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S 01 TIP TITEL korr 10.11.

1999 9:46 Uhr Seite 1

THEORIE • INFORMATION • PRAXIS


LANDESKUNDE IM DEUTSCHUNTERRICHT

TIP
TEST
Neue Rechtschreibung

BILDERRÄTSEL
Verschlüsselte Texte

REZEPTE
Essen ohne Fleisch

1/2000
DM 1,50
S 02-03 Adressen korr 10.11.1999 9:51 Uhr Seite 2

ADRESSEN

Über folgende Moment mal! Die im 13.Bundestag Hilfe vom


JUMA-Seiten 4–7 vertretenen Parteien: Mädchentelefon
Adressen gibt es
JUMA-Seiten 18–20
kostenlos weitere Deutscher Schachbund Sozialdemokratische
Informationen oder Breitenbachplatz 17–19 Partei Deutschlands Pro Familia
zusätzliches Material D-14195 Berlin (SPD) Stresemannallee 3
www.schachbund.de Wilhelmstraße 141 D-60596 Frankfurt a.M.
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damit gestalten! Klingelhöferstraße 8
Microsoft Deutschland D-10785 Berlin jetzt: Das Jugend-
Wildes Wasser, Hauptverwaltung www.cdu.de magazin der
kühler Kopf Öffentlichkeitsarbeit Süddeutschen Zeitung
JUMA-Seiten 2–3 Edisonstraße 1 Bündnis 90/Die Grünen Sendlinger Straße 8
D-85716 Unter- Platz vor dem D-80331 München
Deutscher schleißheim Neuen Tor 1 www.jetzt.de
Kanu-Verband www.microsoft.com/ D-10115 Berlin
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Postfach 10 03 15 auf Fleisch
D-47003 Duisburg Freie Demokratische JUMA-Seiten 24–27
www.kanu.de Partei Deutschlands
(FDP) Vegetarier Bund
Platz der Republik Deutschland
D-11011 Berlin Blumenstraße 3
www.fdp.de D-30159 Hannover
www.vegetarierbund.de
Partei des Demokrati-
schen Sozialismus Die Boofe
(PDS) JUMA-Seiten 36–41
Platz der Republik
D-11011 Berlin Tourismusverband
Foto: Dieter Klein

www.pds.de Sächsische Schweiz


Am Bahnhof 6
D-01814 Bad Schandau
Über Kanu fahren in Deutschland informiert E-Mail:
der deutsche Kanu-Verband sae-schweiz@imedia.de

Impressum
Redaktionsadresse: Dietrich Becker, Auswärtiges Amt; TIP ist das Lehrerbegleitheft zum Jugendmagazin
Redaktion JUMA/TIP, Prof. Dr. Inge Schwerdtfeger, Ruhr-Universität JUMA. Es erscheint viermal jährlich. Namentlich
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Redaktion TIP: Dr. Jörg-Manfred Unger Druck und Verlag: Lehr- und Unterrichtszwecke frei; zwei Belegexem-
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Wissenschaftlicher Beirat: Copyright: Tiefdruck Schwann-Bagel GmbH, Auslandsschulwesen (ZfA) – Köln; verantwortlich:
Prof. Dr. Peter Conrady, Universität Dortmund; Mönchengladbach. 2000 ISSN 0940-497X. Diethelm Kaminski

2 TIP 1/2000
S 02-03 Adressen korr 10.11.1999 9:51 Uhr Seite 3

TIP – das Lehrerheft zum JUMA


I n h a l t s v e r z e i c h n i s

Liebe Kollegin, lieber Kollege, JUMA 1/2000 IM UNTERRICHT

beim Deutsch- Moment mal!


lernen wird das Rechtschreib-Test 4–7
Internet immer
wichtiger. Das Warten auf den Erfolg
können wir an den
Tipps für die Deutschstunde 8–13
Zugriffen auf die
JUMA-Homepage
Kein Appetit auf Fleisch
deutlich ablesen: Zur Zeit
besuchen jeden Monat über Information: Vegetarier 14
6 000 Gäste unsere Angebote im Tipps für die Deutschstunde 14–15
Netz. Neben den aktuellen Heften Ergänzender Text: Fleischlose Rezepte 16–17
findet man unter www.juma.de
ein Archiv aller Ausgaben seit Keine Angst vor dem Rechner
JUMA/TIP 2/1997. 1. Unterrichtsvorschlag 18–21
Interessant ist bei unserem 2. Unterrichtsvorschlag 22
Online-Angebot vor allem die
Möglichkeit, zusätzliche landes- Die Boofe
kundliche Informationen zu be- Authentische Materialien:
kommen. Denn auf den html- Kultur am Sandstein 23–26
Seiten mit den JUMA-Texten gibt
es zahlreiche externe Links zu Ein Herz für Tiere
anderen deutschsprachigen 1. Unterrichtsvorschlag 27–30
Internet-Seiten, die sich auf das 2. Unterrichtsvorschlag 31
entsprechende Thema beziehen.
Es ist immer spannend und Auf der grünen Wiese durchs All
motivierend den einzelnen Links
Tipps für die Deutschstunde 32–34
nachzuspüren. Doch die JUMA-
Redaktion will noch mehr: Das
Kurzinfos 35
Online-Angebot wird monatlich
aktualisiert. Schüler und Lehrer
finden hier eine attraktive RUBRIKEN
Mischung aus Themen, Aktionen
und Tipps. Auf TIP-Seite 45 Landeskunde spezial
informieren wir Sie über neue und Jugendliche Sprachexperten 36–37
geplante Inhalte von JUMA
online. Übrigens: Ihre Meinun- JUMA bei uns 38–43
gen, Anregungen und Kritik
Mach-mit-Aktion: Was macht die Berliner Luft? 44
erreichten uns am schnellsten per
E-Mail. Die Adresse: tip@juma.de
Internet
Herzlichst Jeden Monat neu! 45

Leserbriefe 46

Jörg-Manfred Unger Literatur


Materialien für den Deutschunterricht 47

TIP 1/2000 3
S 04-07 moment korr 10.11.1999 9:54 Uhr Seite 4

JUMA 1/2000 IM UNTERRICHT

TIPPS FÜR DIE DEUTSCHSTUNDE


MIT DEN JUMA-SEITEN 4–7

Moment mal!
Neue deutsche Rechtschreibung

Seit der Ausgabe 1/98 arbeiten JUMA und TIP nach den Regeln der neu-
en Rechtschreibung (siehe TIP 1/97). In den Magazinmeldungen der
JUMA-Rubrik „Moment mal!“ gibt es einige Beispiele dafür:
irgendjemand, übel riechend, begeis-tert, muss, kennen gelernt, ernst
nehmen, dass, 4-wöchig, 18-Jährige, musste, Rasen mähen, Jung und
Alt, ein Muss.
Die Schüler suchen diese Beispiele alleine oder arbeitsteilig in Gruppen
(jeder Schüler eine Meldung). Gemeinsam stellen sie in der Klasse die
Regeln dafür auf (siehe Lösungen für den Lehrer).
Welche Regel der neuen
deutschen Rechtschrei-
bung wird in der JUMA- Rechtschreib-Test
Meldung über Tobias
und Jörn angewandt? Bevor jeder Schüler den Test auf den TIP Seiten 6–7 macht (Seiten ent-
sprechend der Anzahl der Schüler kopieren!), erläutert der Lehrer einige
weitere Regeln der neuen Rechtschreibung (siehe Lösungen für den
Lehrer). Jeder Schüler zählt seine Fehler. Der Schüler mit den wenigsten
Fehlern gewinnt.

Varianten
1. Jeder Schüler ersetzt die Testbeispiele (oder Regeln) und gibt den
bearbeiteten Test einem Mitschüler.
2. Zur Vorbereitung dienen nicht die JUMA-Magazinmeldungen,
sondern ein oder mehrere andere JUMA-Artikel.

Mach mit!
Foto: Martin Egbert

Welche Erfahrungen haben Ihre Schüler und/oder Sie mit der neuen
deutschen Rechtschreibung gemacht? Schreiben Sie an die Redaktion
JUMA/TIP, Frankfurter Straße 40, D-51065 Köln.

4 TIP 1/2000
S 04-07 moment korr 10.11.1999 9:54 Uhr Seite 5

Lösungen für den Lehrer

2: platzieren 20: zum Besten


Wörter einer Wortfamilie orientieren sich am Nach den neuen Regeln wird mehr groß geschrie-
Stammwort. ben als bisher, z.B. Nomen in Verbindung mit Verben
bzw. Präpositionen.
Beispiele:
nummerieren, einbläuen, schnäuzen Beispiele:
Recht haben, im Folgenden
4: Maschine schreiben
Verbindungen von Verb und Verb sowie Verb und 22: Bestellliste
Nomen werden in der Regel aufgelöst. Bei zusammengesetzten Wörtern bleiben beide
vollständig erhalten, auch wenn zwei oder drei
Beispiele: gleiche Buchstaben aufeinanderfolgen (vgl. 2).
baden gehen, Rad fahren Nomen mit Dreifachbuchstaben können wahlweise
mit Bindestrich gekoppelt werden.
5: das 12-jährige Mädchen
Verbindungen mit Ziffern werden grundsätzlich mit Beispiele:
Bindestrich geschrieben. Zierrat, Schifffahrt, Tee-Ei

Beispiele: 25: dein Lars


30-Tonner, 2-stündig, 10-monatlich Die Anredepronomen du und ihr und die
entsprechenden Possessivpronomen dein und
8: Tollpatsch (siehe 2) euer schreibt man klein.
12: Kuss
Beispiele:
Nach kurzen Vokalen wird aus dem ß ein ss.
deine Svenja, euer Christian
Auch daß wird zu dass.
27: … miaute und …
Beispiele:
Sind gleichrangige Teilsätze, Wortgruppen oder
essbar, bisschen, Schluss
Wörter durch Konjunktionen verbunden, steht kein
Komma.
13: nummeriert (siehe 2)
Beispiele:
14: lus-tig
Karla spielte Flöte und Jörn sang.
Trennungen folgen dem natürlichen Sprechrhyth-
Wir gehen in die Schule oder wir bleiben
mus. Ein ck wird grundsätzlich nicht mehr getrennt,
zu Hause.
sondern rutscht in die nächste Zeile.
29: spazieren gehen (siehe 4)
Beispiele:
A-bend, Mus-ter, schi-cken
30: Abend
Stehen Bezeichnungen von Tageszeiten mit den
16: Fantasie
Adverbien gestern, heute und morgen zusammen,
Die Eindeutschung von Fremdwörtern: Die Buch- werden sie großgeschrieben.
stabenkombinationen ph, gh, rh, th können durch
f, g, r, t ersetzt werden, die Schreibungen -tial und Beispiele:
-tiell durch -zial und -ziell. heute Morgen, gestern Mittag, morgen Nacht

Beispiele:
Delfin, Jogurt, Katarr, Tunfisch, Potenzial

TIP 1/2000 5
S 04-07 moment korr 10.11.1999 9:54 Uhr Seite 6

KOPIERVORLAGE

1 Entscheide dich für die Schreibung des Wortes nach der neuen 2 Wo … wir die neuen
deutschen Rechtschreibung. Springe dann zu dem Feld mit der Möbel?
angegebenen Nummer!
platzieren 8
plazieren 15
Rechtschreib-Test

3 Falsch! 4 Gut! Weiter:


Zurück zu Nummer 5! Sie konnte gut …

… Maschine schreiben 20
… maschineschreiben 7

5 Richtig! Weiter: 6 Falsch!


Das … spielte auf dem Hof. Zurück zu Nummer 8!

12jährige Mädchen 3
12-jährige Mädchen 13

7 Falsch!
8 Prima! Weiter:
Zurück zu Nummer 4! Dominik ist ein …

Tolpatsch 6
Tollpatsch 25

9 Falsch! 10 Falsch!
Zurück zu Nummer 25! Zurück zu Nummer 14!
MOMENT MAL!

11 Falsch! 12 Sehr gut! Weiter


Zurück zu Nummer 29! Der … schmeckte gut.

Kuss 16
Kuß 24

6 TIP 1/2000
S 04-07 moment korr 10.11.1999 9:54 Uhr Seite 7

KOPIERVORLAGE

13 Richtig! weiter: 14 Sehr gut! Weiter: 15 Falsch!


Sven … alle Seiten. Wir sind immer … Zurück zu Nummer 2!

numeriert 21 lu-stig 10
nummeriert 29 lus-tig 30

16 Gut! Weiter: 17 Falsch! 18 Diese alte Schreibweise ist


Das schafft man nur mit …. Zurück zu Nummer 22! neben der neuen richtig!
Weiter mit Nummer 22.
Fantasie 22
Phantasie 18

19 Richtig! 20 Prima! Weiter: 21 Falsch!


Ende des Tests! Tanja gab einen Witz … Zurück zu Nummer 13!
Wie oft musstest du zurück?
Keinmal: total genial … zum Besten 5
bis 5-mal: fast genial … zum besten 28
ab 6-mal: katastrophal

22 Richtig! Weiter:
23 Falsch!
24 Falsch!
Die … war unvollständig Zurück zu Nummer 27! Zurück zu Nummer 12!

Bestelliste 17
Bestellliste 19

25 Sehr gut! Weiter: 26 Falsch! 27 Gut! Weiter:


Herzliche Grüße, … Zurück zu Nummer 30! Die Katze ...der Hund bellte.

dein Lars 9 … miaute, und … 23


Dein Lars 14 … miaute und … 12
MOMENT MAL!

28 Falsch! 29 Prima! Weiter: 30 Richtig! Weiter:


Zurück zu Nummer 20! Wir werden … Gestern … waren wir
eingeladen.
… spazierengehen 11
… spazieren gehen 27 abend 26
Abend 4

TIP 1/2000 7
S 08-13 jum. im unterr. korr 10.11.1999 9:58 Uhr Seite 8

JUMA 1/2000 IM UNTERRICHT

TIPPS FÜR DIE DEUTSCHSTUNDE


MIT DEN JUMA-SEITEN 8–13

Warten auf den Erfolg


Mit JUMA zum Erfolg

Die Schüler lesen den JUMA-Artikel „Warten auf den Erfolg“ allein zu
Hause oder gemeinsam in der Klasse. Dann bilden sie Kleingruppen mit
jeweils 4–5 Schülern. Ihre JUMA-Hefte geben sie dem Lehrer zurück.
Erprobte die Unterrichts-
vorschläge in der Praxis: Ein Schüler in jeder Gruppe ist der Wettkampfrichter. Er bekommt eine
Maria Adina Serb aus Kopie der TIP-Seite rechts mit den Fragen zum Text sowie das große
Arad, Rumänien
Foto auf den JUMA-Seiten 8–9 als Kopie.

Er schneidet die Lattenhalter, die Latte und den Springer auf dem Foto
getrennt aus, ordnet sie wie auf dem Foto an und liest jedem Schüler
nacheinander 3 Fragen zur Beantwortung vor (richtige Antworten auf
der Kopiervorlage in Klammern). Jede Frage ist schwerer als die vorher-
gehende; deshalb rückt er die Stange vor der 2. Frage und vor der 3. Fra-
ge jeweils ein Stück höher.

Variante:
Jeder Wettkampfrichter zeichnet einen Springer und
ein Hochsprunggerät.

Wenn ein Schüler eine Frage richtig beantwortet, bewegt er das Foto
des Springers über die Latte. Wenn er sie nicht beantwortet oder einen
Fehler macht, „reißt der Springer die Latte“, d.h. er scheidet aus.

Der Wettkampfrichter stellt so lange Fragen, bis ein Sieger feststeht.


Notfalls formuliert er selbst Fragen zu Christian oder den anderen
JUMA-Interviewpartnern.

8 TIP 1/2000
S 08-13 jum. im unterr. korr 10.11.1999 9:59 Uhr Seite 9

KOPIERVORLAGE 1

Fotos: Dieter Klein


Mit richtigen Antworten kommt man über die Hürde.

Fragen

1. In welchem Alter kam Christian zur Leichtathletik? (Mit 6 Jahren)


WARTEN AUF DEN ERFOLG

2. Warum begann Christian mit dem Hochsprung? (Aus „Jux und Dollerei“)
3. Wer ist das Vorbild von Christian? (Der kubanische Weltrekordhalter Javier Sotomajor)

1. Wie hoch springt Christian momentan? (1 Meter 90)


2. Wie oft und wie lange trainiert Christian? (4-mal in der Woche jeweils 2 Stunden)
3. Was sagen Christians Eltern zum Sport ihres Sohnes? (Sie ermutigen ihn.)

1. Wie hoch will Christian bis zum Herbst springen? (1 Meter 94)
2. Warum hofft der Trainer, dass Christian wächst? (Dann geht es leichter, höher zu springen.)
3. Welche Titel konnte Christian schon gewinnen? (Er wurde mehrmals Kreismeister und im
letzten Jahr westdeutscher Meister.)

1. Warum treibt Christian Sport? (Er möchte Profi-Sportler werden.)


2. Wie viele Wettkämpfe stehen für Christian jedes Jahr auf dem Programm? (10–12)
3. Was will Christian machen, falls es mit der Profi-Karriere nicht klappt?
(Er will als Kaufmann arbeiten.)

TIP 1/2000 9
S 08-13 jum. im unterr. korr 10.11.1999 9:59 Uhr Seite 10

JUMA 1/2000 IM UNTERRICHT

Varianten:
1. Die Sieger jeder Gruppe treten gegeneinander an.
2. Die Schüler formulieren die Fragen selbst.
3. Die Fragen beziehen sich auf mehrere Interviewpartner der
JUMA-Reportage „Warten auf den Erfolg“ oder – nach ent-
sprechender Lektüre – auf mehrere Artikel oder auf das
ganze Heft.
4. Nur eine Gruppe treibt „Hochsprung mit Christian“.
In den anderen Gruppen werden Fragen zu Nico, Marcus,
Tatjana oder der Band „Die fragenden Zeichen“ gestellt.
5. Das Spiel dreht sich um „Die fragenden Zeichen“
(JUMA-Seite 13): Der Spielleiter gibt dem jeweiligen Spieler nach
jeder Frage ein großes Fragezeichen. Nach richtiger Beantwor-
tung bekommt er es zurück. Sonst behält der Spieler es und
scheidet aus. Sieger ist der letzte Spieler ohne Fragezeichen.
Christian macht Dehnungsübungen 6. Jede Gruppe beschäftigt sich mit einem anderen Unterrichts-
im Stadion, um erfolgreich zu sein. vorschlag:
Die Schüler üben ihr Deutsch, um
Erfolg in der Klasse zu haben.
„Mit JUMA zum Erfolg“, „Prüfungsfragen für den Führerschein“
oder „Reiseberatung“; bei „Strategien für Nico“ entfällt die
Diskussion in der Klasse.

Strategien für Nico

Wie kann Nico Jenny näher kennen lernen? Die Schüler machen in
Kleingruppen 5–10 Vorschläge.

Beispiele:
Nico lädt Jenny einmal pro Woche ein: in die Eisdiele,
ins Kino, in die Disko etc.
Er bietet ihr an, bei den Hausaufgaben zu helfen.
Er zeigt ihr seine Briefmarkensammlung.

Die Schüler diskutieren im Klassengespräch über alle Vorschläge. Sie


verwerfen einen Teil davon und schreiben die ihrer Meinung nach besten
Vorschläge an die Tafel.

Anschließend überlegen sie in ihren Gruppen, wie sich Jenny am besten


verhält, wenn sie …

Die Schüler entwickeln in der a) … Nico näher kennen lernen will


Deutschstunde Strategien, b) … Nico nicht näher kennen lernen will.
wie Nico (Foto) Jenny näher kennen
lernen kann. c) … sich sich nicht entscheiden kann.

Nach einem erneuten Klassengespräch schreiben die Schüler auch


diesmal die ihrer Meinung nach besten Vorschläge an die Tafel.

Variante:
Rollenspiele: Nico trifft Jenny auf der Straße; Jenny will am Telefon
nichts von Nico wissen, Nico ist mit Jenny und ihrem Freund auf der
gleichen Party etc.

10 TIP 1/2000
S 08-13 jum. im unterr. korr 10.11.1999 9:59 Uhr Seite 11

Prüfungsfragen für den Führerschein

Jeder Schüler beantwortet die Fragen für den theoretischen Teil des
Führerscheins A1 (Kopiervorlagen 2 und 3). Anschließend liest der Leh-
rer die richtigen Antworten vor:

Kopiervorlage 1:
1 a, b; 2 a, b, c; 3 b; 4 b; 5 – 25; 6 b; 7 a, c

Kopiervorlage 2:
1 a, c; 2 a, c; 3 a, b; 4 a, b; 5 a, b; 6 b; 7 a, b, c

Reiseberatung

Die Schüler bilden Kleingruppen. Nacheinander berät jeder Schüler


seine Mitschüler bei der Reiseplanung. Natürlich ändern sich die Wün-
sche und Vorgaben mit jeder Beratung.

Beispiel:
– Ich möchte im September mit meiner Freundin ans Meer!
– Wie lange haben Sie Zeit?
– 2–3 Wochen.
– Was soll die Reise kosten?
Die Schüler beant-
worten die gleichen
Führerschein-
fragen wie Markus
(Foto oben, rechts)
und beraten in
einem Rollenspiel
„Kunden in einem
Reisebüro“ wie
Tatjana .

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S 08-13 jum. im unterr. korr 10.11.1999 9:59 Uhr Seite 12

JUMA 1/2000 IM UNTERRICHT

Aufgabe
KOPIERVORLAGE 2

Kreuze die richtigen Antworten an!


WARTEN AUF DEN ERFOLG

© Verlag Heinrich Vogel, München

12 TIP 1/2000
S 08-13 jum. im unterr. korr 10.11.1999 9:59 Uhr Seite 13

Aufgabe
KOPIERVORLAGE 3

Kreuze die richtigen Antworten an!


WARTEN AUF DEN ERFOLG

© Verlag Heinrich Vogel, München

TIP 1/2000 13
S 14-17 jum im unterr. korr 10.11.1999 10:03 Uhr Seite 14

JUMA 1/2000 IM UNTERRICHT

TIPPS FÜR DIE DEUTSCHSTUNDE


MIT DEN JUMA-SEITEN 24–27

VON WALERIJ LOMASSOW,


RUSSLAND

Kein Appetit auf Fleisch


Schüler vertreten Positionen

Die Schüler lesen den JUMA-Artikel „Kein Appetit auf Fleisch“ allein zu
Hause oder gemeinsam in der Klasse. Dann bilden jeweils 3 Schüler ei-
ne Kleingruppe. Der Lehrer gibt allen Gruppen eine Kopie der Seite
rechts. Jeder Schüler vertritt in seiner Gruppe eine andere Position, die
im Idealfall seine eigene ist: Fleischesser, Vegetarier oder Unentschie-
dener. Er sucht auf der Kopiervorlage die Argumente, die zu ihm passen,
schneidet sie aus und fügt 2–3 weitere Argumente hinzu. Alle Schüler
vertreten ihre Positionen im Gruppengespräch, entkräften und ergän-
zen Argumente.

Variante:
Alle Schüler mit gleicher Einstellung bilden je eine Gruppe und die
Diskussion findet als Klassengespräch statt. Wer von den Argumen-
ten einer anderen Gruppe überzeugt wird, wechselt während der

II
Diskussion die Gruppe.

INFORMATION Ovo-Lakto-Vegetarier essen Eier, Kalzium und Eisen. Kinder und


Milch und Käse, Butter und Sah- Jugendliche, Schwangere und
Vegetarier, Ovo-Lakto- ne – schließlich muss dafür kein stillende Mütter sollten daher auf
Vegetarier, Lactovegetarier, Tier geschlachtet werden. Lacto- keinen Fall auf Milch und Milch-
Veganer vegetarier trinken Milch, essen produkte verzichten. Grundsätz-
aber keine Eier. Veganer lehnen lich leben Vegetarier jedoch
Vegetarier essen kein Fleisch auch Nahrungsmitel von leben- gesünder als Fleischesser, weil
und keinen Fisch; sie verwenden den Tieren ab – also keine Milch, sie mehr Kohlenhydrate, Ballast-
keine Gelatine (aus Tierknochen keine Eier, kein Käse, kein Honig stoffe, pflanzliche Öle und Fette
gemacht) und keine Austern- usw. Dabei kommt es allerdings essen und dafür weniger
soße – also keine Produkte, für leicht zum Mangel von Eiweiß, tierische Fette, Cholesterin und
die ein Tier sein Leben lässt. bestimmten Vitaminen, Zink, Purine aufnehmen.

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S 14-17 jum im unterr. korr 10.11.1999 10:03 Uhr Seite 15

KOPIERVORLAGE

Aufgabe

Bist du Vegetarier, Fleischesser oder unentschieden? Suche die Argumente, die zu dir passen,
und füge 2–3 Argumente hinzu! Diskutiere mit deinen Mitschülern über deine Einstellung!

Auf keinen Fall! Ich liebe Tiere!

Ich habe keinen Appetit


auf Fleisch.

Ich könnte kein Tier töten. Ein Steak schmeckt mir


Aber wenn das sehr gut.
Fleisch auf dem Teller liegt …

Als Sportler reichen mir Obst


und Gemüse nicht.
KEIN APPETIT AUF FLEISCH

Ist es sicher,
dass die Tiere
gesund sind?
Fotos: Dieter Klein

Ümmihan ist Vegetarierin. Du auch? Begründe deine Einstellung!

TIP 1/2000 15
S 14-17 jum im unterr. korr 10.11.1999 10:03 Uhr Seite 16

JUMA 1/2000 IM UNTERRICHT

ERGÄNZENDER TEXT ZU DEN JUMA-SEITEN 24–27 Waldorfsalat

Fleischlose Rezepte Zutaten für 4 Personen:

300 g Sellerieknolle
Hier ist eine kleine Auswahl vegetarischer Rezepte. Tipp: (etwa 1/2 mittelgroße)
Die Schüler probieren eins oder mehrere davon aus. Wenn 200 g leicht säuerliche Äpfel
2 Esslöffel Zitronensaft
es in ihrem Land nicht alle Zutaten gibt, versuchen sie sie Salz
durch andere zu ersetzen. Vielleicht erfinden sie so neue 50 g Walnusskerne
Rezepte. Anschließend schreiben sie auf, was sie geändert 100 g Salatmajonnäse
haben und wie es ihnen geschmeckt hat, oder sie empfehlen 100 g Sahne
1/2 Teelöffel Zucker
eigene vegetarische Speisen. Der Lehrer schickt die besten
Rezepte an die Redaktion JUMA, Stichwort: Vegetarische Zubereitungszeit: ca. 50 Minuten
Rezepte, Frankfurter Straße 40, D-51065 Köln.
Den Sellerie unter fließendem
lauwarmem Wasser gründlich
Gebratene Paprikaschoten Backofen legen. Etwa 20 Minuten bürsten. Dann schälen und dabei
rösten, bis die Haut ganz runzelig alle braunen Stellen entfernen.
Zutaten für 4 Personen: und dunkel geworden ist. Die Knolle nochmals kurz wa-
schen und abtrocknen. Die Äpfel
4 große fleischige Paprika- Die Schoten aus dem Backofen waschen, schälen und das Kern-
schoten (je 2 rote und gelbe, nehmen und abkühlen lassen. gehäuse entfernen. Den Sellerie
insgesamt etwa 850 g) Dann die Haut abziehen. Die und die Äpfel mit einem Gemüse-
1 Bund Petersilie geschälten Schoten mit einem hobel in Scheiben hobeln und
4 Knoblauchzehen trockenen Tuch leicht abreiben, diese dann in streichholzdünne
Salz um jede Spur der verbrannten Stifte schneiden.
reichlich Olivenöl zum Beträufeln Haut zu entfernen. Dann die
Paprikahälften in 2–3 cm breite Den Zitronensaft mit etwas Salz
Zubereitungszeit: 1 Stunde Streifen schneiden. verrühren und gleich unter die
Marinierzeit: 6 Stunden Sellerie- und Apfelstifte heben,
Während die Schoten rösten, die damit sie sich nicht verfärben.
Den Backofen auf 225 Grad Cel- Petersilie waschen und trocknen.
sius vorheizen. Die Paprika- Die Knoblauchzehen schälen und Die Walnüsse in nicht zu kleine
schoten längs halbieren, die mit der Petersilie zusammen fein Stücke hacken.
Stielansätze, die Kerne und die hacken.
weißen Rippen entfernen. Die Die Majonnäse mit der Sahne und
Schoten waschen, abtrocknen, Die Paprikaschoten lagenweise dem Zucker verrühren und gut
dann mit der gewölbten Seite in eine passende Schüssel mit den Apfel- und Selleriestiften
nach oben auf den Rost in den schichten, jede Lage leicht sal- mischen. Den Salat mit den
zen, mit Knoblauch und Petersilie Walnüssen bestreuen und nach
bestreuen, mit dem Olivenöl Belieben bis zum Servieren noch
beträufeln. Über die letzte Lage etwas durchziehen lassen.
soviel Olivenöl gießen, dass das
Gemüse bedeckt ist. Mindestens
6 Stunden zugedeckt in den
Kühlschrank stellen.

16 TIP 1/2000
S 14-17 jum im unterr. korr 10.11.1999 10:03 Uhr Seite 17

Die 14-jährigen
Zwillinge Sarah und
Laura mit ihrer
Mutter bei der
Zubereitung eines
vegetarischen Mittag-
essens

Nudelauflauf mit Brokkoli fein hacken. Gemüse mit Nudeln Die beiden Schokoladensorten
und Petersilie mischen, mit fein reiben. Die Eigelbe in einer

Rezepte aus: Unser Vegetarisches Kochbuch Nr. 1, © Gräfe und Unzer Verlag, München 1998
Zutaten für 4 Personen: Salz, Pfeffer und Muskat ab- Schüssel mit dem Zucker schau-
schmecken. mig schlagen. Die Schokolade
150 g Hörnchennudeln untermischen.
Salz Eier trennen. Eigelbe mit Frisch-
600 g Brokkoli käse und Emmentaler unter die Sahne steif schlagen und unter
150 g Tomaten Gemüsemasse mischen. Eiweiße die Schokoladenmasse heben.
1 Bund Petersilie steif schlagen und unterheben. Die Masse in eine gefrierbestän-
weißer Pfeffer, frisch gemahlen Auflauf im Backofen (Mitte, Um- dige Schüssel füllen, in das Ge-
Muskatnuss, frisch gerieben luft, 180 Grad Celsius) etwa 40 frierfach stellen und in etwa
4 Eier Minuten backen, bis er schön 4 Stunden gefrieren lassen.
250 g Frischkäse gebräunt ist. Zwischendurch immer wieder
75 g Emmentaler, frisch gerieben umrühren, damit das Eis gleich-
Schokoladeneis mäßig gefriert.
Zubereitungszeit: 1 1/2 Stunden
Zutaten für 6 Personen: Abkürzungen:
Nudeln in Salzwasser knapp kg – Kilogramm
garen. Kalt abschrecken und ab- 100 g Vollmilchschokolade g – Gramm
tropfen lassen. 100 g Zartbitterschokolade z.B. – zum Beispiel
cm – Zentimeter
4 Eigelbe l – Liter
Backofen auf 200 Grad Celsius 2 Esslöffel Orangensaft und
vorheizen. Tomaten häuten und 1 Teelöffel Zitronensaft
würfeln. Die Petersilie waschen, 2 Esslöffel Zucker
250 g Sahne

Zubereitungszeit: 15 Minuten
Kühlzeit: 4 Stunden

TIP 1/2000 17
S 18-22 computer korr 10.11.1999 10:07 Uhr Seite 18

JUMA 1/2000 IM UNTERRICHT

TIPPS FÜR DIE DEUTSCHSTUNDE


MIT DEN JUMA-SEITEN 28–30

II INFORMATION Keine Angst


Tetris
vor dem Rechner
„Tetris“ ist eines der bekann-
testen Computerspiele. Sein 1. Unterrichtsvorschlag:
Erfinder ist der russische „Tetris“ im Deutschunterricht
Computer-Spezialist Alexey
Pajitnov. Er entwickelte 1985
Die Schüler lesen den JUMA-Artikel „Keine Angst vor dem Rechner“ zu
auf der Basis eines traditio-
Hause. In der Klasse spielen sie „Tetris“ (= Name eines Computerspiels,
nellen Puzzles ein Programm
mit sieben drehbaren Figuren siehe Kasten links).
aus je vier Quadraten. Sie lau-
fen von oben in ein Spielfeld, Vorbereitung
das der Spieler lückenlos fül-
len muss. Pajitnov nannte Die Schüler bilden Kleingruppen. Jede Gruppe bekommt ein Spielfeld,
sein Spiel nach dem griechi- jeder Schüler 2 Kopien der Spielfiguren (= 14 Figuren), die er ausschnei-
schen Wort „tetra“ (vier) det (TIP-Seiten 20–21).
„Tetris“. Schnell eroberten
verfeinerte Versionen die Welt
Spielverlauf
und wurden preisgekrönt,
nachdem das Spiel in die
USA gelangt war. Allein der Die Schüler sitzen im Kreis um das Spielfeld. Der Startspieler bekommt
japanische Hersteller „Nin- von seinem rechten Nachbarn eine beliebige Spielfigur. Er legt sie auf
tendo“ verkaufte mit dem die unterste Zeile des Spielfeldes und trägt mindestens ein Wort ein
„Game boy“ über 30 Millio- (ein Buchstabe pro Kästchen).
nen Exemplare davon. Der
Erfolg machte Alexey Pajitnov Regeln:
nicht reich: die Rechte liegen 1. Wörter dürfen nicht um die Ecke gehen.
bei der Moskauer Akademie 2. Sie dürfen senkrecht oder waagerecht sein.
der Wissenschaften und dem
3. Felder auf der Spielfigur dürfen leer bleiben.
russischen Außenhandelsmi-
4. Es dürfen keine leeren Felder eingeschlossen werden.
nisterium. Der Unterrichtsvor-
schlag in TIP basiert auf der
Originalversion des Spiels. Der erste Spieler klebt seine Spielfigur fest. Nun geht es im Uhrzeiger-
sinn weiter.

18 TIP 1/2000
S 18-22 computer korr 10.11.1999 10:07 Uhr Seite 19

Zusätzliche Regeln:
5. Man darf einzelne Buchstaben in die Figuren schreiben, wenn man
damit neue Wörter auf dem Spielplan bildet (senkrecht oder waage-
recht).
6. Wer kein Wort bildet oder einen Fehler macht, setzt aus. Der nächste
Spieler wählt seine Spielfigur in diesem Fall selbst.
7. In der jeweils untersten Zeile darf kein Feld leer bleiben.
8. Wer zwei oder mehr Wörter bildet, legt pro Wort eine seiner noch
nicht benutzten Spielfiguren zur Seite.
9. Keine Spielfigur geht über das Spielfeld hinaus.

Sieger des Spiels

Wer als erster keine Spielfigur mehr hat oder die letzten Felder des Spiel-
feldes besetzt, hat gewonnen. Im ersten Fall spielen die restlichen Spie-
ler so lange weiter, bis nur ein Spieler übrig bleibt oder das Spielfeld voll
ist. Die Benutzung eines Wörterbuches ist erlaubt, wenn die Spielzeit
gestoppt wird (z.B. eine Minute pro Spielzug).

Varianten:
1. Partnerarbeit: Jeder Schüler schreibt wie im „Tetris“-Spiel (s.o.)
Wörter in das Spielfeld und zerschneidet es in die 7 Grundformen.
Er tauscht sie mit seinem Nachbarn aus, der das Spielfeld wieder
zusammensetzt. Der Schnellere gewinnt.
2. Das Spielfeld verdoppelt sich in Höhe oder Breite, bzw. vervier-
facht sich (doppelte Höhe und Breite). Die Anzahl der Spielfiguren
passt sich an. Mit diesen Wörtern kann
das Spiel beginnen: an, ans,
Ansicht, zuletzt, Tür ,Teer,
Anna, nur, Ritt, Ort, Eber.

E
A B
N U R I T T O R T E
N Z U L E T Z T Ü R
A N S I C H T E E R
TIP 1/2000 19
S 18-22 computer korr 10.11.1999 10:07 Uhr Seite 20

KOPIERVORLAGE 1
KEINE ANGST VOR DEM RECHNER

Aufgabe
Schneidet die Spielfiguren aus
und legt sie nach den Anweisun-
gen des Lehrers auf das Spiel-
feld (Kopiervorlage 2)!
,

20 TIP 1/2000
S 18-22 computer korr 10.11.1999 10:07 Uhr Seite 21

,
KOPIERVORLAGE 2
KEINE ANGST VOR DEM RECHNER

Aufgabe
Legt die Spielfiguren (Kopiervorlage 1)
nach Regeln, die euch der Lehrer gibt,
auf dieses Spielfeld!

TIP 1/2000 21
S 18-22 computer korr 10.11.1999 10:07 Uhr Seite 22

JUMA 1/2000 IM UNTERRICHT

2. Unterrichtsvorschlag: Manipulation von Fotos

Im JUMA steht, dass Computerfreak Mechthild Personen auf Fotos ver-


schwinden lässt. Natürlich kann sie auch welche einbauen.

Die Schüler spielen diese Möglichkeiten mit dem JUMA (und anderen
Zeitschriften), Schere und Klebstoff nach. In Kleingruppen suchen sie
darin nach geeigneten Fotos, um sie zu manipulieren.

Sie schneiden eine (oder mehrere) Person(en) aus oder sie kleben sie in
ein anderes Foto (siehe Beispiel unten). Das neu entstandene Bild wird
kommentiert und ggf. mit einem Sketch gespielt

Die Schüler mani-


pulieren in der
Deutschstunde
Fotos: Sie lassen
Personen ver-
schwinden – oder
sie fügen sie wie in
diesem Beispiel
hinzu. Anschließend
kommentieren sie
das neue Bild.

Fotos: Dieter Klein

22 TIP 1/2000
S 23-26 mitte korr 10.11.1999 10:12 Uhr Seite 23

JUMA 1/2000 IM UNTERRICHT

AUTHENTISCHE MATERIALIEN ZU DEN JUMA-SEITEN 36–41

Kultur am Sandstein
Die Sächsische Schweiz, deutscher Teil des Elbsandsteingebirges, bietet eine Fülle
kultureller Orte und Veranstaltungen. Die Sächsische Zeitung informierte darüber in einer
Verlagsbeilage. TIP bringt Auszüge.

MUSEEN

Bad Gottleuba
Heimatgeschichtliches Kabinett
Mittelschule-Hellendorfer Str. 32
01816 Bad Gottleuba
Öffnungszeiten: Fr 14.30–16.00 Uhr

Bad Schandau
Heimatmuseum, Badallee 10,

Fotos: Tourbu Sächsische Schweiz


01814 Bad Schandau
Öffnungszeiten Di, Do, Fr 14–17 Uhr,
Sa 9.30–12.30 Uhr,
Führung Di 16–17 Uhr

Sebnitz
Sebnitzer Kunstblumen-
und Heimatmuseum
Das erste touristische Bauwerk Europas: die Basteibrücke im Elbsandsteingebirge
Hertigswalder Str. 12
01855 Sebnitz Pirna SCHLÖSSER & BURGEN
Öffnungszeiten: täglich 10–17 Uhr, Stadtmuseum
Mo geschlossen Klosterhof 2/3 Heidenau
01796 Pirna Barockgarten Heidenau-Großsedlitz
Schauwerkstatt Öffnungszeiten: Mai–Oktober Parkstr. 85
der Seidenblumenmanufaktur täglich außer Mo 10–18 Uhr 01809 Heidenau
Schillerstr. 3 November –April täglich außer Öffnungszeiten: täglich 7–20 Uhr
Öffnungszeiten: Mo–So 10–17 Uhr Mo 10–17 Uhr
Hohnstein
„Modelleisenbahn Botanischer Garten Museum Jugendburg am Markt 1
– damals und heute“ (zusätzliche Ausstellungen: 01848 Hohnstein
Museum und Werkausstellung Kamelien- und Bonsaizucht) Öffnungszeiten: täglich 9–18 Uhr
Lange Str. 58-60 Landschloss Pirna-Zuschendorf
01855 Sebnitz Kastanienallee 6 Naturfreundehaus auf der Burg
Öffnungszeiten: Öffnungszeiten: Di–Fr 10–18 Uhr, Öffnungszeiten: täglich 8–20 Uhr
Mo–Fr 10–16 Uhr nach Vereinbarung Sa/So 10–17 Uhr, Mo geschlossen
Königstein
Graupa Reitzendorf Museum Festung
Richard-Wagner-Museum Kleinbauernmuseum 01822 Königstein
Richard-Wagner-Str. 6 Schönfeld-Reitzendorf Öffnungszeiten: April–September
01827 Graupa Schullwitzer Str. 3 9–20 Uhr, Oktober–März 9–17 Uhr
Öffnungszeiten: Di–So 9–16 Uhr 01474 Reitzendorf
Öffnungszeiten: in der Woche nach
Vereinbarung, Sa/So 12–16 Uhr

TIP 1/2000 23
S 23-26 mitte korr 10.11.1999 10:12 Uhr Seite 24

K U L T U R K A
Saison 1999/2000
Freitag, 27. Mai
BIWAK
Burg Stolpen
Napoleons Traditionsvereine
versetzen die Burg in das Jahr
1813 mit Gewehrsalven und
Kanonendonner

Juni

Samstag, 3. Juni
Feste singen –
4. Internationales
Festival der Chöre
Festung Königstein
Auftritte verschiedener Chöre
aus dem In- und Ausland,
Kinderaktionen

Samstag, 10. Juni,


Auf einem Konzert des Festivals Sandstein & Musik in der Marienkirche von Pirna bis Sonntag, 11. Juni
„Mittelalterfest“
März Sonntag, 23. April, 17.00 Uhr Schloß Weesenstein
8. Festival Sandstein & Musik Mittelalterliches Markttreiben mit
Samstag, 25. März, 17.00 Uhr Schloss Weesenstein Festsaal Handwerk zum Schauen,
8. Festival Sandstein & Musik Uraufführung; Alte Musik Kaufen, Schauspiel, Gaukelei,
Lohmen Kirche und Puppenspiel Ritterturnier

April Montag, 24. April, 17.00 Uhr Sonntag, 18. Juni, 17.00 Uhr
8. Festival Sandstein und Musik 8. Festival Sandstein & Musik
Samstag, 8. April, 10.00 Uhr Großsedlitz Barockgarten Papstorf Evangelische Kirche
4. Sebnitzer Blumentage – Orangerie Dresdner Barocksolisten;
Stadthalle Sebnitz Marcus Ullmann, Tenor, Dresden Leitung: Eckhart Haupt
Eine Veranstaltung mit allem
rund um die Blume Mai Freitag, 23. Juni,
und großer Sonderschau in der bis Sonntag, 25. Juni
Stadthalle Sebnitz Freitag, 26. Mai, Großes Barockfest
bis Sonntag, 28. Mai Festung Königstein
Samstag, 22. April, 17.00 Uhr 15. Hohnsteiner Puppenfest Barockes Markttreiben,
8. Festival Sandstein & Musik Hohnstein Exerzierübungen, Duelle,
Saupsdorf Evangelische Kirche Verschiedene Puppenbühnen Bogenschießen,
Dresdner Kapellsolisten aus ganz Deutschland historische Kinderspiele,
Leitung Helmut Branny geben Ihr Können zum Besten Feuerwerk

24 TIP 1/2000
S 23-26 mitte korr 10.11.1999 10:12 Uhr Seite 25

K A L E N D E R
Samstag, 24. Juni 8. Festival Sandstein & Musik 6. Internationales
Bergsingen Rheinhardtsdorf Steinbruch Militärmusikfest
mit dem Bergsteiger-Chor Blechbläserensemble und Chöre Festung Königstein
Rheinhardtsdorf: Sport- Militärmusikkorps spielen Musik,
und Freizeittreff „Kurt Schlosser“ August verschiedene Genres,
Schauexerzieren historischer
Juli Samstag, 26. August Uniformgruppen, Kinderaktionen
6. Treidlerfest
Samstag, 8. Juli Krippen Bad Schandau Sonntag, 24. September,
Burghoffest 10 Teilnehmer ziehen Boote 17.00 Uhr
„Würfeln, Raufen und ...“ auf dem Treidelweg (ca. 300 m) 8. Festival Sandstein & Musik
Burg Stolpen Pirna Marienkirche
Die Burg im 30-jährigen Krieg; September Dresdner Kreuzchor
Stadtverein und Traditions- Leitung: Kreuzkantor Roderich
schützenverein Fischbach Freitag, 1. September,
gestalten Lagerleben bis Sonntag, 3. September November
30. Lichtenhainer Blumenfest
Sonntag, 9. Juli, 17.00 Uhr Lichtenhain Samstag, 11. November,
8. Festival Sandstein & Musik Traditioneller Umzug 17.00 Uhr
Stadt Wehlen am 3.9., um 14.00 Uhr 8. Festival Sandstein & Musik
Evangelische Kirche Schloss Weesenstein
Chen Zimbalista, Marimba Samstag, 9. September, Schlosskapelle
und Percussion 17.00 Uhr Duo Elisabeth Wilke & Jobst
Sonntag, 23. Juli, 17.00 Uhr 8. Festival Sandstein & Musik Schneiderrat, Dresden
Neustadt Kirche
Ludwig Güttler Sonntag, 12. November,
und Friedrich Kircheis 17.00 Uhr
Trompete und Orgel 8. Festival Sandstein & Musik
Pirna Klosterkirche
Sonntag, 10. September, Leipziger Bach Collegium
15.00 Uhr Leitung und Solist:
Bergsteigerchor Professor Ludwig Güttler
„Kurt Schlosser“
Kleinhennersdorfer Stein
Auftritt des Bergsteigerchores
„Kurt Schlosser“

Abkürzungen:
17.00 Uhr Mo – Montag
8. Festival Sandstein & Musik Di – Dienstag
Burg Stolpen Kornhaus Mi – Mittwoch
Do – Donnerstag
Friedrich Wilhelm Junge
Fr – Freitag
An der Trompete: Professor Ludwig Dresdner Brettl Sa – Samstag
Güttler Samstag, 16. September So – Sonntag

TIP 1/2000 25
S 23-26 mitte korr 10.11.1999 10:12 Uhr Seite 26

JUMA 1/2000 IM UNTERRICHT

Hohenstein St. Jacobi Kirche


Offene Tür Ehrenberg Evangelisch-lutherische
Tanzsaal und Diskothek Kirche
„Zur Erbse“ Neustadt, Kirchplatz
Kirchsteig 5
01848 Ehrenberg Pirna
Tannensäle
Pirna Bergstraße
Jugend-, Kultur- 01796 Pirna
und Vereinshaus nicht ständig für die
„Hanno“ Öffentlichkeit zugänglich
Hohes Str. 1
01796 Pirna Porschdorf
Evangelisch-lutherische
Struppen Kirche
Jugendclub „Fox“ e.V. 01814 Porschdorf
Hauptstr. 52
01796 Struppen Kurort Rathen
Felsenbühne
Bad Gottleuba 01824 Rathen
St. Petri Kirche
Kirchberg 8 Haus des Gastes
01816 Bad Gottleuba Am Füllhölzel
Niederrathen
CENTREN 01824 Rathen
Der Luftkurort Rathen an der Elbe
Evangelisch-lutherische Schönfeld
Kirche Evangelisch-lutherische
KINOS DISKOS
Dampfschiffstraße 1 Kirche
Bad Gottleuba Berggrießhübel 01814 Bad Schandau Borsbergstr. 6
Kulturhaus-Kino Jugendclub 01474 Schönfeld-Weißig
Hauptstraße 39 „Phönix-Sachsen“ Heidenau
Am Oberhammer 1 Römisch-katholische Sebnitz
Filmpalast 01819 Berggrießhübel Kirche Haus des Gastes
Pirnaer Straße 3 Fröbel Str. 5 Schillerstr. 3
01809 Heidenau Eschdorf 01809 Hohnstein 01855 Sebnitz
Diskothek „Landei“ Öffnungszeiten
Neustadt Pirnaer Straße 59 Lohmen täglich10-17 Uhr
Kino am Marktplatz 01474 Eschdorf Evangelisch-lutherische und Sonder-
01844 Neustadt Kirche veranstaltungen
Gohrisch Dorfstraße
Pirna Gaststätte Sennerhütte 01847 Lohmen Peter-Pauls-Kirche
Filmpalast Discothek „Sachsen Alm“ Kirchstr. 7
Gartenstraße 11 Königsteiner Straße 11 Neustadt
01796 Pirna 01824 Gohrisch Neustadthalle Kreuzerhöhungskirche
Johann-Sebastian- Finkenbergstr. 15
Hartmannsbach Bach-Str. 15
„Bergbaude“ 01844 Neustadt Wehlen
Gottleuba-Hartmanns- Evangelisch-lutherische
bach, Nr. 14 Kirche
01816 Hartmannsbach Schulstraße
01829 Wehlen

26 TIP 1/2000
S 27-31 ein herz korr. 10.11.1999 10:40 Uhr Seite 27

JUMA 1/2000 IM UNTERRICHT

TIPPS FÜR DIE DEUTSCHSTUNDE


MIT DER JUMA-SEITE 31

Testeten den

Ein für Tiere ersten Unter-


richtsvor-
schlag in ihren
Klassen:
Marta Lévai
1. Unterrichtsvorschlag: Rebusse in der Deutschstunde aus Subotica,
Jugoslawien,
Elita Grineva
Der Lehrer schreibt „Ein für Tiere“ an die Tafel. Die Schüler sprechen aus Riga,
die Überschrift des JUMA-Artikels aus: „Ein Herz für Tiere“. Nun denken Lettland, und
Marta Lévai Tihomir Maric
sich die Schüler Sätze aus, in denen sie ein oder mehrere Wörter durch aus Mostar,
eine bzw. mehrere Zeichnungen ersetzen. Ein Schüler beginnt. Der Bosnien-
Schüler mit der schnellsten Antwort löst ihn an der Tafel ab usw. Nach Herzegowina
etwa 10 Minuten bilden die Schüler Kleingruppen. Der Lehrer gibt jeder
Gruppe je eine Kopie der TIP-Seiten 28–30. Gemeinsam lösen die
Schüler die Rebusse (= Bilderrätsel).

Lösungen für den Lehrer:


Kopiervorlage 1: Wer alles haben will, bekommt nichts.
Elita Grineva
(Wasser, Falle, Waben, Wolle, Besen, Kamm, Wichte)
Kopiervorlage 2: Die beste Amme ersetzt keine Mutter.
(Ei, Besteck, Hammer, Ferse, Katze, Bienen, Matte)
Kopiervorlage 3: Narren sagen, was Kluge denken.
(Pfarrer, Sägen, As, Kugel, Senkel)

Wichtig: Es gibt keine festen Regeln bei der Verschlüsselung: durchge-


strichene Zahlen können ebenso wie ein Komma die Auslassung eines
Buchstaben bedeuten. Die schnellste Gruppe erklärt die Ergebnisse, Tihomir Maric
sobald alle Gruppen fertig sind. Danach schreibt und zeichnet jede
Gruppe selbst 3 Bilderrätsel, die sie mit der Nachbargruppe austauscht.
Jede Gruppe stellt ein Rebus ihrer Nachbargruppe an der Tafel vor.

Varianten:
1. Die Schüler verschlüsseln weitere Überschriften oder Texte.
2. Sie schreiben eine Kurzgeschichte, in der Wörter und Wortteile
Bilderrätsel sind.

TIP 1/2000 27
EIN HERZ FÜR TIERE KOPIERVORLAGE 1
S 27-31 ein herz korr.

Frage

28 TIP 1/2000
10.11.1999 10:40 Uhr

Was bedeuten die folgenden Bilder?


Seite 28

Nachdruck aller Rebusse mit freundlicher Genehmigung des Bastei Verlages, Bergisch Gladbach; Zeichnungen: ofczarek!
S 27-31 ein herz korr. 10.11.1999 10:40 Uhr Seite 29

Frage
KOPIERVORLAGE 2

Was bedeuten die folgenden Bilder?


EIN HERZ FÜR TIERE

TIP 1/2000 29
S 27-31 ein herz korr. 10.11.1999 10:40 Uhr Seite 30

Frage
KOPIERVORLAGE 3

Was bedeuten die folgenden Bilder?


EIN HERZ FÜR TIERE

30 TIP 1/2000
S 27-31 ein herz korr. 10.11.1999 10:40 Uhr Seite 31

Mach mit!

TIP stellt die originellsten Bilderrätsel Ihrer Schüler vor und bedankt sich
bei den Urhebern mit deutschen Rätselheften. Schicken Sie die Arbei-
ten Ihrer Schüler bitte an die Redaktion JUMA/TIP, Stichwort: Rebus,
Frankfurter Straße 40, 51065 Köln, Deutschland. Einsendeschluss ist
der 30.6.2000. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.

2. Unterrichtsvorschlag: Suche nach Tieren


von Ljubow Zwetkowa, Ostrow, Russland

Der Lehrer diktiert den Schülern folgenden Text:

Es war im August. Das Wetter war schön und wir machten einen Ausflug
zu Nina aufs Land. Auf einer Wiese liefen wir um die Wette. Mischa und
Lena gingen zum Fluss. Mischa fischte. Nina kam aus ihrem Garten und
brachte uns Birnen.
Dann spielten wir Schule. Anna war die Lehrerin. Zuerst zählten wir von
eins bis hundert. Dann schrieben wir ein Diktat. Linda schrieb: „Bärlin ist
die Hauptstadt von Deutschland.“ Den Fehler („Berlin“) korrigierten wir
gemeinsam. Janosch wollte ein Plakat zeichnen, aber das hätte zu lan-
ge gedauert.
Schließlich wollten wir noch in Ninas Obstgarten. Dort aßen wir Kuchen
und tranken Kaffee, bevor wir wieder nach Hause fuhren.

Im Text verstecken sich 7 Tiere: Esel, Schaf, Maus, Hund, Bär, Katze und
Affe. Sie sind für den Lehrer unterstrichen. Der Lehrer schreibt ein Bei-
spiel an die Tafel. Die Schüler suchen die sechs anderen Tiere
gemeinsam in Kleingruppen. Die schnellste Gruppe gewinnt. Im Text „versteckt“ sich
unter anderem ein Hund.
Die Schüler suchen ihn
Anschließend verfasst jede Gruppe selbst einen solchen Text und und andere Tiere.
diktiert ihn der Nachbargruppe, die die Tiere darin sucht.

Variante:
Im Text „verstecken“ sich
keine Tiere, sondern Städte,
Berufe, Speisen o.a.
Foto: Christof Krackhardt

TIP 1/2000 31
S 32-34 planeten korr 10.11.1999 10:45 Uhr Seite 32

JUMA 1/2000 IM UNTERRICHT

TIPPS FÜR DIE DEUTSCHSTUNDE


MIT DEN JUMA-SEITEN 32–33

Auf der grünen Wiese


durchs All
Neun Unterrichtsvorschläge

Die Schüler lesen den JUMA-Artikel „Auf der grünen Wiese durchs All“.
Darin steht:
„Auch an den übrigen Stationen findet man alte ,Bekannte‘: Merkur, Ve-
nus, Erde, Mars, Jupiter, Saturn, Uranus, Neptun und Pluto. Leicht zu
merken ist übrigens die richtige Reihenfolge der Planeten mit diesem
Satz: ,Mein Vater Erklärt Mir Jeden Sonntag Unsere Neun Planeten.“‘

Dieser Satz ist Ausgangspunkt für neun Unterrichtsvorschläge; am


besten arbeiten die Schüler in Kleingruppen (jede Gruppe eine andere
Aufgabe; mehrere – oder alle – Gruppen die gleiche Aufgabe; Ergebnis-
austausch untereinander):

Diese englischen Lehrerinnen


und Lehrer machten und
testeten auf einem
JUMA/TIP-Seminar im
Informationszentrum der
Deutschen Botschaft
London, Großbritannien,
die Unterrichtsvorschläge
zum JUMA-Artikel „Auf der
grünen Wiese durchs Welt-
all“. Hinten Mitte: Der Leiter
des Zentrums, Norbert Meyer

32 TIP 1/2000
S 32-34 planeten korr 10.11.1999 10:45 Uhr Seite 33

1. Die Schüler bilden neue Sätze mit den Anfangsbuchstaben der


Planeten und/oder sie nehmen einen Teil davon.

Beispiele:
Meistens vergisst ein Mensch ja seine unglaubliche
neue Postleitzahl.
Montags vor neun muss Johann seinen Unterricht noch planen.
Sonne, Venus, Erde, Mars:
Sein Verhalten erklärt manches.

2. Die Gruppen bilden mit den Anfangsbuchstaben von Begriffen


rund ums Weltall Sätze. Die Nachbargruppen suchen diese Begriffe
anschließend.

Beispiel:
Sonne, Mond, Sterne, Saturn: Sicher macht Silke Spaß!

3. Sie suchen mit den ersten (oder anderen) Buchstaben von Wörtern
eines Satzes Begriffe rund ums Weltall (um die Themen „Schule“,
„Sport“, „Freizeit“ …).

4. Jede Gruppe will sich an etwas erinnern. Ein Satz hilft dabei: Die
Anfangsbuchstaben ergeben das Stichwort.

Beispiel:
Petra oder Silke träumen. (Post)

5. Die Schüler erinnern sich mit einem Satz daran, in welchen


Fächern sie Hausaufgaben machen müssen. Jeder Anfangsbuch-
stabe steht für ein Fach.

Beispiel:
Meine Meinung: Hausaufgaben sind ganz furchtbar. Hans-Joachim Fuhrig,
(Mathematik, Musik, Hauswirtschaft, Spanisch, Geschichte, Fachberater für Deutsch
Französisch) der Zentralstelle für das
Auslandsschulwesen
(Köln) mit Sitz am Goethe-
6. Mit den Anfangsbuchstaben der Planetennamen (siehe JUMA- Institut London, bereitete
das Seminar vor.
Text) oder anderer Wörter machen sie Einkaufslisten (in richtiger
oder beliebiger Reihenfolge).

Beispiel:
Milch, Vogelfutter, Erdbeeren, Margarine, Joghurt, Soße,
Unterhosen, Nüsse, Popkorn

7. Sie bilden mit einer Einkaufsliste neue Sätze. Dabei bedienen


sie sich der Anfangsbuchstaben in festgesetzter oder beliebiger
Reihenfolge.

8. Die Gruppen machen Kreuzwort- oder andere Rätsel, die die


Nachbargruppe löst.

TIP 1/2000 33
S 32-34 planeten korr 10.11.1999 10:45 Uhr Seite 34

JUMA 1/2000 IM UNTERRICHT

Beispiel:
Blauer Planet? Erde!

9. Sie suchen Planetennamen (Begriffe rund ums Weltall oder zu


anderen Themen) in einem Buchstabensalat.

Drei weitere Unterrichtsvorschläge

1. Im JUMA-Artikel „Auf der grünen Wiese durchs Weltall“ kommen


eine Reihe zusammengesetzter Wörter vor.

Beispiele:
Lichtjahre, Sternenreise, Reihenfolge

Die Schüler bilden Sätze damit, nehmen sie auseinander, bilden


mit den einzelnen Nomen Sätze, verbinden sie mit anderen Nomen
und bilden ebenfalls Sätze damit. Alle (ein Teil) der Wörter und
Sätze werden zu Geschichten.

2. Im Text stehen Farben wie Gelb und Grün. Die Schüler finden zu
diesen und anderen Farben passende Nomen und bilden Sätze
damit.

Beispiele:
grüne Wiese, gelbes Postauto, roter Mund

3. Der Lehrer (oder ein Schüler) ist „Zentrum des Universums“. Alle
Gruppen zeichnen je einen Plan, bei dem die Namen der Schüler
(bzw. Lehrer) um diese „Sonne“ kreisen und ihr näher oder ferner
sind. Alle „Sonnensysteme“ werden verglichen.

Der Schulleiter des Gym-


nasiums Bad Laasphe,
Winfried Damm (links), und
Bürgermeister Robert
Gravemeier bei der Ent-
hüllung des Sonnenmodells
auf dem Planeten-Lehrpfad
am Rand der Stadt
Foto: Wolfgang Stössel

34 TIP 1/2000
S 35 kurzinfo korr 10.11.1999 10:49 Uhr Seite 35

Kurzinfos
Wie setzen Sie die folgenden Hintergrund-Informationen
zu einzelnen JUMA-Artikeln der Ausgabe 1/2000 in Ihrer
Deutschstunde ein?

