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Deutsche Sprachprüfung für den Hochschulzugang

Die Deutsche Sprachprüfung für den Hochschulzugang (DSH), früher Prüfung


zum Nachweis deutscher Sprachkenntnisse (PNDS), ist eine sprachliche
Zulassungsprüfung, die dazu dient, die für ein
Hochschulstudium in Deutschland erforderlichen deutschen
Sprachkenntnisse nicht muttersprachlicher Studienbewerber nachzuweisen.
Sie ist auch von Studienbewerbern deutscher Staatsangehörigkeit abzulegen,
die keinen deutschsprachigen Bildungsabschluss vorzuweisen haben (z. B.
Aussiedlern mit deutscher Staatsangehörigkeit, aber einer
ausländischen Hochschulzugangsberechtigung), nicht jedoch
.von Bildungsinländern

Teilnahmeberechtigung
Die Voraussetzung für die Teilnahme an der DSH ist an vielen Hochschulen
die Zulassung zu einem Fachstudium, daneben existieren aber zunehmend
„offene“ DSH, die auch für hochschulfremde Studienbewerber geöffnet sind,
die (noch) keine Zulassung vorweisen können.
Im Rahmen von Umstrukturierungen wird die DSH an vielen Hochschulen
inzwischen nur noch kostenpflichtig angeboten, wobei sich der Preis
zwischen 40,-[1][2] und 150,- €[3]bewegt. An einigen Standorten darf die Prüfung
maximal zweimal wiederholt werden, zwischen einer nicht bestandenen
Prüfung und einer Wiederholung müssen mindestens drei Monate liegen. Die
Teilnahme an einem Vorbereitungskurs wird empfohlen. An anderen
Standorten kann die Prüfung ohne Restriktion wiederholt werden.

Bewertung und Prüfungsteile


Die DSH besteht aus einer schriftlichen und einer mündlichen Teilprüfung. Die
schriftlichen Teilprüfungen finden vor der mündlichen statt. Zum Bestehen
der Gesamtprüfung müssen beide Teilprüfungen bestanden werden, das
Gesamtergebnis wird jedoch nicht gemittelt. Zum Erreichen der in der Regel
angestrebten Niveaustufe DSH 2 müssen z. B. beide Prüfungsteile mit
mindestens dem Ergebnis DSH 2 bestanden werden, Prüfungsteilnehmer, die
in der schriftlichen Teilprüfung zwar DSH 3 erreicht haben, die mündliche
Teilprüfung jedoch nur mit DSH 1 abschließen, erreichen auch im
Gesamtergebnis nur die Niveaustufe DSH 1.
Die Bestehensgrenze für jede Teilprüfung liegt bei 57 % der maximal
erreichbaren Punktzahl, zwischen 67 % und 81 % wird die Niveaustufe DSH 2
angesetzt, ab 82 % DSH 3.
Zur Bearbeitung der schriftlichen Teilprüfung darf in der Regel ein
einsprachiges Wörterbuch benutzt werden. Sie dauert drei bis vier
Zeitstunden und umfasst folgende Aufgabenbereiche:

1. Verstehen und Verarbeiten eines Hörtextes


2. Verstehen und Bearbeiten eines Lesetextes
3. Vorgabenorientierte Textproduktion
4. Verstehen und Bearbeiten wissenschaftssprachlicher Strukturen
Die vier Aufgabenbereiche können auch kombiniert werden. Es müssen aber
alle vier Aufgabenbereiche geprüft werden.
Hörtext[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
Im Aufgabenbereich „Verstehen und Verarbeiten eines Hörtextes“ sollen die
Bewerber zeigen, dass sie Vorlesungen und Vorträgen aus dem
wissenschaftlichen Bereich mit Verständnis folgen können sowie dass sie
sinnvoll Notizen dazu anfertigen können.
Der Hörtext ist 50 bis 100 Zeilen lang. Vor der Präsentation wird über den
thematischen Zusammenhang informiert. Der Text wird dann ein- oder
zweimal vorgelesen. Dabei dürfen Notizen gemacht werden. Vor dem letzten
Vortrag werden Aufgaben gestellt:

1. Beantwortung von Fragen


2. Wiedergabe oder Zusammenfassung des Textes
Bei der Bewertung werden inhaltliche Aspekte stärker berücksichtigt als die
sprachliche Korrektheit.

Niveaustufen
Das Ergebnis der DSH wird in drei Niveaustufen angegeben (DSH 1 bis DSH
3). Da DSH-Prüfungen zum Teil dezentral in den einzelnen Instituten erstellt
werden, ist eine allgemeine Zuordnung der Ergebnisse zu den Niveaustufen
des Gemeinsamen Europäischen Referenzrahmens (GER) nicht ohne Weiteres
möglich. In Zulassungsverfahren werden sie allerdings analog zu den
Niveaustufen TDN-3 bis TDN-5 des TestDaF (Test Deutsch als Fremdsprache)
gewertet, welche einen Sprachstand zwischen B2 und C2 gemäß GER
ermitteln.
Beim Niveau DSH 1 kann die Immatrikulation an den Besuch weiterer
Sprachkurse und eine erneute Prüfung gekoppelt sein, sie reicht ohne weitere
Auflagen üblicherweise nur zur Immatrikulation in bilinguale (z. B. englisch-
deutsche) Studiengänge. Für die Mehrzahl der Studiengänge an
deutschsprachigen Hochschulen ist zur Immatrikulation die Niveaustufe DSH
2 erforderlich, lediglich für ein Studium der Human- oder Zahnmedizin und für
einige andere Studiengänge mit erhöhten sprachlichen Anforderungen ist
DSH 3 notwendig.
Laut der Rahmenordnung für die DSH (Fassung vom 8. Juni 2004) gestalten
die einzelnen Universitäten die Prüfungen selbstständig, aber innerhalb eines
standardisierten Rahmens, daher können sich auch die Aufgabenstellungen
an einzelnen Hochschulen unterscheiden. Dennoch muss die DSH einer jeden
deutschen Hochschule, die von der Hochschulrektorenkonferenz auf Basis
der neuen Rahmenordnung akkreditiert wurde, von anderen Hochschulen
anerkannt werden.[4]

Gleichwertige Abschlüsse
Durch die Hochschulrektorenkonferenz wurde beschlossen, dass andere
Abschlüsse dem DSH gleichgestellt sind. Dies sind nach §8 der RO-DT:

 Der Test Deutsch als Fremdsprache des TestDaF-Instituts


 Das Deutsche Sprachdiplom, Stufe II der Kultusministerkonferenz
 Das Zertifikat telc Deutsch C1 Hochschule[5]
 Das Zeugnis über die bestandene Oberstufenprüfung des Goethe-
Instituts
 Das „Kleine Deutsche Sprachdiplom“ und das „Große Deutsche
Sprachdiplom“ des Goethe-Instituts