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Dr.

Rath Health Foundation

BALLASTSTOFFE
Ballaststoffe

1. Auflage

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Inhalt

Einleitung 5

Was sind Ballaststoffe? 6

Physiologische Wirkung von Ballaststoffen 8

Therapeutischer Einsatz von Ballaststoffen 13

Fazit 16

Literaturverzeichnis 17

Dr. Rath Health Foundation 3.


4.
Einleitung
Lange Zeit galten Ballaststoffe als unnötige Da die Verschiebung der Nährstoffzusam-
Bestandteile („Ballast“) der Nahrung, die mensetzung unserer Ernährung parallel
keine besondere Funktion für den Men- zum Anstieg der Rate von Zivilisationser-
schen haben. Erst in den letzten zwei Jahr- krankungen verläuft, ist anzunehmen, dass
zehnten ist die Bedeutung der Ballaststoffe hier ein Zusammenhang besteht.
für die Gesundheit des Menschen deutlich
geworden. Die Zellular Medizin befasst sich seit rund
zwei Jahrzehnten mit den Ursachen und
Die Zahl der Zivilisationserkrankungen, wie Folgen einer mangelhaften Ernährung.
Übergewicht, Fettstoffwechselstörungen, Dank moderner naturheilkundlicher For-
Diabetes mellitus, Herz-Kreislauf-Erkrankun- schung konnten zahlreiche Zusammenhän-
gen und Krebs, ist in den Industrieländern ge mit dem Anstieg heutiger Zivilisations-
erschreckend hoch und steigt stetig an. krankheiten und Lösungen für eine Umkehr
Gleichzeitig hat sich die Höhe des Ballast- aufgezeigt werden.
stoffverzehrs in den westlichen Industrie-
ländern kontinuierlich verringert. Letzteres Wir sehen es als unsere Aufgabe an, über
ist auf die Erhöhung des technischen diese Zusammenhänge zu informieren.
Verarbeitungsgrads von konsumierten Außerdem möchten wir Möglichkeiten zur
Lebensmitteln sowie auf den steigenden Krankheitsvorbeugung aufzeigen und einer
Konsum von tierischen Nahrungsmitteln gesundheitsfördernden Ernährung die erfor-
zurückzuführen. derliche Aufmerksamkeit schenken.

Dr. Rath Health Foundation 5.


Was sind Ballaststoffe?
Der Begriff „Ballaststoffe“ umfasst im wei- heute nicht komplett erfasst sind. Zu den
teren Sinne alle unverdaulichen Nahrungs- quantitativ wichtigsten gehören:
bestandteile. Zumeist sind Ballaststoffe
pflanzlichen Ursprungs und v. a. in Vollkorn- Cellulose: Ballaststoffart, die in fast allen
getreide, Hülsenfrüchten, Obst, Gemüse, Pflanzen, bevorzugt in den Zellwänden von
Nüssen und Samen zu finden. Obst und Gemüse, vorkommt; sie ist größ-
tenteils ein in Wasser unlöslicher Ballaststoff
Ballaststoffe, die mit der Nahrung aufge- und besitzt ein hohes Wasserbindungsver-
nommen werden, passieren den Dünndarm mögen.
und kommen unverdaut im Dickdarm an.
Hier werden sie entweder von den Bakteri- Hemicellulosen: Mehrfachzucker, welche
en der Darmmikrobiota1 abgebaut und als häufig zusammen mit Cellulose in Pflanzen-
Energie- und/oder Baustoffquelle genutzt zellwänden vorkommen; sie sind v. a. in den
oder unverändert ausgeschieden. Getreidesorten Weizen und Roggen zu finden.