Medizinisch Ausserdem enthalten billige Stifte Einzelne Motive der Erzählung


nicht unproble- und Ringe oft Metalle, die für den wie Kritik an der väterlichen Auto-
matisch: Tattoos
Körper giftig sind und Allergien rität, an Hierarchie und an anony-
auslösen können. Bei Besuchen mer Gewalt finden sich ebenso
von insgesamt 10 Tätowier- und wie groteske, traumhafte Bilder
Percing-Studios in Berlin fanden und die typische Schlafthematik
die Tester in einigen Fällen auch in anderen Werken Kafkas
schmutzige Räume, unsterile (vgl. TIP 2/93, Seiten 30–31).
Arbeitsgeräte oder unsaubere
Finger beim Personal. Die Boofe
JUMA-Seiten 36–41
Beim Thema Tätowierfarben
waren die Kenntnisse einiger Einige sächsische Ausdrücke, die
Studio-Betreiber wenig fundiert. sich nicht nur wegen ihrer Aus-
Foto: Dieter Klein

Kaum jemand wusste, dass syn- sprache vom Hochdeutschen


thetische Farben Krebs erzeugen unterscheiden:
können, andere aufgrund ihrer
Schädlichkeit nicht unter die die Gusche – der Mund
Ein Teil von mir selbst Haut gelangen sollten und die Guggln/Guggchn – die Augen
JUMA-Seiten 14–16 manche im Körper giftig wirken. die Babuschn – die Hausschuhe
titschen – eintunken
Beim Piercing und Tätowieren Greg huscheln – schmusen
hantieren Angelernte an offenen JUMA-Seiten 34–36 fänsen – (grundlos) weinen
Wunden. Darin liegt die größte muddeln – langsam arbeiten
Gefahr, so die Zeitschrift „test“ im Die Geschichte „Greg“ von Dirk mären – trödeln, bummeln
Juni 1999, denn jeder lerne sein Walbrecker basiert auf der Er-
Handwerk auf seine Weise. zählung „Die Verwandlung“ von Auf der Suche nach Europa
Franz Kafka (1883–1924). Sie JUMA-Seite 48
Bei geringen anatomischen erschien 1915.
Kenntnissen können vor allem Der Wettbewerb „Auf der Suche
beim Piercen leicht Nerven be- „,Als Gregor Samsa eines Mor- nach Europa“ richtet sich nur an
schädigt werden. Das Durch- gens aus unruhigen Träumen Schulklassen und Lerngruppen.
stechen von Lippen, Nasen, erwachte, fand er sich in seinem Der Lehrer schickt die Ergebnisse
Augenlidern, Bauchnabeln oder Bett zu einem ungeheuren Unge- seiner Schüler bis spätestens
Genitalien kann langfristige ziefer verwandelt.‘ So lapidar und 30.8.2000 an die
gesundheitliche Folgen wie z.B. nüchtern wird eine unheimliche
Infektionen, Lähmungen oder Verwandlung konstatiert … Redaktion JUMA
Impotenz nach sich ziehen. Das revoltierende Unbewusste Stichwort: Europa
hat sich eine äußere Gestalt Frankfurter Straße 40
geschaffen.“ (Kindlers Literatur- D-51065 Köln.
Lexikon)

TIP 1/2000 35
S 36-37 sprachexperten korr 10.11.1999 10:52 Uhr Seite 36

LANDESKUNDE SPEZIAL

Jugendliche Sprachexperten
Sprachwissenschaftler Jannis K. Androutsopoulos über die Jugendseite
der „Berliner Morgenpost“ und anderer deutscher Tageszeitungen

Junge Journalisten größeren Leserkreis als bei einer kommen. Sie besprechen ihre
Schülerzeitung. Ideen mit der Redakteurin Uta
Immer mehr Jugendliche bekom- Keseling, recherchieren die The-
men die Chance, für die Jugend- „BiZ 4U“ - Profil einer men und schreiben die wichtigs-
seite einer Tageszeitung zu Jugendseite ten Artikel. Alle „BiZ 4U“-Rubri-
schreiben. Dabei lernen sie das ken wie die „10 Fragen“ an junge
journalistische Handwerk, freun- Ein Beispiel für die Jugendseite Prominente, Kurzmeldungen,
den sich mit dem Medium an und einer Tageszeitung ist „BiZ 4U“ Party-Tipps und Comics richten
beweisen sich nicht zuletzt als in der „Berliner Morgenpost“. Sie sich an Gleichaltrige. Den Weg
Sprachexperten – denn niemand erscheint seit Januar 1999 in zur Jugendseite finden die jungen
spricht Jugendliche besser an als jeder Sonntagsausgabe. Schon Journalistinnen und Journalisten
ihre Altersgenossen. der Name „BiZ 4U“ zeigt, dass über das Projekt „Schüler & Zei-
Jugendliche das Zielpublikum tung“, über Freunde, die schon
Jugendseiten werden allmählich sind: „BiZ“ bedeutet „Berliner einmal etwas geschrieben haben,
zu einem festen Bestandteil der illustrirte Zeitung“ („illustrirt“ in oder sie bewerben sich direkt mit
deutschen Presse. Mittlerweile alter Schreibweise); das Kürzel ihren Texten. Mit der Zeit hat sich
hat fast jede deutsche Tageszei- „4U“ sieht geheimnisvoll aus; sogar ein fester Kern von jungen
tung ein spezielles Angebot für es ist ein Sprachspiel mit den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern
Kinder und Jugendliche. Zum englischen Worten „for you“ gebildet.
einen entstehen sogenannte („für dich“).
Projektseiten im Rahmen des Sprachalltag
medienpädagogischen Projektes „BiZ U4“ wird im wesentlichen Jugendsprache
„Zeitung in der Schule“; Schul- von 13- bis 19-jährigen Schüle-
klassen haben dabei die Gele- rinnen und Schülern gemacht, Drei Dinge unterscheiden die Ju-
genheit, einige Wochen lang eine die aus verschiedenen Gymnasi- gendseite der Berliner Morgen-
Seite in der lokalen Tageszeitung en und Gesamtschulen Berlins post und anderer Blätter von der
zu gestalten (siehe TIP 3/92).
Zum anderen gibt es Jugendsei-
ten, bei denen eine spezielle Re- Redaktions-
konferenz bei
daktion mit Schülerinnen und der Berliner
Schülern zusammenarbeitet. Morgenpost:
Schülerinnen
und Schüler
Solche Projekte fördern die Lese- sprechen über
lust Jugendlicher, die in Deutsch- ihre Jugend-
seite.
land eher selten Zeitung lesen,
und ihre Bindung an eine
„Stammzeitung“. Aber auch für
junge Leute, die sich öffentlich
Foto: Dirk von Nayhauß

ausdrücken oder sogar Journa-


list werden wollen, hat die Mitar-
beit an einer Jugendseite Vortei-
le: Sie erreichen hier einen viel

36 TIP 1/2000
S 36-37 sprachexperten korr 10.11.1999 10:52 Uhr Seite 37

übrigen Tageszeitung: die bunte kannst dir nicht vorstellen …“) Die Partikel der gesprochenen
und moderne Gestaltung, die und bewerten und verstärken ihre Sprache „naja“ und „hmm“
ausgewählten Themen und die Aussagen (siehe TIP 1/99, Seiten verleihen dem Text zudem einen
Art, wie die Jugendlichen ange- 32–35). Damit passen sie ihre spontanen, originellen Ton.
sprochen werden. Schließlich Texte den Erwartungen der jun-
wissen sie am besten, was in ihrer gen Leser an und bauen eine per-
Altersgruppe gerade aktuell („in“) sönliche Beziehung zu ihnen auf. Studiobesuch bei DJs1
ist, und sie berichten darüber in Um zu gucken, wie professionell
ihrer Sprache. Das beweist nicht Ein Beispiel: „Studiobesuch bei Scheiben2 gemixt werden, haben
zuletzt die „BiZ 4U“-Kolumne „in DJs“ (siehe Kasten rechts). Hier wir mal bei den Matrix-DJs Jay
& out“, die in jeder Ausgabe von geht es um Musik, eines der Lieb- Ray und DJ Scout im Studio ge-
einer anderen Schulklasse zu- lingsthemen Jugendlicher. Der schnorchelt3. Echt imposant, was
sammengestellt wird. Hier wim- 16-jährige Reporter Janis Vahl- da rumsteht: Acht (!) Keyboards,
zwei Mischpulte, drei Effekt-
melt es unter anderem vor Mar- diek berichtet über das Studio
geräte und ein Atari4. Das Aller-
ken- und Musikernamen. Viele von zwei Disc-Jockeys (DJs) und
schärfste: Ein Stimmenverzerrer,
Erwachsene müssen da passen. lässt sie über ihre Pläne spre- mit dem man sich entweder an-
Für Jugendliche handelt es sich chen. Natürlich beherrscht er die hört wie Mickymaus oder wie
dagegen um sprachlichen Alltag. Fachbegriffe von Musikinstru- gerade der Gruft entfleucht.5 (...)
menten (Keyboards); er nennt Aber lässt sich denn mit der
Ein Bericht auf der Jugendseite Markennamen („Atari“) und Techno-Mucke6 Geld verdienen?
der Freiburger „Badischen Zei- spricht von den Musiksendern DJ Scout grinst: „Naja. Geht so.
tung“ sorgte für Aufregung: Eine „MTV“ und „Viva“. Aber wir machen Musik nicht, um
Schülerin beschwerte sich dort in die fette Kohle7 zu verdienen. Wir
einem Ton über ältere Lehrerin- Der Autor benutzt aus unter- wollen uns einfach ausleben“,
nen und Lehrer, der viele Erwach- schiedlichen Gründen umgangs- sagt er und DJ Ray Jay nickt be-
sene zum Protest veranlasste. und jugendsprachliche Aus- stätigend. „Denn wenn du nur
Ein Generationskonflikt? Was die drücke: Er benennt Dinge aus noch den Verkauf komponierst,
dann bockt8 sich das dann
erwachsenen Leser „unver- dem Musikbereich („Scheiben“,
irgendwann nicht mehr.“
schämt, beleidigend und niveau- „Mucke“), beschreibt anschau-
Aha, aber vielleicht ja doch? Viva
los“ nannten, ist für Jugendliche lich eigene Handlungen oder Zu- und MTV? Hmm, lecker, lecker ...
oftmals der normale Ton, um eine stände („schnorcheln“, „rumste- naja, da hilft wohl nur eins: Ran
Sache direkt und kritisch anzu- hen“) und spricht Lob aus („das an den Speck9 und ausprobieren
sprechen. Allerschärfste“). Seine Bewunde- - und dann nix wie ab in die
rung über das Studio drückt er Charts10!
Zwischen Umgangsdeutsch nicht nur sprachlich aus („echt
Worterklärungen:
und Pressejargon imposant“), sondern durch ein
Ausrufezeichen in Klammern. Es 1 der DJ – der Disc-Jockey, Platten-
Ein Streifzug durch die Ausgaben bedeutet: Ja, wirklich! aufleger (Mehrzahl: DJs)
2 die Scheibe – die Schallplatte
der „BiZ 4U“ zeigt: Die Sprache 3 schnorcheln – sich umschauen
Aus der „Berliner Morgenpost“ vom 12.9.1999

bewegt sich zwischen Presse- Schließlich beginnt der Bericht- 4 Atari (Markenname) – spezieller
Computer für die Musikproduktion
und Alltagssprache. Wenn junge erstatter einen Dialog mit sich 5 der Gruft entfleucht – aus dem
Leute in der Zeitung schreiben, selbst und seinen Lesern. Dabei Grab geflohen
6 die Techno-Mucke – elektronische
ahmen sie schnell die Sprache kommt es zu einer Mischung von Tanz-Musik
der Presse nach. Doch immer Schrift- und Umgangssprache: 7 die Kohle – das Geld
wieder fließt ihre Umgangsspra- Was im Text verkürzt und ver- 8 es bockt sich – es lohnt sich,
es macht Spaß
che in die Artikel hinein. Sie spre- schlüsselt aussieht, ist in Wirk- 9 ran an den Speck – Los! An die
chen ihre Leser direkt an („Du lichkeit ein Stück normaler münd- Arbeit!
10 die Charts – die Hitliste
licher Kommunikation, wie sie
unter thematisch kundigen
Jugendlichen geführt wird.

TIP 1/2000 37
S 38-44 jum b. korr 10.11.1999 10:56 Uhr Seite 38

JUMA BEI UNS

Manche Lehrerinnen und Lehrer gestalten ihren


Deutschunterricht mit JUMA anders als in TIP
vorgeschlagen. Hier sind ihre Stunden-Entwürfe.

Magic Matze zaubert los quenzen ihrer Zaubereien erörtert Schwesterherz, Bruderherz
JUMA 3/99, Seiten 2–3 und Lösungen vorgeschlagen. TIP 4/99, Seiten 27–29

Meine Schülerinnen und Schüler Beispiel: Die Schüler lesen den ergänzen-
haben den JUMA-Artikel „Magic Wenn die Schule verschwin- den Text zum Thema „Geschwis-
Matze zaubert los“ gelesen. In det, lernen die Schüler nichts ter“ in TIP. Dann bilden sie Klein-
Kleingruppen haben sie notiert, mehr. – Dann zaubern wir ih- gruppen. Jede Gruppe bekommt
was ein Zauberer alles kann. nen das Wissen in den Kopf! eine Kopie der TIP-Seite rechts.
Gemeinsam einigen sich die
Beispiele: Edita Rusnákové, Kosice, Slowakei Schüler jeder Gruppe auf jeweils
Ringe trennen 5 Eigenschaften, die ein Bruder
den Tisch schweben lassen Wir haben in unserer Deutsch- bzw. eine Schwester haben sollte
aus Papierschnitzeln klasse Zauberer gesucht: Jeder und begründen sie (siehe Beispiel
Geld machen Schüler schrieb eine Frage oder auf der Kopiervorlage). Im Ple-
Aufgabe für seinen Nachbarn auf num diskutieren die Schüler über
Alle Ergebnisse wurden in der einen Zettel, die dieser beantwor- diese Eigenschaften.
Klasse vorgetragen. Dann haben ten bzw. lösen musste. Natürlich
die Schüler aufgeschrieben, was hatten alle Fragen und Aufgaben Beispiel:
sie persönlich zaubern würden. etwas mit Deutsch zu tun. Wenn sie zu schlau ist, wird
sie vielleicht arrogant.
Beispiele: Beispiele:
keine Fehler bei Klassen- Erzähl eine zauberhafte Gemeinsam einigen sich alle
arbeiten machen Geschichte! Schüler auf 5 „Traumeigenschaf-
die Schule verschwinden Erklär einen Zaubertrick! ten“, die an die Tafel geschrieben
lassen Glaubst du an Zauberei? werden.

Im Klassengespräch haben die Svetlana Panschina, St. Petersburg, Materne Gantzer, Sarrebourg,
Schüler die jeweiligen Konse- Russland Frankreich

38 TIP 1/2000
S 38-44 jum b. korr 10.11.1999 10:56 Uhr Seite 39

Aufgabe
KOPIERVORLAGE

Schreibt 5 Eigenschaften auf, die eine Schwester bzw. ein Bruder haben sollte, und begründet sie.

Fotos: Bernd Arnold


Sie sollte … Er sollte …

… schlau sein, damit sie meine


Schulaufgaben machen kann.
SCHWESTERHERZ, BRUDERHERZ

TIP 1/2000 39
S 38-44 jum b. korr 10.11.1999 10:56 Uhr Seite 40

JUMA BEI UNS

Papierlose Schule
– Utopie oder Vision
JUMA 2/99, Seiten 26–27
TIP 2/99, Seiten 8–10
TIP 3/99, Seiten 44–35

Meine Schülerinnen und Schüler


haben zunächst überlegt, wozu
man Papier benutzt oder braucht,
z.B. für den Druck von Geldschei-
nen. Dann haben sie nach Alter-
nativen gesucht – im Fall von
Geldscheinen gibt es z.B. Kredit-
karten. Schließlich haben sie
lustige Situationen eines Lebens
ohne Papier fotografiert und be-
textet (siehe Fotos auf dieser und
der nächsten Seite).

Johan Vandeputte, Avelgem, Belgien Warum holst du deine Milch nicht jeden Tag persönlich ab?

Selbstverständlich kann man Wahl-Kandidaten auch an Plakaten festbinden!

40 TIP 1/2000
S 38-44 jum b. korr 10.11.1999 10:56 Uhr Seite 41

Man kann sich natürlich auch selbst einrahmen!

Einkaufszettel? Wofür gibt es Arme?

Kompass und Globus ersetzen jede Landkarte!

Telefonnummern kann man sich auch an der Tafel notieren!

TIP 1/2000 41
S 38-44 jum b. korr 10.11.1999 10:56 Uhr Seite 42

JUMA BEI UNS

Klassik, Comics Beispiel: literarisches Quartett/Quin-


und Computer Noch 30 Minuten bis Neu- tett/Sextett, das über die
JUMA 4/99, Seiten 8–13 stadt. Wie immer bekam Romananfänge diskutiert und
Dzevrija feuchte Hände, ihr sie beurteilt.
Nach der Lektüre der JUMA- Herz schlug heftiger. Sie kann-
Reportage „Klassik, Comics und te jede Schiene, jede Fabrik- Wichtigste Frage: Würde ich
Computer“ diskutierte meine halle, die am Fenster vorbei- dieses „Buch“ weiterlesen
Klasse darüber, was ein guter rauschte. Wird Rainer auch oder nicht? Für jeden
Roman ist. heute auf sie warten? Irgend- „Romananfang“ wird die
ein Gefühl sagte ihr: „Heute Runde neu besetzt.
Es fielen Begriffe wie „dynami- kommt er nicht!“ Noch
sche Handlung“, „kurze Sätze“, 20 Minuten … Franz Schiffer, Istanbul, Türkei
„Humor“ usw. Dabei wurden ver-
schiedene literarische Gattungen Natürlich bekamen alle „Roma- Moment mal!
angesprochen, z.B. Liebesro- ne“ einen Titel. Außerdem ent- JUMA 3/99, Seiten 4–7
man, Krimi, Sciencefiction, usw. warfen die Schüler Buchdeckel
dafür. Ich habe meinen Schülern
Dann bildeten die Schüler Grup- Schlüsselwörter aus dem JUMA-
pen. Jede Grupe spezialisierte Nach dem Vorstellen aller Artikel „Alle wollen ins All“
sich auf eine literarische Gattung „Romananfänge“ verteilte das gegeben.
und gab sich ein Autoren- Publikum Punkte, so dass eine
Pseudonym, z.B. Julia von Besten-Liste entstand. Beispiele:
Hallberg oder Peter Fröhlich. Deutsches Zentrum für
Dann wählte jede Gruppe ein Variante: Luft- und Raumfahrt
Foto aus dem JUMA-Artikel und Für jede Gruppe nimmt ein Astronauten
legte es der ersten Szene eines „Literaturkritiker“ an einer Weltraum-Labor
„Romans“ zu Grunde. Gesprächsrunde teil – ein
Jeder Schüler hat um diese
Schlüsselwörter herum einen
Text geschrieben.
Der Schüler, der dem Originaltext
im JUMA am nächsten kam,
hat gewonnen.

Alexandra Svet, Cupcini, Moldawien

Meine Schülerinnen haben


zunächst alle 8 Artikel der Rubrik
„Moment mal!“ gelesen. Dann
haben sie darüber abgestimmt,
welche ihnen am besten gefallen
haben. Die Rangliste wurde an
die Tafel geschrieben.
Foto: Andreas Bohnenstengel

Anschließend haben sich je


2 Schülerinnen zusammen-
gesetzt, die für denselben Artikel
gestimmt hatten. Gemeinsam
haben sie den Text zunächst
In einer türkischen Klasse wurde Dzevrija, 17, zur Romanheldin. verkürzt und dann erweitert.

42 TIP 1/2000
S 38-44 jum b. korr 10.11.1999 10:56 Uhr Seite 43

Beispiele:
Weil der 19-jährige Berliner im
Sommer gerne draußen ist,
geht er zum Frühstücken aufs
Dach. (JUMA-Text)

Weil der 19-Jährige gerne


draußen ist, geht er aufs Dach.
(Verkürzung)

Weil der gutgelaunte 19-jähri-


ge Berliner im heißen Sommer
gerne draußen ist, geht er zum

Foto: Michael Kämpf


gemütlichen Frühstücken aufs
Dach des Nachbarn.
(Erweiterung)

Die Schülerpaare mit densselben Sascha, 19, in JUMA 3/99


JUMA-Artikeln haben ihre Arbeit
verglichen. Gewonnen haben die Meine Schülerinnen und Schüler getrennt eingesammelt. Eine
Paare mit dem jeweils kürzesten haben die JUMA-Meldung Schülerin und ein Schüler schrie-
bzw. längsten Text. „Schlaue Mädchen“ gelesen. ben die jeweils 10 häufigsten
Danach haben alle 10 Eigen- Eigenschaften an die Tafel (siehe
Hana Mrázková, Pardubice, schaften auf Zettel geschrieben, unten). Nach der Auswertung der
Tschechien
die ihrer Meinung nach typisch Ergebnisse kam es in der Klasse
weiblich sind, und 10 Eigenschaf- zu heftigen Diskussionen. Die
Ich habe meinen 12-jährigen
ten, die ihrer Meinung nach ty- Jungen protestierten z.B. da-
Deutschschülern im 3. Lernjahr
pisch männlich sind (die Benut- gegen, dass die Mädchen sie für
den JUMA-Artikel „Im Reich der
zung von Wörterbüchern war er- verschwenderisch halten.
Bären“ vorgelesen.
laubt). Die Zettel der Mädchen
und die Zettel der Jungen wurden Renata Warchal, Kraków, Polen
In der nächsten Stunde hat jeder
ein Plüschtier mit in die Klasse
gebracht und einen Anhänger be-
Meinungen der Mädchen
schriftet, auf dem einigen Infor-
mationen über das Tier standen,
typisch für uns: typisch für Jungen:
z.B. Hund, Name: Pajda, 4 Jahre
ehrgeizig sportlich
alt, Geburtstagsgeschenk von
spontan mutig
meinem Vater usw.
gepflegt frech
… …
Mit Hilfe dieser Karten haben die
Schüler die Tiere im Rahmen ei-
Meinungen der Jungen
ner Ausstellung in der Klasse vor-
gestellt.
typisch für uns: typisch für Mädchen:
intelligent neidisch
Variante: Die Schüler raten,
stolz ordentlich
welches Tier zu welcher Karte
pünktlich unentschlossen
passt.
… …
Vera Novakova, Moravske Budejovice,
Tschechien Das Tafelbild in Polen

TIP 1/2000 43
S 38-44 jum b. korr 10.11.1999 10:56 Uhr Seite 44

MACH MIT!

Was macht die Berliner Luft?


So lautete die Frage in TIP 1/99. Hier sind einige Antworten.

Sie macht … …, dass man


froh,
…, dass alle gerne hier leben. hungrig,
… Berliner Besserwisser sind … gestresst
… und sie „Herz mit Schnauze“ und verliebt ist.
haben.
Ingrid Kærgaard, Vinderup,
Nina Waganawa, N. Nowgorod, Dänemark
Russland
…, dass man Reisefieber be-
…, dass man an den Sehens- kommt und woanders hin will.
würdigkeiten nicht vorbei
Tatjana Cholopowa,
gehen kann.
Russland
…, dass man sich für Kunst und
Musik interessiert. „Love parade“
(oben),
…, dass man viel Zeit in den Berliner Dom
Geschäften verbringt. (rechts),
…, dass man 3 Flughäfen Gendarmen-
markt (unten)
braucht.
…, dass man mit vielen
Eindrücken wieder weg fährt.

Marya Agincic, Scitarjevo, Kroatien

… alte Leute jung.


… die Nacht zum Tag.

Maria de Lourdes Carneiro Santos,


Porto, Portugal

…, dass die „Love parade“ dem-


nächst zur „Luft-Parade“ wird.
Fotos: © Presse- und Informationsamt des Landes Berlin

Ben Bisschops, Merksem, Belgien

…, dass alle gut gelaunt sind.

Jelena Jurkova, Kineschma, Russland

In Dosen oder Flaschen einge-


schlossen wird sie zum Souvenir,
das ewig hält!

Hana Simova,
Karlovy Vary-Stará Role, Tschechien

44 TIP 1/2000
S 45 internet korr 10.11.1999 11:01 Uhr Seite 45

INTERNET

Jeden Monat neu!


Neben den JUMA- und Tip-Heften gibt es für Schüler und Lehrer ein attraktives
Zusatzangebot im Internet, das monatlich aktualisiert wird.

@-Mix und Spiele Lehrerzimmer rooms für DaF-Klassen. Gerne


nehmen wir auch Ihre An-
Die Aufgabe unseres Gewinn- Unter der Rubrik „TIP-Forum“ regungen für weitere Foren an!
spiels für Schüler heißt ab sofort: wollen wir stärker als bisher mit
„Gib uns einen Link-Tipp zu Ihnen ins Gespräch kommen Jetzt sind Sie dran!
einer deutschsprachigen Home- bzw. Deutschlehrer zum Mei-
page, die für Jugendliche nungs- und Informations- Sicher sind Sie gespannt, wie es
interessant ist! Begründe deinen austausch bewegen. mit JUMA im Internet weitergeht.
Vorschlag!“ Darum machen wir Ihnen heute
Wenn Sie Fragen rund um den ein besonderes Angebot: Sie be-
Jeden Monat gibt es interessante Deutschunterricht haben, zur kommen regelmäßig eine E-Mail
Gewinne: Fotoapparate, CDs, Landeskunde, zur Informations- aus der JUMA-Redaktion mit
Jugendbücher und demnächst beschaffung o.a. veröffentlichen allem Wissenswerten zu JUMA-
sogar einen Computer! wir Ihre E-Mails an dieser Stelle. Online, mit Link-Tipps und Infor-
Gleichzeitig möchten wir Sie mationen zum aktuellen Heft –
Die ersten Vorschläge, die wir bitten, Fragen Ihrer Kollegen zu vorausgesetzt, Sie schicken uns
erhielten, führten auf die Jugend- beantworten. Ihre E-Mail-Adresse!
seiten von Greenpeace, auf eine
Seite für Skateboard-Fans und Demnächst geplant: In die E-Mail-Liste „Neues von
auf eine Homepage mit einem Weitere Foren JUMA-Online“ können Sie sich
deutsch-französischen Vokabel- eintragen lassen, wenn Sie uns
verzeichnis. Sollte sich das TIP-Forum Ihre Nachricht als E-Mail an
bewähren, ist ein Ausbau in Kürze redaktion@juma.de schicken,
Unsere Empfehlung: denkbar, z.B. die Gliederung in Stichwort „Rundbrief“ – ein Ihrer-
Schauen Sie sich die Links regel- bestimmte Themenbereiche wie seits jederzeit widerrufbares
mäßig an und legen Sie sich eine Landeskunde, Grammatik, Angebot.
Liste mit den interessantesten Sprachdiplom usw., die Einrich-
Jugend-Homepages an! Auf der tung eines Forums für Schüler
Seite mit den Spieletipps können und der Aufbau eines Chat-
demnächst auch Ihre Schüler die
beliebtesten Gesellschaftsspiele
Foto: Polaroid

ihres Landes vorstellen.

War ein Preis bei


JUMA-Online: i-zone, die kleinste
Sofortbild-Kamera der Welt.

TIP 1/2000 45
S 46-47 Leserbr. korr 10.11.1999 11:06 Uhr Seite 46

LESERBRIEFE

An die lungen, in denen man


LEHRER SUCHEN BRIEFFREUNDE
Redaktion deutsche Bücher und
Zeitschriften kaufen Deutschland Musik, Literatur, Tanzen
JUMA/TIP kann. Handelslehrerin, 30, und Reisen.
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E-Mail: tip@juma.de sind JUMA und TIP, die 00-772 Warszawa
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unterricht lebendiger zu Deutschunterricht geben.
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Tina Sittner Deutschlehrerin, 22,
zeigen, wie junge Leute
E-Mail: sucht Kolleginnen und
JUMA hat in unserer in Deutschland leben. tsittner@hotmail.com Kollegen – insbesondere
Schulbibliothek einen
aus Irland, Schweden,
festen Platz in der „deut- Seit 3 Jahren benutze
Polen Spanien, Italien und der
schen Ecke“. So haben ich JUMA-Artikel im Deutschlehrer, 30, Schweiz.
alle Schülerinnen und Deutschunterricht. sucht weltweit Kontakte
Schüler jederzeit Zugriff Meine Schüler finden, zu Kolleginnen und Kolle- Ewa Rozycka
auf mehrere Ausgaben. dass die meisten Texte gen. Besondere Interes- Czuszów-117a
leicht zu lesen und sen: Fremdsprachen, 32-223 Palecznica
Sandrine Gambiez, Lyon, trotzdem interessant
Frankreich geschrieben sind.
und mein Beitrag an- Je nach Bedürfnis
Große Freude Meine Kolleginnen und schließend veröffent-
Kollegen, der Schulleiter, licht wurde. Wir bearbeiten viele
Wir wohnen in Séguéla, der Fachberater und be- JUMA-Artikel wie in TIP
einer abgelegenen Sied- sonders meine Schüler Martial Tuete Demoye, vorgeschlagen. Aller-
lung, weit weg von haben sich sehr darüber Abidjan, Elfenbeinküste dings ändern oder kür-
Großstädten mit Biblio- gefreut, dass ich an TIP zen wir manche Tipps –
theken und Buchhand- 1/99 mitgearbeitet habe Einhellige Meinung je nach Bedürfnis der
jeweiligen Klasse.
Meine Schüler sagen,
CARTOON dass JUMA viel besser Die Schüler sind von
als langweilige Lehr- dieser Art des Deutsch-
bücher ist. Ich sage, unterrichts ebenso
Einer von uns beiden dass meine Deutsch- begeistert wie ich!
hat versagt … stunden durch TIP viel
besser wurden. Obwohl einige Artikel,
über die wir im Unter-
Galina Porochina, richt sprechen, schon
Sosnowka, Russland vor Jahren erschienen
sind, haben sie nicht an
Aktualität verloren.

Marina Bojanic, Pula,


© Dirk Vercampt, Belgien

Kroatien

46 TIP 1/2000
S 46-47 Leserbr. korr 10.11.1999 11:06 Uhr Seite 47

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im Internet: JUMA-Seiten 34–35 D-45472 Mülheim an

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1. Boys Talk Jugendbuch Verlag als Zweitsprache
2. Girls Talk Neumarkter Straße 18
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Arena Verlag Annotierte Auswahl
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D-97074 Würzburg Die Verwandlung und Materialien
– DaF/DaZ
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Fleisch Siemensstraße 32 Schülerduden Teil II: Edgar Droll,
JUMA-Seiten 24–27 D-71254 Ditzingen – Rechtschreibung Manfred Huth
TIP-Seiten 14–17 und Wortkunde Annotierte Auswahl
Die Boofe aktueller Medien
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Grillparzerstraße 12 Reclam Verlag Sofort das richtige In der Wann 15 A
D-81675 München Inselstraße 22 Fremdwort D-35037 Marburg
D-04103 Leipzig E-Mail:
Ein Herz für Tiere Eichborn Verlag w.wulfers@t-online.de
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TIP-Seiten 27–31 D-60329 Frankfurt a.M.

TIP 1/2000 47
S 48 rücks. korr 10.11.1999 11:12 Uhr Seite 48

Materne Gantzer, 49, Renata Warchal, 28, Hana Mrázková, 39,


Deutschlehrer in Deutschlehrerin in Deutschlehrerin in
Sarrebourg, Frankreich Kraków, Polen Pardubice, Tschechien

Vera Novakowa, 44, Vera Panschina, 28, Edita Rusnáková, 49,


Deutschlehrerin in Moravske Deutschlehrerin in Deutschlehrerin in
Budejovice, Tschechien St. Petersburg, Russland Kosice, Slowakei

Zeichnungen: Cosmia Schlinkheider

Franz Schiffer, 45, Alexandra Svet, 45, Johan Vandeputte, 48,


Programmlehrer für Deutsch Deutschlehrerin in Cupcini, Deutschlehrer in
in Istanbul, Türkei Moldawien Avelgem, Belgien

… berichten in diesem Heft über ihre Arbeit mit dem Jugendmagazin


JUMA in ihrem Deutschunterricht. Wann schicken Sie uns Ihren Beitrag?
Unsere Adresse: Redaktion JUMA/TIP, Stichwort: JUMA bei uns,
Frankfurter Straße 40, 51065 Köln, Deutschland
S 01 TIP TITEL korr. 2 14.12.2000 14:28 Uhr Seite 1

LANDESKUNDE IM DEUTSCHUNTERRICHT

TIPP
Tolle Tage
Karneval
Deutsch in Deutschland
Studium
Unter Deutschen
Alltag

www.juma.de

1/2001
DM 1,50
S 02-3 Adressen z. Bel. 14.12.2000 14:32 Uhr Seite 2

ADRESSEN

Über folgende Moment mal Kölle alaaf! FaDaF-Informationen für


Adressen gibt es JUMA-Seite 5 JUMA-Seiten 28–33 Ausländer: „Sprachlehr-
TIPP-Seiten 12–17 angebote Deutsch an den
kostenloses Die Broschüre „Abenteuer Hochschulen, Studien-
Material zu aktuellen schweißen zusammen Den Veranstaltungs- kollegs und außer-
JUMA-Themen – Erlebnispädagogik als kalender „Karneval 2001 universitären Institutionen
ein Mittel zur Sucht- und in Köln“ verschickt: in Deutschland“, „Die
Gewaltprävention“ erhält Deutsche Sprachprüfung
Der Seehund und das man über: Köln-Tourismus für den Hochschulzugang“
Mädchen Unter Fettenhennen 19
JUMA-Seiten 18–22 Stop Crime e.V. D-50667 Köln Über das Thema „Studium in
TIPP-Seite 27 Hohe Pforte 9 Deutschland“ informiert das
D-50676 Köln Studentenleben Akademische Auslandsamt
Eine Broschüre über die See- in Rostock jeder deutschen Universität
hundstation verschickt die Einen Museumsprospekt JUMA-Seiten 38–42 sowie – bei EU-Bürgerinnen
mit Informationen TIPP-Seiten 18–21 und -Bürgern – die
Seehundstation über das „Begehbare Herz“
Friedrichskoog gibt es über die Fachverband Zentralstelle für die Vergabe
An der Seeschleuse 4 Deutsch als Fremdsprache von Studienplätzen (ZVS)
D-25718 Friedrichskoog Kinder-Akademie Fulda Hüfferstraße 27 Postfach 8000
www.seehundstation- Mehlerstraße 4 D-48149 Münster D-44128 Dortmund
friedrichskoog.de D-36043 Fulda www.fadaf.de www.zvs.de

Schulferien 2001
Ostern Pfingsten Sommer Herbst Weihnachten
Nordrhein Westfalen 09.04.–21.04. – 05.07.–18.08. 08.10.–20.10. 24.12.01–05.01.2002
Baden-Württemberg 09.04.–20.04. 28.05.–09.06. 26.07.–08.09. 29.10.–02.11. 22.12.01–05.01.2002
Bayern 09.04.–21.04. 05.06.–16.06. 26.07.–10.09. 29.10.–03.11. 24.12.01–05.01.2002
Berlin 14.04.–30.04. 25.05. 19.07.–01.09. 27.10.–03.11. 22.12.01–05.01.2002
Brandenburg 17.04.–30.04. – 19.07.–01.09. 29.10.–03.11. 24.12.01–31.12.2001
Bremen 26.03.–17.04. – 28.06.–11.08. 01.10.–13.10. 24.12.01–05.01.2002
Hamburg 05.03.–17.03. 30.4./21.5.–26.5. 19.07.–29.08. 15.10.–27.10. 24.12.01–05.01.2002
Hessen 09.04.–20.04. – 21.06.–03.08. 01.10.–13.10. 24.12.01–11.01.2002
Mecklenburg–
Vorpommern 09.04.–18.04. 01.06.–05.06. 19.07.–29.08. 22.10.–27.10. 19.12.01–02.01.2002
Niedersachsen 30.03.–17.04. 30.4./25.5./5.6. 28.06.–08.08. 01.10.–13.10. 24.12.01–05.01.2002
Rheinland-Pfalz 05.04.–20.04. – 28.06.–10.08. 01.10.–12.10. 21.12.01–04.01.2002
Saarland 09.04.–28.04. 25.05. 21.06.–01.08. 01.10.–13.10. 21.12.01–05.01.2002
Sachsen 12.04.–21.04. 02.06.–05.06. 28.06.–08.08. 08.10.–19.10. 22.12.01–02.01.2002
Sachsen-Anhalt 17.04.–30.04. 25.05. 28.06.–08.08. 04.10.–13.10. 20.12.01–05.01.2002
Schleswig-Holstein 09.04.–24.04. – 19.07.–01.09. 22.10.–03.11. 24.12.01–05.01.2002
Thüringen 09.04.–21.04. 01.06.–05.06. 28.06.–08.08. 15.10.–20.10. 21.12.01–05.01.2002
Zusätzlich gibt es 2001 in einigen Bundesländern Winterferien: Bayern: 26.02., Berlin: 03.02.–17.02., Brandenburg: 05.02.–16.02., Mecklenburg-Vorpommern: 05.02.–16.02.,
Sachsen: 12.02.–23.02., Sachsen-Anhalt: 12.02.–24.02., Thüringen: 05.02.–10.02. Alle Angaben ohne Gewähr

Impressum
Redaktionsadresse: Prof. Dr. Peter Conrady, Universität Dortmund; TIPP ist das Lehrerbegleitheft zum Jugendmagazin
Redaktion JUMA, Prof. Dr. Inge Schwerdtfeger, Ruhr-Universität JUMA. Es erscheint viermal jährlich. Namentlich
Frankfurter Str. 40, D-51065 Köln Bochum; korrespondierendes Mitglied: gezeichnete Beiträge geben nicht unbedingt die
Telefon: Deutschland + 221/962513–0 Kristina Pavlovic, Goethe-Institut Meinung der Redaktion wieder.
Fax: Deutschland + 221/962513–4 oder -14 München Für unverlangt eingesandte Texte und Bilder über-
Internet: www.juma.de Litho: R&S GmbH, Mönchengladbach nimmt der Verlag keine Gewähr. Der Nachdruck von
E-Mail: redaktion@juma.de Druck und Verlag: Texten ohne urheberrechtlichen Vermerk ist für
Verantwortlich: Christian Vogeler Tiefdruck Schwann-Bagel GmbH & Co KG Lehr- und Unterrichtszwecke frei; zwei Beleg-
Redaktion TIPP: Dr. Jörg-Manfred Unger Grunewaldstr. 59 exemplare erbeten.
Redaktionsassistenz: Kerstin Harnisch D-41066 Mönchengladbach TIPP entsteht in Zusammenarbeit mit dem Bundes-
Layout: Helmut Hagen Copyright: verwaltungsamt (BVA) – Zentralstelle für das
Wissenschaftlicher Beirat: Tiefdruck Schwann-Bagel GmbH, Auslandsschulwesen (ZfA) – Köln; verantwortlich:
Dietrich Becker, Auswärtiges Amt; Mönchengladbach. 2000 ISSN 0940-497X. Diethelm Kaminski

2 TIPP 1/2001
S 02-3 Adressen z. Bel. 14.12.2000 14:32 Uhr Seite 3

TIPP – das Lehrerheft zum JUMA


I n h a l t s v e r z e i c h n i s

Liebe Kollegin, lieber Kollege, JUMA 1/2001 IM UNTERRICHT

in den Paketen Auf Weltreise


von JUMA und Tipps für die Deutschstunde 4–11
TIPP 4/2000 lagen
bei der letzten Kölle alaaf!
Sendung grüne Tipps für die Deutschstunde 12–15
Bestellscheine; in Tolle Tage in Köln 16–17
TIPP 4/2000
standen wichtige Informationen Studentenleben in Rostock
für die Erneuerung des Tipps für die Deutschstunde 18–21
JUMA/TIPP-Abonnements.
Bisher wurden mehrere Lehrer an Ofczarek’s Mick
einer Schule beliefert. Das ist jetzt Tipps für die Deutschstunde 22–26
vorbei. Bitte schicken Sie uns pro
Schule nur einen Bestellschein! Kurz und bündig 27
(Deshalb die Frage: „Wie viele
Deutschlehrer an Ihrer Schule RUBRIKEN
möchten JUMA und TIPP im
Unterricht einsetzen?“)
Landeskunde spezial
Bitte sprechen Sie sich mit Ihren
Deutschen über die Schulter geschaut 28–33
Kolleginnen und Kollegen ab!
freu, grins, seufz 34–35
Doppelbestellungen haben keine
Chance! Schreiben Sie Ihren
Internet
Absender bitte deutlich lesbar in
Online gibt’s mehr 36–37
lateinischen Buchstaben,
stecken Sie die Karte nicht in
JUMA bei uns 38–39
einen Briefumschlag, vergessen
Sie das Porto nicht und denken JUMA und TIPP im Baltikum 40–41
Sie an den Schulstempel – sonst
können wir Ihre Bestellung leider Mach mit!
nicht bearbeiten. Auf der Suche nach Europa 42–43
Benutzen Sie nur dann den Fleischlose Rezepte 44
Ersatz-Bestellschein auf der
Rückseite von TIPP 4/2000, Vorschau 45
wenn die grüne Bestellkarte
verloren gegangen ist! Leserbriefe 46–47
Und nicht vergessen: Einsende-
schluss für Europa, MOE und Mitarbeiter dieses Heftes 48
GUS ist der 31.3.2001 und
für Übersee der 30.6.2001.

Herzlichst

Jörg-Manfred Unger

TIPP 1/2001 3
JUMA 1/2001 IM UNTERRICHT

TIPPS FÜR DIE DEUTSCHSTUNDE


MIT DEN JUMA-SEITEN 8–15

Auf Weltreise
Baum der Hoffnung

EXPO 2000 Hannover: Im „Pavillon der Hoffnung“ stand ein Baum.


Seine Blätter waren aus Papier. Besucher hatten ihre Wünsche und
Hoffnungen für die Zukunft darauf geschrieben.

In der Deutschklasse machen es die Schüler genauso. Der Lehrer ver-


teilt die Blätter auf der Kopiervorlage, TIPP-Seite 5. Jeder Schüler
beschreibt ein oder mehrere Blätter (s. Beispiel auf der Kopiervorlage)
mit seinen Wünschen und Hoffnungen für die Zukunft.

Der Lehrer (oder ein Schüler) zeichnet einen Baum mit Ästen an die Tafel.
2–3 Schüler kleben die Blätter der Schüler daran. So wächst der Baum
mit jedem Blatt.

Variante:
Die Schüler machen ihre Blätter mit Farbstiften grün.

Buch für Gäste


Fotos: Jörg-Manfred Unger

Finnland hatte in seinem Pavillon das längste Gästebuch der Welt: eine
5 Kilometer lange und 3 Meter breite Papierrolle, die sich langsam
weiterdrehte.

Die Deutschklasse legt ebenfalls ein Gästebuch an: Jeder Schüler trägt
Arndt und Susanne in der „Allee der sich mit einem kurzen Text darin ein.
Vereinigten Bäume“. Hier wurden
273 Baumarten der nördlichen Brei-
tengrade gepflanzt – eine Metapher Beispiel:
für das friedliche Miteinander der Deutsch – was sonst?! Ich bin dabei!
Menschen. Johan 15.2.2001

4 TIPP 1/2001
KOPIERVORLAGE 1
Aufgabe
Schreibe deine Wünsche und Hoffnungen für die Zukunft wie im Beispiel auf die Blätter!

I
es in ch hoff
e
Krie Zukun , dass
ge m ft k
ehr eine
gibt
.
AUF WELTREISE

TIPP 1/2001 5
Tauschbörse

Im EXPO 2000-Themenpark gab es in der Halle „Mensch“ eine Tausch-


börse. Das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und
Jugend hatte sie eingerichtet. Jeder Besucher konnte auf einen Zettel
schreiben, was er suchte und was er dafür bot. Das Lebensalter der
Anbieter stand in großen Zahlen dazwischen (siehe TIPP-Seite 7).

Auch im Deutschunterricht entsteht eine Tauschbörse. Der Lehrer


kopiert dafür die TIPP-Seite 7 mehrmals, so dass sich jeder Schüler
einen der Zettel aussuchen kann. Jeder Schüler achtet auf „sein“ Alter
und schreibt darauf, was er sucht und was er bietet.

Beispiele:
13–15 Jahre: suche Computerspiele; biete Briefmarkensammlung
16–19 Jahre: suche Deutschnachhilfe; biete altes Fahrrad
20–30 Jahre: suche E-Gitarre; biete Fernseher

Alle Zettel werden im Klassenzimmer an ein „schwarzes Brett“ gehängt;


Interessenten treten miteinander in Verhandlung.

II INFORMATION
• Im Themenpark stellten
11 Ausstellungen globale Fragen
zur Zukunft der Erde. Beispiel:
Was werden wir morgen essen?
Ausstellungen, Theater- und
Filmvorführungen, Festivals,
Paraden sowie Themen- und
Nationentage. Beim Kunst-
EXPO 2000 (siehe JUMA/TIPP 2/2000) projekt „In between“ entstand
• 155 Länder präsentierten sich Kunst unter freiem Himmel.
Die Weltausstellung EXPO 2000 in Pavillons, zum Teil in Hallen • Erstmals waren mit einer Welt-
fand vom 1. April bis 31. Oktober (Afrika-Halle, Mittel- und Ost- ausstellung weltweite Projekte
2000 unter dem Motto „Mensch europa, Österreich …). Unter verbunden. Sie wurden unter
– Natur – Technik – eine neue dem Leitthema „nachhaltige anderem im „Global House“
Welt entsteht“ in Hannover statt. Entwicklung“ wurden viele vorgestellt. Es ging um konkrete
Auf dem Hannoveraner Messe- Pavillons nach der EXPO weiter- Lösungen für die Gestaltung
gelände beteiligten sich auf einer verwertet. So dient der Pavillon einer besseren Zukunft, zum
Fläche von 160 Hektar rund des Heiligen Stuhls zum Beispiel Beispiel um den Aufbau eines
180 Nationen und internationale heute als Gottes- und Gemeinde- indischen Dorfes im 21. Jahr-
Organisationen und Unterneh- haus in Lettland. Hintergrund der hundert.
men daran. Es sollte keine „Nachhaltigkeit“: die Umwelt- Insgesamt waren 40 Millionen
Tourismusmesse, keine Indus- Gipfelkonferenz von Rio de Besucher auf der EXPO 2000
trieschau und kein Vergnü- Janeiro 1992 und die Agenda 21, erwartet worden. Diese Erwar-
gungspark sein. Gefragt waren die zur Bekämpfung von tungen erfüllten sich nicht:
Visionen und praktische Umweltzerstörung nachhaltiges Bei „nur“ 18 Millionen Gästen
Beispiele für das Zusammen- Handeln in Politik, Wirtschaft entstand ein Defizit in Höhe von
leben von derzeit 6 Milliarden und Gesellschaft fordert. rund 2,4 Milliarden Mark.
Menschen und Lösungen für • Das Kultur- und Ereignis- Dennoch war die EXPO 2000 ein
die Probleme von morgen. programm stand unter dem Erfolg: Die allgemeine Resonanz
Die erste Weltausstellung in Motto „Welten treffen aufeinan- bei Besuchern und Ausstellern
Deutschland hatte 4 Teile: der“ und bot unzählige Konzerte, war gleichermaßen positiv.

6 TIPP 1/2001
Hinweis für den Lehrer
KOPIERVORLAGE 2
Jeder Schüler wählt einen Zettel und schreibt „seinem“ Alter entsprechend (= große Ziffern)

,
auf, was er sucht und was er bietet.

suche: suche:

13–15 16–19
biete: biete:

suche: suche:

20–30 40–60
biete: biete:

suche: suche:
AUF WELTREISE

61–80 81–99
biete: biete:

TIPP 1/2001 7
Positive Persönlichkeiten

Der deutsche Pavillon auf der EXPO 2000 zeigte in seiner „Ideenwerk-
statt Deutschland“ Köpfe von Persönlichkeiten, die das Land positiv
beeinflusst haben.

Der Lehrer fragt: „1. Welche ,Köpfe‘ würdet ihr in der ,Ideenwerkstatt
Deutschland‘ zeigen und warum? 2. Welche ,Köpfe‘ würdet ihr in einer
,Ideenwerkstatt‘ unseres Landes zeigen und warum?“ In Kleingruppen
stellen die Schüler eine Liste mit verstorbenen und/oder lebenden Per-
sönlichkeiten Deutschlands sowie ihres Landes zusammen. Sie stellen
sie mit Begründung vor.

Varianten:
1. Die Schüler malen Porträts „ihrer“ Persönlichkeiten und führen
anschließend durch die Ausstellung.
2. Sie erstellen das Pavillon-Konzept ihres Landes für die nächste
Weltausstellung.

Drei weitere Unterrichtsvorschläge

1. Vor vielen Pavillons der EXPO 2000 musste man teilweise lange
Schlange stehen. Zwei oder mehr Schüler kommen „in der Schlange“ in
ein Gespräch, das 10, 20 oder sogar 30 Minuten dauert (vor der Klasse
oder in Kleingruppen).

2. Manche Hannoveraner und Zugereiste waren während der EXPO


2000 sehr geschäftstüchtig (siehe Foto links). Einzeln, zu zweit oder in
Gruppen überlegen die Schüler, welche Dienste sie auf einer Weltaus-
stellung (oder Großveranstaltung) in ihrer Stadt anbieten könnten.

3. Im indischen Pavillon malten Künstler Henna-Tattoos auf die Hände


der Besucher. Die Schüler bilden Kleingruppen. Jede Gruppe wählt ein
Land und überlegt sich dazu passende Besucherattraktionen.

In der „Ideen-
werkstatt
Deutschland“

Weites Feld für


Geschäftsideen:
Angebote vor
dem Eingang der
EXPO

8 TIPP 1/2001
Was junge Besucher über die EXPO 2000 meinten:

„Ein einziges Fest“

Christoph, 18, ist Gymnasiast und kommt aus Hannover. Er bekam


Besuch von Lucas, 18, aus Boom in Belgien. Die beiden hatten sich im
Sommer 2000 während einer Rundreise nach einem Schüler-Aus-
tauschjahr in den USA kennengelernt. Lucas studiert in Belgien politi-
sche Wissenschaften und war eine Woche lang in Hannover. Zufällig
waren sie am Nationentag von Brasilien auf dem EXPO-Gelände – für
Lucas (links) und Christoph
beide „ein Glücksfall“.

„Die Lebensfreude der Brasilianer kam voll rüber“, sagte Christoph und
Lucas ergänzte, „tolle Musik und tolle Stimmung!“ Ihren Besuch hatten
die beiden gut vorbereitet, „denn auf dem riesigen Gelände verzettelt
man sich schnell!“ Auf dem Programm der beiden stand auch der Pavil-
lon von Monaco – „wegen des Formel-1-Wagens von ,Schumi‘“.

Auf der Suche nach dem Urlaubsland

Rebecca, 14, und Tanja, 16, kommen aus Hedesheim, 30 Kilometer von
Hannover entfernt. Sie wussten, wohin sie auf der EXPO auf jeden Fall
Rebecca (links) und Tanja
wollten: „Nach Marokko“, denn da war Tanja schon mal im Urlaub.

„Vielleicht bekommen wir auf der EXPO ja auch Ideen für den nächsten
Urlaub“, meinte Rebecca. Die Speisen und Getränke auf der EXPO
fanden Tanja und Rebecca „ziemlich teuer“, dafür war der Eintritt für sie
umsonst: Tanjas Mutter hatte ihnen die Eintrittskarten geschenkt.

Reise, die sich gelohnt hat

Georg, 15, Anna, 17, und Annas Freundin Linn, 16, sind weit gefahren,
um die EXPO zu sehen. Die Geschwister Linn und Georg kommen aus
Landau in der Pfalz, 600 Kilometer von Hannover entfernt. Anna wohnt
in Freudenstadt im Schwarzwald. Georg, Anna und Linn (rechts) ruhten sich auf
ehemaligen Krankenhausbetten aus – ein Gag
auf der EXPO.
Alle drei nutzten ein Pauschalangebot und übernachteten 2 Nächte im
internationalen Jugendcamp der EXPO, wovon sie „angenehm über-
rascht“ waren: „Die 10-Bett-Zimmer sind sauber und ordentlich, das
Frühstück hat Hotelniveau und außerdem kann man sich Brötchen und
Obst als Verpflegung mitnehmen.“

Alle drei waren sich einig: „Die Reise hat sich gelohnt.“ Und: „Wenn in
Deutschland schon mal eine Weltausstellung ist, dann sollte man auch
da hin!“ Schließlich lautete einer der EXPO-Werbeslogans: „Das gibt’s
nur einmal, das kommt nicht wieder!“ An ihrem 3. EXPO-Tag waren alle
drei ganz schön erschöpft. Schon mittags ruhten sie sich auf
ausgemusterten Krankenhausbetten aus. Sie standen als Gag in einem
kleinen Park auf dem EXPO-Gelände herum.

TIPP 1/2001 9
MACH MIT!

EXPO-Motive im Unterricht
In JUMA und TIPP sind Bei der Vor-
bereitung
viele Fotos von der EXPO des EXPO-
Rundgangs
2000 Hannover. Hier sind
weitere Motive.
Wie setzt man die Fotos
im Deutschunterricht ein?
Als Sprechanlässe, als
Verständnishilfen, als

Fotos: Jörg-Manfred Unger


Grundlage eines Spiels?
Testen Sie Ihre
Unterrichtsideen in der
Praxis und schicken Sie
sie mit Schülerarbeiten an
Was sucht
die Redaktion! TIPP Susanne im
verlost unter allen Ein- Rucksack
von Arndt?
sendern umfangreiches
Material von der EXPO
2000: Bücher, Pläne,
Fotos, Info-Mappen usw.
Einsendeschluss ist der
31.5.2001. Der Rechts-
weg ist ausgeschlossen.

10 TIPP 1/2001
Die Brat-
würste auf
der EXPO
waren an-
fangs zu
teuer.

Unter dem
EXPO-Dach Letzter
aus Holz Bahnsteig
waren vor dem
mehrere Messe-
Restau- gelände
rants.

Auf Rollern
wurden lange
Wege kurz.

Der Plan
zeigte, wie
weitläufig das
EXPO-Gelände
war.

TIPP 1/2001 11
S 12-15 Kölle korr. 2 14.12.2000 14:52 Uhr Seite 12

JUMA 1/2001 IM UNTERRICHT

TIPPS FÜR DIE DEUTSCHSTUNDE


MIT DEN JUMA-SEITEN 28–33

Worterklärungen zur
JUMA-Bildgeschichte Kölle alaaf!
alaaf – Kölner Dialekt: Die richtige Reihenfolge der Fotos
hurra, hoch
hoch hergehen – hier: Die Schüler lesen die JUMA-Bildgeschichte „Kölle alaaf!“ Dann bilden
die Stimmung ist gut sie Kleingruppen. Jede Gruppe schneidet die Fotos mit Texten (oder
AG – Abkürzung für: Kopien davon) auf den JUMA-Seiten 28–33 aus, mischt sie und gibt sie
Arbeitsgemeinschaft der Nachbargruppe. Der Lehrer gibt allen Gruppen Kopien der Fotos
Aschermittwoch – Fastentag und Texte auf den TIPP-Seiten 13–15 (Kopiervorlagen 1–3). Gemeinsam
für Katholiken legen die Schüler alle Fotos aus JUMA und TIPP in die richtige Reihen-
(früher: Beginn ihrer Fastenzeit) folge (siehe „mögliche Lösungen für den Lehrer“).
Kölsch – der Dialekt der Kölner
hin sein – zerstört sein
Variante:
der Jeck – der Narr
Die Schüler betexten alle Fotos neu.
km/h – Abkürzung:
Kilometer pro Stunde
die Kamelle – das Bonbon Mögliche Lösungen für den Lehrer
futsch – umgangssprachlich für:
weg, verloren Kopiervorlage 1:
1. Foto: zwischen „Biologielehrer Georg Hollander …“ (4)
und „Julia, 16, spielt E-Gitarre“ (5)
2. Foto: zwischen „Kerstin,17, macht die Garderobe“ (9)
und „Daniel befestigt Buchstaben auf einem Wagenschild“ (10)

Kopiervorlage 2:
1. Foto: zwischen „Frau Größchen tauft die neuen Mitglieder …“ (12)
und „Kerstin bekommt einen Ehrenorden …“ (13)
2. Foto: zwischen „Als Höhepunkt des Tages gibt es Linsensuppe …“ (14)
und „Schüler, Eltern und Lehrer (…) werden teilnehmen“ (15)

Kopiervorlage 3:
1. Foto: zwischen „In der Schule findet ein Probelauf statt“ (16)
und „Schüler, Eltern und Lehrer packen 598 Säcke …“ (17)
2. Foto: zwischen „Die Gruppe der Bushaltestellen …“ (23)
und „Die Fans des 1. Fußballklubs von Köln …“ (24)

12 TIPP 1/2001
S 12-15 Kölle korr. 2 14.12.2000 14:52 Uhr Seite 13

KOPIERVORLAGE 1

Aufgabe
Legt die Fotos in der JUMA-Reportage „Kölle alaaf!“ an die richtige Stelle und betextet sie neu!

Thomas, 20, macht die Lichttechnik

Jetzt bloß keinen


Kurzschluss!

Fotos: Dieter Klein


Gurken,
Manchmal serviert Kerstin am kalten Buffet, das Frikadellen, Würstchen,
die Eltern zubereitet haben. Kartoffelsalat – alles
Reichen was das Herz
3 Portionen? begehrt!
KÖLLE ALAAF!

TIPP 1/2001 13
S 12-15 Kölle korr. 2 14.12.2000 14:52 Uhr Seite 14

Aufgabe
KOPIERVORLAGE 2

Legt die Fotos in der JUMA-Reportage „Kölle alaaf!“ an die richtige Stelle und betextet sie neu!

Thomas zeigt Daniel einen Orden, den er für seine Mitarbeit


erhalten hat. Ein Foto auf dem Orden zeigt Thomas bei der Arbeit.

So viel Einsatz glaubt


mir meine Mutter nie!
So gut getroffen bist
du selten!

Verdient hat er
ihn nicht.

Gemeinsam essen die Karnevalsjecken zu Mittag.


Es ist noch
Suppe da! Schmeckt besser,
als es aussieht!

Dafür habe
ich tagelang
gehungert.

Wer hat das


KÖLLE ALAAF!

Salz mit dem Zucker


vertauscht?

14 TIPP 1/2001
S 12-15 Kölle korr. 2 14.12.2000 14:52 Uhr Seite 15

Aufgabe
KOPIERVORLAGE 3

Legt die Fotos in der JUMA-Reportage „Kölle alaaf!“ an die richtige Stelle und betextet sie neu!

Auf Daniels Fahrrad wird das Gruppenschild montiert. Besser


schlecht gefahren als
gut gegangen!

Beim Karnevalszug dabei: die „Winzer-Gruppe“ mit


„Weinflaschen“ auf dem Kopf.

Ein junger
Eine Flasche
Jahrgang muss
auf dem Kopf ist gesünder
nicht schlechter
als eine Flasche
schmecken …
am Mund!
KÖLLE ALAAF!

TIPP 1/2001 15
S 16-17 Kölle2 korr.2 14.12.2000 14:56 Uhr Seite 16

JUMA 1/2001 IM UNTERRICHT

Ergänzender Text zu den JUMA-Seiten 28–33

Tolle Tage in Köln


Deutschlehrerin Beste Einblicke
Jacqueline Béranger aus
Jacqueline Béranger schreibt:
Eysines bei Bordeaux, „Unser Schüleraustausch mit
Frankreich, nahm mit dem Heinrich-Mann-Gymnasium
ihren Schülerinnen und besteht seit fast 20 Jahren:
Schülern an den Kölner 1982 fuhr die erste Gruppe von
Frankreich nach Köln. Schnell
„Schull- un Veedelszöch“ entwickelten sich freundschaft-
teil. Dieser Karnevalszug liche Beziehungen, so dass Jahr
der Schulen und Stadt- für Jahr eine Gruppe französi-

Fotos: Dieter Klein


viertel findet am Karne- scher Schülerinnen und Schüler
nach Deutschland kommt und
valssonntag statt. eine Gruppe deutscher Schüle-
Die Französinnen und rinnen und Schüler nach Frank- Deutschlehrerin Jacqueline
Franzosen marschierten reich. Alle wohnen bei Gast- Béranger aus Eysines, Frankreich
familien und nehmen auch am
in der Gruppe ihrer
Unterricht der Partnerschule teil.
Partnerschule Heinrich- an den Schul- und Viertelszügen
Mann-Gymnasium mit. 1986 haben wir uns erstmals ent- teilzunehmen. Eine bessere
Für TIPP berichten sie schlossen, in der Karnevalszeit Möglichkeit, den Karneval „von
nach Köln zu kommen – schließ- innen“ mitzuerleben gibt es wohl
über ihre Erlebnisse. lich ist Köln ohne den Karneval kaum. Wir verkleideten uns wie
nicht denkbar. Sofort nahmen wir im Comic „Asterix bei den Goten“
das Angebot an, gemeinsam mit als Gallier. Es war ein Riesen-
dem Heinrich-Mann-Gymnasium erfolg.

