Sie sind auf Seite 1von 64

Amtsblatt des Saarlandes

Herausgegeben vom Chef der Staatskanzlei

Teil I
2021 Ausgegeben zu Saarbrücken, 23. April 2021 Nr. 33

Inhalt
Seite

A. Amtliche Texte
Verordnung zur Änderung infektionsrechtlicher Verordnungen zur Bekämpfung der Corona-Pandemie. Vom
23. April 2021 . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 1054

B. Beschlüsse und Bekanntmachungen des Landes


Bekanntmachung über die Geltung der Maßnahmen nach § 28b Absatz 1 und 3 des Infektionsschutz­gesetzes.
Vom 23. April 2021 . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 1115
1054 Amtsblatt des Saarlandes Teil I vom 23. April 2021

A. Amtliche Texte
(2) Personen, die einer Absonderungspflicht nach Ab-
Verordnungen satz  1 unterliegen, sind verpflichtet, die zuständige
Behörde unverzüglich zu informieren, wenn typi-
sche Symptome einer Infektion mit dem Coronavirus
137 Verordnung zur Änderung SARS-CoV-2 wie Husten, Fieber, Schnupfen oder Ge-
infektionsrechtlicher Verordnungen ruchs- und Geschmacksverlust innerhalb des für sie
zur Bekämpfung der Corona-Pandemie maßgeblichen Absonderungszeitraums nach Absatz 1
Satz 1 oder Satz 2 bei ihnen auftreten.
Vom 23. April 2021
(3) Für die Zeit der Absonderung unterliegen die nach
Aufgrund des § 32 Satz 1 und 2 in Verbindung mit Absatz 1 absonderungspflichtigen Personen der Beob-
§ 28 Absatz 1 Satz 1 und 2 und § 28a und § 54 und achtung durch die zuständige Behörde.
§ 73 Absatz 1a Nummer 24 des Infektionsschutz­ (4) Personen, die in der Landesaufnahmestelle neu
gesetzes (IfSG) vom 20. Juli 2000 (BGBl. I S. 1045), oder nach mehrtägiger, dauernder Abwesenheit erneut
zuletzt geändert durch Artikel 1 des Gesetzes vom aufgenommen werden, dürfen für einen Zeitraum von
29. März 2021 (BGBl. I S. 370), des Saarländischen zehn Tagen, bei Voraufenthalt in einem Virusvarian-
COVID-19-Maßnahmengesetzes vom 22. Januar 2021 ten-Gebiet für einen Zeitraum von 14 Tagen nach der
(Amtsbl. I S. 220) und § 5 Absatz 3 des Landesorgani- Aufnahme den ihnen jeweils zugewiesenen Unterbrin-
sationsgesetzes (LOG) vom 2. Juli 1969 in der Fassung gungs- und Versorgungsbereich nicht verlassen. Das
der Bekanntmachung vom 27. März 1997 (Amtsbl. Landesverwaltungsamt als nach § 2 Absatz 1 Num-
S. 410), zuletzt geändert durch Artikel 2 des Gesetzes mer 1 der Saarländischen Aufenthaltsverordnung zu-
vom 13. Juni 2018 (Amtsbl. I S. 358), verordnet die ständige Landesbehörde für die Aufnahmeeinrichtung
Landesregierung: kann den Betroffenen jederzeit neue Unterbringungs-
und Versorgungsbereiche zuweisen und Ausnahmen
von der Verpflichtung des Satzes 1 anordnen. Absatz 3
Artikel 1 gilt entsprechend.
Verordnung zu Quarantänemaßnahmen
für Ein- und Rückreisende § 2
zur Bekämpfung des Coronavirus Ausnahmen
(1) Von § 1 Absatz 1 nicht erfasst sind
§ 1 1. Personen, die nur zur Durchreise in das Saarland
Absonderung für Ein- und Rückreisende; einreisen; diese haben das Gebiet des Saarlandes
Beobachtung auf dem schnellsten Weg zu verlassen, um die
Durchreise abzuschließen, oder
(1) Personen, die auf dem Land-, See- oder Luftweg
aus dem Ausland in das Saarland einreisen und sich zu 2. bei Aufenthalten von weniger als 72 Stunden bei
einem beliebigen Zeitpunkt in den letzten zehn Tagen Einhaltung angemessener Schutz- und Hygiene-
vor Einreise in einem zum Zeitpunkt der Einreise als konzepte
Risikogebiet im Sinne des § 2 Nummer 17 des Infek-
a) Personen, die beruflich bedingt grenzüber-
tionsschutzgesetzes mit einem erhöhten Risiko für eine schreitend Personen, Waren oder Güter auf der
Infektion mit dem Coronavirus SARS-CoV-2 einge- Straße, der Schiene, per Schiff oder per Flug-
stuften Gebiet (Risikogebiet) aufgehalten haben, sind zeug transportieren, oder
verpflichtet, sich unverzüglich nach der Einreise auf di-
rektem Weg in die Haupt- oder Nebenwohnung oder in b) Personen, deren Tätigkeit für die Aufrecht-
eine andere, eine Absonderung ermöglichende Unter- erhaltung des Gesundheitswesens dringend er-
kunft zu begeben und sich für einen Zeitraum von zehn forderlich und unabdingbar ist und dies durch
Tagen nach ihrer Einreise ständig dort abzusondern; den Dienstherrn, Arbeitgeber oder Auftragge-
dies gilt auch für Personen, die zunächst in ein anderes ber bescheinigt wird,
Land der Bundesrepublik Deutschland eingereist sind.
3. bei Einhaltung angemessener Schutz- und Hygie-
Für Personen, die sich in den zehn letzten Tagen vor
nekonzepte Personen, die unter den Voraussetzun-
ihrer Einreise in einem Virusvarianten-Gebiet im Sinne gen des § 3 Absatz 2 und 3 der Corona-Einreisever-
von § 3 Absatz 2 Satz 1 Nummer 2 der Coronavirus- ordnung einreisen und
Einreiseverordnung in der jeweils geltenden Fassung
aufgehalten haben, gilt Satz 1 mit der Maßgabe, dass a) die im Saarland ihren Wohnsitz haben und sich
der Zeitraum der Absonderung 14 Tage beträgt. Den in zwingend notwendig zum Zweck ihrer Berufs-
Satz 1 und Satz 2 genannten Personen ist es in diesem ausübung, ihres Studiums oder ihrer Ausbil-
Zeitraum nicht gestattet, Besuch von Personen zu emp- dung an ihre Berufsausübungs-, Studien- oder
fangen, die nicht ihrem Hausstand angehören. Ausbildungsstätte in einem Risikogebiet inner-
Amtsblatt des Saarlandes Teil I vom 23. April 2021 1055

halb der Großregion Saar-Lor-Lux begeben die zwingende Notwendigkeit sowie die Einhal-
und regelmäßig, mindestens einmal wöchent- tung angemessener Schutz- und Hygienekonzepte
lich, an ihren Wohnsitz zurückkehren (Grenz- sind durch den Arbeitgeber, Auftraggeber oder die
pendler) oder Bildungseinrichtung zu bescheinigen.
b) die in einem Risikogebiet innerhalb der Groß- (3) Sofern es sich nicht um Einreisende handelt, die
region Saar-Lor-Lux ihren Wohnsitz haben und sich in den letzten zehn Tagen vor ihrer Einreise in ei-
sich zwingend notwendig zum Zweck ihrer Be- nem Virusvarianten-Gebiet im Sinne von § 3 Absatz 2
rufsausübung, ihres Studiums oder ihrer Aus- Satz 1 Nummer 2 der Coronavirus-Einreiseverordnung
bildung in das Saarland begeben und regelmä- aufgehalten haben, sind von § 1 Absatz 1 Satz 1 nicht
ßig, mindestens einmal wöchentlich, an ihren erfasst
Wohnsitz zurückkehren (Grenzgänger);
1. Personen, deren Tätigkeit für die Aufrechterhaltung
die zwingende Notwendigkeit sowie die Einhal- a) der Funktionsfähigkeit des Gesundheits-
tung angemessener Schutz- und Hygienekonzepte wesens, insbesondere Ärzte, Pflegekräfte,
sind durch den Arbeitgeber, Auftraggeber oder die unterstützendes medizinisches Personal und
Bildungseinrichtung zu bescheinigen, 24-Stunden-Betreuungskräfte,
4. bei Aufenthalten von weniger als 24 Stunden Per- b) der öffentlichen Sicherheit und Ordnung,
sonen, die unter den Voraussetzungen des § 3 Ab-
satz 2 und 3 der Coronavirus-Einreiseverordnung c) der Pflege diplomatischer und konsularischer
eingereist sind. Beziehungen,
(2) Sofern es sich nicht um Einreisende handelt, die d) der Funktionsfähigkeit der Rechtspflege,
sich in den letzten zehn Tagen vor ihrer Einreise in ei- e) der Funktionsfähigkeit von Volksvertretung,
nem Virusvarianten-Gebiet im Sinne von § 3 Absatz 2 Regierung und Verwaltung des Bundes, der
Satz 1 Nummer 2 der Coronavirus-Einreiseverordnung Länder und der Kommunen oder
in der jeweils geltenden Fassung aufgehalten haben,
sind von § 1 Absatz 1 Satz 1 nicht erfasst f) der Funktionsfähigkeit der Organe der Euro-
päischen Union und von internationalen Orga-
1. Personen, die sich im Rahmen des Grenzverkehrs nisationen
mit Nachbarstaaten weniger als 72 Stunden in ei-
nem Risikogebiet aufgehalten haben oder für bis zu unabdingbar ist; die zwingende Notwendigkeit ist
24 Stunden in das Bundesgebiet einreisen, durch den Dienstherrn, Arbeitgeber oder Auftrag-
geber zu bescheinigen,
2. bei Aufenthalten von weniger als 72 Stunden
2. Personen, die einreisen aufgrund
a) Personen, die einreisen aufgrund des Besuchs
von Verwandten ersten Grades, des nicht dem a) des Besuchs von Verwandten ersten oder zwei-
gleichen Hausstand angehörigen Ehegatten ten Grades, des nicht dem gleichen Hausstand
oder Lebensgefährten oder eines geteilten Sor- angehörigen Ehegatten oder Lebensgefährten
gerechts oder eines Umgangsrechts, oder oder eines geteilten Sorgerechts oder eines
Umgangsrechts,
b) bei Einhaltung angemessener Schutz- und
Hygienekonzepte hochrangige Mitglieder des b) einer dringenden medizinischen Behandlung
diplomatischen und konsularischen Dienstes, oder
von Volksvertretungen und Regierungen, c) des Beistands oder zur Pflege schutz- bezie-
3. bei Einhaltung angemessener Schutz- und Hygie- hungsweise hilfebedürftiger Personen,
nekonzepte Personen, 3. Polizeivollzugsbeamte, die aus dem Einsatz und
aus einsatzgleichen Verpflichtungen aus dem Aus-
a) die im Saarland ihren Wohnsitz haben und die land zurückkehren, oder
sich zwingend notwendig zum Zweck ihrer Be-
rufsausübung, ihres Studiums oder ihrer Aus- 4. Personen, die sich für bis zu fünf Tage zwingend
bildung an ihre Berufsausübungs-, Studien- notwendig und unaufschiebbar beruflich veran-
oder Ausbildungsstätte in einem Risikogebiet lasst, wegen ihrer Ausbildung oder ihres Studiums
begeben und regelmäßig, mindestens einmal in einem Risikogebiet aufgehalten haben oder in
wöchentlich, an ihren Wohnsitz zurückkehren das Bundesgebiet einreisen; die zwingende Not-
(Grenzpendler) oder wendigkeit ist durch den Arbeitgeber, Auftragge-
ber oder die Bildungseinrichtung zu bescheinigen,
b) die in einem Risikogebiet ihren Wohnsitz ha-
ben und die sich zwingend notwendig zum 5. bei Einhaltung angemessener Schutz- und Hygie-
Zweck ihrer Berufsausübung, ihres Studiums nekonzepte Personen, die beruflich bedingt grenz-
oder ihrer Ausbildung in das Saarland begeben überschreitend Personen, Waren oder Güter auf
und regelmäßig, mindestens einmal wöchent- der Straße, der Schiene, per Schiff oder Flugzeug
lich, an ihren Wohnsitz zurückkehren (Grenz- transportieren, ohne unter Absatz 1 Satz 1 Num-
gänger); mer 2 Buchstabe a zu fallen,
1056 Amtsblatt des Saarlandes Teil I vom 23. April 2021

6. Personen, die zur Vorbereitung, Teilnahme, Durch- 3. Personen, die zum Zweck einer mindestens drei-
führung und Nachbereitung internationaler Sport- wöchigen Arbeitsaufnahme in das Bundesgebiet
veranstaltungen durch das jeweilige Organisa- einreisen, wenn am Ort ihrer Unterbringung und
tionskomitee akkreditiert werden oder von einem ihrer Tätigkeit in den ersten zehn Tagen nach ihrer
Bundessportfachverband zur Teilnahme an Trai- Einreise gruppenbezogen betriebliche Hygiene-
nings- und Lehrgangsmaßnahmen eingeladen sind, maßnahmen und Vorkehrungen zur Kontaktver-
oder meidung außerhalb der Arbeitsgruppe ergriffen
7. Personen, die als Urlaubsrückkehrer aus einem werden, die einer Absonderung nach § 1 Absatz 1
Risikogebiet zurückreisen und die unmittelbar vor Satz 1 vergleichbar sind, sowie das Verlassen der
Rückreise in ihrem Urlaubsort einen Test mit ne- Unterbringung nur zur Ausübung ihrer Tätigkeit
gativem Ergebnis in Bezug auf eine Infektion mit gestattet ist. Der Arbeitgeber zeigt die Arbeitsauf-
dem Coronavirus SARS-CoV-2 durchgeführt ha- nahme vor ihrem Beginn bei der zuständigen Be-
ben, sofern hörde an und dokumentiert die ergriffenen Maß-
nahmen nach Satz 1. Die zuständige Behörde hat
a) auf Grundlage einer Vereinbarung zwischen die Einhaltung der Voraussetzungen nach Satz 1 zu
der Bundesrepublik Deutschland und der be- überprüfen.
troffenen nationalen Regierung vor Ort beson-
dere epidemiologische Vorkehrungen (Schutz- (5) In begründeten Fällen kann die zuständige Behörde
und Hygienekonzept) für einen Urlaub in auf Antrag weitere Ausnahmen bei Vorliegen eines trif-
diesem Risikogebiet getroffen wurden (siehe tigen Grundes erteilen.
Internetseite des Auswärtigen Amtes https://
www.auswaertiges-amt.de sowie des Robert (6) Die Absätze 1 bis 5 gelten nur, sofern die dort ge-
Koch-Instituts https://www.rki.de), nannten Personen keine typischen Symptome einer
b) die Infektionslage in dem jeweiligen Risikoge- Infektion mit dem Coronavirus SARS-CoV-2 wie
biet der Nichterfüllung der Verpflichtung nach Husten, Fieber, Schnupfen oder Geruchs- und Ge-
§ 1 Absatz 1 Satz 1 nicht entgegensteht und schmacksverlust aufweisen. Die in Absatz 1 Nummer 2
und in den Absätzen 2 bis 5 genannten Personen ha-
c) das Auswärtige Amt nicht wegen eines erhöh- ben zur Durchführung eines Tests einen Arzt oder ein
ten Infektionsrisikos eine Reisewarnung unter Testzentrum aufzusuchen, wenn bei ihnen binnen zehn
https://www.auswaertiges-amt.de/ReiseUnd- Tagen nach Einreise typische Symptome einer Infek-
Sicherheit/reise-und-sicherheitshinweise für tion mit dem Coronavirus SARS-CoV-2 wie Husten,
die betroffene Region ausgesprochen hat, Fieber, Schnupfen oder Geruchs- und Geschmacksver-
8. Personen, die zu Ausbildungszwecken für einen lust auftreten.
mindestens dreimonatigen Aufenthalt einreisen;
der Ausbildungszweck ist durch den Arbeitgeber,
die Bildungseinrichtung oder den Auftraggeber zu § 3
bescheinigen. Verkürzung der Absonderungsdauer
Satz 1 gilt nur für Personen, die die nach § 3 Absatz 1 a) Für Personen, die einer Absonderungspflicht nach
Satz 1 oder Absatz 2 Satz 1 Nummer 1 der Corona- § 1 Absatz 1 unterliegen und die sich nicht in den
virus-Einreiseverordnung für sie geltenden Pflichten letzten zehn Tagen vor ihrer Einreise in einem Vi-
erfüllt haben und das ärztliche Zeugnis oder Testergeb- rusvarianten-Gebiet im Sinne von § 2 Absatz 2
nis über das Nichtvorliegen einer Infektion mit dem Satz 1 Nummer 2 der Coronavirus-Einreiseverord-
Coronavirus SARS-CoV-2 innerhalb von zehn Tagen nung aufgehalten haben, endet die Absonderung
nach der Einreise der zuständigen Behörde auf Ver- nach § 1 Absatz 1 Satz 1 frühestens ab dem fünften
langen unverzüglich vorlegen. Das Testergebnis nach Tag nach der Einreise, wenn die Person über ein
Satz 2 ist für mindestens zehn Tage nach Einreise auf- ärztliches Zeugnis oder Testergebnis hinsichtlich
zubewahren. des Nichtvorliegens einer Infektion mit dem Co-
(4) Sofern es sich nicht um Einreisende handelt, die ronavirus SARS-CoV-2 auf Papier oder in einem
sich in den letzten zehn Tagen vor ihrer Einreise in ei- elektronischen Dokument in deutscher, englischer
nem Virusvarianten-Gebiet im Sinne von § 3 Absatz 2 oder französischer Sprache verfügt und sie dieses
Satz 1 Nummer 2 der Coronavirus-Einreiseverordnung innerhalb von zehn Tagen nach der Einreise der
aufgehalten haben, sind von § 1 Absatz 1 Satz 1 nicht zuständigen Behörde auf Verlangen unverzüglich
erfasst vorlegt.
1. Personen nach § 54a des Infektionsschutzgesetzes, b) Die dem ärztlichen Zeugnis oder Testergebnis
2. Angehörige ausländischer Streitkräfte im Sinne nach Absatz 1 zugrunde liegende Testung muss
des NATO-Truppenstatuts, des Truppenstatuts der mindestens fünf Tage nach der Einreise in die
NATO-Partnerschaft für den Frieden (PfP-­Truppen­ Bundesrepublik Deutschland vorgenommen wor-
statut) und des Truppenstatuts der Mitgliedstaaten den sein. Der zugrunde liegende Test muss die
der Europäischen Union (EU-Truppenstatut), die Anforderungen des Robert Koch-Instituts, die im
zu dienstlichen Zwecken nach Deutschland einrei- Internet unter der Adresse https://www.rki.de/co-
sen oder dorthin zurückkehren, oder vid-19-tests veröffentlicht sind, erfüllen.
Amtsblatt des Saarlandes Teil I vom 23. April 2021 1057

c) Die Person muss das ärztliche Zeugnis oder Test- Nummer 4 eine Bescheinigung nicht richtig aus-
ergebnis nach Absatz 1 für mindestens zehn Tage stellt oder
nach Einreise aufbewahren.
4. entgegen § 2 Absatz 6 Satz 2 oder § 3 Absatz 5
d) Die Absonderung nach § 1 Absatz 1 Satz 1 wird für einen Arzt oder ein Testzentrum nicht oder nicht
die Dauer, die zur Durchführung eines Tests nach rechtzeitig aufsucht.
Absatz 1 erforderlich ist, ausgesetzt.
e) Die Person nach Absatz 1 hat zur Durchführung § 6
eines Tests einen Arzt oder ein Testzentrum aufzu- Inkrafttreten, Außerkrafttreten
suchen, wenn bei ihr binnen zehn Tagen nach Ein- (1) Diese Verordnung tritt am 24. April 2021 in Kraft.
reise typische Symptome einer Infektion mit dem Gleichzeitig tritt die Verordnung zu Quarantänemaß-
Coronavirus SARS-CoV-2 wie Husten, Fieber, nahmen für Ein- und Rückreisende zur Bekämpfung
Schnupfen oder Geruchs- und Geschmacksverlust des Coronavirus vom 17. April 2021 (Amtsbl. I S. 908,
auftreten. 991_2) außer Kraft.
f) Die Absätze 1 bis 5 gelten für die Personen, die (2) Diese Verordnung tritt mit Ablauf des 7. Mai 2021
unter § 2 Absatz 4 Nummer 3 fallen, entsprechend. außer Kraft.

§ 4 Artikel 2
Zuständige Behörden
Verordnung zur Bekämpfung der
(1) Für den Vollzug dieser Verordnung und nach Maß- Corona-Pandemie (VO-CP)
gabe der Anordnungen betreffend den Reiseverkehr
nach Feststellung einer epidemischen Lage von na- § 1
tionaler Tragweite durch den Bundestag vom 5. No- Grundsatz der Abstandswahrung
vember 2020 (BAnz AT 06.11.2020 B5) sind die Orts-
polizeibehörden zuständig. Die Ortspolizeibehörden (1) Physisch-soziale Kontakte zu anderen Menschen
unterrichten die zuständigen Gesundheitsämter unver- außerhalb der Angehörigen des eigenen Haushaltes
züglich über die getroffenen Maßnahmen. Zuständige sind auf ein absolut nötiges Minimum zu reduzieren.
Verwaltungsbehörden für die Verfolgung und Ahndung Dabei wird empfohlen den Kreis der Kontakte stets auf
von Ordnungswidrigkeiten nach § 5 dieser Verordnung die gleichen Personen zu begrenzen („social bubble“).
sind die Gemeindeverbände. Wo immer möglich ist ein Mindestabstand zu anderen
Personen von eineinhalb Metern einzuhalten.
(2) Als zuständige Behörde zur Durchführung der Co-
ronavirus-Einreiseverordnung wird hinsichtlich § 4 (2) Ausgenommen von der Verpflichtung zur Einhal-
Absatz 2 Nummer 5 der Coronavirus-Einreiseverord- tung des Mindestabstandes nach Absatz 1 Satz 3 sind
nung das Ministerium für Soziales, Gesundheit, Frauen Kontakte zu Ehegatten, Lebenspartnern und Partnern
und Familie, im Übrigen die zuständige Ortspolizei- einer nicht ehelichen Lebensgemeinschaft sowie Ver-
behörde bestimmt. Zuständige Verwaltungsbehörden wandten in gerader Linie, Geschwistern, Geschwister-
für die Verfolgung und Ahndung von Ordnungswidrig- kindern und deren jeweiligen Haushaltsangehörigen
keiten nach § 9 der Coronavirus-Einreiseverordnung (familiärer Bezugskreis).
sind die Gemeindeverbände. Die Vorschriften nach der (3) Bei privaten Zusammenkünften zu Hause in ge-
Verordnung über die Zuständigkeiten nach dem Infek- schlossenen Räumen sollen die Hygiene- und Ab-
tionsschutzgesetz vom 12. September 2016 (Amtsbl. I standsregelungen umgesetzt und für ausreichend Be-
S. 856) bleiben unberührt. lüftung gesorgt werden. Wo die Möglichkeit besteht,
sollen die privaten Zusammenkünfte im Freien abge-
§ 5 halten werden.
Ordnungswidrigkeiten
Ordnungswidrig im Sinne des § 73 Absatz 1a Num- § 2
mer 24 des Infektionsschutzgesetzes handelt, wer vor- Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung
sätzlich oder fahrlässig (1) Im öffentlichen Raum ist bei jedem nicht nur kurz-
fristigen Kontakt mit nicht zum eigenen Haushalt ge-
1. entgegen § 1 Absatz 1 Satz 1, auch in Verbindung hörenden Personen und einer Unterschreitung des
mit Satz 2, sich nicht, nicht in der vorgeschriebe- Mindestabstandes von eineinhalb Metern, sofern nicht
nen Weise oder nicht rechtzeitig in eine dort ge- eine gleichwertige Infektionsschutzmaßnahme ge-
nannte Wohnung oder Unterkunft begibt oder sich währleistet ist, eine medizinische Gesichtsmaske (OP-
nicht oder nicht rechtzeitig absondert, Masken) oder auch Masken der Standards KN95/N95
2. entgegen § 1 Absatz 1 Satz 3 Besuch empfängt, oder FFP2 oder höherer Standards zu tragen, sofern ge-
sundheitliche Gründe nicht entgegenstehen. Kinder bis
3. entgegen § 2 Absatz 1 Satz 1 Nummer 2 Buchsta- zur Vollendung des sechsten Lebensjahres, Personen,
be b, Nummer 3 zweiter Halbsatz oder Satz 2 oder die ärztlich bescheinigt aufgrund einer gesundheit-
Absatz 3 Satz 1 Nummer 1 zweiter Halbsatz oder lichen Beeinträchtigung, einer ärztlich bescheinigten
1058 Amtsblatt des Saarlandes Teil I vom 23. April 2021

chronischen Erkrankung oder einer Behinderung keine mel, in Kirchen, Moscheen, Synagogen sowie in
Atemschutzmaske tragen können, und gehörlose und sonstigen Räumlichkeiten, die zur Grundrechtsaus-
schwerhörige Menschen und Personen, die mit diesen übung gemäß Artikel 4 des Grundgesetzes genutzt
kommunizieren, sowie ihre Begleitpersonen sind von werden,
der Pflicht zum Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung
ausgenommen. Eltern und Sorgeberechtigte haben 6. Kunden und das Personal bei Erbringern von
dafür Sorge zu tragen, dass ihre Kinder oder Schutz- Dienstleistungen unmittelbar am Menschen, bei
befohlenen ab Vollendung des sechsten Lebensjahres denen aufgrund ihrer Natur der Mindestabstand
die Verpflichtung zum Tragen einer medizinischen Ge- des § 1 Absatz 1 Satz 3 zwangsläufig nicht einge-
sichtsmaske (OP-Masken) oder auch von Masken der halten werden kann (körpernahe Dienstleistungen),
Standards KN95/N95 oder FFP2 oder höherer Stan- soweit die Natur der Dienstleistung dem nicht ent-
dards einhalten, sofern diese dazu in der Lage sind. gegensteht,
(2) In jedem Fall haben folgende Personengruppen, 7. Besucher in Krankenhäusern, Vorsorge- und Re-
auch Kinder ab Vollendung des sechsten Lebensjahres, habilitationseinrichtungen sowie Patienten und
eine medizinische Gesichtsmaske (OP-Masken) oder Besucher in Arzt- und Psychotherapeutenpraxen,
auch Masken der Standards KN95/N95 oder FFP2 oder Psychologischen Psychotherapeutenpraxen, Kin-
höherer Standards zu tragen, sofern gesundheitliche der- und Jugendlichenpsychotherapeutenpraxen,
Gründe nicht entgegenstehen: Zahnarztpraxen, ambulanten Pflegediensten und
den übrigen an der Patientenversorgung beteiligten
1. Personen bei der Nutzung des öffentlichen Perso- ambulanten und stationären Einrichtungen des Ge-
nenverkehrs (Eisenbahnen, Straßenbahnen, Busse, sundheitswesens, soweit nicht die Art der Behand-
Taxen und Passagierflugzeuge) sowie an Bahn- lung oder Leistungserbringung entgegensteht,
höfen, Flughäfen, Haltestellen und in Warteberei-
chen alle Fahrgäste und Besucher ab Vollendung 8. das Personal in Gaststätten nach dem Saarländi-
des sechsten Lebensjahres sowie das Personal, bei schen Gaststättengesetz sowie sonstiger Gastro-
Fähren und Fahrgastschiffen allerdings nur beim nomiebetriebe jeder Art sowie von Hotels, Beher-
Ein- und Ausstieg und insoweit, als der Mindest- bergungsbetrieben, Campingplätzen und bei der
abstand von eineinhalb Metern nicht eingehalten sonstigen Zurverfügungstellung von Unterkünften,
werden kann; die entgegenstehenden gesundheitli- sofern nicht arbeitsschutzrechtliche Bestimmun-
chen Gründe sind bei der Nutzung des öffentlichen gen entgegenstehen oder eine andere, gleichwerti-
Personenverkehrs nachzuweisen, ge Infektionsschutzmaßnahme gewährleistet ist,
1a. Personen bei der Nutzung von Kraftfahrzeugen, 9. Besucher und Kunden während des Aufenthaltes
die nicht das Fahrzeug führen und nicht unter § 6 in geschlossenen Räumen, die öffentlich oder im
Absatz 1 Satz 1 fallen, Rahmen eines Besuchs- oder Kundenverkehrs zu-
gänglich sind, soweit die Pflicht nicht bereits auf-
2. während des Aufenthaltes auf Messen, Spezial-, grund der Nummern 1 bis 8 besteht,
Jahr- und Wochenmärkten sowie in und vor La-
denlokalen, in den zugehörigen Wartebereichen 10. Personen in Arbeits- und Betriebsstätten. Die
und Warteschlangen, auf den dazugehörigen Park- Pflicht gilt nicht am Arbeitsplatz, soweit der Min-
plätzen alle Kunden und Besucher ab Vollendung destabstand nach § 1 Absatz 1 Satz 3 eingehalten
des sechsten Lebensjahres, soweit die Art der werden kann. Weitere Abweichungen von Satz 1
Leistungserbringung nicht entgegensteht, sowie sind nur auf der Grundlage einer aktuellen rechts-
das Personal, soweit nicht arbeitsschutzrechtliche konformen Gefährdungsbeurteilung unter Beach-
Bestimmungen entgegenstehen oder eine andere, tung der SARS-CoV-2-Regeln des Arbeitsschutzes
gleichwertige Infektionsschutzmaßnahme gewähr- zulässig.
leistet ist, Die Regelungen der SARS-CoV-2-Arbeitsschutzver-
3. Gäste während des Aufenthaltes in Gaststätten ordnung (Corona-ArbSchV) vom 21. Januar 2021 blei-
im Sinne des Saarländischen Gaststättengesetzes ben unberührt.
(SGastG) in der Fassung der Bekanntmachung
(3) Die Betreiber oder sonstigen Verantwortlichen der
vom 13. April 2011 (Amtsbl. I S. 206), zuletzt ge-
in Absatz 2 genannten Einrichtungen haben die Ein-
ändert durch Artikel 2 Nummer 1 des Gesetzes
haltung der Pflicht zum Tragen einer medizinische Ge-
vom 11. November 2020 (Amtsbl. I S. 1262), und
sichtsmaske (OP-Masken) oder auch von Masken der
sonstiger Gastronomiebetriebe jeder Art abseits
Standards KN95/N95 oder FFP2 oder höherer Stan-
eines festen Platzes sowie bei der Abholung oder
dards in ihrem jeweiligen Verantwortungsbereich si-
Entgegennahme von Speisen, auch in den gegebe-
cherzustellen. Satz 1 gilt nicht bei den Betreibern des
nenfalls entstehenden Warteschlangen,
öffentlichen Personenverkehrs (Eisenbahnen, Straßen-
4. bei öffentlichen Veranstaltungen nach § 6 Absatz 3 bahnen, Busse, Taxen und Passagierflugzeuge); diese
und bei Veranstaltungen nach § 6 Absatz 5 Satz 2 haben auf die Pflicht lediglich hinzuweisen.
alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer auch an ei-
nem festen Platz, (4) Die Ortspolizeibehörden werden ermächtigt, eine
Pflicht zum Tragen einer Maske der Standards nach § 2
5. alle Besucherinnen und Besucher von Gottesdiens- Absatz 1 auf bestimmten, stark frequentierten öffentli-
ten und gemeinsamen Gebeten unter freiem Him- chen Plätzen und Straßen anzuordnen.
Amtsblatt des Saarlandes Teil I vom 23. April 2021 1059

§ 3 zuständigen Ressort in einem bereichsspezifischen Hy-


Kontaktnachverfolgung gienerahmenkonzept bestimmen. Entsprechende Hy-
gienerahmenkonzepte werden auch auf www.corona.
Die Verpflichtung zur Gewährleistung der Kontakt- saarland.de veröffentlicht und sind von den Betreibern
nachverfolgung richtet sich nach den §§ 6 bis 8 des und sonstigen Verantwortlichen und Veranstaltern ein-
Saarländischen COVID-19-Maßnahmengesetzes vom zuhalten.
22. Januar 2021 (Amtsbl. I S. 220). Darüber hinaus ist
eine Kontaktnachverfolgung gemäß § 6 Absatz 2, § 7 Bereichsspezifische Hygienerahmenkonzepte sind ins-
und § 8 des Saarländischen COVID-19-Maßnahmen- besondere erforderlich für
gesetzes im Falle des § 7 Absatz 5 Satz 3 zu gewähr-
leisten. 1. den Betrieb eines Gaststättengewerbes nach dem
Saarländischen Gaststättengesetz sowie den Be-
trieb sonstiger Gastronomiebetriebe jeder Art,
§ 4
Betretungsbeschränkungen 2. den Betrieb von Hotels, Beherbergungsbetrieben
und Campingplätzen sowie die Zurverfügungstel-
(1) Die Betreiber oder sonstigen Verantwortlichen lung jeglicher Unterkünfte,
sämtlicher nach dieser Verordnung nicht untersagten
Einrichtungen, Anlagen und Betriebe sind verpflichtet, 3. den Probenbetrieb von Theatervorstellungen,
die Gesamtzahl der gleichzeitig anwesenden Kunden Opern oder Konzerten,
und Besucher dergestalt zu begrenzen, dass auf einer
dem Publikumsverkehr zugänglichen Gesamtfläche, 4. den Kinobetrieb,
im Falle des Handels die Verkaufsfläche, pro 15 Qua- 5. den Sportbetrieb,
dratmeter nur eine Person Zutritt hat. Bei Einhaltung
des Mindestabstandes im Sinne des § 1 Absatz 1 Satz 3 6. die Durchführung sonstiger Veranstaltungen,
sind vier Kunden oder Besucher unabhängig von der
Gesamtfläche stets zulässig. 7. die Veranstaltung von Reisebusreisen,
(2) Diese Regelung gilt nicht für den Betrieb eines 8. die Erbringung von körpernahen Dienstleistungen.
Gaststättengewerbes nach dem Saarländischen Gast-
stättengesetz und den Betrieb sonstiger Gastronomie-
betriebe jeder Art oder den Betrieb von Hotels, Be- § 5a
herbergungsbetrieben und Campingplätzen sowie die Testung
Zurverfügungstellung jeglicher Unterkünfte. Es gelten (1) Soweit in der Folge die Vorlage eines Nachwei-
die entsprechenden Beschränkungen der Rahmenhygi- ses über das Nichtvorliegen einer Infektion mit dem
enekonzepte nach Maßgabe des § 5. SARS-CoV-2-Virus vorgesehen ist, gilt:
1. Als Nachweis gelten ein ärztliches Zeugnis oder
§ 5 ein Testergebnis in elektronischer oder schriftli-
Hygienekonzepte cher Form hinsichtlich des Nichtvorliegens einer
(1) Die Betreiber oder sonstigen Verantwortlichen Infektion mit dem Coronavirus SARS-CoV-2.
sämtlicher nach dieser Rechtsverordnung nicht unter- Hierzu kann das in der Anlage vorhandene Muster
sagten Einrichtungen, Anlagen und Betriebe, die Ver- verwendet werden oder ein dem Inhalt nach ent-
anstalter von Veranstaltungen nach § 6 sowie die sprechendes.
Verantwortlichen im Kurs-, Trainings- und Wettkampf- 2. Der zugrunde liegende Test muss die Anforderun-
betrieb im Sport haben entsprechend den spezifischen gen des Robert Koch-Instituts, die im Internet unter
Anforderungen des jeweiligen Angebots ein individu- der Adresse https://www.rki.de/covid-19-tests ver-
elles Schutz- und Hygienekonzept zu erstellen und auf öffentlicht sind, erfüllen.
Verlangen der zuständigen Behörde vorzulegen.
3. Die zugrunde liegende Entnahme eines Abstrichs
(2) Diese Konzepte müssen Maßnahmen zur Reduzie-
darf nicht länger als 24 Stunden zurückliegen.
rung von Kontakten, zur Sicherstellung der Einhaltung
des Mindestabstandes nach § 1 Absatz 1 Satz 3, zum 4. Das Testergebnis ist durch die durchführende Stel-
Schutz von Kunden, Besuchern und des Personals vor le zu bescheinigen. Selbsttests kommt Beweiskraft
Infektionen sowie zur Durchführung von verstärkten im Sinne dieser Verordnung nur zu, wenn sie vor
Reinigungs- und Desinfektionsintervallen enthalten. Ort unter Aufsicht des Verantwortlichen durchge-
Dabei sind insbesondere die einschlägigen Empfehlun- führt werden.
gen des Robert Koch-Instituts (RKI) zum Infektions-
schutz in ihrer jeweiligen Fassung, die Vorgaben der 5. Kinder bis zur Vollendung des sechsten Lebensjah-
jeweiligen Arbeitsschutzbehörden und der zuständigen res sind von der Testung befreit.
Berufsgenossenschaften zu beachten.
(2) Die Nachweise nach Absatz 1 sind, soweit deren
(3) Nähere und besondere Anforderungen zu Schutz- Vorlage in dieser Verordnung gefordert ist, den nach
und Hygienekonzepten kann das Ministerium für So- § 12 Absatz 1 dieser Verordnung genannten Behörden
ziales, Gesundheit, Frauen und Familie durch Rechts- im Rahmen ihrer Kontrolltätigkeit auf Verlangen vor-
verordnung im Einvernehmen mit dem fachlich zuweisen.
1060 Amtsblatt des Saarlandes Teil I vom 23. April 2021

§ 6 Der Mindestabstand nach Maßgabe des § 1 Absatz 1


Kontaktbeschränkungen Satz 3 ist bei allen Veranstaltungen und Zusammen-
künften wo immer möglich einzuhalten, außer zwi-
(1) Private Zusammenkünfte im öffentlichen Raum, schen Angehörigen des familiären Bezugskreises nach
in privat genutzten Räumen und auf privat genutzten § 1 und Angehörigen des bestimmbaren weiteren Haus-
Grundstücken werden auf den Kreis der Angehörigen haltes.
des eigenen Haushaltes sowie darüber hinaus Ange-
hörige eines weiteren Haushaltes sowie eines weiteren (4) Veranstaltungen, zu denen je Veranstaltungstag und
Haushaltes aus dem familiären Bezugskreis begrenzt; -ort in der Summe mehr als 1 000 Personen zu erwarten
dabei dürfen insgesamt höchstens fünf Personen sind, sind untersagt. Die übrigen Bestimmungen der
gleichzeitig anwesend sein. Bei Haushalten, denen Absätze 2 und 3 bleiben hiervon unberührt.
bereits vier oder mehr Personen angehören, dürfen ab-
weichend von Satz 1 zwei weitere Personen, wovon (5) Das Selbstorganisationsrecht des Landtages, der
höchstens eine nicht aus dem familiären Bezugskreis Gebietskörperschaften und sonstiger Körperschaften,
des gastgebenden Haushaltes stammen darf, gleich- Stiftungen und Anstalten des öffentlichen Rechts so-
zeitig anwesend sein. Kinder bis 14 Jahre sind jeweils wie die Tätigkeit der Gerichte bleiben unberührt. Dies
von der Höchstzahl ausgenommen. Ehepaare, Lebens- gilt auch für die Tätigkeit der Parteien, Wählergruppen
partner und nicht eheliche Lebensgemeinschaften und Vereinigungen im Sinne des Artikels 9 Absatz 3
gelten auch dann als ein Haushalt, wenn sie nicht im des Grundgesetzes mit der Maßgabe, dass bei Veran-
gleichen Haushalt leben. Private Zusammenkünfte sind staltungen und Zusammenkünften der Mindestabstand
im Außenbereich mit einer Teilnehmerzahl von bis zu nach § 1 Absatz 1 Satz 3 einzuhalten ist sowie weitere
zehn Personen zulässig, sofern alle Teilnehmerinnen veranstaltungsspezifische Hygienemaßnahmen umge-
und Teilnehmer einen negativen SARS-CoV-2-Test setzt werden.
nach Maßgabe des § 5a vorlegen können. (6) Für Bestattungen und standesamtliche Trauungen
gilt, vorbehaltlich weiterer ortspolizeilicher Vorgaben,
Ansammlungen mit mehr als zehn Personen sind ver-
Absatz 3 entsprechend. Für Bestattungen sollen von
boten.
der Ortspolizeibehörde Ausnahmegenehmigungen er-
(2) Veranstaltungen, die der Unterhaltung dienen, mit teilt werden, soweit dies im Einzelfall aus infektions-
Ausnahme des § 7 Absatz 6 Satz 2 Nummer 5, sind im schutzrechtlicher Sicht vertretbar ist.
Innenbereich untersagt. (7) Gottesdienste und gemeinsame Gebete sind unter
(2a) Veranstaltungen, die der Unterhaltung dienen, sind freiem Himmel, in Kirchen, Moscheen, Synagogen so-
im Außenbereich mit einer Teilnehmerzahl von bis zu wie in sonstigen Räumlichkeiten, die zur Grundrechts-
zehn Personen pro Veranstaltungstag und -ort zuläs- ausübung gemäß Artikel 4 des Grundgesetzes genutzt
sig, sofern alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer einen werden, zulässig, wenn die aus Infektionsschutzgrün-
negativen SARS-CoV-2-Test nach Maßgabe des § 5a den gebotene Begrenzung der Teilnehmerzahl nach
vorlegen können. Die Veranstaltungen sind der Orts- Maßgabe des Mindestabstandes nach § 1 Absatz 1
polizeibehörde unter Angabe des Veranstalters zu mel- Satz 3 sowie die besonderen Schutz- und Hygienere-
den. Der Veranstalter hat geeignete Maßnahmen zur gelungen gewährleistet sind. Der Gemeindegesang ist
vollständigen Nachverfolgbarkeit nach Maßgabe des in Kirchen, Moscheen, Synagogen sowie in sonstigen
§ 6 Absatz 1 des Saarländischen COVID-19-Maßnah- Räumlichkeiten, die zur Grundrechtsausübung gemäß
mengesetzes zu treffen. Artikel 4 des Grundgesetzes genutzt werden, unter-
sagt. Die Betretungsbeschränkungen des § 4 Absatz 1
(3) Veranstaltungen, die nicht unter Absatz 2 und Ab- finden keine Anwendung. Zusammenkünfte im Sinne
satz 2a fallen und zu denen je Veranstaltungstag und des Satzes 1 mit mehr als zehn Teilnehmerinnen und
-ort in der Summe unter freiem Himmel oder in ge- Teilnehmern sind spätestens zwei Werktage zuvor bei
schlossenen Räumen nicht mehr als zehn Personen zu der zuständigen Ortspolizeibehörde anzuzeigen, sofern
erwarten sind, können stattfinden. Veranstaltungen sind keine generellen Absprachen mit der entsprechenden
unter Angabe des Veranstalters der Ortspolizeibehörde Behörde getroffen wurden.
zu melden. Der Veranstalter hat geeignete Maßnahmen
zur vollständigen Nachverfolgbarkeit nach Maßgabe (8) Versammlungen im Sinne des Versammlungsge-
des § 6 Absatz 1 des Saarländischen COVID-19-Maß- setzes sind zulässig, sofern sie ortsfest oder als Stand-
nahmengesetzes zu treffen und besondere infektions- kundgebung stattfinden, der Mindestabstand der Teil-
schutzrechtliche Auflagen zu beachten. Veranstaltungen nehmer nach § 1 Absatz 1 Satz 3 sichergestellt wird
und Zusammenkünfte mit einer höheren Personenzahl und besondere infektionsschutzrechtliche Auflagen der
sind nur dann zulässig, wenn für deren Durchführung zuständigen Behörden beachtet werden.
ein dringendes und unabweisbares rechtliches oder tat-
sächliches Bedürfnis besteht. Dabei sind weitere veran- § 7
staltungsspezifische Hygienemaßnahmen umzusetzen. Betriebsuntersagungen und -beschränkungen
Von den Beschränkungen der Sätze 1 und 2 ausgenom- sowie Schließung von Einrichtungen
men sind Veranstaltungen und Zusammenkünfte, die
dem Betrieb von Einrichtungen, die nicht nach dieser (1) Verboten sind der Betrieb eines Gaststättengewer-
Verordnung untersagt sind, zu dienen bestimmt sind; bes nach dem Saarländischen Gaststättengesetz vom
die für den Betrieb der jeweiligen Einrichtung gelten- 13. April 2011 (Amtsbl. I S. 206), zuletzt geändert
den Hygienevorschriften sind einzuhalten. durch das Gesetz vom 12. Juni 2012 (Amtsbl. I S. 156),
Amtsblatt des Saarlandes Teil I vom 23. April 2021 1061

der Betrieb sonstiger Gastronomiebetriebe jeder Art 14. Heilmittelerbringer und Gesundheitsberufe,
und der Betrieb von Betriebskantinen und Mensen.
15. Großhandel,
Abweichend von Satz 1 sind gestattet
16. karitative Einrichtungen.
1. die Abgabe und Lieferung von mitnahmefähigen
Speisen und Getränken für den Verzehr nicht an Maßgebend für die Ausnahme ist bei Mischsortimen-
Ort und Stelle, ten in SB-Warenhäusern oder Vollsortimentgeschäften
sowie in Discountern und Supermärkten und sonstigen
2. der Betrieb von Betriebskantinen und Mensen im Ladengeschäften, dass der Sortimentsteil nach den
Innenbereich, wenn die Arbeitsabläufe im Betrieb Nummern 1 bis 16 wesentlich überwiegt.
eine Schließung nicht zulassen, insbesondere wenn
der Verzehr mitnahmefähiger Speisen und Geträn- (4) Die Erbringung körpernaher Dienstleistungen ist
ke an anderer Stelle nicht zumutbar ist, nur gestattet für Kundinnen und Kunden, die einen
negativen SARS-CoV-2-Test nach Maßgabe des § 5a
3. der Betrieb von Rastanlagen an Bundesautobahnen vorlegen können und unter Beachtung der Auflagen zur
und gastronomische Betriebe an Autohöfen, Hygiene nach § 5. Die Pflicht zur Vorlage eines Tester-
4. der Betrieb eines Gaststättengewerbes, der Betrieb gebnisses nach Satz 1 gilt nicht im Gesundheitsbereich
sonstiger Gastronomiebetriebe jeder Art und von bei der Erbringung medizinischer oder therapeutischer
Betriebskantinen und Mensen im Außenbereich mit Leistungen.
vorheriger Terminvereinbarung unter Beschrän- (5) Der Freizeit- und Amateursportbetrieb einschließ-
kung auf Gruppen von bis zu zehn Personen pro lich des Betriebs von Tanzschulen ist in Form von kon-
Tisch, sofern alle Gäste dieser Gruppen einen ne- taktfreiem Sport im Außenbereich, auch auf Außen-
gativen SARS-CoV-2-Tests nach Maßgabe des § 5a sportanlagen, zulässig.
vorlegen können. Eine Bewirtung darf ausschließ-
lich an Tischen mit festem Sitzplatz erfolgen. Abweichend von Satz 1 ist kontaktfreier Sport im Innen-
(2) Verboten ist die Erbringung sexueller Dienstleis- bereich sowie Kontaktsport im Außenbereich, auch auf
tungen im Sinne des § 2 Absatz 1 Satz 1 des Prostitu- Außensportanlagen, zulässig, sofern alle Teilnehme-
iertenschutzgesetzes vom 21. Oktober 2016 (BGBl. I rinnen und Teilnehmer einen negativen SARS-CoV-2
S. 2372), zuletzt geändert durch Artikel 5 Absatz 1 des -Test nach Maßgabe des § 5a vorlegen können.
Gesetzes vom 9. März 2021 (BGBl. I S. 327), sowie die Bei der Durchführung des Sportbetriebs müssen min-
Ausübung des Prostitutionsgewerbes im Sinne des § 2 destens die folgenden Voraussetzungen eingehalten
Absatz 3 des Prostituiertenschutzgesetzes. werden:
(3) Das Betreten von Ladengeschäften des Einzelhan- 1. Einhaltung des Mindestabstandes nach § 1 Ab-
dels sowie die Öffnung von Ladenlokalen, deren Be- satz 1 Satz 3 im Innenbereich; die Regelung des
treten zur Entgegennahme einer Dienst- oder Werk- § 1 Absatz 2 bleibt unberührt,
leistung erforderlich ist, ist nur nach Maßgabe eines
negativen SARS-CoV-2-Tests nach § 5a gestattet. Von 2. Ausschluss von Zuschauern.
der Testverpflichtung nach Satz 1 ausgenommen sind
(5a) Der Wettkampf- und Trainingsbetrieb des Berufs-
1. Lebensmittelhandel, auch Getränkemärkte und sports und von Sportlerinnen und Sportlern des Olym-
Wochenmärkte, deren Warenangebot den zulässi- piakaders, des Perspektiv-Kaders, der Nachwuchska-
gen Einzelhandelsbetrieben entspricht, Direktver- der, des paralympischen Kaders und des Landeskaders
markter von Lebensmitteln, ist zulässig. Die Nutzung von Innensportstätten muss in
allen Fällen aus infektionsschutzrechtlicher Sicht ver-
2. Abhol- und Lieferdienste,
tretbar sein.
3. Tierbedarfsmärkte und Futtermittelmärkte,
Zuschauer sind nicht erlaubt.
4. Banken und Sparkassen,
(6) Zu schließen sind Institutionen und Einrichtungen,
5. Apotheken, Drogeriemärkte und Sanitätshäuser, soweit sie der Freizeitgestaltung dienen, wie der Be-
Reformhäuser, trieb von Messen, Freizeitparks und Anbieter von Frei-
6. Optiker und Hörgeräteakustiker, zeitaktivitäten (drinnen wie draußen), Schwimm- und
Spaßbädern, Saunen, Thermen, Clubs und Diskothe-
7. Post und sonstige Annahmestellen des Versand- ken, Wettvermittlungsstellen, Fitnessstudios und ähn-
handels, liche Einrichtungen.
8. Tankstellen, Raststätten, Von der Schließung ausgenommen sind
9. Reinigungen und Waschsalons, 1. öffentliche Spielplätze,
10. Zeitungskioske, Zeitungsverkaufsstellen, 2. Wildparks, Zoos,
11. Online-Handel, 3. Bibliotheken,
12. Babyfachmärkte,
4. Museen, Galerien, Gedenkstätten, unter der Bedin-
13. Werkstätten und Reparaturannahmen, gung einer vorherigen Terminvereinbarung und der
1062 Amtsblatt des Saarlandes Teil I vom 23. April 2021

