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Technische Information

Auslöse-Charakteristiken für Sicherungsautomaten


im Vergleich

In DIN VDE 0100-430 sind die Anfor- 120

60
II11 II22 I1I1 == 1.13
1.13xxI ln
n II22 == 1.45
1.45 xxIln
n
JJRR==30ß
J R
30 C
°C

derungen für den „Schutz von Kabeln 40

20
1 = Grenzkennlinie aus dem

und Leitungen bei Überstrom“ fest-


kalten Zustand

10 1

gelegt. Sicherungsautomaten dienen


6

Minuten
1
4

dem Kabel- und Leitungsschutz in der 2

Ausl sezeit
1

Installation. Sie sollen selbsttätig ab- 40

20

schalten, sobald der Strom durch An- 10

Sekunden
6
stieg und Zeitdauer eine für die Leitung 4

oder ein Betriebsmittel zu hohe Erwär-


2

mung erzeugt. 0.6


0.4

0.2
B C D
0.1
0.06
0.04

0.02

0.01
1 1.5 2 3 5 10 20 30
Vielfaches des Bemessungsstromes

Die Abschaltung erfolgt dabei über zwei unterschiedliche Dem Wunsch nach größtmöglichem Schutz, was höchste
Auslöser. Zum Schutz bei Kurzschluss wird der zeitlich nahe- Empfindlichkeit der Sicherungsautomaten bedeutet, stehen
zu unverzögerte Elektromagnetauslöser eingesetzt. Dieser die unterschiedlichen Betriebseigenschaften der zu schüt-
arbeitet nur stromabhängig. Der Thermo-Bimetall-Auslöser zenden Verbrauchsgeräte gegenüber. Zum Einen müssen
dient zum Schutz bei Überlast. Das Auslösen wird durch die Stromspitzen ungehindert passieren können, zum Anderen
Erwärmung, d.h. durch die Faktoren Strom und Zeit verur- muss aber schon bei verhältnismäßig niedrigen, länger an-
sacht. stehenden Überströmen eine Abschaltung herbeigeführt
werden. Deshalb sind je nach Art des zu schützenden
Bei der Auswahl von Sicherungsautomaten zum Überstrom- Betriebsmittels verschiedene Auslösecharakteristiken für
schutz nach DIN VDE 0100-430 wird der Durchlasswert Sicherungsautomaten erhältlich:
I2 x t bei sehr kurzen Ausschaltzeiten (<0,1s) dem maximal – B, C und D für den Überstromschutz von Leitungen
zulässigen Stromwärmeimpuls k 2 x S2 der Leitung gegen- nach DIN EN 60898-1 (DIN VDE 0641-11)
übergestellt, um den ausreichenden Schutz bei Kurzschluss – K zum Schutz von Wicklungen bei Motoren und
nachzuweisen. Transformatoren bei gleichzeitigem Überstromschutz
der Leitungen
Die einzelnen Auslösekennlinien von Elektromagnet-Auslöser – Z für Steuerstromkreise mit hohen Impedanzen,
und Thermo-Bimetall-Auslöser ergeben zusammen eine für Spannungswandlerkreise und für Halbleiterschutz
gemeinsame Auslösekennlinie für den Überlastschutz. Diese bei gleichzeitigem Überstromschutz von Leitungen
Auslösekennlinie stellt – bezogen auf die jeweilige Auslöse-
charakteristik – das Zeit-/Stromverhalten eines Sicherungs-
automaten dar.
Schutz bei Kurzschluss B, C Cu-Leiter PVC-isol. max. zul. I 2t-Werte
In = mm2 A 2s
Die Abbildung 1 zeigt die typische 105
2,5 82.600
Durchlasskennlinie I2t von Überstrom- 8