Heidi Größchen
(Mitte) leitet
die Karnevals-
Arbeits-
gemeinschaft
am Kölner
Heinrich-
Mann-Gymna-
sium.

16 TIPP 1/2001
S 16-17 Kölle2 korr.2 14.12.2000 14:56 Uhr Seite 17

Der Karneval bietet beste Ein- Die Schüle-


rinnen und
blicke in unser Nachbarland: Schüler aus
In dieser tollen Zeit liegt so viel Frankreich
Herzlichkeit in der Luft. Selbst bei der Auf-
stellung zu
Schüchterne, die sich sonst den Schul-
lieber zurückhalten, machen mit! und Viertels-
zügen
Mit einer Pappnase im Gesicht
sieht die Welt einfach anders aus!

Mittlerweile treten wir im Karneval


einfach als Franzosen auf und
bedienen uns der Stereotype
Trikolore, Baskenmütze und
Baguette. Die Idee kam von der
Leiterin der Karnevals-Arbeits-
gemeinschaft, Heidi Größchen.
Natürlich läuft in Frankreich kostümiert und werden von den wurst) – allerdings nur aus Stoff.
niemand so herum, aber wir wer- Eltern noch geschminkt: In den Händen haben wir Beutel
den damit eindeutig identifiziert. möglichst viel Blau, Weiß, Rot ins voller „Kamelle“ und französische
Gesicht! Auch unser Trikolore- Brote, sogenannte Baguettes.
Die Zuschauer der Schul- und Hemd hat die Farben Frank-
Viertelszüge verlangen nicht reichs. Außerdem tragen wir eine Am Zugweg rufen die Zuschauer
„Kamelle“ (Bonbons), wenn wir Baskenmütze. Am Hals hängt „Kamelle“, als hätten sie seit
an ihnen vorbei ziehen, sondern die Kölner Spezialität Flönz (Blut- Wochen nichts gegessen. Wir
„Baguettes“. Manche fragen gar, werfen nicht nur Bonbons,
wo der Käse denn sei oder der sondern allerlei Süßigkeiten
Wein. So haben wir in diesem „unter das Volk“. Die Stimmung
Jahr Camemberts zum Verteilen ist fantastisch. Alle singen und
mitgebracht und nächstes Jahr wir singen mit, obwohl wir die
gibt es für die Erwachsenen Worte nicht immer verstehen.
auch Wein. Am Ende sind wir erschöpft, aber
glücklich.
Gut, dass viele Schülerinnen und
Schüler den Austausch außer- Unsere Gasteltern überraschen
halb der Karnevalszeit privat wei- uns mit einem tollen Souvenir:
ter verfolgen. So sehen sie auch Sie haben den Karnevalszug im
das normale Leben in Köln.“ Fernsehen auf Video aufgezeich-
net und geben uns die Kassette
Einzigartiges Erlebnis mit. So können unsere Familien
und Freunde in Frankreich an
Die Schülerinnen und Schüler be- Schulleiter Peter Krause im diesem einzigartigen Erlebnis
richten: „Wir sind schon alle Karnevalskostüm teilhaben.“

TIPP 1/2001 17
S 18-21 rostock korr. 2 14.12.2000 14:59 Uhr Seite 18

JUMA 1/2001 IM UNTERRICHT

TIPPS FÜR DIE DEUTSCHSTUNDE


MIT DEN JUMA-SEITEN 38–42

Studentenleben in Rostock
Aufstellen von Behauptungen

Die Schüler lesen den JUMA-Artikel „Studentenleben in Rostock“.


Darin sagt Thorsten: „Möwengeschrei bedeutet frische Luft und Nähe
zum Meer.“ Die Schüler stellen in Kleingruppen ähnliche Behaup-
tungen auf.

Beispiel:
Stallgeruch bedeutet Landluft und wenig Verkehr.

Die Gruppen lesen ihre Sätze vor. Jede Gruppe fügt spontan eine oder
mehrere Behauptungen hinzu.

Beispiel
Stallgeruch bedeutet auch: früh aufstehen und harte Arbeit.

Die Gruppe mit den meisten Behauptungen gewinnt.

Mag das Meer – und


stundenlange
Diskussionen im
Studentenkeller:
Thorsten (rechts) mit
Kommilitonen im
Gespräch
Fotos: Michael Kämpf

18 TIPP 1/2001
S 18-21 rostock korr. 2 14.12.2000 14:59 Uhr Seite 19

Susann
(rechts) mit
ihren
erwachsenen
Schülern
beim
Schwedisch-
Unterricht

Worterklärungen zum JUMA-Artikel

Thorsten aus Ostfriesland:


neue Bundesländer – ehemalige Deutsche Demokratische Republik (DDR)
Sekundarstufe I – 10–16-jährige Schüler
immatrikulieren – sich als Student an einer Universität einschreiben
das Seminar – der Kurs
der Kommilitone, die Kommilitonin – der Mitstudent, die Mitstudentin Katarzyna bei
die Semesterferien – die vorlesungsfreie Zeit der Essens-
ausgabe in
Erasmus-Programm – Stipendien-Programm für europäische der alten
Studentinnen und Studenten Mensa der
der Wessi – der Westdeutsche (Ossi = Ostdeutscher, ehemaliger Universität
Rostock.
Bürger der DDR) Die neue
die Ossi-Wessi-Diskussion – eine innerdeutsche Diskussion, die seit Mensa ist ein
Selbst-
dem Beitritt der DDR zur Bundesrepublik Deutschland das Verhältnis bedienungs-
zwischen West- und Ostdeutschen behandelt restaurant.
die WG (Abkürzung) – die Wohngemeinschaft
BaFög (Abkürzung: Bundesausbildungsförderungsgesetz) bekommen
(umgangssprachlich) – das Recht auf finanzielle Unterstützung vom
Staat in Anspruch nehmen
der Schein – der Leistungsnachweis, das Zeugnis

Katarzyna aus Polen:


belegen – sich für Kurse, Seminare, Vorlesungen einschreiben
Rügen – größte deutsche Insel
unter freiem Himmel – draußen
die Mensa – die Studentenkantine

Susann aus Schwerin:


instand setzen – restaurieren
das soziale Netz – hier: Freunde, Bekannte

Jutta aus Finnland:


die Kneipenkultur – ein großes Angebot an Wirtshäusern,
das gern genutzt wird
nichts zu wünschen übrig lassen – perfekt sein

TIPP 1/2001 19
S 18-21 rostock korr. 2 14.12.2000 14:59 Uhr Seite 20

Ein Speiseplan für die Mensa

Katarzyna isst mittags in der Mensa. So steht es im JUMA-Artikel. Der


Lehrer schreibt die Angebote der Mensa Rostock vom 27. Juni 2000
mit dem ostdeutschen Wort „Sättigung“ an die Tafel:

Sättigung Fleisch Gemüse Nachtisch


Kartoffeln Seelachs Bohnen Rote Grütze
Risotto Hähnchenspieß Porree Frische Erdbeeren
Nudeln Geschnetzeltes

Das Tafelbild

In Gruppen stellen die Schüler ein ähnliches Speisenangebot zusam-


men. Bei 5 Gruppen entsteht so ein Speiseplan für die ganze Woche. Die
Schüler entscheiden, welches Angebot für welchen Tag gilt, bzw.
welche Angebote kombiniert werden.

Varianten:
1. Die Schüler bilden 4 Gruppen. Jede Gruppe kümmert sich um
einen anderen Teil des Mittagsmenüs: Sättigung, Fleisch,
Gemüse oder Nachtisch.
2. Frage an die Schüler: „Was steht abends auf dem Speiseplan?“
3. Die Schüler stellen auch eine Getränkeliste auf.
4. Rollenspiele: in der Warteschlange, bei der Essensausgabe, an
der Kasse, bei Tisch.

Welche Aktivität in welchem Land?

Susann sagt: „An jeder Schule in Schweden gibt es Eislaufflächen.“ Die


Susann beim Schüler überlegen in Kleingruppen, was man in welchem Land vielleicht
Brotschmieren in
ihrer Küche gut machen kann. Sie haben 10 Minuten dafür Zeit.

Beispiele:
eislaufen in Schweden, Eis essen in Italien,
bergsteigen in der Schweiz

Variante:
Die Schüler notieren, was man im eigenen Land
gut machen kann.

Die Gruppe mit den meisten Aktivitäten (und/oder Ländern) gewinnt.


Eine Jury entscheidet.

Jobs für Studenten

Jutta sagt: „Das Stipendium reicht nur knapp zum Leben. Man muss
sich etwas dazu verdienen.“ Sie hat zum Beispiel in den Semester-
ferien in der Schweiz gekellnert. Die Schüler gehen in Gruppen auf die

20 TIPP 1/2001
S 18-21 rostock korr. 2 14.12.2000 14:59 Uhr Seite 21

Suche nach Studentenjobs. Sie schreiben alle Möglichkeiten auf


– in den Semesterferien und/oder während des Semesters.

Beispiele:
Kurierfahrer/in, Kellner/in, Taxifahrer/in, Messehostess

Die Gruppe mit den meisten Studentenjobs gewinnt. Alle Gruppen


nennen nicht nur die Jobs, sondern sagen auch, welche Arbeit damit
verbunden ist.

Variante:
Rollenspiele: an der Jobbörse, während des Jobs

II INFORMATION
Deutsch als Fremdsprache in Rostock Jutta bei der Studienberatung

Deutsch als Fremdsprache kann an der Universität Rostock als


Beifach (Drittfach) studiert werden (Zulassungsbedingungen – auch
für andere Fächer und an anderen Universitäten – siehe Adressen,
TIPP-Seite 2). Studierende des Faches sollen darauf vorbereitet
werden, die deutsche Sprache, Literatur und Kultur aus der Per-
spektive der Fremdheit zu vermitteln und verständlich zu machen.

Vermittelt werden grundlegende Kenntnisse für das Verständnis der


Theorie und Praxis des Lehrens und Lernens von Deutsch als Fremd-
sprache sowie der deutschen Literatur, Landes- und Kulturkunde
unter der besonderen Berücksichtigung interkultureller Vermittlung.
Lehramtsstudierende sollen durch die fremdsprachendidaktischen
und interkulturellen Aspekte des Studiums Deutsch als Fremd-
sprache auf die besonderen Lehranforderungen in Klassen mit
ausländischen Schülerinnen und Schülern vorbereitet werden.

Das Fach setzt sich aus 6 Teilbereichen zusammen:


1. Sprachwissenschaft für DaF
2. Methodik und Didaktik
3. Literaturwissenschaft und Literaturlehrforschung für DaF Katarzyna in der Fachbibliothek
4. Fachsprachen und Wissenschaftssprache
5. Landes- und Kulturkunde
6. Interkulturelle Kommunikation

Es umfasst 12 Semesterwochenstunden (6 Seminare, im Semester


jeweils anderthalb Stunden wöchentlich) im Grund– und
8 Semesterwochenstunden im Hauptstudium. Gefordert ist auch
die Teilnahme an einem Sozialpraktikum zur Arbeit mit
ausländischen Kindern, das mindestens 10 Stunden umfassen soll.

TIPP 1/2001 21
S 22-26 Mick korr. 2 14.12.2000 15:03 Uhr Seite 22

JUMA 1/2001 IM UNTERRICHT

TIPPS FÜR DIE DEUTSCHSTUNDE


MIT DEN JUMA-SEITEN 23–26

Mach mit!
Ofczarek’s Mick
Welche Unterrichtsideen
haben Sie für die Geschich-
Für jede Geschichte eine Idee
ten von Mick im JUMA
und/oder in TIPP? Schicken
Einige Unterrichtsideen für die Comics im JUMA:
Sie Ihre Vorschläge an die
Redaktion JUMA/TIPP,
1. Die Prüfung
Stichwort: Mick, Frankfurter
Die Schüler lesen „die Prüfung“ im JUMA. In dieser Geschichte wünscht
Straße 40, D-51065 Köln.
die Stimme aus Micks Radiowecker allen Hörern „einen wunderschö-
Unter allen Einsendern ver-
nen Sonntagmorgen“. Der Lehrer fragt: „Wie geht die Sendung vielleicht
lost die Redaktion einen
weiter? Was sagt der Sprecher?“ Einzel-, Partner- oder Gruppenarbeit:
Orginalcomic von Bernhard
Alle Ergebnisse werden in der Klasse vorgestellt.
Ofczarek. Einsendeschluss
ist der 30.6.2001. Der Rechts-
2. Das mach ich!
weg ist ausgeschlossen.
Der Lehrer fragt: „Was kann in einem Haus oder einer Wohnung alles
kaputt gehen? Was kann man selber reparieren? Was ist zu tun?“ In
Kleingruppen schreiben die Schüler auf, welche Reparaturarbeiten man
im Haus selbst erledigen kann und wie. Sie tragen alle Ergebnisse vor.
Anschließend lesen sie die Geschichte von Mick.

3. Ganz schön doof!


Der Lehrer schreibt den Satzanfang „Mädchen sind do…“ an die Tafel.
Die Schüler vervollständigen den Satz. Sie schreiben ihre Vorschläge
ebenfalls an die Tafel. Im JUMA lesen sie die Lösung von Bernhard
Ofczarek: „Mädchen sind do…ch echt okay!“ Dann spielt die Klasse
dieses Spiel mit anderen Satzanfängen, Die Schüler schreiben die Satz-
anfänge alleine, in Partnerarbeit oder in Kleingruppen auf und/oder
vervollständigen sie.

4. Ruhe bitte!
Die Schüler lesen die Geschichte von Mick. Dann bilden sie Kleingrup-
pen: Jeder Schüler erzählt seinen Mitschülern „das Neueste“ – aus dem
Zu gewinnen: diese Geschichte von Weltgeschehen, von zu Hause, aus der Schule, über gemeinsame
Mick im Original! Freunde oder Klassenkameraden …

22 TIPP 1/2001
S 22-26 Mick korr. 2 14.12.2000 15:03 Uhr Seite 23

„Haarscharf“ Von Bernhard Ofczarek

Hey Papa!
Ich habe mir die
Haare gefärbt!

Solange deine Füße Hör mal, Wolli …


unter meinem Tisch
sind, gehst du so
nicht auf die
Straße!

Tschüss Papa!
Wie du siehst, sind
weder meine Füße
unter deinem Tisch,
noch gehe ich auf
die Straße!

© Ofczarek! D-Köln

TIPP 1/2001 23
S 22-26 Mick korr. 2 14.12.2000 15:03 Uhr Seite 24

„Gelungener Abend“ Von


VonBernhard
BernhardOfczarek
Ofczarek

Mist! Ich muss mir was


Ich habe Mama schon einfallen lassen!
vor einem halben
Jahr versprochen,
heute mit ihr in
die Oper zu gehen.
Und ausgerechnet
heute steigt bei
Sven die schärfste
Party des Jahres.

Mama, es geht mir Ich wusste ja gar


plötzlich nicht so nicht, dass du
gut. Ich bleibe Opern so sehr
besser zu Hause. liebst. Aber klar,
Dabei hatte ich ganz die Mama!
mich so sehr auf Als ich in deinem
diese wundervolle Alter war, konnte
Musik gefreut. ich bestimmt
zwanzig Arien
fehlerlos
mitsingen.

Toll!

Weißt du was?! M-m-mir geht es


Ich bleibe auch zu plötzlich viel
Hause, lege meine besser …
alten Opernplatten
auf und singe dir
die schönsten Arien
vor. Wie herrlich!
Endlich haben wir
ein gemeinsames
Hobby gefunden!

Aaaaahhhooohhh …

© Ofczarek! D-Köln

24 TIPP 1/2001
S 22-26 Mick korr. 2 14.12.2000 15:03 Uhr Seite 25

„Neulust“ Von Bernhard Ofczarek

Hau ab, Tippi! Er riecht nicht.


Such dir ab sofort Er verliert keine
einen anderen Haare.
Dummen, der dich Man muss nicht bei
versorgt! jedem Wetter mit
Ich habe einen ihm vor die Tür.
neuen Freund.

Und er bellt nicht. Immer ganz still.


Er ist immer still.

Immer. Ach Tippi!

© Ofczarek! D-Köln

TIPP 1/2001 25
S 22-26 Mick korr. 2 14.12.2000 15:03 Uhr Seite 26

„Immer schneller!“ Von Bernhard Ofczarek

Ich bestelle meine


Comics jetzt immer
im Internet.
Das geht ruck zuck!
Schade nur, dass
die Comics nicht
noch am selben Tag
geliefert werden.

Hey!
Eine Sternschnuppe!
Da kann ich mir ja
direkt man was
wünschen …

???!!!

© Ofczarek! D-Köln

26 TIPP 1/2001
S 27 Kurzinfos 14.12.2000 15:06 Uhr Seite 27

JUMA 1/2001 IM UNTERRICHT

Kurz und bündig


Zusätzliche Informationen zu einzelnen JUMA-Artikeln der Ausgabe 1/2001

Moment mal! Wir verlosen unter allen Einsen-


Jahrhundertwörter dern 10 „Duden 2000“. Einsende-
an der Wand schluss ist der 30.6.2001. Der
JUMA-Seite 7 Rechtsweg ist ausgeschlossen.

Schülerinnen und Schüler einer Der Seehund


Schule bei Hannover schrieben und das Mädchen
rund 100 „Jahrhundertwörter“ JUMA-Seiten 18–22
an eine Lesewand. Die Duden-
redaktion stellte 100 aus- Seehunde sind im gesamten
gewählte Neuwörter aus ihrem Wattenmeer verbreitet. Einen

Foto: Michael Kämpf


Rechtschreiblexikon „Duden Großteil ihres Lebens verbringen
2000“ vor. Dazu gehören: sie im Wasser – schwimmend,
tauchend, jagend und schlafend.
Ampelmännchen Bei Niedrigwasser liegen die See-
Berliner Republik hunde auf den Sandbänken. Hier Der Heuler rechts heißt wie seine
Bezahlfernsehen finden sie sich in Rudeln zusam- Betreuerin Janne.
Bildschirmschoner men. Sandbänke sind für See-
denglisch hunde lebenswichtig, denn hier Land beobachten. Das Infor-
Doktormutter werden die Jungen geboren und mations-Zentrum gibt Aufschluss
Emoticon gesäugt; hier ruhen sich die See- über das Leben heimischer
Euroland hunde aus. Früher suchten See- Robben und Wale.
Gutmensch hunde auch die Strände auf. Von
herunterladen dort wurden sie aber durch Be- 2. Aufzucht: Die Seehundstation
Katastrophentourismus siedlung, Küstenschutzmaßnah- Friedrichskoog ist die einzige
neudeutsch men und Tourismus verdrängt. autorisierte Aufnahmestation für
rechtspopulistisch Seehunde des Wattenmeeres un- mutterlose junge Seehunde
Schwarzkonto terliegen vielen Gefährdungen, (Heuler) in Schleswig-Holstein.
Warmduscher z.B. der Belastung durch Schad- Nach der Aufnahme werden sie
Waschbrettbauch stoffe wie Schwermetalle. möglichst naturnah aufgezogen
zumüllen Eine weitere Bedrohung sind und anschließend in die Freiheit
Zweitmeinung Störungen durch den Menschen: entlassen.
Tourismus, Wassersport, Schiff-
Was bedeuten diese Wörter? fahrt, Flugverkehr, Fischerei. Viele 3. Forschung: Die Station arbeitet
Schicken Sie Ihre Wort- Seehunde leiden dadurch an mit verschiedenen Universitäten
erklärungen an die Redaktion: Stress und werden anfälliger ge- zusammen. Blutuntersuchungen
genüber Infektionskrankheiten. und Verhaltensstudien bei
JUMA/TIPP Die 3 Aufgaben der Seehundsta- Heulern und Alttieren beispiels-
Stichwort: Neudeutsch tion Friedrichskoog: weise erweitern die Kenntnisse
Frankfurter Straße 40 über Gesundheitszustand,
D-51065 Köln. 1. Information: Eine Gruppe er- Lebensweise und Schutzmög-
wachsener Seehunde ist ständig lichkeiten der Seehunde.
in der Station. Man kann sie
hinter Glas unter Wasser und an

TIPP 1/2001 27
S 28-33 Machm.tag korr. 2 14.12.2000 15:09 Uhr Seite 28

LANDESKUNDE SPEZIAL

Fotos: Jörg-Manfred Unger


Nicole Muller aus Frankreich (links) mit einer deutschen Hausfrau beim Blumengießen auf dem Balkon

Deutschen über die Schulter geschaut


Sie kamen aus Ägypten, Bei einer Hausfrau ohne verheiratet zu sein und hat
3 Söhne: Frederic, 8, Konstantin,
aus Japan, aus Frankreich
„Hausfrauendasein“ ist in Frank- 3, und Leonard, 2.
oder aus der Ukraine: reich, wo ich herkomme, kein
24 Deutschlehrerinnen und Thema. 75 Prozent der Frauen Meine Bedenken waren schnell
-lehrer aus 16 Ländern sind bei uns berufstätig und ausgeräumt, als ich sie kennen
erziehen durchschnittlich 1–3 lernte: Sie ist eine warmherzige,
erhielten beim sogenannten Kinder. Hausfrauen sind ent- selbstbewusste, aktive junge
Mitmachtag im Rahmen weder schon älter, haben keine Frau.
eines Seminars des Goethe- Ausbildung oder sind Privilegierte
– jedenfalls keine Frauen, mit Wir haben uns lange über ihre
Instituts einen Einblick in denen ich mich identifiziere. Rolle als Hausfrau unterhalten.
das Leben von Deutschen. Dabei ist sie gar keine Hausfrau
In Köln begleiteten sie einen Folglich ging ich mit gemischten im eigentlichen Sinn:
Gefühlen zu „meiner“ Hausfrau. Sie hat nach der Geburt jeden
Tag lang je eine Bürgerin Sie ist Mitte 30, lebt seit 16 Jah- Kindes Erziehungsurlaub bean-
oder einen Bürger der Stadt. ren in einer festen Partnerschaft tragt. Danach kann man wieder

28 TIPP 1/2001
S 28-33 Machm.tag korr. 2 14.12.2000 15:09 Uhr Seite 29

in der alten Firma arbeiten, in einen besseren Job zu bekom- treide nur einen Pfennig davon!
ihrem Fall als Chemielaborantin. men.“ Was sie sich momentan Unser Gastgeber bewirtschaftet
Momentan lebt sie vom Erzie- wünscht? „Mehr Kindergarten- alleine 120 Hektar Ackerland.
hungsgeld für ein Kind, vom plätze mit besseren Öffnungszei- Davon gehören ihm 25 Hektar.
Kindergeld für 3 Kinder sowie von ten sowie mehr Geld vom Staat, Er baut hauptsächlich Getreide
Unterhaltszahlungen (Alimenten) denn vieles ist relativ teuer!“ an. Es gibt keine Angestellten,
ihres Lebensgefährten für sich dafür aber große Traktoren und
und ihre gemeinsamen Kinder. Nicole Muller, Ballainvilliers, viele Maschinen.
Frankreich
Ihrer Meinung nach wird die per- Der Bauer ist sehr ökologisch ein-
sönliche Entwicklung durch das Auf dem Bauernhof gestellt. Er arbeitet sogar mit dem
Hausfrauendasein nicht ge- Wasserwerk zusammen. So stellt
bremst. „Eine Hausfrau“, sagt sie, Unser Tag auf einem Bauernhof er sicher, dass seine Dünge- und
„muss Organisationstalent, Ent- 20 Kilometer vor den Toren Kölns Pflanzenschutzmittel der Umwelt
scheidungskompetenz und Flexi- begann um 8 Uhr mit einem nicht schaden.
bilität beweisen.“ Sie findet sich gemütlichen Frühstück, was hier
gerne mit den gegebenen Um- sicherlich eine Ausnahme ist. Mittags wurden wir mit einem
ständen ab und macht das Beste Dabei haben uns besonders die köstlichen Mittagessen ver-
daraus. Ihr Motto: „Ich pick’ mir verschiedenen Brötchensorten wöhnt. Überrascht hat uns,
die Rosinen raus!“ Dennoch geschmeckt: Mohnbrötchen, dass vorher ein Tischgebet ge-
findet sie Hausfrauenarbeit Roggenbrötchen, Sesam- sprochen wurde – die Bauernfa-
„anstrengend, zeitraubend und brötchen, „Kornknacker“ … milie ist sehr religiös und auch in
schlecht bezahlt.“ der Kirchengemeinde engagiert.
Dazu gab es die erste Lektion
Meistens bewegt sie sich in einer Landeskunde: Ein Brötchen kos- Bei Tisch drehte sich das Ge-
reinen Frauenwelt. Zum Beispiel, tet beim Bäcker 40 Pfennig; der spräch um Essgewohnheiten in
wenn sie auf dem Spielplatz Landwirt bekommt für sein Ge- unseren Ländern und in Deutsch-
„Kolleginnen“ trifft. Mit ihnen
tauscht sie Informationen aus,
organisiert gegenseitige Hilfe
und baut so ein richtiges Netz-
werk auf.

Wichtig ist ihr, dass ihre Kinder


eine schöne Kindheit haben. Sie
will sie zu selbstständigen Men-
schen mit gesundem Selbstwert-
gefühl erziehen. „Am liebsten
würde ich jedem Kind eine kleine
Eigentumswohnung kaufen, die
sich durch die Mieteinnahmen
selbst finanzieren“, sagt sie,
„dann wären die Kinder später
unabhängiger.“

Um ihre eigene Zukunft macht sie


sich keine Sorgen: „Ich bleibe
Hausfrau, gehe in den alten Beruf
zurück oder mache einen Mit dem Bauern im Kornfeld: Claudine Briotet aus Frankreich (links)
Studienabschluss, um dann und Luisa Fernandes Lohse aus Portugal

TIPP 1/2001 29
S 28-33 Machm.tag korr. 2 14.12.2000 15:09 Uhr Seite 30

Eman Ali Khalaf Ich empfand die Arbeit als sehr


aus Ägypten
(links) mit der hart. Deshalb kann ich verstehen,
Tochter der warum die Mittagspause mit
„Lollipop“-Inha- 2 Stunden relativ lang ist.
berin und ihrem
„neuen alten“
Kinderwagen, Für mich war diese Art von Ge-
den sie aus
zweiter Hand schäft völlig neu: Eltern geben
erwarb und den einwandfreie aber gebrauchte
sie nach Ware, die sie nicht mehr brau-
Gebrauch in
Deutschland chen, dem Geschäft in Kommis-
weiterverkaufen sion. Das heißt, sie bekommen
wird
erst Geld, wenn die Ware verkauft
ist (was in 80 Prozent der Fälle
gelingt). Nicht verkaufte Ware
wird nach einiger Zeit wieder ab-
geholt oder an Privatpersonen
oder Institutionen wie zum Bei-
spiel Waisenhäuser verschenkt.
Das Geschäft bietet sogar einen
Liefer- und Abholdienst an.

Ich finde diese Geschäftsidee


wunderbar. Schließlich wachsen
Kinder viel zu schnell aus ihren
Anziehsachen heraus und sie in-
teressieren sich nach kurzer Zeit
nicht mehr für ihr Spielzeug.

Auch ich habe vom „Lollipop“-


Angebot profitiert. Mein Mann
land – heute und früher. Der Jugendliche kaufen kann: kam mit unserer einjährigen
Landwirt erzählte uns, dass er Kleidung, Spielzeug, Kinderwa- Tochter für ein paar Wochen nach
von seinem Großvater als Kind gen und vieles andere mehr. Deutschland und ich habe des-
einmal 50 Pfennig als Belohnung „Aus zweiter Hand“ nennt man halb einen (billigen) gebrauchten
bekam, weil er während der das auf Deutsch und ich war Kinderwagen dort gekauft (siehe
Mahlzeit nichts getrunken hatte. erstaunt, wie viele wohlhabende Foto oben). So brauchte mein
Das galt damals nämlich als Leute dort kaufen. Mann unseren Kinderwagen
schlechtes Benehmen. nicht aus Ägypten mitzubringen.
Das Geschäft heißt „Lollipop“ Vor der Abreise geben wir den
Luisa Fernandes Lohse, und ich fand es riesig: „Zweitkinderwagen“ bei „Lollipop“
Arruda dos Vinhos, Portugal; 320 Quadratmeter Verkaufs- einfach wieder in Kommisson.
Claudine Briotet, Laxou, fläche (einschließlich Spielecke
Frankreich und Wickelraum) und 9 Mitarbei- Eman Ali Khalaf, Kairo, Ägypten
terinnen, darunter die Inhaberin,
Im Gebrauchtwaren-Laden ihre Mutter und deren Tochter. Arbeitslos

Ich verbrachte meinen „Mitmach- „Lollipop“ ist montags bis frei- Ein Treffen mit einem Kölner, der
tag“ in einem Geschäft, wo man tags von 10 bis 13 Uhr und von arbeitslos ist? Der Gedanke be-
gebrauchte Artikel für Babys, 15 bis 18 Uhr geöffnet sowie schäftigt mich lange vorher. Aber
Schwangere, Kinder und samstags von 10 bis 14 Uhr. als ich meinen Partner kennen

30 TIPP 1/2001
S 28-33 Machm.tag korr. 2 14.12.2000 15:09 Uhr Seite 31

lerne, fällt mir ein Stein vom Her- Es liegt in der 5. Etage einer ehe- Bei den Wandergesellen
zen. Er ist sehr sympathisch, auf- maligen Schokoladenfabrik.
geschlossen und kontaktfreudig. Das Gebäude wurde zu einem Gemeinsam mit meiner deut-
Er wohnt in einer sehr geräumi- der größten Bürgerhäuser und schen Partnerin Katja fahre ich
gen und gemütlichen Wohnung Begegnungszentren des Bun- mit der Straßenbahn zu einem
nicht weit vom Stadtzentrum deslandes Nordrhein-Westfalen. Bauernhof. Es ist die Herberge
entfernt. Seit knapp einem Jahr Die Freizeit- und Kulturangebote von 40 jungen Handwerkern im
ist der Textiltechniker arbeitslos. umfassen u.a. „Sport/Bewe- Alter von 18 bis 24 Jahren, Dach-
Seine Firma hat die Zahl der Mit- gung“, „Malen/Zeichnen“, decker, Konditoren, Schuh-
arbeiter reduziert. Jetzt sucht er „Foto/Holz“ und richten sich vor macher, Bäcker, Tischler usw.
eine neue Stelle. allem an Kinder, Jugendliche,
Frauen und Senioren. Alle kommen aus Frankreich und
Zwar bekommt er Arbeitslosen- Junge und unbekannte Künstler verbringen über die deutsch-
geld – rund 60 Prozent seines bekommen hier regelmäßig Gele- französische Wandergesellen-
letzten Nettolohnes – „aber“, so genheit, ihre Werke auszustellen. vereinigung einige Zeit im Nach-
sagt er, „das reicht hinten und barland. Sie bilden sich hier
vorne nicht!“ Sein Auto musste er Karin Euler-Schulze hat im beruflich weiter, d.h. sie arbeiten
aus finanziellen Gründen ab- Rahmen von Seminaren häufig tagsüber in deutschen Betrieben
schaffen. Gott sei Dank hat seine mit Kindern und Jugendlichen ihres jeweiligen Metiers.
Frau eine Arbeit. So wurde er un- gearbeitet, die sie „sehr kreativ“
freiwillig zum „Hausmann“. findet. Sie selbst stellt am liebs- Katja kümmert sich einerseits in
ten Skulpturen her, zum Beispiel einem Büro um Organisatori-
Heute gehen wir gemeinsam aus Ton oder aus Bronze – Tiere, sches; andererseits unterrichtet
zum Arbeitsamt, das nicht nur Menschenbilder oder plastische sie die jungen Männer auch in
das Arbeitslosengeld überweist, Gestalten, die manchmal ziem- deutscher Sprache. In der Regel
sondern auch bei der Stellen- lich Furcht erregend wirken. beherrschen sie diese nämlich
suche behilflich ist. In einem nicht, so dass nach einem Inten-
großen Raum zum Beispiel kann Dönüs Karabagli, Ankara, Türkei sivkurs 3-mal wöchentlich
jeder Arbeitslose am Computer
nach offenen Stellen suchen. Ich
finde diesen Besuch sehr interes-
sant, denn welcher Tourist darf
schon in ein deutsches Arbeits-
amt und bekommt dann auch
noch alles genau erklärt?

Alles hier ist sehr sauber und


– typisch deutsch! – perfekt
organisiert: Zum Beispiel zieht
am Eingang jeder eine Nummer,
damit sich keiner vordrängeln
kann.

Viktor Murzin, Gurzuf, Ukraine

Bei einer Künstlerin

Ich habe einen Tag im Büro und


im Atelier der Kölner Künstlerin Dönüs Karabagli aus der Türkei (links) neben einer Skulptur der Kölner Künsterin
Karin Euler-Schulze verbracht. Karin Euler-Schulze (rechts)

TIPP 1/2001 31
S 28-33 Machm.tag korr. 2 14.12.2000 15:09 Uhr Seite 32

abends Sprachunterricht auf Eine der stellvertretende Direktorin. Mor-


beiden Seminar-
dem Programm steht. leiterinnen: gens sichtet sie erst einmal die
Susanne Post.Immer wieder kommen An-
Überall in der Herberge stehen Oberdrever- fragen aus aller Welt, die nach
mann
Handwerksstücke herum, die von mehr oder weniger aufwendigen
Wandergesellen während ihrer Recherchen im Archiv beant-
Zeit in Köln angefertigt wurden wortet werden können.
– Möbel, Tische, Schränke,
Stühle … Einige sind richtige Viermal im Jahr organisiert Frau
Meisterstücke und sicher das Dr. Müller eine Ausstellung und
Resultat unzähliger Arbeits- sie plant und beantragt Projekte,
stunden. bei denen die Bestände des Hau-
Im Theatermuseum ses (was für ein nüchternes Wort
Die Vereinigung selbst wurde für diese Schätze!) aufgearbeitet
1943 gegründet und ist ziemlich Ich habe einen Tag im Theater- und katalogisiert werden. Selbst
konservativ. So darf bis heute museum Schloss Wahn verbracht, um die Finanzierung muss sie
keine Frau Mitglied werden, auch das eigentlich kein Museum, sich kümmern, wobei die Univer-
wenn die Diskussion darüber an- sondern ein Archiv ist. Es handelt sität, die Deutsche Forschungs-
hält. Wandergesellen müssen im sich nämlich nicht um eine stän- gemeinschaft und Sponsoren
übrigen ihren Beruf lieben, bereit dige Ausstellung, sondern um die wichtige Rollen spielen.
sein, in einer Gemeinschaft zu Sammlung des Instituts für Thea-
leben und sie dürfen nicht egois- ter-, Film- und Fernsehwissen- Zu ihren Aufgaben gehören auch
tisch sein. schaften der Universität Köln. Personalangelegenheiten (bis zu
Dr. Hedwig Müller, meine 14 studentische Hilfskräfte sind
Paola Bonelli, Mantova, Italien Ansprechpartnerin, ist hier die zu betreuen) und Verwaltungs-
arbeiten (Materialeinkäufe sind
zu tätigen). An der Universität
führt sie als Akademische Rätin
Seminare durch und sie berät
Studenten beim Studium der
Theater-, Film- und Fernseh-
wissenschaften.

Ein weites Aufgabenfeld für


eine Wissenschaftlerin, die
eigentlich Tanzhistorikerin ist!

Alexandra Stamatopoulou-
Bonnic, Sliema, Malta

Am Goethe-Institut

Ich habe eine Deutschlehrerin


des Goethe-Instituts Düsseldorf
bei ihrer Tätigkeit als Dozentin
begleitet.

Sie wohnt in Köln, deshalb


Dr. Hedwig Müller (rechts) erklärt Alexandra Stamatopoulou-Bonnic aus Malta (links) braucht sie etwa eine Stunde für
eine Maske aus dem Fundus des Theatermuseums Schloss Wahn die Fahrt zu ihrem Arbeitsplatz

32 TIPP 1/2001
S 28-33 Machm.tag korr. 2 14.12.2000 15:09 Uhr Seite 33

Virginia Powell
aus den USA
(rechts) sah bei
der Restaurie-
rung eines
Kruzifixes aus
dem 14. Jahr-
hundert zu. Sie
war von seinem
relativ guten
Zustand sehr
beeindruckt.

direkt am Düsseldorfer Haupt- mer viel in Gruppen. In zahlrei- neben einer ehemaligen Fabrik.
bahnhof. In ihrem Unterricht mit chen Diskussionen sprechen sie Die Spezialisierung der Firma:
Teilnehmerinnen und Teilnehmern oft und vor allem frei. die Konservierung und Restaurie-
aus vielen Ländern legt sie rung von Gemälden, Skulpturen,
großen Wert darauf, kulturelle Auch ich möchte in Asien künftig Möbeln und Holzobjekten. Neben
Unterschiede zu thematisieren. so schülerorientiert wie am privaten Auftraggebern nimmt
Goethe-Institut in Düsseldorf auch die Kirche ihre Dienste in
Wir sprachen zum Beispiel darü- unterrichten – denn das macht Anspuch.
ber, dass man in Europa mit viel allen einfach mehr Spaß!
Gestik und Mimik spricht. Das ist So kam es zu einer Restaurie-
in Asien sehr ungewöhnlich, denn Keiko Aso, Ibakari, Japan rungsarbeit an einem Restkruzifix
das wirkt bei uns sehr aggressiv. aus dem 14. Jahrhundert, von
Ebenfalls sehr ungewöhnlich ist Bei den Restauratoren denen es in Köln nur noch wenige
es in Asien, sich in der Öffentlich- gibt. Ich fand die liebevolle Mühe,
keit die Nase zu schnäuzen. Nach einem Studium im Fach- mit der die Restauratorin an die
Als ich das in Deutschland zum bereich Konservierung und Arbeit ging, faszinierend. Die
ersten Mal gesehen habe, war ich Restaurierung von Kunst hat sich Jesusfigur auf dem Kreuz war im
sehr erstaunt. In Asien spuckt meine Mitmachtag-Partnerin mit übrigen unheimlich realistisch.
man dagegen immer, zum Bei- einer Kollegin und zwei Kollegen So konnte man zum Beispiel eine
spiel wenn man Suppe isst – in zu einem gemeinsamen Unter- „Wirbelsäule“ ertasten, die kaum
Europa ein absolutes Tabu. nehmen zusammengeschlossen. sichtbar war.
Es hat seine Geschäftsräume und
Damit der Unterricht nicht lang- Ateliers im rechtsrheinischen Virginia Powell,
weilig wird, arbeiten die Teilneh- Köln und liegt etwas versteckt Holden/Massachusetts, USA

TIPP 1/2001 33
S 34-35 Jugendsprache korr. 2 14.12.2000 15:13 Uhr Seite 34

LANDESKUNDE SPEZIAL

freu, grins, seufz


Von der Comic-Sprache
zum Internet-Slang: DrŠngel, schubs!
Sprachwissenschaftler
Jannis K. Androutsopoulos
über die Entwicklung des
„Schluchz! Wir werden uns vier
Gebrauchs von Verb- Wochen lang nicht sehen!“
stämmen in der Kommuni- „Gähn! War das langweilig!“
kation Jugendlicher „Schön, dich wieder zu sehen! mittlerweile sogar die Duden-
Freu!“ Grammatik darauf hin, dass ver-
kürzte Verbformen in der Jugend-
Diese Äußerungen stammen mit sprache als Ausrufe verwendet
Sicherheit von Jugendlichen. werden.
Kein Erwachsener spricht so.
Schluchz, gähn und freu sind Vier Verwendungsarten
Verbstämme, die „frei“, das heißt
ohne Endung, verwendet wer- Freie Verbstämme sind über
den. Linguisten nennen sie Comics in die gesprochene
„Inflektive“, weil sie keine Jugendsprache gelangt.
Flexion (Beugung) Vor 50 Jahren begann man damit,
tragen. Sie stehen in Micky Maus und andere amerika-
der Art eines Aus- nische Comics ins Deutsche zu
rufs am Satz- übersetzen. Verbstämme gaben
GŠhn, ist das anfang oder
-ende. Dabei
manche englische Lautwörter
wieder. Diese Praxis wurde auf
langweilig! behalten sie die
normale, wörtli-
andere Comics wie zum Beispiel
„Asterix“ übertragen. Inzwischen
che oder übertra- ist sie Bestandteil typischer
gene Bedeutung Comic-Sprache.
des Verbs in der All-
tagssprache: Schluchz Lautwörter wie peng oder bumm
bedeutet „ich bin verzweifelt“, und Verbstämme wie knall, kratz
gähn bedeutet „Ich finde das zum oder schluck haben die Aufgabe,
Gähnen“, freu bedeutet „ich freue Geräusche wiederzugeben, um
mich“. die visuelle Comic-Welt zu bele-
ben. Der Sprachwissenschaftler
Obwohl dieser Sprachgebrauch Helmut Henne hat vor 25 Jahren
unter Jugendlichen seit 30 Jah- festgestellt, dass in einem einzi-
ren weit verbreitet ist, kommt er gen Asterix-Band 78 verschiede-
in keinem Deutsch-als-Fremd- ne Lautwörter und Verbstämme
sprache-Buch vor. Dabei weist vorkommen. Durch Schüler-
Befragungen hat er einen
Zusammenhang zwischen
Comic-Lektüre und Sprachge-
brauch festgestellt:

34 TIPP 1/2001
S 34-35 Jugendsprache korr. 2 14.12.2000 15:13 Uhr Seite 35

Comic-Leser benutzen im Durch- Glatteis ist es schön glitsch (das denkt, dass er sich zum Beispiel
schnitt mehr Lautwörter. Von den heißt: es ist ziemlich glitschig). freut, dass er grinst oder dass
Comics fanden Verbstämme er seufzt.
ihren Weg in die gesprochene 4. Verbstämme dienen als Kom-
! und geschriebene Kommunika-
tion Jugendlicher. Man unter-
mentar. Dabei soll der Verb-
stamm eine positive oder
Neben diesen einfachen Verb-
stämmen sind in der Chat-
scheidet 4 verschiedene negative Einstellung des Spre- Kommunikation auch neue
Verwendungsarten: chers zum Ausdruck bringen. Formen entstanden: Verb-
Beispiele: „Gähn, ist das lang- stämme, die mit Ergänzungen
1. Die Beschreibung von Hand- weilig!“ und „Laber, laber!“ einen ganzen Satz ersetzen.
lungen. Beispiel: Ein Student (Alles nur Geschwätz). Beispiel: *ganzliebguck*
erzählt über die vollen Seminar- bedeutet, der Chatter
räume an der Uni: „… und ich Vom Comic zum Internet guckt gerade ganz lieb.
drängel, schubs“ anstatt „… und
ich drängele und schubse.“ Seit rund 10 Jahren finden
Verbstämme in Chats neue
2. Der Verbstamm beschreibt Verwendung. Junge Chat-
eine Handlung oder einen ter suchen ständig Mög-
Zustand und begleitet dabei ein lichkeiten, um den feh-
Vollverb. Beispiele: „Ich habe lenden Sichtkontakt
total geschwitzt in meinem
dicken Pulli, schwitz!“ und
auszugleichen. Verb-
stämme eignen sich
Laber, laber!
„Brüll, haben wir gelacht!“ hervorragend dafür, Ge-
Die vollständigen Verben fühlslagen und Handlun-
geschwitzt und gelacht drücken gen zum Ausdruck zu brin-
hier den eigentlichen Inhalt aus. gen. In Chats kommen Verb-
Die Verbstämme schwitz am stämme wie *freu*, *grins* oder
Satzende und brüll am Satz- *seufz* recht häufig vor. Auch in Sprachliche Ökonomie
anfang verstärken nur den Effekt. E-Mails wimmelt es davon. Sie
stehen meist zwischen den Wie ist diese „Karriere“ von Verb-
3. Die Verbstämme geben einen typischen Sternchen, die die stämmen zu erklären?
Laut oder ein Ereignis wieder. Funktion dieser Wörter deutlich Ihr wichtigster Vorteil ist sicher
Eine Glocke macht bimm bamm machen: Sie geben an, was der die sprachliche Ökonomie:
(von bimmeln und bammeln); bei Chatter gerade macht oder Verbstämme verkürzen den
sprachlichen Ausdruck und sind
daher nützlich, um etwas schnell
zu erzählen oder beim rasenden
Tempo der Chat-Kommunikation
mitzuhalten. Außerdem machen
sie Erzählungen lebendiger und
witziger und sie bringen Gefühle
BrŸll, haben wir und Empfindungen besser zum
Ausdruck. Sie sind „das Gegen-

gelacht! teil einer sprachlich durch-


formulierten Welt“ (Helmut Henn
in „Jugend und ihre Sprache“,
1986), der Jugendliche gerne
eigene Formen entgegensetzen.

TIPP 1/2001 35
S 36-37 Internet korr. 2 14.12.2000 15:18 Uhr Seite 36

INTERNET

Illustrationen: ofczarek!
Online gibt’s mehr
Die Internet-Adresse Externe Links Bei dem umfangreichen Themen-
www.juma.de bietet angebot von JUMA können wir
Wer das Internet kennt, weiß, solche „toten Links“ schon mal
viele Ergänzungen zu dass hier eine Vielzahl von übersehen.
JUMA und TIPP, die über Materialien zur Verfügung stehen.
die Hefte weit Doch wer macht sich die Mühe, Vielleicht machen Sie in diesem
allen Hinweisen nachzugehen? Fall ja aus der Not eine Tugend:
hinausgehen. Monat für
Eine zeitraubende Arbeit! Wenn Lassen Sie Ihre Schüler neue
Monat erfolgen über Sie Zusatzinformationen zu sinnvolle Links für JUMA suchen!
10 000 Zugriffe darauf. JUMA-Artikeln suchen, haben Gerne belohnen wir solche
Chefredakteur Christian Sie Glück: Wir haben Ihnen diese Einsendungen mit einem Über-
Arbeit bereits abgenommen. raschungspaket als Dankeschön.
Vogeler über ein Internet-
Angebot, das sich welt- Dazu brauchen Sie nur das ent- Weitere Links beziehen sich zwar
weit großer Beliebtheit sprechende Thema als html- nicht unmittelbar auf JUMA, sind
bei Schülern und Lehrern Dokument zu öffnen. Die exter- aber dennoch eine wertvolle Hilfe
nen Links sind in den Text ein- für den Deutschunterricht, z.B.
erfreut. die Links, mit denen Sie und Ihre
gearbeitet und durch eine Unter-
streichung Schüler eine virtuelle Reise an
markiert. den Ort einer JUMA-Reportage
Von hier planen können:
kommen Sie
beispiels- • Die Datenbank der Bahn, mit
weise zu deren Hilfe Sie Zugverbindungen
einem städtischen Busunter- innerhalb Deutschlands finden
nehmen im Ruhrgebiet, zu einer können (www.bahn.de)
Sounddatei eines deutschen • Ein Routenfinder, der Ihnen
Sängers oder zu der WebCam sagt, welche Straßen Sie von A
mit Livebildern von der Berliner nach B führen (www.web.de)
Gedächtniskirche. • Eine Flugdatenbank, auf der Sie
alle Flüge weltweit von und nach
50 solcher Links und mehr sind Deutschland finden (www.
es bei einzelnen Heften. Nun ist flugboerse.de)
es in unserer schnelllebigen Zeit
kein Wunder, wenn einige Home- Diese und andere Links aktua-
pages wieder verschwinden und lisieren wir ständig oder tauschen
Links nicht mehr funktionieren. sie gegen neue aus. Ein regel-
mäßiger Besuch im „Lehrerzim-
mer“ über die JUMA-Homepage
lohnt sich jederzeit!

36 TIPP 1/2001
S 36-37 Internet korr. 2 14.12.2000 15:18 Uhr Seite 37

Beliebt ist bei vielen testen. Ganz glück- helfen Ihren Schülern bei der
Lehrern auch ein lich sind wir aller- Suche (siehe TIPP 2/2000,
Formular auf der dings nicht damit. Seiten 19–22).
Homepage des Manchmal haben wir
Goethe-Instituts nämlich den Ein- Die Chance auf einen Gewinn ist
(www. goethe.de druck, dass Deutsch- bei der derzeitigen Beteiligung
/z/50/uebungen/ stunden mit dem groß – also beeilen Sie sich! Im
deindex.htm). Damit Internet nach folgen- Moment ist attraktive deutsche
können Sie online Arbeitsblätter dem Muster funktionieren: Software in der Verlosung.
für den Deutschunterricht her- Der Lehrer leitet die Schüler auf
stellen. Die JUMA-html-Texte das Postformular und gibt ihnen Mailings
brauchen Sie dafür nur aus dem den Auftrag ihre Daten einzu-
Internet zu kopieren und dort ein- geben. Dies geschieht dann Viele Lehrer nehmen bereits
zusetzen. Eine weitere Möglich- leider oftmals unkontrolliert. unser Angebot wahr, den E-Mail-
keit: Sie kopieren sich die Texte in Ergebnis: eine Menge Rundbrief der Re-
Ihr eigenes Textverarbeitungs- „Müll“ über- daktion zu be-
programm und erstellen Ihre schwemmt unseren ziehen. Hier infor-
eigenen kreativen Arbeitsblätter. Briefkasten. Mails mit mieren wir Sie über
Zeigen Sie uns das Ergebnis? fehlenden E-Mail- Neues aus der
Adressen, unvoll- JUMA-Redaktion,
(Die Tastenbefehle am PC, mit ständigen Angaben oder nicht über interessante Links und über
denen Sie in dem Programm ernst gemeinten Mitteilungen die zukünftigen Planungen. Wenn
Word Texte kopieren und anders- werden von uns natürlich nicht Sie dieser kostenlose Service
wo einsetzen können: Command veröffentlicht. Sie kosten uns interessiert, geben Sie uns bitte
A (Text markieren), Command C aber eine Menge Zeit, die wir per E-Mail Bescheid (redaktion
(Text kopieren), Command V gerne sinnvoller nutzen würden! @juma.de).
(Text einfügen.)
Gering ist leider die Beteiligung Internet im Heft
an den Wettbewerben unter der
Rubrik @-Mix. Auch hieraus In Zukunft hat unsere Arbeit im
Das Zusatzangebot können Sie jedoch eine Aufgabe Internet auch Auswirkungen auf
für den Deutschunterricht im das gedruckte Heft: Bei geeig-
Unter den JUMA-online- Computerraum entwickeln: neten Themen werden wir direkt
Angeboten sind die Brieffreund- Lassen Sie Ihre Schüler die Wett- im Artikel eine Liste mit Links
schaften nach wie vor am belieb- bewerbsaufgabe lösen! Wir veröffentlichen. Wir hoffen, dass
suchen z.B. deutschsprachige dieser Service noch mehr Schüler
Internet-Seiten für Jugendliche (und ihre Lehrer) auf deutsch-
– interessante Angebote von sprachige Internet-Seiten lockt!
Institutionen, private Homepages
etc. Deutschsprachige Internet-
Suchmaschinen und -Kataloge

TIPP 1/2001 37
S 38-39 ju bei uns 1 korr. 2 14.12.2000 15:24 Uhr Seite 38

JUMA BEI UNS

Manche Lehrerinnen
und Lehrer gestalten ihren
Deutschunterricht mit
JUMA anders als in TIPP
vorgeschlagen. Hier sind
einige ihrer Ideen.

Ausflug auf dem Eis Musikgymnasium Weimar Wer weiß …?


JUMA 2/2000, Seiten 2–3 JUMA 2/2000, Seiten 12–13 JUMA 3/2000, Seiten 8–13
TIPP 2/2000, Seiten 7–9 TIPP 3/2000, Seiten 4–7
Meine Schülerinnen und Schüler
haben versucht, zwischen den Ich habe fast alle Nomen des Ich habe die 4 Fotos der „jungen
Zeilen des JUMA-Artikels JUMA-Textes „Musikgymnasium Alten“ in TIPP fotokopiert, aus-
„Ausflug auf dem Eis“ zu lesen. Weimar“ auf ein Blatt geschrie- geschnitten und zusammen-
ben, für jeden Schüler foto- gefaltet.
Beispiele: kopiert und folgende Aufgabe
Vor den Ferien werden kaum gestellt: „Schreibt einen Text, in In der Klasse bekam jeder
noch Arbeiten in den Schulen dem möglichst viele dieser Schüler eins davon mit der Auf-
geschrieben. (= Die Schüler Wörter vorkommen!“ gabe es heimlich zu betrachten.
haben mehr Freizeit.) Dann falteten alle Schüler
Drinnen in der Halle spurten Einige Schüler haben alle Wörter ihre Fotos wieder zusammen.
die Jüngeren zu lautstarker verwendet. Damit kamen sie dem
Diskomusik. (= Man muss auf- JUMA-Text ziemlich nahe, wie ein In Gesprächen versuchten sie
passen, dass man mit nie- anschließender Vergleich gezeigt Partner zu finden, die das gleiche
mandem zusammenstößt.) hat. Foto hatten; dafür musste jeder
seinen „jungen Alten“ beschrei-
V. Tschernova, Ventspils, Lettland Gábor Lakos, Budapest, Ungarn ben. So entstanden in meiner
Klasse 5 Kleingruppen.

Bei einem Jede Gruppe schrieb nach der


Ausflug auf
dem Eis zeigt Lektüre des zu ihrem Foto pas-
so mancher senden JUMA-Textes (vor der
Unsicher-
heiten.
Stunde kopieren, damit die
Schüler nur diesen Textteil
kennen) 5 Gegenstände und Orte
auf, die zu ihrem „jungen Alten“
passen.

Beispiele:
Foto: Dieter Klein

eine Plastiktüte, eine Flasche,


ein Hut; ein Park, ein Bahnhof,
eine Fußgängerzone (Tobias,
der „40-jährige Obdachlose“)

38 TIPP 1/2001
S 38-39 ju bei uns 1 korr. 2 14.12.2000 15:24 Uhr Seite 39

Die anderen Gruppen mussten Von der Schulbank in den Möchtest du Mitglied einer
anhand dieser Gegenstände das Ratssessel politischen Partei werden?
ungefähre Alter, die Lebens- JUMA 3/2000, Seiten 20–24 (ja, nein)
umstände und möglichst den Be- TIPP 3/2000, Seiten 14–17
ruf der jeweiligen Person erraten. Die Schüler haben diesen Frage-
Die Schüler meiner 3. Klassen bogen in allen 3. Klassen verteilt,
Jozica Plesnik, Velenje, sind genauso alt wie die meisten anonym beantworten lassen und
Slowenien Mitglieder der Jugendpartei anschließend ausgewertet.
PETO. Deshalb war der JUMA-
Chatte mit mir Artikel „Von der Schulbank in den Zu den Ergebnissen gehörte u.a.,
JUMA 3/2000, Seiten 26–29 Ratssessel“ bei uns von beson- dass sich nur ein Drittel der
TIPP 3/2000, Seiten 32–33 derem Interesse. Befragten uneingeschränkt für
Politik interessiert und nur ein
Mein Unterrichtsvorschlag für Nach der Lektüre haben die Fünftel Mitglied einer politischen
den JUMA-Artikel „Chatte mit Schüler einer 3. Klasse einen Partei werden will.
mir“: die Schüler notieren in Fragebogen ausgearbeitet, auf
Einzel-, Partner- oder Gruppen- dem neben spezifischen Fragen Einige meiner Schülerinnen und
arbeit die Vor- und Nachteile zur Politik unseres Landes auch Schüler haben Daniel, dem Par-
verschiedener Kommunikations- allgemeine Fragen zur Politik teivorsitzenden von PETO, übri-
mittel wie Internet, Telefon- standen. gens einen Brief geschrieben
gespräche und Brief. (siehe Beispiel im Kasten unten).
Beispiele:
Anschließend üben sie den Interessierst du dich für Tatiana Steiningerová, Bojnice,
Gebrauch dieser Komunikations- Politik? (ja, manchmal, nein) Slowakei
mittel nach konkreten Vorgaben. Wer oder was beeinflusst
Beispiel: „Du bist umgezogen deine politischen Ansichten? JUMA/TIPP hat alle Briefe an
und gibst einem Freund ein ers- (Familie, Freunde, Schule, PETO weitergeleitet.
tes Lebenszeichen per E-Mail.“ Medien, sonstige) Die Redaktion

Julia Karolle, Troy/Mitchigan,


USA
Hallo Daniel!
Wer lernt, gewinnt
Ich heiße Eva, bin 17 Jahre alt und lebe in einer kleinen Stadt in der
JUMA 2/2000, Seiten 14–19 Slowakei. Wir haben gestern in der Deutschstunde einen JUMA-Artikel
über dich und deine Jugendpartei PETO gelesen, den ich sehr interessant
Wir haben einige Ausdrücke der fand. Ist es wahr, dass die Gründung nur eine Schnapsidee war? Ich fände
Jugendsprache im JUMA-Artikel es wirklich witzig, wenn PETO nur aus Langeweile entstand! Hast du denn
„Wer lernt, gewinnt“ gesucht. keine Hobbys?

Beispiele: Bei uns will keiner eine Partei gründen. Das hat eine Umfrage an unserer
alles paletti (= alles in Ord- Schule gezeigt. Alle sagen, sie wüssten nicht, was sie fordern sollten.
nung), checken (= kontrollie- Aber das war ja wohl auch euer Problem! Dafür ist euer Programm
ren oder begreifen). übrigens ziemlich gut: günstigere Bustickets für Jugendliche, bessere
Verkehrsverbindungen, die Einrichtung von Jugend-Treffs usw.
Die Schüler haben diese Aus- Habt ihr schon etwas davon erreicht?
drücke anschließend in Dialogen
Jedenfalls wünsche ich dir und deinen Parteifreunden viel Erfolg und
verwendet.
eiserne Nerven!

Jelena Jurkowa, Kineschma, Deine Eva


Twanover Gebiet, Russland

TIPP 1/2001 39
S 40-41 j. bei uns 2 korr. 2 14.12.2000 15:28 Uhr Seite 40

JUMA BEI UNS

JUMA und TIPP im Baltikum


In Otepää, Estland,
trafen sich Lehrerinnen
aus den 3 baltischen Talent ist nicht alles Variante:
Ländern Estland, Lett- Der Lehrer stoppt die Zeit. Der
land und Litauen auf Drei Unterrichtsvorschläge: schnellste Schüler gewinnt.
Einladung des Goethe-
1. Die Schüler bilden einen Kreis. 2. Jeder Schüler schreibt die
Instituts Riga, Lettland. Auf jedem Schülerrücken hängt Talente eines Mitschülers auf ei-
Bei einem JUMA/TIPP- ein Zettel, die der Lehrer vorbe- nen Zettel. Alle Zettel werden ein-
Seminar machten reitet hat. Darauf steht, was für gesammelt und vorgelesen.
ein Talent der Schüler hat, zum Sobald ein Schüler sich zu er-
sie dort Unterrichts-
Beispiel, dass er musikalisch ist. kennen glaubt, hebt er den Arm.
vorschläge zu den Kein Schüler darf wissen, was Der Verfasser des jeweiligen
JUMA-Artikeln auf seinem Zettel steht. Talente-Zettels muss die Richtig-
„Talent ist nicht alles“ keit bestätigen.
Einer beginnt. Er bewegt sich in
und „Muss das sein?“ 3. 3–5 Schüler spielen Job-
der Mitte des Kreises so, dass
in Heft 4/2000. alle Schüler den Zettel lesen kön- vermittler. Sie schreiben Stellen
nen und so sein Talent erfahren. (Berufe) an der Tafel aus, z.B.
Durch Mimik und Gestik versu- Deutschlehrer, Akrobat, Pilot.
chen sie es ihm mitzuteilen. Die Mitschüler bewerben sich
Sobald er es erraten hat, ist der nacheinander im persönlichen
nächste Schüler an der Reihe. Gespräch um eine der Stellen;
jeder erläutert, welche Talente er
dafür hat.

Muss das sein?

Zwei Unterrichtsvorschläge:

1. Wettbewerb: Wer findet in 15


Minuten die meisten Regeln für
gutes Benehmen und wer findet
in 15 Minuten die meisten Bei-
spiele für schlechtes Benehmen?

2. Jeweils 2–6 Schüler spielen


das „Leiter-Spiel“ mit Würfel und
Spielfiguren (siehe Spielplan auf
TIPP-Seite 41).
Foto: Jörg Unger

Variante:
Die Schüler zeichnen und
betexten einen eigenen Spiel-
plan des „Leiter-Spiels“ nach
Deutschlehrerinnen aus dem Baltikum in Otepää, Estland dem Muster auf TIPP-Seite 41.