Vorlage eines negativen SARS-CoV-2-Tests nach ben jeder Art sind der Verkauf, die Lieferung und Ab-
Maßgabe des § 5a, gabe von alkoholhaltigen Getränken in der Zeit von
22.00 bis 6.00 Uhr untersagt.
5. Theater, Konzerthäuser und Opernhäuser und Ki-
nos, unter der Bedingung der Vorlage eines nega- (9) Die Ortspolizeibehörden werden ermächtigt, auf
tiven SARS-CoV-2-Tests nach Maßgabe des § 5a belebten Plätzen und Straßen den Verzehr von alkoho-
der Besucherinnen und Besucher, lischen Getränken zu untersagen.
6. geeignete, kontaktfreie Angebote zur kulturellen (10) Die zuständige Ortspolizeibehörde kann in atypi-
Betätigung in Gruppen im Außenbereich durch da- schen Einzelfällen auf Antrag Ausnahmegenehmigun-
rauf ausgerichtete Einrichtungen, wobei dabei die gen erteilen, soweit dies aus Sicht des Infektionsschut-
Nutzung von Blasinstrumenten und die Ausübung zes unbedenklich ist und der Zweck dieser Verordnung
von Gesang nicht zulässig sind, gewahrt wird. Die Ausnahmegenehmigung kann zeit-
7. Einrichtungen der Sozial- und Jugendhilfe sowie lich befristet werden.
vergleichbare soziale Einrichtungen und Angebote,
8. abweichend von Satz 1 für kontaktfreien Sport Fit- § 8
nessstudios und vergleichbare Sporteinrichtungen Einrichtungen für Menschen mit Behinderung
jeweils im Außenbereich, sofern die notwendigen Die Beschäftigung und Betreuung in Einrichtungen
Hygienemaßnahmen nach § 5 eingehalten und gemäß dem Neunten Buch Sozialgesetzbuch ist ge-
Kontakte zwischen Kunden vermieden werden; ab- stattet und zulässig, sofern der Leistungserbringer ein
weichend von Satz 1 kann kontaktfreies Training Infektionsschutz-, Hygiene- und Reinigungskonzept
im Innenbereich von Sportstätten wie Fitnessstu- vorhält, das auch die Fahrdienste umfasst und sich an
dios oder vergleichbaren Sporteinrichtungen un- den Empfehlungen der Bundesregierung zum Arbeits-
ter Beachtung der Hygienemaßnahmen nach § 5 schutz in Zeiten der Corona-Pandemie „Arbeitsschutz-
durchgeführt werden, wenn der Nachweis eines standard SARS-CoV-2“ in der aktuell gültigen Fassung
negativen SARS-CoV-2-Tests nach Maßgabe des orientiert. Die Maßgaben der SARS-CoV-2-Arbeits-
§ 5a geführt wird, schutzverordnung (Corona-ArbSchV) in der jeweils
9. Wettannahmestellen privater Anbieter; die Räum- gültigen Fassung finden Anwendung. Es sind geeignete
lichkeiten dürfen lediglich zur Abwicklung des Maßnahmen zur vollständigen Kontaktnachverfolgung
Wettgeschäfts betreten werden, wenn der Nachweis nach Maßgabe des § 6 Absatz 1 des Saarländischen
eines negativen SARS-CoV-2-Tests nach Maßgabe COVID-19-Maßnahmengesetzes vom 22. Januar 2021
des § 5a geführt wird; eine erneute Bedienung ei- (Amtsbl. I S. 220) und zum Einhalten des Mindestab-
ner Kundin oder eines Kunden darf frühestens zwei standes nach § 1 Absatz 1 Satz 3 sicherzustellen. Für
Stunden nach bereits erfolgter Bedienung stattfin- die Einhaltung und Fortschreibung des Konzepts ist der
den, Leistungserbringer verantwortlich. Nähere Einzelhei-
ten hierzu regelt das Handlungskonzept des Saarlandes
10. abweichend von Satz 1 Schwimmbäder zum Zweck zum Infektionsschutz und zum gleichzeitigen Schutz
der Ausbildung und des Trainingsbetriebs von Ret- vulnerabler Gruppen im Bereich der Eingliederungs-
tungsschwimmern, hilfe im Rahmen der Corona-Pandemiemaßnahmen in
11. Spielhallen und Spielbanken unter der Bedingung der jeweils gültigen Fassung. Im Übrigen wird auf die
der Vorlage eines negativen SARS-CoV-2-Tests Regelungen für den Bereich der Eingliederungshilfe in
nach Maßgabe des § 5a der Besucherinnen und Be- § 9 verwiesen.
sucher.
(7) Untersagt ist der Betrieb von Hotels, Beherber- § 8a
gungsbetrieben und Campingplätzen sowie die Zur- Einrichtungen der Sozial- und Jugendhilfe sowie
verfügungstellung jeglicher Unterkünfte zu privaten vergleichbare soziale Einrichtungen und Angebote
touristischen Zwecken. Abweichend hiervon ist der Der Betrieb von Einrichtungen der Sozial- und Jugend-
hoteltypische Betrieb nur für beruflich veranlasste oder hilfe sowie vergleichbarer Einrichtungen und Angebote
aus unabweisbaren persönlichen Gründen Reisende ist gestattet. § 8 Satz 1 bis 4 gilt entsprechend den spe-
zulässig. Die Durchführung von touristischen Reise- zifischen Anforderungen der Sozial- und Jugendhilfe.
busreisen, Schiffsreisen oder ähnlichen Angeboten ist
unzulässig.
§ 9
(8) Den Betreibern von Verkaufsstellen im Sinne des Einrichtungen zur Pflege, Vorsorge- und
Saarländischen Gesetzes zur Regelung der Ladenöff- Rehabilitationseinrichtungen, Krankenhäuser und
nungszeiten (Ladenöffnungsgesetz – LÖG Saarland) weitere Leistungsbereiche
vom 15. November 2006 (Amtsbl. S. 1974), zuletzt ge-
ändert durch Artikel 6 Nummer 2 des Gesetzes vom (1) Das Betreten von Einrichtungen der teilstationären
11. November 2020 (Amtsbl. I S. 1262), sowie dem Tages- und Nachtpflege sowie die Zurverfügungstel-
Gaststättengewerbe nach dem Saarländischen Gast- lung von Betreuungsgruppenangeboten sind untersagt.
stättengesetz vom 13. April 2011 (Amtsbl. I S. 206), Ausnahmen zu Satz 1 können auf Antrag durch das Mi-
zuletzt geändert durch das Gesetz vom 12. Juni 2012 nisterium für Soziales, Gesundheit, Frauen und Familie
(Amtsbl. I S. 156), und sonstigen Gastronomiebetrie- zur Ermöglichung einer Betreuung in Gruppen von bis
Amtsblatt des Saarlandes Teil I vom 23. April 2021 1063

zu 15 Tagespflegegästen genehmigt werden. Hierbei ist 1. Fachkrankenhäuser und -Fachabteilungen für


ein Hygienekonzept vorzulegen. ­Psychiatrie und Psychotherapie, Gerontopsychia-
trie der Kinder- und Jugendlichenpsychiatrie und
Die Zurverfügungstellung von Betreuungsgruppen- -psychotherapie und Palliativstationen und -be-
angeboten für Pflegebedürftige wird erlaubt, sofern reichen. In diesen Einrichtungen legen die behan-
die Vorgaben des Musterhygieneschutzkonzepts des delnden Ärztinnen und Ärzte in Absprache mit den
Ministeriums für Soziales, Gesundheit, Frauen und Patienten und Angehörigen die Besuchsmöglich-
Familie eingehalten werden. Dies ist den für die An- keiten fest.
erkennung von Angeboten zur Unterstützung im Alltag
zuständigen Landkreisen und dem Regionalverband 2. Eltern, die ihr minderjähriges Kind besuchen. Die
vor Wiederaufnahme der Betreuungstätigkeit schrift- Besuchsmöglichkeiten sind in Absprache mit den
lich zu bestätigen. Die Zuständigkeiten gemäß § 12 behandelnden Ärztinnen und Ärzten festzulegen.
dieser Verordnung bleiben hiervon unberührt.
3. die Ehegattin oder der Ehegatte, die Lebenspart-
(2) Besuche in Einrichtungen nach den §§ 1a und 1b nerin oder der Lebenspartner, die Verlobte oder
des Saarländischen Wohn-, Betreuungs- und Pflege- der Verlobte, sonstige nahe Angehörige oder na-
qualitätsgesetzes sind im Rahmen eines Besuchskon- hestehende Personen. Diesen sind bei schwersten
zepts zulässig. Das Besuchskonzept muss mindestens Erkrankungen medizinisch oder ethisch-sozial an-
einen täglichen Besuch von zwei Besucherinnen oder gezeigte Besuche, insbesondere bei Geburten oder
Besuchern aus zwei Hausständen ermöglichen. Hierzu bei Personen im Sterbeprozess, zu gestatten. Die
erlässt das Ministerium für Soziales, Gesundheit, Frau- Begleitung Sterbender muss jederzeit gewährleis-
en und Familie unter Berücksichtigung des aktuellen tet sein. Weiter ist bei Aufklärungsgesprächen und
Infektionsgeschehens Richtlinien, die insbesondere vor risikobehafteten Eingriffen und Behandlungen
Festlegungen zur Anzahl und Dauer der Besuche, zum eine Begleitung durch den vorgenannten Personen-
Kreis der Besucher, zur Registrierung der Besucher so- kreis zu gestatten. Die Einschätzung erfolgt unter
wie Maßnahmen zur Sicherstellung der Einhaltung des Einbindung der Patientinnen und Patienten sowie
Mindestabstandes nach § 1 Absatz 1 Satz 3 und zum deren Angehöriger durch die behandelnden Ärztin-
Schutz der Bewohner und des Personals vor Infektio- nen oder Ärzte.
nen enthalten können. 4. Seelsorgerinnen und Seelsorger und rechtliche Be-
(3) Für den Betrieb von Krankenhäusern, Vorsorge- treuerinnen und Betreuer, soweit ein persönlicher
und Rehabilitationseinrichtungen werden nachstehen- Kontakt zur Erfüllung der ihnen übertragenen Auf-
de Maßnahmen angeordnet: gaben nach § 1896 des Bürgerlichen Gesetzbuchs
erforderlich ist; Bevollmächtigte werden rechtli-
1. Es sind geeignete Maßnahmen zu ergreifen, um chen Betreuerinnen und Betreuern gleichgestellt,
den Eintrag von Coronaviren zu erschweren, Pa- die jeweils in dieser Funktion die Einrichtung auf-
tienten und Personal zu schützen und persönliche suchen.
Schutzausrüstung einzusparen. Bei der Auswahl
der Maßnahmen sind auch patientenbezogene As- Ein Besuch ist nur bei negativem durch das Kran-
pekte zu berücksichtigen. kenhaus oder die Rehabilitationseinrichtung durch-
geführtem Antigentest möglich. Für den Besuch sind
2. Die Krankenhäuser und Rehabilitationseinrichtun- geeignete Schutzmaßnahmen einzuhalten und eine
gen haben ein schriftliches Testkonzept zu erstellen Hygieneunterweisung regelmäßig durchzuführen. Eine
und fortlaufend zu aktualisieren. Dabei haben sie vollständige Isolation der Patientinnen und Patienten
die Vorgaben der jeweils gültigen Nationalen Test- ist zu verhindern. Die Besuchszeiten sind so einzurich-
strategie SARS-CoV-2 und die Vorgaben der saar- ten, dass ein Besuch auch berufstätigen Angehörigen
ländischen Teststrategie sowie die jeweils aktuel- ermöglicht wird.
len Hinweise des RKI zur Testung von Patienten
auf Infektionen mit dem neuartigen Coronavirus 5. Planbare Aufnahmen, auch in Tageskliniken, sind
SARS-CoV-2 zu beachten. nach Maßgabe und Weisung des Ministeriums für
Soziales, Gesundheit, Frauen und Familie so zu
3. Die Krankenhäuser und Rehabilitationseinrichtun- planen und durchzuführen, dass zeitnah die Auf-
gen haben auf der Basis der unterschiedlichen bau- nahmekapazitäten für COVID-19-Patientinnen
lichen Voraussetzungen, des differenzierten Versor- oder -Patienten bereitstehen; dies gilt insbesonde-
gungsauftrags und der unterschiedlichen Aufgaben re für die Kapazitäten in der Intensivmedizin. Das
in ambulanter, tagesklinischer und stationärer Ver- Ministerium für Soziales, Gesundheit, Frauen und
sorgung ein Hygienekonzept unter Einbindung der Familie kann die Durchführung planbarer Behand-
zuständigen Gesundheitsämter zu erstellen. lungen auf medizinisch notwendige Behandlungen
gegenüber einzelnen Krankenhäusern beschrän-
4. Einrichtungen nach § 23 Absatz 3 Nummer 1 und 3 ken, damit zeitnah die Aufnahmekapazitäten für
bis 7 des Infektionsschutzgesetzes, ausgenommen COVID-19-Patientinnen und -Patienten erhöht und
Hospize, dürfen nicht für Zwecke des Besuchs von notwendige personelle Ressourcen geschaffen wer-
Patientinnen und Patienten betreten werden. den können.
Ausgenommen von dieser Einschränkung des Besuchs- 6. Der Öffentlichkeit zugängliche Einrichtungen für
rechts sind Patientinnen und Patienten sowie Besucherinnen
1064 Amtsblatt des Saarlandes Teil I vom 23. April 2021

und Besucher können unter Berücksichtigung der Beschäftigte im Bereich der Pflege, der Eingliederungs-
Vorgaben der §§ 5 und 6 dieser Verordnung geöff- hilfe sowie der Kinder- und Jugendhilfe erhalten einen
net werden. Betriebskantinen können unter Einhal- Anspruch auf Durchführung eines PCR-Tests in dem
tung der Vorgaben nach § 5 für Beschäftigte der saarländischen Testzentrum nach Beendigung einer be-
Krankenhäuser, Vorsorge- und Rehabilitationsein- hördlich angeordneten Absonderung oder Quarantäne.
richtungen geöffnet werden, wenn die Arbeitsab-
läufe im Betrieb eine Schließung nicht zulassen, (6) Personen, die Aufgaben der Rechtspflege wahrneh-
insbesondere wenn der Verzehr mitnahmefähiger men, sowie Beamte des Polizei- und Justizvollzugs-
Speisen und Getränke an anderer Stelle nicht zu- dienstes im Rahmen ihrer Dienstausübung sind von
mutbar ist. Wartebereiche sind entsprechend den den Testpflichten nach den Absätzen 2, 3 und 5 mit
Empfehlungen des RKI kontaktreduzierend auszu- der Maßgabe freigestellt, dass ihnen Zutritt aufgrund
gestalten. einer durch ihren Dienstherrn ausgestellten Beschei-
nigung über das Nichtvorliegen einer Infektion mit
(4) Von den Betretungsverboten der Absätze 1 bis 3 dem SARS-CoV-2-Virus zu gewähren ist, wenn die
sind Betretungen zum Zweck der Rechtspflege und der zugrunde liegende Testung nicht länger als 24 Stun-
sozialleistungsrechtlichen Bedarfsermittlung durch So- den zurückliegt. Wird eine Bescheinigung des Dienst-
zialleistungsträger ausgenommen. herrn nicht vorgelegt, wird ein Test von der Einrichtung
vorgenommen; in diesem Fall gelten Absatz 5 Satz 5
(5) In Einrichtungen nach § 1a des Saarländischen und 6 entsprechend. Bei der dienstlich veranlassten Be-
Wohn-, Betreuungs- und Pflegequalitätsgesetzes vom gleitung dringender medizinischer Notfälle sowie bei
6. Mai 2009 (Amtsbl. S. 906), zuletzt geändert durch sonstiger dienstlich veranlasster Eilbedürftigkeit ist der
Artikel 2 des Gesetzes vom 22. August 2018 (Amtsbl. I Zutritt ohne Nachweis über das Nichtvorliegen einer
S. 674), sind mittels PoC-Antigen-Test zweimal wö- Infektion mit dem SARS-CoV-2-Virus zu gestatten.
chentlich auf das Vorliegen einer Infektion mit dem
Coronavirus SARS-CoV-2 zu testen (7) Alle Beschäftigten einschließlich aller Ehrenamt-
lichen und Leiharbeitnehmer nach Absatz 5 Satz 1
1. alle Bewohnerinnen und Bewohner, sofern gesund- müssen beim Kontakt mit den Bewohnerinnen und Be-
heitliche Einschränkungen einer Testung nicht ent- wohnern eine Maske der Standards FFP2 oder Masken
gegenstehen, höherer Standards tragen.
2. alle im Dienst befindlichen Beschäftigten ein-
schließlich aller Ehrenamtlichen und Leiharbeit- § 10
nehmer in besonderen Wohnformen für Menschen Hochschulen, Berufsakademien und
mit Behinderung gemäß dem Neunten Buch So- wissenschaftliche Forschungseinrichtungen;
zialgesetzbuch. Staatliche Prüfungen, Ausbildungsgänge sowie
Fortbildungen
In Einrichtungen für volljährige Menschen mit Pflege-
und Unterstützungsbedarf sind alle im Dienst befindli- (1) Die Durchführung des Studien- und Lehrbetriebs
chen Beschäftigten einschließlich aller Ehrenamtlichen der Universität des Saarlandes, der Hochschule für
und Leiharbeiternehmer mindestens dreimal pro Wo- Technik und Wirtschaft, der Hochschule der Bildenden
che zu testen. Künste und der Hochschule für Musik Saar in Präsenz-
form ist untersagt. Ausgenommen sind, unter der Maß-
Von den Testpflichten nach Satz 1 und 2 ist befreit, wer gabe der Einhaltung von Hygienemaßnahmen nach den
den Nachweis über das Nichtvorliegen einer Infektion Empfehlungen des RKI und der Berücksichtigung der
mit dem SARS-CoV-2-Virus führt, sofern die dem aktuellen Pandemiepläne der jeweiligen Hochschule,
Nachweis zugrunde liegende Abstrichentnahme nicht insbesondere Labortätigkeiten, Praktika, praktische
länger als 24 Stunden zurückliegt. und künstlerische Ausbildungstätigkeiten und Prüfun-
Besucherinnen und Besuchern der in Satz 1 und Satz 2 gen. Nähere Bestimmungen zur Anpassung von Lehre,
genannten Einrichtungen ist der Zutritt nur gegen Vor- Studium und Prüfungen können von der für die jeweili-
lage eines Nachweises über das Nichtvorliegen einer ge Hochschule zuständigen Aufsichtsbehörde erlassen
Infektion mit dem SARS-CoV-2-Virus zu gestatten. werden.

Im Falle der Testung innerhalb der Einrichtung ist den (2) Die Hochschulen können im jeweiligen Einzelfall
Mitarbeitern und den Besuchern das Ergebnis nach im Einvernehmen mit den betroffenen Studierenden
Maßgabe des § 5a zu bestätigen. entscheiden, ob sie mündliche Prüfungen per Video-
konferenz durchführen. Hierfür können auch die gän-
Für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Rettungs- gigen kommerziellen Systeme genutzt werden, wobei
dienstes des Zweckverbandes für Rettungsdienst und die Sicherheit sowie die Identitätsfeststellung zu ge-
Feuerwehralarmierung Saar (ZRF), die die genannten währleisten sind.
Einrichtungen aufsuchen, wird in Abweichung der Vor- (3) Die Prüfungsämter sind angehalten, die Bearbei-
gaben zur täglichen Testung, eine PoC-Testung der Mit- tungszeiten laufender Qualifizierungsarbeiten, insbe-
arbeiterinnen und Mitarbeiter von dreimal wöchentlich sondere Hausarbeiten, Bachelor-, Master- und Staats-
vorgegeben, wenn sie in Vollschutz ihrer persönlichen examensarbeiten, entsprechend anzupassen.
Schutzausrüstung die Einrichtungen betreten. Die Mit-
arbeiterinnen und Mitarbeiter haben einen entsprechen- (4) Absatz 1 gilt entsprechend für im Saarland staat-
den Nachweis mit sich zu führen. lich anerkannte Hochschulen in freier Trägerschaft, für
Amtsblatt des Saarlandes Teil I vom 23. April 2021 1065

staatlich anerkannte Berufsakademien und für wissen- § 13


schaftliche Forschungseinrichtungen im Saarland. Sonderregelung für Gebiete mit besonderem
Infektionsgeschehen
(5) Staatliche Prüfungen bleiben von dieser Verord-
nung unberührt und können unter Beachtung der im (1) Übersteigt die Anzahl der Neuinfektionen mit dem
Einzelfall erforderlichen Infektionsschutzmaßnahmen SARS-CoV-2-Virus innerhalb eines Zeitraums von sie-
durchgeführt werden. Dasselbe gilt für Präsenzveran- ben Tagen pro 100 000 Einwohner in einem Landkreis
staltungen im Rahmen staatlicher Ausbildungsgänge oder im Regionalverband Saarbrücken an drei auf-
und Fortbildungen. Die näheren Bestimmungen trifft einanderfolgenden Tagen den Wert von 200 (Sieben-­
die jeweils zuständige Aufsichtsbehörde. Tages-Inzidenz), ist es in dem jeweiligen Landkreis
(6) Eignungs- und Kenntnisprüfungen sowie Studier- oder dem Regionalverband den Einwohnerinnen und
fähigkeitstests in den Bereichen Medizin, Pharmazie Einwohnern untersagt, sich aus einem Umkreis von
und Psychotherapie können unter Beachtung der erfor- mehr als 15 Kilometern der Wohnanschrift oder der
derlichen Infektionsschutzmaßnahmen durchgeführt Anschrift des gewöhnlichen Aufenthaltes für tagestou-
werden. Die Teilnahme in Präsenzform kann von der ristische Ausflüge hinauszubegeben.
Vorlage eines negativen SARS-CoV-2-Tests nach Maß- (2) Die in den Landkreisen oder dem Regionalver-
gabe des § 5a abhängig gemacht werden. band Saarbrücken auftretenden Inzidenzen werden zur
Bestimmung des nach Absatz 1 Satz 1 maßgeblichen
§ 11 Schwellenwertes täglich von den Gesundheitsämtern
Straftaten und Ordnungswidrigkeiten an das Ministerium für Soziales, Gesundheit, Frauen
und Familie gemeldet. Das Ministerium für Soziales,
(1) Ordnungswidrig im Sinne des § 73 Absatz 1a Num- Gesundheit, Frauen und Familie stellt die Überschrei-
mer 24 des Infektionsschutzgesetzes handelt, wer vor- tung des Grenzwertes nach Absatz 1 Satz 1 fest und
sätzlich oder fahrlässig den Ge- oder Verboten des § 2 macht dies im Amtsblatt des Saarlandes bekannt. Die
Absatz 2, 3 und 4 sowie der §§ 4 bis 10 oder des § 13 Einschränkung nach Absatz 1 Satz 1 tritt am Tag nach
zuwiderhandelt. der Bekanntmachung in Kraft. Das Ministerium für So-
ziales, Gesundheit, Frauen und Familie kann von der
(2) Die Ordnungswidrigkeit kann gemäß § 73 Absatz 2 Feststellung und Bekanntmachung mit den Folgen des
des Infektionsschutzgesetzes mit einer Geldbuße bis zu Absatzes 1 absehen, wenn die Überschreitung der oben
fünfundzwanzigtausend Euro geahndet werden. genannten Sieben-Tages-Inzidenz auf einem lokalisier-
(3) Eine Strafbarkeit, insbesondere nach den §§ 74, 75 ten und klar eingrenzbaren Infektionsgeschehen, insbe-
des Infektionsschutzgesetzes, bleibt unberührt. sondere in einzelnen Betreuungs- oder Pflegeeinrich-
tungen, Gemeinschaftsunterkünften oder Betrieben,
beruht, die Infektionsketten bekannt sind und weiter-
§ 12 gehende Beschränkungen für den Landkreis oder den
Zuständige Behörden Regionalverband Saarbrücken oder deren Teilgebiete
aus Gründen des Infektionsschutzes nicht geboten sind.
(1) Zuständig für die Ausführung und Durchsetzung
dieser Verordnung, des § 28b des Infektionsschutz- (3) Wird der Grenzwert von 200 Neuinfektionen pro
gesetzes und von Rechtsverordnungen auf der Grund- 100 000 Einwohner für einen Zeitraum von fünf auf-
lage des § 28b Absatz 6 sowie des § 28c des Infek- einanderfolgenden Tagen unterschritten, stellt das Mi-
tionsschutzgesetzes sind die Ortspolizeibehörden und nisterium für Soziales, Gesundheit, Frauen und Familie
unbeschadet von § 1 der Verordnung über Zuständig- dies fest und macht es im Amtsblatt bekannt. Die Ein-
keiten nach dem Infektionsschutzgesetz vom 12. Sep- schränkung nach Absatz 1 Satz 1 tritt am Tag nach der
tember 2016 (Amtsbl. I S. 856), zuletzt geändert durch Bekanntmachung außer Kraft.
die Verordnung vom 22. April 2021 (Amtsbl. I S.1050),
ergänzend die Vollzugspolizei; dies umfasst auch die
Kontrolle der Einhaltung der Vorschriften dieser Ver- § 13a
ordnung, der Vorschriften des § 28b des Infektions- Geltungsvorrang des Bundesrechts
schutzgesetzes und der Vorschriften von Rechtsverord-
nungen auf der Grundlage des § 28b Absatz 6 sowie Die Regelungen nach dieser Verordnung gelten vorbe-
des § 28c des Infektionsschutzgesetzes. Zuständige haltlich der vorrangigen Geltung des § 28b des Infek-
Verwaltungsbehörden für die Verfolgung und Ahndung tionsschutzgesetzes und von Rechtsverordnungen der
von Ordnungswidrigkeiten nach dieser Verordnung Bundesregierung auf der Grundlage des dortigen Ab-
sind die Gemeindeverbände. Die Ortspolizeibehörden satzes 6 sowie des § 28c des Infektionsschutzgesetzes.
und die Vollzugspolizei werden ermächtigt, bei Verstö-
ßen gegen die bußgeldbewehrten Vorschriften des § 2
Absatz 2 Verwarnungen zu erteilen und Verwarnungs- § 14
gelder in Höhe von 50 Euro zu erheben. Inkrafttreten, Außerkrafttreten
(2) Die Vollzugspolizei leistet Amts- und Vollzugshilfe; (1) Diese Verordnung tritt am 24. April 2021 in Kraft.
die polizeilichen Gefahrenabwehraufgaben nach dem Gleichzeitig tritt die Verordnung zur Bekämpfung
Saarländischen Polizeigesetz bleiben unberührt und der Corona-Pandemie vom 17. April 2021 (Amtsbl. I
bestehen weiterhin fort. S. 908, 911, 991_2) außer Kraft.
1066 Amtsblatt des Saarlandes Teil I vom 23. April 2021

(2) Diese Verordnung tritt mit Ablauf des 7. Mai 2021 3. In den Grundschulen, Förderschulen und in den
außer Kraft. Klassenstufen 5 bis 10 der Gymnasien und den
Klassenstufen 5 bis 11 der Gemeinschaftsschulen
erfolgt die Beschulung im Wechsel zwischen schu-
Artikel 3 lischem Präsenzunterricht und der Beschulung im
Verordnung zum Schulbetrieb und zum Betrieb „Lernen von zu Hause“. Die weiteren Vorgaben
sonstiger Bildungseinrichtungen sowie zum Betrieb trifft das Ministerium für Bildung und Kultur.
von Kindertageseinrichtungen während der (4) Im Anwendungsbereich des § 28b Absatz 3 des In-
Corona-Pandemie fektionsschutzgesetzes ist der Präsenzschulbetrieb ab-
weichend von Absatz 3 ausschließlich nach den Maß-
Kapitel 1 gaben des § 28b Absatz 3 des Infektionsschutzgesetzes
Schulbetrieb und Betrieb von und von Rechtsverordnungen der Bundesregierung
Kindertageseinrichtungen, auf der Grundlage des dortigen Absatzes 6 sowie des
Kindergroßtagespflegestellen und § 28c des Infektionsschutzgesetzes sowie den in dieser
heilpädagogischen Tagesstätten während der Verordnung getroffenen weitergehenden Vorgaben zu-
Corona-Pandemie lässig. Die Geltung der Maßgaben des § 28b Absatz 3
des Infektionsschutzgesetzes wird durch das Minis-
terium für Soziales, Gesundheit, Frauen und Familie
§ 1 bekannt gemacht. Ausgenommen von der Untersagung
Schulbetrieb während der Corona-Pandemie des Präsenzunterrichts nach § 28b Absatz 3 Satz 3 des
Infektionsschutzgesetzes sind die vom Ministerium
(1) Zur Gewährleistung des Schulbetriebs sind alle für Bildung und Kultur festzulegenden Klassen- und
Schulen verpflichtet, die Vorgaben des „Musterhy- Jahrgangsstufen. Die Testobliegenheit nach § 28b Ab-
gieneplans Saarland zum Infektionsschutz in Schu- satz 3 Satz 1 des Infektionsschutzgesetzes kann auch
len im Rahmen der Corona-Pandemiemaßnahmen“ durch Vorlage eines anderweitigen Nachweises über
vom 7. August 2020 in der jeweils geltenden Fassung das Nichtvorliegen einer Infektion mit dem SARS-
(https://corona.saarland.de/DE/service/downloads/_ CoV-2-Virus im Sinne des § 5a der Verordnung zur
documents/hygienekonzepte/dld_hygienemassnah- Bekämpfung der Corona-Pandemie erfüllt werden. Die
menschule-2020-07-03.pdf) einzuhalten. Dieser er- Regelung des § 28b Absatz 3 Satz 1 findet neben den
gänzt den gemäß § 36 Infektionsschutzgesetz von der Lehrkräften auch auf alle anderen an der Schule tätigen
jeweiligen Schule zu erstellenden Hygieneplan um Personen Anwendung; Satz 4 gilt entsprechend.
weitere Vorgaben zur Pandemiebekämpfung.
(5) Von der Teilnahme am Präsenzunterricht werden
Die in dieser Verordnung getroffenen Regelungen und auf Antrag befreit
die Vorgabe des „Musterhygieneplans Saarland zum
Infektionsschutz in Schulen im Rahmen der Corona- 1. Schülerinnen und Schüler, die nach näherer Maß-
Pandemiemaßnahmen“ gehen der SARS-CoV-2-Ar- gabe des Ministeriums für Bildung und Kultur als
beitsschutzverordnung vom 21. Januar 2021 (BAnz AT vulnerabel zu betrachten sind oder mit als vulnera-
22.01.2021 V1) im Schulbereich (§§ 1 bis 1b) vor als bel zu betrachtenden Personen in einem Haushalt
abweichende Regelungen im Sinne des § 1 Absatz 2 leben; die Vulnerabilität ist durch ärztliches Attest
SARS-CoV-2-Arbeitsschutzverordnung beziehungs- nachzuweisen;
weise konkretisieren die Umsetzung der in der SARS- 2. Schülerinnen und Schüler, die den Zutrittsbe-
CoV-2-Arbeitsschutzverordnung getroffenen Vorgaben schränkungen nach § 28b Absatz 3 Satz 1 des In-
für den Schulbereich. fektionsschutzgesetzes unterliegen (Abmeldung
(2) Die Schulpflicht bleibt für alle Schülerinnen und vom Präsenzunterricht).
Schüler unberührt, auch wenn der Präsenzschulbetrieb Die Befreiung gilt nicht für die Teilnahme an schriftli-
eingeschränkt ist. chen und mündlichen Prüfungen sowie für die nach den
(3) Der Präsenzschulbetrieb erfolgt eingeschränkt: schulrechtlichen Vorgaben in Präsenzform zu erbrin-
genden Leistungsnachweise. Insoweit sind besondere
1. Für die Schülerinnen und Schüler, die sich im Schutzmaßnahmen zu treffen; das Nähere regeln der
zweiten Halbjahr der gymnasialen Oberstufe an „Musterhygieneplan Saarland zum Infektionsschutz
Gemeinschaftsschulen und Gymnasien befinden, in Schulen im Rahmen der Corona-Pandemiemaßnah-
findet schulischer Präsenzunterricht statt. Gleiches men“ sowie das Ministerium für Bildung und Kultur.
gilt für die entsprechende Jahrgangsstufe an beruf-
lichen Schulen, wobei die Beschulung standortab- (6) Sofern der Präsenzunterricht wegen der in Absatz 2
hängig auch im Wechselmodell erfolgen kann. und 3 genannten Vorgaben beziehungsweise aufgrund
der Vorgaben des § 28b Absatz 3 Satz 2 oder 3 des
2. Die Schülerinnen und Schüler der Abschlussklas- Infektionsschutzgesetzes eingeschränkt ist sowie für
sen in den Fachoberschulen, den Fachschulen, der Schülerinnen und Schüler, die nach Absatz 5 oder aus
Berufsfachschulen, der höheren Berufsfachschulen Infektionsschutzgründen aufgrund einer entsprechen-
und der Berufsschulen werden im Wechsel zwi- den Quarantäneanordnung nicht am Präsenzunterricht
schen schulischem Präsenzunterricht und der Be- teilnehmen, erfüllt die Schule ihren Bildungs- und Er-
schulung im „Lernen von zu Hause“ beschult. ziehungsauftrag durch ein pädagogisches Angebot im
Amtsblatt des Saarlandes Teil I vom 23. April 2021 1067

„Lernen von zu Hause“. Die Schulpflicht wird in die- oder nach § 28 b Absatz 3 Satz 2 oder 3 die Schullei-
sen Fällen durch die Wahrnehmung des pädagogischen tung nach den besonderen standortbezogen organisato-
Angebots und das Nachkommen der damit verbunde- rischen Gegebenheiten.
nen Verpflichtungen im „Lernen von zu Hause“ erfüllt.
(7) Bis einschließlich der Klassenstufe 6 der allgemein- § 1a
bildenden Schulen wird an der Schule im Vormittags- Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes
bereich ein angepasstes pädagogisches Angebot vor-
gehalten für Schülerinnen und Schüler, die aufgrund (1) Im Präsenzangebot der Schule besteht für alle Schü-
der nach den Regelungen des Absatzes 3 eingetretenen lerinnen und Schüler – auch für die Schülerinnen und
Phase des „Lernens von zu Hause“ eine entsprechende Schüler der Grundschule – sowie für Lehrkräfte und
Betreuung benötigen, die keinen geeigneten häuslichen das sonstige pädagogische Personal der Schule für den
Arbeitsplatz haben oder für die die häusliche Lernsitu- gesamten schulischen Betrieb in den Klassen-, Unter-
ation nicht ausreichend förderlich ist. Bei Bedarf wird richts- und Betreuungsräumen im Vor- und Nachmit-
am Nachmittag ein Angebot im Rahmen des freiwil- tagsbereich eine grundsätzliche Verpflichtung zum
ligen und gebundenen Ganztags gewährleistet. Ab der Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes in Form einer
Klassenstufe 7 der weiterführenden Schulen wird bei medizinischen Gesichtsmaske (OP-Maske). Statt eines
Bedarf ein schulischer Arbeitsplatz zur Verfügung ge- solchen Mund-Nasen-Schutzes können auch Masken
stellt für Schülerinnen und Schüler, die keinen geeig- der Standards KN95/N95 oder FFP2 oder höherer
neten häuslichen Arbeitsplatz haben; ein angepasstes Standards (ohne Ausatemventil) getragen werden.
pädagogisches Angebot kommt auch in Betracht für (2) Auch für Schülerinnen und Schüler mit Unterstüt-
Schülerinnen und Schüler, für die die häusliche Lern- zungsbedarf im Bereich geistige Entwicklung ist das
situation nicht ausreichend förderlich ist. Im Anwen- Tragen eines solchen Mund-Nasen-Schutzes verpflich-
dungsbereich des § 28b Absatz 3 des Infektionsschutz- tend, soweit die Schülerinnen und Schüler dies können.
gesetzes wird im Sinne eines Angebots nach den Sätzen Bei Schülerinnen und Schülern mit Unterstützungsbe-
1 bis 3 von der Möglichkeit nach § 28b Absatz 3 Satz 5 darf Hören kommen als Schutzmaßnahme alternativ
Gebrauch gemacht; das Nähere regelt das Ministerium ausnahmsweise Visiere oder durchsichtige Masken an-
für Bildung und Kultur. stelle eines Mund-Nasen-Schutzes infrage.
(8) Personen, die weder an der Schule tätig noch Schü- (3) Die Pflicht zum Tragen eines Mund-Nasen-­Schutzes
lerin oder Schüler sind und sich nicht nur kurzfristig gilt, soweit dem im Einzelfall keine medizinischen
oder ohne Kontakt zu den der Schule angehörigen Per- Gründe entgegenstehen. Dies ist in geeigneter Weise,
sonen auf dem Schulgelände aufhalten, ist der Zutritt in der Regel durch ein ärztliches Attest, glaubhaft zu
zum Schulgelände nur erlaubt, wenn sie einen Nach- machen.
weis über das Nichtvorliegen einer Infektion mit dem
SARS-CoV-2-Virus im Sinne des § 5a VO-CP vorwei- (4) Darüber hinaus entscheiden die Lehrkräfte, inwie-
sen oder einen solchen Test bei Zutritt durchführen. fern unter Berücksichtigung pädagogisch-didaktischer
Gründe und der Verstärkung anderer Schutzmaßnah-
(9) Über die Zutrittsverbote nach § 28b Absatz 3 Satz 1 men eine situationsbezogene kurzzeitige Ausnahme
des Infektionsschutzgesetzes und nach Absatz 6 sind von der Pflicht zum Tragen des Mund-Nasen-Schut-
im Eingangsbereich des Geländes der Schule Hinweise zes gewährt werden kann. In diesem Sinne sind den
anzubringen. Schülerinnen und Schülern während des Ablegens des
schriftlichen Teils der Abschlussprüfungen kurzzeitige
(10) Die an den weiterführenden Schulen vorgesehenen individuelle Tragepausen zu ermöglichen; das Nähere
Abschlussprüfungen werden in Präsenzform durch- zum Infektionsschutz bei der Durchführung der Ab-
geführt. Die Regelungen der Absätze 4 und 5 Satz 1 schlussprüfungen regelt das Ministerium für Bildung
kommen dabei für die an den Prüfungen teilnehmenden und Kultur.
Schülerinnen und Schüler nicht zur Anwendung. Schü-
lerinnen und Schüler, bei denen bei einer Testung am (5) Die Verpflichtung zum Tragen eines Mund-Nasen-
Vortag der Prüfung oder am Prüfungstag mindestens Schutzes gilt auch auf dem freien Schulgelände bezie-
basierend auf einem Antigen-Schnelltest (§ 5a VO-CP) hungsweise auf dem Schulhof, soweit der Mindestab-
das Ergebnis das Vorliegen einer Infektion mit dem stand von eineinhalb Metern nicht eingehalten wird.
SARS-CoV-2-Virus anzeigt, sind nicht zur Teilnahme (6) Nähere Einzelheiten regelt der „Musterhygieneplan
an dem für den Tag vorgesehenen Prüfungsteil berech- Saarland zum Infektionsschutz in Schulen im Rahmen
tigt. Bei einer engen Kontaktperson, für die durch die der Corona-Pandemiemaßnahmen“.
Gesundheitsbehörde eine Quarantäne ausgesprochen
wurde, besteht ein Recht zur Teilnahme an dem für den
Tag vorgesehenen Prüfungsteil, wenn sie am Prüfungs- § 2
tag einen Nachweis über das Nichtvorliegen einer In- Kindertageseinrichtungen,
fektion mit dem SARS-CoV-2-Virus mittels eines am Kindergroßtagespflegestellen und
Tag der Prüfung durchgeführten und von der Schule heilpädagogische Tagesstätten
beaufsichtigten Antigen-Schnelltests erbringen.
(1) Beim Betrieb der nach § 45 des Achten Buches
(11) Die Dienstpflicht der Lehrkräfte gilt fort. Über die ­Sozialgesetzbuch (SGB VIII) erlaubnispflichtigen Kin-
Art und Weise der Erfüllung entscheidet im Falle des dertageseinrichtungen und der nach § 43 des Achten
eingeschränkten Präsenzschulbetriebs nach Absatz 3 Buches Sozialgesetzbuch (SGB VIII) erlaubnispflich-
1068 Amtsblatt des Saarlandes Teil I vom 23. April 2021

tigen Kindergroßtagespflegestellen und der heilpäd- html veröffentlicht sind, sind in ihrer jeweils geltenden
agogischen Tagesstätten sind die „Empfehlungen des Fassung entsprechend anzuwenden.
Ministeriums für Soziales, Gesundheit, Frauen und Fa-
milie zum Infektionsschutz in Kindertageseinrichtun- Die Regelungen zum Tragen eines Mund-Nasen-­
gen im Rahmen der Corona-Pandemiemaßnahmen“ in Schutzes nach § 1a Absatz 1 bis 5 gelten entsprechend.
der jeweils geltenden Fassung (https://www.saarland.
de/msgff/DE/portale/landesjugendamt/service/formu- Soweit baulich oder schulorganisatorisch möglich,
larelja/downloads.html) zu berücksichtigen. Der ge- ist im Schulgebäude sowie auf dem Schulgelände der
mäß § 36 des Infektionsschutzgesetzes erstellte Hygie- Mindestabstand von eineinhalb Metern zwischen Per-
neplan ist um weitere Hygienevorschriften gemäß den sonen einzuhalten. Hierzu sind durch die Schulleitung
oben genannten Empfehlungen zu ergänzen. organisatorische Maßnahmen zu treffen, insbesondere
die Markierung von Wegführungen für eine geordnete
(2) Betreuung in Präsenzform in den nach § 45 Zuführung sowie die versetzte Planung der Anfangs-,
SGB  VIII erlaubnispflichtigen Kindertageseinrichtun-
End- und Pausenzeiten.
gen und den nach § 43 SGB VIII erlaubnispflichtigen
Kindergroßtagespflegestellen ist jenseits eines Not- (2) Die Ausbildungsinhalte des theoretischen Unter-
betriebs ausschließlich nach Maßgabe des § 28b Ab- richts sollen im häuslichen Umfeld erlernt werden; der
satz 3 Satz 9 in Verbindung mit Satz 3 und 5 bis 7 des Träger der praktischen Ausbildung hat nach Absprache
Infektionsschutzgesetzes und von Rechtsverordnungen
mit der Schule die Auszubildende oder den Auszubil-
der Bundesregierung auf der Grundlage des § 28b Ab-
satz 6 sowie des § 28c des Infektionsschutzgesetzes denden für diese Zeit freizustellen.
zulässig. Von der Möglichkeit, die Einrichtung von (3) An der Schule tätigen Personen sowie Schülerinnen
Notbetreuungen im Sinne des § 28b Absatz 3 Satz 9 und Schülern ist der Zutritt zum Schulgelände und die
in Verbindung mit Satz 5 des Infektionsschutzgesetzes
Teilnahme am Präsenzschulbetrieb nur gestattet, wenn
zuzulassen, wird Gebrauch gemacht, das Nähere regelt
das Ministerium für Gesundheit, Soziales, Frauen und sie wöchentlich im Umfang der an der Schule hierzu be-
Familie. reitgestellten Kapazitäten bis zu zweimal wöchentlich
an einer Testung auf das Nichtvorliegen einer Infektion
mit dem SARS-CoV-2-Virus teilnehmen oder in dem-
§ 3 selben Umfang anderweitig einen Nachweis über das
Vorbereitung für Nichtschülerinnen und Nichtvorliegen einer Infektion mit dem SARS-CoV-2-
Nichtschüler auf die Abschlussprüfungen Virus im Sinne des § 5a der Verordnung zur Bekämp-
(1) Einrichtungen, die Maßnahmen zur Vorbereitung fung der Corona-Pandemie vorlegen.. Das Zutrittsver-
auf die Prüfungen zum Erwerb des Hauptschulab- bot besteht, soweit der Testung im Ausnahmefall keine
schlusses oder des mittleren Bildungsabschlusses im zwingenden Gründe entgegenstehen. Dies ist durch ein
allgemeinbildenden Bereich für Nichtschülerinnen und ärztliches Attest nachzuweisen. Anderen Personen, die
Nichtschüler anbieten, können diesen Betrieb aufneh- sich nicht nur sehr kurzfristig oder ohne Kontakt zu den
men, wenn sie dabei die Vorgaben des Infektionsschut- der Schule angehörigen Personen auf dem Schulgelän-
zes, wie sie für den Schulbereich gelten, erfüllen; § 1 de aufhalten, ist der Zutritt zum Schulgelände nur er-
Absatz 2 und § 1a gelten entsprechend. laubt, wenn sie einen tagesaktuellen Nachweis über das
Fehlen einer Infektion, mindestens basierend auf einem
(2) § 1 Absatz 3 und 4 ist entsprechend anwendbar. Antigen-Schnelltest, vorlegen (§ 5a VO-CP) oder einen
solchen Test bei Zutritt durchführen. Über die Zutritts-
Kapitel 2 verbote sind im Eingangsbereich des Geländes der
Pflegeschulen und Schulen für Schule entsprechende Hinweise anzubringen.
Gesundheitsfachberufe
(4) Die Verordnung zur Sicherung der Ausbildungen
in den Gesundheitsfachberufen während einer epide-
§ 4 mischen Lage von nationaler Tragweite vom 10. Juni
Präsenzunterricht 2020 (BAnz AT 12.06.2020 V1) gilt für die Ausbil-
(1) Der Präsenzunterricht in den Klassen der Pflege- dung und Prüfung in der Krankenpflegehilfe nach der
schule und Schulen für Gesundheitsfachberufe im Saar- Verordnung zur Durchführung der Ausbildung und
land kann unter Einhaltung der einschlägigen Hygiene- Prüfung in der Krankenpflegehilfe vom 1. Juli 2004
regeln und Empfehlungen des Robert Koch-Instituts (Amtsbl. S. 1418), zuletzt geändert durch das Gesetz
sowie unter Berücksichtigung der Hygienepläne der je- vom 15. März 2017 (Amtsbl. I S. 476), in Verbindung
weiligen Schule stattfinden, wenn er für die Abschluss- mit §  59 Absatz  2 Satz  1 des Pflegeassistenzgesetzes
klassen des letzten Ausbildungsjahres angeboten wird vom 24. Juni 2020 (Amtsbl. I S. 529) sowie für die Aus-
oder soweit er für die Vermittlung der Ausbildungsin- bildung in der Altenpflegehilfe nach der Ausbildungs-
halte oder Prüfungsleistungen zwingend erforderlich und Prüfungsverordnung für den Altenpflegehilfeberuf
ist. Die Präventionsmaßnahmen in Schulen während vom 9. September 2003 (Amtsbl. S. 2518), zuletzt ge-
der COVID-19-Pandemie des Robert Koch-Instituts, ändert durch die Verordnung vom 24. November 2015
die unter der Adresse www.rki.de/DE/Content/In- (Amtsbl. I S. 894), in Verbindung mit § 59 Absatz 1
fAZ/N/Neuartiges_­Coronavirus/Praevention-Schulen. Satz 1 des Pflegeassistenzgesetzes entsprechend.
Amtsblatt des Saarlandes Teil I vom 23. April 2021 1069

§ 5 Verordnung zur Bekämpfung der Corona-Pande-


Prüfungsverfahren mie (VO-CP).
(1) In Pflege- und Gesundheitsfachberufen ist die (2) Des Weiteren sind außerschulische Bildungsveran-
Durchführung von gesetzlich vorgeschriebenen münd- staltungen, die der Durchführung von Maßnahmen zur
lichen und schriftlichen Prüfungen unter Einhaltung Verhütung übertragbarer Krankheiten, beispielswei-
der infektionsschutzrechtlichen Maßgaben grundsätz- se von Corona-Infektionen, zu dienen bestimmt sind,
lich zulässig. in Präsenzform zulässig. Hierzu zählen insbesonde-
(2) Praktische Prüfungen können unter Einhaltung der re Schulungen von Personal in Impfzentren, mobilen
infektionsschutzrechtlichen Maßgaben durchgeführt Impfteams, Corona-Testzentren sowie Einrichtungen
werden. Gegenüber dem Landesamt für Soziales – des öffentlichen Gesundheitsdienstes, in denen medizi-
Zentralstelle für Gesundheitsberufe – ist anzuzeigen, nische Untersuchungen, Präventionsmaßnahmen oder
wenn die praktische Prüfung auf Grundlage der ein- ambulante Behandlungen durchgeführt werden, die im
schlägigen berufsrechtlichen Regelungen als Simula- Zusammenhang mit Maßnahmen zur Verhütung von
tionsprüfung durchgeführt wird. SARS-CoV-2-Infektionen sowie dessen Verbreitung
erfolgen.
§ 6 (3) Der Betrieb von Fahrschulen, Fahrlehrerausbil-
Durchführung von Weiterbildungen dungsstätten und sonstigen im fahrerischen Bereich tä-
tigen Bildungseinrichtungen in Präsenzform (theoreti-
Die Regelungen der §§ 4 und 5 gelten für Weiterbildun- scher und praktischer Fahrschulunterricht) ist nur nach
gen auf Grundlage des Gesetzes über die Weiterbildung Maßgabe eines negativen SARS-CoV-2-Tests nach § 5a
in den Gesundheits- und Altenpflegefachberufen und
Verordnung zur Bekämpfung der Corona-Pandemie
die Ausübung des Berufs der Hebamme und des Ent-
bindungspflegers vom 25. November 1998 (Amtsbl. (VO-CP) gestattet. Es gelten das Abstandsgebot nach
1999 S. 142), zuletzt geändert durch das Gesetz vom § 1 Absatz 1 Satz 3 sowie die Pflicht, eine medizinische
11. November 2015 (Amtsbl. I S. 878), in der jeweils Gesichtsmaske (OP-Maske) oder eine Maske der Stan-
geltenden Fassung entsprechend. dards KN95/N95 oder FFP2 oder höherer Standards zu
tragen. Während des praktischen Unterrichts gilt das
Erfordernis des Mindestabstandes nicht, sofern die-
Kapitel 3 ses nicht eingehalten werden kann. Es dürfen sich nur
Öffentliche und private Bildungseinrichtungen die Fahrschülerin oder der Fahrschüler und die Fahr-
im außerschulischen Bereich lehrerin oder der Fahrlehrer sowie während der Fahr-
prüfung zusätzlich die Prüfungspersonen im Fahrzeug
aufhalten. In Fällen einer Ausbildung einer Fahrlehrer-
§ 7 anwärterin oder eines Fahrlehreranwärters ist deren
Außerschulische Bildungsveranstaltungen zusätzliche Mitnahme während einer Ausbildungsfahrt
(1) Der Unterricht an außerschulischen Bildungsein- zulässig. Die Sätze 1 bis 4 gelten für die Angebote von
richtungen im privaten und öffentlichen Bereich ist in Flugschulen entsprechend. Erste-­Hilfe-Kurse der aner-
Präsenzform untersagt. Satz 1 gilt entsprechend für die kannten Stellen nach § 68 der Fahrerlaubnisverordnung
Durchführung außerschulischer Bildungsveranstaltun- sind in Präsenzform zulässig, wenn diese unter Einhal-
gen. Von dieser Regelung ausgenommen sind folgende tung von Hygienemaßnahmen nach den Empfehlungen
Bildungsmaßnahmen, sofern diese unter Einhaltung des Robert Koch-Instituts sowie in Anlehnung an den
von Hygienemaßnahmen nach den Empfehlungen „Musterhygieneplan Saarland zum Infektionsschutz in
des Robert Koch-Instituts sowie in Anlehnung an den Schulen im Rhamen der Corona-Pandemiemaßnahmen“
„Musterhygieneplan Saarland zum Infektionsschutz über ein ausreichendes Hygienekonzept verfügen. Ers-
in Schulen im Rahmen der Corona-Pandemiemaßnah- te-Hilfe-Kurse anderer Anbieter können zugelassen
men“ durchgeführt werden können: werden, wenn diese unter Einhaltung von Hygiene-
maßnahmen nach den Empfehlungen des Robert Koch-
1. die berufliche Aus-, Weiter- und Fortbildung sowie
die Integrationskurse und die Ausbildung von Ret- Instituts sowie in Anlehnung an den „Musterhygiene-
tungssanitäterinnen und Rettungssanitätern nach plan Saarland zum Infektionsschutz in Schulen“ über
der Verordnung über die Ausbildung und Prüfung ein ausreichendes Hygienekonzept verfügen.
von Rettungssanitäterinnen und Rettungssanitätern (4) Abweichend von Absatz 1 Satz 1 und 2 ist der Be-
vom 7. Juli 1995 (Amtsbl. S. 823), zuletzt geändert trieb von im Bereich der Jagd und Fischerei tätigen
durch Artikel 6 der Verordnung vom 24. November Bildungseinrichtungen in Präsenzform nur nach Maß-
2015 (Amtsbl. I S. 894), in der jeweils geltenden gabe eines negativen SARS-CoV-2-Tests nach § 5a der
Fassung sowie die damit zusammenhängenden Verordnung zur Bekämpfung der Corona-Pandemie
Prüfungen,
(VO-CP) und unter Einhaltung von Hygienemaßnah-
2. die nicht unter Nummer 1 aufgeführten Bildungs- men nach den Empfehlungen des Robert Koch-Insti-
angebote der Einrichtungen der allgemeinen Wei- tuts sowie in Anlehnung an den „Musterhygieneplan
terbildung unter der Bedingung der Vorlage eines Saarland zum Infektionsschutz in Schulen im Rahmen
negativen SARS-CoV-2-Tests der Teilnehmerin- der Corona-Pandemiemaßnahmen“ zulässig, sofern ein
nen und Teilnehmer nach Maßgabe des § 5a der dringendes öffentliches Interesse besteht.
1070 Amtsblatt des Saarlandes Teil I vom 23. April 2021

(5) Abweichend von Absatz 1 Satz 1 und 2 ist der Be- gativen SARS-CoV-2-Tests nach Maßgabe des § 5a
trieb von Hundeschulen unter Einhaltung von Hygi- der Verordnung zur Bekämpfung der Corona-Pande-
enemaßnahmen nach den Empfehlungen des Robert mie (VO-CP) der Teilnehmerinnen und Teilnehmer,
Koch-Instituts außerhalb geschlossener Räume zuläs- in Gruppen von bis zu zehn Personen an öffentlichen
sig, sofern die maximale Teilnehmerzahl von zehn Per- und privaten künstlerischen Schulen unter Einhaltung
sonen nicht überschritten wird. Ein angemessenes von Hygienemaßnahmen nach den Empfehlungen
Schutz- und Hygienekonzept ist der zuständigen Orts- des R
­ obert Koch-Instituts sowie in Anlehnung an den
polizeibehörde vorzulegen. „Musterhygieneplan Saarland zum Infektionsschutz
in Schulen im Rahmen der Corona-Pandemiemaßnah-
men“ zulässig.
§ 8
Saarländische Verwaltungsschule (2) Eine private künstlerische Schule im Sinne des
Absatzes 1 liegt vor, wenn eine künstlerische Schule
(1) Die Saarländische Verwaltungsschule kann in ihren von der zuständigen Landesbehörde als allgemeine
Räumlichkeiten Präsenzunterricht zur Prüfungsvor- Bildungseinrichtung nach § 4 Nummer 21a UStG an-
bereitung für die Ausbildungslehrgänge, deren Zwi- erkannt wurde. Einrichtungen, die der reinen Freizeit-
schen- und Abschlussprüfung im Jahre 2021 terminiert gestaltung dienen, sind davon nicht erfasst; an diesen
sind, unter Beachtung der geltenden Hygiene- und ist der Unterricht in Präsenzform weiterhin untersagt.
Schutzmaßnahmen im unbedingt notwendigen Umfang
durchführen. (3) Der Gesangsunterricht und der Unterricht in Blas-
instrumenten in Präsenzform bleiben untersagt.
(2) Mündliche, praktische und schriftliche Prüfungen
können unter Beachtung der geltenden Hygiene- und (4) Zulässig sind zudem geeignete, kontaktfreie Ange-
Schutzmaßnahmen durchgeführt werden. bote zur kulturellen Betätigung in Gruppen im Außen-
bereich durch darauf ausgerichtete Einrichtungen, wo-
bei dabei die Nutzung von Blasinstrumenten und die
Kapitel 4 Ausübung von Gesang nicht zulässig sind.

