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Kavalleristen 1935/36. Bewaffnung: Karabiner 98 k, Seitengewehr und Mannschaftssäbel.

Sie tragen den sogenannten


„Kavalleriehelm ", dienstlich als „Stahlhelm mit Ohrenausschnitten " bezeichnet. Am Armeesattel 25 hinten rechts ein
Lederbehälter, welcher zur Aufnahme des Kochgeschirrs diente. Wie das Bild zeigt, wurde er auch ande rweitig genutzt.
Später abgeschafft.
Sonderband S-33

en- nena
Waffen und Fahrzeuge der Heere und Luftstreitkräfte
~
WAFFEN-
ARSENAL
==-~

••
WAFFEN UND AUSRUSTUNG DER
DEUTSCHEN KAVALLERIE
1935 ■ 1945

Klaus Christian Richter

PODZUN-PALLAS-VERLAG • 61200 Wölfersheim-Berstadt

1
Reiterschwadron im Rußlandfeldzug. Die Reiter tragen die Feldmütze für Unteroffiziere und Mannschaften, 2. Form
mit Soutache, den Karabiner 98 k auf dem Rücken. Die Packtaschen neuer Art sind hinter dem Sattel befestigt. Die
Pferde tragen den Futtersack vor der Brust.

QUELLENVERZEICHNIS
- H.Dv. 299/2, 3, 6a und 10, 1937-39 - Klaus Christian Richter, 1978 und 1982: Die Ge-
- OKH-Waffenhefte des Heeres, Schnelle Truppen schichte der deutschen Kavallerie 1919-45.
Teil II o.J.
- Major Dr. Springer, 1944: Reiterkrieg. Die Fotos und Zeichnungen stammen zum überwie-
- Der General der Inf. im OKH - I Kav., Februar genden Teil aus der Sammlung des Verfassers.
1945: Überblick über die Entwicklung der deut-
schen Kavallerie vor und in diesem Kriege. Weitere Fotos stellten zur Verfügung
- Major a.D. H.R. von Stein in "Feldgrau" 1955: - Rittmeister a.D. Conrad Müller, ehern. 2. (Preuß.)
Die deutsche Kavallerie 1939-1945. Reiter-Rgt. und Kav.-Rgt. Mitte
- Oberst a.D. Wilhelm Volrad von Rauchhaupt, - Rittmeister a.D. Heiner Schubert, ehern. Kav.Rgt.
1958: Die Deutsche Kavallerie zwischen den bei- 6 und Aufld.-Abt. 34
den letzten Kriegen.
- Dr. F.M. von Senger u. Etterlin jr., 1962: Die 24.
Panzer-Division vormals 1. Kavallerie-Division. TITELBILD
- Georg Tessin, 1962: Verbände und Truppen der Reiter des Kavallerie-Regiments 18 mit der Bewaff-
deutschen Wehrmacht und Waffen-SS 1939-1945. nung und Ausrüstung der Jahre 1937 bis 1941

© Corpyright, 1994
Alle Rechte, auch die des auszugsweisen Nachdrucks, beim ISBN 3-7909-0499-6
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Kohlhäuserstr. 8 für Österreich:
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Das WAFFEN-ARSENAL
Gesamtredaktion: Horst Scheibert Verkaufspreis für Deutschland: 16,80 DM, Österreich: 131
Schilling; Schweiz 17 ,80 sfr.
Technische Herstellung: Für den österreichischen Buchhandel: Verlagsauslieferung Dr.
Heinz Nickel Satz & Druck, 66115 Saarbrücken Hain, Industriehof Stadlau, Dr. Otto-Neurath-Gasse S, 12220 Wien

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EINFÜHRUNG
Mit dem Gesetz zum Aufbau der Wehrmacht vom hn Verlauf des Jahres 1935 wurden aus drei weite-
16. März 1935 wurde die bisherige Reichswehr, das ren Reiter-Regimentern und starken Einzelabgaben
sogenannte 100.000-Mann-Heer, zum Grundstein für der Kavallerie insgesamt die Panzer-Regimenter 2, 3
die künftige Deutsche Wehrmacht. Die Reichswehr, und 6 errichtet.
eine Freiwilligenarmee, die in allen Einzelheiten so- Somit verblieben der Deutschen Wehrmacht zunächst
wie mit zahlreichen Beschränkungen und Verboten 13 Reiter-Regimenter, die durch die Einführung der
durch den Vertrag von Versailles 1919 dem damali- allgemeinen Wehrpflicht am 21. Mai 1935 und die
gen Deutschen Reich zudiktiert worden war, enthielt Übernahme berittener Formationen der Landes-
eine zahlenmäßig starke Kavallerie. Den zugestan- polizei rasch wieder auf ihre ursprüngliche Stärke
denen 21 Infanterie-Regimentern standen 18 Reiter- gebracht wurden.
Regimenter gegenüber. Damit betrug der personelle Zwei von den Reiter-Regimentern, die 1934/35 in mo-
Umfang der Kavallerie 16,4 % des gesamten Heeres, torisierte oder Panzer-Verbände umgerüstet worden
während der Anteil der Artillerie auf nur 10,9 % fest- waren, wurden bereits 1936 bzw. 1938 als Kavalle-
gelegt wurde. Diese dem Umfang nach starke Kaval- rie-Regimenter neu errichtet.
lerie war nun, ebenso wie die anderen 7 Waffengat- Bei Ausbruch des II. Weltkrieges 1939 verfügte die
tungen der Reichswehr, Bestandteil der neuen Wehr- Wehrmacht somit über 15 Regimenter überwiegend
macht geworden. berittener Kavallerie. Zur Waffengattung Kavalle-
Bereits im Oktober 1934 hatten die ersten, teilweise rie gehörten 1939 weiterhin die Radfahr-Abteilung
noch getarnten Umstrukturierungen des Heeres statt- 1, die Panzeraufklärungs-Abteilungen und -Regimen-
gefunden. Ziel der Veränderungen war es, ein größe- ter sowie die Kavallerieschützen-Regimenter. Da die
res, modern ausgerüstetes Heer zu errichten. hn Rah- Panzeraufklärer Bestandteil der Panzertruppe wur-
men dieser Maßnahmen hatten auch zwei Reiter-Re- den, und die Kavallerie-Schützen (später nur "Schüt-
gimenter absitzen müssen. Sie wurden motorisiert und zen", ab 1942 Panzergrenadiere genannt) zur Infan-
stellten die Stämme für die Schützen-Regimenter 1 und terie traten, werden sie in den nachfolgendenAusfüh-
3 sowie die Kradschützen-Bataillone 1, 2 und 3. rungen nicht behandelt.