40 TIPP 1/2001
MUSS DAS SEIN?/LEITER-SPIEL KOPIERVORLAGE

Du warst beim Du hast 2 Stunden


Familientreffen nicht lang telefoniert.
dabei.

ZIEL 22 21 20 19 18
S 40-41 j. bei uns 2 korr. 2

17 14 13 12
14.12.2000 15:28 Uhr

16 15
Seite 41

Du hast deiner
Mitschülerin

11 10 9 8 7 6
ein Kompliment
gemacht.

5 4
Du hast deiner
3 2 1 START
Oma im Garten
geholfen.

TIPP 1/2001
41
S 42-43 Europa korr. 2 14.12.2000 15:31 Uhr Seite 42

MACH MIT!

Ein Beispiel verlässt sich auf sein Schicksal.


für das ver-
einte Europa: Die meisten Bulgaren sind alt-
Konditorei- modisch. Sie können die Vorteile
Besitzerin einer gemeinsamen europäi-
Monika
Chrétien schen Zukunft nicht erkennen.
(2. von rechts) Ich wünsche mir, dass der Geist
verkauft
österreichi- Europas nach Bulgarien kommt,
schen Apfel- damit die Menschen wach
strudel in werden. Nur wir, die jungen
Frankreich.
Leute, können unser Vaterland
vorwärts bringen.

Fremdsprachengymnasium
Christo Botev, Kardshali,
Bulgarien

Europäisches Haus

Auf der Suche nach Europa In Europa gibt es viele Länder,


die sich voneinander unterschei-
den. Trotzdem gehören alle zum
Was ist der „Geist von Eine europäische großen „Haus Europa“ und seine
Europa“? So lautete die Liebesgeschichte Bewohner bemühen sich, das
Leben darin so angenehm wie
Frage unseres großen Wir gehen in La Guerche zur möglich zu gestalten. Ein Teil
Europa-Wettbewerbs im Schule. Das ist eine Kleinstadt in von Russland gehört geografisch
JUMA 1/2000. Frankreich. Dort lebt das Ehepaar auch zu Europa, aber politisch
Chrétien. Sie ist Österreicherin, und wirtschaftlich gibt es leider
200 Medienpakete
er ist Franzose. Sie haben sich in noch große Unterschiede.
„Gute Noten für Europa“ Genf in der Schweiz kennen ge-
warteten auf ihre Gewinner. lernt. Er hat da als Konditor und Schule 1, Klasse 10, Ostrow,
Sie wurden inzwischen sie als Aupairmädchen gearbei- Pskower Region, Russland
verschickt. Zahlreiche tet. Jetzt sind sie verheiratet und
haben 2 Söhne. In den Regalen Reich an
Schulklassen und Lern- ihrer Konditorei findet man neben Sehenswürdigkeiten
gruppen aus vielen Ländern französischem Baguette auch
haben an unserem Wettbe- österreichischen Apfelstrudel. Moskau, die Hauptstadt Russ-
lands, ist für mich eine sehr
werb teilgenommen. Hier ist europäische Stadt. Sie ist reich
Collège Claude Debussy,
eine kleine Auswahl der La Guerche, Frankreich an Sehenswürdigkeiten und da-
eingesandten Beiträge. mit für Touristen sehr interessant:
„Ja!“ zu Europa Es gibt viele kleine Gassen mit
alten Häusern, schöne Kirchen
Die Freiheit ist das Wichtigste in mit großen Kuppeln, Klöster und
Europa. Wir als Bulgaren fühlen, Paläste, Denkmäler, Parks und
dass unser Weg nach Europa Grünanlagen – so wie in London,
sehr schwierig sein wird. Europa Paris und Berlin.
ist wach, aber wir schlafen immer
noch. Wir leben immer noch in Polina Kalinina, Klasse 10 D,
der Vergangenheit und jeder Wladimir, Russland

42 TIPP 1/2001
S 42-43 Europa korr. 2 14.12.2000 15:31 Uhr Seite 43

Ohne Worte …

Tolles
Essen!

Ich
liebe
Italien!

Lächeln!
Eine Tulpe Auch Meerjungfrauen
aus Amsterdam … müssen lächeln!

Wie soll
ich das ver-
stehen?

Klasse 4 A Erica, Eleonora, Giovanna, Daniela, Serena, ITCS Oscar Romero, Turin, Italien

TIPP 1/2001 43
S 44 Mach mit korr. 2 14.12.2000 15:35 Uhr Seite 44

MACH MIT!

Fleischlose Rezepte
Weltweit haben ganze Schulklassen Rezepte für vegetarische Gerichte aufgeschrieben und
an die Redaktion geschickt, nachdem das Thema in JUMA/TIP 1/2000 erschienen war.
Hier stehen 3 davon. Sie kommen von den Schülerinnen und Schülern der Klasse 2.G des
ITT „A. Gritti“ in Mestre, Italien, und der Klasse 3. A, B des Gymnasiums Ostrov, Tschechien.

Gefüllte Tomaten Kartoffelpuffer mit Käse Curry-Gemüse

Zutaten für 4 Personen: Zutaten für 4 Personen: Zutaten für 4 Personen:

8 große Tomaten 300 g Kartoffeln 600 g Tomaten


300 g Reis 50 g Hartkäse 2 Auberginen
Salz und Pfeffer 40 g Gries 3 Zucchini
Erbsen 1 Ei 3 Zwiebeln
1 Paprikaschote Paniermehl 4 Karotten
1/2 Zwiebel Öl 2 Selleriestangen
Sojakäse 80 g Mais
Olivenöl Geschälte, gekochte, kalte Curry, Olivenöl
Petersilie Kartoffeln fein reiben, in einer 1 Knoblauchzehe
Schüssel mit geriebenem Hart- 3 Blätter Basilikum
Zubereitungszeit: käse vermischen, ein Ei hinzu- 12 schwarze Oliven
ungefähr 90 Minuten geben, mit Gries andicken, Salz, Pfeffer
salzen. Aus dem Teig kleine
1. Den Reis im Salzwasser Puffer rollen, mit Paniermehl Zubereitungszeit: ca. 100 Minuten
10 Minuten garen panieren und von beiden Seiten
2. Die Erbsen mit Zwiebeln in Fett braten. Mit Gemüse Das Gemüse waschen und trock-
und Petersilie in Olivenöl und/oder einer Soße servieren. nen. Auberginen und Zucchini
braten schneiden. Die Zwiebeln schälen
3. Die Tomaten waschen und wie die Sellerie und die Ka-
und halbieren rotten klein hacken; mit 4 Löffeln
4. Die Tomaten aushöhlen Olivenöl und der zerstückelten
5. Den Reis mit Olivenöl Knoblauchzehe anbraten. Nach
beträufeln ca. 10 Minuten die Auberginen
6. Den Sojakäse, die halbe und Zucchini hinzufügen.
Zwiebel und die Paprika- Tomaten kochen, enthäuten,
schote in kleine Stücke zerschneiden und ebenfalls
hacken … beifügen. Mit 2 Löffeln Curry,
7. … und mit dem Tomaten- Basilikum, Salz und Pfeffer
fleisch, mit dem Reis würzen. Kochen, dann den Mais
und mit den Erbsen und die Oliven hinzufügen. Nach
vermischen 10 Minuten vom Herd nehmen,
8. Die Tomatenhälften etwas abkühlen lassen, ggf. mit
damit füllen Reis servieren.
9. Olivenöl darüber träufeln und
Abkürzungen:
mit Pfeffer und Salz würzen g = Gramm
10. Die gefüllten Tomaten ca. = circa
kalt servieren Kostprobe in Tschechien ggf. = gegebenenfalls

44 TIPP 1/2001
S 45 Vorschau korr. 2 14.12.2000 15:37 Uhr Seite 45

VORSCHAU

Einige Themen in Heft 2/2001

Das Vergangene sichtbar machen


– gegen das Vergessen. Darum ging
es einer Gruppe Architektur-
studenten, die zerstörte deutsche

Grafik: TU Darmstadt
Synagogen virtuell rekonstruierte.

Zeige mir deine Schlüssel und ich sage dir,


wer du bist ... Man erfährt eine ganze
Menge über einen Menschen, wenn man
sich dessen Schlüsselbund anguckt.
Foto: Martin Egbert

Nirgendwo in
Deutschland
Der Griff zu Lippenstift und Rouge ist für manche leben mehr japa-
Mädchen ein Muss. Andere wiederum benutzen nische Familien
überhaupt keinen oder nur sehr wenig Lippenstift. als in Düsseldorf.
JUMA hat Mädchen nach ihren Schminkgewohn- Die Kinder er-
heiten gefragt. leben zwei völlig
Foto: Hacky Hagemeyer

unterschiedliche
Kulturkreise. Wie
gehen sie damit
um? Wir haben
nachgefragt.
Foto: Dieter Klein

TIPP 1/2001 45
S 46-47 Leserbriefe korr. 2 14.12.2000 15:41 Uhr Seite 46

LESERBRIEFE

An die die in „harmonischen Klasse Brieffreund-


Brief-
Redaktion JUMA Familien aufwachsen“ schaft
freundschaften
sind nicht vor den Ge-
Frankfurter Straße 40 fahren der Sucht gefeit. Die JUMA-Rubrik „Brief-
D-51065 Köln Kamerun
Jugendliche sind einfach freundschaften“ sorgt
Angehende Deutsch-
E-Mail:tipp@juma.de neugierig und haben den nicht nur dafür, dass
lehrerin, 25, sucht
Wunsch etwas zu tun, Klassen in Kontakt
zum Erfahrungsaus-
was gegen jegliche treten. Nein, sie bringt
tausch Briefpartner
Aktuelles und Regeln verstößt und auch Lehrer zusammen!
und –partnerinnen
brisantes Thema ihnen ein Gefühl von Da ich schon seit ein
vor allem aus Schwe-
Zusammengehörigkeit paar Jahren Italienisch
den, Zimbabwe, Süd-
Es ist sehr zu begrüßen, in der Gruppe verschafft. lerne, hätte ich sehr
afrika und Namibia.
dass JUMA das Thema Da müssen wir ansetzen gerne einen Italiener
„Drogen“ in Heft 3/2000 und den Jugendlichen bzw. eine Italienerin als
Josiane Merline
wieder aufnimmt. Es hat mit aller Anstrengung, Brieffreund(in) gehabt.
Beutchom
nämlich an Aktualität Überzeugungskraft und Ich habe einfach mal im
Ecole Normale
und Brisanz nichts Fantasie helfen, mit der JUMA nachgeschaut,
Supérieure de
eingebüßt: Obwohl viele Wirklichkeit klarzukom- habe mir eine Schule aus
Yaounde
Institutionen die Ju- men und einen Platz im Italien ausgesucht und
BP 47 Yaounde
gendlichen mit Informa- Leben zu finden. habe mich an das
tions- und Aufklärungs- Warum nicht mit „Ente, Lehrerkollegium mit der
Griechenland
material überschütten, Fisch und Spiegel- Bitte um Vermittlung
Deutschlehrer, 28,
hat sich ihr Verhalten in eiern“?! gewandt. Nach kurzer
sucht weltweit Kon-
Bezug auf Drogen kaum Zeit hat sich der Deutsch-
takte zu Kolleginnen
geändert. Auch „starke, Martina Khamphasith, lehrer gemeldet, dessen
und Kollegen.
selbstsichere“ Kinder, Vientiane, Laos Klasse im JUMA war …
Besondere Interes-
sen: Deutsch als
Trees Vanacker-Timper-
Fremdsprache,
CARTOON man, Heule, Belgien
Musik, Reisen, Kino,
Sport.
Einfache Sprache
Dieter Finkenberg
Uns überzeugt nicht nur
P.O. Box 41818
die Themenauswahl in
12135 Anthupolis-
JUMA und TIPP, son-
Athen
dern auch die Sprache:
Sie ist einfach, aber
keinesfalls primitiv. Großes Vergnügen
Sprachanfänger werden
durch die Verständlich- Unsere Lehrbücher sind
keit der Texte zum nicht sehr interessant
Lernen motiviert; Fort- und wenig informativ.
geschrittene brauchen JUMA lesen meine
meist kein Wörterbuch. Schülerinnen und
© Dirk Vercampt, Belgien

Dadurch wird die Arbeit Schüler dagegen mit


schneller und effektiver. großem Vergnügen;
sie informieren sich gern
Eliska Pilatova, Dana darin über das Leben
Dvorakova,Tschechien Gleichaltriger in

46 TIPP 1/2001
S 46-47 Leserbriefe korr. 2 14.12.2000 15:41 Uhr Seite 47

Deutschland. TIPP
ermöglicht mir zudem,
die Artikel spielerisch Hans Christian Online gibt’s mehr

r
atu
und kommunikativ im Andersen TIPP-Seiten 36–37

er
Unterricht zu bearbeiten, Märchen

Lit
zum Beispiel das Thema Dressler-Verlag Ralf Wimmers
„Abhängen“ in Heft Poppenbütteler Lehrer-Kursbuch
2/2000. Chaussee 53 Internet
22397 Hamburg
Marina Charitonowa, Cornelsen Verlag
Murom, Russland Das hässliche Entlein Mecklenburgische
Bücherkauf im Nord-Süd-Verlag Straße 53
Ordnung nach Themen Internet: Poppenbütteler D-14197 Berlin
www.amazon.de Chaussee 53 www.cornelsen.de
Wir bearbeiten viele www.buecher.de 22397 Hamburg
JUMA-Themen wie in Andreas Klaner
TIPP vorgeschlagen. Drang nach Freiheit Des Kaisers neue Lernen online
Sie erweitern und vertie- Ofczarek’s Mick Kleider – Weiterbildung im
fen die Deutschkennt- JUMA-Seiten 23–26 Verlag Sauerländer Internet
nisse unserer Schüler. TIPP-Seiten 22–26 Postfach 630247 Langenscheidt Verlag
Ältere Artikel schneiden 60352 Frankfurt/Main Postfch 401120
wir übrigens aus, ordnen Bernhard Ofczarek www.sauerlaender.ch D-80807 München
sie thematisch und Mick www.langenscheidt.de
lassen die Schüler Dürr + Kessler Verlag Adam Mickiewicz
passende Überschriften Haidplatz 2 Dichtung und Prosa Lernen und lehren
suchen. D-93047 Regensburg Suhrkamp Verlag mit Internet
www.wolfverlag.de Lindenstr. 29-35 Verlag Sauerländer
N. Baranowa, 60325 Frankfurt Postfach 570
O. Wolkowa, S. Gusewa, Moment mal! www.suhrkamp.de CH-5001 Aarau
Wladimir, Russland Jahrhundertwörter www.lernwelten.ch
an der Wand Dante Alighieri
Gelungene JUMA-Seite 7 Dantes Göttliche Keine Gefahr – Poesie
Deutschstunden TIPP-Seite 27 Komödie JUMA-Seite 48
6 Bände
Wir haben die Unter- Dudenredaktion (Hg.) Deutscher Literaturhaus (Hg.)
richtsvorschläge zu den Duden – Die Taschenbuch Verlag Poesie in die Stadt
Themen „Klassik, deutsche Recht- Friedrichstraße 1a DuMont Buchverlag
Comics und Computer“, schreibung 80801 München Postfach 101045
„Ein Dorf voller Bücher“ Dudenverlag www.dtv.de D-50450 Köln
und „Wer war Goethe?“ Dudenstraße 6 www.dumontverlag.de
ausprobiert (siehe D-68167 Mannheim Mihai Eminescu
JUMA/TIPP 4/99). Diese www.duden.de Der Abendstern Die Buchpreise unter-
Deutschstunden haben Dieterich’sche scheiden sich von
mir und den Schülern Wer ist der „Goethe Verlagsbuchhandlung Land zu Land.
gleichermaßen gut deines Landes“? Beuthener Str. 17 Informationen darüber,
gefallen! JUMA-Seite 43 55131 Mainz Bezugsquellen sowie
www.dvb-mainz.de weitere Angebote gibt
Valentina Filatowa, Einige auf Deutsch es über die jeweilige
Tomsk, Russland lieferbare Titel: Verlagsadresse.

TIPP 1/2001 47
S 48 rücks. z. Bel. 14.12.2000 15:44 Uhr Seite 48

Keiki Aso, 30, Viktor Murzin, 50, Paola Bonelli, 38,


Deutschlehrerin in Ibaraki, Deutschlehrer in Gurzuf, Deutschlehrerin in Mantova,
Japan Ukraine Italien

Dönüs Karabagli, 44, Eman Ali Khalaf, 30, Luisa Fernandes Lohse, 40,
Deutschlehrerin in Ankara, Deutschlehrerin in Kairo, Deutschlehrerin in
Türkei Ägypten Arruda dos Vinhos, Portugal

Zeichnungen: Cosima Schlinkheider

Nicole Muller, 50, Virginia Powell, 51, Alexandra Stamatopoulou-


Deutschlehrerin in Deutschlehrerin in Bonnic, 36, Deutschlehrerin
Ballainvilliers, Frankreich Holden/Massachusetts, USA in Sliema, Malta

… berichten in diesem Heft über ihre Erfahrungen


mit Deutschen in Deutschland
S 01 TIP TITEL 23.11.2001 9:21 Uhr Seite 1

LANDESKUNDE IM DEUTSCHUNTERRICHT

TIPP
Versuch
Schule im Verbund

Ruhrgebiet
Region im Wandel

Schulferien
Alle Termine 2002
www.juma.de

1/2002
E 0,75
S 02-3 Adressen 23.11.2001 9:25 Uhr Seite 2

ADRESSEN

Über folgende Berliner Bär für junge Leute“, „Enter- Schulsport im Abseits
Adressen gibt es JUMA-Seite 5 tainment, Kultur und Sport“ JUMA-Seiten 36–39
TIPP-Seiten 18–21
kostenloses www.buddy-bear.com Tour de Ruhr
Material zu aktuellen Emscherstraße 71 Deutsches Sport- und
JUMA-Themen Alles über die Bären-Aktion D-47137 Duisburg Olympiamuseum
in Berlin www.tour-de-ruhr.de Rheinauhafen 1
D-50678 Köln
Jeder Schlag ein Treffer Mit dem Roller Info-Material und Prospekte: www.sportmuseum-koeln.de
– fast! durchs Ruhrgebiet Reisen in das Ruhrgebiet
JUMA-Seiten 2–3 JUMA-Seiten 8–12 Flyer über das Museum
TIPP-Seiten 4–5 TIPP-Seiten 22–31 Zukunft mit Fragezeichen
JUMA-Seiten 14–17 Samstag Nacht: abgefah-
Deutscher Ruhrgebiet Touristik ren – nicht angekommen
Bahnengolfverband Service-Center Fremdenverkehrsverein JUMA-Seiten 40–42
Ellerweg 25 Königswall 21 Niederlausitzer Seen
D-55496 Simmern D-44137 Dortmund Markt 1 Deutsche Verkehrswacht
www.minigolfsport.de www.ruhrgebiettouristik.de D-01968 Senftenberg Am Pannacker 2
www.senftenberg.de D-53340 Meckenheim
Info-Broschüre über Bah- Infopakete „Reisekatalog www.dvw-ev.de
nengolf und ein Faltblatt: Ruhrgebiet“, „Route der Alles über das Feriengebiet
„Faszination Minigolf“ Industriekultur“, „Guide Niederlausitz Buch: Verkehrssicherheit

Schulferien 2002
Ostern Pfingsten Sommer Herbst Weihnachten
Baden-Württemberg 25.03.–05.04. 21.05.–31.05. 25.07.–07.09. 28.10.–30.10. 23.12.02–04.01.2003
Bayern 25.03.–06.04. 21.05.–01.06. 01.08.–16.09. 28.10.–02.11. 23.12.02–04.01.2003
Berlin 23.03.–06.04. 18.05.–21.05. 04.07.–17.08. 07.10.–19.10. 23.12.02–03.01.2003
Brandenburg 25.03.–05.04. 21.05.–22.05. 04.07.–17.08. 07.10.–19.10. 23.12.02–03.01.2003
Bremen 25.03.–13.04. – 20.06.–31.07. 30.09.–12.10. 23.12.02–07.01.2003
Hamburg 04.03.–16.03. 21.5.–25.5. 04.07.–14.08. 04.10.–19.10. 23.12.02–04.01.2003
Hessen 25.03.–05.04. – 27.06.–09.08. 30.09.–12.10. 23.12.02–10.01.2003
Mecklenburg–
Vorpommern 25.03.–03.04. 17.05.–21.05. 04.07.–14.08. 14.10.–19.10. 23.12.02–03.01.2003
Niedersachsen 25.03.–13.04. – 20.06.–31.07. 30.09.–12.10. 23.12.02–06.01.2003
Nordrhein Westfalen 25.03.–06.04. 21.05. 18.07.–31.08. 14.10.–26.10. 23.12.02–06.01.2003
Rheinland-Pfalz 21.03.–05.04. – 04.07.–16.08. 30.09.–11.10. 20.12.02–03.01.2003
Saarland 25.03.–10.04. – 27.06.–07.08. 04.10.–19.10. 23.12.02–06.01.2003
Sachsen 28.03.–05.04. 18.05.–21.05. 20.06.–31.07. 14.10.–26.10. 23.12.02–04.01.2003
Sachsen-Anhalt 02.04.–10.04. – 20.06.–31.07. 04.10.–11.10. 23.12.02–04.01.2003
Schleswig-Holstein 02.04.–15.04. – 04.07.–14.08. 14.10.–28.10. 23.12.02–06.01.2003
Thüringen 25.03.–06.04. 17.05.–21.05. 20.06.–31.07. 14.10.–26.10. 23.12.02–03.01.2003
Zusätzlich gibt es 2002 in einigen Bundesländern Winterferien: Bayern: 11.02., Berlin: 01.02.–09.02., Brandenburg: 04.02.–16.02.,Hamburg: 01.02., Mecklenburg-Vorpommern:
04.02.–15.02., Niedersachsen: 28.01.– 29.01., Sachsen: 11.02.–23.02., Sachsen-Anhalt: 11.02.–20.02., Thüringen: 04.02.–09.02. Alle Angaben ohne Gewähr

Impressum
Redaktionsadresse: Prof. Dr. Inge Schwerdtfeger, Ruhr-Universität TIPP ist das Lehrerbegleitheft zum Jugendmagazin
Redaktion JUMA, Bochum; korrespondierendes Mitglied: JUMA. Es erscheint viermal jährlich. Namentlich
Frankfurter Str. 40, D-51065 Köln Dr. Hans Simon-Pellanda, Goethe-Institut gezeichnete Beiträge geben nicht unbedingt die
Telefon: Deutschland + 221/962513–0 Inter Nationes München Meinung der Redaktion wieder.
Fax: Deutschland + 221/962513–4 oder -14 Litho: Für unverlangt eingesandte Texte und Bilder über-
Internet: www.juma.de R&S GmbH, Mönchengladbach nimmt der Verlag keine Gewähr. Der Nachdruck von
E-Mail: redaktion@juma.de Druck und Verlag: Texten ohne urheberrechtlichen Vermerk ist für
Verantwortlich: Christian Vogeler Tiefdruck Schwann-Bagel GmbH & Co KG Lehr- und Unterrichtszwecke frei; zwei Beleg-
Redaktion TIPP: Dr. Jörg-Manfred Unger Grunewaldstr. 59 exemplare erbeten.
Redaktionsassistenz: Kerstin Harnisch D-41066 Mönchengladbach TIPP entsteht in Zusammenarbeit mit dem Bundes-
Layout: Helmut Hagen Copyright: verwaltungsamt (BVA) – Zentralstelle für das
Wissenschaftlicher Beirat: Tiefdruck Schwann-Bagel GmbH, Auslandsschulwesen (ZfA) – Köln; verantwortlich:
Prof. Dr. Peter Conrady, Universität Dortmund; Mönchengladbach. 2002 ISSN 0940-497X. Diethelm Kaminski

2 TIPP 1/2002
S 02-3 Adressen 23.11.2001 9:25 Uhr Seite 3

TIPP – das Lehrerheft zum JUMA


I n h a l t s v e r z e i c h n i s

Liebe Kollegin, lieber Kollege, JUMA 1/2002 IM UNTERRICHT

diese Ausgabe Jeder Schlag ein Treffer – fast!


von JUMA und Tipps für die Deutschstunde 4–5
TIPP hat ein
Moment mal!
Schwerpunkt-
thema: der Ergänzender Text: MfG (Mit freundlichen Grüßen) 6–7
Strukturwandel Nicht für die Schule, sondern fürs Leben lernen wir!
der ehemaligen Ergänzender Text: Schule im gesellschaftlichen Verbund 8–13
Industrieregionen Ruhrgebiet im
essen, fressen, tafeln
Westen und Lausitz im Osten der
Republik. Neben den Reportagen Tipps für die Deutschstunde 14–17
in JUMA stehen in TIPP zusätz- Schulsport im Abseits
liche Informationen, ergänzende Tipps für die Deutschstunde 18–20
Texte und Vorschläge für den Ergänzender Text: Sportstunde 21
Unterricht zum Thema „Ruhr-
Mit dem Roller durchs Ruhrgebiet
gebiet“. Auf den TIPP-Mittel-
seiten finden Sie den Spielplan Tipps für die Deutschstunde 22–27
unserer „Rallye durch das Ruhr- Ergänzender Text: Gebiet im Wandel 28–31
gebiet“ zum Heraustrennen oder Kurz und bündig 32
zum Kopieren. TIPP folgt daher in
diesem Fall nicht der JUMA-Heft-
struktur: Das Thema „Mit dem RUBRIKEN
Roller durchs Ruhrgebiet“ be-
schließt die aktuellen Didaktisie- Landeskunde spezial
rungen. Für die JUMA-Reportage Hallooooo! 33
über die Lausitz, „Zukunft mit
Fragezeichen“, möchte ich Sie JUMA bei uns
um Vorschläge für den Unterricht Ergebnisse der Arbeit mit JUMA 34–35
bitten, die Sie in einer oder meh- Seminare mit JUMA und TIPP 36–37
rerer Ihrer Klassen ausprobiert Interview: „Regionale Zusammenarbeit fördern!“ 38–39
haben, vielleicht im Zusammen- Deutsch in der Slowakei 40–41
hang mit den Artikeln über das Mach mit!
Ruhrgebiet. Recherche-Möglich- Ofczarek’s Mick 42–43
keiten bietet u.a. das Internet!
Die besten Einsendungen werden Vorschau
honoriert und unter der Rubrik Einige Themen in Heft 2/2002 44
„JUMA bei uns“ veröffentlicht. Fragebogen „Studieren in Deutschland“ 45
Leserbriefe 46–47
Herzlichst
Köpfe aus aller Welt 48

Jörg-Manfred Unger

TIPP 1/2002 3
S 04-05 Minigolf 23.11.2001 9:56 Uhr Seite 4

JUMA 1/2002 IM UNTERRICHT

TIPPS FÜR DIE DEUTSCHSTUNDE


MIT DEN JUMA-SEITEN 2–3

II INFORMATION

Vom Minigolf
zum Bahnengolf

Die ersten minigolfähnlichen


Bahnen wurden in den 1920-er
Jahren in Großbritannien und
in den USA gebaut. Sie hatten
schnell Erfolg bei Leuten,
denen das „große Golf“ zu
Jeder Schlag
teuer oder zu elitär war. Der
Schweizer Paul Bogni hatte
ein Treffer – fast!
1952 die Idee, solche Anlagen
zu normieren. Er ließ sein „Minigolf“ in der Deutschstunde
System unter dem Namen
„Minigolf“ patentieren. Die Schülerinnen und Schüler lesen den JUMA-Text über Minigolf in
Deutschland. Dann bilden jeweils 3–5 von ihnen Kleingruppen. Jede
Auf allen Minigolfanlagen geht Gruppe bekommt eine Kopie der TIPP-Seite 5 („Minigolfbahnen“) und
es darum, mit dem Ball die
jedes Gruppenmitglied eine Spielfigur.
Hindernisse auf den 18 Bah-
nen zu überwinden und mit
möglichst wenig Schlägen das
Alle stellen ihre Spielfigur an den Startkreis der ersten Minigolf-Bahn.
Zielloch zu erreichen. In Eine/r beginnt. Die anderen stellen Fragen zum Text.
Deutschland haben zu Beginn
der 1960-er Jahre Minigolfer Beispiel:
die ersten Vereine gegründet. „Was ist das Geheimnis des Minigolfspielers?“
Damit wurde das Spiel unter Antwort: „Das Geheimnis des Minigolfspielers ist der richtige Ball!“
dem Namen „Bahnengolf“ zu
einem Wettkampfsport . Nach jeder richtigen Antwort rückt die Spielfigur (der Ball) einen Punkt
auf der Bahn vor und die bzw. der Nächste ist an der Reihe – solange bis
1966 wurde der Deutsche eine Spielfigur am Ziel (im Loch) ist. Wer eine falsche Antwort gibt, bleibt
Bahnengolf Verband (DBV) ge- stehen. Nach einem Sieg geht es zur nächsten Bahn. Wer auf allen
gründet. Seine heute 13 Lan- 3 Bahnen die wenigsten „Schläge“ braucht, gewinnt.
desverbände mit 360 Vereinen
haben rund 14 000 Mitglieder,
Varianten:
davon fast 3 000 Jugendliche.
Deutschland zählt mit
1. Spielplan ist nur eine Bahn.
Schweden, Österreich und der 2. Die Gruppen zeichnen weitere Bahnen (wie auf der Kopiervorlage
Schweiz zu den führenden mit Ballstrecken), so dass ein Parcours entsteht.
Nationen der nicht olympi- 3. Die Fragen beziehen sich auf andere oder mehrere JUMA-Texte.
schen Sportart Bahnengolf. 4. Die Fragen sind offen, z.B. „Welches Land hat die letzte Fußball-
Weltmeisterschaft gewonnen?“)

4 TIPP 1/2002
S 04-05 Minigolf 23.11.2001 9:56 Uhr Seite 5

KOPIERVORLAGE

Aufgabe

Diese „Minigolfbahnen“ sind Spielpläne mit Start und Ziel. Beantworte Fragen zum JUMA-Artikel
„Jeder Schlag ein Treffer – fast!“! Bei einer richtigen Antwort rückt der „Ball“ (= deine Spielfigur)
einen Punkt weiter.
JEDER SCHLAG EIN TREFFER – FAST!

Illustrationen: Ofczarek!

TIPP 1/2002 5
S 06-07 Abk. erg. Text 23.11.2001 10:00 Uhr Seite 6

JUMA 1/2002 IM UNTERRICHT

Die F
antas
tische
www n Vier
ERGÄNZENDER TEXT ZU DEN JUMA-SEITEN 4–7 .fourm im Int
www usic.c er net
.thom om :
asd.d
e
MfG (Mit freundlichen Grüßen)
Im Deutschen wimmelt es von Abkürzungen.
ARD, ZDF, C&A
Auch JUMA ist eine: JUMA steht für Jugendmagazin. BRD, DDR und USA
In den aktuellen „Moment mal!“-Meldungen findet BSE, HIV und DRK
GbR, GmbH – ihr könnt mich mal
man die Abkürzungen GEZ (Gebühreneinzugs-
THX, VHS und FSK
zentrale), IFA (Internationale Funkausstellung), RAF, LSD und FKK
U-Bahn (Untergrund-Bahn), BUGA (Bundesgarten- DVU, AKW und KKK
RHP, USW, LMAA
schau) und IGA (Internationale Gartenbauausstellung.
PLZ, UPS und DPD
Die Hiphop-Band „Die Fantastischen Vier“ (Fanta-4) BMX, BPM und XTC
hat einen sehr erfolgreichen Rap (Sprechgesang) mit EMI, CBS und BMG
ADAC, DLRG – ojemine
Abkürzungen im Deutschen gemacht, den man leicht
EKZ, RTL und DFB
in der Klasse vortragen kann (siehe rechts). ABS, TÜV und BMW
KMH, ICE und Eschede
PVC, FCKW – is nich OK

Musik und Text: Michael B. Schmidt, Michael DJ Beck, Thomas Duerr, Andreas Rieke; © by Emi Quattro Musikverlag GmbH, Hamburg
MfG Mit freundlichen Grüßen
die Welt liegt uns zu Füßen
doch wir stehen drauf wir gehen drauf
für ein Leben voller Schall und Rauch
bevor wir fallen, fallen wir lieber auf

HNO, EKG und AOK


LBS, WKD und IHK
UKW, NDW und Hubert K
BTM, BKA, hahaha
LTU, TNT und IRA
NTV, THW und DPA
H+M, BSB und FDH
SOS, 110 – tatütata
SED, FDJ und KDW
FAZ, BWL und FDP
EDV, IBM und WWW
HSV, VFB, oleole
ABC, DAF und OMD
TM3, A+O und AEG
TUI, UVA und UVB
THC in OCB is was ich dreh
Foto: Four Music

MfG Mit freundlichen Grüßen


die Welt liegt uns zu Füßen
doch wir stehen drauf wir gehen drauf
für ein Leben voller Schall und Rauch
Die Fantastischen Vier: Smudo, Thomas D., DeeJot Hausmarke und And.Y bevor wir fallen, fallen wir lieber auf

6 TIPP 1/2002
S 06-07 Abk. erg. Text 23.11.2001 10:00 Uhr Seite 7

KOPIERVORLAGE

Preisausschreiben

TIPP fragt alle Deutschlehrerinnen und Deutschlehrer: Was bedeuten die Abkürzungen in dem Rap
„MfG – Mit freundlichen Grüßen“? Kopieren Sie diese Seite, schreiben Sie die Bedeutungen neben
die Abkürzungen und schicken Sie das Blatt (ggf. mit Zusatzseite) an die Redaktion JUMA/TIPP,
Stichwort: MfG, Frankfurter Straße 40, D-51065 Köln. Die 40 Einsenderinnen und Einsender mit
den meisten richtigen Lösungen nehmen an der Verlosung von 10 Duden-Wörterbüchern teil.
Einsendeschluss ist der 31.12.2002. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.

MfG XTC NTV


ARD EMI THW
ZDF CBS DPA
C&A BMG H+M
BRD ADAC BSB
DDR DLRG FDH
USA EKZ SOS
BSE RTL SED
HIV DFB FDJ
DRK ABS KDW
GbR TÜV FAZ
GmbH BMW BWL
THX KMH FDP
VHS ICE EDV
MFG (MIT FREUNDLICHEN GRÜSSEN)

FSK PVC IBM


RAF FCKW WWW
LSD OK HSV
FKK HNO VFB
DVU EKG ABC
AKW AOK DAF
KKK LBS OMD
RHP WKD TM3
USW IHK A+O
LMAA UKW AEG
PLZ NDW TUI
UPS BTM UVA
DPD BKA UVB
BMX LTU THC
BPM TNT OCB
IRA

TIPP 1/2002 7
S 08-13 Schule berlin 23.11.2001 10:08 Uhr Seite 8

JUMA 1/2002 IM UNTERRICHT

ERGÄNZENDER TEXT ZU DEN JUMA-SEITEN 22–26

Schule im
gesellschaftlichen Verbund
Verantwortung für „Schule“, sagt sie, „ist die Verbin-
die Jugend dung aller Lebens- und Berufs-
bereiche.“ Unter dem Schlagwort
Hildburg Kagerer hat keinen „Schule im gesellschaftlichen
Direktoren-Schreibtisch. Sie sitzt Verbund“ fordert sie die Mitver-
in ihrem Büro in der Berliner antwortung von Wirtschaft und
Hildburg Kagerer Ferdinand-Freiligrath-Oberschule öffentlichen Einrichtungen, von
an einem quadratischen Tisch. Künstern und von Hochschulen
Ihr Platz ist einer von acht. Dort bei der Erziehung der jungen Ge-
Das Projekt „Kreativität in
steht ihr Telefon und dort liegen neration. Für die Erfinderin des
die Schule“, kurz „KidS“, ihre Unterlagen. Ein Zeichen für Projektes „KidS“ ist „Schule =
beteiligt „Dritte“ wie den Abbau von Hierarchie. Schüler + Lehrer + ,Dritte‘“.
Künstler, Techniker oder
Sportler in so genannten
Arenen am Unterricht. Es
findet an mehreren deut-
schen Schulen Nach-
ahmung. Auch Lehrer
und Lehrerinnen im Aus-
land interessieren sich
mittlerweile dafür. Initiiert
und entwickelt wurde die
Idee von der Lehrerin,
Foto: Michael Kämpf

Psychotherapeutin und
heutigen Schulleiterin
Hildburg Kagerer.
Ton- und Lichtmeister Joachim Neumann (links) ist im Schuljahr 2000/2001 „Dritter“
in der „Arena Bühne“

8 TIPP 1/2002
S 08-13 Schule berlin 23.11.2001 10:08 Uhr Seite 9

Lernen an
problematischem Ort
Klasse in der „Arena“
Hildburg Kagerer war in den
1980-er Jahren im schulpsycho- themenbezogen
logischen Dienst und hatte ein fachübergreifend
kleines Büro in der Ferdinand-

Freiligrath-Oberschule in Kreuz-
berg, einem sozialen Brennpunkt jahrgangübergreifend
der Stadt. Hier war sie u.a. zu- 7.–10. Jahrgang
ständig für die Drogenprävention.
Sie sah, wie viele Lehrerinnen –
und Lehrer ihre Schülerinnen zwei Lehrer – ein „Dritter“
und Schüler mit klassischen
Methoden nicht mehr erreichten: –
Sie unterrichteten „über die
14 Stunden pro Woche
Köpfe hinweg“.

Hinzu kommt, dass die Mehrzahl


Kurse
der Schülerinnen und Schüler
an der Ferdinand-Freiligrath-
Deutsch
Oberschule auch heute „nicht-
Mathematik
deutscher Herkunft“ ist und
Englisch
Deutsch nicht als Muttersprache
Naturwissenschaften (Physik, Chemie, Biologie)
spricht. Die Folge sind Kommuni-
Gesellschaftswissenschaften (Geschichte, Erdkunde …)
kationsprobleme. Die meisten
haben ein türkisches Elternhaus; –
zur Schülerschaft gehören An-
gehörige weiterer 12 Nationalitä- jahrgangorientiert
ten (siehe JUMA-Seite 22). –
Zudem prallen unterschiedlichste
Sprachen und Kulturkreise auf- 12 Stunden pro Woche
einander; die Konflikte der Welt (3 Kurse pro Woche à 4 Stunden)
finden sich im Klassenraum (12 Kurse pro Jahr – verteilt auf 4 Quartale)
wieder – Türken und Kurden, der
Balkan und Nahost ...
Deutsche Lehrerinnen und Lehrer Musischer Fachunterricht
sind darauf nicht vorbereitet. Sie
müssen den deutschen Rahmen- Bildende Kunst
lehrplan erfüllen. Sport

Ein weiteres Problem: Die Haupt-
schule ist in Berlin ein stigmati- jahrgangorientiert
sierter Ort, den nur 6 Prozent –
aller Schülerinnen und Schüler
besuchen (in Bayern sind es je 2 Stunden pro Woche
30 Prozent). (Oberschule ist in
Berlin die Bezeichnung für alle
Schulformen nach dem 6. Grund-
schuljahr.) Die Organisation der Ferdinand-Freiligrath-Oberschule im Schuljahr 2000/2001

TIPP 1/2002 9
S 08-13 Schule berlin 23.11.2001 10:08 Uhr Seite 10

Erfordert und Künstlern entstanden eine


höchste Kon-
zentration: Schreibwerkstatt, Malerei, Akro-
Bildhauerei in batik, Bildhauerei, Tanz und
der „Arena Theater.
Atelier“

In der 2. Phase wurde das Projekt


von 1995 bis 1999 nach vielen
Hürden als Modellversuch der
Bund-Länder-Kommission für
Bildungsplanung und For-
schungsförderung weiterent-
wickelt und auf weitere Schulen
unter anderem in Augsburg und
Wiesbaden übertragen. Neben
der sukzessiven Einführung in
allen Jahrgängen der Ferdinand-
Freiligrath-Schule (von Klasse
7 bis 10), wo man den Versuch
im Detail beobachtete, hielten
weitere Lebens- und Berufs-
bereiche wie Handwerk, Technik
und Naturwissenschaft Einzug.
Foto: Ferdinand-Freiligrath-Oberschule

Hinzu kamen nach der Lösung


von Versicherungsproblemen
außerschulische Lernorte wie
Ateliers und Betriebe.

Seit dem Schuljahr 1999/2000


ist „KidS“ ein Schulversuch des
Landes Berlin. Erstmals über-
nimmt der Schulsenat die Kosten
für die „Dritten“. Bis 1994 hatte
die Robert-Bosch-Stiftung das
Der Besuch einer Hauptschule Sekundarstufe 1 beenden.“ Für Projekt finanziell unterstützt, von
bedeutet für viele Betroffene, ihre eigene Schule hat sie bereits 1993 bis 1999 waren die
dass sie sich nicht mehr anzu- einen Teilerfolg errungen: Seit Bayerischen Motoren Werke
strengen brauchen – sie bekom- dem Schuljahr 2001/2002 ist die (BMW) Hauptförderer.
men in der Regel sowieso keinen Ferdinand-Freiligrath-Ober-
Ausbildungsplatz. Dafür benötigt schule „Integrierte Haupt- und Die „Dritten“ übernehmen heute
man meistens den Realschul- Realschule“. 4 von 14 Wochenstunden so
abschluss oder besser noch das genannter Arenen, wo Inhalte des
Abitur. Hauptschülerinnen und Entwicklung in 3 Phasen Lehrplanes mehrerer Fächer
-schüler haben oft das Gefühl, durch konkrete Projekte vermit-
nicht gebraucht zu werden. Das Projekt „KidS“ besteht seit telt werden, z.B. durch den Bau
über 12 Jahren. In der ersten einer „Kräuterspirale“ (siehe
Hildburg Kagerer plädiert daher Phase wurden wöchentlich JUMA-Seiten 22–23), durch die
für die Abschaffung der Haupt- 2 Stunden Künstler in so genann- Aufführung eines Theaterstücks
schule: „Man könnte die ten Wahlpflichtkursen in den (siehe JUMA-Seite 26), durch die
10 Pflichtschuljahre zum Beispiel Unterricht integriert. Aus der Bewirtschaftung der Schul-
durch einen Abschluss der Zusammenarbeit von Lehrern kantine usw.

10 TIPP 1/2002
S 08-13 Schule berlin 23.11.2001 10:08 Uhr Seite 11

Die „Arenen“ sind jahrgang- 3. Arena Medien


übergreifend, das heißt Schüle- (Internet, Journalismus) Meinungen von Schülern
rinnen und Schüler aus allen 4. Arena Stadion (Akrobatik) und Schülerinnen der
Klassenstufen nehmen gemein- 5. Arena Markt (Handwerk, Ferdinand-Freiligrath-
sam daran teil. 16 Stunden in der BMW-Motorradwerk, Oberschule über das
Woche werden in den einzelnen Gastronomie) „KidS“-Projekt
Jahrgangsstufen Deutsch, 6. Arena Natur und Technik
Mathematik, Englisch, Physik, (z.B. Bau einer „Kräuterspirale“) „Vieles ist mir erst klar, seit
Chemie, Geschichte usw. zur ich aus der Schule raus bin.
Vermittlung des Basiswissens Für die nächsten Schuljahre ist Die Arbeitslosigkeit, die
unterrichtet (siehe „Organisation u.a. eine „Arena Gesellschaft und Angst – all das ist noch da.
im Schuljahr 2000/2001“, TIPP- Soziales“ (Ich und die anderen, Da ist es wichtig, selbst
Seite 9). Altersheime, Krankenhäuser etc.) etwas zu machen. Aber das
geplant. muss man einmal gelernt
Die „Arenen“ des Schuljahres haben. Dazu muss man sich
2000/2001 waren: Die Teilnahme an den „Arenen“ selbst kennen und sich
wird von den Lehrerinnen und selbst etwas zutrauen. Und
1. Arena Bühne (Theater, Musik) Lehrern bewertet. Zusätzlich zum das lernten wir bei den
2. Arena Atelier (Textilgestaltung, Zeugnis, auf dem traditionelle Künstlern. Und davon kam
Malen, Zeichnen, Bildhauerei) Schulfächer und Noten sowie die Willenskraft, sich Ziele
zu setzen. Und wenn du
Ziele hast, hast du Leben.“

„Unsere Arbeit mit den


Künstlern – das ist das Ge-
genteil von Gewalt.“

„Mein Umgang mit anderen


Menschen hat sich verän-
dert. Wenn man selbst et-
was Schweres macht, be-
kommt man auch Achtung
vor der Arbeit von anderen.“

„Meine Eltern haben sich


verändert. Sie haben zum
ersten Mal mitgekriegt,
dass sie stolz auf mich sein
können.“

„Er sagte immer: ,Wenn du


Foto: Ferdinand-Freiligrath-Oberschule

es so nicht kannst, dann


probierst du es anders,
du kannst es auch anders
machen. Es gibt immer viele
Möglichkeiten. Such dir die
Möglichkeit aus, die du
kannst!‘“

Die Bewirtschaftung der Schulkantine ist Teil der „Arena Markt“

TIPP 1/2002 11
S 08-13 Schule berlin 23.11.2001 10:08 Uhr Seite 12

die versetzungsrelevante Arena-


Im BMW-Motor- Note stehen, bekommt jede
radwerk Berlin
bekommen Schülerin und jeder Schüler ein
schon 13-Jähri- Zertifikat mit einer sehr differen-
ge dank „KidS“ zierten Bewertung (siehe TIPP-
Einblicke in die
Welt der Arbeit Seite 13).

„Dritte“ zu finden war übrigens


Fotos: Michael Kämpf

nie ein Problem. Die „Mund-zu-


Mund-Propaganda“ funktionierte
von Anfang an gut; über die
Lehrerschaft entwickelte sich
geradezu ein Schneeballsystem;
BMW-Ausbildungsleiter Ulrich Franke im laufenden Schuljahr gibt es
über das „KidS“-Projekt sogar Bewerbungen, zum Bei-
spiel von Architekten, die gar
„Schülerinnen und Schüler • persönlicher Bereich nicht alle berücksichtigt werden
haben nur schemenhafte (Mentalität, körperliche können.
Vorstellungen, was sie im Verfassung, Intelligenz
Berufsleben erwartet, warum usw.) Öffnung nach außen
sie rechnen, schreiben, lesen
lernen usw. Auch die Lehrer Um solche Werte zu berück- Ein wesentliches Element der
und Lehrerinnen wissen oft sichtigen, müsste ein „Port- „Arenen“ ist die Öffnung nach
nicht genau, was auf ihre folio“ – idealerweise in Zu- außen: Theaterauftritte finden in
Schülerinnen und Schüler sammenarbeit mit der Schule richtigen Theatern statt („,echte
zukommt oder sie haben erstellt – das herkömmliche Auftritte müssen richtig gut sein“,
falsche Vorstellungen davon. Zeugnis ersetzen (vgl. „Zertifi- so eine Schülerin); Bilder werden
Insofern lernen im Rahmen kat“, TIPP-Seite 13). in Galerien ausgestellt; die
des ,KidS’-Projektes beide Schreibwerkstatt veröffentlicht
im Betrieb. Bei BMW in Berlin führten die Bücher ...
Erfahrungen mit dem ,KidS’-
Das heutige Schulsystem Projekt zu einem veränderten Diese Öffnung stärkt das Selbst-
verlangt den Schülerinnen Auswahlverfahren für Ausbil- bewusstsein der Schülerinnen
und Schülern 10 Jahre lang dungsplätze und demnächst und Schüler („Ich bin vor
Einzelleistungen und Repro- zu einer neuen Ausbildungs- 100 Leuten aufgetreten, was ist
duktion des Wissens ab. organisation. Ziel ist die Auf- dann schon ein Vorstellungs-
Andere Qualifikationen, die gabenorientierung, die an die gespräch“, so ein Schüler).
ebenfalls für das Berufsleben Stelle starrer Ausbildungsplä- Nicht selten „versagt“ eine Schü-
relevant sind, finden in der ne tritt – weg von der Standar- lerin oder ein Schüler in der
Regel keine angemessene disierung hin zur Individuali- Schule und beweist „im richtigen
Berücksichtigung: sierung des Lernens.“ Leben“ Höchstleistungen.
„Durch das Projekt wurden Schü-
• Selbstorganisation lerinnen und Schüler erreicht,“ so
• soziale Kompetenz Schulleiterin Hildburg Kagerer,
(der Umgang mit anderen) „bei denen das nicht zu erwarten
• Methoden-Kompetenz war, und die sich darüber hinaus
(Zeitplanung, „wie räume sehr positiv entwickelt haben.“
ich mein Zimmer auf?“
etc.) Ulrich Franke Ein Modell für die Schule
insgesamt?

12 TIPP 1/2002
S 08-13 Schule berlin 23.11.2001 10:08 Uhr Seite 13

Ferdinand-Freiligrath-Oberschule
Integrierte Haupt- und Realschule
im Rahmen des Schulversuchs „Schule im gesellschaftlichen Verbund“

Zertifikat

zum Zeugnis von

für , geboren am
Mitglied der Arena
Arbeitete mit folgenden außerschulischen Fachkräften:

(Name) (Beruf) (Unterschrift)

(Name) (Beruf) (Unterschrift)

Bewertung:

Zuverlässigkeit Zuverlässigkeit
ausgeprägt wenig entwickelt

Kommunikationsfähigkeit Kommunikationsfähigkeit
ausgeprägt wenig entwickelt

Selbstständigkeit Selbstständigkeit
ausgeprägt wenig entwickelt

Fähigkeit zur Zusammenarbeit Fähigkeit zur Zusammenarbeit


ausgeprägt wenig entwickelt

Konzentrationsfähigkeit und Ausdauer Konzentrationsfähigkeit und Ausdauer


ausgeprägt wenig entwickelt

Arbeitsausführung Arbeitsausführung
sorgfältig nachlässig

Verstellungskraft Vorstellungskraft
ausgeprägt wenig entwickelt

Umgang mit neuen Situationen Umgang mit neuen Situationen


aufgeschlossen zögerlich

Fähigkeit zu Präsentationen Fähigkeit zu Präsentationen


sicher unsicher

Schulleiter(in) Klassenlehrer(in) in der Arena

TIPP 1/2002 13
S 14-17 Essen 23.11.2001 10:22 Uhr Seite 14

JUMA 1/2002 IM UNTERRICHT

TIPPS FÜR DIE DEUTSCHSTUNDE


MIT DEN JUMA-SEITEN 28–29

essen, fressen, tafeln


Nahrung und Ökologie

Die 8. Klasse der Berliner Heinrich-Schliemann-Oberschule hat für die


Ausstellung „essen, fressen, tafeln“ im Jugendzentrum „Weinmeister-
haus“ ein „Frühstück für Genießer“ zusammengestellt. Tee, Butter,
Knäckebrot usw. legten dafür eine Strecke von 172 611 Kilometern
zurück – 4-mal um die Erde. Im einzelnen handelte es sich um:

Kiwis aus Neuseeland – 17 000 Kilometer


Tee aus Indien – 8 000 Kilometer
Trauben aus Südafrika – 9 500 Kilometer
Emmenthaler aus der Schweiz – 1 000 Kilometer
Butter aus Irland – 1 600 Kilometer
Lachs aus Norwegen – 2 000 Kilometer
Bananen aus Costa Rica – 10 500 Kilometer
Mehl aus Schleswig – 300 Kilometer
Cornflakes aus den USA – 10 000 Kilometer
Eier aus dem Allgäu – 700 Kilometer
Marmelade aus Aachen – 633 Kilometer
Schinken aus dem Schwarzwald – 830 Kilometer
Knäckebrot aus Schweden – 1 600 Kilometer
Honig aus Kanada – 10 500 Kilometer
Kaffee aus Kolumbien – 9 500 Kilometer
Kakao aus Brasilien – 11 000 Kilometer
Fotos: Michael Kämpf

1. Unterrichtsvorschlag:
Interkultureller Vergleich

Nach Lektüre des JUMA-Artikels schreibt zunächst jede Schülerin und


Der Ausstellungsbeitrag der Siebt- jeder Schüler auf, wie viele Kilometer sein eigenes Frühstück ungefähr
klässler Kai und Kevin: Kochgeschirr zurückgelegt hat. Die Ergebnisse zirkulieren in der Klasse.

14 TIPP 1/2002
S 14-17 Essen 23.11.2001 10:23 Uhr Seite 15

Die Schülerinnen und Schüler raten, wer welches Frühstück gegessen


hat.

Die Bestandteile des Frühstücks mit den wenigsten und mit den meis-
ten Transportkilometern werden (einschließlich Kilometerangaben)
neben 3–4 weiteren Beispielen vorgelesen. Dann bilden die Schülerin-
nen und Schüler Kleingruppen. Jede Gruppe stellt ein Frühstück
zusammen, das möglichst wenige Transport-Kilometer beansprucht.

Varianten:
1. Das Frühstück beansprucht möglichst viele Transport-
Kilometer.
2. Es kommt aus möglichst vielen oder aus wenigen Ländern.
3. Es kommt nur aus Städten bzw. aus Regionen des eigenen
Landes.
4. Untersuchungsgegenstände sind Mittag- und/oder
Abendessen.
5. Der Lehrer gibt die Gesamt-Kilometer (z.B. 2 000) vor. Am Tag der Ausstellungseröffnung
war der Tisch reich gedeckt

Alle Gruppen zeichnen die Produktionsländer ihres Frühstücks auf der


Weltkarte ein (Kopiervorlage, TIPP-Seite 17); die Karte ihres eigenen
Landes zeichnen sie gesondert. Welches Frühstück ist das beste?

Sylvains
„kulinarischer
Lebenslauf“ Gespräche
an Emilys
moos-
bedecktem
Tisch

TIPP 1/2002 15
S 14-17 Essen 23.11.2001 10:23 Uhr Seite 16

KOPIERVORLAGE
ESSEN, FRESSEN, TAFELN

Aufgabe

Benennt die Produktionsländer eurer


Zeichnung: Nikos Frangidakis

Frühstückstafel und zeichnet sie in die


Weltkarte ein. Wie viele Kilometer
sind es jeweils bis zu eurem Heimatort?

16 TIPP 1/2002
S 14-17 Essen 23.11.2001 10:23 Uhr Seite 17

5 weitere Unterrichtsvorschläge

1. Die Schülerinnen und Schüler bilden 5 Kleingruppen. Jede Gruppe


stellt zur Übung des Wortschatzes zum Thema „Essen“ wie im Bei-
spiel unten verschiedene Mahlzeiten zusammen:

a) ökologisches Essen
b) exotisches Essen
c) Kleinigkeiten für zwischendurch
d) kaltes und warmes Buffet
e) Typisches aus ...
Beispiel für die
Präsentation von
Wortschatz zum Thema
„Essen“

Illustration: Ofczarek!

Anschließend zirkulieren die Listen. Jede Gruppe ergänzt sie oder


notiert Alternativen, die dem eigenen Geschmack mehr ent-
sprechen.

2. Danach bekommt jede Gruppe eine weitere Aufgabe:

a) eine Einladung zum Abendessen verfassen


b) Benimmregeln beim Essen formulieren
c) ein Rezept auf Deutsch schreiben
d) Tischgespräche führen
e) eine Situation im Restaurant spielen

Anschließend wandern alle Aufgaben (oder ein Teil davon) weiter zu


den anderen Gruppen.

3. Wer ist schwerer als z.B. 50 Kilogramm? Alle schreiben für jedes Kilo,
das sie mehr auf die Waage bringen, ein Mitbringsel fürs Buffet auf.

4. Alle verfassen ihren „kulinarischen Lebenslauf“: „Was ich mit 3, 7, 10,


13 Jahren und heute am liebsten gegessen habe bzw. esse.“

5. Blindverkostung: Alle bringen in der nächsten Deutschstunde etwas Sie machten die 5 weiteren Unterrichts-
vorschläge während eines JUMA/TIPP-
zum Essen mit und lassen Mitschülerinnen und Mitschüler mit ver- Seminars: Ruzena Zelenaková, Milan
bundenen Augen raten, um was es sich handelt (z.B. um Schoko- Adam, Adela Cukerová (von links nach
lade, Brot, Joghurt). rechts) in Presov, Slowakei

TIPP 1/2002 17
S 18-20 Sport 23.11.2001 10:29 Uhr Seite 18

JUMA 1/2002 IM UNTERRICHT

TIPPS FÜR DIE DEUTSCHSTUNDE


MIT DEN JUMA-SEITEN 36–39

Schulsport im Abseits
Fotos, Collagen und Texte

Die Klasse liest den JUMA-Artikel „Schulsport im Abseits?“ Dann


werden Kleingruppen gebildet. Jede Gruppe schneidet aus dem JUMA
mehrere Jugendliche aus (z.B. auf den JUMA-Seiten 8, 16, 19, 26) und
klebt sie auf das große Turnhallen-Foto auf den JUMA-Seiten 36–37
(siehe Beispiel unten).
Lieber
Breakdance als
Klimmzüge!

Fotos: Martin Rottenkolber

Beispiel für die „Belebung“ der Turnhalle in der Deutschstunde

18 TIPP 1/2002
S 18-20 Sport 23.11.2001 10:29 Uhr Seite 19

Alle Gruppen legen den Jugendlichen Wörter in den Mund, indem sie
Sprechblasen für sie zeichnen. Die fertigen Collagen zirkulieren unter
den Gruppen; die Sprechblasen sind der Beginn eines Gesprächs: Jede
Schülerin und jeder Schüler spielt dabei eine Jugendliche oder einen
Jugendlichen auf dem Foto.

Varianten:
1. Die Sprechblasen orientieren sich inhaltlich am JUMA-Artikel
(„Lieber Breakdance als Klimmzüge!“).
2. Zu den Collagen gehören weitere Bilder bzw. Bildausschnitte,
z.B. die Hosen auf dem Foto der JUMA-Seite 10.

„Sport“ in der Deutschstunde

Weitere 9 Vorschläge zum Thema „Sport“ im Anfänger- und Mittel-


stufenunterricht:

1. Jeweils ein Schüler oder eine Schülerin mimen eine typische Bewe-
gung einer Sportart. Die Klasse rät, um welche Sportart es sich handelt.
Alle Sportarten werden an die Tafel geschrieben.

Variante:
Die Miminnen und Mimen beschränken sich auf olympische Dis-
ziplinen wie Abfahrtsski oder Handball oder nicht olympische Sport-
arten wie Golf oder Polo, oder sie wählen lustige Sportarten wie
Gehen.

2. Die Schülerinnen und Schüler bilden Kleingruppen. Jeweils 2 Grup-


pen wählen gemeinsam eine Sportart. Die Mitglieder der einen Gruppe
notieren alle Vorteile dieser Sportart. Die Mitglieder der Partnergruppe
notieren alle Nachteile dieser Sportart (bei weiteren Sportarten ver-
fahren sie umgekehrt).

Beispiel Fußball:
Man bewegt sich; man braucht nur einen Platz und einen Ball;
man kann fast überall spielen (Vorteile).
Man braucht viele Spieler; Mädchen interessieren sich in der Regel
nicht für Fußball; bei schlechtem Wetter ist das Spiel unangenehm
(Nachteile).

3. Umfrage in der Klasse: Alle schreiben auf, welche Sportart(en) sie


betreiben, welche Sportarten sie gut finden und welche Sportart(en) sie
nicht mögen. Das Umfrageergebnis steht anschließend an der Tafel.

4. In Kleingruppen schreiben die Schülerinnen und Schüler möglichst


viele Sportarten auf, die in ihrer Heimatstadt möglich sind (einschließlich
Ort/e, Öffnungszeit/en der Sportstätten, Preis/e usw.).

5. Jede Schülerin und jeder Schüler bringt Sportmaterial wie einen Ten- Das Thema „Sport“ im Deutschunter-
nisschläger oder Turnschuhe mit in die Klasse. Alle Begriffe werden an richt: Öde wie diese Turnhalle ...

TIPP 1/2002 19
S 18-20 Sport 23.11.2001 10:29 Uhr Seite 20

die Tafel geschrieben (der oder die jeweils Schnellste bekommt jeweils
einen Punkt).

6. Die Schülerinnen und Schüler lesen einen Artikel über ein Sportereig-
nis in der Lokalzeitung und geben eine Zusammenfassung auf Deutsch.

7. Sie schreiben auf, was man zur Ausübung einzelner Sportarten


braucht.

Beispiel Tauchen:
Eine Taucherbrille, Sauerstoffflaschen, Flossen

8. Interview mit einer Mannschaft (mit einer Sportlerin oder mit einem
Sportler) nach einer Sportveranstaltung.

9. Radio-Berichterstattung (per Kassettenrekorder) über ein wichtiges


Spiel oder Turnier.

