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Alva Noë verwendet in seinem Buch viele Beispiele, um seine These zu stützen, dass

Bewusstsein von "uns" erschaffen werde. Oftmals zieht er allerdings sehr gewagte Schlüsse,
da die Beispiele eher gegen seine eigene Theorie sprechen oder er zieht Schlüsse, die nicht
das Kernproblem, die Entstehung von Bewusstsein tangieren. Vor allem aber lassen sich die
meisten Beispiele ebenso, meist viel überzeugender, auf die klassisch wissenschaftliche Art
und Weise erklären. Einzig der Punkt, dass Bewusstsein nicht allein vom Hirn, sondern auch
von "Inputs", im Falle von Lebewesen von einem Körper abhängig ist und deshalb nicht ohne
solchen in einer Petrischale gezüchtet werden könne, ist sehr berechtigt. Selbstverständlich
hängt das Bewusstsein nicht nur von den Vorgängen im Gehirn ab (S. 196), selbstverständlich
sind wir in diesem banalen Sinne nicht unser Gehirn, wenn darunter verstanden wird, dass das
Gehirn ohne irgendwelche Inputs Bewusstsein generieren könne. Bewusstsein entsteht
allerdings durch Vorgänge im Gehirn, nachdem dieses durch Sinnesorgane oder virtuelle
Äquivalente "gefüttert" worden ist, wie er auf Seite 200 faktisch auch selbst eingesteht. Ginge
es Alva Noë also nur darum zu zeigen, dass wir nicht nur unser Gehirn seien, dann gäbe es
kaum Probleme mit seinem Anliegen - bloss wäre dieses auf fünf Seiten abhandelbar. Seine
alternative Theorie für die Entstehung und das Wesen von Bewusstsein kann hingegen
überhaupt nicht überzeugen. Da er die beiden völlig verschiedenen Bereiche aber miteinander
vermischt, scheint sein Buch für viele Menschen plausibel zu sein, ohne dass sie sich wirklich
bewusst werden, wie esoterisch und offensichtlich falsch seine Theorie letztendlich ist.
Alva Noë. Du bist nicht dein Gehirn: Eine radikale Philosophie des Bewusstseins. Piper 2010.
und Weise erklären. Einzig der Punkt, dass Bewusstsein nicht allein vom Hirn, sondern auch
von "Inputs", im Falle von Lebewesen von einem Körper abhängig ist und deshalb nicht ohne
solchen in einer Petrischale gezüchtet werden könne, ist sehr berechtigt. Selbstverständlich
hängt das Bewusstsein nicht nur von den Vorgängen im Gehirn ab (S. 196), selbstverständlich
sind wir in diesem banalen Sinne nicht unser Gehirn, wenn darunter verstanden wird, dass das
Gehirn ohne irgendwelche Inputs Bewusstsein generieren könne. Bewusstsein entsteht
allerdings durch Vorgänge im Gehirn, nachdem dieses durch Sinnesorgane oder virtuelle
Äquivalente "gefüttert" worden ist, wie er auf Seite 200 faktisch auch selbst eingesteht. Ginge
es Alva Noë also nur darum zu zeigen, dass wir nicht nur unser Gehirn seien, dann gäbe es