung der Mitarbeiter ermöglichen
sowie die körperlichen und geistigen Anforderungen verringern.
– Vorrichtungen sollen so weit wie möglich aus Normteilen konstruiert werden.
– Vorrichtungen sollen so konstruiert werden, dass sie einfach und schnell
geändert werden können, wenn das Werkstück geändert werden muss.

12 MUK02K
© SGD, 18.08.19, Diaconu, Gabriela (934007)

Grundlagen Lektion 1

Abb. 1.4: Einführungsschrägen

Abb. 1.5: Bestimmelemente flächen- oder punktförmig

Abb. 1.6: Geteiltes Bestimmelement (Beispiel)

Abb. 1.7: Einstellbares Bestimmelement (Beispiel)

MUK02K 13
© SGD, 18.08.19, Diaconu, Gabriela (934007)

Lektion 1 Grundlagen

Abb. 1.8: Überbestimmung eines Werkstücks (Rundbügelstück)

Abb. 1.9: Standsicherheit durch Füße


a) angearbeitete Füße, b) Einzelfüße

1.4 Baukastensystem (Grundlagen)


Um den Kostenaufwand für Vorrichtungsbau und -lager zu verringern, besonders
in der Nullserien- und Kleinserienfertigung, empfiehlt sich der Aufbau eines Bau-
kastensystems. Hierfür ist die Normung eine wichtige Voraussetzung. Wir wählen
aus dem umfangreichen Angebot an DIN-Teilen eine optimale Anzahl von Bau-
elementen bestimmter Größe als Grundlage unseres Baukastensystems. Ausführ-
lich wird das Baukastensystem im Lektion 4 behandelt!

Beispiel 1.1:
Der Anlagenbau verwendet nur selten Schrauben und Zubehör kleiner M8,
dagegen kommen in der Feinwerktechnik kaum Verschraubungen größer M8
zur Anwendung.
So ermitteln wir eine begrenzte Anzahl von Befestigungselementen innerhalb
eines ausgewählten Abmessungsbereiches, z. B. Zylinderkopfschrauben mit
Innensechskant (DIN 912), Zylinderstifte (DIN 7) usw. unter Angabe der
erforderlichen Durchmesser und Längen.
Die ausgewählten DIN-Teile bilden dann unsere Werksnorm. Die Anwendung
der DIN-Teile ist vorteilhafter als der Einsatz von Konstruktionsteilen. Das
Baukastensystem verringert die erforderliche Vorrichtungszahl, da durch den
Austausch von Bauelementen oftmals neue Einsatzmöglichkeiten entstehen.
(Im Anhang finden Sie eine Übersicht wichtiger Bauelemente mit Angabe der
DIN-Nummern.)

14 MUK02K
© SGD, 18.08.19, Diaconu, Gabriela (934007)

Grundlagen Lektion 1

Zusammenfassung

Werkzeugmaschinen, Werkzeuge und Vorrichtungen sind Fertigungsmittel. Ihre


Wechselbeziehungen bestimmen den Aufbau und die Gestaltung der Vorrichtun-
gen.
Die Einteilung der Vorrichtungen erfolgt hauptsächlich nach den Fertigungs-
verfahren.
Vorrichtungen sollen die Fertigungsnebenkosten verringern, gleichzeitig die
menschlichen Arbeitsbedingungen verbessern.
Die Konstruktionsregeln für Vorrichtungen müssen die Einflussgrößen Mensch,
Fertigungsverfahren, Qualitätssicherung und die Arbeitsfolge berücksichtigen.
Das Baukastensystem ist ein wichtiges Hilfsmittel der Vorrichtungskonstruktion
und begrenzt den Kostenaufwand für Vorrichtungsbau und -lager.

Wiederholungsaufgaben

1.1 Welche Merkmale unterscheiden Einzel-, Serien- und Massenfertigung?


1.2 Welche Fertigungsmittel beeinflussen die Haupt- und Nebenzeiten der
Fertigung?
1.3 Nennen Sie bitte die Hauptgruppen der Vorrichtungen!
1.4 Wie können Vorrichtungen den Arbeitsschutz verbessern?
1.5 Welche Bedeutung haben Bestimmelemente bei der Benutzung von
Vorrichtungen?
1.6 Welche DIN-Teile können als Bauelemente von Vorrichtungen eingesetzt
werden?
1.7 Was verstehen Sie unter einem Baukastensystem?
1.8 Unterscheiden Sie bitte die Aufgaben der DIN-Normen und der Werks-
normen!

MUK02K 15
© SGD, 18.08.19, Diaconu, Gabriela (934007)

Lektion 2 Spannvorrichtungen

Lektion 2

2 Spannvorrichtungen
Aus dem Vorrichtungskatalog (Tabelle 1.2) ersehen wir, dass die Spannvorrichtun-
gen die größte Gruppe der Vorrichtungen bilden und teilweise den Fertigungs-
gruppen direkt zugeordnet werden.
Wir unterscheiden Werkzeug- und Werkstückspanner. Nach einer kurzen Übersicht
der Werkzeugspanner wenden wir uns den Werkstückspannern zu und vervollstän-
digen die Arbeitsfolge durch die Arbeitsschritte Werkstück spannen und entspan-
nen. Dabei ermitteln wir den Einfluss von Größe und Richtung der Spannkraft, um
diesen bei der Vorrichtungskonstruktion zu berücksichtigen.
Weiterhin erkennen wir die Ähnlichkeit von Spannelementen trotz verschiedener
Verwendungszwecke. Diese sind vielfach genormt und als DIN-Teile im Handel
erhältlich. Sie lassen sich meist mit einfachen Mitteln herstellen.
Abschließend besprechen wir ausgeführte Beispiele von Spannvorrichtungen,
untersuchen ihre Funktion und das Konstruktionsprinzip, um diese Kenntnisse für
eigene Lösungen zu nutzen.

2.1 Werkzeugspanner
Die Werkzeugspanner sollen ein schnelles und sicheres Einspannen der Werkzeuge
ermöglichen, ihnen einen festen Sitz geben, damit sie schwingungsfrei ihren Ferti-
gungsvorgang ausführen. Werkzeug- und Werkstückspanner werden in gleicher
oder ähnlicher Form ausgeführt, sodass hier eine kurze Aufzählung ausreicht.
Folgende Spannelemente kommen häufig zur Anwendung:
– Spanndorne
– Spanneisen
– Spannfutter
– Spannkegel
– Spannzangen usw.

Aufgabe 2.1:
Welche Werkzeugspanner kommen üblicherweise bei Bohrmaschinen zum
Einsatz?
____________________________________________________________________________________________________________________________
_____________________________________________________________________________________________________________________________

16 MUK02K
© SGD, 18.08.19, Diaconu, Gabriela (934007)

Spannvorrichtungen Lektion 2

2.2 Werkstückspanner

2.2.1 Werkstück spannen


Das Werkstück wird durch die Spannkraft starr mit der Vorrichtung und der Werk-
zeugmaschine verbunden. Das Spannen muss so sicher erfolgen, dass auch bei
einem Ausfall der Spannkraft die Fertigungs- und Spannkräfte weder Werkstück,
Vorrichtung und Werkzeug beschädigen noch Personen verletzen können.
Die Spann- und Bedienwege sind möglichst kurz zu wählen, sonst werden Arbeits-
und Zeitaufwand zu groß. Weiterhin ist die Anzahl der Spannstellen zu begrenzen.
Viele Spannstellen verhindern eine eindeutige Bestimmung des Werkstücks und
behindern die Bedienung der Werkzeugmaschine. Mehrere Spannstellen können
auch gegeneinander wirken und das Werkstück verspannen.
Der Kraftfluss muss eindeutig geschlossen sein:
– kraftschlüssige Verbindungen: Werkstück und Werkzeugmaschine sind starr
verbunden (Abb. 2.1)
– formschlüssige Verbindungen: Werkstück und Vorrichtung sind starr verbun-
den, die Vorrichtung wird auf dem Werkzeugmaschinentisch gesichert
(Abb. 2.2)

Abb. 2.1: Kraftschlüssige Verbindung

Abb. 2.2: Formschlüssige Verbindung

MUK02K 17
© SGD, 18.08.19, Diaconu, Gabriela (934007)

Lektion 2 Spannvorrichtungen

2.2.2 Werkstück entspannen


Bei der Vorrichtungskonstruktion müssen wir darauf achten, dass die Spannkraft
beim Entspannen des Werkstücks nicht unkontrolliert wirken kann. So kann die
Federkraft bei schnellem Entspannen einen Hebel schlagartig bewegen. Druckluft
kann Späne mitreißen und dadurch Betriebsstörungen bei den Fertigungsmitteln
auslösen. In diesen Fällen besteht erhöhte Unfallgefahr.

2.3 Spannkraft
Zur Bestimmung der Größe und Richtung der Spannkraft FSp müssen wir folgende
Einflussgrößen berücksichtigen:
– Werkstückform, -abmessungen und -festigkeit
– Bestimm- und Stützelement der Vorrichtung
– Fertigungsvorgang (Trenn-, Umformvorgang usw.)
– Größe und Richtung der Fertigungskraft FF (z. B. Schnittkraft)
– erforderliche Qualität der Fertigung
– Wirtschaftlichkeit
– Arbeitsschutz
Fertigungs- und Spannkräfte sollen möglichst in einer Richtung wirken, da sie sich
dann beim Fertigungsvorgang ergänzen (vgl. Abb. 2.3). Die Spannkraft darf aber
keine unzulässigen Momente am Werkstück erzeugen. Biegemomente lösen Ver-
schiebungen des Werkstücks aus (vgl. Abb. 2.5).
Die Spannkraft einer Vorrichtung soll nicht zu groß gewählt werden, um Energie-
bedarf und -kosten zu verringern und Werkstücke nicht zu verformen. Jedoch muss
sie das Werkstück während des Fertigungsvorganges so festlegen, dass es durch
das Werkzeug schwingungsfrei bearbeitet werden kann. Zu geringe Spannkräfte
führen zu Ausschussteilen, Werkzeugbruch und Arbeitsunfällen.