§ 9 Kapitel 6
Dienstleister, die Eingliederungen
in Arbeit erbringen
§ 11
(1) Dienstleister, die Leistungen zur Eingliederung in Ordnungswidrigkeiten
Arbeit nach dem Zweiten Buch Sozialgesetzbuch (SGB
II) oder Maßnahmen der aktiven Arbeitsförderung nach (1) Ordnungswidrig im Sinne des § 73 Absatz 1a Num-
dem Dritten Buch Sozialgesetzbuch (SGB III) umset- mer 24 des Infektionsschutzgesetzes handelt, wer vor-
zen, dürfen ihren Betrieb bei Sicherstellung der Maß- sätzlich oder fahrlässig den Ge- oder Verboten der §§ 5
gaben der §§ 1 und 2 der Verordnung zur Bekämpfung bis 10 dieser Verordnung zuwiderhandelt.
der Corona-Pandemie und unter der Einhaltung von (2) Die Ordnungswidrigkeit kann gemäß § 73 Absatz 2
Hygienemaßnahmen nach den Empfehlungen des Ro- des Infektionsschutzgesetzes mit einer Geldbuße bis zu
bert Koch-Instituts fortführen. fünfundzwanzigtausend Euro geahndet werden.
(2) Bei allen Präsenzveranstaltungen ist insbesondere (3) Eine Strafbarkeit, insbesondere nach den §§ 74, 75
zu beachten, dass des Infektionsschutzgesetzes, bleibt unberührt.
1. die Gruppengröße in Abhängigkeit der verfügbaren (4) Zuständig für die Verfolgung und Ahndung von
Räumlichkeiten und unter Einhaltung des Mindest- Ordnungswidrigkeiten nach dieser Verordnung sind die
abstandes nach der Verordnung zur Bekämpfung Gemeindeverbände.
der Corona-Pandemie zu wählen ist und
2. im Übrigen bei Unterrichtsveranstaltungen die be-
sonderen Schutz- und Hygienevorkehrungen in § 12
Anlehnung an den „Musterhygieneplan Saarland Geltungsvorrang des Bundesrechts
zum Infektionsschutz in Schulen im Rahmen der Die Regelungen nach dieser Verordnung gelten vorbe-
Corona-Pandemiemaßnahmen“, insbesondere im haltlich der vorrangigen Geltung des § 28b des Infek-
Hinblick auf die Regelungen zum Tragen einer tionsschutzgesetzes und von Rechtsverordnungen der
Mund-Nasen-Bedeckung sowie zur Raumhygiene, Bundesregierung auf der Grundlage des dortigen Ab-
eingehalten werden müssen. satzes 6 sowie des § 28c des Infektionsschutzgesetzes.

Kapitel 5 § 13
Inkrafttreten, Außerkrafttreten
§ 10 (1) Diese Verordnung tritt am 24. April 2021 in Kraft
Musik-, Kunst- und Schauspielschulen und mit Ablauf des 7. Mai 2021 außer Kraft.
(1) Der Unterricht in Präsenzform ist als Einzelunter- (2) Mit Inkrafttreten dieser Verordnung tritt die Ver-
richt oder, unter der Bedingung der Vorlage eines ne- ordnung zum Schulbetrieb und zum Betrieb sonstiger
Amtsblatt des Saarlandes Teil I vom 23. April 2021 1071

Bildungseinrichtungen sowie zum Betrieb von Kin- Krankheitsfällen zu vermeiden. Ihre Rechtsgrundlage
dertageseinrichtungen vom 17. April 2021 (Amtsbl. I finden die getroffenen Maßnahmen in §  32 Satz  1 in
S. 908, 919, 991_2) außer Kraft. Verbindung mit § 28 Absatz 1, §§ 28a, 29 des Infek-
tionsschutzgesetzes (IfSG).
Artikel 4 Gemäß § 28a Absatz 3 Satz 1 und 2 IfSG sind Ent-
Inkrafttreten scheidungen über Schutzmaßnahmen zur Eindämmung
der Corona-Pandemie insbesondere an dem Schutz
Diese Verordnung tritt am 24. April 2021 in Kraft. von Leben und Gesundheit und der Funktionsfähig-
keit des Gesundheitssystems auszurichten, wobei dies
Saarbrücken, den 23. April 2021 grundsätzlich unter Berücksichtigung des jeweiligen
Infektionsgeschehens regional bezogen auf die Ebe-
Die Regierung des Saarlandes: ne der Landkreise, Bezirke oder kreisfreien Städte an
den Schwellenwerten nach Maßgabe von § 28a Ab-
Der Ministerpräsident satz 3 Satz 4 bis 12 IfSG erfolgen muss, soweit Infek-
tionsgeschehen innerhalb eines Landes nicht regional
Hans übergreifend oder gleichgelagert sind. Gemäß § 28a
Die Ministerin für Wirtschaft, Arbeit, Absatz 3 Satz 9 IfSG sind bei einer bundesweiten Über-
Energie und Verkehr schreitung eines Schwellenwertes von über 50 Neuin-
fektionen je 100 000 Einwohner innerhalb von sieben
Rehlinger Tagen bundesweit abgestimmte, umfassende und auf
eine effektive Eindämmung des Infektionsgeschehens
Der Minister für Finanzen und Europa abzielende Schutzmaßnahmen anzustreben.
Der Minister der Justiz Dieses Ziel erklärt sich daraus, dass ein anhaltend ho-
Strobel hes Niveau an Neuinfektionen zur Folge hat, dass in
den Gesundheitsämtern bundesweit und so auch im
Der Minister für Inneres, Bauen und Sport Saarland eine vollständige Kontaktnachverfolgung
nicht mehr gewährleistet werden kann, was die un-
In Vertretung
gehinderte und diffuse Ausbreitung des Virus begüns-
Strobel
tigt. Dies geht mit einer drohenden Überlastung des
Die Ministerin für Soziales, Gesundheit, Gesundheitssystems einher, der es zum Schutze von
Frauen und Familie Leib und Leben unbedingt vorzubeugen gilt. Neben
die reine Morbidität und Mortalität durch Coronaviren
Bachmann tritt bei einer absehbaren pandemiebedingten Beein-
trächtigung der gesundheitlichen Versorgung die Mor-
Die Ministerin für Bildung und Kultur bidität und Mortalität dadurch, dass auch Patienten mit
Streichert-Clivot anderen Erkrankungen nicht mehr ausreichend versorgt
werden können.
Der Minister für Umwelt und Verbraucherschutz
Diesen Gefahren für Leib und Leben der Bürgerinnen
Jost und Bürger ist von Seiten des Staates in Wahrnehmung
seines verfassungsrechtlichen Schutzauftrags effektiv
zu begegnen. Eine Abhilfe durch bloßen Ausbau der
medizinischen Versorgungskapazitäten ist hierzu kein
Begründung adäquates Mittel, zumal es bereits an einem präventiv
wirkenden Ansatz fehlt. Ungeachtet dessen ist die Ka-
Allgemeines pazität der Krankenhäuser ist auf der Grundlage von
Das neuartige Coronavirus SARS-CoV-2 hat sich welt- Leistungsdaten auf ein normales Krankheitsgesche-
weit verbreitet. Eine Infektion mit dem Virus kann die hen in der Bevölkerung ausgelegt. Zwar wurden die
potentiell tödliche Covid-19-Erkrankung verursachen. Intensivbehandlungsplätze in den vergangenen Mo-
Besonders ältere Menschen und solche mit vorbeste- naten soweit wie möglich ausgebaut. Der limitierende
henden Grunderkrankungen sind von schweren und Faktor zum Betrieb dieser Kapazitäten ist jedoch das
tödlichen Krankheitsverläufen betroffen. Die Letali- erforderliche qualifizierte Personal, das nicht in dem
tät der Erkrankung ist aber auf diese Personengruppen zur Verfügung stehenden Zeitraum in ausreichender
nicht beschränkt. Am 11. März 2020 hat die Weltge- Weise aufgestockt werden kann. Hinzu tritt, dass der
sundheitsorganisation (WHO) das Ausbruchsgesche- hohe Infektionsdruck in der Bevölkerung sich auch in
hen als Pandemie bewertet. der Gruppe des medizinischen Personals niederschlägt
und Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Gesundheits-
Das Ziel der durch diese Verordnung getroffenen Maß- wesens ausfallen, weil sie selbst an Covid-19 erkrankt
nahmen ist es, die Bevölkerung vor der Infektion mit sind oder sich als Kontaktperson einer erkrankten
dem SARS-CoV-2-Virus zu schützen, dadurch die Person in Quarantäne befinden.
Verbreitung der Krankheit COVID-19 zu verhindern
und eine Überlastung des Gesundheitssystems infol- Ein Schutz vor den Gefahren einer Ausbreitung der
ge eines ungehemmten Anstiegs von Infektionen und Covid-19-Erkrankung sowohl für den Einzelnen als
1072 Amtsblatt des Saarlandes Teil I vom 23. April 2021

auch für die Gesellschaft und Volkswirtschaft als solche Weitreichende Einschränkungen des öffentlichen Le-
kann und muss dadurch gewährleistet werden, dass die bens und der privaten Lebensgestaltung, die nach der
Verbreitung des SARS-CoV-2-Virus weitgehend ein- ersten Verbreitung des SARS-CoV-2-Virus in der Bun-
gedämmt wird. Dies kann aufgrund der medizinischen desrepublik Deutschland und im Saarland zur Unter-
Erkenntnisse über die Eigenschaften des Virus und brechung eines sich rasch exponentiell entwickelnden
seiner Übertragungswege im Wesentlichen nur durch Infektionsgeschehens notwendig geworden waren,
Reduzierungen menschlicher Kontakte erfolgen. Der konnten, nachdem sie Wirkung gezeigt hatten und in
Hauptübertragungsweg für SARS-CoV-2 ist die respi- der Mitte des Jahres die klimatischen Bedingungen
ratorische Aufnahme virushaltiger Partikel. Jeder zwi- eine positive Entwicklung des Infektionsgeschehens
schenmenschliche Kontakt birgt daher ein Infektionsri- begünstigten, in weiten Teilen aufgehoben werden.
siko. Das Virus kann bereits übertragen werden, bevor Über einen langen Zeitraum hinweg vermochten auf-
die Infizierten Symptome entwickeln. Dies erschwert grund des außerordentlich verantwortungsbewussten
die Kontrolle der Ausbreitung. Ebenso ist eine Über- Verhaltens der Bürgerinnen und Bürger die allgemei-
tragung bei Personen, die gar keine Symptome entwi- nen Schutz- und Hygienemaßnahmen (etwa die all-
ckeln, bislang wissenschaftlich nicht ausgeschlossen. gemein als „AHA-Regel“ bekannten Maßnahmen
Im Rahmend der nationalen Impfstrategie ein wöchent- „Abstand halten, Hygieneregeln beachten und All-
liches Testangebot in Schulen, Kinderbetreuungsein- tagsmaske tragen“) und gezielte Beschränkungen aus-
richtungen, Unternehmen und auch durch Kommunen, schließlich solcher Bereiche des öffentlichen Lebens,
mögliche Infektionen frühzeitig entdeckt werden, um in denen im Rahmen der Freizeitgestaltung besonders
somit Infektionsketten zu verhindern. Durch die sog. infektionsgefährliche Verhaltensweisen und Kontakte
Bürgertests, aber auch durch weitere Testmöglichkei- auftreten (etwa das Zusammentreffen sehr großer Men-
ten, wird ein weiterer Weg gegangen, um die Ausbrei- schenmengen bei Großveranstaltungen, der längere
tung des Virus zu verlangsamen und zurückzuführen. gemeinsame Aufenthalt einer Vielzahl von Menschen
in geschlossenen Räumen etc.) die Verbreitung des
Im Laufe des April 2021 ist mit einer Steigerung der SARS-CoV-2-Virus hinreichend einzudämmen.
Impfzahlen durch eine erhöhte Impfdosenlieferung
zu rechnen. Solange die Anzahl der Impfungen noch Bei der Aufhebung oder Einschränkung der Schutz-
keinen signifikanten Wert über 60 Prozent der Gesamt- maßnahmen sind insbesondere auch die Anzahl der
bevölkerung erreicht hat, sind wir von einer mutmaß- gegen geimpften Personen, die Hospitalsierungsquote
lichen Herdenimmunität noch entfernt. Deshalb sind und die zeitabhängige Reproduktionszahl zu berück-
nach wie vor einschränkende Maßnahmen erforderlich, sichtigen.
um die Anzahl der Infektionen zu senken. Allerdings
sind leichte Öffnungsschritte mit Testungen im Rah- In den Wintermonaten 2020/2021 ist die Zahl der Neu-
men des sog. Saarland-Modells, gelbe Stufe, möglich. infektionen hingegen wieder drastisch angestiegen.
Aufgrund der derzeitigen gelben Stufe des sog. Saar- Das Ausmaß der Infektionsausbreitung bewegte sich
land-Modells sind weiterhin einschränkende Maß- durchgehend auf einem Niveau, das die medizinische
nahmen notwendig. Einschränkende Maßnahmen in Versorgung und damit die Gesundheit der Bevölke-
diesem Sinne sind allerdings nicht Schließungen und rung in erheblichem Maße gefährdete. Seit 15. Oktober
ähnliches, sondern verpflichtende Test, beispielsweise 2020 lag im Saarland die 7-Tage-Inzidenz pro 100 000
vor der Inanspruchnahme von Dienstleistungen oder Einwohner über dem Wert von 50 und seit 24. Oktober
dem Betreten von Einrichtungen. Dies ist auch ange- 2020 durchgängig über dem Wert von 100. In den Mo-
sichts dessen erforderlich, da noch nicht genügend Stu- naten November und Dezember waren trotz sukzessi-
dien vorliegen und von den zuständigen Stellen positiv ver Verschärfungen der Maßnahmen zur Eindämmung
bewertet wurden, die eine Nicht-Übertragbarkeit des der Infektionsausbreitung jeweils neue Höchststände
Virus durch bereits geimpfte Menschen belegen. Bis zu an Neuinfektionen zu verzeichnen, die zeitweilig die
diesem Zeitpunkt gelten deshalb auch geimpfte Men- Grenze von 450 Neuinfektionen pro Tag (9. Dezember
schen als mögliche Überträger des Virus, wenngleich 2020) überschritten und einen Trend zu exponentiellem
sie selbst vor einer Infektion geschützt sind bzw. nur Wachstum erkennen ließen. Das mit einer hohen Zahl
geringe Symptome zeigen. an Neuinfektionen verbundene Risiko eines zeitlich
versetzten Anstiegs auch der Zahl der behandlungsbe-
Zur Verminderung des Übertragungsrisikos sind die dürftig Erkrankten, insbesondere auch derer, die statio-
schnell. Isolierung von positiv getesteten Personen so- närer oder gar intensivmedizinischer Behandlung be-
wie die Identifikation und die frühzeitige Quarantäne dürfen, hatte sich bereits verwirklicht. Mitte Dezember
enger Kontaktpersonen daher nach wie vor erforder- 2020 mussten bereits 292 Personen stationär behandelt
lich. Daher ist es zwingend notwendig, durch eine Re- werden, davon 60 auf Intensivstationen. 21 Personen
duzierung der Kontakte in der Bevölkerung insgesamt wurden beatmet.
das Infektionsgeschehen stetig auf ein zumindest be-
herrschbares Maß einzudämmen. Dieses Infektionsgeschehen ließ bei ungebremsten
Fortgang eine Überlastung der saarländischen Ge-
Die Landesregierung hat die hierzu von ihr in Wahr- sundheitsversorgung, insbesondere im stationären
nehmung ihres staatlichen Schutzauftrags ergriffenen und intensivmedizinischen Bereich absehen. Die an-
Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie zu jedem gespannte Lage in den saarländischen Kliniken ver-
Zeitpunkt im Ausgleich mit den zu wahrenden Frei- schärfte sich zunehmend. Nahezu flächendeckend
heitsrechten der Bürgerinnen und Bürger an den infek- wurde von grenzwertiger Auslastung insbesondere der
tionsschutzrechtlichen Notwendigkeiten ausgerichtet. intensivmedizinischen Kapazitäten und Einschränkung
Amtsblatt des Saarlandes Teil I vom 23. April 2021 1073

der Personalressourcen durch Mitarbeiterinfektionen Die Inzidenz der letzten 7 Tage liegt deutschlandweit
und Quarantäne berichtet. Zumindest zeitweilige Ab- bei 160 Fällen pro 100 000 Einwohner, Tendenz stei-
meldungen im Zentralen landesweiten Bettenkapa- gend. Bereits seit dem 20. März 2021 liegt der Sieben-
zitätennachweis (ZLB) erhöhten den Druck auf die Tages-Inzidenz-Wert stets über dem Wert von 100. Die
verbleibenden aufnahmebereiten Kliniken sowie den 7-Tages-Inzidenz pro 100 000 Einwohner beträgt der-
Rettungsdienst. Es kam zu einer Zuweisungslage für zeit für das Saarland 137,28 (Stand: 21. April 2021),
internistische, kardiologische, intensivmedizinische noch nicht so hoch wie deutschlandweit, aber mit deut-
und infektiologische Behandlungskapazitäten. Die licher Tendenz nach oben. Am 21. März 2021 betrug
elektive Versorgung musste eingeschränkt werden. Die der Inzidenzwert noch 65,49.
dringende Notwendigkeit der Eindämmung des Infek- Die landesweite 7-Tage-Inzidenz steigt weiterhin kon-
tionsgeschehens wurde zudem durch einen Anstieg der tinuierlich an. Bedingt durch die Osterfeiertage und die
mit einer Covid-19-Erkrankung in Zusammenhang ste- dadurch geringere Testrate sank die 7-Tage-Inzidenz
henden Todesfälle untermauert. Bereits am 13. Dezem- am 6. April kurzzeitig auf 77,8, steigt aber seither wie-
ber 2020 wurden 336 Todesfälle gemeldet. Zwischen- der an und lag am 10. April 2021 bei einem Wert von
zeitlich lagen die Todeszahlen bundesweit regelmäßig 125,00. Es ist also in den letzten Tagen ein starker An-
um die 1.000 pro Tag, derzeit im Schnitt bei über 170 stieg der Fallzahlen zu verzeichnen.
Fälle pro Tag. Im Saarland sind zuletzt täglich durch-
schnittlich eine Person im Zusammenhang mit einer Alle Gesundheitsämter der Landkreise melden aktuell
SARS-CoV-2-Infektion verstorben. ein diffuses Infektionsgeschehen und wenige Cluster.
Überwiegend sind die Neuinfektionen auf Ansteckun-
Um ein derart dynamisches Infektionsgeschehen nach- gen im familiären Kreis oder im beruflichen Bereich
haltig einzudämmen und die Zahl der Neuinfektionen zurückzuführen. Durch die Zunahme der Virusmuta-
absehbar wieder in die Größenordnung von zumindest tionen sind bei den Kontaktpersonen viele Folgefälle
unter 50 Neuinfektionen beziehungsweise 35 Neuin- festzustellen. Die Kontaktnachverfolgung ist dennoch
fektionen pro 100 000 Einwohner innerhalb von sieben sichergestellt.
Tagen zu senken, bedarf es nach mit Modellrechnun-
gen unterlegten Erkenntnissen der Wissenschaftlerin- In der 15. Kalenderwoche 2021 wurden im Saarland
nen und Wissenschaftler der Expertenkommission der 18 037 PCR-Tests durchgeführt, wobei die Positivrate
Landesregierung, der Frau Professor Dr. Sigrun Smola, 8,23 Prozent betrug.
Institutsdirektorin am Institut für Virologie des Uni- Diese Entwicklung bietet aber noch keinen Raum da-
versitätsklinikums des Saarlandes; Herr Professor Dr. für, die bestehenden Beschränkungen aufzuheben.
Thorsten Lehr, Professor für Klinische Pharmazie und Die aktuelle Altersverteilung der COVID-19 Fälle im
Leiter der Studie mehrerer Wissenschaftler – Mathema- Saarland und deutschlandweit belegt eine stärkere Be-
tische Modellierung und Vorhersagen von COVID-19 teiligung der jüngeren Generation. Die über 80-Jähri-
Fällen, Hospitalisierung (inkl. Intensivstation und Be- gen, die Langezeit die am stärksten betroffene Grup-
atmung) und Todesfällen in den deutschen Bundes- pe darstellten, sind durch eine hohe Impfungsrate nun
ländern); Frau Professor Dr. Barbara Gärtner Leiterin deutlich besser geschützt. Die Kapazitäten der medizi-
der Krankenhaushygiene am Institut für Medizinische nischen Versorgung können durch den zu verzeichnen-
Mikrobiologie und Hygiene des Universitätsklinikums den, exponentiellen Anstieg der Infektionen aber sehr
des Saarlandes, Herr Professor Dr. Philipp Lepper, schnell wieder nahezu ausgeschöpft werden. Aktuell
Leitender Oberarzt Innere Medizin V – Pneumologie, sind 2.761 Personen aktiv an Covid-19 erkrankt. 186
Allergologie, Beatmungs- und Umweltmedizin am davon werden stationär, 66 davon intensivmedizinisch
Universitätsklinikum des Saarlandes und Leiter der behandelt, wobei 44 Personen beatmet werden müssen
dortigen COVID-19 Intensivstation, Herr PD Dr. Da- (Stand 21. April 2021).
rius Kubulus, Leiter Zentrales OP Management/Quali-
Um eine sachgerechte medizinische Versorgung nach-
tätsmanagement der Ärztlichen Direktion, angehören, haltig sicherzustellen, ist es weiterhin zwingend not-
weiterhin einer allgemeinen Reduzierung menschlicher wendig, die intensivmedizinische Auslastung infolge
Kontakte. der Behandlung von Patienten mit einem schweren
Zwischenzeitlich zeigten die sukzessiv verschärften Verlauf einer COVID-19-Erkrankung zurückzuführen
Einschränkungen des öffentlichen Lebens und Kon- und das Infektionsgeschehen insgesamt effektiv und
taktbeschränkungen erste Wirkungen. Am 3. März nachhaltig einzudämmen. Derzeit sind von insgesamt
2021 wurden dem RKI 9 019 neue Fälle übermittelt. 5 903 Betten 4 586 Betten belegt, davon 186 mit Co-
Deutschland lag die Inzidenz der letzten 7 Tage Ende rona-Patienten (Stand 21. April 2021). Von den 434 In-
Februar sowie Anfang März auf einem niedrigen Ni- tensivbetten sind 368 belegt, davon 66 mit Patienten
mit einem schweren Verlauf einer COVID-19-Erkran-
veau. Allerdings stieg sie in den zurückliegenden Wo-
kung. Von den 315 Betten mit Beatmungsmöglichkeit
chen wieder an. Ursächlich hierfür sind insbesondere
sind derzeit (Stand 21. April 2021) 180 belegt, davon
die neuen Virusvarianten, d.h. insbesondere die sog. 44 mit an COVID-19 erkrankten Patienten.
britische und südafrikanische Varianten, die deutlich
infektiöser sind als die bisherige Variante. Bundesweit Unter Berücksichtigung der aktuellen Situation und
sind die Fallzahlen in den zurückliegenden Wochen der zu prognostizierenden zukünftigen Entwicklung
wieder angestiegen, allerdings im Saarland noch rela- des Infektionsgeschehens sind aus infektionsschutz-
tiv moderat. rechtlicher Sicht Maßnahmen, die auf eine strikte Re-
1074 Amtsblatt des Saarlandes Teil I vom 23. April 2021

duzierung persönlicher Kontakte hinwirken, und dort, ren Krankheitsverläufen einhergeht, gibt es inzwischen
wo diese aus beruflichen oder persönlichen Gründe – bei begrenzter Datenlage –Hinweise darauf, dass sie
zwingend notwendig sind, begleitende Schutzmecha- mit einer erhöhten Fallsterblichkeit einhergehen könn-
nismen ausbauen und intensivieren, weiterhin gebo- te. Man geht davon aus, dass die Virusvarianten eine
ten. Die Entwicklung der letzten Tage zeigt, dass mehr im Vergleich bis zu 60 Prozent höhere Fallsterblichkeit
Patientinnen und Patienten stationär behandelt werden aufweisen als die bisherige Standardvariante. Auch
müssen, wie zuvor. jüngere Menschen infizieren sich deutlich leichter mit
dieser Virusvariante.
Insbesondere unter Berücksichtigung des hinzutreten-
den Risikofaktors der Verbreitung neuer, eine gestei- Konsequenzen der verstärkten Virusausbreitung sind
gerte Infektiosität aufweisender Virusvarianten, ist die nun europaweit festzustellende höhere Fallzahlen, die
Fortschreibung der bisherigen Maßnahmen notwendig wiederum eine höhere Belastung des Gesundheits-
und Öffnungsschritte nur in geringem Maße möglich wesens und höhere Zahlen an Todesfällen bedeuten.
bzw. mit Testungen für viele Bereiche des täglichen Le- Die Effekte der bisherigen Schutzmaßnahmen müssen
bens verbunden. stetig beobachtet werden und durch ein Fortdauern
Das SARS-CoV-2-Virus entwickelt sich dynamisch der Maßnahmen bzw. ggf. auch durch eine erweiterte
weiter. Bereits global in den ersten Monaten der Pan- Testpflicht bis zum 18. April 2021 gesichert werden.
demie hatte sich eine SARS-CoV-2-Variante mit einer Die Verbreitung der Virusvarianten muss verlangsamt
D614G Mutation durchgesetzt, die eine erhöhte Infek- werden. Aufgrund der hohen Infektiosität ist nach Mo-
tiosität und Übertragbarkeit aufweist. Seit September dellrechnungen der Universität des Saarlandes davon
2020 zirkuliert in Großbritannien eine SARS-CoV-2 auszugehen, dass die Virusvariante sich ab Ende März
Variante VOC 202012/01 (Variant of Concern, year 2021 dominant verbreiten wird. Dies ist auch so ein-
2020, month 12, variant 01) der Linie B1.1.7, die im getreten. Deutschlandweit geht man zurzeit davon aus,
Süden/Südosten des Landes innerhalb weniger Wo- dass die Variante B1.1.7 85 Prozent aller Neuinfektio-
chen das ursprüngliche Virus verdrängt hat. Epidemio- nen ausmacht. Anfang April könnte der Wert bei annä-
logische, klinische und Modellierungsuntersuchungen hern 90 Prozent liegen. Ein dynamischer und exponen-
weisen auf eine deutlich höhere, bis zu 1,5-fache In- tieller Anstieg der Neuinfektionen lässt sich nach den
fektiosität hin. Diese Virusvariante wurde bereits im wissenschaftlichen Modellrechnungen nur verhindern,
Frühjahr in Deutschland und auch in vielen EU/EEA wenn ein Reproduktionswert von zumindest 0,7 zeit-
Nachbarstaaten (wie Frankreich, Belgien, Niederlande, nah und nachhaltig erreicht wird. Bei fortbestehenden
Dänemark, Finnland, Island, Irland, Italien, Norwegen, Reproduktionsraten im Bereich von 0,8 bis 1,0 wird die
Portugal, Spanien und Schweden) nachgewiesen. Am dominante Verbreitung der Virusvariante hingegen nach
26. Januar 2021 wurden die ersten vier Fälle im Saar- derzeit bestehenden wissenschaftlichen Erkenntnissen
land nachgewiesen, womit sich der Verdacht auf das mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit einen
Vorliegen der Variante der Linie B.1.1.7 wissenschaft- erneuten exponentiellen Anstieg der Infektionszahlen
licherseits erhärtet hat. Zwischenzeitlich sind deutlich nach sich ziehen. Würden die derzeitigen Maßnahmen
mehr Fälle hinzugekommen. Aktuell (Stand 21. Ap- nicht aufrechterhalten und punktuell in den Bereichen,
ril 2021) sind im Saarland bisher 4 383 Mutationsfälle in denen fortbestehende Kontakte unvermeidbar sind,
aufgetreten, davon 3 877 Fälle der Mutation aus UK durch begleitende Schutzmaßnahmen flankiert, würde
und 506 Fälle der Mutation aus Südafrika. Die Zahlen sich das Infektionsgeschehen demnach aufgrund seines
steigen stark an. Gerade die südafrikanische Variante noch immer fortbestehenden hohen Niveaus nicht zeit-
bildet im Saarland einen höheren Anteil der Infektio- nah in dem erforderlichen Maß entschärfen, sondern
nen ab als dies im Bundesvergleich der Fall ist. Bun- sich spätestens ab dem Zeitpunkt der dominanten Ver-
desweit liegt der Anteil bei 3 Prozent, im Saarland bei breitung der hochinfektiösen Virusvarianten wieder in
im zweistelligen Bereich. nicht kontrollierbarem Maße intensivieren. Insbeson-
dere die Untersuchungen der Verkehrssystemplanung
1.475 B.1.1.7 und 170 B.1.351 Mutationsfälle gibt es und Verkehrstelematik („VSP”) der TU Berlin belegen,
im Regionalverband Saarbrücken, 223 B.1.1.7 Fälle dass sich unter Berücksichtigung der Ausbreitung der
und 61 B.1.351 Fälle sind es im Kreis Merzig-Wadern. neuen Viruslinie ein erneutes, die bisherigen Ausma-
692 B.1.1.7 und 55 B.1.351 Fälle sind im Kreis Neun- ße erheblich überschreitendes exponentielles Wachs-
kirchen aufgetreten, 701 B.1.1.7 und 67 B.1.351 Fäl-
tum des Infektionsgeschehens nur dadurch vermeiden
le im Kreis Saarlouis und 298 B.1.1.7 und 86 B.1.351
Fälle im Kreis St. Wendel. Im Saarpfalz-Kreis sind es lässt, dass die bisherigen Kontaktbeschränkungen bei-
488 B.1.1.7 und 67 B.1.351 Mutationsfälle. Gerade die behalten und die außerhäusliche Aktivität noch weiter-
Variante B 1.1.7 breitet sich derzeit beherrschend aus. gehend reduziert wird. Gestützt werden diese Progno-
Insgesamt machen die Virusvarianten derzeit die abso- sen auch durch die Untersuchungen der Covid 19 Data
lute Mehrheit der Infektionen aus. Platform unter Koordination von Dr. Rolf Apweiler,
die aufgrund einer Analyse der Ausbreitung der Virus-
Bei B.1.1.7: bzw. „Variant of Concern“ VOC linie B 1.1.7 in Großbritannien belegen, dass sich diese
202012/01, handelt es sich um eine neue SARS-CoV-2- Viruslinie bei Offenhaltung der Bildungseinrichtungen
Virusvariante. Untersuchungen zufolge ist sie noch sowie unmittelbar nach weiteren Lockerungen von
leichter von Mensch zu Mensch übertragbar als bisher Kontaktbeschränkungen und Betriebsschließungen in
zirkulierende Varianten. Während anfangs nicht davon den Monaten November und Dezember 2020 zunächst
ausgegangen wurde, dass diese Variante mit schwere- unbemerkt in erheblichem Umfang ausbreitete (Zunah-
Amtsblatt des Saarlandes Teil I vom 23. April 2021 1075

me der Verbreitung um 200 bis 400 %), während zeit- Das Risiko einer erneuten exponentiellen Infektions-
glich andere Virusvarianten abnahmen. ausbreitung wird zudem dadurch erhöht, dass sich zeit-
gleich in Südafrika ebenfalls eine neue Variante 501Y.
Durch die Lockerungen vom 8. März 2021 sind die V2 ausbreitet, die in weiten Teilen des Landes das ur-
Reproduktionswerte angestiegen. Zum 23. März 2021 sprüngliche Virus verdrängt hat. Erste Untersuchungen
lag der Reproduktionswert bundesweit bei 1,30, in den weisen auch hier auf eine erhöhte Viruslast bei den in-
Bundesländern am 16. März 2021 zwischen 1,15 bis fizierten Personen hin, die zu einer erhöhten Übertrag-
1,35. Im Saarland lag er zum 24. März 2021 bei 1,21. barkeit beitragen könnte. Auch in Deutschland und im
Im Saarland betrug der Sieben-Tage-Reproduktions- Saarland ist diese Variante mittlerweile stark vertreten
wert am 28. Februar 2021 0,96 und der Vier-Tage-Re- und macht ca. ein Fünftel der Virusvarianten-Fälle aus
produktionswert am 1. März 2021 0,77. – im Saarland ist die südafrikanische Variante im Ver-
gleich zum Bundesschnitt deutlich stärker vertreten.
Derzeit beträgt der Sieben-Tage-Reproduktionswert
deutschlandweit 0,94 und der Vier-Tage-Reproduk- Es bedarf der verzahnenden Wirkung von Schutz-Maß-
tionswert 0,85 (aktuelle Meldung des RKI vom 21. Ap- nahmen mit der Testpflicht für viele Bereiche, um die
ril 2021). Im Saarland betrug der Sieben-Tage-Repro- Verbreitung der Virusmutanten soweit wie möglich hi-
duktionswert am 20. April 0,91. Dies bedeutet, dass nauszuzögern. Hierzu bedarf es einer Gesamtstrategie,
immer mehr Menschen angesteckt werden und dass die die mit dem Ziel der Kontaktreduzierung die Bewe-
Anzahl an Neuinfektionen zunimmt. Dieser zum Teil gungsfrequenz der Menschen über das bisherige Maß
exponentielle Anstieg muss wieder dauerhaft auf einen hinaus verringert, um so das Risiko von Infektionen zu
Betrag von 0,7 bis 0,8 gesenkt werden, damit das Fort- minimieren.
schreiten der Infektion nicht zu einer Überlastung der Die Landesregierung hält es daher im Bewusstsein um
Krankenhäuser und des gesamten Gesundheitssystems die Intensität der damit verbundenen Belastungen so-
führt. Ein striktes Testregime kann bei einem Inzidenz- wohl für den Einzelnen als auch das soziale und wirt-
wert über 100 ein geeignetes Mittel sein, den Repro- schaftliche Gemeinwesen für zwingend geboten, die
duktionswert wieder dauerhaft zu senken. Beschränkungen aufrechtzuerhalten und die Nutzung
von gestatteten Einrichtungen oder Dienstleistungen
Um das Ziel einer zeitnahen und nachhaltigen Absen- an eine Testverpflichtung zu koppeln.
kung der Neuinfektionen und der Reproduktionsrate zu
erreichen und die dominante Verbreitung hochinfektiö- Die Fortgeltung der Maßnahmen ist vorerst weiterhin
ser Virusvarianten in dem erforderlichen Umfang aus- erforderlich. Mildere, gleich wirksame Mittel stehen
zubremsen, bedarf es überdies – neben eines Ausbaus unter Berücksichtigung der Einschätzungsprärogative
der Schutzmechanismen für die besonders vulnerablen des Verordnungsgebers (vgl. dazu etwa BayVGH, Be-
Teile der Bevölkerung – der Anordnung weitergehen- schluss vom 9. April 2020 – 20 NE 20.664 – BeckRS
der, flankierter Schutzmaßnahmen in den Bereichen, in 2020, 6515) derzeit nicht zu Verfügung. Die bisherige
denen menschliche Kontakte im Rahmen eines volks- Dauer der Kontaktreduzierungen reicht auf Grundlage
wirtschaftlichen Gefüges unvermeidbar fortbestehen. der dargelegten aktuellen Parameter sowie angesichts
des zur Eindämmung einer unkontrollierten Ausbrei-
Hierzu wird bereits seit einigen Wochen verstärkt ge-
tung der neuen, hochinfektiösen Virusmutanten nicht
testet und diese Bemühungen werden künftig nochmals aus, um die Reproduktionsrate zeitnah in dem erfor-
deutlich gesteigert werden. Mit Hilfe von Schnell- und derlichen Maß nachhaltig zu senken. Deshalb bleiben
Selbsttest sollen die PCR-Tests flankierend unter- die bestehenden Maßnahmen im Bereich der privaten
stützt werden. Die saarländische Teststrategie wird Kontakte und der Freizeitgestaltung auch weiterhin be-
hierzu stetig fortgeschrieben und angepasst. Für einen stehen und mögliche Öffnungen können nur in kleine-
sicheren Schulbetrieb und eine sichere Kinderbetreu- ren Schritten vorgenommen werden.
ung sollen die Länder im Rahmen von Testkonzepten
sicherstellen, dass das Personal in Schulen und Kin- Es ist daher zwingend notwendig, die bereits gelten-
derbetreuung sowie alle Schülerinnen und Schüler pro den Maßnahmen weiterhin aufrechtzuerhalten um einer
Präsenzwoche das Angebot von mindestens einem kos- Entgleisung des Infektionsgeschehens aufgrund der
tenlosen Schnelltest erhalten. Soweit möglich soll eine bevorstehenden Ausbreitung der neuen Virusmutanten
Bescheinigung über das Testergebnis erfolgen. Darüber vorzubeugen und das Gesundheitssystem nachhaltig zu
sollen die Unternehmen in Deutschland als gesamtge- entlasten. Die bisherigen Maßnahmen und Schließun-
sellschaftlichen Beitrag ihren in Präsenz Beschäftigten gen haben zwar zwischenzeitlich reduzierende Effekte
pro Woche das Angebot von mindestens einem kosten- auf das Infektionsgeschehen gezeigt, reichen aber nicht
losen Schnelltest machen. Auch hier soll soweit mög- aus, die notwendige Eindämmung der neuen, infektiö-
lich eine Bescheinigung über das Testergebnis erfolgen. seren Virusvarianten zu sichern und eine unkontrollier-
Alle asymptomatischen Bürgerinnen und Bürger haben te Ausbreitung der Virusvarianten und eine damit ver-
mindestens einmal pro Woche die Möglichkeit einen bundene, erneute exponentiell. Infektionsausbreitung
kostenlosen Schnelltest einschließlich einer Beschei- zu verhindern.
nigung über das Testergebnis in einem Testzentrum, Daher ist die erneute zeitlich befristete Fortdauer der
bei einem Arzt oder in einer Apotheke, in Betrieben, vorgenannten Maßnahmen der sog. Stufe gelb des
in Schulen und sonstigen Stellen, die aufgrund der Ver- Saarland-Modells für weite Bereiche des privaten und
ordnung ein testgestütztes Angebot anbieten können, öffentlichen Lebens weiterhin notwendig, um die Zahl
durchführen zu lassen (sog. Bürgertest). der menschlichen Kontakte insgesamt und damit die
1076 Amtsblatt des Saarlandes Teil I vom 23. April 2021

Verbreitungsmöglichkeiten des Virus nachhaltig im er- ständigen Rechtfertigungskontrolle, sodass sie fortlau-
forderlichen Maß zu reduzieren, und im Ergebnis auch fend neu auf ihre Verhältnismäßigkeit hin zu überprü-
weiterhin verhältnismäßig. Zwar hat die Landesregie- fen sind. Dieser verfassungsrechtlichen Vorgabe trägt
rung bei Entscheidungen über Schutzmaßnahmen zur der Verordnungsgeber durch die kurze Geltungsdauer
Verhinderung der Verbreitung der Coronavirus-Krank- der Verordnung Rechnung.
heit-2019 (COVID-19) gemäß § 28a Absatz 6 Satz 2
des Infektionsschutzgesetzes (IfSG) auch soziale, ge-
sellschaftliche und wirtschaftliche Auswirkungen auf Im Einzelnen
den Einzelnen und die Allgemeinheit einzubeziehen
und zu berücksichtigen. Zudem können einzelne sozia- Artikel 1
le, gesellschaftliche oder wirtschaftliche Bereiche, die (Änderung der Verordnung zu Quarantäne­
für die Allgemeinheit von besonderer Bedeutung sind, maßnahmen für Ein- und Rückreisende zur
von den Schutzmaßnahmen ausgenommen werden Bekämpfung des Coronavirus)
(§ 28a Absatz 6 Satz 3 IfSG). Handlungsleitendes Ziel
muss gemäß § 28a Abs. 3 Satz 1 des Infektionsschutz-
gesetzes indes der Schutz von Leben und Gesundheit Allgemeines
und der Funktionsfähigkeit des Gesundheitssystems Die weltweite epidemiologische Situation im Hin-
sein. Folgerichtig stellt § 28a Absatz 6 Satz 2 und 3 blick auf die Ausbreitung von Infektionen mit dem
des Infektionsschutzgesetzes die Berücksichtigung Corona­virus SARS-CoV-2 entwickelt sich weiterhin
sonstiger Belange sowie Bereichsausnahmen einfach- sehr dynamisch. Verschiedene neue Virusvarianten
gesetzlich ausdrücklich unter den Vorbehalt, dass sie (Mutationen) mit ernst zu nehmenden Veränderungen
mit dem Ziel einer wirksamen Verhinderung der Ver- in den Viruseigenschaften verbreiten sich rapide. Auch
breitung von COVID-19 vereinbar sind. Dies entbindet wenn in einigen Staaten zwischenzeitlich aufgrund der
den Verordnungsgeber nicht von der verfassungsrecht- getroffenen, zum Teil einschneidenden Maßnahmen
lichen Verpflichtung, die in einem Spannungsverhältnis erfreuliche Rückgänge der Infektionszahlen zu beob-
stehenden Verpflichtungen zum Schutz von Leben und achten waren, bewegen sich die Fallzahlen insgesamt
Gesundheit einerseits und Wahrung individueller ver- weltweit und auch innerhalb der Europäischen Union
fassungsrechtlich verbürgter Freiheiten andererseits im auf einem sehr hohen Niveau oder steigen sogar wei-
Wege sogenannter praktischer Konkordanz in weitge- ter an. Da zwar erste Impfstoffe zugelassen und erste
henden Ausgleich zu bringen. Je größer und konkreter Impfungen schon durchgeführt wurden, nach wie vor
jedoch die Gefahr für Leib und Leben ist, desto weit- aber weder eine umfassende Immunisierung der Be-
reichender können die kollidierenden Grundrechte ein- völkerung noch eine wirksame Therapie zur Verfügung
geschränkt werden. stehen, besteht die Gefahr einer Verstärkung des In-
fektionsgeschehens mit erheblichen Folgen für Leben
Die Aufrechterhaltung der weitgehenden Kontakt- und Gesundheit der Bevölkerung und einer möglichen
beschränkungen und die damit verbundenen Ein- Überlastung des Gesundheitssystems bei Einreisen aus
schränkungen sind daher – flankiert um die weiteren Risikogebieten unvermindert fort. Insbesondere kann
Maßnahmen zum besseren Schutz der vulnerablen der weitere erhebliche Anstieg von Neuinfektionen
Bevölkerungsgruppen sowie zum gesteigerten Infek- eine beträchtliche Zahl von Behandlungsbedürftigen in
tionsschutz bei den in Gesellschaft und Arbeitswelt den Krankenhäusern und einen starken Anstieg der Le-
unvermeidbaren persönlichen Kontakten – weiterhin talitätsrate zur Folge haben. Nach der Risikobewertung
angemessen, auch mit Blick darauf, dass sie nicht nur des Robert Koch-Instituts handelt es sich weltweit und
das gewichtige Rechtsgut der Gesundheit der Bevöl- in Deutschland nach wie vor um eine sehr dynamische
kerung schützen, sondern auch zur Abwendung noch und ernst zu nehmende Situation. Es ist weiterhin eine
umfangreicherer wirtschaftlicher Schäden im Falle hohe Anzahl an Übertragungen in der Bevölkerung in
einer unkontrollierten pandemischen Entwicklung Deutschland zu beobachten. Der Anteil der COVID-
dienen. Überdies hält der Verordnungsgeber an einem 19-Erkrankungen ist insbesondere in der älteren Bevöl-
differenzierten System der Einschränkung der Bewe- kerung sehr hoch. Teilweise kommt es zu einer diffusen
gungsfreiheit ab, indem Einschränkungen des Bewe- Ausbreitung von SARS-CoV-2-Infektionen. Insgesamt
gungsradius sowohl geographisch auf Gebiete mit be- wird es immer schwieriger, dass Infektionsumfeld zu
sonderem Infektionsgeschehen als auch in der Sache ermitteln, zum Teil ist das schon jetzt nicht mehr mög-
auf touristische Aktivitäten beschränkt bleiben. Von lich. Das Robert Koch-Institut schätzt die Gefährdung
weitergehenden Einschränkungen der persönlichen Be- für die Gesundheit der Bevölkerung in Deutschland
wegungsfreiheit sieht der Verordnungsgeber hingegen nach wie vor insgesamt als hoch, für Risikogruppen als
mit Blick darauf, dass eine Eindämmung mit den an- sehr hoch ein.
geordneten Maßnahmen nach wissenschaftlichen Er-
kenntnissen zum jetzigen Zeitpunkt noch möglich er- Für die aktuell und voraussichtlich auch zukünftig
scheint, weiterhin vorerst ab. auftretenden Virusvarianten gilt, dass sich der Schwe-
regrad der Erkrankung oder die Übertragbarkeit im
Da die Einschränkungen für den Bürger nicht unwe- Vergleich zu der initial zirkulierenden Virusvariante
sentliche Beeinträchtigungen seiner Grundrechte be- möglicherweise verändern können. Weiterhin besteht
deuten, bedürfen sie, um dem Grundsatz der Verhält- das Risiko, dass die Wirksamkeit der aktuell verwende-
nismäßigkeit zu wahren, vor dem Hintergrund einer ten Impfstoffe gegen die neuen Virusvarianten geringer
sich verändernden epidemiologischen Lage aber einer ist, weil die durch die Impfung gebildeten neutralisie-
Amtsblatt des Saarlandes Teil I vom 23. April 2021 1077

renden Antikörper gegen das veränderte Virus schlech- erkranken. Es ist daher erforderlich, den Eintrag der
ter schützen. Ob das der Fall ist, wird derzeit in zahl- Varianten nach Deutschland zu minimieren, um zusätz-
reichen wissenschaftlichen Studien weiter untersucht. liche schwer Erkrankungs- und Todesfälle zu vermei-
den.
Die Variante B.1.1.7., von der im Dezember 2020 erst-
mals aus Großbritannien berichtet wurde, verbreitet Mit Blick auf die besorgniserregenden Eigenschaften
sich derzeit schnell in zahlreichen Ländern. Untersu- der südafrikanischen Virusvariante B.1.351, die neben
chungen zufolge ist sie noch leichter von Mensch zu einer leichteren Übertragbarkeit mit einer schlechteren
Mensch übertragbar als die bisher zirkulierende Vari- Wirkung von Impfungen einhergehen kann, ist eben-
ante. Nach Einschätzung der britischen Regierung ist falls alles Notwendige zu tun, um eine vermehrte Ver-
die Variante um bis zu 70 Prozent leichter übertragbar breitung dieser Virusvariante unbedingt zu vermeiden.
und hat eine um 0,4 Punkte höhere Reproduktionsrate Der Gefahr einer doppelten Zirkulation beider Virus-
(R) im Vergleich zur bisher bekannten Variante des Co- varianten-Typen mit schwer vorherzusehender, mögli-
ronavirus SARS-CoV-2. Während anfangs nicht davon cherweise sich verstärkender, statt verdrängender Wir-
ausgegangen wurde, dass diese Variante mit schwere- kung, muss verhindert werden.
ren Krankheitsverläufen einhergeht, gibt es inzwischen
– bei begrenzter Datenlage – erste Hinweise darauf, Diese Situation gebietet ein staatliches Handeln mit
dass sie mit einer erhöhten Fallzahlsterblichkeit einher- einer Vielzahl von Maßnahmen zur Reduzierung der
gehen könnte. Es gibt aktuell zudem aus dem Vereinig- Kontakte einschließlich der Verhinderung neuer In-
ten Königreich erste Hinweise, dass sich die Variante fektionseinträge aus dem Ausland, um der staatlichen
B.1.1.7. weiter verändert. Die Mutation E484K, die für Schutzpflicht für das Grundrecht auf Leben und körper-
die schlechtere Impfstoffwirkung gegen die südafrika- liche Unversehrtheit aus Artikel 2 Absatz 2 Satz 1 des
nische Variante B.1.351 verantwortlich gemacht wird, Grundgesetzes im erforderlichen Maße nachzukom-
wurde Ende Januar erstmals in der britischen Variante men und dabei insbesondere auch die Funktionsfähig-
B.1.1.7. nachgewiesen. keit des Gesundheitssystems als überragend wichtigem
Gemeingut und damit die bestmögliche Krankenver-
Über die Virusvariante B.1.351 aus Südafrika wurde sorgung weiterhin sicherzustellen.
ebenfalls erstmals im Dezember 2020 berichtet. Auch
sie geht ersten Untersuchungen zufolge mit einer hö- Aufgrund des aktuellen, dynamischen Infektionsge-
heren Übertragbarkeit einher. Inzwischen wurden erste schehens in Deutschland muss weiterhin zusätzlich zu
Studien veröffentlicht, die vermuten lassen, dass der den fortgeltenden Einschränkungen im Inland sicher-
Schutz durch neutralisierende Antikörper gegenüber gestellt werden, dass durch Einreisen in die Bundes-
dieser Variante reduziert sein könnte bei Personen, die republik Deutschland keine neuen Infektionsherde im
an der ursprünglichen Variante erkrankt waren oder Inland entstehen. In der Sommerferien- und Reisezeit
einen auf diesem beruhenden Impfstoff erhalten haben. hat sich bereits gezeigt, dass sich neue Infektionsherde
Auch die Variante B.1.351 verbreitet sich schnell und oftmals nach Einreise aus Risikogebieten bilden. Aus
wurde mittlerweile in zahlreichen Ländern nachgewie- diesem Grund wurden bereits innerhalb der Europäi-
sen. schen Union die COVID-19-bedingten Reisebeschrän-
kungen auf der Grundlage gemeinsamer Beschlüsse
Die SARS-CoV-2-Variante B.1.1.28 P.1 zirkulierte nur stufenweise und in engen Absprachen benachbarter
erstmals im brasilianischen Staat Amazonas und ähnelt Staaten gelockert. Einreise-Absonderungs-Pflichten
in ihren Veränderungen der südafrikanischen Variante. werden dabei nach wie vor als Korrelat zur Lockerung
Eine erhöhte Übertragbarkeit wird ebenfalls als denk- von Ausgangsbeschränkungen betrachtet und in den
bar erachtet. Für eine mögliche Reduktion der Wirk- Gremien der Europäischen Union als probates Hand-
samkeit neutralisierender Antikörper bei Genesenen lungsinstrument der Mitgliedstaaten bewertet. Dass
bzw. Geimpften gibt es Anhaltspunkte. Auch diese Va- diese Vorsichtsmaßnahmen trotz des engen und ver-
riante wurde in zahlreichen Ländern zumindest verein- trauensvollen Austauschs der Mitgliedsstaaten unterei-
zelt nachgewiesen. nander, eines gemeinsamen COVID-19-Meldewesens,
Die Eigenschaften der Varianten werden derzeit in eines dem Grunde nach weitgehend vergleichbaren
zahlreichen wissenschaftlichen Studien weiter unter- Instrumentenkastens zur Eindämmung der Pandemie
sucht. Die Verbreitung weiterer Varianten steht zu be- im jeweiligen Land in einem gemeinsamen Risikoraum
fürchten. Das Auftreten der Varianten fällt zeitlich zu- erforderlich sind, zeigt den nach wie vor bestehenden
sammen mit deutlichen Fallzahlanstiegen und massiver Ernst der Lage.
weiterer Belastung der Gesundheitssysteme in den drei
genannten Ländern und Regionen. Obwohl die epidemische Gefahrenlage weltweit fort-
besteht und sich in einer zunehmenden Zahl von Staa-
Durch das Auftreten der Virusvarianten wird es gerade ten erneut verschärft, gibt es global betrachtet deutli-
auch im Hinblick auf deren leichtere Übertragbarkeit che Unterschiede. In vielen Staaten und Weltregionen
noch schwieriger, die Ausbreitung des Coronavirus ist das Infektionsgeschehen weiterhin sehr dynamisch.
SARS-CoV-2 einzudämmen: Die Virusvariante B.1.1.7 Wenigen Staaten ist dagegen eine Eindämmung der
ist–nach bisherigem Kenntnisstand – noch anstecken- Corona-Pandemie gelungen; die dort ergriffenen Maß-
der und führt in allen Altersgruppen häufiger zu schwe- nahmen haben zu einem sich verlangsamenden Infekti-
ren Verläufen als die ursprüngliche SARS-CoV-2-Vari- onsgeschehen geführt. Vor diesem Hintergrund ist eine
ante; es ist also davon auszugehen, dass sich innerhalb Differenzierung bei der Absonderungspflicht geboten.
kurzer Zeit noch mehr Menschen infizieren und schwer Diese kann auf Personen beschränkt werden, die sich
1078 Amtsblatt des Saarlandes Teil I vom 23. April 2021

vor ihrer Einreise nach Deutschland in einem Risiko­ Zur Begründung im Einzelnen:
gebiet und insbesondere in einem Virus-Variantenge-
biet aufgehalten haben. Bei diesen Personen ist weiter-
hin von einer Ansteckungsgefahr auszugehen. Zu § 1