Durchlass I2t / A2s


schutzschaltern. Für den Sicherungs- 6
automat S201-B16 ergibt sich daraus 50, 63 A
4
bei einem möglichen prospektiven 32, 40 A 1,5 29.700
Kurzschlussstrom von icc = 6 kA, dass 3
20, 25 A
2
die Durchlassenergie auf ca. 20.000 A s 2 16 A
begrenzt wird. Dieser Wert liegt weit 10, 13 A 1,0 13.200
2
unterhalb 29.700 A s. Damit können
2
PVC-isolierte Cu-Leiter 1,5 mm im 104 6A
0,75 7.400
Kurzschlusfall geschützt werden. 8

103
102 6 8 103 2 3 4 6

Prospektiver Kurzschlussstrom ICC/A


Schmelzsicherung gL
Leitungsschutzschalter

Abb. 1 Durchlassenergie I2t

Überlastschutz nach DIN VDE 0100-430


Für den Schutz bei Überlast ist das I b = Betriebsstrom der Leitung
Schutzgerät in Abhängigkeit der In = Bemessungsstrom der
Strombelastbarkeit Iz der Leitung zu Schutzeinrichtung
wählen: Iz = Strombelastbarkeit der Leitung
Ib ≤ In ≤ Iz (1) nach DIN VDE 0298-4
I 2 ≤ 1,45 x Iz (2) I2 = festgelegter Auslösestrom
der Schutzeinrichtung
20 Jahre
20 Bereich vollkommener
1 Wärme- Wärmeableitung bei
Bereich vollkommener
Jahre
Dauerstrom
ableitung bei Dauerstrom Iz Iz
t 1 Betriebstemperaturzul.
zul. 70Betriebstemperatur
˚C 70 °C

2 Bereich begrenzter Wärmeableitung


t
Bereich begrenzter Wärme-
bei Überlast I ≤ 1,45 x I
2 z
ableitung bei Überlast
I2 ≤ 1,45 x Iz 3 Bereich ohne Wärmeableitung bei maximaler
2 Kurzschlussdauer 5s
I2t = konstant, zul. Kurzschlusstemperatur
1 1hh 160 °C

Bei Ausschaltzeit < 0,1s muss I 2t des


4
Sicherungsautomaten kleiner als k2 · S2 der
5 5ss Bereich ohne Wärmeableitung
Leitung sein
(k = Materialwert nach DIN VDE 0100-430;
bei max. Kurzschlußdauer 5s;
I2t3= konstant

0,1
0,1ss
zul. Kurzschlußßtemperatur 160 Leitungsquerschnitt in mm2)
S = ˚C
Bei Ausschaltzeit < 0,1s muß I2t
4 Sicherungsautomaten kleiner
des
sein als k2 · S2 der Leitung

I k = Materialwert nach DIN VDE 0100


IzI 1,45
1,45 IIz 10IzI
10 100IzI
100 Iz Teil 540 I
z z z z S = Leiterquerschnitt in mm2
Iz

Abb. 2 Grenzbelastungskennlinie für PVC-isolierte Leitungen

2 2CDC400002D0104
DIN VDE 0100-430:2010/10; 120
Abschnitt 433.1 II11 == 1.05 1.2x xln In JRJ=RR =2020ß
1.05xxlnIn I2I2= =1.2 (K, Z)
°C C
Die Bedingungen (1) und (2) garantieren 60 (B, C, D)
II11==1.13 1.45x xln InJRJ=RR =3030ß
1.13xxlnIn I2I2= =1.45 °C C
in einzelnen Fällen nicht den vollstän- 40
digen Schutz, z. B. bei lang anstehen-
1 = Grenzkennlinie aus dem
den Überströmen, die kleiner als I2 sind. 20 kalten Zustand
In solchen Fällen sollte ein größerer
Querschnitt des Kabels/der Leitung 10 1
gewählt werden. 6
Minuten
1
4
Minuten

