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DEUTSCHE NORM April 2019

DIN EN ISO 21012


D
ICS 23.020.40; 83.140.40 Ersatz für
DIN EN 12434:2000-11

Kryo-Behälter –
Schlauchleitungen (ISO 21012:2018);
Deutsche Fassung EN ISO 21012:2018
Cryogenic vessels –
Hoses (ISO 21012:2018);
German version EN ISO 21012:2018
Récipients cryogéniques –
Tuyaux flexibles (ISO 21012:2018);
Version allemande EN ISO 21012:2018

Gesamtumfang 23 Seiten

DIN-Normenausschuss Druckgasanlagen (NDG)


DIN EN ISO 21012:2019-04

Nationales Vorwort
Dieses Dokument (EN ISO 21012:2018) wurde vom Technischen Komitee ISO/TC 220 „Cryogenic vessels“ in
Zusammenarbeit mit dem Technischen Komitee CEN/TC 268 „Kryo-Behälter und spezielle Einsatzgebiete
der Wasserstofftechnologie“ erarbeitet, dessen Sekretariat von AFNOR (Frankreich) gehalten wird.

Das zuständige deutsche Normungsgremium ist der Arbeitsausschuss NA 016-00-05 AA „Kryo-Behälter,


Spiegelausschuss zu CEN/TC 268 und ISO/TC 220“ im DIN-Normenausschuss Druckgasanlagen (NDG).

Für die in diesem Dokument zitierten internationalen Dokumente wird im Folgenden auf die
entsprechenden deutschen Dokumente hingewiesen:

ISO 7369 siehe DIN EN ISO 7369


ISO 10806 siehe DIN EN ISO 10806
ISO 21028-1 siehe DIN EN ISO 21028-1
ISO 23208 siehe DIN EN ISO 23208

Änderungen

Gegenüber DIN EN 12434:2000-11 wurden folgende Änderungen vorgenommen:

a) Aktualisierung der normativen Verweisungen;


b) Aufnahme des Begriffs 3.8 „Niedrigste Bemessungstemperatur“;
c) Umbenennung von 4.4.3 in „Biegeprüfung“;
d) Aufnahme von Tabelle 2;
e) bei 5.3.2.1 und 5.3.2.2 wurden Überschriften hinzugefügt;
f) Werte in Tabelle B.1 und C.1 überarbeitet;
g) die Norm wurde an die aktuell gültigen Gestaltungsregeln angepasst.

Frühere Ausgaben

DIN EN 12434: 2000-11

Nationaler Anhang NA
(informativ)

Literaturhinweise

DIN EN ISO 7369, Rohrleitungen — Metallschläuche und Metallschlauchleitungen — Vokabular

DIN EN ISO 10806, Rohrleitungen —Anschlussteile für gewellte Metallschläuche

DIN EN ISO 21028-1, Kryo-Behälter — Zähigkeitsanforderungen an Werkstoffe bei kryogenen Temperaturen –


Teil 1: Temperaturen unter 80 °C

DIN EN ISO 23208, Kryo-Behälter — Reinheit für den tiefkalten Betrieb

2
EUROPÄISCHE NORM EN ISO 21012
EUROPEAN STANDARD
NORME EUROPÉENNE Dezember 2018

ICS 23.020.40; 83.140.40 Ersatz für EN 12434:2000

Deutsche Fassung

Kryo-Behälter —
Schlauchleitungen
(ISO 21012:2018)
Cryogenic vessels — Récipients cryogéniques —
Hoses Tuyaux flexibles
(ISO 21012:2018) (ISO 21012:2018)

Diese Europäische Norm wurde vom CEN am 15. November 2018 angenommen.

Die CEN-Mitglieder sind gehalten, die CEN/CENELEC-Geschäftsordnung zu erfüllen, in der die Bedingungen festgelegt sind, unter
denen dieser Europäischen Norm ohne jede Änderung der Status einer nationalen Norm zu geben ist. Auf dem letzten Stand
befindliche Listen dieser nationalen Normen mit ihren bibliographischen Angaben sind beim CEN-CENELEC-Management-
Zentrum oder bei jedem CEN-Mitglied auf Anfrage erhältlich.

Diese Europäische Norm besteht in drei offiziellen Fassungen (Deutsch, Englisch, Französisch). Eine Fassung in einer anderen
Sprache, die von einem CEN-Mitglied in eigener Verantwortung durch Übersetzung in seine Landessprache gemacht und dem
Management-Zentrum mitgeteilt worden ist, hat den gleichen Status wie die offiziellen Fassungen.

CEN-Mitglieder sind die nationalen Normungsinstitute von Belgien, Bulgarien, Dänemark, Deutschland, der ehemaligen
jugoslawischen Republik Mazedonien, Estland, Finnland, Frankreich, Griechenland, Irland, Island, Italien, Kroatien, Lettland,
Litauen, Luxemburg, Malta, den Niederlanden, Norwegen, Österreich, Polen, Portugal, Rumänien, Schweden, der Schweiz,
Serbien, der Slowakei, Slowenien, Spanien, der Tschechischen Republik, der Türkei, Ungarn, dem Vereinigten Königreich und
Zypern.

EUROPÄISCHES KOMITEE FÜR NORMUNG


EUROPEAN COMMITTEE FOR STANDARDIZATION
COMITÉ EUROPÉEN DE NORMALISATION

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DIN EN ISO 21012:2019-04
EN ISO 21012:2018 (D)

Inhalt
Seite

Europäisches Vorwort .......................................................................................................................................................... 4