Die Kavallerie der Reichswehr führte bis zum 3.10.1927 noch die 3,20 m lange Stahlrohrlanze mit Lanzenflagge. Nach
dem Ablegen der Lanze "auf Kammer" wurde die Kavallerie zur schnellen Feuerwaffe entwickelt.

3
DIE ENTWICKLUNG DER KAVALLERIE IM RAHMEN DES
HEERESNEUAUFBAUES 1935 - 1939

Die 18 Reiter-Regimenter der Reichswehr waren in dann abzusitzen und das Gefecht wie die Infanterie
drei Kavallerie-Divisionen gegliedert, deren "schwe- zu Fuß zu führen.
re" Waffen sich im wesentlichen in einem sMG-Zug
pro Regiment und einer Abteilung reitender Artillerie Der größte Teil der Kavallerie wurde hingegen in Re-
je Division erschöpfte. Eine erforderliche Verstärkung gimenter gegliedert, die berittene, radfahrende und
und Modernisierung dieser Divisionen ließen die Be- motorisierte Einheiten umfaßten. Diese Regimenter
stimmungen des Vertrages von Versailles nicht zu. Sie unterstanden jeweils einem der nicht mechanisierten
wurden schrittweise aufgelöst Armeekorps direkt

Die Wiedererlangung der uneingeschränkten Wehr- Im Gegensatz zu den beiden Reiter-Regimentern der
hoheit 1935 ebnete auch den Weg für eine moderni- 1. Kavallerie-Brigade hatten die Kavallerie-Regimen-
sierte, stärker bewaffnete und zweckmäßiger geglie- ter im Frieden den Auftrag, die Aufklärungs-Abtei-
derte Kavallerie. lungen der Infanterie- und Gebirgsjäger-Divisionen
heranzubilden und sie im Falle der Mobilmachung
Da die Aufgaben der ehemaligen HEERES-KAVAL- bereitzustellen.
LERIE weitgehend von den mechanisierten 'Ihlppen Die taktischeAufklärung, eine der Kavallerie wesens-
übernommen worden waren, blieb in der Wehrmacht verwandteAufgabe, konnte bei dem Marschtempo der
ein einziger Heereskavallerie- Verband, die 1. (Ostpr.) Infanterie von Reitern und Radfahrern nach wie vor
Kavallerie-Brigade als Versuchstruppe bestehen. Sie erfolgreich durchgeführt werden. Die Kavallerie-Ver-
nutzte das Pferd zu schnellen, weiträumigen Bewe- bände und -Einheiten mit dieser Aufgabenstellung
gungen durch jedes Gelände so lange wie möglich, um wurden als TRUPPENKAVALLERIE bezeichnet.

Feldparade der!. (Reiter-) Abteilung vor dem Regiments-Kommandeur. Die Sättel werden durch Schurensattelgurt und
Vorderzeug gehalten. Letzteres kam 1941 zum Wegfall. (KR. 13)

4
In den Jahren 1936 - 39 wurden nun die Verbände Als Wesen des Kavalleriekampfes wurde der rasche
der Heeres- und der Truppenkavallerie, entsprechend Wechsel von Reiten und Schießen angesehen.
den Fertigungskapazitäten der Rüstungsindustrie, Die Kavallerie ritt, um zur rechten Zeit an der richti-
weitgehend wie die Infanterie bewaffnet und ausge- gen Stelle des Gefechtsfeldes schießen zu können, und
rüstet, abgesehen von den Besonderheiten, die durch sie schoß, um wieder reiten zu können, d.h. um wie-
das Pferd oder das Fahrrad gegeben waren. Abgeses- der für eine bewegliche Verwendung frei zu werden.
sen sollte sich der Reiter von dem Infanteristen nicht Bei der Mobilmachung 1939 stellten die 13 Kavalle-
mehr unterscheiden. Deshalb galt für beide die glei- rie-Regimenter 38 Aufklärungs-Abteilungen für die
che Ausbildungsvorschrift für den Feuerkampf. 1. (Divisions-) Welle und 16 für die 2. Welle auf. Da-

-"t. C SC

Links:
Der Kavallerist der Wehrmacht unter-
schied sich durch Reithosen, Reitstiefel mit
Sporen und das Reitergepäck der Pack-
tasche 34 äußerlich erheblich von den In-
fanteristen. ( KR. 6)

Rechts:
1935 wurde bei der Kavallerie das
l.MG. 13 (Dreyse) eingeführt. Es löste
das bisher geführte l.MG. 08/15
(wasse rgekühlt) ab. Den 'Stahlhelm mit
Ohrenausschnitten' trug die Kavallerie,
die Nachrichtentruppe und z. T die
Artillerie noch bis zum Ende des Jahr-
zehnts weiter.

Links und oben rechts:


Der Karabiner 98 k war ursprünglich nur
für die berittenen und bespannten Truppen
entwickelt worden. Auf Grund seiner
Handlichkeit und seiner hervorragenden
ballistischen Leistungen wurde er zur
Standardwaffe der Deutschen Wehrmacht.
Hier zu sehen: Stahlhelm M 18 und Kaval-
leriehelm nebeneinander in einer
Schwadron.

5
Oben und rechts:
Als schweres Maschinengewehr wurde dass.MG. 08
(wassergekühlt) weiterverwendet. Es war auf einem
MG- Wagen mit Vorderpratze verlastet und wurde durch
sechsspännigen Vorspann beweglich gemacht.

Links:
Im Jahr 1936 wurden sowohl
das/. MG. 13 (Dreyse) als
auch dass.MG. 08 durch das
MG.34 ersetzt. Diese Waffe
konnte mit Zweibein als leichtes
und mit Lafette als schweres
Maschinengewehr verwendet
werden.
(K.R.15)

6
Oben und unten links:
Das 1. MG. 34 und die Patronen-Kästen wurden von dem MG.-Abmarsch am Sattel mitgeführt. Gut erkennbar die
Trageweise des Mannschaftssäbel und der Patronen-Kästen in Tragebehälter am Sattel rechts. (K.R.13)

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Rechts:
Freimachen des ].MG. 34 aus dem Futeral am
Sattel hinten links.

7
Oben:
Das schwere Maschinengewehr mit Lafette und die Patronen-Kästen wurden auf dem Packsattel 33 in zwei Traglasten
mitgeführt. ( KR./ 3)

Links:
Das MG.34, hier als / .MG. mit Trommelzuführung,
wurde auch nach Einführung des MG.42 bis Kriegsende
weiterverwendet.

Links:
Teile der MG.-Staffel
einer Reiterschwadron
beim 'Freimachen des Geräts'.

8
Oben und rechts:
Schwadronsführer, Schwadr.-Truppführer, drei Zugführer,
neun Gruppenführer und der MC.-Staffelführer waren
mit der MPi. 38 ausgerüstet. (K.R.6)

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Links und unten:
Ab 1940 wurde jede Schwadron mit je 2
Panzerbüchsen 39 ausgestattet, die eben-
falls auf Packpferden ver/astet wurden. Es
waren dies die einzigen PzAbw. -Waffen auf
Schwadronsebene, und zudem von geringer
Wirkung . (K.R. 6)

9
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Die MPi. 38 wurde später durch die aus Blechprägeteilen gefertigte MPi. 40 ersetzt. Darüberhinaus fanden bei den
während des Krieges aufgestellten Aujkl.-Abteilungen auch andere Maschinenpistolen Verwendung. Der Wachtmeister
auf diesem Bild führt eine MPi. Steyr Soloturn SJ-100. Sein Sattelzeug zeigt einen Strähnensattelgurt, der bei den
aktiven Friedenstruppenteilen bereits ausgemustert war.

10
Der Karabiner; die Standardwaffe der Reiter; wurde in der Karabinertragevorrichtung am Sattel hinten links mitgeführt.
Diese Kavalleristen sind noch mit der Packtasche 26 ausgestattet, die später von der Packtasche 34 abgelöst wurde.
(K.R. 3)
Unten: Ab 1941 wurde der Karabiner auf dem Rücken getragen. Der Unteroffizier trägt eine MPi. 40. Wie das Bild
zeigt, war das Hinterg epäck im Krieg e nicht mehr einheitlich gepackt. (K.R. 15)

11
Rechts:
Von der Karabiner-
tragevorrichtung gab
es zwei Ausführungen.
Hier die ältere Aus-
führung, die den
Kolben mittels eines
Überfallriemens im
Schuh hält.

Oben:
Trageweise des Karabiners beim 'Absitzen zum Gefecht'.
Durch den Karabinerhalteriemen war die Waffe
aufgesessen am Koppel befestigt. (KR. 13)

Links: Unten:
Karabinertragevorrichtung Karabinerhalteriemen

12
Rechts:
Abgesessene
Ka valleristen mit
'Karabiner bei Fuß'.
(KR. 15)

Links:
Der Armeesattel 25 mit
Packtasche 34 und
Hintergepäck. (KR.15)

Rechts:
Das gemäß Vorschrift
gepackte Hintergepäck,
bestehend aus dem
Reiterfuttersack und
dem gerollten Mantel,
oder der Zeltplane.
(KR. 6)

13
Oben:
Die Säbeltasche, auch als Säbelhalter
beze ichnet.

Links:
Reithose mit Lederbesatz. Der Armeesattel 25
ist noch mit dem Strähnensattelgurt versehen.
Der Oberwachtmeister auf dem Pferd trägt am
Ärmel, zusätzlich zu den Schulterklappen, die
Dienstgradabzeichen für den Drillichrock.

Unten: Der Mannschaftssäbel in Säbeltasche am Sattel rechts hinten. Der Klappspaten befindet sich hier in einer
Tragetasche mit Überfalldeckel. (K.R.13)

14
Rechts:
Trageweise der Reiter-
Ausrüstung während
des Marsches. (K.R.15)

Links und unten:


Das Pferd galt in der Wehrmacht
nicht als Waffe. Auf Grund
seiner Beweglichkeit in nahezu
jedem Gelände und zu jeder
Jahreszeit war es jedoch für alle
berittenen und bespannten Trup-
penteile mehr als ein reines
Transportmittel. Den größten
Teil der Reitpferde stellten die
Provinzen Ostpreußen und
Hannover: Im Kriege wurden
später Pferde aus vielen euro-
päischen Ländern verwendet.

Das Bild oben zeigt einen Ost-


preußen Trakehner Abstammung,
das rechte Bild einen Han-
noveraner:
Als Sattelunterlage verwendete
die Wehrmacht eine grobe, ge-
faltete Wolldecke, die als
Woilach bezeichnet wurde.
(Bild oben) Der Gefreite rechts hat
eine private Satteldecke unterge-
legt.

15
Links:
Ab 1936 wurde die
Kavallerie vermehrt durch
Radjahr- und motorisierte
Schwadronen verstärkt.

Rechts:
Bei allen Kavallerie-Regi-
mentern wurde zu der!. ( Reiter-)
Abteilung eine II. (Radjahr-)
Abteilung aufgebaut, die teil-
motorisiert war. (K. R./ 8)

Links:
Das Truppenfahrrad
gemäß H.Dv. 293
vom 13. Dezember
1935.

16
Trageweise der Ausrüstung in einer Radjahr-Schwadron. Die beiden untersten Dienstgrade auch bei diesen Einheiten
lauteten 'Reiter' und 'Oberreiter'.

Unten: Jede Radjahr-Schwadron verfügte über eine Kradstaffel, bei der die s.MG. und die leichten Granatwerfer Kal. 5
cm ver/astet wurden. (K.R.13)

17
Gefechtsschießen der 5 cm Granatwerfer. Vorgesehen war, daß im Gefecht j eder Radf-Zug durch Steilfeuer eines
1.Gr.W unterstützt wurde. (K.R.6)

Die schwerste Waffe der Reiter- und Kavallerie-Regimenter war das leichte 1nfanteriegeschütz 18 (1.1G. 18), bei den
Reitern als 'Kavallerie-Geschütz' bezeichnet. Die Reiter-Regimenter verfügten in ihrer 5. (schweren) Schwadron über 4,
die Kavallerie-Regimenter in der 10. (schweren) Schwadron über 6 Kav.-Geschütze. Das l.JG.18 hatte ein Kaliber von
7,5 cm, schoß Steil- und Flachfeuer mit hoher Präzision und wurde daher besonders bei den Aufkl.-Abteilungen auch
zur Panzerabwehr eingesetzt. (K.R.13)

18
In die Stabsschwadron de r Reite r-Reg imenter wa r ein Panzerabwehr-Zug zu drei Pak (3,7 cm ) inlegriert, die Kav. -Rgtr.
ve1füg1en übe r eine 9. ( Panzerabwehr-) Schwadron zu 6 Kanonen. ( K.R. l 3)

Die Beweglichmachung der Ka v. -Geschütze und der PzAbw.-Kanonen erfolgte bei den Kav.-Regimentern durch das Kfz
69, die sogenannle 'Krupp-Protze', ein bei der Truppe sehr beliebtes Fahrzeug, das bis 1942 hergestellt wurde. (K.R. /3 )

19
Bei den Reiter-Rgtrn. wurden die Kav.-Ceschiitze sechsspännig gezagen. Sie hatten dah e,; wie auch die da:ugehörige
Protze, Speichenräder.
Unten: Ein Kav.-Geschiitz in Feuerstellung

20
Rechts:
Zukunftsweisend für
die Ka vallerie wurde
die 1934 beginnende
Ausstattung mit Späh-
panzern. Das Reiter-
Regiment verfügte in
der Stabsschwadron
über einen Panzer-
Spähtrupp, das Ka v. -
Regiment in der 10.
(schweren ) Schwadron
über einen Panzer-
Spähzug zu drei Späh-
trupps. (KR. 13)
Der Panzer-Spähtrupp
bestand aus zwei Kfz
l 3, als MG-Wa gen und
einem Funkwagen
(Kf z 14).

