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Biosystemtechnik/

Bioinformatik
Aktivierende Methodik im
Fremdsprachenunterricht – Nutzen, Wirkung, praktische Beispiele

UmweltmanagemenT
Daniela Schultz, Martin Bradbeer, Virginie Bimont, Greg Bond, Adrian Stiglbauer

Energie- und
Zusammenfassung Abstract

„Spielen im Unterricht macht Spaß, aber dafür fehlt uns die This article looks at contemporary methods for language
Zeit, wir haben in einem Semester so viel Stoff zu bewältigen, teaching at university level, and for all languages at all levels
dass wir kaum Zeit für Spiele haben, außerdem finden die Stu- from beginners to advanced. The article aims to show that acti-
dierenden das eher kindisch.“ Im Folgenden zeigen wir anhand vating, playful methods with an emotional and practical point

Kom.-technologien
Informations- und
theoretischer Überlegungen und praktischer Beispiele, dass of reference are most effective in today’s language teaching.
man gerade bei spielerischen, aktivierenden Methoden lernt. Moreover, we claim that problem-solving and participative
Im ersten Teil dieses Beitrags werden theoretische Grundlagen methods are not only relevant for language teaching, but for
für das aktivierende, spielerische Lernen vorgestellt. Im zwei- all teaching, and especially at university level, where the rele-
ten Teil werden methodische Grundsätze präsentiert, und im vance of materials and methods for students must be highly
dritten und letzten Teil berichten wir von praktischen Beispie- evident, and students need to discover effective paths and
len aus unserem Unterricht. ways through a large amount of material.

Produktionstechnologie
Die Tatsache, dass die Beispiele dem Fremdsprachenunterricht The first part looks at the theoretical background to partici-
entnommen sind, bedeutet jedoch nicht, dass aktivierende patory teaching and learning, considering learning styles and
Methodik nur dort sinnvoll eingesetzt werden kann. Vielmehr offering explanations as to what is meant by playful teaching

Material- und
hat sie einen allgemeinen Nutzen für die Hochschuldidaktik in methods and why they are effective. Memorability, sensuality
allen Fachgebieten. Gerade heute, wo Lernziele an Hochschu- and experiential learning are key ideas here. The second part
len zunehmend nicht nur über den „Stoff“ definiert werden, of this essay looks at some of the methods in teaching that are
sondern kompetenzorientiert sein und die Autonomie der appropriate to experiential learning. In the final part of this ar-
Lernenden fördern sollen, können aktivierende Methoden in ticle we present concrete examples of playful and participato-
jedem Fachgebiet und in jeder Art von Lehrveranstaltung be- ry learning from our own teaching experience.
deutsam sein.

Lernmanagement
» I. Einleitung: 16.2.2012, 29). Wenn wir wollen, dass dass er gelernt wurde.

Lehr- und
Theoretische Überlegungen etwas gelernt wird, müssen wir den
Lernenden die Möglichkeit geben, das 2. Die Speicherung des Erlernten
1. Voraussetzungen für gelingendes neue Wissen in das vorhandene Welt- Es gibt verschiedene Erklärungsansät-
Lernen bild zu integrieren bzw. es neu zu kon- ze in der Gedächtnisforschung; die
Was bedeutet es, etwas zu lernen? Ler- struieren und das eigene Erleben und meisten Theorien gehen von einem
nen bedeutet sicher nicht, einen Vor- Verhalten darauf neu auszurichten. Modell mit drei unterscheidbaren Sta-
trag anzuhören, Wissen zu rezipieren. Daraus ergeben sich einige Schwierig- dien im menschlichen Gedächtnis aus
Lernen bedeutet auch nicht, etwas zu keiten für Lehrende: Erstens ist jeder (Roche 2008: 18). Demnach verfügen
verstehen. Lernen bedeutet, Wissen Mensch anders, „keiner ist wie der wir über einen sensorischen Speicher
Logistik

aufzunehmen und aktiv zu verarbei- andere“ (Asendorpf 1988: 203). So (das Ultrakurzzeit-Gedächtnis), ein
ten, so dass man langfristig mit dem banal diese Einsicht ist, so bedeutsam Kurzzeit-Gedächtnis und ein Langzeit-
Erlernten umgehen kann. Lernen be- ist sie für den Unterricht. Es gibt nicht Gedächtnis.
deutet somit eine Veränderung des nur verschiedene Lerntypen (verein- Der sensorische Speicher registriert
Erlebens und Verhaltens aufgrund von fachend werden oft visuelle, verbal- schnelle Reize, die Dauer der Speiche-
individuellen Erfahrungen mit und in abstrakte, auditiv-kommunikative und rung beträgt Zehntelsekunden bis eini-
der Umwelt. haptische Lerntypen unterschieden), ge Sekunden. Das Kurzzeit-Gedächtnis
Management und