Anhang ZA (informativ) Zusammenhang zwischen dieser Europäischen Norm und den
grundlegenden Anforderungen der abzudeckenden EU-Richtlinie 2014/68/EU —
Druckgeräte ............................................................................................................................................................... 5
Vorwort ...................................................................................................................................................................................... 6
1 Anwendungsbereich ............................................................................................................................................... 7
2 Normative Verweisungen ..................................................................................................................................... 7
3 Begriffe ........................................................................................................................................................................ 7
4 Allgemeine Anforderungen.................................................................................................................................. 9
4.1 Auslegung und Konstruktion .............................................................................................................................. 9
4.2 Werkstoffe .................................................................................................................................................................. 9
4.3 Reinheit ..................................................................................................................................................................... 10
4.4 Mechanische Eigenschaften ............................................................................................................................... 10
4.4.1 Berstdruck ............................................................................................................................................................... 10
4.4.2 Druckwechselbeanspruchung .......................................................................................................................... 10
4.4.3 Biegeprüfung (optional, auf Anfrage des Käufers).................................................................................... 10
4.4.4 Beständigkeit gegen unsachgemäße Behandlung ..................................................................................... 10
4.4.5 Beständigkeit gegen tiefe Temperatur .......................................................................................................... 10
4.4.6 Dichtheit.................................................................................................................................................................... 11
4.4.7 Elektrische Eigenschaften .................................................................................................................................. 11
5 Prüfungen an Schlauchproben ......................................................................................................................... 11
5.1 Allgemeines ............................................................................................................................................................. 11
5.2 Zerstörungsfreie Prüfungen und Inspektion .............................................................................................. 12
5.2.1 Dokumentation der Werkstoffe ....................................................................................................................... 12
5.2.2 Kontrolle der Maßgenauigkeit ......................................................................................................................... 12
5.2.3 Kontrolle der Reinheit ......................................................................................................................................... 12
5.2.4 Druckprüfung.......................................................................................................................................................... 12
5.2.5 Dichtheitsprüfung ................................................................................................................................................. 13
5.2.6 Quetschprüfung ...................................................................................................................................................... 13
5.3 Zerstörende Prüfungen ....................................................................................................................................... 13
5.3.1 Wechselnde hydraulische Druckbeanspruchung ...................................................................................... 13
5.3.2 Wechselbiegeprüfung .......................................................................................................................................... 13
5.3.3 Hydraulische Berstprüfung ............................................................................................................................... 14
5.3.4 Untersuchung des Querschnitts ....................................................................................................................... 14
6 Fertigungsprüfung ................................................................................................................................................ 14
6.1 Allgemeines ............................................................................................................................................................. 14
6.2 Druckprüfung.......................................................................................................................................................... 14
6.3 Dichtheitsprüfung ................................................................................................................................................. 14
7 Kennzeichnung ....................................................................................................................................................... 15
8 Reinigung .................................................................................................................................................................. 15
9 Wiederkehrende Prüfung................................................................................................................................... 15
10 Prüfbescheinigung ................................................................................................................................................ 15

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DIN EN ISO 21012:2019-04
EN ISO 21012:2018 (D)

Anhang A (informativ) Typische Schlauchleitung ................................................................................................... 16


Anhang B (informativ) Wechselbiegeprüfung für Schlauchleitungen aus Metall und aus
Werkstoffen, für die eine Zulassung für den Kryo-Betrieb vorliegt ................................................... 17
Anhang C (informativ) Wechselbiegeprüfung für Schlauchleitungen aus Werkstoffen oder
Verbundwerkstoffen, die üblicherweise bei Kryo-Betrieb nicht eingesetzt werden................... 19
Anhang D (informativ) Hinweise zur wiederkehrenden Prüfung an umfüllenden Schläuchen ............ 21

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DIN EN ISO 21012:2019-04
EN ISO 21012:2018 (D)

Europäisches Vorwort
Dieses Dokument (EN ISO 21012:2018) wurde vom Technischen Komitee ISO/TC 220 „Cryogenic vessels“ in
Zusammenarbeit mit dem Technischen Komitee CEN/TC 268 „Kryo-Behälter und spezielle Einsatzgebiete
der Wasserstofftechnologie“ erarbeitet, dessen Sekretariat von AFNOR gehalten wird.

Diese Europäische Norm muss den Status einer nationalen Norm erhalten, entweder durch Veröffentlichung
eines identischen Textes oder durch Anerkennung bis Juni 2019, und etwaige entgegenstehende nationale
Normen müssen bis Juni 2019 zurückgezogen werden.

Es wird auf die Möglichkeit hingewiesen, dass einige Elemente dieses Dokuments Patentrechte berühren
können. CEN ist nicht dafür verantwortlich, einige oder alle diesbezüglichen Patentrechte zu identifizieren.

Dieses Dokument ersetzt EN 12434:2000.

Dieses Dokument wurde im Rahmen eines Mandats erarbeitet, das die Europäische Kommission und die
Europäische Freihandelszone CEN erteilt haben, und unterstützt grundlegende Anforderungen der EU-
Richtlinien.

Zum Zusammenhang mit EU-Richtlinien siehe informativen Anhang ZA, der Bestandteil dieses Dokuments
ist.

Entsprechend der CEN-CENELEC-Geschäftsordnung sind die nationalen Normungsinstitute der folgenden


Länder gehalten, diese Europäische Norm zu übernehmen: Belgien, Bulgarien, Dänemark, Deutschland, die
ehemalige jugoslawische Republik Mazedonien, Estland, Finnland, Frankreich, Griechenland, Irland, Island,
Italien, Kroatien, Lettland, Litauen, Luxemburg, Malta, Niederlande, Norwegen, Österreich, Polen, Portugal,
Rumänien, Schweden, Schweiz, Serbien, Slowakei, Slowenien, Spanien, Tschechische Republik, Türkei,
Ungarn, Vereinigtes Königreich und Zypern.

Anerkennungsnotiz

Der Text von ISO 21012:2018 wurde von CEN als EN ISO 21012:2018 ohne irgendeine Abänderung
genehmigt.

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DIN EN ISO 21012:2019-04
EN ISO 21012:2018 (D)

Anhang ZA
(informativ)

Zusammenhang zwischen dieser Europäischen Norm und den


grundlegenden Anforderungen der abzudeckenden
EU-Richtlinie 2014/68/EU — Druckgeräte

Diese Europäische Norm wurde im Rahmen eines von der Europäischen Kommission erteilten Mandats
M/071 erarbeitet, um ein freiwilliges Mittel zur Erfüllung der grundlegenden Anforderungen der Richtlinie
2014/68/EU — Druckgeräte bereitzustellen.

Sobald diese Norm im Amtsblatt der Europäischen Union im Sinne dieser Richtlinie in Bezug genommen
worden ist, berechtigt die Übereinstimmung mit den in Tabelle ZA.1 aufgeführten normativen Abschnitten
dieser Norm innerhalb der Grenzen des Anwendungsbereiches dieser Norm zur Vermutung der Konformität
mit den entsprechenden grundlegenden Anforderungen der Richtlinie (2014/68/EU — Druckgeräte) und
der zugehörigen EFTA-Vorschriften.