Verschiedene Einfachzucker stellen die Pectine: lösliche Ballaststoffe, die vor allem
Hauptbestandteile der meisten Ballaststoffe in Gemüse und Früchten vorkommen; sie
dar. Diese sind über spezielle Bindungen sind insbesondere in den Zellwänden von
miteinander verknüpft. Da der menschliche Kernen und Schalen zu finden.
Körper keine Enzyme besitzt, die diese
Bindungen aufspalten können, sind Ballast- Pflanzengummis: komplexe, in Wasser
stoffe für den Menschen unverdaulich. lösliche Mehrfachzucker, die im Inneren der
Pflanzenzelle zu finden sind; Pflanzengum-
Ballaststoffe umfassen eine große Zahl mis besitzen eine hohe Wasserbindungs-
verschiedener komplexer Strukturen, die bis kapazität.

6.
Schleimstoffe: Ballaststoffe, die vor allem im β-Glucan: natürlicher Mehrfachzucker, der
Endosperm von Samen (nahrhaftes Gewebe ähnlich wie Cellulose aufgebaut ist; zählt zu
im Zellinneren) zu finden sind; die bekanntes- den löslichen Ballaststoffen, tritt hauptsäch-
te Substanz dieser Ballaststoffart ist das Guar- lich in den Randschichten von Getreide-
kernmehl aus den Samen der Guarbohne. körnern auf und kommt v. a. in Hafer und
Gerste in größeren Mengen vor.
Speicherkohlenhydrate: Ballaststoffe, die
ebenfalls vor allem im Endosperm der Samen Psyllium: Ballaststoffart, die aus den
vorkommen. Samen und Samenschalen von Wegerich-
gewächsen, vorwiegend aus der in Indien
Resistente Stärke: Ballaststoffart, die sich beheimateten Pflanzenart Plantago ovata
im Zellinneren von Samen befindet; sie kommt (Flohsamen), gewonnen wird.
in den meisten Getreidearten, aber auch in
Bohnen, Erbsen und gekochten Kartoffeln vor. Neben den genannten Ballaststoffformen
befinden sich besonders in der Pflanzen-
Lignin: wasserunlöslicher Bestandteil von zellwand zahlreiche weitere Substanzen,
Pflanzenzellwänden, der z. B. in Weizenkleie die für den menschlichen Körper unverdau-
vorkommt; Lignin stellt eine Ausnahme in lich sind und somit zu den Ballaststoffen
der Gruppe der Ballaststoffe dar, da es kein zählen.
Kohlenhydrat ist.

Zwei weitere Ballaststoffarten, die für die


Gesundheit des Menschen häufig Erwähnung 1
auch Darmflora, Gesamtheit aller
finden, sind β-Glucan und Psyllium. Mikroorganismen im Darm

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Physiologische Wirkung von Ballaststoffen
Die Zusammensetzung der Ballaststoffe • Erhebliche Vergrößerung des Stuhlvo-
kann je nach Herkunftspflanze stark vari- lumens und Veränderung der Stuhlkon-
ieren. Hieraus resultieren unterschiedliche sistenz ➛ je größer das Volumen und
Auswirkungen auf den Stoffwechsel und weicher der Stuhl, desto geringer der
die Verdauungsorgane. Grundlage hierfür Druck im Dickdarm
sind die physikalischen Eigenschaften: • Anregung der Darmbewegung
➛ Förderung der Durchblutung der
Wasserbindungskapazität Darmwand und der Funktion der Darm-
Alle Ballaststoffe, bis auf Lignin, sind schleimhaut, Aktivierung der Selbstrei-
aufgrund ihrer strukturellen Beschaffen- nigung
heit in der Lage, Wasser zu binden. Sie • Verkürzung der Passagezeit im unteren
quellen den Nahrungsbrei auf und unter- Dünndarm und Dickdarm
stützen damit den Verdauungsprozess.

Faserreiche Nahrung wird länger gekaut.


Außerdem kommt es durch das vergrö-
ßerte Volumen und die erhöhte Viskosität
(Zähigkeit) des Nahrungsbreis zu einer
Verzögerung der Magenentleerung. Die
Folge: das Sättigungsgefühl setzt früher
ein und hält länger an.