„Lernen“, sagte der Hirnforscher Ge- sondern Lernende sind alle Individuen funktioniert wie eine Art Arbeitsspei-
Innovation

rald Hüther im Februar 2012 auf der mit individuellen Denkstrukturen und cher, hier wird „geistige Arbeit“ ver-
weltweit größten Bildungsmesse „Di- unterschiedlicher Herkunft, die für un- richtet und hier werden Informationen
dacta“ in Hannover, können die Leh- terschiedliche Inhalte unterschiedliche nach dem Grad ihrer Bedeutsamkeit
renden „nicht machen, nicht erzwin- Verarbeitungsmöglichkeiten bevorzu- selektiert (Lehner und Ziep 1997: 127–
gen, sie können nur den Rahmen dafür gen. Wird der zu lernende Stoff mit 133).
schaffen, damit Lernen gelingt – ei- den bereits vorhandenen Erfahrun- Die Kunst des Lehrenden besteht laut
Optische Technologien

nen Raum gestalten, in dem sich das gen verknüpft und ist dort langfristig Hüther darin, etwas für Lernende
Gewünschte ereignet“ (Tagesspiegel verfügbar, können wir behaupten, „bedeutsam zu machen, was ihnen

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auf Deutsch gesagt, am Arsch vorbei Vielfalt des Lernangebots: inhaltsori- Informationsaufnahme
geht“ (Tagesspiegel 16.2.2012, 29). Ist entierte und sprachformorientierte - rezeptives Lernen
die Information dann so bedeutsam Verarbeitung, Sprachproduktion und
geworden, dass sie langfristig abruf- Angebot von Kompensationsstrate- Zusammenfassung/Ausstieg
bar sein soll, so befindet sie sich in der gien, das sind Strategien, die den (nach Lehner und Ziep 1997: 18)
„Wiederholungsschleife“ und wenn Studierenden helfen, sprachliche De-
sie häufig genug wiederholt wurde, fizite auszugleichen Diethelm Wahl konstruiert eine etwas
gelangt die Information in das Lang- komplexere Variante eines Lernsand-
zeit-Gedächtnis. Dort ist sie dann dau- Multisensorische Informationsdar- wichs, bei dem auch die Schnittstellen
erhaft verfügbar. Vergessen bedeutet bietung (verschiedene Lernkanäle) oder Übergangsstellen zwischen re-
für das Langzeit-Gedächtnis nur, dass zeptivem Lernen, das er die „Phase der
die Information nicht auffindbar ist. Verbindung von logisch-analytischen kollektiven Vermittlung“ nennt, und
Das Schwierigste beim Erinnern ist also und intuitiv-kreativen Prozessen aktivem Lernen, das bei ihm „Phase
der Zugriff, der Zugang zur gesuchten der subjektiven Auseinandersetzung“
Information. Schaffung eines positiven Lernkli- heißt, betrachtet werden. Diese Stel-
Was bedeutet das nun für die Lehre? mas (siehe auch Lehner und Ziep len, er nennt sie „Gelenkstellen“, die-
1. Damit der Lernstoff den „Filter“, 1997: 143), was nur erreicht werden nen der Transparenz und appellieren
das sensorische oder Ultrakurzzeit- kann, wenn wir die Lernenden als an die Autonomiefähigkeit der Lernen-
Gedächtnis passiert, muss er für die Partner respektieren und ernst neh- den. Besonders an der ersten Gelenk-
Lernenden ein hohes Maß an Bedeut- men, ihre Fragen, Bedürfnisse und stelle, die oben als Einstieg/Einführung
samkeit aufweisen. Interessen berücksichtigen und so bezeichnet wurde, aber auch an den
2. Dafür, dass die Informationen, die einen respektvollen Umgang mitei- anderen Gelenkstellen, soll ein Aus-
ins Kurzzeit-Gedächtnis gelangt sind, nander etablieren tausch über den Ablauf der Lehrver-
nicht wieder verloren gehen, ist es anstaltung stattfinden, Redeschwellen
wichtig, den Stoff zu wiederholen. sollen so überwunden werden, Inter-
Dies sollte auf möglichst vielfältige » II. Methodische Grundsätze essen und Vorkenntnisse sollen erfasst
Art geschehen, so dass möglichst viele des aktivierenden Lernens werden. So kann das Lernen an den
verschiedene Eingangskanäle aktiviert Voraussetzungen der Lernenden aus-
werden. 1. Das Lernsandwich gerichtet und zu einem aktiven, selbst
3. Um die Informationen aus dem Lehrende sollten mit den Lernenden gesteuerten Prozess werden (Wahl
Langzeit-Gedächtnis problemlos abru- zusammen einen Raum schaffen, in 2006: 96–104; siehe auch die hier-
fen zu können, ist es notwendig, dass dem die Lernenden ihr neu erworbe- zu gut passende Methode des „task-
sie bereits bei der Informationsaufnah- nes Wissen in individuell verändertes based language teaching“ (vorgestellt
me in organisierten, geordneten Struk- Erleben und Verhalten umsetzen kön- von O’Donoghue 2012).
turen vorliegen und in bereits vor- nen. Um den Studierenden dazu Ge-
handenen Kontexten aufgenommen legenheit zu geben, bedeutet das 2. Stoffreduktion
werden (Lehner und Ziep 1997: 132). konkret, dass wir präsentierende Un- Nur wenn alle Inhalte vollständig prä-
terrichtsphasen stets in aktive Phasen sentiert werden, z. B. möglichst viele
3. Emotionen und Lernerfolg einbetten müssen. Folien gezeigt, oder jede Lehrbuchsei-
Der enge Zusammenhang von Lern- Schon der Begriff „Lernsandwich“ te bearbeitet wird, können sich Studie-
vorgängen und Emotionen wird be- macht deutlich, dass gute Lehrende rende das notwendige Wissen aneig-
sonders deutlich, wenn wir uns selbst den Studierenden appetitlich zuberei- nen – so eine verbreitete Haltung in der
an Dinge erinnern, die von hohem per- tete Häppchen servieren sollten und Hochschule. Der Stoff muss geschafft
sönlichem Wert sind. An Sachverhalte, zwar aus den Zutaten, die von oder werden. In Anbetracht der knappen
die nicht nur auf kognitiver, sondern in Abstimmung mit ihnen ausgewählt Ressource Zeit und einer großen Lehr-
auch auf emotionaler Ebene verarbei- wurden. Außerdem bedeutet Sand- stofffülle sollten die Inhalte eher so
tet werden, können wir uns besonders wich, dass leckere Zutaten in einer reduziert werden, dass sie exemplari-
gut erinnern. bestimmten Reihenfolge angeordnet schen und prototypischen Charakter
Für ein vollständiges Spracherwerbsan- werden sollten: haben, so dass die Studierenden auch
gebot ist daher zu berücksichtigen, mithilfe erlernter Kompensationsstra-
dass bei den folgenden Aspekten eine Einstieg/Einführung tegien das Erlernte rekonstruieren,
emotional positive Haltung zum Unter- wiedergeben, anwenden und umset-
richtsgeschehen von herausragender Informationsaufnahme zen können. Gute Lehrende sind „gute
Relevanz für den nachhaltigen Lerner- - rezeptives Lernen Fachmänner“ auf ihren Gebieten,
folg ist. nicht nur weil sie über umfangreiches
Informationsverarbeitung Wissen verfügen, sondern vor allem,
- aktives Lernen weil sie wissen, was wirklich wichtig
und wesentlich ist und in eine assozi-
ative Struktur eingefügt werden kann,
d. h. an schon Bekanntes angeknüpft

