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WeiterWissen Gesundheit

Lösungen zu den Kapiteln

Lösungen Kapitel 1

Die folgenden Lösungsvorschläge beziehen sich auf die Aufgaben im Fachbuch WeiterWissen
Gesundheit Berufliche Oberstufe, ISBN 978-3-06-451033-3, Kapitel 1 Gesundheit und Krank-
heit, S.11 - 36

Beachten Sie bitte, dass es sich hier um Vorschläge handelt, die auch anders formuliert sein
können!

Lösungen Kapitel 1.1 (Aufgaben S. 35)

1) Einzelarbeit/Partnerarbeit: Individuelle Antworten


2) Dichotomie und Kontinuum

- Eine Dichotomie ist die zweiteilige Gegenüberstellung zum Beispiel von zwei Zustän-
den wie Gesundheit und Krankheit. In diesem Beispiel wird „Gesundheit“ von
„Kranksein“ getrennt und umgekehrt. Beide Zustände schließen sich gegenseitig aus.
Ein Mensch kann in dieser Sichtweise nur Gesund oder Krank sein, nicht von beidem
etwas.
- Ein Kontinuum ist der fließende Übergang zum Beispiel zwischen zwei Zuständen
wie Gesundheit und Krankheit. In diesem Fall hängen beide zusammen bzw. gehen in
einander über. Ein Mensch bewegt sich fließend zwischen beiden Polen hin und her,
wobei weder völlige Gesundheit noch Krankheit während des Lebens nie ganz erreicht
werden, sondern stets Anteile von beidem vorliegen.

3) Um bei Krankheit Sozialleistungen wie Krankengeld zu erhalten oder von Pflichten,


wie z.B. Arbeit oder Schulbesuch, entbunden zu werden, muss Krankheit eindeutig zu
Gesundheit abgegrenzt werden.

4) Nur individuelle Antworten möglich

5) Um ein optimales Wohlbefinden erklären zu können, müssen mehrere Lebensbereiche


bzw. Dimensionen einbezogen werden. Es ist nicht entscheidend, sich in einzelnen
Lebensbereichen wohl zu fühlen. Je harmonischer verschiedene Lebensbereiche mit-
einander in Verbindung stehen, desto größer ist das Wohlbefinden eines Menschen.
Zur Veranschaulichung kann der Vergleich zwischen der Gesundheit eines Menschen
und der einer Pflanze herangezogen werden, deren Wohlbefinden auch von mehreren
Faktoren wie z.B. Licht, Wasser und Raum zum Wachsen.

6) Einzel- und Gruppenarbeit: Individuelle Antworten

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Autorinnen: Anja Bellmann, Dr. Friederike Bremer-Roth, Dr. Uta Groger, Diese und weitere Materialien finden Sie unter
Dr. Gabriele Schlömer www.cornelsen.de/cbb
© Cornelsen Schulverlage GmbH, Berlin 2016
WeiterWissen Gesundheit

Lösungen zu den Kapiteln

7) Der Gesundheitsbegriff der WHO beschreibt einen Idealzustand, dessen Erreichung


als unrealistisch betrachtet werden kann, weil ein Zustand vollkommenen Wohlbefin-
dens in den Bereichen des Körperlichen, Geistigen und Sozialen gleichermaßen kaum
bestehen kann. Bestimmte Bevölkerungsgruppe, z.B. Menschen mit Diabetes oder
Behinderungen, werden auf diese Weise von vornherein aus dieser Definition ausge-
schlossen. Die Festlegung auf den Begriff „Zustand“ kann deshalb als problematisch
gesehen werden weil Gesundheit eher als dynamischer Prozess zu verstehen ist.

8) Gesundheits-Definition der WHO

- Vorteile: Sie beschränkt sich nicht nur auf die körperliche Unversehrtheit, sondern
geht über die medizinische Sichtweise von Gesundheit hinaus, indem sie die Bereiche
Psyche, das soziale Umfeld sowie die Lebens- und Arbeitsbedingungen von Menschen
in die Betrachtung integriert.
- Nachteile: Die Formulierung als Idealzustand in den verschiedenen Bereichen, der
dort in allen gleichermaßen nicht erreichbar ist und somit zum Ausschluss einzelner
Bevölkerungsgruppen führt. Der statische Begriff „Zustand“ ist in diesem Zusammen-
hang nicht sinnvoll und schließt ein dynamisches Verständnis von Gesundheit aus.

9) Einzelarbeit: Individuelle Antworten

Lösungen zu Kapitel 1.2 (Aufgaben S. 35)

1) Biomedizinisches Krankheitsmodell Grundannahmen:

- Der Mensch wird lediglich als Träger von Krankheit betrachtet


- Betrachtet wird die Entstehung und Erklärung von Krankheit, ohne Aspekte der Ge-
sundheit einzubeziehen
- Krankheit wird als Funktionsstörung und Abweichung vom Normalen verstanden
- Gesundheit und Krankheit werden als dichotom verstanden und schließen sich somit
gegenseitig aus

2) Der Mensch wird in diesem Modell mit einer Maschine verglichen. Die Funktionswei-
se und die Funktionsstörungen dieser Maschine können durch Analyse der Organ-
strukturen und –systeme sowie der physiologischen Prozesse verstanden werden.
Krankheit wird hier als Funktionsstörung und Abweichung von der Norm verstanden.
Der Mensch wird in dieser Modellvorstellung nicht als handelndes Subjekt, sondern
als zufälliger Wirt von Krankheit verstanden. Dies enthebt ihn von seiner Eigenver-
antwortung für seinen Zustand. Gleichzeitig bedingt es die Unterordnung der Patien-
tenrolle unter die Anweisungen der Medizin, die diesen Zustand als einzige korrigie-
ren und den Krankheitsverlauf stoppen kann (Medikalisierung).

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Lösungen zu den Kapiteln

3) -Reduzierung des Menschen auf seine Krankheit bzw. seine Symptome oder sein Or-
gan: „Die Leber von Zimmer 2“, „Der Demente aus der Rosen-Gruppe“, „Die Blinde
in der WG“
- Wenn ausschließlich Mediziner für die Behandlung zuständig und für die Heilung
verantwortlich sind, müssen Patienten ihren Anweisungen folgen. Sie verlieren ihre
Autonomie („Ich muss diese Tabletten nehmen, auch wenn mir davon übel wird und
ich gar nicht weiß, wozu die da sind.“).
- Es entsteht der Eindruck, dass Krankheit grundsätzlich fachkundig bekämpft werden
kann. Gelingt das nicht, wird nach einem Schuldigen gesucht („Der Arzt hat falsch
behandelt.“ „Der Patient hat nicht richtig mitgemacht, zeigte nicht ausreichend com-
pliance.“)

4) Unter Risikofaktoren werden sowohl spezifische Verhaltensweisen und Körpermerk-


male als auch Umwelteinflüsse verstanden, die das Risiko für das Auftreten einer Er-
krankung erhöhen.

5) Fünf Risikofaktoren:
- Rauchen: Krebs, KHK, Bluthochdruck
- Übergewicht: Diabetes
- Strahlung: Krebs
- Alter: Diabetes, KHK, Bluthochdruck
- Geschlecht: Osteoporose

6) individuelle Antwort

7) individuelle Antwort; Hinweis: die Diskussion kann auf die Frage gelenkt werden,
was ein „Gefühl“ ist und ob dieser Begriff hier tatsächlich zutrifft.

8) Z.B. adressatengerecht informieren, um Prozesse verstehbar zu machen, Begründun-


gen liefern und Ursachen erläutern; mehrere Handlungsoptionen aufzeigen, um dem
Gegenüber Möglichkeiten der Bewältigung zu eröffnen, ihm aber die Entscheidung
darüber lassen; Gespräche darüber, was dem Leben Sinn gibt, um die Perspektive da-
rauf zu erweitern; bei all dem die Angehörigen und die Lebenssituation einbeziehen;
Hinweis: es darf nicht der Eindruck entstehen, dass der Kohärenzsinn „machbar“ sein
könnte. Es handelt sich vielmehr um ein Phänomen, dass sich im Laufe des Lebens -
vor allem in der Kindheit und Jugend- entwickelt und von außen nur bedingt beein-
flussbar ist.

9) Person A: Biomedizinisches Krankheitsmodell, Person B: Modell der Salutogenese,


Person C: Risikofaktorenmodell

10) Einzelarbeit: Individuelle Antworten

11) Einzelarbeit: Individuelle Antworten

12) Einzelarbeit: Individuelle Antworten


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Lösungen zu den Kapiteln

Lösungen Kapitel 2
Die folgenden Lösungsvorschläge beziehen sich auf die Aufgaben im Fachbuch WeiterWissen
Gesundheit Berufliche Oberstufe, ISBN 978-3-06-451033-3, Kapitel 2 Krankheitsprävention,
Gesundheitsförderung und Rehabilitation, S. 37 - 114

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können!

Lösungen zu Kapitel 2.1 (Aufgaben S. 113)

1) Abgrenzung Primär-, Sekundär- und Tertiärprävention:

a) Primärprävention richtet sich an Menschen, die keine Zeichen einer Krankheit oder Störung
aufweisen. Ziel ist es, eine bestimmte Krankheit zu verhindern oder deren Ausbruch zu verzö-
gern.
b) Sekundärprävention hat das Ziel, bereits eingetretene Krankheiten möglichst früh zu erken-
nen und zu behandeln. Hierzu gehören die verschiedenen Vorsorgeuntersuchungen.
c) Tertiärprävention soll bei bereits eingetretener Krankheit oder Störung deren Verlauf stop-
pen oder eine Verschlimmerung vermeiden. Zielsetzung ist nicht mehr die Verhinderung oder
Früherkennung von Krankheiten, sondern eine Abmilderung ihres Verlaufs

2) Schutzimpfungen, Zahngesundheitserziehung, Behandlung von Bluthochdruck, Betriebliche Un-


fallverhütungsvorschriften

3) Bei der Prävention nach Zielgruppen wird unterschieden in

a) Universelle Prävention: Prävention nach dem „Gießkannenprinzip“, die sich ursa-


chenorientiert an die gesamte Bevölkerung richtet (z.B. Schutzimpfungen). Sehr unspe-
zifisch.

b) Selektive Prävention: Richtet sich an Menschen oder Gruppen, bei denen von einem
erhöhten Risiko an einer bestimmten Krankheit oder Störung zu erkranken ausgegangen
wird.

c) Indizierte Prävention: Richtet sich an einzelne Menschen, die bereits an einer Krank-
heit oder Störung leiden und soll helfen, ein Fortschreiten der Krankheit zu vermeiden.

Einzelarbeit und Vorstellung im Plenum: Individuelle Antworten

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Lösungen zu den Kapiteln

4) Medizinische, Verhaltens- und Verhältnisprävention

Medizinische Prävention Verhaltensprävention Verhältnisprävention


Medizinische Maßnahmen wie z.B. Ansatz am Verhalten des einzel- Hier wird die Ebene der gesell-
Schutzimpfung oder Früherkennungs- nen. Ziel ist eine Verhaltensände- schaftlichen Gesamtverantwor-
untersuchungen. rung bei der potenziell schädi- tung mit einbezogen. Nicht allein
gendes Verhalten verringert oder der Einzelne wird in die Pflicht
gemieden wird. genommen, sondern die Gesell-
schaft aufgefordert, gesundheits-
z.B. individuelle Aufklärungsan- fördernde Lebensbedingungen zu
sätze bei Risikoverhalten gestalten.

z.B. betrieblicher Arbeitsschutz

Gruppenarbeit und Vorstellung im Plenum: Individuelle Antworten

5) Individuelle Antworten

Lösungen zu Kapitel 2.2 (Aufgaben S. 113)

1) Partizipation ist ein grundlegendes Prinzip der Gesundheitsförderung. Es bezieht sich auf die
aktive Einbeziehung jedes Einzelnen in einen gesamtgesellschaftlichen Prozess. Partizipation
ist somit Voraussetzung zur Erreichung des in der Ottawa-Charta formulierten Ziels, Men-
schen ein höheres Maß der Selbstbestimmung über ihre Gesundheit zu ermöglichen indem
ihnen eine aktive Handlungsbefähigung zugewiesen wird.

2) Der Begriff Empowerment stammt aus dem Englischen und bedeutet Ermächtigung. Em-
powerment-Prozesse in der Gesundheitsförderung sollen Menschen in die Lage versetzen,
durch Selbsthilfe und –stärkung ihr Leben aus eigener Kraft besser zu bewältigen. Gesund-
heitsförderung und Empowerment stehen in engem Zusammenhang, denn alle Faktoren die
Gesundheit fördern sind quasi Empowerment-Prozesse.

3) Der Setting-Ansatz ist die wichtigste Strategie der Gesundheitsförderung. Grundidee des Set-
ting-Ansatzes ist, dass die Gesundheit von Menschen positiv beeinflusst werden kann, wenn
dies innerhalb der konkreten Rahmenbedingung ihrer alltäglichen Lebenswelt geschieht. Ein
Setting ist ein dauerhafter Sozialzusammenhang. Dabei kann es sich um eine Organisation
(Schule/Betrieb), einen Stadtteil oder einen gemeinsamen Wertezusammenhang (z.B. eine Re-
ligion) handeln. Setting-Ansätze sollen dazu beitragen, eine sozial gerechte Verteilung von
Gesundheitschancen zu unterstützen. Zielpunkt von gesundheitsfördernden Maßnahmen beim
Setting-Ansatz sind sowohl die Rahmenbedingungen des jeweiligen Settings als auch die
Menschen darin. Beim Setting-Ansatz spielen sowohl verhaltens- als auch verhältnisbezogene
Ansätze der Gesundheitsförderung eine Rolle.