Abb. 2.3: Fertigungskraft FF und Spannkraft FSp wirken in der gleichen Richtung

18 MUK02K
© SGD, 18.08.19, Diaconu, Gabriela (934007)

Spannvorrichtungen Lektion 2

Abb. 2.4: Spannkraft FSp und Biegemoment Mb


a) falsche Spannstelle: Mb = FSp · l,
b) richtige Einspannung: Mb = 0

Abb. 2.5: Spannkraft FSp und Kippmoment MK


a) falsche Spannstelle
b) richtige Einspannung

2.4 Spannelemente
Wir unterscheiden folgende Spannelemente:
– direkt wirkende Elemente
a) starre Spannelemente, z. B. Hebel, Kegel, Keil, Kurve, Schraube usw.
b) elastische Spannelemente, z. B. Federkraft, Fliehkraft, Magnetkraft,
Saugkraft, Schwerkraft bzw. Druckluft (pneumatisch), Drucköl (hydrau-
lisch), plastische Massen usw.
– Übertragungselemente, z. B. Spanneisen, Spannauflagen usw.
Die einfachste Form einer Spannvorrichtung ist das Zusammenwirken der Werk-
zeugmaschinentische in T-Nuten-Ausführung und der Spannschrauben einschl.
Zubehör (vgl. Abb. 2.6). Zur sicheren Befestigung des Werkstücks sind meist
Spanneisen oder gleichwertige Übertragungselemente erforderlich.
Viele Spannelemente sind genormt, erprobt und entsprechen den Sicherheitsanfor-
derungen. Sie werden vom Fachhandel angeboten und können die Grundausstat-
tung unseres Baukastensystems bilden.

MUK02K 19
© SGD, 18.08.19, Diaconu, Gabriela (934007)

Lektion 2 Spannvorrichtungen

2.4.1 Spannkeil und -kegel


Diese starren Spannelemente sind einfach aufgebaut und leicht zu bedienen. Ihre
Spannkraft wird durch eine Neigung von 1 : 15 bis 1 : 20 erzeugt, jedoch ist die
Kraftwirkung unsicher, da sie vom manuellen Einbringen des Spannelements
bestimmt wird. Spannkeil und -kegel kommen nur für einfache Werkstücke und
kleine Stückzahlen zur Anwendung (vgl. Abb. 2.7).

2.4.2 Spannschraube und -mutter


Hierfür werden hauptsächlich selbsthemmende Gewindeausführungen gewählt.
Spannschrauben und -muttern lassen sich gut mit anderen Elementen zu neuen
Spannsystemen kombinieren. Dabei können wir hohe Spannkräfte erreichen, aber
diese sind ebenfalls von der Bedienung abhängig (vgl. Abb. 2.8).

2.4.3 Spannkurven
Spannkurven bzw. -exzenter können als
– Spannspirale,
– Kreisexzenter
ausgeführt werden. Der Herstellungsaufwand für Kreisexzenter ist erheblich gerin-
ger als für Spannspiralen.
Die Spannspirale (= Archimedische Spirale) wirkt in allen Stellungen selbsthem-
mend. Ihre Betätigung erfolgt mechanisch, pneumatisch oder hydraulisch durch
eine zentral angeordnete Welle oder einen Hebel. Auch bei Druckabfall bleibt die
selbsthemmende Wirkung bestehen (vgl. Abb. 2.9).
Die Spannfläche des Kreisexzenters besteht aus einem Zylinder mit dem Durch-
messer D, die um das Maß e exzentrisch gelagert wird. Das Maß e ist die Exzent-
rizität und bestimmt die Hubhöhe des Spannvorganges. Zum Spannen eignen sich
besonders Kreisexzenter mit kleinem Hub. Nur bei einem Exzenterverhältnis 
D/e  20 wirkt er in jeder Winkelstellung selbsthemmend (vgl. Abb. 2.10).

Abb. 2.6: Werkzeugmaschinentisch mit T-Nuten und Spannelementen

20 MUK02K
© SGD, 18.08.19, Diaconu, Gabriela (934007)

Spannvorrichtungen Lektion 2

Abb. 2.7: Spannkeil (Beispiel)


Welche Antriebskraft F ist in Abb. 2.10 zum Spannen des Kreisexzenters erforder-
lich?
Nach allgemeiner Momentengleichung gilt:

D 
FSp  y  FR   x 
2 
D 
FSp  y  FSp  µ1   x 
 2 
D 
y  µ1   x 
 2 

mit: (  0,1)

D
wird y   0,1  x  e
20

wenn x = e · cos ; y = e · sin  siehe a
Formel 2.1:

dann D  20 e (sin   0,1 cos  ) (2.1)

wenn  = 90°; sin  = 1, cos  = 0


Formel 2.2:

dann wird D  20  e (2.2)

MUK02K 21
© SGD, 18.08.19, Diaconu, Gabriela (934007)

Lektion 2 Spannvorrichtungen

Abb. 2.8: Spannschraube (Beispiel)

Abb. 2.9: Spannexzenter (Archimedische Spirale)

22 MUK02K
© SGD, 18.08.19, Diaconu, Gabriela (934007)

Spannvorrichtungen Lektion 2

Abb. 2.10: Kreisexzenter

Abb. 2.11: Kniehebelspanner


Die Antriebskraft F beträgt dann: (Formel hier nicht hergeleitet)
Formel 2.3:

FSp  l
F (2.3)
a  µ1  h  1,03 µ2  d / 2

Für die menschliche Antriebskraft können wir F = 150 N annehmen.


Es bedeuten:
F = Antriebskraft, FSp = Spannkraft, FR = Reibungskraft, D = Durchmesser des
Kreisexzenters, d = Durchmesser des Zapfens, L = Länge des Hebels, l = wirksame
Länge des Hebels, a = waagerechter Abstand und h = senkrechter Abstand
zwischen Dreh- und Spannpunkt.
= Reibungszahl (1 _ 2)
~ 0,1 für Stahl auf Stahl
1 = Reibung zwischen Werkstück und Spanner
2 = Reibung am Zapfen

MUK02K 23
© SGD, 18.08.19, Diaconu, Gabriela (934007)

Lektion 2 Spannvorrichtungen

Anmerkung:
Die Formelableitungen zu den Formeln (2.1), (2.2) und (2.3) brauchen Sie
nicht zu beherrschen; sie sollen Ihnen nur als schnelle Hilfe dienen, falls
Ihnen in der Praxis Fragestellungen zu Exzentern gestellt werden.

Aufgabe 2.2:
Warum beträgt die Neigung der Spannkeile und -kegel 1 : 15 bis 1 : 20?
____________________________________________________________________________________________________________________________
_____________________________________________________________________________________________________________________________

2.4.4 Spannhebel
Hebelsysteme, insbesondere Kniehebel, überwinden in kurzer Zeit große Spann-
wege und erzeugen hohe Spannkräfte. Trotz ihrer großen Bauweise lassen sie sich
gut bewegen und zeigen eine große Sicherheit gegen das selbsttätige Lösen der
Spannkraft. Um Werkstückverformungen durch hohe Spannkräfte zu vermeiden,
werden sie oft mit elastischen Spannelementen kombiniert, z. B. Federn, plasti-
schen Massen usw.
Kniehebelsysteme bilden die Grundlage der Schnellspanner, die handelsüblich mit
Spannkräften bis FSp = 10 000 N zur Verfügung stehen. Sie werden von Hand
betrieben oder arbeiten mit Druckluft, Drucköl oder Magnetkraft (vgl. Abb. 2.11).

2.4.5 Elastische Spannelemente


Ihr Einsatz erfolgt, um etwa gleichmäßige Spannkräfte trotz unterschiedlicher
Spannwege zu übertragen, sonst entstehen aufgrund verschiedener Toleranzen
unzulässige Verformungen der Werkstücke.
Elastische Spannelemente sind oft nur bedingt anwendbar. So ist das Eigengewicht
eines Werkstückes selten ausreichend, um es in der erforderlichen Bearbeitungs-
lage festzuhalten. Deshalb kommen Gewichts- bzw. Schwerkraftspanner kaum zur
Anwendung.
Die Spannkraft eines Fliehkraftspanners ist vom Quadrat der Umfangsgeschwin-
digkeit abhängig, d. h., ihre Anwendung bleibt auf Bearbeitungen bei hohen Dreh-
zahlen und geringen Fertigungskräften beschränkt.
Wesentlich anwendungsfreundlicher sind Federspanner, da die Federkraft gleicher-
maßen zum Spannen und Entspannen der Werkstücke genutzt werden kann. Sie
werden häufig mit starren oder elastischen Spannelementen kombiniert, um den
Federweg zu begrenzen und die Spannkraft konstant zu halten.
Spannhülsen, -scheiben und -zangen gleichen die Werkstücktoleranzen mithilfe der
Werkstoffelastizität aus und ermöglichen so ein sicheres Spannen, vorzugsweise
von Drehteilen.
Die Spannkraft kann auch auf pneumatischem, hydraulischem oder magnetischem
Wege erzeugt werden.

24 MUK02K
© SGD, 18.08.19, Diaconu, Gabriela (934007)

Spannvorrichtungen Lektion 2

Besonders vorteilhaft sind Druckluftspanner, da Druckluft von 4–6 bar in fast


jedem Fertigungsbetrieb zur Verfügung steht. Sie sind robust aufgebaut und
betriebssicher. Allerdings muss auch auf die Gefahren beim Umgang mit Druckluft
hingewiesen werden.
Druckölspanner sind kleiner als Druckluftspanner, da mit höheren Drücken
gearbeitet wird. Ihr Nachteil ist jedoch der höhere Aufwand, z. B. eine zentrale
Druckölanlage einschließlich Pumpensystem.
Magnetspanner besitzen Dauer- oder Elektromagneten. Eine höhere Betriebssicher-
heit besteht bei Dauermagneten, da ein Stromausfall nicht zu Unfällen führt. Elek-
tromagnete können höhere Spannkräfte auslösen. Die Werkstücke müssen aus
magnetisierfähigen Werkstoffen bestehen und saubere Oberflächen aufweisen, um
Unfälle auszuschließen (vgl. Flächenschleifmaschinen).

Aufgabe 2.3:
Welche Gefahren bestehen beim Arbeiten mit Druckluft?
____________________________________________________________________________________________________________________________
_____________________________________________________________________________________________________________________________

2.4.6 Übertragungselemente
Zu den wichtigsten Übertragungselementen zählt die Gruppe der Spanneisen. Sie
sind einfach im Aufbau, leicht zu bedienen, vielseitig zu verwenden und kosten-
günstig herzustellen. Ihre Kraftwirkung erläutert Abb. 2.12 (a–d).

