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Krankmeldung in der Pflege1

Als Pflegefachkraft übernehmen Sie nicht nur tagtäglich ein hohes Maß an Verantwortung,
sondern werden sowohl physisch als auch psychisch auf die Probe gestellt. Somit ist es
nicht weiter verwunderlich, dass die ein oder andere Erkrankung nicht ausbleibt.
Ein fehlerhaftes Verhalten 2im Krankheitsfall kann Sie schlimmstenfalls Ihren Arbeitsplatz
kosten. Daher ist es von enormer Bedeutung, dass Sie innerhalb der verlangten Frist all
Ihre Anzeigepflichten erfüllen.
Krankmeldung: Wie wird Arbeitsunfähigkeit rechtlich definiert?

Kann ein Mitarbeiter seine vertraglich vereinbarte Arbeitsverpflichtung aus


gesundheitlichen Gründen nicht wahrnehmen, liegt eine Arbeitsunfähigkeit vor.
Denkbar sind sowohl körperliche als auch geistige Beeinträchtigungen sowie die
Teilnahme an bestimmten Vorsorge- oder Rehabilitationsmaßnahmen. Bei weiterer
Arbeitsbelastung muss von einer Verschlechterung des Gesundheitszustands
ausgegangen werden.

Bei einer Arbeitsunfähigkeit handelt es sich immer um einen vorübergehenden


Zustand. Die Arbeitsunfähigkeit endet entweder mit der vollständigen Genesung oder
einer Invalidität mit bleibenden Einschränkungen.

Was ist der Unterschied zwischen einer Krankmeldung und einer Krankschreibung?

Vor allem im Pflegebereich ist jede Arbeitskraft unverzichtbar. Im Falle einer


plötzlichen Erkrankung muss schnellstmöglich eine Vertretung gefunden werden.
Damit dies gelingt, ist der Arbeitgeber sofort, spätestens jedoch zum Schichtbeginn
zu informieren. Bei dieser formlosen Mitteilung Ihres Arbeitsausfalls wird von einer
Krankmeldung gesprochen.

Bei der Krankschreibung handelt es sich hingegen um ein ärztlich ausgestelltes


Dokument, aus dem die voraussichtliche Dauer Ihrer Arbeitsunfähigkeit hervorgeht.
Die Ausstellung erfolgt immer in Schriftform.

Krankmeldung in der Pflege: Wann muss sie erfolgen?

Besonders in der Pflege ist jede Arbeitskraft gefragt. Erscheinen Sie selbst oder ein
Kollege nicht zum Dienst, ist schnelles Handeln erforderlich. Zur Vermeidung
größerer Engpässe ist es daher unerlässlich, dass sich jeder Mitarbeiter seiner
Verantwortung bewusst ist.

Gemäß § 5 Entgeldfortzahlungsgesetz (EntgFG) besteht eine sofortige


Anzeigepflicht bei krankheitsbedingter Arbeitsverhinderung. Somit muss Ihre

1 https://www.ppm-online.org/pflegedienstleitung/pflegepersonal/krankmeldung-beschaeftigungsverbot/
2 https://www.ppm-online.org/pflegedienstleitung/recht-in-der-pflege/pflegefehler/
Krankmeldung spätestens zum Schichtbeginn bei Ihrem Vorgesetzten eingehen.
Entscheiden Sie sich dafür, noch am selben Tag einen Arzt aufzusuchen, sollten Sie
Ihren Arbeitgeber vorab informieren. Detaillierte Auskünfte darüber, wie lange Sie
voraussichtlich ausfallen, lassen sich im Anschluss an den Arztbesuch klären.

Zögern Sie mit Ihrer Krankmeldung bis nach dem Arzttermin, so liegt eine
arbeitsvertragliche Pflichtverletzung vor, was Ihren Arbeitgeber zur Ausstellung einer
Abmahnung veranlassen kann. Häufig legen der Arbeitsvertrag oder innerbetriebliche
Vereinbarungen einen bestimmten Zeitraum fest, in dem die Krankmeldung zu
erbringen ist.

Krankmeldung in der Pflege: Wie muss sie erfolgen?

Die Krankmeldung selbst verlangt keine spezielle Formvorschrift. Zunächst ist es


wichtig, dass Sie ihren Vorgesetzten über Ihre Arbeitsunfähigkeit in Kenntnis setzen.
Sind sie sich bereits am Vorabend sicher, ihren Dienst am nächsten Tag nicht
antreten zu können, stehen Ihnen einige Kommunikationswege zur Auswahl.

Kommunikationswege zur Übermittlung einer Krankmeldung sind:

•E-Mail
•SMS
•Fax
•Telefonat (zum Schichtbeginn)
Dabei ist zu beachten, dass die Nachricht die zuständige Fachkraft auf direktem Weg
erreicht. Es reicht nicht aus, einen Kollegen zu informieren.

Ist man verpflichtet, Gründe für die Krankmeldung anzugeben?


Grundsätzlich sind Sie als Arbeitnehmer nicht verpflichtet, Ihrem Vorgesetzten die
konkrete Diagnose mitzuteilen. Auch die ärztliche Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung
liefert keine detaillierten Angaben. Besteht zwischen Ihnen und Ihrem Arbeitgeber
jedoch ein harmonisches Arbeitsverhältnis, obliegt es Ihnen, nähere Angaben zu
liefern.

Krankmeldung in der Pflege: Wann muss eine Krankschreibung vom


Arzt vorliegen?
Verspüren Sie wenige Tage nach Ihrem Arbeitsausfall noch immer keine Linderung,
so ist spätestens am dritten Tag ein Arztbesuch erforderlich. Dieser stellt eine
schriftliche Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung aus. Je nach Arbeitgeber gelten
abweichende Regelungen, die im Arbeitsvertrag nachzulesen sind. Grundsätzlich ist
Ihr Vorgesetzter dazu berechtigt, bereits am ersten Krankheitstag ein ärztliches
Attest zu verlangen.

Innerhalb der Pflege gilt auch das Wochenende als Arbeitstag. Sind Sie also an einem
Samstag oder Sonntag zum Dienst eingeteilt, ist im Krankheitsfall auch an diesen
Tagen eine schriftliche Krankschreibung vorzulegen.

Sonderfall: Krankmeldung im Urlaub

Ob zu Hause oder in der Ferne, die Urlaubstage krank zu verbringen ist etwas, das
sich niemand wünscht. Leider bleibt es dennoch nicht immer aus. Damit Sie Ihre
Urlaubsansprüche nicht verlieren, müssen einige Voraussetzungen vorliegen.

•Ärztliche Bestätigung ab dem ersten Krankheitstag


Grundsätzlich gelten für den Krankheitsfall im Urlaub strengere Bestimmungen im
Vergleich zum regulären Arbeitsalltag. Um die wohlverdienten Urlaubstage
rückwirkend gutgeschrieben zu bekommen, ist bereits am ersten Krankheitstag ein
Arztbesuch unumgänglich.

•Tatsächliches, ärztlich dokumentiertes Vorliegen einer Arbeitsunfähigkeit


Wichtig ist, dass tatsächlich eine Arbeitsunfähigkeit vorliegt. Hierfür muss der
zuständige Arzt beurteilen, ob Sie dazu in der Lage wären, Ihrer arbeitsvertraglich
3
geschuldeten Tätigkeit nachzugehen. Ist dies nicht der Fall, sollten Sie darauf
achten, dass das ausgestellte Attest sowohl Ihre Erkrankung als auch Ihre
Arbeitsunfähigkeit ausdrücklich dokumentiert. Dies ist vor allem im Ausland nicht
selbstverständlich.

•Sofortige Information des Arbeitgebers


Des Weiteren sollten Sie nicht versäumen, Ihren Arbeitgeber direkt aus dem Urlaub
über Ihre Arbeitsunfähigkeit in Kenntnis zu setzen. Dieser kann bei Bedarf Ihre
Urlaubsanschrift verlangen. Sofern Sie während Ihres regulären Urlaubs vollständig
genesen, endet dieser zum vereinbarten Zeitpunkt. Aus rechtlicher Sicht ist es nicht
zulässig, die Summe Ihrer Krankheitstage direkt im Anschluss an Ihren Urlaub
nachzuholen.

3 https://www.ppm-online.org/pflegedienstleitung/pflegepersonal/lohn-im-pflegewesen/tarifvertraege-in-der-pflege/