Mach mit!

Welche Vorschläge haben Sie zum Thema „Sport“ im Deutschunter-


richt? Schicken Sie Ihre Vorschläge an die Redaktion JUMA, Stichwort:
Sport, Frankfurter Straße 40, D-51065 Köln! TIPP veröffentlicht eine
Auswahl und bedankt sich bei den Verfasserinnen und Verfassern mit
Sportartikeln (Tennisbälle, Tischtennisschläger usw.). Einsendeschluss
ist der 31.12.2002. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.

... oder attraktiv wie dieser


Sportplatz auf dem Dach des
Deutschen Sport- und
Oympiamuseums mit dem
Kölner Dom als Kulisse?

20 TIPP 1/2002
S 21 Sport erg. Text 23.11.2001 10:35 Uhr Seite 21

JUMA 1/2002 IM UNTERRICHT

ERGÄNZENDER TEXT ZU DEN JUMA-SEITEN 36–39

Sportstunde
In der fünften Stunde hatte man vor der neuen Lage. Er beobach- nah zu Cordt. Aufgeregt und eifrig
Sport. Die Klasse ging zur Turn- tete alles genau. Er kannte ja lief Cordt auf ihn zu. Er holt aus
halle. Als Cordt in den Umkleide- nicht einmal die Regeln richtig. und traf daneben – mit solchem
raum mit eintreten wollte, sagte Das Spiel schien sich jedoch Schwung, dass er hinfiel.
ein kleiner Schüler: „Hier ist nur – Gott sei Dank – meist woanders „Huuuh, die Flasche! die Niete!
für Jungen!“, und schubste ihn abzuspielen, mit viel Geschrei, Die Pflaume! Die Pulle...!“, hörte
weg. Alle lachten. Pfeifen, Strafstößen; und die er, und kurz darauf das Geschrei

Aus: Hartmut von Hentig, Warum muss ich zur Schule gehen?, © Carl Hanser Verlag München Wien 2001
eigene Partei hatte schon ein Tor, der anderen: „Tooor!“ Dann
Cordt hatte ja auch keine Sport- was Cordt freute. wurde abgepfiffen. Es stand 1:1.
sachen mit und blieb neben der Kein Sieg für Cordts Partei.
Tür stehen. Man sollte draußen Andererseits, wenn der Ball
auf dem Hof Fußball spielen. Es immer vorne war, wurde es hinten Wie, meinst du, ist das mit Cordt
wurden zwei Mannschaften ge- langweilig. Es war dann schwer, und der Klasse weitergegangen?
wählt. Die Mädchen blieben in aufmerksam zu bleiben. Und wie Kann Cordt auf diese Weise ein
der Halle. Die Anführer der beiden sollte man nur wissen, wie das ist, guter Fußballspieler werden?
Mannschaften hießen beide wenn der Ball kommt! – Außer- Hätte die erste Begegnung zwi-
Ulrich. Der eine Ulrich war blond, dem wurde einem kalt, wenn man schen Cordt und der Klasse auch
groß und stark, der andere war sich gar nicht bewegte. Aber anders verlaufen können? Beim
dunkel, mittelgroß und wirkte dann, ganz gegen Ende, brachen Antworten auf diese Fragen
eher geschickt. Als beide Mann- die Stürmer der anderen doch merkst du vielleicht schon: selbst
schaften abwechselnd ihre Leute unerwartet durch. Die beiden aus dem Falschen kann man das
gewählt hatten, blieb Cordt in Verteidiger standen ziemlich Richtige lernen. Ja: Wenn wir in
seinem Straßenanzug übrig. Der allein in der Nähe des Tores. Der der Schule nur geordnete,
blonde Ulrich, der dran gewesen dunkle Ulrich trieb den Ball vor freundliche, gute Verhältnisse
wäre, ihn zu nehmen, tat so, als sich her auf das Tor zu. Der Dicke haben – werden die Kinder dann
gäbe es ihn gar nicht, und teilte trat ihm entgegen. Ulrich schoss je mit der Welt zurechtkommen,
seine Spieler ein. den Ball vor – am Dicken vorbei –, wie sie auch ist, nämlich unge-
um ihn dann wieder aufzuneh- recht, lieblos, gewalttätig, gleich-
Der dunkle Ulrich sagte: „Du men. Der Ball geriet dabei ganz gültig?
musst hier raus. Dies ist unsere
Seite des Feldes.“ Cordt schlug
sich von allein auf die Seite vom Mannschafts-
spiele – hier
blonden Ulrich. „Wo soll ich Basketball – sind
hin?“, fragte er einen. „Weg von eine beliebte
hier vorne, Mensch! Irgendwo Schulsportart

nach hinten“, sagte der. Und ein


anderer sagte: „In die Halle!“ Wie-
der lachten die Umstehenden.

Mit einem besonders dicken


Jungen stellte Cordt sich in die
Foto: Michael Kämpf

Verteidigung. Dort, wo er herkam,


hatte man nicht Fußball, sondern
hauptsächlich eine Art Schlagball
gespielt. Cordt hatte etwas Angst

TIPP 1/2002 21
S 22-27 Ruhr 23.11.2001 10:44 Uhr Seite 22

JUMA 1/2002 IM UNTERRICHT

TIPPS FÜR DIE DEUTSCHSTUNDE


MIT DEN JUMA-SEITEN 8–12

Mit dem Roller


durchs Ruhrgebiet
Rallye durch das Ruhrgebiet

Die Schülerinnen und Schüler lesen die JUMA-Reportage „Mit dem


Roller durchs Ruhrgebiet“ und den TIPP-Text „Gebiet im Wandel“
(TIPP-Seiten 28–31) einzeln zu Hause oder gemeinsam in der Klasse.

In der nächsten Stunde bilden sie Kleingruppen. Der Lehrer gibt jeder
Gruppe den Spielplan „Rallye durch das Ruhrgebiet“ (TIPP-Seiten
24–25) und die Fragen und Aufgaben der Rallye-Stationen „Ankerpunk-
te“ (TIPP-Seiten 26–27). Außerdem braucht jede Gruppe einen Würfel
und jede Spielerin und jeder Spieler eine Spielfigur.

Jede Gruppe entscheidet sich für 6–9 „Ankerpunkte“ (Stationen), ohne


die Fragen und Aufgaben dazu zu kennen. (Kleine Gruppen brauchen
weniger „Ankerpunkte“, große Gruppen brauchen mehr.) So entsteht je-
weils eine individuelle „Tour de Ruhr“ (Start = Ziel).

Die „Ankerpunkte“, überregionalen Museen, bedeutenden Siedlungen


und Panoramen der Industrielandschaft bilden den Spielplan. Durch
Würfeln gelangen die Spielerinnen und Spieler über die Stationen mit
Fragen und Aufgaben und die einzelnen Spielfelder (überregionale
Museen, bedeutende Siedlungen und Panoramen der Industrieland-
Foto: Daniela Mady

schaft) zurück zum Ausgangspunkt.

An jedem ausgewählten „Ankerpunkt“ wartet eine Aufgabe bzw. ist eine


Frage zu beantworten (Ausnahme: Henrichshütte). Wer die Aufgabe
In JUMA geht es mit dem Roller
durch das Ruhrgebiet, in TIPP mit nicht löst bzw. die Frage nicht beantwortet, setzt einmal mit Würfeln
Würfel und Spielfiguren aus.

22 TIPP 1/2002
S 22-27 Ruhr 23.11.2001 10:44 Uhr Seite 23

Varianten:

1. Man kann sich die Frage oder Aufgabe jeweils aussuchen.


2. Es werden nur die Fragen beantwortet.
3. Es werden nur die Aufgaben gelöst.

Wer zuerst am Ziel ist, gewinnt. Die Rallye kann mit anderen Gruppen-
zusammensetzungen und neuen „Ankerpunkten“ bis zu 2-mal wieder-
holt werden.

ANTWORTEN AUF DIE FRAGEN

Innenhafen Duisburg 1914, inbesondere in Kunstgewerbe, Altes Schiffshebewerk


Der Innenhafen Duisburg hieß Plakat- und Buchkunst, Architektur, Künstliche Wasserkanäle verbin-
wegen seiner Getreidespeicher und Raumausstattung, Malerei, Grafik den Meere und natürliche Flüsse.
Mühlengebäude „Brotkorb des und Plastik, Glaskunst, Schmuck und
Ruhrgebiets“. Literatur (Lyrik um die Jahrhundert- Umspannwerk Recklinghausen
wende). Aus deutschen Steckdosen kommt
Aquarius Wassermuseum Strom mit 220 Volt.
Eine Chipkarte verschafft Zugang Zeche Zollern II/IV
zu den multimedialen und inter- Die Zeche Zollern II/IV liegt in Dort- Jahrhunderthalle
aktiven Simulationen und Spielen mund. In der Jahrhunderthalle fand 1902,
des Wassermuseums Aquarius. also kurz nach der Jahrhundert-
Kokerei Hansa wende, die sogenannte kleine
Villa Hügel Essen Eine Kokerei ist eine Anlage zur Ge- Weltausstellung in Düsseldorf statt.
Zur Repräsentation eines Unter- winnung von Koks (fast reiner Kohlen- Anschließend wurde die Halle in
nehmens gehören z.B. Geschäfts- stoff). 3 Pflanzenarten: Löwenzahn, Düsseldorf ab- und in Bochum
essen, Empfänge und Bespre- Efeu, Klee. wieder aufgebaut.
chungen.
Lindenbrauerei, Unna Chemiepark Marl
Zeche Zollverein XII „Unter Tage“ bedeutet im Bergwerks- Erdöl braucht man zum Beispiel für
Die Zeche Zollverein XII wurde jargon „unter der Erde“. die Herstellung von Benzin.
1986 stillgelegt.
Maximilianpark Nordsternpark
Zeche Nachtigall Díe Länder der Bundesrepublik Der meistverbreitete Maßstab für
und das Muttental Deutschland: Baden-Württemberg, Modelleisenbahnen ist 1:87 HO.
Der industrielle Bergbau begann Bayern, Berlin, Brandenburg, Bremen,
vor etwa 140 Jahren. Beispiele für Hamburg, Hessen, Mecklenburg-Vor- Gasometer am CentrO
Begriffe aus dem Bergbau: In pommern, Niedersachsen, Nordrhein- Der ehemalige Gasometer neben
Stollen gewinnt man Kohle; Loren Westfalen, Rheinland-Pfalz, Saarland, dem Einkauszentrum CentrO in
bringen sie zu Förderbändern. Sachsen, Sachsen-Anhalt, Schles- Oberhausen z.B. dient u.a. als
wig-Holstein, Thüringen. Ausstellungsgebäude.
Hohenhof 3 Beispiele für Spiele in einem Park:
„Jugendstil“ ist die deutsche Irrgarten, Kletterberge, Riesen- Landschaftspark Duisburg-Nord
Bezeichnung einer internationalen rutsche. „Der Pott kocht“ bedeutet, dass im
Kunstrichtung von etwa 1890 bis Ruhrgebiet jede Menge los ist.

TIPP 1/2002 23
S 22-27 Ruhr 23.11.2001 10:44 Uhr Seite 24

KOPIERVORLAGE 1

Rallye durch das Ruhrgebiet Zeche Zollverein XII

Auf der Route der Industriekultur

Foto: RTG/Schumacher
Chemiepark Marl

Gasometer Oberhausen

Foto: RTG/Schumacher
Foto: RTG/Schiefer
Foto: Landschaftsverband Rheinland
MIT DEM ROLLER DURCHS RUHRGEBIET


Rheinisches

Industriemuseum
  
 

Foto: RTG/Stadt Mülheim a. d. Ruhr

Foto: Historisches Archiv Krupp

Aquarius
Wassermuseum

Villa Hügel

24 TIPP 1/2002
S 22-27 Ruhr 23.11.2001 10:44 Uhr Seite 25

Ankerpunkte Überregionale Museen


Erlebnisorte und Knotenpunkte für Infor- erzählen mehr von der Geschichte
mationen (Stationen der „Rallye durch das
Ruhrgebiet“ mit Fragen und Aufgaben) M 1 Deutsches Bergbau-Museum,
Bochum
Ankerpunkte mit Besucherzentren M 2 Deutsche Arbeitsschutzausstellung,
Maximilianpark Hamm bieten umfassende Informationen Dortmund
(Spielfelder der „Rallye durch das Ruhr- M 3 Westfälisches Freilichtmuseum,
gebiet“ mit Fragen und Aufgaben) Hagen, Landesmuseum für Hand-
werk und Technik
Zeche Zollverein XII, Essen M 4 Eisenbahnmuseum Bochum-
Zeche Zollern II/IV, Dortmund Dahlhausen
Foto: RTG/Reinsch

Landschaftspark Duisburg-Nord M 5 Ruhrlandmuseum Essen


M 6 Museum der Deuschen Binnen-
schifffahrt, Duisburg

Bedeutende Siedlungen

S 1 Flöz Dickebank, Gelsenkirchen-


Ückendorf
S 2 Dahlhauser Heide, Bochum-Hordel
S 3 Teutoburgia, Herne-Börnig
S 4 Alte Kolonie Eving, Dortmund
S 5 Ziethenstraße, Lünen
S 6 Lange Riege, Hagen-Eilpe
S 7 Altenhof II, Essen
S 8 Margarethenhöhe, Essen
 S 9 Rheinpreußen, Duisburg-Homberg
S 10 Alt-Siedlung Friedrich Heinrich,
Kamp-Lintfort
 S 11 Eisenheim, Oberhausen
 S 12 Gartenstadt Welheim, Bottrop

Panoramen der Industrielandschaft


bieten Überblicke

P 1
Halde Hoppenbruch, Herten
P 2
Halde Schwerin, Castrop-Rauxel
P 3
Halde Großes Holz, Bergkamen
P 4
Fernsehturm Florian, Dortmund
Foto: RTG/Reinsch

P 5
Hohensyburg, Dortmund
P 6
Bergerdenkmal auf dem
Hohenstein, Witten
P 7 Halde Pattenberg, Moers
P 8 Alsumer Berg, Duisburg
Schiffshebewerk P 9 Tetraeder, Bottrop
Henrichenburg


Karte: © Kommunalverband Ruhrgebiet
Foto: RTG/Schumacher

Zeche Nachtigall

TIPP 1/2002 25
S 22-27 Ruhr 23.11.2001 10:44 Uhr Seite 26

KOPIERVORLAGE 2

Die Stationen („Ankerpunkte“): Informationen, Fragen und Aufgaben

Gasometer am CentrO Innenhafen Duisburg Landschaftspark


Duisburg-Nord
Der Gasometer am CentrO Der Innenhafen Duisburg hieß
entstand 1929 für die Speiche- „Brotkorb des Ruhrgebiets“. Wieviel Abenteuer darf es sein?
rung von Hochofengas. Seit Heute entstehen hier Büros, Klettern an Kohlebunkern,
1994 ist er die größte Aus- Museen und Wohnungen. Tauchen in einem Gasometer
stellungshalle Europas. Frage: Kannst du dir denken, oder der Ausblick von einem
Frage: Wozu können ehemalige warum der Innenhafen Duis- Hochofen?
Gasometer auch dienen? burg „Brotkorb des Ruhr- Frage: Was bedeutet der
Aufgabe: Das Künstlerehepaar gebiets“ hieß? Werbeslogan „der Pott kocht?“
Christo und Jeanne-Claude Aufgabe: Überzeuge deine Aufgabe: Erzähle dein bisher
stapelte in diesem Gasometer Mitspielerinnen und Mitspieler größtes Abenteuer!
13 000 bunt lackierte Ölfässer in einem Gespräch, dass alte
und nannte sein Werk die Gebäude wie im Innenhafen
Mauer („The wall“). Überlege dir Duisburg nicht abgerissen
ebenfalls ein Kunstwerk für werden sollten!
diesen Ort!

Aquarius Wassermuseum Rheinisches Villa Hügel


Industriemuseum
Das multimediale Museum der Die Villa Hügel in Essen diente
Rheinisch-Westfälischen Das Rheinische Industrie- von 1873 bis 1945 der Indus-
Wasserwerksgesellschaft ist in museum in der ehemaligen triellenfamilie Krupp als Wohn-
einem ehemaligen Wasserturm Zinkfabrik Altenberg führt mit sitz und Ort der Repräsentation
auf 14 Ebenen untergebracht. der Dauerausstellung des Unternehmens. Heute fin-
Frage: Warum braucht man „Schwer.Industrie“ durch die den hier Ausstellungen statt.
wohl im Aquarius eine Geschichte der Eisen- und Frage: Was gehört zur
MIT DEM ROLLER DURCHS RUHRGEBIET

Chip-Karte? Stahlindustrie und stellt die eins- „Repräsentation“ eines Unter-


Aufgabe: Halte aus dem Steg- tigen Lebens- und Arbeitsbe- nehmens?
reif einen kurzen Vortrag zum dingungen der Menschen dar. Aufgabe: Schlage ein Ausstel-
Thema „Wozu man Wasser Fragen: Gibt es auch in deiner lungsthema für die Villa Hügel
braucht“! Region ein Regionalmuseum? vor!
Welches? Was zeigt es?
Aufgabe: Diskutiere mit deiner
Gruppe, was ein Museum eurer
Region zeigen sollte!

Zeche Zollverein XII Zeche Nachtigall und das Hohenhof


Muttental
Die Schachtanlage XII der Ze- Der Hohenhof in Hagen zählt
che Zollverein gilt als techni- Hier nahm der Bergbau seinen architekturgeschichtlich zu den
sches Meisterwerk der Indus- Anfang. Zum Zechenmuseum wichtigsten europäischen Ge-
trie und ist ein Symbol des gehört ein 130 Meter langer bäuden. Er wurde zwischen
Ruhrgebiets. Heute ist sie ein Stollen. 1906 und 1908 von dem belgi-
Zentrum von Kunst, Kultur und Frage: Wann begann der Berg- schen Jugendstilkünstler Henry
Design. bau im Ruhrgebiet? van de Velde errichtet.
Frage: Wann wurde die Zeche Aufgabe: Nenne mindestens 3 Frage: Was versteht man unter
Zollverein XII stillgelegt? Begriffe aus dem Bergbau und Jugendstil?
Aufgabe: Erfinde den Titel eines erkläre sie! Aufgabe: Informiere deine Mit-
Theaterstücks für die Zeche spielerinnen und -spieler über
Zollverein XII und sage in 3 Sät- Öffnungszeiten und Eintritts-
zen, worum es geht! preise des Hohenhofs (die du
frei bestimmen kannst).

26 TIPP 1/2002
S 22-27 Ruhr 23.11.2001 10:44 Uhr Seite 27

KOPIERVORLAGE 3

Die Stationen („Ankerpunkte“): Informationen, Fragen und Aufgaben

Zeche Zollern II/IV Kokerei Hansa Lindenbrauerei, Unna

Das Museum der Zeche Zollern Die Kokerei Hansa ist ein Zeuge Die ehemalige Brauerei wan-
II/IV zeigt die Geschichte des „rauchiger“ Industriezeiten. delte sich zu einem lebendigen
Ruhrbergbaus und die Lebens- Jetzt erobert die Natur das Kulturzentrum mit mehreren
welt der Menschen im 20. Jahr- Terrain zurück. Gastronomien. Internationale
hundert. Frage: Was ist eine Kokerei? Lichtkünstlerinnen und -künst-
Frage: Wo liegt die Zeche Aufgabe: Nenne mindestens ler gestalteten die Gewölbe
Zollern II/IV 3 Pflanzenarten! „unter Tage“.
Aufgabe: Berichte, was zur Frage: Was bedeutet
„Lebenswelt der Menschen im „unter Tage“?
20. Jahrundert“ gehört. Aufgabe: Nimm die Be-
stellungen deiner Gruppe in
einem Gastronomiebetrieb
(z.B. in einem Restaurant) auf!

Maximilianpark Altes Schiffshebewerk Umspannwerk


Recklinghausen
Der Maximilianpark in Hamm Das alte Schiffshebewerk in
entstand zur ersten Landes- Henrichenburg konnte schon Auf 2000 Quadratmetern gibt es
gartenschau in Nordrhein- vor 100 Jahren 800 Tonnen hier Antworten auf alle Fragen
Westfalen 1984. Zu Füßen schwere Schiffe 14 Meter hoch rund um Strom und Steckdose.
eines gläsernen Elefanten lie- heben. Damit überwanden sie Frage: Wieviel Volt haben
gen Blumenbeete, Wälder und einen Treppenabschnitt des deutsche Steckdosen?
Spielflächen. Dortmund-Ems-Kanals. Aufgabe: Sei voller Energie!
MIT DEM ROLLER DURCHS RUHRGEBIET

Frage: Wie heißen die Länder Frage: Wozu baut man künst- Was willst du heute noch alles
der Bundesrepublik Deutsch- liche Wasserkanäle? erledigen?
land? Aufgabe: Zeige auf der Land-
Aufgabe: Nenne 3 Spiele für die oder Weltkarte einen Wasser-
Spielflächen eines Parks! weg vom Ruhrgebiet bis zu
deinem Land!

Jahrhunderthalle Chemiepark Marl Nordsternpark

Die Jahrhunderthalle in Woher kommt eigentlich das Durch die Bundesgartenschau


Bochum ist ein Forum für Aus- Material für Zahnbürsten? 1997 wurde diese ehemalige
stellungen, Konzerte, Feste Im Chemiepark in Marl sieht Bergbaufläche zu einem Land-
und Theater. man, wie aus Erdöl der Grund- schaftspark. In ihm findet man
Frage: Warum heißt die Jahr- stoff für die Borsten einer den „Deutschland-Express“ –
hunderthalle vielleicht Jahr- Zahnbürste entsteht. mit über 500 Zügen und 8 000
hunderthalle? Frage: Wozu braucht man Waggons eine der größten
Aufgabe: Nenne den Titel einer Erdöl auch? Modellbahnanlagen der Welt .
Ausstellung, die du gerne in Aufgabe: Nimm einen Gegen- Frage: Welcher Modelleisen-
der Jahrhunderthalle sehen stand aus deiner Hosen- oder bahn-Maßstab ist der meist-
würdest! Schultasche und erkläre, aus verbreitete?
welchen Materialien er besteht. Aufgabe: Berate deine Mit-
spieler/innen und -spieler,
wohin sie am besten mit dem
„Deutschland-Express“ fahren
und warum!

TIPP 1/2002 27
S 28-31 Ruhr ergänz Text 23.11.2001 10:59 Uhr Seite 28

JUMA 1/2002 IM UNTERRICHT

ERGÄNZENDER TEXTZU DEN JUMA-SEITEN 8–12 Die Industriebrache, früher quasi


ein Schrottplatz, wurde zu einem
Gebiet im Wandel Park mit reichem Pflanzen- und
Tierleben. Zu seiner Flora
gehören Pflanzen aus aller Welt,
Sie kamen aus Kirgistan und Natur und Kultur deren Samen zum Beispiel mit
aus Brasilien, aus China und Erztransporten ins Ruhrgebiet
Das Ruhrgebiet ist kein Reiseziel gekommen sind. Sie finden hier
aus Syrien, aus Tschechien für Touristen. Kein Wunder: Beim ideale Lebensbedingungen vor
und Slowenien: Wort „Ruhrgebiet“ denkt man – eine „multikulturelle Pflanzen-
23 Deutschlehrerinnen und spontan an Industrieanlagen und gesellschaft“. Die ehemalige
Umweltverschmutzung. Elektrizitätszentrale des Berg-
-lehrer aus 18 Ländern
Zu Unrecht! Die einst größte werks ist heute der Sitz eines
nahmen in Bochum an einem Industrieregion Europas hat sich Försters. Kunstwerke sorgen auf
3-wöchigen Landeskunde- in den letzten Jahrzehnten dem Gelände mit seinen aus-
seminar des Goethe- nämlich erstaunlich verändert. gedehnten Spazier- und Wander-
wegen immer wieder für Über-
Instituts Inter Nationes über
Ein Beispiel hierfür ist das Gelän- raschungen.
das Ruhrgebiet teil. de des stillgelegten Steinkohle-
Auf mehreren Exkursionen bergwerks „Rheinelbe“ in Gelsen- Vom Industriegebiet zum
machten sie sich ein Bild vor kirchen. Seit Jahrzehnten sind Dienstleistungsstandort
weite Bereiche des 50 Hektar
Ort. TIPP war bei einer dabei. Gleich nebenan steht ein moder-
großen Areals ohne Nutzung und
Ihr Leiter Hubertus Ahlers liegen brach. Heute wächst hier nes Technologie-, Forschungs-
berichtet über die Stationen. Wald – mitten in der Stadt. und Dienstleistungszentrum:
das Gebäude des Wissen-
schaftsparks. Es entstand auf
dem Gelände eines demontierten
Guss-Stahlwerks und beherbergt
hinter seiner 300 Meter langen
Glasgalerie Institutionen und
Firmen, die sich mit neuer
Technologie, Energie und
Kommunikation beschäftigen.
Ein Sinnbild des Strukturwandels
vom Industriegebiet zum Dienst-
leistungsstandort.

Dichte Agglomeration

Essen ist von Gelsenkirchen


„nur einen Steinwurf“ entfernt:
Die Städte des Ruhrgebiets sind
Foto: Jörg-Manfred Unger

so miteinander verschmolzen,
dass man den Übergang von ei-
ner Stadt zur anderen nicht be-
merkt: Zwischen Pferdewiesen,
Äckern und Wäldern, Arbeiter-
Auf Exkursion: die internationale Lehrerinnen- und Lehrergruppe mit Ruhrgebiet- siedlungen und Gewerbe-
Experte Hubertus Ahlers (letzte Reihe, 5. von links) gebieten, Autobahnen und

28 TIPP 1/2002
S 28-31 Ruhr ergänz Text 23.11.2001 10:59 Uhr Seite 29

Weg. Sie soll „UNESCO-Welt-


kulturerbe der Menschheit“
werden und steht unter Denkmal-
schutz. Die Architektur im Stil der
klassischen Moderne unter-
streicht die Bedeutung der
Schachtanlage als modernstes
Bergwerk seiner Zeit. Hier
wurden täglich 12 000 Tonnen
verwertbarer Steinkohle ge-
fördert – eine Leistung, die
alles übertraf, was bis dahin
möglich war.

Foto: Hubertus Ahlers


Das gesamte Grubenfeld wurde
nach der Stillegung zu einer
industriellen Kulturlandschaft.
Das Monument „Himmelstreppe“ steht auf einer Gesteinshalde in Gelsenkirchen. In die sanierten Gebäude sind
Von hier aus hat man einen guten Überblick Firmen und Institutionen einge-
zogen; das ehemalige Kessel-
Kanälen finden sich die Reste 1986 bedeutete einen tiefen haus beherbergt das Design-
der großen Bergwerke – das Einschnitt für eine Stadt, die Zentrum Nordrhein-Westfalen.
nördliche Ruhrgebiet ist keine 140 Jahre lang von der Kohle
gewohnte Stadtlandschaft. und mit der Kohle lebte. Der englische Star-Architekt Sir
Norman Foster entwarf dafür ein
Vor 150 Jahren war diese Region Industrieanlagen wie diese galten System von Galerien, die einzelne
nur dünn besiedelt. Es wurde lange Zeit als nicht erhaltenswert. Ausstellungsräume verbinden.
Landwirtschaft betrieben. Viele wurden deshalb abgerissen. Ein Restaurant mit industriellem
Erst in den 40-er Jahren des „Zollverein“ geht einen anderen Ambiente und die Veranstal-
19. Jahrhunderts begann hier der
industrielle Steinkohleabbau.
Aus einem ländlichen Gebiet
wurde innerhalb weniger Jahr-
zehnte die größte Industrieregion
Europas. Die Bevölkerungszahl
explodierte. Die Landschaft
veränderte sich grundlegend. Die
Industrieanlagen um Kohle und
Stahl waren die Zentren dieser
Entwicklung. In ihrem Umkreis
entwickelten sich Städte wie
Essen, Bochum oder Dortmund.

Weltkulturerbe
Foto: Hubertus Ahlers

In Essen steht die Zeche Zoll-


verein XII. Sie wurde 1932 als
leistungsstärkstes Steinkohle-
bergwerk der Welt in Betrieb Der Gelsenkirchener Wissenschaftspark mit seiner spektakulären Glasfassade
genommen. Seine Stillegung (rechts) wurde 1995 mit dem deutschen Architekturpreis ausgezeichnet

TIPP 1/2002 29
S 28-31 Ruhr ergänz Text 23.11.2001 10:59 Uhr Seite 30

II INFORMATION lich an der Ausbildungs-


situation: Die meisten Lehr-
stellen standen im Jahr 2 000
tungshalle im Kompressorenhaus
ziehen ein breites Publikum an.
Regelmäßig finden auch Ausstel-
lungen statt. Ehemalige Berg-
DAS RUHRGEBIET für Waren- und Dienstleis- leute führen Besucherinnen und
tungskaufleute zur Verfügung, Besucher ins Innere des Kom-
Das Ruhrgebiet hat seinen gefolgt von den Organisations-,
Namen von der Ruhr, einem Verwaltungs- und Büro-
Nebenfluss des Rheins. berufen. Erst dann folgten die
Es ist Teil des Rheinisch-West- Metallberufe, Bau- und Bau-
fälischen Industriegebiets, nebenberufe und andere Bran-
Europas größtem industriellen chen. (Von 5 800 Bewerbern
Ballungsraum. Bereits im Mittel- konnten 312 nicht vermittelt
alter beginnt man hier mit dem werden.) Wie bei den Erwach-
Abbau von Steinkohle. Mitte des senen liegt auch bei den
19. Jahrhunderts kommen mit Jugendlichen die Zahl der
der Industrialisierung Eisen- und Arbeitslosen im Ruhrgebiet
Stahlindustrien hinzu. Den größ- über dem Bundesdurchschnitt.
ten wirtschaftlichen Aufschwung Im Arbeitsamtsbezirk Gelsen-
erlebt das Ruhrgebiet nach dem kirchen zum Beispiel waren im
2. Weltkrieg. Erste Krisen in der Juni 2001rund 12 Prozent der
Montanindustrie beginnen in Jugendlichen unter 25 Jahren
den 1960-er Jahren und führen arbeitslos – gegenüber
schließlich zu einem Struktur- 8,1 Prozent bundesweit.

Foto: Hubertus Ahlers


wandel, der bis heute nicht ab- Auffällig: Die Zahl der jungen
geschlossen ist. Der Abbau von Arbeitslosen unter 20 Jahren
Kohle ist durch Verträge mit der betrug in Gelsenkirchen nur
Europäischen Union nur noch 3 Prozent. Im Vergleich zu den
wenige Jahre gesichert. neuen Bundesländern sieht
Kletterpartie im Landschaftspark
das Bild anders aus: Dort lag Duisburg Nord
Hohe Jugendarbeitslosigkeit die Jugendarbeitslosigkeit
(unter 25 Jahren) im selben plexes; sie erklären technische
Den strukturellen Wandel im Jahr mit 13,5 Prozent deutlich Abläufe und erzählen persönliche
Ruhrgebiet erkennt man deut- höher. Geschichten. Ein Ruhrmuseum
und der Ausbau des Design-
Industrie- Zentrums sind in Planung.
anlagen wie
hier in Duis-
burg Bruck- Ideen für Duisburg
hausen
prägten das
Ruhrgebiet Duisburg ist geprägt durch sei-
jahrzehnte- nen Hafen. Er war zur großen Zeit
lang
der Kohleförderung und der
Stahlerzeugung der größte
Binnenhafen der Welt. Die
Foto: Heiko Maschowski

Speicher und Mühlengebäude


des ehemaligen Getreidehafen
– der „Brotkorb des Reviers“ –
standen lange Zeit leer und droh-
ten zu verfallen. Wegen der Nähe
zur Duisburger Innenstadt erfolg-

30 TIPP 1/2002
S 28-31 Ruhr ergänz Text 23.11.2001 10:59 Uhr Seite 31

te der Umbau der alten Speicher- Am Duisbur-


ger Innen-
stadt zu einem neuen Stadtteil. hafen ent-
Die Gebäude am Wasser wurden stand ein mo-
liebevoll restauriert; es entstan- dernes Wohn-
viertel
den Bürogebäude und Museen;
Neubauten liegen an Grachten
mit Zugang zu einem abgetrenn-
ten Hafenbecken, dessen
Wasserqualität sogar das Baden
erlaubt.

Im Park des Innenhafens schuf


der israelische Künstler Dani
Kravan einen „Garten der Er-
innerung“. Er ließ Teile abbruch-
reifer Gebäude, zum Beispiel
Treppenhäuser, einfach stehen
und weiß anstreichen. So ent-
standen Skulpturen in dem

Foto: Hubertus Ahlers


großzügig angelegten Park, in
dem sich auch die neue Syna-
goge Duisburgs befindet. Ihre
ungewöhnliche Architektur erin-
nert an ein aufgeschlagenes
Buch.
„verbotene Stadt“; nur die Arbei- ten, d.h. der Mensch greift nicht
Was heute „Landschaftspark ter hatten Zutritt. Internationale nennenswert ein. So entsteht nun
Duisburg Nord“ heißt, war bis Landschaftsplaner planten für ein industrieller Naturpark mit
1985 ein Standort der Eisen- das 200 Hektar große Gelände einem großen Reichtum an Tier-
produktion. Wie andere Industrie- die Zukunft. Ihre Idee: Die Natur und Pflanzenarten. Sportler und
gelände handelte es sich um eine darf das Gelände selbst gestal- Künstler nutzen die Hochöfen,
Erzbunker und Gebäude: Der
Gasometer wurde mit Wasser
gefüllt und mutierte zum Tauch-
becken; in den Bunkeranlagen
trainiert der deutsche Alpen-
verein; nachts erstrahlen die
verrottenden Bauten in rotem,
grünem, blauem und gelbem
Licht – eine fantastische In-
szenierung des britischen Licht-
künstlers Jonathan Park.
Foto: Hubertus Ahlers

Informationen im Internet

Alle Ergebnisse des Landes-


kundeseminars über das Ruhr-
gebiet sind im Internet abrufbar:
Vor dem Design-Zentrum Nordrhein-Westfalen in der Zeche Zollverein XII www.goethe.de/z/23/lme34

TIPP 1/2002 31
S 32 JUMA i. Unterr. 23.11.2001 11:02 Uhr Seite 32

JUMA 1/2002 IM UNTERRICHT

Kurz und bündig Restpfennig-Aktion


JUMA-Seite 7

Informationen zu einzelnen JUMA-Artikeln Nach dem 28. Februar 2002 ist


die D-Mark kein Zahlungsmittel
mehr. Bis dahin will die Rest-
Luftige Perspektive Gesellschaft (Parteien, Kirchen pfennig-Aktion neben Pfennigen
JUMA-Seite 4 usw.) Sitze in den Aufsichts- und Wünsche, Ideen und Visionen
Kontrollgremien der Sender der sammeln, wofür sie die gespen-
Die öffentlich-rechtlichen Rund- Allgemeinen Rundfunk- und deten Pfennige verwenden soll.
funk- und Fernsehanstalten der Fernsehanstalten Deutschlands Eine 12-köpfige Kommission
Bundesrepublik erheben Ge- (ARD) und des Zweiten Deut- entscheidet Mitte 2002 darüber;
bühren: In der Regel bezahlen schen Fernsehens (ZDF) haben. ihre Mitglieder werden unter den
Privathaushalte zur Zeit monat- Diese Sender strahlen das erste Bewerberinnen und Bewerbern
lich 31 Mark 58 für Fernseh- und und zweite Fernsehprogramm durch das Los ermittelt.
Radioempfang. Mit dem Einzug sowie regionale Rundfunk- und „Weil jeder Pfennig Teil einer
des Geldes ist die Gebührenein- Fernsehprogramme aus. großen Idee ist“, lädt die Aktion
zugszentrale (GEZ) beauftragt; Die privaten Sender finanzieren seit 1996 die rund 81 817 500
ihre Mitarbeiter suchen auch sich durch Werbung oder es han- in Deutschland lebenden
Schwarzhörer und -seher, d.h. delt sich um „Pay-TV“, d.h. der Menschen ein, sich zu beteiligen.
Rundfunk- und Fernsehteilneh- Empfang ist gebührenpflichtig. Die Initiatorin – die Künstlerin
mer, die ihre Gebühren nicht be- Über Kabel oder Satellit kann Susanne Bosch – hofft auf
zahlen (und die sie dann „hoch- man in Deutschland über 30 mindestens ebenso viele 1- und
gehen“ lassen, d.h. deren Betrug Fernsehprogramme und zahl- 2-Pfennigstücke. Das entspricht
sie aufdecken). reiche Radiosender empfangen. einem Betrag von 800 000 bis
„Öffentlich-rechtlich“ bedeutet, 1,6 Millionen D-Mark (etwa
dass Vertreterinnen und Vertreter Die GEZ im Internet: 400 000–800 000 Euro).
aus verschiedenen Bereichen der www.gez.de
Die Restpfennigaktion
im Internet:
www.restpfennig.de

Tipp für den Unterricht:


Fragen Sie Ihre Schülerinnen
und Schüler: „Welche Wünsche,
Ideen, Visionen oder Utopien“
würdet ihr mit dem Pfennigberg
verwirklichen?“ Senden Sie die
besten Vorschläge an die
Redaktion JUMA, Stichwort:
Restpfennigaktion, Frankfurter
Straße 40, D-51065 Köln.
TIPP veröffentlicht eine Auswahl
und bedankt sich bei den Ein-
senderinnen und Einsendern mit
Geschenkpaketen für den
Foto: GEZ

Deutschunterricht.
Einsendeschluss ist der
Die Gebühreneinzugszentrale (GEZ) der öffentlich-rechtlichen Rundfunk- und Fern-
sehsanstalten liebt Wortspiele: „schwarz sehen“ bedeutet in diesem Fall fernsehen
31.12.2002. Der Rechtsweg ist
ohne Gebühren zu bezahlen ausgeschlossen.

32 TIPP 1/2002
S 33 Sms 23.11.2001 11:06 Uhr Seite 33

LANDESKUNDE SPEZIAL

Hallooooo!
Linguist Jannis K. Androutsopoulos über Jugendsprache per SMS
Neue Kommunikationsform und Danksagung. Häufig kommt „Telegrammstil“. Beispiel:
noch eine dritte Meldung hinzu, „Morgen Frühstück?“
Das Kürzel SMS steht für „Short etwa eine Bestätigung, ein Dank,
Message Service“ und bedeutet eine Verabschiedung. In längeren Typisch für SMS unter Freunden
das Verschicken von Kurznach- Dialogen kann man Probleme be- ist der lockere Ton, der sich an
richten über das Handy. SMS hat sprechen oder einfach nur witzige der Umgangssprache orientiert.
in kurzer Zeit die Welt erobert. In Sprüche hin- und herschicken Beispiel: „Hey Maus“. Gefühle
Deutschland wie in anderen Län- (siehe JUMA-Seite 13). Dabei werden mit Ausrufen und Laut-
dern sind Jugendliche die häufig- kommt es immer wieder vor, dass malereien („oje“, „jupi“, „weio-
sten Nutzer. Günstige Anschaf- die Gesprächspartner einander wei“, „würg“, „arghhh“) oder mit
fungspreise, leichte Bedienung „kopieren“, also Teile der vorigen expressiven Dehnungen ( „Hal-
und geringe Kosten machen das Meldung wiederholen. Verab- looooo!“) gezeigt. Dabei geht
Mobiltelefon für Jugendliche schiedet sich z.B. einer mit dem keineswegs der Spaß an Kom-
attraktiv und zugänglich. Für sie Wort „Bussi“ (süddeutsch für munikation verloren. Um sich in-
ist die wichtigste Handy-Nutzung „Küsschen“), tut das der andere teressant zu machen, gehen Ju-
das „Simsen“, also das Ver- auch. Das typische „SMS- gendliche auch bei SMS überaus
schicken und Empfangen von Gespräch“ dauert nur Minuten. kreativ mit Sprache um: Humor
SMS-Nachrichten. Die neue und Schlagfertigkeit sind trotz
Kommunikationsform birgt Lockerer Ton oder wegen der Kürze garantiert.
jedoch Schwierigkeiten: Die So schrieb ein Mädchen an ihre
Nachrichten sind auf 160 Zeichen Beim „Simsen“ beschränkt man Freundin: „Ich will dass du glück-
beschränkt; ihr Verfassen auf der sich auf das Wesentliche und ver- lich bist!“. Antwort: „Ich auch“.
kleinen Handy-Tastatur ist lang- kürzt, wo immer das möglich ist:
wierig und setzt einige Übung
voraus. Im Vergleich zur elektro- • Bekannte Wörter und Wendun-
nischen Post (E-Mail) sind SMS- gen werden abgekürzt, zum
Nachrichten kürzer und teurer. Beispiel Wochentage, Stadt-
Dafür ist das Mobiltelefon immer namen und Grußformeln:
verfügbar. SMS werden folglich „HDL“ (hab dich lieb), „g+k“
überall verschickt und gelesen: (Gruß und Kuss).
im Bus, in der Bahn, im Klassen- • Das Subjektpronomen „ich“ am
zimmer, auf dem Schulhof. Ihre Satzanfang fällt häufig weg:
wichtigsten Pluspunkte: Laut- „Wünsche ein schönes Fest“;
Foto: Thomas Machowina, © Messe Berlin

losigkeit und Diskretion. auch die Pronomen „es/das“,


„wir“ und „du“ fallen häufig
Minuten-Dialoge weg, Beispiel: „Dauert noch“.
• Artikel und Pronomen fehlen,
SMS-Nachrichten sind ein Teil z.B. „Wie war (das) Maifest?“;
der Alltagskommunikation. Man • Manchmal fehlt eine Präpo-
verwendet sie im privaten Be- sition. Beispiel: „Sitzen (im)
reich, unter Freunden und guten Park“. Oder Subjekt und Verb
Bekannten. SMS bedeutet fast fehlen. Beispiel: „(Ich habe) Zum „Simsen“ benutzen die meisten
immer Dialog. Typisch ist ein Paar schon wieder Sehnsucht.“ Handys: Junge Leute bei der Begutach-
• Fallen mehrere Satzteile auf tung der neuesten Generation auf der
aus Frage und Antwort, Vor- Internationalen Funkausstellung (IFA)
schlag und Annahme, Wunsch einmal weg, spricht man vom 2001 in Berlin.

TIPP 1/2002 33
S 34-35 jum bei uns 23.11.2001 11:08 Uhr Seite 34

JUMA BEI UNS

Ergebnisse der Arbeit mit JUMA im Unterricht • blaues Haus = Deutsch


verstehen (1x1 der Sprache,
Auf Weltreise in der Schule geblieben – eine für Standardsprache, Sprach-
JUMA 1/2001, Seiten 8–15 mich völlig neue Erfahrung. geschichte, Sprachverwandt-
TIPP 1/2001, Seiten 4–11 schaften und Sprachkultur)
Nathalie Crocenzo, Herserange, • rotes Haus = Deutsch fühlen
Zwei meiner Klassen haben nach Frankreich (die Schönheit der Sprache,
der Lektüre von JUMA und TIPP Gefühle, Humor, „ohne Worte“)
den französischen Pavillon für die Deutsch entdecken • gelbes Haus = Deutsch be-
nächste Weltausstellung konzi- JUMA 2/2001, Seiten 34–35 greifen (das Verbindende und
piert. Dafür haben sie ihrer TIPP 2/2001, Seite 27 Lebendige der Sprache)
Ansicht nach Wichtiges über ihr
Land zusammengestellt: Unter Die Schüler lesen den JUMA- Danach teilen sich die Schüler
den Themen waren „die französi- Artikel „Deutsch entdecken“. entsprechend der „Häuser“ in
sche Küche“, „Regionen Frank- Der Lehrer schreibt folgende und Gruppen auf. Jede Gruppe berei-
reichs“ usw. weitere Begriffe auf je einen tet u.a. mit dem bereits vorhan-
Zettel: Alltagsgeräusche, Promi- denen Material eine Ausstellung
Um ihr Projekt fertig zu stellen, ist nentenfotos, Internationalismen, zu ihrem „Haus“ vor.
die Klasse sogar freiwillig länger Comics, Wörterbücher, Verben in
Wort und Bild, Sprachspiele, Silfira Schaichutdinowa,
Alphabet, Lebkuchenherzen, Taschkent, Usbekistan
Zahlen und Fakten, Deutschland-
puzzle, Glückskekse. Wer weiß ...?
JUMA 3/2000, Seiten 9–13
In der Klasse legt er die Zettel in TIPP 3/2000, Seiten 4–7
einen Behälter (Hut, Eimer,
Karton o.ä.). Jeder Schüler zieht Auch meine Schülerinnen haben
einen Zettel. Zu Hause sammeln sich in Erwachsene verwandelt.
alle Schüler Material zu ihren Sie haben wie die Jugendlichen
Foto: Jörg-Manfred Unger

Zetteln. in JUMA ihre Lebensgeschichte


erzählt (siehe meinen Vorschlag
Beispiel Alltagsgeräusche: für die Deutschstunde auf der
Türen schließen, schnarchen Kopiervorlage, TIPP-Seite 35).

Susanne und Arndt auf der Die Schüler ordnen ihre Arbeiten Marianne Jacquet, Saint Jean de
Expo 2000 in Hannover je einem Haus zu: Maurienne, Frankreich

34 TIPP 1/2002
S 34-35 jum bei uns 23.11.2001 11:08 Uhr Seite 35

KOPIERVORLAGE

Aufgabe

Schülerinnen aus Frankreich haben sich in Erwachsene verwandelt.


Erzählt ihre Lebensgeschichten!

Ich stehe auf. Ich schaue in den Spiegel. Ich bin 45 Jahre alt und ich bin glücklich,
denn ich habe meinen Lebenstraum verwirklicht ...

Pauline, 16

Pauline, 45

Gestern bin ich in Rente gegangen. Das macht mich sehr unglücklich, denn mein
Beruf war mein Leben ...

Morgane, 16

Morgane, 60

Gerne erinnere ich mich an die Zeit nach dem Abitur! Ich habe eine Reise gemacht,
die mich in viele Länder führte ...
WER WEISS …?

Fanny, 16

Fanny, 50

TIPP 1/2002 35
S 36-37 Seminare 23.11.2001 11:12 Uhr Seite 36

JUMA BEI UNS

Seminare mit JUMA und TIPP


In der Slowakei Moment mal! Danach rät eine Schülerin oder
fanden an mehreren JUMA-Seiten 4–7 ein Schüler mit verbundenen
Augen vor der Klasse, was ihm
Orten JUMA/TIPP- Ein Spiel für Anfängerklassen mit unter die Nase gehalten wird. Alle
Seminare statt. der Meldung „Luftige Perspek- haben dafür etwas mitgebracht.
Dabei machten tive“: „Alle Hände fliegen hoch!“
Die Schülerinnen und Schüler Beispiele:
slowakische Deutsch-
sitzen im Kreis. Eine/r beginnt ein Radiergummi, eine
lehrerinnen und zum Beispiel mit den Worten alte Socke, Parfüm
-lehrer Vorschläge „Alle Luftballons fliegen hoch!“
für den Unterricht mit Schnell heben alle die Hände in Die jeweilige Frage lautet:
die Luft. Der/die nächste sagt „Was riechst du jetzt?“ Bei einer
JUMA-Artikeln aus
zum Beispiel „Alle Autos fliegen richtigen Antwort ist die nächste
dem aktuellen Heft. hoch!“ Wer jetzt die Hände hoch Schülerin bzw. der nächste Schü-
TIPP veröffentlicht hebt, scheidet aus. Wer als letz- ler an der Reihe. Verlierer ist, wer
eine Auswahl. te/r übrig bleibt, gewinnt. am häufigsten daneben tippt.
Wichtig: das Spiel lebt von der
Schnelligkeit der Sätze und Simone
Bewegungen! JUMA-Seite 21

Variante: 1. Der Comic „schreit danach“,


„Alle ... springen weit!“ usw. Sprech- und Denkblasen hinein-
zumalen.
Zum Artikel „Berliner Duft“:Jede
Schülerin und jeder Schüler be- Beispiel:
schreibt 5–8 Situationen in ihrem Aufstehen, Simone!
bzw. seinem Leben, die mit be-
stimmten Düften bzw. Gerüchen 2. Mutter und Tochter erzählen
verbunden sind. die Geschichte aus ihrer
Perspektive.
Beispiel:
Duschen – Shampoo 3. Die Schülerinnen und Schüler
bekommen den Comic ohne das
Sie machten die letzte Bild. Sie erfinden selbst
Vorschläge für
den Deutsch- einen Gag.
unterricht mit
Meldungen der Varianten:
JUMA-Rubrik
„Moment mal!“: 1. Sie bekommen nur das
Kolleginnen in der erste und das letzte Bild
slowakischen
Hauptstadt oder nur das erste Bild oder
Fotos: Jörg-Manfred Unger

Bratislava nur das letzte Bild oder nur ein


Bild aus der Mitte und vervoll-
ständigen die Geschichte.

2. Gruppenarbeit: Jede
Gruppe führt den Comic mit

36 TIPP 1/2002
S 36-37 Seminare 23.11.2001 11:12 Uhr Seite 37

Die Deutschlehrerin- texten alle JUMA-Meldungen um


nen, die am Metho-
dischen Zentrum („Heute morgen ...“) und lesen
von Presov Unter- sie vor.
richtstipps zum
JUMA-Thema „Ein-
fach tierisch“ gaben. 5. Die Klasse sucht Sprichwörter,
Auf dem Foto links: die zu den einzelnen Meldungen
Tatiana Rohálová.
Sie ist unter anderem passen.
Leiterin der Deutsch-
abteilung Beispiel:
Wer anderen eine Grube
gräbt, fällt selbst hinein!
(Ein Fasan schießt zurück)

Mach mit!
1–3 Bildern fort und gibt ihn Zwei oder mehr von ihnen kom-
danach weiter ( bis zum men ins Gespräch (zum Beispiel Und welche Vorschläge für den
Schluss der Stunde). darüber, was sie erlebt haben). Unterricht haben Sie für diese
oder andere JUMA-Artikel des
3. Mutter und/oder Tochter 2. Die Schülerinnen und Schüler aktuellen Heftes? Schreiben Sie
„verschwinden“ aus dem bekommen nur die Zeichnungen. an die
Comic. Die Schülerinnen Sie schreiben selbst Texte dazu.
füllen die Lücken mit Zeich- Redaktion JUMA
nungen und Sprech- und Variante: Stichwort: Unterrichtsvorschläge
Denkblasen. Sie bekommen die Texte und Frankfurter Straße 40
fertigen Zeichnungen dazu an. D-51065 Köln
4. Die Lehrerin bzw. der Lehrer
zerschneidet den Comic in ein- 3. Die Lehrerin bzw. der Lehrer TIPP veröffentlicht die besten
zelne Elemente. Die Schülerinnen liest den Anfang und/oder das Ideen und bedankt sich bei deren
und Schüler setzen sie in Klein- Ende eines Textes vor. Die Klasse Einsenderinnen und Einsendern
gruppen zusammen und ergän- erfindet den Rest. mit dicken Geschenkpaketen für
zen sie und/oder sie lassen Teile den Deutschunterricht. Einsen-
wegfallen, so dass neue Comics 4. „Nachrichtensprecherinnen“ deschluss ist der 31.12.2002. Der
entstehen. und „Nachrichtensprecher“ Rechtsweg ist ausgeschlossen.

5. Die Kasse schlägt neue Titel für


den Comic vor. Slowakische Lehrerin-
nen und deutsche „Pro-
gramm“-Lehrerinnen
Beispiel: und -Lehrer, die wie in
Morgenstund’ hat anderen Ländern Mittel-
und Osteuropas an
Gold im Mund! einheimischen Schulen
unterrichten. Sie hatten
in Kosice die Ideen für
6. Die Schülerinnen und Schüler die Deutschstunde mit
suchen nach Gründen, warum „Simone“. Auf dem Foto
Simone am Morgen so müde ist. hinten, Zweiter von
rechts: Heinrich
Heinrichsen, Fach-
Einfach tierisch berater für Deutsch der
Zentralstelle für das
JUMA-Seiten 34–35 Auslandsschulwesen
(ZfA), Köln, in der
1. Partner- bzw. Gruppenarbeit: Slowakei

Die Tiere werden ausgeschnitten.

TIPP 1/2002 37
S 38-39 Interview 23.11.2001 11:15 Uhr Seite 38

JUMA BEI UNS

„Regionale Zusammenarbeit fördern!“


Helena Hanuljaková aus Bratislava, Slowakei, ist Präsidentin des slowakischen Deutsch-
lehrer- und Germanistenverbandes, Abteilungsleiterin für Fremdsprachen und Auslands-
beziehungen am Methodischen Zentrum Bratislava und seit August 2001 neue Präsidentin
des Internationalen Deutschlehrerverbandes (IDV). TIPP hat sie interviewt.

Durch meine Arbeit als Präsiden- Landesverbände dabei unter-


tin des Slowakischen Deutsch- stützen, indem der IDV seine
lehrerverbandes kenne ich die Informationen mittels elektroni-
Anforderungen, Aufgaben und scher Medien weiter ausbaut und
Probleme eines nationalen den Verbänden beim Aufbau
Foto: Jörg-Manfred Unger

Deutschlehrerverbandes ziemlich eigener Webseiten hilft.


genau. Das erleichtert Entschei-
dungen auf internationaler Ebe- Wie soll die regionale Zusam-
ne. Andererseits bekomme ich menarbeit konkret aussehen?
durch meine Tätigkeit für den IDV
Einblicke in die Arbeit anderer Bei gemeinsamen Veranstaltun-
Helena Hanuljaková
Landesverbände. Nicht selten gen könnten sich mehrere
können wir in der Slowakei Deutschlehrerverbände einer
daraus Nutzen ziehen. Region treffen. Das hat zum Bei-
spiel in Argentinien bereits ganz
Wollten die Mitglieder des IDV Welche Akzente wollen gut funktioniert. Hier haben Ver-
mit Ihrer Wahl ein politisches sie in ihrer IDV-Präsidentschaft treterinnen und Vertreter aus
Signal setzen? setzen? ganz Lateinamerika zusammen-
gearbeitet. Auch in Afrika wurden
Meine Wahl hat gewiss mit der Primäre Aufgabe des Verbandes schon gemeinsame Projekte in
mittlerweile großen und weiter wird es sein, Deutsch in Europa Angriff genommen.
zunehmenden Bedeutung der und der Welt weiter zu unterstüt-
deutschen Sprache in Osteuropa zen. Dabei soll die regionale Welche Forderungen haben Sie
etwas zu tun, andererseits ist sie Arbeit künftig einen höheren an die Politik?
sicher vor dem Hintergrund der Stellenwert bekommen. Ich
geplanten Osterweiterung der glaube, dass die Deutschlehrer In der Europäischen Union sollte
Europäischen Union zu sehen. und -lehrerinnen einer Region Deutsch unbedingt Amtssprache
Eine wichtige Rolle hat bestimmt gemeinsame Anliegen, Aufgaben werden. Gerade hier, wo Deutsch
meine 4-jährige Erfahrung als Ge- und Probleme haben. Wenn über gesprochen wird, sollte auch sein
neralsekretärin des IDV gespielt: Landesgrenzen hinaus eine Zu- Wert deutlich gemacht werden.
Ich kenne die Probleme vieler sammenarbeit stattfindet, ist das Das hätte direkte Auswirkungen
Verbände persönlich und kann sicherlich effektiver. Eine weitere auf den Deutschunterricht nicht
ihnen dadurch besser helfen. Aufgabe wird die Förderung und nur in Europa: Die Schülerinnen
der Ausbau der Arbeit mit elektro- und Schüler würden sich viel
Sie sind sowohl Präsidentin nischen Kommunikationsmög- mehr für dieses Fach interes-
des Internationalen Deutsch- lichkeiten sein, was im Zeitalter sieren.
lehrerverbandes als auch der Globalisierung unbedingt
Präsidentin des slowakischen notwendig ist. Wir wollen die Die XII. Internationale Tagung
Deutschlehrerverbandes. Hat der Deutschlehrerinnen und
das Einflüsse auf Ihre Arbeit? Deutschlehrer in Luzern,
Schweiz, stand unter dem

38 TIPP 1/2002
S 38-39 Interview 23.11.2001 11:15 Uhr Seite 39

II INFORMATION
Die In
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Der Internationale Deutschlehrerverband

Der Internationale Deutschlehrerverband (IDV) ist Dachverband


für nationale, organisierte Deutschlehrerverbände auf allen
Kontinenten. Er hat 90 Mitglieder-Verbände aus 74 Ländern
Motto der Mehrsprachigkeit. (Stand 2001) und vertritt dort die Interessen von rund
Wie sehen Sie vor diesem 250 000 Deutschlehrerinnen und Deutschlehrern. Auf der
Hintergrund den Fachspra- XII. Internationalen Tagung der Deutschlehrerinnen und Deutsch-
chenunterricht, also dass zum lehrer in Luzern, Schweiz, wurden 2001 insgesamt 5 Mitglieder für
Beispiel Physik oder Chemie eine 4-jährige Amtsperiode in den Vorstand des IDV gewählt:
in der Slowakei auf Deutsch
unterrichtet werden? Helena Hanuljaková, Slowakei (Präsidentin)
Sebastian Bemile, Ghana (Vizepräsident)
Die Idee finde ich ausgezeichnet, Lucka Pristavec, Slowenien (Generalsekretärin)
besonders wenn es darum geht, Alfred Schulze, Kanada (Schatzmeister)
angehende Spezialistinnen und Marco A. Schaumloeffel, Brasilien (Schriftleiter)
Spezialisten auszubilden. Diese
sollten ihr Fachgebiet nicht nur in Ihnen zur Seite stehen die Experten
einer Sprache kennen. Schließ- Rolf Stehle (Goethe-Institut Inter Nationes, München),
lich dienen Sprachen nicht nur Brigitte Ortner (Österreich Institut),
der Verständigung im Alltag, son- Monika Clalüna (Arbeitskreis Deutsch als Fremdsprache in der
dern helfen auch bei Studienauf- Schweiz.
enthalten im Ausland und bei der
Ausübung eines Berufs. Ziele des IDV sind u.a.:

Welche Erfahrungen haben Sie • die Förderung der Kontakte und der Zusammenarbeit zwischen
mit JUMA und TIPP gemacht? Deutschlehrerverbänden und ihren Mitgliedern
• die Unterstützung der Deutschlehrerinnen und Deutschlehrer
In meiner Zeit als Gymnasial- bei ihrer Tätigkeit und fachlichen Aus- und Weiterbildung
lehrerin für Deutsch habe ich sehr • die Weiterentwicklung des Faches Deutsch als Fremdsprache
oft mit JUMA und TIPP gearbei- • die Förderung einer angemessenen Stellung der deutschen
tet. Meistens habe ich JUMA als Sprache
Zusatzmaterial verwendet. Die
methodisch-didaktischen Vor- Dabei soll es vorrangig um einen Deutschunterricht gehen, der
schläge in TIPP haben mich auf dem interkulturellen Austausch und der Begegnung mit den
viele Unterrichtsideen gebracht. Kulturen deutschsprachiger Länder und Regionen dient. Der IDV
Meine Schülerinnen und Schüler hat keine eigene Geschäftsstelle; er ist über die Instituts-Adresse
haben sich immer gefreut, wenn seiner Präsidentin erreichbar:
ich JUMA in den Unterricht mit-
gebracht habe. Nicht nur, weil Dr. Helena Hanuljaková
ihnen die Lektüre Spaß gemacht Metodické centrum
hat, sondern auch, weil sie wuss- Tomásikova 4; P.O. Box 14
ten, dass ich in dieser Stunde SK-820 09 Bratislava Das Logo des
Internationalen
nicht prüfen würde. Slowakische Republik Deutschlehrer-
E-Mail: Hanuljakova@mcsr.sanet.sk verbandes

TIPP 1/2002 39
S 40-41 Slowakei 23.11.2001 11:18 Uhr Seite 40

JUMA BEI UNS

Deutsch in der Slowakei


Die Präsidentin des dern als Chance, denn in vielen uns einen Überblick über den
slowakischen Deutsch- Bereichen der Berufswelt und der Leistungsstand. Wir begrüßen es
Wirtschaft werden heute mindes- auch, dass es bei internationalen
lehrer- und Germanisten- tens 2 Fremdsprachen verlangt. DaF-Wettbewerben zu Begeg-
verbandes, Helena Hanul- Deutsch hat hierbei als besonde- nungen zwischen SchülerInnen
jaková, über Aspekte des re Qualifikation weiterhin einen der Slowakei und anderen Län-
wichtigen Stellenwert. dern kommt.
Deutschunterrichtes in
ihrem Land Deutsch als begehrte Die beruflichen und wirtschaft-
Fremdsprache lichen Chancen, die mit einem
In den Ländern Mitteleuropas Abschluss in Deutsch verbunden
– insbesondere in der Slowakei – In der Slowakei lernen zur Zeit sind, möchte ich besonders
nimmt der Fremdsprachenunter- ungefähr die Hälfte aller Schüle- hervorheben. So erleichtert der
richt traditionell eine wichtige rinnen und Schüler Deutsch als Erwerb des Deutschen Sprach-
Rolle ein. Aufgrund historischer, erste oder zweite Fremdsprache. diploms oder des Österreichi-
politischer und wirtschaftlicher Der Unterricht beginnt teilweise schen Sprachdiploms die Auf-
Bedingungen hat der DaF-Unter- schon im Kindergarten und in nahme eines Studiums in diesen
richt in der Slowakei einen wich- vielen Grundschulen der Slowa- Ländern oder verbessert deutlich
tigen Stellenwert. Die engen ge- kei wird Deutsch ab der ersten die Berufsaussichten.
schichtlichen und wirtschaftli- Klasse angeboten.
chen Verbindungen zu Österreich Die Situation der
machten es schon früher unaus- Im Allgemeinen lernen junge Lehrerschaft
weichlich, dass Deutsch in der Slowakinnen und Slowaken
Schule und im Beruf gesprochen Deutsch ab der 5. Klasse in der Die Ergebnisse im DaF-Unterricht
werden musste und in vielen Grundschule und in den weiter- wären nicht ohne das besondere
Familien war Zwei- oder Drei- führenden Schulen. Der schuli- Engagement vieler der zur Zeit
sprachigkeit selbstverständlich. sche Deutschunterricht dauert rund 5 000 Deutschlehrerinnen
ungefähr 8 Jahre, wobei die und -lehrer in der Slowakei mög-
Vor der Wende gab es natürlich Wochenstundenzahl zwischen lich. Diese Zahl wurde nur durch
gute Beziehungen zur DDR, wo 3 und 8 Stunden liegt. die Umschulung oder Requalifi-
junge Slowakinnen und Slowa- kation von Kolleginnen und Kolle-
ken auch studierten. Nach der Viele Schülerinnen und Schüler gen möglich, die zuvor zum Bei-
politischen Wende in unserem kommen heute mit überdurch- spiel Russisch unterrichtet haben.
Land und der Abschaffung von schnittlichen Deutschkenntnis-
Russisch als erster Pflichtfremd- sen an die Gymnasien oder Fach- Diese Maßnahmen dauern bis
sprache wurde Deutsch zu einem schulen unseres Landes. Dieses heute an. Wir stehen nämlich vor
der am meisten gefragten Fächer Wissen bildet die Grundlage für dem Problem, dass viele ausge-
in den Schulen, Hochschulen und die Erweiterung der Deutsch- bildete Deutschlehrerinnen und
Universitäten. In den letzten Jah- kenntnisse z.B. im Bereich des -lehrer die Schulen verlassen,
ren wuchs jedoch auch die Nach- Fachwortschatzes. da ihre Bezahlung sehr schlecht
frage nach Englisch. Wir sehen ist und Arbeitnehmer mit
dies nicht als Konkurrenz, son- Die regelmäßig in der ganzen Deutschkenntnissen in der freien
Slowakei durchgeführten
Deutsch-Olympiaden geben

40 TIPP 1/2002
S 40-41 Slowakei 23.11.2001 11:18 Uhr Seite 41

So besteht zum Beispiel neben


dem traditionellen 4-jährigen
Gymnasium auch ein 6- oder
8-jähriges Gymnasium. Für alle
Schulen müssen besondere
Lehrpläne erarbeitet werden. Es
bedarf häufig der engen Abspra-
che unter den Ortslehrkräften,
damit die Lernziele in einer Klas-
senstufe erreicht werden. Auch

Foto: Jörg-Manfred Unger


eine Absprache unter den DaF-
Lehrerinnen und -lehrern an den
einzelnen Schulen ist wünschens-
wert und muss in nächster Zeit
noch gefördert werden.