Allgemeines Ziel ist, mit der ausge-


wählten Charakteristik ein Kabel/eine 2
Ausl sez eit
Auslösezeit

Leitung gemäß ihrer Grenzbelastbarkeit


nach Abb. 2 zu schützen. 1
40

20

10
Sekunden

6
Sekunden

1
0.6
0.4

0.2
Z B C D
Schutz bei Überlast 0.1
Es wird deutlich, dass mit den K
0.06
Auslöse-Charakteristiken „K“ und „Z“
0.04
mehr Sicherheit beim Planen und im
Betrieb erreicht wird, da der festgelegte 0.02
Auslösestrom bei 1,2 x In liegt
(B, C, D: 1,45 x In). 0.01
1 1.5 2 3 5 8 10 14 20 30
Vielfaches
Vielfaches des Bemessungsstromes
des Bemessungsstromes

Leitertemperaturen PVC- Lebensdauer von PVC-isolierten


isolierter Leitungen bei Überlast Leitungen nach Arrhenius
Belastung Leitertemperatur* Leitertemperatur Lebensdauer
1,0 x In
70 ˚C 70 ˚C
20,0 Jahre
1,2 x In
86 ˚C 90 ˚C
2,5 Jahre
1,45 x In 116 ˚C 100 ˚C
1,0 Jahr

* 90 % des Temperaturwertes werden aus dem betriebs-


warmen Zustand heraus nach 5 Minuten erreicht.

2CDC400002D0104 3
Vergleich der Auslöse-Charakteristiken „Z“ und „B“

Steuerstromkreise 24 V DC 120
II1 ==1.05 xl II2 == 1.2 xl JRJJR==20 °CC (Z)
Damit im Sinne der Norm ein möglichst 1 1.05 x nIn 2 1.2 x nIn R
20ß
ausreichender Schutz empfindlicher 60 II1 ==1.13 xl II2 == 1.45 xl JRJJR==30 °CC (B)
1 1.13 x nIn 2 1.45 x nIn R
30ß
Bauelemente (wie Kontakte, konfektio- 40
nierte Leitungen von Sensoren/End-
1 = Grenzkennlinie aus dem
schaltern…) erreicht werden kann, 20 kalten Zustand
muss der unverzögerte Auslöser im
Millisekunden-Bereich die Abschaltung 10 1
bewirken. 6
Minuten

1
Minuten

4
Es dürfen im Hinblick auf den Schleifen-
widerstand max. Leitungslängen nicht 2
sez eit
Auslösezeit

überschritten werden. Unter Berück-


sichtigung verschiedener Parameter 1
Ausl

ergeben sich beispielhaft folgende 40


maximale Leitungslängen:
2
1,5 mm , 2-adrig, Cu 20
LS B6 max. 10 m
10
LS Z2 max. 47 m
Sekunden

LS Z6 max. 18 m 6
Sekunden

4
Bei Verwendung der Z-Charakteristik
lassen sich aufgrund des niedrigen 2
Sofortauslösestroms die größten
1
Leitungslängen realisieren.
0.6
Hinweis 0.4
Bei Gleichstrom erhöhen sich die
0.2
Auslösewerte der elektromagnetischen Z B
Auslöser um den Faktor 1,5.
0.1
0.06
Schutz bei Überlast
0.04
Hier wird deutlich, dass mit der
Auslöse-Charakteristik „Z“ mehr
0.02
Sicherheit beim Planen und im Betrieb
erreicht wird. 0.01
1 1.5 2 3 5 6 8 10 15 20 30
Vielfaches des
Vielfaches des Bemessungsstromes
Bemessungsstromes

Leitertemperaturen PVC- Lebensdauer von PVC-isolierten


isolierter Leitungen bei Überlast Leitungen nach Arrhenius
Belastung Leitertemperatur* Leitertemperatur Lebensdauer
1,0 x In
70 ˚C 70 ˚C
20,0 Jahre
1,2 x In
86 ˚C 90 ˚C
2,5 Jahre
1,45 x In 116 ˚C 100 ˚C
1,0 Jahr

* 90 % des Temperaturwertes werden aus dem betriebs-


warmen Zustand heraus nach 5 Minuten erreicht.