Weitere Vorteile der Wasserbindung:

• Schaffung günstiger Wachstumsbe-


dingungen für gesundheitsfördernde
Darmbakterien ➛ Vergrößerung der
Bakterienzahl und Entwicklung einer
geeigneten Mikrobiota

8.
Fermentationsverfügbarkeit • Ethanol
Die in der Darmmikrobiota ansässigen • Wasserstoff
Bakterien besitzen Enzyme, die die im • Kohlenstoffdioxid
Dickdarm ankommenden Ballaststoffe • Methan
spalten können. Die Verfügbarkeit für den • Kurzkettige Fettsäuren (Essigsäure,
als Fermentation bezeichneten Abbau Propionsäure, Buttersäure)
durch Darmbakterien kann je nach Art
und Form des Ballaststoffs stark variie- Kurzkettige Fettsäuren tragen zu einer
ren. Besonders hoch ist sie beispielsweise optimalen Zusammensetzung und Stoff-
bei Pectinen, Pflanzengummis oder den wechselaktivität der Darmmikrobiota bei,
sogenannten Schleimstoffen. indem sie ein saures Milieu schaffen. Die
Senkung des pH-Wertes geht zudem mit
Bei der Fermentation entstehen haupt- einer Steigerung der Darmbewegung und
sächlich folgende Stoffwechselprodukte: Beschleunigung der Darmpassage einher.

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Des Weiteren ist insbesondere die kurzket- Der bakterielle Abbau von wasserunlösli-
tige Fettsäure Buttersäure an der Entwick- chen Ballaststoffen im Dickdarm ist relativ
lung der Darmschleimhaut und somit auch gering. Daher wird diese Ballaststoffart
der Darmbarriere2 beteiligt. Außerdem zum größten Teil mit dem Stuhl ausge-
trägt sie zur Erleichterung der Natrium- schieden. Dies trägt zusammen mit ihrem
und Wasseraufnahme im Dickdarm bei hohen Wasserbindungsvermögen zu einer
und ist somit gegen Durchfall wirksam. erheblichen Vergrößerung des Stuhlge-
wichts bei.
Wasserlöslichkeit
Die Löslichkeit von Ballaststoffen in Unspezifische Bindungsfähigkeit
Wasser wird durch ihre chemische Struktur Ballaststoffe besitzen eine hohe unspezi-
bestimmt: je höher der Anteil an Seitenket- fische Bindungsfähigkeit. Das bedeutet,
ten, desto höher ist die Wasserlöslichkeit. dass viele verschiedene Substanzen an
Ballaststoffe gebunden werden können.
In Wasser lösliche Strukturen werden Hierzu zählen:
schnell und nahezu vollständig von Darm-
bakterien abgebaut und dienen so ihrer • Mineralstoffe und Spurenelemente
Ernährung. Zu dieser Art von Ballaststoffen • Verdauungsenzyme und Gallensäuren
gehören u. a.: • Fette, Fettsäuren, Cholesterin und ande-
re fettlösliche Stoffe
• Pectine • Schädliche Substanzen aus der Nahrung
• Einige Hemicellulosen
• Pflanzengummis Die Bindung der genannten Substanzen
beeinträchtigt das Ausmaß und die Ge-
Wasserunlösliche Bestandteile werden schwindigkeit ihrer Verdauung sowie die
überwiegend durch die folgenden Zell- Aufnahme in den Blutkreislauf. An Ballast-
wandbestandteile repräsentiert: stoffe gebundene Nahrungsbestandteile
entkommen der Resorption im Dünndarm
• Cellulose und gelangen in tiefere Darmabschnitte.
• Hemicellulose
• Lignin

2
Funktionelle Einheit aus Darmimmunsystem, -epithel, -nervensystem, -schleimhaut und
Sekretionsprodukten; Funktionen: Abgrenzung zwischen Darminnenraum und Körperinnerem,
Transport von Nährstoffen und Wasser, Verhinderung des Eindringens von pathogenen Keimen
in den Organismus