Abb. 2.12: Kraftwirkung von Spanneisen


Der konstruktive Aufbau ist hauptsächlich von der gewünschten Kraftrichtung
abhängig. Verschiedene Ausführungsformen wurden genormt und sind handels-
üblich.

MUK02K 25
© SGD, 18.08.19, Diaconu, Gabriela (934007)

Lektion 2 Spannvorrichtungen

Tabelle 2.1: Grundformen der Spanneisen (vgl. Abb. 2.13 (a–d))

DIN-Nr. Ausführung

6314 flach
6315 gabelförmig (Form A/B/C)
6316 gekröpft
6317 doppelt gekröpft

Von diesen Grundformen wurden viele Sonderformen, auch in Verbindung mit


anderen Spannelementen abgeleitet.
In der Handhabung sind Spanneisen unwirtschaftlich, da sie für jeden Spann-
vorgang von der Ablage aufgenommen und platziert werden müssen.
Ein sicheres Spannen erfordert meist zusätzliche Spannauflagen, z. B. Treppen-
böcke nach DIN 6318 oder ähnliche Elemente. Hierzu gehören auch plastische
Massen, die ebenfalls Werkstückverformungen verhindern.

Aufgabe 2.4:
Nennen Sie bitte Kombinationsmöglichkeiten von Spanneisen und anderen
Elementen!
____________________________________________________________________________________________________________________________
_____________________________________________________________________________________________________________________________

Abb. 2.13: Spanneisen a) flach, b) gabelförmig, c) gekröpft, d) doppelt gekröpft

26 MUK02K
© SGD, 18.08.19, Diaconu, Gabriela (934007)

Spannvorrichtungen Lektion 2

2.5 Ausgeführte Spannvorrichtungen


Wir betrachten jetzt mehrere ausgeführte Spannvorrichtungen und versuchen die
verwendeten Spannelemente zu bestimmen. Das Verständnis ihrer Funktion soll
uns dann bei der Lösung eigener Konstruktionsaufgaben helfen.

2.5.1 Schnellspanner
Schnellspanner erfüllen die Forderung nach Verkürzung der Fertigungsneben-
zeiten. Trotzdem müssen sie ein sicheres Spannen der Werkstücke gewährleisten
und ein Selbstentspannen verhindern. Abb. 2.14 zeigt häufig verwendete mecha-
nische Schnellspanner mit Zug- und Druckkolben, die hohe Spannkräfte ermög-
lichen.

Abb. 2.14: Schnellspanner


In der Abb. 2.15 und Abb. 2.16 werden als Sonderformen Spannbacken für rohe
Teileflächen und für den Niederzug dargestellt. Deren geriffelte Spannflächen
gewährleisten hohe Klemmkräfte.

MUK02K 27
© SGD, 18.08.19, Diaconu, Gabriela (934007)

Lektion 2 Spannvorrichtungen

Abb. 2.15: Stabilspannbacken für rohe Spannflächen

Abb. 2.16: Niederzugspanner

28 MUK02K
© SGD, 18.08.19, Diaconu, Gabriela (934007)

Spannvorrichtungen Lektion 2

Aufgabe 2.5:
Nach welchem Prinzip arbeiten Schnellspanner?
____________________________________________________________________________________________________________________________
_____________________________________________________________________________________________________________________________

2.5.2 Kombinierte Spannvorrichtung


Abb. 2.17 enthält ein kombiniertes Spannsystem, das als Fräsmaschinenschraub-
stock verwendet wird. Druckluft erzeugt die erforderliche Spannkraft FSp, die der
Druckluftkolben (4) an einen Kniehebel (3) überträgt. Dieser überwindet den vor-
handenen Spannweg und spannt mittels einstellbarer Spannschraube (2) die Spann-
backen (1) des Schraubstocks.

Abb. 2.17: Druckluftspanner mit Kniehebelspannung

Aufgabe 2.6:
Handelt es sich bei dieser Spannvorrichtung um ein starres oder elastisches
Spannsystem?
____________________________________________________________________________________________________________________________
_____________________________________________________________________________________________________________________________

2.5.3 Schnellspannvorrichtung (DIN 6348)


Schnellspannvorrichtungen nach DIN 6348 sind Universal-Spannvorrichtungen
und werden den Bohrvorrichtungen zugeordnet (vgl. Tabelle 1.2). Sie bestehen aus
einer Grundvorrichtung, dem Spannteil, in verschiedenen Baugrößen und einer
Austauschvorrichtung, den Aufnahme- und Bohrplatten. Diese müssen für jedes
Werkstück und Bohrbild besonders gefertigt werden. Grund- und Austausch-
vorrichtung erhalten eine feste Verbindung durch Schrauben und Passstifte. Die
Bedienung erfolgt manuell mittels Hebel oder Druckluft über entsprechende Schal-
ter und Ventile. Hierdurch wird das Werkstück bei der Abwärtsbewegung der
Führungssäulen gespannt und bei der Aufwärtsbewegung entspannt. Während des
Spannvorganges liegt es fest zwischen Bohr- und Auflageplatte (Abb. 2.18).

MUK02K 29
© SGD, 18.08.19, Diaconu, Gabriela (934007)

Lektion 2 Spannvorrichtungen

Abb. 2.18: Schnellspannvorrichtung nach DIN 6348


Die Schnellspannvorrichtung sollte grundsätzlich auf dem Werkzeugmaschinen-
tisch befestigt werden. Das Auswechseln des Bohrteils ist relativ einfach, sodass
diese Vorrichtungsform auch für Kleinserien geeignet ist. Allerdings kann nur in
einer Ebene gebohrt werden.

30 MUK02K
© SGD, 18.08.19, Diaconu, Gabriela (934007)

Spannvorrichtungen Lektion 2

Aufgabe 2.7:
Wie lässt sich eine falsche Montage der Auflageplatte mit einfachen Mitteln
vermeiden?
____________________________________________________________________________________________________________________________
_____________________________________________________________________________________________________________________________

Zusammenfassung

Wir unterscheiden Werkzeug- und Werkstückspanner. In beiden Anwendungs-


fällen muss die Spannkraft eine feste Verbindung zur Vermeidung von Ausschuss
und Unfällen gewährleisten.
Spann- und Bedienwege sind kurz zu wählen, dürfen aber die Arbeit anderer
Fertigungsmittel nicht behindern.
Die Anzahl der Spannstellen ist möglichst zu begrenzen, ihre Lage muss einer
optimalen Kraftwirkung entsprechen.
Fertigungs- und Spannkräfte sollen in einer Richtung wirken, um sich zu ergänzen.
Die Spannkraft darf nicht zur Verformung des Werkstücks beitragen.
Spannelemente wirken starr oder elastisch sowie direkt oder als Übertragungs-
elemente.

Wiederholungsaufgaben

2.1 Welche Anforderungen sollen Werkzeugspanner erfüllen?


2.2 Was verstehen wir unter kraftschlüssigen und formschlüssigen
Verbindungen?
2.3 Welche Unfallgefahren bestehen beim Entspannen eines Werkstücks?
2.4 Wie unterscheiden sich Spannspiralen und Kreisexzenter?
2.5 Nennen Sie bitte die wichtigste Anwendungsform der Spannhebel!
2.6 Wobei benötigen wir Spanneisen und -auflagen?
2.7 Beschreiben Sie bitte die Aufgaben der Schnellspanner!

MUK02K 31
© SGD, 18.08.19, Diaconu, Gabriela (934007)

Lektion 3 Ausgewählte Vorrichtungen

Lektion 3

3 Ausgewählte Vorrichtungen
Nach der ausführlichen Bearbeitung der Spannvorrichtungen beschäftigen wir uns
anschließend mit Vorrichtungen für andere Verwendungszwecke.
Innerhalb der Vorrichtungsgruppe für Trennverfahren (vgl. Tabelle 1.2) interessie-
ren wir uns besonders für die Bohrvorrichtungen. Sie enthalten verschiedene
Bauteile, die vielfach verwendungsfähig sind und zum Aufbau unseres Baukasten-
systems beitragen können. Außerdem untersuchen wir eine ausgeführte Bohr-
vorrichtung, die eine Bearbeitung des Werkstücks in mehreren Ebenen zulässt.
Aus der Vorrichtungsgruppe für Umformverfahren wählen wir eine Biegevorrich-
tung aus, um das Funktionsprinzip der Auswerfer kennenzulernen. Besonders
Umformteile benötigen Ausformhilfen, um das Werkstück der Matrize entnehmen
zu können.
Anschließend befassen wir uns mit der Vorrichtungsgruppe zur Qualitätssicherung.
Hierzu gehören auch die Teileinrichtungen, die uns die Bearbeitung von Flächen
ermöglichen, deren Anordnung in bestimmten Winkeln zueinander erfolgt.
Zum Abschluss des Lernhefts untersuchen wir Konstruktionsteile, die wir als
Schutz- und Sicherheitsvorrichtungen bezeichnen können. Gehäuse und Verschlüs-
se schützen die Funktionselemente vor Fremdeinwirkungen und das Bedienungs-
personal vor Betriebsunfällen.

3.1 Bohrvorrichtungen
Die Schnellspannvorrichtung (vgl. Abschnitt 2.5.3) besteht aus Grund- und Aus-
tauschvorrichtung. Als Austauschvorrichtung nannten wir Bohr- und Aufnahme-
platten, die für jedes Werkstück und Bohrbild anzufertigen sind. Nach dem Ferti-
gungsverfahren bezeichnen wir diese Konstruktionen als Bohrvorrichtungen. Sie
werden zum Bohren, Senken und Gewindeschneiden für Klein- und Großserien
eingesetzt, da durch ihre Anwendung Wirtschaftlichkeit, Qualitätssicherung und
Unfallschutz gewährleistet sind.