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WeiterWissen Gesundheit

Lösungen zu den Kapiteln

4) Gesundheitsförderung und Prävention werden auf Grund ihrer gemeinsamen Zielsetzung


oft gleichgesetzt, obwohl beide Ansätze einen unterschiedlichen Denkansatz verfolgen. Prä-
vention zielt auf die Vermeidung von krankmachenden Faktoren und versucht somit Krank-
heiten zu verhindern. Sie basiert auf dem pathogenetischen Ansatz. Gesundheitsförderung
konzentriert sich auf konstruktive Faktoren, die Menschen gesund erhalten und deren Verbes-
serung. Sie basiert auf dem salutogenetischen Modell. Gesundheitsförderung im Sinne von Sa-
lutogenese konzentriert sich auf die Ressourcen und Potenziale des Einzelnen und der Gesell-
schaft, die der Förderung von Gesundheit dienen.

5) Kernaussagen der Ottawa-Charta:

• Gesundheitsförderung ist ein Prozess, der allen Menschen ein höheres Maß an Selbstbestim-
mung über ihre Gesundheit ermöglichen soll.
• Gesundheit ist damit wesentlicher Bestandteil des alltäglichen Lebens.
• Gesundheit ist ein positives Konzept, das soziale, intellektuelle und körperliche Ressourcen
gleichermaßen betont und beinhaltet.
• Die Verantwortung für die Förderung von Gesundheit hat eine gesamtgesellschaftliche Di-
mension und ist nicht in isolierten Bereichen wie dem Gesundheitssystem allein zu verorten.

Diskussion: Individuelle Antworten.

6) Handlungsfelder der Gesundheitsförderung:

• Entwicklung einer gesundheitsfördernden Gesamtpolitik:


Betonung von Gesundheitsförderung auf allen politischen Ebenen und –sektoren, die auf
eine Verbesserung von Arbeits-, Lebens- und Umweltbedingungen zielt.

• Schaffung gesundheitsfördernder Lebenswelten:


Schaffung einer gesundheitsfördernden Lebenswelt in Schulen, am Arbeitsplatz, in Ge-
meinden und anderen Orten des alltäglichen Lebens von Menschen.

• Unterstützung gesundheitsbezogener Gemeinschaftsaktionen:


Unterstützung von Gemeinschaftsaktionen wie z.B. Selbsthilfegruppen oder regionale Akti-
onen.

• Stärkung persönlicher Ressourcen und Kompetenzen:


Unterstützung der Kompetenzen des einzelnen Individuums bei besseren Bewältigung von
Stress, Lebensproblemen oder des Erwerbs von Lösungsstrategien bei Krankheit.

• Neuorientierung von Gesundheitsdiensten:


Nicht ausschließliche Ausrichtung von Gesundheitsdiensten auf die Organisation von Me-
dizin und Pflege, sondern auch der Einbezug von sozialen, politischen oder ökonomischen Leben-
saspekten.

7) Individuelle Antworten und konstruktive Gruppenarbeit

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Lösungen zu den Kapiteln

8) Krankheitsprävention und Gesundheitsförderung betreffen nicht nur die Gesundheitspolitik,


sondern sind auch in anderen gesellschaftlichen Bereichen verankert. Hierzu gehören Arbeits-
schutz, Schul- und Bildungspolitik, Verbraucherschutz und Umweltpolitik.

Die wichtigsten Ausgabenträger sind:

- Öffentliche Haushalte (Bund, Länder, Städte und Gemeinden)


- gesetzliche Krankenversicherung
- soziale Pflegeversicherung
- gesetzliche Rentenversicherung
- gesetzliche Unfallversicherung (Arbeitsschutz)
- private Krankenversicherung
- Arbeitgeber
- private Haushalte/ private Organisationen ohne Erwerbszweck

Lösungen zu Kapitel 2.3 (Aufgaben S. 113-114)

1) Betrachtungsweisen von Behinderung: medizinische, soziale, gesundheitswissenschaftliche


und gesetzliche

2) Gegenüberstellung der ICIDH und ICF

ICIDH ICF
Konzept kein übergreifendes Konzept Konzept der funktionalen Ge-
sundheit (Funktionsfähigkeit)
Grundmodell Krankheitsfolgenmodell bio-psycho-soziales Modell der
Komponenten von Gesundheit
Orientierung Defizitorientiert: Es werden Behinderungen klas- ressourcen- und defizitorien-
sifiziert tiert: Es werden Bereiche klas-
sifiziert, in denen Behinderun-
gen auftreten können
Behinderung formaler Oberbegriff zu Schädigungen, Fähig- formaler Oberbegriff zu Beein-
keitsstörungen und Beeinträchtigungen. Keine trächtigungen der Funktionsfä-
Bezugnahme auf Kontextfaktoren higkeit unter Bezugnahme auf
Kontextfaktoren
Etc.

3) Formen von Behinderung:


körperliche Behinderung, Sinnesbehinderung, Sprachbehinderung, seelische Behinderung,
Lernbehinderung, geistige Behinderung

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Lösungen zu den Kapiteln

4) Rehabilitation setzt an folgenden Zielsetzungen an:

- Vermeidung oder Vorbeugung einer drohenden Behinderung


- Erhalt oder Verbesserung der Erwerbsfähigkeit
- Vermeiden von Pflegebedürftigkeit
- Abwenden einer Verschlimmerung der Gesundheitssituation bei chronischen Erkran-
kungen
- Verbesserung der Teilhabe am Leben in der Gemeinschaft

5) Rehabilitationsziele:

- Restitution: Wiederherstellen der beeinträchtigten Funktionen (z.B. nach einem erlit-


tenen Schlaganfall)
- Kompensation: Strategie, die eine Schädigung kompensieren soll, indem sie sie z.B.
durch eine andere Funktion ersetzt (z.B. wenn die Lähmung einer Extremität nicht
wieder aufgehoben werden kann, kann dies durch eine geförderte Nutzung einer ande-
ren kompensiert werden)
- Adaption: Wenn Restitution und Kompensation nicht möglich sind, kann Adaption
das Rehabilitationsziel darstellen. Hierzu zählen z.B. die Nutzung eines Rollstuhls o-
der eines Badewannenlifts.

6) Der Begriff Paradigma bezieht sich auf die Gültigkeit einer bestimmten Lehrmeinung, die als
grundlegend gilt und in der Regel nicht bewusst hinterfragt wird. Im Falle des grundlegenden
Verständnis von Behinderung, vollzieht sich ein Paradigmenwechsel weg von der Behinder-
tenfürsorge und hin zu einem Recht auf Teilhabe, der sich in der Erweiterung des Grundgeset-
zes Artikel 3 Satz 3 um den Satz „Niemand darf wegen seiner Behinderung benachteiligt wer-
den“ ausdrückt.

Lösungen zu Kapitel 2.4 (Aufgaben S. 114)

1) In beiden Konzepten werden Gleichgewicht bzw. eine ausgewogene Lebensführung zur


Förderung der Gesundheit betont. Diskutiert werden kann, inwieweit „Work“ und „Life“ Ge-
gensätze darstellen bzw. was damit heute gemeint ist und vielleicht Hippokrates darunter ver-
standen hätte.

2) individuelle Antwort

3) Ignaz Semmelweis erkannte das Problem 1846/47 und führte daraufhin die Händedesinfek-
tion ein. Er gilt als Begründer der Krankenhaushygiene.

4) individuelle Antwort

5) individuelle Antwort

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Lösungen zu den Kapiteln

Lösungen Kapitel 3
Die folgenden Lösungsvorschläge beziehen sich auf die Aufgaben im Fachbuch WeiterWissen
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Rahmenbedingungen, S. 115 - 172

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können!

Lösungen Kapitel 3.1 (Aufgaben S. 172)

1)
- Das Sachleistungsprinzip ist ein grundlegendes Prinzip der gesetzlichen Kranken-
und Pflegeversicherung. Die Leistungen dieser beiden Versicherungen werden über-
wiegend als Sach- und Dienstleistungen gewährt. Die Versicherten erhalten z.B.
Krankenbehandlung unmittelbar von Ärzten auf Seiten der Leistungserbringer, ohne
deren Rechnungen direkt bezahlen zu müssen. Die Leistungserbringer erhalten ihre
Vergütung direkt von den Leistungsträgern, d.h. den Versicherungen.

- Das Kostenerstattungsprinzip kommt im Wesentlichen im Bereich der privaten


Krankenversicherung zur Anwendung. Hier erhalten Versicherte in der Regel eine
Rechnung, die sie direkt beim Leistungserbringer begleichen müssen. Diese wird nach
Einreichung dann von der Versicherung je nach zuvor vereinbartem Tarif teilweise
oder komplett erstattet.

2) Versorgungsbereiche des deutschen Gesundheitssystems

Versorgungsbereich Leistungserbringer Leistungsträger

Krankenhausversorgung Krankenhäuser in öffentlicher, Krankenkassen


freigemeinnütziger und privater
Trägerschaft
ambulante Pflege Pflegedienste und Sozialstatio- Pflege- und Krankenkassen
nen

stationäre Pflege Pflegeheime Pflegekassen und Sozialhilfe-


träger

freie Wohlfahrtspflege Gesamtheit aller sozialen Hil- Organisationen der freien


fen auf freigemeinnütziger Wohlfahrtspflege
Grundlage

3) Das Solidaritätsprinzip ist Grundprinzip der Sozialversicherung. Alle Mitglieder einer Soli-
dargemeinschaft stehen dabei füreinander ein und jedes Mitglied hat im Bedarfsfall Anspruch
auf Leistungen, die von allen Mitgliedern gemeinsam finanziert werden. Realisiert wird dieses
Prinzip dadurch, dass einkommensabhängige Beiträge erhoben werden und die Leistungen
jeweils nach Bedarf gewährt werden.
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Lösungen zu den Kapiteln

4) Teilsysteme der sozialen Sicherung:

Teilsystem Leistungen
Rentenversicherung Altersrente und Rente bei verminderter Erwerbs-
fähigkeit sowie bei Tod von Ehepartnern oder
Elternteilen von Minderjährigen

Arbeitslosenversicherung Zahlung von Arbeitslosengeld I


Maßnahmen zur Unterstützung des Wiederein-
tritts in Arbeits- und Ausbildungsverhältnisse

Krankenversicherung ärztliche und zähnärztliche Behandlung


Versorgung mit Arznei- und Hilfsmitteln
Krankenhausbehandlung
ambulante und stationäre Rehabilitation
häusliche Krankenpflege
Pflegeversicherung Pflegesachleistungen
Tages- und Nachtpflege
Kurzzeitpflege
Vollstationäre Pflege in Heimen
Pflegegeld für Pflegehilfen
u. a.
Unfallversicherung Prävention von Arbeitsunfällen, Berufskrankhei-
ten und arbeitsbedingten Gefahren
Rehabilitation bei Arbeitsunfällen oder Berufs-
krankheiten
Rentenzahlung bei Erwerbsminderung von min-
destens 20%

5) Die Finanzierung der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) erfolgt überwiegend durch


Beiträge der Versicherten und der Arbeitgeber. Die Beiträge werden dabei nur bis zur so ge-
nannten „Beitragsbemessungsgrenze“. Diese wird jährlich der allgemeinen Einkommensent-
wicklung angepasst. Die Beitragsfinanzierung erfolgt paritätisch zur Hälfte durch Mitglieder
und Arbeitgeber. Die Beiträge fließen in den Gesundheitsfonds, aus dem die Krankenkassen
Beitragszuweisungen erhalten, deren Höhe sich am Beitragsbedarf der jeweiligen Kranken-
kasse orientiert. Dieser Bedarf wird auf Grundlage des Krankheitsspektrums der Versicherten
der jeweiligen Kasse ermittelt.

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Lösungen zu den Kapiteln

Lösungen Kapitel 3.2 (Aufgaben S. 172)

1) Case Management Regelkreis

1. Stufe: Identifikation der Patientin/Klientin: Bei Menschen, die ein komplexes Case
Mangement benötigen, handelt es sich meist um Menschen mit hohem Versorgungs-
bedarf
2. Stufe: Assessment: Im Assessement wird die Lebenssituation der Betroffenen Person
in den Blick genommen (Bedarfserhebung)
3. Stufe: Versorgungsplanung: In diesem werden die einzelnen Arbeitsschritte und Ver-
antwortungsbereiche der am Case Management Beteiligten festgelegt.
4. Stufe: Umsetzung: Hier werden die Leistungen der beteiligten Berufsgruppen (Pflege,
Sozialpädagogik und Medizin) erbracht.
5. Stufe: Monitoring: Dies bedeutet die kontinuierliche Überwachung des Versorgungs-
prozesses.
6. Stufe: Bewertung: In der Evaluationsphase wir überprüft, ob die angestrebten Ziele er-
reicht worden sind.

2) Die Case Managerin/der Case Manager hat die Aufgabe, die einzelnen Versorgungsleis-
tungen zu koordinieren und die Klienten durch das „Dickicht“ der Angebote zu führen.
Case Manager schätzen die Bedürfnisse der Klienten ein. Sie planen, koordinieren und si-
chern die Bereitstellung medinzinischer und sozialer Dienstleistungen. Ziel ist eine Ge-
währleistung von Qualität.

