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(Anzeige Chemnitzer Tagblatt, 1893)

Eindrucksvoller Herkunftsnachweis:

Bauart, vor-
Geprägte Diamant Lederwerkzeugtasche
DIA M ANT / 13 4 Jahre GESCHICHTE / Genaue Arbeit, sol ide Bauar t, vor zÜgl iches M aterial

DIA M ANT / 13 4 Jahre GESCHICHTE / Genaue Arbeit, sol ide Baua r t, vor zÜgl iches M aterial
beit, solide
Genaue Ar-

zUgliches
Material
Schon 1893 zeigt sich das Potenzial der kom-
menden großen Marke: Schreibfedern der
Nevoigts aus „Diamant-Stahl“: „Vorzügliche
Qualität und Construction. Zu haben in allen
besseren Schreibwarenhandlungen.“

Findig sind sie auf jeden Fall und geschäftstüchtig dazu, die
Brüder Friedrich und Wilhelm Nevoigt aus Kackrow, die nach
Reichenbrand kommen, um dort Großes aufzuziehen. Friedrich
arbeitet zunächst in einer Strumpfmaschinenfabrik, verliert aber
aufgrund schwieriger Wirtschaftslage seine Stelle. Statt sich wo-
anders ein neue zu suchen, mietet er einen kleinen Arbeitsraum
10 und fertigt Wirkmaschinen-Platinen für die Strumpfindustrie. 11
1884 tritt sein Bruder Wilhelm in das recht erfolgreiche Geschäft
ein und bereits im nächsten Jahr gründen die beiden eine eige-
ne Firma „Gebrüder Nevoigt, Reichenbrand / Chemnitz“. Weil die
Nachfrage steigt, wird 1887 eine eigene Fabrik gebaut und 1898
vergrößert. In diesen Gebäuden entsteht dann auch ein anderes
Produkt, das von nicht unerheblicher Bedeutung für das Unter-
nehmen sein soll: Schreibfedern, aber nicht irgendwelche, son-
dern Federn aus dem sogenannten „Diamant-Stahl“ – der Quali- stattliche 1.825 Fahrräder. Marketingstrategisch klug ist es dann
tät verspricht und sich durchaus Image fördernd mit dem Namen auch, sich die allerorts bekannte Qualität der „Diamant-Feder“ zu-
der Nevoigts verbindet. nutze zu machen, diese auf seine neuen Produkte zu übertragen
und dann noch dezent ein paar weitere Alleinstellungsmerkmale
1891 lassen die Schreibfederfabrikanten dann eine Schutzmarke zu ergänzen, wie seinerzeit eine Annonce im Chemnitzer Tagblatt
mit einer Art Logo eintragen, das interessanterweise viel mehr als beweist: „Genaue Arbeit, solide Bauart, vorzügliches Material
nur Schreibwaren darstellt: Es zeigt die Weltkugel, auf der waa- stellen die „Diamant-Fahrräder“ an die Spitze der deutschen Mar-
gerecht eine Stahlfeder liegt – und über der ein geflügeltes Rad
schwebt. Möglicherweise ganz einfach ein Zufall, vielleicht aber
ken.“ Das klingt nach großen Worten, die erst einmal belegt sein
wollen. Genau das machen Friedrich und Wilhelm mit einer ge-
einfach UND praktisch, Diese Werkzeug-
auch schon die Idee von etwas Neuem. Jedenfalls entdecken die nialen Erfindung: 1898 werden Fahrräder von Diamant mit einer tasche trägt einen Namen – hier zeigt
Brüder ihre Liebe zum Veloziped – oder dessen Potential – und
im Jahr 1895 verlässt das erste Fahrrad mit dem Namen Diamant
neuen Rollenkette ausgestattet – exakt jener Kette, die bis heute
nahezu jedes Fahrrad antreibt. In einer Reklame verweist man
sich qualität auch im Detail.
die Werkshallen. Im kommenden Jahr beschließen sie, den Zusatz stolz darauf: „Diamant-Fahrräder mit neuer Rollenkette zeichnen
„Diamant-Fahrräder“ in ihrem Briefkopf der „Sächsischen Schreib- sich durch unerreicht leichten Lauf und vollendete Präcisionsar-
federfabrik Gebrüder Nevoigt“ aufzunehmen. Sie produzieren beit aus. Feinste Deutsche Marke.“ Nicht zuletzt dadurch ist das
dann in den nächsten zwei Jahren neben den Federn immerhin Ende der bis dato üblichen Blockkette besiegelt.