3.1.1 Bohrbuchsen
Die Bohrplatten werden mit Bohrbuchsen ausgerüstet, deren Lage dem Bohrbild
und deren Ausführung dem verwendeten Werkzeug entspricht.
Grundsätzlich dienen die Bohrbuchsen zur Führung der Bohrwerkzeuge. Für eine
sichere Werkzeugführung muss die Bohrung der Bohrbuchse sehr gut gerundet
sein. Trotzdem unterliegen sie einem hohen Verschleiß durch Bohrwerkzeuge und
Werkstückspäne. Deshalb werden Bohrbuchsen aus verschleißfestem Werkzeug-
stahl, mit kleinsten Toleranzen und hoher Oberflächengüte innen und außen,
hergestellt und im gehärteten Zustand verwendet. Es bestehen viele Ausführungs-
formen, die wichtigsten wurden in Tabelle 3.1 zusammengestellt.

32 MUK02K
© SGD, 18.08.19, Diaconu, Gabriela (934007)

Ausgewählte Vorrichtungen Lektion 3

Tabelle 3.1: Bohrbuchsen (Übersicht)

zylindrische Bohrbuchsen
(DIN 179)
kegelige Bohrbuchsen
Feste Bohrbuchsen Sonderausführungen
(DIN 180)
Bohrbuchsen mit Bund
(DIN 172)
Steckbohrbuchsen
(DIN 173)
Steckbohrbuchsen
Steckbohrbuchsen mit
Sicherung

Spannbohrbuchsen mit mit Führung


Gewinde
Spannbohrbuchsen ohne Führung
Spannbohrbuchsen ohne
Gewinde Sonderausführungen
zum Zentrieren von
Werkstücken mit
Spannbohrbuchsen mit a) Innenzentrierung
Spannbohrbuchsen
Spanneisen b) Außenzentrierung
Sonderausführungen
Umschlagbohrbuchsen
umlaufende Bohrbuchsen

Abb. 3.1 zeigt verschiedene Ausführungsformen von Bohrbuchsen. Ihre Anwen-


dung beschreibt Tabelle 3.2.

Tabelle 3.2: Anwendung von Bohrbuchsen

Ausführung Anwendung

zylindrische Bohrbuchsen Grundbohrbuchse zum Bohren, Aufnahme von


(DIN 179) Steckbohrbuchsen
kegelige Bohrbuchsen wie zylindrische Bohrbuchsen
(DIN 180)
Bohrbuchsen mit Bund Begrenzung der Bohr- und Senktiefen, Anschlag
(DIN 172) für Bohrwerkzeuge
Steckbohrbuchsen bei mehreren Bohrvorgängen für eine Bohrung,
(DIN 173) Führung in zylindrischen Bohrbuchsen, Sicherung
gegen Verdrehen und Abheben erforderlich.

MUK02K 33
© SGD, 18.08.19, Diaconu, Gabriela (934007)

Lektion 3 Ausgewählte Vorrichtungen

Ausführung Anwendung

Spannbohrbuchsen zum Zentrieren von Werkstücken mit Innen- oder


Außenzentrierung, für Kleinserien, auch bei
ungenauen Bohrungsabständen
Umschlagbohrbuchsen bei zu kleinen Bohrungsabständen, wenn
genormte Bohrbuchsen nicht einsetzbar sind
umlaufende Bohrbuchsen für große Drehzahlen, bei hoher Verschleißgefahr,
zum Führen von Bohrstangen

Abb. 3.1: Bohrbuchsen a) zylindrische Bohrbuchse, b) Steckbohrbuchse, 


c) Spannbohrbuchse, d) Umschlagbohrbuchse, e) umlaufende Bohrbuchse

34 MUK02K
© SGD, 18.08.19, Diaconu, Gabriela (934007)

Ausgewählte Vorrichtungen Lektion 3

Bei der Konstruktion von Bohrvorrichtungen müssen wir besonders auf den
Höhenunterschied zwischen Bohrbuchse und Werkstück achten (vgl. Abb. 3.2).

Abb. 3.2: Höhenunterschied zwischen Bohrbuchse und Werkstück


Hierfür gelten folgende Regeln:

h=0 bei Bandspänen, sodass diese nur durch die Bohrerwendelung


abgeführt werden

h = 0 – 0,5 d vermeiden, da hierdurch eine schlechte Spanabfuhr entsteht


und der Kühlmittelfluss behindert wird

h = 0,5 d bei Bruchspänen (z. B. GG), die seitliche Spanabfuhr ist


möglich

h = 0,5 – 1 d vorteilhafter Höhenunterschied

h=d für Nichteisenmetalle mit Fließspänen, z. B. Cu, Ms, Al usw.

Mit zunehmendem Höhenunterschied verschlechtert sich die Werkzeugführung,


d. h., die Bohrung und Bohrbild werden ungenauer, das gilt besonders, wenn das
Werkstück schräg angeordnet (bzw. gebohrt) werden muss!

Aufgabe 3.1:
Welche Bohrbuchsen wählen Sie, wenn mehrere Bohrvorgänge für eine
Bohrung erforderlich sind?
____________________________________________________________________________________________________________________________
_____________________________________________________________________________________________________________________________

Aufgabe 3.2:
Welchen Vorteil bieten Bohrbuchsen mit Bund?
____________________________________________________________________________________________________________________________
_____________________________________________________________________________________________________________________________

MUK02K 35
© SGD, 18.08.19, Diaconu, Gabriela (934007)

Lektion 3 Ausgewählte Vorrichtungen

3.1.2 Klappvorrichtung (DIN 6347)


In Abb. 3.3 wird eine Bohrvorrichtung vorgestellt, die es uns ermöglicht, ein Werk-
stück bei einer Einspannung auf vier Seiten zu bearbeiten. Auch hierfür sind die
Grundvorrichtungen in verschiedenen Baugrößen genormt. Die Ausrüstungs-
vorrichtung besteht wieder aus Bohr- und Aufnahmeplatten mit Bohrbuchsen und
evtl. zusätzlichen Spannteilen. Allgemein wird die Klappvorrichtung durch einen
Schnappverschluss geschlossen und so das Werkstück gesichert.

Aufgabe 3.3:
Beschreiben Sie bitte den Unterschied zwischen Bohrplatte und Bohrbuchse!
____________________________________________________________________________________________________________________________
_____________________________________________________________________________________________________________________________

Aufgabe 3.4:
Was verstehen Sie unter einem Bohrbild?
____________________________________________________________________________________________________________________________
_____________________________________________________________________________________________________________________________

Abb. 3.3: Klappvorrichtung (DIN 6347)

3.2 Umformvorrichtungen
Diese Vorrichtungen dienen zum Umformen von Werkstücken, vorwiegend aus
Metallblech, von einer Ebene in mehrere Ebenen. Die erforderliche Umformkraft
Ff ist dabei abhängig von der Größe und Form des Werkstücks sowie vom Werk-
stoffverhalten (Festigkeit, Elastizität usw.).
Zu den Umformvorrichtungen gehören Biege-, Form-, Planier-, Präge- und Roll-
vorrichtungen mit ähnlichem Aufbau (vgl. Tabelle 1.2). In vielen Fällen ist zum
Ausformen des Werkstücks eine Gegenkraft erforderlich, um die Wirkung der
Spannkraft aufzuheben. Hierfür setzen wir Auswerfer ein.

36 MUK02K
© SGD, 18.08.19, Diaconu, Gabriela (934007)

Ausgewählte Vorrichtungen Lektion 3

3.2.1 Auswerfer
Sie sind ein technisches Hilfsmittel zum Herausnehmen des Werkstücks aus der
Vorrichtung. Je nach der Betätigung unterscheiden wir
– selbsttätige Auswerfer,
– Zwangsauswerfer.
Selbsttätige Auswerfer arbeiten hauptsächlich mit Federkraft. Während des Ferti-
gungsvorganges muss diese von der Spann- bzw. Umformkraft überwunden
werden. Sie beginnt aber sofort bei Verringerung der Spannkraft zu wirken und
entformt das Werkstück. Die Federn können innerhalb der Vorrichtung, aber auch
außerhalb, d. h. in der Werkzeugmaschine, angeordnet werden.
Zwangsauswerfer erhalten Auswerferhebel oder -schrauben, die von Hand, mit
Druckluft oder -öl bedient werden. Ihre Wirkungsweise muss ein Verkanten oder
Verklemmen der Werkstücke verhindern. Die Zwangsauswerfer sollen möglichst
selbsttätig oder durch Federkraft in ihre Ruhelage zurückkehren.

Abb. 3.4: Auswerferkonstruktionen


a) selbsttätiger Auswerfer, b) Hebelauswerfer, c) Schraubenauswerfer

MUK02K 37
© SGD, 18.08.19, Diaconu, Gabriela (934007)

Lektion 3 Ausgewählte Vorrichtungen

3.2.2 Biegevorrichtung
Bei den Umformvorrichtungen wird das Werkzeug in die Vorrichtung integriert.
Abb. 3.5 zeigt eine häufig ausgeführte Biegevorrichtung, die aus folgenden Bau-
teilen besteht:

Abb. 3.5: Biegevorrichtung: 1 = Stempel, 2 = Auflageblech, 3 = Matrize, 


4 = Auswerfer, 5 = Grundplatte
– Stempel zur Formgebung und Übertragung der Umformkraft
– Auflageblech zur Werkstückbestimmung
– Matrize zur Formgebung und Werkstückaufnahme
– Auswerfer zum Ausformen des Werkstücks
– Grundplatte zur Befestigung der Vorrichtung und Aufnahme der Restkraft
Auch hier wollen wir einige konstruktive Hinweise beachten:
– Der Werkstoff wird auf der Innenseite gestaucht und auf der Außenseite
gestreckt. Nur die neutrale Faser in der Mitte behält die ursprüngliche Länge.
Sie bestimmt in etwa die Zuschnittlänge des Werkstücks.
– Nach dem Biegevorgang federt der Werkstoff entsprechend seiner Elastizität
zurück. Um diese Rückfederung auszugleichen, muss das Werkstück zunächst
überformt werden, z. B. ein rechter Winkel wird auf 88 – 89° gebogen. Der
Stempel ist für dieses Maß auszuführen. Hierfür sind jedoch Vorversuche für
jeden Werkstoff und die gewünschte Werkstoffdichte erforderlich.
– Stempel und Matrize müssen das fertige Werkstück voll einschließen und
polierte Oberflächen besitzen, sonst entstehen am Werkstück unerwünschte
Markierungen.