Tabelle ZA.1 — Zusammenhang zwischen dieser Europäischen Norm und Anhang I der Richtlinie
2014/68/EU über Druckgeräte

Grundlegende Anforderungen
Abschnitt(e)/Unterabschnitt(e)
der Richtlinie 2014/68/EU — Erläuterungen/Anmerkungen
dieser Europäischen Norm
Druckgeräte
2.2.1 4.1 Auslegung
4 4.2 Werkstoffe
1.1 4.3 Reinheit
2.2.3 (b) 4.4 Mechanische Eigenschaften
2.2.4 5 Prüfung an Schlauchproben
3.2.2 6.2 Druckprüfung
3.3 7 Kennzeichnung

WARNHINWEIS 1 — Die Konformitätsvermutung bleibt nur bestehen, so lange die Fundstelle dieser
Europäischen Norm in der im Amtsblatt der Europäischen Union veröffentlichten Liste erhalten bleibt.
Anwender dieser Norm sollten regelmäßig die im Amtsblatt der Europäischen Union zuletzt veröffentlichte
Liste einsehen.

WARNHINWEIS 2 — Für Produkte, die in den Anwendungsbereich dieser Norm fallen, können weitere
Rechtsvorschriften der EU anwendbar sein.

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DIN EN ISO 21012:2019-04
EN ISO 21012:2018 (D)

Vorwort
ISO (die Internationale Organisation für Normung) ist eine weltweite Vereinigung nationaler
Normungsorganisationen (ISO-Mitgliedsorganisationen). Die Erstellung von Internationalen Normen wird
üblicherweise von Technischen Komitees von ISO durchgeführt. Jede Mitgliedsorganisation, die Interesse an
einem Thema hat, für welches ein Technisches Komitee gegründet wurde, hat das Recht, in diesem Komitee
vertreten zu sein. Internationale staatliche und nichtstaatliche Organisationen, die in engem Kontakt mit ISO
stehen, nehmen ebenfalls an der Arbeit teil. ISO arbeitet bei allen elektrotechnischen Themen eng mit der
Internationalen Elektrotechnischen Kommission (IEC) zusammen.

Die Verfahren, die bei der Entwicklung dieses Dokuments angewendet wurden und die für die weitere Pflege
vorgesehen sind, werden in den ISO/IEC-Direktiven, Teil 1 beschrieben. Es sollten insbesondere die
unterschiedlichen Annahmekriterien für die verschiedenen ISO-Dokumentenarten beachtet werden. Dieses
Dokument wurde in Übereinstimmung mit den Gestaltungsregeln der ISO/IEC-Direktiven, Teil 2 erarbeitet
(siehe www.iso.org/directives).

Es wird auf die Möglichkeit hingewiesen, dass einige Elemente dieses Dokuments Patentrechte berühren
können. ISO ist nicht dafür verantwortlich, einige oder alle diesbezüglichen Patentrechte zu identifizieren.
Details zu allen während der Entwicklung des Dokuments identifizierten Patentrechten finden sich in der
Einleitung und/oder in der ISO Liste der erhaltenen Patenterklärungen (siehe www.iso.org/patents).

Jeder in diesem Dokument verwendete Handelsname dient nur zur Unterrichtung der Anwender und
bedeutet keine Anerkennung.

Eine Erläuterung zum freiwilligen Charakter von Normen, der Bedeutung ISO-spezifischer Begriffe und
Ausdrücke in Bezug auf Konformitätsbewertungen sowie Informationen darüber, wie ISO die Grundsätze der
Welthandelsorganisation (WTO) hinsichtlich technischer Handelshemmnisse (TBT) berücksichtigt, enthält
der folgende Link: www.iso.org/iso/foreword.html.

Dieses Dokument wurde vom Technischen Komitee ISO/TC 220, Cryogenic vessels erarbeitet.

Diese zweite Ausgabe ersetzt die erste Ausgabe (ISO 21012:2006), die technisch überarbeitet wurde.

Die wesentlichen Änderungen im Vergleich zur Vorgängerausgabe sind folgende:

— Unterabschnitt 4.2: Der folgende Text wurde ergänzt: „jegliche Schläuche aus austenitischem
nichtrostendem Stahl müssen nach Formung für den Betrieb mit Wasserstoff weichgeglüht werden;“;

— Unterabschnitt 4.4.3: „müssen“ wurde durch „sollten“ ersetzt;

— Unterabschnitt 4.4.3: „50 000 Zyklen“ wurde durch „10 000 Zyklen“ ersetzt;

— Unterabschnitt 4.4.3: Der folgende Text wurde ergänzt: „Diese Prüfung ist lediglich in dem Fall
vorgeschrieben, in dem die flexible Schlauchleitung unter Druck mehreren großen bzw. signifikanten
Bewegungen ausgesetzt ist.“

— Unterabschnitt 5.3.2.1: „50 000 Zyklen“ wurde durch „10 000 Zyklen“ ersetzt;

— Unterabschnitt 5.3.2.2: „50 000 Zyklen“ wurde durch „10 000 Zyklen“ ersetzt;

— Anhang B: Der Anhang wurde von normativ zu informativ geändert;

— Anhang C: Der Anhang wurde von normativ zu informativ geändert;

— Anhang C: Der letzte Satz im vorletzten Absatz wurde geändert zu: „Es muss eine ausreichende Menge
flüssigen Stickstoffs eingesetzt werden, um sicherzustellen, dass die flexible Schlauchleitung die
Temperatur von flüssigem Stickstoff erreicht.“.

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DIN EN ISO 21012:2019-04
EN ISO 21012:2018 (D)

1 Anwendungsbereich
Dieses Dokument legt die Auslegung, den Bau, die Baumuster- und Produktionsprüfung sowie
Anforderungen hinsichtlich der Kennzeichnung von nichtisolierten tiefkalten flexiblen Schläuchen fest, die
bei der Übertragung tiefkalter Fluide im folgenden Bereich von Betriebsbedingungen verwendet werden:

— Arbeitstemperaturbereich: von 270 °C bis 65 °C;

— Nennweite (DN): von 10 bis 100.

Anschlussverschraubungen für die Montage von Kupplungen fallen in den Anwendungsbereich dieses
Dokuments, die Kupplungen selbst sind jedoch Gegenstand anderer Normen.