3) Disease-Mangagement-Programme:

Diabetes mellitus Typ 1 und 2


koronare Herzkrankheit (KHK) mit Modul Herzinsuffizienz
chronisch obstruktive Lungenkrankheit (COPD)
Brustkrebs
Asthma bronchiale

Einige dieser Erkrankungen zählen zu den so genannten „Zivilisationskrankheiten“. Das


bedeutet, dass sie durch die in der modernen Gesellschaft häufigen Lebensgewohnheiten
und –umstände wie Bewegungsarmut, Fehlernährung und Stress hervorgerufen oder be-
günstigt werden. Sie treten damit flächendeckend auf und verursachen einen erheblichen
Anteil der medizinischen Versorgungskosten. Dieser Anteil soll durch Vermeidung von
Krankenhausaufenthalten, Komplikationen und Folgeschäden reduziert werden.

4) Disease-Mangagement-Programme, Hausarztmodelle und Integrierte Versorgung verfol-


gen das gemeinsame Ziel, eine bessere Verzahnung und Koordination von Versorgungs-
leistungen zu erreichen. Angestrebt wird ein fach- und sektorenübergreifender Versor-
gungsprozess, der auf eine Zusammenarbeit von medizinischen, therapeutischen und pfle-
gerischen Berufsgruppen angewiesen ist. Diese Art der Versorgung soll aus „einer Hand“
erfolgen, die Qualität und Transparenz steigern und die Wirtschaftlichkeit verbessern.

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Lösungen zu den Kapiteln

Lösungen Kapitel 3.3 (Aufgaben S. 172)

1) Grundsätze des Qualitätsmanagement:


- Kundenorientierung: Die Ansprüche der Kunden müssen ermittelt und umgesetzt werden.
- Führungsaufgaben: Die Mitarbeiter des Qualitätsmanagements sind dafür verantwortlich,
dass das Qualitätsmanagement ständig überprüft und verbessert wird.
- Einbeziehung der Mitarbeiter: Die Mitarbeit des Qualitätsmanagements beziehen alle Mitar-
beiter einer Einrichtung z.B. durch Gespräche oder Schulungen in ihre Arbeit ein.

2) 2 Methoden des Qualitätsmanagements

Zentrale oder traditionelle Methode Dezentrale oder dynamische Methode


TOP DOWN BOTTOM UP
Das Management trifft Entscheidungen und Die Mitarbeiter erarbeiten Vorschläge und
gibt diese als Vorgaben an die Mitarbeiter geben diese an das Management weiter.
weiter.
Vorteile Professionelle Entscheidungen, schnelle Um- Professionalisierung und Motivation der
setzung Mitarbeiter, mittel- und langfristiger Nut-
zen
Nachteile Akzeptanz der Entscheidungen häufig niedrig. Hoher Personal- und Zeitaufwand. Imple-
Entscheidungen veralten schnell. mentierung von Entscheidungen kann nicht
sofort erfolgen.

3) Qualitätsdimensionen

- Strukturqualität: Qualität aller über einen längeren Zeitraum konstanten Rahmenbedingun-


gen einer Institution (Ausstattung, Raumgröße, Personalschlüssel, Mitarbeiterqualifikation)

- Prozessqualität: Qualität der Prozesse einer Institution (Betreuungsabläufe, Interaktion, Zu-


friedenheit)

- Ergebnisqualität: Bestandsaufnahme und Evaluation der Effektivität und Effizienz der Ar-
beit in einer Einrichtung (Gesundheitszustand von Klienten und Patienten)

4) Grafik Kreisprozess siehe Seite 153. Gruppenarbeit: Individuelle Ergebnisse

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Lösungen Kapitel 3.4 (Aufgaben S. 172)

1) Das Bildungsniveau und der finanzielle Status eines Menschen haben einen wichtigen Ein-
fluss auf die Gesundheit und Gesundheitsverhalten. Das kann zum Beispiel an den Zusam-
menhängen zur Einkommenssituation und Stellung in der Arbeitswelt ablesen. Sozialepide-
miologisch lässt sich eine Verknüpfung von ökonomischer Situation und Morbidität belegen.
Gesundheitsbezogene Einstellungen und Verhaltensweisen bilden sich bereits im Kindes- und
Jugendalter aus und sind somit bereits in den Bedingungen der familiären Lebenssituation
verankert.

2) Schichtspezifische Belastungsfaktoren:

- prekäre Beschäftigungsverhältnisse
- materielle Einschränkungen
- schlechte Wohnlage
- soziale Instabilität

3) Einzelarbeit und Plenumsdiskussion: Individuelle Antworten

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Lösungen zu den Kapiteln

Lösungen Kapitel 4

Die folgenden Lösungsvorschläge beziehen sich auf die Aufgaben im Fachbuch WeiterWissen
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menschlichen Körpers, S.174 - 420

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Lösungen Kapitel 4.1 bis 4.3.3 (Aufgaben S. 197)

1
a) Seelischer Druck wird entlastet, wenn statt des „Symptoms“ Arbeitsüberlastung eine Nackenver-
spannung auftritt. Dies kann auch zum sekundären Krankheitsgewinn (Arbeitsentlastung durch Ar-
beitsunfähigkeit) führen. Bluthochdruck entsteht bei dauerhafter Anspannung und entsprechender
Veranlagung; er erhöht die Schmerzschwelle und bessert zunächst das Wohlbefinden unter Stress.
b) Eine Sehnenscheidenentzündung führt bei einer jungen Kellnerin zu einer mehrwöchigen Arbeits-
unfähigkeit. Sie nutzt die Zeit, um sich zu erholen und mit Waldläufen ihre körperliche Fitness zu
verbessern. Ein Architekt erleidet einen Herzinfarkt während der Fertigstellungsphase eines Bürohau-
ses. Er „entkommt“ damit augenblicklich dem Termindruck und erhält neben Schonung eine gewisse
Form der Anerkennung für seine Leistungen (Der Herzinfarkt ist eine typische „Leistungskrankheit“).

2
Individuelle Antwort; oft ist Angst der Auslöser für medizinisch nicht dringend notwendige Arztbesu-
che. Hat jemand die Erfahrung gemacht, dass in seinem Umfeld jemand schwer erkrankt ist und ähnli-
che Symptome hat bzw. hatte, ist dies ein Grund, den Arzt zu konsultieren und ggf. um spezielle Un-
tersuchungen zu bitten. Auch die Notwendigkeit einer Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung oder der
Wunsch nach Zuspruch oder Bestätigung kann hinter dem Arztbesuch stehen.

3
a) Juckreiz, Schmerzen, Verschwommensehen,
b) Fieber, Hautausschlag, Lähmung

4
Eine chronische Bronchitis besteht dauerhaft, quasi fortlaufend, während eine rezidivierende Bronchi-
tis bedeutet, dass der Patient immer wieder Perioden von Bronchitis, d. h. Husten mit Auswurf hat.

5
V.a. bedeutet „Verdacht auf“; der Überweisende hat somit die Sorge bzw. Verdachtsdiagnose Lun-
genkrebs, aber diese ist keinesfalls sicher oder gar bewiesen; die Röntgenuntersuchung findet statt, um
die Diagnose auszuschließen (oder zu sichern).

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WeiterWissen Gesundheit

Lösungen zu den Kapiteln

6
a) Natürlich sollte Herr S. sich mehr bewegen, Gewicht abnehmen, sich fettarm, obst- und gemüse-
reich ernähren und kalorienreiche Getränke wie Bier und überhaupt Alkoholika meiden. Seine Medi-
kamente einzunehmen ist ratsam, da ja bereits eine schwere Gefäßerkrankung eingetreten ist (der
Herzinfarkt). Spaziergänge in die Pausen zu integrieren, stets Obst und Gemüse mitzuführen, um nicht
heißhungrig große Mengen Fastfood zu konsumieren, und grundsätzlich nur kalorienfreie Getränke zu
sich zu nehmen, in Gesellschaft ggf. ein alkoholfreies Bier, sind praktische Tipps. Auch eine Tablet-
tenbox für die ganze Woche, die er zu Hause bestückt und die ihm unterwegs die regelmäßige Ein-
nahme erleichtert, kann empfohlen werden.
b) Herr S. hat eine große Chance, erneute einen Herzinfarkt oder eine andere Gefäßkomplikation zu
erleiden. Seine Lebenserwartung ist deutlich eingeschränkt. Um seine Lebensqualität und –erwartung
so gut wie möglich zu erhalten, sollte er die seine Risikofaktoren senken.
c) Eine echte „Kehrtwendung“ in der Lebensführung ist schwer umsetzbar und gelingt nur, wenn der
Patient starkes Eigeninteresse sowie Durchhaltevermögen hat. Seine Hobbys, sein soziales Umfeld
und überhaupt die Quellen seiner Lebensfreude sind die besten Motivationsfaktoren. Diese gilt es her-
auszuarbeiten und dem Patienten seine Einflussmöglichkeit auf seinen Gesundheitszustand zu verdeut-
lichen. Diese sollten stets realistisch und auf den Alltag des Patienten bezogen sein.

7
CT und MRT sind Schichtaufnahmen; ein CT wird mit Röntgentechnik erstellt, geht also mit einer
nicht unerheblichen Strahlenbelastung einher und erfordert fast immer Kontrastmittel, welches bei
Unverträglichkeit und Nierenschwäche Risiken birgt. MRT (Kernspin) beruht auf Magnetkräften, ist
daher strahlenfrei und risikoärmer. Allerdings darf der Körper keine Metallteile (künstliche Gelenke,
Schrittmacher usw.) enthalten, wenn ein MRT angefertigt wird, und die Untersuchung ist recht laut
und unangenehm (Röhre). Beide Techniken stellen bestimmte Gewebe gut bzw. besser dar als andere
Verfahren, keines stellt alle Gewebe optimal dar und ist daher immer zu bevorzugen (MRT ist teurer).

8
Golgi-Apparat: sammelt Sekrete, die das ER hergestellt hat.
Zellkern: Sitz der DNA; diese wird geschützt und verlässt den Zellkern nicht.
ER: bildet mit Hilfe der Ribosomen Proteine, kann ohne Ribosomen andere Moleküle bzw. Bestand-
teile von Sekreten, Hormone usw. bilden. Lysosom: phagozytiert und zerstört Fremdstoffe.

9
Eine Entzündung hat grundsätzlich den Sinn, eingetretene Gewebeschäden zu reparieren.

10
Die Resistenz (unspezifische Abwehr) ist durch gesunde Ernährung, reichliche Flüssigkeitsaufnahme,
ausreichend Schlaf und Bewegung, Nichtrauchen und allgemeine Zufriedenheit sowie ggf. Sauna zu
optimieren. Um Immunität gegen Influenza zu erlangen, ist eine Impfung notwendig oder das Über-
stehen einer echten Grippe. Allerdings ändern sich die Grippeviren häufig, sodass die Impfung jedes
Jahr erneut durchgeführt werden muss – oder eine Erkrankung riskiert bzw. durchgemacht wird.

11
Viren sind obligate Zellparasiten; sie haben keinen eigenen Stoffwechsel und sind daher auf Wirtszel-
len angewiesen, um ihre Erbsubstanz zu vermehren und neue Viren zu produzieren. Unbelebte Nähr-
böden sind zur Virusvermehrung nicht in der Lage.

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Lösungen zu den Kapiteln

12
Schwangere bzw. ihre ungeborenen Kinder sind durch Toxoplasmose besonders gefährdet. Sofern die
Schwangere nicht bereits Antikörper gegen Toxoplasmen hat, sollte sie Infektionsquellen meiden;
nicht durchgegarte Fleischprodukte gehören dazu, ebenfalls Katzen(kot) und Gartenerde.

Lösungen Kapitel 4.3.4 (Aufgaben S. 205)

1
Alle Speisen, die rohes Ei enthalten (Tiramisu, Zabaione, ggf. Cremes und Torten, selbst hergestellte
Majonäse) und rohes Fleisch (Mett, Tatar, Grillfleisch, auch Tauwasser von Tiefkühl- Fleisch) sowie
Waffelteig bergen vor allem bei unzureichender Kühlung eine Infektionsgefahr hinsichtlich Brech-
durchfall durch Staphylokokken, Campylobacter und Salmonellen.

2
In manchen Süßspeisen lässt sich das rohe Ei z. B. durch Schlagsahne ersetzen. Auch abgepacktes,
pasteurisiertes Flüssig-Ei, wie es in der Gastronomie verwendet wird, ist bakteriologisch gesehen si-
cher. Von rohem Kuchen- oder Waffelteig sollte nicht genascht werden. Rohe Fleischzubereitungen
sind im Sommer ungünstig bzw. sollten sehr frisch sein und so lange wie möglich, d. h bis direkt vor
dem Verzehr, gekühlt gelagert werden. Auf ausreichendes Durchgaren des Grillfleisches ist unbedingt
zu achten. Zuerst sollen roh zu verzehrende Speisen wie Salat und Dessert, dann erst zu garende Nah-
rungsmittel wie Fleisch und Fisch zubereitet werden. Schwämme, Holzbretter und Wischlappen bieten
einigen Erregern einen exzellenten Nährboden- Sie sollten im Falle der Schneidbretter durch Kunst-
stoffprodukte ersetzt werden. Schwämme und Tücher sind ausreichend oft zu ersetzen bzw. genügend
heiß zu waschen. Schneebesen und andere Geräte, die mit potenziell kontaminierten Zutaten in Berüh-
rung gekommen sind, müssen zunächst ausreichend heiß gereinigt werden, bevor sie für andere Spei-
sen verwendet werden. Wichtig ist auch die persönliche und Händehygiene. Das Essen muss aber kei-
nesfalls „keimfrei“ sein, da der Magensaft bakterizid wirkt, d. h. moderate Erregermengen keine In-
fektionen hervorrufen.

