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GEOMAX

AUSGABE 9
WINTER
2004

NEUGIERIG AUF WISSENSCHAFT

E
s war eine eigenartige Entdeckung, die die
Chinesen gemacht hatten: Wenn sie mit
bestimmten Steinen einige Male über eine
gelangen dem späteren Leibarzt der engli-
schen Königin Elisabeth I., William Gilbert.
Seine 1600 in London veröffentlichte Schrift
Eisennadel strichen und diese dann frei be- „Über den Magneten“ ist ein Meilenstein der
weglich aufhängten, richtete sich die Nadel wissenschaftlichen Weltliteratur. Das Werk
immer in Nord-Süd-Richtung aus. Schnell gab zum ersten Mal eine rationale Erklärung
erkannten sie, dass sich auf diese Weise ein für die mysteriöse Eigenschaft der Kompass-
nützliches Navigationsinstrument bauen ließ nadel, sich in Nord-Süd-Richtung auszurich-
– der magnetische Kompass war erfun- ten: die Erde selbst ist magnetisch. In seinen
den. Allerdings streiten sich die Historiker, Experimenten benutzte Gilbert einen kugel-
ob die Chinesen dieses Instrument tatsäch- förmigen Magneten als Modell. Indem er eine
lich schon 2500 v. Chr. einsetzten oder erst kleine Kompassnadel über dessen Oberfläche
271 n. Chr.. Die älteste schriftliche Überlie- bewegte, reproduzierte er das Richtungsver-
ferung über die Benutzung eines Kompasses halten des Kompass auf der Erde. Knapp

Die Magie des Magnetfelds –


Forschen am Mittelpunkt der Erde
in Europa stammt aus dem Jahr 1195 n. Chr.. einhundert Jahre später lag schließlich die
Anfang des 14. Jahrhunderts wurde diese erste Karte des Erdmagnetfelds vor. Sie
„Wundernadel“ zu einer der wichtigsten zeigte Linien, die an das Feld eines großen
Grundlagen, die es portugiesischen, spani- Stabmagneten erinnerten. Seltsam schien
schen und dann auch englischen Seefahrern den Wissenschaftlern damals die Tat-
ermöglichte, die Welt zu entdecken. Egal, sache, dass es viele Stellen
ob Columbus, Magellan oder gänzlich unbe- auf der Erde gab,
kannte Abenteurer – kein Kapitän ging mehr an denen eine
auf große Fahrt über die Weltmeere, ohne Kompass-
einen Kompass an Bord zu haben. nadel 

NADEL MIT RICHTUNGSSINN


Welche Kraft die Magnetnadeln ausrichtete
– darüber rätselten die Gelehrten allerdings
noch lange. Die Europäer glaubten zunächst,
ein riesiger Magnetberg im Norden der
Erde sei dafür verantwortlich. Und es
wurde dringend davor gewarnt, sich
dem Koloss auf Schiffen – die zum
Großteil aus Eisen bestanden – zu
nähern. Erste elementare Erkenntnisse

Nordlichter (Aurora borealis) entstehen


durch die Kollision von Partikeln des Son-


nenwinds mit Gasmolekülen in der Erdat-
mosphäre. Dies geschieht vor allem in der
© Science Photo Library

Nähe der Pole. Hier schirmt das Erdmag-


netfeld unseren Planeten nur unzureichend
von der kosmischen Strahlung ab, weil die
Feldlinien fast senkrecht stehen. Besonders
gut wirkt das Magnetfeld dort, wo die Feld-
linien parallel zur Erdoberfläche verlaufen,
also am Äquator. Vom Weltraum aus gesehen
bilden die Polarlichter einen großen Ring um
den Nordpol. Die aktivsten Bereiche sind rot;
über gelb nach blau nimmt die Aktivität ab.
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 nicht genau nach Norden zeigte und sich Erdachse
deren Richtung mit der Zeit sogar veränderte
Magnetfeld
– zwar nur leicht, aber über einen Zeitraum
von einem Jahrzehnt deutlich messbar.
Heute weiß man, dass die Stärke des Erd- Innerer Erdkern
magnetfelds in den vergangenen 160 Jahren
Äußerer Erdkern
(seitdem lässt sich diese Größe bestimmen)
um fast zehn Prozent abgenommen hat. Erdmantel
Und dass sich das gesamte Feld mehrfach
innerhalb von Millionen Jahren umpolt:
Der magnetische Nordpol wird dann zum
Südpol und umgekehrt (siehe Kasten S. 3).