Es ist vorgesehen, dass der Schlauch so ausgelegt und geprüft wird, dass sie dem allgemein anerkannten
Nenndruck entspricht, d. h. mindestens PN 40. Die Schläuche dürfen dann für einen Nenndruck PN
ausgewählt werden, der gleich oder größer ist als der höchstzulässige Druck (PS) der Einrichtung, in der sie
angewendet werden.

2 Normative Verweisungen
Die folgenden Dokumente werden im Text in solcher Weise in Bezug genommen, dass einige Teile davon
oder ihr gesamter Inhalt Anforderungen des vorliegenden Dokuments darstellen. Bei datierten
Verweisungen gilt nur die in Bezug genommene Ausgabe. Bei undatierten Verweisungen gilt die letzte
Ausgabe des in Bezug genommenen Dokuments (einschließlich aller Änderungen).

ISO 7369, Pipework — Metal hoses and hose assemblies — Vocabulary

ISO 10806, Pipework — Fittings for corrugated metal hoses

ISO 21010, Cryogenic vessels — Gas/materials compatibility

ISO 21028-1, Cryogenic vessels — Toughness requirements for materials at cryogenic temperature — Part 1:
Temperatures below -80 °C

ISO 23208, Cryogenic vessels — Cleanliness for cryogenic service

3 Begriffe
Für die Anwendung dieses Dokuments gelten die Begriffe nach ISO 7369 und die folgenden Begriffe.

ISO und IEC stellen terminologische Datenbanken für die Verwendung in der Normung unter den folgenden
Adressen bereit:

— IEC Electropedia: unter http://www.electropedia.org/

— ISO Online Browsing Platform: unter https://www.iso.org/obp

3.1
Schlauch
flexibler dichter Schlauch, der entweder aus gewelltem Metall, Elastomer oder Kunststoff besteht

3.2
Umflechtung
eine oder mehrere Lagen zylindrisch verflochtener Drähte, die den Schlauch umgeben und permanent mit
der Anschlussverschraubung der flexiblen Schlauchleitung verbunden sind; sie dienen dem Schutz des
flexiblen Schlauches gegen Längsdehnung

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DIN EN ISO 21012:2019-04
EN ISO 21012:2018 (D)

3.3
Schutzwendel
äußere Bandage oder Abdeckung, die dem Schutz des Hauptschlauches und der Umflechtung vor
Beschädigung und Abnutzung dient

3.4
Anschlussverschraubungen
an jedem Ende des Schlauches und der Umflechtung (sofern vorhanden) angebrachtes Teil (aus einem mit
dem Werkstoff oder dem zu übertragenden Produkt verträglichen Material)

3.5
Schlauchleitung
betriebsfertiger, komplett konfektionierter Schlauch mit Umflechtung und/oder sonstiger Umhüllung
einschließlich Anschlussteil

3.6
Nennweite
DN
alphanumerische Bezeichnung der Größe für Bauteile eines Rohrleitungssystems, wird zu Referenzzwecken
verwendet

Anmerkung 1 zum Begriff: Enthält die Buchstaben DN, gefolgt von einer dimensionslosen Ganzzahl, die sich indirekt
auf die physikalische Größe der Bohrung oder des Außendurchmessers der Anschlussverbindungen, in Millimetern,
bezieht.

[QUELLE: ISO 6708:1995, 2.1]

3.7
Nenndruck
PN
(en: rated pressure, PR)
<eines Schlauches> niedrigster zulässiger Betriebsdruck (en: Maximum Allowable Working Pressure,
MAWP) eines Bauteils des Schlauches bei 20 °C

Anmerkung 1 zum Begriff: PN > PS (wie in der PED definiert).

Anmerkung 2 zum Begriff: Siehe auch letzten Satz in Abschnitt 1.

3.8
niedrigste Bemessungstemperatur
niedrigste Temperatur, auf welche die Schlauchleitung vom Hersteller eingestuft wird

3.9
Arbeitstemperaturbereich
höchste und niedrigste Temperatur, der die Schlauchleitung ausgesetzt wird

3.10
Lebensdauer
Mindestanzahl vollständiger Zyklen, für die die Schlauchleitung ausgelegt wurde, damit sie ohne Ausfall den
Prüfbedingungen standhält

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DIN EN ISO 21012:2019-04
EN ISO 21012:2018 (D)

4 Allgemeine Anforderungen
4.1 Auslegung und Konstruktion
Der während der Prüfung verwendete Prüfdruck (siehe Abschnitt 5) muss größer oder gleich dem vorge-
schriebenen Nenndruck (PN) sein. Außerdem darf der Nenndruck (PN) nicht kleiner als der maximal
zulässige Druck (PS) der Einrichtung sein, in der er angewendet wird. Ein Schlauch besteht üblicherweise
aus gewelltem Metall, hergestellt aus Bandstahl. Die Wellung darf senkrecht zur Rohrachse oder spiralförmig
verlaufen. Der höchstzulässige Betriebsdruck muss kleiner als oder gleich dem auf die Schlauchleitung
gestempelten Nenndruck sein.

Falls Elastomere oder Verbundwerkstoffe verwendet werden, müssen in Übereinstimmung mit 5.3.2.2
zusätzliche Anforderungen gelten.

Über dem Schlauch ist gewöhnlich eine Umflechtung angebracht. Diese Umflechtung besteht im Allgemeinen
aus einer oder zwei Lagen Drahtgeflecht aus nichtrostendem Stahl oder einer hochfesten Kupferlegierung.
Die Umflechtung darf mit einer Schutzwendel versehen sein, die mit der Umgebung und mit dem zu über-
tragenen Fluid verträglich sein muss.

Die Auslegung muss sicherstellen, dass Druckbeaufschlagung oder Korrosion zwischen dem Schlauch und
der äußeren Umflechtung oder Bewehrung verhindert wird.

Die Anschlussverschraubungen müssen so ausgelegt werden, dass sie an den Enden des Schlauches straff
sitzen, damit:

— die Verbindung mit dem Schlauch dicht ist;

— eine feste Verbindung zwischen Umflechtung, Schlauch und Anschlussverschraubung sichergestellt ist,
um den Schlauch bei Nenndruck gegen Längsdehnung zu stabilisieren.

Anschlussstücke für Schlauchleitungen aus gewelltem Metall müssen ISO 10806 entsprechen.