38 MUK02K
© SGD, 18.08.19, Diaconu, Gabriela (934007)

Ausgewählte Vorrichtungen Lektion 3

Aufgabe 3.5:
Was verstehen wir unter Bestimmung des Werkstücks?
____________________________________________________________________________________________________________________________
_____________________________________________________________________________________________________________________________

Aufgabe 3.6:
Vielfach werden die Begriffe Ober- und Unterstempel benutzt. Vergleichen
Sie bitte diese Begriffe mit unseren Bezeichnungen!
____________________________________________________________________________________________________________________________
_____________________________________________________________________________________________________________________________

3.3 Teilvorrichtungen
Wir bearbeiten mithilfe von Teilvorrichtungen Flächen und Nuten in verschiedenen
Ebenen bzw. unter verschiedenen Winkeln. Diese Aufgabenstellung besteht häufig
beim Fräsen und Schleifen. Diese Vorrichtungen werden meist als Teilapparat oder
Teilkopf bezeichnet. Sie bestehen aus mehreren auswechselbaren Teilscheiben, die
am Umfang eine bestimmte Anzahl von Löchern oder Einrastkerben besitzen. Die
Teilung dieser Rasten ist sehr genau, ihre Toleranz beträgt max. ± 0,002 mm
(Abb. 3.6).

Abb. 3.6: Universalteilkopf


Wir unterscheiden 3 Teilungsarten:
– direktes Teilen
– indirektes Teilen
– Ausgleichsteilen (bzw. Differentialteilen) – hier nicht weiter besprochen

MUK02K 39
© SGD, 18.08.19, Diaconu, Gabriela (934007)

Lektion 3 Ausgewählte Vorrichtungen

3.3.1 Direktes Teilen


Beim direkten Teilen wird die Teilscheibe nach jedem ausgeführten Fertigungs-
schritt um einen bestimmten Winkel, d. h. um eine bestimmte Anzahl von Raster
gedreht. Die Gesamtzahl der Raster einer Teilscheibe bestimmt die Teilungshäufig-
keit und ihre Genauigkeit.
Die auf der Teilkopfspindel befestigte Teilscheibe hat
– 16 / 24 / 32 / 42 oder 60 Raster,
meist 24 Raster. Es lassen sich nur ganzzahlige Teilungen ausführen. Die Schnecke
bleibt außer Eingriff.
Rasterabstand:
Formel 3.1:

ni = nL/T (3.1)

nL = Anzahl der Raster je Teilscheibe


T = Teilzahl.

Beispiel:
nL = 24, T = 6, ni = 24/6 = 4 Raster

3.3.2 Indirektes Teilen


Beim indirekten Teilen erfolgt die Drehung der Teilkopfspindel einschl. Werkstück
durch Schnecke und Schneckenrand. Eine Lochscheibe mit mehreren Lochkreisen
und einer Teilkurbel wird mit dem Teilkopfkörper fixiert. Allgemein sind drei
Lochscheiben mit folgenden Lochkreisen vorhanden:
1. Lochscheibe: 15/16/17/18/19/20 Löcher oder 17/24/29/37/42/57/63 Löcher
2. Lochscheibe: 21/23/27/29/31/33 Löcher oder 19/27/30/33/41/47/53/61 Löcher
3. Lochscheibe: 37/39/41/43/47/49 Löcher oder 23/25/28/31/39/43/51/59 Löcher
Die Zahl der erforderlichen Kurbelumdrehungen je Teilschritt kann einen Bruch
ergeben.
Kurbelumdrehungen je Teilschritt:
Formel 3.2:

nK = i/T (3.2)

i = Kurbelumdrehungen bei einer vollen Werkstückumdrehung (meist i = 40)


T = Teilzahl.

40 MUK02K
© SGD, 18.08.19, Diaconu, Gabriela (934007)

Ausgewählte Vorrichtungen Lektion 3

Beispiel 3.1:

40 10
i  40; T  68; nK  
68 17
Die Teilkurbel muss um 10 Lochabstände auf einem 17er-Lochkreis gedreht
werden.
Bei Angabe eines Teilungswinkels ändern wir Gl. (3.3) wie folgt:
Kurbelumdrehungen je Teilschritt:
Formel 3.3:

 i
nK  (3.3)
360

 = Teilungswinkel
i = Kurbelumdrehungen bei einer vollen Werkstückumdrehung (= 40)

Beispiel 3.2:

25  40 25 7 21
i  40,   25, nK   2 2
360 9 9 27
Die Teilkurve muss zwei volle Umdrehungen und 21 Lochabstände auf einem
27er-Lochkreis ausführen.

Aufgabe 3.7:
Gegeben sind i = 40 und T = 64.
a) Welche Teilungsart wählen Sie?
____________________________________________________________________________________________________________________
_____________________________________________________________________________________________________________________

b) Welche Lösung ist richtig: 10/16 – 15/24 – 21/33 – 24/39 – 45/56 ?


____________________________________________________________________________________________________________________
_____________________________________________________________________________________________________________________

Aufgabe 3.8:
Wählen Sie bitte die Anzahl der Kurbelumdrehungen nK, den Lochkreis und
die Wechselräder z1/z2 für folgende Teilung:

a) nK/Lochkreis: 7/18 – 12/27 – 29/63

____________________________________________________________________________________________________________________
_____________________________________________________________________________________________________________________

MUK02K 41
© SGD, 18.08.19, Diaconu, Gabriela (934007)

Lektion 3 Ausgewählte Vorrichtungen

b) z1/z2: 19/45 – 25/54 – 28/63

____________________________________________________________________________________________________________________
_____________________________________________________________________________________________________________________

Abb. 3.7 zeigt den Einsatz des Teilkopfes beim Fräsen eines Ritzels.

Abb. 3.7: Anwendung eines Teilkopfes beim Fräsen (1 = Fräswerkzeug,


2 = Reitstock, 3 = Mitnehmer, 4 = Lochscheibe, 5 = Teilscheibe, 6 = Teilkurbel)

3.4 Gehäuse und Verschlüsse


Gehäuse und Verschlüsse haben meist mehrere Aufgaben. Sie schützen Schalter,
Geräte und Maschinen vor Witterungseinflüssen und Verschmutzung. Gleichzeitig
sorgen sie für die Sicherheit des Bedienungspersonals gegen elektrische und andere
Betriebsunfälle.
Die anwendungsgerechte Konstruktion dieser Bauteile erfordert genaue Kenntnisse
der Funktion zu schützender Geräte und des Werkstoffverhaltens. Von besonderer
Bedeutung sind vielfach die Verbindungen und Dichtungen.

3.4.1 Gehäuse
Gehäuse sind Bauteile, die offene oder geschlossene Hohlkörper bilden. Form,
Werkstoff und Herstellung werden sehr stark vom Verwendungszweck beeinflusst.
Die konstruktive Gestaltung der Gehäuse für Schalter und Geräte ist hauptsächlich
von der inneren Form der Geräte, ihrer Größe und ihrem Gewicht abhängig. So
werden Messgeräte häufig auf Grundplatten montiert und durch Gehäuse abge-
deckt. Die Verbindung von Grundplatte und Gehäuse erfolgt durch Verschraubung,
vielfach mit eingelegter Dichtung. Hierzu sind Auflageflächen erforderlich (vgl.
Abb. 3.8). Die Werkstoffe werden nach der Gerätefunktion und der Schutzfunktion
des Gehäuses ausgewählt, z. B. Tiefziehteile aus Metallblech oder Kunststoff. Für
Schalter kommen vorwiegend Kunststoffspritzteile zur Anwendung.

42 MUK02K
© SGD, 18.08.19, Diaconu, Gabriela (934007)

Ausgewählte Vorrichtungen Lektion 3

Abb. 3.8: Gehäuse mit Grundplatte (Beispiel): 1 = Gehäuse, 2 = Dichtung,


3 = Verschraubung, 4 = Grundplatte

Aufgabe 3.9:
Anstelle einer Verschraubung sollen Gehäuse und Grundplatte unlösbar
miteinander verbunden werden. Welche Verbindungsart empfehlen Sie?
____________________________________________________________________________________________________________________________
_____________________________________________________________________________________________________________________________

Maschinengehäuse sind vorwiegend


– Gusskonstruktionen aus GG-, GS- oder Al-Guss,
– Schweißkonstruktionen aus Stahlblech.
Ihre Formgebung und Größe werden vielfach nach wirtschaftlichen Gesichtspunk-
ten festgelegt. Hierbei ist der erforderliche Schmiermittelvorrat eine Einflussgröße.
Beide Konstruktionsformen benötigen äußere Aussteifungen, um auftretende Kräf-
te und Momente in das Maschinenfundament einzuleiten sowie evtl. Schwingungs-
erscheinungen zu dämpfen. In den Gehäusewänden werden Durchlässe und Lager-
stellen zur Führung bewegter Maschinenteile vorgesehen, z. B. Achsen, Wellen,
Kolbenstangen usw. Alle Auflage-, Durchlass- und Teilungsflächen sind gut abzu-
dichten, um das Eindringen von Fremdkörpern und einen Schmiermittelverlust zu
verhindern.

Abb. 3.9: Getriebegehäuse (Beispiel)

Aufgabe 3.10:
Nennen Sie bitte Vor- und Nachteile der Guss- und Schweißkonstruktionen!
____________________________________________________________________________________________________________________________
_____________________________________________________________________________________________________________________________

MUK02K 43
© SGD, 18.08.19, Diaconu, Gabriela (934007)

Lektion 3 Ausgewählte Vorrichtungen

3.4.2 Verschlüsse
Verschlüsse finden wir im täglichen Leben ebenso oft wie in der Technik. Sie
bewirken das Verschließen eines bestimmten Raumes gegen seine Umwelt. Die
Dauerhaftigkeit des Verschlusses ist von der gewählten Verbindungsart abhängig.
Wir unterscheiden:
– unlösbare Verbindungen, d. h., das Lösen der Verbindung führt zu einer
Zerstörung des Werkstücks, z. B. Kleb-, Schweiß- und Walzverbindungen
– bedingt lösbare Verbindungen, d. h., die Verbindung lässt sich durch Zerstören
der Verbindungselemente lösen, z. B. Falz-, Löt- und Nietverbindungen
– lösbare Verbindungen, d. h., die Verbindung kann jederzeit gelöst und
geschlossen werden, z. B. Schraubverbindungen, Reibschlussverbindungen
mittels Hebel und Exzenter, Schnappverschlüsse durch Federkraft usw.
Diese sind für den Vorrichtungsbau von besonderer Bedeutung.
Auch die Ausführung des Verschlusses entspricht hauptsächlich dem Verwen-
dungszweck. Vielfach gelten die gleichen Bedingungen wie bei den Spannelemen-
ten (vgl. Abschnitt 2.5).

Aufgabe 3.11:
Wie löst man eine Lötverbindung?
____________________________________________________________________________________________________________________________
_____________________________________________________________________________________________________________________________

Beispiele für mechanische Verschlüsse finden wir in der Bautechnik, z. B.:


– einfache Hebelverschlüsse (Riegel) mit geringer Spannkraft, Dichtungen nur
als Schutz gegen Witterungseinflüsse

Abb. 3.10: Schnappverschluss

44 MUK02K
© SGD, 18.08.19, Diaconu, Gabriela (934007)

Ausgewählte Vorrichtungen Lektion 3

Abb. 3.11: Hebelverschluss


– Exzenterverschlüsse mit hoher Spannkraft, ausgerüstet mit Dichtungsschläu-
chen für Schutzräume
– Sicherheitsverschlüsse (= Sicherheitsschloss) mit mehrfacher Hebelwirkung
als Diebstahlsicherung (vgl. Abb. 3.10 und Abb. 3.11)
Schalter und Geräte, deren Gehäuse häufig geöffnet werden, sind meist mit einfa-
chen Schnappverschlüssen ausgerüstet. Hierzu erhält das Unterteil federnd ange-
ordnete Stifte, die beim Aufsetzen des Gehäuses zurückweichen, aber nach dem
Stillstand einrasten.
Maschinengehäuse sind konstruktiv in Ober- und Unterteil geteilt oder durch eine
Abdeckung verschlossen. Zum Verschluss dienen allgemein Schraubverbindungen.
Das Einlegen von Dichtungen zwischen den Teilungsflächen schützt vor Fremd-
einwirkungen.
Zur Ergänzung oder Entleerung des Schmiermittelvorrats erhalten die Maschinen-
gehäuse oftmals Rohrleitungsanschlüsse in Form von Rohrgewinde oder
-flanschen. Diese werden dann mit Gewindestopfen oder durch Blindflansche
verschlossen. Auch hierfür sind Dichtungen erforderlich.
Die Lagerdeckel, als Verschluss der Durchlässe, werden ebenfalls wie Flansch-
verbindungen ausgeführt.
Lösbare Verbindungen erfordern fast immer den Einsatz von Dichtungen. Ihre
Hauptaufgabe besteht im Ausgleichen von Unebenheiten der Dichtflächen durch
eine plastische und elastische Verformung des Dichtungswerkstoffes bei einem
geringen Anpressdruck.
Im Handel gibt es eine Vielzahl von Dichtungsarten und -werkstoffen, sodass wir
ohne Fachberatung kaum die richtige Auswahl für unsere Bedarfsfälle treffen
können. DIN 3750 ist eine Übersicht der Dichtungen und ihrer Benennungen.

MUK02K 45
© SGD, 18.08.19, Diaconu, Gabriela (934007)

Lektion 3 Ausgewählte Vorrichtungen

Zusammenfassung

Bohrvorrichtungen bestehen vorwiegend aus einem Spannteil und einer Bohrplatte


einschließlich Auflageplatte.
Die Bohrplatten werden je nach Werkstück, Fertigungsfolge und Bohrbild mit
Bohrbuchsen ausgerüstet.
Die wichtigsten Ausführungsformen der Bohrbuchsen sind zylindrische Bohrbuch-
sen, Bohrbuchsen mit Bund, Steck- und Spannbohrbuchsen.
Klapp- und Wendevorrichtungen ermöglichen die Bearbeitung eines Werkstücks in
mehreren Ebenen.
Der Aufbau von Umformvorrichtungen ist ähnlich. Ihre wichtigsten Bauteile sind
Stempel, Aufnahmebleche, Matrize, Auswerfer und Grundplatte.
Auswerfer sind technische Hilfsmittel zum Entformen der Werkstücke.
Teilvorrichtungen ermöglichen die Bearbeitung von Werkstücken in verschiedenen
Ebenen unter verschiedenen Winkeln.
Wir unterscheiden direktes, indirektes und Ausgleichsteilen.
Gehäuse schützen Geräte und Maschinen vor Fremdeinwirkungen und das Bedie-
nungspersonal vor Betriebsunfällen.
Die Wirksamkeit der Verschlüsse ist von ihren Verbindungen und Dichtungen
abhängig.

Wiederholungsaufgaben

3.1 Welchen Höhenunterschied zwischen Bohrbuchse und Werkstück wählen


Sie bei der Konstruktion von Bohrvorrichtungen?
3.2 Wie werden Steckbohrbuchsen mit der Bohrplatte verbunden?
3.3 Beschreiben Sie bitte die Arbeitsweise selbsttätiger Auswerfer!
3.4 Wie erfolgt die Formgebung der Werkstücke in Umformvorrichtungen?
3.5 Für welche Fertigungsvorgänge kommen Teilvorrichtungen zur Anwen-
dung?
3.6 Welcher Unterschied besteht zwischen dem direkten und indirekten Teilen?
3.7 Welche Aufgaben hat ein Maschinengehäuse?
3.8 Nennen Sie bitte die Verschlusselemente eines Maschinengehäuses!

46 MUK02K
© SGD, 18.08.19, Diaconu, Gabriela (934007)

Baukastensystem Lektion 4

Lektion 4

4 Baukastensystem
In der Abb. 4.1 sehen Sie eine aus einem Baukasten zusammengestellte Vorrichtung
zur Bearbeitung verschiedener Werkstücke in einem Bearbeitungszentrum (hier als
Werkstück ein Auslasskrümmer und ein Maschinenbauteil). Die Vorrichtung ist aus
verschiedenen Elementen aufgebaut, deren Grundfunktion im Folgenden bespro-
chen wird.
Verschiedene Hersteller bieten eine große Vielfalt an Vorrichtungselementen an,
daher können in den Abschnitten 4.1–4.4 nur ausgewählte Beispiele dargestellt
werden. Bei Bedarf fordern Sie die entsprechenden Herstellerkataloge an. Gute
Quellen bietet auch das Internet.

Abb. 4.1: Vorrichtung zur Bearbeitung verschiedener Werkstücke

MUK02K 47
© SGD, 18.08.19, Diaconu, Gabriela (934007)

Lektion 4 Baukastensystem

4.1 Grundelemente
Grundelemente positionieren die Vorrichtung auf dem Maschinentisch (z. B. nach
DIN 55201). Die Abb. 4.2–4.4 zeigen in drei Beispielen je ein Grundelement:

Abb. 4.2: Rasterplatte mit Fixierung am Maschinentisch (meist Grauguss)


Man erkennt deutlich: Je enger die Rasterbohrungen sind, desto vielfältiger sind die
Möglichkeiten, die Anbauelemente zu variieren. Dies gilt auch für den in Abb. 4.3
gezeigten Aufspannwinkel (hier doppelseitig).

Abb. 4.3: Aufspannwinkel

48 MUK02K
© SGD, 18.08.19, Diaconu, Gabriela (934007)

Baukastensystem Lektion 4

Eine vielseitige Möglichkeit des Einsatzes von Vorrichtungen bietet der in Abb. 4.4
dargestellte Aufspannwürfel (vergleiche auch Abb. 4.1!). Ein Deckel für die Ober-
seite des Würfels verhindert das Auffüllen mit Spänen.

Abb. 4.4: Aufspannwürfel

4.2 Aufbauelemente
Auf die Grundelemente werden nun Aufbauelemente wie Winkel, Konsolen,
Blöcke oder Scheiben angebracht, um der Werkstückform gemäß zu positionieren
und zu spannen. Die Abb. 4.5–4.8 zeigen Beispiele hierfür.

Abb. 4.5: Aufspannwinkel

MUK02K 49
© SGD, 18.08.19, Diaconu, Gabriela (934007)

Lektion 4 Baukastensystem

Abb. 4.6: Konsole Abb. 4.7: Fixierblock – hier mit Raster-


platte und Prisma im Aufbau

Abb. 4.8: Scheibe hier als Sonderform: Drehscheibe

50 MUK02K
© SGD, 18.08.19, Diaconu, Gabriela (934007)

Baukastensystem Lektion 4

4.3 Positionierungselemente

Das Werkstück muss jetzt in der aufgebau-


ten Vorrichtung positioniert werden. Ein
Positionselement sehen Sie in Abb. 4.7. Es
ist das dort dargestellte Vertikalprisma.
Aufnahmehülsen, Anschläge, Aufnahme-
bolzen mit verschiedenen Kopfformen und
Schraubanschläge vervollständigen den
Baukasten. Eine kleine Auswahl zeigen die
Abb. 4.9–Abb. 4.12.
Einen vollständigen Überblick können nur
die Kataloge der einschlägigen Hersteller
bieten.

Abb. 4.9: Aufnahmehülse

Abb. 4.10: Anschlag verstellbar

MUK02K 51
© SGD, 18.08.19, Diaconu, Gabriela (934007)

Lektion 4 Baukastensystem

Abb. 4.11: Aufnahmebolzen mit flachem Kugelansatz

Abb. 4.12: Schraubanschluss verstellbar

4.4 Zubehör
Zubehör in vielen verschiedenen Ausführungsformen ergänzen den Baukasten und
erleichtern die Montage der Vorrichtung. Als Beispiele seien genannt: Schrauben,
Muttern, Scheiben, T-Nutensteine, Zentrierbolzen, Gewindebuchsen und Abzieh-
werkzeuge.

Wiederholungsaufgaben

4.1 Welche Vorteile hat der in Abb. 4.11 dargestellte Aufnahmebolzen mit
Kugelansatz?
4.2 In der Abb. 4.3 wird ein Aufspannwinkel dargestellt, in Abb. 4.5 ebenfalls.
Welche Unterschiede erkennen Sie?