3
Infektion bedeutet Ansteckung, d. h. Eindringen von Erregern und ihre Vermehrung im Organismus.
Inkubationszeit ist die Zeitspanne zwischen Infektion und Symptomen, also zwischen der Ansteckung
und der eigentlichen Infektionskrankheit.

4
Während der Inkubationszeit vermehren sich die Erreger ungebremst im Körper, ohne dass die Im-
munabwehr effektive Abwehrmaßnahmen betreibt, da die Antigene zunächst bemerkt, erkannt und
charakterisiert werden müssen. Der Beginn der (durch Entzündungsstoffe vermittelten) Symptome
zeigt an, dass die Erregerabwehr auf Hochtouren läuft.

5
Die Symptome grippaler Infekte sind durch Entzündungsstoffe bedingt, deren Ausschüttung ein Be-
gleitphänomen der notwendigen Erregerabwehr ist. Die Einnahme fiebersenkender Mittel erleichtert
die Symptome, denn sie verringert die Menge der Entzündungsstoffe, was die Abwehrleistung ggf.
etwas mindern kann. Vor allem aber liegt der Nachteil der Schmerzmitteleinnahme darin, dass der
Patient sich viel besser fühlt als es seinem Körper eigentlich geht und sich daher stärker belastet als es
seiner Krankheit entspricht. Hinzu kommen die spezifischen Risiken der Arzneimittel, z. B. Magen-
schädigung bei ASS und Ibuprofen. Um einschlafen zu können, kann die Einnahme durchaus sinnvoll
sein, jedoch sollte die geringstmögliche Dosis zur Erzielung des angestrebten Effekts gewählt werden.
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Natürlich heilt eine leichte Erkrankung wie ein grippaler Infekt von selbst und erfordert im Prinzip
keine Medikamente, sondern allenfalls helfende Maßnahmen wie Tee, Ruhe, das Lutschen von Hus-
tenbonbons, Lakritz oder anderer schleimhautberuhigender Pastillen. Sog. Grippemittel enthalten z. T.
bedenkliche Kombinationen verschiedener Wirkstoffe incl. Schlafmitteln und aufputschenden Mitteln.

6
a) Paracetamol kann bei Überdosis die Leber schädigen, wird aber in empfohlener Dosis meistens gut
vertragen. Es ist weniger stark schmerzstillend als ASS und Ibuprofen, aber bereits für Säuglinge zu-
gelassen. ASS und Ibuprofen wirken gut schmerzstillend und fiebersenkend, gefährden aber bei ma-
genempfindlichen Personen die Magenschleimhaut und können die Nieren schädigen sowie bei ent-
sprechender Veranlagung Asthma auslösen. Säuglinge sollen wegen spezieller Nebenwirkungen kein
ASS erhalten, Ibuprofen nur dann, wenn Paracetamol nicht einsetzbar ist und genau entsprechend dem
Körpergewicht dosiert.
b) Für Kinder ist Paracetamol (nach Körpergewicht dosiert und nach Plan, also unter strikter Beach-
tung der Tages-Maximaldosis und der Dosierintervalle, bei leichten bis mäßigen Schmerzen gut ge-
eignet.
c) Für Erwachsene ist die Einnahme von 500-1000 mg Paracetamol als Einmaldosis oft hilfreich,
wenn der Wirkstoff grundsätzlich vertragen wird und keine Leberschädigung vorliegt. Stärker wirk-
sam ist oft ASS oder Ibuprofen, bei diesen ist die Magenproblematik jedoch zu beachten. Raucher
haben oft eine Magenschleimhautentzündung und daher eine ASS- und Ibuprofen-Unverträglichkeit.

Hinweis: Die Diskussion der genannten Arzneimittel mit Indikation, Dosierhinweisen und Nebenwir-
kungen ist eine didaktische Übung und ersetzt keine ärztliche oder pharmazeutische Beratung. Die
jeweilige Einnahme bzw. Gabe ist auf ärztliche Beratung hin individuell vorzunehmen oder zu unter-
lassen.

7
Da Influenzaviren sich immer wieder verändern und verschiedene Varianten auch Erbmaterial unter-
einander austauschen können, bilden sich fast jährlich neue Grippeviren. Das immunologische Ge-
dächtnis funktioniert zwar auch im Hinblick auf „alte“ Grippeviren, gegen die das Immunsystem be-
reits Antikörper gebildet hat; neue Virusvarianten müssen jedoch erst „bearbeitet“ werden. Daher gibt
es jeden Herbst einen neuen Impfstoff, für dessen Herstellung die drei häufigsten Influenzavirus-
Varianten der Welt verwendet werden.

8
Da die Antikörperbildung mehrere Wochen bis Monate in Anspruch nimmt, ist in der ersten Zeit nach
HIV-Ansteckung der HIV-Test (der nur Antikörper gegen HIV nachweisen kann, nicht aber Viren
selbst) negativ. Er sollte daher im Verdachtsfall (nach möglicher wahrscheinlicher Ansteckung) in
Abständen wiederholt werden. Bleibt das Ergebnis über Monate negativ, ist davon auszugehen, dass
keine Infektion erfolgt ist.

9
Typische AIDS charakterisierende opportunistische Infektionen sind Mundsoor (Pilzinfektion der
Mundschleimhaut und anderer Schleimhäute), Pneumozystis-Pneumonie, Gürtelrose (Herpes zoster)
und ein Wiederaufflammen einer früheren Toxoplasmose-Infektion (diese Infektion ist bei vielen
Menschen vorhanden, bricht aber nur bei schwerer Immunschwäche auf). Seltenere Infektionen bei
Aids sind Cytomegalie, Kryptosporidiose u. v. m.

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Lösungen zu den Kapiteln

Lösungen Kapitel 4.4 (Aufgaben S. 229)

1
Das Rückenmark bildet zusammen mit dem Gehirn das zentrale Nervensystem (ZNS); es besteht aus
Nervenfasern, die (vom peripheren Nervensystem) Reize zum Gehirn hin und vom Gehirn weg (zum
peripheren Nervensystem) leiten. Das Knochenmark füllt das Innere der Röhrenknochen und einiger
anderer Knochen aus. Es besteht aus blutbildenden Zellen (rotes Knochenmark) und aus Fett (gelbes
Knochenmark). Während bei Kindern (und bei einigen Erkrankungen) alle Knochen rotes Mark ent-
halten, enthalten bei Erwachsenen nur noch Teile der langen Röhrenknochen, der Beckenkamm und
das Brustbein (Sternum) rotes Mark.

2
Epiphyse (Gelenkende), Metaphyse (Übergangszone), Diaphyse (Schaft), Metaphyse (Übergangszo-
ne), Epiphyse (Gelenkende). Die Epiphysenfugen liegen zwischen Epi- und Metaphyse.

3
Osteoklasten und Osteoblasten sind Osteozyten, d. h. Zellen des Knochens. Osteoklasten bauen Kno-
chensubstanz ab und Osteoblasten bauen neue Knochensubstanz auf (Eselsbrücke: Osteoblasten bauen
Knochen, Osteoklasten klauen Knochen).

4
Die Synovia (Gelenkschmiere) ist eine Gleitflüssigkeit, die ein reibungsloses Gleiten der Gelenkflä-
chen aufeinander ermöglicht, und sie ernährt und repariert die Knorpeloberfläche der Gelenkflächen.

5
Die Synovialis ist die innere, dem Gelenkspalt zugewandte Schicht der Gelenkkapsel; sie bildet die
Synovia.

6
a) Kugelgelenk: drei Bewegungsachsen, Schulter- und Hüftgelenke.
b) Eigelenk: zwei Achsen; Handgelenke
c) Sattelgelenk; zwei Achsen; Daumensattelgelenk
d) Scharniergelenk; eine Achse; Ellenbogengelenk, Fingergelenke, Zehengelenke
e) Radgelenk; eine Achse, Gelenk zwischen Elle und Speiche

7
Halswirbelsäule (HWS; 7 Wirbel), Brustwirbelsäule (BWS; 12 Wirbel); Lendenwirbelsäule (LWS; 5
Wirbel); Kreuzbein (5 miteinander verwachsene Wirbel), Steißbein (3-5 miteinander verwachsene
Wirbel).

8
a) Die sog. Altershaut ist eine Haut mit sicht- und fühlbaren Folgen vieler über lange Zeit auf die Haut
eingewirkter Noxen. Insbesondere die mutagene Wirkung der UV-Strahlung führt über Jahre zu zahl-
losen Mutationen der Epithelzellen. Mutierte Zellen, vor allem Krebszellen und ihre Vorstufen, wer-
den durch Killerzellen des Immunsystems abgetötet. Daher verlieren Haut und Unterhautfettgewebe
auf Dauer an Zellen und an Dicke. Der Zellschwund bzw. Gewebsschwund wird als Atrophie bezeich-
net. Der Verlust von Kollagenfasern führt zu Elastizitätsverlust und Falten; das Pigment verteilt sich
unregelmäßig. Die altersbedingt und durch verschiedene Risikofaktoren abnehmende Durchblutung
befördert die Atrophie aller Gewebe im Alter.

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Lösungen zu den Kapiteln

b) Bei der Osteoporose kommt es ebenfalls zu einer Atrophie, d. h. zu Gewebeschwund mit Abnahme
der Zellzahl und der Interzellularsubstanz. Jedoch sind die pathogenetischen Faktoren neben der al-
tersbedingt geringeren Durchblutung und Ernährung des Knochens vor allem die für den Knochen
ungünstige hormonelle Lage im Alter. Dies betrifft vor allem die Frauen, da sich der Mangel an Sexu-
alhormonen nach der Menopause rasch auf die Knochensubstanz auswirkt. Auch Bewegungsmangel
führt zu einem zu geringen Knochenaufbau im Verhältnis zum stets stattfindenden Abbau. Genussmit-
telabusus, Vitamin-D-, Vitamin-K- und Kalziummangel sowie und Begleitkrankheiten verschieben
das Verhältnis Knochenabbau zu –Aufbau in Richtung Abbau.

9
a) Bei der Arthrose kommt es zu Ab- und Umbauvorgängen der Gelenke, die stets mit einem Schaden
des Gelenkknorpels beginnen. Pathogenetische Faktoren bzw. Risikofaktoren sind das Alter, veranla-
gungsbedingt arthroseanfällige Gelenke, Verletzungen mit Gelenkbeteiligung, Fehlstellungen und
unphysiologische Belastungen durch Sport, Arbeit oder Übergewicht.
b) Die genannten Risikofaktoren sollten erkannt, behandelt bzw. vermindert werden; hinzu kommt,
dass regelmäßige gelenkschonende Bewegung positiv auf die Gelenkqualität wirkt, da Bewegung die
Durchblutung und Ernährung des Knorpels und die Zirkulation der Synovia fördert. Wärmeanwen-
dung bei leichten Beschwerden fördert ebenfalls Durchblutung und Heilung minimaler Schäden bzw.
Abnutzungen.

10
Lumbago (Lumbalgie) und Lumboischialgie bezeichnen den Lendenschmerz, d. h. den Rücken-
schmerz im Bereich der unteren LWS. Sein plötzliches Auftreten hat zur volkstümlichen Bezeichnung
„Hexenschuss“ geführt. Bei der Lumboischialgie wird ein- oder beidseitig der sog. Ischiasnerv einge-
engt, sodass der Schmerz dem Verlauf des Nervs folgend in das gleichseitige Bein zieht.

11
Um langfristig einen gesunden Rücken zu behalten, ist es wichtig, nicht nur die Rücken-, sondern auch
die Bauchmuskulatur in einem möglichst guten Trainingszustand zu halten. Dies ist die beste Vorbeu-
gung vor Rückenleiden. Schweres Heben und Tragen sollte vermieden werden, und wenn es unver-
meidlich ist, sind Hilfsmittel anzuwenden (z. B. in der Pflege). Bei gänzlich unvermeidlichem Heben
sollte die Muskulatur bereits durch Bewegung durchwärmt sein und wenn irgend möglich eine Beu-
gung der Wirbelsäule unter Belastung vermieden werden. Psychische Belastungen verstärken die Nei-
gung zu und Rückenschmerzen und verlängern deren Dauer. Entspannungsverfahren und ggf. Verbes-
serungen der persönlichen Situation können ggf. helfen. Sind Schmerzen Ausdruck einer Depression,
ist diese zu behandeln.

12
a) Alarmsymptome bei Rückenschmerzen, die an eine schwere Komplikation denken lassen müssen,
sind vor allem Schwäche bzw. Lähmungen sowie Blasen- und Mastdarm- Funktionsstörungen.
Schwerste Schmerzen und knackende Geräusche sind ebenfalls Alarmsymptome.
b) Schwäche, Lähmungen und Störungen der Blasen- und Mastdarmfunktion deuten auf eine Schädi-
gung von Nerven hin, die z. B. bei Bandscheibenvorfällen durch das ausgetretene Bandscheibenmate-
rial verursacht werden können. Knacken und schwerste Schmerzen können auf einen Wirbelbruch,
z.B. bei Osteoporose hinweisen.