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werden kann (Lehner und Ziep 1997: Vorlesung mit ihren aufgeklappten um Unsicherheit, die sich schnell legt,
28–31). Notebooks veranstalten – aber man wenn die Studierenden erkennen, dass
kann sicher sein, dass sie nicht mit vol- sie nun aktiv, praxisorientiert und vor
3. Spiele als Simulationen ler Aufmerksamkeit beim Thema der allem mit hoher Relevanz arbeiten.
authentischer Kommunikations- Vorlesung sind. Der hier postulierte positive Effekt akti-

UmweltmanagemenT
situationen Bei der aktivierenden Methodik kann vierender Methodik auf den Lernerfolg
Dass sich für das im Lernsandwich auf diese Situation weitestgehend ver- soll im folgenden praktischen Teil ex-

Energie- und
aufgeführte Lernen aktivierende und zichtet werden. Die Studierenden wer- emplarisch mittels Beispielen illust-
spielerische Methoden besonders gut den von Anfang an eingeladen, den riert werden. Aktivierende Methoden,
eignen, möchte ich hier zeigen. Lernprozess selbst aktiv zu gestalten. Spiele etc. wurden hierbei hinsichtlich
Die Begriffe „aktivierende Methodik“, Über die aktive Mitarbeit hinaus dürfen verschiedener Zielgruppen und unter-
„spielerische Methoden“ und „Spie- die Studierenden in den Unterrichts- schiedlicher Lernziele eingesetzt.
le“ werden häufig nebeneinander ver- ablauf eingreifen und ihre Vorschläge
wendet, weil die Grenzen fließend zum Verfahren einbringen. Phasen der