Links und unten:


Hier Kfz l 3 mit dem
weißen Balkenkreuz
im Feldzug gegen
Polen und ...

... mit dem ab 1940


üblichen Balkenkreuz

21
- _,.,._ "" ,,1 1
Trompeterkorps und 1. Schwadron des Kav.-Rgts. 14 in Berlin am 2.6.1939, anläßlich der letzten Parade vor dem
11. Weltkrieg. Die Tromp eter führten zusätzlich eine Signaltrompete auf dem Rücken.

Unten:
Der Kesselpauker mit Paukenbehängen, Pferdeausrüstung Unten:
und Unterlegedecke gem. Verfg. vom 2. ll .1937. Nur das Bei Übungen und im Krieg wurden die Trompeter als
Paukenpferd wurde auf diese Weise geschmückt. (K.R.6) akustische Meldeorgane eingesetzt. (R.R.l )
r

22
Kesselpauker und Trompeterkorps des Kav.-Regiments 14, verstärkt durch Trompeter des Art.-Rgts. 12, mit Pauken-
behängen und Fanfarenflaggen nach Verfügungen aus den Jahren 1929-33, die der Ausgestaltung einen breiten
Spielraum gelassen hatten.

Die Signaltrompete

Rechts:
Das Trompeterkorps war keine
Paradetruppe, sondern bei allen
Übungen und Manövern voll
beteiligt.

23
Oben:
In den Jahren von 1936-38 wurden allen Reiter- und
Kav.-Regimentern Standarten verliehen.

Oben links: Der Standartenträger war durch das 'Abzeichen für Fahnen- und Standartenträger' gekennzeichnet. Es
wurde am rechten Oberarm getragen. (K.R. 18)

Unten: Das Standartenkommando zu Pferde. (K. R. 15)

Unten:
Zum Dienst mit der Standarte
trug der Standartenträger einen Ring-
kragen und das Bandolier. ( K. R. 6)

24
Oben:
Der Säbel war bis 1941 die alle Berittenen
kennzeichnende und hervorhebende Waffe.
Hier der Offizier-Säbel. Gut zu sehen auch
das rechte Drittel des Vorderzeuges und die
S-Kandare. (K.R.18)

Rechts:
Kavallerist im Waffenrock mit "branden-
burgischen" Aufschlägen und privatem Säbel.
Diese taschenlosen Extraröcke wurden 1936
eingeführt und respektlos "Hindenburg-
Rock" "Kaiser-Wilhelm-Gedächtnis-Rock"
oder auch kurz "Sarrasani", nach
einem damals sehr bekannten Zirkus be-
zeichnet. (K.R. 15)

25
Oben:
Paraden wurden mit "Säbel-auf!"
geritten. (K.R.3)

Rechts:
Der Mannschaftssäbel entsprach
'
in Form und Gewicht dem ehe- ~~ ~
maligen Artillerie-Säbel der alten ~~ • ~,' ff-
Armee. Zu den Mobilmachungs-
maßnahmen gehörte u.a. das
Schärfen der Schneide.
t~---================;::J~~=6

Links:
Im Gefechtsdienst diente der
Säbel nach wie vor als Waffe bei
der Attacke. (K.R./5)

26
Rechts:
Der Gefechtstroß der
Reiterschwadron be-
stand aus einem Ge-
fechtswagen Hf 1,
einem großen Fahnen-
schmiedwagen und
einer Feldküche. Im
Einsatz kamen weitere
bespannte Fahrzeuge
und einzelne Kfz. hin-
zu. Dieser Hf 1 trägt
noch die Tarnfarben
der Reichswehr.

\SitlengefdJirr 25 mit fümeef11ttd 25 (für !Ulef,lr9efp11ttn).

Hals~ppel
' Nalskoppelschla~

Unten:
Tiwtrtiger
Der Fahnenschmied-
Jartelgurt wagen entladen.

27
Links:
Die Feldküche wurde hinter einer
Vorderpratze gefahren. Im
Kriege mußte häufig ein sechs-
spänniger Vorspann eingesetzt
werden. ( K.R.5)

Rechts:
Der große Vorteil dieser Feld-
küche bestand neben der un-
komplizierten Bedienung darin,
daß während der Fahrt gekocht
werden konnte.

Links:
Das Füttern der Pferde erfolgte
im Felde aus dem sogenannten
Futterbeutel, der ein aus wasser-
dichtem Bramtuch gefertigter
Tränkeimer war. (K.R.6)

28
Oben: Im Jahr 1938 wurden die sechs
österreichischen Dragoner-
Schwadronen in die
Deutsche Wehrmacht übernommen. Ihre
Uniformierung war durch den 'Pelz'
gekennzeichnet, der über der linken
Schulter getragen wurde. Aus diesen
Schwadronen entstand das Kavallerie-
Regiment 11 in Stockerau
bei Wien.

Rechts: Pferdeappell. Das Bild zeigt die


verschiedenen Anzugsarten, die bei der
Kavallerie im täglichen Dienst
getragen wurden. ( K.R.15)

Links
Übersetzen mit Floß-
säcken gern. H.Dv.
316 (All.Pi.D.). Den
Begrif.f'Schlauch-
boote' verwendete die
Vorschrift nicht. Die
Reiter tragen die
Feldmütze für Uffz./
Mannsch., 1. Form,
von 1934 ohne
Hoheitsadler.