4 2CDC400002D0104
Vergleich der Auslöse-Charakteristiken „C“ und „K“

„K“ löst den Zielkonflikt von Betriebs- 120


sicherheit bei Stromspitzen und schnel- II11 == 1.05
1.05xxlnIn I22 == 1.2
1.2 xx lInn JRJJRR== 20
20ß°CC (K)
ler Abschaltung im Kurzschlussfall. 60 I11 == 1.13
1.13 xx lnIn II2 = 1.45
1.45 xx lInn JJRJRR== 30
30ß°CC (C)
40
In Stromkreisen, wo Einschaltstrom-
spitzen durch Motoren, Ladegeräte, 1 = Grenzkennlinie aus dem
20 kalten Zustand
Schweißtransformatoren, usw. auftreten
können, hat sich die Auslöse-Charak- 10 1
teristik „K“ seit über 70 Jahren bewährt. 6
Minuten
1
4
Minuten

Stromspitzen bis 10 · In führen nicht zur


ungewollten Abschaltung. Die Auslöse- 2
Ausl sez eit
Auslösezeit

Charakteristik „C“ hält nur Stromspitzen


bis 5 · In stand. 1
40
Hinweis
Bei Gleichstrom erhöhen sich die 20
Auslösewerte der elektromagnetischen
Auslöser um den Faktor 1,5.
10
Sekunden

6
Sekunden

1
0.6
0.4

0.2
C
0.1
K
0.06
Schutz bei Überlast
0.04
Hier wird deutlich, dass mit der
Auslöse-Charakteristik „K“ mehr
0.02
Sicherheit beim Planen und im
Betrieb erreicht wird. 0.01
1 1.5 2 3 4 5 8 10 14 20 30
Vielfaches
Vielfachesdes
des Bemessungsstromes
Bemessungsstromes

Leitertemperaturen PVC- Lebensdauer von PVC-isolierten


isolierter Leitungen bei Überlast Leitungen nach Arrhenius
Belastung Leitertemperatur* Leitertemperatur Lebensdauer
1,0 x In
70 ˚C 70 ˚C
20,0 Jahre
1,2 x In
86 ˚C 90 ˚C
2,5 Jahre
1,45 x In 116 ˚C 100 ˚C
1,0 Jahr

* 90 % des Temperaturwertes werden aus dem betriebs-


warmen Zustand heraus nach 5 Minuten erreicht.

2CDC400002D0104 5
Vergleich der Auslöse-Charakteristiken „K“ und „D“

„K“ löst den Zielkonflikt von Betriebs- 120


II11==1.05
1.05xxlnIn II22 == 1.2
1.2xxlnIn JRJ R==20 °CC (K)
20ß (K)
sicherheit bei Stromspitzen und schnel- R

ler Abschaltung im Kurzschlussfall. 60 II1 ==1.13 xl II2 ==1.45 xl JRJR==30 °CC (D)
1 1.13 x nIn 2 1.45 x nIn R
30ß
40
Die Auslöse-Charakteristik „K“ löst
1 = Grenzkennlinie aus dem
spätestens 14 · In in <0,1 Sekunden 20 kalten Zustand
aus. Dagegen schaltet die Auslöse-
Charakteristik „D“ erst bei 20 · In in <0,1 10 1
Sekunden ab, was im Hinblick auf den 6
Minuten
1
Schleifenwiderstand sowie auch beim 4
Minuten

Leitungsschutz im Bereich 10-20 x In


nachteilig sein kann. 2
Ausl sez eit
Auslösezeit

Beispiel: 1
Eine Steckdose ist mit einem LS D16 40
abgesichert. Zur Einhaltung der
Abschaltbedingung ≤ 0,4 s muß ein 20
Mindest-Kurzschlussstrom von ≥ 320 A
10
sichergestellt werden.
Sekunden

6
Sekunden

Hinweis 4
Bei Gleichstrom erhöhen sich die
Auslösewerte der elektromagnetischen 2
Auslöser um den Faktor 1,5.
1
0.6
0.4

0.2
D
0.1
K
0.06
Schutz bei Überlast
0.04
Hier wird deutlich, dass mit der
Auslöse-Charakteristik „K“ mehr
0.02
Sicherheit beim Planen und im
Betrieb erreicht wird. 0.01
1 1.5 2 3 4 5 6 8 10 14 20 30
Vielfaches des
Vielfaches des Bemessungsstromes
Bemessungsstromes

Leitertemperaturen PVC- Lebensdauer von PVC-isolierten


isolierter Leitungen bei Überlast Leitungen nach Arrhenius
Belastung Leitertemperatur* Leitertemperatur Lebensdauer
1,0 x In
70 ˚C 70 ˚C
20,0 Jahre
1,2 x In
86 ˚C 90 ˚C
2,5 Jahre
1,45 x In 116 ˚C 100 ˚C
1,0 Jahr

* 90 % des Temperaturwertes werden aus dem betriebs-


warmen Zustand heraus nach 5 Minuten erreicht.

6 2CDC400002D0104 2CDC400002D0104 6
Auslöse-Charakteristiken B, C, D, K, Z

Auslöse-Charakteristik B, C, D Auslöse-Charakteristik K, Z
nach DIN EN 60898-1 (VDE 0641-11) nach DIN EN 60947-2 (VDE 0660-101)
Baubestimmung für Leitungsschutzschalter für Baubestimmung für Leistungsschalter
Haushaltinstallationen und ähnliche Zwecke

120 120
II 1 == 1.05
1.05 xx lIn II22 == 1.2
1.2 xx l In JJRR== 20
20ß°CC
II11 II22 II11 =
= 1.13
1.13 xx Ilnn 1.45xxlnIn JJRJRR== 30
II22==1.45 30ß°CC 1 n n
J R
60 60
40 40
1 = Grenzkennlinie aus dem 1 = Grenzkennlinie aus dem
20 kalten Zustand
20 kalten Zustand

10 1 10 1
6 6

Minuten
1
Minuten

1
4 4

2 2
Ausl sezeit
Ausl sezeit

1 1
40 40

20 20

10 10
Sekunden
Sekunden

6 6
4 4

2 2

1 1
0.6 0.6
0.4 0.4

0.2 0.2
B C D Z K
0.1 0.1
0.06 0.06
0.04 0.04

0.02 0.02

0.01 0.01
1 1.5 2 3 5 10 20 30 1 1.5 2 3 4 5 6 8 10 14 20 30
Vielfaches des Bemessungsstromes Vielfaches des Bemessungsstromes

Gegenüber den Auslöse-Charakteristiken „B“, „C“ und „D“, Zuordnung


bieten „K“ und „Z“ mehr Sicherheit beim Planen und im – B, C und D für den Überstromschutz von Leitungen
Betrieb. nach DIN EN 60898-1 (DIN VDE 0641-11)
– K zum Schutz von Wicklungen bei Motoren und
Transformatoren bei gleichzeitigem Überstromschutz
der Leitungen
– Z für Steuerstromkreise mit hohen Impedanzen,
für Spannungswandlerkreise und für Halbleiterschutz
bei gleichzeitigem Überstromschutz von Leitungen

Empfehlung
In Steckdosen-Stromkreisen empfehlen wir entsprechend
DIN VDE 0100-410 eine FI/LS-Kombination.

2CDC400002D0104 7
Weitere Kriterien bei der Auswahl von Sicherungsautomaten

Um den Stromkreis bestmöglich abzusichern, sind zusätzliche Abweichende Umgebungstemperatur