FLÜSSIGES EISEN UNTER DRUCK


Das alles lässt sich mit dem inneren Auf-
bau der Erde weitgehend erklären, den

© Harald Blank/GEO-Magazin 2000


Geophysiker inzwischen vor allem anhand
seismologischer Messungen ermittelt
haben (Abb. B). Demnach besteht der
Erdkern zu rund 90 Prozent aus Eisen. Hier,
tief im Inneren unseres Planeten, herrschen
Temperaturen von über 3000 Grad Celsius.
Obwohl der Schmelzpunkt von Eisen auf der
Erdoberfläche bei 1539 Grad liegt, ist der  Nach den Modellvorstellungen wird durch die Rotation der Erde das flüssige Eisen im Kern zu schrau-
innere Erdkern wegen des hohen Drucks benförmigen Bewegungen parallel zur Erdachse gezwungen.
fest. Um den Kern herum befindet sich je-
doch flüssiges Eisen, das vom festen Kern 1831 entdeckte Michael Faraday die elek- Planeten. Durch die Bewegung des flüssigen
erhitzt wird. An der Grenzfläche zwischen tromagnetische Induktion und damit die Eisens im Erdkern wurde ein elektrischer
fester und flüssiger Phase steigt heißes Grundlage für einen Dynamo: Bewegt man Strom induziert. Wie bei einem technischen
Eisen nach oben, kühlt sich wieder ab und einen elektrischen Leiter in einem Mag- Dynamo, zum Beispiel der Lichtmaschine
sinkt dann an anderer Stelle wieder nach netfeld, so fließt ein elektrischer Strom. im Auto, verstärkten sich Strom und Mag-
unten. Dabei entstehen Wirbel und Turbu- Umgekehrt gilt: Wo elektrischer Strom fließt, netfeld gegenseitig, bis der „Dynamo der
lenzen. Doch der Erdkern aus Eisen wirkt entsteht ein Magnetfeld. Und das brachte Erde“ entstand. Das Erdmagnetfeld schützt
nicht einfach wie ein großer Dauermagnet die Forscher bei der Erklärung, wie das Erd- vor energiereicher Strahlung aus dem All
– das können die Wissenschaftler schon magnetfeld entsteht, auf die richtige Spur: (Abb. C) und ermöglicht nicht nur Seefah-
allein daraus schließen, dass Magnete bei Zu Beginn der Erdgeschichte erzeugte wahr- rern, vor allem in den vergangenen Jahr-
hohen Temperaturen ihre magnetischen scheinlich der Sonnenwind ein schwaches hunderten, das erfolgreiche Navigieren,
Eigenschaften verlieren. magnetisches Feld in der Umgebung des sondern auch einer Reihe von Organismen,
vorausgesetzt sie sind mit einem Magnet-
© MPI für Sonnensystemforschung

sinn ausgestattet – dazu gehören Insekten,


Vögel, Fische und Säugetiere ebenso wie
Bakterien.

DAS GEHEIMNIS DES GEODYNAMOS


Eines war jedoch nach wie vor unklar: Ein
Bugstoßwelle technischer Dynamo arbeitet nur bei einer
ziemlich komplizierten Anordnung von
Spulen und Schleifkontakten. Der Erdkern
Erde dagegen ist quasi eine große, elektrisch
leitende Kugel, in der sämtliche Bauteile

Die Sonne emittiert kontinuierlich sowohl eine


elektromagnetische Wellenstrahlung – ein schma-


les Spektrum davon ist das sichtbare Licht – als
auch eine Partikelstrahlung, überwiegend Elek-
tronen und Protonen, der Sonnenwind. Sie wirken
Sonnenwind im Wechsel mit dem Erdmagnetfeld und bilden die
Magnetosphäre Magnetosphäre. Durch den Sonnenwind werden
die Feldlinien auf der Tagseite stark verdichtet, auf
der Nachtseite dehnen sie sich weit in den Welt-
raum aus. Vor dem Hindernis Magnetosphäre bildet
sich im Sonnenwind eine Bugstoßwelle: hier wird
der Sonnenwind von Überschall- auf Unterschall-
geschwindigkeit abgebremst.
UMGEPOLTE ERDE