29
Die 15 Kavallerieregimenter der Wehrmacht
Stichjahr 1939 (noch vor Kriegsbeginn) - Bezeichnungen ""." Standorte
Kommandeure - Tradition
Reiterregiment 1 für 2. Garde-Drag.Regt.; II. Abt. für Gren.Regt. z.
Standort: lnsterburg (Ostpreußen). Pf. 3 (Drag.Regt. 3).
Kommandeur: Oberst Frhr. v. Esebeck. Kavallerlereglment 1 O
Tradition: Regt.-St., St.-Schw. u. l. Sch'v'f'.. für Standort: Torgau (Elbe).
Drag.Regt. 1; 2. u. 5. Schw. für UI.Regt. 8; 3. Schw. Kommandeur: Oberst Krüger.
für UI.Regt. 12; 4. Schw. für Jäg.Regt. z. Pf. 9. Tradition: Regt.-St., 1. Abt. u. 11. Schw. für
_ Reiterregiment 2 Hus.Regt. 12; II. Abt. für Kür.Regt. 7.
Standort: Angerburg (Ostpreußen). Kavallerlereglment 11
Kommandeur: Oberstlt. v. Saucke.n. Standort: Stockerau (bei Wien) .
Tradition: Regt.-St., St.-Schw. u. 5. Schw. für UI.- Kommandeur: Oberstlt. v. Hülsen.
Regt. 4; l. u. 4. Schw. für Kür.Regt. 5; 2. u. 3. Schw. Tradition: für die rein deutschstämmigen Regi-
für Jäg.Regt. z. Pf. 10. menter der k.u.k. Osterreichisch-Ungarischen Ka-
Kavallerlereglment 3 vallerie, deren 0berlieferungspflege nach dem Zu-
sammenbruch von 1918 die sechs Dragoner-
Standort: Göttingen (in der RW: Rathenow u. Schwadronen des neuen Bundesheeres der Repu-
Stendal). blik Osterreich (Deutsch-Osterreich) bis Anfang
Kommandeur: Oberstlt. v. Senger und Etterlin. 1938 übernommen hatten, u. zwar: Niederöster-
Tradition: Regt.-St. u. 2. Schw für Hus.Regt. 3; reichisches Drog.Regt. 3, Oberösterraichisch-
1. Schw. für Kür.Regt. 6; 3. Schw. für Hus.Regt. 14; Salzburgisches Drag.Regt. 4, Steierisch-Kärntner-
4. Schw. für Drag.Regt. 6; 5. Schw. für UI.Regt. 7. Krainerisches Drag.Regt. 5, Mährisches Drag.Regt.
Kavallerlereglment 4 11, Niederösterreichisch-Mährisches Drag.Re~t. 15
und Reitende Tiroler Landesschützendivision (1917
Standort: Allenstein (Ostpreußen), 4. u. 7. Schw. ehrenhalber umbenannt in „Reitende Tiroler Kai-
vorläufig Osterode (Ostpr.), 8 Schw. vorläufig serschützen").
Tr.0b.Platz Stab lock.
Kommandeur: Oberstlt. v. Heydebrand und der Kavallerlereglment 13
Lasa. Standort: Lüneburg.
Tra~ition: 1. Abt. für Drag.Regt. 10 u. Drag.Regt. Kommandeur: Oberstlt. v. Rondow.
11. Tradition: 1. Abt. für Drag .Regt. 9 u. Drag.Regt.
Kavallerlereglment 5 16, UI.Regt. 13 u. UI.Regt. 16; II. Abt . für Hus
Regt. 17.
Standort: Stolp (Pommern). ,
Chef: Generalfeldmarschall v . Mackensen; Kavallerlereglment 14
Kommandeur: Oberstlt. Diener. Standort: Ludwigslust, 1. Abt. Parchim.
Tradition: Regt.-St., 1., 5. u. 11 . Schw. für Leib- Kommandeur: Oberstlt v. Arnim .
Hus.Regt. 1; Stab 1. Abt., 2. u 4. Schw für Leib- Tradition: Regt.-St ., II. Abt . u. 11 . Schw. für
t-tus.Regt. 2; 3. Schw. u. II. Abt. für Hus.Regt. 5. (?_reg .Regt . 17; 1. Abt . für (?_reg .Regt. 18; 3. Schw.
fur Hus.Regt. 16; 4. Schw. fur Drag.Regt. 13.
Kavullerlereglment 6
Standort: Darmstadt, Stab II. Abt., 7., 8. u. 10. Kovallerlereglment 15
Schw. vorläufig Bensheim (Bergstraße), später Standort: Paderborn (Westf .), 1. Abt. Neuhaus
auch Darmstadt (in der RW: Pasewalk, Schwedt/ (Krs. Paderborn).
Oder, Demmin). Kommandeur: Oberst Baron Digeon v. Monte-
Kommandeur: Oberst v. Lenski . ton.
Tradition: Regt.-St., l . u. 7. Schw. für (Hess.) Tradition: Regt.-St., 5., 9 .u. 11. Schw. für Hus.-
Garde-Drag.Regt. 23; Stab 1. Abt., 4., 5. u. 8. Regt. 8; 1. u. 6. Schw. für Hus .Regt. 7; 2. u. 7. Schw.
Schw. f_~r (Hess.) leib-Drag.Regt. 24; 2., 9. u. 10. für Kür.Regt. 4; 3., 8. u 10. Schw ..für Hus.Regt. 11.
Schw. fur 0rag.Regt. 7; Stab II. Abt., 3. u. 6. Schw.
für Hus.Regt. 13. Kavallerlereglment 17
Kavallerlereglment 8 Standort: Bamberg.
Kommandeur: Oberst Fremerey.
Standort; Oels (Schlesien), 4. Schwadron Nams- Tradition: für KB 2. Schw. Reiter-Regt., KB 1. UI.-
lau. Regt., KB 1., 4. u. 8. Chev.-Regt.
Kommandeur: Oberstlt. v. Einsiedel.
rradition: Regt.-St., 1. Abt. u. 11. Schw. für Kavallerlereglment 18
Drag.Regt. 8; II. Abt. für UI.Regt. 1. Standort: Stuttgart-Bad Cannstatt, Stab II. Abt.,
9., 10. u. 11 . Schw. Bruchsal (Baden). Das Regt.
Kavallerlereglment 9 sollte 1940 in Bruchsal vereinigt werden.
Standort: Fürstenwalde (Spree). Kommandeur: Oberst Voigt.
Kommandeur: Oberstlt. Harteneck. Tradition: 1. Abt. für Drag.Regt. 25 u. Drag.-
Tradition: .Regt.-St., 1. Abt. u. 11 . Schw. für UI.- Regt. 26, UI.Regt. 19 u. UI.Regt. 20; II . Abt. für
Regt. 3; 1. Schw. für 1. Garde-Drag.Regt.; 5. Schw. Drag.Regt. 20.