Randbedingungen bei der Auswahl der Sicherungsautomaten Die thermischen Auslöser werden vom Hersteller auf eine
zu berücksichtigen: Bezugsumgebungstemperatur eingestellt. Diese beträgt für
„K“ und „Z“ 20 °C, für „B“, „C“ und „D“ 30 °C. Bei höheren
– Der Sicherungsautomat ist auf den Bemessungsstrom Umgebungstemperaturen verringern sich die maximalen
des angeschlossenen Gerätes oder der Strombelastbarkeit Betriebsströme um ca. 6 % je +10°C Temperaturdifferenz.
der Leitung abzustimmen, je nachdem welcher der Für genaue Berechnungen und sehr hohe bzw. niedrige
niedrigere Wert ist. Umgebungstemperaturen müssen Referenztabellen heran-
– Umgebungstemperatur gezogen werden.
– Gegenseitige Beeinflussung bei Anordnung von mehreren
Sicherungsautomaten nebeneinander Gegenseitige Beeinflussung bei gleichmäßiger Belastung
Bei dichter Aneinanderreihung und gleichmäßig hoher Aus-
lastung der Sicherungsautomaten muss ein Korrekturfaktor
berücksichtigt werden:
– 2 und 3 Sicherungsautomaten: Faktor 0,9
– 4 und 5 Sicherungsautomaten: Faktor 0,8
– 6 und mehr Sicherungsautomaten: Faktor 0,75
Werden Füll- bzw. Distanzstücke eingesetzt, finden diese
Faktoren keine Anwendung.

Auslösebedingungen für Sicherungsautomaten für AC-Anwendungen


Auslösecharakteristik B C D K Z
Norm DIN EN 60898-1, -2 in Anlehnung an DIN EN 60947
(VDE 0641-11, -12) (VDE 0660)
Zeit-Strom-Kennlinie* x I n (30 °C) Zeiten x In (20 °C) Zeiten
Nicht-Auslösen 1,13 1 h (In ≤ 63 A) 2 h (In > 63 A) 1,05 1 h
Auslösen 1,45 1 ... 60 s (In ≤ 63 A) 1 ... 120 s (In > 63 A) 1,2 1h
Auslösen 2,55 1 ... 60 s (In ≤ 32 A) 1 ... 120 s (In > 32 A) 1,5 < 120 s

6 > 2 s

Sofort-Auslösung (magn.) x In Zeiten x In Zeiten
Nicht-Auslösen 3 5 10 0,1 s 10 2 0,2 s
Auslösen 5 10 20 0,1 s 14 3 0,2 s
* Für abweichende Umgebungstemperaturen gelten Reduktionsfaktoren!

8 2CDC400002D0104
Sicherungsautomaten für den Leitungs- und Geräteschutz
sowie ihre Anwendungsbereiche

Anwendungsbereiche S 200 B 200 P S 220 S 800 S 700 S 400


S 200 M S 200 U/UP S 500 HV S 750 (DR) SMISSLINE
S 200 UDC S 800 PV WT 63
S 280 UC 1

Industrienetze
690 V AC S 220 S 800
1000 V AC S 500 HV

Motorschutz Trafo S 200-K S 200 P-K S 220-K S 800-K S 700-K S 400 M-K
S 200 M-K S 280 UC-K S 800-D WT 63 S 400 M-D
S 750 DR-K

USV 250 V DC S 280 UC S 800 UC S 400 M-UC C


bis S 800 PV
Photovoltaik 1200 V DC

Halbleiterschutz Steuerstrom- S 200-Z S 200 P-Z S 400 M-UC Z


kreise S 200 M-Z
24 V DC

Selektivität S 700
S 750 (DR)

Trennfunktion S 200 S 200 P S 220 S 800 S 700 S 400


nach DIN VDE 0100-537 S 200 M S 750 (DR) S 400 M

USA, Kanada 480 V AC S 200 UP


489 240 V AC S 200 U
60 V DC S 200 UDC

USA, Kanada 600 V AC S 220


1077 480 V AC S 200 S 200 P
60 V DC S 200 S 200 P
500 V DC S 280 UC

Schiffsklassifikationen S 200 S 200 P S 800 S 700 (GL) S 400 M


GL LRS
BV DNV

Bemessungsschalt- 6 000 max. 25 000 max. 10 000 max. 50 000 25 000 6 000
vermögen I cn/A 10 000 10 000
(230/400 V AC)
I n/A ≤ 63 0,5 ... 63 ≤ 63 ≤ 125 ≤ 100 ≤ 63
1 als selektiver Gruppen- oder Vorautomat

2CDC400002D0104 9
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