Bei Einreise aus einem ausländischen Risikogebiet ist Am 11. März 2020 wurde die Ausbreitung des Coro-
eine zehntägige häusliche Absonderung unmittelbar navirus SARS-CoV-2 von der Weltgesundheitsorga-
nach Einreise weiterhin notwendig, um die in Deutsch- nisation (WHO) zur Pandemie erklärt. Auch laut Ein-
land und im europäischen Raum bereits ergriffenen schätzung des Robert Koch-Instituts gibt es in einer
Maßnahmen zur Eindämmung der Ausbreitung des erheblichen Anzahl von Staaten Ausbrüche mit zum
Coronavirus SARS-CoV-2 nicht zu gefährden. Bei Teil sehr großen Fallzahlen; von anderen Staaten sind
Einreise aus einem Virusvarianten-Gebiet ist nach der die genauen Fallzahlen nicht bekannt. Jedenfalls sind
gebotenen Risikoabwägung aufgrund der erhöhten Ge- nach Angaben der WHO mittlerweile fast alle Staa-
fährlichkeit eine vierzehntägige Absonderung ohne ten der Welt von einem Ausbruch des Coronavirus
Möglichkeit einer Verkürzung geboten. Je kürzer die SARS-CoV-2 betroffen (Stand: 29. September 2020).
Quarantäne ist, desto höher ist das Risiko, dass nach Ein Übertragungsrisiko besteht angesichts des hoch-
Abschluss noch Erkrankungen auftreten, die zu einer dynamischen, exponentiell verlaufenden Infektionsge-
Weiterverbreitung führen können. Dieses Risiko ist bei schehens nach wie vor in einer Vielzahl von Regionen
gefährlichen Virusvarianten zu minimieren. Hiermit weltweit.
wird die aus Artikel 2 Absatz 2 Satz 1 des Grundgeset- In vielen europäischen Staaten haben die ergriffenen,
zes folgende Schutzpflicht für Leben und körperliche weitreichenden Maßnahmen zunächst Wirkung gezeigt
Unversehrtheit zugunsten der Bürgerinnen und Bürger und die Infektionszahlen sind gesunken. Allerdings be-
im Rahmen des bestehenden Einschätzungsspielraums wegen sich die Infektionszahlen insgesamt weiter auf
wahrgenommen. Da die weltweite epidemische Ge- einem sehr hohen Niveau und sind vielen Staaten zwi-
fahrenlage fortbesteht und insbesondere aus Risikoge- schenzeitlich zum Teil wieder exponentiell gewachsen.
bieten mit einem erneuten Eintrag von Infektionen zu Das Infektionsgeschehen ist weiterhin hoch dynamisch.
rechnen ist, ist diese Maßnahme vor dem Hintergrund Zwischen den EU-Mitgliedstaaten, den Schengen-
einer potentiell tödlich verlaufenden Viruserkrankung assoziierten Staaten (Island, dem Fürstentum Liech-
zum Teil mit erheblichen Langzeitfolgen auch nach tenstein, Norwegen, Schweiz) sowie dem Vereinigten
einer neuen, aktuellen Lagebewertung weiterhin ange- Königreich von Großbritannien und Nordirland besteht
messen. Vergleichbare Regelungsansätze, die der Ein- ein regelmäßiger Informationsfluss zu dem Pandemie-
dämmung der Coronavirus-Pandemie dienen, werden geschehen sowie den ergriffenen Maßnahmen. Somit
derzeit von einer Vielzahl von Staaten weltweit umge- liegen detaillierte Erkenntnisse über das Infektionsge-
setzt. schehen in diesen Staaten vor, die eine auf Tatsachen
Vor dem Hintergrund der aktuell sehr dynamischen Ent- basierende Beurteilung der Ansteckungswahrschein-
wicklung wurde zudem ab 14. Januar 2021 eine Nach- lichkeit ermöglichen.
weispflicht über das Vorliegen eines negativen Tests bei In Bezug auf Drittstaaten hat sich die Datenlage inso-
Einreise – sowie eine Beförderungsverbot für den Fall, fern verbessert, als weltweit mehr Erkenntnisse über
dass dieser Nachweis nicht geführt werden kann – mit die Pandemie zur Verfügung stehen, die durch die ein-
der Verordnung zum Schutz vor einreisebedingten In- zelnen Staaten und auch durch international anerkannte
fektionsgefahren in Bezug auf das Coronavirus SARS- Institutionen berücksichtigt werden. Zugleich lässt sich
CoV-2 nach Feststellung einer epidemischen Lage von auch besser einschätzen, welche Maßnahmen ergrif-
nationaler Tragweite durch den Deutschen Bundestag fen werden müssen, um die Ausbreitung der Pandemie
(Coronavirus-Einreiseverordnung – CoronaEinreiseV) einzudämmen, und anhand welcher Parameter das In-
eingeführt (Zwei-Test-Strategie), um die Infektiösität fektionsgeschehen verlässlich beurteilt werden kann.
der einreisenden Personen während der Einreise festzu- Gleichwohl muss mit Blick auf diese Staaten differen-
stellen und damit unkontrollierte Einträge der Corona- ziert werden:
virus SARS-CoV-2 zu verhindern. Hierdurch wurden
die Quarantäneregelungen der Länder ergänzt. Unverändert sind aus einigen Drittstaaten sehr gra-
vierende Ausbruchsgeschehen bekannt, ohne dass die
Zudem besteht zur verbesserten Kontrolle nach § 1 der ergriffenen Maßnahmen verlässlich beurteilt werden
Coronavirus-Einreiseverordnung eine digitale Melde- könnten. Bei anderen fehlt es schon an belastbaren Er-
verpflichtung einreisender Personen aus Risikogebie- kenntnissen über die epidemiologische Lage. Deshalb
ten (u. a. zu Identität, Kontaktdaten, Vorliegen eines liegt vor dem Hintergrund der weltweiten Pandemie für
Negativtests), die diese vor der Einreise auszufüllen Einreisende aus diesen Staaten nahe, dass sie Krank-
haben sowie die Verpflichtung der Beförderer und der heitserreger aufgenommen haben und sich deshalb ab-
Betreiber von Flughäfen, Häfen und Bahnhöfen zur In- sondern müssen, um die Schaffung neuer Infektions-
formation der Einreisenden. herde zu verhindern.
Zusätzlich hat die Bundesregierung mit der Coronavi- Die möglicherweise eintretenden Schäden durch eine
rus-Schutzverordnung vom 29. Januar 2021 ein Beför- Einreise aus derartigen Risikogebieten ohne anschlie-
derungsverbot ab dem 30. Januar für Einreisende aus ßende Absonderung können folgenschwer und gravie-
sogenannten Virusvarianten-Gebieten – vorbehaltlich rend sein. Ein- und Rückreisende aus Risikogebieten
sehr eng begrenzter Ausnahmen – verhängt müssen deshalb grundsätzlich für zehn Tage abgeson-
Amtsblatt des Saarlandes Teil I vom 23. April 2021 1079

dert werden. Nach § 2 Nummer 17 des Infektions- Nach § 2 Nummer 7 des Infektionsschutzgesetzes ist
schutzgesetzes ist ein Risikogebiet ein Gebiet außer- eine Person ansteckungsverdächtig, von der anzuneh-
halb Deutschlands, für das vom Bundesministerium für men ist, dass sie Krankheitserreger aufgenommen hat,
Gesundheit im Einvernehmen mit dem Auswärtigen ohne krank, krankheitsverdächtig oder Ausscheider zu
Amt und dem Bundesministerium des Innern, für Bau sein. Aufgrund der Vielzahl von Infektionen weltweit,
und Heimat ein erhöhtes Risiko für eine Infektion mit der Tatsache, dass ein Übertragungsrisiko in einer Viel-
einer bestimmten bedrohlichen übertragbaren Krank- zahl von Regionen besteht, des dynamischen Charak-
heit festgestellt wurde. Bei dem Coronavirus SARS- ters des Virus und der damit verbundenen Ungewiss-
CoV-2 handelt es sich um eine solche Krankheit. Die heit hinsichtlich konkreter Infektionsgeschehen besteht
Einstufung als Risikogebiet erfolgt erst mit Ablauf des eine gegenüber dem Inland deutlich erhöhte Wahr-
ersten Tages nach Veröffentlichung der Feststellung scheinlichkeit, dass eine Person, die aus einem Risiko-
durch das Robert Koch-Institut im Internet unter der gebiet in das Bundesgebiet einreist, Krankheitserreger
Adresse https://www.rki.de/risikogebiete. aufgenommen hat. Die erhöhte Wahrscheinlichkeit
schlägt sich in der Vielzahl an positiven Testungen
Für Einreisende aus bestimmten Risikogebieten mit bei Reiserückkehrern aus Risikogebieten nieder. Bei
einem besonders hohem Risiko werden korrelierend den freiwilligen Testungen von Rückreisenden aus
zur qualifizierten Gefahrensituation besondere Maß- Nicht-Risikogebieten war die Zahl der festgestellten
nahmen getroffen. Infektionen dagegen außerordentlich gering. Der Ver-
ordnungsgeber ist vorliegend aus der grundrechtli-
Dies betrifft insbesondere Personen, die sich in einem chen Schutzpflicht aus Artikel 2 Absatz  2 Satz  1 GG
Risikobiet aufgehalten haben, für das durch das Bun- für Leben und körperliche Unversehrtheit verpflichtet,
desministerium für Gesundheit im Einvernehmen mit Maßnahmen zum Schutz dieses Rechtsguts zu ergrei-
dem Auswärtigen Amt und dem Bundesministerium fen. Hierbei kommt ihm angesichts der nach wie vor
des Innern, für Bau und Heimat ein besonders hohes ungewissen und sich dynamisch verändernden Gefah-
Risiko für eine Infektion mit dem Coronavirus SARS- renlage ein weiter Einschätzungs-, Wertungs- und Ge-
CoV-2 festgestellt wurde, weil in diesem Risikogebiet staltungsspielraum zu.
bestimmte Varianten des Coronavirus SARS-CoV-2
verbreitet aufgetreten sind (Virusvarianten-Gebiet), Die Pflicht zur Absonderung gilt bei einem Voraufent-
deren Infektiösität nach bisherigen Erkenntnissen noch halt in einem Risikogebiet im Sinne des § 2 Nummer 17
über diejenige der bisher verbreiteten Form des Virus des Infektionsschutzgesetzes. Nach § 2 Nummer 17
hinausgeht. Zudem könnten die Virusmutationen, die des Infektionsschutzgesetzes ist ein Risikogebiet ein
Wirksamkeit der bisher zugelassenen Impfstoffe in Fra- Gebiet außerhalb Deutschlands, für das vom Bundes-
ge stellen. ministerium für Gesundheit im Einvernehmen mit dem
Auswärtigen Amt und dem Bundesministerium des
Zu Absatz 1: Innern, für Bau und Heimat ein erhöhtes Risiko für
eine Infektion mit einer bestimmten bedrohlichen über-
Zu Satz 1 tragbaren Krankheit festgestellt wurde. Bei dem Coro-
navirus SARS-CoV-2 handelt es sich um eine solche
Ein- und Rückreisende – egal ob über den Luft-, Land-, Krankheit. Die Einstufung als Risikogebiet erfolgt erst
oder Seeweg –, die sich in den letzten zehn Tagen vor mit Ablauf des ersten Tages nach Veröffentlichung der
ihrer Einreise in einem Risikogebiet im Sinne des § 2 Feststellung durch das Robert Koch-Institut im Internet
Nummer 17 des Infektionsschutzgesetzes aufgehalten unter der Adresse https://www.rki.de/risikogebiete. So
haben, sind nach § 30 Absatz 1 Satz 2 des Infektions- soll den Reisenden und den betroffenen Ländern bzw.
schutzgesetzes verpflichtet, sich abzusondern. Oberstes Regionen Zeit gegeben werden, auf die Einstufung zu
Ziel ist es, die weitere Verbreitung des Virus zu ver- reagieren und entsprechenden Vorkehrungen treffen zu
langsamen, um eine Überlastung des Gesundheits­ können.
systems insgesamt zu vermeiden und die medizinische
Versorgung bundesweit sicherzustellen. Um dieses Ziel Die Einstufung eines Gebietes als SARS-COV2-Risi-
zu erreichen, bedarf es einer Absonderung der in die kogebiet basiert aktuell auf einer zweistufigen Bewer-
Bundesrepublik Deutschland Ein- und Rückreisenden tung. Zunächst wird festgestellt, in welchen Staaten/
aus Risikogebieten, da ein Kontakt mit dem Krank- Regionen es in den letzten sieben Tagen mindestens 50
heitserreger hinreichend wahrscheinlich ist und Schutz- Neuinfizierte pro 100  000 Einwohner gab (sog. 50er-
maßnahmen zur Eindämmung der Verbreitung des Co- Inzidenz).
ronavirus SARS-CoV-2 erforderlich macht. Gemessen Ist die 50er-Inzidenz in einer Region erreicht bzw.
am Gefährdungsgrad des hochansteckenden Corona- überschritten, ist aus epidemiologischer Sicht damit zu
virus SARS-CoV-2, das bei einer Infektion zu einer rechnen, dass das Infektionsgeschehen eine Dynamik
tödlich verlaufenden Erkrankung führen kann, genügt angenommen hat, die sich nur noch schwer kontrollie-
daher bereits eine vergleichsweise geringe Wahrschein- ren lässt. Auch wenn in Teilen Deutschlands die 7-Ta-
lichkeit eines infektionsrelevanten Kontakts, um einen ge-Inzidenz weitaus höher liegt, ist bei der ersten Stufe
Ansteckungsverdacht im Sinne von § 2 Nummer 7 des der Risikogebieteausweisung die 50er-Inzidenz maß-
Infektionsschutzgesetzes begründen zu können (vgl. geblich. Die daraus ggf. resultierende Unterscheidung
BVerwG, Urt. v. 22. März 2012 – 3 C 16/11 –, juris von Daheimgebliebenen und innerdeutsch Reisenden
Rn. 32). Dies ist bei einem Aufenthalt in einem Risiko- im Vergleich zu Einreisenden aus dem Ausland stellt
gebiet gegeben. dabei keine Ungleichbehandlung wesentlich gleicher
1080 Amtsblatt des Saarlandes Teil I vom 23. April 2021

Sachverhalte dar; sie ist jedenfalls gerechtfertigt. Das einem Risikogebiet in ein Nichtrisikogebiet) nach der
Bewegungs- und damit Kontaktprofil von Auslands- Einreise in das Bundesgebiet hat keine Auswirkungen
reisenden unterscheidet sich typischerweise von dem auf die bestehende Absonderungspflicht, da diese eine
Daheimgebliebener und innerdeutsch Reisender. Durch zum Zeitpunkt der Einreise bestehende Ansteckungs-
die stärkere Nutzung von öffentlichen Verkehrsmitteln, gefahr nicht beseitigt. Ebenso entsteht keine Abson-
öffentlicher Infrastruktur (Flughäfen, Beherbergungs- derungspflicht, wenn ein Gebiet erst nach der Einreise
betriebe) und die bei Auslandsreisen oft eintretende zum Risikogebiet wird.
Kontaktaufnahme mit Personen, die nicht dem alltäg-
lichen Umfeld entstammen, ist das Verhalten von Aus- Die bloße Durchreise durch ein Risikogebiet stellt kei-
landsreisenden typisierbar eher gefahrengeneigt. Dies nen Aufenthalt in diesem Sinne dar. Ein erhöhtes In-
unterscheidet sie auch gegenüber innerdeutsch Reisen- fektionsrisiko entsteht erst durch einen Aufenthalt und
den, da in Deutschland vielerorts Beherbergungsbetrie- damit zusammenhängende mögliche soziale Kontakte
be für touristische Zwecke, Gastronomie- und Kultur- vor Ort; dies ist bei einer reinen Durchreise ohne Zwi-
schenaufenthalt nicht der Fall.
betriebe geschlossen sind. Der Verordnungsgeber hat
zudem keinen Einfluss auf Maßnahmen der Pandemie- Die Corona-Einreiseverordnung definiert in ihrem § 3
bekämpfung im Ausland und kann auch nicht nachprü- Absatz 2 Satz 1 Nummer 1 und Nummer 2 darüber hi-
fen, welchen Infektionsrisiken Einreisende ausgesetzt naus besondere Risikogebiete, die ebenfalls unter der
gewesen sind (so auch das Niedersächsische Oberver- Adresse https://www.rki.de/covid-19-risikogebiete
waltungsgericht, Beschluss vom 30. November 2020, veröffentlicht werden.
13 MN 520/20).
Besondere Risikogebiete sind gemäß § 3 Absatz 2
Hinzukommt, dass im Rahmen der zweiten Stufe der Satz 1 Nummer 1 der Coronavirus-Einreiseverordnung
Risikogebieteausweisung anhand weiterer qualitativer Gebiete mit besonders hohen Fallzahlen (Hochinzi-
und quantitativer Kriterien festgestellt wird, ob trotz denzgebiet), z.B. in Höhe des Mehrfachen der mittleren
eines Unter- oder Überschreitens der Inzidenz ein er- 7-Tagesinzidenz je 100 000 Einwohnern in Deutsch-
höhtes bzw. nicht erhöhtes Infektionsrisiko begründet land, mindestens jedoch mit einer 7-Tagesinzidenz von
ist. Das Auswärtige Amt liefert auf der Grundlage der 200. Es ist aus epidemiologischer Sicht damit zu rech-
Berichterstattung der deutschen Auslandsvertretun- nen, dass bei solchen besonders hohen Inzidenzen von
gen qualitative Berichte zur Lage vor Ort, die auch einem noch deutlichen höheren Risiko des zusätzlichen
die jeweils getroffenen Maßnahmen zur Eindämmung Eintrags von Infektionen auszugehen ist. Insbesondere
der Corona-Pandemie beleuchten. Maßgeblich für ist auch hier ausschlaggebend, dass das Bewegungs-
die Bewertung sind insbesondere die Infektionszah- und damit Kontaktprofil von Auslandsreisenden sich
len im Vergleich zu den Testkapazitäten sowie durch- typischerweise von dem Daheimgebliebener und inner-
geführten Tests pro Einwohner sowie in den Staaten deutsch Reisender unterscheidet und durch die stärkere
ergriffene Maßnahmen zur Eindämmung des Infek- Nutzung von öffentlichen Verkehrsmitteln, öffentlicher
tionsgeschehens (Hygienebestimmungen, „Lockdown­ Infrastruktur und die bei Auslandsreisen oft eintretende
maßnahmen“, Kontaktnachverfolgung etc.) und die Kontaktaufnahme mit Personen, die nicht dem alltäg-
Krankenhausbelegung. Hierbei wird auch geprüft, ob lichen Umfeld entstammen, das Risiko für eine Infek-
die Inzidenz nicht auf lokal begrenzte Infektionsge- tion mit SARS-CoV-2 im Vergleich zum Inland weiter
schehen in dem betroffenen Gebiet zurückzuführen ist. wesentlich erhöhen können. Auch wenn bei besonders
Ebenso wird berücksichtigt, wenn keine verlässlichen hohen Inzidenzen in der Bundesrepublik Deutschland
Informationen für bestimmte Staaten vorliegen. Für die Bewegungseinschränkungen verhängt werden und
EU-Mitgliedstaaten wird seit der 44. Kalenderwoche Beherbergungsbetriebe für touristische Zwecke, Gast-
2020 auch die nach Regionen aufgeschlüsselte Karte ronomie- Kultur-, Sport- und Freizeitbetriebe geschlos-
des Europäischen Zentrum für die Prävention und die sen sind, so hat der Verordnungsgeber keinen Einfluss
Kontrolle von Krankheiten (ECDC) berücksichtigt. auf Maßnahmen der Pandemiebekämpfung im Ausland
Die Karte enthält Daten zur Rate der Neuinfektionen, und kann auch nicht nachprüfen, welchen Infektions-
Testpositivität und Testrate. Außerdem werden auf der risiken Einreisende ausgesetzt gewesen sind.
zweiten Stufe grundsätzlich Daten und Erkenntnisse Im Rahmen der Einstufung eines Staates als besonders
der WHO, des ECDC, des Robert Koch-Instituts sowie Risikogebiet kann – wie bei der Einstufung von Risi-
privater Institutionen (z.B. Johns Hopkins University) kogebieten bisher – anhand weiterer qualitativer und
berücksichtigt. quantitativer Kriterien festgestellt werden, ob trotz
eines Unter- oder Überschreitens der Inzidenz ein be-
Anhand dieses zweistufigen Prozesses werden die sonders erhöhtes bzw. nicht besonders erhöhtes Infek-
Staaten und Regionen nach Ansteckungsgefahr in zwei tionsrisiko begründet ist.
Kategorien eingeteilt – Risikogebiete und Nichtrisiko-
gebiete. Die Risikogebiete werden sodann durch das Darüber hinaus sind besondere Risikogebiete gemäß
Robert Koch-Institut im Internet unter der Adresse § 3 Absatz 2 Satz 1 Nummer 2 CoronaEinreiseV Gebie-
https://www.rki.de/covid-19-risikogebiete veröffent- te eines Staates im Ausland, in dem eine Virusvariante
licht. Die Absonderungspflicht gilt nur für Personen, (Mutation) Verbreitung findet, welche nicht zugleich
die sich in einem Risikogebiet aufgehalten haben. im Inland verbreitet auftritt und von welcher anzuneh-
Maßgeblich ist, ob das Gebiet zum Zeitpunkt der Ein- men ist, dass von dieser ein besonderes Risiko ausgeht
reise in das Bundesgebiet als Risikogebiet ausgewiesen (Virusvarianten-Gebiet), z.B. hinsichtlich einer vermu-
war. Eine Veränderung der Einstufung des Gebiets (von teten oder nachgewiesenen leichteren Übertragbarkeit
Amtsblatt des Saarlandes Teil I vom 23. April 2021 1081

oder anderen Eigenschaften, die die Infektionsausbrei- 2020 gemeinsam verständigt. Laut WHO beträgt die
tung beschleunigen, die Krankheitsschwere verstärken, durchschnittliche Inkubationszeit fünf bis sechs Tage,
oder gegen welche die Wirkung einer durch Impfung nur wenige zeigen später als nach dem zehnten Tag
oder durchgemachten Infektion erreichten Immunität Symptome. Das Gleiche gilt für die Infektiösität: Auch
abgeschwächt ist. wenn Teile des Virus länger nachweisbar sind, wird nur
bis zum achten bis zehnten Tag von kranken Personen
Es besteht die Gefahr, dass neu auftretende Virusvari- infektiöses Virusmaterial ausgeschieden. Entsprechend
anten nicht nur z. B. die Ausbreitung der SARS-CoV-2 ist eine zehntägige Absonderung für Einreisende aus
Pandemie weiter beschleunigen, sondern auch die Wir- einfachem Risikogebiet oder Hochinzidenzgebiet aus-
kung einer durch Impfung oder durchgemachte Infek- reichend.
tion erworbenen Immunität verringern, durch etablierte
diagnostische Testverfahren schlechter nachweisbar Die Haupt- oder Nebenwohnung ist die Meldeadresse
sind oder eine Infektion mit einer neuen Virusvarian- des Erst- oder Zweitwohnsitzes. Soweit die einreisende
te mit einer erhöhten Krankheitsschwere einhergeht. Person in der Bundesrepublik Deutschland nicht ge-
Somit ist zu befürchten, dass durch die Verbreitung meldet ist, hat sie sich in eine andere, eine Absonde-
von neuen Virusvarianten die Bekämpfung dieser Pan- rung ermöglichende, geeignete Unterkunft zu begeben.
demie mit einer potentiell tödlichen Krankheit weiter Es muss sich hierbei um eine feste Anschrift handeln,
massiv erschwert wird und es zu einer weiteren Ver- die gezielt aufgesucht werden kann und in der es mög-
stärkung der Belastung der medizinischen Einrichtun- lich und durchsetzbar ist, sich für zehn Tage aufzuhal-
gen kommt. Zum Schutze der Bevölkerung in der Bun- ten. Für Asylsuchende kann diese Unterkunft auch in
desrepublik Deutschland ist hier zur Limitierung des der zuständigen Aufnahmeeinrichtung liegen.
Eintrages und damit zur Vermeidung einer schnellen
Verbreitung neuer Virusvarianten eine Absonderung Zu Satz 2
dringend geboten. Aufgrund der aufgezeigten besonderen Gefährlichkeit
Eine Absonderung in der Haupt- oder Nebenwohnung beträgt die Absonderung nach § 1 Absatz 1 Satz 3 nach
oder in einer anderen, eine Absonderung ermöglichen- der Einreise aus einem Virusvarianten-Gebiet vierzehn
de Unterkunft ist gemäß § 30 Absatz 1 und Absatz 2 Tage.
des Infektionsschutzgesetzes in diesen Fällen geeignet Auch das Europäische Zentrum für die Prävention und
und erforderlich. Ein ungeregelter Aufenthalt nach Ein- Kontrolle von Krankheiten (ECDC) empfiehlt in sei-
reise von Personen aus Risikogebieten muss verhindert nem aktuellen Rapid Risk Assessment vom 15. Februar
werden. Dies gilt in besonderem Maße bei Virus-Va- 2021 eine generelle vierzehntägige Absonderung für
riantengebieten. Wissenschaftliche Erkenntnisse be- Einreisende aus Risikogebieten. Je kürzer die Dauer
stätigen, dass eine zügige Isolierung ansteckungsver- der Quarantäne, desto höher steigt das Risiko, dass
dächtiger Personen der wirksamste Schutz gegen eine nach deren Abschluss noch Erkrankungen auftreten,
Ausbreitung des Virus ist. die zu einer Weiterverbreitung führen können. Nach
Um eine weitere Ausbreitung von COVID-19 in der der gebotenen Risikoabwägung ist dieses Restrisiko
Bundesrepublik Deutschland einzudämmen, ist die aufgrund der erhöhten Gefährlichkeit bei Einreisenden
Anordnung einer an die Einreise anschließenden häus- aus Virusvarianten-Gebieten durch eine verlängerte
lichen Absonderung verhältnismäßig. Es handelt sich Absonderung weiter zu verringern.
vorliegend um eine Krankheit, welche welt-, bundes- Zu Satz 3
und landesweit auftritt und sich sehr schnell ausbreitet.
Es liegt eine dynamische und ernst zu nehmende Situ- Den in Absatz 1 Satz 1 und Satz 2 genannten Perso-
ation vor, insbesondere da bei einem Teil der Fälle die nen ist es in der Zeit der Absonderung nicht gestattet,
Krankheitsverläufe schwer sind und es auch zu tödli- Besuch von Personen zu empfangen, die nicht ihrem
chen Krankheitsverläufen kommt. Die bisherige Strate- Hausstand angehören. Der Empfang von Besuch würde
gie der schnellen Isolierung von ansteckungsverdächti- dem Sinn und Zweck der Absonderung und dem Ziel,
gen Personen hat sich als erfolgreich erwiesen. Sie ist die Verbreitung des Coronavirus SARS-CoV-2 zu ver-
deshalb gerade auch in Anbetracht der zu schützenden langsamen, zuwiderlaufen. Unter einem Besuch wird
hochwertigen Individualrechtsgüter Gesundheit und hierbei nicht der Aufenthalt in der Wohnung oder Un-
Leben sowie der Funktionsfähigkeit des Gesundheits- terkunft von Personen verstanden, die diese aus trifti-
systems als solchem verhältnismäßig. gen Gründen betreten müssen. Solch ein triftiger Grund
liegt beispielsweise in der Pflege einer im Haushalt le-
Die in Satz 1 genannten Personen sind verpflichtet, sich benden Person.
unverzüglich nach der Einreise auf direktem Weg in
ihre Haupt- oder Nebenwohnung oder in eine andere, Zu Absatz 2:
eine Absonderung ermöglichende Unterkunft zu bege-
ben und sich für einen Zeitraum von zehn Tagen nach Werden Krankheitssymptome festgestellt, die typisch
ihrer Einreise ständig dort abzusondern. für eine Infektion mit dem Coronavirus SARS-CoV2
sind, muss die zuständige Behörde auch hierüber un-
Unter Berücksichtigung epidemiologischer Risiken be- verzüglich in Kenntnis gesetzt werden. Solche Symp-
trägt die Absonderung nach § 1 Absatz 1 Satz 1 nach der tome sind Fieber, neu aufgetretener Husten, Schnup-
Einreise aus einem einfachen Risikogebiet oder Hoch- fen, Geruchs- oder Geschmacksverlust oder Atemnot.
inzidenzgebiet zehn Tage. Auf diese Zeitspanne hatten Die zuständige Behörde entscheidet sodann über das
sich die EU-Gesundheitsminister Anfang September weitere Verfahren und übernimmt insbesondere die
1082 Amtsblatt des Saarlandes Teil I vom 23. April 2021

Überwachung der abgesonderten Person für die Zeit Zu Buchstabe b


der Absonderung.
Von der Absonderungspflicht ausgenommen sind Per-
Zu Absatz 3: sonen, deren Tätigkeit für die Aufrechterhaltung des
Gesundheitswesens dringend erforderlich und unab-
Für die Zeit der Absonderung unterliegen die von Ab- dingbar ist.
satz 1 Satz 1 und Satz 2 erfassten Personen der Beob-
achtung durch die zuständige Behörde. In Abgrenzung zu Absatz 3 Nummer 1 Buchstabe a
umfasst diese Tätigkeit nur solche Tätigkeiten, die zeit-
Zu Absatz 4 lich dringend sind. Als Beispiel sind hierfür zu nennen
Absatz 4 enthält besondere Verfahrensregelung im der Transport von Patienten oder Transplantaten sowie
Rahmen der Aufnahme Asylsuchender in der Landes- die Ein- und Rückreise von Ärzten, die für eine drin-
aufnahmestelle, gende Operation benötigt werden. Voraussetzung ist,
dass angemessene Schutz- und Hygienekonzepte vor-
Zu § 2 liegen und eingehalten werden. Diese Ausnahme gilt
Zu Absatz 1: nur, wenn sich die Personen weniger als 72 Stunden in
einem Risikogebiet aufgehalten haben oder für bis zu
In § 2 Absatz 1 ist zunächst festgehalten, welche Per- 72 Stunden in das Bundesgebiet einreisen; für diesen
sonen grundsätzlich nicht von der Absonderungspflicht Zeitraum ist von einer geringen Infektionswahrschein-
nach § 1 Absatz 1 erfasst sind. Dies gilt auch für Ein- lichkeit auszugehen. Gerade bei Personen im Gesund-
reisen aus Virusvarianten-Gebieten nach § 3 Absatz 2 heitswesen ist zu beachten, dass diesen potentiell ver-
Nummer 2 der Coronavirus-Einreiseverordnung. Bei mehrten Kontakt zu Risikogruppen haben können.
Einreisen aus Virus-Variantengebieten sind die Aus- Zugleich wird jedoch durch angemessene Schutz- und
nahmen vor dem Hintergrund der erhöhten Gefährlich- Hygienevorschriften, wie etwa regelmäßige Testun-
keit, die von diesen Varianten ausgeht, deutlich enger gen auch asymptomatischer Beschäftigter, das Risiko
zu fassen und nur in den im Folgenden angeführten, einer Verbreitung des Coronavirus SARS-CoV-2 durch
eng auszulegenden Fällen zuzulassen. diese Personen eingeschränkt. Auch unter epidemiolo-
Zu Nummer 1 gischen Gesichtspunkten ist es daher möglich und zur
Aufrechterhaltung der medizinischen Versorgung im
Von der Absonderungspflicht ausgenommen sind Per- Übrigen zwingend erforderlich, für eilige Fälle eine
sonen, die nur zur Durchreise in die Bundesrepublik Ausnahme von der Absonderungspflicht vorzusehen.
Deutschland oder ins Saarland einreisen, werden nicht
von § 1 Absatz 1 erfasst. Diese Personen sind allerdings Zu Nummer 3
verpflichtet, das Gebiet des Saarlandes auf schnellstem Ferner sind Grenzpendler (Buchstabe a) und Grenzgän-
Weg, somit ohne jede Verzögerung (keine Kurzaufent- ger (Buchstabe b) von der Absonderungspflicht ausge-
halte oder Übernachtungen), zu verlassen. Ein erhöhtes nommen, wenn es sich um eine zwingend notwendige
Infektionsrisiko entsteht erst durch einen Aufenthalt berufliche Tätigkeit handelt oder ein Aufenthalt zur
und damit zusammenhängende mögliche soziale Kon- Ausbildung oder zum Studium zwingend notwendig ist
takte vor Ort; dies ist bei einer reinen Durchreise ohne und angemessene Schutz- und Hygienekonzepte vor-
Zwischenaufenthalt nicht der Fall. liegen und eingehalten werden. Durch das regelmäßi-
Zu Nummer 2 ge Pendeln zu gleichbleibenden Berufs-, Studien- und
Ausbildungsstätten mit einem bekannten und damit
Zu Buchstabe a gut identifizierbaren Personenkreis ist die Kontakt-
nachverfolgung bei Infektionen gewährleistet, so dass
Die Ausnahme ist zur Aufrechterhaltung systemrele- eine Ausnahme daher unter Berücksichtigung infektio-
vanter Infrastrukturen für das Gemeinwesen wie die logischer Belange möglich ist. Sie ist gleichzeitig aus
Gewährleistung der Versorgung der Bevölkerung, wirtschaftlichen und bildungspolitischen Gründen er-
aber ebenso zur Aufrechterhaltung der Wirtschaft er- forderlich. Die zwingende Notwendigkeit der Tätigkeit
forderlich. Unter epidemiologischen Gesichtspunkten bzw. Ausbildung ist durch den Arbeitgeber oder Auf-
ist diese Ausnahme vertretbar, da diese Personen mit traggeber bzw. die Schule oder Bildungseinrichtung zu
den Durchreisenden nach Nummer 1 vergleichbar sind, prüfen und zu bescheinigen. Das Gleiche gilt für das
sich entweder überwiegend reisend im Inland oder in Vorliegen und Einhalten angemessener Schutz- und
kurzen Auslandsaufenthalten befinden und damit zu- Hygienekonzepte. Bescheinigungen sind grundsätzlich
sammenhängende mögliche soziale Kontakte vor Ort in deutscher Sprache vorzulegen. Es gilt § 23 VwVfG.
nur in begrenztem Umfang stattfinden. Voraussetzung Auch die Einhaltung angemessener Schutz und Hygie-
ist, dass angemessene Schutz- und Hygienekonzepte nekonzepte ist nachzuweisen.
vorliegen und eingehalten werden. Diese Ausnahme
gilt nur, wenn sich die Personen weniger als 72 Stun- Die Ausnahme gilt dabei auch für den Fall, dass
den in einem Risikogebiet aufgehalten haben oder für ­Gebiete innerhalb der Grenzregion Saar-Lor-Lux als
bis zu 72 Stunden in das Bundesgebiet einreisen; für Virusvarianten-Gebiete im Sinne des § 3 Absatz 2
diesen Zeitraum ist von einer geringen Infektionswahr- Satz 1 Nummer 2 der Coronavirus-Einreiseverord-
scheinlichkeit auszugehen. Zu den unter Buchstabe a nung ausgewiesen werden sollte. Die besonders enge
genannten Personen gehören auch alle Mitglieder der Verflechtung innerhalb der Großregion insbesondere in
Besatzung und Crews. der Wirtschaft und im Bildungsbereich erfordern auch
Amtsblatt des Saarlandes Teil I vom 23. April 2021 1083

in diesem Fall die Ausnahmen von der Quarantäne- Im Einzelnen:


pflicht, da auf Grund der Vielzahl von Grenzpendlern
Zu Nummer 1
und Grenzgängern für eine große Zahl von Personen,
die in unmittelbarer geographischer Nähe zueinander Von der Absonderungspflicht ausgenommen sind Per-
leben, lernen und arbeiten, die auf den regelmäßigen sonen, die die Grenze im Rahmen des sogenannten
Grenzübertritt angewiesen sind. Diese der Quarantäne- kleinen Grenzverkehrs überschreiten. Diesen Personen
pflicht zu unterwerfen würde dazu führen, dass für eine ist es gestattet, für weniger als 72 Stunden entweder
große Zahl dieser Personen die Berufsausübung bzw. von Deutschland in einen angrenzenden Staat zu rei-
die Fortführung ihrer Ausbildung de facto unmöglich sen oder für 24 Stunden von einem angrenzenden Staat
würde und spiegelbildlich der inländischen Wirtschaft nach Deutschland einzureisen. Dabei ist nicht zwin-
auf einen Schlag eine große Zahl an Arbeitskräften aus- gend, dass es sich um Nachbarstaaten handelt, also,
fiele, die in diesem Umfang nicht zu ersetzen wären. dass sich die Region in Deutschland und das Ausland
Die Vorschriften der Coronavirus-Einreiseverordnung eine gemeinsame Staatsgrenze teilen. Vielmehr ist aus-
über Anmelde- und Testpflichten bleiben hiervon un- schlaggebend, dass Ausgangspunkt und Zielpunkt der
berührt. Auch vor dem Hintergrund der hieraus folgen- Reise einen regionalen Bezug zueinander haben, was
den regelmäßigen Testpflicht erscheint das Risiko eines z. B. auch bei Berlin und Polen der Fall ist. Ein re-
unkontrollierten und erheblichen Eintrags von Virus­ gionaler Bezug kann insbesondere dann angenommen
varianten beherrschbar. werden, wenn ein einheitlicher Lebensraum besteht,
Zu Nummer 4 der dadurch geprägt ist, dass die in diesem Bereich
lebenden Personen täglich die Grenze überschreiten,
Auf Grund der engen Verflechtung des Alltagslebens dies kann z.B. beruflich bedingt sein, gilt aber auch
im Grenzgebiet zum französischen Département Mo- für alle täglichen Besorgungen oder für Arztbesuche.
selle sind auch Personen von der Quarantänepflicht Diese Ausnahme gilt nur, wenn sich die Personen we-
auszunehmen, die sich weniger als 24 Stunden in ei- niger als 72 Stunden in einem Risikogebiet aufgehalten
nem Risikogebiet aufgehalten haben oder für bis zu 24 haben oder für bis zu 24 Stunden in das Bundesgebiet
Stunden in das Bundesgebiet einreisen, sofern sie ent- einreisen. In diesem kurzen Zeitraum kann von einer
sprechend § 3 Absatz 2 und 3 der Coronavirus-Einrei- geringen Infektionswahrscheinlichkeit ausgegangen
severordnung bei der Einreise ein negatives, nicht mehr werden.
als 48 Stunden altes Testergebnis auf das Vorliegen ei-
ner Infektion mit dem SARS-CoV-2-Virus vorweisen Zu Nummer 2
können. Die Regelung erfasst damit den Bereich der
Personen, die aus einem Risikogebiet einreisen, um
in einer Grenzregion regelmäßigen Grenzübertritte aus
Anlass alltäglich zwingend notwendiger Verrichtun- im Saarland Verwandte ersten Grades oder den nicht
gen. Dies betrifft mannigfaltige alltägliche Situationen, dem gleichen Hausstand angehörigen Ehegatten oder
die auf Grund der engen Verflechtung des Alltagslebens Lebensgefährten zu besuchen oder die den Besuch auf-
unerlässlich, aber eben typischerweise nur mit einem grund eines geteilten Sorgerechts oder Umgangsrechts
kurzen Aufenthalt verbunden sind, etwa das Verbrin- vornehmen, sind bei Aufenthalten von weniger als 72
gen von Kindern in die Schule oder Kindertagesein- Stunden von der Absonderungspflicht ausgenommen
richtung oder dringende medizinische Behandlungen (Buchstabe a). Gleiches gilt für hochrangige Mitglieder
dies- und jenseits der Grenze zwischen Deutschland des diplomatischen und konsularischen Dienstes, von
und Frankreich. Auf Grund des kurzen Aufenthalts im Volksvertretungen und Regierungen (Buchstabe b),
Risikogebiet von nur wenigen Stunden ist es infektio- diese sind bei Einhaltung angemessener Schutz- und
logisch vertretbar, kürzlich negativ getestete Personen Hygienekonzepte und Aufenthalten von weniger als 72
von der Quarantäne auszunehmen Stunden ebenfalls von der Absonderungspflicht ausge-
nommen.
Zu Absatz 2:
Zu Buchstabe a
Unter der Bedingung, dass Einreisende nicht aus ei-
nem Risikogebiet nach § 3 Absatz 2 Satz 1 Nummer 2 In Abgrenzung zu Absatz 3 Nummer 2 Buchstabe a
(Virusvarianten-Gebiet) der Coronavirus-Einreisever- sind Personen privilegiert, die Verwandte 1. Grades
ordnung einreisen, sind die weiteren in Absatz 2 defi- (d. h. insbesondere Eltern oder Kinder) besuchen oder
nierten Ausnahmen von der Absonderungspflicht nach den nicht dem gleichen Hausstand angehörigen Ehe-
§ 1 Absatz 1 Satz 1 möglich. Die Ausnahmen sind zu gatten oder Lebensgefährten. Von Buchstabe a sind
beschränken auf für das Funktionieren des Gemeinwe- auch Personen erfasst, die ein geteiltes Sorgerecht oder
sens, des Ehe- und Familienlebens und zwingend not- Umgangsrecht wahrnehmen. Die Ausnahme gilt jedoch
wendige Bereiche. Den in Absatz 2 genannten Fällen nur, wenn sich die Personen weniger als 72 Stunden
ist gemeinsam, dass durch andere Schutz- und Hygie- in einem Risikogebiet aufgehalten haben oder für bis
nemaßnahmen das Risiko einer Verbreitung des Coro- zu 72 Stunden in das Bundesgebiet einreisen. Die Aus-
navirus SARS-CoV-2 gemindert werden kann.
nahme von der Absonderungspflicht ohne ein Tester-
Personen sind nach Absatz 2 nur dann von der Abson- fordernis ist zur Wahrung der Verhältnismäßigkeit und
derungspflicht ausgenommen, wenn sie unter eine der des Ehe- und Familienlebens erforderlich. Dies gilt ins-
genannten Personengruppen fallen. besondere für Besuche zur Ausübung des Sorgerechts.
1084 Amtsblatt des Saarlandes Teil I vom 23. April 2021

Zu Buchstabe b Ausnahme rechtfertigt. Dies wird mit der Regelung in


Absatz 3 ermöglicht. So sind bestimmte Einreisende
Ebenso von der Absonderungspflicht ausgenom- von der Absonderungsverpflichtung ausgenommen,
men sind bei Aufenthalten von weniger als 72 Stun- wenn sie im Rahmen der Zwei-Test-Strategie mittels
den hochrangige Mitglieder aus dem In- und Ausland eines zusätzlichen ärztlichen Zeugnisses nachweisen
des diplomatischen und konsularischen Dienstes, von können, sich nicht mit dem Coronavirus SARS CoV-2
Volksvertretungen und Regierungen. In Abgrenzung zu infiziert zu haben (Negativtest).
Absatz 3 Satz 1 Nummer 1 Buchstabe e und f werden
von Absatz 2 Nummer 2 Buchstabe b nur hochrangige Die Personengruppen, für die eine Ausnahme von der
Personen erfasst, wie zum Beispiel Staats- und Regie- Absonderungspflicht durch einen Negativtest möglich
rungschefs, Minister, Botschafter und der Präsident des ist, sind in Absatz 3 abschließend genannt.
Europäischen Parlaments. Die begleitenden Delegatio-
nen fallen ebenfalls unter Nummer 2 Buchstabe b, da
eine gesonderte Behandlung kaum möglich ist. Eine Im Einzelnen:
Ausnahme für diese Personen ist unter epidemiologi-
schen Gesichtspunkten möglich, da für die betroffenen Zu Nummer 1
Personen umfangreiche Schutz- und Hygienemaßnah-
men der Behörde ergriffen werden, diese sind einzu- Ausgenommen sind bei Vorlage eines negativen Test-
halten. Bei dem Zeitraum von weniger als 72 Stunden ergebnisses Personen, deren Tätigkeit zur Aufrechter-
für diesen Personenkreis, der grundsätzlich strengen haltung der Funktionsfähigkeit des Gesundheitswesens
Schutz- und Hygienemaßnahmen unterliegt, ist von ei- (inklusive der Pflege), der öffentlichen Sicherheit und
ner geringen Infektionswahrscheinlichkeit auszugehen. Ordnung, der Pflege diplomatischer und konsularischer
Beziehungen (einschließlich Reisen nach § 2 Absatz 2
Zu Nummer 3 Nummer 2 Buchstabe b, die länger als 72 Stunden dau-
ern), der Funktionsfähigkeit des Rechtswesens und von
Ferner sind Grenzpendler (Buchstabe a) und Grenzgän-
Volksvertretung, Regierung und Verwaltung des Bun-
ger (Buchstabe b) von der Absonderungspflicht ausge-
nommen, wenn es sich um eine zwingend notwendige des, der Länder und der Kommunen sowie der Funk-
berufliche Tätigkeit handelt oder ein Aufenthalt zur tionsfähigkeit der Organe der Europäischen Union und
Ausbildung oder zum Studium zwingend notwendig ist internationaler Organisationen zwingend notwendig
und angemessene Schutz- und Hygienekonzepte vor- ist.
liegen und eingehalten werden. Durch das regelmäßi- In den Anwendungsbereich von Nummer 1 Buchsta-
ge Pendeln zu gleichbleibenden Berufs-, Studien- und be b fallen auch Beamtinnen und Beamte der Bundes-
Ausbildungsstätten mit einem bekannten und damit polizei, die zur Aufrechterhaltung oder Wiederherstel-
gut identifizierbaren Personenkreis ist die Kontakt- lung der Sicherheit oder Ordnung an Bord deutscher
nachverfolgung bei Infektionen gewährleistet, so dass Luftfahrzeuge nach § 4a des Bundespolizeigesetzes
eine Ausnahme daher unter Berücksichtigung infektio- eingesetzt werden (Luftsicherheitsbegleiter), auslän-
logischer Belange möglich ist. Sie ist gleichzeitig aus dische Luftsicherheitsbegleiter (Air Marshals) sowie
wirtschaftlichen und bildungspolitischen Gründen er- sogenannte Personenbegleiter Luft im Rahmen ihrer
forderlich. Die zwingende Notwendigkeit der Tätigkeit Verwendung Begleitung von Rückkehrern. Dies ist un-
bzw. Ausbildung ist durch den Arbeitgeber oder Auf-
abdingbar zur Herstellung der erforderlichen Sicher-
traggeber bzw. die Schule oder Bildungseinrichtung zu
prüfen und zu bescheinigen. Das Gleiche gilt für das heit im Luftverkehr und damit erforderlich zur Auf-
Vorliegen und Einhalten angemessener Schutz- und rechterhaltung systemrelevanter Infrastruktur für das
Hygienekonzepte. Bescheinigungen sind grundsätzlich Gemeinwesen. Luftsicherheitsbegleiter unterliegen zu-
in deutscher Sprache vorzulegen. Es gilt § 23 VwVfG. dem besonderen Maßnahmen des Infektionsschutzes,
Auch die Einhaltung angemessener Schutz und Hygie- weshalb ein gesteigertes Infektionsrisiko durch diese
nekonzepte ist nachzuweisen. Personen regelmäßig nicht gegeben ist. Die zwingende
Notwendigkeit ist durch den Arbeitgeber, Dienstherrn
Zu Absatz 3: oder Auftraggeber zu bescheinigen. Die Bescheinigung
kann auch durch die aufnehmende öffentliche Stelle er-
Unter der Bedingung, dass Einreisende nicht aus ei- stellt werden; zudem kann in der Bescheinigung auch
nem Risikogebiet nach § 3 Absatz 2 Satz 1 Nummer 2 auf ein Einladungsschreiben einer öffentlichen Stelle
­(Virusvarianten-Gebiet) der Coronavirus-Einreise Ver- Bezug genommen werden. Die entsprechende Beschei-
ordnung einreisen, sind die weiteren in Absatz 3 defi- nigung hat die betroffene Person bei sich zu tragen, um
nierten Ausnahmen von der Absonderungspflicht nach die für sie geltende Ausnahme im Falle der Kontrolle
§ 1 Absatz 1 Satz 1 möglich.
glaubhaft machen zu können. Hiervon sind insbeson-
Unter infektiologischen Gesichtspunkten ist es ver- dere Angehörige des Polizeivollzugsdienstes, der Feu-
tretbar und zur Wahrung der Verhältnismäßigkeit ge- erwehr sowie des Rettungsdienstes, Mitarbeiterinnen
boten, auf eine Absonderung zu verzichten, wenn die und Mitarbeiter des Gesundheitsdienstes, Ärztinnen
Wahrscheinlichkeit einer Infektion durch eine Nega- und Ärzte sowie Pflegerinnen und Pfleger, 24-Stun-
tiv-Testung einerseits als gering einzustufen ist und den-Betreuungskräfte, Richterinnen und Richter sowie
andererseits ein gesamtstaatliches Interesse an der Auf- Staatsanwältinnen und Staatsanwälte, Rechtsanwältin-
rechterhaltung der Wirtschaft und sonstiger wichtiger nen und Rechtsanwälte sowie Bedienstete des Justiz-
Bereiche des persönlichen und öffentlichen Lebens eine und Maßregelvollzugs erfasst.
Amtsblatt des Saarlandes Teil I vom 23. April 2021 1085