30
DIE KAVALLERIE IM KRIEGE

Bei der Mobilmachung 1939 stellten die 13 Kavalle- Mußten Außdärungsergebnisse erzwungen werden,
rie-Regimenter 38 Außdärungs-Abteilungen für die so wurden die Schwadronen mit Unterstützung der
1. (Divisions-) Welle und 16 für die 2. Welle auf. Da- schweren Waffen geschlossen eingesetzt. Häufig wur-
rüberhinaus erfolgten in einzelnen Fällen Abgaben den die motorisierten und radfahrenden Einheiten
in Form von Infanterie-Reiterzügen an Infanterie- der Abteilung auch als Rahmen verschiedenartig zu-
Regimenter, die diese Teileinheit im Frieden noch sammengesetzter Voraus-Abteilungen verwendet. Der
nicht besaßen und Stämme für die Außdärungs-Ab- Division verblieb dann nur die Reiter-Schwadron als
teilungen der 4. Welle. Außdärungsorgan.
In den Friedensstandorten blieb jeweils eineAußdä- Während des Rußlandfeldzuges zeigte sich mit Be-
rungs-Ersatzabteilung zurück, welche die Nummer ginn der Schlammperiode im Herbst 1941 die Un-
des bisherigen Kavallerie-Regiments weiterführte. In- zweckmäßigkeit, Reiter und Radfahrer zu verkop-
sofern kann von einer völligen Auflösung der Kaval- peln. Während das Fahrrad zu einer Belastung wur-
lerie-Regimenter bei Kriegsbeginn nicht gesprochen de, und soweit überhaupt noch vorhanden, nicht mehr
werden.Aufgabe der Außdärungs-Ersatzabteilungen verwendet werden konnte, war es das Pferd, das der
war es, die von ihrem bisherigen Regiment aufgestell- Aufklärungs-Abteilung den Charakter der Beweglich-
ten Verbände im Bedarfsfall mit ausgebildetem Er- keit erhielt.Als der Vormarsch zum Stillstand gekom-
satz an Personal und Pferden zu versehen und weite- men war und die Außdärung eine vergleichsweise
re Außdärungs-Einheiten/ Verbände aufzustellen. geringe Rolle spielte, wurde die Außdärungs-Abtei-
DieAußdärungs-Abteilungen bewährten sich in den lung zwangsläufig zur beweglichen Eingreifreserve
ersten Feldzügen des II. Weltkrieges im Rahmen ih- der Division. Es entstand der Ehrentitel "Divisions-
rer Division recht gut, obwohl ein Verband, der über Feuerwehr". Im Verlauf des Jahres 1942 wurden die
drei unterschiedliche Fortbewegungsmittel verfüg- Aufklärungs-Abteilungen während ihrer Verwen-
te, nämlich Pferd - Fahrrad - Motor, verständlicher- dung als Helfer in der Not weitgehend verschlissen.
weise nicht leicht zu führen war.
In Spähtrupps aufgegliedert, klärte die Abteilung vor
der Spitze und an den Flanken ihrer Division auf,
wobei die Reiter-Spähtrupps vorwiegend abseits ge-
bahnter Wege und Straßen ihren Schwerpunkt fan-
den, während die Radfahr-Spähtrupps doch zumeist
an diese gebunden waren. Der aus drei Fahrzeugen
bestehende Panzerspähtrupp der Abteilung stellte in
den ersten Kriegsjahren die einzigen gepanzerten
Fahrzeuge einer Infanterie-Division dar. Er wurde
auf weiter entfernt liegende Außdärungsziele ange-
setzt.

Die drei Spähpanzer der Aufkl.-Abt., zumeist noch Kfz


13, wegen ihrer Form als 'Badewanne' bezeichnet,
Der Reiterspähtrupp 1-3 war eine der wichtigsten stellten zu Kriegsbeginn die einzigen gepanzerten
Aufgaben der Kavallerie. Fahrzeuge der Infanterie-Division dar. (K.R.15)

31
~
....__,,,,.,..

Mit Floßsäcken über den Bug. Dieses Verfahren war auch für die aktiven Kavallerie-Verbände nicht ganz einfach. Der
Reiter trägt am Stahlhelm 35 eine Vorrichtung zur Anbringung von Tarnmaterial, eine Art Vorläufer des Tarnnetzes.

32
Zusammenarbeit von Reiter- und Panzerspähtrupp. Das Kfz. 13 zeigt hinten rechts das taktische Zeichen der Schwadron
einer Aujkl.-Abt., links das Erkennungszeichen der Abteilung.

Unten: Aujkl.-Abteilungen späterer Aufstellungswellen hatten statt des Panzerspähtrupps häufig einen Kradspähtrupp,
der weniger sah, aber bereits von weitem gehört wurde.

33
Links:
Eine Radf -Schwadron der
Radf-Abt. 1 während des West-
feldzuges 1940. Der Karabiner
wird hier nicht mehr auf dem
Rücken getragen, sondern an der
Querstange des Truppenfahr-
rades mitgeführt. ( J.K.D.)

Rechts:
Bei den Aujkl. -Abteilungen, die weder über einen
Panzer- noch über Kradspähtrupps verfügten, mußten
handelsübliche PKW deren Aufgaben übernehmen.
(K.R.6)

Links: Der Wert der Reiterspähtrupps


zeigte sich besonders bei den Gelände-
verhältnissen im Osten. Hier ein im-
provisierter Reiterspähtrupp der Aujkl.-
Abt. 36 (mot.) am 22.8.1941 beim Ver-
stoß auf Leningrad. Die Reiter tragen
keine Reitausrüstung, die Pferde sind
russische Beutepferde. (K.R.6)

34
linke J'adcfaSMI JJ/. rechte
- E'fercl" IJ<'p aclc ~ (rlrfi/wig) . Rci/crgcpäck •

··· ··-·· •·· •· e ~

1····,.<..
erwurf ·-..

Oben: Das Pferdegepäck der Packtasche 34.


Neben der im deutschen Heer üblichen S-
Kandare, wurden besonders bei Neuaufstel-
lungen vielfach auch Kandaren mit geradem
Anzug verwendet.

Unten:
Die mit Vfg. v. 15.2. 1940 einge-
führten neuen Packtaschen.

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Striegel
Kordrirsche
Reiter mit der Ausrüstung von 1941. Die Karabinertragevorrichtung
ist entfallen, die Packtaschen 'neuer Art' werden hinter dem Sattel
angebracht. ( 1.K.D.)

35
Oben:
Trageweise der Packtaschen und
des Hintergepäcks während des
Frankreichfeldzuges 1940.
Neben dem Reiter hatten die
Pferde ein erhebliches 'totes
Gewicht' zu tragen. ( K.R.6)

Links:
Die Munitionsstaffel des MG.-
Zuges einer Reiterschwadron in
Rußland 1941. (K.R.8)

36
Das ursprünglich.für jedes MG. 34 vorfwndene Flie-
gerdreibein wurde ab 1941 pro Reiter-Zug nur
noch einmal mitgeführt. (K.R.6)

Unten: Der Schwadronschef der (2.) Radf-Schwadron in seinem B-Krad. Am Bug das taktische Zeichen dieses
Schwadrons-Typ. Rußland 1941. (K.R.6)

37
Links:
Gruppenführer und
MG.-Abmarsch mit der
typischen Bewaffnung
und Ausrüstung.
Rußland 1942. (K.R.6)

Rechts:
Rast der Reiterschwadron mit
freigemachten MG. Obwohl für
das MG. 34 und die dazuge-
hörige Munition bereits 1939
Packpferde eingeführt worden
waren, wird bei dieser Einheit
das MG. wieder im Futteral am
Sattel des MG.-Schützen 1
rechts hinten mitgeführt.
Rußland 1941.