52 MUK02K
© SGD, 18.08.19, Diaconu, Gabriela (934007)

Lösungen zu den Aufgaben im Text Anhang

A. Lösungen zu den Aufgaben im Text


Anhang

1.1 Das Werkzeug (Schleifscheibe) führt die Drehbewegung, das Werkstück


die hin- und hergehende Bewegung aus.
1.2 Universalfräsmaschine: Es können alle Fräsarbeiten mit dieser Werkzeug-
maschine ausgeführt werden, da der Maschinentisch schwenkbar ist sowie
Horizontal- und Vertikalspindel vorhanden sind.
1.3 Die Schnittgeschwindigkeit ist von den Werkstoffen des Bohrwerkzeugs
und des Werkstücks, Bohrdurchmesser und -tiefe abhängig.
1.4 Beispiele: Schnellspannfutter und Spannkegel für Werkzeuge, Bohr- und
Fräsvorrichtungen für Werkstücke.
1.5 Biegen eines Blechwinkels: Einlegen des ebenen Bleches – Bedienung der
Maschinenhebel mit beiden Händen – Auslösen des Stempels – Biege-
vorgang – Rücklauf des Stempels – Maschinenstillstand – Werkstück
springt aus dem Unterstempel – Vorrichtung reinigen.
1.6 Verzicht auf zweiten Einschnitt oder bewegliche zweite Auflage.
1.7 Einschraubbare Füße bedeuten eine erhebliche Material- und Arbeitszeit-
ersparnis gegenüber angearbeiteten Füßen. Weiterhin sind sie wieder-
verwendungsfähig.
1.8 Für die Mitarbeiter besteht beim Arbeiten mit Druckluft die Gefahr von
Hand- und Augenverletzungen durch mitgerissene Späne.
2.1 Schnellspannfutter mit Spannbacken und Rändelmutter, Spannkegel.
2.2 Die Neigung entspricht der Reibungszahl  für Stahl auf Stahl.
2.3 Verschmutzung der Vorrichtung durch Späne, Kühl- und Schmiermittel,
dadurch falsches Einlegen der Werkstücke.
2.4 Spanneisen und Spannauflagen, Spanneisen und Spannschraube, Spann-
eisen und Spannfeder usw.
2.5 Kniehebelspanner für große Spannöffnungen. Sicherheit gegen selbsttätige
Entspannung durch Drücken des Spannhebels bis zum Totpunkt.
2.6 Elastisches Spannsystem durch Druckluftbetätigung, kombiniert mit den
starren Spannelementen Kniehebel und Spannschraube.
2.7 Wahl unterschiedlicher Durchmesser für Passstifte und Befestigungs-
schrauben.
3.1 Steckbohrbuchsen mit gleicher zylindrischer Grundbohrbuchse.
3.2 Anschlag für Bohrwerkzeuge zur Begrenzung der Bohr- und Senktiefen.
3.3 Bohrbuchsen dienen zur Führung der Bohrwerkzeuge und werden in den
Bohrplatten befestigt. Bohrplatten bestimmen das Bohrbild.
3.4 Das Bohrbild ist die genaue Wiedergabe der erforderlichen Bohrungen
eines Werkstücks.
3.5 Das unverwechselbare Einlegen des Werkstücks in die Vorrichtung.

MUK02K 53
© SGD, 18.08.19, Diaconu, Gabriela (934007)

Anhang Lösungen zu den Aufgaben im Text

3.6 Oberstempel entspricht unserem Begriff Stempel, Unterstempel ist die


Matrize.
3.7 a) Indirektes Teilen, da nK = i/T = 40/64 = 5/8 ein Bruch ist.

b) Richtige Lösungen sind alle Erweiterungen des Bruches 5/8, 


also: 10/16 – 15/24. Beide Lochscheiben sind vorhanden.
3.8 a) nK/Lochkreis: 12/27

b) z1/z2 = 28/63

3.9 Nietverbindung
3.10 Gusskonstruktionen:
Vorteile: für Serienfertigung geeignet, leichtere Formgebung, gute
Aussteifungsmöglichkeiten, Masse gegen Schwingungen
Nachteile: hoher Fertigungsaufwand, höheres Gewicht, Gussfehler
(Lunker), Gefahr der Undichtigkeit
Schweißkonstruktionen:
Vorteile: geringes Gewicht, geringer Fertigungsaufwand, Ände-
rungs- und Reparaturmöglichkeiten
Nachteile: nur für Einzelfertigung, schwierige Formgebung, abhängig
von der Schweißqualität
3.11 Nur durch Verflüssigen des Lötes in der Verbindung (Wärmezufuhr).

54 MUK02K
© SGD, 18.08.19, Diaconu, Gabriela (934007)

Lösungen zu den Wiederholungsaufgaben Anhang

B. Lösungen zu den Wiederholungsaufgaben


1.1 Das wichtigste Unterscheidungsmerkmal für die Fertigungsart ist die Los-
größe bzw. zu fertigende Stückzahl. Einzelfertigung bedeutet die Erzeu-
gung eines Werkstückes, evtl. Wiederholteile in zeitlichem Abstand, z. B.
Musterbau und Nullserie. Die Serienfertigung umfasst eine bestimmte
Stückzahl (Losgröße), während eine Massenfertigung von unbegrenzten
Stückzahlen und Zeiträumen ausgeht.
1.2 Die Werkzeuge bestimmen die Hauptzeit, Vorrichtungen die Nebenzeit der
Fertigung.
1.3 Spannvorrichtungen, Vorrichtungen für Trenn-, Umform- und Fügeverfah-
ren, Vorrichtungen für die Qualitätssicherung, Montage- und Schutzvor-
richtungen.
1.4 Schutzbrillen und -blenden schützen vor Augenverletzungen durch Späne
oder ätzende Kühlmittel, beidhändige Bedienungseinrichtungen vor
Schnittwunden und Verlust der Finger, ebenso Schutzgitter vor Fehlaus-
lösung der Werkzeugmaschine.
1.5 Bestimmelemente sichern das funktionsgerechte Einlegen des Werkstücks
in die Vorrichtungen.
1.6 Die wichtigsten DIN-Teile sind die Befestigungselemente, weiterhin haben
wir Standardfüße und Bedienteile erwähnt.
1.7 Baukastensysteme enthalten Standardbauelemente, die für verschiedene
Vorrichtungen verwendungsfähig sind.
1.8 DIN-Normen gewährleisten innerhalb ihres Anwendungsraumes gleiche
Güte- und Liefervorschriften für die erfassten Produkte. Die Werknormen
sind meist eine Auswahl der DIN-Normen zur Begrenzung der Lager-
haltung und gelten nur im eigenen Werk.
2.1 Werkzeugspanner sollen ein schnelles und sicheres Einspannen der Werk-
zeuge ermöglichen, ihnen einen festen Sitz zum schwingungsfreien Arbei-
ten geben.
2.2 Kraftschluss: Verbindung und Sicherung der Teile durch äußere Kräfte
(z. B. Reibungskraft)
Formschluss: Verbindung und Sicherung der Teile durch korrespondie-
rende Form (z. B. Keilwellenprofil)
2.3 Beim Entspannen eines Werkstücks kann die Spannkraft unkontrolliert 
wirken, dadurch Spannelemente plötzlich bewegen, Späne mitreißen usw.,
sodass eine Verletzungsgefahr für das Bedienungspersonal besteht.
2.4 Die Spannspirale entspricht der Archimedischen Spirale mit ihrer Exzenter-
wirkung am Umfang. Kreisexzenter besitzen eine Zylinderform mit ver-
setztem Drehpunkt. Der Abstand zwischen Mittel- und Drehpunkt e heißt
Exzentrizität.
2.5 Die wichtigste Anwendungsform der Spannhebel sind die Kniehebel-
systeme.

MUK02K 55
© SGD, 18.08.19, Diaconu, Gabriela (934007)

Anhang Lösungen zu den Wiederholungsaufgaben

2.6 Spanneisen und -auflagen werden vielfältig verwendet, z. B. zur Sicherung


von Vorrichtungen und Werkstücken auf dem Werkzeugmaschinentisch.
Spanneisen übertragen hierbei die Spannkraft von der Befestigungs- zur
Spannstelle, Spannauflagen sorgen für eine starre Verbindung durch
Höhenausgleich.
2.7 Schnellspanner kommen in verschiedenen Ausführungsformen innerhalb
der Vorrichtungen als Bauteil zum Einsatz. Ihre wichtigste Aufgabe neben
der Spannfunktion ist die Verkürzung der Fertigungsnebenzeiten durch ein-
fache und schnelle Bedienung sowie möglichst kurze Spannwege.
3.1 Am vorteilhaftesten ist ein Höhenunterschied h = 0,5 – 1 d, da die Späne-
abfuhr und Kühlmittelzufuhr gewährleistet sind und die Führung des Bohr-
werkzeugs gesichert ist.
3.2 Steckbohrbuchsen werden meist in zylindrische Bohrbuchsen eingesetzt,
die für die Verbindung mit der Bohrplatte dienen.
3.3 Selbsttätige Auswerfer arbeiten hauptsächlich mit Federkraft, die sofort bei
der Verringerung der Spannkraft wirksam werden und das Werkstück
auswerfen.
3.4 Die Umformung des Werkstücks erfolgt zwischen Stempel und Matrize,
auch Ober- und Unterstempel genannt.
3.5 Teilvorrichtungen dienen zum Fräsen und Schleifen von Flächen und
Nuten, die in verschiedenen Winkeln zueinander angeordnet sind.
3.6 Direktes Teilen mit einer Teilscheibe (meist 24 Raster) ist nur für ganz-
zahlige Teilungen möglich, während für erforderliche Brüche als Teilzahl
das indirekte Teilen angewandt wird.
3.7 Maschinengehäuse haben folgende Aufgaben:
a) Schutz der Funktionselemente vor Witterungseinflüssen,
Verschmutzung und Fremdkörpern
b) Schutz vor Schmiermittelverlust
c) Unterstützung und Führung von Achsen, Wellen usw.
d) Sicherheit des Bedienungspersonals vor Betriebsunfällen
3.8 Maschinengehäuse besitzen folgende Verschlusselemente:
a) Verschluss des Gehäuses durch Verschraubung einschl. Dichtung
b) Lagerdeckel in Flanschausführung einschl. Dichtungen
c) Verschlüsse von Rohrleitungsanschlüssen einschl. Dichtungen
4.1 Äußere Werkstückform kann (darf) verschieden sein.
4.2 Abb. 4.3 zeigt ein Grundelement, das direkt auf die Werkzeugmaschine
montiert wird. Abb. 4.5 ist ein Aufbauelement, das auf ein Grundelement
montiert wird. Die Rasterung bei Abb. 4.3 ist feiner.