10.
Durch ihre Fähigkeit, bestimmte Substan- stattdessen ausgeschieden. Da sie für die
zen für den Organismus unzugänglich zu Fettverdauung dringend erforderlich sind,
machen, haben Ballaststoffe einen positi- müssen neue Gallensäuren produziert
ven Einfluss auf diverse Stoffwechselwege. werden. Cholesterin stellt hierbei den
Dies geht mit einem verminderten Risiko Ausgangsstoff der körpereigenen Gal-
einer Reihe von Stoffwechsel-Erkrankun- lensäureproduktion dar. Folglich sinken
gen, wie Herz-Kreislauf-Erkrankungen und die Cholesterinwerte im Blut, wobei eine
dem metabolischen Syndrom, einher. Senkung von bis zu 25 % möglich ist.

1. Bindungsfähigkeit für Gallensäuren Cholesterin ist nach den Erkenntnissen der


Ballaststoffe sind in der Lage, Gallensäu- Zellular Medizin ein sekundärer Risiko-
ren zu binden. Dabei ist die Bindungs- faktor für Herz-Kreislauf-Erkrankungen.
kapazität sowohl von der Art des Bal- Primärer Risikofaktor ist die Instabilität
laststoffs als auch vom vorherrschenden der Arterienwände, hervorgerufen durch
pH-Wert im Verdauungstrakt abhängig. Es einen chronischen Mangel an lebens-
sind insbesondere die wasserlöslichen, von wichtigen Mikronährstoffen. Diese sind
der Mikrobiota leicht fermentierbaren Bal- für die Bildung von Bindegewebe erfor-
laststoffe zur Gallensäurebindung fähig, so derlich. Dennoch gilt es, Cholesterin- und
auch das β-Glucan. andere Blutfettwerte durch eine gezielte
Ernährung zu kontrollieren und choleste-
An Ballaststoffe gebunden können Gal- rinsenkende Medikamente zu vermeiden.
lensäuren nicht wieder in den Blutkreis- Hier zeigen Ballaststoffe aus Getreide und
lauf aufgenommen werden. Sie werden Getreideprodukten die stärkste Wirkung.

Gallensäuren

Cholesterin
Blut

Leber
Cholesterin ist ein Baustein für die Gallensäureproduktion. Ballaststoffe können Darm
Gallensäuren im Darm binden und ausscheiden. Für die Neubildung von Gallensäuren
wird wieder Cholesterin herangezogen, das auf diesem Wege verbraucht und gesenkt wird.

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2. Bindungsfähigkeit für Fette • Verzögerte Aufnahme von Zucker aus
Neben der Bindung von Gallensäuren dem Verdauungstrakt in den Blutkreis-
sind Ballaststoffe in der Lage, Fette lauf ➛ flache Blutzuckerkurve
zu binden. Dies führt dazu, dass die • Gleichmäßige Insulinausschüttung aus
Gesamtmenge der in den Blutkreislauf der Bauchspeicheldrüse ➛ kontrollierte
aufgenommenen Fette sinkt, während Aufnahme von Zucker aus dem Blut in
der fäkal ausgeschiedene Anteil steigt. die Organe
• Vermeidung eines stark schwankenden
In Untersuchungen mit Ballaststoffen aus Zucker- und Insulinspiegels im Blut
Flohsamenschalen konnte gezeigt wer- ➛ Verhinderung der Entstehung von
den, dass sich sowohl der LDL- als auch Diabetes mellitus
der Triacylglycerol-Spiegel im Blut nach
Ballaststoffaufnahme verbessert. Es wurde nachgewiesen, dass ein hoher
Verzehr von Ballaststoffen durch de-
Viskositätsbildung ren spezifische Eigenschaften vor der
Eine hohe Aufnahme von Ballaststof- Entstehung vieler weiterer Erkrankungen
fen macht den Nahrungsbrei durch das schützt. Die folgende Aufzählung deckt
bereits beschriebene Wasserbindungsver- nur einen Teil dieser Erkrankungen:
mögen viskos. Aus dieser Form können
Nahrungsbestandteile weniger schnell • Erkrankungen des Verdauungstraktes:
gelöst und dem Körper zur Verfügung Verstopfung, Durchfall, Divertikulose,
gestellt werden. Reizdarmsyndrom, Hämorrhoiden,
chronisch-entzündliche Darmerkran-
Dies wirkt sich insbeson- kungen, Dickdarmkrebs
dere auf den Zucker- • Erkrankungen des Stoffwechsels und
stoffwechsel des Herz-Kreislauf-Systems:
positiv aus: Übergewicht, Adipositas, Fettstoffwech-
selstörungen, Diabetes mellitus Typ 2,
essentielle Hypertonie, Herzinfarkt