Links:
Der leichte Feldwagen
Hf. 1 im Troß der Reiter-
schwadron. Die langen
Märsche wurden gern zum
Lesen der Feldzeitung ge-
nutzt. ( K.R.15)

38
Links:
1939 erhielten die
beiden Reiter-Rgtr.
und einige Kav.-
Rgtr. das Sonder
Kfz 221 als Panzer-
spähwagen zuge-
wiesen. Rußland
1942. (K.R.6)

Rechts:
Eine Reiterschwadron im Winter
1941 auf der Höhe von Moskau.
Als Winterbekleidung besaßen
die Reiter lediglich den Tuch-
mantel und einen Kopfschützer.
(K.R.18)

Links:
Im Winter 1942/43
stand eine bessere
Bekleidung zur Ver-
fügung. Die 3, 7 Pak
der 3. (schw.)
Schwadron mußte
jedoch weiterhin
behelfmäßig be-
weglich gemacht
werden. (K.R.6)

39
Die 1. (Ostpr.) Kavallerie-Brigade erbrachte im Polen- technischer Mittel ist zu verstehen, daß die immer
feldzug als Versuchstruppe den Beweis, daß Heeres- mit Panzerverbänden operierende Kavallerie-Divi-
kavallerie weiterhin mit Erfolg zu verwenden war. sion ihre Pferde abgab."
Unmittelbar nach diesem "Feldzug der 18Thge" wur-
de die Brigade auf den Truppenübungsplatz Königs- · Inzwischen hatte die SS-Verfügungstruppe, später
brück in Sachsen verlegt und dort zur 1. Kavallerie- Waffen-SS, aus dem Stand Null heraus, d.h. ohne
Division erweitert.Als solche war sie in Holland, Bel- aktive Stämme oder Abgaben anderer Verbände, zwei
gien und Frankreich ·im Einsatz. Für das Unterneh- SS-Reiter-Regimenter aufgestellt, aus denen eine SS-
men "Barbarossa" im Juni 1941 wurde sie der von Kavallerie-Brigade gebildet wurde. Dieser bei Rshew
General Guderian geführten Panzergruppe 2 unter- besonders hervorgetretene Verband wurde ebenfalls
stellt, wobei sie, wenngleich unter größten Anstren- zu einer Division erweitert. Er erhielt bei der Durch-
gungen, das Angriffstempo der Panzer-Divisionen nummerierung der SS-Divisionen die Bezeichnung
durchaus mithalten konnte. Im Spätherbst 1941 wur- 8. SS-Kavallerie-Division "Florian Geyer". Aus ihr
de der einzige Heereskavallerie-Verband in die 24. ging Anfang 1944 die 22. SS-Freiw.-Kav.-Division
Panzer-Division umgerüstet. "Maria Theresia" hervor. Beide Divisionen gingen
Anfang 1945 im Kessel von Budapest weitestgehend
Dazu bemerkte "Der General der Inf. im OKH - I unter. Danach wurde kurzfristig die 37. SS-Kavalle-
Kav." im Februar 1945: "Es ist eine besondere Tra- rie-Division "Lützow" aufgestellt.
gik, daß diese bewährte Division kurz vor dem Zeit-
punkt, als die Verhältnisse im Herbst 1941 in Ruß- General von Pannwitz gelang es 1943, verschiedene
land einem Reiterverband reichhaltiges Betätigungs- Kosaken-Formationen zu einer Kosaken-Kavallerie-
feld gegeben hätten, in eine Panzer-Division um- Division zusammenzufassen. Daraus entwickelte sich
gegliedert wurde. Nur aus den damaligen Zusam- bis 1945 das XV. Kosaken-Kavalerie-Korps mit 2
menhängen der Blitzkriege und der Überschätzung Kavallerie-Division und 1 Infanterie-Brigade.

Nahaufnahme einer Reitergruppe der 1. Kavallerie-Division in Rußland 1941. Sie zeigt die Bewaffnung und Ausrüstung
sowie deren Trageweise im Kriege besonders deutlich. Interessant ist, daß der Reiter im Bild rechts zu der Packtasche
34 am Sattel vorn, hinten zusätzlich die Packtaschen neuer Art mitführt.

40
Oben:
Eine Schwadron der
J. K.D. tritt im
Morgengrauen zum
Angriff an. Jn der
Bildmitte ist das auf
Packpferd ver-
lastete MG.34 zu
erkennen.

Oben:
Bespannter Pak-Zug der 1.
Ka v.- Di vision. Munition
auf Packpferden ver/astet,
Schützen beritten.

Rechts:
Der Infanteriekarren ff 8
als Transportmittel in der
Ka v. -Division.