Aus Gesteinsanalysen ist bekannt, dass


sich das Magnetfeld der Erde in der Ver-
gangenheit mehrfach umgepolt hat (Phasen
normaler/heutiger Polarität sind schwarz,
umgekehrte Polaritäten weiß gekenn-
zeichnet). Die Intervalle zwischen Polari-
tätswechseln variieren in weiten Grenzen,
von nur wenigen zehntausend bis zu zehn
Millionen Jahren. Längere Zeiträume sind
durch häufige, andere durch relativ wenige a
Umpolungen charakterisiert.

Forscher haben den möglichen Verlauf


einer Umpolung per Computersimulation
nachvollzogen: Der „magnetische Fluss“ (in
die Erde hinein rot und aus der Erde her-
aus blau dargestellt) nimmt zunächst über
mehrere Jahrhunderte hinweg ab (a). Dann
löst sich die normale, dipolare Struktur des
Magnetfelds auf. Auf dem Höhepunkt der b
Umpolung liegt ein schwaches, aber geo-
metrisch kompliziertes Muster mit mehr als
zwei Magnetpolen vor (b). Schließlich bilden
sich neue Pole mit umgekehrten Vorzeichen

© MPI für Sonnensystemforschung


(c). Warum dies geschieht, ist unklar. Die
letzte Umpolung liegt etwa 780.000 Jahre zu-
rück. Wenn sich die gegenwärtige Abnahme
des Magnetfelds fortsetzt, wäre die nächste
in – erdgeschichtlich betrachtet – naher Zu- c
kunft zu erwarten, das heißt aber frühestens
in etwa anderthalb Tausend Jahren.

elektrisch kurzgeschlossen sind. Wie kommt könnten.“ Christensen und seine Kollegen Bedingungen für ihren virtuellen Dynamo
es, dass ein solch homogener Dynamo beschränkten sich auf einfache Modelle, festzulegen, unter denen er ohne äußeres
trotzdem funktioniert? Eine Antwort auf die- die sie auf einer kleinen Workstation rea- Magnetfeld arbeitete. Mit weit weniger
se Frage fanden die Wissenschaftler mittels lisierten: „Wir stellten uns den Erdkern als Rechnerleistung als andere Gruppen hatten
Computersimulationen: Während es bei virtuelle Kugel aus flüssigem Eisen vor und die Forscher ein Modell für den Geodynamo
einem technischen Dynamo entscheidend ist, ließen diese in einem Magnetfeld rotieren.“ geschaffen. „Und weil dieses Modell ver-
wie die Stromleiter geführt werden, muss im Die Wissenschaftler wollten damit grund- gleichsweise einfach war, haben wir damit
Erdkern die Strömung des Eisens bestimm- legende Mechanismen der Entstehung des sehr viel über die Mechanismen erfahren,
te, relativ komplizierte Formen aufweisen. Erdmagnetfeldes untersuchen. „Große Hoff- die für die Erzeugung des Erdmagnetfelds
Besonders leicht entsteht ein Magnetfeld nung, dass wir damit ein Modell für einen verantwortlich sind“, sagt Christensen.
beispielsweise, wenn sich die Eisenströme sich selbst erhaltenden Dynamo entwickeln
wie auf Korkenzieherbahnen bewegen. könnten, hatten wir nicht“, erinnert sich der Allerdings produziert nicht einmal ein
Max-Planck-Direktor. einfacher Fahrraddynamo Licht, ohne dass
Am Max-Planck-Institut für Sonnensystem- jemand in die Pedale tritt. Es stellt sich also
forschung in Katlenburg-Lindau befasst sich ERFOLGREICHES SPIEL die Frage: Was treibt den gewaltigen Dyna-
Ulrich Christensen seit rund acht Jahren AM COMPUTER mo der Erde an? Woher stammt die Energie,
mit der Erforschung des Geodynamos. Der Doch die Forscher hatten Glück. Zufällig die dazu nötig ist? Diesem Problem widmete
Forscher war weltweit einer der ersten, dem wählten sie Bedingungen für ihr virtuelles sich der Forscher mit wesentlich leistungs-
es gelang, diesen per Computer zu modellie- Experiment – beispielsweise für die Ro- fähigeren Rechnern. Und diese lieferten
ren. Schmunzelnd erinnert sich Christensen tationsgeschwindigkeit der Kugel und die dann auch sehr viel genauere Daten über die
an einen Forschungsaufenthalt 1997 in den Zähigkeit des Eisens –, unter denen sich das Stärke und die zeitlichen Veränderungen des
USA: „Die frühen Modelle des Geodynamos Magnetfeld plötzlich verstärkte. „Bei den Erdmagnetfelds sowie dessen großräumige
benötigten monatelange Rechenzeiten auf ersten Versuchen brach das System aller- Struktur auf der Erdoberfläche. Bei allem
den besten Supercomputern. Unserer Ar- dings regelmäßig zusammen, wenn wir das Fortschritt in der Computertechnik müssen
beitsgruppe standen aber nur kleine Rechner äußere Magnetfeld abschalteten“, berich- Ulrich Christensen und seine Kollegen je-
zur Verfügung – wir haben deshalb zunächst tet Christensen. Aber die Wissenschaftler doch nach wie vor Kompromisse eingehen.
nicht geglaubt, dass wir große Beiträge gaben nicht auf und wurden schließlich für Damit die aufwändigen mathematischen
zur Erforschung des Geodynamos liefern ihre Hartnäckigkeit belohnt. Es gelang ihnen, Modelle nicht extrem lange Rechenzeiten 