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Lösungen zu den Kapiteln

13
Die Antwort ist individuell. Das MRT ist nicht angenehm, weil der Proband bzw. Patient z. B. eine
halbe Stunde lang in einer Röhre liegt und die Anlage laute Geräusche macht. Jede nicht indizierte
Untersuchung bringt jedoch mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit einen Zufallsbefund ans Licht, der
einerseits weitere (ggf. unangenehme und evtl. risikoreiche) Untersuchungen nach sich zieht, und der
andererseits zu sorgenvollen Gedanken führen kann. Die Tatsache, dass degenerative Erscheinungen
dargestellt werden, kann unabhängig von deren medizinischer Relevanz Beschwerden nach sich zie-
hen. Dies geht in seltenen Fällen bis zur neurotischen Störung, sofern eine bestimmte seelische Dispo-
sition besteht. Natürlich gibt es bei Untersuchungen auch den Fall, dass eine bisher unbekannte (weil
asymptomatische) schwere Krankheit frühzeitig erkannt wird und daher rechtzeitig behandelt werden
kann. Dieser Fall ist jedoch bei einem MRT der Wirbelsäule bei einem jungen Menschen sehr unwahr-
scheinlich. Auf der anderen Seite ist es eine schmerzlose Untersuchung und es ist interessant, diese zu
erleben; die entstehenden Bilder aus dem Inneren des eigenen Körpers sind durchaus faszinierend.

14
a) Antwort individuell; z. B. in der Cafeteria, nachdem dort ein Joghurt auf den Boden gefallen war
und niemand ihn entfernt hatte – bei Glatteis auf dem Weg zur Schule – beim Radfahren auf einer
vereisten Fußgängerbrücke –auf frisch gebohnertem Parkett bei Verwandten – beim Stolpern über die
Schultasche - …
b) Je nach Sturzursache: umsichtiges Verhalten, gutes Schuhwerk - Verzicht auf Rad fahren bei Frost -
Verzicht auf Hochglanzerzeugung beim Bohnern - Aufräumen - Schuhe mit Gummisohlen usw.
c) Ja. Bei Osteoporose kommen sogar ohne Trauma Frakturen vor.
d) Individuelle Antwort. Z. B. Untergewicht, Kalziummangel bei veganer Ernährung oder milchfreier
Ernährung wegen Laktoseintoleranz, Bewegungsmangel, Rauchen.
e) Individuelle Antwort; alle Frauen mit geringem Körpergewicht (< 58 kg) haben bereits ab der Me-
nopause ein erhöhtes Osteoporoserisiko.

Lösungen Kapitel 4.8 (Aufgaben S. 248)

1
Unter der äußeren Atmung wird die Respiration verstanden; sie besteht aus Inspiration (Einatmung)
und Exspiration (Ausatmung); dies sind die Vorgänge, bei denen O2-reiche Luft in die Lunge einge-
atmet und CO2-reiche Luft aus der Lunge ausgeatmet wird. Auch der Gasaustausch O2 gegen CO2 in
den Alveolen gehört zur äußeren Atmung. Die innere Atmung ist die Nutzung des aufgenommenen
Sauerstoffs in den Zellen mit Hilfe der Atmungskette (mitochondrialen Enzymen). Dabei entsteht CO2
und Energie wird verbraucht bzw. genutzt.

2
a) Zwerchfell und Zwischenrippenmuskulatur (Diaphragma und Interkostalmuskulatur)
b) zusätzlich die Atemhilfsmuskulatur am Hals
c) die Bauchmuskulatur und beidseits der breite Rückenmuskel (M. latissimus dorsi)

3
Bei der Mundatmung können größere Mengen Luft schnell ein- und ausgeatmet werden, da der Strö-
mungswiderstand des Mund- und Rachenraums geringer ist als in der Nase. Allerdings werden die
Bronchien durch die (selbst im Sommer relativ) kalte Luft gereizt und die Ansteckungsgefahr steigt,
da die Atemluft ungereinigt die unteren Atemwege erreicht. Bei der Nasenatmung kann nicht so viel
Luft so schnell bewegt werden wie durch den Mund, dafür wird diese befeuchtet, angewärmt, gerei-

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Lösungen zu den Kapiteln

nigt und von vielen Krankheitserregern befreit, was sie erheblich verträglicher für die unteren Atem-
wege macht. Der Geruchsinn dient zudem der Prüfung der Luft.

4
Beim sog. Verschlucken, bekommt der Betroffene Nahrung oder Flüssigkeit „in den falschen Hals“, d.
h. Stoffe gelangen statt in die Speise- in die Luftröhre, weil schnell oder unkonzentiert gegessen oder
beim Essen gelacht (und dabei eingeatmet) wurde. Dieser Vorgang nennt sich Aspiration. Der Reiz,
den feste und flüssige Stoffe auf die Schleimhaut der Trachea und Bronchien ausüben, löst den hefti-
gen Hustenreflex aus, der dazu dient, Fremdstoffe aus den Atemwegen mit Hustenstößen wieder hin-
aus zu befördern. Im ungünstigsten Fall verbleiben Stoffe in den unteren Atemwegen und führen zu
Entzündungen (Aspirationspneumonie) oder verschließen einen Bronchus oder die Trachea, was zum
Ersticken führen kann.

5
Veranlagung, Allergene, Reizstoffe (aus Zigaretten, Umwelt und Beruf), Analgetika, Anstrengung,
psychische Auslöser … und Mischformen.

6
Neben den Standardimpfungen sind Pneumokokken- und Grippeimpfung sinnvoll; zu den Standardi-
mpfungen gehört auch Pertussis (Keuchhusten).

Lösungen Kapitel 4.9 (Aufgaben S. 299)

1
individuelle Antworten

2
Frauen: Anamnese nach allgemeinem Befunden, Blutungen, Gewichtsabnahme, Appetitverlust, ab-
weichendem Tastbefund der Brüste. Tastuntersuchung der Brüste, Inspektion des äußeren, Tastunter-
suchung und Inspektion des einsehbaren inneren Genitales, ggf. Tastuntersuchung des Mastdarms vom
After aus, Abstrich vom Gebärmutterhals mit einem Wattetupfer, ggf. (Privatleistung) Ultraschall des
inneren Genitales.
Männer: Anamnese wie oben, dabei natürlich Fragen nach auffälligem Tastbefund der Hoden oder
Leisten. Tastuntersuchung des äußeren Genitales und der Leisten, Tastuntersuchung der Prostata vom
Darm aus (rektale Tastuntersuchung). Ggf. rektaler Ultraschall und Blutentnahme zur Bestimmung des
prostataspezifischen Antigens (PSA); letzteres (Sonografie und PSA) sind Privatleistungen.

3
Die Impfung gegen HBV schützt vor Hepatitis B und damit auch vor Leberkrebs, die HPVImpfung
macht Genitalwarzen und Gebärmutterhalskrebs durch die betreffenden Viren unwahrscheinlicher. Ab
18 Jahren müssen die Kosten der Impfungen (ca. 200 € für HBV und 450 € für HPV) jedoch selbst
getragen werden.

4
Benigne Tumoren wachsen nur verdrängend, sind glatt begrenzt und metastasieren nie. Maligne Tu-
moren wachsen destruierend, infiltrierend und können mehr oder weniger schnell metastasieren.

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Lösungen zu den Kapiteln

5
Abgeschlagenheit, Leistungsknick, Anämie, Appetitverlust, unbeabsichtigte Gewichtsabnahme,
Wundheilungsstörungen (v. a. im Gesicht), Blutungen (Darm, Gebärmutter, Blase u. a.)

6
Chronische Infektionen, Mangel- und Fehlernährung (im Alter…) Autoimmunkrankheiten und De-
pressionen können ähnliche unspezifische Symptome wie Krebskrankheiten hervorrufen.

7
Alle Gewebe, die sich ständig regenerieren, d. h. auf ständige und unbeeinträchtigte Zellteilungen
angewiesen sind, werden durch die Zellteilungshemmung der Zytostatika geschädigt. Haarausfall,
Leukozytenmangel mit Immunschwäche, Erythrozytenmangel mit Anämie, Appetitlosigkeit durch
Magen-Darm-Störungen, Schleimhautblutungen und Pilzinfektionen in Mund, Gastrointestinaltrakt,
ggf. Urogenitaltrakt und Atemwegen. Prinzipiell können Krebszellen, die durch Immunzellen erkannt
und bekämpft werden müssen, durch die zytostatikabedingte Immunschwäche sogar „ungeschoren
bleiben“. So und durch mutagene Wirkungen können Zytostatika sogar Krebs hervorrufen.

8
Ein Paravasat ist ausgelaufene (ggf. toxische Substanzen enthaltende) Flüssigkeit, die in das ein Blut-
gefäß umgebende Gewebe gelangt ist; es handelt sich um eine typische Komplikation bei Injektionen
und Infusionen.

Lösungen Kapitel 4.11 bis 4.13 (Aufgaben S. 367)

1
a) (vom Ösophagus aus) Kardia, Fundus, Korpus, Antrum, Pylorus
b) Der Magen sammelt die Nahrung, desinfiziert sie mit seiner Säure, verdaut Proteine mit Hilfe der
Säure und des Enzyms Pepsin vor und durchmischt den Speisebrei mit Flüssigkeit
(Magensaft).

2
a) Da der Dünndarm ein Resorptionsorgan ist, geht eine große Oberfläche = Resorptionsfläche mit
einer größeren Leistungsfähigkeit des Organs einher. Es können mehr Flüssigkeit bzw. Nährstoffe pro
Zeit aufgenommen werden.
b) Der Dünndarm ist 1. lang, 2. gefältet, 3. besitzt er unzählige Zotten und 4. sind die Zotten noch mit
Saughärchen besetzt. So kommt eine Resorptionsfläche von geschätzten 200 m² zu Stande.

3
Da bei der sog. Blinddarmentzündung nicht der Blinddarm (das Coecum) entzündet ist, sondern die
Appendix vermiformis, der Wurmfortsatz des Blinddarms, ist der Begriff Appendizitis („Wurmfort-
satzentzündung“) für die gemeinte Erkrankung korrekt.

4
Die häufige Laktoseintoleranz liegt an dem Laktasemangel der Dünndarmschleimhaut, der beim Men-
schen nach der Säuglingsperiode normal ist. In Ländern, in denen traditionell Milchwirtschaft betrie-
ben wird, hat sich eine Mutation durchgesetzt, deren Träger auch nach der Stillphase noch Laktase
produzieren und somit laktosehaltige Milchprodukte verdauen = vertragen können.

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Lösungen zu den Kapiteln

5
Da bei Gastroenteritis über Erbrechen und Durchfall Flüssigkeit verloren geht, ist die vorrangigste
Maßnahme, den Flüssigkeitsverlust auszugleichen. Dies nennt sich Rehydratation oder Rehydrierung.

6
Die Magenschleimhaut kann dünn sein (Alter, Cortison, Zytostatika etc.), die Schleimschicht kann
unzureichend sein oder fehlen (Alter, Autoimmungastritis, NSAR-Konsum, Cortisontherapie), aggres-
sive Faktoren können vorhanden sein (Säure, auch die eigene Magensäure, Nikotin, Alkohol, NSAR)
bzw. das Verhältnis schützender zu aggressiven Faktoren kann gestört sein.

7
(individuelle Antwort); Vorbereitung: 12 bzw. je nach Substanz einige Tage zuvor evtl. einzunehmen-
de gerinnungshemmende Stoffe (ASS; Marcumar usw.) absetzen, ggf. Blutgerinnungstest incl.
Thrombozytenzahl (kleines Blutbild) durchführen lassen. Eine Woche vor der Untersuchung evtl. kör-
nerreiche Speisen meiden wie Müsli etc. Am Vortag der Untersuchung nur leicht frühstücken, ab
nachmittags die Abführlösung nach Anleitung trinken; zu Hause bleiben, da die Darmentleerung nach
ca. 2 h einsetzt. Die in der Anleitung angegebenen Trinkmengen einhalten; nach der Untersuchung
nicht aktiv am Straßenverkehr teilnehmen (sofern wie üblich eine Kurznarkose gegeben wurde).

8
Das Wichtigste ist, schlank zu bleiben. Damit ist die Wahrscheinlichkeit aller Anteile des metaboli-
schen Syndroms recht gering. Regelmäßige Bewegung und der Verzicht auf große Alkoholmengen
kann außerdem die Stoffwechselleistung bzw. -werte optimieren und die üblichen arteriosklerotischen
Folgekrankheiten und -Schäden zu vermeiden helfen.

9
Es werden zwei Basisinsulininjektionen verabreicht, d. h. morgens und abends je eine. Dazu wird
mehrmals BZ gemessen, um zu jeder Mahlzeit die Insulinmenge optimal anzupassen; die Anzahl der
zu injizierenden Einheiten richtet sich nach der Art der geplanten Mahlzeit und dem präprandial ge-
messenen BZ. Hinzu kommt ggf. die individuelle Insulinwirkung (die ggf. nach Tageszeit unterschied-
lich sein kann; Diabetiker lernen diese Feinheiten in Schulungen).

Lösungen Kapitel 4.14 (Aufgaben S. 377)

1
Harnbildung mit Ausscheidung harnpflichtiger Substanzen, Regulierung des Wasserhaushaltes, des
Salzhaushaltes, des Säure-Basenhaushaltes, Hormonbildung (Erythropoetin), Hormonaktivierung (Vi-
tamin D), Blutdruckregulation.