41
DIE WIEDERGEBURT DER KAVALLERIE 1943-45
Das Jahr 1942 bezeichnet den Tiefpunkt der Kavalle- tige Erfolge, daß der Chef des GenStabes d. Heeres,
rie im deutschen Heer. Eine Reorganisation der (Rest) Generaloberst Zeitzier, Pläne für die Aufstellung ei-
Aufklärungs-Abteilungen im kavalleristischen Sinne nes Heeres-Kavallerie-Korps ausarbeiten ließ.
stand, ebenso wie der Neuaufbau von Heereskavallerie- Mit Wirkung vom 3. Mai 1944 wurden dann die drei
Verbänden, nicht zur Debatte. Die 8. SS-Kavallerie- Kavallerie-Regimenter in zwei Kavallerie-Brigaden
Division "Florian Geyer" hingegen konnte unter den umgegliedert. Sie bildeten mit einer ungarischen Ka-
Gelände- und Klimaverhältnissen Rußlands fortlau- vallerie-Division das I. (Heeres-) Kavallerie-Korps.
fend beweisen, daß Heereskavallerie nach wie vor mit Teile dieses Korps hatten nicht unerheblichen Anteil
Erfolg einzusetzen war, obwohl sie zum Teil die glei- bei der Stabilisierung der Lage nach dem Zusammen-
chen strukturellen Unzulänglichkeiten aufwies wie zu- bruch der Heeresgruppe Mitte im Juni 1944.
vor die 1. Kavallerie-Division des Heeres. Nach einem kurzen Einsatz bei der Verteidigung Ost-
Da gelang es Ende 1942 dem Rittmeister Georg Frei- preußens wurde das Kavallerie-Korps nach Ungarn
herr von Boeselager den Oberbefehlshaber der Hee- verlegt und zu der letzten großen Offensive der deut-
resgruppe Mitte, Generalfeldmarschall von Kluge, schen Wehrmacht herangezogen, die unter dem Deck-
davon zu überzeugen, daß ein für Aufklärung und namen "Frühlingserwachen" die Donaulinie wieder-
Kampfeinsatz geeigneter Reiter-Verband in der gegen- gewinnen sollte.
wärtigen Lage ein Gewinn für die Heeresgruppe wäre. Obgleich diese Offensive zunächst durchaus erfolg-
Trotz der im vierten Kriegsjahr zu erwartenden reich verlief, blieb sie nach zehn Tagen buchstäblich
Schwierigkeiten bei der Aufstellung eines derartigen im Schlamm stecken.
Verbandes, stimmte Generalfeldmarschall von Kluge Gemäß Verfügung des OKH vom 23. Februar 1945
dem Vorschlag des Rittmeisters von Boeselager zu. So waren die beiden Kavallerie-Brigaden ohne erkenn-
entstand, was kaum zu erwarten gewesen war, mit Be- bare Verstärkungen zu Divisionen erhoben worden.
fehl der Heeresgruppe vom 14. Januar 1943, der "Rei- Bis Kriegsende kämpften die Kavallerie-Divisionen
terverband Boeselager". Die Einheiten des Verban- hinhaltend in Richtung Reichsgrenze und gingen nach
des waren zunächst die aus dem Frontbereich der Hee- der Kapitulation in Österreich in englische Internie-
resgruppe Mitte herausgezogenen Reiter-Schwadro- rung. Die Engländer übergaben sie denAmerikanem.
nen der Aufklärungs-Abteilungen. Auf diese Weise gelangten sie "mit Mann und Roß
Bereits Ende März 1943 wurde der Verband zum Ka- und Wagen" in die amerikanische Besatzungszone.
vallerie-Regiment Mitte erweitert, und in den folgen- Dort wurden die Pferde der Landwirtschaft überge-
den Monaten erhielten auch die beiden anderen Hee- ben, Soldaten und Offiziere nach kurzer Zeit in die
resgruppen, Nord und Süd, gleichartige Kavallerie- Heimat entlassen. Damit hatte die deutsche Kavalle-
Regimenter. Diese Regimenter hatten, obwohl weder rie aufgehört zu bestehen.
voll aufgefüllt noch entsprechend ausgerüstet, derar-

Wagen des Kommandeurs des Kavallerie-Regiment Mitte. Auf dem linken Kotflügel die Kommando.flagge
des Verbandes. Rußland 1943.

42
Gefechtsstand der 3. Kav.-Brigade im August 1944.

Rechts oben:
Der Kommandeur der 3. Kav.-Brigade, Oberstleutnant v. Boeselager, mit der Feldmütze alter Art. Obwohl deren
Auftragefrist am 1.4.1942 endete, wurde diese beliebte Mütze bis Ende des Krieges weiter getragen.

Reiterschwadron der 1943 wiederentstandenen Heereskavallerie. Stielhandgranaten wurden häufig


auf die Packtaschen 34 geschnallt.

43
.ß= =ffi -

Links und oben:


1944 erhielten die Schützen der
Reiterschwadronen das Sturmge-
wehr 44. (K.R.5)

Links:
Beim Reiter-Regiment 41 wurde
die neue Waffe mit dem Lauf
nach unten getragen. Diese
Trageweise, in der Wehrmacht
verpönt, wirkte sich wäh-
rend des Reitens weniger störend
aus.

Links:
Funkstelle des Reiter-Regiment
31 mit dem Tornister Funk-Gerät b.
Im Hintergrund das dazuge-
hörige Packpferd. Gut erkennbar
der 'Umgang' des Packsattel 33.

44
Der Führungs- SPw (Son-
de r- Kfz 251) des Kom-
•nandeur der 3. Kav-Bri-
~ade im August 1944.

'Jer Granatwerfer (8 cm) war die schwerste


Waffe des Reiter-Regiments. Jede Gr. W-
-;;chwadron verfügte über 12 Werfer, die auf
Jespannten Fahrzeugen beweglich gemacht
varen (R.R. 32)

)er schwerste Verband


fer Kav.-Brigade war
iie Panzerjäger-
lbteilung mit 31
,turmgeschützen und
'2 Flak (2cm) auf
,elbstfahrlafette. Hier
·in St.G. III Ausf D mit ,
/er 7,5 cm Kanone (L
'.4) "Stummel".

45
Die 8. SS-Kav.-Division "Florian Geyer" 1943 am Dnjepr. Zu der Tarnjacke wird bei diesem Regiment die Feldmütze
für Ujfz./Mannsch. getragen.

Unten: Typisch für die Kavallerie der Waffen-SS war jedoch die Einheitsfeldmütze (mit Schirm) in
Tarnfarben.

46
Berittener Funktrupp 1-3, des SS-Reiter-Regiment 1
mit Tornister Funk-Gerät bl auf Packpferd verlastet.
Der Funktruppführer fehlt auf diesem Bild.

Oben rechts:
Unte rscharführer des SS-
Reiter-Rgt. 1. Während
der Aufstellung 1939/40
unterschied sich die
Kavallerie der späteren
Waffen-SS in Ausrüstung
und Bewaffnung nur un-
wesentlich von der des
Heeres.

Rechts:
Ab 1942 trugen die Reiter der
Waffen-SS Tarnjacke und Tarn-
überzug für den Stahlhelm 35.

47
Angehörige der 1943 aufgestellten ! . Kosaken-Kav.-Division werden vereidigt. Die Uniformierung war deutsch mit
traditionellen Pelzmützen und Emblemen. Die Bewaffnung war uneinheitlich, und die Pferdeausrüstung blieb jedem
Reiter mehr oder minder selbst überlassen.

Kosaken-Schwadron bei der Partisanen-Bekämpfung in Kroatien 1944. Der Schwadr.-Führer ist mit einer russischen
MPi., die Mannschaften sind mit dem Karabiner 98 k ausgerüstet.

48
Kavalleristen in den letzten Kriegsmonaten. Es wird überwiegend die Einheitsfeldmütze getragen.
Das Reitpferd ist nur auf Trense gezäumt, die Packtaschen sind wieder vorn angebracht.
Waffen-Arsenal Sonderband S-33
Verkaufspreis: DM 16,80 / öS 131.-- / sfr 17,80

Reiter der 8. SS.-Kavallerie-Division „Florian Geyer". Mit der schon 1942 allgemein getrage-
nen Tarnjacke und der leichten Feldmütze in gleicher Fleckentarnung w,aren sie ihrer Zeit weit
voraus. Heute werden sehr ähnliche Felduniformen von vielen Armeen in aller Welt getragen.

· PODZUN-PALLAS-VERLAG • 61200 Wölfersheim-Berstadt