Auf einer der Anschlussverschraubungen oder einem Zubehörteil muss für die Kennzeichnung eine Fläche
vorgesehen werden.

Sämtliche Verbindungsverfahren für gewellte Schlauchleitungen müssen qualifiziert werden. Manuelle


Schweißnähte müssen den geltenden Normen entsprechen.

Eine typische Kryo-Schlauchleitung ist in Anhang A dargestellt.

4.2 Werkstoffe
Alle Werkstoffe müssen mit dem zu übertragenen Fluid verträglich sein und müssen vom Hersteller der
Schlauchleitung anhand einer Spezifikation kontrolliert werden, welche die Prüfung des chemischen Inhalts
und der physikalischen Eigenschaften gewährleistet und sicherstellt, dass die Qualität mindestens einer
international anerkannten Norm entspricht. Werkstoffe für die Herstellung von Schlauchleitungen aus
gewelltem Metall müssen auf Basis ihrer Eignung für die Fertigung ausgewählt werden, z. B. Kaltformen und
Schweißen usw., sowie für die Bedingungen, unter denen sie verwendet werden müssen. Außerdem müssen
die folgenden Anforderungen erfüllt werden:

— Anschlussverschraubungen und Kupplungen müssen aus Werkstoffen hergestellt sein, die mit den
anderen Werkstoffen der Schlauchleitung verträglich sind;

— ein Werkstoff ist verträglich, wenn er mit den zu übertragenen Gasen weder heftig (Zündung usw.) noch
langsam reagiert, und seine Durchlässigkeit muss für den vorgesehenen Verwendungszweck ange-
messen sein;

— ein Prüfzertifikat, das die Ergebnisse der Prüfung des chemischen Inhalts und der physikalischen Eigen-
schaften darlegt, muss mit der Schlauchleitung bereitgestellt werden.

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DIN EN ISO 21012:2019-04
EN ISO 21012:2018 (D)

Die in einer Kryo-Schlauchleitung einzusetzenden Werkstoffe müssen:

— bei der niedrigsten Bemessungstemperatur eine ausreichende Duktilität bewahren (wie in ISO 21028-1
festgelegt);

— sauerstoff-verträglich sein, falls sie für die Verwendung mit Sauerstoff oder Stickstoffoxid vorge-
schrieben sind (wie in ISO 21010 festgelegt);

— jegliche Schläuche aus austenitischem nichtrostendem Stahl müssen nach Formung für den Betrieb mit
Wasserstoff weichgeglüht werden;

— sowohl in der Legierung als auch in den Lötwerkstoffen weniger als 65 % Kupfer enthalten, falls diese
für acetylenhaltige Gasgemische vorgesehen sind.

4.3 Reinheit
Die für die Anwendung bei allen tiefkalten Fluiden vorgesehenen Schlauchleitungen müssen nach ISO 23208
gereinigt werden, um Kohlenwasserstoffe, Feuchtigkeit, Partikel oder sonstige Verunreinigungen aus der
Schlauchleitungsgarnitur zu entfernen.

4.4 Mechanische Eigenschaften


4.4.1 Berstdruck

Der Berstdruck muss mindestens das Dreifache des Nenndrucks bei Umgebungstemperatur betragen. Es
darf nur der Körper des Schlauches und der Umflechtung bersten, jedoch nicht die Verbindungsstellen
zwischen beiden. Siehe 5.3.3 für die Berstprüfung.

4.4.2 Druckwechselbeanspruchung

Schlauchleitungen müssen eine Lebensdauer von mindestens 10 000 Zyklen aufweisen, wenn sie nach 5.3.1
wiederholt mit Drücken von < 1 bar bis zum Nenndruck beaufschlagt werden.

4.4.3 Biegeprüfung (optional, auf Anfrage des Käufers)

Schlauchleitungen sollten eine Lebensdauer von mindestens 10 000 Zyklen aufweisen, wenn sie nach 5.3.2
bei Nenndruck wiederholt gebogen werden

ANMERKUNG Die tatsächliche Lebensdauer eines Schlauches wird von den tatsächlichen Betriebsbedingungen
abhängen.

Diese Prüfung ist lediglich in dem Fall vorgeschrieben, in dem der flexible Schlauch unter Druck mehreren
großen bzw. signifikanten Bewegungen ausgesetzt ist.

4.4.4 Beständigkeit gegen unsachgemäße Behandlung

Schlauchleitungen sollten beim Ziehen über den Erdboden eine ausreichende Beständigkeit gegen
Beschädigung der Umflechtung aufweisen. Es kann als zusätzlicher Schutz der Umflechtung eine Bandage
verwendet werden.

Schlauchleitungen müssen einer Quetschprüfung nach 5.2.6 standhalten, bei der simuliert wird, dass eine
Person auf die Schlauchleitung tritt.

4.4.5 Beständigkeit gegen tiefe Temperatur

Alle Komponenten von Schlauchleitungen, die sich während des Betriebs abkühlen, müssen bei der niedrig-
sten Konstruktionstemperatur ihre Zähigkeit behalten.

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DIN EN ISO 21012:2019-04
EN ISO 21012:2018 (D)

4.4.6 Dichtheit

Schlauchleitungen müssen in Übereinstimmung mit 5.2.5 dicht sein.

4.4.7 Elektrische Eigenschaften

Schlauchleitungen, die für brennbare Stoffe vorgeschrieben sind, müssen zwischen ihren beiden Enden elek-
trisch leitend sein (elektrischer Widerstand kleiner als 25 ).

5 Prüfungen an Schlauchproben
5.1 Allgemeines

Die Schlauchproben müssen die Produktion repräsentieren. Im Falle eines verbindungsbrechenden, vorpro-
grammierten Systems wird die Prüfung ohne diese Verbindungen an flexiblen Schläuchen durchgeführt. Die
Verfahren der Prüfungen an Schlauchproben müssen umfassen:

a) Inspektion und zerstörungsfreie Prüfungen:

— Inspektion: Maße, Reinheit, Werkstofffeststellung und Kennzeichnung;

— Prüfungen: Druckprüfung, Dichtheitsprüfungen und Quetschprüfungen;

b) zerstörende Prüfungen:

— Druckwechselbeanspruchung, Berstprüfung, Wechselbiegeprüfung und Untersuchung des Querschnitts.