2
Durch die zuführende Arteriole fließt Blut in das Gefäßknäuel des Glomerulus. Der Blutdruck im zu-
führenden Gefäß erzeugt den Filtrationsdruck, mit dem das Plasma durch das innere Blatt der Bow-
man-Kapsel (das aus Zellen besteht) gepresst wird. Dabei bleiben Plasmaproteine und Blutzellen auf
Grund ihrer Größe im (restlichen) Blut zurück, das durch das abführende Gefäß aus dem Gefäßknäuel
ind en Kreislauf zurückfließt. Das gefilterte Plasma, d. h. der Primärharn, fließt von der Bowman-
Kapsel, deren äußeres Blatt ihn quasi wie ein Trichter auffängt, weiter in das Tubulussystem, das ihn
zu Endharn umwandelt.

23
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Lösungen zu den Kapiteln

3
Im Tubulussystem sind spezialisierte Zellen dafür da, dem Primärharn sehr viel Wasser zu entziehen
und alle filtrierten Stoffe, die der Körper zurückgewinnen muss, aufzunehmen (Rückresorption). Glu-
kose, Wasser und einige Salze werden zurückgewonnen; die resorbierte Wassermenge wird durch das
Hormon ADH gesteuert. Auch werden einige Stoffe sezerniert, d. h. aktiv in den Harn ausgeschieden,
z. B. einige Gifte und Säuren.

4
Arterielle Hypertonie und Diabetes mellitus sind die häufigsten zur Dialysepflicht bzw. terminalen
Niereninsuffizienz führenden Krankheiten. Je besser, früher und konsequenter diese Erkrankungen
behandelt werden, desto geringer ist die Wahrscheinlichkeit, dass eine Dialysepflicht entsteht. Selbst-
verständlich sind beide Krankheiten auch z. T. durch Primärprävention bzw. entsprechende Lebens-
führung ganz vermeidbar.

Lösungen Kapitel 4.15 (Aufgaben S. 381)

1
Schlüssel-Schloss-Prinzip bedeutet, dass jedes Hormon genau auf einen bestimmten Rezeptor, d.h.
eine chemische Struktur an der Zelloberfläche bestimmter Organe passt und dort eine Funktionsände-
rung bewirken kann. Ähnlich wie das betreffende Hormon strukturierte Moleküle können unterschied-
lich wirken; passen sie ebenfalls gut an den Rezeptor, können sie die gleiche Wirkung hervorrufen; es
kann auch sein, dass sie eine Teilwirkung (die länger oder kürzer anhält) oder eine Blockade des Re-
zeptors mit oder ohne Wirkung erzeugen; ähnlich wirken Medikamente an Rezeptoren.

2
Typische Symptome der Hypothyreose sind langsame Herzschlagfolge, Kältegefühl und Untertempe-
ratur, teigig-ödematöse Haut, Gewichtszunahme, Verstopfung, kognitive Verlangsamung und Depres-
sion. Typische Hyperthyreose-Symptome sind Herzrasen, Unruhe, Tremor, Durchfall, Gewichtsver-
lust, Schwitzen und Schlaflosigkeit.

3
Jodmangel.

LösungenKapiel 4.16 bis 4.17 (Aufgaben S. 388)

1
Eierstock Ovar, Eileiter Tube, Gebärmutter Uterus, Scheide Vagina, Schamlippen Labien, Kitzler
Klitoris, Harnleiter Ureter, Harnröhre Urethra, Harnblase Vesica urinaria.

2
a) HPV-Impfung
b) häufigen Geschlechtspartnerwechsel vermeiden. (Kondome schützen nicht).

3
Die Inspektion und Palpation durch die Gynäkologin bei der Früherkennungsuntersuchung und der
zytologische Abstrich, mit dem nach PAP oder CIN Dysplasien und maligne Veränderungen des Zer-
vixepithels erkannt werden können.

24
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Lösungen zu den Kapiteln

4
Brustkrebs in der Familie, frühe Menarche, späte Menopause, hohes Alter, Kinderlosigkeit oder späte
Erstschwangerschaft, fettreiche Ernährung u. a.

5
Unter Screening ist eine sog. Filteruntersuchung zu verstehen; d. h., es wird eine Gruppe der Bevölke-
rung, in der die Wahrscheinlichkeit einer bestimmten Erkrankung hoch ist, durchuntersucht, um Er-
krankte in frühen Stadien der Erkrankung frühzeitig zu erkennen und zu behandeln.

6
Vorteile: Frühstadien des Mamma-Ca. werden erkannt und können einer kurativen Therapie zugeführt
werden; die Mortalität des Mamma-Ca. wird gesenkt.
Nachteile: verdächtige Befunde erzeugen viel Angst und Sorgen sowie Folgeuntersuchungen (teuer
und belastend), ohne dass die betreffenden Frauen wirklich Krebs haben. Frühstadien bei Frauen, die
an etwas anderem gestorben wären, ohne dass der Brustkrebs sie beeinträchtigt hätte, werden behan-
delt, was in mehrfacher Hinsicht (Zeit, Kraft, Geld…) belastend ist.

7
Individuelle Antwort. Z.B.: Die skandinavischen Länder übernehmen die Kosten für IVF und errei-
chen auch damit eine höhere Geburtenrate als Deutschland. Damit sinkt die Kinderlosigkeitsrate leicht
und die Überalterung der Bevölkerung wird in dem Maße gesenkt. Die meisten Maßnahmen der assis-
tierten Reproduktion finden biologisch betrachtet jedoch nur statt, weil die Paare im zu hohen Lebens-
alter beginnen, ihren Kinderwunsch verwirklichen zu wollen. Ob dafür dann die Allgemeinheit zahlen
soll, ist kontrovers zu diskutieren. Andererseits ist in jedem geborenen Kind auch ein Steuer- und Ren-
tenzahler zu sehen.

8
Harnabflussstörungen: schwacher Harnstrahl, Harnträufeln, Restharnbildung mit erhöhtem Infektions-
risiko, im Extremfall Harnverhalt.

Lösungen Kapitel 4.18 (Aufgaben S. 408)

1
Das ZNS (zentrale Nervensystem) besteht aus Gehirn und Rückenmark.

2
Das vegetative Nervensystem steuert unbewusst bzw. unwillkürlich stattfindende Körperfunktionen
wie Atmung, Kreislauf, Verdauung, Temperaturregulation, Nierenfunktion u. v. m.

3
Eine Synapse ist eine Kontaktstelle zweier Nervenzellen und dient der Weiterleitung von Impulsen
bzw. Reizen. Ein über den Axon ankommender Stromreiz wird im Endknöpfchen (einem Teil der
Synapse) in Form einer Transmitterausschüttung (proportional zur Intensität des Stromimpulses) an
die nächste Nervenzelle weitergegeben. Dieses Neuron empfängt mit Hilfe spezieller Rezeptoren die
Transmitter-Information, die es wieder in einen elektrischen Reiz umformt und als Aktionspotenzial
über den Zellleib und den Neuriten fortleitet.

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Lösungen zu den Kapiteln

4
Muskeleigenreflexe: Patellarsehnenenreflex, Bizepssehnenreflex.
Fremdreflexe: Niesreflex, Hustenreflex, Lidschlussreflex.
Stellreflex: Ausstrecken der Hände beim Stolpern

5
Je genauer wir mit einem Körperteil fühlen können, desto mehr Zellen sind im Körperfühlfeld not-
wendig (und desto mehr Platz nehmen diese Zellen ein). Weniger „sensible“ Areale wie Rücken und
Gesäß nehmen kleine Areale ein.

6
Psychologe und Psychiater beschäftigen sich beide mit Menschen bzw. der menschlichen Seele; beide
können diagnostisch und psychotherapeutisch arbeiten. Der Psychologe hat Psychologie studiert (kein
Heilberuf im Sinne des Gesetzes); der Psychiater ist Arzt, der sich als Facharzt für Psychiatrie fortge-
bildet hat. Psychiater können Medikamente, z. B. Psychopharmaka verordnen. Beide Fachleute kön-
nen (je nach persönlicher Fortbildung bzw. Spezialisierung) die gleichen Methoden anwenden wie z.
B. Verhaltenstherapie oder Psychoanalyse.

7
Alter, Vererbung, kardiovaskuläre Risikofaktoren (Diabetes, Fettstoffwechselstörungen, Bluthoch-
druck), Alkoholkonsum, Depression.

8
Ebenfalls Vererbung; geringe kardiovaskuläre Risikofaktoren, hoher Bildungsgrad, fortwährende geis-
tige und körperliche Betätigung, Musizieren, regelmäßige Entspannung (mit individuellen Methoden),
rechtzeitige und ausreichende Depressionstherapie.

9
(individuelle Antwort) Die heutigen Lebensbedingungen mit hoher Mobilität, geringer Arbeitsplatzsi-
cherheit, kaum kirchlichen/religiösen und geringer werdenden familiären Traditionen sowie schnellen
und umfassenden Änderungen der Lebens- und Arbeitsbedingungen wirken destabilisierend auf die
menschliche Seele. Schlafmangel und Reizüberflutung sowie Suchtmittelkonsum tragen ebenfalls zur
Depressionsentwicklung bei.

10
antidepressive Wirkung, beruhigende (sedierende) Wirkung, hypnotische (Schlaf anstoßende) Wir-
kung, anxiolytische (Angst lösende) und antipsychotisch (gegen Wahnsymptome gerichtete) Wirkung.

11
Grundsätzlich bergen alle Benzodiazepine, d. h. Hypnotika, Anxiolytika und Tranquillanzien vom
Diazepam-Typ, das Potenzial, suchterzeugend zu wirken. Auf Grund des schnellen Anflutens wirkt
Lorazepam (u. a. Tavor®) besonders schnell und häufig suchterzeugend.

12
Missbrauch und Abhängigkeit können ggf. schwer unterscheidbar sein und gehen ineinander über.
Missbrauch ist ein fortgesetzter Konsum trotz bekannter schädlicher Wirkungen oder ein Konsum von
Arzneimitteln ohne entsprechende Indikation; bei einer Abhängigkeit besteht eine körperliche Tole-
ranz mit Dosissteigerung und ein Zwang, das Suchtmittel zu konsumieren, sodass Alltagspflichten
usw. vernachlässigt werden.

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Lösungen zu den Kapiteln

13
Der LAST fragt im Gegensatz zum CAGE auch nach Klinikaufenthalten, die auf den Alkoholmiss-
brauch zurückgehen; dies objektiviert ggf. ein Alkoholproblem, das der Patient (noch)
verleugnet.

14
Die Sucht entwickelt sich schleichend; sie wird sowohl vom Süchtigen als auch von den Angehörigen
lange verleugnet. Der Co-Abhängige handelt aus dem Wunsch oder der Not heraus, dem Kranken zu
helfen und ihn nicht abstürzen zu lassen. Dadurch wird dem Süchtigen aber nur beim Süchtigsein ge-
holfen und nicht beim Ausstieg oder bei der Bewältigung/Lösung zu Grunde liegender Probleme.

15
(Individuelle Antwort). Die elementaren Bedürfnisse des Säuglings müssen zunächst erfüllt werden
(Nahrung, Wärme, Liebe, zuverlässige Zuwendung, Sicherheit). Dann kann sich über viele Schritte
und Jahre eine starke, sozusagen „suchtresistente“ Persönlichkeit bilden. Fördernd sind ein intaktes,
verlässliches und krisenfestes (nicht pseudoharmonisches, also konfliktscheues aber nicht intaktes)
Umfeld. Das Vorbild der Eltern in Sachen Problemlösung, Work-Life-Balance bzw. Selbstführung
(Essen, Trinken, Arbeit, Entspannung, Umgang mit Medikamenten) und Lebenssinn ist sehr wichtig.
Sport, kreative Betätigung, regelmäßig gepflegte soziale Kontakte und Religion können unterstützend
wirken.

Lösungen Kapitel 4.19 (Aufgaben S. 420)

1
Die Geschlechtskrankheiten Syphilis und Gonorrhö waren in früheren Jahrhunderten sehr häufig, da
Therapiemöglichkeiten (Antibiotika) fehlten. Da beide Infektionskrankheiten Hauterscheinungen er-
zeugen, behandelten Hautärzte gleichzeitig das, was heute STD genannt wird (Sexually Transmitted
Diseases).

2
Die gesunde Haut schützt vor Kälte und Hitze bzw. dient der Temperaturregulation, schützt vor me-
chanischen Schäden und vor Infektionen, vor aktinischen Schäden (UV-Strahlung), polstert, hat Sin-
nesfunktionen und bildet Vitamin D.

3
Sehr flache Gewalteinwirkungen erzeugen Schürfwunden. Dabei wird die Epidermis horizontal abge-
tragen. Dabei werden die Papillen, d. h. fingerförmigen Ausstülpungen der Lederhaut (Dermis) teil-
weise durchtrennt. Da in jeder Papille ein Blutgefäßknäuel verläuft und dieses verletzt wird, kommt es
zu den punktförmigen Blutungen.

4
Alle drei sind Hautschichten. Epidermis = Oberhaut, Dermis = Lederhaut, Subcutis = Unterhaut
(-Fettgewebe). Die Epidermis ist die Oberhaut, bestehend aus den teilungsfähigen Basalzellen und den
Zellen, die sich aus ihnen bilden, bis zur Hornschicht und den abgestorbenen Zellen, den Hautschup-
pen. Zwischen den Basalzellen liegen die pigmenthaltigen Melanozyten zum Schutz der DNA der
Basalzellen. Die Dermis ist sehr faserreich, daher der Name Lederhaut (aus der Dermis von Schlacht-
tieren wird Leder hergestellt). Sie ist von Hautanhangsgebilden durchzogen (Haare, Schweiß- und
Talgdrüsen) und enthält zahlreiche Tastorgane. Sie ist mit der Epidermis fingerförmig (in Form von

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Lösungen zu den Kapiteln

Papillen) verzahnt. Unter der Dermis liegt das Unterhautfettgewebe, die Subcutis. Sie besteht aus Bin-
degewebe, das Fettzellen bzw. Fettzellinseln einschließt.