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termodellen sehr wohl realistische Daten für

Max-Planck-Gesellschaft, Referat für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, Hofgartenstraße 8, 80539 München | e-mail: presse@gv.mpg.de | Redaktion: Dr. Christina Beck | Text: Ute Hänsler | Gestaltung: www.haak-nakat.de
EIN GEODYNAMO IM LABOR
den Geodynamo erwarten können“.
Der Dynamo der Erde wird als homogen bezeich-
net, da alle „Bauteile“ elektrisch kurzgeschlos-
Nach diesen Berechnungen verschlingt der
sen sind. Dies lässt sich im Labor anhand des Dynamo der Erde zwischen 200.000 und
so genannten Karlsruher Dynamo-Experiments 500.000 Megawatt – das entspricht der
modellieren. Flüssiges Natrium (Schmelzpunkt Leistung einiger hundert Großkraftwerke.
= 98 ºC) wird mit zunehmender Geschwindigkeit
durch Röhren aus Edelstahl gepumpt (a + b), die
Für ein gigantisches System wie die Erde
sich gegenseitig berühren; je schneller das Na- ist dies nicht besonders viel. Die Wissen-
trium fließt, desto höher ist der Druck, den die schaftler gehen deshalb davon aus, dass der
Pumpen erzeugen müssen. Ab einer gewissen Energiebedarf durch das langsame Abkühlen
Geschwindigkeit steigt der Druck jedoch viel
des Erdkerns gedeckt wird – eine besondere
schneller, als zu Beginn des Experiments (c).
Dies ist der Moment, in dem der Dynamo an- Energiequelle im Kern, beispielsweise basie-
springt – ab jetzt wird Bewegungsenergie des rend auf radioaktivem Zerfall von Spuren-
Natriums auch in magnetische Energie verwan- elementen (etwa Kalium), halten sie nicht für
delt, die die Pumpen quasi zusätzlich erzeugen
nötig. Ein wesentlicher Teil der Energieabga-
müssen. Aus der zusätzlichen Druckzunahme
berechnen die Forscher, wie viel Energie nötig be des Kerns beruht im Übrigen darauf, dass
ist, um das Magnetfeld entstehen zu lassen. a der innere, feste Kern stetig wächst, indem
z flüssiges Eisen an ihm „ausfriert“. Dadurch
verlieren die Eisenatome Bewegungsenergie,
3.5
die dann zum Betrieb des Geodynamos zur
y
3 Verfügung steht.