Kom.-technologien
Informations- und
sind. Es geht um Methoden, die Ler- kollektiven Vermittlung können von » III. Praktische Beispiele aus dem
nende dazu zu bewegen, aktiv zu Studierenden selbst gestaltet werden, Fremdsprachenunterricht
handeln und zu kommunizieren. Die in Form einer Präsentation, einer De-
kognitionspsychologische Forschung monstration oder einer von Studie- Die Schaffung einer effektiven und
stellt fest, dass wir den Lernstoff des- renden eingebrachten spielerischen aktivierenden Lernatmosphäre im
to länger behalten, je lebendiger er Übung. Von kollektiver Vermittlung Unterricht
gestaltet wird (Lehner und Ziep 1997: wird hier gesprochen, weil im Gegen- 1. Zielgruppe:

Produktionstechnologie
15–19). Aktivierende, spielerische, le- satz zur Phase der aktiven, subjektiven alle Studierenden, die an einem Sprach-
bendige Methoden dienen nicht nur Auseinandersetzung hier alle Lernen- kurs teilnehmen
der Auflockerung der Unterrichtsatmo- den hinsichtlich Form und zeitlichem

Material- und
sphäre, sondern sie sind authentische Verlauf das Gleiche tun (Wahl 2006: 2. Lernziel:
Kommunikation, weil Spiele immer ein 105). Die Lernenden verfallen nicht in Jeder hat seine eigene Art des Lernens,
Ziel haben, das nicht die Sprache oder eine Konsumhaltung, in der sie mei- und es ist sehr wichtig für Studierende,
der zu lernende „Stoff“ selbst ist. Die nen, „nur“ zum Unterricht kommen zu gleich zu Beginn eines Kurses zu disku-
Studierenden beteiligen sich nach vor- müssen, während der Lehrende oder tieren, zu hinterfragen und herauszufin-
gegebenen Regeln am Spiel- bzw. Un- das Lehrwerk das Lernen für sie „über- den, welcher Lernertyp sie sind und was
terrichtsgeschehen und setzen dafür nehmen“. sie individuell im Unterricht tun können,
die erlernte Sprache oder den erlern- In regelmäßigen Abständen wird re- um ihre Lernerfahrungen zu verbessern.

Lernmanagement
ten Stoff ein. Damit ist eine reale Situa- flektiert, welche Unterrichtsaktivitä-
tion gegeben, in der die Studierenden ten, Übungen, Spiele, Themen usw. 3. Methode:

Lehr- und
keine Übung absolvieren, sondern die erfolgreich waren und welche wieder- Normalerweise werden sich die Studie-
zu lernenden Mittel einsetzen, um et- holt werden können. Das heißt, dass renden und die Lehrenden in der ersten
was zu erreichen. die Studierenden immer wieder selbst Unterrichtsstunde vorstellen und über
Im besten Fall wird dabei gelernt, ohne ihre Lernziele formulieren können und den Kurs sprechen. Die erste Unter-
dass die Teilnehmenden es merken. auch den Weg dahin besprechen soll- richtsstunde sollte auch dazu dienen,
Auch die bei dieser Methode häufig zu ten. Methoden vorzustellen, wie man am
findende hohe Emotionalität und an besten während des Unterrichts lernt.
persönliche Erlebnisse geknüpfte Ler- 5. Sinnlichkeit und Bewegung Die Methode, um über die Vielfalt der
nerfahrung sind gute Voraussetzun- Langes Sitzen am Tisch und Zuhören Wege, wie Menschen lernen, zu reflek-
tieren, ist eine Mischung aus Selbstre-
Logistik

gen für den Lernerfolg. Vorteilhaft ist ist schnell ermüdend. Durch den Ein-
auch die hohe Partizipation, die ganze satz von spielerischen Methoden und flexion, Partnerarbeit, Gruppenarbeit,
Gruppe muss aktiv sein: Nach einer die Berücksichtigung aller Sinne beim Brainstorming und Diskussion.
bestimmten Reihenfolge kommen alle, Lernen entsteht Bewegung im Se-
auch eher zurückhaltende Studieren- minarraum, es wird etwas gemacht. Um die Studierenden zu aktivieren, kön-
de, an die Reihe und haben die Mög- Schon kleine Bewegungen, beispiels- nen die Lehrenden zuerst die Lernenden
lichkeit, sich zu beteiligen. weise das kurze Aufstehen und Wech- in Paaren oder kleinen Gruppen fragen,
Management und

seln des Platzes für eine Partner- oder wie sie lernen möchten, ob sie sich Noti-
Innovation