5
Das weibliche Fettgewebe (d. h. Unterhautfettgewebe) ist anders unterteilt als das männliche, d. h. es
ist septiert. Daher ergibt sich an fettreichen Körperstellen ein dellenartiges Aussehen – bei Frauen.

6
a) Durch die Hornschicht, die bei häufiger und starker UV-Strahlung dicker wird (Lichtschwiele),
b) durch Pigmentänderung (Sofortbräunung) und 3. durch Neubildung von Melanin (Nachbräunung).

7
Der Tastsinn der Haut ist ausgesprochen vielgestaltig. Die Haut nimmt nicht nur Berührung und Druck
punktförmig, sondern auch in der Fläche wahr. Sie registriert Bewegung, z. B. Streicheln und das An-
ziehen von Kleidung. Sie unterscheidet (bzw. das Nervensystem unterscheidet), wie Bewegung und
Berührung „gemeint“ sind, z. B. zwischen Streicheln und Kratzen, freundlicher und zufälliger Berüh-
rung. Die Haut registriert Kälte und Hitze sowie Juckreiz und Schmerz. Alle supramaximalen, d. h.
sehr starken Reize (egal welcher Art) werden als Schmerz wahrgenommen. Erogene Zonen zeigen
eine zusätzliche Sinnesqualität durch spezielle Nervenverschaltungen.

8
Epidermis, Dermis mit Hautanhangsgebilden, Subkutis

9
Die vielen kleinen Verletzungen führen bei häufigen subkutanen Injektionen zu Vernarbungen der
betroffenen Gewebe. Die Insulinaufnahme verläuft aus vernarbtem Gewebe anders als aus unverletz-
tem. Um eine gleichmäßige Freisetzung und zuverlässig einschätzbare Wirkung zu erreichen, muss
daher der Injektionsort systematisch gewechselt werden.

10
Bei der Kapillarblutentnahme sticht man seitlich am Ringfinger ein, da diese Stelle nicht so sensibel
ist wie z. B. die Fingerkuppe des Zeigefingers.

11
a) Scharlach geht mit einem Ausschlag einher, der sich im Hautniveau befindet und daher als rötlicher
Ausschlag, d. h. erythematöses Exanthem, bezeichnet wird. Quaddeln treten nicht auf.
b) Dick geschwollene Mückenstiche sind in der dermatologischen Fachsprache Quaddeln. Pusteln sind
mit Eiter gefüllte Bläschen.
c) Schuppenflechte ist genetisch bedingt und daher nicht infektiös.
d) Bei Neurodermitis besteht quälender Juckreiz. Wird so stark gekratzt, dass Verletzungen und
Schmerzen entstehen, erleichtert dies dennoch den Juckreiz.
e) Neurodermitis ist meist genetisch bedingt. Zwar kommen Milchallergien vor, aber keinesfalls sollte
auf Verdacht hin gerade im Säuglingsalter eine rein pflanzliche Diät durchgeführt werden.
f) Gegen Fußpilz hilft vorbeugend am besten das konsequente Trockenhalten der Füße, vor allem das
gründliche Abtrocknen nach dem Duschen etc. Therapeutisch helfen nur Antimykotika.

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Lösungen zu den Kapiteln

12
Rauchen verengt die Blutgefäße. Bei Arteriosklerose sind die Arterien verengt. Beide Zustände ver-
schlechtern die Durchblutung der Extremitäten. Somit ist die Abwehrleistung gegen die stets auf der
Haut befindlichen Pilze gestört. Heilungs- und Regenerationsvorgänge laufen nicht oder nur verlang-
samt ab.

13
Ein Sonnenbrand (Dermatitis solaris) entsteht, wenn die Sonneneinstrahlung die Kompensations- und
Schutzmechanismen der Haut überfordert. Die Entzündungsreaktion hängt vom Hauttyp, von der Son-
nengewöhnung (Bräune und Lichtschwiele) und von der Strahlendosis ab. Die Entzündung dient der
Reparatur von DN A-Schäden und sollte nicht unterdrückt werden, da sonst Mutationen unrepariert
bleiben und Krebs leichter entstehen kann. Somit ist es besser, die betroffene Haut zu kühlen und ggf.
nicht entzündungshemmende Schmerzmittel (z.B. Paracetamol) einzunehmen, wenn Kühlen nicht
reicht. Mit 50 mg Prednisolon ist man in der Regel auch so aufgedreht, dass Schlafen kaum möglich
ist – Cortison ist ein Stresshormon. Die genannten Medikamente können v. a. in der Kombination sehr
magenschädlich wirken, würden aber bei Sonnenbrand subjektiv sicher gut helfen.

14
Sensibilisierung ist der Vorgang der Allergieentstehung, d. h. das Immunsystem lernt, falsch (übermä-
ßig), also allergisch auf ein Antigen (das dann Allergen heißt) zu reagieren.

15
Der Pricktest testet auf Typ-I-Allergien (Soforttypallergien), die nach 15-20 min symptomatisch wer-
den, und der Epikutantest testet auf Typ-IV-Allergien, die nach 2-3 Tagen symptomatisch werden.

16
Typ I: Pollen, Wespengift, Nahrungsmittel, eingenommene Medikamente
Typ IV: Kosmetikbestandteile, Pflanzensaft, Nickel, Chromate

17
Die Altershaut zeigt eine Atrophie mit Verdünnung, Fältelung und Verlust an subkutanem Gewebe.
Hautanhangsgebilde werden weniger (Haare, Schweiß- und Talgdrüsen). Außerdem kommt es zu
Dyskolorationen bzw. Pigmentverschiebungen (Flecken und weiße Zonen) sowie zu Alterswarzen
(seborrhoischen Keratosen) und narbenartigen Verhornungsstörungen (aktinischen Keratosen). Oft
treten am Körper viele rote sog. Kirschflecken auf, im Gesicht auch maligne Veränderungen wie Basa-
liome, Spinaliome. Maligne Melanome sind im Alter häufiger (Ausnahme: das superfiziell spreitende
MM). Der Grund, warum die meisten Alterserscheinungen auf der Gesichtshaut (und auf den Handrü-
cken) auftreten, ist, dass auf diese Zonen am häufigsten, längsten und intensivsten UV-Licht einwirkt.

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Lösungen zu den Kapiteln

18
Die ABCDE-Regel dient der groben Beurteilung pigmentierter Hautmale (Nävi) im Hinblick auf das
Risiko maligner Entartung, sprich Krebsbildung.
A = Asymmetrie (ja?)
B = Begrenzung (unregelmäßig?)
C (Color/Farbe unregelmäßig oder sehr dunkel?)
D (Durchmesser > 5 mm?)
E (Erweiterung? Erhabenheit?)
ggf. auch S (Symptome wie Blutung oder Juckreiz?)
Je mehr Kriterien vorliegen, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass es sich bereits um Hautkrebs
handelt. Eine fachärztliche Untersuchung sollte baldmöglichst stattfinden.

19
Beide: Wundheilungsstörungen mit Infektion der Verletzung, ggf. Verschleppung der Bakterien in die
Blutbahn und selten (bei Herzklappenfehlern häufiger) Entzündungen der Herzklappen mit schwer
fieberhaftem und gefährlichem Krankheitsbild, ggf. notwendiger Operation der Herzklappen(n). In
leichteren Fällen antibiotische Therapie und ggf. kleine chirurgische OP (Abszesssanierung) möglich.
Bei Piercings oft Allergien auf die Bestandteile des Schmucks wie v. a. Nickel und Verletzungsgefahr
durch Verheddern in der Kleidung etc. Infektionsrisiko bei nicht sterilen Instrumenten, v. a. für Hepa-
titis B und C sowie HIV. Allergierisiko bei Tätowierungen ausgeprägt und nicht behandelbar, da die
Farbstoffe in Lymphknoten gelangen und dort lebenslang bleiben, somit sind Dauersymptome mög-
lich. Haut- und finanzielle Schäden durch die Tätowierungen selbst sowie durch die oft später ge-
wünschten Tattoo- Entfernungen.

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Lösungen Kapitel 5
Die folgenden Lösungsvorschläge beziehen sich auf die Aufgaben im Fachbuch WeiterWissen
Gesundheit Berufliche Oberstufe, ISBN 978-3-06-451033-3, Kapitel 5 Pflege, S. 421-476

Beachten Sie bitte, dass es sich hier um Vorschläge handelt, die auch anders formuliert sein
können!
(Aufgaben S. 475-476)

1
Gemeinsamkeiten: Pflege unterstützt Menschen dabei, gesund zu werden.

Unterschiede gibt es z.B. in Bezug auf


die Zielgruppe der zu Pflegenden (Nightingale: Patienten, Henderson: einzelne, kranke und gesunde
Menschen; WHO: Einzelne, Familien und Gruppen; ICN: Menschen aller Altersgruppen, Familien
und Lebensgemeinschaften, Gruppen und soziale Gemeinschaften, ob krank oder gesund in allen Le-
benssituationen)
die Pflegehandlungen (Nightingale: in erster Linie Körperpflege, Nahrungsaufnahme, Zuspruch;
Henderson: Handreichungen, die der Kranke nicht durchführen kann, sonst aber selbst tun würde;
WHO: darüber hinaus präventive und rehabilitative Aufgaben, Pflegeplanung, gesundheitspolitische
und –strukturelle Aufgaben etc,; ICN: noch weitergehende Advokatenfunktion und Aufgaben in Ge-
sundheitsmanagement und –bildung)
die Reichweite (von auf den Einzelnen bezogen über die Familie bis hin zu Gesamtgesellschaft und
Politik)
die Pflegeziele (Nightingale: Genesung unterstützen, Henderson: Unabhängigkeit wiedererlangen,
ICN: Gesundheit fördern, erhalten, Krankheit verhindern, bei Krankheit, Behinderung oder Sterben
betreuen, WHO: darüber hinaus physisches, psychisches und soziales Potenzial bestimmen und ver-
wirklichen)

Für Lernende wichtige Kernelemente der Pflege und das eigene Pflegeverständnis müssen individuell
beschrieben werden, somit gibt es hier keinen eindeutigen Erwartungshorizont.
In der Diskussion sollten Begründungen eingefordert werden.
Wichtig ist, das Verständnis von Pflege über Körperpflege oder körpernahe Unterstützung des Indivi-
duums hinaus zu erweitern.

2
Schritte des Pflegeprozesses:
1. Informationssammlung
2. Erkennen von Ressourcen und Problemen
3. Festlegen der Pflegeziele
4. Planung der Pflegemaßnahmen
5. Durchführung der Pflege
6. Evaluation

3
Diese Aufgabe ist sehr individuell zu bearbeiten. Es gibt keine eindeutigen Lösungen. Es geht nicht
darum, die verschiedenen Menschenbilder zu bewerten, sondern darum, dem eigenen Menschenbild
auf die Spur zu kommen.
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Lösungen zu den Kapiteln

4
Da es bei dieser Aufgabe um Werte geht, gibt es kein Richtig und Falsch. Vermutlich werden viele
Lernende „Helfer-Syndrom“ als entwertende Übertreibung sehen. Der Grundbegriff dazu könnte dann
„Helfen“, „Unterstützung“, „Hilfestellung“ oder ähnlich lauten. Ein positiver Gegenwert dazu könnte
z.B. „Selbst machen lassen“ sein, aber auch ganz andere Werte sind denkbar, wie z.B. „Distanz wah-
ren“ oder „Unabhängigkeit“. Entsprechend unterschiedlich sehen die dazu gehörigen Übertreibungen
aus, z.B. „Unterlassung“, „Teilnahmslosigkeit“ usw.
Ist „Helfer-Syndrom“ hingegen ein positiver Wert, verändert sich das ganze Wertequadrat entspre-
chend, vielleicht ist die entwertende Übertreibung dann „Overprotection“ usw.
Mit dieser Aufgabe sollen die unterschiedlichen Perspektiven der Lernenden deutlich werden. Die
Diskussion kann zeigen, welchen Einfluss die verschiedenen Wertungen auf das eigene Handeln ha-
ben können.

5
Diese Fragestellungen sind nur individuell zu beantworten, kein Erwartungshorizont!

6
Besonders berücksichtigt werden sollten:
Sprache: aktives und passives Sprachverständnis, mündlich und schriftlich
Religion: Zugehörigkeit und Formen bzw. Ausprägung der praktischen Ausübung
Ernährung: Vorlieben, Gewohnheiten, religiöse oder kulturelle Regeln
Biografie: einschneidende Lebensereignisse, familiärer Hintergrund, Migrationsgeschichte etc.

7
Die Einschätzung des Dialogs und auch eine veränderte Gestaltung der Begegnung können unter-
schiedlich aussehen.
Die Lernenden sollten erkennen, dass Frau Hoff nicht auf die Gefühle und Probleme, die den Äuße-
rungen von Frau Malz zugrunde liegen, eingeht. Stattdessen versucht sie, Frau Malz zu beruhigen,
abzulenken und über die existentiellen Fragen hinweg zu gehen. Damit unterstützt sie Frau Malz nicht.
Im Rollenspiel sollten das Paraphrasieren von Aussagen (z.B. „Sie können schlecht schlafen.“ „Sie
möchten nicht mehr leben.“), das Verbalisieren von Gefühlen (z.B. „Sie können sich gar nicht mehr
freuen?) und das aktive Zuhören (schweigen, warten, den anderen durch nonverbale Signale zum Re-
den ermuntern) geübt werden.