2.5 ÄLTER ALS BISHER GEDACHT


0,982 m

© Kernforschungszentrum Karlsruhe
∆ p [bar]

Mit seinen Berechnungen konnten Ulrich


2
x Christensen und sein Team auch einen wich-
1.5
tigen Beitrag zur Diskussion um das Alter des
festen Erdkerns liefern. Laut früheren Berech-
b 0,21 m 1 c nungen schätzten Experten den Energiebedarf
1,854 m 90 100 110 des Geodynamos nämlich drei bis zehn Mal
Natriumfluss [m3/h]
höher als die von den Max-Planck-Forschern
berechneten Werte. Danach wäre der innere
Erdkern aber auch drei bis zehn Mal schnel-
ler gewachsen und folglich nur etwa eine
 in Anspruch nehmen, erhöhen sie beispiels- flüssiges Natrium durch ein rund ein Meter Milliarde Jahre alt. Gesteinsanalysen zeigen
weise die Zähigkeit des flüssigen Eisens hohes Röhrensystem aus Edelstahl gepumpt. jedoch, dass das Erdmagnetfeld seit mindes-
in ihrem virtuellen Erdkern. So entstehen Da beide Materialien gute elektrische Leiter tens drei Milliarden Jahren existiert. Vor der
lediglich großräumige Flüssigkeitsbewegun- sind und sich die Röhren berühren, sind alle Entstehung des festen Erdkerns müsste also
gen, die sich schneller berechnen lassen als Teile elektrisch kurzgeschlossen – genau ein völlig anderer Mechanismus für den An-
die vielen kleinen Wirbel, die man in der wie beim homogenen Geodynamo. Die trieb des Geodynamos gesorgt haben – keine
turbulenten Strömung des realen Erdkerns Röhren enthalten außerdem Leitbleche, die sehr realistische Annahme. „Nach unseren
erwartet. „Damit stellt sich aber die Frage, so geformt sind, dass das flüssige Natrium Berechnungen kühlt sich der Erdkern deut-
ob diese Modelle wirklich realistisch genug wie auf Korkenzieherbahnen durch die lich langsamer ab als bisher angenommen,“
sind, um sie für die Berechnung des Energie- Röhren fließt. Somit entsteht jene komple- erklärt Christensen. „Damit wäre der innere
bedarfs des Erddynamos heranzuziehen“, xe Strömung, die die Forscher im Erdkern Erdkern 2,5 bis 3,5 Milliarden Jahre alt. Und
erklärt der Geophysiker. vermuten, in ihren Computermodellen aber das stimmt relativ gut mit den Ergebnissen
nicht berücksichtigen. aus Gesteinsanalysen überein.“
EIN MEGA-KRAFTWERK
IM ERDINNEREN Das Ergebnis: Tatsächlich deckte sich der Schlagwörter: magnetischer Kompass, Erdmagnetfeld,
Die Antwort lieferte kein virtuelles, sondern Wert für den Energiebedarf, den die Forscher Erdkern, elektromagnetische Induktion, Dynamo
Leseempfehlungen: „Expedition Erde“: Beiträge zum
ein reales Experiment am Forschungszentrum zuvor am Computer für denselben Versuchs- Jahr der Geowissenschaften 2002 (zu bestellen unter
Karlsruhe unter der Leitung von Ulrich Müller. aufbau berechnet hatten, mit der Energie, die http://www.marum.de/Shop.html)
Zusammen mit Andreas Tilgner vom Institut benötigt wurde, um den homogenen Dynamo Internet: http://www.phy6.org/earthmag/Dmagint.htm
für Geophysik der Universität Göttingen ha- im Labor zu betreiben. „Die komplizierten, klei-
ben die Max-Planck-Forscher die Ergebnisse nen Wirbel und Strömungen, die wir mit dem DIE „MAX“-REIHE
ausgewertet. Das so genannte Karlsruher Karlsruher Dynamo-Experiment erzeugen, ha-
auch unter www.max-reihe.mpg.de
Dynamo-Experiment (siehe Kasten S. 4) ben keinen Einfluss auf den Energiebedarf des
erlaubt es, einen homogenen Dynamo im homogenen Dynamos,“ erklärt Christensen, BIOMAX, GEOMAX und TECHMAX erscheinen
Labor zu betreiben. Dazu wird eine Tonne „und das heißt, dass wir mit unseren Compu- jeweils zweimal im Jahr und berichten über
aktuelle Forschungsergebnisse aus den Max-

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Planck-Instituten vor allem für Lehrer und
Schüler. Weitere Exemplare können unter
folgender Adresse kostenlos bestellt werden: