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net

Auslösekennlinien einstellungsspezifisch
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PKZ((M
Allgemeine Angaben:
Kurve bare
M) Firma: Moeller GmbH Bonn
Anlage: NSV Selektiv
Bearb.: Max Mustermann
ZB FAZ
FA NZM IZM Datum: 13.11.2006
Netz: 415 V / 50 Hz
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PKZ(M
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A]

PKZ(M)
Motorkennlinie
Auslöse
strom [A
]

Auslösestrom [A]

Fachaufsatz
Dipl.-Ing. Wolfgang Esser
Dipl.-Ing. Dirk Meyer
3. überarbeitete Ausgabe, 2009
Zusammenfassung für Schnellleser

Auslösekennlinien einstellungsspezifisch darstellen


und ihr Zusammenwirken kompetent beurteilen
- Erläuterungen zum Moeller Software-Tool „CurveSelect“

Sollen in einer Schaltanlage mehrere ven mehrerer Schutzgeräte in gleichen störungsfreien Hochlauf eines Dreh-
Schutzgeräte effektiv zusammenwir- Zeit- und Strommaßstäben. Dadurch strom-Asynchronmotors ermöglicht.
ken, ist es erforderlich deren Auslö- wird die Beurteilung der Kurven Da es auch notwendig sein kann, das
sekennlinien zu vergleichen, um ihre wesentlich erleichtert. Das Tool ermög- Zusammenspiel mit Produkten, die
Selektivität für eine hohe Anlagenver- licht die Beurteilung des Zusammen- Moeller nicht liefert (z.B. Mittelspan-
fügbarkeit zu beurteilen. Wichtig ist es, spiels der Moeller Leistungsschalter nungsschutzgeräte oder Schutzge-
bei allen Untersuchungen Kurven zu NZM und IZM, der Motorschutzschalter räte von Wettbewerbern) zu überprü-
verwenden, die die tatsächlichen, indi- PKZM, der Leitungsschutzschalter FAZ fen, bietet das Programm nun die Mög-
viduellen Einstellungen an den Schutz- (Auslösecharakteristik B, C und D), der lichkeit, dass der Nutzer selbst Auslö-
organen berücksichtigen. Das ist mit Motorschutzrelais ZB und von Schmelz- sekennlinien frei definieren kann. Durch
gedruckten Kurvendarstellungen aus sicherungen gL oder gG. Bei den Leis- diese zusätzlichen Nutzungsmöglich-
Katalogen praktisch nicht möglich. Im tungsschaltern werden auch die Kurven keiten ist der Wert des in 11 Sprachen
Aufsatz werden die gerätespezifischen von älteren Schaltergenerationen einsetzbaren Software-Tools noch ein-
Einstellmöglichkeiten unterschiedlicher angeboten, um Erweiterungen planen mal deutlich gestiegen. In der Read Me-
Schutzgeräte vorgestellt und den unter- zu können. Datei des Programms wird die Hand-
schiedlichen elektrischen Betriebs- habung in den 11 wählbaren Sprachen
mitteln zugeordnet. Das Moeller Soft- Neu ist seit der Version 1.07 die frei vorgestellt und auch die Handhabung
ware-Tool „CurveSelect“ ermöglicht definierbare Darstellung von Motor- der Eingabemasken und die Darstel-
mit sehr geringem Aufwand die einfa- hochlaufkurven, um festzustellen, ob lung der Ergebnisse erfolgt durchgängig
che, gemeinsame Darstellung der Kur- das gewählte Motorschutzorgan den in der gewählten Landessprache. Wei-

Auslösediagramm

Allgemeine Angaben:
Firma: Moeller GmbH Bonn
Anlage: NSV Selektiv
Bearb.: Max Mustermann
ZB NZM IZM Datum: 13.11.2006
Netz: 415 V / 50 Hz
Auslösezeit

konfigurierbare
Kurve
FAZ Sicherung

PKZ(M)
Motorkennlinie

Auslösestrom [A]

Bild 1: Darstellung der Auslösekennlinien unterschiedlicher Schutzorgane im gleichen Zeit- und Strommaßstab. Am oberen Ende der Kurven werden die
Gerätedaten und Einstellwerte angegeben.

2
terhin stellt Moeller das hilfreiche Tool
im Internet und auf einer CD kostenlos
zur Verfügung (Bild 1). Der Benutzer
wird bei der Eingabe durch die Bereit-
stellung zulässiger Parameter geführt.
Die Handhabung des lediglich aus einer
Excel-Datei bestehenden Tools wird in
diesem Aufsatz ebenfalls kurz vorge-
stellt. Das Ergebnis, die gemeinsame
Darstellung der Kurven lässt sich als
geschützte Projektierungs-Dokumen-
tation mit den individuellen Projektbe-
zeichnungen speichern, ausdrucken
oder auch in andere Dokumente expor-
tieren.

Auch wer bereits mit den physikali-


schen Grundlagen der Auslösekurven
und den Besonderheiten der einzel-
nen Betriebsmittel vertraut ist, sollte
sich die Zeit für das Lesen des Absat- Bild 2: Das Programm ist anwendbar für unterschiedliche Schalt- und Schutzgeräte mit thermome-
zes „Handhabung des Moeller Soft- chanischen oder elektronischen Auslösern unterschiedlicher Komplexität.
ware-Tools CurveSelect V1.09“ neh-
men und die Vorteile des verbesserten
Tools beurteilen.
schiedlichen anwendungsabhängige angebotene Typen-Varianz am Beispiel
Ergänzend wird das einzigartige Stör- Variablen für Bemessungsbetriebs- der 3-poligen Schalter in der IEC 3-Aus-
lichtbogen-Schutzsystem ARCON® von ströme zwischen 15 und 1600 A ange- führung. Das Sortiment umfasst außer-
Moeller kurz vorgestellt. Das innerhalb boten. Die kleinste Schalterbaugröße dem Schalter nach den nordamerikani-
weniger Millisekunden wirkende Sys- NZM 1 und einfache Standardvarian- schen UL 4- und CSA 5- Standards und
tem verhindert schwere, bis tödliche ten der Baugrößen NZM 2 und NZM die regional üblichen 4-poligen Schutz-
Personen- und ruinöse Anlagenschä- 3 verfügen als besonders preiswerte schalter. Die in der Tabelle 1 zusätz-
den. Für eine effektive Verhütung die- Schutzschalter und als unterste, unver- lich dargestellte anwendungsspezifi-
ser Lichtbogenschäden sind alle auf zögerte Stufe in einer Selektivitäts- sche Varianz der Schalter wird später
dem Markt angebotenen, herkömm- kette, über keine elektronischen, son- beschrieben.
lichen Schutzorgane zu langsam. Die- dern ausschließlich über elektromecha-
ser zusätzliche Schutz durch ARCON ist nische Auslöser. Drei Schalterbaugrö- Die vorgestellten Schalter NZM wer-
besonders wichtig, wenn Anlagen hoch ßen, mit den Bezeichnungen NZM 2, den mit unterschiedlichen Schutzaufga-
verfügbar sein müssen. NZM 3 und NZM 4 decken den Strom- ben praktisch in allen Arten von Nieder-
bereich bis 1600 A lückenlos und teil- spannungs-Energieverteilungsanlagen
Auswahlkriterien für Leistungsschal- weise überlappend, mit den vielseitige- als Abgangsschalter eingesetzt. In klei-
ter – 4 Hauptanwendungen und der ren, elektronischen Auslösern ab. Für nen bis mittleren Verteilungen dienen
Personenschutz – größere Bemessungsströme werden sie ebenso als Einspeiseschalter bis
ergänzend die offenen Leistungsschal- 1600 A. Ergänzend zu den reinen Ener-
Unter den Schutzgeräten der Nieder- ter IZM (ICCB 2) in drei Baugrößen bis gieverteilungsaufgaben, werden die
spannungstechnik bieten Leistungs- 6300 A angeboten (Bild 2). Alle Schal- Schalter zum Schutz verschiedenartiger
schalter die höchste Komplexität bei terbaugrößen verfügen jeweils über Betriebsmittel, gegen Überlast und Kurz-
der Einstellung ihrer Auslösekriterien. mehrere Varianten mit unterschied- schluss, sowie zum Schutz der Schalt-
Beispielhaft werden diese vielfältigen lich hohem Kurzschlussausschaltver- geräte und der verbindenden Kabel und
Einstellmöglichkeiten an den bewähr- mögen. Die Preise der Schalter sind Leitungen auch in Maschinen- und Anla-
ten Leistungsschaltern NZM erläutert. u.a. nach der Leistungsfähigkeit bei gensteuerungen eingesetzt. Sie beherr-
Die Einsatzgebiete der Leistungsschal- ihrem Kurzschlussausschaltvermögen schen umfassend die vier wesentlichen
ter NZM, mit Auslösern für Überlast- gestaffelt. Dadurch kann der Projekteur Hauptapplikationen:
und Kurzschlussströme und umfangrei- die projektbezogene Schalterdimensi-
chem Systemzubehör, sind ebenfalls onierung wirtschaftlich an die für die • den Anlagenschutz,
äußerst vielfältig. Anlage notwendige Kurzschlussleistung • den Motorschutz,
anpassen. Das gewählte Schaltvermö- • den Transformatorschutz und
Kompakt-Leistungsschalter NZM gen definiert, entsprechend Bild 7, das • den Generatorschutz (Bild 3).
(MCCB 1) werden von Moeller mit elek- untere Ende der später vorgestellten
tronischen Auslösern und mit unter- Auslösekurven. Die Tabelle 1 zeigt die