Großes Engagement: slowakische Deutschlehrerinnen, hier eine Gruppe vor dem Um eine Vereinheitlichung der
Methodischen Zentrum in der Hauptstadt Bratislava
Deutschkenntnisse an den
Gymnasien zu erreichen, wurde
Wirtschaft deutlich mehr verdie- und Kollegen, damit die metho- ein Projekt namens „Monitor“ be-
nen. Vor diesem Hintergrund ist disch-didaktische Arbeit auch in gonnen. Es hat zum Ziel, einheit-
auch verständlich, dass viele Zukunft gesichert ist. liche und zentral erarbeitete Prü-
Lehrerinnen und Lehrer mit einem fungsaufgaben für die Abschluss-
Deputat von bis zu 30 Unter- Bei der Verbreitung des Deutsch- klassen der Gymnasien vorzule-
richtsstunden à 45 Minuten in der unterrichts übernehmen auch die gen. Die bilingualen Schulen und
Woche noch einen zweiten oder Schulen für die deutschsprachige die Sprachdiplomschulen geben
sogar dritten Arbeitsplatz Minderheit in der Slowakei eine darüber hinaus die Möglichkeit,
brauchen. wichtige Funktion. Am Erfah- neben festgelegten Lehrplänen
rungsaustausch mit den Lehre- und Lernzielen auch einen in den
In der Lehrerfortbildung stehen rinnen und Lehrern an diesen deutschsprachigen Ländern
wir vor großen Herausforderun- Grundschulen und Gymnasien anerkannten Abschluss zu er-
gen, da vielerorts das notwendi- besteht reges Interesse. werben. Auch auf diesem Gebiet
ge Geld nicht zur Verfügung sind wir an einer intensiven Zu-
steht, um eine systematische Lehrpläne und -inhalte sammenarbeit mit den deutsch-
Weiterqualifikation aufzubauen. sprachigen Ländern interessiert.
Um so mehr ist der Idealismus Die Lehrpläne werden vom Minis-
vieler Kolleginnen und Kollegen terium für Schulwesen festgelegt. Übrigens: Von jeder Ausgabe
zu bewundern, die trotz aller Sie bieten nur eine Orientierung, JUMA und TIPP gehen über
Schwierigkeiten an den Fort- denn sie sind nicht sehr detailliert 20 000 JUMA und fast 1 600 TIPP
bildungen der Methodischen festgelegt. Hinzu kommt, dass in die Slowakei. Das zeigt ihre
Zentren in der Slowakei teil- das Schulsystem seit der Wende Beliebtheit und beweist, dass
nehmen. Hier brauchen wir in einer Entwicklungsphase ist. JUMA und TIPP im Deutsch-
besonders die Unterstützung unterricht der Slowakei nicht
deutschsprachiger Kolleginnen mehr wegzudenken sind!

TIPP 1/2002 41
S 42-43 Mach mit 23.11.2001 11:20 Uhr Seite 42

MACH MIT!

Ofczarek’s Mick
In JUMA und in TIPP 1/2001 Haarscharf Geschichte ausgenommen). Der
standen 8 Geschichten mit Comic mit den meisten Punkten
Jede Schülerin und jeder Schüler wird prämiert.
Mick. TIPP fragte nach beantwortet individuell folgende
Unterrichtsideen dafür. Zu Fragen: Neulust
gewinnen war das Original
1. Was würde passieren, wenn Der Lehrer deckt die Texte des
eines Mick-Comics von
ich mir die Haare färben lassen Comics „Neulust“ ab und schnei-
Cartoonist Bernhard würde? det alle 6 Zeichnungen aus. Die
Ofczarek: Du liebe Zeit 2. Was würde passieren, wenn Schüler bringen die Zeichnungen
(siehe TIPP-Seite 43)! ich mit einem Tattoo nach in die richtige Reihenfolge und
Hause käme? betexten die Sprechblasen neu.
Das Los entschied:
3. Was würde passieren, wenn Anschließend ordnen sie die
Gewinnerin ist Gabriella ich mir die Zunge piercen Originaltexte den Zeichnungen in
Hevesi, Deutschlehrerin an lassen würde? richtiger Reihenfolge zu.
der ungarischen Schule in
Die besten Situationen werden Varianten:
Temeswar, Rumänien. 1. Die Schüler fügen an meh-
der Klasse vorgespielt.
Hier sind ihre Vorschläge für reren Stellen zusätzliche
die Deutschstunde mit den Gelungener Abend Bilder mit Text ein.
4 Mick-Geschichten in 2. Der Hund und/oder der
Die Schüler bilden Kleingruppen. Fisch nehmen am Comic-
TIPP 1/2001. Jede Gruppe bekommt nur die Dialog teil.
ersten beiden Bilder des Mick-
Comics „Gelungener Abend“. Immer schneller!
Gemeinsam schreiben die
Schüler die Geschichte in ihren Kleingruppenarbeit: Jeder
Gruppen weiter (frei nach Mick: Schüler schreibt einen Wunsch-
„Ich muss mir was einfallen las- zettel, auf dem 5 Wünsche
sen!“). Im Rotationsverfahren stehen. Jeder trägt seine
zeigen sich alle Gruppen gegen- Wünsche in seiner Gruppe vor.
seitig die Ergebnisse. Jeder Die Mitschüler geben ihm Rat-
Schüler gibt jeder Geschichte schläge, wie seine Wünsche in
bis zu 5 Punkte (die eigene Erfüllung gehen können.

Gruppenbild mit
5 Schülerinnen und
einem Schüler:
Deutschlehrerin
Gabriella Hevesi
(rechts)

42 TIPP 1/2002
S 42-43 Mach mit 23.11.2001 11:20 Uhr Seite 43

TIPP 1/2002 43
S 44-45 Vorschau 23.11.2001 11:23 Uhr Seite 44

VORSCHAU

Einige Themen in Heft 2/2002


Eine Gruppe Jugendlicher hat sich auf
dem Bauernhof „Gut Gollin“ in Brandenburg
auf den „Öko-Führerschein“ vorbereitet.
Er soll unter anderem bei der Suche
nach Ausbildungs- und Praktikumsstellen im
Umweltbereich helfen. Dabei erfuhren sie viel
über Umwelt- und Naturschutz sowie gesell-
schaftliche und politische Zusammenhänge.

Foto: Michael Kämpf


Sie ist ein Model und sie sieht gut aus: Eva hat den Beruf,
von dem viele Mädchen träumen. Doch die Schülerin
weiß, dass der Job für sie kein Beruf mit Zukunft ist. Nur
wenige bekommen die ganz große Chance wie zum Beispiel
das deutsche Supermodel Claudia Schiffer.
Foto: Toni Gard Fashion

Weitere Themen in Vorbereitung

Lena und Alexander sind beide


13 Jahre alt. JUMA berichtet über ihr
Leben, ihre Vorlieben, Wünsche und
Probleme.

„Rappen macht das Lernen leicht!“


Eine gestresste Mutter hat aus der Not
Bisher trugen deutsche Jugendliche eine Tugend gemacht und musika-
keine Schuluniformen. Doch im Zeit- lische CDs für Englisch, Deutsch und
alter von teuren Markenklamotten ist Mathematik produziert.
die Diskussion darüber an vielen
Schulen entbrannt. Einige Schüler „Alles nur ein Spiel?“ Auf sogenannten
machten bereits Erfahrungen mit dem LAN-Partys vernetzen Jugendliche ihre
Einheitslook. Mit unterschiedlichen Computer und spielen gegeneinander.
Ergebnissen, wie JUMA erfuhr ...
Foto: Michael Kämpf

Im Jahr 1990 befragte eine Pädagogin


Jugendliche aus Ost und West nach
ihren Lebensentwürfen. 10 Jahre spä-
ter hat sie noch einmal nachgefragt.

44 TIPP 1/2002
S 44-45 Vorschau 23.11.2001 11:23 Uhr Seite 45

Studieren in Deutschland
JUMA plant eine Serie
über das Studium auslän- Welche Fragen haben Sie ...
discher Studentinnen und
... zu den grundsätzlichen Bedingungen eines Studiums
Studenten in Deutschland. in Deutschland?
Dabei geht es um Fragen
wie „Unter welchen Vor- ... zu den Informationsquellen in Ihrem Land?
aussetzungen bekommt
... zu den erforderlichen Deutschkenntnissen?
man einen Studienplatz an
einer deutschen Fach- ... zur Studiensituation allgemein?
hochschule oder Univer-
... zu den unterschiedlichen Angeboten an Fachhochschulen,
sität? Welche Fächer gibt
Technischen Hochschulen, Universitäten?
es? Wie verläuft das Studi-
um? Welche Studienorte ... zu den Studienorten?
sind attraktiv? Wie ist das
... zu den Fächern?
Freizeitangebot?“ Damit
bei der Berichterstattung ... zum Studienverlauf?
keine Fragen offen blei-
ben, bittet TIPP Sie um ... zu den Abschlüssen?
Ihre Mitarbeit. Antworten ... zu speziellen Angeboten für ausländische Studenten?
Sie bitte auf die Fragen
rechts, stellen Sie ggf. ... über ein Kurzzeitstudium oder als Gasthörer?
eigene Fragen und
... zur Finanzierung des Studiums?
schicken Sie Fragen und
Antworten bis zum ... über das Leben an der Hochschule?
31.3.2002 (Europa)
... über das Freizeitangebot?
bzw. bis zum 30.6.2002
(Übersee) an die
Vorlesung an der
Universität Rostock
Redaktion JUMA
Stichwort:
Studieren in Deutschland
Frankfurter Straße 40
D-51065 Köln
Foto: Michael Kämpf

TIPP 1/2002 45
S 46-47 Leserbriefe 23.11.2001 11:36 Uhr Seite 46

LESERBRIEFE

An die dann oft der Groschen. ber nachzudenken, wel-


Die Disziplin und die Ge- che Probleme die von Brieffreundschaften
Redaktion JUMA
duld, die man braucht, mir aufgegebene Haus- Ukraine
Frankfurter Straße 40 um zu Hause etwas auf- aufgabe meinen Schüle- Deutschlehrerin, 40,
D-51065 Köln zuarbeiten, sind für den rinnen und Schülern be- sucht weltweit Brief-
E-Mail:tipp@juma.de Erfolg im späteren Le- reiten könnte, wozu sie kontakte.
ben unbedingt notwen- dient und wieviel Zeit sie Galina Arschinowa
dige Eigenschaften. beansprucht. Tip. Lenina 267
Hausaufgaben 54008 Nikolajew 8
Ich muss allerdings zu- Auf der einen Seite finde
Meine Meinung zum geben, dass besonders ich es wichtig, die Schü- Algerien
Thema „Hausaufgaben“ hier in England die Schü- lerinnen und Schüler mit Deutschlehrer, 40,
in JUMA/TIPP 3/2000: lerinnen und Schüler den Hausaufgaben nicht sucht Briefpartnerin-
Ich bin fest davon über- durch Massen an Pro- zu überfordern, auf der nen und -partner aus
zeugt, dass Hausaufga- jekten und Aufsätzen in anderen Seite sollte das aller Welt. Interessen:
ben einen sehr wichtigen einigen Fächern oft Gelernte nicht nur wie- Reisen, Literatur und
und großen Anteil im überlastet werden. Das derholt werden, sondern Musik.
Prozess des Lernens ist besonders hart, wenn eine kreative Auseinan- Benaouda Okbani
einnehmen. man bedenkt, dass die dersetzung damit statt- B.P. 329
Schülerinnen und finden. Auch sollte die 29000 Mascara
Oft sind die Schülerin- Schüler erst spät am Erledigung der Hausauf-
nen und Schüler in der Nachmittag nach Hause gabe Spaß machen, Frankreich
Schule abgelenkt und kommen. auch wenn das nicht im- Germanistin, 49,
übermüdet oder sie ver- mer und nicht in jedem bekäme gerne Briefe
lassen sich auf ihre Mit- Ulrike Menzer-Black, Fall möglich ist. aus allen Ländern.
schülerinnen und Mit- Bournemouth, Hobbys: Klassische
schüler. Erst zu Hause, Großbritannien Maria Goceliakova, Musik, Theater, Rei-
wenn sie sich ganz Kezmarok, Slowakei sen, Austausch mit
alleine mit dem Lernstoff Ich habe oft viel Zeit da- Menschen anderer
auseinandersetzen, fällt mit verbracht, um darü- Meine Devise: Lieber Kulturen.
wenig, dafür aber Philomena Raymond
gründlich! 9 rue André
Messager
CARTOON Florence Quillet, Escalier 5 Apt 92
Aber es heißt doch: Chamalières, 75018 Paris
„Durch Fehler Frankreich
wird man klug!“
Maskottchen
Die Puppe trägt
Auch Lehrerinnen und 3 Freundschaftsbänder,
Lehrer haben Maskott- die meine 3 Töchter ge-
chen! Mein Maskottchen bastelt haben, als sie
ist eine Puppe, die ich klein waren. Außerdem
noch als Studentin von trägt sie eine kleine Tra-
meinem Mann auf einer getasche. Darin liegen
Reise geschenkt be- Zettel, auf denen die
kommen habe. Es war nettesten Wörter und
©0 Hogli

sein erstes Geschenk Komplimente stehen,


an mich! die mir im Laufe meines

46 TIPP 1/2002
S 46-47 Leserbriefe 23.11.2001 11:36 Uhr Seite 47

Lebens gemacht
wurden.

r
atu
Mein Maskottchen muss

er
mich auf jeder Reise be- Carl Hanser Verlag Auch heute noch

Lit
gleiten! Ich bin fest da- Postfach 86 04 20 dominiert der Frontal-
von überzeugt, dass es D-81631 München unterricht. Eine der
mir unterwegs Glück www.hanser .de vielen Ursachen hierfür
bringt und ich damit Bücherkauf ist die negative Erfah-
wieder gut nach Hause im Internet: Mit dem Roller rung der Lehrenden
zurückkomme. www.amazon.de durchs Ruhrgebiet und Lernenden mit
www.buecher.de JUMA-Seiten 8–12 Gruppenarbeit.
Vítezslava Cihlárová, TIPP-Seiten 22–27
Brno, Tschechien MfG (Mit freund- Sie resultiert aus der
lichen Grüßen) Merian extra falschen Annahme,
Frischer Wind TIPP-Seiten 6–7 Das neue Ruhrgebiet man könne Aufgaben-
stellungen aus dem
JUMA und TIPP stillen Die letzte Jahreszeiten-Verlag Frontalunterricht auf
unseren „Informations- Besatzermusik Poßmoorweg 5 die Gruppenarbeit
hunger“ über die Bun- Die Autobiographie der D-22301 Hamburg übertragen. Erforder-
desrepublik! Fantastischen Vier, www.merian.de lich sind jedoch so-
aufgeschrieben von wohl die Kenntnis von
Die Zeitschriften ergän- Ralf Niemcyk Hallooooo! Techniken, wie Grup-
zen hervorragend unse- JUMA–Seite 13 penarbeit vorbereitet,
re Schulbibliothek, in Verlag Kiepenheuer TIPP–Seite 33 durchgeführt und aus-
die sie „frischen Wind“ & Witsch gewertet wird, wie
hineinbringen. Rondorfer Straße 5 Ludger Jochmann auch das Wissen, wie
D-50968 Köln SMS mit den Emotionen
Tatjana Suchanowa, www.kiwi-koeln.de Sprüche, Tipps aller Beteiligten, die oft
Severodvinsk, Archan- und Tricks nur als Störungen
gelsk-Gebiet, Russland Sportstunde erlebt werden, umzu-
TIPP-Seite 21 Eichborn Verlag gehen ist.
Lebendige Kaiserstraße 66
Auseinandersetzung D-60329 Frankfurt Dazu bietet diese Fern-
am Main studieneinheit aus
Die JUMA/TIPP-Ausga- www.eichborn.de dem Langenscheidt
be mit dem Schwer- Verlag Reflexionen,
punktthema „50 Jahre Deutsch viele Aufgaben und
Bundesrepublik“ (Heft als Fremdsprache praktische Tipps.
3/99) ermöglichte uns
die lebendige Auseinan- Inge C. SchwerdtfegerDie Buchpreise unter-
dersetzung mit der deut- Gruppenarbeit scheiden sich von
schen Nachkriegs- Hartmut von Hentig und innere Land zu Land. Informa-
geschichte aus der Sicht Warum muss ich zur Differenzierung tionen darüber,
Jugendlicher. Vielen Schule gehen? Bezugsquellen sowie
Dank! Eine Antwort an Tobias Langenscheidt Verlag weitere Angebote gibt
in Briefen Neusser Straße 3 es über die jeweilige
Irina Akemowa, Moskau, D-80807 München Verlags- bzw. Bezugs-
Russland www.langenscheidt.de adresse.

TIPP 1/2002 47
S 48 Rückseite 23.11.2001 11:39 Uhr Seite 48

Köpfe aus aller Welt


Lehrerinnen und Lehrer, die Deutsch mit JUMA und TIPP unterrichten

Persida Cuic, 60, Abdelouahed Rouki, 34, Val Cameron, 54,


Deutschlehrerin am Gymnasium Gymnasiallehrer für Deutsch in Deutschlehrerin in Timaru,
Senta, Jugoslawien. Nationale Marrakech, Marokko. Spezialität: Neuseeland. Unterrichtete ein
Seminarleiterin im Bereich DaF Videomitschnitte von deutschen Jahr lang als Austauschlehrerin
und Lehrbuchautorin. Überzeugte Fernsehprogrammen für den Englisch als Fremdsprache in
Abonnentin von JUMA und TIPP Deutschunterricht (dank Satellit) Süddeutschland

Ellen Lammers-Hoog Antink, 29, Etelka Thiering, 57, Jordanka Stojanova, 49,
Deutschlehrerin in Velp, Nieder- seit 1969 Lehrerin für Deutsch als Deutschlehrerin am Sprachen-
lande. Interessiert sich für den Fremdsprache in Budapest, gymnasium von Plovdiv,
Einsatz neuer Medien im DaF- Ungarn. Tätigkeit in der Lehrer- Bulgarien. Arbeitsschwerpunkt:
Unterricht. Machte Deutsch an ihrer fortbildung. Vielseitiger Einsatz Kommunikativer Unterricht, für
Floristinnen-Schule populär – nicht von JUMA und TIPP in Unterricht den „TIPP immer wieder wertvolle
zuletzt dank JUMA und TIPP und Fortbildungsseminaren Anregungen gibt“
Zeichnungen: Cosima Schlinkheider

Arafa Masmoudi, 44, Kerstin Kajlert, 56, Cyrus Maina, 30,


Deutschlehrerin in Constantine, Deutschlehrerin in Lulea, Schwe- Deutschlehrer in Meru, Kenia.
Algerien. Arbeitet in großen den. Schwerpunkt ihrer Tätigkeit: Spezialität: Spiele im Deutsch-
Klassen mit ca. 35 Schülerinnen internationale Projektarbeit, bei unterricht. Benutzt häufig TIPP
und Schülern. JUMA/TIPP sind der die Schülerinnen und Schüler bei der Stundenplanung und als
ihre einzigen deutschen Zeit- die Inhalte mitbestimmen Quelle von landeskundlichen
schriften können Informationen
S 01 TIP TITEL 11.11.2002 10:54 Uhr Seite 1

LANDESKUNDE IM DEUTSCHUNTERRICHT

TIPP
HipHop
Deutscher Rap

Kommunikation
Jugendliche im Gespräch

Quartett
Plattenbauten als Spiel

www.juma.de

1/03
E 0,75
S 02- 03 Inhalt 11.11.2002 10:58 Uhr Seite 2

Liebe Kollegin, lieber Kollege,

immer wieder TIPP – das Lehrerheft zum JUMA


finden Seminare I n h a l t s v e r z e i c h n i s
und Workshops
mit dem Thema
„JUMA und TIPP JUMA 1/2003 im Unterricht Rubriken
im Deutsch-
unterricht“ statt, Wir sind 14 Mach mit!
wie jüngst bei Allenstein in Tipps für die Deutschstunde 4 Weichei-Fieber 23
Polen. Hierbei erfahren die Teil-
nehmer und Teilnehmerinnen, „KLASSEDING“ – Studieren in Deutschland
wie man mit unseren Heften DASDING auf Tour Interview:
kommunikativen, spielerischen Ergänzender Text: „In jeder Hinsicht positiv!“ 24
und handlungsorientierten DASDING ist gelandet 6 Essen in der Mensa:
Unterricht durchführen kann. Reich gedeckter Tisch 28
In Polen haben Lehrerinnen gespendet, geschenkt, Studentenwerke:
und Lehrer sogar anstelle ihrer besorgt Service rund ums Studium 29
Schülerinnen und Schüler Tipps für die Deutschstunde
Information: „Die Insel“ 8 JUMA bei uns
Unterrichtsvorschläge aus Arbeitsergebnisse mit JUMA:
TIPP getestet („Seitenwech- Besuch Planungsgruppen
sel“), bevor sie selbst metho- aus einer anderen Welt und Börsianer 30
disch-didaktische Tipps für Ergänzende Texte: Treffen in Odessa 32
einzelne JUMA-Artikel gaben. Esoterik im Schloss – mit Seitenwechsel 34
Mein Vorschlag: Organisieren Tipps für die Deutschstunde 10 Neuanfang mit Perspektive 36
Sie über Ihren Deutschlehrer- Im Schlangenrestaurant 11
verband oder einfach in der Nachlese
Deutschlehrergruppe Ihrer Spuren der Vergangenheit Neuester Stand:
Schule ein JUMA/TIPP- Ergänzender Text: 50 Jahre Jugendsprache
Seminar und schicken Sie mir Auf Schatzsuche 12 Der, Die, Das Fremde
Sprungbrett für die
die Ergebnisse, die ich gerne
Immer diese Vorsätze! Zukunft 37
mit Fotos veröffentlichen
werde. Anregungen hierfür Tipps für die Deutschstunde 14 Leserbriefe 38
finden Sie im vorliegenden
HipHop – Vorschau
Heft auf den Seiten 32–35. älter als man denkt Sprichwörter
Ergänzende Texte: und Redewendungen
Herzliche Grüße Sommersonne 16 Rolle im Fernsehfilm
Strandidyll Recht auf Asyl 39
Tipps für die Deutschstunde 17
Köpfe aus aller Welt
Jörg-Manfred Unger Plattenbauten im Quartett Lehrerinnen und Lehrer,
Ein Spiel für die die Deutsch mit JUMA
Deutschstunde 18 und TIPP unterrichten 40

2 TIPP 1/2003
S 02- 03 Inhalt 11.11.2002 10:58 Uhr Seite 3

Plattenbauten im Quartett: Alle Spiel-


karten zum Kopieren und Ausschneiden,
die Spielanleitung und Hintergrund-
informationen über Plattenbauten in
Berlin für die Deutschstunde
10

Quartett-Spiel

„In jeder Hin-


Foto: Danuta Kosobudzka
sicht positiv!“:
Jean-Baptiste
aus Frankreich
studierte ein
Semester lang
an der Ruhr-
universität
Bochum. Dafür TIPP im Test
bekam er eine
Studien-Be- Seitenwechsel:
scheinigung, In Polen über-
die an seiner nahmen
Heimatuni- Deutsch-
versität an- lehrerinnen
erkannt wird. und -lehrer die
Rolle ihrer
24 Schüler und
Schülerinnen
und testeten
mit Begeiste-
rung Unter-
Foto: Christine Starke

richtsvor-
schläge aus
TIPP.
26
Foto: Jörg-Manfred Unger

Blick hinter die Kulissen


Reich gedeckter Tisch: Jeden
Tag essen tausende Studierende
in der Neuen Mensa von Dresden.
TIPP hat hinter die Kulissen der
Großküche geschaut.
Interview 20

TIPP 1/2003 3
S 04-05 Wir sind 14 11.11.2002 11:02 Uhr Seite 4

JUMA 1/2003 IM UNTERRICHT

TIPPS FÜR DIE DEUTSCHSTUNDE


MIT DEN JUMA-SEITEN 14–15

Wir sind 14
Jugendliche im Gespräch

Am Schluss einer Deutschstunde gibt die Lehrerin bzw. der Lehrer jeder
Schülerin und jedem Schüler die Abbildung eines Kopfes auf TIPP-
Seite 5 (Mädchenköpfe für die Mädchen und Jungenköpfe für die
Jungen) sowie ein JUMA (bzw. die Kopie des Artikels, zu dem der je-
weilige Kopf gehört). Alle lesen als Hausaufgabe den JUMA-Artikel, der
zu „ihrem Kopf“ passt, so dass sie in der nächsten Deutschstunde
Fragen dazu beantworten und darüber informieren können. Alle bringen
die Abbildung „ihres Kopfes“ und das JUMA-Heft wieder mit in die
Schule.

Vokabular In der Klasse werden Kleingruppen gebildet. Alle Schülerinnen und


im JUMA-Artikel Schüler drehen ihren „Kopf“ herum und legen ihn in die Mitte (Ausnahme:
die Schülerin bzw. der Schüler mit dem „Kopf“ von Lena bzw. Alexander,
die Fete (aus dem von denen es in jeder Gruppe mindestens einen geben muss). Diese
Französischen) – das Fest Schülerin bzw. dieser Schüler wählt einen der anderen Köpfe, die her-
umgedreht in der Mitte liegen, dreht ihn mit dem Gesicht nach oben und
der grüne Judo-Gürtel – beginnt mit der entsprechenden Mitschülerin bzw. dem entsprechen-
der 6. von 8 Kyu-Graden den Mitschüler ein Gespräch. Dabei geht es ausschließlich um den
Inhalt des jeweiligen JUMA-Artikels.
mailen (aus dem
Englischen) – Beispiel:
elektronische Briefe - Wie heißt du und worum geht es in dem JUMA-Artikel über dich?
(E-Mails) senden - Ich heiße Anja und es geht um T-Shirts.
und empfangen - Was für ein T-Shirt trägst du denn und warum?

den Computer aufrüsten – Nach der ersten Runde kommen auch die anderen „Köpfe“ ins Ge-
mehr Speicherkapazität spräch (mit Lena und/oder Alex oder untereinander), indem sie herum-
installieren, eine Grafik- gedreht werden – solange, bis alle in ein Gespräch verwickelt waren.
karte einsetzen u.a. Danach nehmen alle „ihren Kopf“ wieder an sich; das Spiel beginnt in
neuen Gruppen von vorne.

4 TIPP 1/2003
S 04-05 Wir sind 14 11.11.2002 11:02 Uhr Seite 5

KOPIERVORLAGE

Hinweis für die Lehrerin bzw. den Lehrer

Kopieren Sie diese Seite, schneiden Sie alle „Köpfe“ aus und geben Sie allen Schülerinnen und
Schülern ihrem Geschlecht entsprechend einen davon!

Fotos: JUMA (3), Christine Starke (2), Martin Rottenkolber (5), Jutta Schütz (3); Illustration: Renate Alf
WIR SIND 14

TIPP 1/2003 5
S 06-07 Das Ding 11.11.2002 11:14 Uhr Seite 6

JUMA 1/2003 IM UNTERRICHT

„KLASSEDING“ – DASDING AUF TOUR: ERGÄNZENDER TEXT ZU DEN JUMA-SEITEN 16–17

DASDING ist gelandet


JUMA-Reporterin Jutta Schütz über Deutschlands jüngste Multimedia-Redaktion

Vernetzung von Radio, frühmorgens und samstags für „Coaches“ (6) helfen den Neu-
Fernsehen und Internet rund eine Stunde Fernsehen mit lingen. Sie zeigen, wie man ein
viel Musik und das Internet mit gutes Programm macht und wie
Hier herrscht Chaos – wenigstens Homepage.“ man mit der Technik umgeht.
auf den ersten Blick: Pappkartons Ansonsten kann man alles selbst
auf der Treppe, daneben Zeit- Die Zuhörer und Zuschauer kön- ausprobieren.
schriften. HipHop-Musik tönt aus nen während der Sendungen mit
einer Anlage im Treppenhaus. den Moderatoren chatten (4): „Die Jugendlichen kapieren
Jacken und Pullis blockieren den „Wir sind immer am Ball.“ Als schnell, wie das hier läuft“, sagt
Eingang einer Studiotür. Leer werbefreies Radioprogramm Musikchef Wolfgang Gushurst.
getrunkene Kaffeetassen stapeln können es sich „die Dinger“ (die Bis zu drei Jahre können „Dinger“
sich in einem Waschbecken. Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen) dabeibleiben, um dann Platz für
Überall sind junge Leute in teil- leisten, unbekannte Bands ins Jüngere zu machen. Der jüngste
weise verrücktem „Outfit“ (1) Programm zu nehmen und Musik Moderator war bisher 15 Jahre
unterwegs. Sie schleppen CDs , für unterschiedliche Geschmäcker alt. „Manche brauchen 2 Monate
diskutieren in Türrahmen Themen zu senden: Crossover, Progres- und können dann selbst mode-
oder „kleben“ mit der Nase an sive Dance, Alternative Rock, rieren. Andere sind 6 Monate
einem Computerbildschirm. Hip-Hop und House. Bei großen dabei und werden nie wirklich
Veranstaltungen sendet „DAS- gut,“ weiß Kerstin Oelke, die
DASDING vom Südwestrundfunk DING“ anstelle des normalen selbst für eine kurze Zeit die
in Baden-Baden ist Deutschlands Programms Live-Mitschnitte und Pressearbeit macht.
jüngste Multimedia-Redaktion. ausgedehnte Music-Specials.
Die jüngsten Leute hier sind 14, Bei dem „Ding der Woche“ gibt’s Thomas und Frank grübeln vor
die ältesten 25 Jahre alt. DAS- Themen wie „erste Wohnung“, dem Computer. Sie produzieren
DING vernetzt Fernsehen, Radio „Führerschein“, „Urlaub“, „erste die Sendung „Schonzeit“,
und Internet zu einem digitalen, Liebe“ oder „Musikfestivals“. müssen drei Stunden Sendezeit
interaktiven Multimedia-Angebot. planen und noch Lücken füllen.
Das Programm machen junge Von Jugendlichen „Heute haben wir die Grammy-
Leute für junge Leute nach dem für Jugendliche Auszeichnung im Programm, wir
Motto „Was uns nicht interessiert, berichten von einem Live-Kon-
interessiert andere Jugendliche 20 bis 25 „Dinger“ bevölkern in- zert und planen einen politischen
auch nicht.“ Deshalb gibt es keine zwischen den größten Raum der Beitrag. Echter Stressjob. Man
Mainstream-Dudelei (2) wie bei Etage. Sie produzieren Sendun- muss witzige Stories gut schrei-
anderen Radiosendern und keine gen und machen rund 14 Stun- ben.“ Nils verwaltet die eingehen-
nervtötenden Werbeclips. „Die den moderiertes Live-Programm. den E-Mails und macht die Sen-
hängen uns nämlich zum Hals Stündlich gibt es Nachrichten – dung „Tipps-Tratsch-Trends“.
raus (3)“, meint Moderator mit aktuellen Themen für Jugend- „Außerdem muss ich mich mit
Thomas, „bei uns gibt’s Hörfunk- liche aus der Sicht von Jugend- den Siegern diverser Gewinn-
programm live über 24 Stunden, lichen. Dazu kommen Sendun- spiele von uns verabreden.
gen mit Tipps, Talks und den Das ist echt komisch. Und an-
neuesten Trends.

6 TIPP 1/2003
S 06-07 Das Ding 11.11.2002 11:14 Uhr Seite 7

Foto: SWR
DASDING-Couch Thorsten Albertz trainiert den Nachwuchs.

schließend müssen die meisten und Hörern. „Ich bin eine Quassel- 4 chatten (aus dem Englischen) – sich im
Internet austauschen
von uns noch was für die Schule tante, quatschen (8) liegt mir“,
6 der Coach (aus dem Englischen) –
oder das Studium erledigen – da meint sie fröhlich. Ein paar der Trainer
geht man manchmal auf dem Schüler schauen sich etwas 7 kultig – beliebt
Zahnfleisch.“ Jochen nebenan verschüchtert im Tonstudio um. 8 quatschen (umgangssprachlich) – reden
schneidet Beiträge zusammen, Sie haben an einem Workshop
derweil moderiert Laura einen teilgenommen, den die „Dinger“
Bericht über kultige (7) Fernseh- in Schulen anbieten. Gleich geht
sendungen und plant nebenbei ihr Beitrag zum Thema „Tanzen“
einen Beitrag über Harry Potter. auf Sendung ... Adresse
Thorsten spricht heute in der
„Dingschau“ über die Champions Worterklärungen: Südwestrundfunk
League, über die Grammy- Kommunikation DASDING
1 das Outfit (aus dem Englischen) – die
verleihung und noch drei weitere äußere Erscheinung (z.B. Kleidung)
Hans-Bredow-Straße
Themen. Franziska schickt Leute 2 die Mainstream-Dudelei – das ständige 74530 Baden-Baden
aus, die neue CDs organisieren. Abspielen (Dudelei) von Musik, die dem Deutschland
Im Tonstudio ist Fatma auf Massengeschmack folgt (englisch:
mainstream)
Sendung und moderiert „Mahl- 3 etwas hängt jemandem zum Hals raus – Internet
zeit“. Sie schreibt ihre Texte jemand hat genug von etwas
selbst, chattet mit Zuschauern www.dasding.de

TIPP 1/2003 7
S 08-09 Die Insel 11.11.2002 11:18 Uhr Seite 8

JUMA 1/2003 IM UNTERRICHT

TIPPS FÜR DIE DEUTSCHSTUNDE


MIT DEN JUMA-SEITEN 20–21

gespendet, geschenkt,
besorgt
II INFORMATION
Spiel mit Buchstaben und Kleinanzeigen-Markt

1. Vorschlag: Ines hat Geburtstag. Sie wird 13. „Die Insel“ gibt eine
Geburtstagsparty für sie. Einige Jugendliche haben Laternen in Form
„Die Insel“ der Buchstaben und Zahlen INES 13 dafür vorbereitet (siehe Foto
unten). Auch Ihre Schülerinnen und Schüler spielen in der Deutsch-
„Die Insel“ in Berlin ist sowohl stunde mit Buchstaben: Sie erfinden in Kleingruppen mit den Buchsta-
ein Jugendklub als auch ein ben auf der Kopiervorlage Mottos von Partys (z.B „Fisch sucht Fahrrad“ –
Szeneklub, der zu einem regio-
die Party zum Kennenlernen). Die besten Mottos werden prämiert.
nal und überregional angese-
henen Veranstaltungsort wur-
de – nicht zuletzt dank seiner
2. Vorschlag: Jede Schülerin und jeder Schüler schreibt wie die Jugend-
außergewöhnlichen Lage auf lichen des Jugendklubs „Die Insel“ eine Kleinanzeige (mit 3-stelliger
einer Insel in der Spree. Chiffre-Nummer, z.B. 111). Ein/e Schüler/in sammelt alle Kleinanzeigen
ein, dann werden sie gemischt und wieder verteilt. Alle lesen die Chiffre-
Auf 3 Ebenen, der Dachterras- Nummer ihrer Anzeige vor und treten mit den Schülerinnen und
se und der Openair-Wiese fin- Schülern, die sich hinter ihr verbergen, in Kontakt. Falls kein „Geschäft“
den das ganze Jahr über ganz zustande kommt, wird die Anzeige neu verteilt.
unterschiedliche Veranstaltun-
gen statt: Workshops und Mit-
mach-Angebote für Jugend-
liche, Konzerte, Partys, Open-
Air-Kino, Filmpartys, Ausstel-
lungen. Das vielseitige An-
gebot baut Brücken zwischen
den unterschiedlichen Szenen
Foto: Michael Kämpf

der Jugendkultur wie Avant-


garde, Independent, HipHop,
Goa oder House. „Die Insel“ im Spiel mit Buch-
Internet: www.insel-berlin.com staben und Zahlen:
Ines wird 13

8 TIPP 1/2003
S 08-09 Die Insel 11.11.2002 11:18 Uhr Seite 9

KOPIERVORLAGE

Aufgabe
Nehmt die Buchstaben auf dieser Seite, schneidet sie aus und formuliert das Motto einer Party
damit. Natürlich dürft ihr Buchstaben weglassen und/oder welche hinzufügen!

A L B
R
T
C F D
GESPENDET, GESCHENKT, BESORGT

GE
P
S LN TIPP 1/2003 9
S 10-11 Schüleraustausch 11.11.2002 11:26 Uhr Seite 10

JUMA 1/2003 IM UNTERRICHT

BESUCH AUS EINER ANDEREN WELT: ERGÄNZENDER TEXT ZU DEN JUMA-SEITEN 22–24

Esoterik im Schloss
Manuela Moeller von der freude“ und begann mit dem, was Schloss Freudenberg weit über
„Gesellschaft Natur und sie vorfand: völlig dunkle, finstere die Stadt- und Landesgrenzen
Kunst“ über Schloss Räume. Hierfür erfand sie „eine hinaus bekannt. Heute arbeiten
Freudenberg, Besuchsort Wanderung in völliger Finsternis“ und lernen hier über 40 Men-
einer deutsch-chinesischen und die „Dunkel-Bar“. Besucher schen und über 300 Gäste
Schüleraustausch-Gruppe und Besucherinnen erleben so besuchen täglich das Schloss
die Welt der Blinden. Sie tasten und seinen Park. Ein Tag reicht
Gesamtkunstwerk sich von Raum zu Raum, über bei weitem nicht aus, um alles
Stock und Stein. In der „Dunkel- zu sehen, zu hören, zu riechen.
„Es war einmal ein verwunsche- Bar“ erwarten blinde Kellner sie.
nes Schloss. Seine Erbauer Die Gäste essen und trinken im Die Namen der Spielstationen,
waren längst verstorben und es Dunkeln und ertasten beim Be- Erfahrungsräume und Objekte
erinnerte sich niemand mehr an zahlen die Münzen in ihren Port- lesen sich wie ein Gedicht von
die einstige Pracht des Gebäu- monees. Christian Morgenstern (1871–
des. Der Schlosspark war ver- 1914). Unter anderem gibt es eine
wildert und das Dach zerfallen, Für das „Museum der Abbrüche“ Duftorgel, eine Windmaschine,
die Fenster waren eingeschlagen waren alle eingeladen, irgend- eine Wolkenstation, einen Pen-
und im Inneren faulten Haus- etwas Abgebrochenes ins Schloss delzeichner, eine singende
schwamm und Schimmelpilz; mitzubringen, es mit einem Text Trommel, Klangplatten, eine
Ratten bevölkerten die Eingangs- zu versehen und es auszustellen. Zauberschale, eine Windharfe
halle, den Keller und die unter- Die Ausstellungsräume waren und eine Partnerschaukel – eine
irdischen Gänge ...“. So könnte nach wenigen Tagen überfüllt. esoterische Sammlung unge-
ein Märchen beginnen, das von Kinder brachten abgebrochene wöhnlicher Museumsstücke.
dem Freudenberger Schloss in Zähne, Scherben oder Puppen
Wiesbaden-Dotzheim erzählt. ohne Beine und Arme mit. Andere Adresse
stellten ein abgebrochenes
Der ehemalige Zirkusdirektor Studium aus, einen Ehebruch Schloss Freudenberg
Matthias Schenk, seine Frau oder ein gebrochenes Herz. 65201 Wiesbaden-Dotzheim
Beatrice, Künstlerinnen und Durch solche Aktionen wurde www.schlossfreudenberg.de
Künstler, Handwerker, ein Koch

P
und Kinder erweckten dieses

P
Schloss und seinen Park wieder
zum Leben. Freudenberg wurde
ein Gesamtkunstwerk. PRAXIS schülerin oder einen Mitschüler um
einen kurze Geschichte dafür und
Entfaltung der Sinne und UNTERRICHTSIDEEN
stellen die Gegenstände mit ihren
des Denkens Geschichten in der Klasse aus.
1. Nacheinander erraten Schüler 3. Alle wählen je einen Begriff wie
Herzstück der Anlage ist ein und Schülerinnen mit verbundenen Duftorgel, Windmaschine, Wolken-
Erfahrungsfeld zur Entfaltung der Augen in die Deutschstunde mit- station usw. und erläutern, wozu
gebrachte Gegenstände und dieser Gegenstand vielleicht dient.
Sinne und des Denkens. Die
benennen sie. Dann erfinden sie einen ähnlichen
Gruppe entwickelte ein „Museum
2. Sie bringen etwas Abgebroche- Begriff und bitten ihre Nachbarin
zur Wiederbelebung der Sinne,
nes mit in die Klasse (eine Scherbe, bzw. ihren Nachbarn um eine
zur Pflege der Aufmerksamkeit einen Zahn u.a.), bitten eine Mit- Erklärung.
und zur Steigerung der Lebens-

10 TIPP 1/2003
S 10-11 Schüleraustausch 11.11.2002 11:26 Uhr Seite 11

BESUCH AUS EINER ANDEREN WELT: ERGÄNZENDER TEXT ZU DEN JUMA-SEITEN 22–24

Im Schlangenrestaurant
Rund 15 Schülerinnen und
Schüler der 9.–12. Klassen
verschiedener Gymnasien
aus Frankfurt am Main und
dem Umland reisten 2001
ins „Reich der Mitte“. Sie
nahmen am ersten Schüler-
austausch zwischen Frank-
furt am Main und Guang-
zhou in China teil. Hier sind
zwei Auszüge aus ihren
Reiseberichten.

Typische Mahlzeit Kulturunterschiede beginnen beim Essen, wie der deutsch-chinesische


Schüleraustausch zwischen Frankfurt am Main und Guangzhou gezeigt hat .
„Am Abend sind wir in ein Schlan-
genrestaurant gegangen. Meine Schließlich wurde uns die gegrill- der Schultern übergeht. Nach der
Gastfamilie hatte mich zu Beginn te, enthäutete Schlange in Massage gab es erste Probleme,
meines Aufenthaltes gefragt, was Stücken serviert und die Haut da niemand englisch oder
ich gerne esse. Sie hatten sich gab es mit Sellerie. Das gegrillte deutsch sprach.
von Lehrern sagen lassen, dass Schlangenfleisch schmeckte wie
sich das deutsche Essen sehr Hühnchenfleisch, nur viel zäher; Also wurde der Hotelportier
vom chinesischen Essen unter- die Haut schmeckte nach gar gerufen, dem wir einfach sagten,
scheidet und waren daher immer nichts. dass wir einen typisch chinesi-
sehr vorsichtig, wenn es ums schen Haarschnitt wollten. Das
Essen ging. Als ich hörte, dass Diese Mahlzeit werde ich mein Ergebnis konnte sich sehen
Schlange in Guangzhou eine typi- ganzes Leben lang nicht ver- lassen und so verließen wir den
sche Mahlzeit sei, war ich gessen. Zwar schmeckte es nicht Friseursalon sehr zufrieden am
zunächst geschockt. Doch dann schlecht (zumindest das gegrillte Ende eines anstrengenden, aber
war ich der Ansicht, dass ich es Fleisch), trotzdem muss ich nicht interessanten Tages.“
wenigstens probieren müsse, noch einmal Schlange essen ...“
und so gingen wir am Abend in
dieses Schlangenrestaurant. Im Friseursalon
Literatur
Dort angekommen durfte ich mir „Drei von uns ,wagten‘ sich in
die Schlange aussuchen, die ich einen chinesischen Friseursalon, Jerry Hopkins, Michael Freeman
essen wollte, und anschließend der sich in unserem Hotel befand. Strange food –
wurde sie getötet und zubereitet. Ein Erlebnis! Bei einem chinesi- Skurrile Spezialitäten
Mir wurde angeboten dabei zu- schen Friseur bekommt man Komet Verlagsgesellschaft
zuschauen, aber ich lehnte zunächst einmal eine intensive Emil-Hofmann-Straße 1
dankend ab – so viel Mut hatte halbstündige Kopfmassage, die 50996 Köln
ich nun auch wieder nicht. schließlich noch in eine Massage www.komet-ma.de

TIPP 1/2003 11
S 12-13 Archäologie 11.11.2002 11:32 Uhr Seite 12

JUMA 1/2003 IM UNTERRICHT

SPUREN DER VERGANGENHEIT: ERGÄNZENDER TEXT ZU DEN JUMA-SEITEN 32–34

Auf Schatzsuche
Bei der „Archäologi-
schen Heimatkunde“
in der Lüneburger
Heide erforschen
Jugendliche die Vor-
und Frühgeschichte
ihrer Region. JUMA- Konzentration
bei der Ver-
Reporterin Petra messung des
Fundortes
Kroll berichtet.

Geschichte vor der Tür

Ein unscheinbarer Acker in

Fotos (4): Jugendfreizeitzentrum Vethen


Niedersachsen: Vor wenigen
Stunden hat der Bauer das Feld
gepflügt. Jetzt sind die Jugend-
lichen an der Reihe. Schulter an des Trägervereins „Archäologi-
Schulter, mit gesenktem Blick sche Heimatkunde des Land-
und einem Plastikeimer in der kreises Soltau-Fallingbostel (SFA)“,
Hand, überqueren sie die Fläche, kann der vergeblichen Suche
die sie vorher in lauter kleine auch etwas Gutes abgewinnen:
Rechtecke unterteilt haben. „Die Kinder lernen dabei auch,
dass Archäologen nicht jedes Mal
Alles, was der Pflug an die Erd- den großen Schatz finden, son- einem Projekt sammelten die
oberfläche brachte, wird von dern viele kleine, auch unwesent- Hobby-Archäologen mehr als
ihnen kritisch beäugt. Vielleicht ist liche Dinge.“ Die „Archäologische 200 000 Fundstücke und trotzten
ja dieses Mal ein „Schatz“ dabei! Heimatkunde SFA“ ist der einzige dabei Kälte und Regen. „Das
Einen Faustkeil, eine Pfeilspitze Verein in Deutschland, der archäo- Spannendste ist, dass man nie
oder mindestens einen Feuer- logische Jugendarbeit anbietet. weiß, was man als nächstes
stein – das wünschen sich die findet“, bringt Lena, 12, ihre
meisten. Doch wie so oft lässt Mehr als 200 000 Begeisterung zum Ausdruck.
die Beute auf sich warten. In den Fundstücke Sie erforschte mit 12 anderen
Eimern landen nur Scherben von Jugendlichen eine längst ver-
Blumentöpfen und Glasflaschen. Die Gruppe der jungen Freizeit- gessene Siedlung aus dem
Alles aus der heutigen Zeit ... forscher im Kreis Soltau-Falling- Mittelalter. Die Spuren auf dem
Andreas Hummelmeier, der Leiter bostel findet regen Zulauf. Bei geschichtsträchtigen Acker

12 TIPP 1/2003
S 12-13 Archäologie 11.11.2002 11:32 Uhr Seite 13

Kai, 16, über sein Schüler-


praktikum im Archäologi-
schen Park Xanten

Schüler- „Die riesige Anzahl von


praktikant Kai Funden, die man während
beim Säubern
eines archäolo- einer einzigen Ausgrabung
gischen Fund- macht, hat mich erstaunt.
stücks
Ich dachte, der mit
Abstand größte Teil
des Parks sei bereits
erkundet, doch dem
ist ganz und gar nicht

Foto: Martin Rottenkolber


so! Bis jetzt wurden
nur an wenigen
vereinzelten Stellen
der Colonia Ulpia
Trajana Grabungen
Stolz auch bei kleinsten Funden: junge Archäologen auf der
durchgeführt. Es
Suche nach der Vergangenheit wird geschätzt, dass die
Ausgrabungen hier noch
gingen bis in die Steinzeit zurück. Dass Geschichte vor ihrer Haus- etwa 200 Jahre in Anspruch
Damals vor 8 000 Jahren schlug tür stattfindet, begeistert alle nehmen.
eine Horde Menschen vermutlich sehr.
zum ersten Mal ihr Sommerlager Meine Erwartung, dass
an der Aller auf. So heißt der So sehr, dass sie auch in ständig große, bedeutsame
kleine Fluss in Niedersachsen, Zukunft nach den Spuren ihrer Funde gemacht werden,
wo sich die Stelle befindet und Vorfahren forschen wollen! hat sich nicht erfüllt. In
wo heute die Jugendlichen leben. Wirklichkeit ziehen die
Adressen Archäologen ihre Schlüsse
aus unzähligen kleinen
Informationen über die „Archäo- Fundstücken, wie zum Bei-
logische Heimatkunde“ des spiel Scherben (Keramik,
Landkreises Soltau-Fallingbostel: Ton usw.), Knochen, Zäh-
nen, Holz u.ä. sowie der
Jugend-Freizeitzentrum Vethem Beschaffenheit des Erd-
Bockhorn 71 materials und der Erd-
29664 Walsrode schichten.
www.traumplatz.de
Ich musste feststellen, dass
Wissenswertes über den Archäologen ihre Arbeit
Archäologischen Park und nicht ,vor Ort‘, sondern in
das Regionalmuseum Büros erledigen. Sie be-
Xanten: steht im wesentlichen dar-
in, Fundstücke zu untersu-
Tourist Information Xanten chen und ihre Herkunft,
Kurfürstenstraße 9 ihren früheren Einsatzort
46509 Xanten und ihr Alter zu bestimmen.“
Mit gesenktem Kopf übers Feld www.xanten.de

TIPP 1/2003 13
S 14-15 Vorsätze 11.11.2002 11:40 Uhr Seite 14

JUMA 1/2003 IM UNTERRICHT

TIPPS FÜR DIE DEUTSCHSTUNDE


MIT DER JUMA-SEITE 35

VON OXANA PUKALJAK,


LVIV, UKRAINE

Immer diese Vorsätze!


Dialogform

Die Schülerinnen und Schüler betreten den Klassenraum, wo bereits


5 Vorsätze aus JUMA an der Tafel stehen. Nach Klärung der Lexik liest
die Klasse auch die anderen Vorsätze auf der JUMA-Seite 36. Schließ-
lich schreibt jede Schülerin und jeder Schüler 5 eigene Vorsätze ins Heft.

In Partnerarbeit nennen die Schülerinnen und Schüler Gründe für ihre


Vorsätze. Alle suchen sich nun eine neue Partnerin bzw. einen neuen
Partner. Jetzt geben sich die Schülerinnen und Schüler gegenseitig Rat-
schläge, wie man die guten Vorsätze umsetzt.

Multiple-Choice-Verfahren

Jedes Paar bekommt den Fragebogen auf TIPP-Seite 15 (Kopier-


vorlage) und entscheidet sich gemeinsam für die jeweils beste Lösung
oder fügt eine eigene Lösung hinzu.

Mögliche Lösungen: 1b, 2a, 3a, 4b, 5c, 6c

Alle eigenen Lösungen werden in der Klasse vorgelesen. Anschließend


entwirft jedes Paar einen eigenen Fragebogen mit mindestens 4 Fragen.
Jede Frage hat 3 Antworten; Fragen und Antworten werden neuen Part-
nerinnen bzw. neuen Partnern vorgelegt. Sie sollen sich für die jeweils
beste Lösung entscheiden.
Illustrationen: Ulf Marckwort

Dynamisches Kettengespräch

In der Klasse oder in Kleingruppen findet ein sogenanntes Ketten-


gespräch statt: Eine Schülerin oder ein Schüler nennt einen guten Vor-
satz und bittet eine Mitschülerin oder einen Mitschüler um Rat, wie er
umzusetzen ist. Danach ist die Mitschülerin bzw. der Mitschüler an der
Wenckes Vorsatz: mehr meditieren Reihe, die nächste oder den nächsten um Rat zu bitten.

14 TIPP 1/2003
S 14-15 Vorsätze 11.11.2002 11:40 Uhr Seite 15

Frage
KOPIERVORLAGE

Wie erfüllen sich die folgenden Vorsätze (in Anführungszeichen) am besten?

c) ... hörst du von morgens bis abends Musik.


d)

5. Wenn du „nicht mehr vor Klassenarbeiten


in Panik geraten“ willst ...
a) ... treibst du mehr Sport.
b) ... läufst du immer mit deinen Schulbüchern
durch die Gegend.
1. Wenn du „nicht mit dem Rauchen c) ... übst du regelmäßig.
anfangen“ willst ... d)
a) ... meidest du Freundinnen und Freunde,
die rauchen.
b) ... fängst du nicht mit dem Rauchen an. 6. Wenn du deine „Leistungen in der Schule
c) ... rauchst du nur gelegentlich. halten“ willst ...
d) a) ... schreibst du bei Klassenarbeiten ab.
b) ... gehst du häufig aus.
2. Wenn du „mehr Freunde“ haben willst ... c) ... machst du regelmäßig Hausaufgaben.
a) ... gehst du offener auf Menschen zu. d)
b) ... gibst du keine Widerworte.
c) ... lügst du bei jeder Gelegenheit.
IMMER DIESE VORSÄTZE!

d)

3. Wenn du „netter zur Schwester sein“ willst ...


a) ... nimmst du dir mehr Zeit für sie.
b) ... machst du dich über sie lustig.
c) ... redest du schlecht von ihr.
d)

4. Wenn du „Popstar werden“ willst ...


a) ... sammelst du alle CDs von deinen Idolen.
b) ... lernst du singen oder ein Instrument
spielen.

TIPP 1/2003 15
S 16-17 Hiphop 11.11.2002 11:48 Uhr Seite 16

JUMA 1/2003 IM UNTERRICHT

HIPHOP – ÄLTER ALS MAN DENKT: ERGÄNZENDER TEXT ZUR JUMA-SEITE 36

Sommersonne
Bastian Böttcher von der diven, die was nasses flattern an deinen kleidern,
Gruppe „Zentrifugal“ rappt naschen, coca cola oder wobei
1999 irgend so’n soda
du dir ein speiseeis
jedes jahr so im juni juli als erfrischung – aber kühl leistest die sommersonne
für’s sommersonnengefühl schmeckst
summen unsummen von
hummeln in der luft rum Refrain: und relaxed an deinem ed
von schleck leckst
ich seh wie sie über Ich seh den himmel im
liegewiesen fliegen oder sommer unter der sonne und beim zigeunerschnitzel-
über gras wimmeln grillen zirpen grillen und
zikaden
rasen in den grünen oasen immer viele bienen, die
schwärmen und sich auf wir treffen uns am abend
der stadt spazier ich sonnenblumen wärmen zum chillen und zum baden
ziellos los
mann, im himmel im da wo in der luft die
ich kicke die kleinen steine sommer, da tummeln libellen schwirren
weg vom schotterweg ins unsummen von hummeln
moos und im fluß die forellen
um die blumenblüten rum schwimmen, da stimmen
und wirble dabei haufen- und seh’n sich nach bienen die vibes

„Sommersonne“ auf der CD „Tat oder Wahrheit“ von Zentrifugal, © Bastian Böttcher; www.zentrifugal.de
weise staub auf, ich bin wie um
komm schreib’s mit der
im urlaub drauf wie in wenn die sommersonne hand in den strandsand am
havanna, wo’s so warm war scheint, ist der park- sommersonnen-
parkplatz voll voll
bei grad mal zwanzig grad sandstrand und hol dir die
gerat ich richtig in strahlen blitzen auf dem fanta vom strandstand
autolack und blenden
die abfahrt, ich mach den meinen blick als erfrischung – aber kühl
start mit mein’ klapprad für’s sommersonnengefühl
ich blinzel, seh’ blinkende
erst flick ich ein paar plat- punkte, wo keine sind
ten wie’n dj für die raver
zähl’ entenküken, die Worterklärungen:
dann flanier ich in ’nem quieken und in den teich
HipHop (auch Hip-Hop oder Hiphop; aus
meer von flair und tauchen
dem amerikanischen Englisch) –
fliederflavour eine Richtung der modernen Popmusik mit
leicht hauchen winde schnellem Sprechgesang (Raps)
da laufen frauen mit tiptop pollenballen an dem weiher dj – Abkürzung für discjockey
(Plattenaufleger)
tops wie vorbei Ed von Schleck – Name für ein Speiseeis
chillen – sich erholen
im videoclip, lippen wie bei sie wehen weiter und vibes (englisch) – Schwingungen

16 TIPP 1/2003
S 16-17 Hiphop 11.11.2002 11:48 Uhr Seite 17

Strandidyll
Gustav Falke (1853–1916)
P
P

Aus: Hannes Loh, Sascha Verlan, HipHop Arbeitsbuch, © Verlag an der Ruhr, Mülheim an der Ruhr 2000
dichtet PRAXIS wenn ihr sie mit einer starren
Roboterstimme vortragt?
Auf dem Rücken im
warmen Sand 2. Zerschneidet beide Texte in
Nie ein schöneres Leben HipHop und literarische Reimpaare und vermischt sie!
ich fand. Tradition: „Sommersonne“ Setzt aus dem Mix einen neuen
Murmelnde, kichernde und „Strandidyll“ in der Text zusammen.
Wellen zu Füßen, Deutschstunde
Oben im Wind ein Lispeln 3. Sucht eine musikalische
und Grüßen Die Lehrerin bzw. der Lehrer Untermalung zu den Texten.
Schwankender Halme und stellt folgende Aufgaben: Wenn ihr passende Musik ge-
leises Gesumm funden habt, könnt ihr die Texte
Sammeln der Bienen, sonst 1. Lest die beiden Texte laut mit musikalischer Untermalung
Stille ringsum. vor. (Zum Textverständnis der vortragen.
Ja, ringsum! „Sommersonne“ helfen das
Nur selten, bald ferne, vorherige Setzen von Satz- 4. Sucht nach Bildern, die zu
bald nahebei zeichen und die Schreibung den Texten passen. Erstellt
Ein Möwengeschrei. der Nomen mit Großbuchsta- eine Collage.
ben.) Probiert dabei unter-
Durch das halbgeöffnete schiedliche Versionen. Welche 5. Malt zu einem der beiden
Lid Wirkung erzielen die Texte, Texte ein Fantasiebild.
Blinzelt das Auge hinüber
zum Ried.
Blendendes, zitterndes Salzigen Geruch, Muh
Sonnengegleiße; Und schon fühl ich am Einer einsamen Kuh.
Schmetterlingsspiele. Blaue derben Tuch,
und weiße Schürzentuch, Worterklärungen:

Kinder der Stunde. Nun Und hör es am Lachen, die das Ried(dach) – das Stroh(dach)
löst aus der Schar Grete, die Katz, gleißen – stark scheinen
Sich ein bläulich geflügel- Beschlich ihren Schatz. der Falter – eine Schmetterlingsart
tes Paar,
Liebespaar! Seit an Seit und Hand in
Das schaukelt und gaukelt Hand,
und flügelt und gibt Schäferstündchen am Literatur
Sich sehr verliebt. stillen Strand.
Schmeichelnder Wind und Hannes Loh,
Plötzlich, ei, fällt denn der schäkernde Wellen; Sascha Verlan
Himmel ein? Faltergeschwirr im zittern- HipHop
Weitet sich, breitet sich den, hellen Arbeitsbuch
bläulicher Schein. Sonnengeflirr überm
Lässt sich das zärtliche Dünenhang; Verlag an der Ruhr
Pärchen nieder Irgendwoher ein verwehter Postfach 102251
Frech mir gerad auf die Klang, 45422 Mülheim an der Ruhr
Augenlider? Glockenklang und Hunde- Deutschland
Aber schon merk ich’s am gebell und das klägliche www.verlagruhr.de

TIPP 1/2003 17
S 18-22 Platten 11.11.2002 11:53 Uhr Seite 18

JUMA 1/2003 IM UNTERRICHT

DAS SPIEL
ZUR JUMA-RÜCKSEITE

Plattenbauten im Quartett
Spielanleitung

Das Plattenbauten-Quartett besteht aus 32 Karten (einschließlich der


Texte „Aussen“, „Innen“, „Geheimnisse“ und „Leben“; zur Information
der Schülerinnen und Schüler der Oberstufe). Vor dem Spiel lesen alle
den JUMA-Artikel „Plattenbauten im Quartett“ auf der JUMA-Rückseite.

Mit den sieben Quartettserien 1–7 (siehe TIPP-Seiten 19–22) spielt man
klassisch Quartett: Sie umfassen jeweils vier Karten, die mit einer Zahl
(1–7) und einem Buchstaben (a–d) gekennzeichnet sind. Mitspielen
können beliebig viele Teilnehmer – es sollten jedoch mindestens drei
sein.

Hinweis: Vor dem Spiel bitte alle Karten kopieren, ausschneiden und auf
dünne Pappe oder auf Karton kleben!
Plattenbauten
Berliner Betonerzeugnisse
Ein Quartettspiel Die Karten werden verdeckt gemischt und einzeln zu gleichen Teilen an
alle Spieler verteilt. Zum Trumpfen nimmt jeder seinen Stapel so in die
Hand, dass nur die oberste Karte zu sehen ist. Ein Spieler beginnt und
liest einen der Kennwerte laut vor, z.B. „8 Geschosse“. Die Mitspieler
© Florian Braun, Stefan Wolf Lucks, Cornelius Mangold

lesen dann reihum ebenfalls die besagte Angabe von ihrer Karte vor.

Wer den höchsten Wert hat, gewinnt die Karten der Mitspieler, steckt sie
unter den eigenen Stapel und sagt den nächsten Wert an. Bei gleichen
Werten entscheidet immer die höhere Buchstaben-Zahl-Kombination
auf der Karte oben rechts; 1 a ist beispielsweise höher als 7 d.

Gewonnen werden kann nach zwei Varianten, über die man sich vorher
einigen sollte: Entweder endet das Spiel, sobald ein Mitspieler mangels
Karten ausscheidet; dann gewinnt derjenige, der die meisten Karten
besitzt. Oder das Spiel endet damit, dass ein Spieler alle Karten
Das Deckblatt des Quartetts erobert hat.

18 TIPP 1/2003
Aussen Innen Geheimnisse Leben
Von der S-Bahn aus war das Wohngebiet eine Manchmal fühlte man sich wie in einem Beim Kindergeburtstag kannte man die Ver- Die Papptüren knallten bei jedem Luftzug, die
weiße Wüstenstadt auf dem Mars. Ihr Name Leuchtturm, der Wind drückte gegen die stecke, denn alle wohnten in der gleichen Fenster wurden morsch, die Gipswände im
wurde für mich zum Traum: Buch. Die Häuser Scheiben, draußen lag schwarz die Nacht, nir- Wohnung, viele hatten die gleichen Möbel, Bad schimmelten, die Heizungsrohre im Kel-
S 18-22 Platten

standen wie Raumstationen im Schlamm, gends brannte Licht, wer jetzt um die Häuser manche die gleiche Tapete, nur der Geruch ler schmolzen, die Scheiben der Schule flogen
über Nacht taten sich Baugruben auf, die sich ging, hatte nichts Gutes vor. Streunende Kat- war überall anders. Noch nie gesehen hatte ein, die Katzen verseuchten den Streusand,
mit grünem Wasser füllten. Ein paar Birken zen klagten wie Kinder, Betrunkene gröhlten, ich: Fahrstühle, Klingelanlagen, Trafohäus- die Klettergerüste verrosteten, die Klingel-
waren abgestellt und vergessen worden, sie in der Ferne rumorte die Autobahn, durch die chen, Müllschlucker, geblümten Linoleum- knöpfe waren verschmort, die Wurzeln bra-
wuchsen fest, wo sie standen. Um ihn zu fin- Zentralheizung hörte man das Atmen der belag, Tischtennisplatten aus Stein, Be- chen den Asphalt auf, die Büsche wuchsen bis
den, mußte man den Rückweg mit Kreide Nachbarn. Jetzt konnte man sich Zeichen ge- tonpapierkörbe, die niemand leerte, und de- in den zweiten Stock, das Wasser drang in
markieren. Ich drückte auf den Knopf, an dem ben mit der Taschenlampe von einem Leucht- ren Inhalt wir mit Feuerzeugbenzin anzünde- den Keller ein, die Mäuse kamen durch den
unser Name stand, aber ich wußte nicht, daß turm zum anderen. Wenn Feinde kommen, ten. Noch nie gehört hatte ich das Scheppern Luftschacht, gegen die Mücken half nur ein
man hineinkam, wenn es dröhnte. dachte ich, könnte ich mich ducken, warum der Gitter des Fußballplatzes, das Rauschen Staubsauger, die Thermoscheiben wurden
Der Wind blies wütend durch die Häu- sollten sie zu uns kommen, alle Fenster sahen der Silberpappeln, die so schnell wuchsen, blind, der Beton der Balkonbrüstung bröckel-
serfluchten, niemand hatte mit ihm gerech- gleich aus. An der glatten Fassade würden sie Nachbarn, die gute oder schlechte Laune hat- te, aus den Müllkästen wirbelten alte Zeitun-
net. Im Sommer klebten wir am Asphalt fest nicht hinaufgelangen und wenn, dann könnte ten. gen, in den Speckitonnen schmatzten die Ma-
11.11.2002 11:53 Uhr

und waren stolz auf unsere Fußabdrücke. Aus ich auf der anderen Seite von Balkon zu Bal- den, und man war sich sicher: In 50 Jahren
der Erde ragten vergessene Baumaterialien, kon nach unten springen und flüchten. steht hier kein Stein mehr auf dem anderen,
mit denen wir das Flüßchen anstauten. Wir aber wo werde ich dann sein?
stiegen in Gullys, legten im Maisfeld Pfade an
und versteckten uns in liegengebliebenen Be-
tonröhren, in die wir mit Kieseln Höhlenzeich-
Seite 19

nungen kratzten, ein Altar mit den Namen un-


serer Geliebten.

1a 1b 1c 1d
Aussenwandplatte Beton Aussenwandplatte Beton Aussenwandplatte Beton Aussenwandplatte Beton
Weißenseer Weg 52 Hohenschönhausen Weißenseer Weg 1/2 Lichtenberg Darßer Straße 153 Hohenschönhausen Murtzaner Ring 63–65 Marzahn

AH2 Appartementhaus WHH 18/21 Wohnhochhaus WBS 70 Bürohaus WBS 70 Wohnhaus


Geschosszahl 8 Geschosszahl 18/21 Geschosszahl 9 Geschosszahl 5
Fertigstellung 1982 Fertigstellung 1973 Fertigstellung ca. 1980 Fertigstellung 1978
Elementbreite 3600 mm Elementbreite 3600 mm Elementbreite 6000 mm Elementbreite 6000 mm
Elementhöhe 2800 mm Elementhöhe 2800 mm Elementhöhe 2800 mm Elementhöhe 2800 mm

TIPP 1/2003
Einheiten (Appartement) 56 Einheiten (Wohnung) 269 Einheiten (Büro) 128 Einheiten (Wohnung) 10

19
Erweiterung des Sportforum Berlin, projektiert von gelegen am Nebenzentrum des Wohngebietes 1 in Ber- Wiederverwendungsobjekt des VEB Wohnungs- und gelegen im Wohngebiet 1, nördlich des Wohngebiets-
SHB, Spezialhochbau Berlin, verantwortliche Projek- lin Lichtenberg, Architekt: Dieter Rühle Gesellschaftsbaukombinat Frankfurt (Oder) zentrums, Projektierung von Edith Diehl, Joachim Falke
tantin: Christa Rehberg und Kollektiven
2a 2b 2c 2d
Formstein Beton Formstein Beton Formstein Beton Formstein Beton
Judith-Auer-Straße 8 Lichtenberg Leipziger Straße 46 Mitte Storkower Straße 211 Lichtenberg Chausseestraße 124 Mitte
G 5 geschlossen D5 durchbrochen G7R geschlossen G6 geschlossen, D7R durchbrochen G7R / G6 geschlossen
Geschosszahl / Geschosszahl / Geschosszahl / Geschosszahl /
Fertigstellung 1975 Fertigstellung 1970 Fertigstellung 1973 Fertigstellung 1980
Elementbreite 600 mm Elementbreite 600 mm Elementbreite 600 mm Elementbreite 600 mm
Elementhöhe 600 mm Elementhöhe 600 mm Elementhöhe 600 mm Elementhöhe 600 mm
Einheiten (Mauer) 1 Einheiten (Wandverkleidung) 1 Einheiten (Mauer) 1 Einheiten (Wandverkleidung) 1
Beton-Formstein-Programm für die plastisch- vielseitige Anwendungsbereiche: ein Ergebnis der Zusammenarbeit von der VEB Stuck Entwurf: Karl-Heinz Adler, Friedrich Kracht, die Her-
dekorative Wandgestaltung, das Programm besteht Wand-, Giebelverkleidungen, freistehende Wände, Per- und Naturstein Berlin und der Produktionsgenossen- stellung erfolgt in Sichtbeton (B 300) auf Kunstharz-
aus 12 Grundformen golenträger, Schmuck-Stelen schaft KUNST AM BAU Dresden Matrizen
3a 3b 3c 3d
Aussenwandplatte Beton / Keramik Aussenwandplatte Beton / Keramik Aussenwandplatte Beton / Keramik Aussenwandplatte Beton / Keramik
Maxie-Wander-Straße 46 Hellersdorf Josef-Orlopp-Straße 15e Lichtenberg Wuhlestraße 2 Marzahn Wuhletalstraße 100 Marzahn
Seite 20
11.11.2002 11:53 Uhr

WBS 70 Wohnhaus WBS 70 Wohnhaus WBS 70 Wohnhaus WBS 70 Wohnhaus


Geschosszahl 6 Geschosszahl 6 Geschosszahl 11 Geschosszahl 6
Fertigstellung 1989 Fertigstellung 1985 Fertigstellung 1982 Fertigstellung 1984
Elementbreite 6000 mm Elementbreite 3600 mm Elementbreite 6000 mm Elementbreite 6000 mm
S 18-22 Platten

Elementhöhe 2800 mm Elementhöhe 2800 mm Elementhöhe 2800 mm Elementhöhe 2800 mm


Einheiten (Wohnung) 12 Einheiten (Wohnung) 12 Einheiten (Wohnung) 44 Einheiten (Wohnung) 18
gelegen in Hellersdorf Wohngebiet 1, nach städtebauli- gelegen am südlichen Rand des Wohngebietes 1, her- gelegen zwischen den Wohngebieten Marzahn 1 und 2, gelegen in Marzahn, Wohngebiet 3, Projektierung von
cher Planung von Renate Strandt, Büro für Städtebau gestellt von dem VEB Wohnungsbaukombinat Wilhelm Projektierung von Maximilian Grattenthaler und Kollek- Edith Diehl und Kollektiv, rückseitig Mieterterassen an
Berlin Pieck, Karl-Marx -Stadt tiv den Erdgeschosswohnungen
4a 4b 4c 4d
Verbindungselement Beton Verbindungselement Beton Verbindungselement Beton Verbindungselement Beton
Mollstraße 28–28 Friedrichshain Unter den Linden 55–56 Mitte Scharrenstraße 10-16 Mitte Karl-Marx-Allee 34 Mitte
S 18-22 Platten
11.11.2002 11:53 Uhr

ungetypt ungetypt ungetypt ungetypt


Geschosszahl 10 Geschosszahl 5 Geschosszahl 6 Geschosszahl 2
Fertigstellung 1968 Fertigstellung 1968 Fertigstellung 1967 Fertigstellung 1964
Elementbreite 3600 mm Elementbreite 4800 mm Elementbreite 3600 mm Elementbreite 4000 mm
Seite 21

Elementhöhe 2800 mm Elementhöhe 3300 mm Elementhöhe 2800 mm Elementhöhe 4500 mm


Einheiten (Verbinder) 1 Einheiten (Verbinder) 1 Einheiten (Verblender) 1 Einheiten (Verbinder) 1
Verbindungsschürze in den Obergeschossen, die beide Verbindungsschürze zwischen Reisebüro Intourist und Komplexverantwortlicher: Heinz Graffunder, Struktur- Akzentuierung des Eingangsbereiches unter Beibehal-
Blöcke zu einem Baukörper zusammenfasst, Wohnge- Handelsvertretung, Projektierung von Wolfgang Ort- elemente in Zusammenarbeit mit dem Maler Dieter tung der Kubatur des Baukörpers, Architekt: Josef Kai-
biet von Hans Eichner entworfen mann und Kollektiv Gantz, Projektant: VEB Berlin-Projekt ser und Horst Bauer

5a 5b 5c 5d
Aussenwandplatte Keramik Aussenwandplatte Keramik Aussenwandplatte Keramik Aussenwandplatte Keramik
Galenusstraße 28 Pankow Paul-Junius-Straße 44 Lichtenberg Gensler Straße 27 Hohenschönhausen Zechliner Straße 26 Hohenschönhausen

QP 64 Wohnhaus QP 71 Wohnhaus QP 71 Wohnhaus QP 71 Wohnhaus


Geschosszahl 10 Geschosszahl 10 Geschosszahl 10 Geschosszahl 10
Fertigstellung 1968 Fertigstellung 1975 Fertigstellung 1978 Fertigstellung 1976
Elementbreite 3600 mm Elementbreite 3600 mm Elementbreite 3600 mm Elementbreite 3600 mm
Elementhöhe 2800 mm Elementhöhe 2800 mm Elementhöhe 2800 mm Elementhöhe 2800 mm
Einheiten (Wohnung) 30 Einheiten (Wohnung) 40 Einheiten (Wohnung) 40 Einheiten (Wohnung) 40
Projektant: Horst Adami, dieser Typ wurde erstmals gelegen im Wohnkomplex Leninallee / Ho-Chi-Minh- gelegen im Wohnkomplex I Leninallee, nach Entwürfen gelegen im Wohnkomplex I Leninallee, nördlich eines
1959 unter Leitung von Josef Kaiser entwickelt für den Straße, Projektleiter: Walter Wenzel, projektiert von VE von Karin Maaß und Wolfgang Koch, industrieformge- kleinen Versorgungszentrums, Entwurf: Karin Maaß
2. Bauabschnitt der Karl-Marx-Allee Wohnungskombinat Berlin staltete Loggiabrüstungen und Wolfgang Koch
6a 6b 6c 6d
Giebelelement Beton Giebelelement Beton Giebelelement Beton Giebelelement Beton
Frankfurter Allee 120 Lichtenberg Unter den Linden 39-41 Mitte Kienbergstraße 55 Marzahn Mendelssohnstraße 1 Prenzlauer Berg
P 2 Wohnhaus SK 2Mp Berlin (Obergeschosse) Gesellschaftsbau WBS 70 Wohnhaus P2 Wohnhaus
Geschosszahl 11 Geschosszahl 5 Geschosszahl 11 Geschosszahl 10
Fertigstellung 1973 Fertigstellung 1966 Fertigstellung 1980 Fertigstellung 1969
Elementbreite 2400 mm Elementbreite 2400 mm Elementbreite 3000 mm Elementbreite 3600 mm
Elementhöhe 2800 mm Elementhöhe 3600 mm Elementhöhe 2800 mm Elementhöhe 2800 mm
Einheiten (Wohnung) 22 Einheiten (Funktion) 6 Einheiten (Wohnung) 44 Einheiten (Wohnung) 20
gelegen im Wohnkomplex Frankfurter Allee-Süd, Ar- Funktionsgebäude der Komischen Oper, Architekt Emil gelegen im Wohngebiet 2, nach der städtbaulichen Pla- gelegen im Wohngebiet nördlich Mollstraße, projektiert
chitekt Heinz Mehlan, Komplexprojektant VEB WBK Schmidt, projektiert von VEB Berlin-Projekt, Gruppe nung von Peter Schweizer, Heinz Graffunder, Jörg Pie- unter Leitung von Helmuth Stingl und Kollektiv
Berlin, Betrieb Projektierung Heinz Dübel sel und Kollektiv
7a 7b 7c 7d
Formstein Beton lackiert Formstein Beton lackiert Formstein Beton lackiert Formstein Beton lackiert
Erieseering 33-35 Friedrichsfelde Rudolf-Seiffert-Straße 26-28 Lichtenberg Erieseering 4-6 Friedrichsfelde Paul-Junius-Straße 52-54 Lichtenberg
Seite 22
11.11.2002 11:53 Uhr

22 TIPP 1/2003
Kinderkombination 90 / 180 Kinderkombination 90 / 180 Kinderkombination 90 / 180 Kinderkombination 90 / 180
Geschosszahl / Geschosszahl / Geschosszahl / Geschosszahl /
Fertigstellung 1977 Fertigstellung 1973 Fertigstellung 1975 Fertigstellung 1974
Elementbreite 600 mm Elementbreite 600 mm Elementbreite 600 mm Elementbreite 600 mm
S 18-22 Platten

Elementhöhe 600 mm Elementhöhe 600 mm Elementhöhe 600 mm Elementhöhe 600 mm


Einheiten (Eingang) 2 Einheiten (Eingang) 2 Einheiten (Eingang) 2 Einheiten (Eingang) 2
Betonformsteine an den Eingangsbauten von Kinder- neue Entwurfskonzeption, Kompaktierung der Baukör- entworfen von Eckart Schmidt, Betonformsteine von
gärten und -krippen zur Erleichterung der kindlichen Kapazität für insgesamt 270 Kinder, davon umfasst die per bei optimaler Erfüllung der funktionellen Forderun- Walter Sultkowski, projektiert von VE Wohnungskombi-
Wahrnehmung Krippe fünf Funktionseinheiten für je 18 Kinder gen nat Berlin
S 23 Weichei 11.11.2002 11:57 Uhr Seite 23

MACH MIT!

Weichei-Fieber
Unsere Mach-mit-
Aktion in TIPP 4/2001
hat gezeigt: Die Verpackungspapier-Aufbewahrer In-der-letzten-Reihe-Sitzer
Weicheier sind unter Hausaufgaben-Abschreiber Im-Gang-Knutscher
uns! Alle Einsender Stuhl-vor-dem-Sitzen-Abwischer Dauer-Lächler
Immer-Anzug-Träger Fotos-chronologisch-Ordner
und Einsenderinnen
Ständig-Diät-Halter
erhielten ein original Nach-22-Uhr-Anrufer Terminales ES und L,
Weichei-Lexikon. Namen-Verwechsler La Boisse, Frankreich
Vielen Dank fürs Auf-dem-Klo-Leser
Rat-Geber Ja-aber-Sager
Mitmachen!
Second-Hand-Shopper Prinzipien-Reiter
Zu-viel-Fernseh-Gucker Dosenbier-Trinker
Kleine-Pause-Raucher Schlafanzug-Träger
Kassetten-Überspieler
Klassenraum-Lüfter Beata Sieradzka, Lisków, Polen
Hausaufgaben-Vergesser
Kochrezepte-Ausprobierer Gute-Laune-Verbreiter
Schnäppchen-Jäger Pilze-Sucher
Beeren-Sammler
Renata Warchal, Kraków, Polen Katzen-Fütterer
Krokodilstränen-Weiner
Alle-Register-Zieher
Maß-voll-Macher
Unleserlich-Schreiber
Gleiches-mit-Gleichem-Vergelter
Mit-dem-Strom-Schwimmer
Zwei-Ziele-Verfolger
Steckenpferd-Reiter
Alle-über-einen-Kamm-Scherer
Stofftaschentücher-Benutzer

Ljudmila Grigorjewna Kondrat-


jewa, Kljawlina, Samaraer Gebiet,
Russland

Freibier-Trinker
Sonnencreme-Einreiber
Schwiegermutter-Bewunderer
Kissen-Knicker
Verfallsdatum-Leser
Horoskop-Befolger
Illustration: ofczarek!

Kolleginnen und Kollegen auf


der Deutschlehrertagung 2002
in La Cumbrecita, Argentinien

TIPP 1/2003 23
S 24-27 Studium 11.11.2002 12:01 Uhr Seite 24

STUDIEREN IN DEUTSCHLAND

„In jeder Hinsicht positiv!“


Jean-Baptiste, 22,
studiert Maschinenbau
Vor deinem Auslandssemester hätten mir nicht helfen
in Frankreich. Er hat hast du gesagt, dass du nicht in müssen, aber sie haben es getan.
mit einem Stipendium Bochum bist, um zu studieren, Es war eine sehr positive Erfah-
der Europäischen Union sondern um Leute kennen zu rung für mich, Hilfe zu bekommen
lernen, auf Partys zu gehen und und immer nachfragen zu
ein Auslandssemester
um Deutsch zu lernen. War können, wenn ich etwas nicht
an der Ruhr-Universität das so? verstanden habe.
Bochum absolviert. Ich habe viel gefeiert, aber ich
JUMA-Redakteur habe auch viel gearbeitet. Aber Hattest du große Sprach-
die Arbeit war nicht unangenehm, probleme?
Jörg-Manfred Unger
sondern sie hat Spaß gemacht. Die deutsche Sprache war am
hat ihn danach wieder- Anfang eine ziemliche Heraus-
gesehen und ihn zu Warum hat dir das Studium in forderung für mich. Wenn man im
seinen Eindrücken, Deutschland gefallen? Unterricht sitzt und nichts ver-
Weil wir in Bochum sehr viel steht, gibt es zwei Möglichkeiten:
Erfahrungen und Erleb- projektorientiert gearbeitet Man guckt aus dem Fenster oder
nissen in Deutschland haben. Ich war in einer Arbeits- man bemüht sich, einige Wörter
befragt. gruppe, die einen Roboter her- zu verstehen und dem Unterricht
gestellt hat. Wir mussten alle Teile zu folgen. Ich habe in Bochum
ausprobieren und dafür sorgen, gelernt, aus allem das Beste zu
dass sie funktionieren. Das war machen. Auch wenn ich in der
spannend und interessant. ersten Zeit nur ein paar Wörter
Die Teamarbeit hat hervorragend verstanden habe, habe ich
funktioniert. Ich konnte innerhalb versucht, dem Unterricht zu
meiner Gruppe sogar Freund- folgen. Ich hätte nicht gedacht,
schaften schließen, die über dass ich das schaffe. Aber ich
meine Zeit in Bochum hinaus habe es geschafft!
halten werden.
Wie unterscheidet sich das
Was hat dir das Studium in Studium in Frankreich vom
Deutschland konkret ge- Studium in Deutschland?
bracht? Die Beziehung zwischen Lehren-
Viel mehr, als ich anfangs dachte – den und Studierenden ist eine
in fachlicher, aber vor allem auch andere. Ein deutscher Professor
in menschlicher Hinsicht! Man ist eher ein Ratgeber als eine
Foto: Jörg-Manfred Unger

lernt mit Deutschen zusammen Autoritätsperson. In Frankreich


zu arbeiten, und das ist zunächst machen wir während der Vor-
einmal nicht so leicht. Es ist näm- lesungen Notizen und alles, was
lich nicht einfach, an einem Pro- der Dozent sagt, ist richtig.
jekt zu arbeiten und Verständi- Nichts wird in Frage gestellt. In
Auf der Rückreise nach Frank- gungsprobleme dabei zu haben. Bochum war das anders. Man
reich machte Jean-Baptiste Ich war folglich auf Hilfe an- spricht viel mehr mit dem Dozen-
mit Gepäck Station in Köln-
Mülheim, dem Sitz der JUMA- gewiesen. Die anderen Studenten ten. Es findet ein Austausch statt.
Redaktion. Hier hat er die Inter- So hatten wir während unseres
view-Fragen beantwortet.
Roboter-Projektes ein techni-

24 TIPP 1/2003
S 24-27 Studium 11.11.2002 12:01 Uhr Seite 25

gen völlig normal, in einem natür-


lichen See zu schwimmen.

Was hast du sonst in deiner


Freizeit gemacht?
Viel Sport, besonders mit mei-
nem Kommilitonen und Freund
Stefan. Wir waren zusammen

Fotos: © Stadt Bochum


joggen und sind zusammen
Rad gefahren – schließlich habe
ich mein Mountainbike extra
aus Frankreich kommen lassen.

Die Luftbildaufnahme von Bochum vermittelt einen guten Eindruck deutscher Bist du damit durchs Ruhr-
Nachkriegsarchitektur. So sehen viele Innenstädte in Deutschland aus.
gebiet gefahren?
Ja, sehr, sehr oft! Ich bin sogar
sches Problem. Wir sind darauf- Deutsche viel mehr Gesetze und mit dem Auto bis nach Wuppertal
hin zu unserem Dozenten ge- Regeln respektieren als Franzo- gefahren und habe dann eine
gangen und er hat zwei Stunden sen; außerdem haben sie Angst Radtour in dieser Gegend
lang mit uns gearbeitet, um das vor Umweltverschmutzung und gemacht. Ich finde, dass das
Problem zu lösen. Dabei habe Krankheiten: Als ich im See ge- Ruhrgebiet eine faszinierende
ich eine Menge gelernt. schwommen bin, haben mich Landschaft ist, in der es wider
die Leute gefragt, ob ich verrückt Erwarten auch sehr viel Grün gibt.
Wie viele Stunden hast du in bin und warum ich denn da Ehemalige Industrieanlagen,
der Woche studiert, das heißt schwimme – schließlich sei der die wie die Zeche Zollverein zu
wie viel Zeit hast du in Vor- See verschmutzt und das Baden einem Design-Zentrum, zum
lesungen, in Übungen und bei verboten. Für mich war es dage- Museum und zur Begegnungs-
der Vor- und Nachbereitung
des Stoffes verbracht?
Das war sehr unterschiedlich. Diese neu
gestaltete
Manchmal war ich morgens Galerie in der
schon um 8 Uhr in der Uni und Bochumer
abends um 8 Uhr immer noch Innenstadt
soll Tradition
da – oder schon wieder: Weil man und Moderne
sich seine Stundenpläne selbst architekto-
nisch ver-
zusammenstellen kann, gibt es binden.
immer wieder freie Stunden
zwischen den einzelnen Veran-
staltungen. In diesen Freistunden
bin ich zum Beispiel an einen
nahe gelegenen See gefahren,
um schwimmen zu gehen.
Dabei habe ich bemerkt, dass

TIPP 1/2003 25
S 24-27 Studium 11.11.2002 12:01 Uhr Seite 26

STUDIEREN IN DEUTSCHLAND

Studierende schwer für mich, denn es ist toll,


verfolgen eine
Vorlesung in ab und zu mal französisch zu
einem Hörsaal sprechen, weil man dann viel
der Ruhr- besser seine Meinung äußern
Universität
Bochum. kann. Das tut manchmal gut.
Auf Deutsch ist das sehr schwer,
weil es eben eine Fremdsprache
ist. Ich hätte gerne mit diesen
Franzosen mal über dies und das
gesprochen, weil man sich in der
Muttersprache viel besser und
schneller austauschen kann,
aber ich habe das bewusst
vermieden.

stätte wurden, finde ich ästhe- Das Zeiss


Planetarium
tisch schön. Aber ich habe das Bochum hat
Ruhrgebiet auch mal verlassen: einen Kuppel-
Einmal bin ich nach Cuxhaven raum mit 20
Metern Durch-
gefahren, weil ich gerne am Meer messer und ist
bin. Das war wunderbar! technisch auf
dem neuesten
Stand.
Wie hast du dich mit deinen
beiden Mitbewohnern im
Studentenwohnheim ver-
standen?
Ich habe während meiner Zeit in
Bochum eine Menge Bekannt-
schaften gemacht und mit vielen
Deutschen und auch mit zwei
türkischen Maschinenbau-
Studenten eine enge Freund-
schaft geschlossen. Mit meinen Hattest du auch Kontakt Hattest du bei deinem Studium
Mitbewohnern habe ich das zu anderen ausländischen mehr Probleme als deutsche
leider nicht geschafft. Das war Studierenden des Erasmus- Kommilitoninnen und Kommili-
eine kleine Enttäuschung für Programms? tonen?
mich, aber sie hatten völlig Nein. Ich wollte nicht Teil der Ich hatte ein anspruchsvolleres
andere Interessen als ich. Sie „französischen Kolonie“ in Programm als ein deutscher
studieren Medizin und sie Bochum werden. Es gab eine Durchschnittsstudent. Außer-
interessieren sich für Fußball und sehr starke Gemeinschaft von dem musste ich Überstunden
Computerspiele. Das ist nicht Französinnen und Franzosen machen, weil ich die Prüfungen
meine Welt. Trotzdem haben und sie haben alles zusammen direkt im Anschluss an das
sie mir zum Beispiel dabei ge- gemacht. Ich finde, wenn man Sommersemester im Juli
holfen, Briefe auf Deutsch zu im Ausland ist, sollte man sich absolviert habe und nicht wie
schreiben. integrieren, um die Leute kennen meine deutschen Kommilitonin-
zu lernen, und das habe ich nen und Kommilitonen nach der
versucht. Manchmal war es

26 TIPP 1/2003
S 24-27 Studium 11.11.2002 12:01 Uhr Seite 27

Sommerpause im Herbst. So Das Schau-


spiel-Haus
blieb mir weniger Vorbereitungs- Bochum
zeit. Aber ich habe alle Prüfungen ist seit seiner
bestanden und das sage ich nicht Gründung
1919 eines der
ohne Stolz. Schließlich wird mein bekanntesten
Auslandssemester in Bochum Theater
Deutschlands.
nun komplett an meiner Heimat- Es sorgte mit
uni Belfort anerkannt. Intendanten
wie Peter
Zadek, Claus
Wie fühlt man sich als Franzose Peymann und
in Deutschland? Leander Hauß-
mann immer
Am Anfang war ich ein Ausländer. wieder für
Ich fühlte mich in der U-Bahn Aufsehen.
oder an Orten, die ich noch nie
gesehen habe, unwohl. Mittler-
weile ist U-Bahn-Fahren Routine
geworden, ja, Bochum wurde zu ung von Bochum bietet nicht Bist du mit dem Geld aus-
„meiner Stadt“, eine Art zweite immer einen schönen Anblick: gekommen?
Heimat. Dabei war die Bochumer Bochum ist nach dem Krieg neu Ich habe eigentlich nicht viel
Multikulti-Szene sicher eine aufgebaut worden und die meis- Geld ausgegeben, ich habe sehr
große Hilfe: Es gibt eine Menge ten Gebäude sind aus den in Eu- bescheiden gelebt. Ich weiß
Ausländerinnen und Ausländer ropa architektonisch wenig reiz- nicht, wie viel ich genau aus-
in Bochum, die hier friedlich mit- vollen 1950-er und 1960-er Jahren. gegeben habe. Meinen Vater hat
einander leben und eine Menge das sehr geärgert, weil er meint,
Spaß zusammen haben, und das Welches Zeitgefühl hattest du man sollte einen Überblick
gefällt mir gut. in Bochum? darüber haben, was man ausgibt.
Ich habe in Frankreich zwei Jahre In Frankreich habe ich den auch.
Was hat dir in Bochum nicht Physik studiert, ein Semester Auf jeden Fall kann ich sagen,
gefallen? Ingenieurswesen und ein Jahr dass ich in Deutschland weniger
Das Wetter, weil es oft geregnet Mathematik. Ich habe das Gefühl, Geld als in Frankreich ausge-
hat und der Himmel meistens dass mir die Zeit in Bochum geben habe – obwohl ich viel ins
grau war – bei Frühlings- und persönlich sehr viel mehr ge- Kino, ins Theater und ins Museum
Sommertemperaturen von bracht hat und ich hier sehr viel gegangen bin, damit ich die
18 Grad Celsius! Und die Bebau- mehr erlebt habe als in Frankreich. deutsche Sprache und Kultur
besser verstehe. Ins Museum
gehe ich in Frankreich nie!
Die Bochumer
Aufführung
des „Starlight- Wie geht es jetzt weiter?
Express“ ist Mein Leben ist verplant bis 2004.
nach über In diesem Jahr werde ich mein
14 Jahren
Spielzeit und Ingenieur-Diplom bekommen.
mit über Vorher komme ich aber nochmal
9 Millionen
Besucherinnen ein paar Monate nach Deutsch-
und Besuchern land, um ein Praktikum in Stutt-
eine der erfolg- gart zu machen.
reichsten
Musical-
produktionen
der Welt.

TIPP 1/2003 27
S 28 Studium 11.11.2002 12:06 Uhr Seite 28

STUDIEREN IN DEUTSCHLAND

Essen in der Mensa

Reich gedeckter Tisch


Restaurants für Studie- Gemüse kommt meist aus der
rende heißen Mensen. Region. Fast 70 Prozent der
Mensa-Gäste wählen die preis-
Das ist die Mehrzahl günstigen Essen 1 oder 2.
des lateinischen Wortes
Mensa. Es bedeutet Im Sommersemester 2002 kostet

Foto: Christine Starke


eine der Mahlzeiten immer unter
„Tisch“ auf Deutsch.
1 Euro 44, eine kostet über
Hier kann man gut und 1 Euro 92 und zwei Mahlzeiten
preisgünstig essen – liegen preislich dazwischen.
so wie in der Neuen Bezahlt wird mit einem Chip, den Mensa-Leiterin Rosmarie Zumpe
man an „Emeal“-Automaten
Mensa in Dresden.
immer wieder aufladen kann. kein Schweinefleisch, andere
(„Emeal“ ist eine Abkürzung aus ziehen vegetarische Kost vor.
Großküche dem Englischen und bedeutet so Kein Problem, denn die Auswahl
viel wie „elektronisches Essen“.) ist immer groß genug: Alle finden,
In der Neuen Mensa an der Berg- was sie mögen – auch bei den
straße in Dresden sorgen 55 Mit- Zufriedene Gäste Getränken und beim Nachtisch,
arbeiterinnen und Mitarbeiter für die extra berechnet werden. In
das leibliche Wohl der Studieren- Beliebtestes Essen ist Steak den entsprechenden Regalen
den. Hier werden täglich 4 000 mit Pommes Frites – davon stehen alle Arten von Getränken,
bis 4 500 Essen ausgegeben; können die Studierenden in Kompott, Pfirsiche in Sirup, Pud-
hinzu kommen 3 500 bis 4 000 Dresden (und anderenorts) gar ding, Vanille-Creme und Beeren.
Imbiss-Portionen in der Cafeteria nicht genug bekommen. Eben-
des Hauses. falls sehr beliebt in Sachsen: Die Küche versucht, allen Ge-
Eintöpfe. Lamm- oder Hammel- schmäckern gerecht zu werden
In den Lagern stapeln sich Waren fleisch sind weniger gefragt, und bemüht sich gleichzeitig um
im Wert von 20–30 000 Euro – „aber bei ausländischen Studie- ausgeglichene Kost. „Was nicht
vorwiegend Grundnahrungs- renden kommt das an, deshalb läuft“, sagt Mensa-Leiterin
mittel wie Nudeln oder Reis sowie steht das von Zeit zu Zeit auf Rosmarie Zumpe, „kochen wir
Konserven aus dem In- und Aus- dem Speiseplan“, so Chefkoch nicht.“ Kein Wunder, dass ihre
land; Frischware wie Obst oder Jörg Naumann. Manche essen Mensa-Gäste zufrieden sind!

In der Essensausgabe der Neuen Mensa in Dresden an einem Mittwochmittag

Essen 1 Essen 2 Essen 3 (vegetarisch) Essen 4

Kartoffelspalten Reis Vollkornspaghetti Hirschsahne-


Schmorkraut Tomatensalat Tomatensoße gulasch
Gyrosbraten Hähnchenbrust Geriebener Käse Apfelrotkraut
Zaziki Gemüsestreifen Salat Klöße

28 TIPP 1/2003
S 29 Studentenwerk 11.11.2002 12:09 Uhr Seite 29

Studentenwerke

Service rund ums Studium


Die 61 deutschen • Studentisches Wohnen: Ins- – Behindertenberatung
Studentenwerke sind gesamt 46 Studentenheime in – psychotherapeutische Bera-
Dresden, Zittau und Görlitz tung bei Studienstress und
als Dienstleistungs- bieten Studierenden preiswerte persönlichen Problemen
zentren für Studierende Wohnmöglichkeiten – überwie- – Rechtsberatung
„Wirtschaftsunterneh- gend in geringer Entfernung zu
den Hochschulen. Studentenwerk mit Tradition
men mit sozialer Ziel-
• Studentische Verpflegung:
richtung“. Das Studen- 7 Mensen, 8 Ausgabemensen, Das Studentenwerk Dresden
tenwerk Dresden ist 20 Cafeterien und ein kleines wurde in seiner jetzigen Form
dafür ein gutes Beispiel. Restaurant sorgen für das nach der politischen Wende am
„leibliche Wohl“ der Studieren- 1. Juli 1991 gegründet, aber es
Umfangreiche Leistungen den an den Hochschulstand- kann auf eine lange Tradition
orten in Dresden, Zittau und zurückblicken. In Dresden ent-
Das Leistungsspektrum des Görlitz. stand am 4. Dezember 1919 das
Studentenwerks Dresden reicht • Kulturelle Förderung: Das erste Studentenwerk Deutsch-
von der Bereitstellung von Wohn- Kulturbüro fördert Projekte lands. Heute nimmt das Studen-
raum bis zur Rechtsberatung. von Studentenklubs, künstleri- tenwerk Dresden beim Umsatz
Außerdem bietet es vielfältige schen Gruppen, bietet Aus- bundesweit den 4. Platz ein.
Informationsmöglichkeiten, um stellungsmöglichkeiten für
sich im „Dschungel“ rund ums Studierende, vergibt Räume Adresse
Studium zurechtzufinden. für Veranstaltungen und private
Feiern, organisiert die Studentenwerk Dresden
Rund 450 Mitarbeiterinnen und „Dresdner Studententage“, Fritz-Löffler-Straße 18
Mitarbeiter sind in Dresden, bietet künstlerische und 01069 Dresden
Zittau und Görlitz für das Wohl andere Kurse an.
der Studierenden tätig, damit • Beratung, Hilfe und Infos: Internet
sie sich in ihrer „Heimat auf Zeit“ – Sozialberatung: Hilfe bei
rundum wohl fühlen. Es bietet Problemsituationen, Vergabe www.studentenwerke.de
„keine allumfassende Fürsorge“, von Beihilfen und Darlehen, www.studentenwerk-dresden.de
wie sein Geschäftsführer
Dr. Rudolf Pörtner sagt, „son- Für das
Studentenwerk
dern Hilfe zur Selbsthilfe.“ Dresden nur
eine Aufgabe
unter vielen:
Im einzelnen umfasst das Ange- Die Bewirt-
bot u.a. folgende Leistungen: schaftung der
Neuen Mensa
• Studienfinanzierung: Das Amt
für Ausbildungsförderung berät
Foto: Christine Starke

und hilft im Rahmen des Bun-


desausbildungsförderungs-
gesetzes (BaföG). Sein Büro
hat täglich für ratsuchende
Studierende geöffnet.

TIPP 1/2003 29
S 30-31 juma bei uns 11.11.2002 12:13 Uhr Seite 30

JUMA BEI UNS

Ergebnisse der Arbeit


mit JUMA und TIPP im Deutschunterricht

Planungsgruppen
und Börsianer
Durchblicken statt
wegsehen
JUMA 2/2002, Seiten 8–11
TIPP 2/2002, Seiten 8–11

Seit 10 Jahren arbeite ich an


einem Projekt. Es heißt „Öko- nadeln passt zu welchem Der überzeugendste Plan bekam
logische Bildung und Erziehung Mädchen in JUMA und welches den Zuschlag – in unserem Fall
im Deutschunterricht und in der Accessoire passt zu mir?“ der Zoo.
außerschulischen Arbeit“.
Als fächerübergreifendes Thema Anschließend gab es eine Typ- Vladimíra Koubínová,
lässt sich Umweltschutz auch beratung in der Klasse, an der Roudnice n. L., Tschechien
in den Fremdsprachenunterricht auch die Jungen beteiligt waren.
integrieren. Dabei spielen Lieder, Dabei stellte sich heraus, dass Ich habe das große Foto in JUMA
Gedichte und Theaterstücke eine manche ihr Aussehen durchaus 1/2002 auf Seite 15 mehrmals
wichtige Rolle. So singen wir in verbessern konnten, z.B. durch kopiert und es in der Klasse an
unserem „Giraffen-Öko-Klub“ das Tragen einer anderen Brille. Kleingruppen verteilt. Jede
(die Giraffe ist ein Tier mit Weit- Gruppe hat ihr Bild in jeweils
blick!) immer wieder selbst Jacques Mazin, Lyon, Frankreich 16 Quadrate zerschnitten und
getextete und komponierte auf den Kopf gedreht. Dann
Lieder. Ein Auszug: Zukunft mit Fragezeichen haben sich die Schülerinnen und
JUMA 1/2002, Seiten 14–17 Schüler gegenseitig Fragen zum
Die Sprache ist ein Tor zur Welt. Text gestellt.
Ich lerne die Sprache, Meine Schülerinnen und Schüler
die mir gefällt! haben in „Planungsgruppen“ Beispiel:
Ich lerne Deutsch überlegt, wie man ein ehemaliges Was holen die Bagger bei
und das ist toll. Industriegebiet wie die Lausitz Kostebrau aus dem Boden?
„Stufen“, „Konzepte“ rekultivieren kann. (Antwort: Die Bagger bei
und das „JUMA-Magazin“ Kostebrau holen Braunkohle
sind das beste „Sprach-Benzin“! Beispiele: aus dem Boden.)
mit einem Zoo,
Anna Vaisbreit, Moskau, Russland mit einem Park, Wer eine richtige Antwort gab,
mit einem Sportzentrum durfte ein Quadrat herumdrehen
Öfter mal was Neues! und seine Initialen darauf schrei-
JUMA 1/2002, Seiten 30–33 Jede Gruppe hat einen Vorschlag ben. Wer die meisten Quadrate
präzisiert, d.h. Pläne gezeichnet, herumgedreht hat, hat „am
Thema „Frisuren“. Meine Schüle- konkrete Angaben gemacht usw. meisten zur Rekultivierung der
rinnen haben sich die Frage ge- Region“ beigetragen.
stellt: „Welches Accessoire wie Alle Planungsgruppen mussten
Klipser, Klemmen oder Haar- ihre Pläne einem „Banken- Jelena Tkatschenko, Russland
konsortium“ vorstellen.

30 TIPP 1/2003
S 30-31 juma bei uns 11.11.2002 12:13 Uhr Seite 31

KOPIERVORLAGE

Hinweis für die Lehrerin bzw. den Lehrer

Kopieren Sie dieses Foto bitte so oft, wie sich Kleingruppen


in der Klasse bilden! Die Schülerinnen und Schüler zer-
schneiden es in 16 Quadrate und legen es auf den Kopf.
Dann beantworten sie Fragen zum JUMA-Artikel „Zukunft
mit Fragezeichen“ in Heft 1/2002, die sie sich gegenseitig
stellen: Wer eine Frage richtig beantwortet, darf ein Quadrat
herumdrehen. Wer die meisten Quadrate herumdreht,
gewinnt!


ZUKUNFT MIT FRAGEZEICHEN

Foto: Michael Kämpf

TIPP 1/2003 31
S 32-33 Odessa 11.11.2002 12:21 Uhr Seite 32

JUMA BEI UNS

Treffen in Odessa
In Odessa, Ukraine,
fanden 3 Seminare zur
Arbeit mit JUMA und Dumm gelaufen 2. Vorschlag: Die Lehrerin bzw.
TIPP im Unterricht JUMA 4/2002, Seiten 14–15 der Lehrer kopiert die JUMA-
statt. Dabei machten TIPP 4/2002, Seiten 8–9 Seiten 14–15 mehrmals und
schneidet alle Illustrationen aus.
die rund 50 Teilnehme-
1. Vorschlag: Alle Mädchen der In der Klasse bilden die Schüler
rinnen aus mehreren Klasse schreiben auf, wie sie und Schülerinnen Kleingruppen,
Teilen des Landes einen Jungen beeindrucken die jeweils alle 6 Zeichnungen
auch zahlreiche Vor- wollen; alle Jungen der Klasse erhalten. Jede Gruppe zeichnet
schreiben auf, wie sie ein damit (oder einem Teil davon)
schläge, wie man mit
Mädchen beeindrucken wollen. einen Comic, bei dem auch die
JUMA-Artikeln in der Sprech- und Denkblasen nicht
Deutschstunde arbei- Beispiel: fehlen dürfen. Alle Comics zirku-
ten kann. Hier ist eine Ich kaufe ihr einen riesigen lieren anschließend in der Klasse.
Blumenstrauß.
Auswahl. 3. Vorschlag: Die Lehrerin bzw.
Alle lesen ihre Texte vor und der Lehrer gibt allen Schülerinnen
wählen dann eine der Situationen, und Schülern jeweils einen Text
zu der sie eine „Dumm-gelaufen- des JUMA-Artikels „Dumm ge-
Geschichte“ schreiben. laufen“ („Die Bruchlandung“, „Die
Busfahrt“ usw.). Alle illustrieren
Beispiel: ihren Text zu Hause und zeigen
Die schönsten Blumen waren die Ergebnisse ihrer Hausarbeit in
die Chrysanthemen – leider der nächsten Deutschstunde.
wusste ich nicht, dass es sich
dabei um Grabblumen Variante:
handelt. Die Lehrerin bzw. der Lehrer
gibt den Schülerinnen und
Eine Jury prämiert die besten Schülern jeweils eine Illus-
3 Geschichten. tration, zu der sie eine
passende „Dumm-gelaufen-
Geschichte“ schreiben.

Ukrainische
Lehrerinnen, die
Deutsch als
1. Fremdsprache
unterrichten, mit
dem Fach-
schaftsberater
Stephan Wesche
aus Lviv (hinten
rechts) ...

32 TIPP 1/2003
S 32-33 Odessa 11.11.2002 12:21 Uhr Seite 33

… Sprachlehre-
rinnen, die zu
Deutschlehrerin-
nen umgeschult
werden, mit der
Fachberaterin
für Deutsch in
Odessa, Anne-
marie Bechert
(hinten links) …

… und ihre
Kolleginnen, die
Deutsch als
2. Fremdsprache
unterrichten,
mit dem Landes-
programmlehrer
Gotthard Haus-
hofer (Mitte
links).

4. Vorschlag: der Anfang, die


Mitte oder der Schluss einer
jeden Geschichte wird in Partner-
Fotos: Jörg-Manfred Unger

arbeit ergänzt; die besten Texte


werden nach einer Abstimmung
prämiert.

Der Roboter – bald ein


Familienmitglied?
JUMA 4/2002, Seite 32
Heavy Metal und Kamele gesetztes Wort entstammt: Sie
Gruppenarbeit: Jede Gruppe JUMA 4/2002, Seiten 8–12 lesen ihn, suchen unbekannte
beschreibt, wie die Welt ihrer Wörter im Wörterbuch und infor-
Meinung nach in 50 Jahren aus- Vorbereitung: Die Lehrerin bzw. mieren die anderen anschließend
sieht. Dafür wählen sie verschie- der Lehrer schreibt aus jedem Teil über den Inhalt, indem sie in der
dene Bereiche: Schule, Haushalt, des JUMA-Artikels („Annika“, Klasse zirkulieren.
Medizin, Verkehr, Freizeit usw. „Gero“ usw.) zusammengesetzte
Wörter wie Popgruppe, Basket- Danach schneiden die Schülerin-
Variante: ball usw. auf jeweils 2 Kärtchen. nen und Schüler in Kleingruppen
Die Schülerinnen und Schüler Fotos und Texte aus alten Zeit-
kommen aus der Zukunft in In der Klasse bekommt jede schriften aus und machen eine
die heutige Zeit. Alle schrei- Schülerin und jeder Schüler ein Collage daraus. Dabei interessie-
ben einen „Brief aus der Ver- Kärtchen. Alle suchen die Mit- ren sie sich besonders – wie
gangenheit“ und legen ihn schülerin bzw. den Mitschüler mit echte Fans – für ein Thema, zum
einem Mitschüler bzw. einer dem passenden 2. Kärtchen, so Beispiel „Basketball“ oder
Mitschülerin zur Beantwor- dass sie in Partnerarbeit den Teil „meine Lieblingssängerin“. Die
tung vor. des JUMA-Artikels bearbeiten Klasse rät, um welche Fans es
können, aus dem ihr zusammen- sich handelt.

TIPP 1/2003 33
S 34-35 Polen 11.11.2002 12:24 Uhr Seite 34

JUMA BEI UNS

 Mit dabei:
Seitenwechsel Heike Toledo,
neue Regional-
Fachberaterin
der Zentralstelle
für das Auslands-
In Pasym bei Allenstein Vorschläge für den schulwesen
Unterricht (ZfA), Köln, mit
und in Danzig, Polen, Sitz in Danzig
fanden JUMA/TIPP- 1. Unterrichtsvorschlag für den
Seminare für Deutsch- JUMA-Artikel „gespendet,
lehrerinnen und -lehrer geschenkt, besorgt“ (JUMA-
statt. Dabei machten Seiten 20-21): Nach der Lektüre daher mit Begründung genannt)
des Artikels notieren die Schüler werden, an die Tafel.
die Kolleginnen und und Schülerinnen in Klein-
Kollegen unter anderem gruppen Gegenstände, die sie 2. Unterrichtsvorschlag: Jede
Vorschläge für den für die Einrichtung eines Jugend- Schülerin und jeder Schüler wählt
klubs brauchen, und sie geben einen Gegenstand aus dem
Unterricht mit dem
ihrem Jugendklub einen Namen. Anzeigentext im JUMA („Der
aktuellen JUMA-Artikel Jugendklub im Treptower Park
„gespendet, geschenkt, Jede Schülerin und jeder Schüler hofft ...“) und schreibt eine
besorgt“ – und sie lösten schreibt einen offiziellen Bittbrief Kleinanzeige. Darin wird der aus-
an einen Sponsor – mit Absender, gewählte Gegenstand beschrie-
wie ihre Schülerinnen ben und angepriesen (weil er
Adresse, Datum, Anrede usw.
und Schüler Aufgaben Darin werden die Wünsche verkauft werden soll).
aus TIPP: In Kleingrup- begründet.
pen notierten sie (mit Alle Kleinanzeigen zirkulieren in
Alle geben ihre Bittbriefe einer der Klasse. Jede Interessentin
Begeisterung!), was ein- Mitschülerin oder einem Mit- bzw. jeder Interessent an einem
zelne Personen auf schüler mit der Bitte um eine Gegenstand schreibt einen Brief
Fotos der TIPP-Ausgabe schriftliche Antwort (positiv an den Inserenten bzw. die Inse-
4/2002 vielleicht sagen oder negativ, mit Begründung). rentin (mit Begründung für das In-
Schließlich schreibt ein Schüler teresse an dem Gegenstand).
oder denken. oder eine Schülerin alle Gegen- Eine/r bekommt den Zuschlag
stände, die gesponsert (und (mit Begründung der Wahl).

Die Semi-
narteilnehme-
rinnen und -
teilnehmer
aus Ermland
und Masuren
im Garten der
Tagungsstät-
te in Pasym
Fotos (3): Jörg-Manfred Unger

 Die Lehre-
rinnen, die im
Lehrerfortbil-
dungsinstitut
von Danzig am
JUMA/TIPP-
Seminar teil-
nahmen

34 TIPP 1/2003
S 34-35 Polen 11.11.2002 12:24 Uhr Seite 35

Erprobung von TIPP-  „Aha, der Zug


ist also schon
Unterrichtsvorschlägen wieder entgleist!“

Mögliche Sprüche und Gedanken


der Personen auf den Fotos in  „Bin ich nun
TIPP 4/2002, Seiten10–15 und schwanger oder
22–25: nicht?“

Foto: Michael Kämpf

 „Wenn der
wüsste, was
ich über ihn
denke!“
Fotos (5): Martin Kroll

„Ist mein
Name Grzegorz
Brzeczyszczy-
kiewicz wirklich
so schwer aus-
zusprechen?“

 „Der alte
Meyer fällt um,
wenn er meine
Entschuldi-
gung hört!“

 „Immer diese
Warterei auf
dem Arbeits-
amt!“

TIPP 1/2003 35
S 36 Deutsch in Polen 11.11.2002 12:29 Uhr Seite 36

JUMA BEI UNS

Neuanfang mit Perspektive


Alina Dorota unterrichts erheblich. Die Grund- und zum anderen „das Fenster
Jarzabek, schule beginnt ab Klasse 4 mit zur Welt“ öffnet.
dem obligatorischen Unterricht in
Vorsitzende der ersten Fremdsprache. Er wird Aus diesen Gründen finanzieren
der Region im Gymnasium (Jahrgangsstufen die Eltern gern – soweit möglich –
Ermland und 7–9) und im Lyzeum bis zum den Deutschunterricht schon im
Abitur in Klasse 12 fortgesetzt. Kindergarten und in der Vorschul-
Masuren im
Unabhängig davon darf die klasse. Ältere Schülerinnen und
polnischen Deutschlehrer- Schulleitung jeder Grundschule Schüler nehmen gerne an
verband, über Aspekte des schon ab der ersten Klasse diversen Deutschwettbewerben
Deutschlernens in Polen Fremdsprachenunterricht an- für Gymnasien und an der
bieten, soweit die finanzielle Deutscholympiade für Lyzeen
Situation der Schule das erlaubt. teil. Wenn man sich die Listen
der Gewinnerinnen und Gewinner
Im Laufe ihrer 12-jährigen Schul- internationaler Wettbewerbe
ausbildung haben die Schüler – zum Beispiel in JUMA –
Curriculum mit Freiräumen und Schülerinnen nun auf jeden anschaut, sieht man, wie stark
Fall insgesamt 33 Wochen- Polen dort vertreten ist.
1999 wurde in Polen eine Bil- stunden in der ersten Fremd-
dungsreform eingeleitet, um ein sprache (früher nur 24) und Der Stellenwert des Deutsch-
qualitativ hochwertiges und mindestens 12 Wochenstunden unterrichts in Polen ist nicht zu-
europaweit konkurrenzfähiges in der zweiten Fremdsprache. letzt eine Folge des großen
Bildungssystem zu schaffen. Englisch ist auch in Polen die am Engagements der polnischen
häufigsten gewählte 1. Fremd- Deutschlehrerinnen und -lehrer.
Neue Lehrpläne in allen Unter- sprache. Ihnen liegen nicht nur die Qualität
richtsfächern, darunter auch im ihrer schulischen Arbeit, sondern
Fremdsprachenunterricht, Deutsch hat sich als zweit- auch die Entwicklung partner-
streben stärker als bisher ein populärste Fremdsprache eta- schaftlicher internationaler Kon-
Lern- und Lehrmodell an, das auf bliert. Ihr folgen Russisch und takte sehr am Herzen. So sind die
fächerübergreifenden Unterricht, Französisch. Viele Gymnasien seit Jahren gepflegten Schulpart-
Handlungsorientierung, Selbst- und Lyzeen bieten übrigens einen nerschaften, Austauschprogram-
ständigkeit und unabhängige erweiterten Deutschunterricht me und gemeinsamen Projekte
Meinungsbildung abzielt. oder sogar einen bilingualen kooperierender Schulen beim
Unterricht an. Deutschlernen eine große Moti-
Bei den neuen Lehrplänen han- vation für alle Beteiligten.
delt es sich um ein „Kerncurricu- Offen für die Welt
lum“, das nur zu 70 Prozent zen-
tral und staatlich geregelt ist. 30 Das Interesse am Deutschunter- Internet
Prozent der Lehrpläne können richt wächst von Jahr zu Jahr, so-
von den einzelnen Schulen in wohl bei den Schülerinnen und www.deutsch-info.pl
Eigenregie aufgestellt werden. Schülern als auch bei den Eltern.
Sowohl die einen als auch die an-
Die Bildungsreform verstärkt die deren sind davon überzeugt,
Position des Fremdsprachen- dass der Fremdsprachenerwerb
zum einen die beruflichen
Chancen für die Zukunft sichert

36 TIPP 1/2003
S 37 nachlese 11.11.2002 12:31 Uhr Seite 37

NACHLESE

Neuester Stand
Aktuelles zu Themen, die in JUMA standen

50 Jahre Jugendsprache Der, Die, Das Fremde im Internet gibt es Foren zum
TIP 3/99, Seiten 38-39 JUMA 4/2002, Seiten 36–37 Mitdiskutieren, monatlich aktuali-
TIPP 4/2002, Seiten 26–27 sierte Themen aus Politik, Gesell-
Die Anglizismen breiten sich schaft und Literatur, wöchentlich
weiterhin im Deutschen aus, nicht Das 24. Theatertreffen der neue Kinoempfehlungen, Hinter-
nur unter Jugendlichen: Jugend in Berlin findet vom grundinformationen und Inter-
23. bis 31. Mai 2003 statt. views sowie täglich aktuelle
Die Gesellschaft für deutsche Theatergruppen mit Schülern Veranstaltungstipps.
Sprache in Wiesbaden hat beob- und Schülerinnen aus ganz
achtet, dass immer mehr Deut- Deutschland werden dann ihre Literatur
sche bei unerwarteten Situatio- preisgekrönten Aufführungen
nen nicht mehr „hoppla“ sagen, in der Hauptstadt zeigen.
sondern „ups“ (aus dem Engli-
schen, „oops“). Alle Informationen über das
Theatertreffen gibt es wie in je-
Im Duden ist der Sprachwandel dem Jahr über das Internet.
noch nicht vermerkt. Die Adresse:

Mach mit! www.berlinerfestspiele.de

TIPP fragt: Welche Anglizismen Sprungbrett für die Zukunft


haben Ihre Aufmerksamkeit JUMA 4/2002, Seiten 16–19
erregt bzw. welche Anglizismen TIPP 4/2002, Seiten 10–17 In diesem Heft ist Polen
finden Sie im Deutschen be- Schwerpunkt-Thema
sonders witzig oder bemerkens- Die Bundeszentrale für politische
wert? Bildung (bpb) behandelte im Fluter,
September 2002 in ihrem das Jugendmagazin der Bundes-
Schreiben Sie an die JUMA- Jugendmagazin „fluter“ das zentrale für politische Bildung,
Redaktion, Stichwort: Angli- Thema „Polen auf dem Weg in Nr. 4, September 2002
zismen, Frankfurter Straße 40, die Europäische Union“. Aus
51065 Köln, Deutschland. dem Inhalt: „Was junge Polen Mehr Europa
und Deutsche verbindet und was Das Beispiel Polen
TIPP veröffentlicht eine Auswahl sie trennt“, „Abenteuertour durch
der Beiträge und bedankt sich bei Polen“, „Was Deutsche an Polen Universum Verlagsanstalt
den Absenderinnen und Absen- interessiert“, „Warum Polen zu Postfach 5720
dern mit je einem deutsch-engli- Europa gehört“ u.v.a.m. 65175 Wiesbaden
schen Taschenwörterbuch. Deutschland
Das Heft ist ebenso wie andere
Einsendeschluss ist der Ausgaben mit weiteren Themen- Internet
30.9.2003. Der Rechtsweg ist schwerpunkten kostenlos über
ausgeschlossen. die Universum Verlagsanstalt zu www.fluter.de
beziehen (ein Abonnement gilt www.bpb.de
jeweils für 4 Ausgaben pro Jahr);

TIPP 1/2003 37
S 39 Leserbriefe 11.11.2002 12:34 Uhr Seite 38

LESERBRIEFE

An die thema „Mein Traum- und den Unterrrichts- Viele Texte eignen sich
Redaktion JUMA beruf“; „Sprachen lernen stoff des vergangenen nach der Lektüre für Rol-
Frankfurter Straße 40 – Spaß oder Stress?“ Jahres zu registrieren. lenspiele, mit denen
51065 Köln passt zu den Schulbuch- Dazu gehört auch, meine Schülerinnen und
Deutschland themen „Hausaufga- JUMA/TIPP-Artikel Schüler Konversation
E-Mail: tipp@juma.de ben“, „Schulprobleme“ übergeordneten Themen auf Deutsch üben.
usw. Ich setzte fast alles, wie „Sport“, „Freizeit“
was ich in JUMA und TIPP oder „Kultur“ zuzuord- Luise Semeradova,
Vertiefte Themen finde, im Unterricht ein! nen – eine große Hilfe Jimramov, Tschechien
bei der Suche nach
Die meisten Texte in Marija Kirkienè, geeigneten Texten im Im Wandel der Zeit
JUMA und TIPP erweitern, Linkmenys, Litauen kommenden Jahr!
ergänzen und vertiefen Zum JUMA-Thema
die Lektionen unserer Große Hilfe Pascale Heurtevent, „Schuluniformen“ (Heft
Lehrbücher. „Buhlen Saint-Lô, Frankreich 2/2002): Als Schülerin
um Bewerber“ in Heft Am Ende des Schul- wäre ich niemals in
4/2001 passt zum jahres finde ich immer Kontakte in aller Welt Schuluniform zu einer
Beispiel zum Lehrbuch- die Zeit aufzuräumen privaten Feier gegangen.
Als Informatik- und Meine Schülerinnen tun
Deutschlehrerin arbeite das heute – so ändern
CARTOON
ich im Unterricht häufig sich die Zeiten!
multimedial. Das Inter-
net-Angebot von JUMA Ursula S. Schneider,
(www.juma.de) gefällt Temperley, Argentinien
meinen 13- bis 16-
jährigen Schülerinnen Errata in TIPP 3/2002
und Schülern sehr! Hier
haben sie zahlreiche Die E-Mail-Adresse des
Adressen gefunden, um argentinischen Deutsch-
per E-Mail mit Gleich- lehrerverbandes lautet
altrigen in der ganzen richtig:
Welt in Kontakt zu treten. vdlda@abaconet.com.ar

F. Kinga, Posen, Polen Die gemeinsame Inter-


net-Adresse mehrerer
Kommunikationshilfe Deutschlehrerverbände
in Lateinamerika lautet
JUMA hilft mir in der richtig:
Deutschstunde sehr. http://www.delila.ws
Impressum
Redaktionsadresse: Stefan Kobsa, Auswärtiges Amt; Prof. Dr. Inge TIPP ist das Lehrerbegleitheft zum Jugendmagazin
Redaktion JUMA, Schwerdtfeger, Ruhr-Universität Bochum; JUMA. Es erscheint viermal jährlich. Namentlich
Frankfurter Str. 40, 51065 Köln korrespondierendes Mitglied: Dr. Hans Simon- gezeichnete Beiträge geben nicht unbedingt die
Telefon: Deutschland + 221/962513–0 Pelanda, Goethe-Institut Inter Nationes München Meinung der Redaktion wieder.
Fax: Deutschland + 221/962513–4 oder -14 Litho: Für unverlangt eingesandte Texte und Bilder über-
Internet: www.juma.de R&S GmbH, Mönchengladbach nimmt der Verlag keine Gewähr. Der Nachdruck von
E-Mail: redaktion@juma.de Druck und Verlag: Texten ohne urheberrechtlichen Vermerk ist für
Verantwortlich: Christian Vogeler Tiefdruck Schwann-Bagel GmbH & Co KG Lehr- und Unterrichtszwecke frei; zwei Beleg-
Redaktion TIPP: Dr. Jörg-Manfred Unger Grunewaldstr. 59 exemplare erbeten.
Redaktionsassistenz: Kerstin Harnisch 41066 Mönchengladbach TIPP entsteht in Zusammenarbeit mit dem Bundes-
Layout: Helmut Hagen Copyright: verwaltungsamt (BVA) – Zentralstelle für das
Wissenschaftlicher Beirat: Tiefdruck Schwann-Bagel GmbH, Auslandsschulwesen (ZfA) – Köln; pädagogische
Prof. Dr. Peter Conrady, Universität Dortmund; Mönchengladbach. 2003 ISSN 0940-497X. Beratung: Christiane Drasdo

38 TIPP 1/2003
S 39 Vorschau 11.11.2002 12:38 Uhr Seite 39

VORSCHAU

Themen in Vorbereitung
Sprichwörter und Rede-
wendungen benutzen wir
täglich, doch woher kommen
sie eigentlich? Eine Aus-
stellung auf der mittel-
alterlichen Burg Altena
informiert darüber.
Foto: Klaus Martin Höfer

Max spielte eine Rolle in einem


Fernsehfilm. In dem Krimi ist er
Zeuge eines Mordes. Normaler-
weise geht der 14-Jährige noch zur
Schule. Dort erzählt er lieber nicht
so viel von seinem Nebenjob.

Foto: Hacky Hagemeyer

Außerdem:
Foto: Thilo Saltmann

Europa: Zwischen Deutschland und Däne-


mark wurde 1920 eine Grenze gezogen, die
bis heute gilt. Darum gibt es auf beiden Seiten
Minderheiten, die ihre Kultur weiter pflegen.
JUMA berichtet über ihre Situation.
Das Recht auf Asyl ist im Grundgesetz ver-
ankert. Wie ergeht es den Menschen, die sich Urlaub: Henning ist zum ersten Mal ohne seine
in Deutschland um Asyl bemühen? Darüber Eltern in Urlaub gefahren. JUMA hat in seinem
informiert eine Ausstellung, in der man die Reisetagebuch geblättert.
Stationen selbst nacherleben kann.
Internet-Auftritt: Was ab 2003 neu ist bei
www.juma.de

TIPP 1/2003 39
S 40 Rückseite 11.11.2002 12:41 Uhr Seite 48

Köpfe aus aller Welt


Lehrerinnen und Lehrer, die Deutsch mit JUMA und TIPP unterrichten

Jaroslava Krasseltová, 49, Zlata Hribernik, 50, Jolanta Navardauskiené, 40,


gibt Leistungssportlerinnen und ist Deutschlehrerin in Brezice, Deutschlehrerin in Skuodas, Litauen,
-sportlern Deutschunterricht an Slowenien. Die geografische Nähe setzt auf Rollenspiele, „um die
einem Sport-Gymnasium in zu Deutschland und Österreich Kommunikationsfähigkeit zu ver-
Bratislava, Slowakei. Dabei erlauben ihr und ihren Klassen bessern“. Ihre Klassen warten „meist
legt sie besonderen Wert auf immer wieder Ausflüge dorthin, ungeduldig“ auf die neuesten JUMA-
Konversation, deren Grundlage „wo wir unser Deutsch direkt in Artikel, „die TIPP-Unterrichtsvor-
„oft JUMA-Themen“ sind. der Praxis anwenden können“. schläge passen immer bestens dazu“.

Galina Mutowa, 44, Natalja Kamenezkaja, 47, Katarina Mitterová, 47,


„lernt und lehrt seit 20 Jahren ist Deutschlehrerin in Aluschta, Deutschlehrerin an der Grund-
Deutsch in dem kleinen Dorf Pros- Ukraine. Ihre Arbeitsschwerpunkte schule in Lucenec, Slowakei,
kowo“, Westsibirien, Russland. sind Projektarbeit, Theater, Schüler- benutzt seit über 10 Jahren JUMA
Sie ist „begeistert von den Mög- austausch-Programme – und die in ihren Deutschstunden, „häufig
lichkeiten“, die JUMA und TIPP Arbeit mit JUMA und TIPP. Im wie in TIPP vorgeschlagen“.
beim Deutschlernen und im aktuellen TIPP ist sie gleich zwei- Sie möchte auf die beiden Zeit-
Deutschunterricht bieten. mal mit Beiträgen vertreten. schriften „nicht mehr verzichten“.

Zeichnungen: Cosima Schlinkheider

J. A. Posselt Simon, 45, Ella Myhring Høgedal, 51, Akuété Govor, 52,
ist Deutschlehrerin und Leiterin ist Deutschlehrerin in Odense, arbeitet in Lomé, Togo, als
der Deutschabteilung des Liceo Dänemark. Für ihre Schülerinnen Deutschlehrer an der Universität
Experimental Manuel de Salas in und Schüler sind JUMA-Artikel und am Institut für Angewandte
Santiago, Chile. JUMA gefällt ihren „Appetitanreger“, die „Lust auf Fremdsprachen, das er gegründet
Schülerinnen und Schülern sehr; mehr Deutsch“ machen. JUMA hat. Seine Arbeitsschwerpunkte
TIPP erleichtert ihre Unterrichts- und TIPP ergänzen und bereichern sind Lese- und Textverständnis,
vorbereitungen. ihre Lehrbücher. „zum Beispiel mit JUMA“.
S 01 TIPP TITEL Korr.1 10.12.2003 13:59 Uhr Seite 1

LANDESKUNDE IM DEUTSCHUNTERRICHT

TIPP Körpersprache
Nonverbale Kommunikation

Kunst
Austausch von Gedanken

Zeitvertreib
24 Ideen
für die Deutschstunde

Ostern
Versteck-Spiel

Fußball
Weltmeisterschaft
www.juma.de rund um den Globus

1/04
E 0,75
S 02- 03 Inhalt Korr.1 10.12.2003 14:03 Uhr Seite 2

Liebe Kollegin, lieber Kollege,

schon immer
TIPP – das Lehrerheft zum JUMA
standen in TIPP I n h a l t s v e r z e i c h n i s
„authentische“
Texte, die nicht Versteck-Spiel
eigens für JUMA JUMA 1/2004 im Unterricht
Tipps für die Deutschstunde 26
oder für TIPP Die große Chance
geschrieben Zwei Vorschläge für den Rubriken
wurden – zum Beispiel Artikel Unterricht
aus Zeitungen und Zeitschrif- Information: JUMA bei uns
ten, Auszüge aus Büchern, Der Fußball-Globus 4 Intensive Beschäftigung:
Prospekten, Katalogen usw. Ergänzender Text: das Foto „Zeitvertreib“ 28
Sie werden in der Regel un- Auf der Suche nach Talenten 9 Till Eulenspiegel in Finnland 31
verändert übernommen und Deutsch in Kasachstan
erweitern und vertiefen Wir sind 15 Information: Kasachstan 32
JUMA-Themen als „ergänzen- Ergänzender Text:
der Text“. Ab diesem Heft Lena und Alex 10 Studieren in Deutschland
kennzeichnen wir solche Praxis: Ideen für die Internationaler Erfolg 34
AUT
HEN Nachdrucke mit einem Textbearbeitung 13

TEX TISC
HER Logo (siehe links), Unterrichtsmaterialien

T so dass Sie sie


schneller und besser
erkennen. Schreiben
Was für ein Typ?
Tipps für die Deutschstunde
Ergänzende Texte:
14
Lernen mit Methode

Nachlese
35

Sie mir doch einmal, wie Sie Der Körper und seine Sprache 16 Vorsätze, Kleiderordnung
einzelne authentische Texte Praxis: Körpersprache und Kinder-Uni 36
für Ihren Deutschunterricht in der Klasse
nutzen. In TIPP veröffentlicht, Offen oder verschlossen? 18 Vorschau
geben Sie damit Kolleginnen Themen in Vorbereitung 37
und Kollegen ja vielleicht Ein Bumerang fliegt
Anregungen oder Tipps. selten allein Leserbriefe,
Tipps für die Deutschstunde Cartoon, Impressum 38
Herzlichst im Anfängerunterricht und
in der Mittelstufe 20 Deutsche Kultur
International
„Denken, Reden, Machen!“ Organisationen der
Ergänzende Texte: Auslandskulturarbeit 39
Jörg-Manfred Unger Austausch von Ideen
Praxis: Das „Telephon S..... E“ Köpfe aus aller Welt
in der Deutschstunde 22 Lehrerinnen, die Deutsch
Joseph Beuys – mit JUMA und TIPP
die Lebensgeschichte 24 unterrichten 40

2 TIPP 1/2004
S 02- 03 Inhalt Korr.1 10.12.2003 14:03 Uhr Seite 3

Mac
Fußball h mit!
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salon, S 26
eite 30
Die große Chance: Die Fußball-Welt-
meisterschaft findet 2006 in Deutschland
statt. Grund genug, sich mit den bisherigen
Austragungsländern zu beschäftigen und
bei einem Frage- und Antwortspiel
„Fußball“ in der Klasse zu spielen.
4

Kunst und Kommunikation


Foto: Martin Rottenkolber

Foto: VG Bild-Kunst
Fußballfieber

Texterweiterung
„Denken, Reden, Machen!“: Der
Künstler Joseph Beuys (1921– 1986)
war ein Meister der Kommunikation.
Manche seiner Ideen bereichern
auch die Deutschstunde.
22

Der Körper spricht

Was für ein Typ? Körpersprache


ist Kommunikation ohne
Wir sind 15: JUMA berichtete vor Sprache. TIPP erläutert
zwei Jahren erstmals über Lena und wichtige Zeichen des Körpers
Alex. Neues von den beiden steht und gibt Anregungen, wie man
als erweiterte Fassung in TIPP. Sie Handzeichen und Körper-
eröffnet zahlreiche zusätzliche haltungen im Unterricht
Möglichkeiten der Text- versprachlichen kann.
14
Foto: Martin Kroll

bearbeitung.
10

TIPP 1/2004 3
S 04-08 Fussball Korr.1 10.12.2003 14:08 Uhr Seite 4

JUMA 1/2004 IM UNTERRICHT

TIPPS FÜR DIE DEUTSCHSTUNDE


MIT DEN JUMA-SEITEN 6–9

Die große Chance


1. Unterrichtsvorschlag

Welche Länder die Fußball-WM bisher ausgetragen haben

Die Schüler lesen den JUMA-Artikel „Die große Chance“; der Lehrer
informiert sie über den JUMA-Titel „Fußball-Globus“ (siehe unten).
Dann bilden die Schüler Kleingruppen. Jede Gruppe meistert die Auf-
gabe auf der Kopiervorlage (TIPP-Seite 6). Alle Ergebnisse zirkulieren in

II
der Klasse bzw. werden vorgetragen; die Lösungen der Fragen werden

INFORMATION entschieden. Erstmals begleitet über Fußball-Themen diskutie-


ein „Kulturprogramm“ die WM. ren. Am Brandenburger Tor in
Dazu wurde ein 15 Meter hoher Berlin (siehe JUMA-Titel und
Der Fußball-Globus Fußball-Globus aus 60 Tonnen das Foto unten) stand der Fuß-
Stahl auf die Reise durch die ball-Globus Ende 2003 gut
Der 3-malige Fußball-Weltmeister 12 WM-Städte geschickt. Am sechs Wochen.
Deutschland (1954, 1974 und Tag zeigt das Kunstwerk des
1990) trägt die Fußball-Welt- Wiener Künstlers André Heller
meisterschaft (WM) 2006 aus – seine Außenhaut als Fußball;
zum 2. Mal nach 1974. Der Welt- nachts verwandelt es sich in
Fußballverband FIFA (Abkür- eine blau leuchtende Weltkugel.
zung aus dem Französischen:
Fédération Internationale de Im Innern können Besucher sich
Football Association) hatte sich tagsüber auf mehreren Ebenen
Foto: Günter Schneider

in der letzten Abstimmungs- u.a. über die WM und die Ge-


runde mit 12:11 Stimmen bei schichte des Fußballs informie-
einer Enthaltung gegen Südafrika ren. Abends wird der Globus
und für die Bewerbung des zum Theater, in dem zum Bei-
Deutschen Fußball-Bundes (DFB) spiel Prominente aus aller Welt

4 TIPP 1/2004
S 04-08 Fussball Korr.1 10.12.2003 14:08 Uhr Seite 5

an die Tafel geschrieben (siehe nächste Seite). Bisherige Austragungs-


länder der Fußball-WM (Siegerländer in Klammern):

1930 Uruguay (Uruguay) 1974 Deutschland (Deutschland)


1934 Italien (Italien) 1978 Argentinien (Argentinien)
1938 Frankreich (Italien) 1982 Spanien (Italien)
1950 Brasilien (Uruguay) 1986 Mexiko (Argentinien)
1954 Schweiz (Deutschland) 1990 Italien (Deutschland)
1958 Schweden (Brasilien) 1994 USA (Brasilien)
1962 Chile (Brasilien) 1998 Frankreich (Frankreich)
1966 England (England) 2002 Südkorea (Brasilien)
1970 Mexiko (Brasilien)

Varianten:
„Landes-Meisterschaften“,
„Europa-Meisterschaften“ usw.

Zum Thema „Fußball“ vgl. Zwischen den Fronten, JUMA/TIP 2/92,


und Beckenbauers Enkel, JUMA/TIP 1/95!

Mach mit!

Preisfrage: Welche 12 deutschen Städte sind die Fußball-Weltmeister-


Städte 2006? Schreiben Sie – mit Hilfe Ihrer Schüler – die richtige
Antwort an die JUMA/TIPP-Redaktion (Adresse siehe unten)! Unter allen
richtigen Einsendungen werden 10 Fußball-Bücher verlost.

Die zweite Mach-mit-Aktion zum Thema „Fußball“: Jeder Schüler


schreibt zu einem der folgenden Themen einen Text:

• Mein Fußballverein
• Das beste Fußballspiel, das ich je sah
• Fußball in unserem Land
• Mein Lieblingsspieler
• Meine Fußballtrophäe
• Welche Fußball-Regeln ich ändern würde
• Mein Länder-Vorschlag für die Fußball-WM 2010
• Meine Meinung zum Frauenfußball

Der Lehrer schickt die besten Texte seiner Schüler in einem Sammel-
umschlag an die
Foto: Martin Rottenkolber

Redaktion JUMA
Stichwort: Fußball-WM
Frankfurter Straße 40
D-51065 Köln

TIPP veröffentlicht eine Auswahl und bedankt sich bei den Verfassern
Das Fußballspiel auf dem Feld wird zu
mit je einem Fußball-Buch. Einsendeschluss für beide Aktionen ist der einem Frage- und Antwortspiel in der
30.11.2004. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Klasse (siehe TIPP-Seite 8).

TIPP 1/2004 5
DIE GROSSE CHANCE KOPIERVORLAGE

6 TIPP 1/2004
S 04-08 Fussball Korr.1

Zeichnung: Nikos Fragidakis


10.12.2003

1930
1934
14:08 Uhr

1938
1950
1954
1958
Seite 6

1962
1966
1970 Mexiko (Brasilien)
1974
1978
1982
1986
1990
1994
1998
2002

Aufgabe

Die Fußball-Weltmeisterschaft gibt es seit 1930. Schreibt die Austragungsländer neben die Jahreszahlen und daneben in Klammern wer
sie gewann (ggf. auf einem Extra-Blatt); zeichnet auf der Weltkarte die Länder ein, in denen sie bisher stattfand, und notiert, was ihr mit
diesen Ländern verbindet.
Beispiel:
Bei Mexiko denken wir an Azteken, Sombreros und Kakteen;
bei Brasilien denken wir an die Fußball-Legende Pelé, an den Regenwald und an den Karneval von Rio de Janeiro.
S 04-08 Fussball Korr.1 10.12.2003 14:08 Uhr Seite 7

TIPPS FÜR DIE DEUTSCHSTUNDE


2. Unterrichtsvorschlag MIT DEN JUMA-SEITEN 6–9

„Fußball“-Spiele in der Klasse VON SLAVKO PAVIC,


PULA, KROATIEN
Partnerarbeit: Jedes Schüler-Paar bekommt den JUMA-Artikel
„Die große Chance“ und einen Spielplan des „Fußballspiels“ auf
TIPP-Seite 8.

Jeder Schüler schreibt 5 Fragen zu diesem JUMA-Artikel auf je ein Kärt-


chen, ohne sie seinem Partner zu zeigen. Auf der Rückseite werden die
Kärtchen von 1–5 nummeriert.

Beispiele:
1. Welchen Platz erreichte die deutsche Nationalmannschaft bei der
Fußball-Weltmeisterschaft 2002?

2. Wie heißt der Trainer der Junioren-Nationalmannschaft des Deut-


schen Fußball-Bundes (DFB)?

3. Für welchen Verein hat sich Mario Gomez entschieden?

(Richtige Antworten: 1. Sie erreichte den 2. Platz; 2. Dieter Eilts;


3. Er hat sich für den VfB Stuttgart entschieden.

Nun wird das JUMA beiseite gelegt und Schüler A legt seine Kärtchen
gestapelt und mit dem Text nach unten in der richtigen Reihenfolge
neben das Tor ins Spielfeld B. Schüler B legt seine Kärtchen ebenso ins
Spielfeld A.

Es wird ausgelost, welcher Schüler beginnt (z.B. mit einem Würfel). Er


begibt sich auf Feld 1 seiner Spielhälfte und beantwortet Frage 1, nach-
dem er sie vorgelesen hat. Ist sie richtig beantwortet, begibt er sich auf
Feld 2 und beantwortet Frage 2, nachdem er sie vorgelesen hat usw. –
so lange, bis eine Frage nicht oder falsch beantwortet wird. Dann ist der
Gegenspieler „am Ball“.

Wer zuerst die 5. Frage richtig beantwortet, hat ein Tor geschossen und
das Spiel damit gewonnen. Bei Unstimmigkeiten bei der Beantwortung
der Fragen hilft ein Schüler oder der Lehrer.

Varianten:
1. Zu jeder Zahl auf jeder Spielfeld-Hälfte gibt es 2, 3 oder mehr
Fragen, so dass mehrere Tore geschossen werden müssen.
2. Die Fragen werden mit jeder Zahl schwieriger.
3. In der Klasse wird ein Turnier ausgetragen, so dass ein Schüler Internet
gewinnt.
4. Nach jedem Tor (oder nach jedem Spiel) wechseln einer oder www.fussball-globus.de
beide Spieler an den Nachbartisch. www.dfb.de
5. Jedes Spielerpaar tauscht seine Fragen mit einem anderen aus. www.FIFAworldcup.com

TIPP 1/2004 7
S 04-08 Fussball Korr.1
KOPIERVORLAGE 10.12.2003 14:08 Uhr Seite 8

Toooor!





Fragen


A
B
DIE GROSSE CHANCE: FUSSBALLSPIEL

Fragen




Toooor!

8 TIPP 1/2004
S 09 erg. Fussbal Korr. 1 10.12.2003 14:16 Uhr Seite 9

DIE GROSSE CHANCE: ERGÄNZENDER TEXT ZU DEN JUMA-SEITEN 6–9

Auf der Suche nach Talenten


im Alter von 14 oder 15 Jahren Ziel einer intensiven Trainings-
noch nicht in einem Leistungs- arbeit.“
zentrum der Profi-Klubs auf-
genommen worden sind, werden Falsche Versprechungen
durch das Talentförderprogramm
weiter betreut. Einmal wöchent- Doch es gibt auch Probleme bei
lich zusätzlich zum Vereins- der Nachwuchsarbeit in Deutsch-
training lädt der Deutsche Fuß- land. Zu diesem Urteil kamen
ballbund (DFB) die größten Talen- DFB-Trainer Uli Stielike und der
te in die Talentzentren ein. Coach (2) vom SC Freiburg,
Speziell die individuelle Schulung Volker Finke. Zu großer Druck
im technischen und taktischen aus dem Elternhaus, wachsender
Das Logo der Talentförderung des Bereich steht dabei auf dem Einfluss von Spielervermittlern (3)
Deutschen Fußball-Bundes (DFB)
Programm. „Anders als im Verein und verfrühte Wechsel zu großen
haben die Trainer in den Stütz- Klubs – so lauten die Vorwürfe.
Die Junioren-Nationalteams, punkten nämlich genügend Zeit, „Die Vorgehensweise der Spieler-
in denen die JUMA-Interview- sich mit jedem einzelnen Spieler berater ist eine Katastrophe. Die
zu beschäftigen“, sagt Jörg gehen zu 14-, 15-Jährigen und
partner Tim und Mario Fuß- Daniel, sportlicher Leiter des erwecken im Elternhaus den Ein-
ball spielen, sind die End- Talentförderprogramms. druck, dass der Junge auf jeden
stufe der Talentförderung in Fall Profi wird. Das endet oftmals
Chancengleichheit in einem Drama“, sagt Finke.
Deutschland. Der Beginn ist
„Dazu reißen sich die großen Ver-
die systematische Auswahl „Jedes Talent soll überall die eine die Talente unter den Nagel (4),
der Talente. gleiche Chance haben, gesichtet obwohl es gerade bei den Klubs
und gefördert zu werden“, sagt mit europäischem Anspruch
Großes Potential Gerhard Mayer-Vorfelder, Präsi- kaum Durchlässigkeit in den
dent des DFB. Etwa 22 000 Ju- Profibereich gibt“, erklärt der
Rund 1,8 Millionen Mädchen und gendliche profitieren jährlich von Trainer weiter. Von solchen
Jungen sind in einem der 27 000 der Sonderförderung. Um sie Verlockungen haben sich Mario
deutschen Fußballvereine Mit- kümmern sich rund 1 200 lizen- und Tim nicht beeindrucken
glied. Amateurvereine, Leistungs- sierte Trainer. Die Förderung der lassen. Sie wollen ihren Weg bei
zentren, Landesverbände und Spitzentalente erfolgt in den ihren Klubs weitergehen.
sportbetonte Schulen (1) küm- Junioren-Nationalteams. „Die
mern sich unter dem Dach des Nachwuchs-Nationalspieler des Worterklärungen:
DFB um den Nachwuchs. Das DFB stehen schon heute für
systematische Talentförderpro- modernen Fußball“, heißt es in 1 sportbetonte Schulen – spezielle
Schulen für Jugendliche, die Leistungs-
gramm beginnt bei den 11–12- einer DFB-Broschüre. „Sie sind
sport treiben
Jährigen. Für die besten einer technisch versiert, flexibel in An- 2 der Coach (englisch) – der Trainer
Region gibt es Lehrgänge und griff und Verteidigung und spiele- 3 Spielervermittler – Geschäftsleute,
Auswahlspiele. In 390 Stützpunk- risch kreativ. Solche Spieler- die mit der Vermittlung von Spielern
Geld verdienen
ten, die über die ganze Republik persönlichkeiten zu fördern, die 4 sich jemanden unter den Nagel reißen
verteilt sind, werden die jungen alle diese Attribute eines Top- (Umgangssprache) – hier: jemanden
Talente gefördert. Die Spieler, die Spielers in sich vereinen, ist das ohne Rücksicht an sich binden

TIPP 1/2004 9
S 10-13 Wir sind 15 Korr. 1 10.12.2003 14:26 Uhr Seite 10

JUMA 1/2004 IM UNTERRICHT

WIR SIND 15: Sparen für den Schüler- und besuchte das Freibad. In der
ERGÄNZENDER TEXT ZU DEN austausch zweiten Ferienhälfte fuhr sie mit
JUMA-SEITEN 10–11 der Familie nach Schweden. Dort
Ab 15 darf man in Deutschland lebt die Halbschwester (3) ihres

Lena arbeiten. Lena nutzt das wie viele


andere Jugendliche, um ihr Ta-
schengeld aufzubessern. In den
Vaters. Zwei Wochen waren
Lena, Bruder Lukas und die
Eltern auf Gotland. „Wir haben
und Alex Sommerferien hat sie beim
Bäcker aus dem Nachbardorf
surfen gelernt und ziemlich viel
Spaß gehabt“, erinnert sich Lena.
gearbeitet. Lena musste um kurz „Ein schöner Urlaub, obwohl es
In JUMA stehen relativ vor 6 Uhr aufstehen und mit dem dort ziemlich einsam war.“
kurze Artikel über Lena Bus zur Arbeit fahren. In der
und Alex, die im Jahr 2003 Backstube hat sie Berliner (1) mit Unfreiwilliger Kranken-
Marmelade gefüllt, Tabletts mit hausaufenthalt
beide 15 Jahre alt gewor-
Broten beladen und die Räume
den sind. Hier ist eine gefegt. „Mittags war ich meistens Die Ferien endeten mit einer
jeweils längere Fassung ziemlich k.o. (2)“, erzählt sie. bösen Überraschung. Lena muss-
dieser Texte. Auszüge te mit einer Blinddarmentzün-
Das verdiente Geld spart Lena für dung ins Krankenhaus und wurde
daraus wurden für JUMA operiert. Das ging zwar sehr
ihre Amerikareise. Die Eltern und
sprachlich und inhaltlich die Großeltern geben auch einen schnell, brachte Lenas Tages-
leicht verändert. Teil dazu – als Belohnung für ablauf aber völlig durcheinander:
Lenas gute schulische Leistun- eine Woche keine Schule und
gen. Per Schüleraustausch geht mehrere Wochen kein Saxophon-
es in den nächsten Osterferien unterricht, keine Orchester-
nach Titusville in Florida. proben, kein Judotraining.

Die freien Feriennachmittage Vor allem der Sport fehlt ihr sehr.
nutzte Lena für Fahrradtouren Lena ist seit Anfang des Jahres in
einem neuen Judo-Verein. Sie hat
jetzt den Blaugurt und trainiert
normalerweise dreimal in der
Woche. „Ich war in den letzten
Monaten oft auf Turnieren und
habe dort viel Erfahrung gesam-
melt“, erzählt sie. Auch mit dem
Trainieren von jüngeren Kindern
hat sie angefangen, muss aber im
Moment darauf verzichten. Ihre
Freundin Kathrin will sie gerne in
der Schulmannschaft haben.
Lena hofft darum, dass sie bald
wieder fit ist.

Schulisches und außer-


schulisches Engagement

Seit den Sommerferien geht Lena


in die 9. Klasse. „Die Ansprüche
Im Jugendorchester der Musikschule spielt Lena Saxophon. sind enorm gestiegen“, findet sie.

10 TIPP 1/2004
S 10-13 Wir sind 15 Korr. 1 10.12.2003 14:26 Uhr Seite 11

dreimal Judo in der Woche will


Lena nicht verzichten: „Meine
Eltern sollen froh sein, wenn ich
Sport treibe!“, findet sie. Das
gemeinsame Abendessen, zu
dem sich die Familie bisher traf,
fällt darum jetzt manchmal aus.
„Wir haben bisher immer so viel
in der Familie gemacht. Jetzt will
ich mich ein bisschen davon
lösen!“, sagt Lena.

Worterklärungen:

1 der Berliner – hier: mit Marmelade


gefülltes Gebäck
2 k.o. (Abkürzung im Englischen:
Zu Hause am eigenen Computer knock out) – erschöpft
3 die Halbschwester – Schwester, mit der
man einen Elternteil gemeinsam hat
Französisch steht als dritte der eigenen Homepage bauen, (vgl. Halbbruder)
Fremdsprache auf ihrem neuen chatten (6) und E-Mails (7) schrei- 4 der Newsletter (englisch) – das Infoblatt
Stundenplan, und zwar vier Stun- ben – das kann sie jetzt, ohne 5 die Homepage (englisch) – die Startseite
eines Internet-Auftritts
den in der Woche. In den Neben- dass Bruder oder Vater an das 6 Chatten (aus dem Englischen) –
fächern geben die Lehrer regel- Gerät wollen. Computerspiele über Tastatur und Bildschirm im Internet
mäßig Hausaufgaben auf. Dazu findet sie nicht mehr so interes- miteinander kommunizieren
kommen mündliche und schrift- sant. „Ich spiele manchmal noch 7 die E-Mail (aus dem Englischen) –
elektronisch übertragene Post
liche Tests. Auch bei den Schü- abends zur Entspannung
lern hat sich einiges verändert: ,Sims‘, aber meistens nur kurz“,
fünf haben die Klasse verlassen berichtet Lena.
und neun sind hinzugekommen.
Emanzipation von
Die Schülervertretung (SV), in der den Eltern
Lena mitarbeitet, hat ein neues
Logo, einen Newsletter (4) und Modisch hat Lena ihren Stil
eine eigene Homepage (5) im gefunden: „Sportlich schick.“
Internet. „Diese Öffentlichkeits- Manchmal gibt es noch Diskus-
arbeit war wichtig für uns“, sagt sionen mit den Eltern darüber.
Lena. Vorher wussten viele „Heute tragen Jungen und
Schüler gar nicht, was ihre Vertre- Mädchen manchmal gleiche
ter alles für sie machen. Mit zwei Klamotten. Das wollen sie nicht
Benefiz-Konzerten haben die einsehen!“, sagt sie, „aber ich
SV’er Geld für die neue Schul- bin kein Model.“
cafeteria verdient, die zur Hälfte
aus Spenden finanziert werden Auch das Bringen und Abholen
muss. mit dem Auto ist manchmal ein
Streitpunkt. In Lenas Dorf gibt es
Einen großen Wunsch hat sich kaum Angebote für Jugendliche.
Lena im Frühjahr erfüllt: Sie hat Busse fahren höchstens zweimal
sich von ihren Ersparnissen einen in der Stunde in die Stadt, Mit dem Surfbrett auf der schwedischen
eigenen Computer gekauft. An abends noch seltener. Doch auf Insel Gotland

TIPP 1/2004 11
S 10-13 Wir sind 15 Korr. 1 10.12.2003 14:26 Uhr Seite 12

Schon mit 15 darf Freunde, die weiter weg wohnen,


Alex auf dem ge-
brauchten Motor- besucht er am Wochenende.
rad Probe sitzen,
das seine Mutter Gutes Verhältnis zur Mutter
ihm zum 16. Ge-
burtstag schenken
wird. Seit einem Dreivierteljahr geht
Alex montags und freitags eine
Stunde zum Wing Tsun, einer
chinesischen Kampfsportart.
Man muss 12 Schülergrade
schaffen, um Meister zu werden.
Die erste Prüfung nach einem
halben Jahr hat er geschafft.
„Kampfsport ist mein Ding“,
meint er. Schwimmen geht Alex
dagegen gar nicht mehr.

Seit einiger Zeit gehört ein Tier


Abwechslung vom Alltag stand er 2. In den beiden Fremd- zur Familie: Bella, ein Berner
sprachen hatte er eine 4. „Irgend- Sennenhund. Alle gehen ab-
Alltag eines Schülers: Das be- wie muss ich anders dafür ler- wechselnd mit ihm Gassi (1). Um
deutet für Alex Schule, Hausauf- nen“, überlegt Alex. Wie, weiß er das Fressen kümmert sich Alex’
gaben und Freizeit. Da freut man allerdings noch nicht. Mutter. Sie kümmert sich auch
sich auf eine Abwechslung! Im um alles andere im Haushalt.
Frühjahr gab es einen Austausch Jetzt geht Alex in die 10. Klasse. Mittags gibt es ein warmes
mit der Partnerschule in Chauny, Im neuen Schuljahr hat er einige Essen. Dazu trifft sich die ganze
Frankreich. Die deutschen andere Lehrer. Sein Kommentar: Familie. Anschließend räumt
Schüler waren an zwei Tagen im „Ich habe Glück gehabt. Gute Alex’ Mutter die Küche auf. „Sie
französischen Unterricht. In Lehrer sind geblieben, schlechte macht das lieber selbst, auch
Mathematik hat Alex das meiste sind gegangen.“ In seiner Klasse wenn ich helfen will“, erklärt Alex.
verstanden. „In den anderen sind 14 Mädchen und 12 Jungen.
Fächern war es schwierig“, gibt Mit einigen versteht er sich ganz Im allgemeinen kommt Alex gut
er zu. 10 Tage hat er in einer fran- gut, mit anderen weniger. Und die mit seiner Mutter aus. „Wenn ich
zösischen Familie gewohnt. Mädchen? „Das Verhältnis hat mich mal mit ihr streite, habe ich
Seine Gastgeber haben ihm die sich entspannt.“ später ein schlechtes Gewissen.“
Stadt und die Umgebung gezeigt: Meistens geht es dabei um Klei-
„Der Ausflug nach Paris war am Die wenigsten Jungen haben eine nigkeiten. Öfter gibt es Ärger mit
besten!“ Die französischen feste Freundin. Auch Alex selbst der 14-jährigen Schwester Anne-
Schüler waren vorher in Berg- ist solo. Darum hat die Tanzstun- marie. Wie muss man mit dem
heim. „Ich wollte unserem Gast de noch ein bisschen Zeit, meint Hund umgehen, wer darf das
auch meine Stadt und die Um- er. Auf Partys wird sowieso nicht Telefon länger haben, wie be-
gebung zeigen“, sagt Alex, „aber getanzt: „Da setzt man sich handelt man Hannah, die kleine
er wollte lieber am PC sitzen und gemütlich hin, quatscht und hört Schwester? Das sind die typi-
spielen.“ Musik.“ schen Streitfragen.

Mit seinem letzten Zeugnis war Die meisten Freunde kommen Modisch hat Alex genaue Vor-
Alex zufrieden. Er hatte einen nicht aus Alex’ Klasse. Er trifft stellungen: Vor allem bequem
Notendurchschnitt von 2,8. „Für sich mit ihnen nachmittags auf müssen die Sachen sein. Die
mich ist das gar nicht schlecht.“ dem Sportplatz. Dort spielen sie Jeans nicht zu eng und nicht zu
In den meisten Nebenfächern Basketball oder Fußball. weit, mit großen Taschen:

12 TIPP 1/2004
S 10-13 Wir sind 15 Korr. 1 10.12.2003 14:26 Uhr Seite 13

„Die brauche ich für meinen


ganzen Krimskrams!“ Große
Markenlogos auf T-Shirts und
Pullovern sind nicht erwünscht.
auch schneller machen kann.
„Das kann ich auch noch fahren,
wenn ich 18 bin“, meint Alex. Er
hat seiner Mutter einen Prospekt
P
P PRAXIS

Die Schuhe sollten keine „fetten von der Maschine gezeigt. Die MACH MIT!
Teile“ sein, die man mit Schaum- dachte bis dahin, er wünscht sich
stoff auspolstern muss. einen Roller. Sie hat sich die Un- Wie setzen Sie die jeweils kürzere
terlagen fünf Minuten angeguckt bzw. längere Fassung (oder beide)
Seine Klamotten (2) muss Alex und gesagt: „Jetzt müssen wir von „Wir sind 15“ in JUMA und in
nicht selbst bezahlen. Seine reden.“ Denn ihr Mann, Alex Va- TIPP in Ihrem Unterricht ein?
Mutter bringt ihm manchmal ter, ist Ostern 2000 mit einem
T-Shirts mit. Bei Sweatshirts, Motorrad tödlich verunglückt. • Lassen Sie ihre Schüler unter-
schiedliche Sätze in den Texten
Hosen und Schuhen kommt Alex
herausfinden?
mit zum Einkaufen. „Meine Alex hat seine Mutter überzeugt.
• Machen sie weitere Wort-
Läden sind in Köln. Hier in Berg- Allerdings gibt es Bedingungen: erklärungen?
heim bekommt man nichts Be- Die schulischen Leistungen • Schreiben Ihre Schüler eine
sonderes“, sagt er. müssen gut sein. Alex darf nicht dritte Fassung von „Wir sind 15“?
an der Maschine herumfummeln, • Benutzen sie dazu die „Steck-
Pläne für das nächste Jahr um sie schneller zu machen. Er briefe“ in JUMA?
darf nicht auf der Autobahn fah- • Zerschneiden Sie den Text und
Seit kurzem hat Alex einen Plan, ren und muss immer Schutzklei- Ihre Schüler fügen einzelne
der für einige Diskussionen dung tragen. Warum es unbe- Passagen an richtiger Stelle ein?
sorgte: Er will den Führerschein dingt eine Rennmaschine sein • Schlagen sie weitere Fotomotive
A1 machen. Damit kann man muss? „Ich fahre auch mit dem mit Lena und Alex für JUMA
Motorräder mit 125 ccm und Fahrrad und auf Skiern gern und/oder TIPP vor?
80 km/h Höchstgeschwindigkeit schnell – ich brauche den Kick (3)!“ • Schreiben sie andere Zwischen-
überschriften und/oder Über-
fahren. Den Führerschein will
schriften für die Artikel?
Alex Mutter bezahlen, wenn er Worterklärungen :
1 Gassi gehen – den Hund ausführen
nicht zu rauchen anfängt. Oder haben Sie ganz andere Ideen
2 die Klamotten (umgangssprachlich) –
Allerdings wünscht er sich ein die Anziehsachen für die Textbearbeitung von „Wir
sportliches Motorrad, das man 3 der Kick – der Nervenkitzel sind 15“? Probieren Sie unsere
und/oder Ihre Ideen aus und
Seit kurzem schicken Sie die Beschreibung
gehört der
Berner des Stundenverlaufs (vielleicht mit
Sennenhund Schülerarbeiten und/oder Fotos)
Bella zur an folgende Adresse:
Familie.

Redaktion JUMA/TIPP
Stichwort: Wir sind 15
Frankfurter Straße 40
D-51065 Köln

E-Mail: tipp@juma.de

TIPP veröffentlicht die besten


Beiträge und bedankt sich bei den
Einsendern mit Materialien für den
Deutschunterricht. Einsende-
schluss ist der 30.11.2004. Der
Rechtsweg ist ausgeschlossen.

TIPP 1/2004 13
S 14-15 Körpersprache Korr. 1 10.12.2003 14:39 Uhr Seite 14

JUMA 1/2004 IM UNTERRICHT

TIPPS FÜR DIE DEUTSCHSTUNDE


MIT DEN JUMA-SEITEN 12–16

Mach mit! Was für ein Typ?


Die Schüler erstellen eine
Liste von Handzeichen und Vorbereitung
ihrer Bedeutung in ihrem
Land: Sie fotografieren oder Die Schüler informieren sich über Körpersprache
zeichnen die Handzeichen
und schreiben die Bedeu- Die Schüler lesen den JUMA-Artikel „Was für ein Typ?“ (JUMA-Seiten
tung daneben. Der Lehrer 12–16) und „Der Körper und seine Sprache“ in TIPP (TIPP-Seiten 16–17)
schickt eine Auswahl gemeinsam in der Klasse oder allein zu Hause. Danach bilden sie Klein-
an die … gruppen. Der Lehrer gibt jeder Gruppe eine Kopie der TIPP-Seite 15.
Redaktion JUMA/TIPP Durchführung
Stichwort: Handzeichen
Frankfurter Straße 40
Die Schüler erkennen und erläutern Handzeichen
D-51065 Köln

… und/oder er schreibt der Gemeinsam beantworten die Schüler in ihren Kleingruppen die Frage
Redaktion, wie er das Thema auf der Kopiervorlage. Lösungen für den Lehrer:
„Körpersprache“ in seinem
Unterricht behandelt. 1. Du bist verrückt! 7. Sieg!
2. Ich drücke dir die Daumen! 8. Bitte Ruhe!
Die TIPP-Redaktion hono- (Ich wünsche dir Erfolg/Glück!) 9. Alles in Ordnung!
riert jeden veröffentlichten 3. Halt! Bis hierhin und nicht weiter! 10. Das ist super!
Beitrag mit dem Buch 4. Mach das nicht! 11. Ich höre aufmerksam zu!
„Alles über Körpersprache. 5. Ich bin müde! 12. Ohren spitzen,
Sich selbst und andere 6. Wie bitte? Mund halten!
besser verstehen“ (siehe
TIPP-Seite 17). Alle Antworten werden an die Tafel geschrieben (einschließlich mög-
licher abweichender Bedeutungen im eigenen Land). Ein Schüler
Einsendeschluss ist der wiederholt jeweils die entsprechenden Handzeichen.
30.11.2004. Der Rechtsweg
ist ausgeschlossen. Anschließend lösen die Schüler die Aufgabe auf der Kopiervorlage und
sie stellen ihre Ergebnisse den anderen Gruppen vor.

14 TIPP 1/2004
S 14-15 Körpersprache Korr. 1
KOPIERVORLAGE 10.12.2003 14:39 Uhr Seite 15

Eine Frage und zwei Aufgaben

Die Handzeichen unten haben in Deutschland eine bestimmte Bedeutung. Welche?


Macht eine Liste von Handzeichen aus eurem Land und sagt, welche Bedeutung sie haben!

1 2 3 4

5 6 7 8

9 10 11 12
WAS FÜR EIN TYP?

Fotos: Martin Kroll

TIPP 1/2004 15
S 16-17 Körper Text Korr. 1 10.12.2003 14:46 Uhr Seite 16

JUMA 1/2004 IM UNTERRICHT

WAS FÜR EIN TYP? ERGÄNZENDER TEXT ZU DEN JUMA-SEITEN 12–16

Der Körper und seine Sprache


Sie enthalten jeweils statische Wenn wir mit Worten etwas
und dynamische Zeichen. Die sagen, müssen unsere Worte mit
statischen Zeichen sind unter unserer Körpersprache überein-
anderem die Nasenform, die stimmen. Sonst sind sie unglaub-
Augenform, die Form der Finger haft. Ein Beispiel: Ein Schüler
Kirsten Strüver, 37, und Fingernägel usw. So kann steht in der Klasse und soll ein
Dozentin an der Volks- die Form einer Nase und damit Gedicht aufsagen. Er hat es aber
der Gesichtsausdruck auf uns nicht gut gelernt. Er möchte am
hochschule und Trainerin sympathisch wirken – oder nicht liebsten im Erdboden versinken,
für Körpersprache, über (daher die Redewendung „deine zieht den Kopf ein und wird rot
Mimik, Gestik und Nase passt mir nicht“). Ein dyna- im Gesicht. Sein Körper spricht!
misches Zeichen ist zum Beispiel Wenn er in dieser Situation sagen
Körperhaltung
die Art unserer Bewegung, etwa würde „gut, dass ich drankom-
die Art zu gehen. me, denn ich habe das Gedicht
gelernt“, würde es ihm niemand
Verhalten, Arm- und Beinhaltung, Einen Teil der Körpersprache glauben oder man würde seine
Ausdruck der Augen, Mundwin- können wir nicht erlernen. Er ist Worte für Ironie halten. Es kommt
kel oder Hände verraten unsere angeboren und hat auf der also nicht nur darauf an, was
Gedanken, Ängste und Begier- ganzen Welt die gleiche Bedeu- jemand sagt, sondern auch wie
den – sie zeigen unser Seelen- tung. So steht das Hochziehen er es sagt. Unbewusste Signale
leben. Auch die Körperfülle, Klei- der Mundwinkel für „Fröhlichkeit“ des Körpers geben oft mehr preis
dung, Stimme, Frisur und Details und das Herunterhängen der als Worte.
des Gesichts sind Informations- Mundwinkel für „Traurigkeit“.
quellen, aus denen man auf Den anderen Teil der Körper- Körpersprache sollte man nicht
Charaktereigenschaften oder auf sprache haben wir durch Nach- werten. Er gibt keine „gute“ oder
Stimmungen schließen kann. ahmung erlernt. Dazu gehört un- „schlechte“ Körpersprache.
ter anderem die Gestik (siehe die Außerdem muss man jede einzel-
Was gehört alles zur Körper- Handzeichen auf den TIPP-
sprache und wie deutet man sie Seiten 14–15). Man kann sie trai-
richtig bzw. wie setzt man sie nieren, zum Beispiel das Lächeln
richtig ein? bei Verkaufsgesprächen. Aller-
dings haben sie nicht in jeder
Statische und dynamische Kultur die gleiche Bedeutung
Zeichen (siehe „kulturelle Unterschiede“).

Zur Körpersprache gehören Ausdruck der Gefühle

• die Körperhaltung Die Körpersprache dient dazu,


• die Mimik (Gesichtszeichen) Freude, Zorn, Zuneigung oder
• die Gestik (die Handzeichen) Widerwillen zum Ausdruck zu
bringen. Sie drückt unsere Ge-
fühle aus, wobei es uns schwer
fällt, unsere Gefühle zu verbergen. Gestik

16 TIPP 1/2004
S 16-17 Körper Text Korr. 1 10.12.2003 14:46 Uhr Seite 17

Hand schütteln und dabei in die Der Kampf ums Revier bedeutet
Augen sehen. In Japan ist es immer einen Kraftaufwand. Unser
dagegen eine Beleidigung, Herz schlägt schneller, unsere
jemandem bei der Begrüßung in Hände zittern und unsere Knie
die Augen zu sehen – man schaut werden weich. Eventuell be-
vielmehr auf einen Punkt unter- kommen wir keinen Ton heraus
halb des Halses und oberhalb der oder unsere Stimme zittert – alles
Körperhaltung Brust. An deutschen Schulen Beispiele für bewusste oder un-
wird gerne ein Handzeichen bewusste Körpersprache.
verwendet, das „Ohren spitzen,
ne körpersprachliche Darstellung Mund halten“ bedeutet. In Italien
immer im Zusammenhang sehen. bedeutet dieses Zeichen dage-
Es gibt kulturelle Unterschiede, gen „seinem Ehemann Hörner
Unterschiede zwischen Mann aufsetzen“ (ihn betrügen); in der
und Frau, Erwachsenen und Türkei steht es für eine politische
Kindern, Unterschiede, die sich Gruppierung (siehe „Mach mit!“,
aus sozialem Status und Rollen- TIPP-Seite 14).

Fotos: Martin Krolll


verhalten einer Person erklären
oder nur im Kontext zu verstehen Platzanspruch
sind. Jedes einzelne Bild der und Revierverteidigung
Darstellung ist wie ein Wort in ei-
nem Satz. Erst der ganze Satz Zur Körpersprache gehört auch Mimik
führt zu einer Aussage. Ein Bei- der Körpergeruch. Körper-
spiel: Ein Schüler verschränkt gerüche nehmen wir meist unter-
während eines Lehrervortrags bewusst wahr. Nicht jeder Kör- Literatur
die Arme vor der Brust. Das zeigt: pergeruch eines Menschen (der
Er hört aufmerksam und gelassen durch Parfüm, Rasierwasser o.ä. Samy Molcho,
zu. Wird er dagegen vom Lehrer verstärkt oder beeinflusst werden Thomas Klinger (Illustrationen)
wegen nicht gemachter Haus- kann) ist uns angenehm. Daher Alles über Körpersprache.
aufgaben zur Rede gestellt, die Redewendung „Ich kann dich Sich selbst und andere besser
handelt es sich dabei um eine nicht riechen (= ich kann dich verstehen.
Abwehr- und Schutzhaltung. nicht leiden)!“
Goldmann Verlag
Kulturelle Unterschiede Tiere benutzen Duftstoffe zur Neumarkter Straße 28
Revierfestlegung – sie markieren D-81673 München
Eine unüberlegte Gestik kann zu damit ihr Revier. Auch Menschen
Missverständnissen führen, denn haben ihre Reviere. Wir nehmen www.randomhouse.de/
sie bedeutet nicht in jeder Kultur immer den gleichen Platz ein, goldmann
das Gleiche. In Deutschland auch in der Schule, und mögen
begrüßen wir zum Beispiel es gar nicht, wenn ein anderer
jemanden, indem wir ihm die Schüler auf unserem Platz sitzt.
Das zeigen wir zum Beispiel
durch die Art, wie wir unseren
Platz einnehmen.

TIPP 1/2004 17
S 18-19 Körper Beisp. Korr.1 10.12.2003 14:49 Uhr Seite 18

JUMA 1/2004 IM UNTERRICHT

ERGÄNZENDER TEXT ZU DEN JUMA-SEITEN 12-–16

Offen oder verschlossen?


Der Berliner Abiturient Fabian, 19, zeigt typische Körperhaltungen.
Expertin Kirsten Strüver kommentiert.

Hände hinter dem Rücken Hände in die Seiten Nach vorn gebeugt und
verschränken stemmen Hände auf den Oberschenkeln

Diese Körperhaltung wird Wenn wir mit beiden Füßen Eine Körperhaltung mit
auch „Hinterhalt“ genannt. fest auf dem Boden stehen starker Dynamik und voller
Man steht mit auseinander und dabei die Hände fest Schwung. Sie spricht für sehr
gestellten Füßen und hat in die Seiten oberhalb der viel Energie. Fabian sieht aus,
die Hände auf dem Rücken Hüften stemmen, erschei- als wolle er sagen: „Komm,
verschränkt. Das spricht nen wir unserem Gegen- lass uns was unternehmen!“
dafür, dass man etwas zu über als angriffslustig. Man kann sicher davon aus-
verbergen hat. Es kann Wir selbst dagegen wollen gehen, dass er schon ein
auch etwas in unseren nicht angreifbar sein – Ziel im Auge hat und genau
Händen sein, das wir nicht „Angriff ist die beste Ver- weiß, wie er es erreichen
zeigen wollen. teidigung!“ kann.

18 TIPP 1/2004
S 18-19 Körper Beisp. Korr.1 10.12.2003 14:49 Uhr Seite 19

P
P PRAXIS
Bewusste Körpersprache und ihre Wirkung

Jeweils zwei Schüler sitzen sich gegenüber. Im Wechsel nehmen


beide nacheinander jeweils eine Körperhaltung ein, mit der etwas
ausgedrückt werden soll. Wie wirkt die jeweilige Körperhaltung auf
den Partner und stimmt das mit ihrer Absicht überein?

Fotos: Martin Kroll

Sich an einer Wand Dynamische Geschlossene


anlehnen Körperhaltung Körperhaltung

An einer Wand – oder Die linke Hand in der Fabian steht mit beiden
sonst wo – angelehnt Hosentasche und in der Füßen fest auf dem Boden.
wirken wir instabil und rechten Hand zum Beispiel Seine Arme sind vor der
machen einen unsicheren einen Stift – so wirkt man Brust verschränkt; auch die
Eindruck. Möglich ist, dynamisch und tatkräftig, Beine sind verschränkt. Er
dass wir einfach nur so als wenn wir etwas be- wirkt verschlossen und gibt
müde sind und uns wegen wollen. Eine beliebte damit zu verstehen, dass er
abstützen müssen; Haltung von Politikern, die nichts und niemanden an
vielleicht drücken wir auf Körpersprache bewusst sich heranlassen will. Viel-
diese Weise aber auch einsetzen und sich dabei leicht muss er aber auch
Langeweile aus. sogar beraten lassen. viele Neuigkeiten verdauen.

TIPP 1/2004 19
S 20-21 Bumerang Korr. 1 10.12.2003 14:55 Uhr Seite 20

JUMA 1/2004 IM UNTERRICHT

TIPPS FÜR DIE DEUTSCHSTUNDE


MIT DER JUMA-SEITE 25

Ein Bumerang fliegt


selten allein
Anfänger

Wortschatzarbeit

Die Schüler sehen sich die Fotos auf der JUMA-Seite 25 an und sie lesen
die Überschrift des Artikels. Dann verteilt der Lehrer Kopien der TIPP-
Seite 21 an Kleingruppen, die die Schüler gebildet haben. Gemeinsam
überlegen die Schüler in ihren Gruppen, um welche Länder es sich auf
der Kopiervorlage handelt und welche Form jedes einzelne Land hat.

Lösungen und Beispiele (in Klammern): 1. Italien (ein Stiefel), 2. Island


(eine Ente), 3. Norwegen, Schweden, Finnland (ein Bär), 4. Thailand (ein
Elefantenkopf), 5. Kroatien (ein Bumerang).

In einem Atlas benennen sie die Formen weiterer Länder (Gebiete, Städ-
te, Inseln usw.) und zeichnen grob die Umrisse. Einer legt sie als Rätsel
einer Partnergruppe vor („Welche Form hat ...?“). Einzelne Ergebnisse
werden der Klasse vorgestellt.

Mittelstufe
Foto: Jörg-Manfred Unger

Frage- und Antwortspiel

Die Schüler lesen den JUMA-Artikel „Ein Bumerang fliegt selten allein“.
Anschließend setzen sie sich zu zweit zusammen. Abwechselnd stellen
die Schüler eine Frage zum Text (oder zu anderen JUMA-Texten) – und
beantworten sie (nach dem Bumerangprinzip) selbst! Der jeweils ande-
Lehrerinnen und Lehrer aus Zagreb,
Kroatien. Ihr Land hat die Umrisse re Schüler achtet auf die richtige Fragestellung und auf die sprachlich
eines Bumerangs. und inhaltlich korrekte Antwort. Notfalls korrigiert bzw. hilft er.

20 TIPP 1/2004
S 20-21 Bumerang Korr. 1
KOPIERVORLAGE 10.12.2003 14:55 Uhr Seite 21

Fragen

Welche Länder sind auf dieser Seite dargestellt und welche Formen
haben sie?

4
EIN BUMERANG FLIEGT SELTEN ALLEIN

5
Zeichnungen: Nikos Fragidakis

TIPP 1/2004 21
S 22-23 Beuys Korr. 1 10.12.2003 15:04 Uhr Seite 22

JUMA 1/2004 IM UNTERRICHT

AUT
HEN

TEX TISC
„DENKEN, REDEN, MACHEN!“ ERGÄNZENDER TEXT ZU DEN JUMA-SEITEN 32–33
HER

Austausch von Ideen T


Kommunikation mit Joseph Beuys

Verständigung per Telefon das „Telephon S.....E“ sind zwei Senden und empfangen
Beispiele.
„Kommunikation: Verständigung, Auf die eine Dose hat er noch ein
(wechselseitige) Mitteilung“. Das „Erdtelephon“ ist noch ein Kreuz oder Pluszeichen gemalt.
So wird im Duden erklärt, was richtiges, wenn auch für uns In der Mathematik bedeutet das
Kommunikation bedeutet. Man heute altertümlich wirkendes Te- Pluszeichen, dass aus zwei oder
könnte es noch mit weiteren lefon. Das „Telephon S... .E“ hat mehr Zahlen, eine größere wird,
Worten umschreiben: miteinan- Joseph Beuys aus alten, gefun- wenn man sie zusammenzählt.
der reden, einander schreiben, denen Materialien zusammenge- Das +-Zeichen bedeutet für
sich streiten ... baut. Es sind zwei Blechdosen, Beuys, dass man Gedanken und
die mit einer Schnur verbunden Ideen austauscht und zu seinen
Für Joseph Beuys war es beson- sind. Man kann auch mit diesem Ideen andere hinzufügt, ähnlich
ders wichtig, mit anderen Men- Telefon wirklich miteinander wie bei der Addition in der Mathe-
schen zu reden. Um ein Ge- reden, indem ein Partner in die matik.
spräch zu beginnen, nutzte er eine Blechdose hinein spricht,
auch seine Kunstwerke. Sie während ein anderer die zweite Der Titel des Werkes mit dem
zeigen, was er mitteilen oder Dose an sein Ohr hält. Die umgedrehten E betont einen
worüber er reden möchte. Schnur, die dabei stramm ge- Aspekt, der bereits in der Defini-
spannt sein muss, überträgt die tion des Duden genannt wurde:
Ein Hilfsmittel, um miteinander zu Schallwellen des Gesprochenen, das Wechselseitige der Verstän-
reden, ist das Telefon. Dieses so dass man es in der zweiten digung. Dass immer mindestens
Kommunikationsmittel gibt es in Dose hören kann. Joseph Beuys zwei zu einem Gespräch ge-
verschiedenen Kunstwerken von hat also ein einfaches, aber hören, zeigt Beuys durch die
Beuys. Das „Erdtelephon“ und funktionierendes Telefon gebaut. Abkürzungen S für Sender und