4. Partizipation der Lernenden Gruppenübung, fördern die Konzen- zen machen, ob sie den Unterricht z. B.
fordern tration und aktivieren neue Energien. mit ihren Handys aufzeichnen, wie sie
Es ist keine neue Erkenntnis, dass Vom Lehrenden erfordert manch ak- sich für eine Prüfung vorbereiten, was
Frontalunterricht, bei dem die Lehren- tivierende Methodik zunächst Mut, sie gerne in einem Sprachkurs tun. Sie
den dozieren und die Studierenden neue Lehrsituationen zu initiieren, sollten auch darüber diskutieren, was
zuhören und sich evtl. Notizen machen, denn wenn man vom herkömmlichen, sie nicht mögen! Die Lehrenden sollten
Optische Technologien

häufig nicht den gewünschten Lerner- bekannten Weg abweicht, stößt man dann Beispiele herausgreifen und an die
folg erzielt. Heutzutage weiß man oft mitunter auf Widerstände der Studie- Tafel (Karten und eine Pinnwand können
nicht, was die Lernenden während der renden. Allerdings handelt es sich hier auch verwendet werden) die folgenden

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drei Überschriften schreiben: visuell, Umgang mit Fehlern auch ein Prozess zuerst selbst gleichzeitig mit Sprache
auditiv und taktil. Die Studierenden sein. Die Studierenden sollten zuerst und Bewegung. In einer zweiten Phase
sollen dann entscheiden, welche Stra- versuchen, die Fehler selbst zu korrigie- werden die Studierenden aktiv, sie wer-
tegie/Übung/Tätigkeit/Spiele welchem ren, wenn dies nicht möglich ist, sollten den zu Schauspielern. Die Lehrenden
Lernstil entsprechen. Diese Aktivität andere Studierende, Peers, versuchen unterstützen die Studierenden: sie lo-
wird nicht nur die Studierenden moti- zu korrigieren, die Lehrenden sind die ben, helfen, korrigieren und verbinden
vieren zu überlegen, welcher Lerntyp letzte Option. dabei immer die Sprache mit der Bewe-
sie sind, sondern auch die Diskussion gung oder Aktion. In einer dritten und
über Lernstrategien fördern. Sobald dies 6. Schließlich sollten die Studierenden letzten Phase sind die Lehrenden nicht
geschehen ist, sollten die Lehrenden die aufgefordert werden, sich keine Sorgen mehr aktiv, sie beobachten die Studie-
Studierenden fragen, was sie individu- über Fehler zu machen. Sie sind in einer renden, die zusammen kommunizieren.
ell im Klassenzimmer tun können, um Lernatmosphäre, in der sie keine Angst
ihre Lernerfahrung zu optimieren. Im haben müssen, Fehler zu machen! Jeder Sieben Familien: ein Kartenspiel
Folgenden werden einige nützliche ak- lernt aus Fehlern und wenn die Studie- Dieses Kartenspiel wird mit „sieben
tivierende Strategien aufgeführt, die in renden keine Fehler machen, sprechen Familien“ a sechs Karten gespielt. Die
der ersten Unterrichtsstunde festgelegt sie entweder nicht oder die Aufgaben Karten werden zuerst von den Lehren-
und eingesetzt werden können, um die sind viel zu einfach! den und später von den Studierenden
Sprachkenntnis zu verbessern: hergestellt bzw. mitgebracht. Es wird
4. Zusammenfassung: geschrieben, gezeichnet, geschnitten,
1. Viele Studierende sind besorgt, dass Bis zum Ende des Unterrichts sollten gebastelt usw. Das Material und die
sie die Fehler von ihren Kommilitonin- die Lehrenden und Studierenden diese Aktionen werden in der Fremdsprache
nen und Kommilitonen übernehmen. Lernstrategien und die Wichtigkeit, sie benannt, auch wenn die Lexik kompli-
Aber auch das Gegenteil ist der Fall: während des Unterrichts zu verwenden, zierter und die Syntax der Anweisungen
Studierende können eine Menge von im Detail diskutiert haben. Dieser ganze komplexer wird. Die Karten werden
den anderen Studierenden lernen: Jede Prozess ist äußerst nützlich beim Aufbau gemischt, ein Stapel steht in der Mitte,
Studentin und jeder Student wird in das einer motivierenden und Erfolg verspre- und alle Mitspielenden bekommen fünf
Klassenzimmer mit einer ganz eigenen chende Lernatmosphäre und bei der Karten. Das Ziel: So schnell wie möglich
Kenntnis der Sprache kommen. Die Schaffung einer positiven Dynamik in- so viele Familien wie möglich zu sam-
Lernenden sollten ermutigt werden, zu nerhalb der Klasse. Der Unterricht wird meln. Ablauf: Man muss einen Spielen-
hinterfragen, was ihre Mitstudierenden von nun an Spaß machen, aktivierend, den nach einer Karte fragen, wenn sie/
sagen und die Lehrenden fragen, ob es effektiv und lernerzentriert sein! er diese Karte hat, bekommt man die-
richtig ist. Das fördert auch die Diskussi- se Karte und darf weiterspielen, wenn
on in der Klasse und das Lernen. nicht, nimmt sie/er eine Karte von dem
Spielerische und kreative Erlebnisse Mittelstapel und die/der nächste ist an
2. Die Studierenden sollten Fragen an als aktivierende Methode im Sprach- der Reihe. Man darf nur nach Familien
die anderen Studierenden in ihren Köp- unterricht fragen, von denen man schon mindes-
fen beantworten. Wenn sie das Gleiche 1. Zielgruppe: tens eine Karte hat.
sagen würden und es richtig ist, dann Studierende jeden Alters, Anfänger, die Zum Beispiel: „eine sportliche Familie“
ist alles in Ordnung. Wenn sich ihre Ant- Gruppe umfasst 3 bis 16 Studierende (der Vater spielt Fußball, die Mutter
wort unterscheidet, sollten sie mit den schwimmt…), „hast du den Vater, der
Lehrenden überprüfen, ob ihre Version 2. Lernziele: Fußball spielt?“ – „sieben Familien“ mit
richtig ist. - die Studierenden haben eine positive Verben (7 verschiedene Verben werden
Erfahrung mit der Fremdsprache konjugiert, man erhält 6 Karten mit den
3. Wenn die Studierenden neue Worte - Entspannung beim Lernen – gute verschiedenen Personalpronomen und
oder eine neue Phrase lernen, sollten Lernatmosphäre – die Fremdsprache Endungen), „Hast du „wir gehen“?“
sie diese laut sagen (aber auch nicht zu ist das Mittel, um etwas zu erreichen, Mit diesen Karten können die Studieren-
laut!). was nicht nur das Erlernen der Sprache den viele verschiedene Themen- und
selbst ist –alle fünf Sinne und alle Fä- Grammatikbereiche üben, sie sprechen
4. Die Studierenden sollten Notizen in higkeiten werden eingesetzt – die an- über Themen wie Freizeit, Familie, Län-
der neuen Sprache aufschreiben und deren Studierenden kennenzulernen der, Berufe usw. und üben Verbkonju-
Beispielsätze machen, um die Sprache und mit ihnen zu agieren und auf sie gation, Tempus, Adjektive und Satzbau
im Kontext zu lernen, sie sollten Definiti- zu reagieren – neues Vokabular zu ler- usw. Sie lernen Fragen zu stellen und zu
onen usw. notieren, aber sie sollten ver- nen und die Syntax zu ordnen, zu wie- beantworten und Vokabular zu klassifi-
suchen, sie nicht in ihre Muttersprache derholen und zu lernen zieren.
zu übersetzen.
3. Methode: 4. Kritisches Resumée:
5. Die Studierenden und Lehrenden Die Lehrenden präsentieren in der Das Spiel eignet sich bestens, um
sollten sich auf eine bestimmte Art der Fremdsprache das Material, mit dem eine Sprache zu lernen. Es kommt zu
Korrektur im Klassenzimmer einigen. später gespielt wird, sie erklären die Re- emotionaler Stimulierung und zu span-
Weil Lernen ein Prozess ist, sollte der geln mit vielen Beispielen, sie agieren nenden Erlebnissen, zu automatischer

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Wiederholung, es werden verschiede- E-Mail. Die Studierenden stellen eigene und seine Umsetzung im darstellen-
ne Materialien genutzt, Selbstvertrau- Forschungen an, um ein realistisches den Spiel die Chance, die Scheu vor
en wird entwickelt, Autonomie und Geschäft miteinander abzuwickeln und der Fremdsprache zu verlieren. Die
Selbstständigkeit wird durch Kreativität geeignete Dokumente zu erstellen. Sie Hemmschwelle, im Alltagsbereich in der
verwirklicht. Bei dem Spiel kann der Pro- schicken ihre Dokumentation an den Fremdsprache zu kommunizieren, kann

UmweltmanagemenT
gression der Lernenden gefolgt werden, Trainer, der diese kommentiert und auf diese Weise gesenkt werden.
es kann auf immer höherem Sprachni- korrigiert und die Studierenden dabei Schließlich werden die Studierenden

Energie- und
veau eingesetzt werden. Es bietet die durch Hinweise ermutigt, an der Korrek- bereits auf Rollenspiele wie etwa in den
Möglichkeit, eine Palette unterschiedli- tur ihrer „Fehler“ selbst mitzuwirken. betriebswirtschaftlichen Fachsprachen-
cher Lexik und Situationen zu üben und kursen vorbereitet, in denen die Studie-
zu beherrschen. In der letzten Phase des Semesters prä- renden in Gruppen z. B. die Gründung
sentieren die Projektgruppen ihre Er- einer Firma simulieren sollen.
Teaching International Commercial gebnisse in Form einer Präsentation und
Legal English to Students of Business eines Portfolios mit den Dokumenten 3. Methode:

Kom.-technologien
Informations- und
Law und einer Selbsteinschätzung des eige- Der Textkorpus eines Dramas ist redu-
1. Zielgruppe: nen Lernerfolgs. ziert, die sprachliche Form, der Dialog,
Masterstudierende des Studiengangs und die Möglichkeit der Bewältigung
Wirtschaftsrecht mit der Spezialisierung 4. Kritisches Resumée: auf der Bühne haben zur Folge, dass
Internationales Recht, welche gleich- Diese semesterumfassende Projektarbeit die Texte syntaktisch einfacher gestaltet
zeitig einen Fachkurs in „International ist aktivierend und spielerisch zugleich: sind als in den erzählenden Gattungen
Commercial Transactions“ belegen. Studierende spielen (simulieren) ein und semantisch weniger opak sind als

Produktionstechnologie
Eine kleine Gruppe von bis zu 15 Studie- wirkliches Geschäft mit komplexen Ab- in der Lyrik. Dies sind gute Gründe da-
renden, Niveaustufe Englisch B2–C1, je- läufen und sie tun dies, indem sie (Ge- für, ein Theaterstück als Einstieg in die
doch ohne Kenntnisse der Fachsprache schäfts-)Beziehungen miteinander ein- Lektüre fremdsprachlicher Literatur zu

Material- und
in diesem Lehrgebiet. gehen. Viele Studierende blühen dabei wählen.
auf, übernehmen Verantwortung für
2. Lernziele: den Prozess und damit für eigenes Ler- Tatsache ist aber auch, dass ein dramati-
Die Studierenden sind nach dem Kurs in nen. Dass der Lehrende als Coach fun- scher Text ein aktiver, aktivierender Text
der Lage, ein komplexes internationales giert, ist mit Sicherheit ein guter Ansatz, ist, der eine performative Realisierung
Geschäft mit der dazugehörenden Do- doch hier müssen Studierende ermutigt verlangt. Bei geeigneten Szenen des
kumentation (Korrespondenz zwischen werden, diese Dienstleistung in vollem Stückes (geeignet, weil die Anzahl der
den beteiligten Unternehmen, einschlä- Maße in Anspruch zu nehmen. Ein Pro- auftretenden Personen beschränkt ist,

Lernmanagement
gige Dokumente – Kaufvertrag, AGB, jekt dieser Komplexität eignet sich für es sich um Schlüsselszenen innerhalb
Akkreditiv, Frachtbrief, usw.) in engli- höhere Semester und insbesondere für des Dramas handelt, weil die Dialoge

Lehr- und
scher Sprache nachzuvollziehen und in kulturell gemischte Gruppen, da dann dem Sprechniveau der Studierenden
ihrer zukünftigen Berufspraxis mit ein ein zusätzlicher Realismus entsteht: am besten entsprechen etc.) kann der
wenig professioneller Hilfe selbst zu ge- Menschen aus verschiedenen Nationen Kurs, nachdem das reine Textverständ-
stalten. verwenden die englische Sprache, um nis geklärt wurde und ohne dass die
miteinander zu arbeiten. Lernen darf Studierenden über den weiteren Verlauf
3. Methode: nicht ausschließlich im Klassenzimmer des Theaterstückes Bescheid wissen, in
Der Kurs wird in drei zeitliche Abschnitte erfolgen. Gruppen geteilt werden, innerhalb der
geteilt. Einige Wochen lang beschäfti- Gruppe entscheidet das Los über den
gen wir uns im Seminarraum mit den Die Lektüre von Theaterstücken ‚Regisseur‘. Der ‚Regisseur‘ verteilt un-
als aktivierende Methode im ter den Gruppenmitgliedern die Rollen
Logistik

Rahmenbedingungen und Dokumen-


ten eines internationalen Import-Ex- DaF-Unterricht und beginnt dann mit den Proben zu
port-Geschäfts – aus inhaltlicher und 1. Zielgruppe: seiner Inszenierung der ausgewählten
sprachlicher Sicht. Es entstehen Synergi- Studierende aller Bachelor- und Master- Theaterszene. Die Gruppen kommen
en zu dem parallelen Fachkurs in „Inter- studiengänge, die den DaF-Oberstufen- schließlich wieder zusammen und prä-
national Commercial Transactions“. kurs (B2–C1) besuchen, aber eventuell sentieren einander ihre Inszenierungen.
auch schon Teilnehmende des DaF-Mit- Die Studierenden werden feststellen,
Management und