1 3 5
MCCB = Molded Case Circuit Breaker IEC = International Electrical Commission CSA = Canadian Standards Association
2 4
ICCB = Insulated Case Circuit Breaker UL = Underwriter’s Laboratories (http://www.ul.com) (http://www.csa.ca)

3
➜ c)

b) ➜

a) ➜

d)

Bild 3: Die vier großen Hauptanwendungen der Kompakt-Leistungsschalter NZM, für die teilweise bei hohen Strömen auch offene Leistungsschalter
IZM eingesetzt werden: a) Anlagenschutz / Leitungsschutz b) Transformatorschutz c) Motorschutz d) Generatorschutz

Unter dem Anlagenschutz versteht Neben diesen, mehr auf den Schutz • eine zusätzliche Schutzfunktion,
man den Schutz von Kabeln und Leitun- von Wirtschaftsgütern ausgerichteten den Unterspannungsschutz, können
gen, aber auch den Schutz von Sam- Funktionen, dürfen die zusätzlich erfüll- die Leistungsschalter übernehmen,
melschienensystemen. Diese haben ten Anforderungen des Personenschut- wenn sie mit einem Unterspannungs-
eine hohe Bedeutung in Schaltanlagen zes nicht übersehen werden. Der Per- auslöser ausgestattet sind,
zur Energieverteilung (Punktverteilern), sonenschutz erfolgt bei allen Schal- • in diesem Fall gewährleisten sie
aber nicht zu vergessen, auch als Lini- tervarianten, als Schutz gegen elek- gleichzeitig den Schutz gegen selbst-
enverteiler, der häufig vorteilhafteren trischen Schlag, durch das schnelle tätigen Wiederanlauf nach einer
Alternative zu Kabeln. automatische Abschalten gefährlicher Spannungsunterbrechung,
Berührungsspannungen. Ausreichend • alle vorgestellten Leistungsschal-
Unter den Anlagenschutz fällt auch der kurze Auslösezeiten sind durch die Pro- ter NZM und IZM können die Haupt-
Schutz der in die Schaltanlagen einge- jektierung und Schalterdimensionierung schalter- und Trennereigenschaften
bauten Schalt-, Schutz- und Befehls- sicherzustellen, z.B. durch die Einhal- [3, 4] sicherstellen.
geräte, sowie der Automatisierungs- tung der „Nullungsbedingungen“ (IEC /
systeme. Die Einsatzgebiete Motor- EN 60 364-4-41, VDE 0100 Teil 410) [2]. Im Bereich der Energieverteilung sind
schutz, Generatorschutz und Transfor- Lasttrenn- und Leistungsschalter die
matorschutz dienen dem spezifischen Die folgenden zusätzlichen Schutzfunk- wichtigsten Schalt- und Schutzgeräte
Schutz der aufgezählten Betriebsmit- tionen beeinflussen die notwendigen generell. An den kritischen Knotenpunk-
telarten [1]. Für einen optimalen Schutz Schaltereinstellungen und die Auslöse- ten der elektrischen Energieversor-
und eine wirtschaftliche Nutzung die- kurven nicht: gung, von denen die Stromversorgung
ser Betriebsmittel müssen die Auslöse- ganzer Fabriken oder ganzer Stadtteile
kurven der Schutzgeräte, durch die spä- • einige Schalterbaugrößen verfügen abhängt, ist gerade der schmelzsiche-
ter beschriebenen Einstellungen, mög- über optionale, getrennt einstellbare rungslose Schutz durch Leistungs-
lichst genau an die individuelle Leis- Fehlerstrom- bzw. Erdschluss-Schutz- schalter mit seiner schnellen Wieder-
tungsfähigkeit der zu schützenden funktionen, einschaltbereitschaft, ohne Ersatzteil-
Betriebsmittel angepasst werden. Zum • bei allen Baugrößen erfolgt der beschaffung, von zentraler Bedeutung.
wirtschaftlichen Betrieb gehört es auch, Personenschutz durch die schnelle Ein selektiver Schutz in verschiedenen
dass die Schutzorgane nicht ungewollt Freischaltung von Abgängen und Netzebenen, stellt eine hohe Anlagen-
bzw. unnötig auslösen. Betriebsmitteln, und Prozessverfügbarkeit sicher. Dar-

4
Baugrößen, Anwendungen, Schaltvermögen, Einstellbereiche der Leistungsschalter NZM,
IEC-Ausführung, 3-polige Schalter

Elektromechanische Auslöser Elektronische Auslöser


IEC-Schaltvermögen bei 400 V IEC-Schaltvermögen bei 400 V
Typ
B = 25 kA C = 35 kA N = 50 kA H = 150 kA N = 50 kA H = 150 kA
Einstellbereiche in A Einstellbereiche in A
NZM..1 -A.. 15 - 160 15 - 160 15 - 160 15 - 160 * ) - - -
NZM..1 -M.. 16 - 100 - 16 - 100 - - - -
NZM..1 -S.. 40 - 100 - 40 - 100 40 - 100 - - -
NZM..2 -A.. 125 - 300 125 - 300 125 - 300 125 - 300 - - -
NZM..2 -M.. 100 - 200 - 100 - 200 16 - 200 -ME.. 45 - 220 45 - 220
NZM..2 -S.. 125 - 200 - 125 - 200 40 - 200 - - -
NZM..2 - - - - - -VE.. 50 - 250 50 - 250
NZM..3 -A.. - 260 - 500 260 - 500 260 - 500 -AE.. 125 - 630 125 - 630
NZM..3 - - - - - -ME.. 110 - 450 110 - 450
NZM..3 - - - - - -VE.. 125 - 630 125 - 630
NZM..4 - - - - - -AE.. 315 - 1600 315 - 1600
NZM..4 - - - - - -ME.. 275 - 1400 275 - 1400
NZM..4 - - - - - -VE.. 315 - 1600 315 - 1600

-AE.. Anlagen- und Kabelschutz


-A.. Anlagen- und Kabelschutz
-ME.. Motorschutz
-M.. Motorschutz
-VE.. Anlagen- und Kabelschutz,
-S.. Kurzschlussschutz (ohne Überlastschutz)
Selektiv- und Generatorschutz
*
) H = 100 kA
Tabelle 1: Übersicht über die wesentlichen Auswahlkriterien für Leistungsschalter NZM und die Lösung mit elektromechanischen oder elektronischen
Auslösern.

S5 S4 S3
unter versteht man, dass möglichst nur 250A 1000A 2000A
2h
ein kurzschlussnahes Schutzorgan aus- 100
40
löst. Üblich sind folgende Schaltgeräte- S1 Hochspannung
Minuten

Kombinationen, um Netze selektiv auf- 10

zubauen: 4

1
40
• Sicherung - Sicherung, S2 Niederspannung
Sekunden

10
• Sicherung - Schutzschalter, A
4 S3
• Schutzschalter - Sicherung
1
• Schutzschalter - Schutzschalter. S3 S4
400
B
S5
tv
Bild 4 zeigt ein Beispiel für einen Netz- 100
Milli-Sekunden

50ms
S4 40
aufbau mit Zeitselektivität, die durch 50ms
C
Schalter mit unterschiedlicher Kurz- 10

zeitverzögerung der Kurzschlussaus- S5


4

löser erreicht wird. Moeller erleichtert D 1


100 200 400 1000 2000 4000 10000 20000
dem Praktiker mit der Planungs-Soft- ICC
[A]
ware NetSelect oder NetPlan die opti-
male, selektive Projektierung, auch in
Mischformen mit Schmelzsicherungen. Bild 4: Beispiel für einen kaskadenförmigen Netzaufbau. Die Schalter in den verschiedenen Netz-
Die Moeller Leistungsschalter NZM und ebenen sollen selektiv abschalten. Dies lässt sich mit einer Zeitselektivität realisieren. Der Schal-
IZM, mit elektronischen Auslösern, kön- ter der untersten Ebene (im Beispiel S 5) besitzt unverzögerte Kurzschlussstromauslöser, alle vorge-
nen in modernen Schaltanlagen zusätz- schalteten Schalter sind um 50 ms, 100 ms usw. kurzzeitverzögert.

5
b Überlastbereich
a b c
Der zweite Bereich ist der Überlast-
bereich. In diesem Bereich wirken
die stromabhängig, thermisch (Bime-
t Ir tall) oder stromabhängig, elektro-
nisch verzögerten Überlastauslöser.
Bei den Leistungsschaltern NZM
sind die Überlastauslöser, abgese-
tr hen von speziellen Geräten für den
nordamerikanischen Markt, immer
einstellbar. Bei geringen Überströ-
men ist die Auslösezeit lang, sie wird
Irmv bei größeren Strömen kürzer. Diese
Kurvenform entspricht der Belastbar-
keit der zu schützenden Betriebsmit-
tel. Die zulässigen Überströme las-
tv sen sich nicht beliebig erhöhen, weil

Irm
die thermischen und die dynami-
schen Belastungen für Betriebsmit-
tel, Verkabelung, Schaltanlage und
I Schalter mit dem Quadrat des Stro-
mes zunehmen (das muss z.B. bei
Bild 5: Das Bild zeigt eine beispielhafte Auslösekennlinie mit den Funktionsbereichen der Projektierung von schweranlau-
1. Nichtauslösebereich / Betriebsbereich, links bzw. unter der roten Auslösekennlinie, fenden Motoren berücksichtigt wer-
2. Überlastbereich, kurzzeitiges Überschreiten ist möglich,
den). Der Überlastbereich reicht bis
3. Kurzschlussbereich.
zum, der Anwendung entsprechend,
Das Bild zeigt außerdem die variablen Parameter entsprechend der Tabelle 4, die eine anwendungs-
spezifische Gestaltung der Auslösekurve ermöglichen.
einstellbaren Ansprechwert der mag-
netischen Kurzschlussschnellaus-
löser (vergleichbar mit einer Not-
bremse). Der Bereich zwischen
lich komfortabel vernetzt werden [5]. ßig genutzt werden (betriebsmäßige Be- dem 1,05-fachen und dem 1,2- bzw.
Auch für diese Vernetzungsaufgaben dingungen). In diesem Feld arbeiten z.B. 1,3-fachen Stromeinstellwert Ir wird
stehen geeignete Softwaretools zur auch Antriebe im Aussetzbetrieb, die auch als Grenzstrombereich bezeich-
Verfügung. für eine kurze Zeit einen höheren Strom net. Dieser Bereich ist für die nor-
(im Überlastbereich) aufnehmen. In den menkonforme Justierung der Schal-
Funktionsbereiche in den Aus- Aussetzpausen können Betriebsmittel ter in der Fertigung von besonderer
lösekennlinien und thermisches und Schutzorgan wieder abkühlen. Das Bedeutung. Bei elektronischen Über-
Gedächtnis der Auslöser Feld oberhalb, bzw. rechts der Auslöse- stromauslösern an Leistungsschal-
kurve stellt den Bereich der außerge- tern lässt sich, z.B. für den Motor-
Auslösekennlinien stellen mehrere Funk- wöhnlichen Bedingungen mit den mög- schutz, die Lage der Kurve auf der
tionsbereiche der Schutzgeräte dar. Für lichen Störungen durch Überlast oder Zeitachse (tr) zusätzlich verschieben,
die unterschiedlichen Funktionsberei- Kurzschluss dar. Die Kennlinie wird um einen Schweranlauf zu berück-
che sind z.T. unterschiedliche Auslöser üblicherweise in einem doppelt-logarith- sichtigen. Die eingestellte Zeit tr gilt
im gleichen Gerät verantwortlich. Die mischen Koordinatensystem dargestellt. beim 6-fachen des Einstellstromes Ir.
Auslösekennlinie beschreibt das Verhal- Die Kurve umfasst entsprechend Bild 5 Bei elektronischen Motorschutzrelais
ten eines Schutzgerätes in Abhängigkeit drei Bereiche: kennt man für die gleichartige Funk-
von den in unterschiedlicher Höhe flie- tion die Bezeichnung der „Auslöse-
ßenden Strömen und von den Strom- klassen“ (Class 5, 10, 20 usw.), die
flusszeiten. Durch die Auslösekurve wird a Nicht-Auslöse-Bereich statt dessen die max. Auslösezeit
speziell das Verhalten eines Leistungs- beim 7,2-fachen des Einstellstromes
schalters unter betriebsmäßigen, wie Im ersten Bereich wird sicherge- Ir angeben. Bei Relais ist die Standard-
auch unter außergewöhnlichen Bedin- stellt, dass der Schalter nicht ohne einstellung Class 10 A mit tr = 10 s.
gungen beschrieben. Konstruktive Merk- Grund auslöst, wenn das Betriebs-
male der Schutzschalter können Ein- mittel nicht gefährdet ist. Deshalb Eine Sonderform stellen Kurz-
fluss auf die spezifische Auslösekurve darf der Schalter, ausgehend vom schluss-Schutzschalter ohne Über-
nehmen. Die Auslösekennlinien müs- kalten Zustand, bei allpoliger Belas- lastauslöser dar. Diese Schalter wer-
sen den Erfordernissen der zu schützen- tung und bei Bezugstemperatur bis den mit zusätzlichen Überlastschutz-
den Betriebsmittel entsprechen. Unter- zum 1,05-fachen des Einstellstro- organen kombiniert. Diese Kombi-
halb, beziehungsweise links der Aus- mes Ir des stromabhängig verzö- nationen wählt man für den Schutz
lösekennlinie, im beherrschten, zuläs- gerten Überlastauslösers innerhalb von Motoren mit langen Anlaufzeiten
sigen Bereich, erfolgt keine Auslösung. von 2 Stunden (bei I ⱕ 63 A, inner- oder wenn der Schutzschalter bei
Das Strom / Zeit - Feld unterhalb / links halb von 1 Stunde) nicht auslösen einer sich selbst aufhebenden Über-
der Auslösekennlinie kann betriebsmä- (konventioneller Nichtauslösestrom). last nicht auslösen soll. Diese Schal-

6
Eignung der Schalter in IEC-Ausführung
für Haupt- und Nebenanwendungen

Hauptanwendungen Nebenanwendungen Typ

Selektiv- gelb und „E“ = elektronische


Kurzschluss- schutz Auslöser
schutz Anlagen- Kabel- Generator- Motor- Haupt-
mit verzö- Not-Aus
(ohne Über- schutz schutz schutz gertem Kurz- schutz schalter
blau = elektromechanische
stromauslöser) schlussaus-
löser Auslöser

X X N..-..
X (X) * X X NZM.. ..-S..
X X X X NZM.. ..(-4)-A..
X X X X NZM.. ..(-4)-AE..
X (X) ** (X) ** NZM.. ..-M..
X (X) ** (X) ** NZM.. ..-ME..
X X X X X X NZM.. ..(-4)-VE..

* nur in Kombination mit geeignetem Schütz und Motorschutzrelais


** nur für einzelne Motorstarter
(-4) Typenzusatz für 4-polige Schalter

Tabelle 2: Applikationsabhängige Haupt- und Nebenanwendungen der Leistungsschalter NZM mit elektromechanischen oder elektronischen Auslösern.

ter besitzen in Nordamerika eine grö- strom) ausgelöst werden. In diesem Verzögerungszeit selbst ist stromun-
ßere Bedeutung, als in IEC-Schalt- Fall und beim Schutz von Transfor- abhängig. Der höher eingestellte,
anlagen. matoren ist es beispielsweise güns- unverzögerte Kurzschlussschnellaus-
tiger, wenn der Schutzschalter nicht löser (Ii) löst den Schalter aus, falls
auf Höchstmarke eingestellt werden sein Einstellwert während der Ver-
c Kurzschlussbereich muss. Das ergibt eine zusätzliche zögerungszeit überschritten wird.
Sicherheit gegen Frühauslösungen, Der unverzögerte Kurzschlussauslö-
Hier wird die Grenze der für die die besonders dann interessant sein ser bildet in dieser Kombination dann
Betriebsmittel und den Schalter zu- kann, wenn der Ansprechwert eines sozusagen die letzte Notbremse.
lässigen Überlast überschritten, es Kurzschlussauslösers nicht einstell-
beginnt der Kurzschlussbereich, bar ist. Je nach Schutzschaltertyp Bei einem kaskadenförmigen, selek-
in dem der unzulässig überhöhte unterscheidet man zwischen unver- tiven Netzaufbau muss der nach-
Strom möglichst schnell abgeschal- zögerten (Ii) und kurzzeitverzögerten geordnete, störungsnahe Schutz-
tet werden muss. Der Ansprechwert (Isd) Kurzschlussauslösern. Ein kurz- schalter im Fehlerfall innerhalb der
der Kurzschlussauslöser Ii (i = ins- zeitverzögerter Kurzschlussauslöser Verzögerungszeit des übergeord-
tantaneous) wird als Vielfaches des wird im gleichen Schalter immer mit neten Schalters ansprechen, um
Bemessungsstromes des Schalters einem (höher eingestellten) unver- den Strom rechtzeitig zu reduzie-
In (höchster Einstellstrom) gewählt. zögerten Kurzschlussauslöser kom- ren / zu unterbrechen, sonst besteht
Dieses Vielfache ist in Abhängig- biniert. die Gefahr, dass der übergeordnete,
keit von der Anwendung, also der verzögerte Schalter ebenfalls aus-
Art des zu schützenden Betriebsmit- Bei den verzögerten Auslösern wer- löst. Immer, wenn mit verzöger-
tels, einstellbar. Wenn der Bemes- den der Strom und die zusätzliche ten Auslösern der Schutzschal-
sungsstrom des Schalters nicht voll Verzögerungszeit (tsd) nach den ter oder mit höheren Auslösezei-
ausgenutzt wird, wird das Vielfache, Gegebenheiten der zu schützen- ten bei Motorschutzrelais (z.B.
bei dem der Schalter auslöst, größer, den Betriebsmittel eingestellt. Beim Class 40) gearbeitet wird, zum
als das am Schalter eingestellte Viel- Überschreiten des eingestellten Beispiel beim Schweranlauf von
fache. Werden zum Beispiel Moto- Stromes des verzögerten Auslösers großen Motoren, muss der Pro-
ren geschützt, muss der Ansprech- wird die Verzögerungszeit gestar- jekteur berücksichtigen, dass alle
wert der Kurzschlussauslöser so tet. Vor der Einleitung einer Aus- Geräte und Leitungen im gesam-
gewählt werden, dass sie beim lösung wird geprüft, ob der einge- ten Stromkreis für eine längere
Anlauf des Motors nicht durch des- stellte Strom immer noch über dem Zeit mit einem höheren Strom
sen Einschaltstromspitzen (Anlauf- Schwellwert liegt. Die eingestellte belastet werden. In derartigen Fäl-

7
len muss er häufig die Schaltge- eines Schalters oder nach einem das Kabel oder der Motor thermisch
räte und die Leitungen angemes- Spannungsausfall der thermische entlastet wird.
sen überdimensionieren. Zustand des Betriebsmittels weiter Die Nachbildung der Abkühlung
Wichtig für einen sicheren Schutz bekannt ist. So wird die Grundlage erfolgt bei den elektronischen Auslö-
der Betriebsmittel und Leitungen ist für einen weiteren, optimalen Schutz sern mit der gleichen Zeitkonstante,
das „thermische Gedächtnis“ der nach einer Betriebsunterbrechung mit der auch die Erwärmungskurve
Auslöser. Das thermische Gedächt- oder bei einem intermittierenden bestimmt wird. Bei Bimetall-Auslö-
nis bildet die Erwärmung der zu Betriebsverlauf geboten. Das ther- sern ergibt sich diese Funktion auto-
schützenden Betriebsmittel wäh- mische Gedächtnis berücksichtigt matisch dadurch, dass die erhitzten
rend des normalen Betriebes und beim Abbau der gespeicherten Bimetalle abkühlen müssen, um sich
während der Überlastphase nach. Erwärmung die typische Zeitkons- wieder in ihre Grundstellung zu rich-
Es speichert permanent die Wärme- tante für die Abkühlung der Last ten. Mit dem thermischen Gedächt-
bilanz, damit nach einer Auslösung (Kabel oder Motor), mit der auch nis wird in der Praxis verhindert,

Unterschiedliche Anforderungen an Leistungsschalter


für den Anlagen- oder Motorschutz

Merkmal Anlagenschutz Motorschutz


relevante Normen IEC / EN 60 947-1 [6] IEC / EN 60 947-1 [6]
IEC / EN 60 947-2 [7] IEC / EN 60 947-4-1 [8]
Grenzstrombereich
Umgebungstemperatur Herstellerangabe Normwert
40 °C (bei Moeller) 20 °C
konventioneller Nichtauslösestrom 1,05 x Stromeinstellwert 1,05 x Stromeinstellwert
*) für die stromabhängig verzögerte
Auslösung
(darf nicht auslösen innerhalb von 2 h **), bei **) 1 h bei ≤ 63 A
allpoliger Belastung, bei Bezugstemperatur)

konventioneller Auslösestrom *) 1,30 x Stromeinstellwert 1,20 x Stromeinstellwert


für die stromabhängig verzögerte
Auslösung
(muss früher als in 2 h **) auslösen, nach **) 1 h bei ≤ 63 A
Belastung mit dem Nichtauslösestrom)

Phasenausfallempfindlichkeit nicht vorgesehen alternativ zulässig


nicht sinnvoll, da in der Anlage die sinnvolle Schutzfunktion, da die Strom-
Strombelastung der Phasen unsymme- verteilung der Phasen bei Motoren
trisch sein darf und häufig ist symmetrisch sein soll
Definition:
darf nicht auslösen innerhalb von 2 h bei: 2 Pole 1,0 x Stromeinstellwert,
1 Pol 0,9 x Stromeinstellwert

muss innerhalb von 2 h auslösen bei: 2 Pole 1,15 x Stromeinstellwert,


1 Pol 0 x Stromeinstellwert

Ansprechwert der Kurzschlussauslöser ca. 6...10 x Ir ca. 8...14 x Ir


(Praxiswerte)
Ir = Einstellwert des Überstromauslösers

Unempfindlichkeit gegenüber dem bedingt erforderlich erforderlich


Anlaufstrom
Selektivität bei mehreren in Reihe liegenden sinnvoll
Schaltern meistens erforderlich
Überstromauslöser müssen nicht einstellbar sein einstellbar
(sind bei NZM und IZM immer einstellbar)

Auslöseklassen nicht vorgesehen sinnvoll


zur Anpassung an das Anlaufverhalten des Motors

Thermisches Gedächtnis sinnvoll unbedingt erforderlich

Tabelle 3: Unterschiedliche Anforderungen bei den beiden stückzahlstärksten Anwendungen der Leistungsschalter, dem „Anlagenschutz“ nach
IEC / EN 60 947-2 [7] und dem „Motorschutz“ nach IEC / EN 60 947-4-1 [8]

*) Begriffe sind aussagekräftig, werden aber nur in der IEC / EN 60 947-2 verwendet **) siehe in zweiter Spalte

8
dass die Last, z.B. ein Motor, durch • die unterschiedlichen, typischen Ein- tatsächlichen Einstellungen an dem
ein zu schnelles Wiedereinschalten schaltspitzenströme der zu schützen- Schalter, generiert und dokumen-
nach einer Überlast-Auslösung ther- den Betriebsmittel, mit ihren unter- tiert wird.
misch überlastet wird. Gleichzeitig schiedlichen Strom- /Zeitverhalten, Voraussetzung für die Verbindlichkeit
wird durch das thermische Gedächt- • die regulären Betriebsströme, der Auslösekurve ist, dass im Tool und
nis beim Eintreten einer Überlastung • die möglichen Überlastströme mit in der Schaltanlage identische Schalter-
die Vorerwärmung des Betriebsmit- ihren unterschiedlichen Strom- / typen auswählt werden und dass die
tels berücksichtigt. Eine Wiederein- Zeitverhalten und Schaltereinstellungen richtig in das Tool
schaltung ist erst möglich, wenn die • schließlich die Höhe der möglicher- übertragen werden. Wenn das Tool
elektronische Simulation bzw. dem weise auftretenden Kurzschluss- zeigt, dass veränderte Einstellungen
Rückbiegevorgang der Bimetalle ströme. am Schalter erforderlich sind, müssen
ergibt, dass der Motor ausreichend die erforderlichen Einstellungen manu-
abgekühlt ist. Wenn durch ungüns- Bei den Kurzschlussströmen stellt sich ell wieder richtig auf den Schalter über-
tige Kühlungsverhältnisse zu erwar- nicht nur die naheliegende Frage, wie tragen werden. Alle Ergebnisse las-
ten ist, dass sich der Motor schneller hoch diese maximal werden können, sen sich mit Angaben zur Geräteidenti-
erwärmt und / oder gegenüber der sondern auch, ob die Ströme im Fehler- fikation abspeichern, kopieren und aus-
Simulation verzögert abkühlt, muss fall überhaupt über den Überlastbereich drucken.
der Motor beispielsweise durch hinausgehend in den Kurzschlussstrom-
Thermistor-Temperaturfühler und bereich kommen, um den Schalter Das Tool kann zusätzlich zu den Aus-
ein Auswertegerät EMT 6 zusätzlich ausreichend schnell auszulösen und lösekurven für die vorgestellten, neuen
geschützt werden. dadurch die nachgeschalteten Betriebs- Kompakt-Leistungsschalter NZM 1 bis
mittel, sowie Personen vor Schäden zu NZM 4, auch die Kurven für die Vor-
schützen. Die Frage nach der ausrei- gängergeneration NZM 7, NZM 10 und
Notwendigkeit von variablen chenden Stromhöhe stellt sich haupt- NZM 14, sowie für die offenen Leis-
Auslösekennlinien bei modernen sächlich bei schwachen Generatoren tungsschalter IZM 1 bis IZM 3, IZM20
Leistungsschaltern oder in Stromkreisen mit großen Lei- bis IZM 63, IZM X16 und für Schmelz-
tungslängen, also bei hoher Leitungs- sicherungen mit gl-Charakteristik dar-
Die spezifischen Schutzaufgaben und impedanz und hohem Spannungsfall. stellen. Das Tool wird zukünftig um
die applikationsabhängigen Betriebsbe- Aus diesem Grund gibt es beispiels- Kennlinien für weitere Komponenten,
dingungen (Gebrauchskategorien) der weise Generatorschutzschalter mit wie Motorschutzschalter PKZM , Lei-
aufgezählten Betriebsmittel erfordern besonders niedrigen Einstellwerten. tungssschutzschalter FAZ und Motor-
unterschiedliche Schaltereinstellungen. Zeitkritisch ist für den Personenschutz schutzrelais ZB erweitert.
Dieser Zusammenhang führt über die aber auch die rasche Abschaltung der
unterschiedlichen, einstellbaren Variab- im Fehlerfall entstehenden gefährli-
len zu anwendungsspezifischen Schal- chen Berührungsspannungen. Zusätz- Konstante und variable Parameter
tervarianten, entsprechend der Tabel- lich kann es im Kurzschlussfall auch zu für die Kurvendarstellungen
len 1 und 2. Die Anforderungen an das unerwünschten, starken Spannungsab-
Spektrum der Einstellmöglichkeiten senkungen kommen, die undefinierte Schutzgeräte mit Bimetallauslösern,
steigen, wenn mehrere Schutzorgane Schaltzustände der Schütze oder der wie die Motorschutzrelais ZB 12, ZB 32,
in Reihe liegen. Dies ist fast immer der spannungsabhängigen Auslöser in der ZB 65 oder ZB 150, ermöglichen aus-
Normalfall, wenn zwischen dem Nie- Anlage bewirken können und die des- schließlich die Einstellung des Motor-
derspannungs-Einspeisetransformator halb ebenfalls eine rasche Abschaltung nennstromes als Einstellstrom Ir der
und dem Betriebsmittel beispielsweise des Kurzschlusses verlangen. Hier kön- Überlastauslöser. Der weitere Verlauf
mehrere Haupt- und Unterverteiler nen Unterspannungsauslöser unterstüt- der Auslösekurven wird bei der Konst-
angeordnet sind. In diesen Fällen sind zend wirken. ruktion durch die Dimensionierung der
die Schalter und die Kabel und Leitun- Bimetalle so festgelegt, dass die Bime-
gen für die einzelnen Teilstrecken häu- Das in diesem Aufsatz vorgestellte Tool tallcharakteristik der Wärmecharakte-
fig für unterschiedlich hohe Ströme zu ermöglicht eine einfache Darstellung ristik der Motoren ausreichend genau
dimensionieren. Dadurch liegen häufig von Auslösekurven, für bekannte (aus- entspricht. Als einzigen, nicht einstell-
Schalter unterschiedlicher Baugrößen gewählte) Schalter am PC und den ein- baren Zusatznutzen, bieten diese Vari-
im Stromfluss in Reihe. fachen, optischen Vergleich der Aus- anten für den Motorschutz eine nor-
lösekurven von mehreren Schaltern und menkonforme Phasenausfallempfind-
Die vier aufgezählten Anwendungs- Schmelzsicherungen, die im Stromfluss lichkeit und alle Varianten bieten eine
gebiete stellen, wie in Tabelle 3 am in verschiedenen Netzebenen in Reihe Umgebungstemperaturkompensa-
Beispiel des Anlagen- und des Motor- liegen (Bild 4). Ziel ist es, zu prüfen, tion. Sie erkennen und berücksichtigen
schutzes dargestellt, jeweils etwas ob die Schalter einen sicheren Betrieb den Ausfall eines beliebigen Außenlei-
andere Anforderungen an die Schalter. zulassen und ob eine Selektivität im ters (Phase). Gleiches gilt für Motor-
Die wichtigsten anwendungsabhängi- Überlast- und Kurzschlussbereich zwi- schutzschalter PKE, PKZM 01, PKZM 0
gen Parameter für die Leistungsschal- schen den eingesetzten Schutzgeräten und PKZM 4. Bei diesen Schutzschal-
terauswahl sind hierbei besteht. Der wesentliche Vorteil die- tern sind die Ansprechwerte der zusätz-
ses Tools, gegenüber jeder gedruck- lichen Kurzschlussauslöser fest einge-
• das Auftreten einer symmetrischen ten Darstellung in Katalogen, besteht stellt. Die Anlagen- und Motorschutz-
oder unsymmetrischen Last, darin, dass die ganz spezifische Aus- schalter PKZ 2 gehen einen Entwick-
lösekurve, in Abhängigkeit von allen lungsschritt weiter, da hier auch die

9
Einstellmöglichkeiten bei stromabhängig wirkenden Auslösern bei unterschiedlichen Schutzschalterarten

Die Auslöser können teilweise optional vorhanden sein oder die Angaben gelten
nur bei bestimmten Schaltervarianten, siehe gültiger Moeller Hauptkatalog

Elektromechanische Auslöser Elektronische Auslöser

Typ ZB... PKZM... PKZ... NZM... NZM... IZM...


Parameter mit Einfluss auf
die Auslösekennlinie 12, 32,
Größe 01, 0, 4 2 1, 2 2 3, 4 1, 2, 3
65, 150
var.
Einstellwert Ir für Überlastauslöser var. var. var. var. var.
-

Ansprechwert Irm für unverzögerten fest


- fest var. - -
Kurzschlussschnellauslöser var.

Ansprechwert Ii für unverzögerten Kurzschlussschnel- fest fest


- - - -
lauslöser var. var.

Ansprechwert Isd für verzögerten Kurzschluss- var.


- - - - var.
stromauslöser -
Motorschutz Auslöseklasse CLASS fest fest fest fest var. -
fest fest
Trägheitsgradeinstellung tr für Überlastauslöser - - - -
var. var.

Verzögerungszeit tsd für kurzzeitverzögerten Kurz-


- - - - var. var.
schlussstromauslöser

fest fest
I2t-konstant-Funktion - - - -
var. var.
- - - -
Phasenausfallempfindlichkeit fest fest
fest fest fest fest
fest -
Bemessungsfehlerstrom IΔn - - - - -
var. -
fest -
Verzögerungszeit tv für Fehlerstromauslöser - - - - -
var. -
Ansprechwert Ig für Erdschlussauslöser - - - - - var. var.
Verzögerungszeit tg für Erdschlussauslöser - - - - - var. var.

Tabelle 4: Feste und variable Parameter für stromabhängig wirkende Auslöser bei unterschiedlichen Schutzschalterarten.

Ansprechwerte der magnetischen Kurz- teren, im gleichen Stromkreis ange- zeigt das Bild 6 eine typische Motor-
schlussauslöser einstellbar sind. Direkt ordneten Schutzgeräten. Die Tabelle anlaufkennlinie, die mit dem Tool dar-
vergleichbar mit diesen Schutzgeräten 4 zeigt die bei den unterschiedlichen gestellt werden kann, und den Schutz,
sind die Leistungsschalter NZM 1 und Schutzschalterarten wirksamen Para- einerseits mit einem Leistungsschal-
die thermomagnetischen Leistungs- meter, die entweder fest eingestellt ter mit thermischen Überlastauslösern,
schalter NZM 2 und NZM 3. sind, oder die variabel sind. In der Mög- bei denen die Kurzschlussauslöser auf
lichkeit dieser individuellen Anpassun- den maximalen Strom eingestellt sind,
Schutzgeräte mit elektronischen Aus- gen an die unterschiedlichen Betriebs- sowie andererseits den wesentlich bes-
lösern, NZM 2 bis 4, IZM 1 bis 3 oder mittel liegen wesentliche Vorteile der ser angepassten Schutz mit elektroni-
IZM X16, IZM 20 bis 63 bieten zusätz- Leistungsschalter gegenüber Schmelz- schen Auslösern eines Leistungsschal-
liche Freiheitsgrade bei der Einstellung sicherungen. Als Beispiel für die ver- ters. Im ersten Fall kann der Einschalt-
und der Definition ihrer Schutzwirkun- besserte Schutzwirkung durch individu- spitzenstrom trotzdem noch zu einer
gen und im Zusammenspiel mit wei- ell einstellbare, elektronische Auslöser Schalterauslösung führen. Im zweiten

10
Auslösediagramm

Allgemeine Angaben:
Firma: Moeller GmbH
Anlage:
Bearb.:
Datum:
Motoranlaufkennlinie Netz: 400V / 50Hz

Auslösekennlinie Leis-
Auslösezeit

tungsschalter mit
thermischen Auslösern

Leistungsschalter
mit elektronischen
Auslösern

Auslösestrom [A]

Bild 6: Leistungsschalter mit elektronischen Auslösern ermöglichen, durch vielseitigere Einstellmöglichkeiten, eine exaktere Anpassung an die typische
Stromaufnahmekurve eines anlaufenden Drehstrommotors, als dies beispielsweise mit dem Schalter mit thermischen Überlastauslösern möglich ist.

Fall ist der Motor während des Hoch- Kurven in einem einzigen Blatt zur leich- 3. Umfassende, weiterführende Infor-
laufs wesentlich besser geschützt. ten, optischen Auswertung dargestellt. mationen zum Programm enthält
das Blatt „Read Me“.
Die einstellbaren Fehlerstrom- oder Erd- Die Handhabung ist sehr einfach, da
schlussauslöser sind optionale Zusatz- dem Anwender die zulässigen Variablen 4. Im Blatt „General“ wird die
ausrüstungen, die im Kennlinienpro- in den typspezifischen Eingabeblättern gewünschte Sprachversion
gramm nicht berücksichtigt werden. bereits angeboten werden. Es müssen gewählt. Auf diesem Blatt wer-
Wie bereits beschrieben, ermöglichen nur die zutreffenden Variablen manuell den „allgemeine Angaben“ zum
die kurzzeitverzögerten Schalter die in die Masken eingetragen werden. Das bearbeiteten Projekt eingetragen,
Realisierung eines zeitselektiven An- Programm wird im Internet unter www. die automatisch in die Kurven-
lagenkonzepts. Die kurzzeitverzöger- moeller.net/de/support zum Download darstellungen übernommen wer-
ten Auslöser werden auch bei Motoren angeboten. Für die Nutzung ist eine den. Mit der Version 1.071 des Pro-
mit langer Hochlaufzeit eingesetzt. Bei kostenlose Registrierung erforderlich. gramms sind z. Z. Anwendungen
dieser Applikation lässt sich die Schutz- mit einer Betriebsspannung zwi-
funktion noch durch zusätzliche Ther- 1. Das Programm wird als Excel- schen 240 und 690 V, 50...60 Hz
mistorschutzrelais EMT6 von Moeller Datei in ein beliebiges Verzeich- zu bearbeiten.
erweitern. nis auf einen Rechner kopiert, auf
dem Microsoft Excel® bereits ins- 5. Es wird empfohlen, das Projekt
Handhabung des Software-Tools talliert ist. Es ist keine weitere Ins- nach dem Eintrag der projekt-
„CurveSelect“ von Moeller tallation erforderlich. Die Datei kann bezogenen Grunddaten, über
für beliebig viele Projekte verwen- „Datei“ / “Speichern unter“ unter
Bisher war es schwierig individuelle det werden. einer beliebigen Bezeichnung in
Auslösekurven darzustellen und mitei- einem beliebigen Verzeichnis zu
nander zu vergleichen. Oft scheiterte 2. Die Datei wird durch Doppelkli- sichern. Dadurch bleibt die Original-
die Auswertung bereits an den unter- cken auf „Kennlinien... .xls“ ge- Programmdatei „Kennlinien... .xls“
schiedlichen Maßstäben für die Koor- öffnet. Es öffnet sich eine Excel- für die weitere Nutzung ohne pro-
dinaten der Kurvendarstellungen für Arbeitsmappe mit mehreren Blät- jektspezifische Einträge erhalten.
Schutzschalter und Schmelzsiche- tern für die notwendigen Eingaben Es wird empfohlen, später die wei-
rungen. Das ändert sich nun mit dem und für die Darstellung der Kurven. teren Eingaben ebenfalls regelmä-
neuen Software-Tool. Hier werden alle

11
ßig durch „Datei“ / „Speichern“ zu Auf den Blättern „FSC“ (Free- und ausgedruckt werden. Das Blatt
sichern. StyleCurves = Freihandkennli- „Kennlinien <> Curves“ kann mar-
nie) und „Mot“ (Motorkennlinie) kiert und in die Zwischenablage
6. Mit den Blätter „NZM...“, werden die frei definierbaren Kur- des Rechners kopiert und anschlie-
„IZM...“, „PKZ“, „ZB“, „MCB“ ven für Schutzgeräte bzw. für ßend in andere Dokumente einge-
(Leitungsschutzschalter oder eine Motorhochlaufkurve einge- fügt werden. Nach Änderungen auf
„Fuses“ (Sicherungen) wählt man geben. Für die Handhabung der frei den Eingabeseiten, muss das Blatt
die Art des Schutzgerätes, des- definierbaren Kurve, siehe bitte wei- „Kennlinien <> Curves“ bei Bedarf
sen Auslösekurve man als nächs- tere Informationen in der Read Me- neu kopiert und eingefügt werden.
tes darstellen möchte. Pro Blatt Datei. Die Freihandkennlinien las-
und Projekt können die Daten für sen sich mehrfach nutzen, indem 9. Nach Fertigstellung der projektspe-
2 bis 3 Schutzgeräte der gleichen das Projekt unter unterschiedlichen zifischen Datei kann diese im Win-
Bauart und -größe in den Feldern Namen abgespeichert wird. dows Explorer® optional mit einem
„Eingabe“ erfasst werden. Jedes Schreibschutz gesichert werden.
Produktblatt wird pro Projekt maxi- 7. Nach der Eingabe der Daten zum (Datei im Windows Explorer suchen
mal einmal genutzt. Alle Eingaben ersten Schutzgerät und nach und markieren, dann mit „Eigen-
können bei Bedarf gelöscht, bzw. jeder weiteren Eingabe, wird die schaften“ / „Schreibgeschützt“
überschrieben werden. Die jeweils Auslösekennlinie / werden die schützen.) Besonders empfehlens-
zulässigen Einträge werden, ent- Auslösekennlinien auf dem Blatt wert ist es, das Blatt „Kennlinien
sprechend des gewählten Grund- „Kennlinien <> Curves“ ange- <> Curves“ mit einer geeigneten
typs in den Feldern „zulässiger Ein- zeigt (Bild 1). Nachträgliche Einga- Software einzeln als PDF-Datei zu
stellbereich“ angeboten. Die zuläs- beänderungen auf den „Produkt- speichern und bei Bedarf zu schüt-
sigen Werte können nicht kopiert Blättern“ werden bei der nächsten zen. Dadurch wird in der Projektakte
werden, sondern sie werden manu- Kurvenanzeige automatisch berück- Speicherplatz gespart und das
ell in die Eingabefelder eingetragen. sichtigt. Die Darstellung erfolgt im Dokument kann gegen nachträgli-
Auf unzulässige Eintragungen wird doppeltlogarithmischen Koordina- che Änderungen geschützt werden.
in den Feldern „Fehler“ hingewie- tensystem mit 5 x 7 Dekaden, von
sen. Es erfolgt, sofern möglich, eine 1 A bis 100 kA und von 1 ms bis 2 h, 10. Folgende Randbedingungen sind
informative Anzeige von „Kontroll- in Absolutwerten. bei der Auswertung der Diagramme
und Grenzwerten“ und bei Bedarf zu beachten:
von „Warnhinweisen“. Jede Auslö- 8. Die gesamte Arbeitsmappe oder
sekurve kann nur grafisch darge- nur das Blatt „Kennlinien <> Cur- Alle Kurven werden ausgehend vom
stellt werden, wenn das Gerät im ves“ kann ausgedruckt werden. kalten Zustand und ohne Darstel-
Feld „Bezeichnung“ einen belie- Die projektbezogene Datei kann lung der normenkonformen Tole-
bigen Eintrag erhielt. auf jedem Rechner, auf dem Excel ranzen der Ansprechwerte, sowie
installiert ist angezeigt, bearbeitet der Auslösezeiten, als Mittelwerte

Beginn des
elektrodynamischen Kennlinienende
Bereiches bei Icu

300 400 500 700 1k 1,2k 1,5k 2k 2,5k 3k 4k 5k 7k 10k 12k 15k 20k 25k 30k 40k 50k 70k 100k

Auslösestrom [A]

Bild 7: Am unteren Endbereich der Kurven lässt sich das dynamische Verhalten der Schalter nicht mit vertretbarem Aufwand berechnen. Für verbindli-
che Aussagen zur Selektivität in diesem Bereich wird auf die Prüfergebnisse in den Selektivitätstabellen im Moeller Hauptkatalog verwiesen.

12
Auslösediagramm
F2 F1 Q2 Q1
2h gl gl NZMN3 - IZMB1 -
80A 100A VE630 U1600
1h In = 630A In = 1600A
Ir = 1 x In Ir = 1 x In
tr = 2s tr = 8s (I≤t)
Isd = 2 x Ir Isd = 3 x In
tsd = 0ms tsd = 100ms
20min I≤t = On I≤t =On
Allgemeine Angaben:
Allgemeine Angaben:
Ii = 8 x In Ii = 12 x In
Firma:
Firma: Moeller GmbH
Moeller
10min
Anlage:
Anlage: 11
5min Bearb.:
Bearb.: Mey
Mey
Datum:
Datum: 13.07.2007
13.07.2007
2min Netz:
Netz: 400V
400 50Hz
V / 50 Hz
1min
Auslösezeit

20s

10s

5s

2s

1s

500ms

200ms

100ms

50ms

20ms Nicht selektiver


10ms Bereich
5ms

2ms

1ms
10 12 15 20 25 30 40 50 70 100 120 150 200 250 300 400 500 700 1k 1,2k 1,5k 2k 2,5k 3k 4k 5k 7k 10k 12k 15k 20k 25k 30k 40k 50k 70k 100k
Für die Richtigkeit übernimmt Moeller keine Gewähr.
Die Haftung ist insoweit mit Ausnahme in Fällen des Auslösestrom [A]
Vorsatzes ausgeschlossen.

Bild 8: Unselektive Schutzorgane sind an sich kreuzenden oder (fast) berührenden Kurven erkennbar. Die grüne Kurve stellt einen Abgangsschalter
IZM in einem Hauptverteiler dar. Der Einspeiseschalter NZM eines nachgeordneten Unterverteilers wird blau dargestellt. In diesem Verteiler sollen die rot
dargestellten Schmelzsicherungen verschiedene Motorstarter mit Motorschutzrelais schützen.

Auslösediagramm
F2 F1 Q2 Q1
2h gl gl NZMN3 - IZMB1 -
80A 100A VE630 U1600
1h In = 630A In = 1600A
Ir = 1 x In Ir = 1 x In
tr = 2s tr = 8s (I≤t)
Isd = 2 x Ir Isd = 3 x In
tsd = 300ms tsd = 100ms
20min I≤t = On I≤t =On
Allgemeine Angaben:
Allgemeine Angaben:
Ii = 8 x In Ii = 12 x In
Firma:
Firma: Moeller GmbH
Moeller
10min
Anlage:
Anlage: 11
5min Bearb.:
Bearb.: Mey
Mey
Datum:
Datum: 13.07.2007
13.07.2007
2min Netz:
Netz: 400V
400 V // 50
50Hz
Hz
1min

20s
Auslösezeit

10s

5s

2s
eingeschaltete
1s
I2t-Funktion
500ms

200ms

100ms

50ms

20ms

10ms

5ms

2ms

1ms
10 12 15 20 25 30 40 50 70 100 120 150 200 250 300 400 500 700 1k 1,2k 1,5k 2k 2,5k 3k 4k 5k 7k 10k 12k 15k 20k 25k 30k 40k 50k 70k 100k
Für die Richtigkeit übernimmt Moeller keine Gewähr.
Die Haftung ist insoweit mit Ausnahme in Fällen des
Vorsatzes ausgeschlossen.
Auslösestrom [A]

Bild 9: Hier wurde gegenüber Bild 8 der blau dargestellte Leistungsschalter neu ausgewählt. Durch die veränderten Einstellungen ist eine Selektivität
im Überlast- und Kurzschlussbereich gegeben. Die hier erkennbare Selektivität im Kurzschlussbereich wird durch die erprüften Selektivitätsangaben im
Hauptkatalog bestätigt. Die I2t-Funktion ist ein- und ausschaltbar. Sie verbessert die Selektivität mit Schmelzsicherungen.

13
12. Selektivitätsprobleme lassen sich
meistens durch eine andere Gerä-
F Anlagenfunktionsschutz teauswahl oder manchmal durch
E Anlagenschutz geänderte Geräteeinstellung beseiti-
gen (Bilder 8 und 9).
D Betriebsmittelschutz
C Betriebsmittel-Basisschutz Erweiterter Schutz im Grenzbereich
B Schutz für besondere Ende der neunziger Jahre wurde bei
Betriebsstätten und Räume Moeller zur Darstellung der Systema-
A Personenschutz tik der Schutzsysteme in der Nieder-
spannungstechnik das Kegelmodell
der Schutzsysteme vorgestellt [9]. In
mehreren Ebenen eines Kegels ordnet
Moeller, entsprechend Bild 10, lange
Bild 10: Moeller stellt die unterschiedlichen Schutzsysteme der Niederspannungstechnik in einem bekannte, sowie neuartige Schutzsys-
Kegelmodell dar. Die Funktionen und Systeme des Anlagenfunktionsschutzes gehen über Funktio- teme den Normbegriffen oder selbst
nen der vorgestellten Leistungsschalter hinaus. Moeller löst diese Anforderungen beispielsweise mit
eingeführten Begriffen zu. Begriffe,
dem einzigartigen Störlichtbogen-Schutzsystem ARCON®.
wie Personenschutz, Schutz für beson-
dere Betriebsstätten und Räume, der
der parametrierten Auslösekennli- Ansprechwert des unverzögerten Betriebsmittel- und der Anlagenschutz
nie dargestellt. Diese Darstellung Überlastauslösers durch eine senk- sind allgemein bekannt. Neu geschaf-
entspricht der Kurvendarstellung in rechte, gestrichelte Linie gekenn- fen wurden der Betriebsmittel-Basis-
Katalogen. Im Bereich des unver- zeichnet (Bild 7). Die Kurzschluss- schutz und der Anlagenfunktionsschutz.
zögerten Überlastauslösers wird die Selektivität wird durch umfangrei- Im Bereich des Anlagenfunktionsschut-
Mindestbefehlsdauer dargestellt, che Kurzschlussprüfungen im Prüf- zes hat Moeller mit einer neuen Tech-
also die Stromflusszeit bis zur irre- labor nachgewiesen. Für diesen nologie eine bis heute unangefoch-
versiblen Auslösung. Das entspricht Bereich sind Aussagen zur Selek- tene Spitzenposition belegt. Als neues
der Schmelzzeit bei Sicherungen. tivität in den Selektivitätstabellen Schutzsystem wurde das, heute bereits
Die strom-, spannungs- und phasen- im Moeller Hauptkatalog verbind- in der zweiten Generation erfolgreich
lageabhängige Gesamtausschalt- lich. Die Kennlinie des jeweiligen eingesetzte Störlichtbogenschutz-
zeit, die sich aus Ansprechverzug, Leistungsschalters endet mit dem, System ARCON ® geschaffen. Für die
Schaltverzug und Lichtbogenlösch- vom Gerätetyp und von der gewähl- hohen Anforderungen zur Vermeidung
zeit ergibt, wird bei den dargestell- ten Bemessungsspannung abhängi- von Personen- und Anlagenschäden
ten Kurven nicht berücksichtigt. gen Wert des Grenzkurzschlussaus- und zur Sicherstellung einer außerge-
schaltvermögens Icu. wöhnlich hohen Anlagenverfügbarkeit
11. Für die Sicherstellung einer Selekti-
vität im Überlastbereich dürfen sich
die dargestellten Kurven der Schutz-
schalter untereinander und mit den a Master ARC-EM
Kurven von Schmelzsicherungen b Slave ARC-EL3
weder kreuzen, noch berühren. Man Einspeisung 1 c Slave ARC-EC1
sollte die Toleranzen der Kurven, d Linienförmiger Lichtsensor ARC-SL…
1
die im Überlastbereich bei ± 20 % e Standard Stromwandler
RUN