Zu Nummer 2 Zu Nummer 5
Von den Verpflichtungen nach §  1 sind bei Vorlage Die Verpflichtungen nach §  1 gelten bei Einhaltung
eines negativen Testergebnisses Personen ausgenom- angemessener Schutz- und Hygienekonzepte nicht für
men, die aus einem Risikogebiet einreisen, um im Saar- Personen, die beruflich bedingt grenzüberschreitend
land Verwandte ersten oder zweiten Grades oder den Personen, Waren oder Güter auf der Straße, der Schie-
nicht dem gleichen Hausstand angehörigen Ehegatten ne, per Schiff oder Flugzeug transportieren, ohne unter
oder Lebensgefährten zu besuchen oder die den Besuch Absatz 1 Satz 1 Nummer 2 Buchstabe a zu fallen. Hier-
aufgrund eines geteilten Sorge- oder Umgangsrechts, zu zählen insbesondere Binnenschiffer.
einer dringenden medizinischen Behandlung oder des
Zu Nummer 6
Beistands oder zur Pflege schutz-, beziehungsweise
hilfebedürftiger Personen vornehmen. Gleiches gilt für Personen, die zur Vorbereitung, Teilnahme, Durchfüh-
Personen, die sich zu den vorgenannten Zwecken in ei- rung und Nachbereitung internationaler Sportveran-
nem Risikogebiet aufgehalten haben und anschließend staltungen durch das jeweilige Organisationskomitee
in das Saarland einreisen. akkreditiert werden oder von einem Bundessportfach-
verband zur Teilnahme an Trainings- und Lehrgangs-
Handelt es sich um einen Aufenthalt von weniger als maßnahmen eingeladen sind (Sportlerinnen und Sport-
72 Stunden und den Besuch eines Verwandten 1. Gra- ler sowie Sportfunktionäre), sind bei Vorlage eines
des (d.h. insbesondere eines Elternteils oder Kindes), negativen Testergebnisses von der Absonderungspflicht
eines nicht dem gleichen Hausstand angehörigen Ehe- des § 1 Absatz 1 Satz 1 ausgenommen. Dies geschieht
gatten oder Lebensgefährten oder um einen Besuch zur im Interesse der Ermöglichung sportlicher Betätigung
Ausübung eines Sorge- oder Umgangsrechts, gilt die für Spitzenathletinnen und –athleten, die den Sport in
Privilegierung nach Absatz 2 Nummer 2 Buchstabe a. der Regel hauptberuflich ausüben. Die Personen nach
Zu Nummer 3 Nummer 5 unterliegen strengen Schutz- und Hygiene-
vorschriften. Eine Akkreditierung und Durchführung
Die Verpflichtungen nach § 1 gelten bei Vorlage eines von Trainings- und Lehrgangsmaßnahmen erfolgt der-
negativen Testergebnisses nicht für Polizeivollzugs­ zeit nur bei Vorlage entsprechender Schutz- und Hygi-
beamte, die aus dem Einsatz und aus einsatzgleichen enekonzepte. Dadurch unterliegen diese Personen auch
Verpflichtungen im Ausland zurückkehren. Diese kom- häufigeren Testungen, durch die das von den Personen
men besonderen Maßnahmen des Infektionsschutzes ausgehende infektiologische Risiko gemindert wird.
nach, weshalb ein gesteigertes Infektionsrisiko durch Nach den geltenden Regularien sind Zuschauer weitge-
diese Personen regelmäßig nicht gegeben ist. hend von Sportveranstaltungen ausgenommen, so dass
Zu Nummer 4 auch an dieser Stelle das Risiko nahezu ausgeschlossen
ist.
Personen, die sich zur Durchführung zwingend notwen-
diger, unaufschiebbarer beruflicher Tätigkeiten, wegen Zu Nummer 7
ihrer Ausbildung oder wegen ihres Studiums für bis Personen, die sich in einer Urlaubsregion, in der beson-
zu fünf Tage in einem Risikogebiet aufgehalten haben dere Abstands- und Hygienemaßnahmen gelten, aufge-
oder in das Bundesgebiet einreisen, sind von der Ab- halten haben, sind von der Absonderungspflicht nach
sonderungspflicht nach § 1 Absatz 1 bei Vorlage eines § 1 Absatz 1 befreit, sofern sie noch am Urlaubsort
negativen Tests befreit. Die berufliche Tätigkeit oder höchstens 48 Stunden vor Abreise einen Test durchfüh-
die Wahrnehmung von Ausbildungs- oder Studienzwe- ren und bei Einreise ein negatives Testergebnis mit sich
cken ist zwingend notwendig, wenn die Wahrnehmung führen. Damit die Abstands- und Hygieneregeln deut-
der Tätigkeit unerlässlich ist und eine Absage oder Ver- schen Anforderungen entsprechen, fallen nur Urlauber
schiebung mit ernsthaften beruflichen, ausbildungs-, aus solchen Regionen unter diese Regelung, für die auf
oder studiumsrelevanten Folgen einhergeht. Grund einer Vereinbarung zwischen der Bundesregie-
rung und der betroffenen nationalen Regierung vor Ort
Unter die zwingend notwendigen und unaufschiebba-
besondere epidemiologische Vorkehrungen im Rahmen
ren beruflichen Tätigkeiten fallen auch die in Absatz 1
eines Abstands- und Hygienekonzepts für den Urlaub
Nummer 2 Buchstabe a aufgeführten Tätigkeiten, so-
vereinbart wurden. Das Auswärtige Amt veröffentlicht
fern sie über Aufenthalte von 72 Stunden hinausgehen.
auf seiner Internetseite eine Liste mit den Urlaubsre-
Die zwingende Notwendigkeit ist vom Arbeit-, Auf- gionen, für die entsprechende Vereinbarungen abge-
traggeber oder der Bildungseinrichtung zu beschei- schlossen wurden. Diese Länderliste wird auch auf der
nigen. Der Begriff des Auftraggebers ist in diesem Seite des Robert Koch-Instituts veröffentlich.
Zusammenhang weit zu verstehen: Dieser soll selb- Zu Nummer 8
ständige Geschäftstätigkeiten als auch vorvertragliche
Konstellationen der Geschäftsanbahnung, die nicht in Personen, die zu Ausbildungszwecken für einen min-
einen Vertragsschluss münden, erfassen. Hierzu soll- destens dreimonatigen Aufenthalt einreisen sind von
te das für die Einreise dringender Geschäftsreisen aus der Absonderungspflicht nach § 1 Absatz 1 bei Vorlage
Drittstaaten verfügbare Musterformular zur wirtschaft- eines negativen Tests befreit, sofern der Ausbildungs-
lichen Notwendigkeit, Unaufschiebbarkeit und Nicht- zweck durch den Arbeitgeber, die Bildungseinrichtung
durchführbarkeit im Ausland genutzt werden. Das oder den Auftraggeber bescheinigt wird. Zur Ausbil-
Ausstellen einer unrichtigen Bescheinigung ist buß- dung gehört sowohl die schulische, berufliche als auch
geldbewehrt. die hochschulmäßige Ausbildung.
1086 Amtsblatt des Saarlandes Teil I vom 23. April 2021

Zu Satz 2 Zu Absatz 4
Die Ausnahmen von der Absonderungspflicht nach Zu den Nummern 1 und 2
Absatz 2 setzen voraus, dass die Personen über ein Unter der Bedingung, dass Einreisende nicht aus
ärztliches Zeugnis oder ein Testergebnis über das einem Risikogebiet nach § 3 Absatz 2 Satz 1 Num-
Nichtvorliegen einer Infektion mit dem Coronavirus- mer 2 (Virusvarianten-Gebiet) der Coronavirus-Ein-
SARS-CoV-2 verfügen. Es gelten die Anforderungen reiseverordnung einreisen, gilt die Verpflichtung nach
nach § 3 Absatz 1 Satz 1 bzw. bei Einreisen auch Hoch- § 1 Absatz 1 Satz 1 zudem nicht für die in § 54a In-
inzidenzgebieten nach § 3 Absatz 2 Satz 1 Nummer 1 fektionsschutzgesetz genannten Personen. Für diese
der Coronavirus-Einreiseverordnung. Der zur Erfül- wird das Infektionsschutzgesetz durch bundeswehr-
lung der Pflichten aus § 3 Absatz 1 Satz 1 oder Absatz 2 eigene Dienstvorschriften und Überwachungsbehör-
Satz 1 Nummer 1 der Coronavirus-Einreiseverordnung den (Eigenvollzugskompetenz, vgl. § 54a Infektions-
nötige Nachweis einer Testung muss die Anforderun- schutzgesetz) vollzogen. Diese Vorschriften sehen dem
gen des Robert Koch-Instituts, die im Internet unter der Wirkungsgehalt des Infektionsschutzgesetzes ent-
Adresse https://www.rki.de/covid-19-tests veröffent- sprechende Maßnahmen vor. So gelten u.a. spezielle
licht sind, erfüllen. Insbesondere muss aus Gründen der Schutzmaßnahmen für alle im Einsatzgebiet Tätige.
Verlässlichkeit der vorgenommenen Testungen dieser in
Ebenfalls den Angehörigen deutscher Streitkräfte
einem Staat mit vergleichbarem Qualitätsstandard vor- gleichzusetzen sind Angehörige ausländischer Streit-
genommen worden sein. Die Staaten mit vergleichba- kräfte im Sinne des NATO Truppenstatuts, des Trup-
rem Qualitätsstandard werden durch das Robert Koch- penstatus der NATO-Partnerschaft für den Frieden
Institut auf seiner Internetseite unter https://www.rki. (PfP-Truppenstatuts) und des EU-Truppenstatuts der
de/covid-19-tests veröffentlicht. Die Aufnahme eines Mitgliedstaaten der Europäischen Union (EU-Trup-
Staates in diese Liste erfolgt nach einer gemeinsamen penstatut), die zu dienstlichen Zwecken nach Deutsch-
Analyse und Entscheidung durch das Bundesministe- land einreisen oder dorthin zurückkehren. Für sie gel-
rium für Gesundheit, das Auswärtige Amt und das Bun- ten ebenfalls Vorschriften, die dem Wirkungsgehalt des
desministerium des Innern, für Bau und Heimat. Diese Infektionsschutzgesetzes entsprechende Maßnahmen
Prüfung dient der Sicherstellung, dass nur Testungen vorsehen.
aus Staaten akzeptiert werden, in denen die Testlabore
eine zuverlässige Qualität gewährleisten können. Familienangehörige der Streitkräfte fallen nicht unter
die Ausnahmeregelung.
Die dem ärztlichen Zeugnis oder dem Testergebnis
Zu Nummer 3
nach zugrunde liegende Abstrichnahme darf höchstens
48 Stunden vor der Einreise vorgenommen worden sein Unter der Bedingung, dass Einreisende nicht aus ei-
Dies ist zur Gewährleistung der Aktualität des Tester- nem Risikogebiet nach § 3 Absatz 2 Satz 1 Nummer 2
gebnisses erforderlich. Das Risiko, sich innerhalb die- (Virusvarianten-Gebiet) der Coronavirus-Einreisever-
ser Zeit mit dem Virus anzustecken, ist gegenüber einer ordnung einreisen, unterfallen Arbeitskräfte nicht der
Ansteckungswahrscheinlichkeit in einem unbegrenz- Verpflichtung nach § 1 Absatz 1 Satz 1, wenn der Ge-
ten Zeitraum deutlich reduziert. Somit ist dieses Risi- sundheitsschutz im Betrieb und in der Unterkunft si-
ko vor dem Hintergrund der sonst geltenden massiven chergestellt ist. Hierzu zählt, dass neu angekommene
Freiheitseinschränkung hinnehmbar. Personen, die das Arbeitskräfte in den ersten zehn Tagen nach ihrer Ein-
sechste Lebensjahr nicht vollendet haben, sind von der reise strikt getrennt von den sonstigen Beschäftigten
Test- und Nachweispflicht ausgenommen (§ 4 Absatz 4 arbeiten und untergebracht sein müssen. Es sind also
der Coronavirus-Einreiseverordnung). möglichst kleine Arbeitsgruppen zu bilden (5–15 Per-
sonen); innerhalb der ersten zehn Tage darf ein Kontakt
Sofern im Falle des § 3 Absatz 1 Satz 1 Coronavirus- ausschließlich innerhalb dieser Gruppe stattfinden. Ein
Einreiseverordnung kein Test vor Einreise durchgeführt Verlassen der Unterkunft ist nur zur Ausübung der Tä-
wurde, ist es auch möglich, sich unmittelbar nach der tigkeit gestattet. Ferner darf auch in der Freizeit kein
Einreise testen zu lassen. Das ärztliche Zeugnis oder Kontakt zu den sonstigen Beschäftigten des Betriebes
Testergebnis über das Nichtvorliegen einer Infektion stattfinden. Bei einer gruppenbezogenen Unterbrin-
mit dem Coronavirus SARS-CoV-2 muss spätestens gung ist höchstens die Hälfte der üblichen Belegung
48 Stunden nach der Einreise vorliegen. zulässig.
Es sind strenge Hygienemaßnahmen einzuhalten – die-
Um eine Nachvollziehbarkeit bei Überprüfung zu ge-
se betreffen etwa die Einhaltung eines Mindestabstan-
währleisten, muss das Testergebnis für mindestens zehn des von einundeinhalb Metern oder die Verwendung
Tage nach Einreise aufbewahrt werden. Auf Verlangen von persönlicher Schutzausrüstung während der Tätig-
der zuständigen Behörde ist dieser das Testergebnis auf keit sowie die ausreichende Ausstattung des jeweiligen
geeignetem Wege vorzulegen. Betriebs mit Hygieneartikeln wie Desinfektionsmitteln
Solange ein Negativtest auf Verlangen nicht vorgelegt und Seife.
werden kann, ist die Ausnahme nach Absatz 3 nicht er- Die Einhaltung dieser oder vergleichbarer strenger
öffnet und die einreisende Person hat sich in die häus- Maßnahmen zur Kontaktvermeidung und Sicherstel-
liche Absonderung zu begeben. Dies gilt auch für die lung von Hygiene rechtfertigen die Ausnahme von der
Wartezeit, bis das Ergebnis eines Tests bekannt ist. Absonderungspflicht nach § 1 Absatz 1 Satz 1. Es ist
Amtsblatt des Saarlandes Teil I vom 23. April 2021 1087

sichergestellt, dass in den ersten zehn Tagen nach Ein- besteht, schließt dieses Symptom die Ausnahmeerfas-
reise kein Kontakt zu Menschen außerhalb der eigenen sung nicht aus.
Arbeitsgruppe stattfindet. Hierdurch ist das Infektions-
risiko auf die jeweilige Arbeitsgruppe beschränkt. Ein Werden Krankheitssymptome binnen zehn Tagen nach
Infektionsrisiko für Dritte und damit eine Ausweitung Einreise festgestellt, so muss die zuständige Behörde in
des Ansteckungsrisikos außerhalb der Arbeitsgruppe den Fällen der Absätze 2 bis 5 hierüber unverzüglich in
besteht somit nicht. Kenntnis gesetzt werden.

Die Arbeitgeber haben die zuständige (Gesundheits-) Zu § 3


Behörde über die Aufnahme der Arbeit zu informieren Die Absonderung nach § 1 Absatz 1 Satz 1 beträgt nach
und die getroffenen Hygiene- und sonstigen Maßnah- der Einreise aus einem Risikogebiet zehn Tage. Auf
men zu dokumentieren. Ein Unterlassen der Informa- diese Zeitspanne hatten sich die EU-Gesundheitsmi-
tion der Behörde ist bußgeldbewehrt. nister Anfang September 2020 gemeinsam verständigt.
Zu Absatz 5: Laut WHO beträgt die durchschnittliche Inkubations-
zeit fünf bis sechs Tage. Unter Berücksichtigung der
Über die in den Absätzen 1 bis 4 geregelten Ausnah- Absonderungsdauer ist damit auch eine Testung und
men hinaus können bei triftigen Gründen weitere Be- eine Verkürzung der Absonderungsdauer erst nach
freiungen zugelassen werden. Für die Gewährung sol- fünf Tagen zielführend. Nur so kann ausgeschlossen
cher Befreiungen ist eine Abwägung aller betroffenen werden, dass Ansteckungen in den letzten Tagen im
Belange vorzunehmen. Dabei sind insbesondere infek- Risikogebiet unerkannt bleiben und zu weiteren An-
tiologische Kriterien zu berücksichtigen. steckungen nach Einreise in das Bundesgebiet führen.
Nach Einreise aus Virusvarianten-Gebieten ist eine
Sofern es sich nicht um Einreisen aus Virusvarianten-
strikte 14-tägige Quarantäne einzuhalten; eine Freites-
Gebieten handelt, zählen zu den triftigen Gründen ins-
tungsmöglichkeit besteht hier vor dem Hintergrund der
besondere soziale Aspekte wie etwa ein geteiltes Sor-
besonderen Gefährlichkeit der Virusvarianten nicht.
gerecht, der Besuch des nicht unter dem gleichen Dach
wohnenden Lebensgefährten, dringende medizinische Das Infektionsgeschehen steigt sowohl in Deutschland,
Behandlungen oder der Beistand schutzbedürftiger in den meisten anderen europäischen Staaten wie auch
Personen, aber auch berufliche Gründe in Einzelfällen, weltweit an. Nach zwischenzeitlichen Lockerungen ist
die nicht von den Absätzen 2 bis 4 erfasst werden. daher eine strikte Kontrolle der möglichen Infektions-
Ausnahmen sind insbesondere dann zuzulassen, wenn ketten und ein Eindämmen möglicher Infektionsherde
ein zwingender beruflicher, schulischer oder persönli- geboten, um das Gesundheitssystem nicht zu überlas-
cher Grund vorliegt und glaubhafte Schutzmaßnahmen ten und die Bevölkerung vor Ansteckung zu schützen.
ergriffen werden, die einem Schutz durch Absonderung Aus diesem Grund ist auch eine generelle Absonde-
nahezu gleichkommen. Für Einzelpersonen kann so rungspflicht weiterhin geboten.
etwa unter Vorlage eines Schutz- und Hygienekonzepts Zu Absatz 1:
eine generelle Befreiung von der Absonderungspflicht
aufgrund ihrer Tätigkeit erteilt werden. Dies betrifft Bei Einreisen aus Virusvarianten-Gebieten nach § 3
beispielsweise Tätigkeiten im grenzüberschreitenden Absatz 2 Nummer 2 der Coronavirus-Einreiseverord-
Linienverkehr oder Mitarbeiter in Kritischen Infra- nung kann aufgrund der erhöhten Gefährlichkeit, die
strukturen. Der Antragsteller hat darzulegen, welche von diesen Varianten ausgeht, die Absonderung gemäß
Schutz- und Hygienemaßnahmen ergriffen werden, um § 3 Absatz 1 Satz 1 grundsätzlich nicht verkürzt wer-
das Risiko einer Ansteckung und Verbreitung des Virus den. Für Einreisende aus den übrigen Risikogebieten
zu verringern. Die Behörde kann die Befreiung auch an besteht ab dem fünften Tag in Absonderung besteht die
Auflagen und Bedingungen knüpfen. Möglichkeit, durch ein negatives Testergebnis oder ein
entsprechendes ärztliches Zeugnis die Absonderung zu
Bei Einreisen aus Virus-Variantengebieten sind die Aus- beenden. Dabei darf der Test frühestens am fünften Tag
nahmen aus triftigen Gründen vor dem Hintergrund der nach der Einreise durchgeführt werden. Nach wissen-
erhöhten Gefährlichkeit, die von diesen Varianten aus- schaftlichen Erkenntnissen beträgt die mediane Inku-
geht, deutlich enger zu fassen und nur in besonderen, bationszeit fünf bis sechs Tage. Es kann daher davon
eng auszulegenden Fällen nach sorgfältiger Abwägung ausgegangen werden, dass mit einer Mindestabsonde-
des öffentlichen Interesses an der Vermeidung von Ein- rungszeit von fünf Tagen der überwiegende Teil mög-
trägen von Virus-Varianten gegenüber dem Interesse licher Infektionskettenauslöser erkannt wird und bei
einer Ausnahme im Einzelfall zuzulassen. einem negativen Testergebnis die Gefahr für die Allge-
Zu Absatz 6: meinheit deutlich reduziert eine Verkürzung der Abson-
derung gerechtfertigt ist. Die zuständige Behörde kann
Für sämtliche von den Ausnahmen der Absätze 1 bis 5 die die Absonderungspflicht beendende Negativtestung
erfassten Personen ist erforderlich, dass sie keine typi- bis zum Ende der generellen Quarantänedauer, also bis
schen Symptome einer Infektion mit dem Coronavirus zum Ablauf des zehnten Tages nach Einreise, kontrol-
SARS-CoV-2 aufweisen wie Husten, Fieber, Schnup- lieren. Damit korrespondiert die Aufbewahrungspflicht
fen oder Geruchs- und Geschmacksverlust. Besteht ein des Betroffenen nach Absatz  3. Die Anpassungen im
Symptom, wie z.B. Husten, das zwar grundsätzlich als Normwortlaut dienen lediglich der sprachlichen Har-
Krankheitssymptom für COVID-19 eingestuft wird, monisierung mit der Pflicht zum Nachweis des Nicht-
dieser Husten aber aufgrund einer Asthma-Erkrankung vorliegens einer Infektion mit dem Coronavirus nach
1088 Amtsblatt des Saarlandes Teil I vom 23. April 2021

der Coronavirus-Einreiseverordnung, eine inhaltliche nungswidrigkeiten nach § 5 dieser Verordnung sind die
Änderung zur bisherigen Rechtslage ist damit weder in Gemeindeverbände.
Absatz 1 noch in den folgenden Absätzen verbunden.
Die Vorschriften nach der Verordnung über die Zu-
Zu Absatz 2: ständigkeiten nach dem Infektionsschutzgesetz vom
12. September 2016 (Amtsbl. I 2016, S. 856) bleiben
Um sicher zu stellen, dass der Test aussagekräftig ist, unberührt.
darf dieser erst ab dem fünften Tag nach der Einreise
durchgeführt werden. Die mediane Inkubationszeit be- Zu § 5
trägt fünf, höchstens sechs Tage. Dies bedeutet, dass ab Ordnungswidrig im Sinne des § 73 Absatz 1a Nummer
dem fünften Tag die Belastbarkeit des Testergebnisses 24 des Infektionsschutzgesetzes handelt, wer vorsätz-
ausreichend ist. lich oder fahrlässig den in § 1 Absatz 1 Satz 1 oder
Zu Absatz 3: Satz 2, § 2 Absatz 1 Nummer 2 Buchstabe b), oder
Nummer 3 zweiter Halbsatz, oder Satz 2, Absatz 3
Um den Behörden eine Kontrolle der vorzeitigen Satz 1 Nummer 1 zweiter Halbsatz, Nummer 4, Ab-
­Absonderungsbeendigung bis zum Ende der regulären satz 6, Satz 2 oder § 3 Absatz 5 enthaltenen Verpflich-
Absonderungszeit von zehn Tagen zu ermöglichen, ist tungen zuwiderhandelt.
die Person gehalten, den befreienden Test zehn Tage
lang ab Testung aufzubewahren. Zu § 6
Zu Absatz 4: Diese Verordnung tritt am 24. April 2021 in Kraft und
mit Ablauf des 7. Mai 2021 außer Kraft; gleichzeitig
Mit dieser Vorschrift wird der Person, die sich in Ab- tritt die bisherige Quarantäne-Verordnung vom 17. Ap-
sonderung begeben musste, gestattet, die Wohnung ril 2021 außer Kraft. Gemäß § 4 des Saarländischen
oder Unterkunft zu dem Zweck der Durchführung ei- COVID-19-Maßnahmengesetzes vom 22. Januar 2021
nes Tests zu verlassen, ohne gegen die Absonderungs- tritt die Verordnung spätestens zwei Wochen nach ih-
pflicht zu verstoßen. Dabei ist die Person gehalten, sich rem Inkrafttreten außer Kraft, kann aber entsprechend
auf unmittelbarem Wege zur Testung zu geben und die der epidemiologischen Situation verlängert werden.
Vorgaben zu den Schutz- und Hygienevorschriften des
örtlichen Gesundheitsamtes einzuhalten. Eine Alterna-
tive wäre die Durchführung des Tests in der Wohnung Artikel 2
oder Unterkunft der Person durch die zuständige Be- (Verordnung zur Bekämpfung der Corona-
hörde. Pandemie (VO-CP))
Zu Absatz 5: Zu § 1
(Grundsatz der Abstandswahrung)
Mit der Regelung in Absatz 5 wird sichergestellt, dass
die Personen, die trotz eines befreienden Tests ab dem Zur Prävention vor der Übertragung des Coronavirus
fünften Tag Symptome einer Erkrankung mit dem Co- SARS-CoV-2 auf andere Menschen wird grundsätzlich
ronavirus SARS-CoV-2 aufzeigen, einem Arzt bekannt das physisch soziale Verhalten von Personen zueinan-
werden, der über eine Testung entscheidet. Die Person der bestimmt. Kontakte sind grundsätzlich auf das er-
unterliegt dem regulären Verfahren bei Verdacht auf forderliche Mindestmaß zu beschränken, insbesondere
Erkrankung mit dem Coronavirus SARS-CoV-2. zu Personen außerhalb der Angehörigen des eigenen
Haushaltes zu reduzieren. Es wird hierbei empfohlen,
Zu Absatz 6: den Kreis der Kontakte stets auf die gleichen Personen
Durch die entsprechende Anwendung der Absätze 1 bis zu begrenzen (sog. „social bubble“) Die einzuhalten-
5 auf die Personen, die unter § 2 Absatz 4 Nummer 3 de räumliche Distanz zwischen anderen Personen wird
fallen, wird eine Gleichbehandlung mit Personen, die generell auf eineinhalb Meter festgelegt. Dies ist stets
unter die Absätze 1 bis 5 fallen, gewährleistet. einzuhalten, soweit die tatsächlichen (örtlichen) Ge-
gebenheiten es zulassen und es zumutbar ist. Von der
Zu Absatz 7: Verpflichtung zur Einhaltung des Mindestabstands aus-
Die Absätze 1 bis 6 gelten nicht für Einreisende aus genommen sind Kontakte zu Angehörigen des eigenen
Virusvarianten-Gebieten. Diese können die Absonde- Haushaltes im Sinne einer häuslichen Gemeinschaft,
rungsdauer aufgrund der infektiösen Virusvarianten Ehegatten, Lebenspartnern und Partnern einer nicht-
nicht verkürzen. ehelichen Lebensgemeinschaft sowie Verwandte in
gerader Linie. Diese Personen bilden den familiären
zu § 4 Bezugskreis.
Als zuständige Behörde zur Durchführung der Coro- Zu § 2
navirus-Einreiseverordnung wird hinsichtlich § 4 Ab- (Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung)
satz 2 Nummer 5 der Coronavirus-Einreiseverordnung Absatz 1
das Ministerium für Soziales, Gesundheit, Frauen und
Familie, im Übrigen die zuständige Ortspolizeibehör- Das Tragen einer medizinischen Gesichtsmaske (OP-
de bestimmt. Die Ortspolizeibehörden unterrichten Masken) oder auch Masken der Standards KN95/
die zuständigen Gesundheitsämter unverzüglich über N95 oder FFP2 oder höherer Standards Mund-Nasen-­
die getroffenen Maßnahmen. Zuständige Verwaltungs- Bedeckung im öffentlichen Leben kann dazu beitragen,
behörden für die Verfolgung und Ahndung von Ord- die Ausbreitung von COVID-19 in der Bevölkerung
Amtsblatt des Saarlandes Teil I vom 23. April 2021 1089

zu verlangsamen und Risikogruppen vor Infektionen nen dieser Verpflichtung nachkommen, sofern diese
zu schützen. Das RKI empfiehlt ein generelles Tragen dazu in der Lage sind.
einer Mund-Nasen-Bedeckung (MNB) in bestimmten
Situationen im öffentlichen Raum als einen weiteren Absatz 2
Baustein, um Risikogruppen zu schützen und den In- Bei einer Infektion mit dem neuartigen Coronavirus
fektionsdruck und damit die Ausbreitungsgeschwin- kann man nach aktuellem Wissensstand schon ein bis
digkeit von COVID-19 in der Bevölkerung zu reduzie- drei Tage vor den ersten Symptomen ansteckend sein,
ren. Diese Empfehlung beruht auf einer Neubewertung und es gibt auch Krankheitsverläufe ganz ohne Symp-
aufgrund der zunehmenden Evidenz, dass ein hoher tome. Daher ist es geboten, zu Gelegenheiten, bei de-
Anteil von Übertragungen unbemerkt erfolgt, und zwar nen sich der empfohlene Abstand zu anderen Menschen
bereits vor dem Auftreten von Krankheitssymptomen. nicht einhalten lässt, vorsorglich eine medizinische Ge-
Durch eine Mund-Nasen-Bedeckung können infek- sichtsmaske (OP-Masken) oder auch Masken der Stan-
tiöse Tröpfchen, die man zum Beispiel beim Sprechen, dards KN95/N95 oder FFP2 oder höherer Standards zu
Husten oder Niesen ausstößt, abgefangen werden. Das tragen. Diese Bedeckung stellt zwar keine nachgewie-
Risiko, eine andere Person dadurch anzustecken, kann sene Schutzfunktion für die Trägerin oder den Träger
so verringert werden (Fremdschutz). Deshalb wird im selbst dar, kann bei einer Infektion aber dazu beitragen,
Absatz 1 der Vorschrift das Tragen einer medizinischen das Virus nicht an andere Menschen weiterzugeben.
Gesichtsmaske (OP-Masken) oder auch Masken der Zudem kann das Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung
Standards KN95/N95 oder FFP2 oder höherer Stan- generalpräventiv dazu beitragen, das Bewusstsein für
dards im öffentlichen Raum bei jedem nicht nur kurz- einen achtsamen Umgang mit anderen zu stärken (Ab-
fristigen Kontakt mit nicht zum eigenen Haushalt ge- stand halten).
hörenden Personen und bei einer Unterschreitung des
Mindestabstandes von 1,50 Metern verbindlich vorge- Gemäß Satz 1 sind medizinischen Gesichtsmaske (OP-
schrieben. Eine Ausnahme besteht, wenn eine gleich- Masken) oder auch Masken der Standards KN95/N95
wertige Infektionsschutzmaßnahme den notwendigen oder FFP2 oder höherer Standards deshalb dort ver-
Schutz gewährleistet. Kurzfristig hinsichtlich des Kon- pflichtend zu tragen, wo sich Personen in öffentlichen
takts heißt insbesondere, dass bei einem Aneinander- Bereichen aufhalten und die Abstandsregeln nicht im-
vorbeigehen oder einem bloßen Passieren keine Pflicht mer leicht einzuhalten sind.
zum Tragen einer medizinischen Gesichtsmaske (OP-
Masken) oder auch Masken der Standards KN95/N95 Nach Nummer 1 zählt insbesondere der öffentliche
oder FFP2 oder höherer Standards besteht. Verkehr in den genannten Verkehrsbereichen dazu. Bei
Fähren und Fahrgastschiffen wird klarstellend die Ver-
Die gesundheitlichen Gründe, die eine Ausnahme vom pflichtung auf den Ein- und Ausstieg und insoweit, als
Tragen der medizinischen Gesichtsmaske (OP-Masken) der Mindestabstand von eineinhalb Metern nicht ein-
oder auch Masken der Standards KN95/N95 oder FFP2 gehalten werden kann, begrenzt. Lediglich bei der Nut-
oder höherer Standards rechtfertigen können, umfassen zung des öffentlichen Personenverkehrs sind entgegen-
neben akuten Erkrankungen auch Behinderungen. Ent- stehende Gründe für das Tragen einer medizinischen
scheidend ist, ob durch die bestehende Einschränkung Gesichtsmaske (OP-Masken) oder auch Masken der
im Einzelfall das Tragen einer medizinischen Gesichts- Standards KN95/N95 oder FFP2 oder höherer Stan-
maske (OP-Masken) oder auch Masken der Standards dards nachzuweisen.
KN95/N95 oder FFP2 oder höherer Standards in kör-
Nach Nummer 1a gilt die Pflicht zum Tragen einer
perlicher, seelischer oder geistiger Hinsicht unzumut-
medizinischen Gesichtsmaske (OP-Masken) oder auch
bar erscheint.
Masken der Standards KN95/N95 oder FFP2 oder hö-
Diese Gründe müssen nicht zwingend durch konkret herer Standards auch für Personen bei der Nutzung von
definierte Unterlagen belegt werden, eine Glaubhaft- Kraftfahrzeugen, die nicht das Fahrzeug führen und die
machung reicht aus. Dazu können insbesondere auch nicht unter § 6 Abs. 1 Satz 1 fallen. Sobald mehr als
ärztliche Atteste verwendet werden. die nach § 6 Absatz 1 Satz 1 zulässigen Personen mit-
fahren, müssen alle Personen, die nicht das Fahrzeug
Kinder bis zur Vollendung des sechsten Lebensjah- führen, eine medizinische Gesichtsmaske (OP-Mas-
res, Personen, die ärztlich bescheinigt aufgrund einer ken) oder auch Masken der Standards KN95/N95 oder
gesundheitlichen Beeinträchtigung, einer ärztlich be- FFP2 oder höherer Standards tragen.
scheinigten chronischen Erkrankung oder einer Be-
hinderung keine Atemschutzmaske tragen können und Das gleiche gilt in Nummer 2 für Besucher und Kun-
gehörlose und schwerhörige Menschen und Personen, den während des Aufenthaltes auf Messen, Spezial-,
die mit diesen kommunizieren, sowie ihre Begleitper- Jahr- und Wochenmärkten sowie in Ladenlokalen und
sonen, sind von der Pflicht zum Tragen einer Mund- in den zugehörigen Wartebereichen und Warteschlan-
Nasen-Bedeckung ausgenommen. Gehörlose und gen. Auch unmittelbar vor Ladenlokalen und auf den
Schwerhörige würden ansonsten in ihrer Kommunika- dazugehörigen Parkplätzen gilt die Pflicht zum Tragen
tion unverhältnismäßig stark eingeschränkt werden. einer medizinischen Gesichtsmaske (OP-Masken) oder
auch Masken der Standards KN95/N95 oder FFP2 oder
Die in Satz 1 normierte Verpflichtung gilt nur für Kun- höherer Standards, denn auch dort kann es zu vielfälti-
den und Besucher ab Vollendung des sechsten Lebens- gen Situationen kommen, in denen der Mindestabstand
jahres, wobei Eltern und Sorgeberechtigte dafür Sorge nicht immer gewährleistet werden kann und damit das
zu tragen haben, dass ihre Kinder und Schutzbefohle- Infektionsrisiko ansteigen könnte, so z. B. durch War-
1090 Amtsblatt des Saarlandes Teil I vom 23. April 2021

teschlangen oder die geparkten Autos. Durch das Tra- Gastronomiebetrieben, da hier zumindest in der Pha-
gen einer medizinischen Gesichtsmaske (OP-Masken) se der Abholung von Speisen und Getränken auch ein
oder auch Masken der Standards KN95/N95 oder FFP2 Kundenkontakt stattfindet, sowie von Hotels, Beher-
oder höherer Standards kann in solchen Situationen das bergungsbetrieben, Campingplätzen und bei der sonsti-
Risiko einer Infektion wesentlich gemindert werden. gen Zurverfügungstellung von Unterkünften.
Nummer 3 regelt die Pflicht zum Tragen einer medizi- Nummer 9 regelt die Pflicht zum Tragen einer medizini-
nischen Gesichtsmaske (OP-Masken) oder auch Mas- schen Gesichtsmaske (OP-Masken) oder auch Masken
ken der Standards KN95/N95 oder FFP2 oder höherer der Standards KN95/N95 oder FFP2 oder höherer Stan-
Standards während des Aufenthaltes in der Gastrono- dards in geschlossenen Räumen, die öffentlich oder im
mie abseits eines festen Platzes sowie auch bei der wei- Rahmen eines Besuchs- oder Kundenverkehrs zugäng-
terhin möglichen Abholung oder Entgegennahme von lich sind. Nummer 9 dient hierbei als eine Auffang-
Speisen und auch in Warteschlangen. Diese Regelung klausel, d. h. sie regelt nur die Fälle, die nicht bereits
wurde aufgenommen, um die Anzahl weiterer Infektio- durch die Nummern 1 bis 8 geregelt sind. Öffentlich
nen zu minimieren. Denn eine medizinische Gesichts- oder im Rahmen eines Besuchs- oder Kundenverkehrs
maske (OP-Masken) oder auch Masken der Standards zugänglich sind hierbei beispielsweise Ladenlokale,
KN95/N95 oder FFP2 oder höherer Standards schützt Kioske, Dienstleistungsbetriebe, Räumlichkeiten einer
insbesondere in Situationen, in denen kein Abstand Versicherung und ähnliche Örtlichkeiten, deren Betrieb
gehalten werden kann. Nach Auffassung des Robert nicht durch diese Verordnung untersagt ist. Hierdurch
Koch-Instituts (RKI) könnte eine teilweise Reduktion soll die Anzahl weiterer Infektionen minimiert werden.
der unbemerkten Übertragung von infektiösen Tröpf- Eine medizinische Gesichtsmaske (OP-Masken) oder
chen durch das Tragen von Mund-Nasen-Bedeckungen auch Masken der Standards KN95/N95 oder FFP2 oder
zu einer weiteren Verlangsamung der Ausbreitung bei- höherer Standards mindert das Risiko einer Infektion
tragen. Dies betrifft die Übertragung im öffentlichen insbesondere in Situationen, in denen kein Abstand
Raum, wo mehrere Menschen zusammentreffen und gehalten werden kann. Nach Auffassung des Robert
sich länger aufhalten oder der physische Abstand von Koch-Instituts (RKI) könnte eine teilweise Reduktion
mindestens 1,5 m nicht immer eingehalten werden der unbemerkten Übertragung von infektiösen Tröpf-
kann. chen durch das Tragen von medizinischen Gesichts-
maske (OP-Masken) oder auch Masken der Standards
Nummer 4 regelt die Pflicht zum Tragen einer medizi- KN95/N95 oder FFP2 oder höherer Standards zu einer
nischen Gesichtsmaske (OP-Masken) oder auch Mas- weiteren Verlangsamung der Ausbreitung beitragen.
ken der Standards KN95/N95 oder FFP2 oder höherer Dies betrifft die Übertragung im öffentlichen Raum,
Standards auch im Rahmen von zulässigen Veranstal- wo mehrere Menschen zusammentreffen und sich län-
tungen nach § 6 Absatz 3 und im Rahmen von Veran- ger aufhalten oder der physische Abstand von mindes-
staltungen und Zusammenkünften von Parteien, Wäh- tens 1,5 m nicht immer eingehalten werden kann. Da in
lergruppen und Vereinigungen im Sinne des Artikels 9 geschlossenen Räumen die Durchlüftung nicht immer
Absatz 3 des Grundgesetzes nach Absatz 5 Satz 2. ausreichend gewährleistet werden kann, ist das Tragen
Nach Nummer 5 gilt das Gleiche auch für die Besucher einer medizinischen Gesichtsmaske (OP-Masken) oder
von Gottesdiensten und gemeinsamen Gebeten unter auch Masken der Standards KN95/N95 oder FFP2 oder
freiem Himmel, in Kirchen, Moscheen, Synagogen so- höherer Standards gerade hier ein notwendiges Mittel,
wie sonstigen Räumlichkeiten, die zur Grundrechtsaus- um das Infektionsrisiko zu mindern.
übung gemäß Artikel 4 Grundgesetz genutzt werden.
Nach Nummer 10 ist in Arbeits- oder Betriebsstätten
Ebenso nach Nummer 6 bei Kunden von Erbringern grundsätzlich eine medizinische Gesichtsmaske (OP-
körpernaher Dienstleistungen, wie z.B. in Friseurbe- Masken) oder auch Masken der Standards KN95/N95
trieben, soweit die Natur der Dienstleistung dem nicht oder FFP2 oder höherer Standards zu tragen. Ausnah-
entgegensteht und nach Nummer 7 entsprechend bei men hiervon sind nur auf der Grundlage einer aktuel-
Besuchern in Krankenhäusern, Vorsorge- und Rehabi- len rechtskonformen Gefährdungsbeurteilung zulässig,
litationseinrichtungen, bei Patienten und Besuchern in welche die SARS-CoV-2-Regel des Arbeitsschutzes be-
Arzt- und Psychotherapeutenpraxen, Psychologischen achtet. Durch die getroffene Regelung in Nummer 10 ist
Psychotherapeutenpraxen, Kinder- und Jugendlichen der gesamte Regelungsinhalt der neuen SARS-­CoV-2-­
Psychotherapeutenpraxen, Zahnarztpraxen, ambulan- Arbeitsschutz-Regel zu beachten. Im Rahmen der Ak-
ten Pflegediensten, den übrigen an der Patientenversor- tualisierung werden alle Maßnahmen zum Infektions-
gung beteiligten ambulanten und stationären Einrich- schutz in Arbeitsstätten sowie die gesundheitlichen
tungen des Gesundheitswesens sowie Gerade an den Aspekte der Einzelfälle arbeitsmedizinisch bewertet.
letztgenannten Orten ist auf den Schutz vulnerabler Das beinhaltet auch die Auswahl der geeigneten Maske
Gruppen besonderen Wert zu legen, weshalb auch dies oder PSA.
als angezeigte Maßnahme eines Fremdschutzes ange-
sehen und auch für vordringlich notwendig erachtet Arbeitsstätte ist jede ortsfeste und dauerhafte betrieb-
wird. liche Einrichtung des Arbeitgebers, der dem Arbeit-
nehmer zugeordnet ist und die er mit einer gewissen
Nummer 8 regelt die Pflicht zum Tragen einer medizi- Nachhaltigkeit, also fortdauernd und immer wieder
nischen Gesichtsmaske (OP-Masken) oder auch Mas- aufsucht, nicht aber nur gelegentlich. Dazu gehören
ken der Standards KN95/N95 oder FFP2 oder höherer insbesondere Arbeitsräume in Gebäuden einschließlich
Standards für Personal in Gaststätten und sonstigen Ausbildungsstätten, Arbeitsplätze auf dem Betriebsge-
Amtsblatt des Saarlandes Teil I vom 23. April 2021 1091

lände im Freien, ausgenommen Felder, Weideflächen, dem Medizinprodukterecht. An Medizinprodukte wer-


Wälder und sonstige Flächen, die zu einem land- oder den, anders als bei Alltagsmasken, besondere Ansprü-
forstwirtschaftlichen Betrieb gehören und außerhalb che gestellt. Neben dem Medizinprodukterecht müssen
seiner bebauten Fläche liegen, Baustellen, Verkaufs- sie der europäischen Norm EN 14683 genügen.“ Für
stände im Freien, die im Zusammenhang mit Laden- Kinder existieren keine gesondert ausgewiesenen me-
geschäften stehen und Wasserfahrzeuge (Boote, ­Schiffe dizinischen Masken; es können medizinische Masken
– angetrieben) und schwimmende Anlagen (Pontons in einer Größe verwendet werden, die ebenfalls Medi-
etc. – ohne Antrieb) auf Binnengewässern. Zu einer zinprodukte darstellen und für die die Norm EN 14683
Arbeitsstätte zählen auch Nebenräume und Flächen einschlägig ist.
wie Verkehrswege, Lager-, Maschinen- und Nebenräu-
me, Sozial-, Pausen-, Bereitschafts-, Liege- oder Ru- KN95-Masken sind derzeit in Deutschland nur ver-
heräume und Räume für körperliche Ausgleichsübun- kehrsfähig, wenn sie die Prüfung nach dem Prüfgrund-
gen, Umkleide-, Wasch-, Dusch- und Toilettenräume satz für Corona SARS-CoV-2 Pandemie Atemschutz-
(Sanitärräume), und Sanitätsräume. Betriebsstätte ist masken (CPA) bestanden haben und eine Bescheinigung
jede feste Geschäftseinrichtung oder Anlage, die der der Marktüberwachungsbehörde nach § 9 Absatz 3 der
Tätigkeit eines Unternehmens dient, insbesondere die Verordnung zur Sicherstellung der Versorgung der Be-
Stätte der Geschäftsleitung, Zweigniederlassungen, völkerung mit Produkten des medizinischen Bedarfs
Geschäftsstellen, Fabrikations- oder Werkstätten, Wa- bei der durch das Coronavirus SARS-CoV-2 verur-
renlager, Ein- oder Verkaufsstellen. Aufgrund der vie- sachten Epidemie (MedBVSV) vorliegt, die vor dem
len Personen, die in einer Arbeits- oder Betriebsstätte 1. Oktober 2020 ausgestellt wurde. Bei richtigem Sitz
gleichzeitig tätig sein können, ist die Gefahr einer In- schützen KN95, FFP2 und höhere Masken auch den
fektion sehr hoch, wenn der Mindestabstand nicht ge- Träger der Maske selbst vor ausgeatmeten Tröpfen des
währleistet werden kann. Dies ist vor allem außerhalb Gegenübers.
des festen Arbeitsplatzes anzunehmen, d. h. auf dem Allgemein gilt, dass nicht die reine Erfüllung der ent-
Weg zwischen Umkleiden, Sanitärräumen und den ver- sprechenden Norm ausreichend ist; erforderlich ist,
schiedenen Büro- oder Arbeitsräumen. dass es sich tatsächlich um ein Medizinprodukt bzw.
Als Ausnahme gilt der direkte Arbeitsplatz; dort kann Persönliche Schutzausrüstung (PSA) mit Nachweis des
auf das Tragen einer medizinischen Gesichtsmaske dazugehörigen EU-Konformitätsverfahrens handeln
(OP-Masken) oder auch Masken der Standards KN95/ muss.
N95 oder FFP2 oder höherer Standards verzichtet wer- Masken jeder Kategorie mit einem Ausatemventil sind
den, wenn der Mindestabstand von 1,50 Meter einge- nicht zulässige Masken im Sinne dieser Verordnung, da
halten wird oder wenn andere gleichwertige Infektions- sie Aeorosol des Tragenden ausstoßen und damit ein
schutzmaßnahmen wie z. B. das Aufstellen ausreichend Infektionsrisiko für das Gegenüber besteht, wenn die-
dimensionierter Trennwände, getroffen werden. Sog. ser seine Maske nicht korrekt trägt oder nur eine medi-
Kinnschilde stellen keine ausreichenden gleichwerti- zinische Maske der Norm EN 14683 trägt.
gen Infektionsschutzmaßnahmen dar.
Absatz 3
Die Regelungen der SARS-CoV-2-Arbeitsschutzver-
ordnung (Corona-ArbSchV) vom 21. Januar 2021 blei- Spiegelbildlich zu der Verpflichtung aus dem Absatz 2
ben von den Regelungen der VO-CP zur Pflicht zum für alle Fahrgäste, Besucher und Kunden wird eine
Tragen einer medizinischen Gesichtsmaske (OP-Mas- Sicherstellungspflicht für die Betreiber geregelt. Das
ken) oder auch Masken der Standards KN95/N95 oder Tragen von medizinischen Gesichtsmaske (OP-Mas-
FFP2 oder höherer Standards unberührt und gehen den ken) oder auch Masken der Standards KN95/N95 oder
in § 2 Absatz 2 VO-CP getroffenen Regelungen vor. FFP2 oder höherer Standards und die Einhaltung von
Hygienemaßnahmen in den vorbenannten Einrichtun-
Um in den betroffenen Bereichen das Ansteckungsri- gen sind erforderlich, um einen erneuten Anstieg der
siko zu verringern, ist die Verpflichtung zum Tragen Infektionen mit COVID-19 so gering wie möglich zu
qualitativ hochwertiger Schutzmasken unerlässlich. halten, da in diesen Bereichen von einer erhöhten Kun-
Einfache Mund-Nasen-Bedeckungen werden für die denfrequenz auszugehen ist, dies ist durch die Betrei-
benannten Bereiche als nicht ausreichend erachtet. ber sicherzustellen
Die medizinischen Gesichtsmasken, Mund-Nasen- Die Verpflichtung umfasst auch das Personal, eine Aus-
Schutz (MNS), oft auch OP-Masken genannt, zeichnen nahme ist nur bei Vorliegen gesundheitlicher Gründe
sich – im Gegensatz zu Alltagsmasken – durch genorm- gestattet oder wenn gleichwertiger Infektionsschutz
te Herstellungs- und Zertifizierungsprozesse aus. Auch z. B. durch Spuckschutz, Scheiben oder konstant aus-
werden je nach Maskentyp konkrete Anforderungen an reichenden Abstand gewährleistet ist. Der Arbeitgeber
die Filtrations- bzw. Filterleistung gestellt. Alle Mas- hat darüber hinaus sicherzustellen, dass die arbeits-
kenarten schützen vor allem das Gegenüber vor abge- schutzrechtlichen Bestimmungen eingehalten werden.
gebenen infektiösen Tröpfchen des Mundschutzträgers Lediglich die Betreiber des öffentlichen Personen­
in der Form, dass die ausgeatmete Luft auf einen Wi- verkehrs haben auf das Tragen einer medizinischen
derstand trifft. Darüber hinaus verhindern sie eine Erre- Gesichtsmaske (OP-Masken) oder auch Masken der
gerübertragung durch direkten Kontakt, beispielsweise Standards KN95/N95 oder FFP2 oder höherer Stan-
mit kontaminierten Händen. Medizinische Gesichts- dards hinzuweisen, eine Sicherstellungspflicht besteht
masken sind Medizinprodukte und unterliegen damit insoweit nicht.
1092 Amtsblatt des Saarlandes Teil I vom 23. April 2021

