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Sächsische Mobilität aufblühen lassen:

Ludwig Karsch

Frage: Herr Karsch, nur zum Einstieg Ludwig Karsch: Oh ja, da hätte ich anzeigen. An einem langen Gefälle habe
für unsere Leser zwei Fragen: Seit wann etwas: ein Sportrad von 1961 nämlich. ich das Rad richtig auf Touren gebracht

DIAMANT / / MO B ILE LEIDEN SCHAF TEN


beschäftigen Sie sich intensiver mit Ist schon ein paar Jährchen her, dass und als ich mich tief nach vorne beugte,
Diamant und wieso sind Sie eigentlich ich dieses Sportrad bekommen und um die Geschwindigkeit abzulesen, da
ein Enthusiast von klein auf? neu aufgebaut habe. Es war mein erstes konnte ich da tatsächlich imposante
DIAMANT / / ENTHU S IAS TEN

und ich hatte nicht unbedingt allzu viel 70 km/h erkennen. Dann gab es einen
Ludwig Karsch: Die beiden Fragen gehö- Vertrauen, weder in meine Arbeit noch heftigen Schlag, gefolgt von einem Knall
ren tatsächlich zusammen, finde ich. in das Material, das deutlich in die Jahre und hässlichem Asphaltkontakt: Ich
„Von klein auf“ bin ich ganz einfach gekommen war. Solche Unsicherheit hatte im Rausch des Geschwindigkeit-
deshalb ein Enthusiast, weil schon in ist nicht die beste Voraussetzung, wenn ablesens ein Schlagloch übersehen. Zum
meiner Kindheit so ein Diamant Fahrrad man mit dem Objekt der Begierde auf Glück ist weder mir noch meinem Dia-
etwas war, was jeder gerne haben wollte. Probefahrt gehen will. mant Rennrad etwas Ernstes passiert.

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Ich bin mit diesen Rädern aufgewachsen
und muss sagen, sie waren immer etwas Frage: Und sind Sie? Frage: Noch eine Frage, die unsere Leser
Besonderes. Wohl dem, der eines hatte. interessiert: Was ist für Sie das wichtigste
Und was das „intensivere“ Beschäftigen Ludwig Karsch: Aber ja – und wie! Es Diamant Produkt – und warum?
mit Diamant betrifft, kann ich sagen, passte einfach alles: die damals über 40
dass das bei mir vor knapp zehn Jahren Jahre alte Rundscheidengabel, die die Ludwig Karsch: Da kann ich gleich zwei
begonnen hat: Zu diesem Zeitpunkt habe meisten Fahrbahnunebenheiten einfach Antworten geben: Zum einen ist das
ich angefangen, historische Diamant ausgebügelt hat. Die 3-Gang-Schaltung, wichtigste Produkt für einen Fahrzeug-
Räder ganz bewusst zu sammeln. mit der sich sehr präzise die Übersetzung hersteller immer das aktuellste, denn es
wechseln ließ. Und als ich schließlich hat die große Aufgabe, den Fortbestand
Frage: Weil sie historisch und vielleicht auch noch merkte, wie leicht sich das der Marke zu sichern. Die Geschichte
wertvoll sind? ganze Fahrrad fuhr, da war ich rundum von morgen findet ja heute statt. Zum
begeistert. Kein Wunder, dass meine anderen habe ich natürlich persönliche
Ludwig Karsch: Weil sie historisch und kleine Probefahrt locker über zwei Favoriten: Meine liebsten Diamanten
ganz einfach toll sind. Stunden dauerte. Dieses Rad fahre ich sind die Rennräder der 1970er Jahre, die
übrigens auch heute noch. mit dem großen Rahmendekor, am bes-
Frage: Mit der Geschichte der Mobilität ten mit einer Campagnolo Ausstattung.
scheinen Sie sich ja gut auszukennen. Frage: Klingt sehr begeistert. Jetzt mal in Falls jemand mal so eines zu viel haben
eine ganz andere Richtung gefragt: Fällt sollte, kann er sich gerne bei mir melden.
Ludwig Karsch: Kann man schon sagen, Ihnen in Verbindung mit Diamant etwas
ist meine ganz große Passion: Wir haben Komisches zum Thema „Pleiten, Pech Frage: Herr Karsch, ein letztes Statement,
hier einen eingetragenen Verein, das und Pannen“ ein? bitte. Das Phänomen Diamant – in einem
„Museum für sächsische Fahrzeuge einzigen Satz zusammengefasst?
Chemnitz“, bei dem ich Präsident bin Ludwig Karsch: Ja klar, da gibt es auch so
und um den ich mich kümmere. Ganz eine Geschichte: Als die ersten Fahrrad- Ludwig Karsch: Diamant Fahrräder
klar, dass die Fahrzeuge von Diamant, computer auftauchten, da musste ich machen Freude, egal wie alt sie sind,
ob Fahrräder, „Hühnerschreck“ oder natürlich unbedingt so einen haben. weil ihre Treue und Unverwüstlichkeit
Mobilkulturist für Sachsens Motorrad, da auch eine sehr wichtige Bei dem guten Stück handelt es sich um ihren Ruf ausmachen – und der heißt
Klassiker: Ludwig Karsch, Rolle spielen. einen Sachs-Huret, ich glaube, er hieß „Diamanten sind für immer“.
inmitten seiner Passionen Multitronic 2. Den habe ich wie vorge-
Frage: Ich habe Sie ja mit „Das war viel- schrieben ganz unten an der Vorderrad- Vielen Dank für das Interview!
leicht was!“ zuvor gebeten, zu überlegen, gabel montiert und dann selbstverständ-
ob Ihnen etwas aus der Vergangenheit lich auch sofort testen müssen. Also aufs
einfällt, das Sie mit Diamant verbinden. Rad geschwungen und ordentlich in die
Pedale getreten, der Computer sollte im-
merhin die Geschwindigkeit bis 80 km/h