Die Prüfungen müssen in einem schriftlichen Bericht aufgezeichnet sein, der 10 Jahre ab dem Datum, an dem
der letzte Schlauch auf den Markt gebracht wurde, aufbewahrt werden muss.

Für die Durchführung der Prüfungen sind vier Probeschlauchleitungen (A, B, C und D) erforderlich.

Die Prüfungen und die Prüfreihenfolge sind in Tabelle 1 zusammengefasst.

(Die Zahlen 1 bis 5 geben die Reihenfolge der Prüfungen an).

Tabelle 1 — Prüffolgen
Schlauchprobe
Prüfungen
A B C D
1) Zerstörungsfreie Prüfungen
Dokumentation der Werkstoffe 1 1 1 1
Kontrolle der Maßgenauigkeit 1 1 1 1
Kontrolle der Reinheit 1 1 1 1
Druckprüfung 1 1 1 1
Dichtheitsprüfung 2 4 3 2
Quetschprüfung 2 —
2) Zerstörende Prüfungen
Wechselnde hydraulische Druckbeanspruchung 3 — — —
Wechselbiegeprüfung (optional, auf Anfrage des Käufers) — 3 2 —
Hydraulische Berstprüfung 4 5 — 3
Untersuchung eines Querschnitts — — 4 —

Die hydraulische Berstprüfung muss durchgeführt werden, um alle Schlauchleitungen mit Nennweite zu qua-
lifizieren.

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DIN EN ISO 21012:2019-04
EN ISO 21012:2018 (D)

Wenn eine Schlauchleitung bei vorliegender Nennweite und vorliegendem Nenndruck PN die Prüfung
erfolgreich bestanden hat, kann jede Schlauchleitung desselben Typs mit:

— einem Nenndruck PN

und

— einem Nenndurchmesser von bis zu 1,25 DN

als zulässig angesehen werden; jede DN-Schlauchleitung muss jedoch einer hydraulischen Berstprüfung
unterzogen werden.

Eine Schlauchleitung wird dann als typengleich bezeichnet, wenn Konstruktion und Kennwerte denen der
geprüften Schläuche ähnlich sind; ähnlich bedeutet:

— dieselben Werkstoffe;

— dasselbe Schweißverfahren;

— dieselbe Art der Wellung (Form, Herstellungsweise);

— dieselbe Verbindungsart (Schlauch und Anschlussverschraubung);

— dieselbe Umflechtung (dieselbe Flechtweise, d. h., berechnet — nach den Durchmessern um für jeden
Draht dieselbe maximale Zugfestigkeit, identische Werkstoffe, dieselben Schweißverfahren, zu
erhalten).

Der Biegeradius und die Mindestschlauchlänge für die Probeschlauchleitungen sind in den Anhängen B und
C definiert.

Für Quetschprüfungen und zerstörende Prüfungen verwendete Schlauchleitungen dürfen nicht auf den
Markt gebracht werden.

5.2 Zerstörungsfreie Prüfungen und Inspektion

5.2.1 Dokumentation der Werkstoffe

Die Werkstoffe, Montageverfahren, Schweißverfahren sowie die für die Herstellung der Schlauchleitungen
erforderliche Befähigung des Schweißers müssen festgelegt und aufgezeichnet werden.

5.2.2 Kontrolle der Maßgenauigkeit

Außendurchmesser und Gesamtlänge der Schlauchleitung sind im Lieferzustand in Übereinstimmung mit


den Zeichnungen zu messen.

5.2.3 Kontrolle der Reinheit

Die Schlauchleitung muss den Anforderungen von ISO 23208 entsprechen.

5.2.4 Druckprüfung

Alle flexiblen Schlauchleitungen müssen bei Raumtemperatur (20 10) °C einer hydraulischen
Druckprüfung mit dem 1,5-fachen Nenndruck unterzogen werden. Der Druck muss mindestens 3 min
gehalten werden. Es dürfen keine Undichtheiten auftreten. Unter Druck darf die Gesamtlänge höchstens um
3 % zunehmen.

Wenn die erforderlichen Sicherheitsvorkehrungen getroffen werden, ist es ebenfalls zulässig, als Alternative
zur hydraulischen Prüfung bei gleichem Druck eine pneumatische Prüfung durchzuführen.

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EN ISO 21012:2018 (D)

5.2.5 Dichtheitsprüfung

Die Schlauchleitung muss auf Dichtheit geprüft werden. Dazu muss die Schlauchleitung in Wasser
eingetaucht werden und mit gasförmigem Stickstoff oder Luft bis zum Nenndruck mit Druck beaufschlagt
werden.
Der Druck muss mindestens 5 min aufrechterhalten werden. Es darf keine Undichtheit erkennbar sein (d. h.
keine im Wasser aufsteigenden Gasblasen). Das entspricht annähernd einer Leckrate von unter
10 4 Pa m3/s.
Tabelle 2 — Umwandlungsfaktoren
atm cm3/s
Pa m3/s Torr l/s oder Hg l/s ft3 (STP)/h mbar l/s
Std cm3/s
10 4 7,501 × 10 4 9,869 × 10 4 7,501 × 10 1 1,255 × 10 4 10 3

Sonstige Verfahren mit gleicher oder größerer Genauigkeit dürfen für übliche Schlauchleitungen verwendet
werden. Für Schlauchleitungen, wie sie für den Einsatz unter erschwerten Bedingungen vorgeschrieben sind,
dürfen strengere Anforderungen hinsichtlich des Dichtheitsverhaltens gelten (z. B. Helium-Dicht-
heitsprüfung unter Druck).
5.2.6 Quetschprüfung
Diese Prüfung wird nur an Schlauchleitungen ohne Edelstahlwellung durchgeführt.

Diese Prüfung muss an Schlauchleitungen durchgeführt werden, um die Gefahr einer Beschädigung zu simu-
lieren, wenn auf den Schlauch getreten wird. Die Schlauchleitung muss zwischen zwei starren Platten von
200 mm × 200 mm gehalten werden; dann muss an der gleichen Stelle in der Mitte jedes flexiblen
Schlauches zehnmal eine Kraft von 1 000 N zugeführt werden.

Anschließend muss die Schlauchleitung untersucht werden, um zu kontrollieren, ob die oben angeführte
Prüfung irgendwelche starken Beschädigungen verursacht hat (eine Verringerung des Durchmessers um
mehr als 20 % sowie eine beträchtliche Beschädigung der Umflechtung sind nicht annehmbar).