Absatz 4 v. 9.11.2016 – 4 C 1/16). Die Betreiber oder sonstigen


Verantwortlichen haben dafür zu sorgen, dass der Min-
Gerade die Tatsache, dass derzeitig gerade nicht mehr destabstand, insbesondere im Ein- oder Ausgangsbe-
eingrenzbar nachvollziehbar ist, wo sich Infektionsge- reich, im Kassenbereich oder an Theken, eingehalten
schehen entwickelt hat bzw. es ein diffuses Infektions- wird und dass der Einlass entsprechend den Vorgaben
geschehen gibt, soll es den Ortspolizeibehörden mög- dieser Verordnung geregelt wird. Dies kann insbeson-
lich sein, gerade an stark frequentierten Plätzen und dere durch Hinweisschilder oder Markierungen erfol-
Straßen der Städte und Gemeinden eine Pflicht zum gen.
Tragen einer Maske der Standards nach § 2 Absatz 1
anzuordnen, weil dort vielfach Abstand nicht eingehal- Für Einkaufszentren ist die jeweilige Gesamtverkaufs-
ten werden kann Es muss bei der gegenwärtigen hohen fläche anzusetzen. Durch ein abgestimmtes Einlass-
Inzidenzrate in saarländischen Kommunen und Krei- management müssen Einkaufszentren und Geschäfte
sen jede Möglichkeit ergriffen werden können, eine verhindern, dass es im Innenbereich von Einkaufspas-
Eindämmung des Infektionsgeschehens zu erreichen. sagen oder Einkaufszentren zu unnötigen Schlangen-
Gerade an öffentlich zugänglichen Plätzen soll auch bildungen kommt.
ein wirksamer Fremdschutz als Baustein der Eindäm-
mung für alle sich dort aufhaltenden Personen erreicht Absatz 2 stellt klar, dass die Regelung des Absatzes 1
werden können. nicht für den Betrieb eines Gaststättengewerbes nach
dem Saarländischen Gaststättengesetz vom 13. April
Zu § 3 2011 (Amtsbl. I S. 206), zuletzt geändert durch das
(Kontaktnachverfolgung) Gesetz vom 20. Juni 2012 (Amtsbl. I S. 156) und den
Betrieb sonstiger Gastronomiebetriebe jeder Art oder
Hinsichtlich der Pflicht zur Gewährleistung der Kon- den Betrieb von Hotels, Beherbergungsbetrieben und
taktnachverfolgung wird auf das Saarländische COVID- Campingplätzen sowie die Zurverfügungstellung jeg-
19-Maßnahmengesetz vom 22. Januar 2021 (Amtsbl. I licher Unterkünfte gilt. Es gelten die entsprechenden
S. 220), insbesondere auf die §§ 6 bis 8, hingewiesen, Beschränkungen der Rahmenhygienekonzepte nach
dass diese Thematik regelt. Darüber hinaus ist eine Maßgabe des § 5.
Kontaktnachverfolgung gemäß § 6 Absatz 2, § 7 und
§ 8 des Saarländischen COVID-19-Maßnahmengeset- Zu § 5
zes im Falle des § 7 Absatz 6 Satz 3 beim Besuch von Hygienekonzepte
Museen, Galerien und Gedenkstätten zu gewährleisten. Absatz 1
Zu § 4 Durch Absatz 1 werden sämtliche Betreiber oder sons-
(Betretungsbeschränkungen) tigen Verantwortlichen nicht nach der Rechtsverord-
§  4 regelt die Betreiberpflicht, eine Begrenzung der nung untersagter Einrichtungen, Anlagen und Betriebe
Zahl von Kunden und Besuchern sicherzustellen, um sowie Veranstalter verpflichtet, ein den spezifischen
die weiterhin bestehenden Infektionsrisiken in Laden- Anforderungen des jeweiligen Angebots entsprechen-
geschäften, Einrichtungen, Anlagen und Betrieben, die des individuelles Schutz- und Hygienekonzept zu er-
nicht untersagt sind, zu reduzieren. Damit wird der stellen, das auf Verlangen der zuständigen Behörde
Grundsatz der Kontaktbeschränkung gemäß § 1 kon- vorzulegen ist. Damit wird sichergestellt, dass den wei-
kretisiert. Eine Einhaltung des Mindestabstandes wird terhin bestehenden Infektionsrisiken in Einrichtungen,
auch unabhängig von der Quadratmeteranzahl gewähr- Anlagen und Betrieben, die nicht untersagt sind, ent-
leistet, wenn der Betreiber lediglich den Zutritt von vier gegengewirkt wird.
Kunden gestattet. Als im Publikumsverkehr zugängli- Absatz 2
chen Gesamtfläche gilt im Handel die Verkaufsfläche.
Dies bedeutet eben nicht Lagerräume, Mitarbeiterräu- Mit der Aufzählung von Mindestanforderungen, die
me, Mitarbeitertoiletten, Büroräume. Maßgeblich ist seitens des Verordnungsgebers an diese Schutz- und
die Fläche, auf der der Verkauf stattfindet. Auszuge- Hygienekonzepte gestellt werden, wird gleichzeitig
hen ist dabei von den Innenmaßen des Gebäudes und sichergestellt, dass die wesentlichen Maßnahmen zur
den Flächen, die für den Verkauf von Waren bestimmt Vermeidung von Infektionen Berücksichtigung fin-
sind, also alle zum Zweck des Verkaufs den Kunden den. Zudem wird herausgestellt, dass den Betreibern
zugängliche Flächen. Dazu gehören aber die zugehö- und Verantwortlichen im Rahmen der Erarbeitung der
rigen Gänge, Treppen, Kassenzonen, Eingangsberei- Konzepte ein Rückgriff auf die einschlägigen Empfeh-
che, Standflächen für Einrichtungsgegenstände, wie lungen des Robert-Koch-Instituts und die Vorgaben der
Tresen, Kassen, Regale und Schränke, auch Einbau- Arbeitsschutzbehörden und zuständigen Berufsgenos-
schränke, Schaufenster und Freiflächen (BVerwG Urt. senschaften möglich ist, von deren Seite in einer Viel-
v. 27.4.1990 – 4 C 36.87). Einbezogen in die Verkaufs- zahl der Fälle bereits taugliche Konzepte erarbeitet und
fläche eines Lebensmittel-Einzelhandelsbetriebs ist zur Verfügung gestellt werden.
aber auch der Bereich nach der Kassenzone, in dem die Absatz 3
Waren eingepackt und sonstige Nachbearbeitungsmaß-
nahmen getroffen werden können (VGH Mannheim Absatz 3 sieht vor, dass nähere und besondere An-
Urt. v. 13.7.2004 – 5 S 1205/03, ZfBR 2005, 78). Eine forderungen zu Schutz- und Hygienekonzepten vom
überdachte Fläche zum Abstellen von Einkaufswagen Ministerium für Soziales, Gesundheit, Frauen und
­
außerhalb des Gebäudes eines Lebensmittelmarktes Familie im Einvernehmen mit dem jeweils fachlich
ist aber nicht Teil der Verkaufsfläche (BVerwG, Urt. zuständigen Ressort im Verordnungswege bestimmt
Amtsblatt des Saarlandes Teil I vom 23. April 2021 1093

werden. Damit wird dem Umstand Rechnung getragen, Zu § 5a


dass Hygienerahmenkonzepte, die rechtliche und buß- Testungen
geldbewehrte Pflichten ihrer Adressaten begründen,
Rechtssatzcharakter aufweisen, aus dem sich verfas- Als Nachweis gelten sowohl ein ärztliches Zeugnis
sungsrechtliche und gesetzliche Voraussetzungen für oder ein elektronisches oder in Papierform vorgelegtes
ihren Erlass und ihre Verkündung ableiten. Testergebnis. Der Nachweis kann in Papierform ent-
sprechend des Musters in der Anlage zu dieser Verord-
Das Hygienekonzept für Gastronomiebetriebe regelt nung oder in elektronischer Form unter Angabe perso-
den Betrieb für sämtliche Gastronomiebetriebe, somit nenrelevanter Daten im Bereich Impfung, Testung und
Restaurants, Speisegaststätten, Systemgastronomie, Kontaktpersonennachverfolgung, insbesondere mittels
Cafés, Bistros, Eisdielen, Kantinen, Schankwirtschaf- Corona-Warn-App oder Luca-App, erbracht werden.
ten und Imbissstuben, unter Zugrundelegung des ak- Auch nicht in Deutschland erstellte Nachweise können
tuellen Infektionsgeschehens. Das Hygienekonzept anerkannt werden, soweit diese die zuvor genannten
bestimmt als Voraussetzung die Einhaltung geeigneter personenrelevanten Daten enthalten.
technischer, organisatorischer und persönlicher Infek- Der zugrunde liegende Test muss die Anforderungen des
tionsschutzmaßnahmen für Beschäftigte und Gäste und Robert Koch-Instituts, die im Internet unter der Adres-
die Vergabe von Plätzen nach den Regelungen zu Kon- se https://www.rki.de/covid-19-tests oder des BfArM
taktbeschränkungen nach dieser Verordnung. Für die https://www.bfarm.de/DE/Medizinprodukte/Anti-
Öffnung der Verpflegungseinrichtungen des Studenten- gentests/_node.html;jsessionid=08F494D9E0432A-
werks im Saarland e. V. als auch der sonstigen Hoch- 29BAB22FCB82D090A5.2_cid507 veröffentlicht
schulgastronomie gilt das Hygienerahmenkonzept ent- sind, erfüllen.
sprechend.
Die zugrunde liegende Abstrichentnahme darf nicht
Zudem besteht bereits ein Hygienerahmenkonzept für länger als 24 Stunden zurückliegen. Die hierbei ver-
Beherbergungsbetriebe. Das Hygienerahmenkonzept wendeten Tests können sowohl PCR-, Schnell- und
der Landesregierung konkretisiert den Grundsatz der Selbsttests umfassen. Die durchführende Stelle können
Kontaktbeschränkungen des § 1 dieser Verordnung für Arztpraxen, Apotheken, Schulen, Betriebe (sowohl für
den Betrieb von Beherbergungsbetrieben und regelt das eigene Personal als auch für Kundinnen und Kun-
zudem als weitere Voraussetzung die Einhaltung sons- den), Testzentren und Sonstige sein, die aufgrund der
tiger geeigneter technischer, organisatorischer und per- Verordnung ein testgestütztes Angebot anbieten kön-
sönlicher Infektionsschutzmaßnahmen für Beschäftig- nen.
te und Gäste. Für die Beherbergungsbetriebe gilt nach
dem Hygienerahmenkonzept bei der Zimmerbelegung Selbsttests müssen zur Erfüllung der Beweiskraft un-
ebenfalls die Kontaktbeschränkung nach dieser Ver- mittelbar vor Ort durchgeführt werden, so dass die Ver-
ordnung und auch der Betrieb von hoteleigenen Ein- antwortlichen der Einrichtungen das Verfahren kontrol-
richtungen und Angeboten ist nur nach Maßgabe der lieren bzw. das Ergebnis bestätigen können.
übrigen Verordnung gestattet. Kinder bis zur Vollendung des sechsten Lebensjahres
sind von der Testung nach dieser Verordnung befreit.
Auch für die Durchführung von professionellem Pro-
bebetrieb wird mit dem Hygienerahmenkonzept in die- Die Nachweise nach Absatz 1 sind, soweit deren Vor-
sem Bereich die Einhaltung erforderlicher besonderer lage in dieser Verordnung gefordert ist, den nach § 12
Schutzmaßnahmen sichergestellt. Voraussetzung für Absatz 1 dieser Verordnung genannten Behörden im
die Aufnahme des Betriebs sind für die unterschiedli- Rahmen ihrer Kontrolltätigkeit auf Verlangen vorzu-
chen Bereiche der kulturellen Veranstaltungen in dem weisen.
Rahmenkonzept näher ausgeführte Schutzvorkehrun-
gen. Zu § 6
(Kontaktbeschränkungen)
Für den Betrieb von Kinos besteht auch ein Hygiene- Absatz 1
rahmenkonzept sowie auch für den Sportbetrieb.
Private Zusammenkünfte im öffentlichen Raum, in pri-
Zudem werden der Veranstaltungsbranche mit dem vat genutzten Räumen und auf privat genutzten Grund-
­Hygienerahmenkonzept für Veranstaltungen, die nicht stücken werden auf den Kreis der Angehörigen des
der Unterhaltung dienen, besondere Leitlinien an die eigenen Haushaltes sowie darüber hinaus Angehörige
Hand gegeben, die Ihnen die Einhaltung der bei Veran- eines weiteren Haushaltes sowie aus dem familiären
staltungen grundsätzlich zu beachtenden Schutzmaß- Bezugskreis begrenzt; dabei dürfen insgesamt höchs-
nahmen erleichtern. tens fünf Personen gleichzeitig anwesend sein.
Auch für die Durchführung körpernahe Dienstleis- Bei Haushalten, denen bereits vier oder mehr Personen
tungen wird mit dem Hygienerahmenkonzept in die- angehören, dürfen abweichend von Satz 1 zwei wei-
sem Bereich die Einhaltung erforderlicher besonderer tere Personen, wovon höchstens eine nicht aus dem
Schutzmaßnahmen sichergestellt. Voraussetzung für familiären Bezugskreis des gastgebenden Haushaltes
die Aufnahme des Betriebs sind für die unterschied- stammen darf, gleichzeitig anwesend sein. D. h. bei
lichen Bereiche der körpernahen Dienstleistungen in Haushalten mit vier und mehr Personen dürfen zwei
dem Rahmenkonzept näher ausgeführte Schutzvorkeh- Personen aus dem familiären Bezugskreis hinzustoßen,
rungen. z. B. Oma und Opa. Sollte aber eine der beiden zusätz-
1094 Amtsblatt des Saarlandes Teil I vom 23. April 2021

lichen Personen z.B. die Nachbarin sein, dann darf nur Verwandter der Seitenlinie bestehen können, bewusst.
noch die Oma hinzukommen. Nachbarin und Nachbar Der Verordnungsgeber hat die Maßgaben der Entschei-
dürfen nicht zusammen den Haushalt besuchen, da nur dung des Oberverwaltungsgerichts des Saarlandes
eine Person aus dem nichtfamiliären Bezugskreis er- vom 29. Januar 2021 (2 B 25/21) berücksichtigt und
laubt ist. erwogen. Er ist sich bewusst, dass Einschränkungen
der Kontakte insbesondere im Bereich der Kernfamilie
Kinder bis 14 Jahre sind jeweils von der Höchstzahl eine besondere Intensität aufweisen und auf ein absolut
ausgenommen. Ehepaare, Lebenspartner und nichtehe- notwendiges Minimum zu beschränken sind. Sie sind,
liche Lebensgemeinschaften gelten auch dann als ein sobald das Infektionsgeschehen dies zulässt, vorrangig
Haushalt, wenn sie nicht im gleichen Haushalt leben. zu anderen Beschränkungen aufzuheben, um den be-
sonderen verfassungsrechtlichen Vorgaben Rechnung
Ein Schutz vor den Gefahren einer Ausbreitung der zu tragen. Unter Berücksichtigung der jüngsten, seit
Covid-19-Erkrankung sowohl für den Einzelnen als der Entscheidung des Oberverwaltungsgerichts ein-
auch für die Gesellschaft und Volkswirtschaft als sol- getretenen infektiologischen Entwicklungen ist dieser
che kann und muss dadurch gewährleistet werden, Zeitpunkt aber derzeit noch nicht erreicht. Aufgrund
dass die Verbreitung des SARS-CoV-2-Virus weitge- der aktuell kritischen Phase des Pandemiegeschehens,
hend eingedämmt wird. Dies kann aufgrund der me- die wenig Zeit lässt, eine dominante Verbreitung der
dizinischen Erkenntnisse über die Eigenschaften des neuen, hochinfektiösen Virusvarianten aus Großbri-
Virus und seiner Übertragungswege im Wesentlichen tannien und Südafrika einzudämmen, bedarf weiter-
nur durch Reduzierungen menschlicher Kontakte er- hin Einschränkungen, wenngleich nun wieder priva-
folgen. Der Hauptübertragungsweg für SARS-CoV-2 te Zusammenkünfte von Personen aus dem eigenen
ist die respiratorische Aufnahme virushaltiger Parti- Haushalt sowie Angehörige eines weiteren Haushaltes
kel. Jeder zwischenmenschliche Kontakt birgt daher sowie eines weiteren Haushaltes aus dem familiären
ein Infektionsrisiko. Deshalb muss der Kontakt zu Bezugskreis zulässig sind. In Anbetracht dessen ist die
Menschen außerhalb der häuslichen Gemeinschaft vorläufige Aufrechterhaltung der Kontaktbeschrän-
weiterhin reglementiert bleiben. Aufgrund der aktuel- kungen, auch im Bereich der Kern­familie, weiterhin
len akuten Lage des Infektionsgeschehens sowie der erforderlich und in Abwägung mit dem Schutz der
drohenden Ausbreitung neuer hochinfektiöser Virus- Gesundheit der Bevölkerung, einem auch mit Blick
varianten, die nach den derzeitigen wissenschaftlichen auf Art. 2 Abs. 2 Satz 1 GG überragend wichtigen Ge-
Erkenntnissen zur Vermeidung einer Entgleisung des meinwohlbelang, auch noch angemessen. Für einen
Infektionsgeschehens eine schnelle Reduktion der Re- eng umgrenzten Zeitraum sind Kontakte innerhalb der
produktionsrate zwingend erforderlich macht, hat sich Kernfamilie und des familiären Bezugskreises nicht
die Kontaktbeschränkung zumindest für einen zeit- vollständig ausgeschlossen. Die Beschränkungen des
lich eng begrenzten Zeitraum auch auf den familiären Satzes 1 und 2 schließen im Interesse der Vermeidung
Bezugskreis und sogar die Kernfamilie zu erstrecken. unmittelbarer infektionsgefährlicher Zusammenkünfte
Seit September 2020 zirkuliert in Großbritannien eine mehrerer Personen lediglich die zeitgleiche Anwesen-
SARS-CoV-2 Variante VOC 202012/01 (Variant of heit von mehr als fünf bzw. sieben Personen aus, was
Concern, year 2020, month 12, variant 01) der Linie generell kontaktreduzierend wirken kann, hindert aber
B1.1.7, die im Süden/Südosten des Landes innerhalb nicht die generelle Aufrechterhaltung auch persönlicher
weniger Wochen das ursprüngliche Virus verdrängt Kontakte zu verschiedenen haushaltsfremden Personen
hat. Epidemiologische, klinische und Modellierungs- der Kernfamilie und des familiären Bezugskreises,
untersuchungen weisen auf eine deutlich höhere In- was die Intensität des Eingriffs mildert. Die Eignung
fektiosität hin. In der 4. Kalenderwoche wurden die der Kontaktbeschränkung bleibt davon unberührt. Die
ersten Virusmutationsfälle im Saarland festgestellt. angemessenen Maßnahmen verringern zumindest das
Gerade deshalb müssen die Kontaktbeschränkungen Risiko unmittelbarer Infektionen innerhalb eines grö-
vorerst strikt bleiben. Auch die Bereiche des familiären ßeren haushaltsfremden Kreises. Die fortbestehende
Bezugskreises und der Kernfamilie können trotz ihres Erforderlichkeit der strengen Kontaktbeschränkung
verfassungsrechtlichen besonderen Schutzes vorerst wird anhand der Entwicklung der Fallzahlen fortlau-
noch nicht wieder gänzlich von den Beschränkungen fend überprüft werden, so dass eine verfassungsrecht-
haushaltsfremder Kontakte ausgenommen, um dem lich gebotene Anpassung der Beschränkungen umge-
nach wie vor kritischen Infektionsgeschehen entgegen- hend erfolgen wird.
zuwirken und dessen Überholung durch eine dominan-
te Ausbreitung der neuen Virusvarianten zu verhin- Private Zusammenkünfte sind im Außenbereich mit
dern, die mit sicher zu prognostizierenden exponentiell einer Teilnehmerzahl von bis zu 10 Personen zulässig,
steigenden Infektionszahlen einherginge und infolge sofern alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer einen ne-
dessen – ausgehend von dem aktuell noch vorhande- gativen SARS-CoV-2-Test nach Maßangabe des § 5a
nen hohen Niveaus des Infektionsgeschehens  – eine vorlegen können.
Überlastungen des Gesundheitswesens, dessen Aus- Handwerkerleistungen, gewerbliche Dienstleistungen
bau an natürliche und faktische Grenzen stößt, mit an und ähnliches stellen keine privaten Zusammenkünfte
Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit zur Folge dar.
hätte. Der Verordnungsgeber ist sich des besonderen
verfassungsrechtlichen Schutzes spezifisch familiärer Spaziergänge und Ausflüge von Kindergartengruppen
Bindungen, wie sie über mehrere Generationen hinweg und Schulen im Freien sowie die Nutzung öffentlicher
zwischen den Mitgliedern einer Familie einschließlich Spielplätze und ähnlicher Einrichtungen sind unter
Amtsblatt des Saarlandes Teil I vom 23. April 2021 1095

Beibehaltung der konstanten Gruppenzusammenset- Himmel und in geschlossenen Räumen sind maximal
zung in Gruppenstärke zuzüglich Betreuungspersonal 10 Personen zugelassen. Veranstaltungen sind der Orts-
gestattet. Eine Durchmischung mit anderen Gruppen polizeibehörde anzuzeigen.
und Personal ist zu vermeiden. Durch den regelmäßi-
gen Aufenthalt an der frischen Luft wird die Abwehr Veranstaltungen und Zusammenkünfte mit einer hö-
der Kinder gestärkt und die Gefahr von Ansteckungen heren Personenzahl sind auch dann zulässig, wenn für
gemindert. deren Durchführung ein dringendes und unabweisba-
res rechtliches oder tatsächliches Bedürfnis besteht.
Eine Ansammlung liegt vor, wenn Menschen zufällig Ein dringendes Bedürfnis besteht dann, wenn ein wei-
zusammentreffen, denen das gemeinsame Wollen des teres Zuwarten des Ablaufes dieser Verordnung nicht
Zusammenseins und damit ein verbindender Zweck ratsam scheint: ein unabweisbares Bedürfnis besteht
der Zusammenkunft fehlt. Charakteristisch für die An- dann, wenn schwerwiegende rechtliche oder tatsäch-
sammlung ist, dass eine Kontaktnachverfolgung nahe- liche Nachteile drohen. Insbesondere Gläubigeraus-
zu unmöglich ist. Hieraus ergibt sich die spezifische schüsse, (Gesamt-) Betriebsratsversammlungen, zwin-
Gefahr, die eine Begrenzung der Personenzahl erfor- gende Fortbildungsmaßnahmen, soweit sie nicht schon
derlich macht. aus anderen Gründen zulässig sind oder auch Notmaß-
nahmen zur Abwehr von Schäden oder Gefahren von
Begleitete Umgangskontakte, die dem Erhalt der Be- Leib und Leben oder Maßnahmen zum Seuchenschutz
ziehung zwischen fremduntergebrachten Kindern und (z. B. Bekämpfung der Verbreitung der Afrikanischen
ihren Eltern beziehungsweise dem Beziehungsaufbau Schweinepest). Dabei sind weitere veranstaltungsspe-
dienen sollen, sind – auch in Begleitung einer pädago- zifische Hygienemaßnahmen umzusetzen.
gischen Fachkraft – auch insbesondere im öffentlichen
Raum möglich. Veranstaltungen, an denen nur Personen, die zu einem
familiären Bezugskreis gehören sowie Angehörige
Absatz 2 eines weiteren Haushalts teilnehmen, müssen nicht an-
Veranstaltungen, die der Unterhaltung dienen sind im gezeigt werden. In dieser Konstellation muss auch der
Innenbereich untersagt. Sie sind aufgrund des aktuel- Mindestabstand nicht eingehalten werden.
len Infektionsgeschehens nicht notwendig abzuhalten Von den Beschränkungen der Sätze 1 und 2 ausgenom-
und aus infektionsschutzrechtlichen Gründen zu unter- men sind Veranstaltungen und Zusammenkünfte, die
sagen. Das Risiko der Ansteckung ist in diesen Fällen dem Betrieb von Einrichtungen, die nicht nach dieser
zu hoch. Hierzu gehören insbesondere gesellige, kultu- Verordnung untersagt sind, zu dienen bestimmt sind;
relle, künstlerische, und unterhaltende Veranstaltungen hierzu gehören z. B. Handelsbetriebe, deren maximal
wie Musikveranstaltungen, Tanzveranstaltungen und erlaubte Besucherzahl sich nach § 4 richtet. Die für den
ähnliche Veranstaltungen. Der Schwerpunkt liegt hier Betrieb der jeweiligen Einrichtung geltenden Hygiene-
weder auf Information, noch auf Bildung oder Bera- vorschriften sind einzuhalten.
tung.
Absatz 4
Drück- und Treibjagden sowie ähnliche Jagdformen
sind zur Vorbeugung und Bekämpfung von Tierseu- Großveranstaltungen, an denen erwartungsgemäß in
chen, insbesondere zur verstärkten Bejagung hin- der Summe mehr als 1.000 Personen teilnehmen wie
sichtlich der Afrikanischen Schweinepest, weiterhin z. B. Volksfeste, größere Sportveranstaltungen mit
zugelassen. Auch zugelassen ist die Nutzung der Ein- ­Zuschauern, größere Konzerte, Festivals, Dorf-, Stadt-,
richtungen des § 7 Absatz 5 Satz 2 Nr. 5. Straßen-, Wein-, Schützenfeste oder Kirmes-Veran-
staltungen sind derzeit untersagt. Maßgebend ist die
Absatz 2a Gesamtzahl der anwesenden Personen an einem Ver-
Veranstaltungen, die der Unterhaltung dienen, sind anstaltungstag und Ort, nicht die Zahl der gleichzeitig
im Außenbereich mit einer Teilnehmerzahl von bis anwesenden Teilnehmer bzw. Besucher.
zu 10 Personen pro Veranstaltungstag und -ort zuläs- Absatz 5
sig, sofern alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer einen
negativen SARS-CoV-2 -Test nach Maßgabe des § 5a Das Selbstorganisationsrecht des Landtages, der
vorlegen können. Gebietskörperschaften und sonstiger Körperschaf-
­
ten, Stiftungen und Anstalten des öffentlichen Rechts
Die Veranstaltungen sind der Ortspolizeibehörde unter sowie die Tätigkeit der Gerichte bleibt unberührt.
Angabe des Veranstalters zu melden. Der Veranstalter Dies gilt auch für die Tätigkeit der Parteien und der
hat geeignete Maßnahmen zur vollständigen Nach- ­Gewerkschaften mit der Maßgabe, dass bei Veranstal-
verfolgbarkeit nach Maßgabe des § 6 Absatz 1 des tungen und Zusammenkünfte der Mindestabstand nach
Saarländischen COVID-19-Maßnahmengesetzes vom § 1 einzuhalten ist sowie weitere veranstaltungsspezi-
22. Januar 2021 (Amtsbl. I S. 220) zu treffen. fische Hygienemaßnahmen umgesetzt werden; die An-
mietung von Räumlichkeiten, insbesondere Nebenzim-
Absatz 3
mer von Gaststätten, ist möglich, aber eine Bewirtung
Veranstaltungen sind in einem begrenzten Umfang zu- ist untersagt.
gelassen. Der Charakter als Veranstaltung ergibt sich Absatz 6
daraus, dass der teilnehmende Personenkreis durch den
Anlass und damit verbundener Einladung oder Ein- Die Teilnahme an einer Bestattung und die damit ver-
trittskarte bestimmt oder bestimmbar ist. Unter freiem bundene Ehrerbietung für den Verstorbenen stellt einen
1096 Amtsblatt des Saarlandes Teil I vom 23. April 2021

wesentlichen Baustein sozialen Miteinanders in einer heits- und Infektionsschutz bei der Durchführung von
Gesellschaft dar. Da die Bestattungsfeierlichkeit natur- Gottesdiensten und religiösen Handlungen während
gemäß Anlass für viele Menschen sein kann, sich zu der ­Corona-Pandemie verständigt. Der Mindestabstand
treffen und auch den Trauernden nahe zu sein, ist es vor sowie weitere Schutz- und Hygieneregelungen müssen
dem Hintergrund der momentan noch bestehenden epi- eingehalten werden. Der Gemeindegesang ist in Kir-
demischen Lage auch hier noch notwendig, die auch in chen, Moscheen, Synagogen sowie in sonstigen Räum-
den übrigen Lebensbereichen noch notwendigerweise lichkeiten, die zur Grundrechtsausübung gemäß Arti-
bestehenden Kontaktbeschränkungen zu beachten, um kel 4 des Grundgesetzes genutzt werden, aufgrund der
durch die Verhinderung von Menschenansammlungen, hohen Konzentration an Tröpfchen und den damit ver-
welche grundsätzlich verboten sind, ein Infektionsrisi- bundenen Risiken, untersagt. Die Betretungsbeschrän-
ko zu minimieren. kungen des § 4 dieser Verordnung finden daneben hin-
gegen keine zusätzliche Anwendung.
Auch im Rahmen der Bestattungen soll das Gebot der
Abstandswahrung insbesondere zwischen Personen, Gottesdienste und gemeinsame Gebete sind unter frei-
welche nicht zum familiären Bezugskreis gehören und em Himmel, in Kirchen, Moscheen, Synagogen sowie
weitere infektionsrechtliche Auflagen, wie beispiels- in sonstigen Räumlichkeiten, die zur Grundrechts-
weise die Ermöglichung der Kontaktnachverfolgung ausübung gemäß Artikel 4 des Grundgesetzes genutzt
hinsichtlich der an der Bestattung teilnehmenden Per- werden, zulässig, wenn die aus Infektionsschutzgrün-
sonen (§  3 Absatz  1) Beachtung finden. Da die Zahl, den gebotene Begrenzung der Teilnehmerzahl, die Ab-
der an einer Bestattung teilnehmenden Personen, sich standsregeln sowie die besonderen Schutz- und Hygie-
an den übrigen Veranstaltungen orientiert, soll es den neregelungen gewährleistet sind.
Ortspolizeibehörden in diesem Rahmen immer mög-
lich sein, auf dem in ihrer Kommune befindlichen Zusammenkünfte im Sinne des Satzes 1 mit mehr als
Friedhof gegebenenfalls eine Begrenzung bzw. Er- 10 Teilnehmerinnen und Teilnehmern sind spätestens
höhung der Personenzahl festzulegen, um ausgehend zwei Werktage zuvor bei der zuständigen Ortspolizei-
von den spezifischen räumlichen Gegebenheiten das behörde anzuzeigen, sofern keine generellen Abspra-
Abstands­gebot und eine infektionsrechtlich unbedenk- chen mit der entsprechenden Behörde getroffen wur-
liche Durchführung der Bestattung gewährleisten zu den. Es besteht keine Genehmigungspflicht durch die
können. Behörden. Gottesdienste und sonstige religiöse Veran-
staltungen sind nach Maßgabe des § 3 Absatz 1 Satz 2
Da gerade die Teilnahme an einer Bestattung und da- Nr. 4 von der Pflicht zur Sicherstellung der Möglichkeit
mit die Erweisung der letzten Ehre für den Verstorben einer Kontaktnachverfolgung ausgenommen.
für Personen außerhalb des engen Bezugskreises und
auch die Bezeugung der Ehrerbietung für die Hinter- Absatz 8
bliebenen zur Trauerbewältigung von entscheidender Das Grundrecht auf Versammlungsfreiheit ist in unse-
Bedeutung sein kann und auch ein nicht mehr nachhol- rer Demokratie ein hohes Gut und steht unter beson-
bares persönliches Bedürfnis der an einer Bestattung derem Schutz des Grundgesetzes. Zum Ausgleich des
teilnehmenden Personen darstellt, soll darüber hinaus Spannungsverhältnisses zwischen Infektionsschutz,
immer die Möglichkeit der Beantragung einer Ausnah- hergeleitet aus dem Grundrecht auf Leben und Gesund-
megenehmigung für den spezifischen Einzelfall bei der heit gemäß Art. 2 Abs. 2 des Grundgesetzes, und der
Ortspolizeibehörde des Bestattungsortes eröffnet sein, Versammlungsfreiheit nach Art. 8 des Grundgesetzes
welche unter Beachtung der infektionsrechtlichen Lage bedarf es differenzierter Regelungen, um im Rahmen
entsprechend entscheidet. einer verhältnismäßigen Abwägung nach den Grund-
Klarstellend wurde auch für standesamtliche Trauun- sätzen praktischer Konkordanz zu einem sachgerech-
gen eine Normierung aufgenommen. Dabei soll es aber ten Ausgleich zwischen beiden Verfassungsgütern zu
auch hier den Kommunen, aufgrund ihres Organisati- gelangen.
onsrechts, in Abhängigkeit der spezifischen räumlichen Das Bundesverfassungsgericht (Ablehnung einstweili-
Gegebenheiten und unter Beachtung des Abstands- ge Anordnung vom 7. April 2020 – 1 BvR 755/20; Ab-
gebots ermöglicht sein, eine infektionsrechtlich unbe- lehnung einstweilige Anordnung vom 9. April 2020 –
denkliche Durchführung sicher zu stellen. 1 BvQ 29/20) sowie zahlreiche Fachgerichte (vgl.
Absatz 7 beispielsweise Bayerischer Verwaltungsgerichtshof,
­Beschluss vom 09. April 2020 – 20 NE 20.688, Juris-
Im Sinne der Beachtung des Grundrechts auf Religions- Rn. 52; Thüringer Oberverwaltungsgericht, Beschluss
ausübung erfolgt die Regelung, nach der Gottesdienste vom 9. April 2020 – 3 EN 238/20, Juris-Rn. 68 f.) ha-
und gemeinsame Gebete in Kirchen, Moscheen, Syn- ben in ihren Entscheidungen betont, dass die diversen
agogen und in Häusern anderer Glaubens- oder Welt- Grundrechtseinschränkungen durch die Maßnahmen
anschauungsgemeinschaften zulässig sind, wenn die zur Eindämmung der Pandemie vor dem Hintergrund
aus Infektionsschutzgründen gebotene Begrenzung der Befristung der Maßnahmen gerechtfertigt sind,
der Teilnehmerzahl nach Maßgabe des Mindestabstan- jedoch auch der fortlaufenden Evaluierung bedürfen.
des nach § 1 Absatz 1 Satz 32 sowie die besonderen Das Bundesverfassungsgericht hat zudem die Bedeu-
Schutz- und Hygieneregelungen gewährleistet sind. tung des Grundrechts auf Versammlungsfreiheit bei der
Die Religionsgemeinschaften und religiösen Verbän- Anwendung der Regelungen zur Eindämmung der Pan-
de haben sich dazu gemeinsam mit den Ländern und demie betont (BVerfG, Beschluss der 1. Kammer des
dem Bund auf entsprechende Maßnahmen für Gesund- Ersten Senats vom 15. April 2020 – 1 BvR 828/20 –,
Amtsblatt des Saarlandes Teil I vom 23. April 2021 1097

Juris-Rn. 13 f.) Grundrechtseinschränkungen müssen dafür, dass der Gastronomiebetrieb tatsächlich in re-
einer stetigen Prüfung und Neubewertung unterzogen levantem Umfang Ursprung von Infektionsgeschehen
werden. Dem soll mit der vorliegenden Änderung Rech- war und sein kann (vgl. https://www.cdc.gov/mmwr/
nung getragen werden. Entsprechende Versammlungen volumes/69/wr/pdfs/mm6936a5-H.pdf). Unabhängig
sollten dabei im Saarland bei Beachtung bestehender von der konkreten Ausgestaltung des Betriebs ist zu-
Infektionsrisiken unter engen Voraussetzungen zuläs- dem zu berücksichtigen, dass breite Öffnungen der
sig sein: Versammlungen unter freiem Himmel müssen Gastronomie für den Publikumsverkehr zwangsläufig
als Standkundgebung stattfinden, der Mindestabstand zu weiteren Sozialkontakten führten, indem Menschen
der Teilnehmer (eineinhalb Meter) muss sichergestellt sich, um zu den entsprechenden Einrichtungen zu ge-
sein und besondere infektionsschutzrechtliche Aufla- langen, in der Öffentlichkeit bewegten.
gen der zuständigen Behörden sind zu beachten (z. B.
Maskenpflicht, Befristung der Versammlungsdauer, Ausgenommen von der Untersagung sind die Abgabe
Höchstteilnehmerzahl). Gegenüber der Vorgängerre- und Lieferung von Speisen für den Verzehr nicht an
gelung wurde durch die Streichung der Wörter „unter Ort und Stelle. Die Regelung „nicht an Ort und Stel-
freiem Himmel“ klargestellt, dass von der Regelung le“ soll Ansammlungen auf unmittelbar angrenzenden
auch Versammlungen in geschlossenen Räumen erfasst Straßen und Plätzen verhindern, d.h. es soll im näheren
sind. Bereich der Gastronomie nicht zu Menschenansamm-
lungen kommen. Hierdurch sollen gruppendynamische
Zu § 7 Prozesse vermieden werden, durch die sich die Wahr-
(Betriebsuntersagungen und Schließungen scheinlichkeit erhöht, dass man gegen die Regelungen
von Einrichtungen) dieser Verordnung verstößt – so beispielsweise beim
Konsum von Alkohol.
Absatz 1
Der Außenbereich von Gastronomiebetrieben, Be-
Für Gaststätten nach dem Saarländischen Gaststätten- triebskantinen und Mensen kann aufgrund der Be-
gesetz und sonstigen Gastronomiebetriebe und für Be- lüftung geöffnet und genutzt werden. Hierbei müssen
triebskantinen und Mensen wird der Betrieb untersagt. ­Termin vereinbart werden. Hierbei ist der Personen-
Die Epidemie durch SARS-VoV-2 hat eine große Dy- kreis beschränkt auf Gruppen von bis zu 10 Personen
namik erreicht. Ab einer gewissen epidemiologischen pro Tisch, sofern alle Gäste dieser Gruppen einen ne-
Relevanz muss auf eine Dynamik mit hohen Neuinfek- gativen SARS-CoV-2-Test nach Maßgabe des § 5a
tionszahlen und schnellem Anstieg der Infektionsrate vorlegen können. Eine Bewirtung darf ausschließlich
mit Beschränkungen reagiert werden Wichtigste Maß- an Tischen mit festem Sitzplatz erfolgen, damit insbe-
nahme wird es sein, Abstand zu halten und Kontakte sondere der Alkoholausschrank in geordneten Bahnen
zu verringern. Wegen der asymptomatischen Übertra- verläuft und unkontrollierte Ansammlungen verhindert
gung ist es unwahrscheinlich, dass man diese Dynamik werden.
durch die klassischen Mittel wie Kontakt­beschränkung
und Nachverfolgung einfangen kann. Um das der- Betriebskantinen und Mensen können auch im Innen-
zeit sehr dynamische Infektionsgeschehen zu begren- bereich ausnahmsweise geöffnet werden, wenn die
zen und einen Stillstand bzw. ein Absenken unter die Arbeitsabläufe im Betrieb eine Schließung nicht zulas-
Sieben-­Tages-Inzidenz-Rate von 50 zu bewerkstel- sen, insbesondere wenn der Verzehr mitnahmefähiger
ligen, müssen Zusammenkünfte mehrerer Personen Speisen und Getränke an anderer Stelle nicht zumutbar
auf ein absolutes Minimum begrenzt werden. Es steht ist, so zum Beispiel in der verarbeitenden Industrie und
außer Zweifel, dass Zusammenkünfte mit einer Viel- in Werkstätten für behinderte Menschen. Mensen von
zahl regelmäßig einander unbekannter Personen und Internaten können geöffnet bleiben, da eine Verpfle-
längerer Verweildauer, insbesondere in geschlossenen gung ansonsten nicht sichergestellt wäre. Rastanlagen
Räumen, ein signifikant erhöhtes Infektionsrisiko mit an Bundesautobahnen und gastronomische Betriebe an
sich bringen. Kontaktbeschränkungen, insbesondere Autohöfen sind vom Verbot ausgenommen; hierdurch
mittelbar infolge der Untersagung bestimmter Berei- soll insbesondere der Güter- und Warenverkehr gesi-
che des öffentlichen Lebens, die durch die persönliche chert werden, in dem die Fernfahrerinnen und Fernfah-
Begegnung einer Vielzahl von Personen geprägt sind, rer sich unterwegs versorgen können; dies gilt auch für
tragen demnach dazu bei, Infektionsquellen auszu- weitere Berufsgruppen, wie z. B. Außendienstler.
schalten und so die Dynamik des Infektionsgeschehens
zu bremsen. Im kontaktintensiven Bereich der Gastro- Absatz 2
nomie ergeben sich mildere, gleichermaßen geeigne- Die Erbringung sexueller Dienstleistungen im Sinne
te Mittel zur Eindämmung des Infektionsgeschehens des § 2 Absatzes 1 des Prostituiertenschutzgesetzes und
auch nicht aus bloßen Beschränkungen deren Betriebs, in Prostitutionsstätten ist untersagt. Die hohen Zahlen
etwa auf der Grundlage von Hygienekonzepten und neu gemeldeter Infektionen und vor allem der langsam,
deren behördlicher Durchsetzung. Hygienekonzepte aber deutlich ansteigende Anteil positiver Testergeb-
ändern nichts daran, dass in Bereichen, die nicht nur nisse weisen darauf hin, dass die Epidemie in der Be-
eine gewisse Kontaktfrequenz, sondern auch eine hohe völkerung eine weite Ausbreitung gefunden hat. Dies
Kontaktintensität aufweisen, insbesondere, weil typi- bedeutet, dass auch der Anteil der asymptomatisch er-
scherweise eine größere Anzahl wechselnder Personen krankten Personen kontinuierlich steigt. Gerade asym-
in geschlossenen Räumen zusammenkommt, gesteiger- ptomatisch erkrankte Menschen können dadurch un-
te Infektionsrisiken bestehen. So ergeben sich ausweis- wissend zu einer Verbreitung des SARS-CoV-2 Virus
lich internationaler Untersuchungen auch Anzeichen beitragen. Aufgrund des enorm steigenden Infektions-
1098 Amtsblatt des Saarlandes Teil I vom 23. April 2021

geschehens müssen daher Kontakte daher auf ein Mini- Im Rahmen der zugelassenen Dienstleistungen müssen
mum reduziert werden. Im Rahmen der Ausübung der sowohl das Personals als auch die Kundinnen und Kun-
Prostitution besteht aufgrund des engen Kontaktes zwi- den medizinische Masken tragen.
schen Personen unweigerlich ein erhöhtes Infektions-
risiko. In den genannten Betrieben oder Einrichtungen Absatz 5
besteht darüberhinausgehend auch deshalb eine erhöh- Freizeit- und Amateursportbetrieb und der Betrieb von
te Ansteckungsgefahr, weil dort eine größere Anzahl Tanzschulen ist in Form von kontaktfreiem Sport im
von Menschen regelmäßig in geschlossenen Räumen Außenbereich, auch auf Außensportanlagen, zulässig.
zusammenkommt und die Betriebskonzepte auf solche Abweichend hiervon ist kontaktfreier Sport im Innen-
Zusammenkünfte angelegt sind. bereich sowie Kontaktsport im Außenbereich zulässig,
sofern alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer einen
Absatz 3 negativen SARS-CoV-2-Test nach Maßgabe des § 5a
Das Betreten von Ladengeschäften des Einzelhandels vorlegen können. Die Mitglieder eines Haushaltes sind
sowie die Öffnung von Ladenlokalen, deren Betreten von der Testpflicht befreit, wenn sie nicht über den
zur Entgegennahme einer Dienst- oder Werkleistung eigenen Haushalt hinaus die Innensportanlage nutzen
erforderlich ist, ist nur nach Maßgabe eines negativen oder den Kontaktsport auf der Außenanlage ausüben.
SARS-CoV-2-Tests nach Maßgabe des § 5a gestattet. Bei größeren Anlagen können auch Gruppen haushalts-
Von der Testpflicht ausgenommen sind Einrichtungen fremder Personen die Außenanlagen zeitgleich nutzen,
gemäß den Ziffern 1 bis 16. Damit ist die notwendige allerdings muss ein deutlicher großer Abstand zwi-
Versorgung weiterhin sichergestellt. schen den Gruppen bestehen.
Rehasport wird als Bestandteil des Freizeit- und Ama-
In § 7 Abs. 3 Nr. 1 bis 16 werden unter Abwägung der
teursportbereichs angesehen. Als ärztlich verordne-
Sicherstellung der Versorgung einerseits und der be-
te Maßnahme für eine einzelne Person ist Rehasport
stehenden Infektionsrisiken andererseits Bereiche ge-
grundsätzlich unter Anleitung einer entsprechend aus-
nannt, für die – unter Beachtung der dort genannten
gebildeten Person zulässig. Eine entsprechend ausge-
Einschränkungen – keine Testverpflichtung angezeigt
bildete Person sind Heilmittelerbringer und Ausübende
ist, da sie wesentlich der Sicherstellung der Versorgung
der Gesundheitsfachberufe wie z. B. Physiotherapeuten
der Bevölkerung dienen.
und zertifizierte Rehasport-Trainer. Sofern die Leistung
Nr. 1 nennt u. a. den Lebensmittelhandel. Dabei ist ein dieser Personen in einem Fitnessstudio erbracht wird,
Lebensmittel ein für die menschliche Ernährung be- ist sie auch dort zulässig, wenn dabei die hygiene- und
stimmtes Erzeugnis. infektionsschutzrechtlichen Anforderungen beachtet
werden, insbesondere der Mindestabstand von 1,5 Me-
Nr. 2 nennt den Abhol- und Lieferservice. Dieser ist ter wo immer möglich eingehalten und der körperliche
erlaubt, da hier die Begegnungsdauer der Personen so Kontakt zwischen Therapeut und Patient auf das abso-
kurz ist, dass die Ansteckungsgefahr sehr gering ist. lut nötige Minimum beschränkt wird. Der Reha-Sport
Hierunter fallen auch sog. „click and collect“- bzw. kann nur zwischen Therapeut und Patient stattfinden.
„click and bring“-Dienste und andere Werks- und Weitere Patienten, insbesondere Reha-Sport-Gruppen,
Dienstleistungen. Unter diese Regelung fallen auch die sind nur bei Vorlage eines negativen SARS-CoV-2-
Autohäuser, wenn es um die Abholung und Zulassung Tests pro Person zulässig.
bestellter Kfz geht.
Zum kontaktlosen Sport gehören klassischerweise In-
Unter Nr. 16 karitative Einrichtungen fallen u. a. dividualsportarten wie zum Beispiel Laufen, Leicht-
Obdachlosenhilfe, Sozialkaufhäuser, Kältebusse und
­ athletik, Radfahren, Tennis, Golfen, Reiten und Hun-
Tafeln. desport, aber auch u.a. Mannschaftssportarten, wenn
diese in einer kontaktlosen Trainingsform angeboten
Wertstoffhöfe, Grüngutsammelstellen und Reise-­ werden. Eine Ausnahme hiervon besteht für Personen
Center der Bahn sind nicht untersagt und dürfen öffnen. des familiären Bezugskreises. Generell ist darauf zu
achten, dass die Hygiene- und Desinfektionsmaßnah-
In Discountern oder Supermärkten oder sonstigen men eingehalten werden, vor allem bei der gemeinsa-
­Ladengeschäften ist maßgebend für die Ausnahme des men Nutzung von Sport- und Trainingsgeräten wie bei-
Satzes 2, dass der Sortimentssteil nach den Nummern 1 spielsweise in der Leichtathletik.
bis 16 wesentlich überwiegt.
Bei der Durchführung des Freizeit- und Amateursport-
Inventarisierungen sind erlaubt; die Schließung gilt nur betriebs muss im Innenbereich der Mindestabstand ein-
für Kunden und Besucher. gehalten werden. Eine Ausnahme bildet der familiäre
Absatz 4 Bezugskreis. Zuschauer sind nicht zulässig.
Absatz 5a
Die Erbringung körpernaher Dienstleistungen ist nur
dann gestattet, wenn die Kundinnen und Kunden einen Unter den Berufssport fallen und gleichzusetzen sind
negativen SARS-CoV-2 -Test nach Maßgabe des § 5a. alle Kaderathletinnen und Kaderathleten (OK, PK,
vorlegen können. Satz 1 gilt nicht im Gesundheits- NK 1, NK 2, Landeskader und paralympischer Ka-
bereich bei der Erbringung medizinischer oder thera- der) sowie die 1. bis 3. Ligen in allen olympischen und
peutischer Leistungen, so beispielsweise bei logopädi- nicht-olympischen Sportarten, die vierte Liga im Män-
schen oder ergotherapeutischen Leistungen. nerfußball sowie alle nationalen und internationalen
Amtsblatt des Saarlandes Teil I vom 23. April 2021 1099

