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22Lernen
Wortschatz

Deutsch+Englisch=?
,,lch hab the bottle auf den Tisch geputtet", sagt Stephen. Seine Mutter ist Deutsche, sein Va-
ter Brite. ,,Ouiero comer un Apfel", sagt die kleine Carmen Gloria, ,,lch will einen Apfel essen".
lhre Mutter ist Kolumbianerin, ihr Vater Deutscher. Die Eltern von Stephen und Carmen Gloria
haben sich dafür entschieden, dass ihre Kleinen bilingual groß werden. Jedes Elternteil spricht
seine eigene Sprache mit dem Kind und so erlernt das Kind g lelch berechtigt beide Sprachen
als Muttersprache. Da heute bei ca. 5% der in Deutschland lebenden Paare ein Partner aus
dem nicht deutschsprachigen Ausland kommt und sich die Eltern von Anfang an für die Zwei-
sprachigkeit entschieden haben, sind Stephen und Carmen Gloria kelne Einzelfälle mehr.
Anfang des 20. Jahrhunderts war die bilinguale Erziehung äußerst unpopulär. Man glaubte, sie
verhlndere klares Denken und führe zu geistiger Verwirrung, sogar Schizophrenie. Die oben
zitierten Sätze scheinenja wirklich Ausdruck eines {atalen Kuddelmuddels zu sein, so dass man-
che besorgten Erwachsenen hier zu Recht Anzeichen für dauerhafte Schäden in der Sprachent-
wicklung sehen könnten.
lnzwischen hat die M eh rsprach ig keitsforsch ung die Zweifel an der zweisprachigen Erziehung
widerlegt. Jürgen Meisel, Romanistik-Professor und Leiter des Forsch u ngsbereichs ,,Mehrspra-
chigkeit" an der Univerität Hamburg erklärt: Kinder können die Sprachen, die sie benutzen,
sehr wohl trennen. Aber sie sehen oft keinen Grund dafür und so sprechen sie eben ihre lVisch-
sprache, z.B. Denglisch. Kanadische Forscher unterstützen dieses Ergebnis. Sie haben heraus-
gefunden, dass Kinder, die Englisch und Französisch sprechen, auf eine der Sprachen verzich-
ten, wenn sie merken, dass ihr Gegenüber dlese nicht versteht. Die Wissenschaftler erklären
außerdem, dass sich das Sprachgemisch früher oder später von selbst legt. Darüber hinaus ha-
ben Linguisten inzwischen nachgewiesen, dass Billnguale in vielen kognitiven Tests besser ab-
schneiden, weil sie früh trainiert werden, sich auf eine Sache (die eine Sprache) zu konzentrieren
und eine andere Sache (die zweite Sprache) auszublenden. Bilinguale Kinder erwerben dadurch
einen kognitiven Vorsprung, über den sie auch noch als Erwachsene verfügen und der ihnen
sogar im Alter hilft, dem geistigen Abbau entgegenzuwirken. Außerdem fördert die zweispra-
chige Erziehung das Abstra ktionsvermögen, da die Klnder ganz früh begreifen, dass eine Sache
mehrere Namen haben kann.

Ein wichtiger Faktor bei der Bilingualität ist das Alter. Viele Forscher meinen, dass Kinder unge-
fähr bis zum vierten Lebensjahr in der Lage sind, mehrere Sprachen quasi mit der Muttermilch
aufzunehmen, um sich später in ihnen gleich gut und akzentfrel auszudrücken. Danach beginnt
sich die Tür des zweifachen Erstsprachenerwerbs Iangsam zu schließen. Zuerst verliert das Kind
offenbar die phonetischen Fähigkeiten, das heißt es kann Laute in einer der Sprachen nicht
mehr korrekt formen. Danach verblasst die Begabung, die Regeln von Grammatik und Worlbil-
dung intuitiv aufzunehmen. Was am Ende noch bleibt und worauf ja noch Erwachsene zurück-
greifen können, ist die Fähigkeit, Vokabeln zu lernen.
Daher sollten alle Kinder, auch die aus einsprachigen Familien, möglichst früh, auf jeden Fall
aber im Kindergarten, mlt Fremdsprachen in Kontakt kommen. Also, wenn Sie Kinder haben:
Fangen Sie an, bevor es too late ist.

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Sind die Worterklärungen richtig oder falsch? Kreuzen Sie an.
- 1en:: 3egabung richtig falsch
:-','/as er ernen: etwas vergessen richtig falsch
(-Cde muddel : Du rcheinander richtig falsch
-':lnleren : spie en richtig falsch
::,,nras ausblenden : etwas nicht beachten richtig falsch
-rbstra ktlon svermögen = etwas verallgemeinern können richtig {alsch
:ähigkeit: etwas tun müssen richtig falsch
Scracherwerb = eine Sprache kaufen richtig falsch

Lesen Sie die Zusammenfassu ng. Eine lnformation ist falsch. Welche? Unterstreichen Sie.

- leutschland erziehen lmmer mehr Eltern ihre Kinder zweisprachig. Früher war man der Meinung,
:.ss B ingualität der geistigen Entwicklung schadet. Jetzt hat die Forschung festgestellt, dass man
:-'ch eln e bi ingua le Spracherziehung nicht nur zwei Sprachen wie die Muttersprache zu beherrschen
:--r, sondern auch andere geistige Fähigkeiten, wie zum Beispiel das abstrakte Denken, gefördert
.-den. Erst im Alter hat dieser frühe doppelte Spracherwerb negative Konsequenzen, denn er för-
:=-l den Abbau geist ger Fähigkeiten. Forscher empfehlen deshalb,, möglichst schon im Vorschulalter
- : der Erzlehung zur Zweisprach ig keit zu beginnen.

Setzen Sie die folgenden Verben in der richtigen Form ein.

verlernen ablenken auswendig lernen a usdrücken


überwiegen abschneiden sich konzentrieren auf erleichtern __-,]

Nur die fleißigsten Schüler haben bei dlesern Test gut , d. h. gute Noten
bei<ommen.
Wenn man lange n icht Auto fäh rt, man es.
Wenn das Radio läuft, kan n ich nicht die Hausauf-
ga[:'en . Die Musik mich
Ä
Er konnte die Geschichte Wort für Wort wiederho en, denn er hatte sie
5, Bei der bilingualen Erziehung die Vortelle.
6. Wenn man die neuen Wörter in ein Vokabelheft notiert, man sich das Lernen.
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Sein Wortschatz ist zu gering, als dass er seine Gefühle k ar könnte.

4 W"r bedeutet...? Kreuzen Sie an.

1. etwas mit der Muttermilch aufnehmen 2. etwas geht in Fleisch und Blut über
@ etwas zusammen mit der l\,4uttermilch a eine ansteckende Krankheit bekommen
trinken b zunehmen
§ etwas früh lernen c etwas automatisch, ohne Nachdenken tun
E etwas nie vergessen können

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