Anschließend müssen mit denselben Schlauchleitungen die zerstörenden Prüfungen durchgeführt werden.

5.3 Zerstörende Prüfungen


5.3.1 Wechselnde hydraulische Druckbeanspruchung

Diese Prüfung muss mit einer Schlauchleitung der geprüften Charge bei einer zwischen 1 bar bis Nenndruck
wechselnden Druckbeanspruchung, bei Raumtemperatur und mit einer Frequenz von < 10 Zyklen je min
durchgeführt werden.

Die Prüfung muss nach 10 000 Zyklen beendet und die Schlauchleitung einer hydraulischen Berstprüfung
unterzogen werden.

Der Schlauch darf während der Prüfung keine Undichtheiten aufweisen.


5.3.2 Wechselbiegeprüfung
5.3.2.1 Schlauchleitungen aus gewelltem Metall

Mit der flexiblen Schlauchleitung ist bei Nenndruck eine Wechselbiegeprüfung durchzuführen, wie in
Anhang B beschrieben.

Die Prüf-Schlauchleitung muss 10 000 Zyklen standhalten und dann einer Dichtheitsprüfung unterzogen
werden (Leckrate größer als der in 5.2.5 geforderte Wert).

Der Schlauch darf während der Prüfung keine Undichtheiten aufweisen.

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5.3.2.2 Schlauchleitungen aus nicht metallischen Werkstoffen oder Verbundwerkstoffen

Bei Nenndruck muss mit der Schlauchleitung eine Wechselbiegeprüfung (bei zusätzlichem geringen Dreh-
moment und intermittierendem Temperaturschock) durchgeführt werden, wie in Anhang C beschrieben.

Die Prüf-Schlauchleitung muss 10 000 Zyklen standhalten.

5.3.3 Hydraulische Berstprüfung

Die geprüften Proben müssen wie folgt bis zum Bruch mit Druck beaufschlagt werden:

— eine gerade, unbeanspruchte Probeschlauchleitung mit einer Mindestlänge von 1 m muss einem
Hydraulikdruck ausgesetzt werden, der schrittweise über einen Mindestzeitraum von 1 min beauf-
schlagt wird, bis die Leitung durch sichtbare Undichtheiten oder den Bruch von Bauteilen versagt;

— die Berstdruckwerte müssen dem Dreifachen des Nenndrucks bei Raumtemperatur (20 ± 10) °C
entsprechen oder diesen Wert überschreiten.

Diese Prüfung muss durchgeführt werden:

— an einer Schlauchleitung im Anschluss an zerstörungsfreie Prüfungen (flexibler Schlauch D);

— an einer Schlauchleitung, die hydraulischem Druck mit wechselnder Beanspruchung ausgesetzt war
(flexibler Schlauch A);

— an einer flexiblen Schlauchleitung, die einer Wechselbiegeprüfung ausgesetzt war (flexibler Schlauch B).

Die Berstdruckwerte müssen mindestens das 3-Fache des Nenndrucks bei Raumtemperatur (20 ± 10) °C
betragen. Darüber hinaus darf nur der Körper der Schlauchleitung bersten; unter keinen Umständen dürfen
die Anschlussverschraubungen und deren Verbindungsstellen betroffen sein.

5.3.4 Untersuchung des Querschnitts

Um sowohl die einwandfreie Verbindung zwischen Anschlussverschraubungen und Schlauch als auch Form
und Dicke der Wellung zu untersuchen, muss die Schlauchleitung an der Anschlussverschraubung und der
Anschlussverbindung durchgeschnitten werden.

6 Fertigungsprüfung
6.1 Allgemeines

Alle Schlauchleitungen müssen in dem Zustand geprüft werden, in dem sie geliefert werden sollen, d. h.
entweder mit Umflechtung oder ohne Umflechtung. Nach der Herstellung muss jede Schlauchleitung den in
6.2 und 6.3 beschriebenen Druck- und Dichtheitsprüfungen unterzogen werden.

6.2 Druckprüfung

Siehe 5.2.4.

6.3 Dichtheitsprüfung

Die Schlauchleitung muss, wie in 5.2.5 spezifiziert, einer Dichtheitsprüfung unterzogen werden. Eine Dicht-
heitsprüfung muss bei einem Druck durchgeführt werden, der nicht größer als der Nenndruck ist. Der
Nachweis der Dichtheit darf durch Eintauchen in Wasser oder durch andere Methoden erfolgen. Es dürfen
alternative Dichtheitsprüfverfahren angewendet werden (z. B. Helium-Dichtheitsprüfungen), wo die maxi-
male Undichtheit eine Leckrate von 10 4 Pa m3/s nicht überschreiten darf. Siehe Tabelle 2.

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Schlauchleitungen, die nicht aus gewelltem Metall, sondern aus anderen Werkstoffen bestehen, dürfen unter
Druck oder beim Biegen eine erhöhte Durchlässigkeit aufweisen. Für diese Werkstoffe muss zwischen Her-
steller und Käufer eine zulässige Durchlässigkeitsrate vereinbart werden, die das zu übertragende Produkt
und die allgemeinen Konstruktionsbedingungen berücksichtigt.

7 Kennzeichnung
Auf der Kennzeichnungsfläche am Ende des Schlauches müssen vom Hersteller folgende Informationen
unauslöschbar angebracht werden (siehe Anhang A):

a) die Nummer dieser Internationalen Norm, d. h. ISO 21012;

b) Nenndruck, PN;

c) Nennweite, DN;

d) Prüfdatum (Jahr und Monat) (das Prüfdatum ist das Datum bei Abschluss der Herstellung);

e) Herstellerreferenz: Name oder Kurzzeichen oder Logo und Kennnummer;

f) Seriennummer des Schlauches oder Typbezeichnung;

g) niedrigste Bemessungstemperatur;

h) Prüfdruck, PT;

i) außerdem darf Platz für zusätzliche Betriebskennzeichnungen gelassen werden, falls diese verwendet
werden, z. B. Daten von Wiederholungsprüfungen.

8 Reinigung
Schlauchleitungen müssen in Übereinstimmung mit ISO 23208 gereinigt werden, um Kohlenwasserstoffe,
Feuchtigkeit, Partikel oder sonstige Verunreinigungen aus der Schlauchleitungsgarnitur zu entfernen.