Nach einem guten Drittel des Semesters telstufenkurses (A2–B1). Die Gruppe dass Schwerpunkte, vielleicht aber auch
Innovation

bilden die Studierenden Projektgrup- sollte etwa 6–16 Studierende umfassen. nur Nuancen unterschiedlich gesetzt
pen. Sie gründen fiktive Unternehmen, werden, sich ihre Interpretationen der
verhandeln ein Geschäft miteinander 2. Lernziele: Szene ähneln oder deutlich unterschei-
und führen es durch. Wo die Studieren- Einerseits soll ein Anreiz geboten wer- den. Abschließend wird zusammen die
den dies miteinander tun, ist ihnen frei- den, sich über den Fremdsprachenkurs folgende Szene gelesen und darüber
gestellt. Der Lehrende agiert als Coach, hinaus weiter eigenständig mit deut- debattiert, welche der Inszenierun-
Optische Technologien

berät die Gruppen über inhaltliche und scher Literatur und Kultur zu beschäfti- gen nach dem aktualisierten Kenntnis-
sprachliche Fragen – im Seminarraum, gen. Andererseits bietet die sprachliche stand über den weiteren Handlungs-
nach Terminvereinbarung, und per Form dramatischer Texte, der Dialog, verlauf am treffendsten erscheint.

THWildau
Wissenschaftliche Beiträge 2013 101
Eine weitere Möglichkeit, in Gruppen Literatur Autoren

an einem dramatischen Text zu arbei- Asendorpf, J. (1988): Keiner wie der andere – Wie Persön- Daniela Schultz, M. A.
ten, ist es, den Studierenden eine neue lichkeitsunterschiede entstehen, München. Fachbereich Wirtschaft, Verwaltung und Recht
TH Wildau [FH]
Szene auszuhändigen, nicht jedoch den Bruns, A. (2003): Partizipatorische Ansätze im Unterricht Telefon: +49 (0) 3375 / 508-262
Beginn der Szene. Innerhalb der Grup- für Deutsch als Fremdsprache, daniela.schultz@th-wildau.de
http://www.freire.de/node/70 (abgerufen am 8.9.2012).
pe müssen sich nun die Studierenden Martin Bradbeer, MBA
zunächst mit dem Inhalt der neuen Sze- O’Donoghue, J. (2012): Task-Based Language Teaching. Fachbereich Wirtschaft, Verwaltung und Recht
A New Methodological Approach to Second Language TH Wildau [FH]
ne auseinandersetzen, und sollen dann, Acquisition Opportunities and Challenges. In: Wissen- Telefon: +49 (0) 3375 / 508-401
unter Rückgriff auf den Kenntnisstand schaftliche Beiträge, Heft 2012, TH Wildau [FH], 153–159. bradbeer@th-wildau.de

des bisherigen Handlungsverlaufs, den Lehner, M., Ziep, K.-D. (1997): Phantastische Lernwelt, Greg Bond, Dr.
fehlenden Anfang selbst verfassen. Die Vom „Wissensvermittler“ zum „Lernhelfer“, Weinheim. Fachbereich Wirtschaft, Verwaltung und Recht
TH Wildau [FH]
Gruppen stellen anschließend ihre Sze- Nolte, D. (2012): Auf den Lehrer kommt es an, Tagesspie- Telefon: +49 (0) 3375 / 508-366
nenanfänge vor und begründen ihre gel 16.2.2012, 29. bond@th-wildau.de

Vorschläge, bevor alle Studierenden Roche, J. (2008): Fremdsprachenerwerb und Fremdspra- Virginie Bimont, M. A.
den Originalszenenbeginn erhalten und chendidaktik, Tübingen. Fachbereich Wirtschaft, Verwaltung und Recht
TH Wildau [FH]
mit ihren eigenen Textideen vergleichen Wahl, D. (2006): Lernumgebungen erfolgreich gestalten, Telefon: +49 (0) 3375 / 508-427
können. Dieses Prozedere ähnelt Übun- vom trägen Wissen zum kompetenten Handeln, Bad virginie.bimont@th-wildau.de
Heilbrunn.
gen im Bereich der technischen Studien- Adrian Stiglbauer, M. A.
gänge und der Logistik, in denen Stu- Fachbereich Wirtschaft, Verwaltung und Recht
TH Wildau [FH]
dierende im Team Ursachenforschung Telefon: +49 (0) 3375 / 508-20015
betreiben und Lösungsstrategien für stiglbauer@th-wildau.de

gegebene Problemstellungen entwi-


ckeln sollen.

4. Kritisches Resumée:
Literarische Texte sind selbstverständ-
lich komplexer als jeder Lehrbuchtext.
Während der Lehrende in den Oberstu-
fenkursen eher die Rolle des Coach an-
nehmen kann, der die Lektüre und das
darstellende Spiel begleitet und nur in
Ausnahmefällen interveniert, etwa um
eine weiterführende Diskussion anzu-
regen, muss er in der Mittelstufe massi-
ver erklärend eingreifen, schon um das
bloße Textverständnis sicher zu stellen.

102 THWildau
Wissenschaftliche Beiträge 2013

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