Sportveranstaltungen, an denen professionelle Sportle- zwangsläufig zu weiteren Sozialkontakten führe, in-


rinnen und Sportlern teilnehmen. dem Menschen sich, um zu den entsprechenden Ein-
richtungen zu gelangen, in der Öffentlichkeit bewegen
Der Wettkampf- und Trainingsbetrieb des Berufssports und dort etwa in öffentlichen Verkehrsmitteln aufein-
und von Sportlerinnen und Sportlern des Olympiaka- anderträfen.
ders, des Perspektiv-Kaders, der Nachwuchskader, des
paralympischen Kaders und des Landeskaders ist un- Spielplätze sind unter Beachtung des § 6 Absatz 1
eingeschränkt ohne Testerfordernis zulässig. Die Nut- Satz 1 hiervon ausgenommen sowie Zoos, Wildparks
zung muss in allen Fällen aus infektionsschutzrechtli- und Bibliotheken. Auch ausgenommen von Satz 1 sind
cher Sicht vertretbar sein. Zuschauer sind nicht erlaubt. Museen, Galerien und Gedenkstätten. Hier muss aber
eine vorgelagerte Terminbuchung durchgeführt und
Absatz 6 eine Kontaktnachverfolgung gewährleistet werden.
Institutionen und Einrichtungen soweit sie Freizeitge- Die Betriebsuntersagung für den Bereich des Freizeit-
staltung dienen, sind aufgrund des Infektionsgeschehens verhaltens schließt eine Kooperation von kulturellen
untersagt, da sich in diesen Betrieben ein besonderes Einrichtungen mit Schulen und Kindergärten nach den
Infektionsrisiko verwirklicht. Hierzu gehören Freizeit- dafür geltenden besonderen Hygieneschutzmaßnah-
messen, Freizeitparks, Anbieter von Freizeitaktivitäten men nicht aus.
(drinnen wie draußen, so z. B. Indoor-Spielplätze, Klet-
tergärten), Schwimm- und Spaßbäder, Saunen, Ther- Der professionelle Probe- und Übungsbetrieb ist zu-
men, Clubs und Diskotheken, Wettvermittlungsstel- lässig.
len, Fitnessstudios und ähnliche Einrichtungen. Diese
Maßnahmen sind dazu geeignet, die Kontakte auf ein Theater, Konzert- und Opernhäuser sowie Kinos kön-
Minimum zu reduzieren. Der Verordnungsgeber legt an nen unter der Bedingung der Vorlage eines negativen
dieser Stelle bewusst den Fokus auf das Merkmal der SARS-CoV-2-Tests für Besucherinnen und Besucher
Freizeitgestaltung. Denn eine Vielzahl von Aktivitäten, nach Maßgabe von § 5a wieder öffnen.
die eine Zusammenkunft von Personen befördern und Einrichtungen der Sozial- und Jugendhilfe sowie
nicht zwingend notwendig sind, sollten aufgrund des vergleichbare Einrichtungen und Angebote sind ins-
enormen Infektionsgeschehens reduziert bzw. vermie- besondere Einrichtungen der Gemeinwesenarbeit,
den werden. Die Frequenzreduzierung ist ein wesentli- Jugendzentren, Kinderhäuser, Beratungs- und Unter-
ches Instrument, um das sehr diffuse Infektionsgesche- stützungsangebote und Selbsthilfegruppen sowie Frü-
hen des SARS-CoV-2 Virus wieder unter Kontrolle zu he Hilfen. Es muss jeweils ein Hygieneplan vorliegen
bekommen. und umgesetzt sowie ein sozialpädagogisches Setting
Ziel der Maßnahmen ist es, den derzeit zu verzeich- angeboten werden. Die für die Umsetzung dieser Ver-
nenden exponentiellen Anstieg Infektionsgeschehens ordnung zuständigen Behörden sind hierüber zu infor-
auf eine wieder nachverfolgbare Größe zu senken, mieren. In diesen Einrichtungen findet eine wesentli-
um so eine Überforderung des Gesundheitssystems che (Sozial-)Beratungs- und Unterstützungsleistung
zu vermeiden. Insbesondere auch die Schließung von für Menschen in Notlagen oder zum präventiven Kin-
Fitnessstudios ist zur Erreichung dieses Ziels geeig- derschutz statt, die weiterhin – insbesondere in der der-
net, denn sie trägt zu der Kontaktreduzierung im Frei- zeitigen Lage – erforderlich ist.
zeitbereich bei. Bei der von gesteigerten körperlichen Auch ausgenommen von Satz 1 sind gemäß dem Be-
Anstrengung geprägten Art der sportlichen Betätigung schluss des Verfassungsgerichtshofes des Saarlandes
in geschlossenen Räumen ist regelmäßig der verstärk- vom 1. März 2021 Wettannahmestellen privater An-
te und weiterreichende Ausstoß von möglicherweise bieter. Die Räumlichkeiten dürfen nur zur Abwicklung
infektiösen Aerosolen konkret zu befürchten. Die be- des Wettgeschäfts betreten werden, wenn der Nachweis
stehenden Hygienekonzepte ändern nichts daran, dass eines negativen SARS-CoV-2-Tests nach Maßgabe des
in Fitnessstudios typischerweise eine größere Anzahl § 5a geführt wird. Eine erneute Bedienung einer Kun-
wechselnder Personen in geschlossenen Räumen zu- din oder eines Kunden darf frühestens zwei Stunden
sammenkommen. Auch für sonstige Institutionen und nach bereits erfolgter Bedienung stattfinden.
Einrichtungen, die der Freizeitgestaltung dienen, er-
geben sich mildere, gleichermaßen geeignete Mittel Abweichend von Satz 1 sind von der Schließung für
zur Eindämmung des Infektionsgeschehens nicht aus kontaktfreien Sport Fitnessstudios und vergleichbare
bloßen Beschränkungen deren Betriebs, etwa auf der Sporteinrichtungen im Außenbereich ausgenommen,
Grundlage von Hygienekonzepten und deren behörd- sofern die notwendigen Hygienemaßnahmen nach § 5
licher Durchsetzung. Es ist angesichts der derzeitigen eingehalten und Kontakte zwischen Kunden vermie-
Infektionsdynamik nicht davon auszugehen, dass diese den werden. Abweichend von Satz 1 können kontakt-
Konzepte infektionsschutzrechtlich eine vergleichbare freie Trainings im Innenbereich von Sportstätten wie
Effektivität aufweisen wie Betriebsschließungen. Dies Fitnessstudios oder vergleichbaren Sporteinrichtungen
gilt umso mehr, als gerade im Bereich der Freizeit- unter Beachtung der Hygienemaßnahmen nach § 5
gestaltung Abstands- und Hygieneregeln nur schwer durchgeführt werden, wenn der Nachweis eines nega-
einzuhalten und durchzusetzen sind. Unabhängig von tiven SARS-CoV-2 -Test nach Maßgabe des § 5a vom
der konkreten Ausgestaltung des Betriebs ist zudem gleichen Tag geführt wird,
zu berücksichtigen, dass auch die Öffnung von Sport- Bei den Einzelterminen sind die notwendigen Hygiene-
und Freizeiteinrichtungen für den Publikumsverkehr maßnahmen einzuhalten und Kundenbegegnungen zu
1100 Amtsblatt des Saarlandes Teil I vom 23. April 2021

vermeiden. Rehasport-Leistungen sind unter den Vor- diffuses Infektionsgeschehen (ca. 75 Prozent der Infek-
aussetzungen des Absatz 5 zulässig. tionen sind nicht nachvollziehbar) – welches insbeson-
dere durch Reisen befördert werden kann- in den Griff
Geeignete, kontaktfreie Angebote zur kulturellen Be- zu bekommen. Sogenannte Dauercamper sind von der
tätigung im Außenbereich durch darauf ausgerichtete Regelung nicht betroffen, insbesondere, wenn sie einen
Einrichtungen sind zulässig, wobei dabei die Nutzung Zweitwohnsitz angemeldet haben; sie wohnen weitest-
von Blasinstrumenten und die Ausübung von Ge- gehend stationär, so dass eine Nachverfolgbarkeit ge-
sang nicht zulässig sind. Die Gefahr von Infektionen währleistet werden kann.
ist durch die kontaktfreie Durchführung im Außen­
bereich minimiert. Derartige Angebote sind ebenso wie Absatz 8
die Sportangebote u.a. auch für das Kindeswohl von
Betreibern von Verkaufsstellen im Sinne des Saarlän-
großer Relevanz. Durch die Regelung wird zum einen
dischen Ladenöffnungsgesetzes wird der Verkauf und
die Durchführung bereits etablierte Freiluftangebote
die Abgabe und Gastronomiebetrieben die Abgabe und
beispielsweise im Deutsch-Französischen Garten, im
Lieferung von alkoholhaltigen Getränken in der Zeit
Rahmen des „Urwald vor den Toren der Stadt“, oder
von 22.00 Uhr bis 6.00 Uhr untersagt. Hierdurch soll
Ähnliches in einem kleinen Rahmen wieder möglich,
vermieden werden, dass – unter der enthemmenden
zum anderen aber auch die – teilweise schon im letzten
Wirkung des Konsums alkoholhaltiger Getränke – grö-
Jahr erprobte – Umstellung von bisher im Innenbereich
ßere Gruppen gegebenenfalls auch spontan zusammen-
bestehenden Angeboten auf einen geeigneten Rahmen
finden, gemeinsam Alkohol konsumieren und dadurch
im Außenbereich. Durch den entsprechenden Verweis
das Risiko einer Infektion mit dem SARS-CoV-2 Virus
in § 10 der Verordnung zum Schulbetrieb und zum
erhöht wird. Denn es steht zu befürchten, dass durch
Betrieb sonstiger Bildungseinrichtungen sowie zum
den Kauf und den damit verbundenen Konsum von
Betrieb von Kindertageseinrichtungen während der
Alkohol zu späterer Stunde eine Zusammenkunft einer
Corona-Pandemie sind geeignete Angebote auch durch
größeren Personenzahl insbesondere im öffentliche
die dort genannten künstlerischen Schulen ausdrück-
Raum wie bspw. in Parks befördert wird und sich damit
lich zulässig.
das Ansteckungsrisiko mit dem SARS-CoV-2 Virus er-
Die Aus- und Fortbildung von Rettungsschwimmern ist höht.
als berufliche Maßnahme nach §  7 I S. 3 VO Schule Absatz 9
(Art. 3) zulässig. Auch bei ehrenamtlichen Rettungs-
schwimmern ist eine Nähe zum Berufsrettungsschwim- Die Ortspolizeibehörden werden ermächtigt, auf be-
mer gegeben, sodass auch dies weiterhin zulässig ist. lebten Plätzen und Straßen den Verzehr von alkoholi-
Die speziellen Vorgaben des § 7 IV VO-CP finden hin- schen Getränken zu untersagen. Das Ziel ist es, größere
gegen keine Anwendung. Denn es handelt sich beim Menschenansammlungen zu vermeiden und damit das
Training und der Ausbildung von Rettungsschwim- Infektionsrisiko zu senken und um die Krankenhäuser
mern weder um Freizeitsport, noch um Berufssport. zu entlasten. Der Mindestabstand und weitere Rege-
Vielmehr geht es um die Schulung von Personen, zum lungen könnten in dieser berauschten Situation höchst-
Erkennen und Handeln bei Unfällen im Wasser. Damit wahrscheinlich nicht immer eingehalten und befolgt
erfüllen diese Personen eine sehr wichtige Aufgabe werden, so dass das Infektionsrisiko deutlich ansteigen
zum Schutz der Gesellschaft. Zu diesem Zweck dür- würde.
fen auch die ansonsten geschlossenen Bäder geöffnet
werden. Nur so ist gesichert, dass diese Personen auch Absatz 10
bei der späteren Öffnung von Bädern und Seen für die Die zuständige Ortspolizeibehörde kann in atypischen
Allgemeinheit Ihrem Rettungs- und Schutzauftrag an- Einzelfällen auf Antrag Ausnahmegenehmigungen er-
gemessen nachkommen können. teilen, soweit dies aus Sicht des Infektionsschutzes un-
Spielhallen und Spielbanken sind von der Schließung bedenklich ist und der Zweck dieser Verordnung ge-
ausgenommen, wenn die Besucherinnen und Besucher wahrt wird. Die Ausnahmegenehmigung kann zeitlich
einen negativen SARS-CoV-2-Test nach Maßgabe des befristet werden. Insbesondere können im Einzelfall
§ 5a vorlegen. karitative Einrichtungen unter Einhaltung der Hygiene­
regelungen zugelassen werden, wenn diese zur Versor-
Absatz 7 gung von Menschen notwendig sind.
Auf private Reisen und Besuche soll verzichtet werden. Zu § 8
Das gilt auch im Inland und für überregionale tages- (Einrichtungen für Menschen mit Behinderungen)
touristische Ausflüge. Übernachtungsangebote im In- Den Menschen mit Behinderungen soll es ermöglicht
land werden nur noch für notwendige und ausdrück- werden, Einrichtungen wie die Werkstatt für Menschen
lich nicht touristische Zwecke zur Verfügung gestellt mit Behinderung, Tagesförderstätten oder Tageszentren
um somit das Infektionsgeschehen wieder durch eine zu besuchen.
vollumfassende Kontaktnachverfolgung wieder regio-
nal begrenzen und beherrschen zu können. Die Durch- Um die Gefährdung von Menschen mit Behinderung
führung von touristischen Reisebusreisen, Schiffs- gering zu halten müssen für jede Einrichtung Infekti-
reisen oder ähnlichen Angeboten ist auch unzulässig. onsschutz-, Hygiene- und Reinigungskonzepte vorge-
Aktuell stehen die Gesundheitsbehörden bereits vor halten werden. Sollte ein Fahrdienst angeboten werden,
großen Schwierigkeiten, die Kontaktpersonennachfol- ist das Konzept hierauf auszuweiten. Das vom Minis-
ge sicherzustellen. Ziel ist es insbesondere auch, ein terium für Soziales, Gesundheit und Familie erstellte
Amtsblatt des Saarlandes Teil I vom 23. April 2021 1101

„Handlungskonzept des Saarlandes zum Infektions- hin müssen die Richtlinien das aktuell. Infektionsge-
schutz und zum gleichzeitigen Schutz vulnerabler Grup- schehen berücksichtigen. Dies ermöglicht eine flexible
pen im Bereich der Eingliederungshilfe im Rahmen der Anpassung an Veränderungen im Infektionsgeschehen,
Corona-Pandemiemaßnahmen“ ist zu beachten. Im Üb- insbesondere bei lokalen Ereignissen.
rigen gelten die Empfehlungen der Bundesregierung
zum Arbeitsschutz in Zeiten der Corona-Pandemie Die Krankenhäuser und Rehabilitationseinrichtungen
„Arbeitsschutzstandard SARS-CoV-2“ sowie die Maß- haben ein schriftliches Testkonzept zu erstellen und
gaben der „SARS-CoV-2-Arbeitsschutzverordnung – fortlaufend zu aktualisieren. Dabei haben sie die Vor-
(Corona-ArbSchV)“ in der jeweils gültigen Fassung. gaben der jeweils gültigen Nationalen Teststrategie
Die Maßgaben zur Kontaktnachverfolgung im Saarlän- SARS-CoV-2 und die Vorgaben der saarländischen
dischen COVID-19-Maßnahmengesetz vom 22. Januar Teststrategie sowie die jeweils aktuellen Hinweise des
2021 (Amtsbl. I S. 220) und zum Mindestabstand sind RKI zur Testung von Patienten auf Infektionen mit dem
zu beachten. Im Übrigen wird auf die Regelungen für neuartigen Coronavirus SARS-CoV-2 zu beachten.
den Bereich der Eingliederungshilfe in § 9 verwiesen. Einrichtungen nach § 23 Abs. 3 Nr. 1 und 3 bis 7 IfSG,
Zu § 8a ausgenommen Hospize, dürfen nicht für Zwecke des
(Einrichtungen der Sozial- und Jugendhilfe sowie Besuchs von Patientinnen und Patienten betreten wer-
vergleichbare soziale Einrichtungen und Angebote) den.

Einrichtungen der Sozial- und Jugendhilfe sowie Ausgenommen von dieser Einschränkung des Besuchs-
vergleichbare Einrichtungen und Angebote sind ins- rechts sind:
besondere Einrichtungen der Gemeinwesenarbeit, — Fachkrankenhäuser und – Fachabteilungen für
Jugendzentren, Kinderhäuser, Beratungs- und Unter- Psychiatrie und Psychotherapie, Gerontopsychia-
stützungsangebote und Selbsthilfegruppen sowie Frü- trie der Kinder- und Jugendlichenpsychiatrie und
he Hilfen. Es muss jeweils ein Hygieneplan vorliegen –psychotherapieund in Palliativstationen und -be-
und umgesetzt sowie ein sozialpädagogisches Setting reichen. In diesen Einrichtungen legen die behan-
angeboten werden. Die für die Umsetzung dieser Ver- delnden Ärztinnen und Ärzte in Absprache mit den
ordnung zuständigen Behörden sind hierüber zu infor- Patientinnen und Patienten und den Angehörigen
mieren. In diesen Einrichtungen findet eine wesentli- die Besuchsmöglichkeiten fest.
che (Sozial-)Beratungs- und Unterstützungsleistung
für Menschen in Notlagen oder zum präventiven Kin- — Eltern, die ihr minderjähriges Kind besuchen. Die
derschutz statt, die weiterhin – insbesondere in der der- Besuchsmöglichkeiten sind in Absprache mit den
zeitigen Lage – erforderlich ist. §  8 Satz  1 bis 4 gilt behandelnden Ärztinnen und Ärzten festzulegen.
entsprechend den spezifischen Anforderungen der So- — die Ehegattin oder der Ehegatte, die Lebenspart-
zial- und Jugendhilfe. nerin oder der Lebenspartner, die Verlobte oder
Zu § 9 der Verlobte, sonstige nahe Angehörige oder na-
(Einrichtungen zur Pflege, Vorsorge- und Rehabili- hestehende Personen. Diesen sind bei schwersten
tationseinrichtungen, Krankenhäuser und weiterer Erkrankungen medizinisch oder ethisch-sozial an-
Leistungsbereiche) gezeigte Besuche, insbesondere bei Geburten oder
bei Personen im Sterbeprozess zu gestatten. Die
Absätze 1 bis 3 Begleitung Sterbender muss jederzeit gewährleis-
tet sein. Weiter ist bei Aufklärungsgesprächen und
Menschen, die in Einrichtungen der teilstationären vor risikobehafteten Eingriffen und Behandlungen
Tages- und Nachtpflege untergebracht sind oder Be- eine Begleitung durch den vorgenannten Personen-
treuungsgruppen besuchen, benötigen den besonderen kreis zu gestatten sind. Die Einschätzung erfolgt
Schutz, da sie oftmals an chronischen Erkrankungen unter Einbindung der Patientinnen und Patienten
leiden und altersbedingt zu den Risikogruppen gehören. sowie deren Angehörigen durch die behandelnden
Gleiches gilt für Patienten und Mitarbeiter in Kranken- Ärztinnen oder Ärzte.
häusern, Vorsorge- und Reha-Einrichtungen. Kranken-
häuser, Vorsorge- und Reha-Einrichtungen müssen für — Seelsorgerinnen und Seelsorger und rechtliche Be-
ihren Betrieb weitere Maßnahmen zur Gewährleistung treuerinnen und Betreuer, soweit ein persönlicher
des Schutzes ihrer Patienten und Mitarbeiter treffen. Kontakt zur Erfüllung der ihnen übertragenen Auf-
gaben nach § 1896 des Bürgerlichen Gesetzbuchs
Andererseits ist das Bedürfnis der Bewohner nach di- erforderlich ist; Bevollmächtigte werden rechtli-
rektem Kontakt zu ihren Angehörigen zu berücksich- chen Betreuerinnen und Betreuern gleichgestellt,
tigen. Daher sollen Besuche nunmehr wieder zulässig die jeweils in dieser Funktion die Einrichtung auf-
sein, allerdings im Rahmen von Besuchskonzepten. suchen.
Hierbei wird das Ministerium für Soziales, Gesund-
heit, Frauen und Familie ermächtigt, Richtlinien zu er- Ein Besuch ist nur bei negativem durch das Kran-
lassen, die mindestens Vorgaben zur Anzahl und Dauer kenhaus oder die Rehabilitationseinrichtung durch-
der Besuche sowie Schutzmaßnahmen enthalten. Das geführtem Antigentest möglich. Für den Besuch sind
Besuchskonzept muss mindestens einen täglichen Be- geeignete Schutzmaßnahmen einzuhalten und eine
such von zwei Besucherinnen oder Besuchern aus zwei Hygieneunterweisung regelmäßig durchzuführen. Eine
Hausständen ermöglichen. Weitergehende Bestimmun- vollständige Isolation der Patientinnen und Patienten
gen zum Schutz der Bewohner sind möglich. Weiter- ist zu verhindern. Die Besuchszeiten sind so einzurich-
1102 Amtsblatt des Saarlandes Teil I vom 23. April 2021

ten, dass ein Besuch auch berufstätigen Angehörigen ersten Einrichtung mittels PoC-Antigentest auf das Vor-
ermöglicht wird. liegen einer Erkrankung mit dem Coronavirus SARS-
COV-2 getestet. Gleiches gilt für Fußpflegerinnen und
Betriebskantinen können unter Einhaltung der Vor- Fußpfleger als auch für Friseurinnen und Friseure. Das
gaben nach § 5 für Beschäftigte der Krankenhäuser,
Ergebnis ist der Person schriftlich zu bestätigen. Die
Vorsorge- und Rehabilitationseinrichtungen. geöff-
schriftliche Bestätigung dient an diesem Tag zur Vorla-
net werden, wenn die Arbeitsabläufe im Betrieb eine
Schließung nicht zulassen, insbesondere wenn der Ver- ge bei Besuch weiterer Einrichtungen zur Vermeidung
zehr mitnahmefähiger Speisen und Getränke an ande- einer erneuten Testung am gleichen Tag.
rer Stelle nicht zumutbar ist, was in solchen Einrich- Für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Rettungs-
tungen regelmäßig anzunehmen ist. Eine gemeinsame dienstes des Zweckverbands für Rettungsdienst und
Mittagspause in einem engen Stationszimmer oder Feuerwehralarmierung Saar (ZRF), die die genannten
ähnliches sollte unter infektionsschutzrechtlicher Be- Einrichtungen aufsuchen, wird in Abweichung der Vor-
trachtung vermieden werden. gaben zur täglichen Testung, eine PoC-Testung der Mit-
Absatz 4: arbeiter von dreimal wöchentlich vorgegeben, wenn sie
in Vollschutz ihrer persönlichen Schutzausrichtung die
Von den Betretungsverboten der Absätze 1 bis 3 sind Einrichtungen betreten. Die Mitarbeiterinnen und Mit-
Betretungen zum Zweck der Rechtspflege und der so- arbeiter haben einen entsprechenden Nachweis mit sich
zialleistungsrechtlichen Bedarfsermittlung durch So- zu führen.
zialleistungsträger ausgenommen.
Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Rettungs-
Absatz 5 dienstes arbeiten bei der Erledigung ihrer Aufgaben auf
In Einrichtungen nach § 1a des Saarländischen Wohn-, der Grundlage eines dezidierten Hygienekonzeptes des
Betreuungs- und Pflegequalitätsgesetzes vom 6. Mai ZRF. Dieses Hygienekonzept legt insbesondere fest in
2009 (Amtsbl. S. 906), zuletzt geändert durch Artikel 2 welchen Situationen die Rettungsdienstmitarbeiter
des Gesetzes vom 22. August 2018 (Amtsbl. I S. 674) in voller persönlicher Schutzausrüstung (PSA) Ihren
sind alle Bewohnerinnen und Bewohner mittels PoC- Dienst zu verrichten haben. Dort wird auch geregelt,
Antigen-Test zweimal wöchentlich auf das Vorliegen wie die Desinfektion des Rettungsmittels zu erfolgen
einer Erkrankung mit dem Coronavirus SARS-CoV-2 hat. Auch eine genaue Vorgabe zur Handhabung von
zu testen, mit Ausnahme bei Bewohnerinnen und Be- Antigen-Schnelltests hat der ZRF für seine Mitarbei-
wohnern, wenn gesundheitliche Einschränkungen dem terinnen und Mitarbeiter erstellt. Zudem sind mit täg-
entgegenstehen. Ebenfalls zweimal wöchentlich sind lich steigender Impfquote der Rettungsdienstmitarbei-
alle im Dienst befindlichen Beschäftigten einschließ- ter diese grundsätzlich nicht vergleichbar mit einem
lich aller Ehrenamtlichen und Leiharbeitnehmer in be- Besucher in einer Einrichtung und stellen bei kurzem
sonderen Wohnformen für Menschen mit Behinderung Kontakt zu nur einem einzelnen Bewohner eines Alten-
gemäß dem Neunten Buch Sozialgesetzbuch zu testen. und Pflegeheimes ein deutlich niedrigeres Infektions-
risiko dar, als die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der
In Einrichtungen für volljährige Menschen mit Pflege- Altenheime mit langem Kontakt zu einer Vielzahl von
und Unterstützungsbedarf sind alle im Dienst befind­ Bewohnerinnen und Bewohnern. Des Weiteren müssen
lichen Beschäftigten einschließlich aller Ehrenamtli- die Rettungsdienstmitarbeiterinnen und –mitarbeiter in
chen und Leiharbeiternehmer mindestens dreimal pro der jeweiligen Notsituation dringend in die jeweilige
Woche zu testen. Einrichtung, so dass ein Abwarten auf einen Schnell-
Von den Testpflichten nach Satz 1 und Satz 2 ist befreit, test nicht immer möglich sein wird. Eine dreimal wö-
wer den Nachweis über das Nichtvorliegen einer Infek- chentliche Testung gibt eine hohe Sicherheit, dass eine
tion mit dem SARS-CoV-2-Virus führt, sofern die dem Infektion innerhalb der Inkubationszeit erkannt wird.
Nachweis zugrunde liegende Abstrichentnahme nicht Seitdem das Hygienekonzept des Rettungsdienstes in
länger als 24 Stunden zurückliegt. Kraft ist, gab es bei diesem noch keinen Ausbruch.
Alle Besucherinnen und Besucher, die die in Satz 1 und Beschäftigte im Bereich der Pflege, der Eingliederungs-
Satz 2 genannten Einrichtungen ist der Zutritt nur ge- hilfe sowie der Kinder- und Jugendhilfe erhalten einen
gen Vorlage eines Nachweises über das Nichtvorliegen Anspruch auf Durchführung eines PCR-Tests in dem
einer Infektion mit dem SARS-CoV2-Virus zu gestat- saarländischen Testzentrum nach Beendigung einer be-
ten. Als Nachweis gilt ein ärztliches Zeugnis oder ein hördlich angeordneten Absonderung oder Quarantäne.
Testergebnis nach Maßgabe des § 5a Absatz 1 über das Absatz 6
Nichtvorliegen einer Infektion mit dem SARS-CoV-2-­
Virus in schriftlicher oder elektronischer Form. Die Regelung stellt einheitlich klar, dass Justiz- und
Polizeibedienstete, die aus dienstlichen Gründen die
Im Falle der Testung innerhalb der Einrichtung ist den in dieser Vorschrift benannten Einrichtungen betreten
Mitarbeitern und den Besuchern das Ergebnis nach
müssen, dann nicht vor Ort durch die Einrichtung auf
Maßgabe des § 5a zu bestätigen.
das Nichtvorliegen einer SARS-CoV-2-Infektion ge-
Personen, die zum Zwecke der Rechtspflege, der Seel- testet werden müssen, wenn sie bereits innerhalb der
sorge oder aus medizinischen oder therapeutischen letzten 24 Stunden auf Veranlassung des Dienstherrn
Gründen an einem Tag mehrere Einrichtungen in ihrer negativ getestet wurden und dies durch den Dienstherrn
jeweiligen Funktion besuchen, werden bei Betreten der bescheinigt ist. Wird in Ermangelung einer Bescheini-
Amtsblatt des Saarlandes Teil I vom 23. April 2021 1103

gung vor Ort durch die Einrichtung getestet, wird das des Saarlandes, der Hochschule der Bildenden Künste
Ergebnis schriftlich durch die Einrichtung bescheinigt Saar und der Hochschule für Musik Saar in Präsenz-
und kann in dem Fall, dass am selben Tag mehrere Ein- form ist untersagt. Ausgenommen sind insbesondere
richtungen aufgesucht werden, dort als Nachweis eines Labortätigkeiten, Praktika, praktischen und künstleri-
negativen Testergebnisses vorgelegt werden. Einer schen Ausbildungstätigkeiten und Prüfungen. Nähere
weiteren Testung bedarf es dann nicht. In jedem Fall ist Bestimmungen zur Anpassung von Lehre, Studium
in medizinischen Notfällen zur Abwendung einer Ge- und Prüfungen können von der für die jeweilige Hoch-
fahr für Leib und Leben der begleiteten Person (etwa schule zuständigen Aufsichtsbehörde erlassen werden.
Gefangene, in Gewahrsam genommene oder unterzu- Die in Absatz 1Satz 2 genannten Tätigkeiten sind keine
bringende Personen) zunächst auch ohne Testung der Präsenzveranstaltungen im Sinne des Infektionsschutz-
Zutritt zu gestatten. gesetzes.
Absatz 7
Absatz 4
Alle Beschäftigten, einschließlich aller Ehrenamtlichen
und Leiharbeitnehmer nach Absatz 5 Satz 1 und Satz 2 Der Betrieb der privaten Hochschulen im Saarland
müssen beim Kontakt mit den Bewohnerinnen und Be- wird dem Betrieb der staatlichen Hochschulen durch
wohnern eine Maske mindestens des Standards FFP2 Verweis auf Absatz 1 gleichgestellt.
tragen. Dies ist insbesondere dann erforderlich, wenn
wie bei der direkten Pflege und ähnlichen Aktivitäten Absatz 5
der Mindestabstand zu den Bewohnerinnen und Be-
wohnern nicht eingehalten werden kann. Eine Masken- Die Regelung dient der Klarstellung, dass der staat­
tragung ist nicht erforderlich, wenn die Personen nur liche Ausbildungs-, Fortbildungs- und Prüfungsbetrieb
einen beiläufigen Kontakt mit großem Abstand haben von den Regelungen dieser Verordnung nicht erfasst
oder die Dauer des Kontakts, bei Einhaltung des Min- ist und von den jeweiligen (obersten) Aufsichts-, Aus-
destabstandes, nur kurzzeitig ist. bildungs- bzw. Prüfungsbehörden – selbstredend unter
Beachtung der Anforderungen des Infektionsschut-
Das Tragen hochwertiger FFP2-Masken beim Kontakt
mit Bewohnerinnen und Bewohnern in Einrichtungen zes – selbstständig organisiert und reguliert wird. Der
zur Pflege bietet ein probates Mittel zur Reduzierung Begriff „Ausbildungsgänge“ umfasst dabei sämtliche
von Ansteckungen. Masken jeder Kategorie mit einem Formen der staatlichen Berufsausbildung unabhängig
Ausatemventil sind nicht zulässige Masken im Sinne von der rechtlichen Ausgestaltung des Ausbildungsver-
dieser Verordnung, da sie Aerosol des Tragenden aus- hältnisses, also insbesondere Vorbereitungsdienste der
stoßen und damit ein Infektionsrisiko für das Gegen- Beamtenanwärter und Referendare sowie die Berufs-
über besteht, wenn dieser seine Maske nicht korrekt ausbildung staatlicher Stellen in privatrechtlichen Aus-
oder nur eine medizinische Maske der Norm EN 14683 bildungsverhältnissen.
trägt.
Zu § 11
Allgemein gilt, dass nicht die reine Erfüllung der ent- (Straftaten und Ordnungswidrigkeiten)
sprechenden Norm ausreichend ist; erforderlich ist,
dass es sich tatsächlich um ein Medizinprodukt bzw. Definiert die Zuwiderhandlungen gegen die Vorschrif-
Persönliche Schutzausrüstung (PSA) mit Nachweis des ten als Ordnungswidrigkeiten, soweit sich die entspre-
dazugehörigen EU-Konformitätsverfahrens handeln chenden Regelungen auf § 32 Absatz 1 i. V. m. § 28
muss. Absatz 1 Satz 1 IfSG stützen. Die Ahndungshöhe be-
Bei FFP-Masken handelt es sich um partikelfilternde stimmt sich nach einem gesondert erstellten Bußgeld-
Halbmasken zum Fremd- und Eigenschutz. Wie auch katalog, um eine landeseinheitliche Verfahrensweise
medizinische Gesichtsmasken müssen FFP-Masken sicherzustellen.
hohe Anforderungen von Gesetzen und technischen
Normen einhalten. Dabei wird insbesondere die hohe Verstöße gegen die Verpflichtung, eine Mund-Nasen-
Filterleistung des Maskenmaterials anhand der euro- Bedeckung zu tragen, werden generell mit Bußgeld be-
päischen Norm EN 149 getestet. Sie müssen in einem droht. Bislang stellte lediglich das Versäumnis der Ver-
Konformitätsverfahren eine Baumusterprüfung nach antwortlichen oder Betreiber eine Ordnungswidrigkeit
der Verordnung über persönliche Schutzausrüstung dar, die mit einer Geldbuße bis zu 500,00 Euro geahn-
durchlaufen. Bei FFP2-Masken handelt es sich um det werden konnte.
komplexe Produkte, die einen hohen Sicherheitsstan-
dard garantieren. Beispielsweise müssen FFP2-Masken Die steigenden Infektionszahlen, die auch durch die
mindestens 94 % der Testaerosole filtern. Sie bieten da- zunehmende Leichtfertigkeit im Umgang mit zwingen-
her nachweislich einen deutlich wirksameren Schutz in den Hygieneregeln verursacht sind, bedingen eine an-
Pandemiezeiten als einfache Alltagsmasken oder medi- gemessene Reaktion des Verordnungsgebers.
zinische Gesichtsmasken.
Die generalpräventiven Effekte der individuellen Sank-
Zu § 10 tionsandrohung, die alle in § 2 geregelten Fallgruppen
(Staatliche Hochschulen) betrifft, sollte ein Umdenken bewirken, so dass mit
einem verminderten Anstieg der Infektionszahlen zu
Absatz 1 bis 3
rechnen sein dürfte. Hinzu tritt die nicht zu unterschät-
Der Studien- und Lehrbetrieb der Universität des Saar- zende Vorbildwirkung des Tragens von Masken in der
landes, der Hochschule für Technik und Wirtschaft Öffentlichkeit.
1104 Amtsblatt des Saarlandes Teil I vom 23. April 2021

Zu § 12 räumlich begrenzte Bewegungseinschränkungen ver-


(Zuständige Behörden) hältnismäßig und notwendig.
Zuständig für die Ausführung und Durchsetzung die- Die in den Landkreisen oder dem Regionalverband
ser Verordnung, des § 28b des Infektionsschutzgeset- Saarbrücken auftretenden Inzidenzen werden zur Be-
zes und von Rechtsverordnungen auf der Grundlage stimmung des nach Absatz 1 Satz 1 maßgeblichen
des § 28b Absatz 6 sowie des § 28c des Infektions- Schwellenwertes täglich von den Gesundheitsämtern
schutzgesetzes sind die Ortspolizeibehörden und unbe- an das Ministerium für Soziales, Gesundheit, Frauen
schadet von § 1 der Verordnung über Zuständigkeiten und Familie gemeldet.
nach dem Infektionsschutzgesetz vom 12. September
2016 (Amtsbl. I S. 856), zuletzt geändert durch die Das Ministerium für Soziales, Gesundheit, Frauen und
Verordnung vom 22. April 2021 (Amtsbl. I S. 1050), Familie stellt die Überschreitung des Grenzwertes nach
ergänzend die Vollzugspolizei; dies umfasst auch die Absatz 1 Satz 1 fest und macht dies im Amtsblatt des
Kontrolle der Einhaltung der Vorschriften dieser Ver- Saarlandes bekannt. Die Einschränkung nach Absatz 1
ordnung, der Vorschriften des § 28b des Infektions- Satz 1 tritt am Tag nach der Bekanntmachung in Kraft.
schutzgesetzes und der Vorschriften von Rechtsverord-
nungen auf der Grundlage des § 28b Absatz 6 sowie Das Ministerium für Soziales, Gesundheit, Frauen und
des § 28c des Infektionsschutzgesetzes. Zuständige Familie kann von der Feststellung und Bekanntma-
Verwaltungsbehörden für die Verfolgung und Ahndung chung mit den Folgen des Absatzes 1 absehen, wenn
von Ordnungswidrigkeiten nach dieser Verordnung die Überschreitung der oben genannten Sieben-Tages-
sind die Gemeindeverbände. Die Ortspolizeibehörden Inzidenz auf einem lokalisierten und klar eingrenz-
und die Vollzugspolizei werden ermächtigt, bei Verstö- baren Infektionsgeschehen, insbesondere in einzelnen
ßen gegen die bußgeldbewehrten Vorschriften des § 2 Betreuungs- oder Pflegeeinrichtungen, Gemeinschafts-
Absatz 2 Verwarnungen zu erteilen und Verwarnungs- unterkünften oder Betrieben, beruht, die Infektions-
gelder in Höhe von 50 Euro zu erheben. ketten bekannt sind und weitergehende Beschrän-
kungen für den Landkreis oder den Regionalverband
Die Vollzugspolizei leistet Amts- und Vollzugshilfe; Saarbrücken oder deren Teilgebiete aus Gründen des
die polizeilichen Gefahrenabwehraufgaben nach dem Infektionsschutzes nicht geboten sind. Damit soll ver-
Saarländischen Polizeigesetz bleiben unberührt und hältnismäßig auf klar abgrenzbare Infektionsgeschehen
bestehen weiterhin fort. reagiert werden können.
Zu § 13 Wird der Grenzwert von 200 Neuinfektionen pro
(Einschränkung des Bewegungsradius) 100 000 Einwohner für einen Zeitraum von fünf auf-
Übersteigt die Anzahl der Neuinfektionen mit dem einanderfolgenden Tagen unterschritten, stellt das Mi-
SARS-CoV-2-Virus innerhalb eines Zeitraums von sie- nisterium für Soziales, Gesundheit, Frauen und Familie
ben Tagen pro 100 000 Einwohner in einem Landkreis dies fest und macht es wie zuvor im Amtsblatt bekannt.
oder im Regionalverband Saarbrücken an drei auf- Die Einschränkung nach Absatz 1 Satz 1 tritt am Tag
einanderfolgenden Tagen den Wert von 200 (Sieben-­ nach der Bekanntmachung außer Kraft.
Tages-Inzidenz), ist es in dem jeweiligen Landkreis Zu § 13a
oder dem Regionalverband den Einwohnerinnen und (Geltungsvorrang des Bundesrechts)
Einwohnern untersagt, sich aus einem Umkreis von
mehr als 15 Kilometern der Wohnanschrift oder der Die Regelungen nach dieser Verordnung gelten vorbe-
der Anschrift des gewöhnlichen Aufenthaltes für tages- haltlich der vorrangigen Geltung des § 28b des Infek-
touristische Ausflüge hinauszubegeben. Wohnanschrift tionsschutzgesetzes und von Rechtsverordnungen der
oder Anschrift des gewöhnlichen Aufenthaltes bedeutet Bundesregierung auf der Grundlage des dortigen Ab-
die tatsächliche Adresse, nicht nur die Kommune als satzes 6 sowie des § 28c des Infektionsschutzgesetzes.
solche. Tagestouristische Ausflüge sind aufgrund der
hohen Infektionsgefahr aufgrund des Zusammentref- Nach den allgemeinen verfassungsrechtlichen Normen
fens vieler Tagestouristen an bestimmten Orten unter- bedeutet dies: Bundesrecht bricht Landesrecht und geht
sagt, um eine exponentielle Weitertragung des Virus diesem vor.
und eine sprunghafte Steigerung der Infektionszahlen
während einer hohen Inzidenzrate zu vermeiden. Zu 14
(Inkrafttreten, Außerkrafttreten)
Ohne Einschränkung des Bewegungsradius bei einer
solch hohen Inzidenz wäre eine wirksame Eindäm- Diese Verordnung tritt am 24. April 2021 in Kraft und
mung der Verbreitung des SARS-CoV-2-Virus und ins- mit Ablauf des 7. Mai 2021 außer Kraft; gleichzeitig
besondere der neuen Mutationen, die eine höhere In- tritt die bisherige Verordnung zur Bekämpfung der
fektiosität aufweisen, erheblich gefährdet. Gerade auch ­Corona-Pandemie vom 17. April außer Kraft. Gemäß
jüngere Menschen infizieren sich leichter mit den Mu- § 4 des Saarländischen COVID-19-Maßnahmengeset-
tationen. Damit besteht grundsätzlich die Gefahr einer zes vom 22. Januar 2021 tritt die Verordnung spätes-
Überlastung des Gesundheitswesens und eine konkrete tens zwei Wochen nach ihrem Inkrafttreten außer Kraft,
Gefährdung der Gesundheit der Bevölkerung. Um das kann aber entsprechend der epidemiologischen Situa-
Infektionsrisiko zu mindern sind deshalb zeitlich und tion verlängert werden.
Amtsblatt des Saarlandes Teil I vom 23. April 2021 1105

zu Artikel 3 Mit dem insgesamt stark steigenden Infektionsgesche-


Begründung zur Verordnung zum Schulbetrieb hen in den einzelnen Bundesländern und den damit
und zum Betrieb sonstiger Bildungseinrichtungen verbundenen Befürchtungen, dass es an den Feiertagen
sowie zum Betrieb von Kindertageseinrichtungen und zum Jahreswechsel vermehrt zu sozialen Kontak-
während der Corona-Pandemie ten und daher zu einem weiteren dramatischen Anstieg
von SARS-CoV-2 Infektionen kommen kann, haben
die Ministerpräsidenten der Länder gemeinsam mit der
Kapitel 1 Bundeskanzlerin am 13. Dezember 2020 verschärfte
Zu § 1 Infektionsschutzmaßnahmen mit massiven Einschrän-
(Schulbetrieb während der Corona-Pandemie) kungen im öffentlichen und gesellschaftlichem Leben
beschlossen. Dabei sollten auch die Schulen ihrer ge-
Zu Absatz 1: samtgesellschaftlichen Verantwortung zur Eindäm-
Mit Beginn des neuen Schuljahres wurde der reguläre mung der Corona-Pandemie gerecht werden und den
Schulbetrieb unter pandemischen Rahmenbedingun- Schulbetrieb und somit die sozialen Kontakte soweit
gen umgesetzt, dies unter Beachtung der erforderlichen wie möglich reduzieren.
Hygieneregelungen. Zur Gewährleistung eines umfas- Insofern wurde im Saarland ab Mittwoch, dem 16. De-
senden Gesundheitsschutzes wurde ein neuer Muster- zember 2020 der Präsenzunterricht vor Ort für alle
hygieneplan zum 7. August 2020 erarbeitet und seit- Klassen und Kurse bis zum 10. Januar 2021 ausgesetzt.
dem mehrfach angepasst. Der Musterhygieneplan zum
Infektionsschutz in Schulen im Rahmen der Corona- Anschließend hat sich gezeigt, dass die bis dahin er-
Pandemiemaßnahmen dient als Muster zur Ergänzung folgten Maßnahmen noch nicht ausgereicht haben, um
zu den schulischen Hygieneplänen nach § 36 i. V. m. die Dynamik des Infektionsgeschehens nachhaltig zu
§ 33 Infektionsschutzgesetz, die von den Schulträgern bremsen und das Ziel, die Nachverfolgbarkeit von In-
gemeinsam mit den Schulen umgesetzt werden. Der fektionsketten sicherzustellen und eine Überlastung
Musterhygieneplan beschreibt zum einen die Hygie- des Gesundheitssystems zu verhindern, in absehbarer
nemaßnahmen für die Bereiche persönliche Hygiene, Zeit erreichen zu können. Zudem ist den Risiken der
Raumhygiene, Reinigung, Infektionsschutz im Fach- Virusmutationen mit erhöhtem Ansteckungspotential
unterricht, Durchführung von Konferenzen und Ähn- entgegenzuwirken. Im Übrigen wird auf die Darlegun-
liches, Schülerbeförderung im freigestellten Schüler- gen in der Begründung der Verordnung zur Änderung
verkehr. Zudem erfolgen Vorgaben im Hinblick auf infektionsrechtlicher Verordnungen zur Bekämpfung
schulfremde Personen in der Schule und Veranstaltun- der Corona-Pandemie verwiesen. Die Ministerpräsi-
gen, Schulfahrten und das Aufsuchen außerschulischer dent*innen der Länder haben daher gemeinsam mit der
Lernorte, die Bildung fester Bezugsgruppen und das Bundeskanzlerin am 19. Januar 2021 einen Beschluss
Lüften. Des Weiteren informiert er über die Vorgaben über die von den Ländern zu treffenden diesbezügli-
zum Umgang mit Personen mit einem höheren Risiko chen Vorsorgemaßnahmen gefasst. Die Maßnahmen
für einen schweren COVID19-Krankheitsverlauf. umfassen unter anderem auch eine Verlängerung der
seit dem 16. Dezember geltenden Maßnahmen im Be-
Die in dieser Verordnung getroffenen Regelungen reich der Kitas und Schulen bis Mitte Februar 2021.
und die Vorgaben des Musterhygieneplans zum In- Diese Maßnahmen wurden zweimal verlängert bis
fektionsschutz in Schulen gehen der SARS-Cov-2-­ zum 21. Februar 2021. Als einzige Ausnahme wurde
Arbeitsschutzverordnung im Schulbereich vor als entsprechend den genannten Beschlüssen der Minister-
abweichende Regelungen im Sinne des § 1 Abs. 2 präsidentenkonferenz der schulische Präsenzunterricht
SARS-Cov-2-Arbeitsschutzverordnung beziehungs- für die Schülerinnen und Schüler der Abschlussklas-
weise konkretisieren die Umsetzung der in der SARS- sen fortgesetzt. Im Bereich der allgemein bildenden
Cov-2-Arbeitsschutzverordnung getroffenen Vorgaben Schulen gehörten hierzu die Jahrgangsstufen 12 der
für den Schulbereich. Gymnasien sowie die Jahrgangsstufe 9, 10 und 13 der
Zu Absatz 2 Gemeinschaftsschulen. Gleiches galt für die entspre-
chenden Gruppen von Schülerinnen und Schülern an
Die Regelung dient der Klarstellung, dass die Schul- beruflichen Schulen. Die Abschlussklassen waren und
pflicht für alle Schülerinnen und Schüler unberührt sind vorrangig in den Blick zu nehmen, um die Prü-
bleibt, auch wenn der Präsenzschulbetrieb einge- fungsvorbereitung adäquat gestalten zu können. Dies
schränkt ist. gilt bei der Allgemeinen Hochschulreife insbesondere
Zu Absatz 3 vor dem Hintergrund, dass die für dieses Abschluss-
verfahren geltenden Regelungen durch Vereinbarun-
Soweit das Infektionsschutzgesetz unterhalb der in gen auf Ebene der Kultusministerkonferenz festgelegt
§ 28 b Absatz 3 genannten Schwellenwerte keine wurden. Diese gilt es, soweit auf dieser Ebene keine
­Anwendung findet, erfolgt der Präsenzunterricht wie in Abweichungen zugelassen werden, auch im Saarland
den letzten Wochen (vormaliger § 1 b). einzuhalten, um die Anerkennungsfähigkeit der erlang-
ten Abschlüsse nicht in Frage zu stellen.
Im Hinblick auf die Darstellung der aktuellen pan-
demischen Lage wird auf die Darlegungen in der Am 10. Februar haben die Regierungschefinnen und
Begründung der Verordnung zur Änderung infek- -chefs der Länder und die Bundeskanzlerin eine grund-
tionsrechtlicher Verordnungen zur Bekämpfung der sätzliche Verlängerung des Lockdowns bis zum 7. März
­Corona-Pandemie verwiesen. beschlossen. Gleichzeitig unterstreicht der Beschluss,
1106 Amtsblatt des Saarlandes Teil I vom 23. April 2021

dass Öffnungen im Betreuungs- und Bildungsbereich Es erfolgten insofern weitere Öffnungsschritte zum 8.
eine hohe Priorität haben und die Länder im Rahmen März und zum 15. März 2021. Die Schülerinnen und
ihrer Kultushoheit über die schrittweise Rückkehr zum Schüler der Grundschulen sowie der Primarstufen der
Präsenzunterricht entscheiden. Förderschulen erhielten weiterhin Präsenzunterricht im
Wechselbetrieb. Der Abiturjahrgang 2021 an den Gym-
Insofern erfolgte im Saarland der Wiedereinstieg in nasien und Gemeinschaftsschulen wurde bis zum Ende
den Präsenzschulbetrieb nach den Winterferien an allen des Halbjahres am 12. März die Schule in Vollpräsenz
Grundschulen und im Primarbereich der Förderschu- beschult. Das galt auch für die Schülerinnen und Schü-
len. Die Beschulung erfolgt zunächst in Wechselmo- ler an den Gemeinschaftsschulen und Förderschulen,
dellen zwischen Präsenzunterricht und dem begleiteten die in diesem Jahr den Hauptschulabschluss (HSA) und
„Lernen von zu Hause“. den Mittleren Bildungsabschluss (MBA) anstreben.
Begleitet wird diese schrittweise Öffnung der Schulen Hinzu kamen ab dem 8. März 2021 die Jahrgangsstu-
dabei durch ein Paket von Hygiene- und Schutzmaß- fen 5 und 6 an den Gemeinschaftsschulen und Gym-
nahmen: nasien sowie die entsprechenden Altersgruppen an den
Förderschulen im Wechselunterricht. Auch die Schüle-
— vollumfängliche Maskenplicht für Schülerinnen rinnen und Schüler des Abiturjahrgangs 2022 nahmen
und Schüler und Lehrkräfte den Präsenzunterricht in Vollbeschulung auf. Sonder-
regelungen sind für die Oberstufengymnasien in Ab-
— Einhaltung des Abstandes von 1,5 m, die in der
stimmung mit der Schulaufsicht möglich, ebenso an
Konsequenz zur Teilung der Gruppen abhängig
den Förderschulen.
von der Größe des Raumes und der Anzahl der Mit-
glieder in einer Lerngruppe führt An den beruflichen Schulen gingen die Schülerinnen
und Schüler der Abschlussklassen der Fachoberschu-
— konsequente Einhaltung der Vorgaben zur regelmä- len und der Fachschulen ab dem 8. März 2021 in den
ßigen Lüftung Wechselunterricht. Die Schülerinnen und Schüler des
Die Deutsche Gesellschaft für Pädiatrische Infektio- Abiturjahrgangs 2021 verblieben analog zu den Ge-
logie und die Deutsche Gesellschaft für Krankenhaus­ meinschaftsschulen und den Gymnasien weiterhin in
hygiene betonen in diesem Kontext, dass unter Auswei- Vollpräsenz. Hinzu kamen die Schülerinnen und Schü-
tung und Verbesserung der Hygieneregelungen vor Ort, ler des Abiturjahrgangs 2022, die abhängig von den
Kitas und Schulen selbst bei hohen Infektionszahlen räumlichen Kapazitäten und in Abstimmung mit der
geöffnet bleiben können. Schulaufsicht in Vollpräsenz oder im Wechsel unter-
richtet wurden. Die Schülerinnen und Schüler der
Bundesweite Expert*innen haben auch in den entspre- Abschlussklassen der Berufsfachschulen (Klassenstu-
chenden S3-Leitlinien zur Prävention und Kontrolle fe 11), der Höheren Berufsfachschulen und der Berufs-
der SARS-CoV-2-Übertragung in Schulen einen Maß- schulen nahmen den Unterricht im Wechselunterricht
nahmenkatalog versammelt, die bei geöffneten Schulen auf.
das Infektionsrisiko vermindern und einen möglichst Am 15. März 2021 sind auch die restlichen Jahrgangs-
sicheren, geregelten und kontinuierlichen Schulbe- stufen in den Wechselunterricht eingestiegen. Die Ab-
triebs in Pandemiezeiten ermöglichen sollen. Viele der schlussklassen für den HSA und den MBA gingen mit
Maßnahmen, die im Saarland mit dem Musterhygiene- den übrigen Schülerinnen und Schüler der Jahrgangs-
plan umgesetzt wurden, sind hierin enthalten. Die Leit- stufe, die keine Prüfung ablegen, in den Wechsel-
linien gelten explizit auch mit Blick auf die Corona- unterricht. Die Schülerinnen und Schüler des Abitur-
Mutationen. jahrgangs 2022 wurden weiter vollständig in Präsenz
Als Ergänzung zu den vorgenannten Maßnahmen wur- unterrichtet.
den freiwillige, nicht anlassbezogene Testungen unter An den beruflichen Schulen begann am 15. März 2021
ärztlicher Aufsicht für Schülerinnen und Schüler sowie für die Schülerinnen und Schüler aller weiteren Jahr-
alle in der Schule tätigen Personen angeboten. Mit den gangsstufen analog zu den Gemeinschaftsschulen und
Testungen an über 300 Schulen im Land wird nicht nur Gymnasien der Wechselunterricht. Für kleine Gruppen
die Sicherheit vor Ort erhöht, sondern es lassen sich (z. B. in Ausbildungsberufen mit wenigen Schülerinnen
gleichzeitig Entwicklungen des Infektionsgeschehens und Schüler) in allen Schulformen gilt, dass bei ausrei-
in anderen gesellschaftlichen Sektoren aufdecken. Da- chender Raumkapazität auch eine Vollbeschulung statt-
mit wird das Ziel möglichst umfassender Testungen im finden kann, sofern der Abstand gewahrt bleibt.
Land im Bereich der Schulen umgesetzt.
Die seit dem 15. März 2021 aufgenommene Beschu-
Aufgrund dieser umfassenden Maßnahmen waren Öff- lungssituation wird in den Landkreisen, in denen das In-
nungsschritte mit dem Ziel der schrittweisen Rückkehr fektionsschutzgesetzes mangels Erreichen des Schwel-
zum Präsenzunterricht nicht nur vertretbar, sondern an- lenwertes von 100 nicht zur Anwendung kommt, auf
gesichts der gravierenden drohenden Folgen einer fort- dieser landesrechtlichen Basis fortgesetzt.
dauernden Schulschließung für die Schülerinnen und Der Präsenzschulbetrieb erfolgt dabei eingeschränkt:
Schüler (Anwachsen der Lernrückstände, Defizite in
der sozial-emotionalen Entwicklung, fehlende Struktu- 1. Für die Schülerinnen und Schüler, die sich im
ren für den Lernalltag, fehlende adäquate Vorbereitung zweiten Halbjahr der Gymnasialen Oberstufe an
auf Abschlüsse u. a.) geboten. Gemeinschaftsschulen und Gymnasien befinden,
Amtsblatt des Saarlandes Teil I vom 23. April 2021 1107

findet schulischer Präsenzunterricht statt. Gleiches rinnen und Schüler und Lehrkräfte getroffen. Im Sinne
gilt für die entsprechende Jahrgangsstufe an beruf- eines sinnvollen Infektionsschutzes an Schulen wird
lichen Schulen, wobei die Beschulung standortab- festgelegt, dass die Regelung entsprechend gilt für alle
hängig auch im Wechselmodell erfolgen kann. anderen an der Schule tätigen Personen. Die Testob-
liegenheit kann auch hier durch Vorlage eines ander-
2. Die Schülerinnen und Schüler der Abschlussklas- weitigen Nachweises über das Nichtvorliegen einer In-
sen in den Fachoberschulen, den Fachschulen, der fektion mit dem SARS-CoV-2-Virus im Sinne des § 5a
Berufsfachschulen, der höheren Berufsfachschulen der Verordnung zur Bekämpfung der Corona-Pandemie
und der Berufsschulen werden im Wechsel zwi- erfüllt werden.
schen schulischem Präsenzunterricht und der Be-
schulung im „Lernen von zu Hause“ beschult. Zu Absatz 5
3. In den Grundschulen, Förderschulen und in den Von der Teilnahme am Präsenzunterricht werden auf
Klassenstufen 5 bis 10 der Gymnasien und den Antrag befreit
Klassenstufen 5 bis 11 der Gemeinschaftsschulen
erfolgt die Beschulung im Wechsel zwischen schu- 1. Schülerinnen und Schüler, die nach näherer Maß-
lischem Präsenzunterricht und der Beschulung im gabe des Ministeriums für Bildung und Kultur als
„Lernen von zu Hause. Die weiteren Vorgaben trifft vulnerabel zu betrachten sind oder mit als vulnera-
das Ministerium für Bildung und Kultur. bel zu betrachtenden Personen in einem Haushalt
leben; die Vulnerabilität ist durch ärztliches Attest
Zu Absatz 4 nachzuweisen;
Im Anwendungsbereich des § 28 b Absatz 3 des Infek- 2. Schülerinnen und Schüler, die den Zutrittsbe-
tionsschutzgesetzes ist der Präsenzschulbetrieb abwei- schränkungen nach § 28b Absatz 3 Satz 1 des In-
chend von Absatz 3 ausschließlich nach den in § 28b fektionsschutzgesetzes unterliegen (Abmeldung
Absatz  3 des Infektionsschutzgesetzes getroffenen vom Präsenzunterricht).
Maßgaben sowie den in dieser Verordnung getroffenen
weitergehenden Vorgaben zulässig. Der Bundesgesetz- Die Regelung nach Ziffer 1. entspricht der bisherigen
geber hat Regelungen getroffen, die sich auf alle allge- Regelung zum Umgang mit insbesondere vulnerablen
mein bildenden und berufsbildenden Schulen beziehen. Schülerinnen und Schüler.
Die Regelungsbereiche betreffen zum Einen die Zuläs- Die Schülerinnen und Schüler im Sinne der Ziffern 1
sigkeit des Umfangs des zulässigen Präsenzunterrichts und 2 nehmen trotz der Befreiung vom Präsenzunter-
abhängig von Inzidenzwerten und zum Anderen die richt an den nach den schulrechtlichen Vorgaben in
inzidenzunabhängige Voraussetzung der Umsetzung Präsenzform zu erbringenden Leistungsnachweisen.
der Testpflicht als Voraussetzung für die Teilnahme am Insoweit sind besondere Schutzmaßnahmen zu treffen;
Präsenzunterricht. das Nähere regelt der Musterhygieneplan Saarland zum
Die Inzidenzunabhängige Voraussetzung der Umset- Infektionsschutz in Schulen im Rahmen der Corona-
zung der Testpflicht für die Teilnahme am Präsenz- Pandemiemaßnahmen sowie das Ministerium für Bil-
unterricht findet insofern auch für das in Absatz 3 ge- dung und Kultur.
schilderte Beschulungsszenario in den Landkreisen mit
einer Inzidenz unterhalb des Schwellenwertes von 100 Zu Absatz 6
Anwendung. Die Regelung stellt dar, was unter dem „Lernen von zu
Um zu verdeutlichen, wann dieses Gesetz Geltung Hause“ zu verstehen ist. Dieses kommt dann zur An-
beansprucht, wird auf die entsprechende Bekanntma- wendung,
chung durch das Ministerium für Soziales, Gesundheit, — wenn der Präsenzunterricht bei einer Inzidenz un-
Frauen und Familie verwiesen. ter 100 aufgrund einer landesrechtlichen Regelung
Das Saarland macht von der Möglichkeit nach § 28b eingeschränkt ist
Absatz 3 Satz 3 des Infektionsschutzgesetzes Ge- — wenn der Präsenzunterricht aufgrund der Vorgaben
brauch, entsprechende Klassen- und Jahrgangsstufen des Infektionsschutzgesetzes eingeschränkt ist,
von der Untersagung des Präsenzunterrichts bei der
Überschreitung des Schwellenwertes von 165 auszu- — für Schülerinnen und Schüler, die wegen Vulnera-
nehmen. Die Festlegung erfolgt durch Erlass des Mi- bilität oder mit Blick auf die Testverpflichtungen
nisteriums für Bildung und Kultur. vom Präsenzunterricht befreit sind,
Entsprechend der bisher geltenden Regelung wird — für Schülerinnen und Schüler, die aus Infektions-
festgestellt: Die Testobliegenheit nach § 28b Absatz 3 schutzgründen aufgrund einer entsprechenden
Satz 1 des Infektionsschutzgesetzes kann auch durch Quarantäneanordnung nicht am Präsenzunterricht
Vorlage eines anderweitigen Nachweises über das teilnehmen.
Nichtvorliegen einer Infektion mit dem SARS-CoV-2-
Virus im Sinne des § 5a der Verordnung zur Bekämp- Dann erfüllt die Schule ihren Bildungs- und Erzie-
fung der Corona-Pandemie erfüllt werden. hungsauftrag durch ein pädagogisches Angebot im
„Lernen von zu Hause“. Die Schulpflicht wird in die-
Der Bundesgesetzgeber hat die Entscheidung, die Teil- sen Fällen durch die Wahrnehmung des pädagogischen
nahme am Präsenzbetrieb unter die Bedingung der Angebots und das Nachkommen der damit verbunde-
Teilnahme an den Testungen zu stellen, für die Schüle- nen Verpflichtungen im „Lernen von zu Hause“ erfüllt.
1108 Amtsblatt des Saarlandes Teil I vom 23. April 2021