12.
Therapeutischer Einsatz von Ballaststoffen
Neben der Bedeutung von Ballaststoffen stimmter Darmbakterien, die krebs-
für die Vorbeugung zahlreicher Erkran- fördernde Stoffe (z. B. Ammoniak)
kungen zeigen Studien, dass Ballaststoffe abbauen
auch bei der Behandlung einer Reihe von • Erhöhung der bakteriellen Produktion
Krankheiten wirkungsvoll sind. Nachfol- schützender kurzkettiger Fettsäuren
gend einige Beispiele: ➛ Hemmung des Wachstums und
Steigerung der Tötung von Tumorzellen
Darmkrebs: • Förderung der Entwicklung und Rege-
Eine hohe Ballaststoffzufuhr senkt das nerationsfähigkeit der Darmwandzellen
Risiko für bösartige Tumoren des Dick-
darms. Dies lässt sich anhand folgender Eine ballaststoffreiche Ernährung
Fähigkeiten der Ballaststoffe erklären: ist in der Regel fett- und
proteinarm und enthält
• Bindung krebsfördernder Stoffe und meist viele weite-
daran anschließend deren rasche re wertvolle
Ausscheidung Inhalts-
• Reduktion der Passagezeit und Verdün-
nung der Konzentration krebserzeu-
gender Stoffe durch hohe Wasserbin-
dungsfähigkeit ➛ Verringerung
des Kontakts mit der
Darmwand
• Stimulation des
Wachstums
be-

Dr. Rath Health Foundation 13.


stoffe (Vitamin C, Phytinsäure und andere Fettstoffwechselstörungen:
sekundäre Pflanzenstoffe), die vor Krebs Durch die bereits beschriebene Fähigkeit
schützen. So ist die risikomindernde zur Regulierung des Transportes und
Wirkung nicht ausschließlich auf Ballast- Stoffwechsels von Fetten und weiteren
stoffe zurückzuführen. am Fettstoffwechsel beteiligten Stoffen
haben Ballaststoffe einen positiven Ein-
Übergewicht: fluss auf den Verlauf von Fettstoffwech-
Der Konsum ballaststoffreicher Lebens- selstörungen.
mittel bewirkt eine Regulierung des
Körpergewichts und eignet sich daher Diabetes mellitus:
als begleitende Maßnahme zur Ge- Aufgrund der erläuterten positiven
wichtsreduktion bei Übergewicht bzw. Wirkung von Ballaststoffen auf die Blut-
Adipositas. Folgende Eigenschaften der zuckerregulation eignet sich der Einsatz
Ballaststoffe tragen dazu bei: von Ballaststoffen als Teil der diätischen
Behandlung von Diabetes mellitus. Eine
• Großes Nahrungsvolumen mit geringer ballaststoffreiche Kost verbessert sowohl
Energiedichte ➛ Senkung der Gesamt- bei Diabetes mellitus Typ 1 als auch bei
kalorienaufnahme Typ 2 die Parameter des Kohlenhydrat-
• Hohe Sättigungswirkung ➛ Reduktion stoffwechsels:
der zugeführten Nahrungsmenge
• Viskositätsbildung und hohe Bindungs- • Stabilisierung des Blutzuckerspiegels
kapazität für Gallensäuren und Fette im nüchternen Zustand sowie nach der
➛ Regulierung des Stoffwechsels Nahrungsaufnahme