8
1. Nicht-wahrhaben-Wollen
Unterstützung durch Zulassen der Emotionen, da sein, nichts beschönigen, nicht lügen
2. Aufbrechende Emotionen
Unterstützung durch Zulassen der Emotionen, diese nicht persönlich nehmen, da sein, ggf.
weitere professionelle Unterstützung hinzuziehen
3. Suchen und Sich-Trennen
Unterstützung durch Gesprächsbereitschaft und Zuhören, ggf. Verstärkung durch Gegenstände
und Symbole (Fotos anschauen, Friedhofsbesuch, Kerze entzünden)
4. Neuer Selbst- und Weltbezug
Unterstützung durch Ermutigung, gemeinsame Aktivität, Gespräch und da sein

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Lösungen zu den Kapiteln

9
Da ein mindmap individuelle Strukturen darstellt, kann es hier keinen Lösungsvorschlag geben. Wich-
tig ist, das Alter mehrdimensional zu betrachten. Neben den körperlichen Veränderungen sollten die
psychischen und sozialen genannt werden und in Beziehung zu gesellschaftlichen, kulturellen und
wissenschaftstheoretischen Konzepten und Modellen gesetzt werden.

10
Für eine Podiumsdiskussion gibt es keine eindeutigen Lösungsvorschläge.

11
Da in den Kleingruppen ein sehr individuelles Bild eines Menschen entworfen werden soll, existiert
für diese Aufgabe kein Lösungsschema.

12
Funktionspflege
Vorteile: kostengünstig, zeit- und ressourcensparend, Einsatz gering qualifizierter Kräfte möglich,
bestimmte Tätigkeiten werden von einzelnen Pflegenden besonders gut beherrscht, da besonders häu-
fig durchgeführt
Nachteile: zerstückelte Arbeitsabläufe, mangelnde Versorgungskontinuität, keine eindeutigen An-
sprechpartner vorhanden, kein ganzheitlicher Blick möglich, u.U. geringere Abeitszufriedenheit auf-
grund mangelnder Verantwortung

Bereichspflege
Vorteile: kontinuierliche Pflege und Betreuung, eindeutige Ansprechpartner vorhanden, Arbeitszufrie-
denheit durch Übernahme von Verantwortung, ganzheitlicher Blick möglich
Nachteile: kostenintensiver, da mehr qualifiziertes Personal nötig, zeitaufwändiger, da weniger routi-
nierte und standardisierte Abläufe

Bezugspflege und Primary Nursing


Vorteile: absolute Versorgungskontinuität, eindeutiger Ansprechpartner, transparente (Kommunikati-
ons)Strukturen, hohe Arbeitszufriedenheit
Nachteile: strukturelle Veränderungen nötig, kosten- und zeitintensiv (siehe Bereichspflege), durch
enge Beziehung u.U. Überforderung der Pflegenden

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Lösungen zu den Kapiteln

Lösungen Kapitel 6
Die folgenden Lösungsvorschläge beziehen sich auf die Aufgaben im Fachbuch WeiterWissen
Gesundheit Berufliche Oberstufe, ISBN 978-3-06-451033-3, Kapitel 6 Gesundheitswissenschaft-
liche Forschung, S. 477-522

Beachten Sie bitte, dass es sich hier um Vorschläge handelt, die auch anders formuliert sein
können!

Lösungen zu Kapitel 6.1 (Aufgaben S. 522)

1
Einzelarbeit: Individuelle Antworten

2
• Deduktion: Hier wird eine Schlussfolgerung aus einer oder mehreren anderen theoretischen
Aussagen abgeleitet. Ein deduktiver Beweis kommt nur zustande, wenn alle Vorannahmen
wahr sind. Die formale Logik bestimmt, welche Schlüsse zulässig sind. Schlüsse werden vom
Allgemeinen zum Besonderen gezogen. Abgeleitete Hypothesen werden empirisch überprüft.
• Induktion: Dieses Verfahren schließt vom besonderen Einzelfall auf das Allgemeine und Ge-
setzmäßige. Ihm liegt die Annahme zu Grunde, dass sofern unter Einzelbeobachtungen
eine oder mehrere Wahre vorliegen, dies bei weiteren Untersuchungen bestätigt werden kann.
Die Wahrscheinlichkeit steigt mit der Anzahl der Einzelbeobachtungen. Aus diesen Einzelfäl-
len werden allgemein gültige Theorien abgeleitet.

Lösungen zu Kapitel 6.2 (Aufgaben S. 522)

1
Einzelarbeit/ Internetrecherche: Individuelle Ergebnisse

Lösungen zu Kapitel 6.3 (Aufgaben S. 522)

1
Phasen des Forschungsprozesses:

• Fragestellung: Die Fragestellung ist der zentrale Ausgangspunkt eines jeden Forschungspro-
zesses. Sie bestimmt was warum untersucht wird.
• Literaturrecherche: Sie dient zur Begründung der Relevanz des Forschungsvorgehens. Sie
gibt Auskunft darüber, wie umfangreich das Thema bereits behandelt wurde. Es gilt heraus zu
stellen, worin die neue Erkenntnis der Forschungsarbeit liegen soll.

• Hypothesenaufstellung: Bei ihr handelt es sich um eine Vermutung über die zu erwartenden
Ergebnisse und ist als zu überprüfende Feststellung formuliert. Sie muss überprüfbar sein.
• Auswahl der Forschungsmethode: Mittels der Forschungsmethode wird die aufgestellte Hy-
pothese überprüft. Es gilt heraus zu stellen, welche Forschungsmethode sich warum für das
geplante Vorgehen eignet.
34
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Lösungen zu den Kapiteln

• Datenerhebung: Sie kann als Primär- oder Sekundärdatenerhebung erfolgen. Entscheidend ist
der Umfang der Datenerhebung. Hierzu wird aus der identifizierten Grundgesamtheit in Form
einer dieser angemessenen Stichprobe eine Auswahl getroffen.
• Datenanalyse: Es ist das Ziel die Daten zu bündeln und zu reduzieren. Dies geschieht durch
das Anlegen von Tabellen, Grafiken und Diagrammen. Zur Beschreibung der Daten kommen
deskriptive und Inferenzstatistik zur Anwendung.
• Ergebnisdarstellung: In einem ersten Schritt werden die Ergebnisse dargestellt. In einem
zweiten Schritt erfolgt die Interpretation und Diskussion der Ergebnisse.

2
Individuelle Antwort

3
Grundgesamtheit: Die Grundgesamtheit stellen die Personen, die mit der Fragestellung einer For-
schungsarbeit in Zusammenhang gebracht werden können.

Stichprobe: Da es aus zeitlichen oder finanziellen Gründen unmöglich sein kann, eine vollständige
Erhebung von Daten aus der Grundgesamtheit durchzuführen, wird aus dieser eine repräsentative
Stichprobe gezogen. Die Stichprobe ist somit eine Auswahl aus der Grundgesamtheit.

Lösungen Kapitel 6.4 (Aufgaben S. 522)

1
Qualitative Forschung Quantitative Forschung
Ursprung Sozial- und Geisteswissenschaf- Naturwissenschaften
ten
Forschungsfrage Ausgerichtet auf subjektive Ausrichtung auf objektiv mess-
Wahrnehmung und Erleben von bare Wirklichkeit
Einzelnen
Logisches Grundprinzip Primär induktiv Primär deduktiv
Datenerhebung Offene Methoden Standardisierte Methoden
Auswertung Interpretierend Statistisch-mathematisch
Einsatzgebiet Theorieentwicklung Theorieüberprüfung
Vorgehen Zirkulär Linear

2
Studienformen der Epidemiologie:
• randomisierte kontrollierte Studien
• Kohortenstudien
• Fallkontroll-Studien
• Querschnittsstudien

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Autorinnen: Anja Bellmann, Dr. Friederike Bremer-Roth, Dr. Uta Groger, Diese und weitere Materialien finden Sie unter
Dr. Gabriele Schlömer www.cornelsen.de/cbb
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Lösungen Kapitel 6.5 (Aufgaben S. 522)

1
Die Prävalenz ist die Anzahl von Fällen (z.B. Erkrankungsfälle) in einer definierten Population. Die
Inzidenz ist die Anzahl neu auftretender Fälle in einem definierten Zeitraum innerhalb dieser Gesamt-
population. Damit steigt die Prävalenz. Sie sinkt wieder, wenn Fälle aus der Gesamtpopulation heraus-
fallen. Zum Beispiel durch Heilung oder Tod. Die Prävalenz ist damit gleich der Inzidenz mal Krank-
heitsdauer.

2
Sensitivität und Spezifität

• Die Sensitivität ist die Wahrscheinlichkeit, dass eine erkrankte Person durch einen Test einen
positiven Befund erhält.
• Die Spezifität ist die Wahrscheinlichkeit, dass eine nicht erkrankte Person durch einen Test ei-
nen negativen Befund erhält.

Im Idealfall müsste ein Testverfahren sicher zwischen gesund und krank unterscheiden können, d.h.
Erkrankte stets einen positiven und Gesunde stets einen negativen Befund erhalten. Um immer einen
korrekten Krankheitsstatus zu erfassen, müssten Sensitivität und Spezifität gleichermaßen den Wert 1
(100%) annehmen.

3
a)
P = 0,25
P = a + c / a + b + c + d = 0,25
a + c = 25, a = 20, c = 5
a + b +c +d = 100, b + d = 75, b = 10, d = 65
OR = a x d / b x c = 20 x 65 / 10 x 5 = 1300 / 50 = 26

Prävalenz: 25 % der Menschen sind im Monat krank.


Odds-Ratio: Wenn sie in einer Stadt leben, ist das Risiko im Monat krank zu werden, 26-mal höher,
als wenn sie nicht in einer Stadt leben.

b)
P = 0,4
P = a + c / a + b + c + d = 0,4
a + c = 40, a = 30, c = 10
a + b +c +d = 100, b + d = 60, b = 20, d = 40
OR = a x d / b x c = 30 x 40 / 20 x 10 = 1200 / 200 = 6

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c)
P = 0,1
P = a + c / a + b + c + d = 0,1
a + c = 10, a = 8, c = 2
a + b +c +d = 100, b + d = 90, b = 80, d = 10
OR = a x d / b x c = 8 x 10 / 80 x 20 = 80 / 160 = 0,5

Prävalenz: 10 % der Menschen auf dem Land sind einmal im Monat krank.
Odds-Ratio: Wenn sie 5-mal Obst am Tag essen, ist das Risiko, krank zu werden, nur halb so hoch.

d)
P = 0,05
P = a + c / a + b + c + d = 0,05
a + c = 5, a = 4, c = 1
a + b +c +d = 100, b + d = 95, b = 5, d = 90
OR = a x d / b x c = 4 x 90 / 5 x 1 = 360 / 5 = 72

4
a) 0,5 %
krank nicht krank Summe
+ a b a+b
49750 49750 99500
- c d c+d
250 9900250 9900500
Summe a+c b+d a+b+c+d
50000 9950000 10000000
Sensitivität Spezifität
99,5 % 99,5 %
Prävalenz: a + c / a + b + c + d = 0,5 %

b) 1 %
krank nicht krank Summe
+ a b a+b
99500 49500 149000
- c d c+d
500 9850500 9851000
Summe a+c b+d a+b+c+d
100000 9900000 10000000
Sensitivität Spezifität
99,5 % 99,5 %
Prävalenz: a + c / a + b + c + d = 1 %

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c) 5 %
krank nicht krank Summe
+ a b a+b
497500 47500 545000
- c d c+d
2500 9452500 9455000
Summe a+c b+d a+b+c+d
500000 9500000 10000000
Sensitivität Spezifität
99,5 % 99,5 %
Prävalenz: a + c / a + b + c + d = 5 %

5
Evidenzbasierung

Evidence-based Practice (EbP) ist eine Methode, um zielgerichtete wissenschaftliche Erkenntnisse in


die Praxis zu überführen. Ziel ist es, hohe Versorgungsqualität auf Grundlage aktueller wissenschaftli-
cher Studienlage bei gleichzeitiger Berücksichtigung der individuellen Bedürfnisse von Patien-
ten/Klienten zu gewährleisten.

Ein Konzept wie Evidence-based Practice beinhaltet die Tendenz, Studienergebnisse und die aus ihnen
abgeleiteten Leitlinien als unbedingte Vorgabe anzusehen und ihnen rezeptartig zu folgen. Es handelt
sich bei diesen aber immer zugleich um generalisierte Aussagen, die aus der Untersuchung einer Viel-
zahl von Einzelfällen generiert wurden. Zugleich werden hierbei immer nur bestimmte Parameter un-
tersucht, die sich beispielsweise auf ein konkretes Krankheitsgeschehen beziehen. Der Einzelfall ist in
seiner Individualität dagegen komplex. Die Bedürfnisse eines individuellen Menschen lassen sich
einer wissenschaftlichen Vorgabe nicht immer vollständig unterordnen. Die Anwendung von durch
EbP gewonnenen Vorgaben muss demnach stets in Licht des konkreten Einzelfalls bewertet werden.

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