9 Wiederkehrende Prüfung
Einige Hinweise zur wiederkehrenden Prüfung von flexiblen Schläuchen sind in Anhang D enthalten.

10 Prüfbescheinigung
Falls eine Produktions-Prüfbescheinigung für jede Schlauchleitung oder jedes Los von Schlauchleitungen
gefordert wird, sollte die Bescheinigung die Übereinstimmung der Schlauchleitung mit diesem Dokument
feststellen und für jede Komponente der Schlauchleitung die Werkstoffnorm, den Produktions-Prüfdruck
und die eindeutige Referenzkennzeichnung angeben, damit Montage und Herstellung der Schlauchleitung
vollständig rückverfolgbar sind.

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Anhang A
(informativ)

Typische Schlauchleitung

Bild A.1 enthält eine typische Schlauchleitung.

Legende
1 Umflechtung
2 Kupplungsendstück
3 Schutzwendel
4 Schutzkappe
5 Kennzeichnung
6 Klemmringverschraubung

Bild A.1 — Typische Schlauchleitung

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Anhang B
(informativ)

Wechselbiegeprüfung für Schlauchleitungen aus Metall und aus


Werkstoffen, für die eine Zulassung für den Kryo-Betrieb vorliegt

Die Schlauchleitung muss bei Nenndruck einer Wechselbiegeprüfung unterzogen werden.

Die Schlauchleitung muss so angeordnet werden, dass ihr Biegeradius (wie in den Bildern B.1 und B.2
dargestellt) während der Prüfung konstant bleibt.

Die Prüfung muss bei Raumtemperatur durchgeführt werden, dabei sind die Schlauchleitungen so zu
montieren, dass sie eine horizontale oder vertikale Schlaufe bilden, wie dies auf den Bildern B.1 und B.2
dargestellt ist und die Länge der zu prüfenden Schlauchleitung Tabelle B.1 entspricht.

Ein Ende der Schlauchleitung muss befestigt werden. Das andere Ende muss mit einer Prüffolge von
zwischen 20 Zyklen/min und 60 Zyklen/min, parallel zur Achse des flexiblen Schlauchs, einer
Wechselbeanspruchung ausgesetzt werden.

Die gesamte Hublänge muss 250 mm betragen.

Tabelle B.1 — Länge der zu prüfenden Schlauchleitung


Maße in Millimeter

Nennweite (DN) 6 8 10 12 15 20 25 32 40 50 65 80 100


Maximaler Biege-
radius, Rc 140 165 190 210 250 290 325 380 430 490 580 680 750

Höchstlänge der zu
prüfenden Schlauch- 685 785 885 965 1 125 1 250 1 425 1 645 1 845 2 085 2 445 2 845 3 125
leitung

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Legende
1 Prüf-Schlauchleitung
2 befestigtes Ende
3 Auflage für die Schlauchleitung
4 Druckluftzylinder (Hublänge 250 mm)
Rc Biegeradius

Bild B.1

Legende
Rc Biegeradius

Bild B.2

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Anhang C
(informativ)

Wechselbiegeprüfung für Schlauchleitungen aus Werkstoffen oder


Verbundwerkstoffen, die üblicherweise bei Kryo-Betrieb nicht eingesetzt
werden

Die flexible Schlauchleitung muss bei Nenndruck einer Wechselbiegeprüfung unterzogen werden.

Die Schlauchleitung muss so angeordnet werden, dass ihr Biegeradius (wie in den Bildern C.1 und C.2
dargestellt) während der Prüfung konstant bleibt.

Außerdem muss die Schlauchleitung so angeordnet werden, dass ein bestimmtes Drehmoment auf sie
ausgeübt wird, indem die Eingangs- und Ausgangsverschraubungen an beiden Enden der Schlauchleitung
nach dem Befestigen um 1° gegeneinander verdreht werden.

Die Prüfung muss bei Raumtemperatur durchgeführt werden, dabei sind die Schlauchleitungen so zu mon-
tieren, dass sie eine horizontale oder vertikale Schlaufe bilden, wie dies auf den Bildern C.1 und C.2 dar-
gestellt ist und die Länge der zu prüfenden Schlauchleitung Tabelle C.1 entspricht.

Die Schlauchleitung muss einer Prüffolge von zwischen 20 Zyklen/min und 60 Zyklen/min, parallel zur
Achse der flexiblen Schlauchleitung, ausgesetzt werden.

Die gesamte Hublänge muss 250 mm betragen.

Die Schlauchleitung muss zusätzlich einem intermittierenden Temperaturschock ausgesetzt werden, indem
zu Beginn der Prüfung und nach jeweils 1 000 Zyklen tiefkaltes Fluid eingeleitet wird. Es muss eine aus-
reichende Menge flüssigen Stickstoffs eingesetzt werden, um sicherzustellen, dass die flexible
Schlauchleitung die Temperatur von flüssigem Stickstoff erreicht.

Tabelle C.1 — Länge der zu prüfenden Schlauchleitung


Maße in Millimeter

Nennweite (DN) 6 8 10 12 15 20 25 32 40 50 65 80 100


Maximaler Biegeradius, Rc 140 165 190 210 250 290 325 380 430 490 580 680 750
Höchstlänge der zu
685 785 885 965 1 125 1 250 1 425 1 645 1 845 2 085 2 445 2 845 3 125
prüfenden Schlauchleitung

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EN ISO 21012:2018 (D)

Legende
1 Prüf-Schlauchleitung
2 befestigtes Ende
3 Auflage für die Schlauchleitung
4 Druckluftzylinder (Kolbenweg 250 mm), verdrehungssicher
Rc Biegeradius
a Einlassöffnung für tiefkaltes Fluid

Bild C.1

Legende
Rc Biegeradius

Bild C.2

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EN ISO 21012:2018 (D)

Anhang D
(informativ)

Hinweise zur wiederkehrenden Prüfung an umfüllenden Schläuchen

Es wird empfohlen, dass Schläuche, die in erster Linie zur Übertragung mit Kryo-Pumpen verbunden sind,
einer wiederkehrenden visuellen Prüfung in regelmäßigen Abständen, z. B. jährlich, unter Betriebsbedin-
gungen unterzogen werden sollten.

Die wiederkehrende Prüfung muss in der Verantwortung des Anwenders liegen.

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