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ETAPPEN DER TEXTINTERPRETATION

1. Allgemeines über den zu interpretierenden Text

Titel und Autor des Textes nennen, Informationen über Autor des Textes
und über Entstehungsgeschichte des Textes wiedergeben usw.

2. Thematik des Textes

 Hauptthema und Unterthemen formulieren, NB:


 Thema ist alles, woran der Dichter das Interesse hatte, was er
künstlerisch in seinem Werk erkannte, wiedergab und bewertete.
 Typ der Thematik bestimmen, NB:
 Ewige Thematik (Liebe, Freundschaft, Kinder-Eltern-Beziehungen
usw);
 Konkret-historische Thematik (reale historische Ereignisse,
Schicksale der historischen Personen uam);
 Kombination von ewiger und konkret-historischer Thematik .

3. Problematik des Textes

 Probleme (als Fragesätze) formulieren, NB:


Problem ist Bereich von Erkenntnis und Verständnis der Realität, die der
Autor in seinem Werk widerspiegelt.
 Typ der Problematik bestimmen, NB:
 mythologische Problematik: phantastische Erkenntnis der Natur
oder der Kultur in einem Werk;
 nationale Problematik: hervorragende historische Ereignisse aus
der Nationalgeschichte wie z.B. Kriege oder Revolutionen, nationale
Charaktere und Schicksale der Nationen;
 soziokulturelle Problematik: die Lebensbedingungen und die
Lebensweise, die Denkweise und die Meinungen einer sozialen
Gruppe;
 Philosophische Problematik: Erkenntnis von universalen
Gesetzmäßigkeiten des Daseins, der Gesellschaft und der Natur;
 Romanproblematik: Persönlichkeit in ihrer Dynamik. Ihre
Abarten:
 Abenteuerproblematik: äußerliche Veränderungen im Leben des
Helden;
 moralische Problematik: philosophische und ethische Suche des
Helden, seine moralische Selbstbestimmung.
4. Ideenwelt des Textes

 Hauptgedanken formulieren, NB:


Hauptgedanke: der grundlegende verallgemeinernde Gedanke des
Autors oder Komplex von ihnen.
 Autorsideal beschreiben, NB:
Autorsideal: die höchste Norm der menschlichen Beziehungen in Autors
Vorstellung;
 Typ von Pathos bestimmen, NB:
Pathos: führende emotionale Tonalität des Werkes.
Typen von Pathos, NB:
 episch-dramatisches Pathos: Harmonie in der Weltwahrnehmung, in den
menschlichen Beziehungen;
 heroisches Pathos: Heldenkampf für die Verwirklichung hoher Ideale,
selbst auf Kosten des Lebens;
 dramatisches Pathos: die Emotionen und Erlebnisse einer Figur verwandeln
sich in eine Handlung;
 sentimentales Pathos: mitleidende, mitfühlende, aber prinzipiell nicht
handelnde Person;
 tragisches Pathos: Erkenntnis von unwiederbringlichem Verlust der
Menschenwerte;
 Pathos von Humor und Satire: Entgegenstellen zwischen Idealen und
Wirklichkeit;
 ironisches Pathos: Skepsis gegenüber bestimmten Gedanken und Emotionen.

5. Fabel des Textes

NB: Fabel ist eine Reihe bzw Gang der Ereignisse mit bestimmten Zeit-
Raum-Verhältnissen und kausalen Verhältnissen, so wie der Autor sie im
Werk wiedergibt.
Konflikt formulieren, NB:
Zum Konflikt gehören Widersprüche, die der Hauptheld beseitigen muss,
um Harmonie mit anderen Helden oder mit der Umwelt wiederherzustellen.
Typ der Widersprüche, die dem Konflikt zu Grunde liegen, bestimmen, NB:
Es gibt zwei Typen solcher Widersprüche: zu dem ersten Typ gehören
sogenannte lokale Widersprüche, die im Werk als lösbar gezeigt sind, zu dem
Zweiten zählt man sogenannte substanzielle Widersprüche, die hingegen
unlösbar sind, deswegen kommt es in solchem Werk zum Abschluss des
Konfliktes nicht.
Elemente der Fabel bestimmen und charakterisieren, NB:
 Exposition: Bestandteil des Textes, wo Zeit und Ort der dargestellten
Handlung wie auch die Hauptfiguren und das Hauptereignis beschrieben
sind, d.h. alles, was dem Ausgangspunkt des Konfliktes bevorsteht;
 Ausgangspunkt des Konfliktes: hier stoßen die gegenübergestellten
Helden zusammen;
 Entwicklung der Handlung: Gang der Ereignisse, Erzählen des Autors
über das Leben, die Verhältnisse und die Taten der Helden;
 Kulmination : der höchste Punkt in der Entwicklung des Konfliktes, es
geht um Zusammenstoß der Charaktere, Umbruch in dem Gang der
Ereignisse;
 Abschluss der Handlung: logisches Ende des Konfliktes, er ist durch
den Ausgangspunkt des Konfliktes vorbestimmt und durch die
Entwicklung der Handlung motiviert.

NB: Falls substantielle Widersprüche dem Konflikt zu Grunde liegen,


gibt es keinen Abschluss der Handlung, sondern sogenannte
Finalepisode mit offenem Ende.

 Falls der Autor die Zeit-Raum-Verhältnisse und die kausalen


Verhältnisse bewusst verletzt, muss man seine Absicht aufklären, z.B.
Motivation der Taten der Helden ist erst am Ende des Werkes
verständlich, falls die Ursachen des Konfliktes nicht in der Exposition
oder im Ausgangspunkt, sondern im Abschluss erwähnt sind.

6. Stilistische Besonderheiten des Textes

 Stilmittel wie Metapher, Metonymie, Vergleich, Antithese, Epitheton


usw und ihre Funktionen im Text bestimmen, z.B. bei Beschreibung
des Äußeren der Helden oder bei Beschreibung psychischen
Zustandes des Helden in der Kulmination des Konfliktes.

7. Eigene Einstellung zum Gelesenen

 Eigene Einstellung zu beschriebenen Ereignissen und zu handelnden


Personen äußern, dabei seine Meinung begründen.