56 MUK02K
© SGD, 18.08.19, Diaconu, Gabriela (934007)

Literaturverzeichnis Anhang

C. Literaturverzeichnis
o. A.
Taschenbuch Metall. 
Verlag Europa-Lehrmittel, Wuppertal

o. A.
Dubbel-Taschenbuch für den Maschinenbau. 
Springer-Verlag Berlin/Heidelberg/New York

o. A.
Hütte-Taschenbuch für Betriebsingenieure. 
(Betriebshütte) Bd. 1–3, Verlag Wilhelm Ernst & Sohn, München

E. Lemke:
„Vorrichtungsbau“
Verlag B. G. Teubner, Stuttgart

C. Schleiffer:
„Vorrichtungsbau-Beispielsammlung“
Carl Hanser Verlag, München

Werksunterlagen der

Fa. Kipp KG, 72168 Sulz


Katalog 2010. www.kipp.com

Fa. Hasco, 58513 Lüdenscheid


www.hasco.com

Fa. Norelem, 71706 Markgröningen


www.norelem.com

MUK02K 57
© SGD, 18.08.19, Diaconu, Gabriela (934007)

Anhang Normblattverzeichnis

D. Normblattverzeichnis

DIN Vorrichtungen

172 Bohrbuchsen mit Bund


173 Steckbohrbuchsen
179-180 Bohrbuchsen
508 T-Nutensteine
523 Drehdorne
650 T-Nuten
787 T-Nutenschrauben
6304-6307 Knebelschrauben und -muttern
631 Druckstücke
6314-6317 Spanneisen
6318 Treppenböcke für Spanneisen
6320 Füße mit Gewindebolzen
6323 Lose Nutensteine
6326 Verstellbare Spannunterlagen
6347-6348 Bohrvorrichtungen
6350-6351 Drehfutter
9859 Einspannzapfen
99 Kugelgriffe
6335 Kreuz- und
6336 Sterngriffe

6332 Druckzapfen
319 Kugelköpfe
6310 Schnapper
6376 Spannriegel
3220 Handräder, flach

58 MUK02K
© SGD, 18.08.19, Diaconu, Gabriela (934007)

Vorrichtungsbaukasten (Beispiel) Anhang

E. Vorrichtungsbaukasten (Beispiel)

MUK02K 59
© SGD, 18.08.19, Diaconu, Gabriela (934007)

Anhang Vorrichtungsbaukasten (Beispiel)

60 MUK02K
© SGD, 18.08.19, Diaconu, Gabriela (934007)

Vorrichtungsbaukasten (Beispiel) Anhang

MUK02K 61
© SGD, 18.08.19, Diaconu, Gabriela (934007)

Anhang Glossar

F. Glossar
Auswerfer Technisches Hilfsmittel zum Ausformen der Werk-
stücke.
Baukastensystem Konstruktion der Vorrichtungen mit möglichst
wenigen, sich wiederholenden Komponenten.
Bestimmungselement Vorrichtungsteil zum fertigungsgerechten Einlegen
des Werkstücks.
Bohrbuchse Führungselement für Bohrwerkzeuge in Bohrvorrich-
tungen.
Bohrplatte Grundplatte zur Aufnahme der Bohrbuchsen und
Wiedergabe des Bohrbildes.
Fertigungskraft Schnitt- oder Umformkraft zur Ausführung des
Fertigungsvorganges.
Fertigungsmittel Werkzeugmaschinen, Werkzeuge, Vorrichtungen,
evtl. auch Messeinrichtungen.
Fertigungsplan Zusammenfassung aller Fertigungsvorgänge für ein
Werkstück oder Produkt.
Fertigungstechnik Gesamtheit der Fertigungsmittel und -verfahren zur
Erzeugung von Produkten.
Fertigungszeit Haupt- und Nebenzeit zur Erzeugung eines
Werkstücks.
Matrize Formkörper
Qualitätssicherung Gesamtheit der Maßnahmen zur Erfüllung der
Qualitätsanforderungen.
Spannelement Grundform der Spannvorrichtung.
Spannkraft Erforderlicher Kraftaufwand für ein starres und
schwingungsfreies Einspannen der Werkstücke.
Schnellspanner Spannvorrichtung mit kurzen Spannwegen und
sicherer Einspannung der Werkstücke.
Trennvorrichtungen Vorrichtungen für spanabhebende Fertigungs-
verfahren, z. B. Bohren, Drehen, Fräsen usw.
Umformvorrichtungen Vorrichtungen zur Veränderung der Werkstückform
durch spanlose Fertigungsverfahren, z. B. Biegen,
Prägen, Rollen usw.
Werkstückspanner Vorrichtung zum Spannen der Werkstücke in der
Fertigungsposition.
Werkzeugspanner Vorrichtung zur starren und schwingungsfreien
Einspannung des Werkzeugs.
Vorrichtung Passives Fertigungsmittel zur Ausführung des
Fertigungsvorganges und Verkürzung der Fertigungs-
nebenzeiten.

62 MUK02K
© SGD, 18.08.19, Diaconu, Gabriela (934007)

Glossar Anhang

Werkzeug Aktives Fertigungsmittel zur Ausführung des


Fertigungsvorganges.
Werkzeugmaschine Fertigungsmittel zur Kraftübertragung und Aus-
führung der erforderlichen Bewegungen.

MUK02K 63
© SGD, 18.08.19, Diaconu, Gabriela (934007)

Anhang Sachwortverzeichnis

G. Sachwortverzeichnis
Sachwortverzeichnis

A T
Arbeitssicherheit 11 Teilungsart 39
Auswerfer 7, 11, 37 Teilvorrichtungen 8, 39
Trennverfahren 7
B Treppenbock 26
Baukastensystem 14, 32
Bestimmelement 12 U
Bestimmungselement 10 Übertragungselement 19, 25
Biegevorrichtung 7, 38 Umformverfahren 7, 36
Bohrbuchse 7, 32 Universalteilkopf 39
Bohrvorrichtung 7, 32
V
D Verbindungen 45
Druckluftspanner 25 Verschlüsse 45
Druckölspanner 25 Vorrichtungskatalog 7
E W
EDV-Technik 6 Werkstückspanner 7, 17
Werkzeugspanner 7, 16
F
Fertigungskraft 18
Fertigungszeit 3, 4
Fügevorrichtung 8
K
Klappvorrichtung 7, 36
Kreisexzenter 20
M
Magnetspanner 25
Maschinengehäuse 45
Matrize 6, 7
Q
Qualitätssicherung 8
S
Schnellspanner 7, 27
Schnellspannvorrichtung 7
Spannauflage
-eisen 26
-element 20
-elemente, elastische 24
-hebel 24
-kegel 20
-keil 20
-kraft 18
-kurve 20
-schraube 20
-spirale 20
-vorrichtung 7, 16, 27
Standsicherheit 11, 14
Stanzereitechnik 6
Stempel 6, 7

64 MUK02K
© SGD, 18.08.19, Diaconu, Gabriela (934007)

Vorrichtungen Anhang

H. Einsendeaufgaben zu MUK02K
Vorrichtungen

Lernheftcode:
Bitte reichen Sie mit Ihren Lösungen die Aufgabenstellungen ein! MUK02K-XX1-N01
Name: Vorname: Ihr Fernlehrer:

Postleitzahl und Ort: Straße: Datum:

Studien-Nr.: Lehrgangs-Nr.: Note:

Druck-Nr.: Unterschrift:
MUK02KXX 1 0211 N01
Füllen Sie die nicht hinterlegten Felder bitte sorgfältig aus und lösen Sie alle
folgenden Aufgaben auf separatem Lösungspapier! Zeichnen Sie groß und über-
sichtlich, benennen Sie die Teile.
1. Erklären Sie den Begriff „Überbestimmen“ anhand einer Skizze für einen
Winkelhebel, der in eine Bohrvorrichtung gelegt werden soll (Maße beliebig).

Abb. H.1:
2. Welche Abhilfe ist zur Vermeidung des Überbestimmens (Aufgabe 1)
möglich?
3. Nennen Sie die Unterschiede zwischen starren und elastischen Spann-
elementen.
4. Welche Vorteile bieten umlaufende Bohrbuchsen?

MUK02K 65
© SGD, 18.08.19, Diaconu, Gabriela (934007)

Anhang Vorrichtungen

5. Prüfen Sie bitte Abb. H.2. Nennen und begründen Sie die Konstruktions- und
Darstellungsfehler.

Abb. H.2: Vorrichtungskörper eines Trennwerkzeugs


(1 = Schnittstempel, 2 = Führungsplatte, 3 = Einlegevorrichtung, 
4 = Schnittplatte, gehärtet, 5 = Grundplatte)
Vergleichen Sie dazu Anlage E auf den Seiten 59/60/61!
6. In der Anlage E ist eine Vorrichtung mit Baukastenelementen zusammen-
gestellt. Warum sind die Führungsleisten (3) mit 4 Zylinderstiften (14) auf der
Grundplatte positioniert?
7. Verbessern Sie bitte die Anordnung der Spannkraft FSP in Abb. H.3!
Welche Folgen hat die gezeigte Anordnung?

Abb. H.3:

66 MUK02K
© SGD, 18.08.19, Diaconu, Gabriela (934007)

Vorrichtungen Anhang

8. Beschreiben Sie bitte die Funktion eines Hakenspanners (vgl. Abb. H.4)!

Abb. H.4:
9. Konstruieren Sie bitte eine Bohrplatte zum Bohren senkrechter Bohrungen in
eine unter 30° schräg zur Waagerechten verlaufenden Werkstückfläche, und
verwenden Sie hierfür eine Bohrbuchse mit Bund (nur Platte mit Bohrbuchse
und Werkstück darstellen, ohne Bemaßung!).
10. Abb. H.5 zeigt mehrere Ausführungen einer Umformvorrichtung. Welche
Ausführung würden Sie empfehlen? Begründen Sie Ihre Wahl, welche Nach-
teile haben die zwei nicht empfohlenen Ausführungen? Beachten Sie die
Unterschiede der Stempel!

Abb. H.5:

MUK02K 67
© SGD, 18.08.19, Diaconu, Gabriela (934007)

Anhang Vorrichtungen

68 MUK02K