Zu Absatz 7 am Testangebot der Schule als Zutrittsvoraussetzung


kommen, da es sich nicht um Präsenzunterricht han-
Bis einschließlich der Klassenstufe 6 der allgemein- delt, dabei für die an den Prüfungen teilnehmenden
bildenden Schulen wird an der Schule im Vormittags- Schülerinnen und Schüler nicht zur Anwendung. Die-
bereich ein angepasstes pädagogisches Angebot vor- sen Prüflingen wird vielmehr ein freiwilliges Testange-
gehalten für Schülerinnen und Schüler, die aufgrund bot unterbreitet entsprechend den Vorgaben des Minis-
der Regelungen des Absatzes 3 eingetretenen Phase teriums für Bildung und Kultur.
des „Lernens von zu Hause“ eine entsprechende Be-
treuung benötigen, die keinen geeigneten häuslichen Hinsichtlich der Prüfungsteilnahme gilt neben den für
Arbeitsplatz haben oder für die die häusliche Lernsitu- das Prüfungsverfahren zur Anwendung kommenden
ation nicht ausreichend förderlich ist. Bei Bedarf wird Infektionsschutzmaßnahmen in Absprache mit den Ge-
am Nachmittag ein Angebot im Rahmen des freiwil- sundheitsbehörden Folgendes:
ligen und gebundenen Ganztags gewährleistet. Ab der Schülerinnen und Schüler, bei denen bei einer Testung
Klassenstufe 7 der weiterführenden Schulen wird bei am Vortag der Prüfung oder am Prüfungstag mindes-
Bedarf ein schulischer Arbeitsplatz zur Verfügung ge- tens basierend auf einem Antigen-Schnelltest (§ 5a
stellt für Schülerinnen und Schüler, die keinen geeig- VO-CP) das Ergebnis das Vorliegen einer Infektion mit
neten häuslichen Arbeitsplatz haben; ein angepasstes dem SARS-CoV-2-Virus anzeigt, sind nicht zur Teil-
pädagogisches Angebot kommt auch in Betracht für nahme an dem für den Tag vorgesehenen Prüfungsteil
Schülerinnen und Schüler, für die die häusliche Lern- berechtigt.
situation nicht ausreichend förderlich ist.
Bei einer engen Kontaktperson, für die durch die Ge-
Im Anwendungsbereich des § 28b Absatz 3 des In- sundheitsbehörde eine Quarantäne ausgesprochen wur-
fektionsschutzgesetzes wird im Sinne eines Angebots de, besteht ein Recht zur Teilnahme an dem für den Tag
nach den Sätzen 1 bis 3 von der Möglichkeit nach vorgesehenen Prüfungsteil, wenn sie am Prüfungstag
§ 28b Absatz 3 Satz 5 Gebrauch gemacht; das Nähere einen Nachweis über das Nichtvorliegen einer Infek-
regelt das Ministerium für Bildung und Kultur. Damit tion mit dem SARS-CoV-2-Virus mittels eines am Tag
wird zum Ausdruck gebracht, dass im Saarland von der der Prüfung durchgeführten und von der Schule beauf-
Möglichkeit der Notbetreuung im Sinne des Infektions- sichtigten Antigen-Schnelltests erbringen.
schutzgesetzes Gebrauch gemacht wird in den Fällen,
in denen die Einschränkung des Präsenzunterricht aus Ist eine Teilnahme an dem entsprechenden Prüfungstag
dem Infektionsschutzgesetz beruht. Die Ausgestaltung aufgrund der vorstehenden Regelungen im Einzelfall
erfolgt durch das Ministerium für Bildung und Kultur nicht möglich, verbleibt die Möglichkeit der Nachho-
im Sinne der derzeit im Wechselunterricht zur Anwen- lung des entsprechenden Prüfungsteils, soweit dies im
dung kommenden Regelung. Rahmen der von der Schule entsprechend den Vorga-
ben des Ministeriums für Bildung und Kultur vorgese-
Zu Absatz 8 henen Nachtermine möglich ist.
Für schulfremde Personen ist der Zutritt zum Schulge- Zu Absatz 11
lände nur unter Vorlage eines tagesaktuellen Nachwei-
ses gemäß § 5a VO-CP über das Nichtvorliegen einer Die Dienstpflicht der Lehrkräfte gilt fort. Über die Art
Infektion mit SARS-CoV-2 gestattet. Dieser Nachweis und Weise der Erfüllung entscheidet im Falle des ein-
kann auch durch eine Testung mittels der in der Schu- geschränkten Präsenzschulbetriebs die Schulleitung
le bei Zutritt angebotenen Testmöglichkeiten erfolgen. nach den besonderen standortbezogen organisatori-
Dies gilt auch für Erziehungsberechtigte, die unter den schen Gegebenheiten.
Voraussetzungen des Musterhygieneplans Schulen Zu § 1a
zum Gespräch in die Schule eingeladen werden. Hier- (Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung)
von ausgenommen sind Personen, die sich nur sehr
kurzfristig auf dem Schulgelände aufhalten, wie zum Im Präsenzangebot der Schule besteht für alle Schü-
Beispiel Erziehungsberechtigte zwecks Abholung ihrer lerinnen und Schüler–auch für die Schülerinnen und
Kinder, oder Personen, die keinen Kontakt zu den Per- Schüler der Grundschule–sowie für Lehrkräfte und
sonen haben, die der Schule angehörig sind, wie zum das sonstige pädagogische Personal der Schule für den
Beispiel beauftragte Handwerker. gesamten schulischen Betrieb in den Klassen-, Unter-
richts- und Betreuungsräumen im Vor- und Nachmit-
Zu Absatz 9 tagsbereich eine grundsätzliche Verpflichtung zum
Die Vorgaben für die einzelnen Personengruppen be- Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes in Form einer
treffend den Zutritt zum Schulgelände sowie Erläu- medizinischen Gesichtsmaske (OP-Maske). Statt eines
terungen zu den Testmöglichkeiten am Schulstandort solchen Mund-Nasen-Schutzes können auch Masken
werden an den Eingangsbereichen der Schule durch der Standards KN95/N95 oder FFP2 oder höherer
entsprechende Hinweisschilder bzw. durch einen Aus- Standards (ohne Ausatemventil) getragen werden. Da-
hang dargestellt. durch wird das Schutzniveau gegenüber dem Tragen
einer einfachen Mund-Nasen-Bedeckung, wie es bis-
Zu Absatz 10 her für den Schulbetrieb als ausreichend festgelegt war,
nochmals erhöht.
Die an den weiterführenden Schulen vorgesehenen
Abschlussprüfungen werden in Präsenzform durchge- Auch für Schüler*innen mit Unterstützungsbedarf im
führt. Die Regelungen Bundesgesetzes zur Teilnahme Bereich geistige Entwicklung ist das Tragen eines sol-
Amtsblatt des Saarlandes Teil I vom 23. April 2021 1109

chen Mund-Nasen-Schutzes verpflichtend, soweit die Wesentliche Aussagen, wie die Möglichkeit, im Einzel-
Schüler*innen dies können. Bei Schüler*innen mit fall medizinische Gründe für eine Befreiung von der
Unterstützungsbedarf Hören kommen als Schutzmaß- Maskentragungspflicht glaubhaft zu machen, werden
nahme alternativ ausnahmsweise Visiere oder durch- auf Ebene der Verordnung selbst geregelt.
sichtige Masken anstelle eines Mund-Nasen-Schutzes
in Frage. Die Schüler*innen sollen im Unterricht in geeigneter
Weise über die Gründe für die Maßnahme informiert
Die Pflicht zum Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes und für die Wichtigkeit hinsichtlich der Eindämmung
gilt, soweit dem im Einzelfall keine medizinischen der Pandemie sensibilisiert werden.
Gründe entgegenstehen. Diese Gründe sind in geeig-
neter Weise, in der Regel durch ein ärztliches Attest, Die Landesregierung bleibt ungeachtet des vorgesehe-
glaubhaft zu machen. Eine Anerkennung medizinischer nen Zeitrahmens im Rahmen ihrer infektionsschutz-
Gründe ohne Attest kommt nur in Betracht, wenn die rechtlichen Befugnisse gehalten, entsprechend dem
Gründe für die Schule angesichts der besonderen Si- Fortgang des pandemischen Geschehens jederzeit über
tuation der Schülerin oder des Schülers evident sind. die Aufrechterhaltung der getroffenen Maßnahmen zu
Wenn aus medizinischen Gründen das Tragen eines befinden.
Mund-Nasen-Schutzes nicht erfolgen muss, sind ande-
re geeignete Schutzmaßnahmen wie zum Beispiel die Zu § 2
konsequente Vergrößerung des Abstandes zwischen Kindertageseinrichtungen, Kindergroßtagespflege-
dem Schüler/der Schülerin und der übrigen Klasse zu stellen und heilpädagogische Tagesstätten
ergreifen. Auch das Tragen eines Gesichtsvisiers kann Zu Absatz 1
in Betracht gezogen werden. Dieses bietet allerdings
nicht den gleichen Schutz wie ein Mund-Nasen-Schutz, Mit Blick auf die im Sommer 2020 weitgehende Ein-
so dass dennoch auf Abstände zu achten ist. dämmung des Infektionsgeschehens fand mit Beginn
des neuen Kindergartenjahres 2020/2021, also am
Darüber hinaus entscheiden die Lehrkräfte, ob unter 1. August 2020, der Eintritt in den vollständigen Re-
Berücksichtigung pädagogisch-didaktischer Gründe gelbetrieb statt. Es sind hierzu die „Empfehlungen des
und der Einhaltung und Verstärkung anderer Schutz- Ministeriums für Soziales, Gesundheit, Frauen und Fa-
maßnahmen (insbesondere Lüften, Abstände sowie milie zum Infektionsschutz in Kindertageseinrichtun-
Husten- und Niesetikette) eine situationsbezogene gen im Rahmen der Corona-Pandemie-Maßnahmen“ in
kurzeitige Ausnahme von der Tragepflicht des Mund- der jeweils gültigen Fassung – hier die Empfehlungen
Nasen-Schutzes im besonderen Einzelfall vertretbar vom 6. August 2020, die Fortschreibung hierzu vom
ist. Dies kommt nur in Betracht, wenn keine Nahfeld- November 2020 sowie weiter darauffolgende Hygiene-
situation im Sinne des Musterhygieneplans Schulen ge- empfehlungen – weiterhin anzuwenden.
geben ist. Dies kann z. B. der Fall sein während einer
Präsentation an der Tafel. Auch können möglichst kur- Die Rechte der Kinder auf Zugang zu den Bildungs-
ze Übungsphasen im Fremdsprachenunterricht oder im und Betreuungseinrichtungen sind trotz der aktuel-
Sprachförderunterricht in normaler Sprechstärke und len Pandemielage aber immer im Blick zu halten und
auch vor der Klasse ohne Mund-Nasen-Schutz durch- sie sollen weitestgehend, unter den Bedingungen der
geführt werden, sofern die vorstehenden Voraussetzun- Pandemie und den beschlossenen Maßnahmen, erhal-
gen erfüllt sind. ten bleiben. Dennoch sollen nun auch in den Kinder-
tageseinrichtungen und Großtagespflegestellen die
In diesem Sinne sind den Schülerinnen und Schülern Kontakte so weit wie möglich reduziert werden. Die
während des Ablegens der Abschlussprüfungen kurz- Einrichtungen halten aber ein bedarfsgerechtes Be-
zeitige individuelle Tragepausen zu ermöglichen; das treuungsangebot im Rahmen eines Regelbetriebs nach
Nähere zum Infektionsschutz bei der Durchführung der Pandemiebedingungen aufrecht. Das heißt, dass jedes
Abschlussprüfungen regelt das Ministerium für Bil- Kind, das Betreuung braucht, auch weiterhin in seine
dung und Kultur. Kindertageseinrichtung oder Großtagespflegestelle
Die Verpflichtung zum Tragen eines Mund-Nasen- kommen und dort betreut werden kann. Die vereinbar-
Schutzes gilt auch auf dem freien Schulgelände bezie- ten Schließtage bleiben bestehen.
hungsweise auf dem Schulhof, soweit der Mindestab-
stand von 1,5 m nicht eingehalten wird. Zu Absatz 2

Da das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes über einen Absatz 2 stellt die Geltung und den Vorrang des Infek-
längeren Zeitraum hinweg zu körperlichen Belastun- tionsschutzgesetzes klar. Überschreitung des Schwel-
gen, zum Beispiel Kopfschmerzen, führen kann, soll lenwertes von 165 in einem Landkreis oder dem Re-
den Schüler*innen die Möglichkeit zu angemessenen gionalverband an drei aufeinander folgenden Tagen
Erholungspausen im Freien sowie bei Bedarf während ist ab dem übernächsten Tag der Betreuungsbetrieb
der Unterrichtsstunde und während des Lüftens gege- untersagt. Das Saarland macht von der Möglichkeit
ben werden. Den Schüler*innen soll während dieser Gebrauch, dann die Einrichtung von Notbetreuungen
„MNS-Pausen“ im Unterricht das Trinken mitgebrach- im Sinne des Infektionsschutzgesetzes zuzulassen. Um
ter Getränke am Platz erlaubt werden. die Nutzung der Betreuungsangebote in den Kinderta-
geseinrichtungen und Großtagepflegestellen im Rah-
Die näheren Ausführungen und Umsetzungsvorgaben men des Notbetriebes auf das Maß des Notwendigen
für die Schulen trifft der Musterhygieneplan Schulen. zu reduzieren, gilt der Appell an die Eltern und Sorge-
1110 Amtsblatt des Saarlandes Teil I vom 23. April 2021

berechtigten, von der Notbetreuung nur dann Gebrauch Generell haben diese Schulen organisatorische Maß-
zu machen, wenn es wirklich dringend notwendig ist. nahmen zu treffen, um die Durchmischung von Klassen
und jahrgangsübergreifenden Gruppen vorzubeugen.
Zu § 3 Dies kann vor allem durch eine Steuerung der Wege-
Vorbereitung für Nichtschülerinnen und Nicht- führung sowie durch die versetzte Gestaltung der Un-
schüler auf die Abschlussprüfungen terrichts- und Pausenzeiten erfolgen.
Die Vorbereitungskurse für Nichtschülerinnen und Der Präsenzunterricht soll deshalb als Ausnahme gel-
Nichtschüler auf die Abschlussprüfungen unterliegen ten und nur für Abschlussklassen und zwingend erfor-
durch die Regelung den gleichen Beschränkungen wie derliche Ausbildungsinhalte durchgeführt werden. Als
der Schulbereich. Das Ministerium für Bildung und erforderlich gelten hierbei insbesondere Klassen- oder
Kultur entscheidet, inwiefern diese Kurse im Distanz- Kursarbeiten und sonstige Prüfungsleistungen sowie
lernen oder im Präsenzbetrieb stattfinden können, in zwingend notwendige Teile der Vorbereitung für die
Abhängigkeit der Regelung in § 1b zum Schulbetrieb staatlichen Abschlussprüfungen, die nicht durch digita-
und den hierzu ergehenden Vorgaben des Ministeriums. le Lernformate unterrichtet werden können.
Absatz 2
Kapitel 2:
Pflegeschulen und Schulen für Um Ansammlungen und Überschneidungen mehrerer
Gesundheitsfachberufe Klassen in den Schulgebäuden zu vermeiden, wird in
Absatz 2 klargestellt, dass weiterhin unverändert auch
Zu § 4 die Möglichkeit besteht, aktuelle Themen des theore-
Präsenzunterricht tischen Unterrichts im häuslichen Umfeld zu erlernen.
Dadurch wird ermöglicht, den verursachten Kompe-
Eine gesonderte Regelung für Pflegeschulen und Schu- tenz- und Wissensausfall zu minimieren, indem alter-
len für Gesundheitsfachberufe ist erforderlich, da diese native Lehr- und Unterrichtsformen genutzt werden,
nicht dem Schulordnungsgesetz und nicht dem Privat- ohne das Schulgebäude zu nutzen. Diese Unterrichts-
schulgesetz unterliegen. teile sind Teil des schulischen Unterrichts und können
Die Pflegeschulen und Schulen für Gesundheitsfach- daher nicht als Fehlzeiten betrachtet werden. Zudem
berufe können den Unterricht gemäß den Vorgaben können bei Teilen des Unterrichts, die wegen Maßnah-
aufnehmen, wenn ein Unterrichtsbetrieb durch digitale men infolge der COVID-19-Pandemie nicht durchge-
Unterrichtsformate nicht möglich ist. Klargestellt wird führt werden konnten und voraussichtlich nicht bis zum
zudem, dass in diesem Fall die einrichtungsindividuel- geplanten Termin für die staatliche Abschlussprüfung
len Hygienepläne der Schulen einzuhalten sind. Grund- absolviert werden können (zum Beispiel Erkrankung,
sätzlich soll der Unterricht jedoch weit überwiegend Quarantäne, behördliche Anordnungen, Schulschlie-
digitale Unterrichtsformate stattfinden. ßungen), zugunsten der Prüflinge die Bestimmungen
zur Anrechnung von Fehlzeiten in den berufsrechtli-
Absatz 1 chen Regelungen entsprechend angewendet werden.
Insbesondere wird auf den in § 13 Absatz 2 Pflegeberu-
Für die Pflegeschulen und Schulen für Gesundheits- fegesetz, § 7 Satz 2 Krankenpflegegesetz, § 8 Absatz 2
fachberufe gelten weiterhin die einschlägigen Vorga- Altenpflegegesetz, § 10 Absatz 2 Notfallsanitätergesetz
ben des Robert Koch-Instituts sowie die schuleigenen zum Ausdruck kommenden Rechtsgedanken hinge-
Hygienepläne. wiesen, dass auch Fehlzeiten von mehr als 14 Wochen
Aufgrund des aktuellen Infektionsgeschehens mit berücksichtigt werden können, soweit eine besondere
stark steigenden Infektionszahlen sind die Präven- Härte vorliegt und sofern zu erwarten ist, dass das Aus-
tionsmaßnahmen und Regelungen zum Tragen von bildungsziel dennoch erreicht wird.
Mund-­Nasen-Bedeckungen (MNB) an den Schulen für Soweit durch die Schule Unterricht – auch durch On-
Gesundheitsfachberufe und den Pflegeschulen auszu- line-Unterricht oder Hausaufgaben per E-Mail – ange-
weiten. Unter Berücksichtigung der 7-Tagesinzidenz boten wird, hat der Träger der praktischen Ausbildung
von mehr als 35/100 000 ist nach den Empfehlungen die Auszubildenden freizustellen. Die Schulen spre-
des Robert-Koch-Instituts auch im Klassenzimmer bzw. chen die Einsatzzeiten mit dem Träger der praktischen
Schulungsraum eine Mund-Nasen-Bedeckung oder Ausbildung als Arbeitgeber der Auszubildenden ab, um
Mund-Nasen-Schutz zu tragen („Präventionsmaßnah- den Personaleinsatz planen zu können.
men in Schulen während der COVID-19-­Pandemie –
Empfehlungen des Robert Koch-Instituts für Schulen“ Absatz 3
veröffentlicht unter www.rki.de/DE/Content/­InfAZ/N/
Neuartiges_Coronavirus/­Praevention-Schulen.pdf?__ An der Schule tätigen Personen sowie Schülerinnen
blob=publicationFile). Dieser Inzidenzwert ist im Saar- und Schülern ist der Zutritt zum Schulgelände und die
land weit überwiegend überschritten. Teilnahme am Präsenzschulbetrieb nur gestattet, wenn
sie sich wöchentlich im Umfang der an der Schule
Die Pflicht zum Tragen einer MNB gilt nicht für Perso- hierzu bereitgestellten Kapazitäten bis zu zweimal wö-
nen, die aufgrund einer ärztlich attestierten gesundheit- chentlich an einer Testung auf das Nichtvorliegen ei-
lichen Beeinträchtigung, einer chronischen Erkrankung ner Infektion mit dem SARS-CoV-2-Virus teilnehmen
oder einer Behinderung keine Mund-Nasen-Bedeckung oder in demselben Umfang anderweitig einen Nach-
tragen können. weis über das Nichtvorliegen einer Infektion mit dem
Amtsblatt des Saarlandes Teil I vom 23. April 2021 1111

SARS-CoV-2-Virus im Sinne des § 5a der Verordnung Zu § 5


zur Bekämpfung der Corona-Pandemie. Prüfungsverfahren
Das Zutrittsverbot besteht, soweit der Testung im Aus- Absatz 1
nahmefall keine zwingenden Gründe entgegenstehen. In den Pflegeberufen und den Gesundheitsfachberu-
Dies ist durch ein ärztliches Attest nachzuweisen. fen bleibt es weiterhin zulässig, die Prüfungsteile der
Anderen Personen, die sich nicht nur sehr kurzfristig mündlichen und schriftlichen Prüfungen durchzufüh-
oder ohne Kontakt zu den der Schule angehörigen Per- ren, soweit die Hygienemaßnahmen eingehalten wer-
sonen auf dem Schulgelände aufhalten ist der Zutritt den. Die in § 4 Absatz 1 genannten Mindestabstände
und Hygienevorgaben gelten auch hier.
zum Schulgelände nur erlaubt, wenn sie einen tages-
aktuellen Nachweis über das Fehlen einer Infektion Absatz 2
mindestens basierend auf einem Antigen-Schnelltest
vorlegen (§ 5a VO-CP) oder einen solchen Test bei Zu- Es wird klargestellt, dass für die Frage der Simulati-
tritt durchführen. onsprüfung das Landesamt für Soziales – Zentralstelle
für Gesundheitsberufe und Landesprüfungsamt – zu-
Über die Zutrittsverbote sind im Eingangsbereich des ständig ist. Dies folgt der Regelung des § 1 Absatz 1
Geländes der Schule entsprechende Hinweise anzu- der Verordnung über Zuständigkeiten im Bereich der
bringen. ­Altenpflege vom 22. Februar 2011 (Amtsbl. I, S. 74),
zuletzt geändert durch die Verordnung vom 24. No-
Absatz 4 vember 2015 (Amtsbl. I S. 894), in Verbindung mit
§ 1 der Verordnung zur Übertragung von Aufgaben
Mit der Verordnung zur Sicherung der Ausbildungen des Landesamtes für Gesundheit und Verbraucher-
in den Gesundheitsfachberufen während einer epide- schutz auf das Landesamt für Soziales vom 10. Juli
mischen Lage von nationaler Tragweite hat im Ein- 2012 (Amtsbl. I S. 251). Simulationsprüfungen kön-
vernehmen mit dem Bundesministerium für Familie, nen in der Ausbildung der Altenpflege durchgeführt
Senioren, Frauen und Jugend und im Benehmen mit werden (§  5 Absatz  5 Altenpflege-Ausbildungs- und
dem Bundesministerium für Bildung und Forschung Prüfungsverordnung), insbesondere, wenn nicht ge-
das Bundesministerium für Gesundheit Maßnahmen nügend Patientinnen und Patienten zur Durchführung
verordnet, um die Durchführung der Ausbildungen und der Prüfung zur Verfügung stehen. In den weiteren
der Prüfungen in den Pflege- und Gesundheitsfach- Gesundheitsfachberufen findet § 5 der Verordnung zur
berufen sicherzustellen. Danach kann von den Vorga- Sicherung der Ausbildungen in den Gesundheitsfach-
ben der jeweiligen Berufsgesetze und entsprechenden berufen während einer epidemischen Lage von natio-
Rechtsverordnungen abgewichen werden. Dies betrifft naler Tragweite Anwendung. Danach kann jeweils der
vor allem die Flexibilisierung bei den praktischen Tei- praktische Teil der staatlichen Prüfung mit geeigneten
len der staatlichen Abschlussprüfungen, die Besetzung Modellen, Simulationspersonen oder Fallvorstellungen
von Prüfungsausschüssen zur Durchführung der Prü- durchgeführt werden oder auch in anderen geeigneten
fungen sowie die übergangsweise Berechtigung zur Formaten abgehalten werden. Die Durchführung der
Praxisanleitung. Simulationsprüfungen ist dem Landesamt für Soziales
formlos anzuzeigen, einer gesonderten Genehmigung
Die Verordnung des Bundes gilt aufgrund der Ermäch- bedarf es nicht.
tigungsgrundlage des § 5 Absatz 2 Satz 1 Nummer 10
in Verbindung mit Satz 2 des Infektionsschutzgesetzes Zu § 6
ausschließlich für die aufgeführten, bundesrechtlich Durchführung von Weiterbildungen
geregelten Fachberufe. Klargestellt wird, dass die Vorgaben der §§ 4 und 5
auch für die beruflichen Fach- und Funktionsweiterbil-
Landesrechtlich geregelte Helferberufe sind damit dungen an den Pflegeschulen und Schulen für Gesund-
nicht umfasst, so dass höhere Anforderungen an die heitsfachberufe gelten, insbesondere für Fachpflege für
Ausbildung und Prüfungen der landesrechtlichen Be- Intensivpflege und Anästhesie nach der Verordnung zur
rufe als an die der bundesrechtlich geregelten Berufe Durchführung der Fachweiterbildung in den Pflegebe-
bestehen. Deshalb ist eine vergleichbare Regelung für rufen Vom 30. Januar 2001 (Amtsbl. S. 593), zuletzt
die in landesrechtlicher Kompetenz stehenden Berufe geändert durch die Verordnung vom 24. November
der Krankenpflegehilfe und der Altenpflegehilfe er- 2015 (Amtsbl. I S. 894).
forderlich. Ermächtigungsgrundlage für den Beruf
der Krankenpflegehilfe ist § 15 des Gesetzes über den
öffentlichen Gesundheitsdienst (Gesundheitsdienstge- Kapitel 3:
setz) vom 19. Mai 1999 (Amtsbl. S. 844), zuletzt ge- Öffentliche und private Bildungseinrichtungen
ändert durch Artikel 1 des Gesetzes vom 22. August im außerschulischen Bereich
2018 (Amtsbl. I S. 674), und für den Beruf der Alten- Zu § 7
pflegehilfe § 7 des Gesetzes über den Altenpflegehilfe- Außerschulische Bildungsveranstaltungen
beruf vom 9. Juli 2003 (Amtsbl. S. 2050), zuletzt ge-
ändert durch das Gesetz vom 15. März 2017 (Amtsbl. I Der außerschulische Bildungsbereich hat eine hohe
S. 476). Die jeweiligen Ausbildungs- und Prüfungsver- Priorität und ist dem Betrieb in Schulen und anderen
ordnungen werden insoweit übergangsweise ergänzt. Bildungsstätten gleichgestellt. Im Rahmen ihrer Kul-
1112 Amtsblatt des Saarlandes Teil I vom 23. April 2021

tushoheit entscheiden die Länder über die schrittweise gilt das Erfordernis des Mindestabstands nicht, sofern
Rückkehr zum Präsenzunterricht. dieses nicht eingehalten werden kann. Es dürfen sich
nur die Fahrschülerin oder der Fahrschüler und die
Die Möglichkeit die berufliche Aus-, Fort- und Weiter- Fahrlehrerin oder der Fahrlehrer sowie während der
bildung sowie Integrationskurse in Präsenzform durch- Fahrprüfung zusätzlich die Prüfungspersonen im Fahr-
führen zu lassen wird den erforderlichen Hygienebe- zeug aufhalten. Entsprechendes gilt für die Angebote
stimmungen unterworfen (unter anderem im Hinblick von Flugschulen.
auf die Zusammensetzung der Gruppe, die Gruppen-
größe in Abhängigkeit der Raumgröße, den Mindest- Abweichend von Absatz 1 Satz 1 und 2 ist der Betrieb
abstand, Schutz- und Hygienevorkehrungen). von im Bereich der Jagd und Fischerei tätigen Bil-
dungseinrichtungen in Präsenzform ist nur nach Maß-
Bezugnehmend auf die arbeitsmarktpolitischen Maß- gabe eines negativen SARS-CoV-2-Tests nach § 5a
nahmen (Eingliederung in Arbeit und aktive Arbeits- VO-CP und unter Einhaltung von Hygienemaßnahmen
marktförderung) nach dem Zweiten und Dritten Buch nach den Empfehlungen des Robert Koch-Instituts so-
Sozialsetzbuch (SGB II und SGB III), die ebenfalls wie in Anlehnung an den „Musterhygieneplan Saarland
unter Einhaltung von Hygienemaßnahmen nach den zum Infektionsschutz in Schulen im Rahmen der Coro-
Empfehlungen des Robert Koch-Instituts sowie in na Pandemiemaßnahmen“ zulässig, sofern ein dringen-
Anlehnung an den „Musterhygieneplan Saarland zum des öffentliches Interesse besteht.
Infektionsschutz in Schulen im Rahmen der Corona- Im Bereich der Jagd besteht ein solch dringendes öf-
Pandemiemaßnahmen“ in Präsenzform stattfinden kön- fentliches Interesse insbesondere zur Vorbeugung und
nen, soll auch die Ausbildung und Qualifizierung von bei der Bekämpfung der Afrikanischen Schweinepest.
Fachkräften durch Maßnahmen der beruflichen Aus-, Die Ausbildung weiterer Jägerinnen und Jäger führt zu
Fort- und Weiterbildung sowie durch Integrationskurse einer erhöhten Anzahl aktiver Jägerinnen und Jägern
sichergestellt werden. im Saarland und damit einer effektiven Seuchenprä-
vention.
Die Ausbildung von Rettungssanitätern nach der Ret-
tungssantitäterverordnung sowie die damit zusammen- Im Gleichklang mit Rheinland-Pfalz sind Hundeschu-
hängenden Prüfungen, die unter Einhaltung von Hy- len für den Betrieb für Kleingruppen von maximal 10
gienemaßnahmen nach den Empfehlungen des Robert Personen im Außenbereich zuzulassen. Hundeschulen
Koch-­Instituts sowie in Anlehnung an den „Musterhy- dienen neben der Sozialisierung von Hunden insbeson-
gieneplan Saarland zum Infektionsschutz in Schulen dere Hundehalterinnen und -haltern im Umgang mit
im Rahmen der Corona-Pandemiemaßnahmen“ kön- neu erworbenen oder problematischen Hunden. Durch
nen weiterhin stattfinden. eine einmalige Welpenzeit eines jeden Hundes handelt
es sich um nicht aufschiebbare Erziehungsphasen, de-
Die nicht unter Nummer 1 aufgeführten Bildungsange- nen entsprechend Rechnung getragen und Hunden da-
bote der Einrichtungen der allgemeinen Weiterbildung, mit eine artgerechte und damit tierschutzgerechte So-
beispielsweise Volkshochschulen, können unter der zialisierung ermöglicht wird. Auch im Hinblick auf ein
Bedingung der Vorlage eines negativen SARS-CoV-2- angemessenes Verhalten des Hundes im öffentlichen
Test nach Maßgabe des § 5a der Verordnung zur Be- Raum ist der Besuch einer Hundeschule zum Schutz
kämpfung der Corona-Pandemie (VO-CP) der Teilneh- der Bevölkerung von gefährlichen Hunden unabding-
merinnen und Teilnehmer stattfinden. bar. Verwiesen sei zudem auf den Umstand, dass sich
zu Zeiten der Corona-Pandemie überdurchschnittlich
Des Weiteren sind außerschulische Bildungsveranstal- viele Haushalte Hunde angeschafft haben, die ange-
tungen, die der Durchführung von Maßnahmen zur messen erzogen und sozialisiert werden müssen.
Verhütung übertragbarer Krankheiten, beispielswei-
se von Corona-Infektionen, zu dienen bestimmt sind Zu § 8
in Präsenzform zulässig. Hierzu zählen insbesonde- Saarländische Verwaltungsschule
re Schulungen von Personal in Impfzentren, mobilen Die Saarländische Verwaltungsschule kann in ihren
Impfteams, Corona-Testzentren sowie Einrichtungen Räumlichkeiten Präsenzunterricht zur Prüfungsvor-
des öffentlichen Gesundheitsdienstes, in denen medizi- bereitung für die Ausbildungslehrgänge, deren Zwi-
nische Untersuchungen, Präventionsmaßnahmen oder schen- und Abschlussprüfung im Jahre 2021 termi-
ambulante Behandlungen durchgeführt werden, die im niert ist, unter Beachtung der geltenden Hygiene–und
Zusammenhang mit Maßnahmen zur Verhütung von Schutzmaßnahmen im unbedingt notwendigen Umfang
SARS-CoV-2-Infektionen sowie dessen Verbreitung durchführen. Mündliche, praktische und schriftliche
erfolgen. Prüfungen können unter Beachtung der geltenden Hy-
giene- und Schutzmaßnahmen durchgeführt werden.
Der Betrieb von Fahrschulen, Fahrlehrerausbildungs-
stätten und sonstigen im fahrerischen Bereich tätigen
Bildungseinrichtungen in Präsenzform (theoretischer Kapitel 4
und praktischer Fahrschulunterricht) ist nur nach Maß- Zu § 9
gabe eines negativen SARS-CoV-2-Tests nach § 5a Dienstleister, die Eingliederungen in Arbeit
gestattet. Es gelten das Abstandsgebot nach § 1 Abs. 1 ­erbringen
Satz  2 sowie die Pflicht eine medizinische Gesichts-
maske (OP-Maske) oder eine Maske der Standards Für Dienstleister, die Eingliederungen in Arbeit er-
KN95/N95 oder FFP2 oder eines vergleichbaren Stan- bringen, werden für die Fortführung von Präsenzveran-
dards zu tragen. Während des praktischen Unterrichts staltungen die entsprechenden Hygienebestimmungen
Amtsblatt des Saarlandes Teil I vom 23. April 2021 1113

vorgeschrieben (zum Beispiel Gruppengröße in Abhän- zung von Blasinstrumenten und die Ausübung von
gigkeit der Raumgröße, Mindestabstand, Schutz- und ­Gesang nicht zulässig sind. Die Gefahr von Infektionen
Hygienevorkehrungen). Im Übrigen müssen bei Unter- ist durch die kontaktfreie Durchführung im Außenbe-
richtsveranstaltungen die besonderen Schutz- und Hy- reich minimiert. Derartige Angebote sind ebenso wie
gienevorkehrungen in Anlehnung an den Musterhygi- die Sportangebote u.a. auch für das Kindeswohl von
eneplan Saarland zum Infektionsschutz in Schulen im
Rahmen der Corona-Pandemiemaßnahmen insbeson- großer Relevanz. Durch die Regelung wird zum einen
dere im Hinblick auf die Regelungen zum Tragen einer die Durchführung bereits etablierte Freiluftangebote
Mund-Nasen-Bedeckung (MNB) sowie zur Raumhygi- beispielsweise im Deutsch-Französischen Garten, im
ene eingehalten werden. Rahmen des „Urwald vor den Toren der Stadt“, oder
Ähnliches in einem kleinen Rahmen wieder möglich,
Kapitel 5 zum anderen aber auch die – teilweise schon im letz-
ten Jahr erprobte – Umstellung von bisher im Innen-
Zu § 10 bereich bestehenden Angeboten auf einen geeigneten
Musik-, Kunst- und Schauspielschulen Rahmen im Außenbereich. Durch den entsprechenden
Der Beschluss der Regierungschef*innen der Länder Verweis in § 10 der Verordnung zum Schulbetrieb und
und der Bundeskanzlerin vom 10. Febraur 2021 unter- zum B ­ etrieb sonstiger Bildungseinrichtungen sowie
streicht, dass Öffnungen im Betreuungs- und Bildungs- zum Betrieb von Kindertageseinrichtungen während
bereich eine hohe Priorität haben und die Länder im der Corona-Pandemie sind geeignete Angebote auch
Rahmen ihrer Kultushoheit über die schrittweise Rück- durch die dort genannten künstlerischen Schulen aus-
kehr zum Präsenzunterricht entscheiden. Dies ent- drücklich zulässig.
spricht auch dem Beschluss der Kulturminister*innen
der Länder vom 5. Febraur 2021, wonach auch die
außerschulischen Bildungsangebote der Kultureinrich- Kapitel 6
tungen und der künstlerischen Schulen wieder zugelas-
sen werden sollen, wenn Schulen und Kitas geöffnet Zu § 11
werden. Ordnungswidrigkeiten
Hierbei sind die Kunstrichtungen Musik, bildende
Kunst, Darstellendes Spiel und Tanz gleich zu behan- Definiert die Zuwiderhandlungen gegen die genannten
deln. Dies betrifft alle Schulen im öffentlichen wie im Vorschriften als Ordnungswidrigkeiten, soweit sich die
privaten Bereich. Für den privaten Bereich wird die entsprechenden Regelungen auf § 32 Absatz 1 in Ver-
Qualifizierung des Unterrichts durch die Anerkennung bindung mit § 28 Absatz 1 Satz 1 und § 28a Absatz 1
nach dem Umsatzsteuergesetz sichergestellt. Infektionsschutzgesetz stützen.
Der Unterricht in Präsenzform ist als Einzelunterricht Zu § 12
oder, unter der Bedingung der Vorlage eines negativen
SARS-CoV-2-Test nach Maßgabe des § 5a der Verord- Geltungsvorrang des Bundesrechts
nung zur Bekämpfung der Corona-Pandemie (VO-CP) Die Regelungen nach dieser Verordnung gelten vorbe-
der Teilnehmerinnen und Teilnehmer, in Gruppen von
bis zu 10 Personen an öffentlichen und privaten künst- haltlich der vorrangigen Geltung des § 28b des Infek-
lerischen Schulen zulässig. Die Hygienemaßnahmen tionsschutzgesetzes und von Rechtsverordnungen der
nach den Empfehlungen des Robert Koch-Instituts so- Bundesregierung auf der Grundlage des dortigen Ab-
wie in Anlehnung an den „Musterhygieneplan Saarland satzes 6 sowie des § 28c des Infektionsschutzgesetzes.
zum Infektionsschutz in Schulen im Rahmen der Co-
rona Pandemiemaßnahmen“ sind hierbei einzuhalten. Zu §13
Inkrafttreten, Außerkrafttreten
Ein potentielles Infektionsrisiko wird durch die ent-
sprechende Anwendung des „Musterhygieneplans Die Verordnung tritt am 24. April 2021 in Kraft und
Saarland zum Infektionsschutz in Schulen im Rahmen mit Ablauf des 7. Mai 2021 außer Kraft. Gleichzeitig
der Corona Pandemiemaßnahmen“ (z. B. durch Ein- mit dem Inkrafttreten dieser Verordnung tritt die Ver-
haltung des Mindestabstands und Tragen von MNS)
weiter reduziert. ordnung zum Schulbetrieb und den Betrieb sonstiger
Bildungseinrichtungen sowie zum Betrieb von Kinder-
Die potenzielle gesundheitliche Gefährdung aufgrund tageseinrichtungen vom 17. April 2021 außer Kraft.
der Raumstruktur, der klimatischen Systeme und wei- Gemäß § 4 des Saarländischen COVID-19-Maßnah-
terer Steuerungsmöglichkeiten ist daher als gering ein- mengesetzes vom 22. Januar 2021 tritt die Verordnung
zuschätzen. Darüber hinaus haben viele künstlerische
Schulen die Schließung genutzt, um die bisher beste- spätestens zwei Wochen nach ihrem Inkrafttreten außer
henden Hygienekonzepte durch Maßnahmen wie den Kraft, kann aber entsprechend der epidemiologischen
Einbau neuer Belüftungssysteme weiter zu verbessern. Situation verlängert werden.
Geeignete, kontaktfreie Angebote zur kulturellen zu Artikel 4
­ etätigung im Außenbereich durch darauf ausgerich-
B
tete Einrichtungen sind zulässig, wobei dabei die Nut- Dieser Artikel regelt das Inkrafttreten.
1114 Amtsblatt des Saarlandes Teil I vom 23. April 2021

Testzertifikat
Vorname & Name geb. am

wohnhaft in

hat nach Vorlage eines gültigen Ausweisdokumentes am


heutigen (Datum & Uhrzeit)

einen SARS-CoV-2 PoC-Antigen-Test oder Selbsttest an einer


privaten oder im Auftrag des Saarlandes betriebenen durchfüh-
renden Teststelle gemäß § 5a der Verordnung zur Bekämpfung
der Corona-Pandemie gemacht.
Das Testergebnis war: negativ positiv

Teststelle & Name der verantwortlichen/durchführenden Person

verwendeter Test & Hersteller

Stempel & Unterschrift Unterschrift


Teststelle getestete Person
Die Landesregierung weist darauf hin, dass eine mittels PoC-Antigen-Test
positiv getestete Person als ansteckungsverdächtig im Sinne des § 2 Nr. 7
IfSG gilt. Eine durch geschultes Personal positiv getestete Person ist durch
die Teststelle an das zuständige Gesundheitsamt zu melden und sollte sich
in häusliche Quarantäne begeben, bis ein Bestätigungstest mittels PCR-
Testung erfolgt ist.
Datenschutz: Ich bestätige mit meiner Unterschrift mein Einverständnis zur Erhebung und Verarbeitung meiner personen-
bezogenen Daten zum Zwecke der Durchführung eines SARS-CoV-2 PoC-Antigen-Test. Die personenbezogenen Daten
werden durch die angegebene Teststelle sowie die zuständigen Gesundheitsämter verarbeitet. Ich bin mit der Verarbei-
tung meiner Daten sowie der Kontaktaufnahme per E-Mail, Telefon, SMS oder postalisch einverstanden.
Amtsblatt des Saarlandes Teil I vom 23. April 2021 1115

B. Beschlüsse und Bekanntmachungen des Landes


2. die Maßnahmen des § 28b Absatz 1 Satz 1 des In-
Bekanntmachungen fektionsschutzgesetzes – mit Ausnahme des § 28b
Absatz 1 Satz 1 Halbsatz 2 Buchstabe b des Infek-
tionsschutzgesetzes – ab dem 24.  April 2021 im
138 Bekanntmachung Regionalverband Saarbrücken gelten,
über die Geltung der Maßnahmen nach
§ 28b Absatz 1 und 3 des Infektionsschutzgesetzes 3. die Maßnahmen des § 28b Absatz 3 des Infektions-
schutzgesetzes – mit Ausnahme des § 28b Absatz 3
Vom 23. April 2021 Satz 3 bis 9 des Infektionsschutzgesetzes – ab
Nach § 28b Absatz 1 Satz 3 in Verbindung mit § 77 dem 24. April 2021 in den Landkreisen Saarlouis,
Absatz 6 Satz 3 des Infektionsschutzgesetzes vom Neunkirchen, St. Wendel und im Regionalverband
20. Juli 2000 (BGBl. I S. 1045), zuletzt geändert durch Saarbrücken gelten.
Artikel 1 des Gesetzes vom 22. April 2021 (BGBl. I
S. 802), wird hiermit bekannt gemacht, dass Saarbrücken, den 23. April 2021

1. die Maßnahmen des § 28b Absatz 1 Satz 1 des In- Die Ministerin für Soziales, Gesundheit,
fektionsschutzgesetzes ab dem 24. April 2021 in Frauen und Familie
den Landkreisen Saarlouis, Neunkirchen und St.
Wendel gelten, Bachmann
1116 Amtsblatt des Saarlandes Teil I vom 23. April 2021

Bezugsbedingungen ab 1. Januar 2016


Abonnenten:
Das Amtsblatt des Saarlandes erscheint nach Bedarf, in der Regel einmal pro Woche. Die Abonnenten des Amtsblattes können zwischen zwei Bezugsvarianten wählen:
Abonnement-Variante A beinhaltet die Bereitstellung der elektronischen Version von Amtsblatt Teil I und Amtsblatt Teil II im Verkündungsportal www.amtsblatt.saarland.de.
Abonnement-Variante B beinhaltet die elektronische Version von Amtsblatt Teil I im Verkündungsportal www.amtsblatt.saarland.de und die Papierversion von Amtsblatt Teil II.
Für alle Abonnenten dieser Variante steht auch die elektronische Version von Amtsblatt Teil II kostenfrei im Verkündungsportal zur Verfügung.
Im Vergleich zu Nichtabonnenten können alle Abonnenten des Amtsblattes im Verkündungsportal erweiterte Suchfunktionalitäten nutzen und sich auf Wunsch per E-Mail über
neue Veröffentlichungen informieren lassen. Sie haben überdies die Möglichkeit, auch die Ausgaben der Amtsblätter der Jahre 1999 bis 2009 im Verkündungsportal abzurufen.
Abonnenten, die zugleich Nutzer des juris Landesrechts Saarland sind, profitieren ferner von einer Verlinkung der Amtsblattinhalte mit dem saarländischen Landesrecht.
Beide Abonnement-Varianten (A und B) können per Brief, Fax, E-Mail oder über das Verkündungsportal www.amtsblatt.saarland.de bestellt werden.
Der Preis für das Jahresabonnement beträgt für Variante A 30,00 Euro und für Variante B 35,00 Euro. Der Preis für das Halbjahresabonnement beträgt für Variante A 15,00 Euro
und für Variante B 17,50 Euro. Maßgeblich ist das jeweilige Kalenderjahr bzw. Kalenderhalbjahr.
Bestellungen, die nicht rechtzeitig zu Beginn einer Abonnementperiode (Jahresbeginn bzw. Halbjahresbeginn) wirksam werden, starten in der Regel zum nächsten vollen Quartal
und werden bis zum Ende der Restlaufzeit der Abonnementperiode mit 7,50 Euro (Variante A) bzw. 8,75 Euro (Variante B) pro Quartal berechnet. Wünschen Sie den sofortigen
Bezug während eines laufenden Quartals, so wird Ihnen dafür das volle Quartal berechnet.
Alle Leistungen sind zahlbar im Voraus. Die Preise enthalten keine Mehrwertsteuer, da die Landesregierung mit der Herausgabe des Amtsblattes eine nicht der Umsatzsteuer
unterliegende hoheitliche Aufgabe erfüllt.
Abbestellungen für die jeweilige Folgeperiode müssen beim Halbjahresabonnement bis zum 1. Juni bzw. 1. Dezember, beim Jahresabonnement bis zum 1. Dezember der laufen-
den Abonnementperiode per Brief, Fax oder E-Mail bei Satzweiss.com Print Web Software GmbH eingegangen sein. Erfolgt die Kündigung des Abonnements nicht fristgerecht,
verlängert sich dieses automatisch um ein Kalenderhalbjahr bzw. Kalenderjahr.
Nichtabonnenten:
Das Amtsblatt Teil I wird im Verkündungsportal des Saarlandes unter www.amtsblatt.saarland.de amtlich veröffentlicht und kann dort als Gesamtdokument kostenfrei gelesen
werden. Die abgerufenen Dokumente sind mithilfe einer Volltextrecherche durchsuchbar und dürfen unentgeltlich gespeichert bzw. ausgedruckt werden.
Darüber hinaus besteht die Möglichkeit, das Amtsblatt Teil I bei der Amtsblattstelle der Staatskanzlei des Saarlandes und bei den Amtsgerichten im Saarland während der Ge-
schäftszeiten in elektronischer und gedruckter Form einzusehen. Die Amtsblattstelle und die Amtsgerichte leisten Unterstützung beim Aufruf und Auffinden der elektronischen
Dokumente und gewährleisten, dass jeder auf seine Kosten Ausdrucke oder Kopien eines elektronischen Dokuments erhalten kann. Auf Verlangen überlassen die Amtsblattstelle
und die Amtsgerichte gegen Übernahme der Kosten einen beglaubigten Ausdruck eines elektronischen Dokuments. Daneben ist es möglich, das Amtsblatt Teil I während der
Geschäftszeiten bei den saarländischen Gemeinden einzusehen und dort auf eigene Kosten Ausdrucke oder Kopien anfertigen zu lassen.
Die Amtsblattstelle berechnet für den Ausdruck oder die Fotokopie einer Seite des Amtsblattes Teil I 0,15 Euro und für die Beglaubigung des Ausdruckes 3,00 Euro, bei Post­
versand jeweils zuzüglich Postgebühren.
Das Amtsblatt Teil II kann für das laufende Jahr und drei Vorjahre als Einzelexemplar (elektronisches Gesamtdokument im PDF/A-Format oder Papierdokument) gegen Erstattung
des jeweiligen Einzelheftpreises zuzüglich der Postgebühren bei Satzweiss.com Print Web Software GmbH bestellt werden. Lieferungen sind zahlbar im Voraus.
Die Preise enthalten keine Mehrwertsteuer, da die Landesregierung mit der Herausgabe des Amtsblattes eine nicht der Umsatzsteuer unterliegende hoheitliche Aufgabe erfüllt.
Hinweis für Inserenten:
Das Amtsblatt des Saarlandes erscheint in der Regel jede Woche an einem Donnerstag. Damit eine Veröffentlichung eines Inserententextes an einem Donnerstag gewährleistet
werden kann, müssen diese Texte in der Vorwoche bis jeweils Mittwoch, 12.00 Uhr, bei der Amtsblattstelle eingegangen sein und die Rückgabetermine für erforderliche Korrek-
turabzüge eingehalten werden. Der Preis pro mm Veröffentlichungstext beträgt 0,90 Euro.
Herstellung und Vertrieb, Entgegennahme von Bestellungen im Namen und für Rechnung des Herausgebers:
Satzweiss.com Print Web Software GmbH, Mainzer Straße 116, 66121 Saarbrücken, Telefon (06 81) 6 55 60, Telefax (06 81) 6 55 70
Amtsblattverkaufsstelle in Saarbrücken, Mainzer Straße 116, 66121 Saarbrücken. Öffnungszeiten: Montag bis Freitag, 9.00 – 17.00 Uhr.
Herausgeber und Redaktion: Saarland — Der Chef der Staatskanzlei — Amtsblattstelle, Am Ludwigsplatz 14, 66117 Saarbrücken,
Telefon: (06 81) 501-11 13, Telefax: 501-11 35, E-Mail: amtsblatt@staatskanzlei.saarland.de