14.
• Verringerung der Glucose-Ausschei- und -bewegung verantwortlich:
dung mit dem Urin (besonders durch
den Einsatz von Guarkernmehl) • Quellfähigkeit ➛ Erhöhung des Was-
• Positive Beeinflussung des glykosylier- sergehalts des Nahrungsbreis
ten Hämoglobins (HbA1) • Vergrößerung des Stuhlvolumens
➛ mechanische Dehnung der Darmwand
Herz-Kreislauf-Erkrankungen: • Veränderung der Stuhlkonsistenz
Das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankun- ➛ Erleichterung der Darmentleerung
gen, die häufig infolge von Übergewicht
bzw. Adipositas und Diabetes mellitus Bei chronischer Verstopfung verkürzt
auftreten, kann bereits bei mäßiger Bal- insbesondere die Anwendung von Flohsa-
laststoffzufuhr verringert werden. men die Darmpassagezeit.

Verstopfung: Durchfälle:
Eine Verstopfung liegt vor, wenn die Bei Durchfällen wiederum verlängern
Stuhlentleerung nur in großen Zeitab- Ballaststoffe die Passagezeit des Nah-
ständen erfolgt. Die Tätigkeit des Dick- rungsbreis durch den Darmtrakt. Au-
darms ist gestört. Da Ballaststoffe Eigen- ßerdem tragen die aus Ballaststoffen
schaften besitzen, die zu einer Steigerung verstoffwechselten kurzkettigen Fettsäu-
der Darmtätigkeit führen, können sie bei ren zur Erleichterung der Natrium- und
der Behandlung von Verstopfung einge- Wasseraufnahme im Dickdarm bei und
setzt werden. Folgende Eigenschaften sind somit gegen Durchfall wirksam.
sind für die Steigerung der Darmtätigkeit

Dr. Rath Health Foundation 15.


Fazit
Gesundheit und Krankheit werden auf Durch die direkte und indirekte Beein-
der Ebene von Millionen Körperzellen, flussung diverser Stoffwechselvorgänge
die den Körper und seine Organe aufbau- können sie vor der Entstehung bestimm-
en, entschieden. Eine adäquate tägliche ter Krankheiten schützen oder zu deren
Versorgung unserer Körperzellen mit Nähr- Behandlung beitragen. Dies sind wichtige
und Vitalstoffen ist von entscheidender Grundsätze der Zellular Medizin. Folge-
Bedeutung für deren optimale Funktion. richtig sind Ballaststoffe als Bestandteil
einer gesundheitsfördernden, vollwertigen
Obwohl Ballaststoffe für den menschlichen und ausgewogenen Ernährung stets zu
Körper unverdaulich sind, haben sie einen berücksichtigen.
positiven Einfluss auf seine Gesundheit.

16.
Literaturverzeichnis
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Dr. Rath Health Foundation 17.


Notizen

18.
Dr. Rath Forschungsinstitut

Das Dr. Rath Forschungsinstitut für Zellular Das Team des Dr. Rath Forschungsinstituts
Medizin hat seinen Sitz im Silicon Valley entwickelt neue wissenschaftliche Konzep-
in Kalifornien. Hier arbeiten ausgewähl- te, die auf den Entdeckungen von Dr. Rath
te Experten auf dem Gebiet der Medizin, im Bereich Herz-Kreislauf-Erkrankungen,
Biochemie und Ernährung und führen in- Krebs, Infektionen und anderen Krank-
novative Forschungsarbeiten basierend auf heiten basieren. Die wissenschaftlichen
dem Prinzip der Nährstoff-Synergie durch. Arbeiten des Teams wurden weltweit über
Hierbei untersuchen sie die Rolle der Nähr- verschiedene Medien veröffentlicht.
stoffe bei der Prävention und Behandlung
zahlreicher Krankheiten. www.drrathresearch.org

Dr. Rath Health Foundation 19.


Dr. Rath Health Foundation
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