INSTALL

INFO POWER TRP1

f Löschgerät
TEMP SET COM TRP2
TEMP ERROR TRP3
CURRENT

liegen dürfen, berücksichtigen. An


TRP4
ERROR

IA
SA
E
ARCON
ARC-EM

5
Berührungs- oder Kreuzungspunk-
2 2 Einspeisung 2
ten ist die Grenze der Überlast-
Selektivität zwischen den ausge- 4

wählten Geräten erreicht. 3

Im Kurzschlussbereich spielen elek- 6 2 2

trodynamische, von der Schalter-


Feld 1 Feld 2 Feld 3 Feld 4 Feld 5
konstruktion individuell abhängende
Vorgänge eine wichtige Rolle. Die
strombegrenzenden Eigenschaften
Kuppel- 6
der Leistungsschalter, infolge der feld
elektrodynamischen Einwirkungen Feld 6 Feld 7 Feld 8 Feld 9 Feld 10 Feld 11
auf den Kontakt- und Löschapparat,
lassen sich für dieses einfache Tool
im Hochstrombereich nicht mit ver- Bild 11: Wenn die marktüblichen Leistungsschalter für die Verhütung von Störlichtbögen zu lang-
tretbarem Aufwand berechnen. Der sam sind, empfiehlt sich der Einsatz des Störlichtbogen-Schutzsystem ARCON® von Moeller. Es
Bereich dieser elektrodynamischen detektiert Lichtbögen und schließt die treibende Spannung innerhalb von 2 ms lichtbogenlöschend
Grenze wird im Diagramm mit dem kurz.

14
sind die bisher in diesem Aufsatz vor- Gerd Schmitz und Alexander Zumbeck, [10] Peter-Lorenz Könen, Dr. H. Schäfer
gestellten Schutzsysteme einfach zu sowie Herrn Udo Theis vom Leistungs- „Störlichtbogenschutz in der Nie-
langsam. Die Beherrschung der zerstö- schalter-Produktsupport. derspannung – eine Herausforde-
rerischen Lichtbögen erfordert deren rung in der Schutztechnik –
Löschung innerhalb der ersten beiden VER 27-869
Millisekunden. Beim System ARCON® Moeller GmbH, Bonn 1998
wird im Falle eines Störlichtbogens, die Literatur:
den Lichtbogen speisende Netzspan- [11] Peter-Lorenz Könen
nung mit einem pyrotechnischen Kurz- [1] Wolfgang Esser „Personen- und Anlagenschutz im
schließer (Bild 11) in weniger als 2 Mil- „Hauptanwendungsgebiete von Störlichtbogenfall“
lisekunden kurzgeschlossen. Die her- Leistungsschaltern“ „etz“ Heft 15 /2003
kömmlichen Leistungsschalter haben Elektropraktiker, Huss-Medien
dann „nur noch“ die Aufgabe, die GmbH Berlin, ep Heft 9-2003 [12] Systeminformation
Schaltanlagen innerhalb der für Leis- „Energie sicher beherrschen,
tungsschalter üblichen Schaltzeiten [2] IEC / EN 60 364-4-41, modifi- schalten und Steuern“
vom Netz zu trennen. Mit dem System ziert, bzw. DIN VDE 0100-410 W 4600-7542
lassen sich die Schäden in Schaltanla- „Errichten von Starkstromanla- Moeller GmbH, Bonn, 2003
gen nachweislich auf eine Verschmut- gen mit Nennspannungen bis
zung der Anlage, bzw. maximal auf die 1000 V, Teil 4-41: Schutzmaßnah- [13] Produktinformation
Beschädigung von Bruchteilen eines men, Schutz gegen elektrischen „ARCON® - der blitzschnelle
Verteilerfeldes reduzieren. Der Total- Schlag“ (2007-06-00) Airbag für Ihre Schaltanlage“
ausfall einer Schaltanlage wird auf eine W4600-7560D
stundenweise Betriebsunterbrechung [3] Wolfgang Esser, Article No. 285245
reduziert. Weitere Literatur stellt dieses „Schalt- und Schutzgeräte in Moeller GmbH, Bonn 2007
einmalige System ausführlich vor [9 bis Maschinensteuerungen“
13]. Seine Wirkung reicht weit über die Elektropraktiker, Huss-Medien
Schutzfunktionen hinaus, die mit den GmbH Berlin, ep Heft 11-2003
Möglichkeiten des vorgestellten Soft-
ware Tools „CurveSelect“ dargestellt [4] IEC / EN 60 204-1 „Sicherheit
werden können. ARCON® soll aber auch von Maschinen, Elektrische Aus-
erwähnt werden, weil die Schutzfunk- rüstung von Maschinen, Teil 1:
tionen im extrem kurzen Zeitbereich, Allgemeine Anforderungen“
bei gleichzeitig extrem hohen Strömen, (2005-10-00)
im vorigen Absatz als schwer darstell-
bar bezeichnet werden. Das bezieht [5] Wolfgang Esser,
sich aber nur auf die Möglichkeiten des „Kommunikation bei Leistungs-
vorgestellten Tools, es bedeutet nicht, schaltern immer wichtiger“
dass Moeller diese schwierigen Aufga- Elektropraktiker, Huss-Medien
ben nicht souverän lösen kann. GmbH Berlin, ep Heft 1-2003,
Sonderdruck VER 1230-930 D,
Moeller GmbH
Verbindlichkeit:
[6] IEC / EN 60 947-1, DIN VDE 0660
Der Aufsatz beschreibt den Stand der Teil 100 „Niederspannungs-
Normen und den Entwicklungsstand Schaltgeräte, Teil 1, Allgemeine
der Leistungsschalter NZM im März Festlegungen“ (2008-04-00)
2007, sowie die Version V 1.071 der
CurveSelect-Software. Verbindlich für [7] IEC / EN 60 947-2, VDE 0660 Teil
die technischen Daten der beschriebe- 101 „Niederspannungs-Schalt-
nen Moeller Produkte ist der jeweils geräte, Teil 2: Leistungsschalter“
gültige Moeller Hauptkatalog (HPL). Als (2007-04-00)
Grundlage für die Sicherungskennlinien
wurden Produktinformationen der Fa. [8] IEC / EN 60 947-4-1, DIN VDE
Jean Müller, Eltville, verwendet. Tech- 0660 Teil 102 „Niederspannungs-
nische Änderungen bleiben vorbehal- Schaltgeräte, Teil 4-1: Elektro-
ten. magnetische Schütze und Motor-
starter“ (2006-04-00)
[9] Wolfgang Esser
Danksagung: „Systematik der Schutzsysteme
in der Niederspannungs-Technik
Der Aufsatz entstand mit freundlicher – Das Kegelmodell der Schutzsys-
Unterstützung der Entwickler der Leis- teme –
tungsschalter-Auslöseelektronik und TB 0200-023 D oder GB (englisch)
der Kennlinien-Software, den Herren Moeller GmbH, Bonn, 1998

15
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